Landwirtschaftlicher Kurs
Geisteswissenschaftliche Grundlagen
zum Gedeihen der Landwirtschaft
GA 327
14 Juni 1924, Koberwitz
Sechster Vortrag
Meine lieben Freunde!
[ 1 ] Wir werden jetzt im weiteren Fortgange unserer Betrachtungen uns auf manches zu stützen haben, was wir in den vorangehenden Tagen an Einsichten in das Pflanzenwachstum, auch in die tierischen Bildungen gehört haben. Es wird sich darum handeln, dass wir nun wenigstens aphoristisch auch einige von den geisteswissenschaftlichen Vorstellungen vor uns vorüberziehen lassen, die zusammenhängen mit den Pflanzen, mit den pflanzlichen, mit den tierischen Schädlingen der Landwirtschaft und mit demjenigen, was man nennt Pflanzenkrankheiten. Nun lassen sich diese Dinge eigentlich nur betrachten ganz im Konkreten. Und deshalb werde ich auch da, wo man im Allgemeinen wenig sagen kann, weil die Dinge spezialisiert werden müssen, zunächst Beispiele anführen, die dann, wenn sie zum Ausgangspunkt von Versuchen genommen werden, ja auch zu Weiterem führen können. Zunächst möchte ich ausgehen von dem Unkrautwesen oder wie man das so nennt, ich möchte diese Pflanzenschädlinge einmal betrachten.
[ 2 ] Sehen Sie, da handelt es sich ja darum, weniger eine Definition des Unkrautes zu bekommen, sondern es handelt sich darum, Einsichten zu bekommen darüber, wie man aus einem gewissen Feldgebiete diejenigen Pflanzen wegbringen kann, welche man dort nicht haben will. Nicht wahr, man hat ja schon manchmal noch solche merkwürdigen Anwandlungen, die man behalten hat aus der Studienzeit. Und da habe ich versucht, wenn auch nicht gerade mit viel Lust, einer solchen Anwandlung nachzugehen und in einigen Schriften aufzusuchen, was man als Definition des Unkrautes hat. Nun habe ich da gefunden, dass die meisten Autoren, die definieren wollen, was das Unkraut ist, sagen: «Unkraut ist alles dasjenige, was an dem Orte, wo man es nicht haben will, wächst.» Sie sehen, es ist eine Definition, die nicht gerade stark in das Wesen der Sache hineinkommt. Und man wird auch nicht gerade viel Glück haben, wenn man auf das Wesen des Unkrautes eingehen will, aus dem einfachen Grunde, weil ja vor dem Forum der Natur das Unkraut gerade so viel Recht hat zu wachsen, wie dasjenige, was man nützlich findet. Man wird sich schon klar werden müssen, dass die Dinge von einem etwas anderen Gesichtspunkte aus gesehen werden müssen, von demjenigen Gesichtspunkte, wie man von einem gewissen Feldgebiete wegkriegt gerade dasjenige, was dort nicht beabsichtigt ist, aber durch den allgemeinen Naturzusammenhang dort wächst. Diese Frage kann man sich gar nicht beantworten anders, als dass man gerade auf diejenigen Dinge Rücksicht nimmt, die wir in den verflossenen Tagen angeführt haben.
[ 3 ] Wir haben ja angeführt, wie man streng unterscheiden müsse zwischen denjenigen Kräften, die im Pflanzenwachstum sind, und die aus dem Kosmos zwar stammen, aber vom Kosmos zuerst in die Erde aufgenommen werden und von der Erde aus auf das Pflanzenwachstum wirken. Diese Kräfte, die also im Wesentlichen herstammen aus den kosmischen Einflüssen, wie ich gesagt habe, von Merkur, Venus und dem Monde, aber die nicht direkt von diesen Planeten wirken, sondern auf dem Umwege durch die Erde wirken, diese Kräfte hat man zu berücksichtigen, wenn es sich darum handelt, zu verfolgen dasjenige, was nach einer Mutterpflanze wieder eine Tochterpflanze hervorruft und so weiter. Dagegen wird man in alledem, was die Pflanze aus dem Umkreis von dem Überirdischen hernimmt, zu sehen haben auf das, was die ferneren Planeten übertragen der Luft an Wirkungsmöglichkeiten, und was eben aufgenommen wird auf diese Weise. Im weiteren Sinne aber kann man auch sagen, dass alles das, was von den nahen Planeten an Kräften auf die Erde einwirkt, viel beeinflusst wird von den Kalkwirkungen der Erde, während beeinflusst wird das, was aus dem Umkreis wirkt, von den Kieselwirkungen. Und da ist es dann so, dass wenn die Kieselwirkungen auch von der Erde selbst ausgehen, sie dennoch das vermitteln, was von Jupiter, Mars, Saturn ausgeht, nicht eigentlich dasjenige, was von Mond, Merkur und Venus ausgeht.
[ 4 ] Nun ist man ja heute ganz ungewohnt, diese Dinge wirklich zu berücksichtigen. Aber man muss es auch büßen. Und in einem Falle hat man ja in zahlreichen Gegenden der zivilisierten Welt die Unkenntnis des kosmischen Einflusses, sowohl insofern er durch die Luft auf dem Umwege durch das über dem Bodenniveau Liegende wirkt, wie auch [des kosmischen Einflusses] insofern er durch Vermittlung der Erde von unten [hinauf]wirkt, durch diese Einsichtslosigkeit büßen müssen, indem alles ganz erschöpft war, was einmal durch die ältere instinktive Wissenschaft gemacht wurde in Bezug auf solche Dinge; Ihnen allen kann das gleichgültig sein, aber vielen Menschen ist es nicht gleichgültig. Es war der Erdboden erschöpft, die Traditionen waren auch erschöpft — wenn auch die Bauern manchmal nachgeholfen haben —, und so ist über weit ausgebreitete Weinanpflanzungen die Reblaus gekommen. Der Reblaus stand man ziemlich hilflos gegenüber. Ich weiß noch vieles zu erzählen von einer Redaktion einer in den Achtzigerjahren in Wien erschienenen landwirtschaftlichen Zeitung, die von allen Seiten angegangen wurde, sie solle ein Mittel gegen die Reblaus finden, und die ganz ratlos wurde, als dazumal die Reblausplage wirklich akut geworden ist. — Diese Dinge lassen sich eben nicht mit derjenigen Wissenschaft durchgreifend behandeln, die man heute hat; sie lassen sich nur behandeln, wenn man wirklich eingehen kann auf dasjenige, was man wissen kann auf den Wegen, die wir angedeutet haben.
[ 5 ] Nun stellen Sie sich einmal vor — schematisch will ich das zeichnen: Das sei das Erdniveau, hier alles das, was aus dem Kosmos herein an Wirkungen von Venus, Merkur und Mond kommt und wiederum zurückstrahlt, sodass es von unten nach oben wirkt. Und dieses, was auf diese Weise in der Erde zur Wirksamkeit kommt — ich will es wiederum schematisch zeichnen —, das bringt die Pflanzen so zur Wirksamkeit, dass sie zunächst das bilden, was in einem Jahre wächst, dann den Samen bilden. Aus dem Samen kommt dann wiederum die neue Pflanze, die dritte Pflanze und so weiter. Es geht das alles in die Reproduktionskraft, in die Generationenfolge hinein, was auf diesem Wege kommt.
[ 6 ] Dagegen alles dasjenige, was auf einem anderen Wege kommt, der da liegt über dem Niveau der Erde, kommt von den anderen Kräften, von den fernen Planetenkräften. Das kann man schematisch so zeichnen, dass ich sage: Das ist hier, was sich nun in der Pflanze umsetzt dadurch, dass sie sich im Umkreis ausbreitet, was sie dick und fett ausschend macht, was wir als Nahrungsmittel wegnehmen, weil es ein kontinuierlicher Strom immer von Neuem bildet.
[ 7 ] Was wir ablösen zum Beispiel vom Apfel, vom Pfirsich, was wir dann essen als Fruchtfleisch, all das rührt her von diesen erdfernen Planetenwirkungen. Nun aber geht gerade aus diesen Einsichten hervor, wie man sich verhalten muss, wenn man in irgendeiner Weise das Pflanzenwachstum beeinflussen will. Nicht auf eine andere Art lässt sich eine Einsicht darüber gewinnen, wie man das Pflanzenwachstum beeinflussen will, als dadurch, dass man eben Rücksicht nimmt auf diese verschiedenen Kräfte.
