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Spiritual-Scientific Anthropology
GA 107

21 October 1908, Berlin

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Zweiter Vortrag

Second Lecture

[ 1 ] In diesem Vortrage, der noch zu den Einleitungen unserer eigentlichen «Generalversammlungs-Kampagne» gehören soll, wird namentlich ein Zweck verfolgt werden: zu zeigen, daß Geisteswissenschaft oder vielmehr die ihr zugrunde liegende spirituelle Betrachtungsweise der Welt in vollstem Einklange und vollster Harmonie gerade mit gewissen Ergebnissen der speziellen Wissenschaftlichkeit steht. Es ist für den Anthroposophen, wie es sich insbesondere bei populären und öffentlichen Vorträgen zeigen kann, nicht ganz leicht, volles Verständnis bei einem ganz unvorbereiteten Publikum zu finden. Wenn Geisteswissenschaft zusammenstößt mit einem ganz unvorbereiteten Publikum, muß sich der Anthroposoph dessen ein wenig bewußt sein, daß er ja in bezug auf viele Dinge eine ganz andere Sprache spricht als diejenigen, welche noch gar nichts oder nur ganz oberflächlich und äußerlich von den Erkenntnissen vernommen haben, die der geisteswissenschaftlichen Bewegung zugrunde liegen. Es gehört ein gewisses tieferes Eindringen dazu, um den Einklang, die Harmonie zu finden zwischen dem, was heute in der äußeren Wissenschaft so leicht gebracht werden kann, nämlich den Erlebnissen der sinnlichen Forschung, und dem, was uns gegeben ist durch die Erkenntnis des spirituellen, des höheren, des übersinnlichen Bewußtseins. Man muß sich einleben, um ganz allmählich diese Harmonie wirklich zu überschauen. Dann aber wird man schon sehen, wie ein schöner Einklang besteht zwischen dem, was der Geistesforscher behauptet, und den Behauptungen, das heißt der Aufzählung von Tatsachen, die von der physischen Forschung vorgebracht werden. Man darf deshalb auch nicht gar zu ungerecht sein gegen diejenigen, welche den Anthroposophen nicht verstehen können, weil ihnen ja alle Vorbereitungen dazu fehlen, welche unbedingt erforderlich sind, um die Ergebnisse der Geistesforschung erfassen zu können, und so müssen sie, in den meisten Fällen, schon in den Worten und auch in den Begriffen etwas ganz anderes denken als das, was gemeint ist. Deshalb kann in weitem Umfange ein größeres Verständnis für die Geisteswissenschaft nur dadurch erzielt werden, daß man ganz unverhohlen vom spirituellen Standpunkt aus auch vor einem unvorbereiteten Publikum spricht. Dann wird es unter diesen unvorbereiteten Leuten eine große Anzahl von solchen geben, welche sagen: Das ist ja alles nur Torheit, Phantasterei, nur ausgeklügeltes dummes Zeug, was da vorgebracht wird! - Einige aber wird es immer geben, die durch die innersten Bedürfnisse ihrer Seele zuerst eine Ahnung davon bekommen, daß doch etwas dahintersteckt, und die werden weitergehen und sich nach und nach einleben. Solches geduldiges Einleben ist es, worauf es ankommen muß, und das ist es auch, was wir erzielen können. Daher wird es sehr natürlich sein, daß ein großer Teil von denen, die aus bloßer Neugier zu einem Vortrage über Geisteswissenschaft kommen, nachher leicht in der Welt das Urteil verbreitet: Das ist eine Sekte, die nur ihr besonderes Kauderwelsch verbreitet! - Aber wenn man die Schwierigkeiten kennt, wird man auch die ruhige Geduld haben zu der Selektion, die herausgebildet werden muß. Es werden sich die Persönlichkeiten aus dem Publikum selbst herausfinden und einen Kern bilden, durch den dann die Geisteswissenschaft allmählich einfließen wird in unser ganzes Leben.

[ 1 ] In this lecture, which is intended to serve as one of the introductions to our actual “General Assembly Campaign,” a specific purpose will be pursued: to show that spiritual science—or rather, the spiritual approach to the world upon which it is based—is in complete accord and perfect harmony precisely with certain findings of specialized scientific research. As is often evident, particularly in popular and public lectures, it is not entirely easy for the anthroposophist to find full understanding among a completely unprepared audience. When spiritual science encounters a completely unprepared audience, the anthroposophist must be somewhat aware that, in many respects, he speaks a completely different language than those who have heard nothing at all—or only very superficially and externally—about the insights underlying the spiritual science movement. It requires a certain deeper insight to find the harmony between what can be so easily conveyed in modern external science—namely, the findings of sensory research—and what is given to us through the knowledge of the spiritual, the higher, and the supersensible consciousness. One must immerse oneself in order to gradually gain a true overview of this harmony. But then one will see how beautifully the claims of the spiritual researcher align with the assertions—that is, the enumeration of facts—put forward by physical research. One should therefore not be too harsh on those who cannot understand the anthroposophists, for they lack all the necessary preparation that is absolutely essential to grasp the results of spiritual research; and so, in most cases, they must interpret the words and concepts to mean something entirely different from what is actually intended. For this reason, a greater understanding of spiritual science can, to a large extent, be achieved only by speaking quite openly from a spiritual standpoint, even before an unprepared audience. Then, among these unprepared people, there will be a large number who say: “This is all just nonsense, fantasy, nothing but elaborate rubbish that’s being presented here!”—But there will always be some who, through the innermost needs of their souls, first get a sense that there is indeed something behind it all, and they will continue on and gradually become familiar with it. It is this patient familiarization that is essential, and it is also what we can achieve. Therefore, it will be quite natural that a large portion of those who come to a lecture on spiritual science out of mere curiosity will afterward readily spread the judgment in the world: “This is a sect that merely spreads its own special gibberish!” - But if one is aware of the difficulties, one will also have the calm patience required for the process of selection that must take place. The right individuals will emerge from the audience themselves and form a core through which spiritual science will then gradually permeate our entire lives.

[ 2 ] An einem besonderen Beispiel soll heute gezeigt werden, wie es für vorbereitete Schüler der Geisteswissenschaft, die sich schon daran gewöhnt haben, in den Vorstellungen zu denken und zu leben, welche die Geist-Erkenntnis erweckt, leicht wird, sich abzufinden mit den scheinbar schwierigsten Mitteilungen, die durch die positive physisch-sinnliche Forschung gemacht werden. So daß sich der Lernende allmählich das Bewußtsein aneignen wird: Es gibt durchaus die Möglichkeit für mich, daß ich, je weiter ich fortschreite, einsehe, ein wie gutes Fundament für alle Welterkenntnis die Geistesforschung ist. - Das wird dem Suchenden die Ruhe geben, die er braucht den Stürmen gegenüber, die sich deshalb gegen die Geisteswissenschaft ergießen, weil sie ja für viele eine ganz fremde Sprache spricht. Und wenn wir die Geduld haben, uns in diese Harmonie einzuleben, so werden wir auch immer größere Sicherheit gewinnen. Wenn dann die Leute sagen: Was ihr uns da erzählt, stimmt ja nicht überein mit den elementarsten Forschungen der Wissenschaft! - dann wird der Anthroposoph antworten: Ich weiß, daß durch das, was die Geisteswissenschaft geben kann, volle Harmonie in bezug auf alle diese Tatsachen geschaffen werden kann, wenn es auch vielleicht im Augenblick keine Möglichkeit gibt, sich da zu verständigen, Als ein besonderes Kapitel, um mehr das Bewußtsein zu stärken, wollen wir das, was jetzt gesagt werden soll, vor unsere Seele hintreten lassen.

