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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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At the Gates of Theosophy
GA 95

30 August 1906, Stuttgart

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Neunter Vortrag

Ninth Lecture

[ 1 ] Wenn wir uns fragen: Wie hat der Mensch sich seit den urältesten Zeiten bis heute gebildet, wie ist seit Urzeiten der Mensch entstanden? — dann werden wir uns vor allem an das erinnern müssen, was wir über die Wesenheit des Menschen ausgeführt haben. Der Mensch hat sieben Glieder: das erste, der physische Leib, ist sozusagen das untergeordnetste Glied, höher und feiner ist dann schon der Ätherleib, noch höher und feiner ist der Astralleib, von dem IchLeib sind erst die Anlagen vorhanden. Es wäre aber falsch, daraus den Schluß zu ziehen, daß man den höchsten Leib, den der Mensch heute hat, auch den vollkommensten nennen könnte und daß der physische Leib der unvollkommenste wäre. Es ist gerade das Gegenteil der Fall, der physische Leib ist das vollkommenste Glied der menschlichen Wesenheit. Später einmal werden freilich die höheren Glieder in viel höherem Maße vollkommen sein, aber heute ist in seiner Art der physische Leib der am höchsten entwickelte. Er ist mit unbeschreiblicher Weisheit aufgebaut. Ich habe Ihnen einmal als Beispiel den Bau des Oberschenkelknochens beschrieben. Jeder einzelne Knochen ist mit seinem kunstvoll gefügten Gebälk in seiner weisen Anordnung so, wie kein Ingenieur heute das Problem lösen könnte, mit der kleinsten Masse die größte Leistung zu erzielen. Und je tiefer man eindringt in den Wunderbau der menschlichen Gestalt, desto bewunderungswürdiger erscheint uns der Aufbau, zum Beispiel der Wunderbau des Gehirns, des Herzens. Das Herz macht keinen Fehler, aber der menschliche Astralleib begeht viele Fehler. Die Triebe und Leidenschaften des Astralleibes stürmen auf den physischen Leib ein und überwältigen ihn. Wenn der Mensch unrichtige Nahrung zu sich nimmt, folgt er wiederum dem Astralleib. Das physische Herz hält den Blutlauf in Ordnung, aber der Astralleib macht unaufhörlich Attacken auf das Herz, weil seine Triebe begehren, was dem Herzen schadet. Kaffee, Tee, Alkohol sind Giftstoffe für das Herz, sie werden ihm oft täglich zugeführt, und das Herz hält dennoch stand. Es ist so dauerhaft konstruiert, daß es siebzig, achtzig Jahre allen Stürmen des Astralleibes trotzt. In der Stufenlage der Leiber ist also der physische Leib der vollkommenste bis in alle Einzelheiten hinein.

[ 1 ] When we ask ourselves: How has the human being developed from the most ancient times to the present, and how did the human being come into being since time immemorial? — then we must above all recall what we have said about the essence of the human being. Human beings have seven members: the first, the physical body, is, so to speak, the most subordinate member; higher and finer is the etheric body; even higher and finer is the astral body; and as for the I-body, only the rudiments of it are present. However, it would be wrong to conclude from this that the highest body a human being possesses today could also be called the most perfect, and that the physical body is the most imperfect. In fact, the opposite is true: the physical body is the most perfect aspect of the human being. Later on, of course, the higher aspects will be perfect to a much greater degree, but today, in its own way, the physical body is the most highly developed. It is constructed with indescribable wisdom. I once described to you, as an example, the structure of the femur. Every single bone, with its artfully assembled framework and wise arrangement, is such that no engineer today could solve the problem of achieving the greatest performance with the smallest mass. And the deeper one delves into the marvelous structure of the human form, the more admirable its construction appears to us—for example, the marvelous structure of the brain or the heart. The heart makes no mistakes, but the human astral body commits many errors. The drives and passions of the astral body assail the physical body and overwhelm it. When a person consumes the wrong kind of food, they are once again following the astral body. The physical heart maintains proper blood circulation, but the astral body ceaselessly attacks the heart because its drives crave what harms the heart. Coffee, tea, and alcohol are poisons for the heart; they are often ingested daily, and yet the heart endures. It is built so durably that it withstands all the assaults of the astral body for seventy or eighty years. In the hierarchy of the bodies, therefore, the physical body is the most perfect down to the very finest details.