[ 8 ] Nun hat zunächst auf eine große Anzahl von Pflanzen, und das sind vor allen Dingen diejenigen Pflanzen, die man so im gewöhnlichen Leben zu den Unkräutern rechnet, die manchmal außerordentlich starke Heilpflanzen sind — gerade unter den Unkräutern suchen wir die stärksten Heilpflanzen —, auf diese Pflanzen hat nun den größten Einfluss dasjenige, was man die Mondenwirkungen nennen kann.
[ 9 ] Von dem Monde weiß man im gewöhnlichen Leben, dass er die Sonnenstrahlen in seiner Oberfläche aufnimmt und sie auf die Erde hinwirft. Wir sehen ja dadurch, dass wir es auffangen mit unseren Augen — und die Erde fängt ja auch diese Mondenstrahlen auf — die zurückgeworfenen Sonnenstrahlen. Es sind also die Sonnenstrahlen, die auf diese Weise zurückgeworfen werden, die aber vom Mond mit seinen Kräften durchströmt werden, die also gerade als Mondenkräfte auf die Erde kommen, seit der Mond sich von der Erde getrennt hat. Im Kosmos wirkt gerade diese Mondenkraft verstärkend auf alles Irdische. — Als der Mond noch mit der Erde vereint war, war ja das Irdische viel mehr ein Lebendiges, viel mehr ein Fruchtendes. Ein so stark Mineralisches, wie wir es heute haben, gab es eigentlich in jener Zeit nicht, als der Mond noch mit der Erde vereint war. Aber nachdem der Mond sich von der Erde getrennt, wirkt er so, dass der gewöhnliche Zustand dieser Erde, der gerade hinreicht, um Wachstum bei den Lebewesen zu bewirken, dadurch verstärkt wird, sodass das Wachstum sich steigern kann zur Reproduktion.
[ 10 ] Wenn ein Wesen wächst, wird es groß. Da ist dieselbe Kraft täuig, die auch bei der Fortpflanzung tätig ist. Nur kommt es nicht so weit beim Wachsen, dass ein Wesen gleicher Art entsteht. Es entsteht Zelle auf Zelle nur, es ist ein schwächeres Fortpflanzen, ein Fortpflanzen, das innerhalb des Wesens stehen bleibt; und das Fortpflanzen ist ein stärkeres Wachsen. Die Erde selbst kann nun gerade das schwache Fortpflanzen, das Wachstum vermitteln, aber ohne den Mond vermag sie nichts über das verstärkte Wachstum. Da braucht sie eben einfach dasjenige, was an kosmischen Kräften durch den Mond und bei besonderen Pflanzen auch durch Merkur und Venus auf die Erde hereinscheint. Ich sagte vorhin, man stellt sich vor, der Mond nimmt nur die Sonnenstrahlen auf und wirft sie herein über die Erde. Man sieht also eigentlich bei der Mondenwirkung nur auf das Sonnenlicht hin. Aber das ist nicht das Einzige, was auf die Erde kommt. Mit den Mondenstrahlen kommt nun auch der ganze reflektierte Kosmos auf die Erde. Alles, was auf den Mond hinwirkt, wird wieder zurückgestrahlt. So wird auch der ganze Sternenhimmel, ohne dass man auch dieses mit den heutigen physikalischen Methoden dem heutigen Menschen nachweisen kann, in einer gewissen Weise vom Mond auf die Erde zurückgestrahlt. Es ist schon eine starke und sehr organisierende kosmische Kraft, die da vom Mond heruntergestrahlt wird in die Pflanzen, damit der Pflanze auch mit Bezug auf das Samenhafte gedient werden kann, damit sich die Wachstumskraft erhöht zur Fortpflanzungskraft.
[ 11 ] Nun, das alles ist für eine Gegend der Erde aber nur dann da, wenn diese Gegend Vollmond hat. Wenn diese Gegend Neumond hat, so genießt sie die Wohltat des Mondeneinflusses nicht. Es hält nur an in den Pflanzen während des Neumondes, was sie aufgenommen haben zur Zeit des Vollmondes. Man würde schon auch dadurch Bedeutsames erreichen können, wenn man überhaupt studierte, wie weit man kommt, wenn man schon, sagen wir, bei der Aussaat für die allererste Keimestätigkeit in der Erde den Mond benützen würde, wie es die alten Inder getan haben bis ins neunzehnte Jahrhundert hinein, die nach den Mondphasen gesät haben. Aber so grausam ist ja die Natur nicht, dass sie den Menschen schon straft für die geringe Unaufmerksamkeit und Unhöflichkeit, die er dem Mond zuteil werden lässt beim Säen, beim Ernten. Also Vollmond haben wir ja zwölfmal im Jahre; das reicht aus, dass die Vollmondwirkungen, das heißt die die [Befruchtung] befördernden [Vollmond-]Kräfte, genügend da sind. Und wenn halt einmal irgendetwas, was zur Befruchtung beiträgt, statt bei Vollmond, bei Neumond vorgenommen wird, so wartet es eben in der Erde bis zum nächsten Vollmond, setzt sich da über die menschlichen Irrtümer hinweg und richtet sich nach der Natur. Das reicht durchaus aus für die Benutzung des Mondes durch die Menschen, ohne dass sie eine Ahnung davon haben. Aber weiter kommt man auch damit nicht.
[ 12 ] Denn sehen Sie, so behandelt, fordern die Unkräuter ebenso ihr Recht wie die Kräuter, und man kriegt alles durcheinander, weil man gar nicht in den Kräften drinnen steht, die das Wachstum regeln. Man muss sich hineinstellen in diese Kräfte, die das Wachstum regeln. Da kann man wissen: Mit der voll entwickelten Mondeskraft wird gewirkt für die Reproduktion, für die Fortpflanzung alles PflanzlichLebendigen. Für das also, was von der Wurzel bis hoch hinauf in die Samenbildung heraufstößt, wird gewirkt. Nun werden wir ja die besten Unkräuter bekommen, wenn wir den wohltätigen Mond auf unsere Unkräuter wirken lassen, ihn in seiner Wirkung gar nicht aufhalten. Denn die Unkräuter werden sich dadurch, dass es ja auch nasse Jahre gibt, wo die Mondenkräfte besser wirken als in trockenen, diese Unkräuter werden sich fortpflanzen und dadurch vermehren.
[ 13 ] Rechnet man aber mit diesen kosmischen Kräften, so wird man sich ja Folgendes sagen: Unterbindet man die volle Mondenwirkung bei den Unkräutern, lässt man auf die Unkräuter nur das wirken, was von außen hereinwirkt, daher nicht Mondenwirkung ist, was direkt wirkt, so setzt man ihrer Fortpflanzung eine Grenze. Sie können sich dann nicht fortpflanzen. Nun handelt es sich darum, dass man den Erdboden so behandelt — da man ja den Mond nicht abstellen kann —, dass die Erde ungeneigt wird, die Mondenwirkungen aufzunehmen; und nicht nur die Erde kann ungeneigt werden, die Mondenwirkungen aufzunehmen, sondern es können auch die Pflanzen, diese Unkräuter, eine gewisse Scheu dafür bekommen, in einer in einem gewissen Sinne behandelten Erde zu wachsen. Wenn wir das erreichen, so haben wir das, was wir wollen. Wir sehen, wie das Unkraut kommt in einem Jahre. Da müssen wir halt die Sache mal hinnehmen, nicht erschrecken, sondern uns sagen, nun heißt es eingreifen. Jetzt aber sammeln wir von diesem Unkraut eine Anzahl von Samen, dasjenige also, worin sich die Kraft, von der ich gesprochen, zuletzt abgeschlossen hat. Wir zünden uns nun eine Flamme an — eine einfache Holzflamme ist am besten — und verbrennen diese Samen und sammeln sorgfältig alles, was sich als Asche ergibt. Wir verschaffen uns verhältnismäßig wenig auf diesem Wege von dieser Asche. Aber wir haben ja jetzt buchstäblich bei denjenigen Pflanzen, die wir so behandelt haben, indem wir den Samen haben durchs Feuer gehen lassen, in Asche verwandelt haben, in der Asche konzentriert die entgegengesetzte Kraft von dem, was entwickelt wird in der Anziehung der Mondenkräfte. Streuen wir nun — wir brauchen gar nicht besonders sorgfältig vorzugehen, da die Dinge im großen Umkreise wirken — dieses kleine Präparat, was wir auf diese Weise aus den verschiedensten Unkräutern uns verschafft haben, auf unseren Acker, dann werden wir schon im zweiten Jahre sehen, wie weit weniger von der Unkrautart da ist, die wir so behandelt haben. Es wächst nicht mehr so stark, und da ein Zyklus von vier Jahren in der Natur für sehr viele Dinge vorhanden ist, so werden wir sehen, dass nach dem vierten Jahre das betreffende Unkraut, das wir jährlich so behandeln, indem wir diesen Pfeffer ausstreuen, auf diesem Acker aufhört zu sein.
