Kosmologie und menschliche Evolution
Mensch, Natur und Kosmos
GA 91
27 June 1905, Berlin
7. Evolutionsgesetze des inneren Karmas
[ 1 ] An dem Empfindungsleib hängt die Sinnesempfindung, die Kraft, zu sehen und zu hören. Unser Verkehr mit der Umwelt hängt mit unseren Sinnesempfindungen zusammen, wie viel wir von ihr aufnehmen können, ob wir ein gut organisiertes Ohr oder Auge haben oder nicht. Unsere Wahrnehmungen werden dadurch geregelt. Davon hängt es ab, wie viel wir in einem Leben in unser Inneres aufnehmen können. Der Empfindungsleib hat Bedeutung nur für eine Inkarnation des Menschen zwischen Geburt und Tod; keinen Einfluss hat er mehr für die unmittelbar nächste Inkarnation. Nun sendet die Empfindungsseele ihre Indriyas in die Wahrnehmungen hinein. Etwas Höheres ist es, wie der Mensch die Eindrücke verarbeitet. Das prägt sich der Empfindungsseele ein; das hat Bedeutung noch für die nächste Inkarnation. Etwas noch Höheres ist der Eindruck, den der Mensch auf seine Verstandesseele macht — als Gedächtnis, Gefühl —, wie man etwas genießt in der Verstandesseele, und das hat Bedeutung für die dritte Inkarnation. Sodass der Mensch mit dem Bau seiner äußeren Sinne nur der Gegenwart gehört, was er aber mit ihnen verarbeitet, geht in andere Inkarnationen hinein.
[ 2 ] Diejenigen, die wenig verarbeiten, werden durch sich selbst nichts hineinbringen in die nächste Inkarnation; der andere fügt aus seinem Innern etwas hinzu, was bleibend wirkt. Denken wir uns solche Menschen führenden Individualitäten gegenüber. Wer wenig verarbeitet, dem kann wenig eingepflanzt werden. Durch die aufnahmefähige Verstandesseele werden die Leistungen hinübergenommen in die Zukunft.
[ 3 ] Was nun gar der Mensch in die Bewusstseinsseele hineinarbeitet, das geht bis in die vierte Inkarnation. Begriffe gehören der Bewusstseinsseele an; sodass Begriffe, die scheinbar angeboren sind, vor [vier] Inkarnationen erworben sind. Nun gar die höchsten Vorstellungen, wie wir sie über das Göttliche erleben, gehen in das Geistselbst hinein und wirken in die fünfte Inkarnation.
[ 4 ] Danach kann man berechnen, wie man als Eingeweihter die Menschheit zu führen hat. Sollte in der fünften Unterrasse Theosophie herauskommen, musste in der fünftvorhergehenden Rasse dieses Göttliche aufgehen. <«Diejenigen, die ich jetzt durch meine Rishis beeinflussen kann, werden dann reif sein, dasselbe in Begriffen aufzunehmen — sagte sich der Manu.
[ 5 ] Was der Mensch durch Meditation in seinem Lebensgeist entwickelt, nimmt er hinüber in seine sechste Inkarnation. Und wenn er gelernt hat, durch Meditation auf seinen Ätherleib einzuwirken, nimmt er, was er als Chela gelernt hat, in die siebente Inkarnation hinüber. Wenn der Geistesmensch ausgebildet wird, so geht es in die achte Inkarnation herüber. Und der Meister wirkt auf die neunte Inkarnation.
[ 6 ] So sehen wir, dass höhere Wesen seit sieben Inkarnationen Einfluss auf den Ätherleib haben, und auf unseren physischen Leib Mächte aus der vierten Unterrasse der Atlantier durch neun Inkarnationen hindurch. Daher werden die jetzigen Leiber aufgebaut von den Wesen, die dazumal auf die Atlantier wirkten.
[ 7 ] Evolutionsgesetze des inneren Karmas Wir sehen so das Wirken des inneren Karma und werden verstehen, was der Manu tat, als er in der fünften Unterrasse der Atlantier — Ursemiten — das Häuflein vorbereitete, das zur nächsten Stammrasse wurde. Es musste etwas vorbereitet werden, was wirken konnte, nachdem die sechste - Akkadier — und die siebente Unterrasse der Atlantier — Mongolen — vorbeigegangen waren, noch während vier Inkarnationen. Nach vier Inkarnationen kommt heraus, was in der Bewusstseinsseele eingepflanzt worden ist: das Ich.
[ 8 ] Nach diesem Schema berechneten die Eingeweihten den Zukunftsplan der Menschen.