[ 2 ] Today, a specific example will be used to show how students of spiritual science who are well-prepared—and who have already become accustomed to thinking and living within the concepts awakened by spiritual knowledge—will find it easy to come to terms with even the most seemingly difficult findings of positive physical-sensory research. In this way, the student will gradually come to realize: It is entirely possible for me that, the further I progress, the more I will come to see what a solid foundation spiritual research is for all knowledge of the world. - This will give the seeker the peace of mind he needs in the face of the storms that rage against spiritual science, precisely because it speaks a language that is entirely foreign to many. And if we have the patience to attune ourselves to this harmony, we will also gain ever greater certainty. When people then say: “What you’re telling us doesn’t agree with the most basic scientific research!” - then the anthroposophist will reply: “I know that through what spiritual science can offer, complete harmony can be established with regard to all these facts, even if there may not be any possibility of reaching an understanding on this at the moment. As a special chapter, intended more to strengthen our consciousness, let us allow what is about to be said to take root in our souls.”

[ 3 ] Der Schüler der Geisteswissenschaft ist gewohnt, wenn er eine Zeitlang in der spirituellen Weltanschauung lebt, vom physischen Leib, Ätherleib, Astralleib so zu sprechen, daß sie für ihn immer mehr Begriffe werden, die er handhaben kann und die ihn führen und leiten, wenn er ein Weltverständnis der äußeren Dinge sucht. Er muß sich nach und nach daran gewöhnen, in dem, was als physische Leiblichkeit um ihn herum ist, nicht eine gleichartige, sondern eine differenzierte Leiblichkeit zu sehen. Er sieht den Stein an und sagt nicht: Der Stein besteht aus diesen und jenen Stoffen, der Menschenleib auch, und deshalb kann ich den Menschenleib ebenso behandeln wie den Stein. Denn schon der Pflanzenleib ist, wenn er auch aus denselben physischen Stoffen besteht wie der Stein, etwas ganz anderes: Er hat in sich den Ätherleib, und der physische Leib der Pflanze würde zerfallen, wenn ihn nicht in allen Teilen der Ätherleib durchziehen würde. Daher sagt der Geisteswissenschafter: Der physische Leib der Pflanze würde in Verwesung übergehen, wenn nicht während des Lebens der Ätherleib ihn vor dieser Auflösung behütete, gegen diese Auflösung kämpfte. Wenn wir so die Pflanze betrachten, finden wir sie als eine Ineinanderfügung des Prinzips des physischen Leibes und des Ätherleibes.

[ 3 ] The student of spiritual science, having lived for some time within the spiritual worldview, becomes accustomed to speaking of the physical body, the etheric body, and the astral body in such a way that they increasingly become concepts he can handle—concepts that guide and direct him as he seeks to understand the external world. He must gradually accustom himself to seeing in what surrounds him as physical corporeality not a homogeneous but a differentiated corporeality. He looks at a stone and does not say: The stone consists of such-and-such substances, as does the human body, and therefore I can treat the human body just as I would a stone. For even the plant’s body, though it consists of the same physical substances as the stone, is something entirely different: it contains within itself the etheric body, and the plant’s physical body would disintegrate if the etheric body did not permeate it in every part. Therefore, the spiritual scientist says: The physical body of the plant would decay if, during its life, the etheric body did not protect it from this dissolution and fight against it. When we view the plant in this way, we find it to be a combination of the principle of the physical body and the etheric body.

[ 4 ] Nun ist schon öfters betont worden, was das elementarste Prinzip des Ätherleibes ist, nämlich das der Wiederholung. Ein Wesen, das nur unter dem Prinzip des Ätherleibes und des physischen Leibes stünde, würde in sich selbst das Prinzip der Wiederholung zum Ausdruck bringen. Das sehen wir an der Pflanze in ausgesprochenstem Maße heraustreten. Wir sehen, wie sich an der Pflanze Blatt für Blatt entwickelt. Das rührt davon her, daß der pflanzliche physische Leib von einem Ätherleib durchzogen ist, und der hat das Prinzip der Wiederholung. Er bildet ein Blatt, dann ein zweites, ein drittes und fügt so in steter Wiederholung Blatt an Blatt. Aber auch wenn das Pflanzenwachstum oben zum Abschluß kommt, herrscht auch da noch die Wiederholung. Sie sehen an der Pflanze oben ebenso sozusagen einen Kranz von Blättern, die den Kelch der Blüte bilden. Diese Kelchblätter haben eine andere Form als die andern Blätter. Aber Sie können auch da noch das Bewußtsein entwickeln, daß das nur eine etwas umgeänderte Form der Wiederholung derselben Blätter ist, die in einer gleichen Wiederholung über den ganzen Stengel sich hinaufentfaltet. So daß wir sagen können: Auch da oben, wo sich die Pflanze zum Abschluß bringt, sind die grünen Kelchblätter eine Art Wiederholung. Und selbst die Blütenblätter sind eine Wiederholung. Freilich haben sie eine andere Farbe. Sie sind zwar im wesentlichen noch Blätter, aber schon stark umgewandelte Blätter. Nun war es Goethes große Arbeit auf dem pflanzlichen Gebiet, daß er zeigte, wie nicht nur die Kelchblätter und Blütenblätter umgeänderte Blätter sind, sondern wie man auch Stempel und Staubgefäße nur als eine solche umgewandelte Wiederholung der Blätter anzuschen hat.

[ 4 ] It has often been emphasized what the most fundamental principle of the etheric body is, namely, that of repetition. A being that were subject only to the principles of the etheric body and the physical body would express the principle of repetition within itself. We see this emerge most clearly in the plant. We see how, in the plant, leaf after leaf develops. This stems from the fact that the plant’s physical body is permeated by an etheric body, and that etheric body embodies the principle of repetition. It forms one leaf, then a second, a third, and thus adds leaf upon leaf in constant repetition. But even when the plant’s growth reaches its conclusion at the top, repetition still prevails there as well. At the top of the plant, you see, as it were, a wreath of leaves that form the calyx of the flower. These sepals have a different shape than the other leaves. But even there you can develop the awareness that this is merely a slightly modified form of the repetition of the same leaves, which unfolds in a similar repetition all the way up the stem. So that we can say: Even up there, where the plant reaches its conclusion, the green sepals are a kind of repetition. And even the petals are a repetition. Admittedly, they have a different color. Although they are essentially still leaves, they are already highly modified leaves. Now, Goethe’s great contribution to the field of botany was that he showed how not only the sepals and petals are modified leaves, but also how the pistil and stamens must be regarded as such a modified repetition of the leaves.

[ 5 ] Es ist aber nicht nur eine bloße Wiederholung, die uns bei der Pflanze entgegentritt. Wäre nur das bloße elementare Prinzip des Ätherleibes allein tätig, so würde es geschehen, daß von unten bis oben der Ätherleib die Pflanze durchdringt. Da würde sich Blatt an Blatt entwickeln, und das würde kein Ende finden, nirgends würde ein Abschluß eintreten.

[ 5 ] However, what we encounter in the plant is not merely a repetition. If only the elementary principle of the etheric body were at work, the etheric body would permeate the plant from bottom to top. Leaf after leaf would develop, and there would be no end to it; nowhere would there be a conclusion.

[ 6 ] Wodurch tritt denn dieser Abschluß in der Blüte ein, so daß die Pflanze ihr Dasein abschließt und neuerdings fruchtbar wird, um eine neue Pflanze hervorzubringen? Dadurch, daß in demselben Maße, in dem die Pflanze nach oben wächst, von oben ihr entgegenkommt, sie äußerlich in sich schließend, der astralische Leib der Pflanze. Die Pflanze hat in sich keinen eigenen astralischen Leib, aber indem sie nach oben wächst, begegnet ihr von oben der pflanzliche Astralleib. Er bringt das zum Abschluß, was der Ätherleib in ewiger Wiederholung tun würde, er bewirkt die Umwandlung der grünen Blätter in Kelchblätter, in Blütenblätter, Staubgefäße und Stempel. Wir können daher sagen: Für den okkulten Blick wächst die Pflanze ihrem seelenhaften Teil, ihrem astralischen Teil entgegen; der bewirkt die Umwandlung. Daß nun die Pflanze eben Pflanze bleibt, daß sie nicht übergeht zur willkürlichen Bewegung oder Empfindung, das rührt davon her, daß dieser astralische Leib, welcher der Pflanze da oben begegnet, nicht innerlich Besitz ergreift von ihren Organen, sondern sie nur äußerlich umfaßt, von oben hineinwirkt. In dem Maße, als der astralische Leib die Organe innen anfaßt, in demselben Maße geht die Pflanze in das Tier über. Das ist der ganze Unterschied.