[ 14 ] Sehen Sie, da hat man dann tatsächlich die Wirkung kleinster Entitäten, die ja nun durch das Biologische Institut wissenschaftlich nachgewiesen ist, fruchtbar gemacht. Man könnte auf diese Weise tatsächlich außerordentlich viel erreichen, und Sie können jetzt überhaupt, wenn Sie mit diesen Dingen rechnen bei Ihrem Vorgehen, wenn Sie also tatsächlich die Wirkungen, die heute ganz unberücksichtigt bleiben, in Rechnung ziehen, außerordentlich viel in der Hand haben. Sie können jetzt wirklich dasjenige, was Sie an Löwenzahn brauchen in der Richtung, wie ich das gestern auseinandergesetzt habe, irgendwo anpflanzen, können aber auch noch diesen Löwenzahn so verwenden in Bezug auf seinen Samen, dass Sie dieses Brennexperiment mit ihm machen, sich den kleinen Pfeffer bereiten und ihn über ihren Acker ausstreuen. Dann werden Sie das erreichen, dass Sie den Löwenzahn hinsetzen können, wohin Sie wollen, aber dass derjenige Acker, den Sie mit dem so verbrannten Löwenzahn behandeln Ihnen ungeschoren bleibt von diesem Löwenzahn.
[ 15 ] Das sind eben Dinge — man glaubt es heute nicht —, die früher einmal aus einer instinktiven Agrikulturweisheit beherrscht worden sind. Da hat man können in begrenzten Gebieten zusammenpflanzen dasjenige, was man gewollt hat, weil man solche Dinge instinkthaft ehemals gemacht hat. Ich kann in all diesen Dingen Angaben geben, aus denen Sie sehen können, sie können der Ausgangspunkt sein, diese Dinge in wirklicher Praxis anzuwenden, richtig in Praxis anzuwenden. Und da heute schon einmal das Urteil — ich will es nicht Vorurteil nennen — besteht, alles muss nachträglich verifiziert werden, nun gut, dann versuche man es, diese Dinge zu verifizieren. Man wird schon sehen, wenn man die Experimente richtig macht, sie werden sich schon bewahrheiten. Nur, würde ich selber eine Wirtschaft haben, so würde ich nicht warten auf das Bewahrheiten, sondern ich würde die Sache gleich anfangen. Denn ich bin ganz sicher, dass die Sache geht. Denn für mich liegt die Sache so: Geisteswissenschaftliche Wahrheiten sind durch sich selbst wahr. Man braucht nicht ihre Bewahrheitung durch andere Umstände, durch äußerliche Methoden. Diese Fehler haben alle unsere Wissenschafter gemacht, dass sie hinschauten auf äußere Methoden, durch äußere Methoden diese Wahrheiten verifizieren wollten. Sie haben das auch gemacht innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft. Da hätten die Leute aber wissen sollen, dass die Dinge durch sich wahr sein können. Aber um heute etwas zu erreichen, muss man nach außen schon dieses verifizieren, einen Kompromiss vornehmen, da ist der Kompromiss notwendig. Im Prinzip ist es nicht notwendig. Denn wie weiß man denn die Dinge innerlich? Man weiß sie so, dass sie eben innerlich durch ihre Qualität feststehen, so feststehen, wie ungefähr feststeht, wenn ich irgendetwas durch fünfzig Leute fabrizieren lasse, und ich sage mir, ich will jetzt dreimal so viel produzieren, ich nehme hundertfünfzig Leute. Da kann nun ein Vorwitziger kommen und sagen: Das glaube ich nicht, dass hundertfünfzig dreimal so viel machen, das muss man erst ausprobieren. Es kann nun unter Umständen geschehen, dass man durch die Erfahrung desavouiert wird, wenn man jetzt wirklich experimentiert. Sagen wir, man würde irgendetwas, was da in Betracht komm, erst durch einen, dann durch zwei, dann durch drei arbeiten lassen. Jetzt stellt man fest, statistisch, was die drei gearbeiter haben. Nun, wenn die drei immer für sich gerade schwätzen, so arbeiten sie weniger als einer. Die Voraussetzung, die man gemacht hat, ist falsch. Das Experiment kann das Gegenteil erweisen. Aber es ist noch nichts ausgemacht, wenn ein Experiment das Gegenteil erweist. Man muss dann schon, wenn man ganz exakt vorgeht, auch die Gegeninstanz ganz genau ins Auge fassen. Dann wird sich das, was innerlich wahr ist, auch äußerlich bestätigen.
[ 16 ] Man könnte also mehr im Allgemeinen sprechen bei den Pflanzenschädlingen unserer Felder. Man wird nicht so stark im Allgemeinen sprechen können, wenn man zu den tierischen Schädlingen kommt. Da möchte ich zunächst einmal ein Beispiel auswählen, das besonders charakteristisch sein kann, um Versuche zu machen, zu sehen, wie sich solche Dinge auch bewähren.
[ 17 ] Nehmen wir da einmal einen besonders guten Freund des Landmannes, die Feldmaus. Diese Feldmaus, was will man nicht alles machen, was macht man nicht alles, um die Feldmaus zu bekämpfen! Man kann es in landwirtschaftlichen Werken lesen, dass man ja zunächst einmal allerlei Phosphorpräparate gut anwendet, dass man andere Dinge, das Strychnin-Sacharin-Präparat anwendet. Es ist sogar aufgetaucht die etwas radikale Bekämpfung, der Feldmaus den Typhus anzuzüchten, was man kann, wenn man gewisse Bazillen, die nur für Nagetiere schädlich sind, hineingibt in Kartoffelbrei, den man in entsprechender Weise verteilt. Auch diese Dinge sind gemacht worden, oder wenigstens werden sie empfohlen. Also auf allen möglichen Gebieten sucht man diesen doch eigentlich sehr treuherzig ausschauenden Tierchen durch eigentlich sehr wenig menschlich ausschauende Maßnahmen beizukommen, wenn sie einmal da sind. Nun ja, ich glaube, sogar der Staat wird in Bewegung gesetzt, weil nämlich es, wenn man so die Mäuse bekämpft, nichts hilft, wenn nicht der Nachbarbauer das auch tut. Da kommen sie dann von dem anderen Acker herüber, und so muss der Staat dann zu Hilfe gerufen werden, damit alle gezwungen werden, in einer bestimmten Weise die Mäuse zu vertreiben. Der Staat lässt sich ja nicht auf Modifikationen ein; der macht seinerseits seine Vorschriften, wenn er irgendeine Methode richtig findet, ganz gleichgültig, ob es richtig ist oder nicht, sodass sie jeder machen muss. Er muss es auf bekannte Weise tun: Es muss alles uniformiert werden — die Uniform ist ja das Ideal des Staates.
[ 18 ] Nun ja, also, das alles, sehen Sie, ist ja ein Von-außen-Herumprobieren und -Herumregieren. Und man hat immer so das Gefühl, recht wohl wird es den Probierern doch nicht bei der Sache, weil die Mäuse immer wieder kommen. Es wird ihnen nicht ganz wohl, die Mäuse kommen immer wieder zurück. Nun handelt es sich allerdings da um etwas, was man schon auch nicht gerade einzig und allein auf einem Gute anwenden kann, was aber sogar schon in einer gewissen Weise auf einem Gute helfen kann. Es wird nicht ganz durchführbar sein, man wird auch da durch Einsicht so wirken müssen, dass es die Nachbarn machen, aber ich behaupte, in der Zukunft wird man überhaupt viel mehr auf Einsichten sehen müssen als auf Polizeimaßnahmen. Das wird ein wirklicher Fortschritt in unserem sozialen Leben schon sein.
[ 19 ] Denken Sie sich einmal, wenn man eine ziemlich junge Maus abfängt, da kann man sie häuten und kann die Haut von der ziemlich jungen Maus nehmen. Nun handelt es sich darum, dass man diese Haut — so viel Mäuse sind immer da, es müssen allerdings Feldmäuse sein, wenn man das Experiment machen will —, dass man diesen Balg der Feldmaus sich verschafft in der Zeit, wo die Venus im Zeichen des Skorpions steht. Sehen Sie, diese alten Kerle mit der instinktiven Wissenschaft waren gar nicht so dumm. Da, wo wir übergehen von der Pflanze zu den Tieren, kommen wir gerade auch auf den Tierkreis. Denn dieser Tierkreis ist nicht in unsinniger Weise der Tierkreis genannt. Will man in der Pflanzenwelt irgendetwas erreichen, so kann man stehen bleiben beim Planetensystem. Beim Tier geht das nicht mehr. Da braucht man schon Vorstellungen, die Rücksicht nehmen auf die umliegenden Fixsterne, namentlich diejenigen Fixsterne, die im Tierkreis vorhanden sind.