[ 2 ] Weniger vollkommen ist der Ätherleib, noch weiter zurück in seiner Entwickelung ist der Astralleib, und am wenigsten entwickelt ist der Ich-Leib. Woher kommt das? Das kommt daher, daß der physische Leib die längste Entwickelung durchgemacht hat. Er ist das älteste Glied der menschlichen Wesenheit. Weniger alt ist der Ätherleib, noch jünger ist der Astralleib, und am jüngsten ist der Ich-Leib.

[ 2 ] The etheric body is less perfect; the astral body is even further behind in its development; and the ego body is the least developed. Why is this? It is because the physical body has undergone the longest process of development. It is the oldest component of the human being. The etheric body is less ancient; the astral body is even younger; and the I-body is the youngest.

[ 3 ] Um diese Entwickelung der Leiber zu verstehen, muß man wissen, daß nicht nur der Mensch wiederholte Verkörperungen durchmacht, sondern daß das Gesetz der Reinkarnation ein allgemeines Weltgesetz ist. Nicht nur der Mensch macht also fortwährend Verkörperungen durch, sondern alle Wesen und alle Planeten sind diesem Gesetze unterworfen. Unsere ganze Erde mit allem, was darauf ist, hat frühere Inkarnationen durchgemacht, von denen uns zunächst drei besonders beschäftigen sollen.

[ 3 ] To understand this evolution of the physical bodies, one must know that not only do human beings undergo repeated incarnations, but that the law of reincarnation is a universal law. Thus, it is not only human beings who continually undergo incarnations, but all beings and all planets are subject to this law. Our entire Earth, with everything on it, has undergone previous incarnations, of which we shall initially focus on three in particular.

[ 4 ] Bevor die Erde zu diesem Planeten geworden ist, war sie ein anderer. Vor uralten Zeiten war unsere Erde ein Planet, den die Geheimwissenschaft Saturn nennt. Vier sich folgende Verkörperungen sind: Saturn, Sonne, Mond, Erde. Wie zwischen zwei menschlichen Verkörperungen eine Kamaloka- und Devachanzeit liegt, so liegt zwischen je zwei planetarischen Verkörperungen der Erde eine Zeit, in der dieselbe nicht sichtbar ist und kein äußeres Leben führt. Diese Zeit zwischen den Verkörperungen unseres Planeten nannte man das Pralaya, und die Zeit, in der er verkörpert ist, Manvantara. Mit den Namen Saturn, Sonne, Mond sind aber nicht die Himmelskörper gemeint, die heute so genannt werden. Das, was hier Sonne genannt wird, ist nicht unsere heutige Sonne. Unsere heutige Sonne ist ein Fixstern, und im Laufe ihrer Verkörperungen hat sie sich aus der Substanz und Wesenheit eines Planeten zu dem Range eines Fixsterns heraufgearbeitet; die alte Sonne war ein Planet. Ebenso ist das, was der alte Mond genannt wird, nicht der heutige Mond; es war die dritte Verkörperungsstufe der Erde, und so ist es auch mit dem Saturn, er war die erste Entwickelungsstufe der Erde.

[ 4 ] Before the Earth became this planet, it was another. In ancient times, our Earth was a planet that esoteric science calls Saturn. The four successive incarnations are: Saturn, Sun, Moon, Earth. Just as there is a period of Kamaloka and Devachan between two human incarnations, so too is there a period between each pair of Earth’s planetary incarnations during which it is not visible and leads no external life. This period between our planet’s incarnations was called Pralaya, and the period during which it is incarnated was called Manvantara. However, the names Saturn, Sun, and Moon do not refer to the celestial bodies that are called by those names today. What is called the Sun here is not our present-day Sun. Our present-day Sun is a fixed star, and in the course of its incarnations, it has worked its way up from the substance and essence of a planet to the rank of a fixed star; the ancient Sun was a planet. Likewise, what is called the ancient Moon is not today’s Moon; it was the third stage of the Earth’s incarnation, and the same is true of Saturn—it was the first stage of the Earth’s development.

[ 5 ] Auf dem Planeten Saturn war der Mensch schon vorhanden. Der Saturn leuchtete nicht, aber mit devachanischem Hören hätte man ihn hören können; er tönte. Nachdem er eine Zeitlang dagewesen war, verschwand er nach und nach, wurde eine lange Zeit unsichtbar und leuchtete dann wieder hervor als Sonne. Diese machte dann denselben Prozeß durch und kam als Mond wieder hervor. Zuletzt kam in gleicher Weise die Erde.

