Human Development and Christ-Knowledge
GA 100
19 November 1907, Basel
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Human Development and Christ-Knowledge, tr. SOL
Das Johannes-Evangelium IV
The Gospel of John IV
[ 1 ] An den Ausgangspunkt unserer heutigen Betrachtung müssen wir ein wichtiges geisteswissenschaftliches Wort stellen. In der christlichen Geheimwissenschaft nennt man den Mond den Kosmos der Weisheit und die Erde den Kosmos der Liebe. Unter Mond ist die Mondphase der Erde zu verstehen. Die Bezeichnung des Mondes als Kosmos der Weisheit hat darin ihre Begründung, daß alles, was damals ausgebildet worden ist, von Weisheit durchdrungen wurde. Die Ablösung der Mondphase durch die Erdphase bedeutet die Ablösung des Kosmos der Weisheit durch den Kosmos der Liebe. Als die Erde aus dem Dämmerzustand, Pralaya, wieder hervortrat, gingen die Keime auf, die auf dem Monde gezüchtet worden waren, darunter auch die Keime des physischen, des Ätherleibes und Astralleibes des Menschen. In diese drei Leiber und ihre gegenseitigen Beziehungen ist auf dem Mond Weisheit hineingelegt worden. Daher findet sich auch im Bau dieser drei Leiber die Weisheit. Die größte Weisheit liegt im Bau des physischen Leibes, weniger im Bau des Ätherleibes, und noch weniger in dem des Astralleibes. Wer nicht nur mit dem Verstande, sondern mit sinnender Seele die Leiblichkeit des Menschen betrachtet, der wird diese Weisheit in jedem Organ, in jedem Gliede des Körpers entdecken. Betrachtet man zum Beispiel den menschlichen Oberschenkelknochen, so findet man darin ein wahres Netz von kreuz und quer laufenden Balken, scheinbar regellos; aber kein Ingenieur wäre heute imstande, diese zwei Säulen herzustellen, die mit dem kleinsten Ausmaß von Kraft und Stoff den menschlichen Oberkörper tragen. Solange noch die göttlichen Geister an den Menschenleibern aufbauten, wurde nur Weisheit hineingelegt. Man sieht in der Regel den physischen Leib des Menschen als den niedrigsten an, aber mit Unrecht, denn gerade in seinem Leibe tritt die größte Weisheit zutage. Nur durch diese Weisheit ist es möglich, daß der physische Körper die Attacken, welche der Astralleib stets auf ihn unternimmt, aushält, ohne vor der Zeit zusammenzubrechen. Die Leidenschaften, die sich im physischen Leibe betätigen, das Trinken von Kaffee, Tee und so weiter, alles dies sind Attacken des Astralleibes auf den physischen Leib, und ganz besonders auf das Herz. Daher mußte dies so weise ausgebaut sein, daß die Angriffe jahrzehntelang nicht imstande sind, es zu zerstören. Natürlich mußte durch mannigfaltige Umgestaltung erst die passende Form des Herzens herausgefunden werden.
[ 1 ] We must begin our discussion today with an important term from the Spiritual Science. In Christian esotericism, the Moon is called the Cosmos of Wisdom and the Earth the Cosmos of Love. By “Moon,” we mean the Earth’s lunar phase. The designation of the Moon as the Cosmos of Wisdom is based on the fact that everything that was formed at that time was permeated by wisdom. The replacement of the lunar phase by the Earth phase signifies the replacement of the Cosmos of Wisdom by the Cosmos of Love. When the Earth emerged once more from the twilight state, Pralaya, the seeds that had been cultivated on the Moon sprouted, including the seeds of the human physical, etheric, and astral bodies. Wisdom was imbued into these three bodies and their mutual relationships on the Moon. Therefore, wisdom is also found in the structure of these three bodies. The greatest wisdom lies in the structure of the physical body, less so in that of the etheric body, and even less in that of the astral body. Whoever contemplates the physicality of the human being not only with the intellect but with a meditative soul will discover this wisdom in every organ, in every limb of the body. If one considers, for example, the human femur, one finds within it a veritable network of beams running crisscross, seemingly without order; yet no engineer today would be capable of constructing these two columns that support the human upper body with the least possible expenditure of force and material. As long as the divine spirits were still building the human bodies, only wisdom was placed within them. People generally regard the human physical body as the lowest, but wrongly so, for it is precisely in the body that the greatest wisdom is revealed. Only through this wisdom is it possible for the physical body to withstand the attacks that the astral body constantly launches against it without collapsing prematurely. The passions that operate within the physical body—drinking coffee, tea, and so on—all of these are attacks by the astral body on the physical body, and especially on the heart. Therefore, it had to be so wisely constructed that the attacks would be unable to destroy it for decades. Of course, the appropriate form of the heart first had to be determined through manifold restructuring.
