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Man, Nature and the Cosmos
GA 91

23 June 1905, Berlin

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Kosmologie und menschliche Evolution, 1st ed.
  1. Man, Nature and the Cosmos, tr. SOL

5. Die Jahresfeste im Zusammenhang mit der Kosmologie

5. Die Jahresfeste im Zusammenhang mit der Kosmologie

[ 1 ] [Es ist eine tiefe Wahrheit:] Die Götter sind in der Vergangenheit menschenähnliche Wesen gewesen, und der Mensch wird in der Zukunft ein götterähnliches Wesen sein. Die Götter haben in der Vergangenheit eine Lehrzeit durchgemacht; die Menschen machen sie heute durch. Wozu haben es die Götter gebracht in ihrer Entwicklung, die der Erde vorangegangen ist? An alldem, was uns umgibt, mitschaffen zu können. Mineral-, Pflanzen- und Tierreich sind eine Schöpfung der Götter.

[ 1 ] [Es ist eine tiefe Wahrheit:] Die Götter sind in der Vergangenheit menschenähnliche Wesen gewesen, und der Mensch wird in der Zukunft ein götterähnliches Wesen sein. Die Götter haben in der Vergangenheit eine Lehrzeit durchgemacht; die Menschen machen sie heute durch. Wozu haben es die Götter gebracht in ihrer Entwicklung, die der Erde vorangegangen ist? An alldem, was uns umgibt, mitschaffen zu können. Mineral-, Pflanzen- und Tierreich sind eine Schöpfung der Götter.

[ 2 ] Einst gab es für die Götter — Devas — einen Zustand, in welchem sie genau dasselbe lernten, was heute der Mensch lernt. Eine jede fertige Kunst setzt voraus, dass Lektionen gelernt worden sind. [Wenn Sie Raffael studieren, finden Sie, dass ihm Vorläufer vorangingen, welche nach und nach probierten, was er dann auf eine höchste Stufe gebracht hat.] Damit Harmonie entsteht, müssen erst Versuche gemacht werden, Disharmonien überwunden werden.

[ 2 ] Einst gab es für die Götter — Devas — einen Zustand, in welchem sie genau dasselbe lernten, was heute der Mensch lernt. Eine jede fertige Kunst setzt voraus, dass Lektionen gelernt worden sind. [Wenn Sie Raffael studieren, finden Sie, dass ihm Vorläufer vorangingen, welche nach und nach probierten, was er dann auf eine höchste Stufe gebracht hat.] Damit Harmonie entsteht, müssen erst Versuche gemacht werden, Disharmonien überwunden werden.

[ 3 ] Der Mensch lernt heute das Mineralreich beherrschen. Je weiter wir zurückblicken in der Geschichte, finden wir, dass der Mensch zu Anfang das Mineralreich nicht beherrschen konnte. Nur nach und nach lernte er es. Er zerrieb mit zwei Steinen sein Getreide, bis er allmählich [nach langem Probieren] die Mühle zustande brachte. Er hat gelernt, die Kräfte des Mineralreiches zu Kunstprodukten umzuformen. Im Grunde genommen ist alle menschliche Tätigkeit eine Umwandlung der mineralischen Kräfte und Stoffe in Kunstprodukte. Es gab Zeiten, in denen der Mensch noch nicht Hand angelegt hatte an das Mineralreich, sondern anfıng, die Erde umzuackern. Wir können in eine Zukunft blicken, wo der Mensch alles Mineral umgeformt haben wird zu Kunstprodukten. In einem Jahrtausend sind nicht so viele Entdeckungen gemacht worden wie allein im neunzehnten Jahrhundert. Es wird in Zukunft noch immer schneller gehen. Die drahtlose Telegrafie kann schon einen Vorgeschmack davon geben. [Von hier aus zum Beispiel die Tuilerien in die Luft sprengen.] Wenn der Mensch nicht selbstlos geworden ist, kann er große Verheerungen anrichten.

