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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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Editorische Nachworte zu
Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften
in der Weimarer Ausgabe
1891–1896
GA 1f

Dokumente

Für eine Diskussion und historische Einordnung dieser Dokumente siehe Renatus Ziegler, Geist und Buchstabe: Rudolf Steiner als Herausgeber von Goethes naturwissenschaftlichen Schriften, Basel: Rudolf Steiner Verlag 2017.

Abkürzungen:

GSA Goethe- und Schiller-Archiv, Weimar
GOEA Goetheanum Archiv, Dornach (Schweiz)
RSA Rudolf Steiner Archiv, Dornach (Schweiz)

1. Rudolf Steiner: Handschriftlicher Lebenslauf zuhanden des Goethe- und Schiller-Archivs

Original: GSA 150 / A95, 3; handschriftlich Steiner

Erstpublikation: GA 38, nach S. 204, Faksimile zwischen S. 204 und 205.

Rudolf Steiner

geboren zu Kraljevec in Ungarn am 27. Februar 1861, zuständig nach Geras in Niederösterreich, studierte an der Landes-Mittelschule zu W[iene]r Neustadt und besuchte dann in Wien die philosophischen Vorlesungen an der Universität, die naturwissenschaftlichen, mechanischen und maschinentechnischen Vorlesungen an der technischen Hochschule von 1879-1883, promovierte mit einer Abhandlung über «die Grundlinien der Erkenntnistheorie», war dann mit der Herausgabe von Goethes naturwissenschaftlichen Schriften, für «Kürschners deutsche National-Litteratur» beschäftigt, verfaßte: «Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung» (1886), «Goethe als Vater einer neuen Aesthetik» (1889), «Wahrheit und Wissenschaft» (1892). In der Zeit vom 24. Juli -.17. August 1889, ferner vom 30. Sept. 1890 bis zu dieser Zeit war er am Goethe-Archiv mit Herausgabe von Goethes morphologischen und geologischen, sowie allgemein-naturwissenschaftlichen Arbeiten beschäftigt.

Im Winter 1891-92 hielt Steiner im Wiener Goethe-Verein einen Vortrag: «Über das Geheimnis in Goethes Rätselmärchen (in den Auswanderern)» und in Weimar zwei Vorträge: 1. «Die Phantasie als Naturprodukt und Kulturschöpferin», 2. «Weimar im Mittelpunkt des deutschen Geisteslebens.»

präsentiert Nov. 1892

Kommentar: In diesem Dokument wird Steiners einziger Aufenthalt in Weimar vor seinem Arbeitsbeginn am 1. Oktober 1890 genau datiert. Steiners Anstellung dauerte bis zum März 1896. - Der erste Vortrag ist nicht weiter dokumentiert, über den 2. Vortrag erschien ein Referat in der Weimarischen Zeitung Nr. 48 vom 26. Februar 1892 (in GA 68c).

2. Rudolf Steiner: Aktennotiz zur Farbenlehre (undatiert und ungezeichnet)

Original: GSA 150 / A 543, 3; handschriftlich Steiner

Erstpublikation: Kurt Franz David: Biographischer Beitrag zur Goethearbeit Rudolf Steiners. Das Goetheanum 1971, Band 50, S. 282.

[Oben am Rande in Suphans Handschrift: Abth II, 3.4.5 (Paralipomena) Zur mündl. Besprechung mit Dr. Kalischer]

Die im Archiv vorhandenen Bemerkungen, Skizzen, Schemata etc. zum historischen Teil der Farbenlehre schließen sich, ihrem Inhalt nach, so eng an die einzelnen Capitel des 3. und 4. Bandes an, dass es zweckmäßig erscheint, sie im 4. Bande als «Paralipomena» zum historischen Teil der Farbenlehre zu drucken. Dasselbe gilt von dem schon gedruckten Aufsatz über Bernardinus Telesius (Hempel’sche Ausgabe ed. Kalischer Bd. 36, S. 546ff.). Weniger eng schließt sich alles zum didactischen Teile der Farbenlehre gehörige, in der Ausgabe noch nicht gedruckte Material an einzelne Capitel an, sodass dies sehr wol abgesondert im 5. Bande als «Paralipomena» zur ganzen Farbenlehre untergebracht werden kann. Vieles davon ist ja von Goethe selbst als Nachtrag zur Farbenlehre in den Heften «Zur Naturwissenschaft» veröffentlicht worden. Was aber die Paralipomena zum historischen Teil betrifft, so tragen sie einen solchen Charakter, dass sie dem Leser nur dann nützlich sein können, wenn er sie immer gleich im Anschlusse an das Capitel, zu denen sie gehören, lesen kann. Auch sind sie so beschaffen, dass sie der Anlage der Weimarischen Ausgabe nach in dem Bande stehen müssen, der den zugehörigen Text enthält.

Rudolf Steiner

Kommentar: Das undatierte Blatt stammt wahrscheinlich aus dem Jahre 1889. Bei seinem ersten Aufenthalt in Weimar vom 24. Juli - 17. August 1889 schaute Steiner offenbar auch die Manuskripte der Farbenlehre durch, deren Ergebnis er Suphan mitteilte zur weiteren Besprechung mit dem Physiker Salomon Kalischer (1844-1924), dem designierten Herausgeber der Farbenlehre im Rahmen der Weimarer Ausgabe (WA II 1 bis 5). Kalischer war auch der Herausgeber sämtlicher naturwissenschaftlicher Schriften in der von Hempel in Berlin verlegten Goethe-Ausgabe, die er noch vor Steiners Kürschner-Ausgabe fertigstellte (1877-1879). Sie enthielt ebenfalls Einleitungen und Stellenkommentare.

3. Rudolf Steiner: Gliederungsentwurf vom 2. August 1889

Original: GOEA E01.008; handschriftlich Steiner

Erstpublikation als Faksimile: Johannes Hemleben: Rudolf Steiner in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbek/Hamburg 1963, 5.43

Transskription: Kurt Franz David: Rudolf Steiners Berufung nach Weimar und seine Arbeit im Goethe- und Schiller-Archiv. Das Goetheanum 1971, Band 50, S. 136.

Naturwissenschaftliche Abtheilung

Der Stoff der naturwissenschaftlichen Abtheilung scheint mir, nachdem ich eine Prüfung des vorhandenen Handschriftenmaterials vorgenommen habe, - im Einklange mit Goethes letztwilligen Anordnungen - in folgender Weise anzuordnen:

I. Morphologisches.

1. Alles auf Botanik Bezügliche.

(Bildung und Umbildung org[anischer] Naturen, Metamorphose, Geschichte des botfanischen] Studiums, Berichte über Vorarbeiten und Nacharbeiten, Recensionen. Zur Pflanzenlehre, Paralipomena) 1 Band.

2. Alles auf Zoologie und Anatomie Bezügliche.

(Zwischenknochen, Typuslehre, Physiologisches, Paralipomena) 1 Band.

II. Mineralogie, Geologie, Meteorologie.

(Geologische Aufsätze] u. ... Geologische Schemata) I Band.