[ 2 ] Nur weil die Weisheit dem Aufbau der Welt zugrunde liegt, kann sie darin von unserem Verstande gesucht und gefunden werden. Aber die Weisheit ist nicht plötzlich in die Welt gekommen, das Hineingießen ist nur langsam und allmählich erfolgt, und ebenso langsam und allmählich wird das Durchdringen der Erde mit der Liebe stattfinden. Dieses Durchdringen der Erde mit der Liebe ist der Sinn der Erdenentwickelung. Die Liebe hat auf der Erde im kleinsten Ausmaß begonnen, sie verbreitet sich aber immer mehr und mehr, und am Ende der Erdphase wird alles ebenso von Liebe durchtränkt sein, wie es am Ende des Mondenzustandes von Weisheit durchtränkt war.
[ 2 ] Precisely because wisdom underlies the structure of the world, it can be sought and found within it by our minds. But wisdom did not come into the world suddenly; its infusion has taken place only slowly and gradually, and just as slowly and gradually will the permeation of the earth with love take place. This permeation of the Earth with love is the purpose of the Earth’s evolution. Love began on Earth on the smallest scale, but it is spreading more and more, and at the end of the Earth phase, everything will be just as saturated with love as it was saturated with wisdom at the end of the lunar phase.
[ 3 ] Als der Mond aus der Erde heraustrat, war die Kraft der Liebe erst im Keim vorhanden. Es liebten sich zuerst nur die Blutsverwandten untereinander. Dies hat eine lange Zeit gedauert, allmählich erweiterte sich der Wirkungskreis der Liebe. Zum Empfinden und Betätigen der Liebe ist eine gewisse Selbständigkeit der Wesen notwendig. In der menschlichen Entwickelung waren von vornherein zweierlei Kräfte tätig gewesen: eine zusammenführende und eine trennende Kraft, Sonnen- und Mondenkraft. Unter der Einwirkung dieser Kräfte wurde der Mensch so weit ausgebildet, daß sich seine drei Leiber mit dem Ich-Träger dem Geistselbst, dem Lebensgeist und Geistesmenschen entgegenneigten. Eine endgültige Vereinigung konnte aber noch nicht stattfinden, ohne das Hinzutreten einer neuen kosmischen Kraft. Diese Kraft, welche nach der Abtrennung des Mondes ganz besonders starken Einfluß ausübte, kam von einem andern Planeten, der in ein merkwürdiges Verhältnis zur Erde trat. Dieser Planet, der Mars, machte eine Art Durchgang durch die Erdmasse, als die Erde ihre Entwickelung begann. Ein Metall hatte bisher auf der Erde gefehlt, das Eisen. Durch sein Auftreten auf der Erde wurde ihr Entwickelungsgang mit einem Schlage geändert. Der Planet Mars ist es, welcher der Erde das Eisen gebracht hat. Von da ab war die Möglichkeit geboten, daß der Mensch sich ein warmes, eisenhaltiges Blut bilden konnte. Auch der Astralleib erhielt durch den Mars ein neues Glied: die Empfindungsseele, die mutartige Seele. Mit Eintritt des Mars entwickelte sich in der Seele das Aggressive. Man hat jetzt also beim Menschen zu unterscheiden: physischen Leib, Ätherleib, Astralleib und Empfindungsseele. Die Wirkung der Empfindungsseele auf den physischen Leib war das Entstehen des roten, warmen Blutes. Nun konnte sich nach und nach das befruchtende Ich eingliedern.
