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The Occult Truths of Old Myths and Legends
GA 92

3 December 1905, Cologne

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15. Parzival und Lohengrin

15. Parzival and Lohengrin

[ 1 ] Wir wollen heute in die Sagenwelt des Mittelalters einen Blick werfen vom Standpunkt der theosophischen Weltanschauung aus. Zwei wichtige Sagen sind charakteristisch für die Geistesentwicklung Europas im Mittelalter, die zwei Sagen, die sich um den heiligen Gral gruppieren.

[ 1 ] Today we want to take a look at the world of medieval legends from the perspective of the theosophical worldview. Two important legends are characteristic of the spiritual development of Europe in the Middle Ages—the two legends centered around the Holy Grail.

[ 2 ] Durch Sagen und Mythen haben sich ja in früheren Zeiten die Wissenden zu dem Volke über die tiefsten Wahrheiten ausgesprochen. Wenn man damals den Menschen, die da lebten, wo heute Nord- und Mitteleuropa ist, solche Begriffe beigebracht hätte, wie wir sie Jetzt in der theosophischen Weltanschauung bekommen, so würden die Menschen von dazumal nichts davon gehabt haben. Die Weisen sprachen zu jedem Volk und Zeitalter so, wie das Volk und das Zeitalter sie verstehen konnte. Sie gingen dabei immer aus von dem Gesetz der Wiederverkörperung oder Reinkarnation.

[ 2 ] In earlier times, the wise conveyed the deepest truths to the people through legends and myths. If, back then, the people living in what is now Northern and Central Europe had been taught concepts such as those we now find in the theosophical worldview, the people of that time would not have benefited from them at all. The sages spoke to each people and each age in a way that the people and the age could understand. In doing so, they always proceeded from the law of reincarnation.

[ 3 ] Die Weisen, die in Nord- und Mitteleuropa den Völkern die Geheimnisse der Welt erzählt haben, waren die Druiden. «Druide» heißt soviel wie «Eiche». Wenn man sagt, daß die Deutschen «unter Eichen» ihren Gottesdienst gefeiert haben, so bedeutet das nicht allein, daß sie wirklich unter natürlichen Eichen ihren Gottesdienst feierten, sondern es bedeutet auch, daß sie unter der Leitung der Druiden waren. Und wenn es heißt, daß Bonifatius «die Eiche gefällt» habe, so bedeutet das, daß der alte Druiden-Gottesdienst durch das Christentum überwunden wurde. In Form der Sage wurde eine wahre Tatsache gegeben. Der Druide brachte die wahren Tatsachen in die Sagen hinein. Der Druidenpriester sprach schon zu all den Seelen, die heute unsere Weltanschauung aufnehmen. Er sprach zu ihnen so, wie es für die damalige Zeit geeignet war. Wir alle, die wir die theosophische Weltanschauung aufnchmen, haben dasselbe schon früher als Mythen und Märchen gehört, sonst würden wir es heute gar nicht verstehen können. Das ist das Geheimnis der großen Meister: Sie leben ganz in dem Bewußtsein, daß sie unter Menschen sind, die immer wieder verkörpert werden.

[ 3 ] The sages who revealed the mysteries of the world to the peoples of Northern and Central Europe were the Druids. “Druid” means “oak.” When it is said that the Germans celebrated their religious rites “under oak trees,” this does not merely mean that they actually celebrated their rites under natural oak trees, but it also means that they were under the guidance of the Druids. And when it is said that Boniface “cut down the oak,” this means that the ancient Druidic religious rites were supplanted by Christianity. A true fact was conveyed in the form of a legend. The druid wove the true facts into the legends. The druid priest was already speaking to all the souls who today embrace our worldview. He spoke to them in a way that was appropriate for that time. All of us who have embraced the theosophical worldview have heard the same things before as myths and fairy tales; otherwise, we would not be able to understand them at all today. This is the secret of the great masters: they live entirely in the awareness that they are among people who are constantly reincarnating.

[ 4 ] Im ganzen Mittelalter lebten die Grundwahrheiten der germanisch-mitteleuropäischen Kultur in einer großen Sage. Wenn wir diese Sage kennenlernen, verstehen wir, was im Mittelalter vorhanden war. Die Druidenpriester nährten das Bewußtsein, daß einmal fern im Westen eine hohe Kultur da war. Diese Kultur war in einem Lande, das man als Nifelheim oder Nibelungenheim bezeichnete. Dieses Nifelheim war die alte Atlantis. Sie war früher ein Nebelheim wegen ihrer eigentümlichen atmosphärischen Verhältnisse, die ganz anders waren als die unsrigen.

[ 4 ] Throughout the Middle Ages, the fundamental truths of Germanic-Central European culture were embodied in a great legend. When we become familiar with this legend, we understand what existed in the Middle Ages. The druid priests nurtured the awareness that once, far to the west, there had been a great civilization. This civilization was located in a land known as Nifelheim or Nibelungenheim. This Nifelheim was the ancient Atlantis. It was formerly known as “Mistland” because of its peculiar atmospheric conditions, which were quite different from our own.

