Spiritual-Scientific Anthropology
GA 107
3 May 1909, Berlin
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Spiritual-Scientific Anthropology, tr. SOL
Achtzehnter Vortrag
Eighteenth Lecture
[ 1 ] Nachdem wir vor acht Tagen uns bekanntgemacht haben mit dem, was des Menschen Inneres an ganz bestimmten alltäglichen Einzelheiten zum Ausdruck bringt, im Lachen und Weinen, werden wir uns heute bekanntzumachen haben mit Verhältnissen unserer näheren und weiteren Umgebung, von denen dieses Innere des Menschen, und damit überhaupt die ganze Entwicklung des Menschen, in einer gewissen Beziehung abhängt. Menschenkunde im weitesten Umfangeist ja das gewesen, was wir in diesem Winter hier in den Zweigvorträgen getrieben haben, und Menschenkunde auf den verschiedensten Gebieten soll es auch weiterhin sein, was uns beschäftigen wird. Wenn Sie einmal ein wenig Umschau halten in Ihrem Wissen über die irdischen Verhältnisse, dann werden Sie sich von vornherein auch bei einer verhältnismäßig oberflächlichen Betrachtung sagen, daß der Mensch unter verschiedenen Erdstrichen, in verschiedenen Gebieten unserer Erde, eine verschiedene Gestaltung annimmt. Die äußerlichen körperlichen Eigenschaften unterscheiden sich nach den verschiedenen Landesgebieten unserer Erde. Erinnern Sie sich daran, wie es «Rassen» gibt, die schwarze, rote, gelbe und weiße Rasse, und wie diese Rassen ursprünglich verknüpft sind mit gewissen Gebieten unserer Erde. Sie finden das auch bestätigt, wenn Sie in Ihr geschichtliches Wissen zurückblicken, sei es in bezug auf das, was heute die Schule gibt aus der Betrachtung der rein physisch-materiellen Verhältnisse heraus, sei es das, was wir schon kennengelernt haben durch die anthroposophische Wissenschaft selber. Da blicken wir zurück in ferne Vergangenheit und sehen, wie sich des Menschen Seele, und eigentlich auch des Menschen Leib, in den verschiedenen Epochen der Erdentwicklung entfaltet hat. Wir haben ja auf den Gebieten der Geisteswissenschaft zurückgeblickt in das uralte Indien, in das alte Persien, Ägypten und so weiter. Wir haben gesehen, wie die einzelnen Fähigkeiten, die die Menschheit heute hat, nach und nach erst aufgeblüht sind. Das alles gibt Ihnen schon einen Begriff davon, wie äußere Verhältnisse zusammenhängen mit der Entfaltung der inneren menschlichen Wesenheit. Nun fragen wir uns einmal: Wenn schon die heutigen Verhältnisse unserer Erde eine solche menschliche Verschiedenheit bewirken, was muß erst an Verschiedenheiten im Menschen bewirkt worden sein seit dem Beginn unserer Erdenentwicklung, als die Erdenentwicklung eigentlich erst begann, nachdem sie durch die Saturn-, Sonnen- und Mondenentwicklung hindurchgegangen war? Wir haben verschiedenes daraus beschrieben. Wir werden aber das, was wir heute zu beschreiben haben, wiederum von einem anderen Gesichtspunkt aus betrachten. Denn gerade dadurch lernen wir die Verhältnisse des Menschenwesens kennen, daß wir sie immer von neuen Gesichtspunkten aus betrachten.1Siehe Sonderhinweis
[ 1 ] After we familiarized ourselves eight days ago with how a person’s inner life is expressed through very specific everyday details—in laughter and tears—we will now turn our attention to the conditions of our immediate and broader surroundings, on which this inner life, and thus a person’s entire development, depends to a certain extent. The study of humanity in its broadest sense has indeed been the focus of our series of lectures here this winter, and the study of humanity in its most diverse fields will continue to be what occupies us. If you take a moment to survey your knowledge of earthly conditions, you will realize right away—even upon a relatively superficial examination—that human beings take on different forms in different regions of our Earth. Outward physical characteristics differ according to the various regions of our Earth. Recall how there are “races”—the black, red, yellow, and white races—and how these races are originally linked to certain regions of our Earth. You will find this confirmed as well when you look back at your knowledge of history—whether it be what is taught in schools today based on a purely physical and material perspective, or what we have already learned through anthroposophical science itself. There we look back into the distant past and see how the human soul—and indeed the human body as well—has unfolded throughout the various epochs of Earth’s development. In the fields of spiritual science, we have looked back at ancient India, ancient Persia, Egypt, and so on. We have seen how the individual abilities that humanity possesses today gradually came into being. All of this already gives you an idea of how external conditions are connected to the unfolding of the inner human being. Now let us ask ourselves: If even the current conditions on our Earth bring about such human diversity, what kind of differences in human beings must have been brought about since the beginning of our Earth’s evolution—when Earth’s evolution had actually only just begun, after it had passed through the Saturn, Sun, and Moon stages? We have described various aspects of this. However, we will again consider what we have to describe today from a different perspective. For it is precisely by viewing the conditions of the human being from ever-new perspectives that we come to understand them.1See Special Note
[ 2 ] Als diese Erde im Beginne ihrer Entwicklung war, da war sie ja noch, wie Sie wissen, mit Sonne und Mond ein Körper. Damals mußten also die Verhältnisse innerhalb unserer ganzen Entwicklung durchaus andere sein. Wie ganz anders mußte der Mensch sein, der sich innerhalb unserer Erdenentwicklung entfaltete, als die Erde noch mit der Sonne verbunden war; und wiederum wie anders mußte der Mensch werden, als erst die Sonne und dann auch noch der Mond sich von der Erde lostrennten! Nun wissen wir ja, daß die Zeit, nach welcher sich die Sonne und der Mond abgetrennt hatten von der Erde, auch die Zeit der sogenannten lemurischen Entwicklung ist, in der der Mensch im Grunde genommen erst angefangen hat, spärlich angefangen hat, eine Gestalt zu bekommen, die einigermaßen ähnlich mit seiner heutigen ist. Wir haben das öfters so ausgedrückt, daß wir sagten: Eigentlich ist erst damals der Mensch von höheren Regionen auf die Erde herabgestiegen. Als die Sonne noch mit der Erde verbunden war, war der Mensch zwar auch in einem physischen Leib, aber nicht in einem solchen wie heute. Damals war er etwa so in einem physischen Leibe, wie wenn Sie sich denken würden, daß der Mensch heute nicht mit seinen Füßen auf der Erde stände, sondern sich in die Luft erhöbe, und daß er ferner keine Knochenbestandteile in sich hätte, sondern noch der Luft- und der Wasserregion angehörte, wobei wir uns das Wasser in der Luft aufgelöst vorstellen müssen. Da würde er sich wie ein durchsichtiges Wesen im Umkreis der Erde befinden. Ein heutiges Auge würde diesen Menschen nicht unterscheiden können von seiner Umgebung, wie etwa ein heutiges Auge auch gewisse Meerestiere nicht von ihrer Umgebung unterscheiden kann, weil sie im Grunde geradeso aussehen wie ihre Umgebung. Wie ein durch die Luft hinhuschendes Wesen kann man sich einen solchen Menschen vorstellen. Erst nach der Sonnen- und Mondentrennung ist der Mensch so geworden, wie wir ihn heute kennen. Was war denn die Bedingung, daß sich der Mensch zu dem entwickeln konnte, was er heute ist? Dazu war notwendig, daß die Sonnenkraft nicht von innen heraus, sondern von außen her auf die Erde wirkte. Das war ja der Sinn der Sonnen- und auch der Mondentrennung, daß diese beiden Weltenkörper ihre Kräfte, wie die Sonne ihr Licht, von außen her der Erde zusandten. Nur dadurch konnte der Mensch seine heutige Gestalt bekommen, daß ihn nicht das Licht der Sonne von unten herauf, vom Mittelpunkte des Weltenkörpers aus, sondern von der Seite her bestrahlte. Denken Sie sich, wenn wir eine solche Hypothese annehmen wollten, daß der Mond heute wieder auf die Erde zurückfallen würde, die Sonne sich wieder mit der Erde vereinigte: Dann müßte der Mensch, wenn er bestehen wollte, wieder einen Körper um sich herumlegen, der luftig wäre wie damals; er müßte sich wie ein hinhuschendes Wesen benehmen können in der Umgebung, in der er heute heimisch ist. So verdankt der Mensch sein gegenwärtiges Dasein der Bestrahlung von Sonne und Mond von außen. Wir wollen heute dabei von allen anderen Kräften absehen.