[ 5 ] Humans already existed on the planet Saturn. Saturn did not shine, but with devachanic hearing one could have heard it; it resonated. After it had been there for a while, it gradually disappeared, became invisible for a long time, and then shone forth again as the Sun. The Sun then went through the same process and reemerged as the Moon. Finally, the Earth came into being in the same way.

[ 6 ] Man darf sich aber diese vier Planeten, Saturn, Sonne, Mond, Erde, nicht als vier voneinander getrennte Planeten vorstellen; das wäre ganz falsch. Es sind vier Erscheinungszustände eines und desselben Planeten. Es sind richtige Metamorphosen des einen Planeten, und alle Wesen auf demselben metamorphosieren sich mit ihm. Der Mensch war nie auf einem anderen Planeten, aber die Erde war in verschiedenen Zuständen da.

[ 6 ] However, one should not imagine these four planets—Saturn, the Sun, the Moon, and Earth—as four separate planets; that would be entirely wrong. They are four states of manifestation of one and the same planet. They are true metamorphoses of that one planet, and all beings on it undergo metamorphosis along with it. Human beings have never been on another planet, but the Earth has existed in various states.

[ 7 ] Als unsere Erde Saturn war, gab es nur die allerersten Keime zu unserem Menschenreich. Was heute als menschlicher Leib so kunstvoll aufgebaut ist, war auf dem Saturn nur Anlage, nichts weiter als allererste Anlage. Es gab kein Mineral, keine Pflanzen, kein Tier. Der Mensch ist der Erstling unserer Schöpfung. Aber der Saturnmensch war wesentlich anders als der heutige Mensch. Er war zum großen Teil ein geistiges Wesen. Man hätte ihn noch nicht mit physischen Augen sehen können. Es gab auch noch keine physischen Augen. Nur ein Wesen mit devachanischem Schauen hätte diesen Menschen wahrnehmen können. Dieses menschliche Gebilde war wie eine Art aurisches Ei und darin ein merkwürdiges schaliges Gebilde in Form einer kleinen Birne, wie zusammengefügte Austernschalen, eine Art von Wirbeln. Der Saturn war ganz durchsetzt von solchen Anfängen physischer Gebilde; es waren gleichsam Ausschwitzungen, die sich aus dem Geistigen verdichteten. Aus diesen Gebilden, die man nur als ganz leise Andeutungen des Späteren hätte ansehen können, hat sich im Laufe der Entwickelung der physische Leib des Menschen gebildet. Es war eine Art Urmineral, um das sich noch nicht ein Ätherleib gebildet hatte. Darum kann man sagen: Der Mensch ging durch das Mineralreich hindurch. Doch war das nicht unser heutiges Mineralreich, so zu denken wäre ganz unrichtig. Außer diesem Menschenreich gab es überhaupt kein anderes Reich auf dem Saturn.

[ 7 ] When our Earth was Saturn, there were only the very first seeds of our human kingdom. What is so artfully constructed today as the human body was, on Saturn, merely a rudimentary form—nothing more than the very first rudimentary form. There were no minerals, no plants, no animals. Humanity is the first fruit of our creation. But the Saturnian human was fundamentally different from today’s human. He was, for the most part, a spiritual being. He could not yet have been seen with physical eyes. There were no physical eyes yet either. Only a being with devachanic vision could have perceived this human being. This human form was like a kind of auric egg, and within it was a strange, shell-like structure in the shape of a small pear, like oyster shells joined together, a kind of spiral. Saturn was entirely permeated by such nascent physical formations; they were, as it were, exudations that had condensed out of the spiritual. From these formations—which could only have been regarded as very faint hints of what was to come—the physical body of the human being took shape in the course of evolution. It was a kind of primordial mineral around which an etheric body had not yet formed. Therefore, one can say: Human beings passed through the mineral kingdom. Yet this was not the mineral kingdom we know today; to think so would be entirely incorrect. Apart from this human kingdom, there was no other kingdom at all on Saturn.