[ 5 ] Die germanische Stammsage gibt damit wirklich die Wahrheit wieder. Sie weist hin auf ein uraltes Land, das es einst gab zwischen Europa und Amerika, da, wo jetzt der atlantische Ozean ist. Dieses uralte Land Atlantis ist untergegangen und mit ihm Schätze der Macht und Weisheit. Diese Schätze bezeichnete man als Gold, und ihr Untergehen wird in der Sage erzählt als das Versenken des Goldes des Nibelungenhortes. Der Schatz der Nibelungen soll in neuer Weise gehoben, auferweckt werden, mehr im Osten, in Europa. Erst Wotan, dann Siegfried sind die Eingeweihten, denen die Aufgabe zukam, dem heutigen Europa den alten Schatz wiederzubringen, den Nibelungenhort in gewisser Weise für die neuere Kultur wieder fruchtbar zu machen. Daß die Sage uns einen Eingeweihten «Wotan» entgegentreten läßt, hilft uns, tief in eine andere uralte Kultur hineinzublicken. Die Buchstaben W und B entsprechen einander. Wotan, Wodan ist dasselbe wie Bodha Buddha. Wotan ist tatsächlich die germanische Bildung des Wortes Buddha. Wir kommen da auf einen gemeinschaftlichen Ursprung der europäischen Wotan-Religion und der asiatischen Buddha-Religion. Die Buddha-Religion fand nicht so sehr in Indien Verbreitung, sondern bei denjenigen Völkern Asiens, die noch etwas von der atlantischen Kultur in sich hatten. Auch die Wotan-Völker brachten ihre Anschauungen aus der atlantischen Kultur mit. Ihre Weiterentwicklung drückte sich aus in den Sagen, die ihnen die Druidenpriester beigebracht hatten. Besonders schön wird darin das Retten des Nibelungenhortes - der atlantischen Kultur - durch Wotan und Siegfried zum Ausdruck gebracht.

[ 5 ] The Germanic tribal legend thus truly reflects the truth. It points to an ancient land that once existed between Europe and America, where the Atlantic Ocean is now. This ancient land of Atlantis sank into the sea, and with it went treasures of power and wisdom. These treasures were referred to as gold, and their sinking is recounted in the legend as the submergence of the gold from the Nibelung hoard. The Nibelung treasure is to be unearthed and resurrected in a new way, more toward the east, in Europe. First Wotan, then Siegfried are the initiates to whom fell the task of bringing the ancient treasure back to present-day Europe—of, in a sense, making the Nibelung hoard fruitful once more for modern culture. The fact that the legend presents us with an initiate named “Wotan” helps us to look deeply into another ancient culture. The letters W and B correspond to one another. Wotan, Wodan, is the same as Bodha Buddha. Wotan is, in fact, the Germanic form of the word Buddha. This leads us to a common origin of the European Wotan religion and the Asian Buddha religion. The Buddha religion did not spread so much in India as among those peoples of Asia who still retained elements of the Atlantean culture. The Wotan peoples, too, brought their beliefs from the Atlantic culture. Their further development was expressed in the sagas that the Druid priests had taught them. The rescue of the Nibelung hoard—the Atlantic culture—by Wotan and Siegfried is particularly beautifully expressed in these sagas.

[ 6 ] Durch diese Sagen, die von Rußland über Deutschland nach Frankreich und England hin zu finden sind, geht ein tragisch prophetischer Zug, der sich überall findet, wo Druidenpriester lehrten. Prophetisch wurde gelehrt: Eine Götterdämmerung wird kommen. Wir sind die Reste der atlantischen Kultur. Wir müssen absterben, damit ein Besseres hineinkommen kann. Unsere Eingeweihten sind Propheten dessen, das da kommt. Bei allen, die in der Art des Siegfried eingeweiht sind, kommt eine bestimmte Tragik zum Ausdruck. Das Nibelungenlied enthält eine uralte Form der Einweihung: die Nibelungennot, die Nibelungenklage. Den ganz intimen Schülern wurde gelehrt, daß ein anderer kommen würde, der das geistige Leben bringen würde. Überall wurde die Stimmung der Götterdämmerung verbreitet. Alle lebten in der Empfindung und die intimen Schüler in der Gewißheit: Einer wird kommen, der wird ganz anders sein als unsere Eingeweihten. - Das drückt die Sage aus durch Siegfried.

[ 6 ] A tragic, prophetic thread runs through these legends—which can be found from Russia through Germany to France and England—and is present wherever Druid priests taught. They taught prophetically: A twilight of the gods will come. We are the remnants of the Atlantean culture. We must perish so that something better may take our place. Our initiates are prophets of what is to come. A certain tragedy is expressed in all those who are initiated in the manner of Siegfried. The Nibelungenlied contains an ancient form of initiation: the Nibelungen’s Plight, the Nibelungen’s Lament. The most intimate disciples were taught that another would come who would bring spiritual life. The mood of the twilight of the gods spread everywhere. Everyone lived with the feeling—and the intimate disciples with the certainty—that one would come who would be entirely different from our initiates. —This is what the legend expresses through Siegfried.

