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The Rudolf Steiner Archive

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Kosmologie und menschliche Evolution
Mensch, Natur und Kosmos
GA 91

8 August 1905, Haubinda

11. Mond-Sinnesorgane

[ 1 ] In einfachen Ausdrücken des Volkes liegt oft etwas ungeheuer Wichtiges. Die Sprache ist nicht eine zufällige Schöpfung. In den Sprachfügungen erkennt man den wirklichen Geist. In tiefere Geheimnisse des Daseins weist manchmal ein Ausspruch. Wir haben gesprochen vom Umkippen der Wesenheiten; dieses Hinübergehen, Hinüberspringen über einen gewissen Punkt finden wir überall. Der Mensch, rufen wir uns ins Gedächtnis, besteht aus seinen drei niederen Körpern. Diese drei Leiber sind nach und nach aufgebaut und vervollkommnet von der Menschheit. Auf der Erde kam zum Vorschein das eigentliche Ich.

[ 2 ] Während der dritten Runde auf dem Mond lebte der Mensch in einem traumähnlichen Bewusstsein. Er sah die Farben nicht an den Gegenständen, sondern die Farbe lebte als ein Gebilde vor seiner Seele auf. [Lücke in der Mitschrift]

[ 3 ] Auf der Erde verwandelt sich das bildliche in das gegenständliche Bewusstsein. Die Farbe legt sich über den Gegenstand. Dass man etwas wahrnimmt, hängt davon ab, dass wir Sinnesorgane haben. Wenn nun der Mondbewohner wahrnahm, musste er Sinne haben; die hatte er, Lotusblumen, die sich nach der entgegengesetzten Seite drehten. In welchem Leibe waren diese Mond-Sinnesorgane? In dem eigentlichen Ätherdoppelkörper. Im Pralaya verschwanden diese Mond-Sinnesorgane, und es entsteht der Empfindungsleib, der die Kräfte hat, die die Augen, Ohren und so weiter bilden. Das Ich als solches war auch vorhanden während des Mondendaseins, aber auf unbewusste Art. Auf der Erde schaut das Ich durch die Sinnesorgane mit Hilfe dieses Empfindungsleibes und nimmt wahr. Dadurch, dass das Ich im Empfindungsleib drinnen steckt, hat es nur so lange Bewusstsein, als es herausschauen kann. Wenn es das nicht kann - im Tod —, ist das Bewusstsein unterbrochen. A

[ 4 ] Die nächste Stufe besteht darin, dass das Ich sich hineinarbeitet in dieselbe Welt, die es von außen wahrnimmt. Auf dem Mond wurde als Bild der Gegenstand wahrgenommen, auf der Erde hat der Mensch diese Bilder über die Gegenstände geworfen. Jetzt schlüpft er in diese Gegenstände/Bilder hinein und verwächst mit ihnen. Man nennt das «das Leben im Kausalkörper. Es bedeutet ein Hinauskommen über sich selbst. Wird dieses Hinauseilen zu früh oder unrichtig gemacht, würde der Mensch den Zusammenhang mit seinen Sinnen verlieren.

[Lücke in der Mitschrift]

[ 5 ] Diese Gravitation muss besonders stark entwickelt werden bei der Geheimschulung.

[ 6 ] Der Wahnsinn ist nichts anderes als das Verlieren der Harmonie mit der Außenwelt. Bei jeder unnormalen Entwicklung ist das geschehen. Die Seele ist herausgesprungen aus dem Empfindungsleib und ist eigentlich draußen. Sie «schnappt über.

[ 7 ] Die Sprache ist ein mächtiger Kulturfaktor in der Entwicklung. Große Eingeweihte verleiben der Sprache das ein, was in vielen Jahrhunderten zum Ausdruck kommen soll. In Deutschland sollte die christliche Mystik zum Ausdruck kommen. Diese lehrt, dass der Christus in Jesus lebt, während die morgenländischen Sprachen den dreifachen Logos lehren. Das schließt einander nicht aus.

[ 8 ] Der unaussprechliche Name.