[ 20 ] Nun, beim Pflanzenwachstum reicht die Mondenwirkung fast ganz aus, um die Reproduktion hervorzubringen. Beim Tierreich muss die Mondenwirkung unterstützt werden von der Venuswirkung. Die Mondenwirkung braucht nicht einmal gar so stark beim Tierreich ins Auge gefasst zu werden, weil das Tierreich die Mondenkräfte konserviert, in sich behält und sich emanzipiert vom Mond. In diesem Tierreich ist also auch die Mondeskraft dann entwickelt, wenn nicht gerade Vollmond ist. Das Tier trägt die Vollmondkraft in sich, emanzipiert sich der Zeitbestimmung nach. Das ist aber nicht der Fall mit Bezug auf dasjenige, was wir hier ausführen müssen, nicht der Fall mit Bezug auf die übrigen planetarischen Kräfte.
[ 21 ] Denn es handelt sich darum, dass wir mit dem Balg der Maus etwas ganz Bestimmtes ausführen, Wir verschaffen uns zur Zeit des Stehens der Venus im Zeichen des Skorpions diesen Mäusebalg und verbrennen da diesen Mäusebalg, nehmen sorgfältig dasjenige, was sich da jetzt entwickelt durch das Verbrennen [an] Asche, überhaupt an Bestandteilen, die herausfallen — es wird nicht viel sein, aber wenn man eben eine Anzahl von Mäusen hat, so ist es genügend, so ist es genug, was man da bekommt; und man bekommt jetzt den verbrannten Mäusebalg zur Zeit, als die Venus im Skorpion steht. Und in dem, was da durch das Feuer vernichtet wird, bleibt jetzt übrig die negative Kraft gegenüber der Reproduktionskraft der Feldmaus. Wenn Sie nun den auf diese Weise gewonnenen Pfeffer — die Dinge werden ja auf gewissen Gebieten schwierig, da können Sie sich die Sache noch mehr homöopathisch machen, wir brauchen nicht einen ganzen Suppenteller voll Pfeffer — ausstreuen auf Ihre Felder, wenn er richtig bei der Hochkonjunktion von Venus und Skorpion durch das Feuer hindurchgeleitet worden ist, so werden Sie darin ein Mittel haben, dass die Mäuse dieses Feld meiden. Nun sind sie freche Tiere, sie kommen wieder hervor, wenn der Pfeffer so ausgestreut ist, dass in der Nähe etwas pfefferlos geblieben ist. Da nisten sie sich wieder ein. Das heißt, die Wirkung strahlt weit aus, aber es könnte ja doch geschehen, dass die Dinge nicht ganz durchgeführt werden. Aber es ist ganz gewiss eine radikale Wirkung, wenn in der ganzen Nachbarschaft dasselbe gemacht wird. Ich glaube, an solchen Dingen könnte man sogar viel Freude haben. Es würde einem können durch solche Dinge die Landwirtschaft so schmecken, wie eine gewisse Speise schmeckt, wenn man sie ein wenig gepfeffert hat.
[ 22 ] Und sehen Sie, es handelt sich darum, dass man ja auf diese Weise wirklich dahin kommt, ohne irgendwie im Geringsten abergläubisch zu sein, mit den Sternenwirkungen zu rechnen. Es ist nur eben so, dass vieles sich später in bloßen Aberglauben verwandelt, was ursprünglich ein Wissen war. Natürlich kann man nicht den Aberglauben aufwärmen. Man muss wiederum von einem Wissen ausgehen; aber dieses Wissen, das muss nun durchaus erworben werden auf eine geistige Art, und nicht bloß auf eine physisch-sinnliche Art. Nun, so behandelt wird die Erde, wenn man den Kampf aufnehmen will gegen alles dasjenige Ungeziefer des Feldes, was in irgendeinem Sinne zu den höheren Tieren gerechnet werden kann. Mäuse sind Nagetiere, die zu den höheren Tieren gerechnet werden. Dagegen wird man auf diesem Wege nicht gut den Insekten beikommen können; denn die Insekten stehen unter ganz anderen kosmischen Einflüssen, und alles das, was niederes Getier ist, steht unter anderen kosmischen Einflüssen als die höheren Tiere.
[ 23 ] Nun möchte ich einmal auf dünnes Eis treten und möchte im Zusammenhang mit der Sache, die wir auseinandergesetzt haben, als Beispiel anführen die Rübennematode, damit man etwas Naheliegendes auch haben kann. [Ich will nicht sagen der Nematode, aber der Rübe.] Da entdeckt man den sogenannten Ursprung in den bekannten Anschwellungen der Faserwurzel, und auch, dass die Blätter schlaff bleiben am Morgen. Das ist das äußere Zeichen. Nun muss man sich klar darüber sein, dass dieses Mittlere — die Blätter, die also hier eine Veränderung erfahren — aus der Luft die kosmischen Wirkungen aufnimmt, dass aber die Wurzeln die Kräfte aufnehmen, die durch die Erde aus dem Kosmos in die Pflanze zurückkommen.
[ 24 ] Was geschieht nun, wenn die Nematode auftritt? Wenn sie auftritt, dann geschieht das, dass der Aufnahmeprozess von den kosmischen Kräften, der eigentlich sonst in der Region der Blätter sein sollte, heruntergedrückt wird in die Region, wo er dann an die Wurzeln herankommt.
[ 25 ] Schematisch gezeichnet: Wenn wir hier das Erdniveau haben, und wir hier haben die Pflanze, so wirken diejenigen kosmischen Kräfte, die oben wirken sollen, bei der nematodenbesetzten Pflanze hier unten. Das ist die eigentliche Erscheinung, um die es sich hier handelt. Es rutschen gewisse kosmische Kräfte zu tief herunter. Dadurch wird auch die ganze äußere Erscheinung der Pflanze hervorgerufen. Dadurch wird aber dem Tier die Möglichkeit gegeben, innerhalb der Erde, wo es leben muss, die kosmischen Kräfte zu haben, von denen es leben muss. Sonst müsste es oben leben in den Blättern — die Nematode ist ein drahtartiger Wurm —, da kann sie aber nicht leben, weil wieder die Erde ihr Milieu ist.
[ 26 ] Gewisse Lebewesen, ja alle Lebewesen, haben schon einmal die Eigentümlichkeit, dass sie nur innerhalb gewisser Grenzen des Seins leben können. Versuchen Sie es einmal, zu leben in einer Luft, die siebzig Grad Celsius warm ist, in einer Luft, die siebzig Grad Celsius kalt ist. Sie sind ganz darauf angewiesen, in einer bestimmten "Temperatur zu leben. Über diesem und unter diesem Niveau können Sie nicht mehr leben. Das kann die Nematode auch nicht. Sie kann nicht leben, wenn nicht die Erde da ist, zu gleicher Zeit [nicht auch] kosmische Kräfte da sind. Denn sonst müsste sie aussterben. Es sind immer ganz bestimmte Bedingungen für ein Lebewesen da. Auch das ganze Menschengeschlecht müsste aussterben, wenn nicht gewisse Bedingungen da sind. Nun, gerade bei denjenigen Wesen, die sich auf diese Art entwickeln, ist es wichtig, dass Kosmisches hineinkommt in die Erde, dasjenige Kosmische, das sich sonst bloß im Umkreis der Erde geltend machen sollte. Diese Wirkungen sind eigentlich vierjährig. Nun haben wir bei der Nematode etwas stark Abnormes, was man, wenn es einem auf die Erkenntnis ankommt, auch untersuchen kann — es sind ganz dieselben Kräfte —, wenn man die Engerlingslarven ins Auge fasst, die alle vier Jahre kommen. Es sind ganz dieselben Kräfte, die der Erde die Fähigkeit geben wollen, die Keime der Kartoffel zur Entwicklung zu bringen. Ganz dieselben Kräfte erlangt die Erde zur Bildung der Engerlinge, die alle vier Jahre zusammen mit den Kartoffeln auftreten. Das gibt einen vierjährigen Zyklus, wenn das gerade auftritt, nicht bei der Nematode, aber in dem, was wir machen müssen, um der Nematode entgegenzuarbeiten.