[ 7 ] In Skandinavien und in Rußland hatte man den Druidenmysterien entsprechend die Drottenmysterien. «Drotte» ist eine andere Form für Druide. Überall in den alten Mysterien ist Sig der Name des ursprünglichen, großen Eingeweihten. Alle Namen, die mit «Sig» zusammengesetzt sind, führen zurück auf Sig, so zum Beispiel Sigurd, Sigmund, Sieglinde und so weiter. Siegfried war der Eingeweihte, der in der Einweihung den Frieden gefunden hatte. «Friede» bedeutet das, was den Menschen hinüberführt über alle Zweifel; es ist die Befriedigung der Sehnsucht, der Sehnsucht nach Wissen, nach Macht. Siegfried wird in allen Bildern dargestellt als der Unverwundbare. Achilleus, der griechische Eingeweihte, ist an einer Stelle verwundbar geblieben, an der Ferse. Siegfried ist nach der Überwindung des Drachens unverwundbar geworden, bis auf eine Stelle, die Stelle zwischen den Schulterblättern. Das ist da, wo das Kreuz zu tragen ist. Dieses Sinnbild spielte in den alten Mysterien eine tiefe Rolle. Dort wurde gesagt: Ihr seid alle verwundbar an der Stelle, wo einer das Kreuz wird liegen haben. Derjenige, der diese Stelle mit dem Kreuz zudecken wird, der Kreuzträger, der wird der große Eingeweihte sein, der nicht mehr verwundbar ist. — Das gibt der nordischen Sage den großen Zug. Diese Weisheit war eine apokalyptische Weisheit.

[ 7 ] In Scandinavia and Russia, there were the Drotte mysteries, corresponding to the Druidic mysteries. “Drotte” is another form of “Druid.” Throughout the ancient mysteries, Sig is the name of the original, great initiate. All names derived from “Sig” trace back to Sig—for example, Sigurd, Sigmund, Sieglinde, and so on. Siegfried was the initiate who had found peace during his initiation. “Peace” signifies that which carries a person beyond all doubt; it is the fulfillment of longing—the longing for knowledge and for power. Siegfried is depicted in all images as the invulnerable one. Achilles, the Greek initiate, remained vulnerable in one place—the heel. After defeating the dragon, Siegfried became invulnerable, except for one spot: the area between the shoulder blades. That is where the cross is to be borne. This symbol played a profound role in the ancient mysteries. There it was said: “You are all vulnerable at the spot where one will bear the cross.” The one who will cover this spot with the cross—the bearer of the cross—will be the great initiate who is no longer vulnerable. — This is what gives the Norse saga its great significance. This wisdom was an apocalyptic wisdom.

[ 8 ] Alle Okkultisten wissen, daß diese Weisheit ausgeht von einer zentralen Orakelstätte von zwölf Eingeweihten, von der sogenannten «Weißen Loge». Von dort wird die Weisheit hinausgetragen in die Welt. Nirgends ist das anders, als daß der einzelne sich in Zusammenhang weiß mit den anderen. Überall waren zwölf Beisitzer der Loge. Solche sind auch die zwölf Apostel. Das Bewußtsein der Ahnenden und die Weisheit der Wissenden führt zurück auf die Tafelrunde des Königs Artus. Diese ist nichts anderes als die große Weiße Loge, die in der Siegfried-Initiation den Völkern klarmachte, was sie der Welt zu sagen hatte. Große Eingeweihte waren Mitglieder der Tafelrunde, die bis in die Zeit der Königin Elisabeth von England in Wales vorhanden war. Dann wurde sie aus politischen Gründen aufgehoben.

[ 8 ] All occultists know that this wisdom emanates from a central oracle site of twelve initiates, the so-called “White Lodge.” From there, the wisdom is carried out into the world. Nowhere is this different from the individual knowing that he is connected to the others. Everywhere there were twelve members of the Lodge. Such are also the twelve apostles. The consciousness of those who sense the future and the wisdom of those who know trace back to King Arthur’s Round Table. This is nothing other than the Great White Lodge, which, in the Siegfried Initiation, made clear to the peoples what it had to say to the world. Great Initiates were members of the Round Table, which existed in Wales until the time of Queen Elizabeth I of England. It was then abolished for political reasons.

[ 9 ] Zwei ganz bestimmte politische Strömungen leitete das mittelalterliche Volksbewußtsein auf diese Urzeiten zurück. In dem Frankenvolke, das so glücklich war, den Westen von Europa zu erobern, da gibt es ein Herrschergeschlecht, das eigentlich seinen Ursprung zurückführt in die Zeiten der Atlantis. Man nannte es die «Wibelungen» oder «Nibelungen» — daraus ist später das Wort «Ghibellinen» entstanden. Es war ein altes Bewußtsein da von einem im Frankenvolke aufgehenden Herrschergeschlechte, das wurzelt im alten Nibelungenlande, das in sich vereinigt weltliche Macht und priesterliche Gewalt. Darum hat Karl der Große versucht, sich in Rom die Königskrone aufsetzen zu lassen, um ein geistliches Element zu dem weltlichen hinzuzufügen.

[ 9 ] Two very specific political movements traced medieval popular consciousness back to these primordial times. Among the Franks, who were fortunate enough to conquer Western Europe, there was a ruling dynasty that actually traced its origins back to the times of Atlantis. It was called the “Wibelungen” or “Nibelungen”—from which the word “Ghibellines” later arose. There was an ancient belief in a ruling dynasty emerging from the Frankish people, rooted in the ancient land of the Nibelungs, which united secular power and priestly authority. That is why Charlemagne sought to have the royal crown placed upon his head in Rome, in order to add a spiritual element to the secular one.