[ 2 ] As you know, when this Earth was in the early stages of its development, it was still a single body with the Sun and the Moon. So back then, the conditions within our entire development must have been quite different. How very different must the human being have been who unfolded within our Earth’s evolution when the Earth was still connected to the Sun; and how different, in turn, must the human being have become when first the Sun and then the Moon separated from the Earth! Now we know, of course, that the period following the separation of the Sun and the Moon from the Earth is also the period of the so-called Lemurian evolution, during which human beings, in essence, only began—albeit very tentatively—to take on a form somewhat similar to their present one. We have often expressed this by saying: It was actually only then that human beings descended from higher regions to Earth. When the Sun was still connected to the Earth, human beings were indeed in a physical body, but not one like the one they have today. At that time, their physical body was roughly like this: imagine that a person today did not stand with their feet on the Earth, but rose into the air, and furthermore, did not have any bone structure within them, but still belonged to the regions of air and water—whereby we must imagine the water dissolved in the air. There, they would exist like a transparent being in the vicinity of the Earth. A modern eye would be unable to distinguish this human being from their surroundings, just as a modern eye cannot distinguish certain sea creatures from their surroundings, because they essentially look just like their surroundings. One can imagine such a human being as a being gliding through the air. It was only after the separation of the Sun and the Moon that human beings became as we know them today. What, then, was the condition that allowed human beings to develop into what they are today? For this to happen, it was necessary for the Sun’s power to act upon the Earth not from within, but from without. That was, after all, the purpose of the separation of the Sun and the Moon: that these two celestial bodies would send their forces—just as the Sun sends its light—to the Earth from the outside. It was only through this that human beings could take on their present form—because the light of the Sun did not shine up from below, from the center of the celestial body, but rather from the side. Imagine, if we were to accept such a hypothesis—that the Moon would fall back onto the Earth today, and the Sun would reunite with the Earth—then, if humanity were to survive, it would have to surround itself once again with a body as airy as it was back then; it would have to be able to behave like a fleeting being in the environment in which it now lives. Thus, humankind owes its present existence to the radiation of the sun and moon from the outside. Today, let us set aside all other forces.
[ 3 ] Nun wirken aber Sonne und Mond in verschiedener Weise von außen. Wie anders wirkt die Sonne in der Gegend des Nordpols und wie anders am Äquator. Da erhalten wir ein Bild von gewaltigen Unterschieden, die einen Sinn bekamen von dem Augenblick an, als die Sonne von außen die Erde bestrahlte. Sie wissen ja, je weiter wir nach dem Nordpol gehen, desto verschiedener sind die Verhältnisse, die in bezug auf Winter und Sommer herrschen. Und am Nordpol zum Beispiel ist geradezu ein halbes Jahr Tag und ein halbes Jahr Nacht. Wenn Sie diese Verhältnisse ins Auge fassen, wird Ihnen erklärlich erscheinen, was die Geisteswissenschaft über diese Dinge zu berichten weiß. Sie weiß darüber zu sagen, daß gerade um den Nordpol herum die Verhältnisse der Erde in der lemurischen Zeit noch am allerähnlichsten waren denjenigen Verhältnissen, wie sie auf der Erde bestanden, als noch Sonne und Mond mit ihr vereinigt waren. Heute sind allerdings diese Verhältnisse noch ganz andere geworden. Aber selbst heute gilt das noch in einer gewissen Beziehung, daß um den Nordpol herum der stärkste Einfluß vorhanden ist vom Mittelpunkte der Erde auf ihre Oberfläche und daß dort die Einflüsse von Sonne und Mond die allergeringsten sind. Was sich seit der lemurischen Zeit geltend gemacht hat, daß die Bestrahlung von außen einen so großen Einfluß gewonnen hat, das hat sich am geringsten erfüllt um den Nordpol herum, so daß also die Wirkung des Innern der Erde auf die Oberfläche und auf alles, was auf der Oberfläche lebt, am größten ist um den Nordpol herum. Dagegen ist der Einfluß von Sonne und Mond am allerstärksten um den Äquator herum. Das war schon in den lemurischen Zeiten so. Aus der Akasha-Chronik können wir konstatieren, daß die Verhältnisse auf der Erde völlig neue geworden sind durch die Trennung von Sonne und Mond. Dadurch aber bildete sich auch eine ganz bestimmte Wirkung heraus. Es entstand etwas, was für die ganze Entwicklung der Erde von einer grundlegenden Bedeutung ist. Um den Nordpol herum war es gerade aus diesem Grunde dem Menschen am wenigsten möglich, können wir sagen, herunterzusteigen und sich in einer physischen Menschengestalt so zu inkarnieren, daß er in ihr seinen besten Ausdruck fand. Daher war in der alten lemurischen Zeit gerade am Nordpol der Erde die Versammlung derjenigen Wesenheiten, welche, wenn ich mich so ausdrücken darf, noch keinen Anspruch darauf machten, ganz tief auf die Erde herabzusteigen, denen es mehr zusagte, oben zu bleiben in den Regionen, wo die Luft mit Wasserdunst durchzogen war. Wir haben also um den Nordpol herum in den lemurischen Zeiten eine Art Geistergeschlecht, das sich nicht viel kümmerte um die physischen Leiber, die da unten auf der Erde herumwimmelten, ein Geschlecht, das in geistiger Beziehung für ein heutiges Auge aus durchsichtigen und daher nicht eigentlich sichtbaren Gestalten bestand, die als solche hoch ausgebildet waren, aber in bezug auf ihre physischen Gestalten eine niedere Menschlichkeit zeigten. Sie lebten in einem Ätherleibe, sie waren mehr ätherische Wesenheiten und standen in einem losen Verhältnis zu den primitiven Leibern, die sich unten auf der Erde entwickelten und auch noch keine besondere Dichtigkeit hatten. Diese Leiber waren zu sehr von der Erde abhängig, und nur im geringsten Grade wurden sie von den geistig höherstehenden Wesenheiten als ihre Hüllen benutzt. Wenn daher ein