Spiritual-Scientific Anthropology
GA 107
22 March 1909, Berlin
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Spiritual-Scientific Anthropology, tr. SOL
Sechzehnter Vortrag
Sixteenth Lecture
[ 1 ] Uns soll heute hier die Frage beschäftigen, was der Mensch der Gegenwart eigentlich an der Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, hat; und zwar wollen wir diese Frage heute beantworten auf Grund von so mancherlei, was wir im Laufe der Vorträge, namentlich des letzten Winters, kennengelernt haben. Zunächst könnte es ja dem Menschen erscheinen, als ob diese Geisteswissenschaft eine Weltanschauung wäre wie andere Weltanschauungen in der Gegenwart. Man könnte meinen: Die Rätsel des Daseins sind vorhanden; die Menschen versuchen mit den verschiedensten Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, auf religiösen, auf wissenschaftlichen Wegen diese Rätsel des Daseins zu beantworten, oder, wie man sagt, ihren Erkenntnisdrang, ihre Wißbegierde suchen die Menschen dadurch zu befriedigen. Man könnte nun diese Geisteswissenschaft ebenso hinstellen wieandere Weltanschauungen der Gegenwart, nennen sie sich nun Materialismus, Monismus, Spiritualismus, Idealismus, Realismus und so weiter, man könnte sie hinstellen wie andere Weltanschauungen der Gegenwart, als etwas, was die bloße Wißbegierde befriedigen soll. So ist es aber nicht. Sondern in dem, was der Mensch sich durch diese Geisteswissenschaft erwirbt, hat er ein positives, fortwirkendes Lebensgut, das nicht nur seine Gedanken, sein Erkenntnisbedürfnis befriedigt, sondern das ein realer Faktor im Leben selber ist. Wollen wir dies verstehen, dann müssen wir heute etwas weiter ausholen. Wir müssen einmal von einem ganz bestimmten Gesichtspunkt aus den Entwicklungsgang der Menschheit vor unsere Seele stellen. Wir haben es schon oft getan. Heute aber wollen wir es wiederum von einem anderen Gesichtspunkte aus tun.
[ 1 ] Today we shall consider the question of what modern people actually gain from spiritual science, as it is understood here; and we shall answer this question today based on the various insights we have gained in the course of our lectures, particularly those from last winter. At first glance, it might seem to people as if this spiritual science were a worldview like other worldviews of the present day. One might think: The mysteries of existence are there; people try, using the most diverse means at their disposal—whether through religious or scientific avenues—to answer these mysteries of existence, or, as one might say, to satisfy their thirst for knowledge and their curiosity. One could now regard this spiritual science in the same way as other contemporary worldviews—whether they be called materialism, monism, spiritualism, idealism, realism, and so on—one could regard it, like other contemporary worldviews, as something intended merely to satisfy a thirst for knowledge. But that is not the case. Rather, in what a person gains through this spiritual science, they possess a positive, enduring asset for life that not only satisfies their thoughts and their need for knowledge but is also a real factor in life itself. If we are to understand this, we must take a broader view today. We must first consider the course of human development from a very specific perspective. We have done this many times before. Today, however, we want to do so again from a different perspective.
[ 2 ] Wir haben öfters zurückgeblickt in die Zeiten, die der großen atlantischen Flut vorangegangen sind, in denen unsere Vorfahren, das heißt unsere eigenen Seelen, in den Vorfahrenleibern auf dem alten atlantischen Kontinent gelebt haben zwischen Europa, Afrika und Amerika. Und wir haben zurückgeblickt auf jene noch älteren Zeiten, die wir als die lemurischen Zeiten bezeichnen, in denen die Menschenseelen, die jetzt verkörpert sind, auf viel niedrigerer Stufe des Daseins standen als heute. Auf diesen Zeitraum wollen wir heute noch einmal zurückkommen. Wir wollen uns zunächst sagen: Der Mensch hat seine heutige Stufe des Empfindungslebens, des Willenslebens, der Intelligenz, ja seine heutige Gestalt dadurch errungen, daß im Erdendasein mitgewirkt haben diejenigen geistigen Wesenheiten, die höher stehen im Weltenall als der Mensch. Welche geistigen Wesenheiten da beteiligt sind, haben wir ja öfters auseinandergesetzt. Wir haben gesprochen von den Geistern, die wir die Throne nennen, die Geister der Weisheit, Geister der Bewegung, der Form, der Persönlichkeit und so weiter.
[ 2 ] We have often looked back to the times that preceded the great Atlantean flood, when our ancestors—that is, our own souls—lived in the bodies of our ancestors on the ancient Atlantean continent, situated between Europe, Africa, and America. And we have looked back to those even more ancient times, which we call the Lemurian era, when the human souls now incarnated were at a much lower stage of existence than they are today. Today we would like to return once more to this period. Let us first say this: Human beings have attained their present level of emotional life, volitional life, and intelligence—indeed, their present form—through the active participation in earthly existence of those spiritual beings who stand higher in the cosmos than human beings. We have, after all, often discussed which spiritual beings are involved here. We have spoken of the spirits we call the Thrones—the spirits of wisdom, the spirits of movement, of form, of personality, and so on.
[ 3 ] Das sind die großen Werk- und Baumeister des Daseins, das sind diejenigen Wesenheiten, die Schritt für Schritt unser Menschengeschlecht vorwärtsgebracht haben bis zu unserem heutigen Standpunkt des Daseins. Nun müssen wir uns heute einmal recht deutlich vor die Seele führen, daß andere Geister und andere Wesenheiten noch eingegriffen haben als diejenigen, welche die menschliche Entwicklung vorwärtsbringen. Es haben in einer gewissen Weise geistige Wesenheiten eingegriffen, die feindlich gegenüberstehen den vorwärtsschreitenden geistigen Mächten. Und wir können für jeden dieser Zeiträume, sowohl für das lemurische wie auch für das atlantische Zeitalter, wie auch für unsere nachatlantische Zeit, in der wir leben, angeben, welche geistigen Wesenheiten sozusagen die Hemmungen gebracht haben, welche geistigen Wesenheiten feindlich gegenübertraten denjenigen, die die Menschheit bloß vorwärtsbringen wollen.
[ 3 ] These are the great architects and builders of existence; these are the beings who, step by step, have advanced the human race to our present stage of existence. Now we must make it very clear to ourselves today that other spirits and other beings have also intervened besides those who advance human development. In a certain sense, spiritual beings have intervened who are hostile to the advancing spiritual powers. And for each of these periods—the Lemurian and Atlantean ages, as well as the post-Atlantean era in which we live—we can identify which spiritual beings, so to speak, have created obstacles, and which spiritual beings have stood in opposition to those who seek only to advance humanity.
[ 4 ] Im lemurischen Zeitalter, in dem ersten, das uns heute beschäftigt in dem Erdensein, haben in die, menschliche Entwicklung die luziferischen Wesenheiten eingegriffen. Sie stellen sich in einer gewissen Beziehung feindlich gegenüber denjenigen Mächten, die dazumal den Menschen bloß vorwärtsbringen wollten. In dem atlantischen Zeitalter stellten sich feindlich den vorwärtsschreitenden Mächten die Geister gegenüber, die wir als die Geister des Ahriman oder auch des Mephistopheles bezeichnen. Ahrimanische Geister, mephistophelische Geister, das sind diejenigen, die eigentlich, wenn man die Namen genau nimmt, in der mittelalterlichen Anschauung die Geister des Satans genannt wurden, der nicht zu verwechseln ist mit Luzifer.
[ 4 ] During the Lemurian Age—the first of the Earth’s epochs we are considering today—the Luciferic beings intervened in human evolution. In a certain sense, they stood in opposition to those forces that, at that time, sought merely to advance humanity. In the Atlantean epoch, the spirits we call the spirits of Ahriman—or Mephistopheles—opposed the forces of progress. Ahrimanic spirits, Mephistophelean spirits—these are the ones who, strictly speaking, were called the spirits of Satan in medieval thought, a figure not to be confused with Lucifer.
[ 5 ] In unserem Zeitalter werden nach und nach noch andere geistige Wesenheiten hemmend den vorwärtsschreitenden in den Weg treten. Von ihnen werden wir nachher zu sprechen haben. Wir werden uns jetzt zuerst fragen, was eigentlich diese luziferischen Geister im alten lemurischen Zeitalter bewirkt haben.
[ 5 ] In our age, other spiritual beings will gradually step in to hinder those who are moving forward. We will speak of them later. For now, let us first ask ourselves what these Luciferic spirits actually brought about in the ancient Lemurian age.
[ 6 ] Wir wollen heute von einem ganz bestimmten Gesichtspunkte aus das alles ins Auge fassen. Wo haben denn eigentlich die luziferischen Geister eingegriffen im alten lemurischen Zeitalter? Sie verstehen am besten, um was es sich dabei handelt, wenn Sie noch einmal den Blick zurückschweifen lassen, wie der Mensch sich entwickelt hat.
[ 6 ] Today we want to consider all of this from a very specific perspective. Where, exactly, did the Luciferic spirits intervene during the ancient Lemurian era? You will best understand what this is all about if you take another look back at how humanity has developed.
[ 7 ] Sie wissen, wie der Mensch sich auf dem alten Saturn dadurch entwickelt hat, daß die Throne ausgegossen haben ihre eigene Substanz und daß da die erste Anlage gelegt worden ist zu dem menschlichen physischen Leib. Wir wissen, daß dann die Geister der Weisheit auf der Sonne ihm den Äther- oder Lebensleib, daß die Geister der Bewegung auf dem alten Monde den astralischen Leib eingeprägt haben. Nun war es an den Geistern der Form, auf der Erde dem Menschen das Ich zu geben, damit der Mensch dadurch, daß er sich von seiner Umgebung unterscheidet, in einer gewissen Weise ein selbständiges Wesen werden könne. Aber wenn der Mensch auch durch die Geister der Form ein selbständiges Wesen geworden wäre gegenüber der Außenwelt, gegenüber dem, was ihn auf der Erde umgibt, er würde durch diese Geister der Form niemals ein selbständiges Wesen ihnen selbst gegenüber geworden sein; er wäre von ihnen abhängig geblieben, er wäre an Fäden von ihnen gelenkt und geleitet worden. Daß das nicht eingetreten ist, das ist die in gewisser Beziehung sogar wohltätige Wirkung der Tatsache, daß sich in der lemurischen Zeit die luziferischen Wesenheiten entgegengestellt haben den Geistern der Form. Diese luziferischen Wesenheiten haben dem Menschen die Anwartschaft auf seine Freiheit gegeben. Allerdings haben sie dem Menschen damit auch die Möglichkeit des Bösen gegeben, die Möglichkeit des Verfalls in sinnliche Leidenschaften und Begierden. In was haben denn eigentlich diese luziferischen Geister eingegriffen? Sie haben eingegriffen in das, was da war, und zwar in dasjenige, was zuletzt dem Menschen gegeben worden ist, in den astralischen Leib, was damals in gewisser Beziehung des Menschen Innerstes war. Darin haben sie sich festgesetzt, davon haben sie Besitz ergriffen. Von diesem astralischen Leib hätten sonst, wenn die luziferischen Wesenheiten nicht gekommen wären, nur Besitz ergriffen die Geister der Form. Sie hätten diesem astralischen Leib jene Kräfte eingeprägt, die dem Menschen das Menschenantlitz geben, die den Menschen eben zum Ebenbild der Götter, der Geister der Form machten. Das alles wäre aus dem Menschen geworden, aber der Mensch wäre abhängig geblieben von diesen Geistern der Form zeit seines Lebens, durch alle Ewigkeiten.