[ 10 ] Ursprünglich war alles, was man an Macht voraussetzte, abgeleitet von dem, was von Atlantis herübergekommen war. Daß man dachte und ahnte, daß eine Götterdämmerung kommt, dadurch verband sich auch mit dem Herrschergeschlecht ein gewisser tragischer Zug. Man sagte: Die da wissen wollen, können wohl Eingeweihte werden, aber sie müssen abgelöst werden durch etwas anderes. - Diese Stimmung drückte sich zunächst aus in der bekannten Barbarossa-Sage; es wurde dann noch etwas hinzugefügt, was man in der gewöhnlichen Sage nicht hatte. Barbarossa wurde richtig gedacht als eine Fortsetzung der alten Frankenherrscher. Die Hohenstaufen waren die Ghibellinen, Waiblingen, Wibelungen, Nibelungen, im Gegensatz zu den Welfen, den Guelfen. Die intimere Erzählung fügt zu der bekannten Barbarossa-Sage hinzu, daß Barbarossa von Asien den heiligen Gral nach Europa herüberholte. Er selbst als physische Persönlichkeit kam dabei um und wartet nun, bis seine Zeit gekommen ist. Darin drückt sich die ganze Stimmung des Mittelalters aus gegenüber dem alten Heidentum und dem neuen Christentum.

[ 10 ] Originally, everything that was considered to be power was derived from what had come over from Atlantis. The fact that people thought and sensed that a “twilight of the gods” was coming also imbued the ruling dynasty with a certain tragic air. It was said: Those who wish to know may well become initiates, but they must be replaced by something else. — This sentiment was first expressed in the well-known legend of Barbarossa; something was then added that was not present in the ordinary legend. Barbarossa was rightly conceived as a continuation of the old Frankish rulers. The Hohenstaufen were the Ghibellines, Waiblingen, Wibelungen, and Nibelungen, in contrast to the Welfs, the Guelfs. The more intimate narrative adds to the well-known Barbarossa legend that Barbarossa brought the Holy Grail from Asia to Europe. He himself, as a physical being, perished in the process and now waits until his time comes. This expresses the entire mood of the Middle Ages toward the old paganism and the new Christianity.

[ 11 ] Man fing an, die eigene Volksseele zu betrachten, und sagte: Aus der alten Atlantis haben wir unsere Kultur herübergeholt. Sie ist aber bestimmt unterzugehen; an ihre Stelle muß das Christentum treten. Aber sie wird wieder aufsteigen, geläutert, gereinigt, erhöht durch das Christentum. — Man fing an, einen Übergang zu schaffen von dem Ende des Abstiegs zum Beginn des Aufstiegs. Man fing an, sich den Gang der tieferen deutschen Geisteskultur so vorzustellen, daß das hellseherische, atlantische Bewußtsein abgelöst wurde von etwas, das noch kommen mußte. Man mußte die natürliche Tapferkeit, Frommheit, Tugend wiedererobern auf andere, neue Weise. Drei Vorstellungen hatte man — Vorstellungen von drei bestimmten Kräften: Wotan, Wili und We. Wotan ist die intuitive Kraft, wie sie der Eingeweihte darstellt; Wili ist der Wille selbst; We ist das Gemüt, mit einem tragischen Zug, wo es apokalyptisch wird. Jetzt sollte eine andere Zeit kommen. Jetzt sollte durch die christliche Lehre der Durchgangspunkt gewonnen werden, und man sollte wieder hinaufsteigen zu dem, was vor der Götterdämmerung war.

[ 11 ] People began to reflect on the soul of their own people and said: We brought our culture over from ancient Atlantis. But it is destined to perish; Christianity must take its place. But it will rise again, purified, cleansed, and elevated by Christianity. — People began to create a transition from the end of the descent to the beginning of the ascent. They began to envision the course of deeper German spiritual culture in such a way that the clairvoyant, Atlantean consciousness was superseded by something that was yet to come. One had to reclaim natural courage, piety, and virtue in a different, new way. There were three concepts—concepts of three specific forces: Wotan, Wili, and We. Wotan is the intuitive force, as portrayed by the initiate; Wili is the will itself; We is the soul, with a tragic streak where it becomes apocalyptic. Now a new era was to dawn. Now, through Christian teaching, the turning point was to be achieved, and humanity was to ascend once more to what existed before the Twilight of the Gods.

[ 12 ] Daß Barbarossa im Berge sitzt, bedeutet, daß er ein Eingeweihter ist. Der «Berg» ist die Einweihungsstätte. Christus ging mit seinen Jüngern «auf den Berg» - ins Mysterium. Die Raben bedeuten eine Einweihung des Barbarossa. In dem persischen Einweihungsritual unterscheidet man sieben Stufen der Einweihung. Die «Raben» bedeuten die erste Stufe der persönlichen Einweihung. Sie bezeichnen die noch bestehende Verbindung des Eingeweihten mit der Umwelt. Man denke an die Raben des Elias. Auch bei Wotan finden wir die Raben. Sie vermitteln seine Kommunikation mit der Umgebung. So hatte auch Barbarossa, der Eingeweihte, die Raben um sich, die ihn noch mit der Welt in Zusammenhang hielten.

[ 12 ] The fact that Barbarossa sits on the mountain signifies that he is an initiate. The “mountain” is the place of initiation. Christ went “up the mountain” with his disciples—into the mystery. The ravens symbolize Barbarossa’s initiation. In the Persian initiation ritual, there are seven distinct stages of initiation. The “ravens” represent the first stage of personal initiation. They signify the initiate’s continuing connection to the environment. Think of Elijah’s ravens. We also find ravens associated with Wotan. They facilitate his communication with his surroundings. Thus, Barbarossa, the initiate, was also surrounded by ravens, which still kept him connected to the world.