II. Zur Naturwissenschaft im Allgemeinen Naturwissenschaftliche Einzelheiten.

(Alles, was von Goethe über allgemeine Naturerscheinungen, Methode, Stellung der Wissenschaften usw. aus herrührt) 2 Bände.

Rudolf Steiner

[Handschriftlich Suphan:] Weimar, d. 2. August 1889 Suphan

Kommentar: Dieser Gliederungsentwurf umfasst nur 5 Bände, die sich schließlich auf 7 Bände auswuchsen. Wie im Dokument erwähnt, schließt sich die Gliederung eng an Goethes mit Eckermann erarbeitete Konzeption vom 10. Juni 1831 an (WA II 1, S. 379-380). - Bernhard Suphan (1845-1911) war seit 1887 Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs und damit direkter Vorgesetzter von Steiner während dessen Arbeit am Archiv.

4. Vereinbarung Rudolf Steiners mit dem Archivdirektor Bernhard Suphan vom 24. Januar 1891

4.1 Rudolf Steiner zuhanden Bernhard Suphan Original: GSA 150 / A 543, 4; handschriftlich Steiner.

Teilveröffentlichung: Wolfhard Raub: Rudolf Steiner und Goethe. Literatur und Wissenschaftstheorie im Werk Steiners. Dissertation, Philosophische Fakultät, Universität Kiel 1963, S. 87-89.

Erstdruck: Kurt Franz David: Rudolf Steiners Bearbeitung von Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften und die gegenwärtigen Editionen. Das Goetheanum, Band 61 (1982), S. 67.

[Handschriftlich Suphan: An Excellenz v. Loeper mit ergebenstem Ersuchen um Mittheilung
an die hg [hochgeehrten] Prof. Erich Schmidt
GehR [Geheimrat] Herman Grimm
Prof. Seuffert (Graz, Harrachgasse 1)]

Die Eigenartigkeit des Nachlasses Goethes in Bezug auf die Morphologie und damit verwandte Gebiete [Einfügung von Suphan: *) stellt an den Herausgeber besondere Anforderungen. Nähme man nämlich nur dasjenige in die Schriften auf, was in formeller Beziehung als abgeschlossenes Werk gelten kann, dann wäre ein vollständiges Bild der Ideen und Anschauungen Goethes zu geben unmöglich. Die wertvollsten und für die Erfassung der historischen Stellung des Dichters innerhalb der Wissenschaft wichtigsten Ausführungen finden sich in fragmentarischen Darstellungen. Im Wissenschaftlichen kann es sich aber unmöglich darum handeln, den künstlerischen Aufbau der Schriften vor die Augen zu führen, sondern wo möglich das Ganze der Auffassung zu übermitteln. Dieser Gesichtspunct leitete uns bei der Aufnahme der einzelnen Stücke aus dem handschriftlichen Nachlasse, wie er Goethe selbst geleitet hat bei der Auswahl der Aufsätze für seine morphologischen Hefte. Bei der Herausgabe mußte darauf gesehen werden, daß jedem fachmännischen Betrachter durch die Weimarer Ausgabe alles das an die Hand gegeben werde, was ihn in den Stand setzt, ein vollständiges Bild über das Verhältnis Goethes zur Wissenschaft zu gewinnen. Man mußte sich immer fragen: liefert ein aufzunehmendes Stück einen Beitrag dazu, wie sich Goethe zu einem wissenschaftlichen Problem verhalten hat? Wer nur die vollständigen Stücke bringen wollte, lieferte ein ganz unvollständiges Bild von Goethes naturwissenschaftlichen Anschauungen. Der wissenschaftlichen Thätigkeit eines Menschen gegenüber fordert es die historische Gerechtigkeit, den Gesammtinhalt dessen, was er gedacht hat, zu überliefern. Ein Kunstwerk ist unfertig, wenn ihm die letzte Vollendung fehlt; für eine wissenschaftliche Idee ist die Form, in der sie ausgesprochen wird, doch erst ein in zweiter Linie in betracht Kommendes. Wir dürfen daher in den in Aussicht stehenden fünf bis sechs Bänden morphologischen, geologischen, meteorologischen und allgemein-naturwissenschaftlichen Inhalts wohl alles bringen, was uns als Gesamt-Inhalt Goethe’scher Wissenschaft unzweifelhaft erscheint.

Weimar, 24. Jänner 1891. Rudolf Steiner.

[Handschriftlich Suphan: * Die große Bedeutung dieses ungedruckten Nachlasses hat Steiner in einer für das GJb. 1891 bestimmten Abhandlung und neuerdings in einem für die Chronik des Wiener Goethe-Vereins gelieferten Beitrage dargelegt.]

Kommentar: Gustav von Loeper (1822-1891), Erich Schmidt (1853-1913), Herman Grimm (1828-1901) und Bernhard Seuffert (1853-1938) waren zusammen mit Bernhard Suphan die hauptverantwortlichen Redaktoren der Weimarer Ausgabe zur Zeit Steiners und hatten die Oberaufsicht zu allen wesentlichen Entscheidungen. - Beide von Suphan erwähnte Aufsätze erschienen noch 1891: (1) Über den Gewinn unserer Anschauungen von Goethes Naturwissenschaftlichen Arbeiten durch die Publikationen des Goethe-Archivs. Goethe-Jahrbuch 1891, 12. Band, S. 190-210 (GA 30, S. 265-288). (2) Gedanken zu dem handschriftlichen Nachlasse Goethes I. [II. Teil nicht erschienen). Chronik des Wiener Goethe-Vereins 1891, 5. Band, 6. Jahrgang, Nr. 2, 13. Februar 1891, S. 10-12 (GA 30, 5. 302-307).

4.2 Bernhard Suphan zuhanden des Redaktionskollegiums Original: GSA 150 / A 543, 4-5; handschriftlich Suphan

Teilveröffentlichung: Wolfhard Raub: Rudolf Steiner und Goethe. Literatur und Wissenschaftstheorie im Werk Steiners. Dissertation, Philosophische Fakultät, Universität Kiel 1963, S. 87-89.

Vollständiger Erstdruck: Kurt Franz David: Rudolf Steiners Bearbeitung von Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften und die gegenwärtigen Editionen. Das Goetheanum, Band 61 (1982), S. 67.

Vorstehendes ist das Facit der Einzelbesprechungen, welche während der Zusammenstellung des Textes von Bd. | der Schriften «zur Morphologie» zwischen dem Herausgeber derselben, Dr Steiner, und mir als dem Redactor der betr. Bände, stattgefunden haben, und einer dem druckfertig vorliegenden Bande gegenüber gehaltenen Schlußberathung. Indem ich dies Ergebniß durchgehend bestätige, möchte ich mich zunächst mit meinem Conredactor an Abtheilung II in vollem Einverständniß wissen. Den «Grundsätzen», welche auf Abtheilung II und deren Sonderart überhaupt nicht eingehen, widersprechen diese Aufstellungen keineswegs, sie dienen vielmehr an einer besondern Stelle zu ihrer Ergänzung. Wenn aber der «Plan der Ausgabe» für die zweite Abtheilung den besondern Titel «Schriften» zur Naturwissenschaft festgestellt hat, so ist implicite damit die Unterscheidung bereits angezeigt, auf der Dr Steiners Verfahren basirt. Ohne Zweifel müssen diese Stoffe nach dem ihnen einwohnenden Gesetz behandelt werden. In der zweiten Abtheilung ist der Herausgeber der eigentliche Sachverständige, er darf sich in Auswahl und Aufbau nicht an einen äußerlichen Schematismus gebunden wissen. Er muß sein Verfahren im kritischen Anhang motivieren, theils in einer einleitenden Bemerkung, theils zu den einzelnen Stücken. Daß übrigens in diesem Anhang (die «Lesarten») nicht alles Vorhandene aufzunehmen ist, wird jeder zugeben, der die Masse der bloß präparatorischen Materialien kennt, mit deren Ausschüttung keinem Leser in der Welt gedient sein würde. Auch hier ist dem sachverständig haftenden Herausgeber freie Hand zu lassen; und so ist es bereits, im Einvernehmen mit dem Redactor, bei den Bänden zur Farbenlehre geschehen.

