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Human History in the Light
of Spiritual Investigation
GA 61

4 January 1912, Berlin

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Human History in the Light of Spiritual Investigation, tr. SOL
  1. Menschengeschichte im Lichte der Geistesforschung

8. Der Ursprung des Menschen im Lichte der Geisteswissenschaft

8. The Origin of Humanity in the Light of Spiritual Science

[ 1 ] Was die Geisteswissenschaft, von deren Gesichtspunkten aus hier in diesen Vorträgen gesprochen wird, über die wichtige Frage nach dem Ursprunge des Menschen zu sagen hat, das muß im Grunde genommen allen denjenigen Persönlichkeiten von höchstem Interesse sein, die sich aus den großen Weltanschauungsfragen der Gegenwart heraus für diese Geisteswissenschaft interessieren. Denn der Frage nach dem Ursprunge des Menschen ist ein ungeheures Interesse von allen Seiten her in den letzten Jahrzehnten entgegengebracht worden, das insbesondere in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts durch die großen, bewundernswürdigen Fortschritte der Naturwissenschaft angefacht worden ist. Und es ist zu begreifen, daß bei der eindringlichen Art, mit welcher die Naturwissenschaft sich in diesen letzten Jahrzehnten zur Weltanschauung zu erheben versucht hat, die Frage nach dem Ursprunge des Menschen immer wieder und wieder aufgeworfen werden, gewissermaßen in den Mittelpunkt der modernen Weltanschauungsfragen gestellt werden mußte.

[ 1 ] What spiritual science—from whose perspective these lectures are presented—has to say about the important question of the origin of humankind must, in essence, be of the utmost interest to all those individuals who, prompted by the great philosophical questions of our time, take an interest in this spiritual science. For the question of the origin of humankind has attracted immense interest from all quarters in recent decades, interest that was particularly fueled in the second half of the nineteenth century by the great and admirable advances in the natural sciences. And it is understandable that, given the forceful manner in which the natural sciences have sought to elevate themselves to the status of a worldview in recent decades, the question of the origin of humankind has been raised time and again and, in a sense, had to be placed at the center of modern philosophical questions.

[ 2 ] Für einen oberflächlichen Blick könnte es nun scheinen, als ob gerade gegenüber dieser Frage nach dem Ursprunge des Menschen diejenige Weltanschauung, welche in unserer Gegenwart auf dem festen Boden der Naturwissenschaft stehen will, und jene, welche hier als Geisteswissenschaft vertreten wird, im allerschroffsten Gegensatze zueinander stünden. Wenn man allerdings die Verhältnisse innerhalb der naturwissenschaftlichen Entwickelung ins Auge faßt, wie sie noch vor wenigen Jahrzehnten, oder vielleicht vor noch kurzer Zeit vorhanden waren, dann könnte es im höchsten Maße plausibel erscheinen, einen solchen schroffen Gegensatz anzunehmen. Denn man braucht nur zu bedenken, was es im Jahre 1864 bedeutete, als aus den Darwinschen naturwissenschaftlichen Anschauungen heraus, die damals zwar jung, aber doch schon auf dem Wege waren, weiteste Kreise zu ergreifen, auf einer deutschen Naturforscherversammlung, bevor noch Darwin selber sich in deutlicher Weise in der Anwendung seiner Prinzipien auf die Frage nach dem Ursprunge des Menschen ausgesprochen hatte, Ernst Haeckel diese Darwinschen Prinzipien so auf die Wissenschaft vom Menschen anwendete, daß er energisch, kühn und mutvoll nicht nur die Verwandtschaft des Menschen in bezug auf seine Gestalt und Lebensverhältnisse mit den höheren Tieren vertrat, sondern daß er energisch die unmittelbare reale Abstammung, das wirkliche Hervorgehen des Menschen von und aus der höheren Tierwelt vertrat.

[ 2 ] At first glance, it might seem as though, precisely with regard to this question of the origin of humankind, the worldview that seeks to stand on the firm ground of natural science in our present age and the one represented here as a spiritual science stand in the sharpest possible contrast to one another. However, if one considers the state of affairs within the development of the natural sciences as it existed just a few decades ago—or perhaps even more recently—then it might seem highly plausible to assume such a stark contrast. For one need only consider what it meant in 1864, when—based on Darwin’s scientific views, which were still in their infancy at the time but were already on their way to gaining widespread acceptance—at a German naturalists’ conference, before Darwin himself had clearly articulated the application of his principles to the question of human origins, Ernst Haeckel applied these Darwinian principles to the science of man in such a way that he vigorously, boldly, and courageously not only advocated the kinship of man with higher animals in terms of his form and living conditions, but also vigorously advocated the direct, real descent—the actual origin of man from and within the higher animal world.

[ 3 ] Damals mußte man, insofern man nach dieser Richtung hin vorurteilslos sein wollte, in weitesten Kreisen wohl denken, daß die kommenden Entdeckungen der naturwissenschaftlichen Forschung immer mehr und mehr das bestätigen und bekräftigen werden, was Ernst Haeckel im Jahre 1864 allerdings wie ein kühnes Programm der Forschung ausgesprochen hatte: die Hinleitung, die Hinordnung aller naturwissenschaftlichen Prinzipien in der Weise, daß man erkennen könne, wie sich allmählich aus den Tierordnungen heraus die Ordnung des Menschen entwickelt habe. Wenn sich dies, was Haeckel damals wie eine Art Programm verkündete, was ihm selbst aber schon als eine unumstößliche Wahrheit galt, bewahrheitet hätte, wenn die naturwissenschaftliche Forschung wirklich den Weg eingeschlagen hätte, den er vorausgesetzt hatte, dann würde zweifellos heute der erwähnte radikale Gegensatz zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft auch vorhanden sein. Nun ist es aber nicht so gekommen. Die Naturwissenschaft selber hat im Grunde genommen ganz andere Resultate gezeitigt und Konsequenzen nach sich gezogen, namentlich in den letzten Jahrzehnten, als man damals vorausgesetzt hatte. Und daß man in unsern heutigen Tagen noch so große Schwierigkeiten hat, auf diesem Gebiete klar zu sehen, wenn es sich darum handelt, das Verhältnis von Naturwissenschaft zur Geisteswissenschaft darzulegen, rührt einzig und allein davon her, daß die populäre Verbreitung und das Sicheinleben naturwissenschaftlicher Erkenntnisse nicht mit der Entdeckung und Hervorbringung dieser Erkenntnisse den gleichen Schritt hält. Wir stehen heute noch gegenüber dem populären Bewußtsein so da, daß in den weitestenKreisen wie ein festes Dogma der Glaube, namentlich aber in der populären Literatur die Anschauung verbreitet ist, als ob tatsächlich nur derjenige auf dem festen Boden naturwissenschaftlicher Erkenntnisse stehen würde, der heute sich ganz und gar der Behauptung fügt, der Mensch sei äußerlich, real, wie man ihn mit den äußeren Sinnen anschauen kann, im Laufe der Zeit aus Tierformen herausentwickelt worden, die unmittelbar in der Tierreihe ihrer Gestaltung und ihren Lebensverhältnissen nach an ihn grenzen. Dieser Glaube ist weit verbreitet, und man kann es noch überall hören, wenn man hinhorcht, daß demjenigen, der diesem Glauben, diesem Dogma etwas entgegensetzen will, einfach geantwortet wird: Nun, du weißt ja eben nichts von dem, was sich als Weltanschauung ergibt, wenn man wirklich auf dem festen Boden naturwissenschaftlicher Tatsachen steht. - Man weiß eigentlich in den weitesten Kreisen nichts davon, denn die populäre Literatur stellt alles so dar, daß man nichts davon wissen kann, daß dieser Glaube in den letzten Jahren recht brüchig geworden ist, und was Naturwissenschaft heute in bezug auf unsere Frage wirklich an Tatsachen herbeibringt, eigentlich schon in eine für die materialistisch-monistische Weltanschauung bedenkliche Nähe desjenigen gerückt ist, was die Geisteswissenschaft zu sagen hat. Denn man möchte sagen: Die Art und Weise, wie sich die Naturwissenschaft in bezug auf unsere Frage in den letzten Jahren entwickelt hat, ist so, daß überall die alten Anschauungen eines direkten Hervorgehens des Menschen aus der an ihn angrenzenden Tierreihe angez weifelt werden müßten. Und wenn wir den Gang, den diese Wissenschaft genommen hat, nur mit ein paar Strichen ins Auge fassen, bevor wir auf die geisteswissenschaftlichen Dinge eingehen, so wird er uns zeigen, wie es richtig ist, daß die Geisteswissenschaft eigentlich heute viel weniger mit der Naturwissenschaft in Widerspruch kommen kann, als die naturwissenschaftlichen Theorien und Hypothesen, die noch immer von einer materialistisch-monistischen Weltanschauung gehalten werden, mit den Tatsachen der Naturwissenschaft in Widerspruch stehen.

[ 3 ] At that time, if one wished to remain open-minded in this regard, one would have had to believe—in the broadest circles—that future discoveries in scientific research would increasingly confirm and reinforce what Ernst Haeckel had articulated in 1864 as a bold research program: the derivation and arrangement of all scientific principles in such a way that one could recognize how the order of humankind had gradually developed from the animal kingdoms. If what Haeckel proclaimed at the time as a kind of program—but which he himself already regarded as an irrefutable truth—had come to pass, if scientific research had truly taken the path he had assumed, then the radical contrast between the natural sciences and the humanities mentioned above would undoubtedly exist today. But that is not how things turned out. Natural science itself has, in essence, yielded entirely different results and entailed consequences—particularly in recent decades—than had been assumed at the time. And the fact that we still have such great difficulty today in seeing clearly in this area—when it comes to elucidating the relationship between the natural sciences and the humanities—stems solely from the fact that the popular dissemination and internalization of scientific knowledge do not keep pace with the discovery and production of that knowledge. We still find ourselves today in a situation with regard to popular consciousness where, in the broadest circles—and particularly in popular literature—the belief is widespread as if it were a fixed dogma: namely, that only those who today fully submit to the assertion that human beings are, outwardly, real—as perceived by the external senses—has evolved over time from animal forms that, in terms of their structure and living conditions, immediately border on him within the animal kingdom. This belief is widespread, and if one listens carefully, one can still hear everywhere that anyone who seeks to challenge this belief, this dogma, is simply told: “Well, you just don’t know anything about the worldview that emerges when one truly stands on the solid ground of scientific facts.”—In fact, in the broadest circles, people know nothing of this, because popular literature presents everything in such a way that one cannot know that this belief has become quite fragile in recent years, and that what scientific research actually brings to light today regarding our question has, in fact, already moved into a position that is troubling for the materialistic-monistic worldview—one that is alarmingly close to what spiritual science has to say. For one might say: The way in which natural science has developed in recent years with regard to our question is such that the old views of a direct descent of humankind from the adjacent animal kingdom must be called into question everywhere. And if we take a brief look at the course this science has taken—before delving into the matters of the spiritual sciences— it will show us that it is indeed true that the humanities today are actually much less likely to contradict the natural sciences than the scientific theories and hypotheses—which are still held by a materialistic-monistic worldview—are in contradiction with the facts of the natural sciences.

[ 4 ] Wenden wir uns, um mit ein paar Strichen das anzudeuten, was sich zugetragen hat, zu den Anschauungen zurück, die zum Beispiel in den sechziger, siebziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts ganz begreifliche Verbreitung finden konnten. Was hat sich, als Darwin selber 1871 sein geistvolles Buch «Über die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl» seinem 1858 erschienenen Buche «Über die Entstehung der Arten im Tier- und Pflanzenreich» folgen ließ, damals in begreiflicher Art bei ihm und seinen unmittelbaren mehr oder weniger ihm nahestehenden oder über ihn hinausragenden Anhängern gebildet? Da hat sich die Anschauung gebildet, daß sich einmal in einer Zeit, die der unsrigen lange vorangegangen ist, der Mensch nach und nach aus Formen, die der Affenart angehören, herausgebildet habe, Formen, die zwar nicht mit den Formen dieser Tierspezies übereinzustimmen brauchen, welche sich bis in unsere heutigen Tage herein erhalten hat, aber doch in einer gewissen Weise mit ihnen äußerlich formverwandt ist. Eine Art von Wesen sah man als Vorfahren des Menschen an, das vier Gliedmaßen hatte, die im Gegensatze zu der heutigen Verteilung der vier Gliedmaßen des Menschen in Hände und Füße mehr gleichartig gestaltet waren, eine Art vierhändiges Wesen, bei dem auch die heutigen zu Füßen umgestalteten Gliedmaßen des Menschen handähnlich waren. Also eine Art vierhändiges Klettertier wäre der Mensch gewesen, noch mit einer Art von Haarkleid bedeckt, mit einem unvollkommen ausgebildeten Gehirn und demgemäß mit einer anders gestaltetenSchädelkapsel. Und dann würde sich in mehr oder weniger gerader Linie ein solches affenähnliches Wesen durch die Anpassung an die Verhältnisse und durch alles, was sich im Kampfe ums Dasein ergeben hat, zu dem heutigen Menschen fortentwickelt haben. Man ist so weit gegangen, daß man nicht etwa bloß sich der Anschauung hingegeben hat, als ob die äußeren Formen und ‘die mehr ins Tierische gehörenden Lebensverhältnisse des Menschen sich allmählich aus einer solchen tierähnlichen Form herausgebildet hätten, sondern als ob auch alle geistigen Betätigungen des Menschen nur eine höhere Ausbildungsstufe demgegenüber darstellen würden, was sich an geist- und seelenähnlichen Betätigungen schon in der Tierwelt findet.