[ 6 ] How does this process of completion occur during flowering, so that the plant brings its existence to a close and once again becomes fertile in order to produce a new plant? It is because, as the plant grows upward, the plant’s astral body meets it from above, enclosing it from the outside. The plant does not possess its own astral body, but as it grows upward, the plant’s astral body meets it from above. It brings to completion what the etheric body would do in eternal repetition; it brings about the transformation of the green leaves into sepals, petals, stamens, and pistils. We can therefore say: From the occult perspective, the plant grows toward its soul-like part, its astral part; this part brings about the transformation. The fact that the plant remains a plant—that it does not transition into arbitrary movement or sensation—stems from the fact that this astral body, which meets the plant up there, does not take inner possession of its organs but merely surrounds it externally, working into it from above. To the extent that the astral body touches the organs from within, to that same extent the plant transforms into an animal. That is the entire difference.

[ 7 ] Nehmen Sie ein Blütenblatt der Pflanze, so können Sie sagen: Auch in dem Blütenblatt der Pflanze wirken zusammen Ätherleib und astralischer Leib, aber der Ätherleib hat sozusagen die Oberhand. Der astralische Leib ist nicht imstande, seine Fühlfäden nach dem Innern zu erstrecken, er wirkt nur von außen ein. - Wenn wir das spirituell ausdrücken wollen, können wir sagen: Was beim Tier innerlich ist, was es als Lust und Leid, Freude und Schmerz, Trieb, Begierde und Instinkt innerlich erlebt, das ist bei der Pflanze nicht innerlich, das senkt sich aber fortwährend von außen auf die Pflanze hernieder. Das ist durchaus etwas Seelenhaftes. Und während das Tier seine Augen nach außen wendet, seine Freude an der Umgebung hat und seine Geschmackswahrnehmung nach außen richtet und sich an einem ihm zukommenden Genuß erquickt, also die Lust im Innern empfindet, kann Ihnen derjenige, der die Dinge wirklich spirituell betrachten kann, sagen, daß diese astralische Wesenheit der Pflanze auch Freude und Schmerz, Lust und Leid hat, aber in der Art, daß sie herunterschaut auf das, was sie bewirkt. Sie freut sich über die rote Rosenfarbe und über alles, was ihr entgegenkommt. Und wenn die Pflanzen Blätter und Blüten bilden, dann durchzieht das und schmeckt das die Pflanzenseele, die da heruntersieht. Da kommt es zu einem Austausch zwischen dem sich heruntersenkenden Pflanzenseelenteil und den Pflanzen selber. Die Pflanzenwelt ist in ihrer Seelenhaftigkeit zur Freude, zuweilen auch zum Leide da. So sehen wir wirklich eine Austauschempfindung zwischen der Pflanzendecke unserer Erde und der die Pflanzen einhüllenden Astralität der Erde, welche die Seelenhaftigkeit der Pflanzen darstellt. Was als Astralität auf die Pflanzen äußerlich wirkt, ergreift die Seelenhaftigkeit des Tieres innerlich und macht es erst zum Tiere. Aber es ist ein wichtiger Unterschied zwischen der wirkenden Seelenhaftigkeit in der Astralität der Pflanzenwelt und in der Astralität des tierischen Lebens.

[ 7 ] If you take a petal from the plant, you can say: Even in the plant’s petal, the etheric body and the astral body work together, but the etheric body has, so to speak, the upper hand. The astral body is unable to extend its sensory threads inward; it acts only from the outside. - If we wish to express this spiritually, we can say: What is internal in the animal—what it experiences internally as pleasure and suffering, joy and pain, drive, desire, and instinct—is not internal in the plant; rather, it continually descends upon the plant from the outside. This is indeed something of a soul-like nature. And while the animal turns its eyes outward, derives joy from its surroundings, directs its sense of taste outward, and is refreshed by the pleasure that comes to it, that is, feels pleasure within, anyone who can truly view things from a spiritual perspective can tell you that this astral being of the plant also experiences joy and pain, pleasure and suffering—but in such a way that it looks down upon what it brings about. It rejoices in the red color of the rose and in everything that comes its way. And when the plants form leaves and flowers, this permeates and is savored by the plant soul that looks down upon them. This gives rise to an exchange between the descending part of the plant soul and the plants themselves. The plant world exists in its soulfulness for joy, and at times also for suffering. Thus we truly see a sense of exchange between the plant cover of our Earth and the astral nature of the Earth that envelops the plants, which represents the soulfulness of the plants. What acts externally upon the plants as astral nature seizes the soulfulness of the animal internally and makes it an animal in the first place. But there is an important difference between the active soulfulness in the astral nature of the plant world and that in the astral nature of animal life.

[ 8 ] Wenn Sie hellscherisch prüfen, was als Astralität auf die Pflanzendecke wirkt, dann finden Sie in der Seelenhaftigkeit der Pflanzen eine gewisse Summe von Kräften, und alle diese Kräfte, die in den Pflanzenseelen wirken, haben eine gewisse Eigentümlichkeit. Wenn ich nun von Pflanzenseelenhaftigkeit spreche, von jener Astralität, welche die Erde durchdringt und worinnen sich das Seelenhafte der Pflanzen abspielt, so müssen Sie sich klar sein, daß diese Pflanzenseelen in ihrer Astralität nicht so leben wie zum Beispiel physische Wesen auf unserer Erde. Pflanzenseelen können sich durchdringen, so daß wie in einem flüssigen Element die Pflanzenseelen verrinnen. Aber eines ist ihnen eigentümlich: Sie entwickeln nämlich gewisse Kräfte, und alle diese Kräfte haben die Eigenschaft, daß sie dem Mittelpunkt des Planeten zuströmen. Da wirkt in allen Pflanzen eine Kraft, die von oben nach unten geht und die dem Mittelpunkt der Erde zustrebt. Gerade dadurch wird das Pflanzenwachstum in seiner Richtung geregelt. Wenn Sie die Achse der Pflanzen verlängern, treffen Sie den Mittelpunkt der Erde. Das ist die Richtung, die ihnen von der von oben kommenden Seelenhaftigkeit gegeben wird. Untersuchen wir die Pflanzenseelenhaftigkeit, so finden wir also, daß ihre wichtigste Eigentümlichkeit die ist, daß sie durchstrahlt wird von Kräften, die alle dem Mittelpunkt der Erde zustreben.

[ 8 ] If you examine, through clairvoyance, what acts upon the plant canopy as astral energy, you will find in the soul-life of the plants a certain sum of forces, and all these forces at work within the plant souls possess a certain distinctiveness. When I speak of the soul-life of plants—of that astral quality that permeates the Earth and within which the soul-life of plants unfolds—you must realize that these plant souls do not live in their astral existence in the same way as, for example, physical beings on our Earth. Plant souls can interpenetrate one another, so that they flow through each other as if in a liquid element. But one thing is peculiar to them: namely, they develop certain forces, and all these forces have the property of flowing toward the center of the planet. Thus, a force acts within all plants that moves from top to bottom and strives toward the center of the Earth. It is precisely this that regulates the direction of plant growth. If you extend the axis of the plants, you will reach the center of the Earth. This is the direction given to them by the soul-like quality coming from above. If we examine the soul-like quality of plants, we find that its most important characteristic is that it is permeated by forces that all strive toward the center of the Earth.