24 Januar 91. Suphan.

[Handschriftlich: Ganz einverstanden d. 25.1.91. v. Loeper.
27/1/91 Gelesen E Schmidt
29/1 91. Einverstanden. Grimm

Da es hier auf Kenntnis des hsl [handschriftlichen] Nachlasses ankommt, kann ich nicht urteilen, gebe aber in bester Überzeugung den Beteiligten das «Vertrauensvotum». Zu der Frage (S. 1): wie hat sich G[oethe] zu einem wissenschaftlichen Problem verhalten? geben allerdings vielleicht auch die «präparatorischen Materialien» (S. 3) die Antwort; aus ihnen wird man — wie aus dem Nachlass zu Bd. 6/7 der I. Abtlg. - u.a. sehen, woher und was Goethe gelernt hat; das ist für das Verständniss dessen was Goethe «gedacht hat» (S. 1) eine so wichtige Voraussetzung, dass ich dafür eintreten möchte, beim Ausscheiden recht engherzig zu verfahren --falls meine Vermutung zutrifft. Graz 31.1.91. B Seuffert]

5. Verträge mit dem Archiv

5.1 Bernhard Suphan am 30. Oktober 1890: Grundvertrag mit Goethe und Schiller-Archiv

Original: GSA 150 / A 95, 15-17; handschriftlich Suphan

Dr Steiner.

Ihre Königliche Hoheit die Frau Großherzogin Sophie von Sachsen hat den unterzeichneten Director Höchstihres Goethe- und Schiller-Archivs ermächtigt, Herrn Dr Rudolf Steiner diätarisch zum Zweck der Herstellung de Bücher 6-10 der «Naturwissenschaftlichen Schriften» Goethes (Goethes Werke, hgg. im Auftrage Ihrer Königl. Hoheit der Frau Großherzogin Sophie von Sachsen; Abtheilung IT) bis zum 31. März 1891 zu beschäftigen.

Auf Grund dieser Ermächtigung wird, vorbehaltlich höchster Genehmigung, mit Herrn Dr Steiner folgendes vereinbart.

§1. Herr Dr Steiner ist während seiner Zugehörigkeit zum Goethe- und Schiller-Archiv an die Arbeitszeiten des selben gebunden. Die Zahl der Dienststunden beträgt fünf, oder dafern es der Director für erforderlich erachtet, sechs.

§2. Herr Dr Steiner erhält monatlich 180 Mark (einhundertachzig Mark); auch werden ihm die Kosten der Reise «Wien - Weimar» und «Weimar — Wien», nach Maßgabe des den Mitarbeitern der Ausgabe Zustehenden, erstattet. Nach der Drucklegung jedes von ihm bearbeiteten Buches erhält Herr Dr Steiner ein Honorar, das nach dem Satze von 10 Mark für den Bogen (Text wie Lesarten) berechnet wird.

§3. Herr Dr Steiner ist nicht berechtigt, für sich Abschriften, Auszüge u. dgl. aus den ihm zur Bearbeitung anvertrauten Archivalien zu fertigen. Diejenigen Niederschriften aber, welche er für die Zwecke der ihm übertragenen Arbeit macht, sind auf Erfordern der Direction alsbald an die letztere zurückzugeben, und es wird von Herrn Dr Steiner ausdrücklich anerkannt, daß solche Schriftstücke Eigenthum des Goethe- und SchillerArchivs sind.

Die Direction ist bereit Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Großherzogin vorzuschlagen, daß es Herrn Dr Steiner gestattet werde, die Ergebnisse seiner auf dem ihm überwiesenen Stoffe beruhenden Forschungen litterarisch zu verwerthen; die archivalischen Schriftstücke selbst dürften alsdann nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Direction zum Abdruck gebracht werden.

§4. Herr Dr Steiner darf, ohne Vorwissen des Directors, keinerlei Mittheilungen aus Archiv-Materialien oder über dieselben an andere Personen gelangen lassen.

Vorstehende Bestimmungen haben rückwirkende Geltung für die Zeit vom 1. October bis zum heutigen Tage, resp. zur Bestätigung durch Ihre Königliche Hoheit die Frau Großherzogin.

Weimar, den 30. October 1890.

Die Direction des Goethe- und Schiller-Archives Professor Dr Suphan.

Handschriftlich Steiner: Einverstanden Rudolf Steiner

Kommentar: Großherzogin Sophie von Weimar (1824-1897) war die Besitzerin des Goetheschen schriftlichen Nachlasses und musste in alle wesentlichen Entscheide bezüglich der Weimarer Ausgabe einbezogen werden. — Die fünf geplanten Bände 6-10 entsprechen dem weiter oben abgedruckten Gliederungsentwurf vom 2. August 1889. Die geplante Fertigstellung innerhalb 6 Monaten war reichlich optimistisch und spiegelt den Druck wider, mit welchem die zügige Durchführung des Projektes «Weimarer Ausgabe» vorangebracht werden sollte. Steiner arbeitete schließlich bis im März 1896 am Archiv und bearbeitete 7 Bände, 6 von ihm selbst herausgegeben (WA II 6, 7, 9, 10, 11, 12) und einer von dem Anatomen Karl von Bardeleben, 1849-1918 (WA II 8, osteologische Schriften).

Steiner erhielt sehr rasch die Erlaubnis zur Publikation. So schreibt er an Ladislaus Specht am 3. Januar 1891 (GA 39, S. 67): «Ich habe als der einzige unter den Mitarbeitern des Archivs von der Grossherzogin die Erlaubnis erhalten, die Resultate meiner Forschungen auch ausserhalb der Goethe-Ausgabe, die in ihrem Auftrag erscheint, zu verwerten, «wegen der Wichtigkeit der mir zugefallenen Partien.» Diese exklusive Erlaubnis hat die Großherzogin Sophie dann bald auch auf andere Mitarbeiter ausgedehnt, insbesondere auch auf Steiners Kollegen Karl von Bardeleben.

5.2 Bernhard Suphan am 19. September 1891: Zusatz zum Gruundvertrag vom 30. Oktober 1890

Original: GSA 150 / A 95, 5-7; handschriftlich Suphan Goethes Werke, Abtheilung II, Zur Morphologie betreffend.

