Kosmologie und menschliche Evolution
Mensch, Natur und Kosmos
GA 91
13 August 1905, Haubinda
16. Zwölf Bewusstseinsstufen im Verhältnis zum Ätherleib
[ 1 ] Wir haben kennengelernt zwölf Stufen des Bewusstseins, wir haben unterschieden zwischen emanierendem, wahrnehmendem und formendem Bewusstsein. Wir haben gesehen, dass das, was man Substanz oder Materie nennt, ausgestrahlt wird von gewissen reif gewordenen Geistern von hochentwickeltem Bewusstsein. Bei der Ausstrahlung auf dem Saturn wird der dichte physische Körper von einem sehr hohen Bewusstsein ausgestrahlt. Daraus können wir schließen, dass die weniger dichten Substanzen ausgestrahlt werden können von weniger hohen Geistern von etwas niedrigerem Bewusstsein.
[ 2 ] Wenn wir die aufeinanderfolgenden Weltenkörper betrachten, so sind es sieben: Saturn, Sonne, Mond, Erde, Jupiter, Venus, Vulkan. Sie haben alle zu gewissen Zeitpunkten einen dichten Körper, der ausgestrahlt wird, wie der Mensch seinen Planeten einmal ausstrahlen wird. Bevor er den dichten Körper ausstrahlen kann, wird er seinen Ätherkörper emanieren können. Ebenso wie zwölf Planeten ausgestrahlt werden können von zwölf Bewusstseinen, so können von den entsprechenden niederen Formen Ätherkörper ausgestrahlt werden.
[ 3 ] Wir wollen untersuchen, wie das Bewusstsein zur Ausstrahlung kommt. Betrachten wir einmal das menschliche Rückgrat mit dem Rückenmark, welches darinnen ist. Die Wirbelsäule besteht aus Knochenringen, die sich so ineinanderlegen, dass sie ein Rohr bilden; drin ist das [Rückenmark], das nach unten zu blind ausläuft, nach oben zu sich erweitert zum Gehirn. Von allen Teilen des Körpers gehen weiße Nervenstränge aus ins Rückenmark hin, wo sie sich verbinden mit anderen Nervensträngen, die zu den Muskeln führen. Ein solches Rückenmark haben schon niedere Tiere. Wenn ein Tier gereizt wird, pflanzt sich der Reiz bis zum Rückenmark hin fort, das überträgt ihn auf den Nerv, und dieser löst die Muskelbewegung aus. Im ausgebildeten Gehirn des Menschen endigen auch die Nerve: die vom Körper kommen, und andere gehen wieder zum Körper hin. [Es ist ein großer Unterschied zwischen dem Froschrückenmar und dem Menschenrückenmark.] Der Unterschied ist der, dass beim Frosch die Bewegung automatisch ausgeht; beim Menschen dagegen mit Willen. [Beim Menschen geht der Reiz bis ins Gehirn und löst da nicht automatisch die Bewegung aus, der Mensch muss erst wollen Es schiebt sich also sein Bewusstsein zwischen den Reiz und de ausgehenden Bewegung. Das Tier hat auch ein Bewusstsein, aber das liegt [auf dem astralen Plan], von da wird die Muskelbewegung geleitet. Des Menschen Bewusstsein liegt im Gehirn. Das kommt daher weil die Nervenstränge beim Tier [im Rückenmark] dicht verknotet sind; im menschlichen Gehirn sind sie etwas gelockert, dadurch kann das Bewusstsein herein, und [zwischen den mehr gelockerte Nervensträngen] greift der Wille ein.
[ 4 ] Das höhere Bewusstsein des Menschen wird dadurch ausgemacht dass die Glieder eines niederen Bewusstseins gelockert sind. Dafür sind aber beim Menschen drei der Grundkräfte seiner Seele stramm verbunden, das sind die Kräfte des Willens, des Fühlens und de Denkens. Die Fäden sind auch vorhanden im astralen und im Äthergehirn. Wille, Fühlen und Denken entsprechen drei Gottheiten, dir wir kennengelernt haben, den Geistern des Willens, der Weisheit und der Tätigkeit. Die neun anderen Kräfte sind auch im Menschen vorhanden, nur sind sie nicht gleich bemerkbar.