heutiger Mensch mit seinem sinnlichen Anschauungsvermögen den Nordpol hätte besuchen können zur Zeit der Lemurier, so hätte er von der Bevölkerung dort sich etwa folgendes gesagt: Eine ganz merkwürdige Bevölkerung das! Die Leute sind eigentlich ganz unvollkommen ausgebildet in bezug auf ihre physischen Leiber, aber es muß damit doch etwas Besonderes zusammenhängen, denn die Bevölkerung ist geschickt, ist intelligent, es ist, wie wenn sie an Fäden von oben herab dirigiert würde! - Ja, so war es dort, weil der eigentliche Mensch nicht herunterstieg auf die Oberfläche der Erde. Deshalb waren damals die Menschen um den Nordpol im höchsten Grade ätherische Wesenheiten mit hoch ausgebildeten Ätherleibern, aber wenig entwickelten physischen Leibern, Wesenheiten, die sozusagen alle Weisheit der Welt wie durch hohe hellseherische Kräfte in ihren Ätherleibern sich vergegenwärtigen konnten, die da hinausschauten zum Sternenhimmel und begriffen, was für Wesenheiten in den Weltenweiten den Raum belebten. Aber schläfrig, möchte man fast sagen, waren ihre physischen Leiber. Dennoch, weil sie wie an Fäden von oben dirigiert wurden, verrichteten sie ganz intelligente Taten.
[ 3 ] But the sun and moon exert their influence in different ways from the outside. How differently the sun acts in the region of the North Pole compared to the equator! This gives us a picture of enormous differences that began to make sense from the moment the sun began to shine on Earth from outside. As you know, the farther we go toward the North Pole, the more different the conditions are with regard to winter and summer. And at the North Pole, for example, there is literally half a year of day and half a year of night. If you consider these conditions, what spiritual science has to say about these matters will become clear to you. It tells us that, particularly around the North Pole, the conditions on Earth during the Lemurian epoch were still most similar to those that existed on Earth when the Sun and Moon were still united with it. Today, however, these conditions have become quite different. But even today, it is still true in a certain sense that around the North Pole the strongest influence from the Earth’s center on its surface is present, and that there the influences of the Sun and Moon are the very weakest. What has come to pass since the Lemurian era—namely, that external radiation has gained such a great influence—has been least evident around the North Pole; thus, the effect of the Earth’s interior on the surface and on everything living on the surface is greatest around the North Pole. In contrast, the influence of the Sun and Moon is strongest around the equator. This was already the case in Lemurian times. From the Akashic Records, we can conclude that conditions on Earth became entirely new as a result of the separation of the Sun and Moon. This, however, also gave rise to a very specific effect. Something arose that is of fundamental importance for the entire development of the Earth. It was precisely for this reason that, around the North Pole, it was least possible for human beings—so to speak—to descend and incarnate in a physical human form in such a way that they found their best expression within it. Consequently, in the ancient Lemurian era, it was precisely at the North Pole of the Earth that there was a gathering of those beings who—if I may put it this way—had not yet felt the need to descend very deeply onto the Earth, but preferred to remain above in the regions where the air was permeated with water vapor. So, around the North Pole during the Lemurian era, there was a kind of spirit race that paid little attention to the physical bodies swarming down there on Earth—a race that, from a spiritual perspective, appeared to modern eyes as transparent and therefore not actually visible forms, which were highly developed as such, but in terms of their physical forms displayed a lower form of humanity. They lived in an etheric body; they were more etheric beings and maintained a loose connection to the primitive bodies that were developing down on Earth and had not yet attained any particular density. These bodies were too dependent on the earth, and the spiritually higher beings used them as their vehicles only to a very limited extent. Therefore, if a person today, with his or her sensory perception, had been able to visit the North Pole during the time of the Lemurians, he or she would have said something like the following about the population there: “What a most peculiar population that is! These people are actually quite underdeveloped in terms of their physical bodies, but there must be something special about them, for the population is skilled and intelligent—it is as if they were being directed from above by strings! —Yes, that is how it was there, because the true human being had not yet descended to the Earth’s surface. That is why, at that time, the people around the North Pole were, to the highest degree, etheric beings with highly developed etheric bodies but poorly developed physical bodies, beings who, so to speak, could bring all the wisdom of the world to life in their etheric bodies through high clairvoyant powers, who looked out at the starry sky and understood what kinds of beings animated space throughout the vastness of the worlds. But their physical bodies were, one might almost say, dormant. Nevertheless, because they were guided from above as if by strings, they performed highly intelligent deeds.
[ 4 ] Dagegen war es in den äquatorialen Gegenden anders. Da wurde der Einfluß von Sonne und Mond von außen eben reger und immer reger. Die Luft wurde sozusagen von den Sonnenstrahlen durchsetzt, durchwärmt. Alle diejenigen Erscheinungen, die in der Luftregion sich abspielten, wurden abhängig von Sonne und Mond. Und die Folge war, daß in diesen Gegenden gerade im alten Lemurien die Menschen am tiefsten herunterstiegen in ihre physischen Leiber, daß da die ätherischen Leiber am tiefsten die physischen Leiber durchsetzten. Wiederum würde ein heutiger Mensch mit sinnlichen Augen diese Wesen als die höchst entwickelten physischen Menschengestalten hinnehmen, während er die nördlichen Völkerschaften hinstellen würde als solche, die wenig entwickelt sind. Noch ein anderer Unterschied ergab sich, der besonders wesentlich ist.