[ 3 ] When the Moon emerged from the Earth, the power of love was still in its infancy. At first, only blood relatives loved one another. This lasted for a long time; gradually, the sphere of love expanded. A certain degree of independence on the part of human beings is necessary for them to feel and act upon love. In human evolution, two kinds of forces had been at work from the very beginning: a unifying force and a separating force, the forces of the Sun and the Moon. Under the influence of these forces, humanity developed to the point where its three bodies, together with the ego-bearer, were drawn toward the Spirit-Self, the Life-Spirit, and the Spirit-Man. However, a final union could not yet take place without the intervention of a new cosmic force. This force, which exerted a particularly strong influence after the separation of the Moon, came from another planet that entered into a remarkable relationship with the Earth. This planet, Mars, made a sort of passage through the Earth’s mass as the Earth began its development. One metal had been missing on Earth until then: iron. Its appearance on Earth changed the course of its development in one fell swoop. It is the planet Mars that brought iron to Earth. From that point on, the possibility arose for human beings to form warm, iron-rich blood. The astral body, too, received a new component through Mars: the feeling soul, the emotional soul. With the arrival of Mars, the aggressive aspect developed within the soul. We must now distinguish the following in the human being: the physical body, the etheric body, the astral body, and the feeling soul. The effect of the feeling soul on the physical body was the emergence of red, warm blood. Now, little by little, the fertilizing ego could integrate itself.
[ 4 ] «Blut ist ein ganz besonderer Saft», sagt Goethe im «Faust». Der Gott der Form, Jahve, spielt dabei eine ganz besonders wichtige Rolle. Er bemächtigte sich vor allen Dingen des neugebildeten Organes, des Blutes, durchtränkte es mit seinen Kräften, verwandelte die aggressiven Eigenschaften der Mutseele in die Kräfte der Liebe und machte das Blut zum physischen Träger des Ich.
[ 4 ] “Blood is a very special fluid,” says Goethe in *Faust*. The God of Form, Yahweh, plays a particularly important role in this. Above all, he took possession of the newly formed organ, the blood, imbued it with his powers, transformed the aggressive qualities of the soul of courage into the forces of love, and made the blood the physical vehicle of the ego.
[ 5 ] Nicht jedes menschliche Individuum hatte anfänglich sein eigenes Ich. Bei allen Blutsverwandten, welche durch die Nahehe, Familienehe, das gleiche Blut bewahrten, wirkte die gleiche Jahvekraft, die IchKraft des gleichen Ich. Also eine solche kleine Gruppe hatte ein gemeinschaftliches Ich. Der einzelne verhielt sich zur ganzen Familie wie ein Finger zum ganzen Körper. Im Anfang gab es Gruppenseelen. Der einzelne empfand sich nur als Teil des Stammes. Man empfand das gleiche Ich nicht nur in den gleichzeitig Lebenden; auch in den verschiedenen Generationen lebte es weiter, solange das Blut unvermischt blieb, solange die Stammesgenossen nur in der Nahehe heirateten. Also man empfand das Ich nicht als etwas Persönliches, sondern als etwas allen Stammesgenossen Gemeinsames. Wie der Mensch sich an das erinnert, was er von seiner Geburt an erlebt hat, so erinnerten sich die Menschen der damaligen Zeit an das, was die Vorfahren derselben Blutsgemeinschaft getan hatten, und zwar so, als ob sie dies selbst erlebt hätten. Enkel und Urenkel fühlten in sich dasselbe Ich wie Großvater und Urgroßvater. So wird uns das Geheimnis des hohen Alters der Patriarchen begreiflich. «Adam» zum Beispiel war nicht die Bezeichnung für ein einzelnes Individuum, sondern für das gemeinsame Ich, das durch die Generationen floß. Es ist oben gesagt worden, daß Jahve das Blut zum physischen Träger des Ich machte. Er tat dies, indem er die Bildung des Blutes bewirkte. Er brachte seine Kraft zum Ausdruck in der Art des Atmens. Dadurch wurde der Mensch zum Jahvemenschen, daß Jahve ihm den Atem gab. Wörtlich ist es zu nehmen, daß der nun mit den Vorbedingungen ausgestattete Mensch eingehaucht bekam den lebendigen Odem. «Jahve blies dem Menschen den Odem ein und er wurde eine lebendige Seele» (1. Moses, 2,7). Dieses Einhauchen der Seele geschah aber nicht plötzlich, sondern ist als ein sehr lange dauernder Vorgang aufzufassen. Dadurch wurde der Mensch zum Luftatmer.