[ 7 ] You know how human beings developed on ancient Saturn through the Thrones pouring out their own substance and through the laying of the first foundation for the human physical body. We know that the Spirits of Wisdom on the Sun then imprinted the etheric or life body upon humanity, and that the Spirits of Movement on the ancient Moon imprinted the astral body. Now it was up to the Spirits of Form to give humanity the “I” on Earth, so that humanity, by distinguishing itself from its surroundings, might in a certain sense become an independent being. But even if human beings had become independent beings in relation to the external world—to what surrounds them on Earth—through the spirits of form, they would never have become independent beings in relation to the spirits of form themselves; they would have remained dependent on them, and would have been guided and directed by them as if by strings. The fact that this did not come to pass is, in a certain sense, the beneficial effect of the fact that during the Lemurian epoch the Luciferic beings opposed the spirits of form. These Luciferic beings gave human beings the prospect of freedom. However, in doing so, they also gave human beings the possibility of evil—the possibility of falling into sensual passions and desires. In what, then, did these Luciferic spirits actually intervene? They intervened in what was already there—namely, in that which had most recently been given to humanity, the astral body, which at that time was, in a certain sense, the innermost core of the human being. They established themselves within it and took possession of it. Had the Luciferic beings not come, only the spirits of form would have taken possession of this astral body. They would have imprinted upon this astral body those forces that give human beings their human form—the very forces that made human beings the image of the gods, the spirits of form. All of this would have become part of the human being, but the human being would have remained dependent on these spirits of form throughout his or her life, for all eternity.
[ 8 ] Nun haben sich gleichsam hineingeschlichen die luziferischen Wesenheiten in den astralischen Leib, so daß jetzt zwei Arten von Wesenheiten in dem astralischen Leib wirkten: diejenigen Wesenheiten, die den Menschen vorwärtstreiben, und diejenigen Wesenheiten, die den Menschen in diesem rückhaltlosen Vorwärtstreiben allerdings hemmen, dafür aber seine Selbständigkeit zu einer innerlich gefestigten machten. Wären die luziferischen Wesenheiten nicht gekommen, so wäre der Mensch im Stande der Unschuld und Reinheit in seinem astralischen Leib geblieben. Keine Leidenschaften wären in ihm aufgetreten, die ihn hätten begehren lassen, was er auf der Erde allein finden kann. Sozusagen dichter, niedriger haben die luziferischen Wesenheiten die Leidenschaften, Triebe und Begierden gemacht. Der Mensch wäre sonst so geblieben, wenn die luziferischen Wesenheiten nicht gekommen wären, daß er sich immerfort gesehnt hätte hinauf zu seiner Heimat, zu den geistigen Reichen, von denen er heruntergestiegen ist. Er hätte nicht Gefallen gefunden an dem, was ihn auf der Erde umgibt, er hätte unmöglich Interesse finden können an den irdischen Eindrücken. Zu diesem Interesse, zu diesem Begehren der irdischen Eindrücke ist er durch die luziferischen Geister gekommen. Sie haben ihn in die irdische Sphäre dadurch hineingedrängt, daß sie sein Innerstes, seinen astralischen Leib, durchsetzt haben. Wodurch ist es denn nun gekommen, daß in jener Zeit der Mensch nicht ganz abfiel von den Geistern der Form oder überhaupt von den höheren geistigen Reichen? Wodurch ist es gekommen, daß der Mensch nicht in seine Interessen und Begierden der sinnlichen Welt vollständig verfiel?
[ 8 ] Now the Luciferic beings have, as it were, crept into the astral body, so that two kinds of beings are now at work within it: those beings that drive the human being forward, and those beings that, while indeed hindering this unbridled forward drive, nevertheless make his independence an inwardly grounded one. Had the Luciferic beings not come, human beings would have remained in a state of innocence and purity within their astral bodies. No passions would have arisen within them that would have caused them to desire what they can find only on Earth. The Luciferic beings made the passions, drives, and desires, so to speak, denser and more base. Otherwise, had the Luciferic beings not come, human beings would have remained in such a state that they would have constantly longed to return to their homeland, to the spiritual realms from which they had descended. They would not have found pleasure in what surrounds them on Earth; they could not possibly have taken an interest in earthly impressions. It was through the Luciferic spirits that he came to have this interest in, and this desire for, earthly impressions. They forced him into the earthly sphere by permeating his innermost being, his astral body. How, then, did it come to pass that, in that time, human beings did not completely fall away from the spirits of form or from the higher spiritual realms altogether? How did it come about that human beings did not completely succumb to their interests and desires for the sensory world?
[ 9 ] Das ist dadurch gekommen, daß die Geister, die den Menschen vorwärtsbringen, ihre Gegenmittel ergriffen. Sie haben ihre Gegenmittel in der Art ergriffen, daß sie die menschliche Wesenheit mit etwas durchsetzt haben, was sonst nicht in dieser menschlichen Wesenheit wäre, sie haben sie durchsetzt mit Krankheit und Leiden und Schmerzen. Das ist das notwendige Gegengewicht geworden gegen die Taten der luziferischen Geister.
[ 9 ] This came about because the spirits who guide humanity forward took their countermeasures. They took these countermeasures by imbuing the human being with something that would otherwise not be present in that human being—they imbued it with illness, suffering, and pain. This has become the necessary counterbalance to the deeds of the Luciferic spirits.
[ 10 ] Die luziferischen Geister haben dem Menschen die sinnliche Begierde gegeben; die höheren Wesenheiten haben ihre Gegenmittel ergriffen in dem Sinne, daß der Mensch nunmehr nicht unbedingt dieser Sinneswelt verfallen konnte, indem sie ins Gefolge der sinnlichen Begierden und sinnlichen Interessen Krankheit und Leiden gesetzt haben, so daß in der Welt genau ebenso viele Leiden und Schmerzen sind wie bloßes Interesse für die physische, sinnliche Welt. Beide halten sich vollständig das Gleichgewicht, von keinem ist mehr in der Welt vorhanden: ebenso viele sinnliche Begierden, ebenso viele sinnliche Leidenschaften wie Krankheit und Schmerzen. Das war die gegenseitige Aufeinanderwirkung der luziferischen Geister und der Geister der Form im lemurischen Zeitalter. Wären diese luziferischen Geister nicht gekommen, dann würde der Mensch nicht so früh in die irdische Sphäre hinuntergestiegen sein. Seine Leidenschaft, seine Begierde für die sinnliche Welt hat es auch gemacht, daß er früher seine Augen aufgeschlossen erhalten hat, daß er früher den ganzen Umkreis des sinnlichen Daseins hat sehen können. Der Mensch hätte, wenn es regelmäßig nach den fortschreitenden Geistern gegangen wäre, erst von der Mitte der atlantischen Zeit an die Umwelt gesehen. Aber er hätte sie dann geistig gesehen, nicht so wie heute, er hätte sie so gesehen, daß sie ihm überall der Ausdruck von geistigen Wesenheiten gewesen wäre. Dadurch, daß der Mensch verfrüht herunterversetzt worden ist in die irdische Sphäre, daß ihn seine irdischen Interessen und Begierden heruntergedrängt haben, dadurch kam es anders, wie es sonst gekommen wäre in der Mitte der atlantischen Zeit.
[ 10 ] The Luciferic spirits have given human beings sensual desire; the higher beings have provided their antidotes in the sense that human beings could no longer necessarily fall prey to this sensory world; they have attached illness and suffering to sensual desires and sensual interests, so that there is exactly as much suffering and pain in the world as there is mere interest in the physical, sensory world. The two are in perfect balance; neither is present in the world in greater measure: there are just as many sensual desires and sensual passions as there are illness and pain. This was the mutual interaction between the Luciferic spirits and the spirits of form during the Lemurian Age. Had these Luciferic spirits not come, human beings would not have descended into the earthly sphere so early. His passion, his desire for the sensory world, also caused him to keep his eyes open earlier, enabling him to perceive the entire scope of sensory existence sooner. If things had proceeded regularly according to the advancing spirits, humanity would not have perceived the surrounding world until the middle of the Atlantean epoch. But he would then have seen it spiritually, not as he does today; he would have seen it in such a way that everywhere it would have been to him the expression of spiritual beings. Because humanity was prematurely brought down into the earthly sphere—because its earthly interests and desires forced it downward—things turned out differently than they otherwise would have in the middle of the Atlantean epoch.
[ 11 ] Dadurch haben sich hineingemischt in das, was der Mensch hat sehen und begreifen können, die ahrimanischen Geister, diejenigen Geister, die eben auch mit dem Namen mephistophelische Geister bezeichnet werden können. Dadurch verfiel der Mensch in Irrtum, verfiel in das, was man eigentlich erst die bewußte Sünde nennen könnte. Also von der Mitte der atlantischen Zeit an wirkt auf den Menschen die Schar der ahrimanischen Geister ein. Wozu hat nun diese Schar der ahrimanischen Geister sozusagen den Menschen verführt? Sie hat ihn dazu verführt, daß er das, was in seiner Umgebung ist, für stofflich, für materiell hält, daß er nicht durch dieses Stoffliche hindurchsieht auf die wahren Untergründe des Stofflichen, auf das Geistige. Würde der Mensch in jedem Stein, in jeder Pflanze und in jedem Tier das Geistige sehen, er würde niemals verfallen sein in Irrtum und damit in das Böse, sondern der Mensch würde, wenn nur die fortschreitenden Geister auf ihn gewirkt hätten, bewahrt geblieben sein vor jenen Illusionen, denen er immer verfallen muß, wenn er nur auf die Aussage der Sinneswelt baut.