Die bei der Drucklegung des sechsten Bandes der naturwissenschaftlichen Abtheilung, und, ungeachtet der damals erfolgten Monita, auch beim siebenten gemachten Erfahrungen veranlassen mich das Folgende förmlich in Erinnerung zu bringen.

1. Es ist ein gut leserliches Manuscript in die Druckerei zu liefern, in Orthographie und Interpunction den für die Weimarer Ausgabe gegebenen Regeln entsprechend, Text in deutscher Schrift, Liniertes Papier, einseitig beschrieben, mit breitem Rande.

2. Die Korrectur muß im wesentlichen bei «II. Revision» erledigt sein. Erfahrungsmäßig kann dies nicht geschehen, wenn auf dieselbe nicht ca. 2 Stunden verwandt werden. Falls die von der Druckerei gelieferte VorCorrectur nicht genügt, ist zu bemerken (mit Röthel) wo die vorhandenen Fehler der technischen Correctur zur Last fallen d.h. durch die Beschaffenheit der Druckvorlagen nicht erklärt sind. Die Fehler müssen nach Stellung und Form genau markirt sein. In allen schwierigeren Fällen, wo sie (Umstellungen, Correcturen ganzer Worte, Eigennamen zumal) sind die Berichtigungen am oberen Rande mit Angabe der Zeilenzahl zur Controlle zu wiederholen.

3. «Vierte Correcturen» sind bei diesem Verfahren ausgeschlossen. Erweisen sie sich als nothwendig, so ermittelt die Direction, wen die Verantwortung trifft, und muß, gegebenen Falls, veranlassen, daß die erwachsenen Unkosten am Honorar in Abzug gebracht werden.

Weimar, den 19. September 1891. Suphan

Zur Kenntnisnahme an Herrn Dr Steiner.

[Handschriftlich Steiner:] Zur Kenntnis genommen Steiner

5.3 Bernhard Suphan am 11. November 1892: Zusatz zum Grundvertrag vom 30. Oktober 1890

Original: GSA 150 / A 95, 11; handschriftlich Suphan Dr Steiner Zusatz zu dem Vertrage vom 30. Oktober 1890.

ad S2. Nimmt die Herstellung eines Bandes erheblich mehr Zeit in Anspruch als vier Monäte, so tritt kann eine Minderung des AccessitHonorars eia eintreten, dergestalt daß dasselbe ev. nach dem Satze von fünf Mark für den Bogen entrichtet wird.

Diese Bestimmung gilt für den Band 9. Weimar, den 11. November 1892.

[Handschriftlich Steiner:) Einverstanden R Steiner

5.4 Bernhard Suphan am 4. Juni 1894: Bezüglich des Abschlusses der Arbeiten

Original: GSA 150 / A 95, 12; handschriftlich Suphan

Bezüglich des Abschlusses der Arbeiten des Herrn Dr Steiner wird das Folgende vereinbart.

1. Von der übernommenen Aufgabe bleibt noch zu erledigen A, die Herstellung des 12. Bandes der zweiten Abtheilung* B. die definitive Ordnung der den Bänden 6-12 zu Grunde liegenden Handschriften.

2. Dr Steiner verpflichtet sich, die bezeichneten Arbeiten vor Ablauf dieses Jahres (1894) zu vollenden.

3. Dr Steiner erhält dafür aus der Schatulle Ihrer Königlichen Hoheit in summa 800 achthundert Mark. Diese Summe wird ihm zu den bisherigen Monatsraten zu 180 Mark zugezahlt, der etwaige Rest nach völligem Abschluß der Arbeit.

Weimar, den 4. Juni 1894 [Handschriftlich Steiner:) Einverstanden Rudolf Steiner

[*] Abth. II Band 12 «Meteorologie Naturwissenschaftliche Einzelheiten Nachträgliches»

5.5 Bernhard Suphan am 4. Juni 1894: Zusatz zum Grundvertrag vom 30. Oktober 1890

Original: GSA 150 / A 95, 11; handschriftlich Suphan

Wegen der ungewöhnlich langen Zeit, welche die Herstellung des Bandes 10 in Anspruch genommen hat (dessen erster Bogen den 20/XI 1893 in Druck gegangen und der zur Zeit erst bis Bogen 15 vorgerückt ist, und im Ganzen 18-19 Bogen stark wird) ist von der Zusatz-Bestimmung des §2 für diesen Band Abstand genommen, und wird darauf kein Honorar außer den bis zur Zeit bewilligten Monats. Diäten gezahlt.

4. Juni 94

[Handschriftlich Steiner:] Einverstanden RSteiner

6. Archivbericht von Julius Wahle und Rudolf Steiner an Bernhard Suphan vom 28. Oktober 1891

Original: GSA 150 / A 636, 87-88; handschriftlich Wahle und Steiner [Handschriftlich Suphan: praes. 29/X. resp.]

Weimar 28. October 1891.

Sehr geehrter Herr Professor!

In der Voraussicht, daß es Ihnen angenehm sein würde über die Archivarbeiten, die Sie mir besonders ans Herz gelegt haben, in der Ferne etwas zu vernehmen, will ich in Ihnen in Eile einiges mittheilen. Vor allem daß Band XI [I 11] vorwärts geht. Stelle-Apparat ist fertig bis auf die letzten 2 Seiten, die nochmals an Schröer zurück mußten, da sie dermaßen confus waren, daß ich aus ihnen absolut nicht klug werden konnte. Ich habe mit Rücksicht auf die drohende Arbeitseinstellung in den Druckereien mich auf Band XI [1 11] und Steiners Band [II 7] ausschließlich verlegt. Am [T] 11. Band ist noch mancherlei zu thun, da z.B. der selige Zarncke seine Apparate an den Rand der Text-Vorlagen gekritzelt hat, und diese natürlich erst abgeschrieben werden müßten.

Loepers u. Schmidts Votum in der Maturin etc.-Sache traf am 1. Tage nach Ihrer Abreise ein: es lautete auf Abdruck der bloßen Übersetzung, ohne Prosa; worauf ich die Vorlage sofort in die Druckerei expedirte, aber bis heute noch keine Correctur erhalten habe. Übrigens muß, wie bei diesen Stücken, so auch beim befreiten Prometheus und den Bruchstücken einer Tragödie auf den Schmutztitel «Aus dem Nachlaß» kommen. Von Loepers Band [I 4] sind übrigens Bogen 23 u. 24, wenn sie nicht bei Ihnen sind oder waren, oder sich sonst wie gefunden haben, sammt Druckmanuscript in 2. Correctur in Verlust gerathen.

Der Theater-Band [vermutlich I 13.1] geht auch vorwärts, obwohl, Umschreibung, Umstellung und Einschachtelung viel Mühe machen.

Außerdem gestatte ich mir Ihnen von einer Privatsache Mittheilung zu machen. Der Buchhändler Thelemann hat nämlich den Plan, diesen Winter einen kleinen Cyklus von 6 Vorträgen über deutsche Litteratur zu arrangieren und mich u. Steiner [Einfügung von Steiner: *] dazu aufgefordert. Wir haben beide zugesagt. Außerdem sind noch Dr Arthur Seidl, Pfarrer Bürkner in Berka, und der dramatische Schriftsteller Hans Olden betheiligt. Das Programm dieser Vorlesungen wird in den nächsten Tagen festgesetzt, & wenn Sie bis dahin noch nicht zurück sind, werde ich mir erlauben es Ihnen mitzutheilen.