[ 4 ] To briefly outline what took place, let us turn to the views that, for example, gained quite understandable popularity in the 1860s and 1870s. When Darwin himself followed up his 1858 book On the Origin of Species in the Animal and Plant Kingdoms with his insightful 1871 work On the Descent of Man and Selection in Relation to Sex, what ideas naturally took shape at that time among him and his immediate followers—those more or less close to him or even surpassing him? The view took shape that, at a time long before our own, humans had gradually evolved from forms belonging to the ape species—forms that, while not necessarily identical to the forms of this animal species that have survived to the present day, were nevertheless, in a certain sense, externally similar to them. A type of creature was regarded as the ancestor of humankind—one that had four limbs which, in contrast to the modern division of the human limbs into hands and feet, were more uniformly shaped; a sort of four-handed creature in which even the limbs that have since been transformed into feet were hand-like. Thus, humans would have been a kind of four-handed climbing creature, still covered with a kind of fur, with an imperfectly developed brain and, accordingly, a differently shaped skull. And then, in a more or less straight line, such an ape-like creature would have evolved into modern humans through adaptation to its environment and through everything that resulted from the struggle for existence. Scholars have gone so far as to reject the notion that merely the external forms and ‘the more animal-like conditions of human life had gradually developed from such an animal-like form, but also to the view that all human mental activities represent merely a higher stage of development compared to what is already found in the animal world in terms of mind- and soul-like activities.

[ 5 ] Man hat sich da insbesondere bemüht, zu zeigen, daß das, was menschliches Denken, menschliches Fühlen, menschliches Wollen und Wesen dieses Wollens unter dem Maßstabe der sittlichen Weltanschauung ist, sich nur herausstellt als eine Komplikation, eine Ausbildung einfacherer, primitiver Seelen- und Geistestätigkeiten, die sich auch im Tierreiche finden, sich dann eben so kompliziert und umgestaltet hätten wie die äußeren Formen des Gehirns oder der Gliedmaßen. Es wäre also wichtig, daß eine solche Anschauung zu der Annahme führen müßte, daß alles, was der Mensch heute als sein Geistiges, als den Inhalt seines Seelenlebens erlebt, eigentlich nur das Produkt, der Ausdruck eines physisch-leiblichen Lebens sei, welches sich zurückverfolgen läßt in Zeiten, in denen es eigentlich nur ein noch tierisch sich verwirklichendes, leibliches Leben gibt, für welche Zeiten es noch keinen Sinn hat, von einem solchen geistigen Vorgange oder geistigen Inhalt zu sprechen, wie er sich in der Menschenseele heute auslebt. Wie eine Art Überbau über frühere niedere Formen hätte sich demgemäß das menschliche Geistesleben ausgestaltet, so daß keine Berechtigung vorliegen würde, das Geistesleben des Menschen, wie es sich in der Seele auslebt, wofür die Menschen so lange einen höheren, reineren Ursprung angeschaut haben, an eine geistige Welt unmittelbar anzuknüpfen, die sich in unsere physische Welt hereinstreckt. Und für noch fernere Zeiten in der Vergangenheit würde sich ergeben, daß das tierische Leben sich aus niederen Formen herausentwickelt hat und daß das, was Geistiges und Seelisches im Tiere genannt werden kann, zurückgeführt werden muß auf ein Dasein in Urzeiten, in welchen es nur diejenigen Vorgänge und Wesenhaftigkeiten gegeben hat, die der Mensch heute geneigt ist, nicht als durchlebt und durchwoben zu denken von irgendwelchem Hereinspielen eines Geistigen. Damit aber wäre für die Weltanschauung der Geist sozusagen als ein Schein, als eine Schein-Substantialität hingestellt, die aus dem Leiblichen wie heraussprüht, und es wäre alles Geistige auf das zurückgeführt, was uns als ein Sinnliches leiblich-körperhaft umgibt.

[ 5 ] In particular, an effort has been made to show that what human thought, human feeling, human volition, and the nature of this volition are—as measured against the standards of a moral worldview—turn out to be nothing more than a complication, a development of simpler, primitive activities of the soul and mind—activities that are also found in the animal kingdom—which have simply become as complicated and transformed as the external forms of the brain or the limbs. It would therefore be important that such a view must lead to the assumption that everything which humans today experience as their spiritual life, as the content of their inner life, is in fact merely the product, the expression of a physical-bodily life that can be traced back to times when there was actually only a bodily life manifesting itself in an animalistic manner—times for which it makes no sense to speak of such a spiritual process or spiritual content as is lived out in the human soul today. Accordingly, human spiritual life would have developed as a kind of superstructure over earlier, lower forms, so that there would be no justification for linking human spiritual life—as it unfolds in the soul, and for which people have long ascribed a higher, purer origin—directly to a spiritual world that extends into our physical world. And for even more distant times in the past, it would follow that animal life developed out of lower forms and that what can be called the spiritual and soul-related aspects in animals must be traced back to an existence in primeval times, in which there were only those processes and essences that human beings today are inclined to not to conceive as having been lived through and interwoven with any kind of spiritual influence. But this would present the spirit, so to speak, as an illusion, as an illusory substantiality that seems to burst forth from the physical, and everything spiritual would be reduced to what surrounds us as a physical, corporeal sensibility.

[ 6 ] Es ist wohl hinlänglich bekannt, wie in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts Weltanschauungsströmungen pilzartig aufgeschossen sind, die ganz von dem eben charakterisierten Geiste belebt waren, die ihre Größe darin sahen, mit alledem zu brechen, was alte Anschauungen herübergebracht haben über den Ursprung des Menschen aus einer geistigen Welt heraus und über ein Aufgenommenwerden des Menschen in eine geistige Welt, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geschritten ist. Man darf sagen, daß gerade redlichster Wahrheitssinn, geschärftes intellektuelles Gewissen im Verlaufe des neunzehnten Jahrhunderts bei den mannigfaltigsten Persönlichkeiten zu einer solchen Weltanschauung geführt haben. Zu einer Weltanschauung, die damals keineswegs etwa eine materialistische Gesinnung im Hintergrunde hatte, sondern die durchaus im Einklange mit einem edlen und echten Idealismus handeln und denken wollte, der sich sagte: Darauf kann kein Mensch hoffen, daß er einer geistigen Welt unmittelbar angehört, sondern allein darauf, daß der Geist, der sich aus dem materiellen Dasein herausentwickelt hat, ein mehr oder weniger langes Dasein in der Menschenseele finden werde. Es werde sogar die menschliche Kultur das Geistige im Laufe der Entwickelung fortbilden, dasjenige aber, was man selber im Geistigen tun könnte, würde nicht einmal in einer geistigen Welt geborgen werden, sondern könne mit dem vollständigen Auslöschen der menschlichen Persönlichkeit und Individualität nur in dem fortleben, was die menschliche Gattung als Kultur hervorbringt. — Ja, man darf sagen, daß sogar bei vielen Menschen sich außerordentlich vielSeelenheroismus in eine solche Anschauung mischte, und daß man gerade bei den führenden Persönlichkeiten auf diesem Gebiete nicht den geringsten Grad von einem Gegensatze zu moralischen Weltanschauungen konstatieren darf. Denn viele haben sich gesagt, es sei gerade das, was die Seele anstreben müsse, wenn sie sich selbst gut versteht, daß sie selbstlos wirkt auf Grund dessen, was sie in der Welt gewinnen kann, und sich dann aber selbstlos wieder hingibt, in voller Anerkennung, daß sie ausgelöscht werde, und daß nur ihre Taten weiterleben. Man betonte wiederholt, daß es eigentlich Egoismus sei, in irgendeiner Form eine Unsterblichkeit zu suchen.

[ 6 ] It is well known how, in the second half of the nineteenth century, ideological movements sprang up like mushrooms, animated entirely by the spirit just described, movements that saw their greatness in breaking with everything that traditional views had handed down regarding the origin of humankind from a spiritual world and regarding humankind’s reception into a spiritual world once a person has passed through the gate of death. It may be said that it was precisely the most sincere sense of truth and a keen intellectual conscience that, in the course of the nineteenth century, led the most diverse personalities to such a worldview—a worldview that at that time was by no means underpinned by a materialistic mindset, but rather sought to act and think in harmony with a noble and genuine idealism that declared: No human being can hope to belong directly to a spiritual world, but only that the spirit, which has developed out of material existence, will find a more or less prolonged existence within the human soul. Human culture itself would continue to develop the spiritual realm in the course of evolution; however, whatever one could accomplish in the spiritual realm would not even be preserved in a spiritual world, but could only live on—with the complete extinction of human personality and individuality—in what the human race produces as culture. — Yes, one may say that even among many people an extraordinary amount of spiritual heroism was intertwined with such a view, and that, particularly among the leading figures in this field, not the slightest degree of contradiction with moral worldviews can be observed. For many have told themselves that this is precisely what the soul must strive for if it understands itself well: to act selflessly on the basis of what it can gain in the world, and then to give itself up selflessly, in full recognition that it will be extinguished and that only its deeds will live on. It was repeatedly emphasized that seeking immortality in any form is, in fact, selfishness.

[ 7 ] Geisteswissenschaft ist im allgemeinen nicht geneigt, Dinge herunterzukanzeln, welche aus einem echten Wahrheitssinn und einer intellektuellen Gesinnung hervorgegangen sind, sondern sie muß verstehen, wie sich solche Anschauungen bilden. Nie könnte sich Geisteswissenschaft darauf einlassen, dieses Herunterkanzeln von Weltanschauungen dadurch zu bewirken, wie es oft in der Welt geschieht, daß man auf das moralisch Verhängnisvolle hinweist, was sich aus der charakterisierten Weltanschauung ergeben muß. Aber etwas anderes ist es, wenn eine objektive Anschauung der Welt, ein tieferes Wissen und eine tiefere Erkenntnis selber uns überall eine solche Weltanschauung als brüchig erweist. Und da muß man sagen: Alles, was in einer so bewundernswürdigen Art von der Entwickelungsgeschichte, von der vergleichenden Anatomie, von der Versteinerungskunde und Geologie und der übrigen Naturwissenschaft geleistet worden ist, und was so bestimmt darauf hinzudeuten schien, daß sich eine solche Weltanschauung bestätigen müsse, das hat gerade immer mehr und mehr dazu geführt, daß es unmöglich geworden ist, heute auf Grundlage der naturwissenschaftlichen Tatsachen bei einer solchen Weltanschauung stehenbleiben zu können. Daher sind gewisse Forscher, von denen wir hier in den kurzen Strichen, mit denen wir den Werdegang der Weltanschauung charakterisieren wollen, nur Typen anführen können, dazu gekommen, Vorstellungen, die sich auf Grundlage früherer Annahmen und Hypothesen herausgebildet haben, gerade deshalb zu bekämpfen, weil die fortgeschrittenste naturwissenschaftliche Kenntnis Tatsachen zutage gefördert hat, die durchaus nicht mit gewissen Hypothesen und Anschauungen übereinstimmen. Da sei herausgehoben eine Persönlichkeit wie Kollmann, weil sie typisch ist für die Anschauungen, die wir in mancherlei Nuancen auch bei anderen vertreten finden, und zwar deshalb, weil sie in den Tatsachen eineGrundlage haben. Kollmann mußte aus dem, was sich aus den Beobachtungen der Entwickelungsgeschichte ergab, aus der Beobachtung des vorgeburtlichen Menschen, des Menschenkeimes und der Tierkeime vor ihrer Geburt, und aus dem, was sich ihm in der Versteinerungskunde zeigte, zu dem Schlusse kommen, man könnte unmöglich annehmen, daß die Vorfahren des Menschen in einer früheren Zeit so gestaltet gewesen wären, wie sie zum Beispiel die orthodoxen Darwinianer in den siebziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts angenommen haben und noch heute annehmen. Unmöglich könnten die Menschen in ihrer Gestalt so angenommen werden, daß man eine nach rückwärts fliehende, niedere Stirnbildung, ein noch unentwickeltes, sozusagen wie zusammengeschrumpftes Gehirn bemerken würde, eine Gestalt also, welche an die heutige Aftengestalt erinnern würde. Sondern es fand sich im Gegenteil immer wieder der genannte Forscher aus seinen Entdeckungen heraus bemüßigt anzunehmen, daß man gerade umgekehrt eine weit über die heutige Geschlossenheit des menschlichen Gehirnes und des Affengehirnes hinausgehende Gehirnkonfiguration annehmen müsse, aus der sich sodann das Affengehirn von heute aus einer ursprünglichen Form herausgebildet hätte, die eigentlich dem menschlichen Gehirn von heute viel ähnlicher gewesen sein muß als das gegenwärtige Affengehirn. So daß man im gegenwärtigen Affengehirn eine Art von Rückbildung zu sehen hätte aus einer Form, die es heute nicht mehr gibt, und die dadurch, daß sie in ihrer Gehirnbildung bestimmter geworden ist, auch als die Steammform des Menschengehirnes anzunehmen wäre. Außerdem fand sich derselbe Forscher bemüßigt anzunehmen, daß man nicht aus den Formen der höheren Tiere den Menschen ableiten könne, sondern aus kleinen, pygmäenartigen Wesen ihn ableiten müßte. Und er suchte daher überall nach Resten eines solchen alten, zwerghaften Menschengeschlechtes.