[ 27 ] Da müssen Sie nun nicht nehmen irgendeinen Teil des Insekts wie bei der Maus, sondern Sie müssen das ganze Insekt nehmen. Denn eigentlich ist solch ein Insekt, das in der Wurzel sich schädlich ansetzt, als Ganzes ein Ergebnis kosmischer Einwirkungen. Es braucht nur zu seiner Unterlage die Erde. Da müssen Sie das ganze Insekt verbrennen, Es ist das beste, es zu verbrennen. Man kommt am schnellsten zu Rande. Man könnte es auch verwesen lassen, aber es ist schwer, die Verwesungsprodukte zu sammeln — man würde vielleicht Gründlicheres erreichen; aber man erreicht ganz sicher auch dasjenige, was man will, durch das Verbrennen des ganzen Insektes. Es handelt sich darum, diese Verbrennung herbeizuführen. Man kann ja, wo es möglich ist, das Insekt aufbewahren, das Aufbewahrte als Getrocknetes dann verbrennen. Diese Verbrennung muss herbeigeführt werden, wenn die Sonne im Zeichen des Stieres steht, gerade entgegengesetzt den Konstellationen, wo die Venus stehen muss [im Skorpion], wenn man den Mäusebalgpfeffer herstellt. Denn die Insektenwelt hängt ganz zusammen mit den Kräften, die sich entwickeln, wenn die Sonne durchgeht durch Wassermann, Fische, Widder, [Stier], Zwillinge bis zum Krebs hin; da erscheint es ganz schwach, wiederum schwach wird es beim Wassermann. Indem die Sonne durch diese Region durchgeht, strahlt sie diejenigen Kräfte, die mit der Insektenwelt zusammenhängen.
[ 28 ] Man weiß ja gar nicht, was die Sonne für ein spezialisiertes Geschöpf ist. Die Sonne ist eigentlich nicht dasselbe, ob sie vom Stier her auf die Erde scheint im Jahres- oder Tageslaufe, oder ob sie scheint vom Krebs aus und so weiter. Sie ist immer etwas anderes. Und es ist sogar ein ziemlicher Unsinn, den man aber verzeihen kann, von der Sonne im Allgemeinen zu sprechen. Man sollte eigentlich sagen: Widdersonne, Stiersonne, Krebssonne, Löwensonne und so weiter. Das ist immer ein ganz anderes Wesen, und das richtet sich sowohl nach — es kommt eine kombinierte Wirkung heraus — dem täglichen Lauf, wie nach dem Jahreslaufe, [der] bestimmt [wird] durch das Stehen der Sonne im Frühlingspunkte. Sehen Sie, wenn Sie das machen und sich auf diese Weise wieder den Insektenpfeffer verschaffen, dann können Sie den über ein Rübenfeld ausbreiten, und die Nematoden wird nach und nach eine Ohnmacht überkommen. Nach dem vierten Jahre wird man ganz sicher diese Ohnmacht sehr wirksam finden. Sie können nicht mehr leben, sie scheuen das Leben, wenn sie leben sollen in einer Erde, die in dieser Weise durchpfeffert ist.
[ 29 ] Sehen Sie: Da taucht ja auf vor uns in einer ganz merkwürdigen Weise dasjenige, was man früher als Sternkunde bezeichnete. Die Sternkunde, die man heute hat, dient ja nur noch als mathematische Orientierung. Zu sonst anderem kann sie ja eigentlich nicht mehr gebraucht werden. Aber das war nicht die Sternkunde zu allen Zeiten, sondern man hat schon gesehen in den Sternen etwas, wonach man sich für das irdische Leben und Treiben und Arbeiten richten konnte. Diese Wissenschaft ist nun ganz und gar verloren gegangen.
[ 30 ] Nun sehen Sie, auf diese Weise haben wir also auch nun eine Möglichkeit, Tierisches an Schädlichkeiten fernzuhalten, und es kommt schon darauf an, dass man mit der Erde in ein solches Verhältnis kommt, dass man weiß, dass es auf der einen Seite richtig ist, dass die Erde die Fähigkeit bekommt, namentlich durch die Mond- und Wasserwirkungen Pflanzliches aus sich heraus hervorzubringen. Aber dasjenige, was in der Pflanze ist, was in jedem Wesen ist, trägt auch den Keim zu seiner eigenen Vernichtung in sich. So, wie das Wasser auf der einen Seite ist ganz und gar ein Erfordernis des Fruchtbaren, so ist das Feuer ein Zerstörer der Fruchtbarkeit. Es zehrt die Fruchtbarkeit auf. Wenn Sie daher dasjenige vom Feuer in entsprechender Weise behandeln lassen, was sonst durch das Wasser behandelt wurde zur Fruchtbarkeit — das Pflanzliche —, so schaffen Sie innerhalb des Haushalts der Natur eben Vernichtung. Das ist das, was man da berücksichtigen muss. Ein Same entwickelt Fruchtbarkeit weithin durch das monddurchtränkte Wasser. Ein Same entwickelt weithin Zerstörungskraft durch das sonnendurchtränkte Feuer und überhaupt kosmisch durchtränktes Feuer, wie wir das nach dem letzten Beispiel gesehen haben.
[ 31 ] Sehen Sie, so furchtbar absonderlich erscheint die Sache nicht, dass man da rechnet mit großen Ausbreitungskräften, wobei man in ganz exakter Weise darauf aufmerksam macht, dass da noch die Zeit wirkt. Denn die [Samenausbreitung] wirkt ja nach der [Zeit] hin. Sie wirkt daher auch in der Vernichtungskraft weithin.
[ 32 ] [Es gibt ja schon eine solche Erzählung, dass einer, der ein besonderer Eier-Gourmand war, dass der ein Ei isst und sich vorstellt, er isst die Henne mit. Die hätte aus diesem Ei kommen können. Nun ja, eine Henne. Aber jetzt stellt er sich weiter vor, wie dieses Huhn, diese Henne hätte wieder Eier legen können. All diese Eier hat er mitgegessen. Aber auch all die Hühner, die aus diesem Ei kommen, hat er mitgegessen. Das würde schon eine ganz (unleserlich)]
[ 33 ] Sie sehen also, dasjenige, was im Samen liegt, hat ausbreitende Kraft. Es ist ihm eigen, ist ihr eigen, ausbreitende Fähigkeit zu haben. So hat dasjenige, was wir auf diese Weise als Pfeffer machen, durchaus ausbreitende Kraft. Ich nenne es Pfeffer nur wegen des Aussehens. Die Dinge sehen meist so wie Pfeffer aus.
[ 34 ] Es bleibt nun noch übrig, die sogenannten Pflanzenkrankheiten zu betrachten. Sehen Sie, da kommt man in ein Kapitel, das ja so ist, dass man sagen muss, so im rechten Sinne kann man eigentlich nicht von Pflanzenkrankheiten sprechen. Die Vorgänge mehr abnormer Natur, die als Pflanzenkrankheiten vorkommen, sind nicht in demselben Sinne Krankheiten wie die bei den Tieren. Wenn wir das Tierreich besprechen werden, werden wir den Unterschied noch genauer begreifen. Es sind vor allen Dingen nicht solche Vorgänge wie die im kranken Menschen. Denn eine eigentliche Krankheit ist ohne das Vorhandensein eines astralischen Leibes nicht möglich. Der astralische Leib hängt im tierischen oder menschlichen Wesen durch den Ätherleib mit dem physischen Leib zusammen. Und da gibt es eine gewisse Normalität. Es ist eine ganz bestimmte Art Zusammenhang, eben die normale. Wenn nun der astralische Leib intensiver mit dem physischen Leib oder mit irgendeinem Organ des physischen Leibes zusammenhängt, als er normalerweise zusammenhängen sollte, wenn also der Ätherleib nicht eine genügende Auspolsterung ist, sondern der astralische Leib sich stärker in den physischen Leib hineindrängt, da entstehen die meisten Krankheiten. Nun, die Pflanze hat nicht einen eigentlichen Astralleib in sich. Daher tritt diese spezifische Weise des Kranken, das im Tierischen und im Menschen auftritt, bei der Pflanze nicht auf. Dessen muss man sich durchaus bewusst sein.
[ 35 ] Nun handelt es sich darum, Einsicht zu gewinnen, was eigentlich die Erkrankung der Pflanzen bewirken kann. Nun werden Sie aus meiner ganzen Darstellung gesehen haben: Die in der Umgebung des Pflanzlichen befindliche Erde hat ein bestimmtes Leben, und mit diesem Leben sind eigentlich auch in der Erde, wenn auch nicht bis zu der Intensität, dass die Pflanzenform zum Vorschein kommt, aber doch mit einer gewissen Intensität in der Pflanzenumgebung vorhanden alle möglichen Wachstumskräfte, leise angedeutete Fortpflanzungskräfte, und auch alles das, was auf diese Weise gerade in der Erde wirkt unter dem Einfluss der Vollmondkräfte, die durch das Wasser vermittelt werden.