Martinum sah ich schon frisch, fröhlich, fromm und feucht (es regnete u. er hatte, wie er sagte, aus Passion keinen Schirm) auf der Straße. Heute hats zu regnen aufgehört & hoffentlich haben Sie auch wieder gutes Wetter. Wenn Sie in Berlin Bekannte sehen, so bitte zu grüßen.

Ihnen selbst viel Vergnügen & alles Gute wünschend, verbleibe ich herzlichst grüßend

Ihr ergebener

Wahle

[Handschriftlich Steiner: *) Verehrtester Herr Professor! Wollte eben dasselbe schreiben. Da aber Wahle die Sache schon so schön dargestellt, so brauche ich Sie wol nicht mit besonderem Geschreibsel zu beschweren. Herzlich grüßend Steiner.)

Kommentar: Der Literaturwissenschaftler Julius Wahle (1861-1940) war gleichaltriger Kollege von Steiner am Goethe- und Schiller-Archiv. - Karl Julius Schröer (1825-1900) war Mitherausgeber des Bandes WA I 11. Der Herausgeber Friedrich Zarncke (1825-1891) starb am 15. Oktober. — In den Band WA I 11 (S. 353-358) wurde eine Übersetzung Goethes eines Bruchstücks des Trauerspiels «Bertram» von Charles Robert Maturin (1782-1824) aufgenommen. Auch die «Befreiung des Prometheus» und die «Bruchstücke einer Tragödie» wurde in diesem Band publiziert. - Arthur Seidl (1863-1928), Schriftsteller und Dramaturg; Richard Bürkner (1859-1913), Theologe, Kunsthistoriker und Pfarrer; Hans Olden (1859-1932), Schriftsteller (siehe zu Letzterem «Mein Lebensgang», GA 28, S. 227-231). Siehe zu dieser Vortragsreihe auch die Briefe vom 19. November 1891 und 25. Februar 1892 an Pauline Specht in GA 39. Zu Steiners Vortrag über «Die Phantasie als Naturprodukt und Kulturschöpferin» gibt es keine Aufzeichnungen. — Martin ist einer der Söhne von Bernhard Suphan.

7. Briefe von Carel Eduard Daniels an Carl Ruland, Bernhard Suphan und Rudolf Steiner

7.1 Brief von Carel Eduard Daniels an Carl Ruland vom 14. Juli 1894

Original: GSA 150 A 640, 148-149 (Nr. 88a); handschriftlich Daniels [Handschriftlich Suphan: Erh. 21/7 Sitzendorf

Nach Bericht aus dem Archiv beantw. 26/7.]

[Handschriftlich Carl Ruland in roter Tinte: Br[ief] [...?] Herrn Prof. Suphan 20/7 94 CR.]

Amsterdam 14 Juli ’94 Geehrter Herr!

Vor einigen Tagen fand ich in eine alte Zeitung die Mitteilung dass man eine bisher unbekannte Abhandlung Goethes, «Darstellung der vergl. Anatomie des Säugethierschädels», im Archiv gefunden hatte, und daß Herrn Prof. K. von Bardeleben aufgetragen sey die anatom. Schriften Goethe’s für die grosse Goethe-Ausgabe zu ordnen.

Ich erlaube mir hierdurch Sie zu benachrichtigen, dass ich in der hiesigen Medic. Bibliotheke, Eigenthum der Nederlandsche Maatschappij tot Bevordering der Geneeskunst, dessen Bibliothecar ich die Ehre habe zu sein, sich ein werthvoller Beitrag zur Kenntnis der naturhistorischen Periode des Lebens Goethe’s befindet. Die durch Goethe in 1786 an Petrus Camper geschickte HS. [Handschrift], in welcher er die Entdeckung des Os intermaxillare beim Menschen Camper mitteilt (vgl. K. Rosenkranz, Goethe und seine Werke, Königsberg 1856, 2. Aufl., S. 46), ist vor einigen Jahren durch einen Nachkömmling Camper’s an der genannten Bibliothek geschenkt worden.

Da ich nun meine daß das später durch Goethe an Blumenbach zugesandte Duplicat dieser HS. nicht im Besitz der Goethe-Sammlung sei, wünsche ich die Aufmerksamkeit der Direction, special des Herrn Prof. von Bardeleben, auf unsere HS. zu lenken, falls man vielleicht eine Copie der Text oder der illustrirenden Zeichnungen, von Waitz, für die Ausgabe zu benützen wünschte.

Zur Dienste-Leistung auf diesem Gebiete ist stets bereit

Ihr ergebenster
C. E. Daniels. Doct. Medic.
Nieuwe Heerengracht 9.

[Handschriftlich Carl Ruland in roter Tinte: Die Adresse ist Dr. C. E. Daniels Nieuwe Heerengracht 9; Ich bitte, im Einvernehmen mit Prof. Bardeleben von dieser sehr dankenswerten Mittheilung weiteren Gebrauch zu machen. Einstweilen habe ich Dr Daniels gedankt, und gesagt, ich würde sein Schreiben dem Archiv übergeben. 20 Juli CR.]

[Handschriftlich Suphan: erh. Sitzendorf b Schwarzburg 21. Jul. 1894.

An Dr Rudolf Steiner im Goethe- und Schiller-Archiv mit dem Ersuchen festzustellen, ob die von Dr C. E. Daniels nachgewiesene Handschrift nebst Zeichnungen bisher unbekannt und für die Textgestalt der Schrift über den Zwischenknochen ungenutzt sei? und darüber einen kurzen Bericht hierher zu geben, auf welchen ev. ein Gesuch um Abschrift oder Collation begründet werden kann. Den Brief bitte wieder beizulegen. Suphan]

Kommentar: Der Kunst- und Literaturhistoriker Carl Ruland (18341907) war ab 1886 erster Direktor des Goethe-Nationalmuseums in Weimar und erster Präsident der Goethe-Gesellschaft. - Carel Eduard Daniels (1839-1921) war Mediziner und verfasste unter anderem Het leven en de verdiensten var Petrus Camper (Utrecht: Leeflang 1880). — Die Gesellschaft De Koninklijke Nederlandsche Maatschappij tot Bevordering der Geneeskunst, abgekürzt KNMG, wurde 1849 begründet. — Pieter Camper (1722-1789) war niederländischer Mediziner und Anatom. - Johann Friedrich Blumenbach (1752-1840) war deutscher Anatom und Anthropologe in Göttingen. - Das Manuskript «Versuch aus der vergleichenden Knochenlehre daß der Zwischenknochen der obern Kinnlade dem Menschen mit den übrigen Thieren gemein sey» wurde von Goethe 1784 verfasst. Er ließ es mit Zeichnungen versehen und abschreiben und sandte es über verschiedene Gewährsmänner an Camper (siehe dazu und zum Folgenden LA II 9A, S. 470-492). Er publizierte es 1820 in den morphologischen Heften unter einem anderen Titel: «Dem Menschen wie den Thieren ist ein Zwischenknochen der obern Kinnlade zuzuschreiben» (WA 118, S. 91-103; LA 9, S. 154-161; dazu LA II 9A, 470-492), mit einigen aus späterer Zeit stammenden Nachträgen und Ergänzungen (WA II 8,5. 103-139; LA 9, S. 161-186; dazu LA II 10A, S 803-814). - Zu Steiners Bericht an Suphan siehe Nr. 8.