[ 11 ] As a result, the Ahrimanic spirits—those spirits that can also be referred to as Mephistophelean spirits—have intermingled with what human beings have been able to see and comprehend. This caused human beings to fall into error, to fall into what one might actually call conscious sin for the first time. Thus, from the middle of the Atlantean epoch onward, the host of Ahrimanic spirits has been influencing human beings. To what end, then, has this host of Ahrimanic spirits, so to speak, led humanity astray? It has led humanity to regard what is in its surroundings as physical, as material, and to fail to see through this physicality to the true foundations beneath it—to the spiritual. If human beings were to see the spiritual in every stone, every plant, and every animal, they would never have fallen into error and thus into evil; rather, if only the progressive spirits had influenced them, they would have been preserved from those illusions to which they must always succumb when they rely solely on the testimony of the sensory world.
[ 12 ] Was haben nun dagegen diejenigen geistigen Wesenheiten, welche den Menschen in seinem Fortschreiten erhalten wollen, gegen diese Verführung, gegen Irrtum und Illusion aus dem Sinnlichen unternommen? Sie haben dagegen unternommen, daß der Mensch tatsächlich nunmehr erst mit Recht - natürlich ist das langsam und allmählich gekommen, aber hier liegen die Kräfte, warum das gekommen ist - sozusagen in die Lage versetzt wird, aus der sinnlichen Welt heraus wiederum die Möglichkeit zu gewinnen, über Irrtum und Sünde und das Böse hinwegzukommen, das heißt, sie haben dem Menschen die Möglichkeit gegeben, sein Karma zu tragen und auszuwirken. Haben also diejenigen Wesenheiten, welche die Verführung der luziferischen Wesenheiten gutzumachen hatten, Leiden und Schmerzen, ja auch das, was damit zusammenhängt, den Tod in die Welt gebracht, so haben diejenigen Wesenheiten, welche auszubessern hatten, was aus dem Irrtum über die sinnliche Welt fließt, dem Menschen die Möglichkeit gegeben, durch sein Karma allen Irrtum wieder zu beseitigen, alles Böse wiederum zu verwischen, das er in der Welt angerichtet hat. Denn was wäre geschehen, wenn der Mensch nur dem Bösen, dem Irrtum verfallen wäre? Dann würde der Mensch nach und nach sozusagen eins geworden sein mit dem Irrtum, er würde unmöglich haben vorwärtsschreiten können; denn mit jedem Irrtum, mit jeder Lüge, mit jeder Illusion werfen wir uns ein Hindernis des Fortschreitens in den Weg. Wir würden immer um so viel zurückkommen in unserem Fortschreiten, als wir uns Hindernisse in den Weg werfen durch Irrtum und Sünde, wenn wir nicht in der Lage wären, Irrtum und Sünde zu korrigieren, das heißt, wir könnten in Wahrheit das Menschenziel nicht erreichen. Es wäre unmöglich, das, was das Menschenziel ist, zu erreichen, wenn nicht die gegensätzlichen Kräfte, die Kräfte des Karma, wirken würden.
[ 12 ] What, then, have those spiritual beings—who wish to sustain humanity in its progress—done to counter this seduction, this error, and this illusion arising from the sensory world? They have taken measures to ensure that human beings are now, for the first time, truly—and rightly so—placed in a position—though this has come about slowly and gradually, of course, but here lie the forces behind why it has come about—to regain, as it were, from within the sensory world the possibility of overcoming error, sin, and evil; that is to say, they have given human beings the opportunity to bear and work through their karma. So just as those beings who had to make amends for the temptation by the Luciferic beings brought suffering and pain—and indeed, what is connected with them, namely death—into the world, so those beings who had to rectify what flows from the error concerning the sensory world have given human beings the opportunity, through their karma, to eliminate all error once again, and to erase, in turn, all the evil he has wrought in the world. For what would have happened if humanity had succumbed only to evil and error? Then humanity would gradually have become, so to speak, one with error; it would have been impossible for humanity to move forward; for with every error, every lie, and every illusion, we place an obstacle to our progress in our own path. We would always fall back in our progress by as much as we place obstacles in our path through error and sin, if we were not able to correct error and sin—that is to say, we could not truly attain the human goal. It would be impossible to achieve the human goal if the opposing forces—the forces of karma—were not at work.
[ 13 ] Denken Sie einmal, Sie begehen irgendein Unrecht in einem Leben. Dieses Unrecht, das Sie begangen haben, das bedeutet, wenn es so stehenbliebe in Ihrem Leben, nichts Geringeres, als daß Sie den Schritt, den Sie vorwärts gemacht hätten, wenn Sie das Unrecht nicht begangen hätten, verloren haben. Und mit jedem Unrecht würden Sie einen Schritt verlieren, und dafür wäre gesorgt, daß genügend viele Schritte zurück gemacht werden. Wenn die Möglichkeit nicht gegeben wäre, sich über den Irrtum zu erheben, so müßte der Mensch zuletzt in Irrtum versinken. So aber ist die Wohltat des Karma eingetreten. Was bedeutet diese Wohltat für den Menschen? Ist Karma irgend etwas, vor dem der Mensch sich fürchten soll, vor dem der Mensch schaudern soll? Nein! Karma ist eine Macht, für die der Mensch eigentlich den Weltenplänen dankbar sein sollte. Denn Karma sagt uns: Hast du einen Irrtum begangen - Gott läßt seiner nicht spotten! Was du gesät hast, das mußt du auch ernten. Dieser Irrtum bewirkt, daß du ihn verbessern mußt; dann hast du ihn aus deinem Karma ausgetilgt und du kannst wieder ein Stück vorwärtsschreiten.
[ 13 ] Imagine for a moment that you commit some wrongdoing in a lifetime. This wrongdoing you have committed—if it were to remain as it is in your life—would mean nothing less than that you have lost the step forward you would have taken had you not committed that wrongdoing. And with every wrongdoing, you would lose a step, and it would be ensured that you take back a sufficient number of steps. If there were no possibility of rising above the error, human beings would ultimately be doomed to sink into error. But this is where the blessing of karma comes in. What does this blessing mean for human beings? Is karma something that people should fear, something that should make them shudder? No! Karma is a power for which human beings should actually be grateful to the plans of the universe. For karma tells us: If you have committed a mistake—God will not be mocked! What you have sown, you must also reap. This error compels you to correct it; then you have erased it from your karma, and you can take another step forward.
[ 14 ] Ohne Karma wäre unser Fortschreiten in der menschlichen Laufbahn unmöglich. Karma erweist uns die Wohltat, daß wir jeden Irrtum wieder gutmachen müssen, daß wir alles, was wir rückwärts getan haben, wieder vernichten müssen. So trat als die Folge der Taten des Ahriman Karma auf.
[ 14 ] Without karma, our progress along the human path would be impossible. Karma does us the favor of requiring us to make amends for every mistake, to undo everything we have done that holds us back. Thus, karma arose as the consequence of Ahriman’s deeds.
[ 15 ] Und nun gehen wir weiter. In unserer Zeit gehen wir jenem Zeitalter entgegen, in dem nun andere Wesenheiten sich an den Menschen heranmachen werden, Wesenheiten, welche immer mehr und mehr in der Menschenzukunft, die vor uns liegt, in die menschliche Entwicklung eingreifen werden. Genau ebenso wie die luziferischen Geister im lemurischen Zeitalter eingegriffen haben, die ahrimanischen Geister im atlantischen Zeitalter, so werden nach und nach auch in unserem Zeitalter Wesenheiten eingreifen. Machen wir uns einmal klar, was das für Wesenheiten sein werden.
[ 15 ] And now let us move on. In our time, we are heading toward an age in which other beings will begin to approach humanity—beings who will increasingly intervene in human development as we look toward the future that lies ahead. Just as the Luciferic spirits intervened during the Lemurian Age and the Ahrimanic spirits during the Atlantean Age, so too will certain beings gradually intervene in our own age. Let us first clarify what kind of beings these will be.
[ 16 ] Die Wesenheiten, die im lemurischen Zeitalter eingegriffen haben, von denen mußten wir sagen: Sie haben sich im astralischen Leib des Menschen festgesetzt, haben seine Interessen, seine Triebe und Begierden in die irdische Sphäre heruntergezogen. In was genauer gesagt, haben sich diese luziferischen Wesenheiten festgesetzt?
[ 16 ] The beings who intervened during the Lemurian Age—we had to say of them: They established themselves in the human astral body and drew the human being’s interests, instincts, and desires down into the earthly sphere. More specifically, where did these Luciferic beings establish themselves?
[ 17 ] Verstehen können Sie das nur, wenn Sie jene Gliederung zugrunde legen, welche Ihnen in meinem Buche «Theosophie» gegeben ist. Da ist gezeigt, daß wir am Menschen zunächst seinen physischen Leib zu unterscheiden haben, dann seinen Äther- oder Lebensleib und seinen astralischen Leib, oder, wie ich ihn dort genannt habe, den Empfindungsleib oder Seelenleib.
[ 17 ] You can only understand this if you use the outline provided in my book Theosophy as a basis. There it is shown that, in the human being, we must first distinguish the physical body, then the etheric or life body, and the astral body—or, as I called it there, the sensory body or soul body.
[ 18 ] Wenn wir diese drei Glieder betrachten, so sind es genau die drei Glieder, die dem Menschen gegeben waren vor seiner irdischen Laufbahn. Was da genannt ist der physische Leib, das ist auf dem alten Saturn veranlagt worden, was genannt ist der Ätherleib, das ist auf der Sonne veranlagt, und dasjenige, was da genannt ist der Seelen- oder Empfindungsleib, ist auf dem alten Monde veranlagt. Jetzt sind auf der Erde nach und nach dazugekommen die Empfindungsseele, die eigentlich eine unbewußte Umänderung, eine unbewußte Bearbeitung des Empfindungsleibes ist. In der Empfindungsseele hat sich verankert Luzifer; da hinein hat er sich geschlichen, da sitzt er drinnen. Weiter ist entstanden durch die unbewußte Umarbeitung des Ätherleibes die Verstandesseele. Genaueres ist darüber gesagt in der Abhandlung über «Die Erziehung des Kindes». In diesem zweiten Glied der menschlichen Seele, der Verstandesseele, also in dem umgearbeiteten Stück des Ätherleibes, da hat sich festgesetzt Ahriman. Da ist er drinnen und führt den Menschen zu falschen Urteilen über das Materielle, führt ihn zu Irrtum und Sünde und Lüge, zu allem, was eben aus der Verstandes- oder Gemütsseele kommt. In alledem zum Beispiel, daß der Mensch sich der Illusion hingibt, mit der Materie sei das Richtige gegeben, haben wir Einflüsterungen des Ahriman, des Mephistopheles zu sehen. Drittens kommt an die Reihe die Bewußtseinsseele, die in einer unbewußten Umarbeitung des physischen Leibes besteht. Es ist Ihnen ja erinnerlich, wie diese Umarbeitung geschah. Gegen das Ende der atlantischen Zeit trat der Ätherleib des Kopfes ganz hinein in den physischen Kopf und gestaltete allmählich den physischen Leib so um, daß er eine selbstbewußte Wesenheit wurde. An dieser unbewußten Umarbeitung des physischen Leibes, an der Bewußtseinsseele, arbeitet der Mensch heute noch immer im Grunde genommen. Und in der Zeit, die jetzt kommen wird, werden sich hineinschleichen in diese Bewußtseinsseele und damit in das, was man das menschliche Ich nennt - denn das Ich geht auf in der Bewußtseinsseele -, diejenigen geistigen Wesenheiten, die man die Asuras nennt. Die Asuras werden mit einer viel intensiveren Kraft das Böse entwickeln als selbst die satanischen Mächte der atlantischen oder gar die luziferischen Geister der lemurischen Zeit.