[ 8 ] Wie nun der Mensch gewisse Lebensstadien durchmacht, als Kind, Jüngling, Jungfrau, Mann, Frau, Greis, Greisin, so macht auch ein Planet Lebensstadien durch. Ehe der Saturn die in ihm abgelagerten Flocken zeigte, war er ein Arupa-Devachangebilde, dann ein Rupa-Devachangebilde, nachher ein Astralgebilde. Hierauf verschwinden nach und nach die Flocken, und der Saturn geht diese Stufen wieder zurück ins Dunkel des Pralaya. Solch eine Metamorphose vom Geistigen ins Physische und wieder zurück nennt man in der theosophischen Literatur eine «Runde» oder einen «Lebenszustand». Jede Runde zerfällt wieder in sieben Unterabteilungen: Arupa, Rupa, Astral, Physisch, dann wieder Astral, Rupa, Arupa; diese hat man mit Unrecht «Globen» genannt: Es sind Formzustände. Man hat es aber nicht mit sieben aufeinanderfolgenden Kugeln zu tun, es ist immer derselbe Planet, der sich verwandelt, und die Wesen machen die Verwandlungen mit durch. Der Saturn hat sieben solcher Runden oder Lebenszustände durchgemacht. In jeder Runde wird das Gebilde vervollkommnet, so daß es erst in der siebenten Runde in seiner Art vollkommen ist. In jeder Runde werden sieben Verwandlungen beziehungsweise Formzustände durchgemacht, mithin hätte der Saturn sieben mal sieben, also neunundvierzig Metamorphosen. Das hat der Saturn durchgemacht, ebenso die Sonne, der Mond, und die Erde macht dasselbe durch, und dann folgen in der Zukunft noch drei andere Planeten: Jupiter, Venus und Vulkan.

[ 8 ] Just as a human being goes through certain stages of life—as a child, a young man, a young woman, a man, a woman, an old man, and an old woman—so too does a planet go through stages of life. Before Saturn revealed the flakes deposited within it, it was an Arupa-Devachan form, then a Rupa-Devachan form, and subsequently an astral form. Thereafter, the flakes gradually disappear, and Saturn retraces these stages back into the darkness of Pralaya. Such a metamorphosis from the spiritual to the physical and back again is called a “round” or a “state of existence” in Theosophical literature. Each round is further divided into seven subdivisions: Arupa, Rupa, Astral, Physical, then again Astral, Rupa, Arupa; these have been incorrectly called “globes”: they are states of form. However, we are not dealing with seven successive spheres; it is always the same planet that transforms, and the beings undergo these transformations along with it. Saturn has undergone seven such rounds or states of existence. In each round, the structure is perfected, so that it is only in the seventh round that it is perfect in its kind. In each round, seven transformations—or states of form—are undergone; consequently, Saturn would have seven times seven, or forty-nine, metamorphoses. Saturn has undergone this process, as have the Sun and the Moon, and the Earth is undergoing the same; and then, in the future, three other planets will follow: Jupiter, Venus, and Vulcan.

[ 9 ] Es sind also sieben Planeten mit je sieben mal sieben Zuständen, also geheimwissenschaftlich geschrieben 777. In der Geheimschrift bedeutet die Sieben an der Einerstelle die Globen, an der Zehnerstelle die Runden, an der Hunderterstelle die Planeten. Diese Zahlen müssen miteinander multipliziert werden. Mithin hat unser Planetensystem 7 mal 7 mal 7 oder 343 Verwandlungen durchzumachen.

[ 9 ] There are thus seven planets, each with seven times seven states—which, in esoteric numerology, is written as 777. In this secret code, the seven in the ones place represents the globes, in the tens place the circles, and in the hundreds place the planets. These numbers must be multiplied together. Consequently, our planetary system must undergo 7 times 7 times 7, or 343, transformations.

[ 10 ] In der «Geheimlehre» von H. P. B. finden wir eine merkwürdige Stelle. Die «Geheimlehre» ist zu einem großen Teil des Inhalts von einer der höchsten geistigen Individualitäten inspiriert worden. Aber die großen Eingeweihten haben sich immer sehr vorsichtig‘ ausgedrückt, sie haben nur angedeutet. Vor allen Dingen lassen sie die Menschen selbst immer etwas arbeiten. So ist diese Stelle voller Rätsel; H.P. B. wußte das. Der Lehrer sagte nichts von aufeinanderfolgenden Inkarnationen, er sagte nur: Lernt das Rätsel von 777 Inkarnationen zu lösen. - Er wollte, daß man lernen sollte, daß dies 343 sind. In der «Geheimlehre» steht zwar die Aufgabe, aber nicht die Lösung; die ist erst in jüngster Zeit gefunden worden.

[ 10 ] In H. P. B.’s The Secret Doctrine, we find a curious passage. Much of the content of The Secret Doctrine was inspired by one of the highest spiritual personalities. But the great Initiates have always expressed themselves very cautiously; they have only hinted at things. Above all, they always let people do some of the work themselves. Thus, this passage is full of riddles; H.P.B. knew this. The Teacher said nothing about successive incarnations; he only said: Learn to solve the riddle of the 777 incarnations. - He wanted people to learn that there are 343. The “Esoteric Doctrine” does indeed contain the problem, but not the solution; that has only recently been found.

