Man, Nature and the Cosmos
GA 91
28 August 1905, Berlin
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Kosmologie und menschliche Evolution, 1st ed.
21. Die Zukunft von Auge, Ohr Und Tastsinn
21. Die Zukunft von Auge, Ohr Und Tastsinn
[ 1 ] Die Gehörknöchelchen bestehen zunächst aus dem Hammer, welcher auf ein anderes Knöchelchen, den Amboss, draufschlagen kann. Ein weiterer Knochen geht ab, hufeisenförmig, man nennt ihn den Steigbügel, und er schließt ab mit dem ovalen Fenster. Das war der Vorhof. Von hier gehen drei bogenförmige Kanäle, in welche der Hörnerv mündet. Bei diesen drei Bögen müssen wir uns merken, dass sie nach den drei Richtungen des Raumes gehen. Dann kommen die Schnecke, mit einer Flüssigkeit ausgestattet, und das Labyrinth.
[ 1 ] Die Gehörknöchelchen bestehen zunächst aus dem Hammer, welcher auf ein anderes Knöchelchen, den Amboss, draufschlagen kann. Ein weiterer Knochen geht ab, hufeisenförmig, man nennt ihn den Steigbügel, und er schließt ab mit dem ovalen Fenster. Das war der Vorhof. Von hier gehen drei bogenförmige Kanäle, in welche der Hörnerv mündet. Bei diesen drei Bögen müssen wir uns merken, dass sie nach den drei Richtungen des Raumes gehen. Dann kommen die Schnecke, mit einer Flüssigkeit ausgestattet, und das Labyrinth.
[ 2 ] Im Gegensatz zum Auge haben wir es zu tun mit dem unmittelbaren Gegenstand selbst. Das ist ein höherer Grad des Aufgehens in das Objekt.
[ 2 ] Im Gegensatz zum Auge haben wir es zu tun mit dem unmittelbaren Gegenstand selbst. Das ist ein höherer Grad des Aufgehens in das Objekt.
[ 3 ] Wir haben nicht bloß einen Sinn im Ohr, sondern im Grunde zwei Sinne. Wenn die Kanäle lädiert sind und die Bögen in Unordnung geraten, bekommt der Mensch Schwindel; er kann sich in den drei Dimensionen des Raumes nicht orientieren. Es ist der Orientierungssinn, [Gravitationssinn]; dies ist sogar der ältere Sinn des Ohres. Schon bei niederen Tieren fehlen nicht die Organe, die ähnlich sind den halbbuckelförmigen Kanälchen; drin befinden sich Steinchen, man nennt sie Otolithen, welche sich bewegen, wenn das Tier seine Stellung verändert. Bei ganz niederen Tieren, wo keine Rede ist vom Hören, finden wir diese Steinchen — den Orientierungssinn. Auch schon bei Pflanzen finden wir Zellen, vorzugsweise in der Wurzelspitze, die lose liegende kleine Stärkekörner enthalten. Diese haben eine besondere Aufgabe. Die Pflanzen wachsen senkrecht aus der Erde heraus, in der Richtung der Schwerkraft nach oben. Wie finden sie den Weg? Sie haben einen Orientierungssinn durch die Stärkekörner. Die Wurzel ist der Kopf der Pflanze, bei der Umdrehung haben sich die Otolithen ausgebildet. Bei den Mondpflanzen — wie zum Beispiel bei der Mistel — finden wir sie nicht.
