Fundamentals of an Epistemology
of Goethe's worldview
with special consideration of Schiller
GA 2
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12. Verstand und Vernunft
[ 1 ] Unser Denken hat eine zweifache Aufgabe ,zu vollbringen: erstens, Begriffe mit scharf umrissenen Konturen zu schaffen; zweitens, die so geschaffenen Einzelbegriffe zu einem einheitlichen Ganzen zusammenzufassen. Im ersten Falle handelt es sich um die unterscheidende Tätigkeit, im zweiten um die verbindende. Diese beiden geistigen Tendenzen erfreuen sich in den Wissenschaften keineswegs der gleichen Pflege. Der Scharfsinn, der bis zu den geringsten Kleinigkeiten in seinen Unterscheidungen herabgeht, ist einer bedeutend größeren Zahl von Menschen gegeben als die zusammenfassende Kraft des Denkens, die in die Tiefe der Wesen dringt.
[ 2 ] Lange Zeit hat man die Aufgabe der Wissenschaft überhaupt nur in einer genauen Unterscheidung der Dinge gesucht. Wir brauchen nur des Zustandes zu gedenken, in dem Goethe die Naturgeschichte vorfand. Durch Linné war es ihr zum Ideale geworden, genau die Unterschiede der einzelnen Pflanzenindividuen zu suchen, um so die geringfügigsten Merkmale benutzen zu können, neue Arten und Unterarten aufzustellen. Zwei Tier- oder Pflanzenspezies, die sich nur in höchst unwesentlichen Dingen unterscheiden, wurden sogleich verschiedenen Arten zugerechnet. Fand man an irgendeinem Lebewesen, das man bisher irgendeiner Art zugerechnet, eine unerwartete Abweichung von dem willkürlich aufgestellten Artcharakter, so dachte man nicht nach: wie sich eine solche Abweichung aus diesem Charakter selbst erklären lasse, sondern man stellte einfach eine neue Art auf.
[ 3 ] Diese Unterscheidung ist die Sache des Verstandes. Er hat nur zu trennen und die Begriffe in der Trennung festzuhalten. Er ist eine notwendige Vorstufe jeder höheren Wissenschaftlichkeit. Vor allem bedarf es ja festbestimmter, klar umrissener Begriffe, ehe wir nach einer Harmonie derselben suchen können. Aber wir dürfen bei der Trennung nicht stehen bleiben. Für den Verstand sind Dinge getrennt, die in einer harmonischen Einheit zu sehen, ein wesentliches Bedürfnis der Menschheit ist. Für den Verstand sind getrennt: Ursache und Wirkung, Mechanismus und Organismus, Freiheit und Notwendigkeit, Idee und Wirklichkeit, Geist und Natur und so weiter. Alle diese Unterscheidungen sind durch den Verstand herbeigeführt. Sie müssen herbeigeführt werden, weil uns sonst die Welt als ein verschwommenes, dunkles Chaos erschiene, das nur deshalb eine Einheit bildete, weil es für uns völlig unbestimmt wäre.
[ 4 ] Der Verstand selbst ist nicht in der Lage, über diese Trennung hinauszukommen. Er hält die getrennten Glieder fest.
[ 5 ] Dieses Hinauskommen ist Sache der Vernunft. Sie hat die vom Verstande geschaffenen Begriffe ineinander übergehen zu lassen. Sie hat zu zeigen, daß das, was der Verstand in strenger Trennung festhält, eigentlich eine innerliche Einheit ist. Die Trennung ist etwas künstlich herbeigeführtes, ein notwendiger Durchgangspunkt für unser Erkennen, nicht dessen Abschluß. Wer die Wirklichkeit bloß verstandesmäßig erfaßt, entfernt sich von ihr. Er setzt an ihre Stelle, da sie in Wahrheit eine Einheit ist, eine künstliche Vielheit, eine Mannigfaltigkeit, die mit dem Wesen der Wirklichkeit nichts zu tun hat.
[ 6 ] Daher rührt der Zwiespalt, in den die verstandesmäßig betriebene Wissenschaft mit dem menschlichen Herzen kommt. Viele Menschen, deren Denken nicht so ausgebildet ist, daß sie es bis zu einer einheitlichen Weltansicht bringen, die sie in voller begrifflicher Klarheit erfassen, sind aber sehr wohl imstande, die innere Harmonie des Weltganzen mit dem Gefühle zu durchdringen. Ihnen gibt das Herz, was dem wissenschaftlich Gebildeten die Vernunft bietet.