[ 11 ] Der erste Keimzustand des Menschen war also auf dem in urferner Zeit sich entwickelnden Saturn. Dieser verschwand dann ins Pralaya und trat aus demselben wieder hervor als Sonne, und mit ihr trat aus dem Dunkel des Pralaya auch der Mensch wieder hervor, der alte Bewohner des Weltalls. Aber mittlerweile hatte der Mensch die Kraft bekommen, etwas aus sich herauszusondern, wie die Schnecke ihr Haus. Er konnte schalenförmige Gebilde heraussondern als schwebende Gestalten und behielt die feineren Stoffe in sich zurück, um sich höher zu entwickeln. So bildete der Mensch das Mineralreich aus sich heraus; aber diese Mineralien waren eine Art lebender Mineralien. Der Mensch entwickelte sich nun auf der Sonne so, daß der Ätherleib hinzutrat, wie bei den heutigen Pflanzen. Er machte also auf der Sonne das Pflanzenreich durch, und wir haben nun auf der Sonne zwei Reiche, das Mineralreich und das Pflanzenreich; das letztere war der Mensch. Aber diese Pflanzenformen waren ganz verschieden von unseren heutigen.

[ 11 ] The first embryonic state of humankind thus existed on Saturn, which developed in time immemorial. Saturn then vanished into Pralaya and reemerged from it as the Sun, and along with the Sun, humankind—the ancient inhabitant of the universe—also reemerged from the darkness of Pralaya. But in the meantime, humankind had gained the power to secrete something from within itself, just as a snail secretes its shell. It could secrete shell-like structures as floating forms and retained the finer substances within itself in order to evolve to a higher level. Thus, humankind formed the mineral kingdom from within itself; but these minerals were a kind of living mineral. Humanity then evolved on the Sun in such a way that the etheric body was added, as is the case with today’s plants. Thus, on the Sun, humanity passed through the plant kingdom, and we now have two kingdoms on the Sun: the mineral kingdom and the plant kingdom; the latter was humanity. But these plant forms were quite different from those we have today.

[ 12 ] Wer in die tieferen Beziehungen eindringt, betrachtet die Pflanze als einen umgekehrten Menschen. Sie hat unten die Wurzel, dann nach oben den Stengel, Blätter, Blüte, Staubgefäße und Stempel; die Stempel enthalten die weiblichen, die Staubgefäße die männlichen Befruchtungsorgane. In naiver Unschuld streckt die Pflanze die Befruchtungsorgane der Sonne entgegen, denn die Sonne ist die Anregung der Befruchtungskraft. Die Wurzel ist in Wahrheit das Haupt der Pflanze, welche die Befruchtungsorgane in den Weltenraum hinausstreckt und deren Kopf von dem Innern des Erdzentrums angezogen wird. Der Mensch ist umgekehrt, er hat das Haupt oben und die Organe, die die Pflanze zur Sonne hinaufstreckt, unten. Das Tier steht in der Mitte, es hat den Leib horizontal. Wird die Pflanze halb gedreht, so ergibt sich die Stellung des Tieres, wird sie ganz umgedreht, die des Menschen.

[ 12 ] Those who delve into the deeper relationships view the plant as an inverted human being. It has the root at the bottom, then, moving upward, the stem, leaves, flower, stamens, and pistils; the pistils contain the female reproductive organs, and the stamens the male ones. In naive innocence, the plant stretches its reproductive organs toward the sun, for the sun is the source of reproductive energy. The root is, in truth, the head of the plant, which stretches its reproductive organs out into space and whose head is drawn toward the center of the Earth. Humans are the opposite: their head is at the top and the reproductive organs—which the plant stretches toward the sun—are at the bottom. Animals stand in the middle; their bodies are horizontal. If the plant is turned halfway, it takes on the position of an animal; if it is turned completely, it takes on that of a human.

[ 13 ] Das hat die alte Geheimwissenschaft in einem uralten Symbol ausgedrückt, im Kreuz, und hat gesagt, wie Plato es nach den alten Mysterien ausdrückt: Die Weltenseele ist ans Kreuz des Weltenleibes geschlagen. - Das heißt, die Weltenseele ist in allem enthalten, aber sie muß sich hinaufarbeiten durch diese drei Stufen hindurch; sie macht ihre Reise am Kreuz des Weltenleibes durch.