[ 4 ] In the equatorial regions, however, the situation was different. There, the influence of the sun and moon from outside became more and more active. The air was, so to speak, permeated and warmed by the sun’s rays. All the phenomena taking place in the atmospheric region became dependent on the sun and the moon. And the result was that in these regions—particularly in ancient Lemuria—human beings descended deepest into their physical bodies, so that the etheric bodies permeated the physical bodies to the greatest extent. Conversely, a person today, looking with physical eyes, would regard these beings as the most highly developed physical human forms, while viewing the northern peoples as those who are less developed. Another difference arose that is particularly significant.
[ 5 ] Da, wo die Sonne den geringsten Einfluß hatte, entwickelten sich die Menschen so, daß sie im Grunde genommen über weite Gebiete hin einer wie der andere aussahen. Denn von denjenigen Wesenheiten, die da nicht herunterstiegen und noch ätherisch waren, von denen gehörte immer eine ätherische Wesenheit zu vielen da unten. Es waren Gruppenseelen da oben, während die Seelen um den Äquator herum viel mehr Individualseelen waren, viel mehr jede einzelne in ihrem Leibe war. Also im denkbar höchsten Grade standen die Bewohner derjenigen Gegenden, die wir heute um den Nordpol herum sehen, in der lemurischen Zeit im Zeichen der Gruppenseelenhaftigkeit. Eine ganze Anzahl von Menschen sah hinauf zu ihrer Gruppenseele. Und wenn wir diese Gruppenseelen als Seelen betrachten, so waren sie viel höher entwickelt als die Seelen, die in der lemurischen Zeit in den Äquatorgegenden hineinzogen in die physischen Leiber. Wir können also sagen: Um den Nordpol wohnte eine Bevölkerung, die wir eigentlich, wie in einer Art Paradies, in den Luftregionen zu suchen haben, die noch nicht heruntergestiegen war bis zur Erde. Was wir so begriffen haben als etwas, das wie eine notwendige Folge erscheint von dem, was wir früher schon kennengelernt haben, vergleichen Sie das jetzt mit dem, was Ihnen da oder dort in der theosophischen Literatur entgegentritt: daß jene höheren Wesenheiten, die einst die Lehrer der Menschheit waren, hinuntergestiegen sind aus einer kalten nördlichen Region! Wir haben sie jetzt förmlich gefunden, die Gruppenseelen um den Nordpol herum. Wollten sie Lehrer werden derer, die geringere Seelen waren und mehr in die physischen Leiber hineingingen, so mußten sie auch mehr hinuntersteigen und in ihrem Ätherleibe dem hellscherischen Vermögen der lemurischen Zeit entgegentreten, oder sie mußten eben durch ein Opfer die physische Menschengestalt der lemurischen Bevölkerung annehmen.
[ 5 ] Where the sun had the least influence, human beings developed in such a way that, essentially, they all looked alike across vast regions. For among those beings who had not descended there and were still ethereal, one ethereal being always belonged to many down below. There were group souls up there, whereas the souls around the equator were much more individual souls—each one was much more fully present in its own body. Thus, to the highest conceivable degree, the inhabitants of those regions that we see today around the North Pole were, during the Lemurian epoch, characterized by group soul-ness. A whole host of people looked up to their group soul. And if we regard these group souls as souls, they were far more highly developed than the souls that entered physical bodies in the equatorial regions during the Lemurian epoch. We can therefore say: Around the North Pole dwelt a population that we must actually seek, as in a kind of paradise, in the aerial regions—a population that had not yet descended to Earth. What we have thus come to understand as something that appears to be a necessary consequence of what we have already learned—compare this now with what you encounter here and there in theosophical literature: that those higher beings who were once the teachers of humanity descended from a cold northern region! We have now formally identified them: the group souls around the North Pole. If they wished to become teachers of those who were lesser souls and entered more fully into physical bodies, they also had to descend further and, in their etheric bodies, confront the hellish conditions of the Lemurian era; or they simply had to make a sacrifice and assume the physical human form of the Lemurian population.
[ 6 ] Wenn wir eine Reise gemacht hätten in der lemurischen Zeit vom Äquator nach dem Nordpol hin, so würden wir eine Vergeistigung der Erdenbevölkerung gefunden haben. Wir können in dieser Zeit gleichsam zwischen einer zweifachen Bevölkerung unterscheiden: einer noch geistig gebliebenen Art, der im Grunde ihre irdische Leiblichkeit nur wie ein Zusatz zu ihrer geistigen Wesenheit erschien und einer anderen, schon ins Materielle, ins Physische hinuntergegangenen Bevölkerung. Was wäre geschehen, wenn nun keine Veränderung innerhalb der Erdenentwicklung eingetreten wäre? Dann hätten überhaupt die besten der Seelen der polarischen Länder nicht hineinsteigen können in eine physische Körperlichkeit. Und auf der anderen Seite wäre sozusagen die Bevölkerung um den Äquator herum mehr oder weniger dem Untergange verfallen. Weil sie zu früh in eine physische Leiblichkeit hinuntergestiegen war, verfiel sie ja gerade in jene Laster und Untugenden, die zum Untergange von Lemurien geführt haben. Und die Folge war, daß der beste Teil der Bevölkerung auswanderte in jene Gegenden, die zwischen dem Äquator und den nördlichen Ländern lagen. Denn in den lemurischen Zeiten haben wir die zukunftssichersten Glieder der Menschheit in den Zwischenländern zwischen dem Äquator und dem Nordpol. Gerade am besten entwickelten sich die Menschenleiber, die dann wieder Träger werden konnten der besten Menschenseelen, in jenen Gegenden der alten Atlantis, die in der heute sogenannten gemäßigten Zone lagen.
[ 6 ] If we had traveled from the equator to the North Pole during the Lemurian era, we would have found the Earth’s population to have become spiritualized. We can, as it were, distinguish between two types of people during this period: one that had remained spiritual—for whom their earthly physicality essentially appeared merely as an addition to their spiritual nature—and another that had already descended into the material, into the physical. What would have happened if no change had occurred in the course of Earth’s evolution? Then even the best of the souls from the polar regions would not have been able to enter into a physical body at all. And on the other hand, the population around the equator would, so to speak, have fallen more or less into ruin. Because they had descended into physical embodiment too early, they fell precisely into those vices and vices that led to the downfall of Lemuria. And the result was that the best part of the population migrated to those regions lying between the equator and the northern lands. For in the Lemurian era, the most promising members of humanity were found in the intermediate regions between the equator and the North Pole. It was precisely in those regions of ancient Atlantis—which lay in what is today called the temperate zone—that human bodies developed most favorably, enabling them to once again become vessels for the finest human souls.