[ 3 ] Der Mensch lernt heute das Mineralreich beherrschen. Je weiter wir zurückblicken in der Geschichte, finden wir, dass der Mensch zu Anfang das Mineralreich nicht beherrschen konnte. Nur nach und nach lernte er es. Er zerrieb mit zwei Steinen sein Getreide, bis er allmählich [nach langem Probieren] die Mühle zustande brachte. Er hat gelernt, die Kräfte des Mineralreiches zu Kunstprodukten umzuformen. Im Grunde genommen ist alle menschliche Tätigkeit eine Umwandlung der mineralischen Kräfte und Stoffe in Kunstprodukte. Es gab Zeiten, in denen der Mensch noch nicht Hand angelegt hatte an das Mineralreich, sondern anfıng, die Erde umzuackern. Wir können in eine Zukunft blicken, wo der Mensch alles Mineral umgeformt haben wird zu Kunstprodukten. In einem Jahrtausend sind nicht so viele Entdeckungen gemacht worden wie allein im neunzehnten Jahrhundert. Es wird in Zukunft noch immer schneller gehen. Die drahtlose Telegrafie kann schon einen Vorgeschmack davon geben. [Von hier aus zum Beispiel die Tuilerien in die Luft sprengen.] Wenn der Mensch nicht selbstlos geworden ist, kann er große Verheerungen anrichten.

[ 4 ] Der Mensch kann heute das Pflanzen- und Tierreich nicht umgestalten, bloß das Mineralreich. In der nächsten Runde wird alles, was der Mensch umgestaltet hat, als Pflanze aufgehen. Durch das Pralaya hindurch wird der Mensch den Keim gewinnen [von dem, was er heute entwickelt]. Alles, was er erreicht in der Überwindung des Mineralreichs, wird ihm aufgehen. Der Kölner Dom zum Beispiel wird in der fünften Runde aufgehen als Pflanzendom. Jetzt probiert der Mensch, in äußerer Form die Dinge zusammenzusetzen, dann sind sie da. Ebenso haben die Devas früher probiert zusammenzusetzen, was heute als Pflanze aufgehen kann.

[ 4 ] Der Mensch kann heute das Pflanzen- und Tierreich nicht umgestalten, bloß das Mineralreich. In der nächsten Runde wird alles, was der Mensch umgestaltet hat, als Pflanze aufgehen. Durch das Pralaya hindurch wird der Mensch den Keim gewinnen [von dem, was er heute entwickelt]. Alles, was er erreicht in der Überwindung des Mineralreichs, wird ihm aufgehen. Der Kölner Dom zum Beispiel wird in der fünften Runde aufgehen als Pflanzendom. Jetzt probiert der Mensch, in äußerer Form die Dinge zusammenzusetzen, dann sind sie da. Ebenso haben die Devas früher probiert zusammenzusetzen, was heute als Pflanze aufgehen kann.

[ 5 ] Sehe ich auf einen unendlich schönen Rhythmus, muss ich lernen, dass er aus Lektionen gemacht ist. Wir sehen den Ablauf in der ganzen Jahreswende: Die Natur erstirbt und steht wieder auf. Das ist nur dadurch möglich, dass die Sonne in einem regelmäßigen Verhältnis zur Erde steht. In der Sonnenzeit, auf dem zweiten Planeten, hat sie gelernt, den Umschwung zu machen. Die Sonnendevas probierten erst, auf welchem Wege der Rhythmus hervorgebracht wird. So ist es bei aller Tätigkeit. Es hat lange Zeit gedauert in der Saturnzeit, bis der Quarzkristall hervorgebracht worden ist. Und so haben wir Saturn-, Sonnen- und Monddevas, die die drei Reiche hervorgebracht haben und auch den Jahreskreislauf. Alles sind Wirkungen langer Tätigkeiten und die Anzeichen einer Tätigkeit in der Zukunft. Der Mensch ist bei dieser Arbeit dabei gewesen und durch sie so geworden, wie er ist. So ist der Mensch verknüpft mit den drei Reichen. Wofür ist es geschehen, dass die Sonne und der Mond und so weiter in gewisse Bahnen gebracht wurden? Für den Menschen. Um seinetwillen hat sich die Sonne umgedreht und ihre neue Bahn begonnen. Zu Weihnachten haben wir den kürzesten Tag. Es war ein unendlich wichtiger Punkt, als die Sonne [von der Erde] schied; die Erde war sich selbst überlassen und musste nun die Kraft selber entfalten, die ihr sonst von der Sonne verliehen worden war. Vom Osterfeste an ist die Sonne wirklich da, in voller Kraft.