[ 13 ] Ancient esoteric science expressed this in an ancient symbol—the cross—and stated, as Plato puts it based on the ancient mysteries: The soul of the world is nailed to the cross of the body of the world. - That is to say, the world soul is contained in everything, but it must work its way upward through these three stages; it makes its journey through the cross of the world body.

[ 14 ] Auf der Sonne war der Mensch als Pflanzenwesen, also genau umgekehrt wie der heutige Mensch. Er lebte ja in der Sonne, er gehörte zum Leib der Sonne. Die Sonne war ein Lichtkörper, sie bestand aus Lichtäther; der Mensch war noch Pflanze und mit seinem Kopfe zum Mittelpunkt der Sonne gerichtet. Als dann später die Sonne heraustrat, mußte die Menschenpflanze sich umdrehen, sie blieb der Sonne treu.

[ 14 ] On the Sun, human beings were plant-like beings—exactly the opposite of humans today. They lived within the Sun; they were part of the Sun’s body. The Sun was a body of light; it consisted of light ether. Human beings were still plant-like, with their heads turned toward the center of the Sun. When the Sun later emerged, the human plant had to turn around, yet it remained faithful to the Sun.

[ 15 ] In der ersten Runde ist die Sonne nur eine Wiederholung der Saturnzeit; erst bei der zweiten Runde beginnt die weitere EntwickeJung des Menschen. Als die Sonne sich dann in den sieben Runden so weit entwickelt hatte, wie sie konnte, verschwand sie im Dunkel des Pralaya und kam erst wieder hervor als Mond.

[ 15 ] In the first cycle, the Sun is merely a repetition of the Saturn era; it is not until the second cycle that humanity’s further development begins. When the Sun had developed as far as it could during the seven cycles, it disappeared into the darkness of Pralaya and did not reemerge until it became the Moon.

[ 16 ] Die erste Mondenrunde war wiederum nur eine Wiederholung des Saturndaseins in etwas anderer Gestalt. Die zweite Mondenrunde brachte auch noch nichts Neues, sie war eine Wiederholung des Lebens auf der Sonne. In der dritten Mondenrunde erst kam etwas Neues hinzu: Der Mensch bekam den Astralleib zu seinen zwei früheren Leibern. Da ist er in seiner äußeren Gestalt dem Tier von heute zu vergleichen: Er hat drei Leiber. Damals ist er angekommen auf der Stufe des Tierreiches. Der Mensch erhob sich zum Pflanzenreich durch Abstoßung des Mineralreiches, er erhebt sich nun zum Tierreich durch Abstoßung des Pflanzenreichs. So stehen nun zwei Reiche neben ihm. Dann stößt er wieder einen kleineren Teil von sich ab, sondert ihn von sich aus und geht höher hinauf.

[ 16 ] The first lunar cycle was, in turn, merely a repetition of life on Saturn in a slightly different form. The second lunar cycle also brought nothing new; it was a repetition of life on the Sun. It was not until the third lunar cycle that something new was added: Human beings received the astral body in addition to their two earlier bodies. In its outward form, the human being at that time can be compared to today’s animal: It has three bodies. At that time, it had reached the level of the animal kingdom. Humanity rose to the plant kingdom by shedding the mineral kingdom; it now rises to the animal kingdom by shedding the plant kingdom. Thus, two kingdoms now stand alongside it. Then it sheds another smaller part of itself, separates it from itself, and ascends further.

[ 17 ] In dieser dritten Mondenrunde geht nun auch ein wichtiger kosmischer Prozeß vor sich: Sonne und Mond trennen sich. Es entstehen zwei Körper; der Mond spaltet sich von der Sonne ab. Im Anfang der zweiten Mondenrunde ist die Sonne noch unverändert, dann zeigt sich eine kleine Einschnürung unten an dem Sonnenkörper, er schnürt sich ab, und in der dritten Mondenrunde sind zwei Körper nebeneinander.

[ 17 ] In this third lunar cycle, an important cosmic process is now taking place: the Sun and the Moon are separating. Two bodies are formed; the Moon splits off from the Sun. At the beginning of the second lunar cycle, the Sun remains unchanged; then a small constriction appears at the bottom of the Sun’s body, it splits off, and in the third lunar cycle, two bodies exist side by side.