[ 5 ] Not every human individual initially had their own “I.” Among all blood relatives who preserved the same blood through close kinship and marriage within the family, the same Yahve force—the “I” force of the same ‘I’—was at work. Thus, such a small group had a collective “I.” The individual related to the whole family as a finger relates to the whole body. In the beginning, there were group souls. The individual perceived himself only as part of the tribe. One perceived the same “I” not only in those living at the same time; it also lived on through the different generations, as long as the blood remained unmixed, as long as the tribesmen married only within the close-knit community. Thus, the “I” was not perceived as something personal, but as something shared by all members of the tribe. Just as a person remembers what they have experienced since birth, so the people of that time remembered what the ancestors of the same bloodline had done, as if they had experienced it themselves. Grandchildren and great-grandchildren felt within themselves the same “I” as their grandfather and great-grandfather. Thus the mystery of the patriarchs’ great age becomes comprehensible to us. “Adam,” for example, was not the designation for a single individual, but for the collective “I” that flowed through the generations. It has been stated above that Yahweh made blood the physical carrier of the self. He did this by bringing about the formation of blood. He expressed his power through the act of breathing. Thus, man became a being of Yahweh because Yahweh gave him breath. It is to be taken literally that man, now endowed with the prerequisites, was breathed into with the living breath. “Yahweh breathed the breath of life into man, and he became a living soul” (Genesis 2:7). However, this breathing of the soul did not occur suddenly, but is to be understood as a very long-lasting process. Through this, man became an air-breather.
[ 6 ] Auf dem Monde hat etwas anderes dem Atmungsprozeß entsprochen. Während der jetzige Mensch Luft ein- und ausatmet und dadurch eine Wärmequelle in sich selbst hat, atmeten seine aus physischem Leib, Äther- und Astralleib bestehenden Vorfahren auf dem Monde Wärmestoff oder Feuer ein und aus. Feueratmer waren dieMenschenvorgänger auf dem Monde. Die Geheimwissenschaft nennt diese Wesen Feuerwesen, die Menschen auf der Erde dagegen Luftwesen. In aller Materie sieht die Geheimwissenschaft nur den Ausdruck des Geistes. Wir atmen nicht nur Luft ein und aus, sondern damit auch den Geist. Luft ist der Körper des Jahve, wie Fleisch derjenige des Menschen. Die Erinnerung daran wird in der germanischen Sage von Wotan, der im Winde reitet, zum Ausdruck gebracht. Auch was auf dem Monde ein- und ausgeatmet wurde, war der Geist.
[ 6 ] On the Moon, the respiratory process took a different form. While modern humans inhale and exhale air, thereby generating a source of heat within themselves, their ancestors on the Moon—who consisted of a physical, etheric, and astral body—inhaled and exhaled heat or fire. The human ancestors on the Moon were fire-breathers. Esoteric science calls these beings fire beings, whereas it calls humans on Earth air beings. Esoteric science sees all matter as merely an expression of the spirit. We breathe in and out not only air, but also the spirit. Air is the body of Yahweh, just as flesh is that of man. The memory of this is expressed in the Germanic legend of Wotan, who rides on the wind. What was breathed in and out on the Moon, too, was the spirit.