[ 9 ] Anders ist es, wenn wir im allgemeinen jene Astralität im Umkreis unserer Erde betrachten, welche dem Tierischen angehört, die das Tierische hervorruft. Was Pflanzenseelenhaftigkeit ist, würde als solche noch nicht tierisches Leben hervorrufen können. Zum Tierischen ist notwendig, daß noch andere Kräfte das Astralische durchziehen, so daß der okkulte Forscher, wenn er bloß im Astralischen bleibt, unterscheiden kann, ob irgendeine astralische Substantialität zum pflanzlichen Wachstum oder zum tierischen Wachstum Veranlassung geben wird. Das kann man in der astralischen Sphäre unterscheiden. Denn alles, was nur Kräfte zeigt, die dem Mittelpunkt der Erde oder eines andern Planeten zustreben, wird Veranlassung geben zum Pflanzenwachstum. Wenn dagegen Kräfte auftreten, die zwar senkrecht darauf stehen, aber wie fortwährende Kreisbewegungen mit außerordentlicher Beweglichkeit in jeder Richtung um den ganzen Planeten herumgehen, dann ist das eine andere Substantialität, die Veranlassung gibt zum tierischen Leben. In jedem Punkt, wo Sie Beobachtungen anstellen, finden Sie, daß die Erde in jeder Lage und in jeder Richtung und Höhe umzogen wird von Strömungen, die, wenn man ihre Richtung fortsetzt, Kreise bilden, welche die Erde umflieRen. Diese Astralität verträgt sich ganz gut mit der Pflanzenastralität. Beide durchdringen einander und sind doch innerlich gesondert. Sie unterscheiden sich aber durch ihre inneren Eigenschaften. Es können also durchaus an einem und demselben Orte der Erdoberfläche beide Arten von Astralität durcheinanderströmen. Da findet der Hellseher, wenn er einen bestimmten Raumesteil prüft, Kräfte, die nur dem Mittelpunkt der Erde zustreben; sie werden durchsetzt von andern Kräften, die nur umkreisende sind, und der Hellseher weiß dann: Diese enthalten die Veranlassung zum tierischen Leben.

[ 9 ] The situation is different when we consider, in general, that aspect of the astral realm surrounding our Earth which belongs to the animal kingdom and which gives rise to the animal realm. What constitutes plant soul-ness would not, in and of itself, be capable of giving rise to animal life. For animal life to exist, it is necessary that other forces permeate the astral realm, so that the occult researcher, when remaining solely in the astral realm, can distinguish whether a particular astral substance will give rise to plant growth or animal growth. This distinction can be made in the astral sphere. For everything that exhibits only forces tending toward the center of the Earth or another planet will give rise to plant growth. If, on the other hand, forces arise that, while perpendicular to this center, move with extraordinary agility in every direction around the entire planet in continuous circular motions, then this is a different kind of substance that gives rise to animal life. At every point where you make observations, you will find that the Earth is surrounded in every position, direction, and altitude by currents which, if their direction is extended, form circles that encircle the Earth. This astral nature is quite compatible with the plant astral nature. Both interpenetrate one another and yet are internally distinct. They differ, however, in their inner properties. Thus, both types of astral energy can certainly flow intermingled at one and the same point on the Earth’s surface. There, when the clairvoyant examines a specific part of space, he finds forces that converge only toward the center of the Earth; these are interwoven with other forces that are purely circular, and the clairvoyant then knows: these contain the cause of animal life.

[ 10 ] Es ist schon hie und da von mir betont worden, daß das Astralische ganz andere Gesetze hat, auch andere Raumesgesetze als das Physische. Wenn wir morgen über den vierdimensionalen Raumbegriff einiges vor uns hinstellen können, werden Sie manches von dem, was ich Ihnen jetzt mehr aus okkulten Tatsachen heraus gebe, noch besser begreifen können. Heute wollen wir nur aus den okkulten Tatsachen heraus noch eine Eigentümlichkeit gerade dieser tierischen Astralität vor unsere Seele rücken.

[ 10 ] I have already emphasized here and there that the astral realm is governed by entirely different laws—including different laws of space—than the physical realm. If tomorrow we can lay out some thoughts on the four-dimensional concept of space, you will be able to understand even better some of what I am now sharing with you based on occult facts. Today, drawing on these occult facts, we want to bring to our attention just one more peculiarity of this animal astral realm.

[ 11 ] Wenn Sie einen physischen Körper haben, gleichgültig ob Pflanze oder Tier, so müssen Sie ihn betrachten als etwas räumlich Abgeschlossenes, und Sie haben sozusagen kein Recht mehr, dasjenige zu dem betreffenden Leib oder Körper zu rechnen, was von ihm räumlich abgetrennt ist. Sie werden da, wo räumliche Trennung herrscht, sprechen müssen von verschiedenen Körpern. Nur dann, wenn auch ein räumlicher Zusammenhang besteht, können Sie sprechen von einem einzigen Körper. So ist es nicht in der astralischen Welt, besonders nicht in der, welche Veranlassung gibt, daß das Tierreich sich bilden kann. Da können tatsächlich voneinander getrennt lebende astralische Gebilde ein Ganzes ausmachen. Es kann hier irgendein astralisches Gebilde sein in einem Raumesteil, und in einem ganz anderen Raumesteil kann ein anderes astralisches Gebilde sein, das wiederum räumlich für sich abgeschlossen ist. Es kann aber sein, daß trotzdem diese zwei astralischen Gebilde, die nicht durch den geringsten Raumesstrich zusammenhängen, ein einziges Wesen ausmachen. Ja, es können drei, vier, fünf solcher voneinander räumlich getrennter Gebilde zusammenhängen. Und es kann sogar folgendes eintreten: Nehmen Sie an, Sie haben ein solches astralisches Wesen, das gar nicht irgendwie physisch sich verkörpert hat; dann können Sie ein anderes Gebilde finden, das zu diesem gehört. Nun beobachten Sie das eine Gebilde und finden, daß darin etwas vorgeht, das Sie bezeichnen, weil gewisse Stoffe aufgenommen und andere ausgeschieden werden, als Nahrungsaufnahme, als Verzehren von etwas. Und während Sie an dem einen Gebilde dieses wahrnehmen, können Sie bemerken, daß in einem andern, räumlich davon getrennten astralischen Gebilde andere Vorgänge vor sich gehen, welche ganz dem entsprechen, was da in dem einen als Nahrungsaufnahme vor sich geht. Auf der einen Seite frißt das Wesen, auf der andern Seite empfindet es den Geschmack. Und es entspricht, obwohl räumlich kein Zusammenhang da ist, der Vorgang in dem einen Gebilde ganz dem Vorgang in dem andern Gebilde. So können räumlich ganz getrennte astralische Gebilde doch innerlich zusammengehören. Ja, es kommt vor, daß hundert weit voneinander getrennte astralische Gebilde so voneinander abhängig sind, daß kein Vorgang geschehen kann, ohne daß er sich auch in den andern Gebilden in der entsprechenden Weise vollzieht. Wenn dann die Wesen im Physischen ihre Verkörperung finden, dann können Sie noch Nachklänge dieser astralischen Eigentümlichkeit im Physischen entdecken. So werden Sie gehört haben, daß Zwillinge einen merkwürdigen Parallelismus aufweisen. Das kommt davon her, daß sie, während sie in ihren Verkörperungen räumlich getrennt sind, in ihren astralischen Leibern verwandt geblieben sind. Und während in dem astralischen Leib des einen etwas geschieht, kann das gar nicht allein vor sich gehen, sondern es äußert sich auch in dem astralischen Teil des andern. Das Astralische zeigt selbst da, wo es als Pflanzenastralität auftritt, diese Eigentümlichkeit der Abhängigkeit bei räumlich ganz voneinander getrennten Dingen. So werden Sie in bezug auf das Pflanzliche schon von der Eigentümlichkeit gehört haben, daß der Wein in den Fässern einen ganz merkwürdigen Vorgang zeigt, wenn wiederum die Weinzeit kommt. Da macht sich dasjenige, was die Reife der neuen Weintrauben verursacht, wiederum bemerkbar, sogar in den Weinfässern.