[ 7 ] The humanities are generally not inclined to dismiss views that have arisen from a genuine sense of truth and an intellectual disposition; rather, they must understand how such views are formed. Spiritual science could never engage in dismissing worldviews by pointing out—as is often done in the world—the morally disastrous consequences that must result from the worldview in question. But it is quite another matter when an objective view of the world, deeper knowledge, and deeper insight themselves reveal such a worldview to be fragile in every respect. And here one must say: Everything that has been achieved in such an admirable way by the history of evolution, comparative anatomy, paleontology, geology, and the rest of the natural sciences—and which seemed to point so decisively toward the confirmation of such a worldview—has, in fact, led more and more to the point where it has become impossible maintain such a worldview today on the basis of scientific facts. Consequently, certain researchers—of whom we can mention here only representative examples in the brief outline with which we seek to characterize the development of this worldview— have come to oppose ideas that developed on the basis of earlier assumptions and hypotheses, precisely because the most advanced scientific knowledge has brought to light facts that are by no means consistent with certain hypotheses and views. Let us highlight a figure such as Kollmann, because he is typical of the views that we find, in various nuances, among others as well—precisely because they are grounded in facts. Based on what emerged from observations of evolutionary history—from the observation of the prenatal human, the human embryo, and animal embryos before birth—and from what was revealed to him in paleontology, Kollmann had to conclude that it was impossible to assume that the ancestors of humankind in earlier times had been shaped in the way that, for example, orthodox Darwinists assumed in the 1870s and still assume today. It is impossible to conceive of humans having a form in which one would observe a receding, low forehead, an undeveloped, so to speak, shrunken brain—in short, a form that would resemble the form of today’s apes. On the contrary, the aforementioned researcher found himself compelled, time and again, on the basis of his discoveries, to assume that—on the very contrary—one must postulate a brain configuration far exceeding the current similarity between the human brain and the ape brain, from which today’s ape brain would then have evolved from an original form that must actually have been much more similar to today’s human brain than the present-day ape brain is. Thus, the modern ape brain should be viewed as a kind of regression from a form that no longer exists today, and which—because its brain structure has become more defined—should also be regarded as the ancestral form of the human brain. Furthermore, the same researcher felt compelled to assume that humans could not be derived from the forms of higher animals, but must instead be derived from small, pygmy-like beings. And so he searched everywhere for remains of such an ancient, dwarfish human race.

[ 8 ] Wenn man eine solche Hypothese einmal auf seine Seele wirken läßt, so wird man sich sagen: Es ist eigentlich die Frage bald gelöst, warum die Versteinerungskunde, die Geologie, keine rechten Dokumente für einen solchen von Kollmann angenommenen Urmenschen aufweisen kann, und warum alles, was gegenwärtig von versteinerten Affen und Menschen gefunden werden kann, von dieser Urmenschenform abweicht. — Das kann bald herausgefunden werden. Wenn man die heutigen Erdenverhältnisse ins Auge faßt, so muß man sich sagen: Es ist unmöglich, daß eine solche Urform, welche die des Menschen und des Affen zugleich wäre, heute lebensfähig wäre, daß sie unter den gegenwärtigen irdischen Lebensverhältnissen existieren könnte. — Daraus folgt aber unmittelbar, ob es nun ein solcher Forscher mehr oder weniger deutlich ausspricht, er müsse nun doch voraussetzen, daß die Erde in früheren Zeiten ganz andere Verhältnisse als heute gehabt haben muß, daß wir zurückschauen müssen auf frühere Zeiten, welche ganz andere Lebensbedingungen hatten, und daß wir auf keiner Erde, die schon die heutigen Lebensbedingungen hatte, des heutigen Menschen Stammform finden könnten. So müßten wir zu solchen Erdenbedingungen zurückgehen, die sehr abweichen würden von dem, was wir an Vorstellungen über die gegenwärtigen Erdenbedingungen haben. Man wird durch eine solche naturwissenschaftliche Hypothese darauf hingewiesen, daß eigentlich unsere Erde in der Vorzeit eine ganz andere Gestalt gehabt haben müßte und alle Verhältnisse anders gewesen sein müßten, als sie heute sind.

[ 8 ] Once one allows such a hypothesis to sink in, one will say to oneself: The question is actually almost solved as to why paleontology and geology cannot provide any real evidence for such a primitive human as Kollmann posits, and why everything that is currently found in the form of fossilized apes and humans differs from this primitive human form. — This can be determined quite easily. When one considers today’s terrestrial conditions, one must conclude: It is impossible for such a primordial form—which would be both human and ape—to be viable today, or to exist under current terrestrial living conditions. — But it follows directly from this—whether or not a researcher states it more or less clearly—that he must assume the Earth must have had conditions in earlier times that were entirely different from today’s, that we must look back to earlier times that had entirely different living conditions, and that we could not find the ancestral form of modern humans on any Earth that already had today’s living conditions. Thus, we would have to go back to Earth conditions that would differ greatly from our current conceptions of present-day Earth conditions. Such a scientific hypothesis points out that, in fact, our Earth must have had a completely different form in prehistoric times, and all conditions must have been different from what they are today.

[ 9 ] Damit wird aber die ganze Frage, wie sie sich in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts herausentwickelt hat, überhaupt verschoben. Wodurch kam es denn, daß die Naturforscher zu einer solchen Weltanschauung vorrückten? Dadurch, daß sie aus ihren Vorstellungen heraus durch ihren Wahrheitssinn und ihr intellektuelles Gewissen mit der alten Anschauung brechen mußten, so zum Beispiel mit der Linnéschen Anschauung, wonach die einzelnen Formen der Lebewesen gleichsam nebeneinander in die Welt hineingestellt gewesen wären. Diese Anschauung schien nicht der Höhe der wissenschaftlichen Forschung zu entsprechen, willkürliche Schöpfungsakte anzunehmen, die einmal die einzelnen Formen der Tiere und daneben auch den Menschen auf die Erde hingestellt hätten. Wenn man darauf eingeht, warum diese Anschauung nicht wissenschaftlich schien, so muß man darauf antworten: Sie schien mit Recht nicht wissenschaftlich, wenn man die Gesetze und Bildungsbedingungen der Lebewesen, wie sie gegenwärtig herrschen, ins Auge faßt, denn nach diesen Naturgesetzen läßt sich ein Hineinstellen der Tier- und Menschenformen nebeneinander durchaus nicht vereinen. Wenn auf der anderen Seite die naturwissenschaftlichen Tatsachen selber dazu drängten, wie wir aus den mehr oder weniger bewußten oder unbewußten Ausführungen des obengenannten Forschers gesehen haben, ganz andere Verhältnisse im Erdendasein für die früheren Zeiten anzusetzen, dann gilt die Grundlage nicht mehr. Dann kann man nicht sagen, daß es für diese Erdenphase noch immer eine solche Denkschwierigkeit hätte, die einzelnen Formen der Lebewesen in einer solchen materiellen Unabhängigkeit voneinander zu denken und nur in geistiger Abhängigkeit voneinander aufzufassen.

[ 9 ] This, however, completely shifts the entire issue as it developed in the second half of the nineteenth century. How did natural scientists come to adopt such a worldview? It was because, based on their own ideas and guided by their sense of truth and their intellectual conscience, they had to break with the old view—for example, the Linnaean view, according to which the individual forms of living beings had, as it were, been placed side by side in the world. This view did not seem to correspond to the level of scientific research, as it assumed arbitrary acts of creation that had once placed the individual forms of animals—and alongside them, human beings—on Earth. If one examines why this view did not seem scientific, one must answer: It rightly did not seem scientific when one considers the laws and conditions of formation of living beings as they currently prevail, for according to these natural laws, the placement of animal and human forms side by side is entirely incompatible. If, on the other hand, the scientific facts themselves were compelling us—as we have seen from the more or less conscious or unconscious statements of the aforementioned researcher—to assume entirely different conditions of earthly existence for earlier times, then this foundation no longer holds. Then one cannot say that, for this phase of Earth’s history, there would still be such a conceptual difficulty in conceiving the individual forms of living beings as materially independent of one another and understanding them as dependent on one another only in a spiritual sense.

[ 10 ] Aber der genannte Naturforscher ist nur ein Typus. Von ganz besonderer Wichtigkeit ist das, was solche naturwissenschaftlichen Denker wie Klaatsch und Snell aus ganz besonderen naturwissenschaftlichen Ergebnissen heraus zu sagen haben. Für sie stellte sich heraus, und sie sprachen es in deutlichster Weise aus, daß nach dem, was sich an naturwissenschaftlichen Tatsachen beobachten läßt, überhaupt gar keine Rede davon sein könnte, daß der Mensch in irgendeiner unmittelbaren Verwandtschaft mit höheren, affenähnlichen Säugetieren stünde. Es ist heute nicht möglich, auf die Ergebnisse zum Beispiel der Blutforschung in den letzten Jahren einzugehen, obwohl es interessant sein würde. Es soll heute mehr auf die Gestalt eingegangen werden. Es könnte aber über die Friedmannsche Blutforschung ganz dasselbe gesagt werden, was über die morphologische Entwickelung gesagt worden ist. Diese letztgenannten Forscher fanden, daß es ganz unmöglich sei, davon zu sprechen, daß der Mensch sich aus höheren Säugetieren herausentwickelt habe, weil ein gewissenhaftes Verfolgen dessen, was wir heute als Ergebnis der Versteinerungskunde haben, uns dazu führt, einzusehen, daß die Bildungskräfte und die Bildungsverhältnisse der höheren Säugetiere selber nur so aufgefaßt werden können, daß sie auf Grundformen, auf ursprüngliche Tierformen zurückführen, welche im Grunde genommen eigentlich so, wie sie als mit der Erde in Verbindung stehend ursprünglich gedacht werden müssen, dem Menschen viel ähnlicher sind als den heutigen affenähnlichen Säugetieren. Es würden also die heutigen Affen viel unähnlicher denStammformen sein, von denen sie selbst abgeleitet werden müßten, als der Mensch es dieser Stammform gegenüber ist.

[ 10 ] But the natural scientist mentioned is merely a type. Of particular importance is what natural-science thinkers such as Klaatsch and Snell have to say based on very specific scientific findings. It became clear to them—and they expressed this in the clearest terms—that, based on observable scientific facts, there could be absolutely no question of humans having any direct kinship with higher, ape-like mammals. It is not possible today to go into detail about the findings of, for example, blood research in recent years, although it would be interesting to do so. Today, the focus will be more on morphology. However, exactly the same could be said about Friedmann’s blood research as has been said about morphological development. These latter researchers found that it is entirely impossible to speak of humans having evolved from higher mammals, because a conscientious examination of what we now know from paleontology leads us to realize that the formative forces and conditions of higher mammals themselves can only be understood as traceable to primordial animal forms, to primordial animal forms, which—in essence, as they must originally be conceived in connection with the Earth—are actually much more similar to humans than to today’s ape-like mammals. Thus, today’s apes would be much less similar to the ancestral forms from which they themselves must be derived than humans are to these ancestral forms.