[ 18 ] Die Sonne hat die edleren Teile behalten, sie schickt von außen ihre Strahlen auf den Mond und gibt ihm und allen Wesen darauf das Nötige. Das ist das Avancement der Sonne, sie ist jetzt Fixstern geworden, und sie beschäftigt sich nicht mehr selbst mit den drei Reichen, sondern gibt nur ab, was sie zu geben hat. Sie beherbergt höhere Wesen, die sich jetzt entwickeln können, nachdem die Sonne die niederen Teile ausgesondert hat. In der vierten Mondenrunde vervollkommnet sich das alles, und in der fünften gehen dann die zwei Körper wieder ineinander über und verschwinden darauf als Eines im Pralaya.

[ 18 ] The Sun has retained the nobler parts; from afar, it sends its rays to the Moon and provides it—and all beings upon it—with what they need. This is the Sun’s evolution; it has now become a fixed star and no longer concerns itself with the three realms, but merely gives what it has to give. It harbors higher beings who can now develop after the Sun has separated out the lower parts. In the fourth lunar cycle, all of this is perfected, and in the fifth, the two bodies merge again and then disappear as one into Pralaya.

[ 19 ] Der alte Mond hatte noch keine feste Erdkruste, auf der man herumgehen konnte, wie auf den Felsen unserer Erde. Das Mineralreich war damals etwa wie eine lebendige Torfmoormasse oder wie gekochter Spinat. Diese lebendige, innerlich wachsende Masse war durchsetzt von holzartigen Gebilden. Daraus erwuchs das damalige Pflanzenreich, Pflanzen, die eigentlich Pflanzentiere waren. Sie hatten Empfindungen und würden einen Druck schmerzlich empfunden haben. Und der Mensch im damaligen Tierreich war nicht wie das heutige Tier, sondern stand zwischen Mensch und Tier. Er war höherstehend als das heutige Tier und konnte in viel planvollerer Weise seine Triebe ausführen. Er stand aber niedriger als der heutige Mensch, denn er konnte noch nicht zu sich Ich sagen. Er hatte noch nicht den Ich-Leib.

[ 19 ] The ancient Moon did not yet have a solid crust on which one could walk, as on the rocks of our Earth. The mineral kingdom at that time was much like a living mass of peat or cooked spinach. This living, internally growing mass was interspersed with wood-like structures. From this arose the plant kingdom of that time—plants that were actually plant-animals. They had sensations and would have felt pressure as pain. And human beings in the animal kingdom of that time were not like today’s animals, but stood between human and animal. They were higher in the hierarchy than today’s animals and could act on their instincts in a much more purposeful way. However, they were lower than modern humans, for they could not yet say “I” to themselves. They did not yet possess an “I-body.”

[ 20 ] Diese drei Reiche lebten auf dem lebendigen Mondenkörper. Wichtig ist, daß diese Mondmenschen nicht so geatmet haben wie der heutige Mensch. Sie atmeten nicht Luft, sondern Feuer ein und aus. Mit dem Feuereinatmen durchdrangen sie sich mit Wärme; beim Ausatmen gaben sie die Wärme wieder von sich und wurden kalt. Die heutige innere Blutwärme hatte der Mensch auf dem Mond als Atmungswärme. Viele alte hellsehende Maler symbolisierten das in dem feueratmenden Drachen; sie haben eben gewußt, daß es in uralten Zeiten solche Mondwesen gegeben hat, die Feuer atmeten.

[ 20 ] These three kingdoms lived on the living body of the Moon. It is important to note that these Moon people did not breathe in the same way as humans do today. They did not inhale and exhale air, but rather fire. By inhaling fire, they filled themselves with warmth; when they exhaled, they released the warmth and grew cold. What humans today experience as the internal warmth of the blood was, for the people on the Moon, the warmth of their breath. Many ancient clairvoyant painters symbolized this in the fire-breathing dragon; they knew that in ancient times there had been such lunar beings who breathed fire.

[ 21 ] Nach seiner Entwickelung durch 7 mal 7 mal 7 Zustände ging der Mond ins Pralaya zurück und kam dann als Erde wieder hervor. In der ersten Erdenrunde wiederholt sich das ganze Saturndasein, in der zweiten das Sonnen- und in der dritten das Mondendasein. Während der dritten Runde wiederholte sich auch die Abspaltung von Sonne und Mond.

[ 21 ] After passing through 7 times 7 times 7 states, the Moon returned to Pralaya and then reemerged as the Earth. In the first Earth cycle, the entire Saturn existence is repeated; in the second, the Sun existence; and in the third, the Moon existence. During the third cycle, the separation of the Sun and the Moon also recurred.