[ 5 ] Sehe ich auf einen unendlich schönen Rhythmus, muss ich lernen, dass er aus Lektionen gemacht ist. Wir sehen den Ablauf in der ganzen Jahreswende: Die Natur erstirbt und steht wieder auf. Das ist nur dadurch möglich, dass die Sonne in einem regelmäßigen Verhältnis zur Erde steht. In der Sonnenzeit, auf dem zweiten Planeten, hat sie gelernt, den Umschwung zu machen. Die Sonnendevas probierten erst, auf welchem Wege der Rhythmus hervorgebracht wird. So ist es bei aller Tätigkeit. Es hat lange Zeit gedauert in der Saturnzeit, bis der Quarzkristall hervorgebracht worden ist. Und so haben wir Saturn-, Sonnen- und Monddevas, die die drei Reiche hervorgebracht haben und auch den Jahreskreislauf. Alles sind Wirkungen langer Tätigkeiten und die Anzeichen einer Tätigkeit in der Zukunft. Der Mensch ist bei dieser Arbeit dabei gewesen und durch sie so geworden, wie er ist. So ist der Mensch verknüpft mit den drei Reichen. Wofür ist es geschehen, dass die Sonne und der Mond und so weiter in gewisse Bahnen gebracht wurden? Für den Menschen. Um seinetwillen hat sich die Sonne umgedreht und ihre neue Bahn begonnen. Zu Weihnachten haben wir den kürzesten Tag. Es war ein unendlich wichtiger Punkt, als die Sonne [von der Erde] schied; die Erde war sich selbst überlassen und musste nun die Kraft selber entfalten, die ihr sonst von der Sonne verliehen worden war. Vom Osterfeste an ist die Sonne wirklich da, in voller Kraft.

[ 6 ] Alles, was im Sommer geschieht, ist eine Epoche, die zusammenhängt mit der früheren Periode, in der es eine Vereinigung [von Sonne und Erde] gab. Und der Winter ist das Reich des Dunkels, was jetzt der Erde zukommt, sodass der Mensch zur Weihnachtszeit sich sagen kann: Hier geschieht jedes Jahr erwas, wie damals, als die Sonne wegging. Daher wird jedes Jahr die der Erde zukommende Ätherkraft weggezogen. Das Weihnachtsfest hat nicht bloß eine symbolische, sondern auch eine natürliche Bedeutung. Da zieht sich vom Menschen eine Kraft zurück, die ihm sonst zukommt.

[ 6 ] Alles, was im Sommer geschieht, ist eine Epoche, die zusammenhängt mit der früheren Periode, in der es eine Vereinigung [von Sonne und Erde] gab. Und der Winter ist das Reich des Dunkels, was jetzt der Erde zukommt, sodass der Mensch zur Weihnachtszeit sich sagen kann: Hier geschieht jedes Jahr erwas, wie damals, als die Sonne wegging. Daher wird jedes Jahr die der Erde zukommende Ätherkraft weggezogen. Das Weihnachtsfest hat nicht bloß eine symbolische, sondern auch eine natürliche Bedeutung. Da zieht sich vom Menschen eine Kraft zurück, die ihm sonst zukommt.

[ 7 ] Eine natürliche Folge ist, dass der Mensch diesem veränderten Leben der Erde sein Leben anpasst. Wenn der Schüler soweit ist, muss er darauf achten. Der Mensch muss von innen heraus die Kräfte entfalten, die ihm sonst von außen zuströmen. Er muss den Quell in sich entfalten. Dieser Quell muss in der Winterzeit gepflegt werden. Zum Ende des Winters muss er sich reif gemacht haben, das äußere Leben wieder zu empfangen. Dies ist in den Festen angedeutet.