[ 36 ] Sehen Sie, da haben Sie eine ganze Menge bedeutsamer Zusammenhänge: Sie haben die Erde, Sie haben ausgefüllt die Erde vom Wasser. Sie haben den Mond. Der Mond macht die Erde dadurch, dass er seine Strahlungen in sie hineinströmen lässt, bis zu einem gewissen Grade in sich lebendig, erweckt Wellen und Weben in ihr im Ätherischen. Er kann das leichter machen, wenn die Erde vom Wasser durchsetzt ist. Er kann es schwerer machen, wenn sie trocken ist. Daher ist das Wasser auch eigentlich nur der Vermittler. Dasjenige, was lebendig gemacht werden muss, ist schon die Erde selber, das Feste, Mineralische. Das Wasser ist ja auch etwas Mineralisches. Eine scharfe Grenze ist natürlich nicht da. So müssen wir also in dem Boden drinnen auch die Mondenwirkungen haben.
[ 37 ] Nun können in dem Erdboden drinnen die Mondenwirkungen zu stark werden. Das kann sogar auf eine schr einfache Weise geschehen. Denken Sie einmal an einen recht nassen Winter, dem auch ein recht nasser Frühling folgt. Da wird zu stark die Mondenkraft in das Erdige hineingehen; die Erde wird zu stark belebt. Da haben wir also eine zu starke Belebung der Erde. Ich will das andeuten dadurch, dass ich rote Pünktchen mache, wenn eine zu stark vom Monde belebte Erde da ist. Alsdann sehen wir, wenn die roten Pünktchen nicht da wären, wenn also diese Erde nicht zu stark vom Mond belebt wäre, so würde darauf wachsen Pflanzliches, das sich normal entwickelt bis zum Samen hin, also, sagen wir, Korn bis zum Samen hin, wenn gerade die richtige Lebendigkeit der Erde durch den Mond erteilt wird. Dann wirkt hinauf diese Lebendigkeit, dass gerade dieser Same zustande kommt.
[ 38 ] Nehmen wir aber an, die Mondenwirkung sei zu stark, die Erde sei zu stark belebt, dann wirkt es von unten herauf zu stark, und dasjenige, was eintreten sollte erst in der Samenbildung, das tritt schon früher ein. Es reicht gerade, wenn es stark wird, nicht aus, um nach oben zu kommen, sondern es wirkt durch seine Intensität mehr unten. Die Mondenwirkung bewirkt dann, dass die Samenbildung nicht Kraft genug hat. Der Same wird etwas von absterbendem Leben in sich bekommen, und durch dieses absterbende Leben bildet sich gewissermaßen über dem ersten Erdboden, über dem ersten Niveau ein zweites Niveau. Da ist zwar nicht Erde, aber dieselben Wirkungen sind da, sind drüber. Die Folge davon ist, dass der Same der Pflanze, das Obere der Pflanze, wird eine Art Boden für andere Organismen. Parasiten, Pilzbildungen treten auf. Allerlei Pilzbildungen treten auf. Und wir sehen die Brandkrankheiten der Pflanzen und dergleichen auf diesem Wege sich bilden. Da wird durch eine zu starke Mondenwirkung von der nötigen Höhe abgehalten eben dasjenige, was von der Erde hinaufwirken soll. Es hängt durchaus die Fruchtbarkeitskraft davon ab, dass die Mondenwirkung normal, nicht zu stark ist. Es ist merkwürdig, aber es ist so, dass nicht durch eine Abschwächung der Mondenkräfte das bewirkt wird, sondern durch eine Verstärkung bewirkt wird. Beim Nachdenken, beim Ausspekulieren, nicht beim Anschauen, würde man vielleicht zu entgegengesetzten Resultaten kommen. Aber das ist eben falsch. Das Anschauen ergibt die Sache so, wie ich sie hier dargestellt habe.
[ 39 ] Um was handelt es sich jetzt? Es handelt sich darum, dass man die Erde entlastet von der überschüssigen Mondenkraft, die in ihr ist. Man kann die Erde entlasten. Nur muss man darauf kommen, was in der Erde so wirkt, dass es dem Wasser seine vermittelnde Kraft entzieht und der Erde mehr Erdenhaftigkeit gibt, damit sie die größere Mondenwirkung nicht aufnimmt durch das anwesende Wasser. Und man erreicht dieses — äußerlich bleibt alles so, wie es ist — dadurch, dass man Equisetum arvense zu einer Art von Tee macht, ziemlich konzentriertem Tee, den man dann verdünnt und dann als Jauche für diejenigen Felder benutzt, bei denen man ihn braucht, den Brand und ähnliche Pflanzenkrankheiten bekämpfen will. Da genügen wiederum ganz geringe Mengen, genügt wiederum eine Art Homöopathisierung.
[ 40 ] Aber sehen Sie, hier ist auch das Gebiet, wo man deutlich sieht, wie die einzelnen Lebensfelder ineinanderwirken sollen. Derjenige, der begreift, was das Equisetum arvense für einen merkwürdigen Einfluss auf den menschlichen Organismus hat auf dem Umwege durch die Nierenfunktion, der hat darin eine Richtschnur. Natürlich kann man nicht spekulieren und es ausdenken, aber eine Richtschnur hat man, um das prüfen zu können, wie nun Equisetum wirkt, wenn man es umwandelt in dasjenige, was ich jetzt eine Art Jauche genannt habe, die man dann ausspritzt — da braucht man keine Apparate —, die dann wirkt in die Weiten hin, wenn auch nur ganz wenig ausgespritzt wird. Da kommt man dahin, dass das ein sehr gutes Heilmittel ist. Es ist nicht ein wirkliches Heilmittel, weil die Pflanzen ja eigentlich nicht krank werden können. Es ist nicht ein wirklicher Heilprozess, es ist der entgegengesetzte Prozess von dem, den ich vorhin beschrieben habe. So kann man, wenn man hineinschaut in dasjenige, was auf den verschiedensten Gebieten Naturwirkungen sind, tatsächlich das Wachstum, und wir werden später sehen, auch das tierische Wachstum, die tierischen Normalitäten und Anormalitäten, in seine Hand bekommen. Und das ist eigentlich erst wirkliche Wissenschaft. Denn ausprobieren die Dinge, so wie man es heute macht, ist ja keine Wissenschaft, ist ja nur eine Notierung von einzelnen Dingen, von einzelnen Fakten, ist keine Wissenschaft. Wirkliche Wissenschaft entsteht erst dann, wenn man die Wirkungskräfte in die Hand bekommt.
[ 41 ] Nun sind aber tatsächlich die Pflanzen, die Tiere, die da leben, auch alle Parasiten in den Pflanzen, sie sind durch sich selber nicht zu begreifen. Und es war schon richtig, was ich in den ersten Stunden bereits zu Ihnen gesagt habe, als ich sagte, [derjenige redet natürlich einen Unsinn, der die Magnetnadel betrachten will — weil sie immer nach Norden sich stellen will —, der in der Magnetnadel einen Eigensinn sieht].
[ 42 ] Das tut man nicht, man nimmt die ganze Erde, gibt der Erde einen magnetischen Nordpol, einen magnetischen Südpol, und man muss zur Erklärung die ganze Erde zu Hilfe nehmen. [Wenn man von den ganz gewöhnlichen alltäglichen, nicht mal allen alltäglichen, allen gewöhnlichen Naturwirkungen absieht und zu den etwas höheren Naturwirkungen ausgeht, kommt man schon in größeres Gebiet hinaus.] Geradeso, wie man bei der Magnetnadel die ganze Erde, um die Eigenschaften der Magnetnadel zu erklären, heranziehen muss, so muss man eben, wenn man an die Pflanzen kommt, nicht bloß auf das Pflanzliche, Tierische, Menschliche sehen, sondern man muss das ganze Universum zurate ziehen. Denn aus dem ganzen Universum ist all das Leben heraus, nicht bloß aus demjenigen, was die Erde uns überlässt.
[ 43 ] Die Natur ist ein Ganzes, von überall her wirken die Kräfte. Wer einen offenen Sinn hat für das offensichtliche Kräftewirken, der begreift die Natur. Was tut aber die Wissenschaft heute? Sie macht ein kleines Tellerchen, legt darauf ein Präparat, sondert sorgfältig [in einer Röhre] alles ab und guckt da nun hinein. Man schließt von allen Seiten, was da hineinwirken könnte, ab. Man nennt es dann Mikroskop. Es ist ja das Gegenteil desjenigen, was man eigentlich tun soll, um solches Verständnis zu gewinnen für die Weiten. Man ist nicht mehr zufrieden, dass man sich im Zimmer abschließt; man schließt sich ab in dieser Röhre von der ganzen herrlichen Welt. Da darf nichts anderes bleiben, als dasjenige ist, was in das Objektiv hineinkommt. Dazu ist man nach und nach gekommen, mehr oder weniger überzugehen zum Mikroskop. Wenn wir aber den Weg finden werden zum Makrokosmos, dann wird man wieder von der Natur und mancherlei anderen Dingen etwas verstehen.