7.2 Brief von Carel Eduard Daniels an Carl Ruland vom 25. Juli 1894

Original: GSA 150 / A 640, 151-152 (Nr. 88c); handschriftlich Daniels

[Handschriftlich Carl Ruland: Herrn Prof. Suphan zu beliebiger Verwendung CR.]

[Handschriftlich Suphan: Erhalten 21 März 1895 Suphan] Amsterdam 25 Juli 94 Geehrter Herr!

Ihrem Wunsch gemäß lasse ich hier einige weitere Mitteilungen über unsere HS. [Handschrift] und die darin vorkommenden Zeichnungen folgen.

Sie finden den Text der HS. buchstablich in der Cotta’schen Ausgabe (1860) der sämmtl. Werke Goethe’s, Bd. VI, S. 57 u ff. Dadurch wird auch ihre Frage «Was die Zeichnungen darstellen.» beantwortet.

Was die Ausfuhrungen betrifft, dieselbe ist ausgezeichnet schön, künstlerisch aufgefasst, mit großer Sorgfalt behandelt, in Sepia, chinesischer Tinte, Schreib-Tinte und Wasser-Farbe.

Und nun der Zeichner? Ja, der heisst Waiz, wie Goethe uns selbst, auf 5. 63, 3. u. 4. Alinea links, der obengenannten Ausgabe erzählt. Mehr weiss ich auch nicht von dem «jungen Künstler», wie Goethe ihn mit vollem Rechte nennt.

Wie unsere HS. aussieht vernehmen Sie auch von Goethe selbst, da er S. 62 rechts unten und S. 62 links oben Camper’s Urteil darüber, beim Empfang desselben, citirt. Ich beabsichtigte mit meinem ersteren Schreiben hauptsachlich die Direction des Goethe-Museums mit dem Aufenthalts-Orte unserer HS bekannt zu machen und auch die durch Goethe I.c. «Umrisse» genannte Zeichnungen, als sehr sorgfältig ausgeführte Zeichnungen, von wirklich künstlerischem Werth zu signaliren.

Ich meinte dass beide Mitteilungen vielleicht nicht ohne Interesse für den Besorger der neuen Goethe-Ausgabe wären.

Hochachtungsvoll Ihr ergebenster

Dr. C. E. Daniels.

Kommentar: Johann Christian Wilhelm Waitz (1766-1796) fertigte für Goethe anatomische Zeichnungen an. Die Originaltafeln sind reproduziert in LA 19 (Tafeln XXII-XXVII) und neu gestochene Versionen in WA II 8 (Tafeln I bis V).

7.3 Brief von Carel Eduard Daniels an Rudolf Steiner vom 7. August 1894

Original: GSA 150 / A 640, 146-147 (Nr. 88); handschriftlich Daniels

[Handschriftlich Suphan: Dr Steiner Praes. 15 August beantw., nebst beigefügtem Bericht Dr Steiners [siehe Nr. 8], 22 August.]

Amsterdam, 7. August 1894. Geehrter Herr!

Vor mir liegt ihres an Prof Suphan dd. 23 Juli gerichtetes und durch Ihn mir zugeschicktes Schreiben. Erlauben Sie mir demzufolge zwei Fragen.

Sie berichten Prof. S[uphan] daß Sie «die in der Bibliothöque de la Socier& N£erlandaise pour le progres de la Med[iJeine befindliche Abschrift der Zwischenkieferbeinabhandlung zur Zeit haben abschreiben lassen.»

Ich schliesse aus dieser Mitteilung dass Sie meine «Catalogue de Manuscrits des Pierre Camper» (1881) benutzt haben, da Sie sonst unsere Bibliotheke nicht in französischer Sprache andeuten sollten. Durch diesem Catalog, S. 3, wissen Sie deshalb dass in Amsterdam sich eine HS. Goethe’s befinde. Diese Wissenschaft hat wahrscheinlich die Reise nach Amsterdam eines Copiisten, welche in unsere Bibliotheke die HS ganz ‚oder teilweise abgeschrieben hat, veranlasst. Aber wenn Sie aus dem genannten Catalog die Existenz der HS. kennen gelernt haben, wie können Sie da Prof S[uphan] schreiben: «Die in Dr. Daniel’s Brief erwähnten Zeichnungen habe ich nie gesehen, wüsste auch von ihrer Existenz Nichts.», während Dr. Ruland mir vor einigen Tagen schrieb «ohne dass wir wüssten, von wem Goethe sie hat anfertigen lassen?

Ich habe doch in dem Catalog drei Zeilen läfn]ger gesagt «qui on avait fait faire les admirables dessins par Waiz», d.h. der deren wunderschönen Zeichnungen durch Waiz hat anfertigen lassen. Wie es möglich ist, dass ein gebildeter Copiist die HS. durchgesehen, durchgelesen, excerpirt und copürt hat, ohne die 10 folio Blätter Zeichnungen zu sehen, zu bewundern, und ohne Ihnen darüber auch nur eine Sylbe zu schreiben oder zu sagen, ist mir räthselhaft.

Wirklich lass mir Ihnen offen gestehen Geehrter Herr, dass ich mich gern die Mühe geben will Prof. Suphan’s Ansuchen nach zu kommen, voraus aber eine Antwort auf meinen beide Fragen zu bekommen wunsche. Denn es kommt mir vor daß wir uns nicht verstehen.

Die Hauptfrage ist doch: haben Sie die durch Goethe an Blumenbach gesandtete HS? Eben diese HS. soll, wie G[oethe] selbst berichtet, volkommen analog sein der in Amsterdam befindliche, Camper früher Zugehörende HS., deren wissenschaftlichen Werth, wie ich auch an Dr. [Carl] Ruland geschrieben habe, nicht in den schon auf langen Jahren durch den Druck bekannt gemachten Text, doch bloss in die künstlerisch ausgeführten Zeichnungen zu suchen ist, Sobald ich desshalb wissen dass Sie unsere Zeichnungen, durch die damit völlig uebereinkommenden der Blumenbach’sche HS, kennen, meine ich dass Sie meine Mitwirkung nicht brauchen. Wenn Sie sie nicht kennen verspreche ich gern ausführlichere Mitteilungen

Ihrer Antwort sieht entgegen
Ihr ergebendster
Dr. C. E. Daniels

7.4 Brief von Carel Eduard Daniels an Bernhard Suphan vom 31. August 1894

Original: GSA 150 / A 640, 163-164 (Nr. 97); handschriftlich Daniels

[Handschriftlich Suphan: erh. 3/9 Vormitt Bea. 4/9]

Amsterdam 31. August ’94

Hochgechrter Herr Professor!