[ 7 ] Tritt an solche Menschen die Verstandesansicht der Welt heran, so weisen sie mit Verachtung die unendliche Vielheit zurück und halten sich an die Einheit, die sie wohl nicht erkennen, aber mehr oder minder lebhaft empfinden. Sie sehen sehr wohl, daß der Verstand sich von der Natur entfernt, daß er das geistige Band aus dem Auge verliert, das die Teile der Wirklichkeit verbindet.
[ 8 ] Die Vernunft führt wieder zur Wirklichkeit zurück. Die Einheitlichkeit alles Seins, die früher gefühlt oder gar nur dunkel geahnt wurde, wird von der Vernunft vollkommen durchschaut. Die Verstandesansicht muß durch die Vernunftansicht vertieft werden. Wird die erste statt für einen notwendigen Durchgangspunkt für Selbstzweck angesehen, dann liefert sie nicht die Wirklichkeit, sondern ein Zerrbild derselben.
[ 9 ] Es macht bisweilen Schwierigkeiten, die durch den Verstand geschaffenen Gedanken zu verbinden. Die Geschichte der Wissenschaften liefert uns vielfache Beweise dafür. Oft sehen wir den Menschengeist ringen, von dem Verstande geschaffene Differenzen zu überbrücken.
[ 10 ] In der Vernunftansicht von der Welt geht der Mensch in der letzteren in ungetrennter Einheit auf.
[ 11 ] Kant hat auf den Unterschied von Verstand und Vernunft bereits hingewiesen. Er bezeichnet die Vernunft als das Vermögen, Ideen wahrzunehmen; wogegen der Verstand darauf beschränkt ist, bloß die Welt in ihrer Getrenntheit, Vereinzelung zu schauen.
[ 12 ] Die Vernunft ist nun in der Tat das Vermögen, Ideen wahrzunehmen. Wir müssen hier den Unterschied zwischen Begriff und Idee feststellen, den wir bisher außer acht gelassen haben. Für unsere bisherigen Zwecke kam es nur darauf an, jene Qualitäten des Gedankenmäßigen, die sich in Begriff und Idee darleben, zu finden. Begriff ist der Einzelgedanke, wie er vom Verstande festgehalten wird. Bringe ich eine Mehrheit von solchen Einzelgedanken in lebendigen Fluß, so daß sie ineinander übergehen, sich verbinden, so entstehen gedankenmäßige Gebilde, die nur für die Vernunft da sind, die der Verstand nicht erreichen kann. Für die Vernunft geben die Geschöpfe des Verstandes ihre gesonderten Existenzen auf und leben nur mehr als ein Teil einer Totalität weiter. Diese von der Vernunft geschaffenen Gebilde sollen Ideen heißen.
[ 13 ] Daß die Idee eine Vielheit von Verstandesbegriffen auf eine Einheit zurückführt, das hat auch schon Kant ausgesprochen. Er hat jedoch die Gebilde, die durch die Vernunft zur Erscheinung kommen, als bloße Trugbilder hingestellt, als Illusionen, die sich der Menschengeist ewig vorspiegelt, weil er ewig nach einer Einheit der Erfahrung strebt, die ihm nirgend gegeben ist. Die Einheiten, die in den Ideen geschaffen werden, beruhen nach Kant nicht auf objektiven Verhältnissen, sie fließen nicht aus der Sache selbst, sondern sind bloß subjektive Normen, nach denen wir Ordnung in unser Wissen bringen. Kant bezeichnet daher die Ideen nicht als konstitutive Prinzipien, die für die Sache maßgebend sein müßten, sondern als regulative, die allein für die Systematik unseres Wissens Sinn und Bedeutung haben.