[ 11 ] Das ist nun eine außerordentlich interessante Wendung, die besonders durchKlaatsch in dieEntwickelung der Zoologie hineingekommen ist, daß sich die Forscher zu der Auffassung gezwungen sahen: Wenn man zum Beispiel die menschlichen Hände beobachtet, so ist es unmöglich, auch nur einen Moment im Ernste daran zu denken, daß sie sich aus den Gliedmaßen der heutigen höheren Säugetiere umgebildet haben, sondern man muß umgekehrt in urferner Zeit Stammformen annehmen, die viel ähnlicher waren den heutigen Menschenhänden als den heutigen Gliedmaßen der höheren Säugetiere. — So hat der genannte Forscher zum Beispiel gesagt: Wenn wir am Gibbon, dieser merkwürdigen, für die Menschenähnlichkeit immer herangezogenen Affenart sehen, daß er in seinen Gliedmaßen noch am meisten mit den menschlichen Giedmaßen Ähnlichkeit hat, so muß man sagen, er habe sie nicht deshalb, weil sich aus seiner Form die Menschenform herausgebildet hat, sondern weil er sich von allen Affenarten am meisten dieUrform bewahrt hat, von welcher auch der Mensch abstammt, und die dieser sich am treuesten bewahrt hat. — So ist dieser Forscher dazu gekommen, in weit zurückliegenden Zeiten eine Art von Lebewesen anzunehmen, welche in ihrer ganzen Konstitution so gewesen sind, daß der Mensch, wie er heute vor uns steht, das Allermeiste sich von ihnen bewahrt hat, und daß am meisten Abweichungen diejenigen 'Tierformen haben, die sich dann neben dem Menschen aus diesen ursprünglichen Formen der Urzeit herausentwickelt haben. So hätte der Mensch am treuesten eine ursprüngliche Lebensform bewahrt, die für diesen Forscher existiert hat, lange bevor nicht nur unsere Affengeschlechter vorhanden waren, sondern auch die übrigen Säugetiere. Eine Urform also, die in jene Zeiten zurückführt, in denen noch nicht unsere Säugetiere vorhanden waren. Und es ist interessant, daß Klaatsch geradezu sagt, man müsse diese Urform der Tiere verwandter denken den alten Drachengeschlechtern, von denen die Geologie erzählt, als den heutigen Säugetieren und Affen. So daß alleSäugetiere von einer Urform abstammen, welche sie zur Karikatur verzerrt, gleichsam heruntergebracht hätten, während der Mensch sie am treuesten bewahrt hat.

[ 11 ] This is an extraordinarily interesting development—one that has found its way into the field of zoology largely through gossip—that has led researchers to conclude: If, for example, one observes human hands, it is impossible to seriously consider, even for a moment, that they evolved from the limbs of today’s higher mammals; rather, one must assume that, in ancient times, there were ancestral forms that were much more similar to today’s human hands than to the limbs of today’s higher mammals. — For example, the researcher in question said: When we observe the gibbon—this remarkable species of ape that is always cited for its resemblance to humans—and see that its limbs still bear the greatest resemblance to human limbs, we must conclude it does not have them because the human form evolved from its form, but because, of all ape species, it has preserved the most of the primordial form from which humans also descend, and which humans have preserved most faithfully. — Thus, this researcher has come to assume that, in times long past, there existed a species of living beings whose entire constitution was such that humans, as they stand before us today, have preserved the vast majority of their characteristics, and that the greatest deviations are found in those “animal forms” that subsequently developed alongside humans from these original forms of prehistoric times. Thus, according to this researcher, humans have most faithfully preserved an original life form that existed long before not only our ape species but also the other mammals were present. An archetypal form, therefore, that dates back to those times when our mammals did not yet exist. And it is interesting that Klaatsch goes so far as to say that one must regard this primordial form of animals as more closely related to the ancient dragon genera described by geology than to today’s mammals and apes. Thus, all mammals are descended from a primordial form that they have, as it were, distorted into a caricature, while humans have preserved it most faithfully.

[ 12 ] Das sind Dinge, die wir nicht aus irgendeiner von den Naturforschern als phantastisch angesehenen Geisteswissenschaft herausfinden, sondern die wir innerhalb der naturwissenschaftlichen Forschung so finden, daß sich die Forscher, aus dem, was sie sehen, gedrängt fühlen, solches zu behaupten. Nun kann man allerdings wieder sagen, daß solche Forscher doch merkwürdige Sprünge machen und daß man vieles dagegen einwenden kann. Aber wenn man sich wieder jenes merkwürdige Lebewesen vor die Seele stellt, von dem die Menschen und die Säugetiere alle abstammen sollen, so muß man sich doch sagen: Unter den heutigen Verhältnissen ist ein solches Lebewesen ganz unmöglich, es kann heute gar nicht existieren. —- Der Mensch hat sich eben die Form von damals so umgestaltet, daß er sie nach und nach den heutigen Verhältnissen angepaßt hat. Nun ist es interessant, daß sich ein Forscher wie Klaatsch bei der Entwickelung jener Urform zum Menschen, was also gar nichts zu tun hätte mit den Gesetzen, welche die verschiedenen Gestalten der Säugetiere hervorbrachten, dazu gedrängt fühlt, als Orte der Entwickelung aus einer solchen Urform gerade diejenigen Orte anzunehmen, innerhalb deren der Mensch am wenigsten von dem berührt werden mußte, was man im Darwinistischen Sinne den «Kampf ums Dasein» nennt. Denn er sagt: Wenn der Mensch den groben Kampf ums Dasein mit Raubtieren und so weiter hätte bestehen müssen in Gegenden, wo Raubtiere besonders verbreitet waren, so hätte er diesen Kampf niemals durchführen können, er mußte, damit das, was in ihm Entwickelungsanlage war, zur Ausgestaltung kommen konnte, davor bewahrt werden in Verhältnissen, welche diesem Kampfe ums Dasein entrückt waren. — So versucht uns ein solcher Forscher, weil er ja dennoch immer ein materialistisch-monistisches Denken im Hintergrunde hat, zu zeigen, wie sich der heutige menschliche Fuß aus einer Gliedmaßengestalt bei den Urwesen gebildet habe, indem er annimmt, daß das zweite Paar der Gliedmaßen eine Art von Klerterhand gewesen sei. Es hätte sich — das ist natürlich reine Hypothese dieses Forschers — das Menschengeschlecht, oder diese Urform des Menschengeschlechtes, in Gegenden aufgehalten, wo es in nicht dicht gedrängten, aber hohen Bäumen lebte, so daß es zwar nicht ein Klettertier gewesen sei, wo sich aber doch, in Anpassung an sein Klettern, weil es sich an Baumstämmen stützen konnte, die Aushöhlung des Fußes und die eigentümliche scharfe Einstellung der großen Zehe des menschlichen Fußes bilden konnte. Denn als der Mensch ein Wesen wurde, meint Klaatsch, das auf dem Boden ging, mußte es schon den Fuß dafür gebildet haben; es mußte also aus anderen Verhältnissen heraus diesen Fuß so bilden.

[ 12 ] These are things we do not discover through some branch of the humanities that natural scientists regard as fanciful, but rather we find them within scientific research in such a way that the researchers feel compelled, based on what they see, to make such claims. Now, of course, one might again say that such researchers make rather strange leaps and that there are many objections to be raised against this. But when one once again conjures up that strange creature from which all humans and mammals are said to have descended, one must admit: Under today’s conditions, such a creature is entirely impossible; it simply cannot exist today. —- Humans have simply reshaped that ancient form in such a way that they have gradually adapted it to present-day conditions. Now it is interesting that a researcher like Klaatsch, when considering the evolution of that primordial form into humans—which, after all, would have nothing to do with the laws that produced the various forms of mammals— feels compelled to assume, as the sites of evolution from such a primordial form, precisely those places within which humans would have been least affected by what is called, in the Darwinian sense, the “struggle for existence.” For he says: If humans had had to survive the brutal struggle for existence against predators and the like in regions where predators were particularly widespread, they would never have been able to endure this struggle; in order for what was a developmental potential within them to come to fruition, they had to be spared from it in conditions that were removed from this struggle for existence. — Thus, such a researcher—who, after all, always has a materialistic-monistic way of thinking in the background—attempts to show us how the modern human foot developed from a limb structure in primitive beings, assuming that the second pair of limbs was a kind of clawed hand. It is possible—though this is, of course, purely a hypothesis put forward by this researcher—that the human race, or this primordial form of the human race, inhabited regions where it lived in sparsely populated, but tall trees, so that while it was not a climbing animal, it was nevertheless able—in adaptation to its climbing, because it could support itself on tree trunks—to develop the hollow of the foot and the peculiar, pointed orientation of the big toe of the human foot. For when humans became creatures that walked on the ground, Klaatsch argues, they must already have developed the foot for that purpose; they must therefore have formed this foot under different conditions.

[ 13 ] Das ist allerdings eine sonderbare Schlußfolgerung und eine merkwürdige Hypothese. Denn wie sollte nicht der Einwand gerechtfertigt sein, daß der Fuß, als er noch eine Kletterhand war, auch den Verhältnissen angepaßt sein mußte? Da reicht also materialistisch-monistisches Denken nicht aus. Aber interessant ist es, zu beobachten, wie ein solcher Forscher dazu kommt, für die Gestaltung des Menschen aus einem Urwesen, jenes Prinzip abzulehnen, auf welches der orthodoxe Darwinismus so lange Wert gelegt ‚hatte: den «Kampf ums Dasein», so daß er also gerade den Menschen diesem Kampfe ums Dasein entrücken will. Wie könnte man da sagen, daß die heutigen naturwissenschaftlichen Tatsachen in irgendeiner Weise so aufzufassen seien, daß sie eine Bekräftigung und Bestätigung des Weltanschauungs-Programmes gebracht hätten, das in der Morgenröte des Darwinismus in so kühner Unerschrockenheit entworfen wurde? Es scheint sich uns das höchst Interessante zu zeigen, daß sich Naturforscher gedrängt fühlten, auf Formen als auf Ursprungsformen des Menschen hinzuweisen, die heute nicht vorhanden sind, die sozusagen für die Naturforscher ausgedachte, bloß hypothetisch angenommene Formen sind. Und das geht so weit, daß zum Beispiel Klaatsch gegenüber all den Ideen, daß sich der Mensch durch den Kampf ums Dasein aus höheren Säugetierformen während der Eiszeit herausentwickelt habe, sagen kann, das sei eine kindliche Vorstellung, die heute gar nicht mehr aufrecht erhalten werden könnte. Selbstverständlich wird eine solche von diesem Forscher kindlich genannte Vorstellung in der populären Literatur überall noch vertreten, und es gibt noch genugsam Schreiber in dieser populären Literatur, welche sagen, daß sie Tatsachen anführen, während es nur Hypothesen sind, die scheitern gegenüber dem, was andere Forscher als Tatsachen anführen. So führt das naturwissenschaftliche Dengen ganz aus dem hinaus, was heute noch vielfach als naturwissenschaftliche Weltanschauung gegeben wird.

[ 13 ] That is, however, a strange conclusion and a peculiar hypothesis. For how could the objection not be justified that the foot, when it was still a climbing hand, must also have been adapted to the circumstances? Materialistic-monistic thinking is therefore insufficient here. But it is interesting to observe how such a researcher comes to reject, with regard to the evolution of humans from a primordial being, the very principle on which orthodox Darwinism had long placed such emphasis: the “struggle for existence”—so that he thus seeks to remove humans from this very struggle for existence. How, then, could one say that today’s scientific facts are to be interpreted in any way that would constitute a reaffirmation and confirmation of the worldview program that was conceived with such bold audacity at the dawn of Darwinism? It seems to us highly interesting that natural scientists felt compelled to point to forms—as the ancestral forms of humankind—that do not exist today, forms that are, so to speak, contrived by natural scientists and merely hypothetically assumed. And this goes so far that, for example, Klaatsch can say, in response to all the ideas that humans evolved from higher forms of mammals during the Ice Age through the struggle for existence, that this is a childish notion that can no longer be upheld today. Of course, such a notion—which this researcher calls childish—is still widely espoused in popular literature, and there are still plenty of writers in this popular literature who claim to be presenting facts, when in reality they are merely hypotheses that fail to stand up to what other researchers present as facts. Thus, Dengen’s scientific approach leads entirely away from what is still widely regarded today as a scientific worldview.

[ 14 ] Wie ist also kurz skizziert der Gang der naturwissenschaftlichen Forschung von früher bis in unsere Zeit? In den siebziger Jahren sagte man: Schaut euch die höheren Säugetierformen an, da habt ihr ein Bild, wie der Mensch in ferner Vergangenheit ausgeschaut hat! — Heute wird gesagt: In diesen Säugetierformen habt ihr Tierformen, die nur dadurch entstanden sind, daß sie vollständig abgewichen sind von dem, was als Urmensch einst da war, und was nicht in den Versteinerungsschichten der Erde gefunden werden kann, wofür es kein äußeres Zeugnis gibt, sondern was heute nur aus dem, was durch die Geologie gefunden wird, konstruiert werden kann. Naturwissenschaft selbst führt uns also auf Gestaltungen zurück, die heute nicht mehr vorhanden sind. So wird der Mensch angegliedert in der Urzeit an Formen, die wahrhaftig recht verschieden sind von dem, wovon man bis noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit glaubte, den Menschen abstammen lassen zu müssen.