[ 18 ] When we consider these three aspects, they are precisely the three aspects that were given to the human being before his earthly life. What is referred to here as the physical body was formed on the ancient Saturn; what is referred to as the etheric body was formed on the Sun; and what is referred to as the soul body or feeling body was formed on the ancient Moon. Now, on Earth, the feeling soul has gradually come into being; it is, in fact, an unconscious transformation, an unconscious processing of the feeling body. Lucifer has taken root in the feeling soul; he has crept into it, and there he resides. Furthermore, the intellectual soul has arisen through the unconscious transformation of the etheric body. More details on this are given in the treatise on “The Education of the Child.” In this second member of the human soul—the intellectual soul—that is, in the transformed portion of the etheric body—Ahriman has taken hold. He is there, leading the human being to false judgments about the material world, leading him into error, sin, and lies—into everything that arises from the intellectual or emotional soul. In all of this—for example, in the fact that human beings succumb to the illusion that matter represents the ultimate truth—we must recognize the whisperings of Ahriman, of Mephistopheles. Thirdly, we come to the consciousness soul, which consists of an unconscious transformation of the physical body. You will recall, of course, how this transformation took place. Toward the end of the Atlantean epoch, the etheric body of the head entered fully into the physical head and gradually transformed the physical body in such a way that it became a self-conscious being. Human beings are, in essence, still working on this unconscious transformation of the physical body—on the soul of consciousness—even today. And in the age that is now to come, those spiritual beings known as the Asuras will insinuate themselves into this soul of consciousness—and thus into what is called the human “I,” for the “I” is absorbed into the soul of consciousness. The Asuras will develop evil with a far more intense power than even the satanic forces of the Atlantean era or the Luciferic spirits of the Lemurian era.
[ 19 ] Das Böse, das die luziferischen Geister den Menschen zugleich mit der Wohltat der Freiheit brachten, das werden sie alles im Verlaufe der Erdenzeit ganz abstreifen. Dasjenige Böse, das die ahrimanischen Geister gebracht haben, kann abgestreift werden in dem Ablauf der karmischen Gesetzmäßigkeit. Das Böse aber, das die asurischen Mächte bringen, ist nicht auf eine solche Weise zu sühnen. Haben die guten Geister dem Menschen Schmerzen und Leiden, Krankheit und Tod gegeben, damit er sich trotz der Möglichkeit des Bösen aufwärts entwickeln kann, haben die guten Geister die Möglichkeit des Karma gegenüber den ahrimanischen Mächten gegeben, um den Irrtum wieder auszugleichen - gegenüber den asurischen Geistern wird das im Verlaufe des Erdendaseins nicht so leicht sein. Denn diese asurischen Geister werden bewirken, daß das, was von ihnen ergriffen ist - und es ist ja des Menschen tiefstes Innerstes, die Bewußtseinsseele mit dem Ich -, daß das Ich sich vereinigt mit der Sinnlichkeit der Erde. Es wird Stück für Stück aus dem Ich herausgerissen werden, und in demselben Maße, wie sich die asurischen Geister in der Bewußtseinsseele festsetzen, in demselben Maße muß der Mensch auf der Erde zurücklassen Stücke seines Daseins. Das wird unwiederbringlich verloren sein, was den asurischen Mächten verfallen ist. Nicht, daß der ganze Mensch ihnen zu verfallen braucht, aber Stücke werden aus dem Geiste des Menschen herausgeschnitten durch die asurischen Mächte. Diese asurischen Mächte kündigen sich in unserem Zeitalter an durch den Geist, der da waltet und den wir nennen könnten den Geist des bloßen Lebens in der Sinnlichkeit und des Vergessens aller wirklichen geistigen Wesenheiten und geistigen Welten. Man könnte sagen: Heute ist es erst mehr theoretisch, daß die asurischen Mächte den Menschen verführen. Heute gaukeln sie ihm vielfach vor, daß sein Ich ein Ergebnis wäre der bloßen physischen Welt. Heute verführen sie ihn zu einer Art theoretischem Materialismus. Aber sie werden im weiteren Verlauf - und das kündigt sich immer mehr an durch die wüsten Leidenschaften der Sinnlichkeit, die immer mehr und mehr auf die Erde herniedersteigen - dem Menschen den Blick umdunkeln gegenüber den geistigen Wesenheiten und geistigen Mächten. Es wird der Mensch nichts wissen und nichts wissen wollen von einer geistigen Welt. Er wird immer mehr und mehr nicht nur lehren, daß die höchsten sittlichen Ideen des Menschen nur höhere Ausgestaltungen der tierischen Triebe sind, er wird nicht nur lehren, daß das menschliche Denken nur eine Umwandlung dessen ist, was auch das Tier hat, er wird nicht nur lehren, daß der Mensch nicht bloß seiner Gestalt nach mit dem Tier verwandt ist, daß er auch seiner ganzen Wesenheit nach vom Tier abstamme, sondern der Mensch wird mit dieser Anschauung Ernst machen und so leben.
[ 19 ] The evil that the Luciferic spirits brought to humanity along with the blessing of freedom—they will cast it all off completely in the course of earthly existence. The evil brought by the Ahrimanic spirits can be cast off through the workings of karmic law. But the evil brought by the Asuric powers cannot be atoned for in this way. While the good spirits have given human beings pain and suffering, illness, and death so that they might develop upward despite the possibility of evil, and while the good spirits have provided the possibility of karma as a means to counter the Ahrimanic powers and thus compensate for error—this will not be so easy in the course of earthly existence when it comes to the Asuric spirits. For these Asuric spirits will cause whatever they seize—and this is, after all, the deepest innermost core of the human being, the consciousness soul with the “I”—to cause the “I” to unite with the sensuality of the earth. It will be torn away from the “I” piece by piece, and to the same extent that the Asuric spirits take root in the soul of consciousness, to that same extent must the human being leave behind on Earth parts of his existence. That which has fallen prey to the Asuric powers will be irretrievably lost. Not that the whole human being need fall prey to them, but parts will be cut out of the human spirit by the Asuric powers. These Asuric powers make their presence felt in our age through the spirit that prevails here, which we might call the spirit of mere life in sensuality and of the forgetting of all real spiritual beings and spiritual worlds. One could say: Today, the idea that the Asuric forces seduce human beings is still largely theoretical. Today, they often lead people to believe that their “I” is merely a product of the physical world. Today they tempt people toward a kind of theoretical materialism. But as time goes on—and this is becoming increasingly evident through the wild passions of sensuality that are descending more and more upon the Earth—they will cloud people’s vision regarding spiritual beings and spiritual powers. Humanity will know nothing and want to know nothing about a spiritual world. Not only will it increasingly teach that humanity’s highest moral ideas are merely higher forms of animal instincts, and not only will it teach that human thinking is merely a transformation of what animals also possess, he will not only teach that humans are related to animals not merely in form, but that they also descend from animals in their entire being; rather, humans will take this view seriously and live accordingly.
[ 20 ] Heute lebt ja noch niemand im Sinne des Satzes, daß der Mensch seiner Wesenheit nach vom Tiere abstamme. Aber diese Weltanschauung wird unbedingt kommen, und sie wird im Gefolge haben, daß die Menschen mit dieser Weltanschauung auch wie Tiere leben werden, heruntersinken werden in die bloßen tierischen Triebe und tierischen Leidenschaften. Und in mancherlei von dem, was hier nicht weiter charakterisiert zu werden braucht, was sich jetzt namentlich an den Stätten der großen Städte als wüste Orgien zweckloser Sinnlichkeiten geltend macht, sehen wir schon groteskes Höllenleuchten derjenigen Geister, die wir als die asurischen bezeichnen.
[ 20 ] Today, of course, no one yet lives in accordance with the notion that human beings, by their very nature, are descended from animals. But this worldview will inevitably emerge, and it will have the consequence that people who hold this worldview will also live like animals, sinking into mere animal instincts and animal passions. And in many of the things that need not be further described here—things that are now making themselves felt, particularly in the major cities, as wild orgies of aimless sensuality—we already see the grotesque, hellish glow of those spirits we call the Asuric ones.
[ 21 ] Wenden wir den Blick noch einmal zurück. Wir haben gesagt, daß es die Geister waren, die den Menschen vorwärtsbringen wollen, die ihm Leiden und Schmerzen und auch den Tod geschickt haben. In der biblischen Urkunde wird es deutlich angekündigt: In Schmerzen sollst du deine Kinder gebären! - Der Tod ist in die Welt gekommen. Das ist ja das, was diejenigen Mächte, die den luziferischen entgegenstehen, über den Menschen verhängten. Wer hat dem Menschen Karma, wer hat überhaupt dem Menschen die Möglichkeit gegeben, daß es ein Karma gibt? Verstehen werden Sie nur, was jetzt gesagt ist, wenn Sie sich nicht in pedantischer Weise an die irdischen Zeitbegriffe halten. Mit dem irdischen Zeitbegriff glaubt der Mensch, daß das, was da oder dort einmal vorgeht, eine Wirkung nur haben kann in bezug auf das Nachfolgende. In der geistigen Welt ist es aber so, daß das, was geschieht, sich in seinen Wirkungen schon vorher zeigt, daß es schon vorher in seinen Wirkungen da ist. Woher kommt die Wohltat des Karma? Woraus ist eigentlich in unserer Erdenentwicklung diese Wohltat entsprungen, daß es ein Karma gibt? Von keiner anderen Kraft kommt das Karma in der ganzen Entwicklung als von dem Christus.