[ 11 ] If you have a physical body—whether that of a plant or an animal—you must regard it as a spatially distinct entity, and you no longer have the right, so to speak, to consider anything that is spatially separated from it as part of that particular body. Where spatial separation exists, you will have to speak of different bodies. Only when a spatial connection also exists can you speak of a single body. This is not the case in the astral world, especially not in the part of it that gives rise to the animal kingdom. There, astral forms that actually live apart from one another can constitute a single whole. There may be one astral entity in one part of space, and in a completely different part of space there may be another astral entity that is, in turn, spatially self-contained. It may, however, be the case that these two astral entities—which are not connected by even the slightest spatial distance—nevertheless constitute a single being. Yes, three, four, or five such spatially separate formations can be connected. And the following can even occur: Suppose you have such an astral being that has not incarnated physically in any way; then you may find another formation that belongs to it. Now observe one of these forms and notice that something is happening within it—which you describe as the intake of certain substances and the excretion of others—as if it were consuming something. And while you perceive this in one entity, you may notice that in another astral entity, spatially separate from it, other processes are taking place that correspond exactly to what is happening in the first one as the intake of food. On the one hand, the being eats; on the other hand, it experiences the taste. And although there is no spatial connection, the process in one entity corresponds exactly to the process in the other entity. Thus, astral entities that are spatially quite separate can nevertheless be intrinsically connected. Indeed, it happens that a hundred astral forms widely separated from one another are so interdependent that no process can occur without it also taking place in the other forms in the corresponding manner. When these beings then find their embodiment in the physical realm, you can still detect echoes of this astral peculiarity in the physical world. You will have heard, for example, that twins exhibit a remarkable parallelism. This stems from the fact that, while they are spatially separated in their physical bodies, they have remained related in their astral bodies. And when something happens in the astral body of one, it cannot occur in isolation but also manifests itself in the astral body of the other. Even where it appears as plant astraality, the astral realm exhibits this characteristic of interdependence between things that are spatially quite separate from one another. Thus, with regard to the plant kingdom, you will already have heard of the peculiarity that wine in barrels exhibits a most remarkable process when the wine season returns. Then what causes the ripening of the new grapes makes itself felt once again, even in the wine barrels.

[ 12 ] Ich wollte nur anführen, daß sich im Offenbaren immer etwas verrät von dem Verborgenen, was mit den Methoden der okkulten Forschung zutage gefördert werden kann. Daraus werden Sie erkennen, daß es durchaus nicht unnatürlich erscheint, daß unser ganzer Organismus sich astralisch zusammengliedert aus voneinander ganz verschiedenen Wesensgliedern.

[ 12 ] I simply wanted to point out that in the process of revelation, something of the hidden is always revealed—something that can be brought to light through the methods of occult research. From this, you will see that it does not seem at all unnatural that our entire organism is astral in composition, consisting of elements that are quite distinct from one another.

[ 13 ] Es gibt eigentümliche Meerestierbildungen, die Ihnen erklärlich werden, wenn Sie das voraussetzen, was wir jetzt ein wenig über die Geheimnisse der astralischen Welt entwickelt haben. Im Astralischen ist es durchaus nicht so, daß die astralischen Kräfte, welche die Nahrungsaufnahme vermitteln, zusammenhängen müssen mit denen, welche die Bewegung oder die Fortpflanzung regeln. Wenn der hellseherische Forscher den astralischen Raum durchforscht nach solchen Gebilden, die Veranlassung geben zum tierischen Leben, dann findet er etwas sehr Merkwürdiges. Er findet eine gewisse astralische Substantialität, von der er sich sagen muß: Wenn sie in einem tierischen Leibe arbeitet, ist sie durch die Kräfte, die in ihr walten, besonders dazu geeignet, das Physische so umzuwandeln, daß es ein Organ der Nahrungsaufnahme wird. Nun können irgendwo ganz andere astralische Wesensglieder sein, wodurch, wenn sie sich hineinsenken in einen Leib, nicht Organe der Nahrungsaufnahme gebildet werden, sondern Organe der Bewegung oder der Wahrnehmung. Sie können sich vorstellen: Wenn Sie auf der einen Seite einen Apparat haben, um die Nahrung aufzunehmen, haben Sie auf der andern Seite einen Apparat, um Hände und Füße zu bewegen. So haben sich aus der astralischen Welt die Kräfte in Sie hineingesenkt, aber diese Kräfte können von ganz verschiedenen Seiten zusammenströmen. Die eine astralische Kraftmasse hat Ihnen das eine, die andere hat Ihnen das andere gegeben, und sie finden sich zusammen in Ihrem physischen Leib, weil Ihr physischer Leib ein räumlich zusammenhängendes Physisches sein muß. Das hängt von den Gesetzen der physischen Welt ab. Die verschiedenen Kraftmassen, die von außen sich zusammenfinden, müssen da ein Einheitliches bilden. Sie bilden nicht gleich von Anfang an ein Einheitliches. Wir können das, was wir jetzt eben als Ergebnis der okkulten Forschung auf astralischem Gebiete eingesehen haben, geradezu noch in seiner Wirkung auf die physische Welt konstatieren.

[ 13 ] There are peculiar marine formations that will make sense to you if you take as a given what we have now briefly discussed regarding the mysteries of the astral world. In the astral realm, it is by no means the case that the astral forces responsible for nutrition must be connected to those that govern movement or reproduction. When the clairvoyant researcher explores the astral space for such formations that give rise to animal life, he discovers something very remarkable. He finds a certain astral substance about which he must conclude: When it is at work within an animal body, the forces active within it make it particularly suited to transforming the physical body in such a way that it becomes an organ of nutrition. Now there may be entirely different astral constituents elsewhere, which, when they sink into a body, do not form organs of ingestion but rather organs of movement or perception. You can imagine it this way: If, on the one hand, you have an apparatus for ingesting food, on the other hand you have an apparatus for moving your hands and feet. Thus, forces from the astral world have descended into you, but these forces can flow together from very different directions. One astral force has given you one thing, another has given you another, and they come together in your physical body because your physical body must be a spatially coherent physical entity. This depends on the laws of the physical world. The various masses of force that come together from outside must form a unified whole there. They do not form a unified whole right from the start. We can actually observe the effects on the physical world of what we have just understood as a result of occult research in the astral realm.

[ 14 ] Da gibt es gewisse Tiere, die Siphonophoren, die sehr merkwürdig leben als Meerestiere. Wir sehen bei ihnen etwas wie einen gemeinschaftlichen Stamm, der eine Art hohler Schlauch ist. Daran bildet sich oben etwas aus, was eigentlich keine andere Fähigkeit hat, als sich mit Luft zu füllen und sich wiederum zu leeren; und dieser Vorgang bewirkt, daß das ganze Gebilde aufrecht steht. Wäre dieses glockenförmige Gebilde nicht da, so würde das Ganze, was daran hängt, sich nicht aufrecht erhalten können. Es ist das also eine Art Gleichgewichtswesen, das dem Ganzen das Gleichgewicht gibt. Das könnte uns vielleicht nicht als etwas Besonderes erscheinen. Aber es ist etwas Besonderes für uns, wenn wir uns klar werden, daß das Gebilde, das da oben ist und dem ganzen Wesen das Gleichgewicht gibt, nicht ohne Nahrung sein kann. Es ist etwas Tierisches, und Tierisches muß sich ernähren. Es hat dazu aber nicht die Möglichkeit, weil es gar keine Werkzeuge zur Nahrungsaufnahme hat. Damit sich nun dieses Gebilde ernähren kann, sind an ganz andern Stellen dieses Schlauches, und zwar verteilt, gewisse Auswüchse vorhanden, die einfach echte Polypen sind. Die würden fortwährend umpurzeln und sich nicht im Gleichgewicht halten können, wenn sie nicht an einem gemeinsamen Stamm angewachsen wären. Sie können aber jetzt von außen die Nahrung in sich aufnehmen. Die geben sie dem ganzen Schlauch, der sie durchzieht, und dadurch wird auch das Luft-Gleichgewichtswesen ernährt. So ist da schon auf der einen Seite ein Wesen, das nur das Gleichgewicht erhalten kann, und auf der andern Seite ein Wesen, welches das Ganze dafür ernähren kann. Jetzt haben wir ein Gebilde, bei dem es aber doch mit der Nah rungsaufnahme sehr hapern kann: Wenn die Nahrung aufgenommen ist, ist nichts mehr da. Das Tier muß andere Stellen aufsuchen, wo es neue Nahrung findet. Dazu muß es Bewegungsorgane haben. Auch dafür ist gesorgt; denn es sind noch andere Gebilde an diesem Schlauch angewachsen, die noch etwas anderes können, die nicht das Gleichgewicht halten und nicht ernähren können, die aber dafür in sich gewisse Muskelbildungen haben. Diese Gebilde können sich zusammenziehen, dadurch das Wasser auspressen und damit im Wasser einen Gegenstoß verursachen, so daß, wenn das Wasser ausgestoßen ist, das ganze Gebilde sich nach der entgegengesetzten Seite bewegen muß. Und damit hat es die Möglichkeit, andere Tiere zur Nahrung zu erlangen. Die Medusen bewegen sich durchaus so vorwärts, daß sie Wasser herauspressen und dadurch den Gegenstoß verursachen. Solche Medusen, die sozusagen echte Bewegungsgebilde sind, sind nun auch da angewachsen.

