Kosmologie und menschliche Evolution
Mensch, Natur und Kosmos
GA 91
7 August 1905, Haubinda
10. Elementarreiche
[ 1 ] Wir haben kennengelernt das oberste Elementarreich als ein Reich von strahlenden Farben. Wenn wir die wunderbar glitzernde Welt betrachten in Zusammenhang mit einem Bewusstseinszustand, erhalten wir eine richtige Vorstellung davon. Es ist ein Bewusstsein, das unmittelbar sich selbst zum Ausdruck bringt. Das menschliche Bewusstsein ist sehr untergeordnet, es nimmt nur den Gegenstand von außen her wahr, wie in einem Spiegel. Das göttliche Bewusstsein strahlt von sich selbst Licht aus. Man nennt es Emanation, im Gegensatz zu Evolution, was Entwicklung ist.
[ 2 ] Wenn nun etwas aus sich ausstrahlt, so kann man sich denken, dass, je weiter die Strahlen gehen, desto geringer ihr Bewusstsein wird,
[ 3 ] Die Lichtmenge, die früher im Punkte war, ist jetzt verteilt im Umkreis. Dadurch, dass das Licht immer dünner wird, wird das Bewusstsein immer geringer, und dadurch geht das erste Elementarreich in das zweite über. Dadurch entsteht das Materielle - ein immer schwächer werdendes Bewusstsein. Im dritten Elementarreich haben wir ein noch abgeschwächteres Bewusstsein, also ein noch stärker werdendes Materielles.
[ 4 ] Wenn der Kreis sich ausbreitet, sodass eine Gerade entsteht, entsteht das Mineralreich. Beim Mineralreich hat die Ausstrahlung ihre Kraft verloren. Wir haben aber jetzt vier Reiche: das erste, zweite, dritte Elementarreich und das Mineralreich. Das Bewusstsein ist da, wo es unmittelbar strahlend, leuchtend ist, mit dem Ausstrahlen auf ein und demselben Plane. Gehen wir ins zweite Elementarreich, so liegt das Bewusstsein um einen Plan höher als der Stoff. Und gehen wir über in das dritte Elementarreich, so liegt das Bewusstsein um zwei Plane höher als der Stoff; und im Mineralreich liegt das Bewusstsein um drei Plane höher als der Stoff, den es dirigiert. Aus der Krümmung des Stoffes wird eine Ausgleichung. Wenn wir weitergehen, rückt das Bewusstsein nicht höher, sondern fängt an, von der anderen Seite den Stoff zu erfassen. Es entsteht Gravitation statt Emanation. Die Materie ballt sich wieder zusammen.
[ 5 ] Auf der fünften Stufe haben wir das Pflanzenreich. Die Gravitation erleben wir noch. Wenn ein Stein zur Erde fällt, zieht sie ihn an. Das ist dieselbe Kraft, die eigentlich erst im Pflanzenreich recht zur Geltung kommt. Wenn die Gravitation weiterschreitet, entsteht das Gegenbild zum zweiten Elementarreich — das Tierreich. Rückt nun der Stoff wieder mit dem Bewusstsein zusammen, so haben wir es zu tun mit dem Menschenreich.
[ 6 ] Beim Menschen ist das Gravitationszentrum sein Ich, worauf er alles bezieht. Da fällt wieder sein Bewusstseinszentrum mit dem Stofflichen zusammen. Betrachten wir von hier aus die Entwicklung des Menschen:
[ 7 ] Saturn: die Entwicklung des physischen Körpers im ersten Elementarreich. Ein strahlendes Lichtgewoge. Wenn die Entwicklung vom Saturn auf die Sonne kommt, macht der Mensch diese Ausstrahlung durch, und der physische Körper tritt in das zweite Elementarreich; auf dem Monde in das dritte Elementarreich. Auf der Erde ist der physische Körper im Mineralreich.
[ 8 ] Der Mensch hat auf dem Saturn noch keinen Ätherkörper; dieser entwickelt sich erst auf der Sonne, er ist dort im ersten Elementarreich, er ist dasselbe strahlende Gebilde. Auf dem Mond ist der Ätherkörper im zweiten, auf der Erde im dritten Elementarreich.
[ 9 ] Der Astralkörper ist auf dem Saturn noch nicht vorhanden, auch nicht auf der Sonne. Er entwickelt sich im ersten Elementarreich auf dem Monde; auf der Erde entwickelt er sich ins zweite Elementarreich hinein. Nach dem Astralkörper kommen wir zum Ich. Das tritt erst auf der Erde ins erste Elementarreich.
[ 10 ] Wenn wir nun aufsteigen, kommen wir zur Entwicklung auf dem Jupiter. Dort geht der physische Körper des Menschen über vom Mineralreich ins Pflanzenreich. Dafür wird der Ätherkörper nachrücken ins Mineralreich. Der Astralkörper rückt auf vom zweiten ins dritte Elementarreich, das Ich vom ersten ins zweite Elementarreich.
[ 11 ] Auf der Venus rückt der physische Körper weiter ins Tierreich, das heißt, er ist Herr über Lust und Schmerz. Der Ätherkörper ist dann im Pflanzenreich, der Astralkörper im Mineralreich, und das Ich ist im dritten Elementarreich.
[ 12 ] Nun rücken wir weiter nach dem Vulkan. Da ist er[, der physische Körper,] im eigentlichen Menschenreich, der Ätherkörper ist dann im Tierreich, der Astralkörper im Pflanzenreich und das Ich im Mineralreich. Im Mineralreich zu sein heißt: solche Materie aus sich hervorbringen, wie zum Beispiel diesen Tisch.
[ 13 ] Es bringt physische Materie um sich herum hervor. Dann lässt es Pflanzen auf sich wachsen; lässt Tiere auf sich wandeln. Und endlich ruft es den Menschen hervor. Das Ich ist dann selbst Planetengeist geworden.
[ 14 ] Alle Planeten sind mineralisch gewordene Iche.
[ 15 ] [Was strahlende planetarische Materie ist, sind mineralisch gewordene Iche.]