[ 7 ] Auf dem Monde waren dieselben geistigen Wesenheiten wie auf der Erde. Dort lebten sie im Feuer, auf der Erde sind sie zu Luftgeistern geworden. In der kosmischen Entwickelung blieben einzelne Wesen zurück, wie in der Schule einzelne Schüler sitzenbleiben. Diejenigen Wesenheiten, die sich die Sonne zu ihrem Wohnsitz gemacht haben, hatten sich rascher entwickelt und den Übergang von Feuer- zu Luftgeistern gefunden, während eine große Schar von Wesenheiten diesen Übergang nicht gefunden hat. Die ersteren wirken nun als geistige Kräfte von außen, von der Sonne und vom Monde her auf den Menschen ein. Der Mensch nimmt sie durch den Atem in sich auf. Zwischen den Menschen und diesen hochentwickelten Sonnengeistern stehen diejenigen geistigen Wesenheiten, die zwar auf dem Monde auch viel weitergekommen sind als der Mensch, aber nicht so weit wie die Sonnengeister und der Jahvegott. Sie waren noch nicht imstande, den Menschen durch seinen Atem zu beeinflussen, waren aber trotzdem bestrebt, auf ihn einzuwirken. Es waren die nicht fertig gewordenen Feuergeister. Ihr Element war die Wärme und diese war beim Menschen nur im Blute vorhanden. Von dieser Wärme mußten sie leben.
[ 7 ] The Moon was inhabited by the same spiritual beings as the Earth. There they lived in fire; on Earth they have become air spirits. In the course of cosmic evolution, certain beings fell behind, just as some students fail a grade in school. Those beings who have made the Sun their home had developed more rapidly and found the transition from fire spirits to air spirits, while a large host of beings did not find this transition. The former now act upon human beings as spiritual forces from without, from the Sun and the Moon. Human beings take them in through their breath. Between human beings and these highly developed solar spirits stand those spiritual beings who, although they have advanced much further on the Moon than human beings, have not progressed as far as the solar spirits and the God Yahweh. They were not yet able to influence human beings through their breath, but nevertheless sought to exert an influence on them. These were the fire spirits that had not yet reached completion. Their element was heat, and in humans this was present only in the blood. They had to live off this heat.
[ 8 ] Der Mensch war also im Verlaufe seiner Entwickelung hineingestellt zwischen die Luftgeister, die in seinem Atem leben, die höchsten Geister, die ihn durchgeistigen, und die Feuergeister, welche die Elemente seines Blutes aufsuchten. Sie wirken in seinem Blute als Gegner des Jahvegottes. Jahve suchte die Menschen in kleinen Gruppen durch die Liebe zusammenzuhalten. Er wollte sie durchdringen mit dem Zusammengehörigkeitsgefühl. Wäre aber nur die Liebe vorhanden gewesen, so wären die Menschen nie selbständige Wesen geworden. Gleichsam zu Liebesautomaten hätten sie sich entwickeln müssen. Dagegen richteten nun die Feuergeister ihre Angriffe, mit dem Erfolg, daß der Mensch die persönliche Freiheit erlangte. Die kleinen Menschengruppen wurden auseinandergetrieben. Der Jahvegott hatte nur Interesse daran, die Menschen in Liebe zusammenzuführen. Im Blute wirkte er als der Gott der Blutsliebe. Anders war die Wirkung der Feuergeister; sie waren es, die dem Menschen Kunst und Wissenschaft brachten. Man nennt diese Geister auch die luziferischen Geister. Die weitere Menschheitsentwikkelung geht unter dem Einfluß des Luzifer vor sich, der dem Menschen Freiheit und Weisheit bringt. Unter der Führung des Jahvegottes sollten die Menschen durch das Prinzip der Blutsbrüderschaft zusammengeführt werden. Daß der Mensch ein freier Bürger der Erde geworden ist, das verdankt er dem Luzifer. Jahve versetzte die Menschen in das Paradies der Liebe. Da erscheint der Feuergeist, die Schlange, in der Gestalt, die der Mensch einmal gehabt hat, als er noch Feuer atmete, und öffnete den Menschen die Augen für das, was noch vom Mond übriggeblieben war. Diesen luziferischen Einfluß empfand man als Verführung. Die in Geheimschulen Auferzogenen sahen jedoch diese Aufklärung nicht als Verführung an. Die großen Eingeweihten haben die Schlange nicht erniedrigt, sondern erhöht wie Moses in der Wüste. (4. Moses, 21, 8-9.)