[ 3 ] Wir haben nicht bloß einen Sinn im Ohr, sondern im Grunde zwei Sinne. Wenn die Kanäle lädiert sind und die Bögen in Unordnung geraten, bekommt der Mensch Schwindel; er kann sich in den drei Dimensionen des Raumes nicht orientieren. Es ist der Orientierungssinn, [Gravitationssinn]; dies ist sogar der ältere Sinn des Ohres. Schon bei niederen Tieren fehlen nicht die Organe, die ähnlich sind den halbbuckelförmigen Kanälchen; drin befinden sich Steinchen, man nennt sie Otolithen, welche sich bewegen, wenn das Tier seine Stellung verändert. Bei ganz niederen Tieren, wo keine Rede ist vom Hören, finden wir diese Steinchen — den Orientierungssinn. Auch schon bei Pflanzen finden wir Zellen, vorzugsweise in der Wurzelspitze, die lose liegende kleine Stärkekörner enthalten. Diese haben eine besondere Aufgabe. Die Pflanzen wachsen senkrecht aus der Erde heraus, in der Richtung der Schwerkraft nach oben. Wie finden sie den Weg? Sie haben einen Orientierungssinn durch die Stärkekörner. Die Wurzel ist der Kopf der Pflanze, bei der Umdrehung haben sich die Otolithen ausgebildet. Bei den Mondpflanzen — wie zum Beispiel bei der Mistel — finden wir sie nicht.
[ 4 ] Sie sehen, dass die Pflanze einen Pol zur Erde hin hat, der andere Pol geht zur Sonne hin. Die Blätter streben zur Sonne; so weit sie können, stellen sie sich senkrecht zur Sonne. Das Pflanzenblatt besteht aus Zellen; an der Oberfläche grüner Laubblätter sind Zellen, welche nach außen etwas gewölbt sind und nach unten zu flach. Jede solche Zelle ist wie eine Linse mit dem hellen Brennpunkte in der Mitte. Nur dann, wenn die Partie senkrecht steht, fällt der Brennpunkt in die Mitte, sonst fällt er zurück; es ist wie mit den Augen der Insekten.
[ 4 ] Sie sehen, dass die Pflanze einen Pol zur Erde hin hat, der andere Pol geht zur Sonne hin. Die Blätter streben zur Sonne; so weit sie können, stellen sie sich senkrecht zur Sonne. Das Pflanzenblatt besteht aus Zellen; an der Oberfläche grüner Laubblätter sind Zellen, welche nach außen etwas gewölbt sind und nach unten zu flach. Jede solche Zelle ist wie eine Linse mit dem hellen Brennpunkte in der Mitte. Nur dann, wenn die Partie senkrecht steht, fällt der Brennpunkt in die Mitte, sonst fällt er zurück; es ist wie mit den Augen der Insekten.
[ 5 ] So sucht die Pflanze Sonnenpol und Erdenpol. Das ist die Eigenart der Lichtwesen oder Pflanzenwesen. Jedes Pranawesen hat diese zwei Pole, der eine zum Boden, auf dem er wächst, der andere zur Quelle, die ihm die Lebenskräfte gibt. Solange der Mensch ein Sonnenwesen war, war er auch so. Der Mensch hat sich umgedreht, dadurch hat er seinen alten Sinn, den Gravitationssinn, umgeformt und jetzt bei seinem Eintritt in das Mentale den Gehörsinn zugefügt und das korrespondierende Organ, durch das er Schöpfer wird, entwickelt. Zum Gehör tritt der Kehlkopf hinzu, ein Sinnesorgan, das zum Willensorgan wird. Beide entsprechen einander.
[ 5 ] So sucht die Pflanze Sonnenpol und Erdenpol. Das ist die Eigenart der Lichtwesen oder Pflanzenwesen. Jedes Pranawesen hat diese zwei Pole, der eine zum Boden, auf dem er wächst, der andere zur Quelle, die ihm die Lebenskräfte gibt. Solange der Mensch ein Sonnenwesen war, war er auch so. Der Mensch hat sich umgedreht, dadurch hat er seinen alten Sinn, den Gravitationssinn, umgeformt und jetzt bei seinem Eintritt in das Mentale den Gehörsinn zugefügt und das korrespondierende Organ, durch das er Schöpfer wird, entwickelt. Zum Gehör tritt der Kehlkopf hinzu, ein Sinnesorgan, das zum Willensorgan wird. Beide entsprechen einander.
[ 6 ] Die Erde bringt Gravitation hervor, das Ohr nimmt die Gravitation wahr. Jetzt ist die Kraft im Menschen, nachdem er sich losgerissen hat von der Erde. Die umgewandte Gravitationskraft im Geiste, das Wort, muss er nun hervorbringen.