[ 14 ] Sieht man aber auf die Art, wie die Ideen zustande kommen, so erweist sich diese Ansicht sogleich als irrtümlich. Es ist zwar richtig, daß die subjektive Vernunft 10als menschliches Geistesvermögen aufgefaßt. das Bedürfnis nach Einheit hat. Aber dieses Bedürfnis ist ohne allen Inhalt, ein leeres Einheitsbestreben. Tritt ihm etwas entgegen, das absolut jeder einheitlichen Natur entbehrt, so kann es diese Einheit nicht selbst aus sich heraus erzeugen. Tritt ihm hingegen eine Vielheit entgegen, die ein Zurückführen auf eine innere Harmonie gestattet, dann vollbringt sie dasselbe. Eine solche Vielheit ist die vom Verstande geschaffene Begriffswelt.
[ 15 ] Die Vernunft setzt nicht eine bestimmte Einheit voraus, sondern die leere Form der Einheitlichkeit, sie ist das Vermögen, die Harmonie an das Tageslicht zu ziehen, wenn sie im Objekte selbst liegt. Die Begriffe setzen sich in der Vernunft selbst zu Ideen zusammen. Die Vernunft bringt die höhere Einheit der Verstandesbgriffe zum Vorschein, die der Verstand in seinen Gebilden zwar hat, aber nicht zu sehen vermag. Daß dies übersehen wird, ist der Grund vieler Mißverständnisse über die Anwendung der Vernunft in den Wissenschaften.
[ 16] In geringem Grade hat jede Wissenschaft schon in den Anfängen, ja das alltägliche Denken schon Vernunft nötig. Wenn wir in dem Urteile: Jeder Körper ist schwer, den Subjektsbegriff mit dem Prädikatsbegriff verbinden, so liegt darinnen schon eine Vereinigung von zwei Begriffen, also die einfachste Tätigkeit der Vernunft.
[ 17 ] Die Einheit, welche die Vernunft zu ihrem Gegenstande macht, ist vor allem Denken, vor allem Vernunftgebrauche gewiß; nur ist sie verborgen, ist nur der Möglichkeit nach vorhanden, nicht als faktische Erscheinung. Dann führt der Menschengeist die Trennung herbei, um im vernunftgemäßen Vereinigen der getrennten Glieder die Wirklichkeit vollständig zu durchschauen.
[ 18 ] Wer das nicht voraussetzt, muß entweder alle Gedankenverbindung als eine Willkür des subjektiven Geistes ansehen, oder er muß annehmen, daß die Einheit hinter der von uns erlebten Welt stehe und uns auf eine uns unbekannte Weise zwinge, die Mannigfaltigkeit auf eine Einheit zurückzuführen. Dann verbinden wir Gedanken ohne Einsicht in die wahren Gründe des Zusammenhanges, den wir herstellen; dann ist die Wahrheit nicht von uns erkannt, sondern uns von außen aufgedrängt. Alle Wissenschaft, welche von dieser Voraussetzung ausgeht, möchten wir eine dogmatische nennen. Wir werden noch darauf zurückkommen.
[ 19 ] Jede solche wissenschaftliche Ansicht wird auf Schwierigkeiten stoßen, wenn sie Gründe angeben soll, warum wir diese oder jene Gedankenverbindung vollziehen. Sie hat sich nämlich nach subjektiven Gründen der Zusammenfassung von Objekten umzusehen, deren objektiver Zusammenhang uns verborgen bleibt. Warum vollziehe ich ein Urteil, wenn die Sache, die die Zusammengehörigkeit von Subjekt- und Prädikatbegriff fordert, mit dem Fällen desselben nichts zu tun hat?
[ 20 ] Kant hat diese Frage zum Ausgangspunkte seiner kritischen Arbeit gemacht. Wir finden am Anfange seiner «Kritik der reinen Vernunft» die Frage: Wie sind synthetische Urteile a priori möglich? das heißt, wie ist es möglich, daß ich zwei Begriffe (Subjekt, Prädikat) verbinde, wenn nicht der Inhalt des einen schon in dem andern enthalten ist und wenn das Urteil kein bloßes Erfahrungsurteil, d. i. das Feststellen einer einzigen Tatsache ist? Kant meint, solche Urteile seien nur dann möglich, wenn Erfahrung nur unter der Voraussetzung ihrer Gültigkeit bestehen kann. Die Möglichkeit der Erfahrung ist also für uns maßgebend, um ein solches Urteil zu vollziehen. Wenn ich mir sagen kann: nur dann, wenn dieses oder jenes synthetische Urteil a priori wahr ist, ist Erfahrung möglich, dann hat es Gültigkeit. Auf die Ideen selbst aber ist das nicht anzuwenden. Diese haben nach Kant nicht einmal diesen Grad von Objektivität.