[ 8 ] In the course of his evolution, man was thus placed between the air spirits, who live in his breath; the highest spirits, who spiritualize him; and the fire spirits, who sought out the elements of his blood. They act in his blood as adversaries of the God Yahweh. Yahweh sought to hold people together in small groups through love. He wanted to imbue them with a sense of belonging. But if only love had been present, human beings would never have become independent beings. They would have had to develop into, as it were, love machines. The fire spirits, however, directed their attacks against this, with the result that human beings attained personal freedom. The small groups of people were driven apart. The God Yahweh was interested only in uniting people through love. In the blood, he acted as the God of blood love. The effect of the fire spirits was different; it was they who brought art and science to humanity. These spirits are also called the Luciferic spirits. The further development of humanity proceeds under the influence of Lucifer, who brings freedom and wisdom to humanity. Under the guidance of the God Yahweh, humanity was to be brought together through the principle of blood brotherhood. That humanity has become a free citizen of the Earth, it owes to Lucifer. Yahweh placed humanity in the paradise of love. Then the fire spirit, the serpent, appeared in the form that humanity once had when it still breathed fire, and opened humanity’s eyes to what remained of the Moon. This Luciferic influence was perceived as seduction. Those educated in the secret schools, however, did not regard this enlightenment as seduction. The great initiates did not degrade the serpent, but exalted it, as Moses did in the desert. (Numbers 21:8–9.)
[ 9 ] Was sich in der Menschheit offenbaren sollte, hat sich lange Zeit durch Jahve als Blutsliebe offenbart. Daneben wirkte der Geist der Weisheit, ein Prinzip, das etwas anderes vorzubereiten hatte. Allmählich breitete sich die Liebe von kleineren zu größeren Menschengruppen aus, von Familien zu Volksstämmen. Ein charakteristisches Beispiel dafür ist das jüdische Volk, das sich als zusammengehörige Gruppe fühlte und alle andern als Galiläer bezeichnete, das heißt als solche, die nicht zum Blut gehörten. Der Menschheit sollte nicht bloß die Blutsliebe gegeben werden, sondern die geistige Liebe, welche die ganze Erde mit einem Bruderbunde umspannen wird. Die Zeit, in welcher die Menschheit nur durch die Verwandtenliebe zusammengehalten wurde, ist nur als Lehrzeit zu betrachten für das, was später kommen sollte. Auch die Wirkung des Luzifer, welche im Auseinandertreiben der einengenden Bande bestand, ist nur die Vorbereitung für die Wirkung eines Höheren, der kommen sollte. Diesen Höheren nannte man in der christlichen Geheimschule den wahren Lichtträger, den wahren Luzifer, den Christus.
[ 9 ] What was to be revealed in humanity had long been revealed through Yahweh as the love of blood. Alongside this, the Spirit of Wisdom was at work, a principle that had something else to prepare. Gradually, love spread from smaller to larger groups of people, from families to tribes. A characteristic example of this is the Jewish people, who felt they belonged together as a group and referred to all others as Galileans—that is, as those who did not belong to their bloodline. Humanity was not to be given merely blood kinship, but spiritual love, which will encompass the entire earth with a brotherhood. The time in which humanity was held together only by kinship love is to be regarded merely as a period of learning for what was to come later. Even the influence of Lucifer, which consisted in breaking apart the restrictive bonds, is merely the preparation for the influence of a Higher Being who was to come. In the Christian esoteric school, this Higher Being was called the true Bearer of Light, the true Lucifer, the Christ.