[ 6 ] Die Erde bringt Gravitation hervor, das Ohr nimmt die Gravitation wahr. Jetzt ist die Kraft im Menschen, nachdem er sich losgerissen hat von der Erde. Die umgewandte Gravitationskraft im Geiste, das Wort, muss er nun hervorbringen.
[ 7 ] Wir haben beim Gehörorgan schon zwei Sinne vereinigt, und noch dazu ein Ausdrucksorgan, um das Gehörte zum Ausdruck zu bringen. Das können wir bei dem Sinn, der über den ganzen Körper ausgebreitet ist, bei dem Tastsinn noch nicht sehen. In ihm sind auch zwei verschiedene Sinne enthalten: der Sinn für harten und für weichen Widerstand sowie der Sinn für Kälte und Wärme, Temperatursinn. Der eigentliche Tastsinn ist ein uralter Sinn, wie der Schweresinn. Schon die einfachste Zelle der [Haut] hat einen Tastsinn. Temperatursinn tritt später auf, wie die Schallwahrnehmung zur Schwerewahrnehmung. Hier sehen wir, wie der Mensch in Entwicklung ist. Das Ohr hat schon seinen Kehlkopf gekriegt, die Haut hat noch nicht das, was ihr entspricht. Im menschlichen Kopf bereitet sich ein Organ vor, welches Wärme um sich herum verbreiten wird, so wie der Kehlkopf Schall hervorbringt, ein ganz kleiner Körper, der sogenannte Schleimkörper, der sich in Zukunft über den ganzen Körper ausstrecken wird.
[ 7 ] Wir haben beim Gehörorgan schon zwei Sinne vereinigt, und noch dazu ein Ausdrucksorgan, um das Gehörte zum Ausdruck zu bringen. Das können wir bei dem Sinn, der über den ganzen Körper ausgebreitet ist, bei dem Tastsinn noch nicht sehen. In ihm sind auch zwei verschiedene Sinne enthalten: der Sinn für harten und für weichen Widerstand sowie der Sinn für Kälte und Wärme, Temperatursinn. Der eigentliche Tastsinn ist ein uralter Sinn, wie der Schweresinn. Schon die einfachste Zelle der [Haut] hat einen Tastsinn. Temperatursinn tritt später auf, wie die Schallwahrnehmung zur Schwerewahrnehmung. Hier sehen wir, wie der Mensch in Entwicklung ist. Das Ohr hat schon seinen Kehlkopf gekriegt, die Haut hat noch nicht das, was ihr entspricht. Im menschlichen Kopf bereitet sich ein Organ vor, welches Wärme um sich herum verbreiten wird, so wie der Kehlkopf Schall hervorbringt, ein ganz kleiner Körper, der sogenannte Schleimkörper, der sich in Zukunft über den ganzen Körper ausstrecken wird.
[ 8 ] Ein dritter Sinn ist das Auge, es hat noch nicht das ihm korrespondierende Organ, sogar noch nicht den zweiten Sinn, es ist noch weit zurück. Der zweite Sinn [des Auges] ist das Hellsehen, und ein Organ wird ihm zur Seite treten, das heute schon veranlagt ist im Gehirn, es wird die Bilder des Auges zu Wirklichkeiten machen. Dieses Organ nennt man die Zirbeldrüse.
[ 8 ] Ein dritter Sinn ist das Auge, es hat noch nicht das ihm korrespondierende Organ, sogar noch nicht den zweiten Sinn, es ist noch weit zurück. Der zweite Sinn [des Auges] ist das Hellsehen, und ein Organ wird ihm zur Seite treten, das heute schon veranlagt ist im Gehirn, es wird die Bilder des Auges zu Wirklichkeiten machen. Dieses Organ nennt man die Zirbeldrüse.
[ 9 ] Der Mensch wird das Wort zum wirklichen Gegenstand machen, indem er es durchdringt mit Wärme. Die heutigen Gedanken des Menschen schaffen seine Organe.
[ 9 ] Der Mensch wird das Wort zum wirklichen Gegenstand machen, indem er es durchdringt mit Wärme. Die heutigen Gedanken des Menschen schaffen seine Organe.