[ 21 ] Let us turn our attention back once more. We have said that it was the spirits who wish to advance humanity who sent suffering, pain, and even death to humankind. The biblical text clearly states: “In pain you shall bring forth children!”—Death has entered the world. This is precisely what the powers opposed to the Luciferic forces have imposed upon humankind. Who gave humanity karma? Who, in the first place, gave humanity the possibility that karma even exists? You will only understand what has just been said if you do not cling pedantically to earthly concepts of time. With the earthly concept of time, people believe that what happens here or there can only have an effect in relation to what follows. In the spiritual world, however, what happens already manifests its effects beforehand; its effects are already present beforehand. Where does the blessing of karma come from? From what, in our earthly evolution, did this blessing—the existence of karma—actually arise? Throughout the entire course of evolution, karma comes from no other power than Christ.
[ 22 ] Wenn der Christus auch erst später erschienen ist, vorhanden war er in der geistigen Sphäre der Erde schon immer. Schon in den alten atlantischen Orakeln haben die Orakel-Priester von dem Geist der Sonne, von dem Christus gesprochen. Die heiligen Rishis in der indischen Kulturperiode haben gesprochen von Vishva Karman; Zarathustra hat in Persien von Ahura Mazdao gesprochen. Es hat Hermes von dem Osiris gesprochen; und es hat gesprochen von jener Kraft, die durch ihr Ewiges der Ausgleich alles Natürlichen ist, von jener Kraft, die in dem «Ehjeh asher ehjeh» lebt, der Vorherverkündiger des Christus, der Moses. Alle haben von dem Christus gesprochen; aber wo war er zu finden in diesen alten Zeiten? Nur da, wo das geistige Auge hat hineinschauen können, in der geistigen Welt. In der geistigen Welt war er immer zu finden, und er war in der geistigen Welt wirksam, aus der geistigen Welt heraus wirksam. Er ist derjenige, der dem Menschen vorher schon, bevor er auf der Erde aufgetreten ist, heruntergesandt hat die Möglichkeit des Karma. Dann trat er auf der Erde selber auf, und wir wissen, was er dem Menschen dadurch geworden ist, daß er auf der Erde auftrat. Wir haben geschildert seine Wirkungen in der irdischen Sphäre selber. Wir haben die Bedeutung des Ereignisses von Golgatha dargestellt. Wir haben geschildert seine Wirkung auch bei denen, die damals, als das Ereignis von Golgatha geschah, nicht im irdischen Leibe verkörpert waren, die dazumal in der geistigen Welt waren. Wir wissen, daß in dem Augenblick, wo auf Golgatha das Blut aus den Wunden floß, der Geist des Christus in der Unterwelt erschien, und wir haben gesagt: Da ging es durch die ganze Welt des Geistes wie eine Erleuchtung, wie eine Erhellung; kurz, wir haben gesagt, daß das Erscheinen des Christus auf der Erde das wichtigste Ereignis ist, auch für die Welt, die der Mensch durchlebt zwischen dem Tode und der neuen Geburt.
[ 22 ] Although Christ did not appear until later, he has always existed in the spiritual sphere of the Earth. Even in the ancient Atlantean oracles, the oracle priests spoke of the Spirit of the Sun, of Christ. The holy Rishis of the Indian cultural period spoke of Vishva Karman; Zarathustra spoke in Persia of Ahura Mazda; Hermes spoke of Osiris; and they spoke of that power which, through its eternity, is the balance of all that is natural—of that power that lives in the “Ehjeh asher ehjeh,” the forerunner of Christ, Moses. All spoke of the Christ; but where was he to be found in those ancient times? Only where the spiritual eye could look—in the spiritual world. In the spiritual world he was always to be found, and he was active in the spiritual world, acting from within the spiritual world. He is the one who, even before he appeared on Earth, sent down to humanity the possibility of karma. Then he appeared on Earth himself, and we know what he became for humanity through his appearance on Earth. We have described his effects in the earthly sphere itself. We have outlined the significance of the event at Golgotha. We have also described his effect on those who, at the time the event of Golgotha took place, were not incarnated in an earthly body but were in the spiritual world at that time. We know that at the very moment when blood flowed from the wounds on Golgotha, the Spirit of Christ appeared in the underworld, and we have said: It spread through the entire spirit world like an illumination, like a radiance; in short, we have said that the appearance of Christ on Earth is the most important event, even for the world that a human being experiences between death and rebirth.
[ 23 ] Es ist durchaus eine reale Wirkung, die ausgeht von diesem Christus. Wir brauchen uns nur zu fragen, was geschehen wäre mit der Erde, wenn der Christus nicht erschienen wäre. Gerade in dem Gegenbild einer Christus-losen Erde können Sie die ganze Bedeutung der Christus-Erscheinung ermessen. Nehmen wir einmal an, der Christus wäre nicht erschienen, das Ereignis von Golgatha hätte nicht stattgefunden in der Zeit, in welcher der Christus erschienen ist,
[ 23 ] There is indeed a real impact that emanates from this Christ. We need only ask ourselves what would have happened to the Earth if the Christ had not appeared. It is precisely in the contrast of an Earth without the Christ that you can grasp the full significance of the Christ’s appearance. Let us suppose for a moment that the Christ had not appeared, that the event at Golgotha had not taken place at the time when the Christ appeared,
[ 24 ] Vor dem Erscheinen des Christus war es für die Seelen der fortgeschrittensten Menschen, die das tiefste Interesse für das Erdenleben sich angeeignet hatten, in der geistigen Welt so, daß wirklich der Ausspruch des Griechen darauf paßte: Lieber ein Bettler sein in der Oberwelt, als ein König im Reiche der Schatten. Denn einsam und in finsterer Umgebung fühlten sich die Seelen in der geistigen Welt, bevor das Ereignis von Golgatha eintrat. Die geistige Welt war damals nicht in ihrer ganzen lichtvollen Klarheit durchsichtig für die, die durch das Tor des Todes kommend, in sie hineinschritten. Ein jeder fühlte sich allein, sich in sich zurückgestoßen, wie eine Mauer war es aufgerichtet gegenüber jedem anderen. Und das wäre immer stärker und stärker geworden. Die Menschen hätten sich in ihrem Ich verhärtet, die Menschen wären völlig auf sich zurückgewiesen gewesen, keiner hätte die Brücke zu dem anderen gefunden. Die Menschen wären wieder verkörpert worden, und war der Egoismus vorher schon ein sehr großer, er wäre mit jeder neuen Inkarnation ungeheurer geworden.
[ 24 ] Before the coming of Christ, the situation in the spiritual world for the souls of the most advanced human beings—those who had developed the deepest interest in earthly life—was such that the Greek saying truly applied to them: “Better to be a beggar in the upper world than a king in the realm of shadows.” For the souls in the spiritual world felt lonely and surrounded by darkness before the event at Golgotha took place. At that time, the spiritual world was not transparent in all its luminous clarity to those who, coming through the gate of death, stepped into it. Each one felt alone, thrust back into themselves; a wall stood erected between each person and every other. And this would have grown stronger and stronger. People would have hardened within their own egos; they would have been completely cut off from one another, and no one would have found a bridge to the other. People would have been reincarnated, and if selfishness had already been very great before, it would have become more immense with each new incarnation.
[ 25 ] Das ganze Erdendasein würde den Menschen immer mehr und mehr zu dem wüstesten Egoisten gemacht haben. Keine Aussicht wäre gewesen, daß jemals auf dem Erdenrund eine Brüderlichkeit, eine innere Harmonie der Seelen zustande gekommen wäre; denn mit jedem Durchgang durch das geistige Reich wären stärkere Einflüsse in das Ego eingezogen. Das wäre bei einer Christus-losen Erde geschehen. Daß der Mensch allmählich wieder den Weg findet von Seele zu Seele, daß er die Möglichkeit gewinnt, die große Kraft der Brüderlichkeit auf die ganze Menschheit auszugießen, das ist der Tatsache zu verdanken, daß der Christus erschienen ist, daß das Ereignis von Golgatha stattgefunden hat. So erscheint der Christus als diejenige Macht, welche es dem Menschen möglich machte, das Erdendasein in der entsprechenden Weise auszunützen, das heißt, gerade Karma in der entsprechenden Weise zu gestalten. Denn Karma muß auf der Erde ausgewirkt werden. Daß der Mensch die Kraft findet, in dem irdisch-physischen Dasein sein Karma in der entsprechenden Weise zu verbessern, daß er die Möglichkeit bekommt, eine fortschreitende Entwicklung zu finden, das verdankt er der Wirkung des ChristusEreignisses, der Anwesenheit des Christus in der irdischen Sphäre.
[ 25 ] The entire earthly existence would have turned human beings into ever more extreme egoists. There would have been no prospect that a brotherhood, an inner harmony of souls, would ever have come into being on this earth; for with every passage through the spiritual realm, stronger influences would have taken root in the ego. That is what would have happened on an Earth without Christ. The fact that human beings are gradually finding their way back from soul to soul, that they are gaining the ability to pour out the great power of brotherhood upon all of humanity—this is due to the fact that Christ appeared, that the event at Golgotha took place. Thus, Christ appears as the power that made it possible for human beings to make appropriate use of their earthly existence—that is, to shape karma in the appropriate way. For karma must be worked out on Earth. The fact that human beings find the strength to improve their karma in the proper way during their earthly-physical existence—and that they gain the opportunity to achieve progressive development—is due to the effect of the Christ event, to the presence of Christ in the earthly sphere.
[ 26 ] So sehen wir, wie die verschiedensten Kräfte und Wesenheiten im Verlaufe der Menschheitsentwicklung zusammenwirken. Wäre der Christus nicht auf die Erde gekommen - wir sehen es jetzt ganz klar, was wir vorher nur im allgemeinen andeuten konnten, indem wir sagten: Der Mensch wäre in seinem Irrtum versunken, weil er immer mehr und mehr sich verhärtet hätte, sozusagen eine Kugel für sich geworden wäre, die nichts gewußt hätte von den anderen Wesenheiten, ganz in sich abgeschlossen. Da hinein hätte der Irrtum und die Sünde den Menschen getrieben.
[ 26 ] Thus we see how the most diverse forces and beings interact in the course of human development. If Christ had not come to Earth—we now see this very clearly, what we could previously only hint at in general terms by saying: Humanity would have sunk into error because it would have become increasingly hardened, so to speak, turning into a sphere unto itself that knew nothing of other beings, completely closed off within itself. Error and sin would have driven humanity into that state.
[ 27 ] So ist der Christus eben der Lichtführer, der hinausführt aus Irrtum und Sünde; und dadurch ist der Mensch imstande, den Weg aufwärts zu finden. Nun fragen wir uns: Was hat denn der Mensch verloren, indem er heruntergestiegen ist aus der geistigen Welt, daß er sich verstrickte unter dem Einfluß Luzifers in die Begierden und Leidenschaften und dann durch den Einfluß Ahrimans in Irrtum, Illusion und Lüge in bezug auf die irdische Welt? Er hat den unmittelbaren Einblick in die geistige Welt verloren, das Verständnis der geistigen Welt hat der Mensch verloren.