[ 7 ] Nun bleiben von allen verschiedenen Entwicklungsstufen ja sozusagen Reste zurück, und auch von diesen alten Zeiten sind Reste zurückgeblieben. Zwar von dem, was wir die lemurische Bevölkerung der Erde nennen, jene eigentümliche Bevölkerung des Nordens, die stark entwickelte Ätherleiber und wenig entwickelte physische Leiber hatte, und jene andere äquatoriale Bevölkerung, die stark ausgebildete physische Leiber und wenig entwickelte Ätherleiber hatte, von denen ist nichts zurückgeblieben, die sind untergegangen. Denn diese Leiber waren so, daß wir nicht einmal die Überreste finden können; die Substanz war noch so weich, daß von Überresten nicht die Rede sein kann. - Bei ihren Nachkommen in der Atlantis handelte es sich vorzugsweise darum, daß der Keim des Ichs, des Selbstbewußtseins, der ja im Grunde genommen schon von der alten lemurischen Zeit her veranlagt war, immer mehr und mehr herauskam, sich immer mehr auf der Erde entwickelte. Wären die Menschen nicht zu einem großen Teil hinübergezogen nach der Atlantis, so hätte es nicht zu einer regen Ich-Entwicklung kommen können. Denn die lemurische Bevölkerung wäre nach und nach untergegangen, sie hätte allen Leidenschaften verfallen müssen, und die besten Seelen des Nordens wären überhaupt nicht auf die Erde heruntergestiegen, denn sie hätten keine passenden Leiber finden können. Die unvollkommenen Leiber von früher hätten ihnen nicht die Möglichkeit bieten können, ein starkes Selbstgefühl innerhalb der Leiblichkeit zu entwickeln. Dadurch, daß die besseren Teile der lemurischen Bevölkerung nach Atlantis auswanderten, gestaltete sich der menschliche Leib zu einer solchen Form um, daß er der Träger des Selbstbewußtseins im richtigen Maße werden konnte. Und in den Gebieten der heutigen gemäRigten Zone erlangte der Menschenleib erst allmählich diese Form. Denn in diesen Entwicklungszeiten gestaltete sich der menschliche Leib noch immer um. In der atlantischen Zeit war der menschliche Leib noch nicht wie heute in feste Formen gebannt, sondern es war noch so, daß geistig schr bedeutende, hochentwickelte Menschen in der damaligen Zeit physisch klein waren, kleine Menschen waren. Dagegen hatte der, der geistig nicht sehr bedeutend war, in der atlantischen Zeit einen riesig entwickelten physischen Körper. Und man konnte, wenn man damals einem solchen Riesen begegnete, sich sagen: Der steht auf keiner sehr hohen Stufe der Geistigkeit, denn der ist mit seiner ganzen Wesenheit in den Leib hineingerannt! - Alles, was in den Sagen von den «Riesen» enthalten ist, beruht durchaus auf Erkenntnis der Wahrheit. Wenn daher in den germanischen Sagen eine wirkliche Erinnerung an jene Zeiten erhalten ist, so empfinden wir es vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus als etwas durchaus Richtiges, daß die Riesen dumm sind und daß die Zwerge eigentlich sehr gescheit sind. Das beruht durchaus darauf, daß man von der atlantischen Bevölkerung sagen konnte: Da sind kleine Leute, da ist eine große Intelligenz zu Hause; dort hingegen ist ein großer Menschenschlag, und die sind alle dumm! Wo die menschliche Intelligenz ins Fleisch gegangen war, da war geistig nicht sehr viel zurückgeblieben. So daß physische Größe der Ausdruck dafür war, daß die Geistigkeit nicht zurückbehalten werden konnte. Es war der Körper in gewisser Weise damals noch durchaus verwandlungsfähig. Gerade in der Zeit, als die Atlantis anfing unterzugehen, da war ein großer Unterschied zwischen den Menschen, die gut waren in ihren seelischen Eigenschaften und die ein kleiner Menschenschlag waren gegenüber den Riesengestalten, welche lasterhaft waren, bei denen alles ins Fleisch gegangen war. Sogar in der Bibel könnten Sie noch Nachklänge dieser Tatsache finden, wenn Sie sie suchen wollten.
[ 7 ] Well, remnants remain, so to speak, from all the various stages of development, and remnants have also been left behind from those ancient times. Admittedly, of what we call the Lemurian population of the Earth—that peculiar population of the North, which had highly developed etheric bodies and poorly developed physical bodies, and that other equatorial population, which had highly developed physical bodies and poorly developed etheric bodies—nothing remains of them; they have perished. For these bodies were such that we cannot even find their remains; the substance was still so soft that there can be no question of any remains. — As for their descendants in Atlantis, the main point was that the seed of the “I,” of self-consciousness—which, after all, had already been predisposed since the ancient Lemurian era—emerged more and more, developing ever further on Earth. Had people not, for the most part, migrated to Atlantis, there could not have been such vigorous development of the “I.” For the Lemurian population would have gradually perished; it would have succumbed to all manner of passions, and the finest souls of the North would not have descended to Earth at all, since they would not have been able to find suitable bodies. The imperfect bodies of earlier times would not have offered them the opportunity to develop a strong sense of self within their physical existence. Because the better elements of the Lemurian population migrated to Atlantis, the human body transformed into a form capable of becoming the bearer of self-consciousness to the proper degree. And in the regions of today’s temperate zone, the human body only gradually attained this form. For during these periods of development, the human body was still undergoing transformation. In the Atlantean era, the human body was not yet fixed in rigid forms as it is today; rather, it was still the case that spiritually significant, highly developed people of that time were physically small—they were small people. In contrast, those who were not very spiritually significant in the Atlantean era had a physically enormous body. And if one encountered such a giant back then, one could say to oneself: “This person does not stand on a very high level of spirituality, for he has poured his entire being into his body!” - Everything contained in the legends about the “giants” is based entirely on an understanding of the truth. Therefore, if a genuine memory of those times has been preserved in the Germanic legends, we perceive it—from the standpoint of spiritual science—as entirely accurate that the giants are stupid and that the dwarves are actually very clever. This is entirely due to the fact that one could say of the Atlantean population: Here are small people, yet they possess great intelligence; there, on the other hand, is a race of great people, and they are all stupid! Where human intelligence had entered the flesh, not much of the spiritual had remained behind. Thus, physical size was an expression of the fact that spirituality could not be held back. In a certain sense, the body was still quite capable of transformation back then. Precisely at the time when Atlantis began to sink, there was a great difference between the people who were good in their soul qualities—and who were of small stature—and the giant figures who were depraved, in whom everything had become embodied. You could even find echoes of this fact in the Bible, if you were to look for them.