[ 21 ] Kant findet, daß die Sätze der Mathematik und der reinen Naturwissenschaft solche gültige synthetische Sätze a priori sind. Er nimmt da zum Beispiel den Satz \(7 + 5 = 12\). In \(7\) und \(5\) ist die Summe \(12\) keineswegs enthalten, so schließt Kant. Ich muß über \(7\) und \(5\) hinausgehen und an meine Anschauung appellieren, dann finde ich den Begriff \(12\). Meine Anschauung macht es notwendig, daß \(7 + 5 = 12\) vorgestellt wird. Meine Erfahrungsobjekte müssen aber durch das Medium meiner Anschauung an mich herantreten, sich also deren Gesetzen fügen. Wenn Erfahrung möglich sein soll, müssen solche Sätze richtig sein.
[ 22 ] Vor einer objektiven Erwägung hält dieses ganze künstliche Gedankengebäude Kants nicht stand. Es ist unmöglich, daß ich im Subjektbegriffe gar keinen Anhaltspunkt habe, der mich zum Prädikatbegriffe führt. Denn beide Begriffe sind von meinem Verstande gewonnen und das an einer Sache, die in sich einheitlich ist. Man täusche sich hier nicht. Die mathematische Einheit, welche der Zahl zugrunde liegt, ist nicht das erste. Das erste ist die Größe, welche eine so und so oftmalige Wiederholung der Einheit ist. Ich muß eine Größe voraussetzen, wenn ich von einer Einheit spreche. Die Einheit ist ein Gebilde unseres Verstandes, das er von einer Totalität abtrennt, so wie er die Wirkung von der Ursache, die Substanz von ihren Merkmalen scheidet usw. Indem ich nun \(7 + 5\) denke, halte ich in Wahrheit \(12\) mathematische Einheiten im Gedanken fest, nur nicht auf einmal, sondern in zwei Teilen. Denke ich die Gesamtheit der mathematischen Einheiten auf einmal, so ist das ganz dieselbe Sache. Und diese Identität spreche ich in dem Urteile \(7 + 5 = 12\) aus. Ebenso ist es mit dem geometrischen Beispiele, das Kant anführt. Eine begrenzte Gerade mit den Endpunkten \(A\) und \(B\) ist eine untrennbare Einheit. Mein Verstand kann sich zwei Begriffe davon bilden. Einmal kann er die Gerade als Richtung annehmen und dann als Weg zwischen den zwei Punkten \(A\) und/(B\). Daraus fließt das Urteil: Die Gerade ist der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten.
[ 23 ] Alles Urteilen, insofern die Glieder, die in das Urteil eingehen, Begriffe sind, ist nichts weiter als eine Wiedervereinigung dessen, was der Verstand getrennt hat. Der Zusammenhang ergibt sich sofort, wenn man auf den Inhalt der Verstandesbegriffe eingeht.
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A Theory of Knowledge, Anthroposophic Press 1940, tr. Olin D. Wannamaker
XII. Intellect and Reason
[ 1 ] Thinking has a twofold function to discharge: first, to form concepts with sharply outlined contours; secondly, to unite the single concepts thus formed into a unified whole. In the first instance, we have to do with the activity of differentiation; in the second with that of combination. These two mental tendencies do not by any means enjoy equal favor in the sciences. The number of persons possessing the acumen which differentiates even down to the minutest trifles is noticeably greater than that of persons possessing the combining power of thought which penetrates to the depths of things.
[ 2 ] For a long time the function of science has been supposed to consist in an adequate differentiation among things. We need only recall the state of natural history in Goethe's day. Through the influence of Linnaeus, it had become the ideal of this science to investigate the differences among individual plants sufficiently to succeed in setting apart new classes and sub-classes on the basis of the most insignificant characteristics. Two species of animals or plants differing only in the most unessential details were forthwith assigned to different classes. If some creature hitherto assigned to a certain class was discovered to show an unexpected divergence from the arbitrarily determined class-character, the result was, not an effort to discover how this divergence might be explained on the basis of that very class-character, but on the contrary a new class was at once set up.