[ 14 ] So, how can we briefly outline the course of scientific research from the past to the present? In the 1970s, people used to say: Look at the higher forms of mammals—there you have a picture of what humans looked like in the distant past! — Today it is said: In these mammalian forms, you have animal forms that arose solely because they diverged completely from what once existed as the “primitive human”—a form that cannot be found in the Earth’s fossil layers, for which there is no external evidence, but which today can only be reconstructed from what is discovered through geology. Natural science itself thus leads us back to forms that no longer exist today. Thus, in prehistoric times, humans are linked to forms that are truly quite different from what, until relatively recently, was believed to be the source of human descent.

[ 15 ] Das ist ein Weg, der uns klärlich zeigt, daß er unmittelbar in das einmünden muß, was die Geisteswissenschaft nun eigentlich über den Ursprung des Menschen zu sagen hat. Wodurch unterscheidet sich die Geisteswissenschaft von einem naturwissenschaftlich-materialistischen Monismus in bezug auf die Frage nach dem Ursprunge des Menschen?

[ 15 ] This is a path that clearly shows us that it must lead directly to what spiritual science actually has to say about the origin of humankind. How does spiritual science differ from a natural-scientific, materialistic monism with regard to the question of the origin of humankind?

[ 16 ] Die Geisteswissenschaft muß annehmen, daß der Mensch, so wie er heute gestaltet ist, in eine Vergangenheit zurückführt — wir haben das als einen Weg in die nächste Vergangenheit auch in diesen Vorträgen schon angedeutet -, daß wir zunächst, wenn wir ihn nach rückwärts verfolgen, zu früheren Leben, zu früheren Verkörperungen geführt werden. Was heute als Geist oder Seele im Menschen lebt, das müssen wir nach dem, was sich uns in den letzten Vorträgen ergeben hat, so anschauen, daß es nicht nur ein Leben haben kann innerhalb der menschlichen Leibesform, in der es uns in der sinnlichen Welt zunächst entgegentritt, sondern daß es auch ein Leben haben kann in dem sogenannten entkörperten Zustand, so daß wir das volle Menschenleben so zu betrachten haben, daß es zerfällt in jenen Teil, der in der Zeit von der Geburt oder Empfängnis bis zum Tode zugebracht wird, und in jenen Teil, der vom Tode bis zu einer neuen Geburt geht, wo der Mensch in einer rein geistigen Welt lebt und die Kräfte ausgestaltet und verwertet, die er sich im physischen Leibe angeeignet hat. Dann schreitet der Mensch durch eine neue Geburt so zum Dasein, daß er zwar die äußere Körpergestalt, die äußeren Körperformen aus der Vererbungslinie als ein Ergebnis dessen erlangt, was ihm die Eltern und die weiteren Ahnen vererben können, daß aber das, was so vererbt wird, nicht den eigentlichen menschlichen Wesenskern einschließt, sondern daß dieser unmittelbar bevor der Mensch in das Dasein tritt, in einer geistigen Welt ist, sich dort mit entsprechenden Kräften aus früheren Leben ausgestattet hat, und daß der Mensch dann durch diesen geistigen Wesenskern, insofern er Formen als Leibesformen ererbt hat und aus physischen Stoffen zusammengesetzt ist, plastische Umgestaltungen und Ausbildungen erfahren kann, daß er sich so umgestaltet und namentlich in den ersten Kindesjahren individuell gegliedert, so daß der Leib ein brauchbares Werkzeug für das Geistig-Seelische werden kann, das als ein Selbständiges in denselben eintritt. Daher sehen wir das Geistig-Seelische als ein Selbständiges, als ein Erstes in der Geisteswissenschaft an, das so am Menschen arbeitet, daß der Mensch den Grundunterbau seiner Gestalt, seiner stofflichen Verhältnisse aus den Vererbungsverhältnissen übernimmt, daß aber in das, was er da übernimmt, die feinere individuellere Gestaltung nach Maßgabe dieser geistig-seelischen Verhältnisse hineingearbeitet wird. Doch sehen wir geisteswissenschaftlich betrachtet den geistig-seelischen Wesenskern nicht so an der Menschengestalt arbeiten, als ob dieser den ganzen Menschen gestalten würde, sondern so, daß innerhalb jener Leiblichkeit, die in der physischen Welt vererbt wird, noch immer so viel Beweglichkeit und so viel innere Biegsamkeit bleibt, daß sich der geistigseelische Wesenskern da hineinarbeiten kann.

[ 16 ] Spiritual science must assume that human beings, as they are constituted today, lead back into the past—we have already hinted at this as a path into the immediate past in these lectures as well—that, when we trace them backward, we are first led to earlier lives, to earlier incarnations. What lives today as spirit or soul within the human being—based on what has emerged in our recent lectures—we must view in such a way that it can have a life not only within the human physical form, in which it first appears to us in the sensory world, but that it can also have a life in the so-called disembodied state, so that we must view the full human life as divided into that part spent in the period from birth or conception to death, and that part extending from death to a new birth, during which the human being lives in a purely spiritual world and develops and utilizes the forces he has acquired in the physical body. Then, through a new birth, the human being enters into existence in such a way that, while they do acquire the outer physical form and features from the hereditary line as a result of what their parents and further ancestors can bequeath to them, what is thus inherited does not include the actual human core of being; rather, this core, immediately before the human being enters into existence, resides in a spiritual world, where it has equipped itself with corresponding forces from earlier lives, and that the human being can then, through this spiritual core of being, insofar as they have inherited forms as bodily forms and are composed of physical substances, undergo plastic transformations and developments, so that they are thus transformed and, particularly in the early years of childhood, individually structured, enabling the body to become a useful instrument for the spiritual-soul aspect that enters it as an independent entity. Therefore, in spiritual science, we regard the spiritual-soul as an independent entity, as a primary factor that works upon the human being in such a way that the human being inherits the fundamental structure of his form and his physical conditions from hereditary factors, but that the finer, more individual shaping is worked into what he inherits in accordance with these spiritual-soul conditions. However, from the perspective of spiritual science, we do not view the spiritual-soul core as working upon the human form as if it were shaping the entire human being, but rather in such a way that within that physicality which is inherited in the physical world, there still remains enough flexibility and inner malleability for the spiritual-soul core to work its way into it.

[ 17 ] Wenn wir den Menschen nun in die frühere Zeit zurückverfolgen, so finden wir, daß sich an das Leben in der Sinneswelt ein Leben im Geistigen anschließt zwischen dem letzten Tode und der diesmaligen Geburt, daß sich dann aber wieder ein vorheriges Erdenleben anschließt, darauf wieder ein geistiges Leben und so weiter. Indem wir aber mit den Mitteln, welche dem Geistesforscher zur Verfügung stehen, und die sogleich in Anlehnung an diese Ausführungen mit einigen Strichen gekennzeichnet werden sollen, uns zu dem früheren Dasein des Menschen zurückwenden, finden wir, daß diese Verkörperungen, dieses Eintreten in einen physischen Leib in der Vorzeit sozusagen einmal aufhört, daß da dasjenige, was wir den geistig-seelischen Wesenskern des Menschen nennen können, allerdings in einer anderen Art vorhanden war als jetzt, wo er durch die Geburt ins physische Dasein eintritt, aber doch vorhanden war und aus der geistigen Welt ebenso herauskam, wie er jetzt auch herauskommt, wenn er sich mit den Vererbungsverhältnissen verbindet. Aber wir würden finden, daß er ursprünglich aus der geistigen Welt in ferner Urzeit so herauskam, daß er irdische Verhältnisse antraf, welche ganz verschieden von den gegenwärtigen waren. Und zwar zeigt uns die Geisteswissenschaft, daß dieses Geistig-Seelische tatsächlich in der Urzeit solche irdischen Verhältnisse antraf, daß damals weit, weit mehr zu gestalten, umzuprägen war von dem, was als Leibesgestalt dem Menschen als einem geistig-seelischen Wesen gegeben wurde. Und immer weiter und weiter kommen wir in der Zeitenfolge zurück und finden endlich, daß wir zu einer solchen Urzeit aufsteigen, in welcher das menschliche Geistig-Seelische noch nicht darauf angewiesen war, fertige Leibesgestaltungen zu finden, in welche es nur die feineren Gestaltungen des Gehirns, des Drüsensystems und so weiter hineinprägen kann, und wir werden in Urzeiten zurückgeführt, in denen das Geistig-Seelische des Menschen solche Verhältnisse antraf, daß ohne die Vorgänge der gegenwärtigen Vererbung und Fortpflanzung die damaligen stofflichen Verhältnisse und Gesetze unmittelbar aus dem Geistigen herausgestaltet werden konnten. So werden wir nicht zu einer hypothetischen Form zurückgeführt, die ein sinnlich-physisches Dasein einmal gehabt haben soll, wie es Klaatsch für die alte Drachenzeit annimmt, sondern wir werden in Wahrheit zu einer geistigen Urform zurückgeführt. Und in der ersten Verkörperung des Menschen haben wir ein unmittelbar plastisches Ausarbeiten der Leiblichkeit zu sehen, und unter den fortschreitenden Erdenverhältnissen wurden dann die festeren Gestaltungen der menschlichen Leiblichkeit nur sozusagen immer mehr und mehr an das übertragen, was sich forterbte, und es verblieb für diesen inneren, in bezug auf äußere Gestaltungskraft immer schwächer und schwächer werdenden geistigen Wesenskern nur die Möglichkeit, innerhalb dessen zu gestalten, was innerhalb der Vererbungslinie gegeben ist. Heute gestaltet das Geistig-Seelische, weil es in der Vererbungslinie schwächer geworden ist und nicht mehr die Kraft hat, um die spätere Leiblichkeit zu formen, nur die feineren Verhältnisse aus: die Struktur des Gehirnes, die feineren Verhältnisse des Blutumlaufes, des Drüsensystems. Es findet den ihm von der Vererbung gegebenen physischen Leib vor. Gehen wir aber in die Urzeiten zurück, so finden wir da ganz andere Verhältnisse des Erdengeschehens, ganz andere Verhältnisse des Leiblichen, in denen das Geistige innerhalb des Leiblichen nicht nur den Rest der körperlichen Substanzen gestaltet, wie es heute der Fall ist, sondern den ganzen Menschen unmittelbar aus sich selbst heraus formend gestalten kann, so daß dasjenige, was uns heute als Menschenform entgegentritt, im geisteswissenschaftlichen Sinne so aus dem Geistigen herauskristallisiert angesehen werden muß, wie wir heute einen Salzwürfel aus einer Salzlösung sich herauskristallisieren sehen, der sich aus den inneren Bildungsgesetzen seineForm gibt. Und wie es nicht notwendig ist, daß die Salzwürfel, die alle durch die innere Bildung einander gleichen, von einem einzigen abstammen, ebensowenig ist es notwendig, wenn man diese geisteswissenschaftlichen Erwägungen auf seineSeele wirken läßt, daran zu denken, daß eine leibliche Blutsverwandtschaft mit den Tieren vorliege, wenn das, was der Mensch heute in seinen Formverhältnissen, in seinem Knochenbau und in dem Bau der übrigen Organe hat, an Verhältnisse und die Funktionen der Tiere erinnert, welche ähnliche Formen haben. Die Formengleichheit haben wir auf ein Hervorquellen dieses Formprinzipes zurückzuführen, das wir heute noch als ein unmittelbar Geistiig-Seelisches erkennen können. Im einzelnen ist das in meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» weiter ausgeführt.

[ 17 ] If we now trace human beings back to earlier times, we find that life in the sensory world is followed by a life in the spiritual realm between the last death and the present birth; that this is then followed by a previous earthly life, then another spiritual life, and so on. However, when we turn our attention to the human being’s past existence using the methods available to the spiritual researcher—which will be briefly outlined below in connection with these remarks—we find that these incarnations, this entering into a physical body, came to an end, so to speak, in ancient times; that what we might call the spiritual -soul core of the human being—was indeed present, albeit in a different form than it is now, when the human being enters physical existence through birth; yet it was present and emerged from the spiritual world just as it does now when it connects with the conditions of heredity. But we would find that it originally emerged from the spiritual world in distant prehistory in such a way that it encountered earthly conditions that were quite different from those of the present. Indeed, spiritual science shows us that this spiritual-soul aspect actually encountered such earthly conditions in primeval times that, back then, far, far more had to be shaped and transformed out of what was given to the human being—as a spiritual-soul being—in the form of a physical body. And as we go further and further back in the course of time, we finally find that we ascend to such a primeval era in which the human spiritual-soul aspect was not yet dependent on find ready-made physical forms into which it could merely imprint the finer structures of the brain, the glandular system, and so on; and we are led back to primeval times when the human spiritual-soul nature encountered conditions such that, without the processes of present-day heredity and reproduction, the material conditions and laws of that time could be directly shaped out of the spiritual. Thus, we are not led back to a hypothetical form that is said to have once had a sensory-physical existence, as Klaatsch assumes for the ancient age of the dragons, but we are in truth led back to a spiritual archetype. And in the first incarnation of the human being, we must see a direct, plastic shaping of physicality; and as earthly conditions progressed, the more solid forms of human physicality were then, so to speak, increasingly transferred to what was passed down through heredity, and all that remained for this inner spiritual core—which was growing weaker and weaker in terms of its power to shape the outer form—was the possibility of shaping only what is given within the line of heredity. Today, because the spiritual-soul aspect has grown weaker within the hereditary line and no longer possesses the power to shape the future physical form, it shapes only the finer conditions: the structure of the brain, the finer conditions of blood circulation, and the glandular system. It finds the physical body given to it by heredity. But if we go back to primeval times, we find there entirely different conditions of earthly events, entirely different conditions of the physical realm, in which the spiritual within the physical not only shapes the remainder of the physical substances, as is the case today, but can directly shape the whole human being out of itself, so that what appears to us today as the human form must, in the sense of spiritual science, be regarded as crystallizing out of the spiritual realm, just as we see a cube of salt crystallizing out of a salt solution today, which takes its form from the inner laws of formation. And just as it is not necessary for the salt cubes—which all resemble one another through their inner formation—to descend from a single source, it is equally unnecessary—if one allows these spiritual-scientific considerations to take effect on one’s soul—to think that a physical blood relationship with animals exists simply because what humans possess today in their physical proportions, in their skeletal structure, and in the structure of their other organs resembles the proportions and functions of animals that have similar forms. We must attribute this similarity of form to the welling forth of this principle of form, which we can still recognize today as something directly spiritual and soul-related. This is elaborated in more detail in my Outline of Esoteric Science.