[ 14 ] There are certain animals, the siphonophores, that lead a very peculiar existence as marine creatures. We see in them something like a communal trunk, which is a kind of hollow tube. At the top of this, a structure forms that has no other function than to fill with air and then empty again; and this process causes the entire structure to stand upright. If this bell-shaped structure were not there, the whole organism attached to it would not be able to remain upright. It is, therefore, a kind of balancing mechanism that provides stability to the whole organism. This might not seem particularly remarkable to us. But it becomes remarkable when we realize that the structure up there, which provides balance to the entire organism, cannot survive without nourishment. It is an animal, and animals must feed themselves. However, it lacks the means to do so because it has no tools for taking in food. So that this structure can now feed itself, there are certain outgrowths—distributed at various points along this tube—that are simply genuine polyps. They would constantly topple over and be unable to maintain their balance if they were not attached to a common stem. But now they can take in nourishment from the outside. They pass this food to the entire tube through which they extend, and in this way the air-balancing organism is also nourished. Thus, on the one hand, there is an organism that can only maintain balance, and on the other, an organism that can nourish the whole structure. Now we have a structure in which, however, food intake can be quite problematic: Once the food is ingested, there is nothing left. The animal must seek out other places where it can find new food. To do this, it must have organs of movement. This, too, is provided for; for there are other structures attached to this tube that can do something else—they cannot maintain balance or provide nourishment, but they do possess certain muscular structures within them. These structures can contract, thereby expelling water and creating a counter-thrust in the water, so that when the water is expelled, the entire structure is propelled in the opposite direction. This enables it to capture other animals for food. The medusae move forward precisely by expelling water and thereby creating a counterforce. Such medusae, which are, so to speak, true locomotive structures, have now also developed there.

[ 15 ] So haben Sie nun hier ein Konglomerat von verschiedenen tierischen Gebilden: eine Art, die nur das Gleichgewicht erhält, eine andere Art, die nur ernährt, dann andere Wesen, die die Bewegung vermitteln. Solch ein Wesen würde aber, wenn es nur für sich wäre, absolut zugrunde gehen, es könnte sich nicht fortpflanzen. Aber auch dafür ist gesorgt. Wiederum wachsen dafür an anderen Stellen des Schlauches kugelartige Gebilde hervor, die gar keine andere Fähigkeit haben als die der Fortpflanzung. In diesen Wesen bilden sich innerlich in einem Hohlraum männliche wie weibliche Befruchtungsstoffe aus, die sich im Innern gegenseitig befruchten; und dadurch werden Wesen ihrer Art hervorgebracht. So ist also auch das Fortpflanzungsgeschäft bei diesen Wesen auf ganz bestimmte Gebilde verteilt, die sonst etwas anderes gar nicht können.

[ 15 ] So here you have a conglomerate of various animal forms: one type that merely maintains balance, another that merely provides nourishment, and then other beings that facilitate movement. Such a being, however, if it existed on its own, would perish completely; it could not reproduce. But provision has been made for this as well. Once again, spherical structures grow in other parts of the tube, which have no other function than reproduction. Inside these organisms, in a hollow cavity, both male and female reproductive cells develop, which fertilize each other internally; and through this process, organisms of their own kind are produced. Thus, the process of reproduction in these organisms is also distributed among very specific structures that are incapable of performing any other function.

[ 16 ] Außerdem finden Sie noch gewisse Auswüchse an diesem Schlauch, an diesem gemeinsamen Stamm: Das sind andere Wesen, bei denen alles verkümmert ist. Sie sind nur dazu da, daß das, was darunter liegt, einen gewissen Schutz hat. Da haben sich gewisse Gebilde geopfert, haben alles andere hingegeben und sind nur Deckpolypen geworden. Jetzt sind noch gewisse lange Fäden zu bemerken, die man Tentakel nennt, die wiederum umgewandelte Organe sind. Die haben alle die Fähigkeiten der andern Gebilde nicht, aber wenn das Tier einen Angriff von irgendeinem feindlichen Tier erfährt, wehren sie den Angriff ab. Das sind Verteidigungsorgane. Und noch eine andere Art von Organen ist da, die man Taster nennt. Das sind feine, bewegliche und sehr empfindliche Fühl- und Tastorgane, eine Art Sinnesorgan. Der Tastsinn, der beim Menschen über den ganzen Leib verbreitet ist, ist hier in einem besonderen Glied vorhanden.

[ 16 ] You will also find certain outgrowths on this tube, on this common stem: these are other organisms in which everything has atrophied. They exist solely to provide some protection for what lies beneath them. Certain structures have sacrificed themselves, giving up everything else to become mere cover polyps. Now there are also certain long filaments to be noted, called tentacles, which are in turn modified organs. They lack all the capabilities of the other structures, but when the animal is attacked by any hostile creature, they ward off the attack. These are defensive organs. And there is yet another type of organ, called tentacles. These are fine, movable, and very sensitive organs of touch and sensation—a kind of sensory organ. The sense of touch, which in humans is distributed throughout the entire body, is present here in a specialized appendage.

[ 17 ] Eine solche Siphonophore - so heißt dieses Tier, das Sie im Wasser herumschwimmen sehen -, was ist sie für den, der die Dinge mit dem Blick eines Okkultisten betrachten kann? Da sind die verschiedensten Gebilde astralisch zusammengeströmt: Gebilde der Ernährung, der Bewegung, der Fortpflanzung und so weiter. Und weil sich diese verschiedenen Tugenden der astralischen Substantialität physisch verkörpern wollten, mußten sie sich auffädeln auf eine gemeinsame Substantialität. So sehen Sie hier eine Wesenheit, die auf eine höchst merkwürdige Art uns den Menschen vorherverkündet. Denken Sie sich alle die Organe, die hier als selbständige Wesen auftreten, in einem innerlichen Kontakt miteinander, verwachsen miteinander, so haben Sie den Menschen, und auch die höheren Tiere, in physischer Beziehung. Da sehen Sie, wie handgreiflich durch die Tatsachen der physischen Welt das bestätigt wird, was die hellseherische Forschung Ihnen zeigt, daß auch im Menschen die verschiedensten astralischen Kräfte zusammenströmen, die er dann durch sein Ich zusammenhält, und die, wenn sie nicht mehr zusammenwirken, den Menschen auseinanderstreben lassen als ein Wesen, das sich nicht mehr als eine Einheit fühlt.