Vor mir liegt die, merkwürdigerweise bewahrt gebliebene, in April und Mai 1883 Zwisschen Prof K. J. Schröer in Wien und mich geführte Correspondenz. Vor mir liegt das mir z. Z. von Prof. Schröer zugesandte Prospect der Kürschner’sche deutsche Nationalliteratur. Noch in den Briefen, weder in den Prospect ist von Dr R. Steiner die Rede. Ich konnte desshalb wenig vermuthen, daß ich selbst schon in 1883 ihm eine Abschrift unserer MS. besorgt hätte; ich sollte, wenn ich dies gewusst hätte, meine Frage ueber Dr. Steiner’s und andere Unbekanntschaft mit den Waiz’sche Zeichnungen ganz anders formulirt haben.

Dass ich selbst damals die Zeichnungen nicht ausführlich erwähnt habe, ist die Folge von der genau umschriebenen Frage in Schröer’s Brief, woraus ich schliessen musste, dass er sich einzig für den buchstäblich genauen Inhalt der Textes, welchen er mit Andern zu vergleichen wünschte, nur nicht für den Zeichnungen, interessirte.

Wie mir aber Dr. Steiner [in Nr. 8 unten] schreiben kann, «da der Waiz’schen Zeichnungen nicht weiter gedacht wurde, so musste ich annehmen, dass die Worte «dix feuilles de dessins> bloss eine Reproduction des Titelblattes der Überschrift seien und gegenwärtig die zu dem] Aufsatz gehörigen Zeichnungen nicht mehr vorhanden seien» fasse ich nicht.

Wenn man doch meine franz. Catalog, aus welchen er, wie ich vermuthete, nur er selbst erstattet «Kenntniss von den (der) Amsterdamer GoetheHandschriften (Handschrift) erlangt» hatte, nachschlägt, wird man bald sehen, dass die Zufügung «Texte allemand et latin et dix Feuilles de dessins» niemals eine «Reproduction des Titelblattes der HS.» sein kann, doch einzig als eine genauere Umschreibung der HS. aufzufassen ist. Aber genug ueber Dr. Steiner, der es nicht nöthig zu urteilen scheint meinen Schreiben selber zu beantworten.

Aus Ihren zwei letzten Briefen Hochgeachter Herr bemerke ich also dass Sie und Prof von Bardeleben unsere Handschrift mit den darin vorhandenen Zeichnungen gern einige Tage in Händen haben sollten, ein Ansuchen vormals auch durch Prof. Schröer an mich gerichtet, und der BibliothekQuestur zu Folge durch mich verweigert.

Ein Ansuchen für den Archiv Ihrer Kn. Hoheit der Frau Großherzogin unserer hoch verehrten Prinzessin Sophie, kann und will ich jedoch nicht weigern. Für besonderen Fälle mussen Ausnahme gestattet sein. Ich habe demzufolge die Ehre Sie zu benachrichtigen, dass ich im folgende Woche die Abschrift per Paket-Post an die Adresse des Archiv’s absenden werde. Dadurch wird der Direction die Gelegenheit geboten e.g. Reproduction der Zeichnungen anfertigen zu lassen. Bei Vergleichung der Zeichnungen mit den Tafeln der grossen Weimarer Ausgabe werden sie bemerken dass die auf Tafel IX der HS. vorkommende Abbildungen von menschlichen Kiefer darin fehlen, desshalb vermuthlich nicht im Besitze des Archivs sein. Auf diese Weise hoffe ich Ihrem Wunsche entsprechend etwas zu dem grossen Ziel, dass die Weimarer Ausgabe von Goethe’s Werken zu erreichen sucht, beitragen zu können.

Hochachtungsvoll
Ihr Ergebenster
Dr. C. E. Daniels

Herrn Prof Dr. B. Suphan [...?] Weimar.

7.5 Brief von Carel Eduard Daniels an Bernhard Suphan vom 5. September 1894

Original: GSA 150 / A 640, 173 (Nr. 103a); handschriftlich Daniels

[Handschriftlich Suphan: e. 12.9.94. b. ead.)

Amsterdam 5. September "94

Hochgechrter Herr Professor!

Hierneben empfangen Sie die Handschrift. Die erste eingefügte Seiten sind durch P. Camper geschrieben die zweite durch Prof. von Breda, der verheiratet war mit der älteste Tochter von A. G. Camper, der Natur-Historiker, dessen Vater PL Camper war. Hoffentlich wird meine Sendung an den vorgestellten Ziel beantworten, und darf ich Sie um baldigsten Bericht von Empfang bitten.

Hochachtungsvoll ergebenst Dr. C. E. Daniels

Herrn Prof Dr B. Suphan

7.6 Brief von Carel Eduard Daniels an Bernhard Suphan vom 14. September 1894

Original: GSA 150 / A 640, 174 (Nr. 103); handschriftlich Daniels [Handschriftlich Suphan: Erh. 16.9. Berlin]

Amsterdam 14 Sept. ’94

Hochgecehrter Herr Professor!

Ich bitte Sie den von mir begangenen Fehler, dass ich die Handschrift an Ihre persönliche Adresse statt an dem Archiv adressirt habe, entschuldigen zu wollen.

Ich meinte Sie wären schon am 2. Sept zurückgekehrt und nun sehe ich, aus Ihrem Briefe, dass Sie mir den 20sten als Zeit Ihrer Rückkehr angegeben hätten. Hoffentlich habe ich Sie dadurch nicht viel Mühe verursacht. Was nun der Frist der Rücksendung betrifft, darüber dürfen Sie sich nich[t] zu beängstigen.

Sie können die HS. so lange Sie sie nöthig haben für den gewünschten Zweck behalten, desshalb so lange dass Sie auch Gelegenheit haben I. Kn. Hoh. der Frau Grossherzogin mit den Empfang bekannt zu machen und, wenn I. Kn. Hoh. es wünschen möchte, die Handschrift vor Augen zu bringen.

Ich danke Sie bestens für Ihre Mitteilungen ueber Dr Sfteiner] wodurch mir die Sache ganz klar geworden ist.

Hochachtungsvoll Ihr ergebenster Dr. €. E. Daniels.

Herrn Prof. Dr. B. Suphan Weimar

7.7 Brief von Carel Eduard Daniels an Bernhard Suphan vom 19. November 1894

Original: GSA 150 / A 640, 241-242 (Nr. 151, zu Nr. 151); handschriftlich Daniels

[Handschriftlich Suphan: Erhalten Berlin 22 Nov. 1894.] Amsterdam am 19. Nov. 94. — Hochgeehrter Herr Professor!

Ihrem ausführlichen, mir sehr angenehmen, Briefe wünsche ich eine kurze, hoffentlich genügende, Antwort folgen zu lassen.

Es freut mich sehr, dass ich durch meine Bemühungen der in Ihrem Vaterlande stets herzlich verehrten Frau Grossherzogin einige angenehme Augenblicke zu verschaffen im Stande war. Es freut mich noch mehr dass Sie mir den Wunsch der hohen Frau so offen mitgeteilt haben. Mein Entschluss auf Ihre Mitteilung ist bald gefasst.