[ 13 ] Barbarossa hatte den heiligen Gral aus dem Orient geholt. Dieser heilige Gral war aufbewahrt worden auf dem Mons salvationis, dem Berg des Heils. Ihn umgeben jetzt die Nachfolger der Tafelrunde des Königs Artus, die zwölf Ritter, die zu der alten heidnischen Initiation die christliche Initiation hinzubekamen. Der Gral ist das Sinnbild der christlichen Initiation. Wer in die Geheimnisse des heiligen Grals eingeweiht werden wollte, der wurde christlicher Initiierter. Christlicher Initiierter wird man dadurch, daß man zuerst durch alle Zweifel hindurchgeht und dann den festen Halt bekommt in der Verbindung mit Christus selbst. Eins ist dazu notwendig: das unmittelbare Vertrauen zu der Gestalt Christi. Die ersten Jünger legten gerade darauf so besonderen Wert, daß Christus da war. Sie sagen: Wir wollen Zeugnis davon ablegen, daß wir mit Ihm zusammen waren. Wir haben unsere Hände in Seine Wunden gelegt. Was wir selbst geschen und gehört haben, das verkündigen wir. - Paulus ist deshalb Apostel, weil er im Geiste den Auferstandenen wahrhaftig erschaut hat. Auf die unmittelbare Erfahrung kommt es an, die man nicht durch Weisheit und Logik, sondern unmittelbar sich erwirbt.

[ 13 ] Barbarossa had brought the Holy Grail from the East. This Holy Grail had been kept on the Mons salvationis, the Mountain of Salvation. It is now surrounded by the successors to King Arthur’s Round Table—the twelve knights who added Christian initiation to the ancient pagan initiation. The Grail is the symbol of Christian initiation. Anyone who wished to be initiated into the mysteries of the Holy Grail became a Christian initiate. One becomes a Christian initiate by first passing through all doubts and then finding a firm foothold in union with Christ Himself. One thing is necessary for this: direct trust in the person of Christ. The first disciples placed such special emphasis precisely on the fact that Christ was present. They say: We want to bear witness that we were with Him. We have placed our hands in His wounds. What we ourselves have seen and heard, that we proclaim. - Paul is an apostle because he truly beheld the Risen One in the Spirit. What matters is direct experience, which is acquired not through wisdom and logic, but directly.

[ 14 ] Klar ist es uns, was Parzival auf seinen Wanderungen erreichen soll. Die Mutter Parzivals heißt Herzeleide. Wenn man den Parzival des Wolfram von Eschenbach, der ein gründlich Eingeweihter war, tief liest, zwischen den Zeilen und Worten, so findet man, daß der Name Herzeleide, der Mutter Parzivals, ein Niederschlag des tragischen Zuges ist, der in dem deutschen Gemüte lag. Derjenige, der nicht den Parzival-Weg macht, der trägt im Herzen das Leid; er hat sich den Frieden zu erringen. Wolfram von Eschenbach hat es verstanden, die Sage in eine wunderschöne Form zu kleiden. Mit der einen Tatsache hat er ein tiefinneres Symbol gemeint - die weibliche Persönlichkeit bedeutet immer das Bewußtsein -: Herzeleide ist der Bewußstseinszustand, von dem Parzival ausgeht. Er hat zunächst ein tragisches Bewußtsein. Er ringt sich durch alles durch, was die weltliche Ritterschaft bieten kann, mit einem naiven, einfältigen Bewußtsein, um zu dem Geheimnis des heiligen Gral zu kommen.

[ 14 ] It is clear to us what Percival is meant to achieve on his travels. Parzival’s mother is named Herzeleide. If one reads Wolfram von Eschenbach’s Parzival—he was a thoroughly initiated individual—deeply, between the lines and the words, one finds that the name Herzeleide, Parzival’s mother, is a reflection of the tragic trait that lay within the German soul. He who does not walk the path of Parzival carries sorrow in his heart; he must win peace for himself. Wolfram von Eschenbach understood how to clothe the legend in a beautiful form. With this single fact, he intended a deeply inner symbol—the female personality always signifies consciousness—: Heartache is the state of consciousness from which Parzival sets out. At first, he possesses a tragic consciousness. He struggles through everything that worldly knighthood has to offer, with a naive, simple-minded consciousness, in order to reach the mystery of the Holy Grail.

[ 15 ] Dies müssen wir zusammenhalten mit der Barbarossa-Sage. Barbarossa ging nach Asien, um die Geheimnisse des heiligen Gral zu suchen, die Einweihung des Christentums. Aber er ist zugrundegegangen auf dem Wege zum heiligen Gral. Er muß «im Berge» warten, bis das Christentum den Anschluß finden kann an die frühere Einweihung. Barbarossa hat das Christentum geholt, aber die tiefere Einweihung des Christentums noch nicht errungen.

[ 15 ] We must view this in conjunction with the legend of Barbarossa. Barbarossa went to Asia to seek the secrets of the Holy Grail—the initiation into Christianity. But he perished on the way to the Holy Grail. He must wait “in the mountain” until Christianity can reconnect with the earlier initiation. Barbarossa brought Christianity, but has not yet attained the deeper initiation of Christianity.