[ 17 ] Such a siphonophore—that is the name of this animal you see swimming about in the water—what is it to one who can view things through the eyes of an occultist? Here, the most diverse forms have converged astralically: forms of nutrition, movement, reproduction, and so on. And because these various qualities of astral substance sought to embody themselves physically, they had to thread themselves onto a common substance. Thus, you see here a being that, in a most remarkable way, foreshadows us humans. Imagine all the organs that appear here as independent beings, in inner contact with one another, fused together—then you have the human being, and also the higher animals, in physical terms. There you see how tangibly the facts of the physical world confirm what clairvoyant research reveals to you: that within the human being, too, the most diverse astral forces converge, which he then holds together through his “I,” and which, when they no longer interact, cause the human being to drift apart as a being who no longer feels himself to be a unity.

[ 18 ] Im Evangelium wird davon gesprochen: So und so viele dämonische Wesenheiten, die zusammengeströmt sind, sind in dem Menschen drinnen, um eine Einheit zu bilden. Sie erinnern sich, daß in gewissen abnormen Lebenslagen, in Krankheitsfällen der Seele, der Mensch den inneren Zusammenhang verliert. Es gibt gewisse Irrsinnsfälle, wo der Mensch nicht mehr sein Ich festhalten kann und wo er gewahr wird, daß seine Wesenheit aufgeteilt wird in verschiedene Gebilde; er verwechselt sich mit den ursprünglichen partiellen Gebilden, die da in dem Menschen zusammengeflossen sind.

[ 18 ] The Gospel speaks of this: a certain number of demonic entities, having gathered together, are inside a person, forming a unity. You will recall that in certain abnormal life situations—in cases of illness of the soul—a person loses their inner coherence. There are certain cases of insanity in which a person can no longer hold onto their “I” and becomes aware that their being is being divided into various entities; they confuse themselves with the original partial entities that have converged within them.

[ 19 ] Es gibt einen gewissen okkulten Grundsatz, der da sagt: Es ist im Grunde alles, was in der geistigen Welt vorhanden ist, so, daß es sich irgendwo in der äußeren Welt schließlich verrät. So sehen Sie das Zusammengefügtsein des menschlichen astralischen Leibes physisch verkörpert in einer solchen Siphonophore. Da guckt zu einem Guckloch die okkulte Welt in die physische hinein. Würde der Mensch mit seiner Verkörperung nicht haben warten können, bis er die genügende physische Dichte erlangen konnte, so würde er - nicht physisch, aber geistig - ein solches Wesen sein, das aus einem solchen Stückwerk zusammengesetzt ist. Die Größe hat dabei gar nichts zu tun. Ein solches Wesen, das in die Gattung der Hohltiere gehört, das Ihnen jede Naturgeschichte heute schön beschreibt und das in einer gewissen Beziehung eine Art Entzücken für den naturwissenschaftlichen Forscher bildet, es wird uns innerlich begreiflich, wenn wir es aus den okkulten Grundlagen der tierischen Astralität verstehen können. Das ist ein solches Beispiel. Da können Sie ruhig dem zuhören, der eine ganz andere Sprache spricht und sagt, die physische Forschung widerspreche dem, was die Anthroposophie verkündet; denn darauf können Sie antworten: Wenn man sich wirklich geduldig Zeit läßt, um die Dinge in Einklang zu bringen, dann wird sich schon die Harmonie herausstellen selbst für die kompliziertesten Dinge. Die Vorstellung, die man gewöhnlich von Entwicklung hat, ist meistens eine sehr einfache. Die Entwicklung hat sich aber durchaus nicht so einfach zugetragen.

[ 19 ] There is a certain occult principle that states: Essentially, everything that exists in the spiritual world eventually reveals itself somewhere in the outer world. Thus, you can see the structure of the human astral body physically embodied in such a siphonophore. Through a peephole, the occult world peers into the physical world. If human beings, with their physical embodiment, had not been able to wait until they could attain sufficient physical density, they would be—not physically, but spiritually—beings composed of such disparate parts. Size has nothing to do with it. Such a being, which belongs to the phylum of coelenterates—a creature that every natural history textbook today describes so beautifully and which, in a certain sense, holds a kind of fascination for the natural scientist—becomes inwardly comprehensible to us when we can understand it from the occult foundations of animal astral nature. This is one such example. You can calmly listen to those who speak a completely different language and claim that physical research contradicts what anthroposophy proclaims; for to that you can reply: If one truly takes the time patiently to bring things into harmony, then harmony will reveal itself even in the most complex matters. The idea people usually have of evolution is, for the most part, a very simple one. But evolution has by no means taken place in such a simple manner.

[ 20 ] Zum Schluß möchte ich eine Art von Problem aufwerfen, das wie eine Aufgabe dastehen soll; und wir werden versuchen, gerade ein solches Problem vom okkulten Standpunkte aus zu lösen. Wir haben an einem verhältnismäßig niederen Tier eine wichtige okkulte Wahrheit äußerlich dokumentiert gesehen. Gehen wir nun zu einer etwas höheren Tiergattung, zum Beispiel zu den Fischen über, die uns noch mehr Rätsel aufgeben können. Nur einzelne Merkmale will ich Ihnen hinstellen.

[ 20 ] In closing, I would like to raise a kind of problem that is intended to serve as an exercise; and we will attempt to solve precisely such a problem from an occult perspective. We have seen an important occult truth externally documented in a relatively lower animal. Let us now move on to a somewhat higher animal genus—for example, fish—which can present us with even more mysteries. I will highlight only a few characteristics for you.

[ 21 ] Immer wieder werden Sie, wenn Sie in den Aquarien Fische beobachten, das wunderbare Leben des Wassers bewundern können. Aber glauben Sie nicht, daß irgendeine okkulte Einsicht diese Betrachtungen stören wird. Wenn Sie mit den Tatsachen der okkulten Forschung da hineinleuchten und sehen, was für andere okkulte Wesen da noch herumwimmeln, um diese Tiere gerade so zu bilden, wie sie sind, so wird das Verständnis Ihre Bewunderung nicht vermindern, sondern nur erhöhen. Aber nehmen wir einen gewöhnlichen Fisch. Er bietet uns schon ganz gewaltige Rätsel dar. Der Durchschnittsfisch hat zunächst, an der Seite verlaufend, merkwürdige Streifen, die auch die Schuppen in einer andern Form zeigen. Sie verlaufen an beiden Seiten wie zwei Längslinien. Wenn Sie dem Tier diese Längslinien abtöteten, dann würde der Fisch wie verrückt. Dann nämlich hätte er die Fähigkeit verloren, um die Druckdifferenzen im Wasser zu finden, zu finden, wo das Wasser mehr trägt und wo weniger, wo es dünner und dichter ist. Der Fisch hätte dann nicht mehr die Fähigkeit, sich nach den Druckdifferenzen im Wasser zu bewegen. Das Wasser ist an verschiedenen Stellen verschieden dicht, es wird also ein verschiedener Druck ausgeübt. Der Fisch bewegt sich oben an der Wasseroberfläche anders als unten. Die verschiedenen Druckverhältnisse und alle die Bewegungen, die dadurch hervorgerufen werden, daß das Wasser in Bewegung ist, das empfindet der Fisch durch diese Längslinien. Aber nun stehen die einzelnen Punkte dieser Längslinien durch feine Organe, die Sie auch in jeder Naturgeschichte beschrieben finden können, in Verbindung mit dem ganz primitiven Gehörorgan der Fische. Und die Art, wie der Fisch so die Bewegungen und das innere Leben des Wassers wahrnimmt, das geschieht auf ganz ähnliche Weise, wie der Mensch den Luftdruck wahrnimmt. Nur üben zunächst die Druckverhältnisse auf die Längslinien ihre Einflüsse aus, und das überträgt sich auf das Gehörorgan. Der Fisch hört das. Die Sache ist aber noch komplizierter. Der Fisch hat eine Schwimmblase. Die dient ihm zunächst dazu, die Druckverhältnisse des Wassers zu benützen und sich gerade in bestimmten Druckverhältnissen zu bewegen. Der Druck, der da auf die Schwimmblase ausgeübt wird, gibt ihm erstens die Kunst des Schwimmens. Aber weil die verschiedenen Bewegungen und Schwingungen die Schwimmblase berühren und sie wie eine Membrane behandeln, wirkt das wiederum zurück auf das Gehörorgan, und mit Hilfe des Gehörorganes orientiert sich der Fisch in allen seinen Bewegungen. Die Schwimmblase ist also in der Tat eine Art Membrane, die da ausgespannt ist und in Schwingungen gerät, welche der Fisch hört. Da wo der Kopf des Fisches nach hinten endet, hat der Fisch die Kiemen, wodurch er die Möglichkeit bekommt, die Luft des Wassers zu benutzen, um atmen zu können.