[ 8 ] Also wir sehen, wie der menschliche Leib in der atlantischen Zeit sich noch gestalten konnte nach den geistigen Eigenschaften. Daher konnte er auch die Gestalt annehmen, die ihn befähigte, alle Organe, das Herz, das Gehirn und so weiter, so zu bauen, daß sie der Ausdruck wurden für ein eigentliches Ich-Wesen, für ein selbstbewußtes Wesen. Nun aber entwickelten sich diese Fähigkeiten und auch diese Eigenschaften in den mannigfaltigsten Graden. Es gab Menschen, die gerade recht waren in bezug auf ihre Innerlichkeit, gerade normal, die den Egoismus nicht auf eine zu starke Höhe gebracht und auch das Ich-Gefühl nicht nur auf eine niedere Art ausgebildet hatten. Bei ihnen hielten sich die Hingabe an die Außenwelt und das Ich-Gefühl die Waage. Solche Leute waren überall verstreut. Das waren aber diejenigen, mit denen die atlantischen Eingeweihten am meisten machen konnten. Dagegen gab es andere Menschen, bei denen ein furchtbar starkes Ich-Gefühl ausgebildet war, viel zu früh natürlich; denn die Menschen waren noch nicht so weit, daß sie in ihrem Körper ein Instrument bilden konnten für ein stark ausgebildetes Ich-Gefühl. Der Körper wurde dadurch sozusagen in Egoität verhärtet, es war ihm unmöglich, sich über einen gewissen Grad hinaus zu entwickeln. Andere Völker wieder waren nicht bis zu einem gewissen normalen Ich-Gefühl gekommen, weil sie in einem höheren Grade von der Außenwelt beeinflußbar waren, als sie es hätten sein sollen, Völker, die ganz hingegeben waren an die Außenwelt. Also die Normalmenschen waren für die Eingeweihten am besten zu brauchen als Material für die Zukunftsentwicklung, und sie waren auch diejenigen, welche der große Sonnen-Eingeweihte, der Manu, um sich sammelte als das entwicklungsfähigste Volk. Diejenigen Völker, bei denen der Ich-Trieb zu stark entwickelt war und von innen heraus den ganzen Menschen durchdrang und ihm die Ichheit, die Egoität aufprägte, die wanderten allmählich nach Westen, und das wurde die Bevölkerung, die in ihren letzten Resten auftritt als die indianische Bevölkerung Amerikas. Die Menschen, welche ihr Ich-Gefühl zu gering ausgebildet hatten, wanderten nach dem Osten, und die übriggebliebenen Reste von diesen Menschen sind die nachherige Negerbevölkerung Afrikas geworden. Bis in die körperlichen Eigenschaften hinein tritt das zutage, wenn man die Dinge wirklich geisteswissenschaftlich betrachtet. Wenn der Mensch sein Inneres ganz ausprägt in seiner Physiognomie, in seiner Körperoberfläche, dann durchdringt das gleichsam mit der Farbe der Innerlichkeit sein Äußeres. Die Farbe der Egoität ist aber die rote, die kupferrote oder auch die gelblichbraune Farbe. Daher kann tatsächlich eine zu starke Egoität, die von irgendeinem gekränkten Ehrgefühl herrührt, auch heute noch den Menschen von innen heraus sozusagen gelb vor Ärger machen. Das sind Erscheinungen, die durchaus miteinander zusammenhängen: die Kupferfarbe derjenigen Völker, die nach Westen hinübergewandert waren, und das Gelb bei dem Menschen, dem die «Galle überläuft», wie man sagt, dessen Inneres sich daher bis in seine Haut ausprägt. Diejenigen Menschen aber, die ihre Ich-Wesenheit zu schwach entwickelt hatten, die den Sonneneinwirkungen zu schr ausgesetzt waren, sie waren wie Pflanzen: Sie setzten unter ihrer Haut zuviel kohlenstoffartige Bestandteile ab und wurden schwarz. Daher sind die Neger schwarz. - So haben wir auf der einen Seite östlich von Atlantis in der schwarzen Negerbevölkerung, auf der andern Seite westlich von Atlantis in den kupferroten Völkern Überreste von solchen Menschen, die nicht in einem normalen Maße das Ich-Gefühl entwickelt hatten. Mit den Normalmenschen war am meisten zu machen. Sie wurden daher auch dazu auserschen, von dem bekannten Orte in Asien aus die verschiedenen anderen Gebiete zu durchsetzen.
[ 8 ] So we see how, during the Atlantean era, the human body was still able to take shape according to spiritual qualities. That is why it was also able to assume the form that enabled it to structure all its organs—the heart, the brain, and so on—in such a way that they became the expression of a true “I” being, of a self-aware being. However, these abilities and qualities developed to a wide variety of degrees. There were people who were just right in terms of their inner life—just normal—who had not taken selfishness to an excessive degree and had not developed their sense of self in a purely base way. In them, devotion to the outer world and the sense of self were in balance. Such people were scattered everywhere. But these were the ones with whom the Atlantean initiates could work most effectively. In contrast, there were other people in whom a terribly strong sense of self had developed—far too early, of course; for humanity had not yet reached the stage where it could form an instrument within the body for such a strongly developed sense of self. As a result, the body became, so to speak, hardened in egotism; it was impossible for it to develop beyond a certain degree. Other peoples, on the other hand, had not reached a certain normal sense of self because they were more easily influenced by the outside world than they should have been—peoples who were completely devoted to the outside world. Thus, normal human beings were best suited for the Initiates as material for future development, and they were also the ones whom the great Solar Initiate, the Manu, gathered around him as the people most capable of development. Those peoples in whom the ego impulse was too strongly developed—penetrating the whole human being from within and imprinting upon him egoism—gradually migrated westward, and they became the population whose last remnants appear today as the Native American peoples of the Americas. The people whose sense of self was underdeveloped migrated to the East, and the remnants of these people became the later Black population of Africa. This becomes evident even in physical characteristics when one views these matters from a truly spiritual-scientific perspective. When a person fully expresses their inner being in their physiognomy, on the surface of their body, this inner quality permeates their outer appearance, as it were, with its own color. The color of egoity, however, is red—copper-red or even yellowish-brown. Therefore, even today, excessive egoity stemming from a wounded sense of honor can, so to speak, make a person turn yellow with anger from within. These are phenomena that are certainly interconnected: the coppery color of those peoples who migrated westward, and the yellow in a person whose “bile is boiling over,” as the saying goes—whose inner state thus manifests itself right down to their skin. But those people who had developed their “I”-ness too weakly, who were exposed too intensely to the effects of the sun, were like plants: they deposited too many carbon-like substances beneath their skin and turned black. That is why Black people are black. - Thus, on the one hand, east of Atlantis among the black African population, and on the other hand, west of Atlantis among the copper-red peoples, we find remnants of such people who had not developed a sense of the “I” to a normal degree. Normal human beings presented the greatest challenge. They were therefore also chosen to spread out from the well-known location in Asia into the various other regions.