[ 3 ] This differentiation is the work of the intellect. It has only to divide and to retain the concepts in this process of division. It is a necessary stage preliminary to all higher forms of scientific knowledge. First of all, must we have definitely fixed, sharply outlined concepts before we can seek for a harmony among these. But we must not stop at the stage of division. To the intellect, things are divided which a fundamental human need requires us to see united. To the intellect, cause and effect are divided; mechanism and organism; freedom and necessity; idea and reality; spirit and Nature; etc., etc. All these differentiations are established by the intellect. They must be established, because otherwise the world would appear to us as a blurred, obscure chaos which would form for us no unity except in the sense that it would be utterly indeterminate.
[ 4 ] Intellect itself is not capable of passing beyond this process of division. It holds fast to the divided members.
[ 5 ] The task of passing beyond this belongs to reason. It must cause the concepts formed by the intellect to pass over into one another. It has to show that what the intellect keeps in strict separation is in reality an inner unity. The division is something artificially introduced, a necessary intervening stage for our knowledge, but not its conclusion. Whoever apprehends reality only intellectually alienates himself therefrom. In place of reality, which is in truth a unity, he sets up an artificial multiplicity, a manifoldness, which has no relation to the essential nature of reality.
[ 6 ] This is the source of the discord which arises between intellectually pursued knowledge and the human heart. Many persons whose thinking has not so developed as to enable them to reach thereby a unified world-view which they can grasp with complete conceptual clarity are, nevertheless, capable of penetrating through their feeling to the inner harmony of the world as a whole. To these is given by the heart that which the scientifically trained receive from the reason.
[ 7 ] When such persons meet the intellectual view of the world, they reject with scorn the endless multiplicity and cling to that unity which they do not know, indeed, but which they sense more or less vividly. They see very well that the intellect is alienated from Nature, that it loses sight of that spiritual bond which units the parts of reality.
[ 8 ] Reason leads back to reality. The unity of all being, which had before been felt or only vaguely sensed, is completely fathomed by reason. The intellectual view must be deepened by the view of reason. If the former is looked upon, not merely as an inevitable transitional point, but as an end in itself, it does not yield reality but only a caricature.
[ 9 ] Difficulties at times arise in combining the thoughts formed by the intellect. The history of science affords numerous evidences of this fact. We often see the human mind struggling to reunite the differences created by the intellect.
[ 10 ] In the reasoned view of the world, man finally arrives at undivided unity.
[ 11 ] Kant called attention to the difference between intellect and reason. Reason he defined as the capacity to perceive ideas; whereas intellect is restricted to seeing the world in its dividedness, in the isolated-ness of single parts.
[ 12 ] It is true that reason is the capacity to perceive ideas. Here we must define the difference between concept and idea, to which we have hitherto paid no attention. For our purpose up to this point it was necessary only to discover those qualities of thought which are present in both concept and idea. The concept is a single thought as grasped by the intellect. If I bring a number of such single thoughts into a living flux so that they pass over into one another, become united, thought-structures thus arise which exist for the reason alone, which cannot be attained by the intellect. The creations of the intellect surrender their isolated existence to the reason, and thenceforth they live only as parts of a totality. These structures formed by the reason we shall call ideas.
[ 13 ] That the idea reduces to unity a multiplicity of intellectual concepts was stated also by Kant. But he defined those structures which come to manifestation through the reason as mere phantasms, as illusions, eternally reflected before the human mind because man is forever striving to attain a unity of experience which is never given to him. The unities which are formed in ideas do not rest, according to Kant, upon objective relationships; they do not flow from the thing itself, but are mere subjective norms according to which we bring order into our knowledge. Kant, therefore, designated ideas, not as constitutive principles which must be determinative for things, but as regulative principles which have meaning and significance only for the systematics of our knowledge.
[ 14 ] But, if we observe the manner in which ideas come into existence, this point of view is shown at once to be fallacious. It is true, of course, that the subjective reason has a craving for unity. But this craving is void of content, a mere empty striving toward unity. If reason is confronted by something absolutely lacking such unity of nature, reason cannot produce the unity out of itself. But, if reason is confronted by a multiplicity which admits of being reduced to an inner harmony, then reason brings this to pass. Such a multiplicity is the world of intellectually formed concepts.