[ 7 ] Eine natürliche Folge ist, dass der Mensch diesem veränderten Leben der Erde sein Leben anpasst. Wenn der Schüler soweit ist, muss er darauf achten. Der Mensch muss von innen heraus die Kräfte entfalten, die ihm sonst von außen zuströmen. Er muss den Quell in sich entfalten. Dieser Quell muss in der Winterzeit gepflegt werden. Zum Ende des Winters muss er sich reif gemacht haben, das äußere Leben wieder zu empfangen. Dies ist in den Festen angedeutet.

[ 8 ] Christus ist das Aufleben der inneren Ätherkräfte und wird in die Zeit versetzt, in der die Erde am wenigsten Kräfte ausgibt. Zu der Zeit um Ostern muss er Leben dem Leben entgegenbringen. In diesem festlichen Jahr merkt der Mensch eines: Hier geht in ihm eine Kraft auf, welche auch von außen auf ihn einströmt. Da erinnert sich der Mensch an die Zeit, als er noch eins war mit der Sonne. Der Mensch war im Schoße der Götter; dann hatte er sich abgespalten zugleich mit der Erde, und muss jetzt von innen heraus anfangen zu leuchten.

[ 8 ] Christus ist das Aufleben der inneren Ätherkräfte und wird in die Zeit versetzt, in der die Erde am wenigsten Kräfte ausgibt. Zu der Zeit um Ostern muss er Leben dem Leben entgegenbringen. In diesem festlichen Jahr merkt der Mensch eines: Hier geht in ihm eine Kraft auf, welche auch von außen auf ihn einströmt. Da erinnert sich der Mensch an die Zeit, als er noch eins war mit der Sonne. Der Mensch war im Schoße der Götter; dann hatte er sich abgespalten zugleich mit der Erde, und muss jetzt von innen heraus anfangen zu leuchten.

[ 9 ] Wir sehen, warum die großen Mythen aller Zeiten die Planeten mit Götternamen belegten. Was der Gott geistig ist, das ist der Planet physisch. Feste sind nicht etwas willkürlich Eingesetztes, sondern vom Himmel abgelesen. Der Festes-Kalender ist die Kosmologie. In den Zeiten, in denen die Menschen den Zusammenhang zwischen Menschen- und Gestirnleben verstanden haben, haben die Priester die Kalender zusammengesetzt. Das ist wichtig für denjenigen, der auf höherer Entwicklungsstufe den Blick hinauflenkt zu den Gestirnen, um sich in Einklang zu setzen mit den Weltenkräften, und das ist wiederum die Grundlage der Astrologie. Der Ätherleib wird anders gedeihen, wenn er Sonnenkind oder Winterkind ist. Dadurch, dass die Maharajas die Geburt der Menschen auf gewisse Daten verlegen, können sie Ätherkräfte auf ihn wirken lassen, wie es sein Karma verlangt. Aus dem Zeitpunkt der Geburt kann man wiederum auf das Karma schließen.

[ 9 ] Wir sehen, warum die großen Mythen aller Zeiten die Planeten mit Götternamen belegten. Was der Gott geistig ist, das ist der Planet physisch. Feste sind nicht etwas willkürlich Eingesetztes, sondern vom Himmel abgelesen. Der Festes-Kalender ist die Kosmologie. In den Zeiten, in denen die Menschen den Zusammenhang zwischen Menschen- und Gestirnleben verstanden haben, haben die Priester die Kalender zusammengesetzt. Das ist wichtig für denjenigen, der auf höherer Entwicklungsstufe den Blick hinauflenkt zu den Gestirnen, um sich in Einklang zu setzen mit den Weltenkräften, und das ist wiederum die Grundlage der Astrologie. Der Ätherleib wird anders gedeihen, wenn er Sonnenkind oder Winterkind ist. Dadurch, dass die Maharajas die Geburt der Menschen auf gewisse Daten verlegen, können sie Ätherkräfte auf ihn wirken lassen, wie es sein Karma verlangt. Aus dem Zeitpunkt der Geburt kann man wiederum auf das Karma schließen.