Dritte Fragenbeantwortung
Kann man die für die Nematode angeführte Methode auch anwenden für andere Insekten? Ich denke dabei an Ungeziefer jeder Art. Ist es erlaubt, durch diese Methoden über weite Flächen hin das tierische und pflanzliche Leben so ohne Weiteres zu vernichten? Es könnte ein großer Unfug herauskommen. Es müsste eine Grenze gesetzt werden, dass ein Mensch nicht Zerstörung über die ganze Welt verbreiten kann.
[ 44 ] Rudolf Steiner: Die Frage des Erlaubtseins, sehen Sie, liegt ja so: Nehmen wir einmal an, wir bleiben dabei stehen — ich will jetzt gar nicht von vornherein die ethische Frage, die okkult-ethische Frage ins Auge fassen —, dass solche Dinge nicht erlaubt sein würden. Dann würde das eintreten müssen, was ich schon wiederholt angedeutet habe: Unsere Landwirtschaft innerhalb der zivilisierten Gegenden müsste immer schlechter und schlechter werden, und es würde nicht nur bloß eine partielle Hungersnot und Teuerung da oder dort eintreten, sondern diese würden dann ganz allgemein werden. Das ist eine Sache, die in gar nicht so ferner Zukunft da sein wird, sodass man eigentlich keine andere Wahl hat, als dass man die Zivilisation zugrunde gehen lässt auf der Erde, oder aber, dass man sich darum bemüht, die Dinge so zu gestalten, wie sie eben eine neue Fruchtbarkeit hervorbringen können. In Bezug auf die Notwendigkeit hat man eigentlich heute keine Wahl, zu diskutieren darüber, ob die Dinge erlaubt sind oder nicht.
[ 45 ] Aber von einem anderen Gesichtspunkte aus kann diese Frage dennoch gestellt werden. Da handelt es sich darum, dass ja tatsächlich daran gedacht werden müsste, in diesen Dingen wiederum etwas zu schaffen, was eine Art Ventil ist gegen den Missbrauch. Nicht wahr, wenn die Dinge allgemein werden, so kann selbstverständlich Missbrauch damit getrieben werden. Das ist ja ganz klar. Und man darf nur hinweisen darauf, dass es immerhin Zivilisationsepochen auf der Erde gegeben hat, in denen solche Dinge gewusst worden sind, angewendet worden sind im allerweitesten Umfange und dass es möglich war, die Dinge so weit innerhalb der ernsten Menschheit zu halten, dass Missbrauch nicht getrieben worden ist. Es ist ja größerer Missbrauch getrieben worden mit solchen Dingen in der Zeit, in der die Dinge so lagen, dass man noch viel stärker Missbrauch treiben konnte, weil diese Kräfte allgemein wirksam waren. Das war in gewissen Spätperioden der atlantischen Entwicklung der Fall, wo größerer Missbrauch getrieben worden ist, was zu großen Katastrophen geführt hat. Im Allgemeinen kann man nur dieses sagen: Es ist gewiss ein berechtigter Usus, das Wissen von diesen Dingen im engeren Kreise zu halten, es nicht allgemein sein zu lassen. Aber in unserer Zeit geht das fast schon gar nicht mehr. In unserer Zeit lässt sich das Wissen nicht in kleinem Kreise halten. Die kleinen Kreise streben sogleich danach, dass auf irgendeine Weise das Wissen doch hinauskommt aus den kleinen Kreisen. Solange keine Buchdruckerkunst war, war das leichter. Als die meisten Menschen nicht schreiben konnten, war es noch leichter. Heute wird fast bei jedem Vortrag, den man in einem noch so kleinen Kreise hält, die Frage aufgeworfen, wo man einen Stenografen hernimmt. Ich sehe ja den Stenografen niemals gern. Man muss ihn sich gefallen lassen. Es wäre besser, er wäre nicht da. Ich meine wieder den Stenografen, nicht die Person.
[ 46 ] Aber sehen Sie, muss man dann nicht auch doch auf der anderen Seite rechnen mit einer anderen Notwendigkeit, mit der Notwendigkeit einer moralischen Aufbesserung des ganzen menschlichen Lebens? Das wird aber die Panazee sein gegen den Unfug, die moralische Aufbesserung des ganzen menschlichen Lebens. Allerdings, wenn man gewisse Erscheinungen in der Gegenwart betrachtet, dann möchte man etwas pessimistisch sein. Mit Bezug auf diese moralische Aufbesserung des Lebens aber sollte eigentlich alles niemals [...] zu einer bloßen Betrachtung führen, sondern immer zu Gedanken, die von Willensimpulsen durchzogen sind, und man sollte eigentlich doch auch darauf bedacht sein, irgendwas zu tun zur moralischen Aufbesserung des allgemeinen Menschenwesens. Auch das könnte ja von der Anthroposophie ausgehen, denn die wird nichts dawider haben, wenn auch ein solcher Ring sich bildete, der eine Art Heilmittel gegen den Unfug sein kann, der angerichtet werden könnte. Es ist ja auch in der Natur durchaus so, dass das Gute zum Schädlichen werden kann. Denn denken Sie nur einmal, wenn wir die Mondenkräfte nicht für da unten hätten, so könnten wir sie auch nicht für da oben haben, aber sie müssen eben doch da sein, sie müssen wirken, und irgendetwas, was auf einem Gebiete im höchsten Grade erforderlich und notwendig ist, das ist ein Schädling auf einem anderen Gebiete. Was auf einem Niveau ein Sittliches ist, ist auf einem anderen Niveau ein durchaus Unsittliches. Das, was ahrimanisch in der Erdensphäre ist, ist nur deshalb schädlich, weil es in der Erdensphäre ist. Geschieht es in der Sphäre, die nur um ein Stückchen höher ist, so hat es eine durchaus gute Wirkung.
[ 47 ] Was die andere Frage betrifft, so ist es richtig, dass das, was für die Nematode angeführt wurde, durchaus für die Insektenwelt im Allgemeinen gilt. Für alle niedere Tierwelt gilt es, die im Wesentlichen dadurch charakteristisch ist, dass sie ein Bauchmark hat und nicht ein Rückenmark. Wo man Rückenmark hat, muss man die Haut abziehen. Wo man Bauchmark hat, muss man das ganze Tier verbrennen. [...]
Handelt es sich um die wilde Kamille?
[ 48 ] Diese Kamille, die so die Blätter abwärtsstehen hat. [So sieht sie aus.] Die hat nicht die hinaufgehenden, sondern die nach unten gerichteten Blütenbläuer. Die an den Wegrändern wild wachsende Chamomilla offeinalis.
Nimmt man auch von der Brennnessel die Blüte?
[ 49 ] Bei der Brennnessel kann man auch die Blätter dazunehmen; das ganze Kraut, wenn sie blüht, aber ohne Wurzel.
Kann man die auf dem Felde vorkommende Hundskamille nehmen?
[ 50 ] [Diese Art ist der richtigen verwandter als diejenige, die hier herumgezeigt wird als die Gartenkamille. Die kann man nicht brauchen. Aber die, die man auch zu Kamillentee braucht, die ist viel verwandter, als die hier ist. Die kann man schon verwenden.]
Die Kamille, die man hier an den Bahngeleisen findet, wäre doch wohl die richtige?
[ 51 ] Das ist schon die richtige.
Gilt das in Bezug auf die Vernichtung des Unkrauts Gesagte auch für die Wasserunkräuter, zum Beispiel für die Wasserpest?
[ 52 ] Das gilt auch für diese Dinge, die aus dem Sumpfe her, und auch für diejenigen, die aus dem Wasser herkommen, auch für das Wasserunkraut. Man muss dann natürlich die Ufer mit dem Pfeffer besäen.
Können die unterirdischen Parasiten, zum Beispiel die Kohlhernie, mit den gleichen Mitteln bekämpft werden wie die oberirdischen?
[ 53 ] Ganz gewiss.
Kann man das Mittel gegen Pflanzenkrankheiten auch bei der Weinrebe verwenden?
[ 54 ] Ich muss allerdings, obwohl das gerade nicht ausgeprüft ist — auch nicht von mir —, auch okkult nicht sonderlich viel dafür getan worden ist, meine Überzeugung dahin aussprechen, dass die Weinrebe hätte geschützt werden können, wie ich schon angedeutet habe, wenn man in der angedeuteren Weise vorgegangen wäre.