[ 18 ] Wie Geisteswissenschaft den Menschen zurückführt auf eine geistige Urgestalt, auf eine Urform des Menschen, die in sich geistig ist, aber so stark in sich mit Kräften durchsetzt ist, daß sie die Materie noch meistert, dieser Gedanke sollte hingestellt werden. Und daneben sollte gezeigt werden, wie die Naturwissenschaft die Urform, zu der sie selbst hingeführt wird, und die nicht affenähnlich ist, nur aus dem hypothetischen Gedanken heraus gestalten muß. Aber die Naturwissenschaft denkt noch, daß diese Urform als materielles Wesen in der Urzeit gewirkt haben müsse. Sie hat nicht als materielles Wesen in der Urzeit gewirkt, gerade so wenig, als heute zum Beispiel der Mensch, wenn er schläft, wenn er als geistig-seelisches Wesen den Leib verläßt, als materielles Wesen während der Zeit vom Einschlafen bis zum Aufwachen gewisseProduktionsverhältnisse reguliert. Während heute das Geistig-Seelische während des Schlafes mehr noch wirkt als während des Tagwachens, nämlich die Ermüdung fortschaflt, so müssen wir das, was da schöpferisch ist im Menschen, was dieErmüdung fortschafft während desSchlafes, in der Urzeit so verstärkt denken, daß es den ganzen Menschen in seinen Formverhältnissen hervorrufen konnte.

[ 18 ] The idea that spiritual science leads humanity back to a spiritual archetype—an archetype of humanity that is spiritual in itself but so deeply imbued with forces that it still masters matter—should be set aside. And alongside this, it should be shown how natural science must construct—purely from hypothetical thought—the primordial form to which it itself is led, and which is not ape-like. But natural science still believes that this primordial form must have acted as a material being in primeval times. It did not act as a material being in primeval times, any more than, for example, a human being today—when sleeping, when leaving the body as a spiritual-soul being—regulates certain productive processes as a material being during the time between falling asleep and waking up. While today the spiritual-soul aspect is even more active during sleep than during waking hours—namely, in dispelling fatigue—we must conceive of that which is creative in the human being, that which dispels fatigue during sleep, as having been so intensified in primeval times that it was able to bring forth the entire human being in its formative relationships.

[ 19 ] Wenn man sich dann fragt: Was hat die ganze Evolution für einen Sinn?, so muß man sagen: Im Grunde genommen zeigt uns schon das heutige Menschenwesen nicht in kühnen Hypothesen, sondern durch eine vorurteilslose Betrachtung, worin der Sinn einer solchen Entwickelung liegt. Wenn wir den Menschen in seinem Leben betrachten, wie wir es hier auch schon getan haben, wie er mit seinem Bewußtsein, mit seinem gegenwärtigen Ich sich an seine Kindheit zurückerinnert, so reißt der Faden der Erinnerung einmal ab, und für das gewöhnliche Bewußtsein können wir uns dann nur von Eltern, Geschwistern und so weiter erzählen lassen, wie wir vor diesem Zeitpunkte da waren, sonst müßten wir unseren Ursprung weit später ansetzen. War nun in diesen Zeiten, an welche wir uns nicht zurückerinnern können, in dem dämmerhaften wie schlafenden Leben des Kindes das geistig-seelische Wesen des Kindes noch nicht vorhanden? Es war vorhanden, es war sogar stärker und kräftiger in den ersten Kindheitsjahren in bezug auf äußere Wirksamkeit als später. Bevor das Ich-Bewußtsein beim Menschen aufgetreten ist, arbeitete dieses traumhaft-tätige menschliche Wesen gerade an der feineren Ausgestaltung der Gehirnverhältnisse und der feineren menschlichen Leiblichkeit, und weil es seine Kräfte dort hineinschickte, kam noch nicht ein inneres menschliches Seelenwesen mit Ich-Bewußtsein zustande. Als dann der Mensch aus seiner Seele heraus die feineren Verhältnisse seiner Leiblichkeit ausgebildet hatte, wandelte sich dieses von außen am Menschen Arbeitende in dasjenige um, was als bewußtes inneres Seelenleben auftrat. So sehen wir, daß für die äußere Gestalt die Gestaltungskraft des Geistig-Seelischen schwächer werden muß, damit sie als Bewußtsein auftreten kann. Daher ist es nicht widersinnig, wenn die Geisteswissenschaft in die Zeiten zurückgeht und das Geistig-Seelische so ansieht, daß es zuerst die menschliche Gestaltung schaffend auftrat, und nachdem es eine solche Form angenommen hat, die sich durch Vererbung durch die Generationen erhielt, konnten die geistig-seelischen Kräfte auf ein inneres Leben sich zurückziehen, auf ein bewußtes und immer bewußter werdendes menschliches Seelenleben. So ist in Wahrheit dieser geistig-seelische Wesenskern des Menschen nur schwach geworden in bezug auf die äußeren Gestaltungsverhältnisse, aber was verloren ist und was er an die Vererbung abgegeben hat, das ist aufgetreten in den Bewußtseinskräften, welche sich in den Kulturprozessen immer weiter und weiter entwickeln.

[ 19 ] If one then asks: What is the meaning of all this evolution?—one must say: Essentially, human beings today show us—not through bold hypotheses, but through unbiased observation—where the meaning of such a development lies. When we observe human beings in their lives, as we have already done here—how they recall their childhood with their consciousness, with their present “I”—the thread of memory breaks off at some point, and for ordinary consciousness, we can then only rely on what our parents, siblings, and so on tell us about who we were before that point in time; otherwise we would have to place our origin much later. Was the child’s spiritual-soul being not yet present during those times—which we cannot recall—in the child’s twilight-like, sleep-like existence? It was present; indeed, in the early years of childhood, it was even stronger and more vigorous in terms of outward activity than it was later. Before self-consciousness emerged in human beings, this dreamlike, active human being was working precisely on the finer development of the brain’s structure and the finer aspects of the human physical body; and because it directed its forces toward these, an inner human soul-being with self-consciousness had not yet come into being. Once human beings had developed the finer aspects of their physical form from within their soul, this force working on the human being from the outside transformed into what emerged as a conscious inner soul life. Thus we see that, for the outer form to emerge as consciousness, the formative power of the spiritual-soul aspect must weaken. Therefore, it is not absurd for spiritual science to look back through the ages and view the spiritual-soul aspect in such a way that it first appeared as the creator of the human form, and after it had assumed a form that was preserved through heredity across the generations, the spiritual-soul forces were able to withdraw into an inner life—a conscious and ever-increasingly conscious human soul life. Thus, in truth, this spiritual-soul core of the human being has merely become weaker in relation to external formative conditions; but what has been lost and what has been handed over to heredity has emerged in the powers of consciousness, which continue to develop further and further in the processes of culture.

[ 20 ] Es muß nun interessieren, wie gegenüber dieser Menschengestaltung der Ursprung der Tierwelt selber zu denken ist. Auch da kann nur kurz etwas gesagt werden, was in der «Geheimwissenschaft» weiter ausgeführt ist. Es kann gesagt werden, daß die irdischen Verhältnisse, in die sich der Mensch hineinfinden mußte, sich früher ausgestalteten als dasjenige, was menschliche Leibesform ist, und daß der Mensch in einem bestimmten Zeitpunkte aus der Welt des Übersinnlichen in die Welt des Sinnlichen eintrat, so daß er als eine rein geistige Urform in einer bestimmten Zeit soweit das Geistig-Seelische ins Leibliche hineinarbeitete, daß er dann als ein leibliches Wesen auftreten konnte, und daß wir uns dasjenige, in was er da hineinarbeitete, als ganz anderes vorzustellen haben als die späteren Leibesformen, nämlich in sich beweglich, plastisch. Und dieses Plastische gestaltete der Mensch in einer Zeit, in welcher es für die Menschenformen möglich war, denn für die Tierwelt muß die Geisteswissenschaft annehmen, daß sie sich in einer wesentlich früheren Erdenzeit in die sinnliche Materie hineingestaltete, daß sie nicht warten konnte, bis die Verhältnisse eingetreten waren, welche dem Menschen die heutige Form gegeben haben. Der Mensch hat gleichsam gewartet, bis die Erde dazu reif war, damit sich das, was sich in seinem Geistigen spiegelte, einprägen konnte der plastischen, organischen Materie als die heutige menschliche Leibesform. Die Tiere erlangten die Leibesformen früher und unter anderen Verhältnissen, und das bedingte, während auch bei ihnen die Urform geistig ist, daß dieses in viel engeren Verhältnissen Arbeitende des Geistig-Seelischen des Tieres in anderer Form im Tiere zum Vorschein kam. Daher haben wir in den Tieren Wesen zu sehen, die sich der Mensch gleichsam in das Erdendasein vorausgeschickt hat und die wir, weil sie sich nicht in den Verhältnissen verkörperten, in denen sich der Mensch verkörperte, deshalb in alten, nicht den späteren Erdenverhältnissen angepaßten Formen zu sehen haben.

[ 20 ] It is now of interest to consider how the origin of the animal kingdom itself should be understood in relation to this human form. Here, too, only a brief mention can be made of what is elaborated further in Occult Science. It can be said that the earthly conditions into which human beings had to adapt took shape earlier than the human physical form itself, and that at a certain point in time, human beings entered the world of the sensible from the world of the supersensible, so that, as a purely spiritual archetype, the spiritual-soul aspect worked its way into the physical body to such an extent at a certain time that human beings could then emerge as physical beings; and that we must conceive of that into which this spiritual-soul aspect worked itself as something entirely different from later physical forms—namely, as something mobile and malleable in itself. And human beings shaped this malleable substance at a time when it was possible for human forms to do so; for the animal kingdom, spiritual science must assume that it shaped itself into physical matter during a much earlier epoch of Earth’s history—that it could not wait until the conditions had arisen that gave human beings their present form. Humanity, as it were, waited until the Earth was ripe for it, so that what was reflected in its spiritual nature could be imprinted upon the plastic, organic matter as the present-day human physical form. Animals acquired their physical forms earlier and under different conditions, and this meant that—even though their archetype is also spiritual—the spiritual-soul aspect of the animal, which operates within much more limited conditions, manifested itself in a different form within the animal. Therefore, we must regard animals as beings that humanity has, as it were, sent ahead into earthly existence, and because they did not incarnate under the same conditions as humans, we must view them in ancient forms that are not adapted to later earthly conditions.