[ 22 ] In der vierten Erdenrunde fängt die Erde an, sich herauszubilden. Nun geschieht ein hochwichtiger kosmischer Vorgang: Die Erde hat im Entstehen eine Begegnung mit dem Planeten Mars. Die zwei Planeten durchdringen einander, die Erde geht durch den Mars hindurch. Der Mars hatte einen Stoff, den die Erde damals nicht besaß: das Eisen. Dieses Eisen ließ der Mars in dampfförmigem Zustand in der Erde zurück. Wäre dies nicht geschehen, wäre die Erde alleingeblieben mit dem, was früher schon vorhanden war, dann hätten es die Menschen wohl bis zum Tierreich, wie es damals vorhanden war, gebracht; sie hätten Wärme atmen, aber niemals warmes Blut haben können. Hätte der Mars der Erde nicht das Eisen eingelagert, dann hätten die Menschen kein warmes Blut bekommen, denn im Blute ist Eisen enthalten. So sagt die Geheimwissenschaft: Die Erde verdankt bei ihrer Entwickelung dem Mars so viel, daß man sie in der ersten Hälfte ihres Seins Mars nennt. Für die zweite Hälfte hat eine ebenso wichtige Bedeutung der Merkur. Die Erde trat in alter Zeit in Beziehung zum Merkur und bleibt bis zum Ende ihrer Entwickelung mit ihm in Verbindung. Darum spricht man in der Geheimwissenschaft nicht von Erde, sondern von Mars und Merkur.

[ 22 ] During the fourth Earth cycle, the Earth begins to take shape. Now a highly significant cosmic event occurs: As the Earth is forming, it encounters the planet Mars. The two planets interpenetrate each other; the Earth passes through Mars. Mars possessed a substance that the Earth did not have at that time: iron. Mars left this iron behind in the Earth in a vaporous state. Had this not happened, the Earth would have remained solely with what was already present; then human beings would likely have reached only as far as the animal kingdom as it existed at that time; they would have been able to breathe warmth, but would never have been able to have warm blood. Had Mars not imbued the Earth with iron, human beings would not have developed warm blood, for iron is contained in the blood. Thus, esoteric science states: The Earth owes so much to Mars in its development that the first half of its existence is referred to as Mars. Mercury holds an equally important significance for the second half. In ancient times, the Earth entered into a relationship with Mercury and remains connected to it until the end of its evolution. That is why, in Esoteric Science, one speaks not of the Earth, but of Mars and Mercury.

[ 23 ] Auf dieses Stadium folgen in der Zukunft noch drei Stadien: Jupiter, Venus, Vulkan. Diese sieben Erdstadien, wie sie die Geheimwissenschaft angibt, haben sich erhalten in den Namen der Wochentage, die allerdings in der deutschen Sprache ziemlich verstümmelt sind:

[ 23 ] This stage will be followed in the future by three more stages: Jupiter, Venus, and Vulcan. These seven Earth stages, as described by esoteric science, have been preserved in the names of the days of the week, although they are quite distorted in the German language:

Saturn Saturday, Samedi Samstag
Sonne Sunday Sonntag
Mond Monday, Lundi Montag
Mars Mardi, oder Ziu - Tuesday Dienstag
Merkur Mercredi, Wednesday Mittwoch
Jupiter Jeudi, Tor, Donar - Thursday Donnerstag
Venus Vendredi, Freya - Friday Freitag

Saturn Saturday, Samedi Saturday
Sun Sunday Sunday
Moon Monday, Lundi Monday
Mars Mardi, or Ziu - Tuesday Tuesday
Mercury Mercredi, Wednesday Wednesday
Jupiter Jeudi, Tor, Donar - Thursday Thursday
Venus Vendredi, Freya - Friday Friday

[ 24 ] So haben Sie in den Namen der Wochentage die geheimwissenschaftliche Lehre von dem Durchgang der Erde durch diese verschiedenen Perioden: eine wunderbare Chronik, die es dem Menschen ermöglicht, sich diese Wahrheiten immer wieder zu vergegenwärtigen. Wir werden im Verlaufe der nächsten Tage dann immer mehr sehen, wie die Theosophie uns erst wieder zum Verständnis bringt, was unsere Urväter einst einfach im Namen ausgedrückt haben, und wie das Alltäglichste mit dem Allertiefsten zusammenhängt.

[ 24 ] Thus, in the names of the days of the week, you find the esoteric teaching about the Earth’s passage through these various periods: a marvelous chronicle that enables people to keep these truths ever fresh in their minds. Over the next few days, we will see more and more how theosophy restores our understanding of what our forefathers once simply expressed in names, and how the most mundane is connected to the most profound.