[ 27 ] Thus, Christ is indeed the Guide of Light who leads us out of error and sin; and through this, human beings are able to find the path upward. Now let us ask ourselves: What, then, has humanity lost by descending from the spiritual world, so that—under the influence of Lucifer—it became entangled in desires and passions, and then, under the influence of Ahriman, in error, illusion, and falsehood regarding the earthly world? Humanity has lost its direct insight into the spiritual world; it has lost its understanding of the spiritual world.
[ 28 ] Was soll also der Mensch wiedergewinnen? Wiedergewinnen soll der Mensch das volle Verständnis für die geistige Welt. Und die Tat des Christus kann von dem Menschen als einem selbstbewußten Wesen erst dadurch ergriffen werden, daß der Mensch zum vollen Verständnis der Bedeutung des Christus kommt. Gewiß, die Christus-Kraft ist da. Die Christus-Kraft hat der Mensch nicht auf die Erde gebracht. Die Christus-Kraft ist eben auf die Erde durch den Christus gekommen. Durch den Christus ist die Möglichkeit des Karma in die Menschheit hineingekommen. Aber nun soll der Mensch als ein selbstbewußtes Wesen das Wesen des Christus und den Zusammenhang des Christus mit der ganzen Welt erkennen. Nur dadurch kann der Mensch wirklich als ein Ich wirken. Was tut denn der Mensch, wenn er jetzt, nachdem der Christus da war, nicht nur die Kraft des Christus unbewußt auf sich wirken läßt, nicht sozusagen nur sagt: Ich bin schon zufrieden, daß der Christus da war, er wird mich schon erlösen und dafür sorgen, daß ich vorwärtskomme! - Sondern wenn der Mensch sich sagt: Ich will erkennen, was der Christus ist, wie er herunterstieg, ich will durch meinen Geist Anteil haben an der Tat des Christus! - Was tut der Mensch dadurch?
[ 28 ] So what is it that human beings are to regain? Human beings are to regain a full understanding of the spiritual world. And the deed of Christ can only be grasped by human beings—as self-aware beings—by coming to a full understanding of the significance of Christ. Certainly, the Christ-force is present. Humanity did not bring the Christ-force to Earth. The Christ-force came to Earth through Christ Himself. Through Christ, the possibility of karma entered humanity. But now, as a self-conscious being, humanity must recognize the essence of Christ and Christ’s connection to the entire world. Only in this way can humanity truly act as an “I.” What, then, does a person do if, now that Christ has been here, they do not merely allow the power of Christ to act upon them unconsciously, nor, so to speak, simply say: “I am already satisfied that Christ was here; he will redeem me and ensure that I make progress!” —But when a person says to themselves: “I want to recognize what Christ is, how he descended; I want to participate in Christ’s deed through my spirit!”—What does a person accomplish by doing this?
[ 29 ] Erinnern Sie sich, daß dadurch, daß die luziferischen Geister sich einschlichen in den menschlichen Astralleib, der Mensch heruntergestiegen ist in die sinnliche Welt, daß er dadurch allerdings dem Bösen hat verfallen können, aber auch die Möglichkeit der selbstbewußten Freiheit errungen hat. Luzifer ist im Wesen des Menschen, hat den Menschen heruntergeholt sozusagen auf die Erde, ihn verstrickt in das irdische Dasein, indem er zuerst die Leidenschaften und Begierden, die im astralischen Leib waren, in die Erde geführt hat, so daß dann auch Ahriman angreifen konnte im ätherischen Leib, in der Verstandesseele. Nun ist der Christus erschienen und damit diejenige Kraft, die den Menschen auch wiederum hinauftragen kann in die geistige Welt. Aber jetzt kann der Mensch, wenn er will, den Christus erkennen! Jetzt kann sich der Mensch alle Weisheit sammeln, um den Christus zu erkennen. Was tut er dadurch? Etwas Ungeheures! Wenn der Mensch den Christus erkennt, wenn er sich wirklich einläßt auf die Weisheit, um zu durchschauen, was der Christus ist, dann erlöst er sich und die luziferischen Wesenheiten durch die Christus-Erkenntnis. Würde der Mensch sich bloß sagen: Ich bin zufrieden damit, daß der Christus da war, ich lasse mich erlösen unbewußt! - Dann würde der Mensch niemals zur Erlösung der luziferischen Wesenheiten etwas beitragen. Diese luziferischen Wesenheiten, die dem Menschen die Freiheit gebracht haben, geben ihm auch die Möglichkeit, diese Freiheit jetzt in einer freien Weise zu benutzen, um den Christus zu durchschauen. Dann werden in dem Feuer des Christentums geläutert und gereinigt die luziferischen Geister, und es wird das, was durch die luziferischen Geister an der Erde gesündigt worden ist, aus einer Sünde in eine Wohltat umgewandelt werden. Die Freiheit ist errungen, aber sie wird als eine Wohltat mit hineingenommen werden in die geistige Sphäre. Daß der Mensch das kann, daß er imstande ist, den Christus zu erkennen, daß Luzifer in einer neuen Gestalt aufersteht und sich als der Heilige Geist mit dem Christus vereinigen kann, das hat der Christus selbst noch als eine Prophezeiung denen gesagt, die um ihn waren, als er sagte: Ihr könnt erleuchtet werden mit dem neuen Geist, mit dem Heiligen Geist! - Dieser Heilige Geist ist kein anderer als der, durch den auch begriffen wird, was der Christus eigentlich getan hat. Christus wollte nicht bloß wirken, er wollte auch begriffen, er wollte auch verstanden sein. Deshalb gehört es zum Christentum, daß der Geist, der die Menschen inspiriert, der Heilige Geist, zu den Menschen gesandt wird.
[ 29 ] Remember that because the Luciferic spirits crept into the human astral body, human beings descended into the sensory world; that while this allowed them to fall prey to evil, it also enabled them to attain self-conscious freedom. Lucifer is within the human being; he has, so to speak, brought humanity down to Earth, entangling it in earthly existence by first leading the passions and desires that were in the astral body down into the Earth, so that Ahriman could then also attack the etheric body, the intellectual soul. Now Christ has appeared, and with him the power that can carry human beings back up into the spiritual world. But now, if they wish, human beings can recognize Christ! Now human beings can gather all the wisdom necessary to recognize Christ. What do they accomplish by doing so? Something immense! When a human being recognizes Christ—when they truly engage with the wisdom needed to perceive what Christ is—then they redeem both themselves and the Luciferic beings through this recognition of Christ. If a human being were merely to say to themselves: “I am content that Christ was there; I will allow myself to be redeemed unconsciously!”—then that human being would never contribute anything toward the redemption of the Luciferic beings. These Luciferic beings, who brought freedom to humankind, also give humankind the opportunity to use this freedom now in a free way to perceive the Christ. Then, purified and cleansed in the fire of Christianity, the Luciferic spirits will be transformed, and what was sinned upon Earth through the Luciferic spirits will be transformed from a sin into a blessing. Freedom has been won, but it will be taken into the spiritual realm as a blessing. That human beings can do this—that they are capable of recognizing Christ, that Lucifer rises again in a new form and can unite with Christ as the Holy Spirit—Christ himself foretold this to those around him when he said: “You can be enlightened by the new Spirit, by the Holy Spirit!”—This Holy Spirit is none other than the one through whom it is also understood what Christ actually did. Christ did not merely wish to act; he also wished to be comprehended, to be understood. That is why it is part of Christianity that the Spirit who inspires people—the Holy Spirit—is sent to humanity.
[ 30 ] Pfingsten gehört im geistigen Sinne zu Ostern und ist nicht zu trennen von Ostern. Dieser Heilige Geist ist kein anderer als der wiedererstandene und jetzt in reinerer, höherer Glorie erstandene luziferische Geist, der Geist der selbständigen, der weisheitsvollen Erkenntnis. Diesen Geist hat Christus selber noch für die Menschen prophezeit, daß er erscheine nach ihm, und in seinem Sinne muß fortgewirkt werden. Und was wirkt in seinem Sinne fort? Wenn sie verstanden wird, wirkt in seinem Sinne fort die geisteswissenschaftliche Weltenströmung! Was ist die geisteswissenschaftliche Weltenströmung? Sie ist die Weisheit des Geistes, diejenige Weisheit, die das, was sonst unbewußt bleiben würde im Christentum, zum vollen Bewußtsein herauf hebt.
[ 30 ] In a spiritual sense, Pentecost belongs to Easter and cannot be separated from it. This Holy Spirit is none other than the resurrected Luciferic spirit—now risen in purer, higher glory—the spirit of independent, wise knowledge. Christ himself prophesied this Spirit for humanity, that it would appear after him, and its work must continue in his spirit. And what continues to work in his spirit? When it is understood, the spiritual-scientific world movement continues to work in his spirit! What is the spiritual-scientific world movement? It is the wisdom of the Spirit—the very wisdom that raises to full consciousness that which would otherwise remain unconscious in Christianity.
[ 31 ] Dem Christus trägt voran die Fackel der wiedererstandene Luzifer, der jetzt zum Guten umgewandelte Luzifer. Den Christus selber trägt er. Er ist der Träger des Lichtes, der Christus ist das Licht. Luzifer ist, wie das Wort heißt, der Träger des Lichtes. Das aber soll die geisteswissenschaftliche Bewegung sein, das ist unter ihr zu verstehen. Und diejenigen, welche begriffen haben, daß der Fortschritt der Menschheit abhängt von dem Begreifen des großen Ereignisses von Golgatha, das sind die, welche als die Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen vereinigt sind in der großen führenden Loge der Menschheit. Und wie einstmals als in einem lebendigen Welten-Symbole die feurigen Zungen herniederschwebten auf die Gemeinde, so waltet das, was der Christus selber als den Heiligen Geist gesandt hat, als das Licht über der Loge der Zwölf. Der Dreizehnte ist der Führer der Loge der Zwölf. Der Heilige Geist ist der große Lehrer derjenigen, die wir die Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen nennen. Sie also sind diejenigen, durch die seine Stimme und seine Weistümer in diesem oder jenem Strom auf die Erde zur Menschheit herniederfließen. Was zusammengetragen wird an Weistümern durch die geisteswissenschaftliche Bewegung, um die Welt und die Geister darinnen zu verstehen, das fließt durch den Heiligen Geist in die Loge der Zwölf, und das ist zuletzt das, was die Menschheit zum selbstbewußten freien Verständnis des Christus und des Ereignisses von Golgatha nach und nach bringen wird. So heißt Geisteswissenschaft treiben, verstehen, daß der Christus den Geist in die Welt gesandt hat, so daß es im wahren Christentum liegt, Geisteswissenschaft zu betreiben. Das wird immer mehr und mehr den Menschen klar werden. Dann werden sie einsehen, daß sie in der Geisteswissenschaft etwas haben, was ein positives Lebensgut ist. Die Menschen haben das an der Geisteswissenschaft, daß ihnen Christus nach und nach bewußt wird als der Geist, der die Welt durchleuchtet. Und als Folge wird eintreten, daß die Menschen hier auf diesem Erdenrund, in der physischen Welt in moralischer Beziehung, in Beziehung auf den Willen, in intellektueller Beziehung fortschreiten. Die Welt wird durch das physische Leben hindurch immer vergeistigter und vergeistigter werden. Die Menschen werden besser und stärker und weiser werden und sie werden tiefer und immer tiefer hineinschauen und hinein wollen in die tiefen Untergründe und Quellen des Daseins. Sie werden mitnehmen die Früchte, die sie hier in diesem sinnlichen Leben sich erobern, in das übersinnliche Leben und sie immer wieder zurückbringen aus dem übersinnlichen Leben bei einer neuen Verkörperung.