[ 21 ] Nun handelt es sich darum, wenn die Geisteswissenschaft streng im Sinne der Naturwissenschaft denken will, daß sie nicht nur ihre Logik ganz im Sinne der Naturwissenschaft denken will, daß sie nicht nur ihre Logik ganz im Sinne der Naturwissenschaft einrichten muß, denn Sie werden gesehen haben, daß die eben gemachten Ausführungen nicht nur streng naturwissenschaftlich gedacht sind, sondern daß die Tatsachen der Naturwissenschaft ganz auf das hindeuten, was heute gesagt worden ist: daß einfach diejenigen Formen, welche die Naturforscher aus den Tatsachen als Urformen ausdenken und materiell-sinnlich vorstellen, in geistig-seelische Formen verwandelt werden müssen, die nur dadurch zu der heutigen Menschenform geführt haben, daß sie sich später in irdische Verhältnisse hineinverkörpert haben als die Tierformen. Aber die Naturforschung zeigt ihre Ergebnisse nicht nur durch die Hypothese, sondern auch durch das Experiment, durch den Versuch. Auch in dieser Beziehung bleibt die Geisteswissenschaft nicht hinter der Naturwissenschaft zurück. Es wurde schon in früheren Vorträgen darauf hingewiesen, wie der Mensch sich in bezug auf sein Geistig-Seelisches fortentwickeln kann, wie er durch intime Seelenvorgänge — Meditation, Konzentration und ähnliches - so auf sein Geistig-Seelisches wirken kann, daß es in sich viel mächtiger, viel kräftiger wird, als es im normalen Leben ist. Heute kann nur darauf hingewiesen werden, daß dieGedanken immeditativen Leben aus der menschlichen Willkür herausgeboren werden müssen, wenn sie den Menschen zu einem Geistesforscher weiterbilden sollen, während alle anderen Gedanken aus den umgebenden Verhältnissen gebildet werden. Wenn der Mensch mit voller Ausdauer beginnt, sich einem solchen meditativen Leben hinzugeben, wenn er durch seine Willkür in den Mittelpunkt seines Seelenlebens gewisse Vorstellungen stellt, Gefühle oder Willensimpulse, so gelangt er dazu, sein Geistig-Seelisches herauszulösen aus dem Leiblichen, und er kann dann, so sehr man das heute verlacht und verhöhnt, zu einem Innenleben vorrücken, wo er weiß: Jetzt lebe ich in meinem geistig-seelischen Wesenskern und stehe durch ihn unmittelbar mit der geistigen Welt in Verbindung. Ich erlebe nicht durch meine Sinne oder durch den Verstand, der an das Gehirn gebunden ist, sondern ich erlebe in mir einen geistig-seelischen Menschen, der herausgeschlüpft ist aus seinem physischen Leib, selbst aus seinem Gehirninstrument. — Und es ist erwähnt worden, daß der Mensch in den ersten Stadien eines solchen Aufrückens das Gefühl hat, wenn er noch nicht weit genug vorgeschritten ist: Du erlebst jetzt ein inneres geistiges Leben, aber du kannst es nicht vorstellen, kannst es nicht in Begriffe verwandeln. - Das ist ein Übergangszustand, der manchem recht bedenklich erscheinen kann. Und es ist wahr, während man sich sonst für einen vernünftigen Menschen hält, wenn man sich von seinem Erleben Begriffe machen kann, so ist das jetzt etwas, wenn man die Dinge nicht in Begriffe fassen kann, demgegenüber man sich dann nicht für einen vernünftigen Menschen halten kann, sondern für einen Idioten, wenn man so etwas durchmacht: Jetzt erlebst du etwas, aber du kannst es nicht begreifen!

[ 21 ] Now, if spiritual science wishes to think strictly in the sense of natural science, it is not merely a matter of conceiving its logic entirely in the sense of natural science, nor is it merely a matter of organizing its logic entirely in the sense of natural science; for you will have seen that the remarks just made are not only conceived strictly in terms of natural science, but that the facts of natural science point entirely toward what has been said today: that the very forms which natural scientists conceive of as archetypes based on the facts and imagine in material, sensory terms must be transformed into spiritual-soul forms—forms that led to the present human form only because they later incarnated into earthly conditions as animal forms. But natural science demonstrates its findings not only through hypothesis but also through experiment and testing. In this respect, too, spiritual science does not lag behind natural science. It has already been pointed out in earlier lectures how human beings can continue to develop in regard to their spiritual and soul life, and how, through intimate soul processes—meditation, concentration, and the like—they can influence their spiritual and soul life in such a way that it becomes much more powerful and vigorous than it is in normal life. Today it can only be pointed out that the thoughts in the meditative life must arise from human volition if they are to develop the individual into a spiritual researcher, whereas all other thoughts are formed by the surrounding circumstances. When a person begins, with full perseverance, to devote himself to such a meditative life—when, through his own free will, he places certain ideas, feelings, or impulses of will at the center of his soul life—he succeeds in detaching his spiritual and soul life from the physical, and he can then, however much this may be ridiculed and mocked today, advance to an inner life where he knows: Now I am living in the core of my spiritual-soul being and, through it, am in direct connection with the spiritual world. I do not experience through my senses or through the intellect, which is bound to the brain, but I experience within myself a spiritual-soul being who has slipped out of his physical body, even out of his brain as an instrument. — And it has been mentioned that in the early stages of such an ascent, when one has not yet progressed far enough, a person has the feeling: You are now experiencing an inner spiritual life, but you cannot conceive of it, cannot translate it into concepts. — This is a transitional state that may seem quite troubling to some. And it is true that while one would otherwise consider oneself a rational person—if one can form concepts based on one’s experiences—the fact that one cannot now grasp things in concepts leads one to feel that one is not a rational person, but rather an idiot, when going through such an experience: “Now you are experiencing something, but you cannot comprehend it!”

[ 22 ] So sonderbar es klingt, man wird dann in einem gewissen höheren Sinne für eine gewisse Zeit eine Art Idiot. Wenn man aber dann fortschreitet, so gestaltet man diesen geistigseelischen Wesenskern so um, daß er noch stärkere Kräfte erhält, nämlich bewußt teilzunehmen an dem, was der geistig-seelische Wesenskern tut, was aber sonst unbewußst ist. Während man in der ersten Kindheit unbewußt an seiner äußeren Konfiguration arbeitet, merkt man, wenn man eine bestimmte Zeit hindurch seine Übungen gemacht hat, daß man den geistig-seelischen Wesenskern so stark macht, daß man jetzt bewußt, indem man an seiner Gehirnorganisation arbeitet, ein Organ schafft, so daß man nun begreifen kann, was man vorher nicht begreifen konnte, und ins Bewußtsein bringen kann, was man erlebt. Darauf beruht die Mitteilbarkeit der Geisteswissenschaft. Was man in den ersten Zeiten des geistesforscherischen Erlebens schauen kann, das ist so unbestimmt, so ganz ein Erleben in einem neuen Daseinselement, daß es gar keine Begriffskonturen hat. Aber wenn es nur so bleiben würde, so würde man Geisteswissenschaft nicht mitteilen können. Man kann sie erst mitteilen, wenn man diese Erlebnisse hinunterführen kann ins Bewußtsein und sie in Begriffe bringen kann. Das kann man aber nur durch das Gehirn. Deshalb muß der Geistesforscher sein Gehirn bewußt umformen, deshalb spürt er sein Gehirn zuerst wie einen Klotz, den er erst umformen muß.

[ 22 ] As strange as it may sound, in a certain higher sense one becomes, for a time, a sort of idiot. But as one progresses, one reshapes this spiritual-soul core in such a way that it gains even greater powers—namely, the ability to consciously participate in what the spiritual-soul core does, which would otherwise remain unconscious. While in early childhood one unconsciously works on one’s external configuration, after having practiced for a certain period of time, one realizes that one is strengthening the spiritual-soul core to such an extent that one can now consciously—by working on one’s brain organization—create an organ, so that one can now comprehend what one could not comprehend before and bring into consciousness what one experiences. This is the basis for the communicability of spiritual science. What one can perceive in the early stages of spiritual scientific experience is so indefinite—so entirely an experience within a new element of existence—that it lacks any conceptual contours. But if it were to remain that way, one would not be able to communicate spiritual science. One can only communicate it once one is able to bring these experiences down into consciousness and express them in concepts. But this can only be done through the brain. That is why the spiritual researcher must consciously transform his brain; that is why he initially perceives his brain as a block of wood that he must first reshape.

[ 23 ] So können wir sagen: wir können förmlich erleben in dieser höheren menschlichen Geistesentwickelung das Arbeiten des Menschen aus seinem geistigen Wesen heraus wie ein experimentelles Arbeiten an der Konfiguration, an der Örganisierung der Materie. — Höhere geistige Erkenntnis geht immer so vor sich, daß das menschliche geistige Leben, das erst im Geistigen vorhanden ist, in die Materie hineingearbeitet wird. Da sehen wir, wie die menschliche Seele, die auf einer bestimmten Stufe ihrer selbst bewußt wird, den Prozeß fortsetzt, den wir am Anfange der Menschenentwickelung aus der geistigen Welt herein sich abspielen sehen, und es weist uns dann das, was der Mensch als Geistesforscher erlebt, wenn er lange Zeit hindurch jene angedeuteten Methoden ausbildet, auf den geistigen Ursprung des Menschen in seiner Entwickelung hin. Wie dem Menschen in seinem alltäglichen Leben, in dem Leben zwischen Geburt und Tod, die früheren Zustände in der Erinnerung erscheinen, daß er weiß, wenn er fünfzig Jahre alt geworden ist, was er mit zwanzig, dreißig Jahren und so weiter erlebt hat, und sein Bewußtsein nach rückwärts erweitert wird, so wird des Menschen Bewußtsein durch Meditationen und Konzentrationen nach rückwärts über die Geburt hinaus erweitert in Regionen, die uns sonst ganz verborgen sind, wenn wir uns nur an das Gehirn im Irdisch-Leiblichen halten. Da wird ein Punkt berührt, der dem heutigen Bewußtsein des Menschen noch ganz ferne liegt, für den aber ein Verständnis da sein wird in verhältnismäßig kurzer Zeit, wenn die Kultur durch die Geisteswissenschaft befruchtet werden wird. Es wird ein Gebiet berührt, das wir die Hinausführung des menschlichen Bewußtseins über die Grenze des Gehirns und der Sinne nennen können. Dann erlangen wir dadurch eine Erweiterung der Erinnerungen über das gegenwärtige Leben hinaus, eine Erweiterung des Bewußtseins für Seelen- und Geistesvorgänge. Diese Seelen- und Geistesvorgänge stellen sich dann in der Tat so dar, daß man sagen kann:Man arbeitet nicht mehr bloß mit logischen Schlüssen, wie es die Geologie, die Paläontologie, die vergleichende Anatomie und so weiter tun, sondern man arbeitet mit Tatsachen, die einem geistig vor Augen treten, wie Erinnerungen an die früheren Zeiten seiner Erdentage. Das geistige Schauen erweitert sich. Und da tritt, indem der geistig-seelische Wesenskern des Menschen sich ausbildet, dem inneren Erleben entgegen und wird uns tatsächlich wie vor das geistige Auge gezaubert jener geistige Ursprungszustand unseres Erdenlebens, in welchem dann nicht die Formen der Wesen enthalten sind, wie sie um uns herum sind, sondern jener Wesen, wie sie noch nicht Form angenommen haben, wie sie sich ausnehmen würden, wenn man einen Kristall wahrnehmen würde, der noch nicht Gestalt angenommen hat und hineinschießen würde in das Werden. Kurz, wir lernen erkennen, was im Menschen, abgesehen von den leiblichen Formkräften, ist, wie er ist, ohne daß man auf das Leibliche Rücksicht zu nehmen braucht, das in der Vererbung liegt. Man lernt ihn geistig-seelisch kennen, und wir können uns dann eine Vorstellung machen, wie der Mensch an seiner Ursprungsstätte war, als er sich das erste Mal formgestaltend in das Leibliche hereinarbeitete und in die Sinneswelt hineinverkörpert hat.

[ 23 ] Thus we can say: in this higher stage of human spiritual development, we can literally experience how human beings work from their spiritual nature—as if conducting an experiment in the configuration and organization of matter. — Higher spiritual insight always proceeds in such a way that human spiritual life—which initially exists only in the spiritual realm—is worked into matter. There we see how the human soul, which becomes self-aware at a certain stage, continues the process that we observe unfolding from the spiritual world at the beginning of human evolution; and what the human being experiences as a spiritual researcher—when he has spent a long time cultivating the methods outlined above—points to the spiritual origin of the human being in his evolution. Just as earlier states appear in a person’s memory in their everyday life—the life between birth and death—so that when they reach the age of fifty, they know what they experienced at twenty, thirty, and so on, and their consciousness is extended backward, so too is a person’s consciousness, through meditation and concentration, extended backward beyond birth into regions that are otherwise entirely hidden from us when we limit ourselves to the brain in the earthly-physical body. This touches upon a point that is still quite distant from human consciousness today, but for which an understanding will emerge in a relatively short time, when culture is enriched by spiritual science. A realm is touched upon that we may call the extension of human consciousness beyond the limits of the brain and the senses. Through this, we attain an expansion of memories beyond the present life, an expansion of consciousness for soul and spiritual processes. These soul and spiritual processes then present themselves in such a way that one can say: One no longer works merely with logical inferences, as geology, paleontology, comparative anatomy, and so on do, but rather with facts that appear before one’s inner eye, like memories of earlier times in one’s earthly life. Spiritual vision expands. And as the spiritual-soul core of the human being develops, it meets this inner experience, and the spiritual state of origin of our earthly life is indeed conjured up before our inner eye—a state in which the forms of beings are not yet as they are around us, but rather as they are before they have taken on form, as they would appear if one were to perceive a crystal that has not yet taken shape and were about to burst forth into becoming. In short, we learn to recognize what is within the human being, apart from the physical formative forces—how the human being is—without having to take into account the physical aspect that lies in heredity. We come to know the human being spiritually and soulfully, and we can then form a conception of what the human being was like at his place of origin, when he first worked his way into the physical realm through formative activity and incarnated into the sensory world.