Wie ist es bei der Blattfallkrankheit?
[ 55 ] Die ist in derselben Weise wie irgendein Brand zu bekämpfen.
Dürfen wir das als Anthroposophen — den Weinbau wieder heben?
[ 56 ] Sehen Sie, Anthroposophie kann in vielen Dingen heute nur dazu da sein, zu sagen, was ist. Die Frage, was sein soll, wird für die verschiedensten Gebiete heute noch recht schwierig. Ich habe einen guten anthroposophischen Freund gekannt, der hatte große Weinberge. Dann aber hat er einen nicht allzu großen Teil dessen, aber einen großen Teil, was er im Jahre profitiert hat durch seinen Weinberg, verwendet, um Postkarten in alle Welt hinauszuschicken und für die Abstinenz zu werben. Auf der anderen Seite hatte ich einen Freund, der ein strenger Abstinenzler war, der für die Anthroposophie, so lange er lebte, immer eine offene Hand sogar hatte. Aber er gehörte zu denjenigen Leuten, die überall angekündigt haben bei der Straßenbahn auf Plakaten, worauf stand: «[Steinberger] Kabinett»! Da beginnt die praktische Frage eigentümlich zu werden. Man kann nicht heute alles durchsetzen. Deshalb sagte ich: Die Kuhhörner sind ja gewiss die, die wir von den Kühen nehmen und unter die Erde versenken. Aber die Stierhörner, die wir uns aufsetzen würden, um stiermäßig gegen alles zu kämpfen, könnten uns unter Umständen großen Schaden bringen für die Anthroposophie.
Könnte man die Edelwildblase nicht durch etwas anderes ersetzen?
[ 57 ] Ja, es ist richtig, dass es vielleicht schwer ist, Edelwildblasen zu bekommen. Aber was wird nicht alles schwer in der Welt gemacht! Man könnte natürlich probieren, ob man durch etwas anderes die Edelwildblase ersetzen könnte. Ich kann es heute nicht sagen wäre ja durchaus möglich, dass es irgendwo eine Tiergattung gäbe, die vielleicht von eingeschränkten Territorien in Australien stammt. Das könnte ja sein. Aber unter den in Europa einheimischen Tieren könnte ich mir nichts anderes denken. An etwas anderes als an eine Tierblase könnte überhaupt nicht gedacht werden. Es wird sich nicht empfehlen, gleich zu Surrogaten zu greifen.
Ob bei der Bekämpfung der Insekten die Gestirnstellung die gleiche sein muss?
[ 58 ] Das ist etwas, was ausprobiert sein muss. Ich sagte, dass die ganze Reihe in Betracht kommt, vom Wassermann herauf bis zum Krebs hin. Und da ist allerdings eine Variierung innerhalb der Konstellation für die verschiedenen niederen Tiere von Bedeutung. Das muss man ausprobieren.
Handelt es sich bei der Feldmausbekämpfung um die astronomische Venus?
[ 59 ] Ja, das, was wir den Abendstern nennen.
Konstellation der Venus mit dem Skorpion?
[ 60 ] Die Konstellation der Venus mit dem Skorpion ist so zu verstehen, dass jede Konstellation mit der Venus in Betracht kommt, wo die Venus am Himmel zu sehen ist und hinter ihr das Sternbild des Skorpions. Die Venus muss hinter der Sonne stehen.
Hat das Verbrennen des Kartoffelkrautes einen Einfluss auf das Gedeihen der Kartoffeln?
[ 61 ] Der Einfluss ist ein so geringer, dass er eigentlich nicht in Betracht kommt. Es ist schon ein Einfluss da, es ist sogar immer ein gewisser Einfluss da, wenn man mit einem Rest von irgendetwas Organischem irgendetwas vornimmt, nicht bloß auf die einzelnen Pflanzen, sondern sogar auf den ganzen Acker; aber es ist ein so geringer, dass er praktisch nicht in Betracht kommt.
Was wird unter Rindergekröse verstanden?
[ 62 ] Es ist das Bauchfell gemeint. Unter Gekröse wird meines Wissens das Bauchfell verstanden.
Ist das dasselbe wie die «Kuttelflecke»?
[ 63 ] Das ist nicht dasselbe. Es ist das Bauchfell.
Wie ist die Asche auf dem Felde zu verteilen?
[ 64 ] Ich wollte andeuten, dass man das wirklich so machen kann, wie man Pfeffer in irgendetwas hineinstreut. Es hat einen so großen Wirkungsradius, dass es eigentlich wirklich genügt, wenn man so durch das Feld geht und streut.
Wirken die Präparate auch in derselben Weise auf die Obstbäume?
[ 65 ] Da gilt im Allgemeinen, dass alles das schon Gesagte auch für das Obst anwendbar ist. Einige Dinge, die noch zu berücksichtigen sind, sollen morgen mitgeteilt werden.
Es ist in der Landwirtschaft üblich, den Stallmist zu den Hackfrüchten zu geben. Ist es bei dem präparierten Dünger so, dass er auch für Getreide infrage kommt, oder muss dieses extra behandelt werden?
[ 66 ] Diese Usancen, die da sind, kann man ja zunächst beibehalten. Es handelt sich nur darum, dass man das dazufügt, was ich gesagt habe. Die sonstigen Usancen, die ich nicht berührt habe, von denen gilt eben: Man braucht nicht gleich alles als schlecht hinzustellen und alles zu reformieren. Ich glaube nun, dass man mit den Dingen, die sich bewähren, durchaus fortfahren kann und nur die Dinge dazuzufügen hat, die angeführt worden sind. Ich möchte nur bemerken, dass sich modifizieren wird ganz stark die Wirkungsweise dessen, was ich angeführt habe, wenn man schafsmist- und schweinemistreiche Dünger nimmt. Da würde die Wirkung nicht so eklatant hervortreten, als wenn man vermeiden würde, im Übermaß Schafsmist und Schweinemist zu verwenden.
[Immanuel Voegele:] Wenn man nun unorganischen Dünger verwendet, wie ist es da?
[ 67 ] Dann wird sich nur herausstellen: Der mineralische Dünger ist dasjenige, was mit der Zeit ganz aufhören muss. Denn jeder mineralische Dünger bewirkt, dass nach einiger Zeit dasjenige, was auf den Feldern erzeugt wird, die mit ihm gedüngt werden, an Nährwert verliert. Das ist ein ganz allgemeines Gesetz. Nun wird gerade das, was ich angegeben habe, wenn es dann befolgt wird, es nicht nötig machen, dass man öfter düngt als alle drei Jahre. Vielleicht wird man alle vier bis sechs Jahre nur zu düngen brauchen. Den Kunstdünger wird man ganz entbehren können. Den wird man vor allem weglassen, weil es schon eine Billigkeitsfrage sein wird, wenn die Sachen angewendet werden. Der Kunstdünger ist dasjenige, was man dann nicht mehr braucht, was wieder verschwinden wird. Man beurteilt heute alles nach allzu kurzen Zeiträumen. Gelegentlich einer Auseinandersetzung über die Bienenzucht legte sich ein heutiger Bienenvater besonders ins Zeug dafür, dass die industrielle Weiselzucht betrieben werde, wo die Weisel nach allen Seiten hin verkauft werden, nicht in der einzelnen Bienenzucht selbst fortgewirtschaftet wird. Ich musste sagen: Ja, gewiss, Ihr habt recht! Aber, vielleicht nicht nach dreißig bis vierzig, wohl aber nach vierzig bis fünfzig Jahren, wird man sehr genau sehen, dass die ganze Bienenzucht dadurch zugrunde gerichtet worden ist. Diese Dinge muss man daher berücksichtigen. Es wird heute alles mechanisiert und mineralisiert, aber es gilt durchaus das, dass wirken sollte das Mineralische nur auf diejenige Weise, wie es selber in der Natur wirken kann. Ohne dass man es in irgendetwas einbezieht, das Mineralische, soll man nicht eigentlich die lebendige Erde mit etwas ganz Leblosem, mit dem Mineralischen, durchsetzen. Morgen wird es noch nicht gehen, aber übermorgen wird es dann sicher von selbst gehen.
Wie soll man die Insekten einfangen? Könnte man sie im Larvenzustande verwenden?
[ 68 ] Man wird bei den Insekten sowohl die Larven wie das beflügelte Insekt verwenden können. Es kann sich ergeben, dass sich etwas die Konstellation ändert. Es wird sich in der Richtung vom Wassermann zum Krebs hin etwas verschieben, wenn man vom geflügelten Insekt zur Larve geht. Das Insekt wird etwas mehr gegen den Wassermann hin die Konstellation haben.