[ 16 ] Parzival ist der neue christliche Eingeweihte, das große Sinnbild, das die Siegfried-Einweihung ablöst. Siegfried hat die niedere Natur überwunden, den Lindwurm, die Schlange. Parzival wird der Eingeweihte des heiligen Gral, der den kennenlernt, der unverwundbar ist da, wo Siegfried noch verwundbar war. Im Parzival wird die ursprüngliche Idee des Christentums zum Ausdruck gebracht. Es kennt nicht mehr die Idee der Reinkarnation. Man betrachtet das eine Leben zwischen Geburt und Tod als das einzige. Das Wertvolle ist die eine Inkarnation. Man blickt nicht mehr hinauf nach Manas, Budhi, Atma. Die Parzival-Initiation ging nur dahin, zu dem Bewußtsein des Zusammenhanges mit Christus zu kommen, die eine Inkarnation zu betrachten, in der der Mensch durch Mitleid zum Wissen kommt und nicht durch Wissen zum Mitleid, wie es durch die Theosophie geschieht. Die Theosophie lehrt uns zu erkennen, wie wir eins mit allen Menschen sind. Durch sie weiß man, daß man selbst verantwortlich ist für das, was unser Bruder tut. Die Theosophie führt durch Wissen zum Mitleid. Aber die Menschheit mußte eine Zeitlang hindurchgehen durch eine Entwicklungsperiode, wo sie durch Mitleid zum Wissen kommen sollte. Sie mußte hinuntersteigen in die Tiefen des Mitleids, weil man auch da zum Wissen kommen kann. Das mußte so sein, damit die Menschen diese irdische Welt in ihrer ganzen Wichtigkeit kennenlernten. Das Christentum sollte die Menschheit erziehen, damit auch das Irdische in seiner Bedeutung erfaßt werde. Darum mußte der Mensch erst auf das physische Leben, in moralischer Beziehung, hingelenkt, hinuntergelenkt werden. Dann konnte er erst zu den großen Errungenschaften kommen, die mit der Städtekultur beginnen.

[ 16 ] Parzival is the new Christian initiate, the great symbol that replaces the Siegfried initiation. Siegfried has overcome base nature—the lindworm, the serpent. Parzival becomes the initiate of the Holy Grail, the one who comes to know the One who is invulnerable where Siegfried was still vulnerable. In Parzival, the original idea of Christianity is expressed. It no longer recognizes the idea of reincarnation. One regards the single life between birth and death as the only one. What is valuable is this one incarnation. One no longer looks upward toward Manas, Budhi, Atma. The Parzival initiation was directed solely toward attaining an awareness of the connection with Christ, toward contemplating the one incarnation in which the human being attains knowledge through compassion and not through knowledge to compassion, as occurs in theosophy. Theosophy teaches us to recognize how we are one with all human beings. Through it, we come to know that we ourselves are responsible for what our brother does. Theosophy leads to compassion through knowledge. But humanity had to go through a period of development for a time in which it was to arrive at knowledge through compassion. It had to descend into the depths of compassion, because knowledge can also be attained there. This had to be so that people might come to know this earthly world in all its significance. Christianity was meant to educate humanity so that the significance of the earthly realm might also be grasped. That is why human beings first had to be directed—or, in moral terms, drawn down—toward physical life. Only then could they attain the great achievements that began with urban civilization.

[ 17 ] Der Fortgang des Mittelalters wird in der Sage geschildert in dem Übergang von der Parzival-Sage zur Lohengrin-Sage. Diese Sage taucht auf in der Zeit, wo in ganz Europa überall Städte gegründet werden, die vorzugsweise dem erwachenden Bürgertum dienen, die nicht mehr auf das geistliche Leben, sondern auf das materielle Leben gegründet sind. In den Städten werden die ganzen materiellen Errungenschaften vorbereitet, so zum Beispiel auch die Buchdruckerkunst. Ohne die Städtekultur hätte sich die moderne Wissenschaft nicht in dieser Weise entwickeln können. Auch die Universitäten sind eine Folge dieser Kultur. Ein Kopernikus, ein Kepler, Newton und so weiter wären ohne sie nicht möglich gewesen. Auch Dantes «Göttliche Komödie» und die Maler der Renaissance führen zurück auf die Städtekultur.

[ 17 ] The progression of the Middle Ages is depicted in the legend through the transition from the Parzival legend to the Lohengrin legend. This legend emerged at a time when cities were being founded throughout Europe, primarily to serve the burgeoning middle class; these cities were no longer based on spiritual life but on material life. It was in the cities that all material achievements were laid the groundwork for—including, for example, the art of printing. Without urban culture, modern science could not have developed in this way. Universities, too, are a product of this culture. A Copernicus, a Kepler, Newton, and so on would not have been possible without it. Dante’s Divine Comedy and the painters of the Renaissance also trace their origins back to urban culture.

[ 18 ] Die Sage von dem Zusammenhang Parzivals, des Vaters, mit Lohengrin, dem Sohne, weist hin auf die Bedeutung der Städtekultur. Elsa von Brabant ist die Vertreterin der Städte, das Städtebewußtsein. In aller Mystik wird dasjenige, was der physischen Welt entgegenarbeitet, als etwas Weibliches hingestellt. Goethe spricht von dem «Ewig-Weiblichen»; in Ägypten verehrte man in diesem Sinne die Isis.

[ 18 ] The legend of the connection between Parzival, the father, and Lohengrin, the son, points to the significance of urban culture. Elsa of Brabant represents the cities and urban consciousness. In all forms of mysticism, that which works against the physical world is portrayed as something feminine. Goethe speaks of the “Eternal Feminine”; in Egypt, Isis was worshipped in this sense.