[ 21 ] Time and again, as you watch the fish in the aquariums, you will be able to admire the marvelous life of the water. But do not think that any occult insight will disturb these observations. When you shed light on them with the findings of occult research and see what other occult beings are swarming about there, shaping these animals exactly as they are, such understanding will not diminish your admiration—it will only increase it. But let’s take an ordinary fish. It already presents us with quite formidable mysteries. The average fish, for one thing, has strange stripes running along its sides, which also give the scales a different shape. They run along both sides like two longitudinal lines. If you were to remove these longitudinal lines from the fish, it would go haywire. For then it would have lost the ability to detect pressure differences in the water—to determine where the water provides more buoyancy and where less, where it is less dense and where it is denser. The fish would then no longer be able to move in response to pressure differences in the water. The water has varying densities at different points, so different pressures are exerted. The fish moves differently near the water’s surface than it does at the bottom. The fish perceives the various pressure conditions and all the movements caused by the water’s motion through these lateral lines. But the individual points along these lateral lines are connected—via delicate organs, which you can also find described in any natural history text—to the fish’s very primitive auditory organ. And the way the fish perceives the movements and the inner life of the water in this manner is very similar to how humans perceive air pressure. Only, at first, the pressure conditions exert their influence on the lateral lines, and this is transmitted to the auditory organ. The fish hears this. But the matter is even more complicated. Fish have a swim bladder. This serves, first and foremost, to allow them to utilize the pressure conditions of the water and to move precisely under certain pressure conditions. The pressure exerted on the swim bladder enables the fish, first of all, to swim. But because the various movements and vibrations affect the swim bladder and cause it to act like a membrane, this in turn affects the auditory organ, and with the help of the auditory organ, the fish orients itself in all its movements. The swim bladder is thus, in fact, a kind of membrane that is stretched out and begins to vibrate, which the fish hears. Where the fish’s head ends at the back, it has gills, which enable it to use the air in the water to breathe.

[ 22 ] Wenn Sie in den gewöhnlichen biologischen Theorien über die Entwicklung diese Dinge alle verfolgen, finden Sie eigentlich immer die Entwicklung ziemlich primitiv dargestellt. Man denkt: Der Kopf des Fisches entwickelt sich etwas höher, und dann entsteht der Kopf eines höher organisierten Tieres, und es entwickelt sich die Flosse etwas höher, und dann entstehen die Bewegungsorgane der höheren Tiere und so weiter. So einfach ist aber diese Sache nicht, wenn man die Vorgänge mit der geistigen Beobachtung verfolgt. Denn damit ein geistiges Gebilde, das sich zum Fisch verkörpert hat, sich höher entwickeln kann, muß etwas viel Komplizierteres geschehen. Es muß vieles von den Organen umgestülpt und umgeändert werden. Dieselben Kräfte, die in der Schwimmblase des Fisches wirken, bergen in sich, gleichsam wie in einer Muttersubstanz, die Kräfte, die der Mensch in der Lunge hat. Aber sie selbst gehen auch nicht verloren. Kleine Stücke bleiben zurück, nur stülpen sie sich um; materiell vergeht alles, was zu ihnen gehört, und sie bilden dann das Trommelfell des Menschen. In der Tat ist das Trommelfell, als ein sehr weit abstehendes Organ in bezug auf das Räumliche am Menschen, ein Stück jener Membrane; in ihm wirken die Kräfte, die da in der Schwimmblase des Fisches funktioniert haben. Und weiter: Die Kiemen gestalten sich um zu den Gehörknöchelchen, wenigstens zum Teil, so daß Sie in dem menschlichen Gehörorgan zum Beispiel umgeänderte Kiemen haben. Jetzt können Sie sehen, es ist etwa so, wie wenn die Schwimmblase des Fisches umgestülpt worden wäre gerade über die Kiemen. Daher haben Sie beim Menschen das Trommelfell draußen, die Gehörorgane drinnen. Das, was ganz draußen ist beim Fisch, die merkwürdigen Längslinien, durch die der Fisch sich orientiert, bilden beim Menschen die drei halbzirkelförmigen Kanäle, durch die der Mensch sich im Gleichgewicht erhält. Wenn Sie diese drei halbzirkelförmigen Kanäle zerstörten, würde der Mensch taumelig werden und könnte sich nicht mehr im Gleichgewicht halten.

[ 22 ] If you follow all these concepts in standard biological theories of evolution, you’ll actually always find evolution depicted in a rather primitive way. The thinking goes: The fish’s head develops into something more advanced, and then the head of a more highly organized animal emerges; the fin develops into something more advanced, and then the locomotive organs of higher animals emerge, and so on. But the matter is not that simple when one observes the processes with spiritual insight. For a spiritual entity that has incarnated as a fish to develop further, something much more complex must take place. Many of the organs must be turned inside out and transformed. The very forces at work in the fish’s swim bladder contain within themselves—as it were, like a maternal substance—the forces that humans possess in their lungs. Yet these forces themselves are not lost either. Small fragments remain, but they are turned inside out; everything material that belongs to them perishes, and they then form the human eardrum. In fact, the eardrum—as an organ that protrudes very far in spatial terms in the human body—is a fragment of that membrane; the forces that once operated in the fish’s swim bladder are at work within it. And furthermore: The gills transform into the ossicles of the ear, at least in part, so that in the human auditory organ, for example, you have gills that have been transformed. Now you can see that it is roughly as if the fish’s swim bladder had been turned inside out right over the gills. That is why, in humans, the eardrum is on the outside and the auditory organs are on the inside. What is located entirely on the outside in the fish—the peculiar longitudinal lines through which the fish orients itself—forms, in humans, the three semicircular canals through which humans maintain their balance. If you were to destroy these three semicircular canals, a person would become unsteady and would no longer be able to maintain their balance.

[ 23 ] So haben Sie nicht einen einfachen Prozeß aus der Naturgeschichte, sondern Sie haben eine merkwürdige astralische Arbeit, wo geradezu die Dinge fortwährend umgestülpt werden. Denken Sie sich: Diese Hand hätten Sie mit einem Handschuh bedeckt, drinnen im Innern hätten Sie aber Gebilde, welche elastisch sind. Wenn Sie ihn jetzt umkehren, ihn umstülpen, wird er ein ganz kleines Gebilde sein; da werden die Organe, die außen waren, klein und winzig werden, und die Organe, die innen waren, werden eine weite Fläche bilden. Erst dadurch verstehen wir die Entwicklung, wenn wir wissen, daß in der geheimnisvollsten Weise innerhalb des Astralischen eine solche Umstülpung stattfindet, und wie von da heraus der Fortgang des Physischen zustande kommt.

[ 23 ] So you do not have a simple process from natural history, but rather a remarkable astral process in which things are constantly being turned inside out. Imagine this: You have covered this hand with a glove, but inside there are structures that are elastic. If you now turn it inside out, it will become a very small structure; the organs that were on the outside will become small and tiny, and the organs that were on the inside will form a wide surface. Only then can we understand this development—when we know that, in the most mysterious way, such a turning inside out takes place within the astral realm, and how the progression of the physical world arises from there.