[ 24 ] Damit ist ein Ergebnisangeführt worden, das jeder Mensch nachprüfen kann, wenn er die nötige Ausdauer und denMut aufwenden will, die zu einem solchen Selbstexperiment nötig sind. Wenn nämlich der Mensch seinen geistig -seelischen Wesenskern in sich erlebt, dann erlebt er, bevor er ihn begreift, nicht etwas, was als ein ganz Fremdes ihm entgegentritt, trotzdem er nicht herausgeboren ist aus der sinnlichen Umwelt, sondern als etwas, was als ganz Neues auftritt, wovon er aber fühlt: Es ist mit deiner ganzen innersten Natur verwandt, was du als einen innersten Einschlag spürst; das bist du selbst als ein Ewiges, das als ein Erstes, alsein Ewiges alleräußerenLeibesgestaltungzugrundeliegt.Da fühlt man, daß man jetzt nicht mit den Sinnen, sondern geistig dem ganzen Menschen gegenübersteht. Und da findet sich einemerkwürdige Vergleichsmöglichkeit mit dem, was uns im alltäglichen Leben entgegentritt. Der Geistesforscher erlebt, daß er nicht sagen kann: Was ich da ausbilde, steht in Verbindung mit meinem Gehirn oder mit meinem Auge und so weiter, sondern er muß sagen: Es steht mit dem ganzen Menschen in Zusammenhang. — Es ist ähnlich so, wie wenn wir im gewöhnlichen Leben das Kind betrachten. Da sehen wir, daß das Kind eigentlich anders lacht und weint als der erwachsene Mensch. Es ist auch anders. Das Kind lacht und weint mit dem ganzen Leibe. Es geht das, was beim Erwachsenen nur durch den Ausfluß der Tränendrüsen zustande kommt, beim Kinde bis in den ganzen Organismus hinein. Es fühlt sich erschüttert durch das, was sich im Weinen zum Ausdruck bringt. So ist es auch beim Lachen: das Kind lacht mit dem ganzen Leibe, wo vielleicht der Erwachsene nur die Mundwinkel verzieht. Das kann man auch im weiteren Leben beobachten. Von dem, was die Seele ergreift, wird so zunächst der ganze Mensch ergriffen, dann erst ergreift es die Tränendrüsen oder die Lachmuskeln. Es spezialisiert sich das Beeinflußtwerden auf ein besonderes Organ. Verfolgen Sie, wie Sie eine Zeit des Lebens hindurch bei Rührung, die Sie empfinden, etwas wie ein Beengtsein, wie eine Spannung in der Brust fühlen, später im Leben konzentriert sich dies auf ein leises Gefühl im Kehlkopf, das der Mensch bemerken kann, wenn er darauf achtgibt. So tritt aus dem Ergreifen des ganzen Menschen das zutage, was sich spezialisiert. Das Geistig-Seelische arbeitet sich heraus aus dem ganzen Menschenwesen und spezialisiert sich dann auf einzelne Teile.

[ 24 ] This presents a finding that anyone can verify if they are willing to muster the perseverance and courage required for such a self-experiment. For when a person experiences the core of their spiritual-soul nature within themselves, they experience—even before they comprehend it—not something that appears as entirely foreign to them, even though it is not born of the sensory environment, but rather as something that emerges as entirely new, yet of which they feel: What you sense as an innermost impulse is related to your entire innermost nature; this is yourself as an eternal being, which, as the first and eternal foundation, underlies all outward physical form. There one feels that one is now facing the whole human being not with the senses, but spiritually. And there one finds a remarkable point of comparison with what we encounter in everyday life. The spiritual researcher experiences that he cannot say: “What I am forming here is connected to my brain or my eye and so on,” but rather he must say: “It is connected to the whole human being.” — It is similar to when we observe a child in ordinary life. There we see that a child actually laughs and cries differently than an adult. It is indeed different. The child laughs and cries with its whole body. What in an adult occurs merely through the secretion of the tear glands extends, in the child, throughout the entire organism. The child feels deeply moved by what is expressed through crying. The same is true of laughter: the child laughs with their whole body, whereas an adult might merely curl the corners of their mouth. This can also be observed later in life. Whatever moves the soul first affects the whole person; only then does it affect the tear glands or the muscles of the face. This response becomes specialized, focusing on a particular organ. Notice how, during a certain period of your life, when you are moved, you feel something like a constriction or a tension in your chest; later in life, this concentrates into a subtle sensation in the larynx that you can perceive if you pay attention to it. Thus, what becomes specialized emerges from the experience that moves the whole person. The spiritual-soul aspect works its way out of the whole human being and then specializes in individual parts.

[ 25 ] Genau denselben Prozeß macht man durch als Geistesforscher. Da fühlt man einen zweiten Menschen sich in sich entwickeln. Man fühlt, daß dieser innere Mensch, der in einem lebt als Geisteswesen, nur in einem geringeren Maße an der Ausgestaltung des Organischen arbeitet, als er ursprünglich an dem Ausgangspunkte der Erdentwickelung gearbeitet hat.

[ 25 ] As a spiritual researcher, one goes through exactly the same process. One feels a second human being developing within oneself. One feels that this inner human being, who lives within one as a spiritual being, is working on the development of the organic body only to a lesser extent than he originally did at the starting point of Earth’s evolution.

[ 26 ] Einzelne Tatsachen habe ich Ihnen angeführt, die als Bekräftigung der Behauptung dienen können, daß der Mensch — wie die Naturwissenschaft noch heute glaubt, wenn sie auch durch ihre Ergebnisse zu ganz anderen Gedanken gedrängt wird -, wenn er an die Ursprungsstätte seines Erdendaseins zurückgeführt wird, nicht zu einer ursprünglichen Lebensform kommen würde, die zwar verschieden wäre von der heutigen Form, aber doch noch eine sinnliche Menschenform oder Tierform wäre; — sondern es zeigt sich uns, daß wir auf eine solche Urform zurückgeführt werden, die geistig-seelisch ist, und daß überhaupt, bevor die erste Ausgestaltung zu einer physischen Menschenform möglich war, der Mensch als geistig-seelisches Wesen vorhanden war. Auch in dieser Beziehung ist der Mensch das Geschöpf, sich aus seinem innersten geistig-seelischen Wesenskern heraus schaffend, das Wesen, das sich seine Form nach den Bedingungen gibt, die es im Geistig-Seelischen hat. Das GeistigSeelische stellt sich uns aber auch für den Menschen in der Vergangenheit dar als das Ursprüngliche. Der Geist erweist sich uns als das eigentlich Schöpferische, und später wird sich uns auch das, was uns als das materielle Leben in der äußeren Welt gegenübertritt, als aus dem Geiste heraus gestaltet darstellen.

[ 26 ] I have cited individual facts that may serve to reinforce the assertion that human beings—as natural science still believes today, even though its findings compel it to entertain entirely different ideas—if traced back to the origin of their earthly existence, would not arrive at a primordial life form that, while different from today’s form, but would still be a physical human or animal form;—rather, it becomes clear to us that we are traced back to a primal form that is spiritual-soul-based, and that, in fact, before the first physical human form could take shape, human beings already existed as spiritual-soul-based beings. In this respect, too, human beings are creatures who create themselves out of their innermost spiritual-soul core—beings who give themselves form according to the conditions they possess in the spiritual-soul realm. But the spiritual-soul realm also appears to us as the primordial reality for human beings in the past. The spirit reveals itself to us as the truly creative force, and later, what appears to us as material life in the external world will also be revealed as having been shaped out of the spirit.

[ 27 ] Heute sollte es sich nur darum handeln, Ihnen dieses besondere Kapitel über die Abstammung, den Ursprung des Menschen vor die Seele zu führen bis zurück zu dem Punkte seiner Entwickelung, da der Mensch noch nicht ein sinnliches, sondern ein geistig-seelisches Wesen war. Wenn die Naturwissenschaft die Wege weiter verfolgen wird, welche heute gekennzeichnet worden sind, und die sie jetzt gegangen ist, so wird sie sich mit der Geisteswissenschaft begegnen. Wer daher heute schon vorurteilslos die Dinge betrachtet, wird sagen müssen: So hat es also nur geschienen, als ob man den Menschen zurückführen könne auf tierische Ursprungsformen, ja als ob man also das Geistig-Seelische nur zu betrachten brauche als eine Ausgestaltung von physischen Formen. Sondern umgekehrt muß man sagen: Dasjenige, wovon man geglaubt hat, daß es das Ergebnis des Sinnlichen wäre, erweist sich als das Ursprüngliche, als das Erste, als das Schöpferische, und als Ergebnis das Sinnliche. — Überall wird der Mensch, wo er mit den Sinnen wahrnehmen und mit dem Verstande denken kann, zum Geistigen geführt. Und wenn er den Geist, worauf wir noch zurückkommen werden, in seiner Ewigkeit erkennt, so wird er sich gesichert fühlen in dem Geistig-Seelischen der Welt, das wir nur mit dem Prädikat der Ewigkeit ansprechen können.

[ 27 ] Today, the sole purpose is to bring this particular chapter on human ancestry—the origin of humankind—to your attention, tracing it back to that point in human evolution when humankind was not yet a physical being but rather a spiritual-soul being. If natural science continues to follow the paths that have been outlined today—and that it has already taken—it will converge with spiritual science. Therefore, anyone who looks at things without prejudice today will have to say: It only seemed as though one could trace human beings back to animal forms of origin, indeed as though one need only regard the spiritual-soul aspect as a manifestation of physical forms. On the contrary, one must say: That which was believed to be the result of the sensory realm proves to be the original, the first, the creative, and the sensory realm the result. — Everywhere, wherever human beings can perceive with their senses and think with their intellect, they are led to the spiritual. And when they recognize the Spirit—to which we shall return—in its eternity, they will feel secure in the spiritual-soul aspect of the world, which we can address only with the attribute of eternity.

[ 28 ] Aus dem Geiste urständet alles! Das ist die Erkenntnis der Geisteswissenschaft. Und weil aus dem Geiste alles urständet, und das materielle Dasein nur ein Durchgangsstadium ist, in welchem wir uns Kräfte aneignen sollen, die wir uns anderswo nicht aneignen können, so empfinden wir das materielle Dasein als einen Durchgangspunkt wieder zu einem geistdurchdrungenen Leben in der Zukunft. Wie die Erdenverkörperungen des Menschen angefangen haben dadurch, daß er aus einem rein geistigen Sein hervorgegangen ist, so werden sie enden, wenn sie für den Menschen ihre Aufgabe erfüllt haben: nämlich dasjenige ihm zu geben, was sich dem Menschen einprägt, um es mit hinaufzunehmen in die geistige Welt. Wie der Mensch nach jedem Tode zum Erdendasein zurückkehrt, um das auszubilden, was er vorher noch nicht ausbilden konnte, wie wir auf einen Anfang der Verkörperungen zurückblicken, so erblicken wir vorauseilend in die Zukunft ein Ende der Verkörperungen, damit aber auch ein Wiederaufgenommenwerden des Menschen in die geistige Welt.

[ 28 ] Everything originates from the spirit! This is the insight of spiritual science. And because everything originates from the spirit, and material existence is merely a transitional stage in which we are to acquire powers that we cannot acquire elsewhere, we perceive material existence as a stepping stone back to a life imbued with spirit in the future. Just as human incarnations on Earth began with the human being emerging from a purely spiritual existence, so will they end when they have fulfilled their purpose for the human being: namely, to provide the human being with what leaves a lasting impression upon them, so that they may take it with them into the spiritual world. Just as human beings return to earthly existence after each death to develop what they were previously unable to develop, and just as we look back on the beginning of incarnations, so do we look ahead into the future to the end of incarnations—and with it, the human being’s return to the spiritual world.

[ 29 ] Aus dem Geiste urständet alles. In dem Geiste lebt die Menschenseele, die sich kraftvoll in ihm fühlt. Zum Geiste wird sie, wenn sie ihr Ziel auf der Erde erreicht und erworben haben wird, was das Leibliche geben kann, zurückkehren. Vom Geiste — durch die Materie — zum Geiste! Das ist die große bedeutungsvolle, lebenfördernde Antwort, welche die Geisteswissenschaft auf die Frage nach dem Ursprunge und nach der Bestimmung des Menschen zu geben hat.

[ 29 ] Everything originates from the Spirit. The human soul lives within the Spirit, where it feels its full power. Once it has reached its goal on Earth and acquired all that the physical body can offer, it will return to the Spirit. From the Spirit—through matter—to the Spirit! This is the profound, life-affirming answer that spiritual science offers to the question of humanity’s origin and destiny.