[ 19 ] Halten wir einmal die Stufen der Initiation des Chela fest. Der Chela hat zunächst drei Stufen zu überwinden. Die erste Stufe ist die des heimatlosen Menschen, wo der Mensch herausgerissen wird aus der physischen Welt, wo er objektiv wird der physischen Welt gegenüber. Er muß verlernen, parteiisch zu sein, er muß lernen, alles in gleicher Weise zu lieben; er liebt nicht weniger, aber er überträgt seine Liebe auf alles, was Liebe verdient, nicht nur auf seine Heimat und so weiter. Die zweite Stufe ist die, wo der Chela Hütten baut. Er findet eine neue Heimat. Die Jünger auf dem Berge haben diese Stufe erreicht. Sie sind jenseits von Raum und Zeit, sehen Elias und Moses. Deshalb sprechen sie: Lasset uns Hütten bauen. - Die dritte Stufe ist die des Schwans. Ein Schwan ist derjenige Chela, der so weit gekommen ist, daß alle Dinge zu ihm sprechen, auch die, die ihr Bewußtsein auf höheren Planen haben. Auf dem physischen Plan hat nur der Mensch das Ich. Das Tier hat das Bewußtsein auf dem Astralplan, die Pflanze auf dem Mentalplan (Rupaplan), das Mineral auf dem höheren Mentalplan (Arupaplan). Man muß sich erheben zu höheren Welten, um das Ich, die Namen der anderen Wesen zu finden; da sprechen die Dinge dem Chela ihre eigenen Namen aus. Die Welt wird dann überall tönend und klingend für ihn. Im Hinblick auf diese Tatsache sagt Goethe:

[ 19 ] Let us outline the stages of the chela’s initiation. The chela must first overcome three stages. The first stage is that of the homeless person, where the individual is torn away from the physical world and becomes objective toward it. He must unlearn how to be partial; he must learn to love everything equally; he does not love any less, but he extends his love to everything that deserves love, not just to his homeland and so on. The second stage is where the chela builds huts. He finds a new home. The disciples on the mountain have reached this stage. They are beyond space and time; they see Elijah and Moses. That is why they say, “Let us build huts.”—The third stage is that of the swan. A swan is the Chela who has advanced so far that all things speak to him, even those whose consciousness resides on higher planes. On the physical plane, only humans possess the “I.” Animals have consciousness on the astral plane, plants on the mental plane (Rupa plane), and minerals on the higher mental plane (Arupa plane). One must rise to higher worlds to find the “I,” the names of other beings; there, things reveal their own names to the Chela. The world then becomes resounding and ringing everywhere for him. With regard to this fact, Goethe says:

[ 20 ] Die Sonne tönt nach alter Weise In Brudersphären Wettgesang, Und ihre vorgeschriebne Reise Vollendet sie mit Donnergang.

[ 20 ] The sun resounds in the ancient way, In a contest of song among the brotherly spheres, And it completes its prescribed journey With a thunderous roar.

[ 21 ] Er wiederholt diesen Hinweis aus dem Prolog im Himmel da, wo er Faust hinüberführt in die höheren Welten:

[ 21 ] He repeats this reference from the prologue in heaven, where he leads Faust into the higher worlds:

[ 22 ] Tönend wird für Geistesohren Schon der neue Tag geboren. Felsentore knarren rasselnd, Phöbus Räder rollen prasselnd, Welch Getöse bringt das Licht! Es trommetet, es posaunet, Auge blinzt und Ohr erstaunet, Unerhörtes hört sich nicht.

[ 22 ] Already the new day is born, resounding to the ears of the spirit. Rock gates creak and rattle; Phoebus’s wheels roll with a clatter. What a din the light brings! It drums, it trumpets; the eye blinks and the ear is astonished—nothing unheard is heard.

[ 23 ] Es ist nicht gleichgültig, daß der Prolog im Himmel im ersten Teil des «Faust» und der zweite Teil so beginnen. Auf etwas ganz Bestimmtes hat Goethe da hingewiesen: Es ist der dritte Grad der Chelaschaft, wo die Welt um uns herum tönend wird und alle Dinge uns ihren Namen sagen. Auf solch einem Grade war Jesus angelangt, als er Christus aufnehmen sollte. Dieser Grad wurde in der Weißen Loge bezeichnet als der Schwan. Schwäne waren die, die nicht mehr ihren Namen sagen durften, denen aber die ganze Welt ihre Namen offenbarte.

[ 23 ] It is significant that the prologue in heaven in the first part of Faust and the second part begin in this way. Goethe was pointing to something very specific here: it is the third degree of chelaship, where the world around us becomes resonant and all things reveal their names to us. Jesus had reached this degree when he was to become Christ. In the White Lodge, this degree was referred to as the Swan. Swans were those who were no longer permitted to speak their own names, but to whom the entire world revealed its names.

[ 24 ] Lohengrin, der Sohn Parzivals, ist derjenige Eingeweihte, der die Städtekultur begründete, der von der großen Gralsloge abgesandt wurde, um das Bewußtsein der mittelalterlichen Menschheit zu befruchten. Durch Elsa von Brabant wird das strebende menschliche Bewußtsein charakterisiert, das von der Umwelt, dem Männlichen, befruchtet wird. Das durch Elsa dargestellte Städtebewußtsein soll befruchtet werden durch Lohengrin, durch den heiligen Gral. Die Verbindung Lohengrins mit Elsa von Brabant ist die Verbindung der materiellen Kultur mit [der geistigen Aufgabe] der fünften Unterrasse. Der Schwan ist der im dritten Grade Eingeweihte, der den Meister aus der Großen Loge hereinbringt. Der Mensch muß den Meister auf sich wirken lassen, ohne nach seinem Wesen zu fragen. Elsa von Brabant muß das, was er ihr gibt, als das ihr Zukommende betrachten. In dem Augenblick, wo sie aus Neugier fragt, da verschwindet der Eingeweihte. Dies alles ist zum Ausdruck gebracht in der Lohengrin-Sage.