[ 9 ] Nun gab es natürlich von jenem kleinen Häuflein, das der Manu um sich versammelte, bis zu den Extremen wieder die allerverschiedensten Zwischengrade in bezug auf diese Entwicklung. Die kamen natürlich auch zur Geltung. Diese Zwischengrade waren zum Teil außerordentlich geeignet für die Weiterentwicklung der Kultur der Erde. So zum Beispiel blieb bei dem Zug von dem Westen nach dem Osten in den europäischen Gegenden eine Bevölkerung zurück, die in starkem Maße das Ich-Gefühl ausgebildet hatte, aber zu gleicher Zeit wenig beeinflußbar war durch die Umgebung. Denken Sie sich, was gerade in Europa für eine eigenartige Mischung herauskommen mußte. Diejenigen, die nach dem Osten hinüberwanderten und die schwarze Bevölkerung wurden, waren stark beeinflußbar durch die Außenwelt, besonders für die Sonnenwirkung, gerade weil sie ein geringes Ich-Gefühl hatten. Nun aber wanderten in dieselben Gegenden, wenigstens in dieser Richtung, Völkerschaften, die ein starkes Ich-Gefühl hatten. Das ist eine Bevölkerung, die sozusagen die östliche Richtung der westlichen vorgezogen hatte. Diese hat gemildert die kupferrote Farbe, welche sie bekommen hätte, wenn sie nach Westen gezogen wäre. Und aus ihr entsprang jene Bevölkerung, die ein starkes Ich-Gefühl hatte, das sich die Waagschale hielt mit dem Hingegebensein an die Außenwelt. Das ist die Bevölkerung Europas, von der wir im letzten öffentlichen Vortrag sagen konnten, daß das starke Persönlichkeitsgefühl von Anfang an bei ihr das Wesentliche war.
[ 9 ] Of course, among that small group that Manu gathered around him, there were once again the most varied intermediate stages—all the way to the extremes—with regard to this development. These, of course, also came into play. Some of these intermediate stages were exceptionally well-suited to the further development of Earth’s culture. For example, during the migration from the West to the East, a population remained behind in the European regions that had developed a strong sense of self but was, at the same time, largely impervious to the influence of its surroundings. Just imagine what a unique blend must have emerged in Europe in particular. Those who migrated eastward and became the black population were highly susceptible to influence from the outside world, especially to the sun’s influence, precisely because they had a weak sense of self. Now, however, peoples who possessed a strong sense of self migrated into the same regions—or at least in that direction. This was a population that had, so to speak, preferred the eastern direction over the western one. This mitigated the copper-red color they would have acquired had they migrated westward. And from this arose that population which possessed a strong sense of self, which maintained a balance with its openness to the outside world. This is the population of Europe, of which we were able to say in the last public lecture that a strong sense of personality was essential to it from the very beginning.
[ 10 ] So sehen wir, wie beim Menschen das Äußere auf die innerlichen Verhältnisse wirkt und wie die Erde durch die verschiedenen Lagen, in der ihre Oberflächenteile der Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind, die Veranlassung gab für die verschiedensten Grade der Seelenentwicklung. Je nachdem, wo sich die Seelen damals hinwandten, fanden sie die verschiedensten Möglichkeiten, um ihre Entwicklung im physischen Leibe durchzumachen. Das ist sehr bedeutsam, daß wir den Zusammenhang zwischen der Sonneneinwirkung auf die Erde und der Menschheitsentwicklung einmal ins Auge fassen. Wenn Sie gerade diese Dinge einmal mit mir weiter verfolgen werden, bis in Einzelheiten der späteren Zeiten hinein, dann werden Sie sehen, wie vieles auch in den späteren Zeiten dadurch erklärlich wird, daß die verschiedensten Schattierungen aufgetreten sind. So zum Beispiel haben wir den in Europa gebliebenen Teil der Bevölkerung, der so war, wie ich es eben beschrieben habe, und der bis in spätere Zeiten auf sich angewiesen war. Er kümmerte sich nicht um andere, aber der Teil, der sich dann hinüberwandte von dieser Bevölkerung in die Gegenden, die schon besiedelt waren von der in den verschiedensten Graden dunkel gewordenen Bevölkerung, der sich dann mit dieser vermischte, der hatte nun auch alle möglichen Grade der anderen Hautfarbe. Sehen Sie sich diese Farben an, von den Negern angefangen bis zu der gelben Bevölkerung hin, die in Asien zu finden ist. Daher haben Sie dort Leiber, die wiederum Hüllen der verschiedensten Seelen sind, von der ganz passiven Negerseele angefangen, die völlig der Umgebung, der äußeren Physis hingegeben ist, bis zu den anderen Stufen der passiven Seelen in den verschiedensten Gegenden Asiens.
[ 10 ] Thus we see how, in human beings, external conditions influence inner states, and how the Earth—through the various ways in which its surface is exposed to solar radiation—has given rise to the most diverse degrees of soul development. Depending on where the souls turned at that time, they found the most diverse opportunities to undergo their development within the physical body. It is very significant that we consider the connection between the sun’s influence on the Earth and the development of humanity. If you will follow these matters further with me, right down into the details of later times, you will see how much can be explained even in later times by the fact that the most diverse nuances have arisen. For example, we have the portion of the population that remained in Europe, which was as I have just described, and which was left to its own devices well into later times. They paid no heed to others, but the portion of this population that then migrated to regions already settled by people who had become darkened to varying degrees—and who subsequently intermingled with them—now exhibited all possible shades of the other skin color. Look at these colors, ranging from Black people all the way to the yellow-skinned population found in Asia. Therefore, you have bodies there that are, in turn, vessels for the most diverse souls—ranging from the entirely passive Black soul, which is completely devoted to its surroundings and the external physical world, to the other levels of passive souls in the various regions of Asia.