[ 10 ] Gehen wir nun zurück in die Zeit, in welcher die atlantische Menschheit auf Erden weilte. Die Erde hat damals ein ganz anderes Aussehen gehabt. Zwischen Europa und Amerika, da, wo jetzt ein großes Meer flutet, war Land, ein Erdteil, der jetzt auf dem Boden des Ozeans liegt. Auch die heutige Wissenschaft kommt nach und nach zu der Erkenntnis, daß ein Erdteil früher existierte, wo jetzt der Atlantische Ozean sich ausdehnt. Menschen von ganz anderer als der heutigen Art bewohnten Atlantis. Zwischen dem Äther- und physischen Leib bestand damals ein ganz anderes Verhältnis als heute. Ein Hellseher sieht beim heutigen Menschen im Kopf zwei Punkte, den einen im Äthergehirn, den andern im physischen Gehirn, zwischen den Augen, etwa einen Zentimeter tief. Diese beiden Punkte fallen beim jetzigen Menschen zusammen. Beim Atlantier war dies anders. Das Äthergehirn ragte beträchtlich über das physische Gehirn heraus, und die zwei Mittelpunkte der Gehirne deckten sich nicht. In Ausnahmefällen kann es auch beim Menschen der Gegenwart vorkommen, daß sich diese zwei Punkte nicht decken; eine Folge davon ist die Idiotie. Erst im letzten Drittel der atlantischen Zeit fand die Vereinigung der Mittelpunkte der beiden Gehirne statt, und erst dann lernte der Mensch bewußt zu sich «Ich» sagen. Auch rechnen, zählen, urteilen, logisch denken konnten die Atlantier vorher nicht. Dafür besaßen sie ein riesiges Gedächtnis, welches über Generationen reichte, und ein dumpfes Hellsehen. Die Umrisse der physischen Körper sahen sie nicht deutlich, dagegen nahmen sie die Seelenvorgänge wahr. Begegnete der Atlantier einem Tiere, so empfand er hellseherisch, wie sich das Tier zu ihm stellte. Sah er zum Beispiel eine rotbraune Farbe, so wich er aus; er wußte, daß ein feindlicher Einfluß sich geltend machte. Sah er aber eine rötlich-violette Farbe, so wußte er, daß ihm etwas Sympathisches begegnete. Auch die Nahrungsmittel wurden mit Hilfe dieses Hellsehens auf ihren Wert erkannt. Das heutige 'Tier, das dieses dumpfe Hellsehen bewahrt hat, unterscheidet auf der Weide in ähnlicher Weise die Pflanzen in bezug auf ihre Zuträglichkeit oder Schädlichkeit. Das Erleben, das der Mensch sich im Traume bewahrt hat, ist ein dekadentes Überbleibsel des Hellsehens der alten Atlantier. Beim Atlantier war keine so scharfe Trennung zwischen Schlaf- und Wachbewußtsein wie beim heutigen Menschen. Das Tagesbewußtsein war weniger klar als unser heutiges. Das Schlaf- und Traumbewußtsein war heller. In den ersten atlantischen Zeiten kamen auch Zustände von völliger Bewußtlosigkeit vor, die durchdrungen waren von mächtigen Traumbildern. Vom Fortpflanzungsakt wußte der Atlantier der ältesten Zeit nichts. Dieser ging in Zuständen völliger Bewußtlosigkeit vor sich. Wenn der Atlantier erwachte, wußte er nichts von der Fortpflanzung. Nur in Sinnbildern wurde ihm der Vorgang der Fortpflanzung gezeigt. Daran erinnert noch die griechische Sage von den zwei Menschen Deukalion und Pyrrha, die nach Griechenland zogen und Steine hinter sich warfen, aus denen dann Menschen wurden. Der Fortpflanzungsvorgang war so lange in Bewußtlosigkeit gehüllt, als die Ehen nur unter Blutsverwandten geschlossen wurden. Daß die Menschen zum Bewußtsein erwachten und bewußt den Akt der Fortpflanzung erkannten, ist auf die Tätigkeit der luziferischen Geister zurückzuführen, die dem Menschen «die Augen aufgetan» haben. Er lernte, Gut und Böse zu unterscheiden. Weil die Menschen nun um ihre Liebe wußten und nicht mehr nur nach der Blutsverwandtschaft fragten, wurden sie selbständig. Dann wurde Jahve durch Christus abgelöst, der eine höhere Liebe in die Welt brachte und die Menschen unabhängig machte von Stammesgenossen und Blutsverwandten. Diese universelle Liebe ist erst in ihrem Anfangsstadium. Wenn aber die Erde einmal ihre Wesen an den Jupiter abgegeben haben wird, dann werden sie von dieser geistigen Liebe ganz durchdrungen sein. Auf diese universelle Liebe weist der Ausspruch Christi hin: «So jemand zu mir kommt und hasset nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, dazu auch sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein» (Lukas 14, Vers 26). Der Geist, der diese universelle Liebe mehr und mehr über die Erde ausgießt, ist der Christus-Geist. Die Erdenentwickelung ist durch das Erscheinen des Christus Jesus in zwei Teile geteilt. Jenes Blut, das auf Golgatha geflossen ist, bedeutet die Ablösung der Verwandtenliebe durch die geistige Liebe. Dies ist der Zusammenhang zwischen Jahve, Luzifer und Christus.