[ 24 ] Lohengrin, the son of Parzival, is the initiate who founded urban culture, the one sent by the Great Grail Lodge to enrich the consciousness of medieval humanity. Elsa of Brabant embodies the aspiring human consciousness, which is inspired by the external world—the masculine principle. The urban consciousness represented by Elsa is to be inspired by Lohengrin, through the Holy Grail. Lohengrin’s connection with Elsa of Brabant is the connection between material culture and [the spiritual task] of the fifth sub-race. The swan is the third-degree initiate who brings the Master in from the Great Lodge. The human being must allow the Master to work upon them without questioning his nature. Elsa of Brabant must regard what he gives her as her due. The moment she asks out of curiosity, the initiate disappears. All of this is expressed in the Lohengrin legend.

[ 25 ] Die Tempelritter hatten aus dem Orient die Einweihungsweisheit des heiligen Gral herübergebracht nach dem Berge des Heils, Mons salvationis, der Einweihungsstätte des Christentums. Eine Einweihungszeremonie wies direkt hin auf die Zukunft des ganzen Menschengeschlechtes. Es wurde gesagt: Eine Zeit wird kommen, da wird das Christentum eine neue Phase erleben. - Der Fortgang der menschlichen Geisteskultur wurde von jeher bewußt nach dem Fortgang der Sonne bezeichnet. Vor dem Jahre 800 vor Christus ging die Sonne während circa 2200 Jahren durch das Sternbild des Stieres. Da verehrte man drüben in Asien als das Göttliche den Stier. Noch vorher wurden aus demselben Grunde in Persien die Zwillinge verehrt: Gutes und Böses, die Dualität. Um 800 vor Christus trat die Sonne in das Zeichen des Widders oder Lammes. Darauf weist hin die Sage von Jason und dem goldenen Vlies. Christus nennt sich selbst das Lamm Gottes, weil er in diesem Zeichen erschien. [Heute steht die Sonne im Zeichen der Fische.] Die Tempelritter weisen hin auf das nächste Sternbild; die Sonne wird dann eintreten in das Sternbild des Wassermannes. Da wird das Christentum erst wirklich aufgehen, das Heidentum verbunden mit dem Christentum sein. Diese Kultur wird einen neuen Johannes auferwecken. Dieser Zeitpunkt tritt ein, wenn die Sonne im Zeichen des Wassermannes stehen wird. Johannes heißt Wassermann; er wird der Verkünder sein einer neuen Zeit des Christentums. Man sagt, die Tempelritter hätten auf Johannes den Täufer hingewiesen, nicht auf Christus. Aber der Johannes, von dem sie reden, ist der Wassermann.

[ 25 ] The Knights Templar had brought the initiatory wisdom of the Holy Grail from the Orient to the Mountain of Salvation, Mons salvationis, the site of Christianity’s initiation. An initiation ceremony pointed directly to the future of the entire human race. It was said: A time will come when Christianity will enter a new phase. — The progress of human spiritual culture has always been consciously measured by the movement of the sun. Before the year 800 B.C., the sun passed through the constellation of Taurus for approximately 2,200 years. At that time, the bull was worshiped as divine over in Asia. Even earlier, for the same reason, the Twins were worshiped in Persia: good and evil, the duality. Around 800 B.C., the sun entered the sign of Aries, or the Lamb. The legend of Jason and the Golden Fleece points to this. Christ calls himself the Lamb of God because he appeared in this sign. [Today, the Sun is in the sign of Pisces.] The Knights Templar point to the next constellation; the Sun will then enter the constellation of Aquarius. Only then will Christianity truly dawn, and paganism will be united with Christianity. This culture will raise up a new John. This moment will come when the Sun is in the sign of Aquarius. John is called Aquarius; he will be the herald of a new era of Christianity. It is said that the Knights Templar referred to John the Baptist, not to Christ. But the John they speak of is Aquarius.

[ 26 ] Die letzte Phase des Christentums, die von dem Initiierten Lohengrin herrührt, hat herbeigebracht die Periode der Nützlichkeit, die jetzt ihren Höhepunkt erreicht hat. Die theosophische Bewegung will die Nachfolgerin solcher Bewegungen sein, wie es die Parzival-Bewegung war und wie diejenige, die von dem Initiierten Lohengrin ausgegangen ist. Auch der moderne Materialismus verdankt großen Eingeweihten seinen Ursprung, aber er muß abgelöst werden von einer neuen Phase, von einem neuen Zyklus. Das will die Theosophie herbeiführen. Immer aber sind es die Initiierten, die sprechen, wenn ein neuer Kultureinschlag gegeben werden soll.

[ 26 ] The final phase of Christianity, which originated with the Initiate Lohengrin, has ushered in the period of utility, which has now reached its peak. The Theosophical Movement aims to be the successor to movements such as the Parzival Movement and the one that originated with the initiate Lohengrin. Modern materialism, too, owes its origins to great initiates, but it must be superseded by a new phase, by a new cycle. This is what Theosophy seeks to bring about. Yet it is always the Initiates who speak when a new cultural direction is to be set.