[ 31 ] Christ is led forward by the torch of the resurrected Lucifer—Lucifer, now transformed for the good. He carries Christ himself. He is the bearer of the light; Christ is the light. Lucifer is, as the word implies, the bearer of light. But this is what the spiritual scientific movement is meant to be; this is what is to be understood by it. And those who have grasped that the progress of humanity depends on understanding the great event of Golgotha—these are the ones who, as masters of wisdom and the harmony of feelings, are united in the great leading lodge of humanity. And just as once, in a living symbol of the world, the fiery tongues descended upon the congregation, so what Christ Himself sent as the Holy Spirit reigns as the light over the Lodge of the Twelve. The Thirteenth is the leader of the Lodge of the Twelve. The Holy Spirit is the great teacher of those whom we call the Masters of Wisdom and the Harmony of Feelings. They, then, are the ones through whom His voice and His wisdom flow down to humanity on Earth in one stream or another. The body of wisdom gathered by the spiritual science movement to understand the world and the spirits within it flows through the Holy Spirit into the Lodge of the Twelve, and this is ultimately what will gradually lead humanity to a self-aware, free understanding of Christ and the event at Golgotha. Thus, to practice spiritual science is to understand that Christ sent the Spirit into the world, so that true Christianity lies in the practice of spiritual science. This will become increasingly clear to people. Then they will realize that in spiritual science they have something that is a positive asset in life. What spiritual science offers people is that they will gradually become aware of Christ as the Spirit who illuminates the world. And as a result, people here on this Earth, in the physical world, will make progress morally, in terms of the will, and intellectually. Through physical life, the world will become more and more spiritual. People will become better, stronger, and wiser, and they will look deeper and ever deeper—and seek to look deeper—into the profound depths and sources of existence. They will carry the fruits they attain here in this sensory life into the supersensory life, and they will bring them back again and again from the supersensory life upon each new incarnation.
[ 32 ] So wird die Erde immer mehr und mehr der Ausdruck ihres Geistes, des Christus-Geistes werden. So wird Geisteswissenschaft nach und nach verstanden werden aus den Grundlagen der Welt heraus. Man wird verstehen, daß sie eine positive reale Macht ist. Heute ist die Menschheit an verschiedenen Punkten nahe daran, den Geist ganz zu verlieren. Schon neulich wurde es im öffentlichen Vortrage gesagt, wie die Menschen heute leiden unter der Furcht vor der Vererbung. Die Furcht vor der erblichen Belastung ist so recht eine Beigabe unseres materialistischen Zeitalters. Aber ist es genug, wenn sich der Mensch der Illusion hingibt: Ich brauche diese Furcht nicht zu haben? Keineswegs reicht das hin. Der Mensch, der sich nicht kümmert um die geistige Welt, der nicht in seine Seele hineingießt, was aus der geisteswissenschaftlichen Bewegung heraus fließen kann, er ist unterworfen dem, was aus der physischen Vererbungslinie kommt. Einzig und allein dadurch, daß der Mensch sich durchsetzt mit dem, was ihm aus der geisteswissenschaftlichen Geistesströmung zukommen kann, macht er sich zum Herrn über das, was herunterfließt aus der Vererbungslinie, macht es zu einem Unbedeutenden und wird Sieger über alles, was in der Außenwelt an den Menschen durch hemmende Mächte herantritt. Nicht dadurch, daß er es hinwegphilosophiert, herausdiskutiert, nicht dadurch, daß er sagt, es gibt einen Geist, gelangt der Mensch zur Herrschaft über das Sinnliche, sondern dadurch, daß er sich mit diesem Geist durchdringt, daß er ihn in sich wirklich aufnimmt, dadurch, daß er wirklich den Willen hat, ihn in allen Einzelheiten kennenzulernen. Dann werden die Menschen in der physischen Welt auch immer gesünder werden durch die Geisteswissenschaft. Denn die Geisteswissenschaft wird selber das Heilmittel werden, welches die Menschen schön und gesund in der physischen Welt macht.
[ 32 ] In this way, the Earth will increasingly become the expression of its Spirit, the Spirit of Christ. In this way, spiritual science will gradually be understood from the very foundations of the world. People will come to understand that it is a positive, real power. Today, humanity is on the verge of losing the Spirit entirely in various respects. Just recently, it was mentioned in a public lecture how people today suffer from the fear of heredity. The fear of hereditary burdens is truly a byproduct of our materialistic age. But is it enough for a person to succumb to the illusion: “I don’t need to have this fear”? That is by no means enough. A person who pays no attention to the spiritual world, who does not imbue their soul with what can flow from the spiritual science movement, is subject to what comes from the physical hereditary line. Only by imbuing themselves with what can come to them from the spiritual current of spiritual science do people become masters over what flows down from the hereditary line, render it insignificant, and triumph over everything in the external world that approaches them through inhibiting forces. It is not by philosophizing it away or debating it out of existence, nor by merely saying that a spirit exists, that a human being attains mastery over the physical world, but rather by allowing this spirit to permeate them, by truly taking it into themselves, and by genuinely having the will to come to know it in every detail. Then, through spiritual science, people in the physical world will also become increasingly healthy. For spiritual science itself will become the remedy that makes people beautiful and healthy in the physical world.
[ 33 ] Noch mehr wird uns die reale Kraft der Geisteswissenschaft klar werden, wenn wir einen Blick darauf werfen, was der Mensch betritt, wenn er durch das Tor des Todes schreitet. Das ist etwas, was der Mensch heute nur sehr schwer einsehen wird. Der Mensch denkt: Wozu brauche ich mich um das zu kümmern, was in der geistigen Welt vorgeht? Wenn ich sterbe, gehe ich ja ohnehin in die geistige Welt, da werde ich schon sehen und hören, was da drinnen ist! — In unzähligen Variationen können Sie das hören, jene bequeme Weise: Ach, was kümmere ich mich vor meinem Tode um das Geistige! Ich werde ja schen, was daran ist; denn das kann ja nichts ändern an meinem Verhältnis zur geistigen Welt, ob ich mich hier damit befasse oder nicht! - So ist es aber nicht. Der Mensch, der so denkt, wird eine finstere und düstere Welt kennenlernen. Es wird sein, wie wenn er nicht viel unterscheiden könne von dem, was Sie beschrieben finden in meinem Buche «Theosophie» von den geistigen Welten. Denn daß der Mensch hier in der physischen Welt seinen Geist und seine Seele verbindet mit der geistigen Welt, das macht ihn erst fähig zu sehen, indem er sich hier darauf vorbereitet. Die geistige Welt ist da; die Fähigkeit, darin zu sehen, müssen Sie sich hier auf der Erde erringen, sonst sind Sie blind in der geistigen Welt. So ist Geisteswissenschaft die Macht, die Ihnen erst die Möglichkeit gibt, überhaupt bewußt in die geistige Welt einzudringen. Wäre der Christus nicht in der physischen Welt erschienen, so würde der Mensch versinken in der physischen Welt, könnte nicht in die geistige Welt eintreten. So aber wird er hinaufgehoben durch den Christus in die geistige Welt, daß er darinnen bewußt wird, darinnen sehen kann. Das hängt davon ab, daß er sich auch zu verbinden weiß mit dem, den der Christus gesandt hat, mit dem Geist; sonst ist er unbewußt. Der Mensch muß sich seine Unsterblichkeit erwerben, denn eine Unsterblichkeit, die unbewußt ist, ist noch keine Unsterblichkeit. Schon der Meiser Eckhart hat daraufhin das schöne Wort gesprochen: Was nützte es dem Menschen, ein König zu sein, wenn er doch nicht weiß, daß er das ist! - Damit hat er aber gemeint: Was nützt dem Menschen alle geistige Welt, ohne daß er weiß, was die geistigen Welten sind. Aneignen können Sie sich das Sehvermögen für die geistige Welt nur in der physischen Welt. Das mögen diejenigen beherzigen, die da fragen: Warum ist denn der Mensch überhaupt heruntergestiegen in die physische Welt? Der Mensch ist heruntergestiegen, damit er hier sehend werden kann für die geistige Welt. Blind würde er bleiben für die geistige Welt, wenn er nicht heruntergestiegen wäre und sich hier das selbstbewußte Wesen angeeignet hätte, mit dem er zurückkehren kann in die geistige Welt, so daß sie jetzt lichtvoll vor seiner Seele liegt.
[ 33 ] The true power of spiritual science will become even clearer to us when we take a look at what a person enters when they pass through the gate of death. This is something that people today will find very difficult to comprehend. People think: Why should I concern myself with what goes on in the spiritual world? When I die, I’ll go into the spiritual world anyway, and then I’ll see and hear for myself what’s in there! — You can hear this in countless variations, that complacent attitude: Oh, why should I worry about the spiritual before I die! I’ll find out what it’s all about when the time comes; after all, whether I concern myself with it here or not, it can’t change my relationship to the spiritual world!” — But that is not the case. The person who thinks this way will come to know a dark and gloomy world. It will be as if they could not distinguish much from what you will find described in my book Theosophy regarding the spiritual worlds. For it is only by connecting their spirit and soul with the spiritual world here in the physical world that people become capable of seeing—by preparing themselves for it here. The spiritual world is there; you must acquire the ability to see into it here on Earth, otherwise you will be blind in the spiritual world. Thus, spiritual science is the power that first gives you the possibility of consciously entering the spiritual world at all. If Christ had not appeared in the physical world, human beings would sink into the physical world and would be unable to enter the spiritual world. But as it is, they are lifted up by Christ into the spiritual world, so that they become conscious within it and can see within it. This depends on their ability to connect with the one whom Christ sent—the Spirit; otherwise, they remain unconscious. Human beings must earn their immortality, for an immortality that is unconscious is not yet true immortality. Meister Eckhart already spoke these beautiful words on this subject: What good would it do a person to be a king if he does not even know that he is one! — By this, however, he meant: What good is the entire spiritual world to a person if he does not know what the spiritual worlds are? You can acquire the ability to see the spiritual world only in the physical world. Let those who ask the following take this to heart: Why did human beings descend into the physical world in the first place? Human beings descended so that they might become able to see the spiritual world here. They would remain blind to the spiritual world if they had not descended and acquired here the self-aware being with which they can return to the spiritual world, so that it now lies radiant before their soul.