[ 15 ] Reason does not presuppose a determinate unity, but the empty form of unification; it is the capacity to bring harmony to light when harmony exists in the object itself. Concepts themselves unite in the reason to form ideas. Reason brings the higher unity of the intellectual concepts into evidence, the unity which the intellect possesses, indeed, in its images but lacks the capacity to perceive. The fact that this truth is overlooked is the cause of much misunderstanding as to the application of reason in the branches of scientific knowledge.
[ 16 ] To a slight extent every science in its very rudiments, and even ordinary thinking, has need of reason. When, in the proposition: “Every body possesses weight,” we unite the subject-concept with the predicate-concept, we have already a union of two concepts and, therefore, the simplest activity of the reason.
[ 17 ] The unity which reason takes as its object is existent prior to all thinking, prior to all use of the reason; only, it is concealed; it exists merely as a potentiality, not as an actual phenomenon. Then the human mind introduces division in order that we may have a complete view into reality through the reason's unification of the separated members.
[ 18 ] Whoever does not presuppose this must either look upon all thought-combinations as the arbitrary work of the subjective mind, or else assume that the unity exists behind the world we experience, and that it forces us, in a manner unknown to us, to reduce the multiplicity again to unity. In that case, we unite thoughts without any insight into the true reasons of the interrelation which we bring about; in that case, truth is not cognized by us but forced upon us from without. All knowledge which proceeds from this presupposition we may call a dogmatic knowledge. To this we shall later return.
[ 19 ] Every such scientific point of view will meet with difficulties when called upon to explain why we bring about one or another combination of thoughts. That is, this point of view requires that we seek for subjective reasons for combining objects whose interconnection on objective grounds is concealed from us. Why do I form a judgment when the thing which requires the interconnection of subject-concept and predicate-concept has nothing to do with the forming of this judgment?
[ 20 ] Kant took this question as the point of departure for his critical work. At the beginning of his Critique of Pure Reason we find the question, How are synthetic judgments a priori possible?—that is, How is it possible that I unite two concepts (subject and predicate) if the content of the one is not already contained in the other, and if the judgment is not a mere experiential judgment, the fixing of a single fact? Kant considers that such judgments are possible only when experience cannot exist except on the presupposition of their validity. The possibility of experience is, therefore, determinative if such a judgment is to be formed. If I can say to myself that experience is possible only in case this or that synthetic judgment is a priori true, then the judgment possesses validity. But this principle cannot be applied to ideas themselves. According to Kant these never possess that degree of objectivity.
[ 21 ] Kant decides that the propositions of mathematics and pure natural science are a priori such valid propositions. He takes, for example, the proposition 7 + 5 = 12. In 7 and 5 the sum 12 is, he concludes, by no means contained. I must go beyond 7 and 5 and call upon my sense of sight, whereupon I find the concept 12. My vision makes it necessary that the proposition 7 + 5 = 12 shall be assumed. But the objects of experience must approach me through the medium of my sense of sight, thus blending themselves with its principles. If experience is to be possible at all, such propositions must be true.
[ 22 ] Before an objective examination, this whole artificial thought-structure of Kant fails to maintain itself. It is impossible that I have no clue in the subject-concept which directs me to the predicate-concept. For both concepts are attained by my intellect, and that in reference to a thing which in itself constitutes a unit. Let no one be deceived at this point. The mathematical unit which lies at the basis of number is not primary. The primary thing is the magnitude, which is a certain number of repetitions of the unit. I must assume a magnitude when I speak of a unit. The unit is an image created by our intellect which separates it from a totality just as it separates effect from cause, substances from their attributes. When I think 7 + 5, I really hold 12 mathematical units in mind, only not all at once but separated into two parts. If I think the group of mathematical units all at once, this is absolutely the same thing. This identity I express in the proposition 7 + 5 = 12. The same is true of the geometrical examples cited by Kant. A limited straight line with the termini A and B is an indivisible unit. My intellect can form two concepts of this. At one time it may consider the straight line as a direction and at another as the distance between the two points A and B. From this fact comes the judgment: The shortest distance between two points is a straight line.
[ 23 ] All judgments, in so far as the members which enter into the judgment are concepts, are nothing more than the reunifying of that which the intellect has divided. The interconnection comes to light as soon as one enters into the content of the intellectual concepts.