[ 10 ] Let us now go back to the time when the Atlantean people lived on Earth. The Earth looked quite different back then. Between Europe and America, where a vast ocean now lies, there was land—a continent that now rests on the ocean floor. Even modern science is gradually coming to the realization that a continent once existed where the Atlantic Ocean now stretches. People of a completely different kind than those of today inhabited Atlantis. The relationship between the etheric and physical bodies was quite different back then than it is today. A clairvoyant sees two points in the head of a modern human being, one in the etheric brain and the other in the physical brain, between the eyes, about one centimeter deep. These two points coincide in modern humans. This was different for the Atlanteans. The etheric brain protruded considerably beyond the physical brain, and the two centers of the brains did not coincide. In exceptional cases, it can also happen in modern humans that these two points do not coincide; one consequence of this is idiocy. It was not until the last third of the Atlantean era that the union of the centers of the two brains took place, and only then did humans learn to consciously say “I” to themselves. Nor could the Atlanteans previously calculate, count, judge, or think logically. Instead, they possessed a vast memory that spanned generations and a dim form of clairvoyance. They did not see the outlines of physical bodies clearly, but they perceived the soul processes. When an Atlantean encountered an animal, he sensed clairvoyantly how the animal related to him. If, for example, they saw a reddish-brown color, they would step aside; they knew that a hostile influence was at work. But if they saw a reddish-violet color, they knew that something sympathetic was approaching them. Foodstuffs were also assessed for their value with the help of this clairvoyance. Today’s animal, which has retained this dull clairvoyance, distinguishes plants in the pasture in a similar way with regard to their beneficial or harmful nature. The experience that humans have retained in their dreams is a decadent remnant of the clairvoyance of the ancient Atlanteans. For the Atlanteans, there was no such sharp separation between sleep and waking consciousness as there is for modern humans. Daytime consciousness was less clear than ours today. Sleep and dream consciousness were brighter. In the earliest Atlantean times, states of complete unconsciousness also occurred, permeated by powerful dream images. The Atlanteans of the earliest period knew nothing of the act of procreation. This took place in states of complete unconsciousness. When the Atlantean awoke, he knew nothing of procreation. The process of procreation was shown to him only in symbols. This is still recalled in the Greek legend of the two humans, Deucalion and Pyrrha, who moved to Greece and threw stones behind them, from which humans then emerged. The process of procreation remained shrouded in unconsciousness as long as marriages were contracted only between blood relatives. The fact that human beings awoke to consciousness and consciously recognized the act of procreation is attributable to the activity of the Luciferic spirits, who “opened the eyes” of humanity. They learned to distinguish between good and evil. Because people were now aware of their love and no longer asked only about blood kinship, they became independent. Then Yahweh was replaced by Christ, who brought a higher love into the world and made people independent of their tribesmen and blood relatives. This universal love is still in its early stages. But once the Earth has surrendered its beings to Jupiter, they will be completely permeated by this spiritual love. Christ’s saying points to this universal love: “If anyone comes to me and does not hate his father, mother, wife, children, brothers, sisters, and even his own life, he cannot be my disciple” (Luke 14:26). The Spirit that is pouring this universal love more and more over the Earth is the Christ Spirit. The development of the Earth is divided into two parts by the appearance of Christ Jesus. That blood which flowed on Golgotha signifies the replacement of kinship love by spiritual love. This is the connection between Yahweh, Lucifer, and Christ.