[ 34 ] So ist Geisteswissenschaft nicht bloß eine Weltanschauung, sondern sie ist etwas, ohne das der Mensch gar nicht in seinem unsterblichen Teil etwas von den unsterblichen Welten wissen kann. Eine reale Macht ist Geisteswissenschaft, etwas, was als eine Wirklichkeit in die Seele einfließt. Und indem Sie hier sitzen und Geisteswissenschaft treiben, lernen Sie nicht nur etwas wissen, sondern Sie wachsen hinein, etwas zu werden, was Sie sonst nicht sein würden. Das ist der Unterschied zwischen der Geisteswissenschaft und anderen Weltanschauungen. Alle anderen Weltanschauungen beziehen sich auf das Wissen, Anthroposophie bezieht sich auf das Sein des Menschen.
[ 34 ] Thus, spiritual science is not merely a worldview; rather, it is something without which human beings, in their immortal nature, cannot know anything about the immortal worlds. Spiritual science is a real power, something that flows into the soul as a reality. And as you sit here and engage in spiritual science, you are not merely acquiring knowledge; rather, you are growing into something you would not otherwise be. That is the difference between spiritual science and other worldviews. All other worldviews relate to knowledge; anthroposophy relates to the being of the human being.
[ 35 ] Wenn man die Dinge in der richtigen Weise zusammenstellt, wird man sich sagen müssen: Gerade in dieser Beleuchtung erscheint Christus, der Geist und die ganze Geisteswissenschaft in einem innerlichen wesentlichen Zusammenhange. Gegenüber einem solchen Zusammenhange wird alles verschwinden, was heute oberflächlich gesagt werden kann, etwa, daß eine westliche Richtung gegnerisch eingriffe in eine östliche Richtung des Okkultismus. Davon kann keine Rede sein. Es gibt nicht zwei Okkultismen; es gibt nur einen Okkultismus. Und es gibt keinen Gegensatz zwischen westlicher und östlicher Geisteswissenschaft. Eine Wahrheit gibt es nur. Und wenn man uns fragt: Ja, wenn östlicher und westlicher Okkultismus dasselbe ist, warum erkennt man im östlichen Okkultismus den Christus nicht an? Welche Antwort ist darauf zu geben? Die Antwort ist darauf zu geben, daß es nicht an uns ist, darauf zu antworten. Uns obliegt nicht die Pflicht, eine Antwort darauf zu geben; denn wir erkennen den vollen östlichen Okkultismus an. Fragen sie uns: Erkennen wir an, was der östliche Okkultismus über Brahma, über den Buddha sagt? Jawohl, wir erkennen es an. Wir verstehen es, wenn uns gesagt wird, auf diese oder jene Weise ist der Buddha hinaufgestiegen zu seiner Höhe. Keine einzige der östlichen Wahrheiten negieren wir. Wir stehen völlig auf dem Boden, die gesamten östlichen Wahrheiten anzuerkennen, insofern sie positiv sind. Aber soll uns das hindern, das auch noch anzuerkennen, was darüber hinausgeht? Nimmermehr! Wir erkennen an, was der östliche Okkultismus sagt, nur hindert uns das nicht, auch das, was an westlichen Wahrheiten existiert, mit anzuerkennen.
[ 35 ] If one arranges things in the proper way, one will have to conclude: It is precisely in this light that Christ, the Spirit, and the entire science of the spirit appear in an inner, essential connection. In the face of such a connection, everything that can be said superficially today—such as that a Western strand opposes an Eastern strand of occultism—will vanish. There can be no question of that. There are not two forms of occultism; there is only one. And there is no contradiction between Western and Eastern spiritual science. There is only one truth. And if we are asked: “Well, if Eastern and Western occultism are the same, why is Christ not recognized in Eastern occultism?” What answer should be given to that? The answer is that it is not up to us to answer that. It is not our duty to provide an answer to this; for we recognize Eastern occultism in its entirety. Ask us: Do we acknowledge what Eastern occultism says about Brahma, about the Buddha? Indeed, we do. We understand when we are told that, in this or that way, the Buddha ascended to his heights. We do not deny a single one of the Eastern truths. We are fully committed to recognizing all Eastern truths, insofar as they are positive. But should that prevent us from also recognizing what goes beyond them? Never! We recognize what Eastern occultism says, but that does not prevent us from also recognizing the truths that exist in the West.
[ 36 ] Wenn uns erzählt wird, daß es eine niedrige Auffassungsweise der Orientalisten sei, zu sagen, daß der Buddha an Übergenuß von Schweinefleisch zugrunde gegangen sei - wie es die gelehrten Herren anführen -, und wir darüber belehrt werden, daß das seine tiefere Bedeutung hat, die Bedeutung, daß der Buddha denen, die zunächst um ihn herum waren, zuviel der esoterischen Weisheit gegeben hat, so daß er an dieser Überfüllung zunächst eine Art von Karma hatte, wir geben es zu; wir sagen: Selbstverständlich liegen dahinter die tieferen esoterischen Weisheiten, die Ihr behauptet, die Ihr morgenländische Esoteriker seid. - Wenn man uns aber dann sagt, niemand könne begreifen, daß Johannes die Apokalypse unter Blitz und Donner auf Patmos empfangen habe, dann sagen wir: Ein jeder, der da weiß, was damit gemeint ist, der weiß, daß das eine Wahrheit ist. Wir leugnen das eine nicht; aber wir können nicht mitgehen, wenn man leugnen wollte, daß das andere richtig ist. Uns fällt nicht ein, irgend etwas dagegen zu sagen, daß es richtig ist, wenn gesagt wird, der astralische Leib des Buddha ist aufbewahrt worden und später einverleibt worden dem Shankaracharya. Aber uns kann es nicht hindern zu lehren, daß der astralische Leib des Jesus von Nazareth aufbewahrt wurde und in soundsovielen Abbildern erschienen ist und verschiedenen, die damals im Sinne des Christentums gewirkt haben, einverleibt worden ist, wie dem Franz von Assisi oder der Elisabeth von Thüringen. Wir leugnen keine einzige Wahrheit des orientalischen Esoterismus; wir leugnen höchstens das, was er negiert an dem westlichen Esoterismus. Wenn man uns also fragt: Warum wird etwas geleugnet? Warum ist eine Gegnerschaft vorhanden? -So ist es nicht an uns, zu antworten. Denn an uns wäre es zu antworten, wenn wir irgendeine Gegnerschaft in uns hätten. Wir haben keine! Die Pflicht des Antwortens hat derjenige, der etwas leugnet, nicht der, der etwas zugibt. Das ist ganz selbstverständlich. Und von diesem Ausgangspunkte aus werden Sie in den nächsten Wochen dasjenige, was der Zusammenhang ist zwischen Geisteswissenschaft und dem Ereignis von Golgatha, vor Ihre Seele ziehen lassen können, werden in eine höhere Sphäre heben können den ganzen Beruf und die ganze Mission der geisteswissenschaftlichen Weltbewegung dadurch, daß sie die Ausführung ist jener Inspiration, jener Macht, die der Christus als den Geist bezeichnet hat.
[ 36 ] When we are told that it is a narrow-minded view held by Orientalists to say that the Buddha perished from an excess of pork—as the learned gentlemen argue— and we are instructed that this has a deeper meaning—namely, that the Buddha gave too much esoteric wisdom to those who were initially around him, so that this overflow initially created a kind of karma for him—we admit it; we say: Of course, behind this lie the deeper esoteric wisdoms that you, as Eastern esotericists, claim exist. —But when we are then told that no one can comprehend that John received the Apocalypse amid thunder and lightning on Patmos, we say: Anyone who knows what is meant by this knows that it is the truth. We do not deny that one thing; but we cannot go along with anyone who would deny that the other is true. It would never occur to us to say anything against the fact that it is true when it is said that the astral body of the Buddha was preserved and later incorporated into Shankaracharya. But that cannot prevent us from teaching that the astral body of Jesus of Nazareth was preserved and appeared in so many guises and was incorporated into various individuals who were active at that time in the spirit of Christianity, such as Francis of Assisi or Elizabeth of Thuringia. We do not deny a single truth of Eastern esotericism; at most, we deny what it negates regarding Western esotericism. So when we are asked: Why is something denied? Why is there opposition?—it is not up to us to answer. For it would be up to us to answer if we harbored any opposition within ourselves. We have none! The duty to answer lies with the one who denies something, not with the one who acknowledges it. That goes without saying. And from this starting point, over the next few weeks, you will be able to let the connection between spiritual science and the event at Golgotha unfold before your soul; you will be able to elevate the entire calling and mission of the spiritual-scientific world movement to a higher sphere, in that it is the embodiment of that inspiration, that power, which Christ designated as the Spirit.
[ 37 ] So sehen wir, wie Mächte in der Welt zusammenwirken, wie alles, was scheinbar widerstrebend ist dem Fortschreiten der Menschheit, hinterher als eine Wohltat sich erweist. So sehen wir auch, daß in der nachchristlichen Zeit, von Zeitalter zu Zeitalter, der Geist, der den Menschen befreit hat, wieder auftauchen wird in einer neuen Gestalt - der führende Lichtträger Luzifer wird seine Erlösung finden. Denn alles, was im Weltenplane ist, ist gut, und das Böse hat nur seinen Bestand durch eine gewisse Zeit hindurch. Daher glaubt nur der an die Ewigkeit des Bösen, der das Zeitliche mit dem Ewigen verwechselt; und daher kann derjenige das Böse niemals verstehen, der nicht aufsteigt von dem Zeitlichen zu dem Ewigen.
[ 37 ] Thus we see how forces in the world interact, and how everything that appears to stand in the way of humanity’s progress ultimately proves to be a blessing. We also see that in the post-Christian era, from age to age, the spirit that has liberated humanity will reemerge in a new form—the leading bearer of light, Lucifer, will find his redemption. For everything that is part of the world plan is good, and evil exists only for a certain time. Therefore, only those who confuse the temporal with the eternal believe in the eternity of evil; and therefore, those who do not rise from the temporal to the eternal can never understand evil.