[ 5 ] Was geschieht, wenn der Mensch sich noch höher entwickelt Der höhere Mensch verhält sich zum niederen wie der gewöhnlich Mensch zum Frosch. Nämlich es werden die drei Partien — Wille Fühlen und Denken — gelockert, zuerst im Astralen, dann im Ätherischen und schließlich im Physischen; und geradeso kommt da höhere Bewusstsein und hat jetzt die drei Teile zu beherrschen, di« auseinandergegangen sind. Bei immer höherer Entwicklung locker der Mensch zwölf solcher Zentren und beherrscht sie dann. Bevor diı Glieder gelockert sind, kann das höhere Bewusstsein nicht eingreifen
[ 6 ] Es steht jede menschliche Kraft in einer Beziehung zu Urkräfter des Universums, der Welt. Der Wille steht zum Weltenwillen, da: Fühlen zur Weisheit [der Welt], das Denken zur Tätigkeit der Welt, das Formen zu den formenden Kräften des Universums in Beziehung. Dadurch, dass die einzelnen Glieder sich gegenseitig halten, werden sie nicht frei nach außen. In dem Augenblick, wo sich zum Beispiel der Wille loslöst, kann er nach außen hantieren und Willenswesen wahrnehmen. Es ist so, wie wenn man einen Ameisenhaufen betrachtet, er hat eine gemeinsame Seele und drei Glieder: Arbeiter, Männchen und Weibchen; diese bilden ein gemeinsames Lebewesen.
[ 7 ] Auf diese Weise kann der Mensch alle zwölf Glieder, die in ihm vorhanden sind, bloßlegen, und dadurch zerspaltet er seinen Ätherleib in zwölf Teile. Jeder solche Teil hat eine besondere Eigenschaft — ähnlich wie beim Polypen, wenn man die Glieder durchschneidet, jeder Teil weiterlebt. So wächst ein Teil des Ätherleibes zu einem Ganzen aus, sodass der so hoch gestiegene Mensch bei seinem Tode, wo er sein Bewusstsein zurückzieht, zwölf selbstständige Ätherleiber hinterlässt; sie sind da. Was wird mit ihnen? Sie sind gewissermaßen die Emanation, die Ausstrahlung des früheren Bewusstseins.
[ 8 ] Wenn ein Mensch stirbt, geht zunächst sein physischer Körper über zur Erde, der Ätherkörper in den allgemeinen Weltenäther, der Astralkörper nach Kamaloka. Wenn der Mensch zurückkommt, muss ein Ätherleib für ihn aufgebaut werden. Die ausgestrahlten Ätherleiber werden als Modelle benutzt, die so von den Höheren hinterlassen werden. In Wahrheit strahlen alle jetzt schon Ätherleiber aus, sie sind aber noch unvollkommen, darum die vielen unvollkommenen Leiber. Von den Hochentwickelten bleiben auch hochentwickelte Ätherleiber zurück. Der Hochentwickelte kann sie ausstrahlen, wenn er unmittelbar vor der Torsperre steht, wo er noch dichtere Materie wird ausstrahlen können.
[ 9 ] Christus strahlte bei seiner Geburt neue physische Materie aus, also ist er imstande gewesen, vorher die zwölf Ätherleiber auszustrahlen, die zwölf getrennten Glieder des vorhergegangenen Christus. [Die zwölf Ätherleiber der Apostel sind die zwölf getrennten Glieder des vorhergegangenen Christus-Ätherleibes.] Er hatte die Gewalt über die zwölf behalten. [Wo ist das Bewusstsein, das sie dirigiert? Das ist der Christus. Christus ist die Gruppenseele der zwölf Apostel.] Christus ist das Bewusstsein — seine zwölf Apostel sind seine Glieder, die zwölf Ätherleiber.
[ 10 ] Jesus ist die einzelne Persönlichkeit; er hat seinen Leib an den Christus abgegeben. [Wo ist der Leib Christi? Das sind die zwölf Apostel. Durch diese zwölf Glieder hat Christus wirklich gewirkt.]