Als Director-Bibliothekar der Bibliothek von der Nederlandsche Maatschappij tot bevordering der Geneeskunst trage ich ganz allein die Verantwortlichkeit für alles was sich darauf bezieht. Ich muss jedoch der jährlichen General-Versammlung, welche im Monat Juli stattfindet einen Bericht ueber meine Wirksamkeit als Solcher erstatten.

Ich gebe nun, dem Verlangen der Frau Grossherzogin gemäss, das Manuscript an das Goethe-Archiv in Depot und werde in der nächsten General-Versammlung darauf die Gutheissung fragen, völlig ueberzeugt dass alle Mitglieder, als sie den fürstlichen Wunsch vernehmen, meine persönliche That zu der ihrigen machen werden, um dadurch der hochverehrten und geliebten Prinzessin von Oranien, welcher alle Niederländer so viel Dank schulden, eine gemeinschaftliche Huldigung anzubieten.

Historischen und wissenschaftlichen Motiven nach soll gewiss das Manuscript im Goethe-Archiv bewahrt werden; ich freue mich recht sehr dass es mir gegeben sei dies auf diese Weise zu fördern und dadurch an die Bestrebungen welche der Frau Grossherzogin so nahe am Herzen liegen, und von allen wissenschaftlichen Männern so hoch geschätzt werden, teilnehmen zu können.

In vorzüglicher Hochachtung
Ihr ergebenster
Dr. C. E. Daniels.

Kommentar: Goethes an Camper gesendete Prachthandschrift «Versuch aus der vergleichenden Knochenlehre daß der Zwischenknochen der obern Kinnlade dem Menschen mit den übrigen Thieren gemein sey» (abgeschlossen 1784) kam aufgrund dieser Korrespondenz 1894 als Depositum an das Goethe- und Schiller-Archiv. Mit Brief vom 27. September 1932 wurde die Handschrift kurzzeitig durch den damaligen Bibliothekar, Dr. B. W. Nuyens, der genannten Institution (Bibliothek der Maatschapij T.B. T Geneeskunst) zurückgefordert und am 3. Oktober 1932 gesendet. Auf mehrfache Anfragen des GSA zur Rückgabe des Manuskripts hat offenbar diese Bibliothek nicht geantwortet (siehe die ganze diesbezüglich Korrespondenz in GSA 150 / A 740, 350-359). Erst mit Brief vom 11. Januar 1937 (GSA 150 / A 740, 350) kam das Manuskript wieder nach Weimar, dieses Mal als Schenkung an das GSA in Erinnerung des vierzigsten Todesjahres der niederländischen Prinzessin Sophie von Sachsen-Weimar und wurde am 18. Januar 1937 verdankt. Es hat heute die Signatur GSA 26/ LVI1.

8. Handschriftlicher undatierter Bericht von Rudolf Steiner zuhanden des Goethe- und Schiller-Archivs

Original: GSA 150 / A 640, 150 (Nr. 88b); handschriftlich Steiner Berichtlich.

In Bezug auf den an mich gerichteten Brief Dr. C. E. H. Daniels vom 7. August 1894 [Nr. 7.3] habe ich folgendes zu bemerken.

Kenntnis von den Amsterdamer Goethe-Handschriften erlangte ich aus dem «Catalogue des manuscrits de Pierre Camper et de lettres inédites écrites par lui ou à lui adress&es qui se trouvent dans la bibliotheque de la Societé Néerlandaise pour le progres de la Médecine à Amsterdam. [C. E. Daniels en H. C. Rogge; avec pref. de A. H. Israels]. Amsterdam Frederik Muller et Co. [1881] 18 Seiten in 8° Auf meine Bitte richtete 1882 Prof. Dr. Karl Julius Schröer in Wien, der den von mir herausgegebenen 33. Band von Goethes Werken (in Kürschners Deutscher Nationallitteratur [Band 114 = GA 1a]) bevorwortete, an die Amsterdamer Bibliothek das Ansuchen die auf Goethes osteologische Arbeiten bezüglichen Manuscripte für den genannten Band benützen zu dürfen. Die Bibliotheksverwaltung übersandte hierauf die Briefe Mercks an Camper, die sich zum Teil auf Goethes osteologische Arbeiten beziehen, und eine Abschrift des Textes der Abhandlung über den Zwischenkieferknochen. Da der [Johann Christian Wilhelm] Waitz'schen Zeichnungen nicht weiter gedacht wurde, so mußte ich annehmen, das die Worte: «dix feuilles de dessins» bloß eine Reproduction des Titelblattes der Handschrift seien, und gegenwärtig die zu dem Aufsatz gehörigen Zeichnungen nicht mehr vorhanden seien.

Rudolf Steiner

Kommentar: Johann Heinrich Merck (1741-1791) war ein Darmstädter Herausgeber, Redakteur und Naturforscher, früher und einflussreicher Freund Goethes. - Siehe dazu den Brief vom 11. Mai 1883 an Joseph Kürschner (GA 38, S. 65-66) sowie die Einleitung zum ersten Band der Kürschner-Ausgabe, GA 1, S. 50-51 und 58-61.

9. Rudolf Steiner: Zum Stand der Arbeiten

9.1 Rudolf Steiner am 17. März 1896

Original: GSA 150 / A 549, 5; handschriftlich Steiner

[Auf Briefpapier von: Goethe- und Schiller-Archiv]

Weimar, den 17. März 1896

Das restierende Manuskript zum Register des 12. Bandes der 2. Abtheilung verpflichte ich mich in zwei Theilen an die Druckerei zu liefern und zwar

die erste Hälfte bis spätestens 20. März die zweite Hälfte bis spätestens 24.

Das Manuscript soll in einem solchen Zustande sein, dass die Drucklegung mit der 3. Correctur erledigt sein kann.

Dr. Rudolf Steiner

9.2 Rudolf Steiner am 18. März 1896

Original: GSA 150 / A 549, 6; handschriftlich Steiner

Vollständiger Erstdruck: Kurt Franz David: Rudolf Steiners Berufung nach Weimar und seine Arbeit im Goethe- und Schiller-Archiv. Das Goetheanum 1971, Band 50, S. 137.

[Auf Briefpapier von: Goethe- und Schiller-Archiv]

Weimar, den 18. März 1896

Stand der Arbeit zu Band XII der 2. Abtheilung.

Es ist das Register bis zur 76. Fahne (Meteorische Steine) abgesetzt. Davon sind 75 Fahnen corrigiert an die Druckerei abgeliefert,

Die 76. kommt Donnerstag, den 19. März zur Ablieferung.

Zu Bogen geformt ist das Register bis Gemüth d.i. bis zum 18. Bogen, der in V. Correctur vorliegt und Donnerstag, den 19. März mit Imprimatur abgeliefert wird.

Das langsame Vorwärtsschreiten dieses Bandes ist zurückzuführen auf die wirklich mühsame Arbeit am Register, das nicht bloss ein Namensondern ein vollständiges Sachregister ist und auf den Umstand, daß der unterzeichnete Bearbeiter durch fortwährende Kränklichkeit während der letzten Monate in seiner Arbeitsfähigkeit gestört wurde.

Dr. Rudolf Steiner.