[ 11 ] Mancherlei von der Entwicklung asiatischer und afrikanischer Völkerschaften wird Ihnen jetzt in ihren Eigentümlichkeiten begreiflich sein: Sie stellen Mischungen dar von Hingegebensein an die Umgebung und äußerlich ausgeprägtem Ich-Gefühl. So daß wir im Grunde genommen zwei Gruppen von Bevölkerungen haben, welche die verschiedenen Mischungsverhältnisse darstellen: auf europäischem Boden die einen, welche den Grundstock der weißen Bevölkerung bildeten, die das Persönlichkeitsgefühl am stärksten ausgebildet hatten, aber sich nicht dort hinwandten, wo das Persönlichkeitsgefühl den ganzen Leib durchdrang, sondern wo das Ich-Gefühl sich mehr verinnerlichte. Daher haben Sie in Westasien, zum Teil auch in den älteren Zeiten in Nordafrika und in den europäischen Gegenden eine Bevölkerung, die innerlich ein starkes Ich-Gefühl hat, aber äußerlich im Grunde genommen wenig sich verliert an die Umgebung, die innerlich starke und gefestigte Naturen sind, aber diesen inneren Charakter nicht der äußeren Leiblichkeit aufgeprägt haben. Dagegen haben wir in Asien Bevölkerungen, die passive, hingebende Naturen sind, bei denen gerade das Passive im höheren Grade zum Ausdruck kommt. Die Bevölkerung wird dadurch träumerisch, der Ätherleib dringt schr tief in den physischen Leib ein. Das ist der Grundunterschied zwischen der europäischen und der asiatischen Bevölkerung.
[ 11 ] You will now be able to understand various aspects of the development of Asian and African peoples in terms of their distinctive characteristics: they represent a blend of devotion to their environment and a strongly expressed sense of self. Thus, we essentially have two groups of people who represent different proportions of this blend: on European soil, there are those who formed the foundation of the white population—those who had developed the strongest sense of self—but who did not turn toward a state where the sense of self permeated the entire body, but rather toward one where the sense of self became more internalized. Consequently, in Western Asia—and to some extent also in earlier times in North Africa and in certain regions of Europe—you find a population that possesses a strong sense of self internally but, outwardly, is essentially not greatly influenced by its surroundings; they are strong and steadfast in character internally, yet have not imprinted this inner character upon their external physicality. In contrast, in Asia we find populations that are passive and devoted, in whom precisely this passivity is expressed to a greater degree. As a result, the population becomes dreamy, and the etheric body penetrates deeply into the physical body. This is the fundamental difference between the European and Asian populations.
[ 12 ] Mitten hineingekeilt war der Manu mit seinen Normalmenschen. Jeder einzelnen Schattierung dieser Bevölkerung mußte er die richtige Kultur geben. Da hatte er die Weistümer und Lehren so zu schattieren, wie es den äußeren Verhältnissen der Bevölkerung angemessen war. Und so sehen wir, wie der Bevölkerung in Asien eine Lehre gegeben wird, die dazu bestimmt ist, sie in ihrer Passivität, in ihrem Hingegebensein zu befriedigen. Nicht das «Ich» betont diese asiatisch-afrikanische Bevölkerung. Der Neger würde zum Teil ganz und gar nicht das Ich betonen. Blickte diese Bevölkerung zum Göttlichen auf, so sagte sie: Ich finde das innerste Wesen von mir selber nicht in mir, sondern ich finde es in Brahman, indem ich aus mir ausfließe, indem ich mich hingebe an das Universum!
[ 12 ] Wedge in the middle of it all was Manu with his ordinary people. He had to provide the appropriate culture for every single nuance of this population. He had to adapt the wisdom and teachings in a way that was appropriate to the external circumstances of the population. And so we see how the people of Asia are given a teaching designed to satisfy them in their passivity, in their devotion. This Asian-African population does not emphasize the “I.” To some extent, the Negro would not emphasize the “I” at all. When this population looked up to the Divine, it said: I do not find my innermost being within myself, but I find it in Brahman, by flowing out of myself, by surrendering myself to the universe!
[ 13 ] Eine solche Lehre hätte man in Europa nicht verstanden. Europa war dazu viel zu sehr gegen den Nordpol zu gelagert, und eine gewisse Ähnlichkeit bleibt schon den Ländern, auch durch die verschiedenen Zeiten hindurch. Erinnern wir uns, daß wir ja um den Nordpol einst die Bevölkerung gefunden hatten, die nicht hinunterstieg bis in die physischen Leiber, deren physische Leiber gewissermaßen sogar verkümmert waren. Ja, die Bevölkerung Europas stieg jetzt noch nicht ganz in ihre physischen Leiber hinunter. Sie verinnerlichten sich ihr Persönlichkeitsgefühl. Und das würden wir finden, je weiter wir zurückgehen in die alten Zeiten Europas. Denken Sie sich, wie sich dieses verinnerlichte Persönlichkeitsgefühl noch erhalten hat bis in spätere Zeiten hinein, als man vielleicht schon gar nicht mehr den Grund dafür einsah. Jemand, der dem Osten angehört hätte, würde gesagt haben: Ich vereinige mich mit dem einen, dem allumfassenden Brahman! Du vereinigst dich mit Brahman! Der andere vereinigt sich mit Brahman, der fünfzigste, der hundertste, sie alle vereinigten sich mit dem einen Brahman! - Womit vereinigte sich der Europäer, wenn er es anerkennen mußte als etwas, was in seiner Anschauung galt? Da vereinigte er sich mit der einen Walküre, mit der einen höheren Seele. Und es ist sozusagen für jeden die Walküre da im Moment des Todes. Da ist alles individuell, da ist alles persönlich. Und an der Grenze der beiden Gebiete, da nur konnte so etwas entstehen wie die Moses-Christus-Religion. Mitten drinnen, zwischen Orient und Okzident, da nur konnte sie hineinfallen. Und während sie keine Wurzel fassen konnte nach dem Osten hinüber, wo die Gottesvorstellung ja vorhanden war als eine einheitliche, aber auf einer vorhergehenden Stufe, konnte sie sich durchsetzen als eine Vorstellung des persönlichen Gottes, der der Jahve schon ist und der der Christus ist, bei denjenigen Völkern, die selbst schon das Persönlichkeitsgefühl in sich trugen. Daher verbreitete sie sich nach dem Westen hinüber, und wir sehen, wie sie hier als die Vorstellung von dem persönlich gedachten Gotte auf ein Verständnis stoßen konnte. Deshalb sehen wir sie fast wie eine Notwendigkeit gerade in diesem Gürtel so werden. Das Persönlichkeitsgefühl war da, aber es war noch innerlich, geistig, so wie bei den alten Lemuriern noch alles geistig und das Körperliche wenig entwickelt war. Hier war nun zwar das Körperliche entwickelt, aber das Persönliche, worauf der Mensch den größten Wert legte, war innerlich; und durch das Innerliche wollte er auch das Äußerliche erobern. Man verstand daher auch dort den Gott am besten, der mit seiner Äußerlichkeit am meisten Innerlichkeit hatte, den Christus. In Europa war alles vorbereitet für den Christus. Und weil das Gebiete waren, wo die Menschen früher noch nicht völlig heruntergestiegen waren auf den irdischen Schauplatz und daher noch so etwas vorhanden war wie letzte Reste einer geistigen Wahrnehmung, so war auch etwas zurückgeblieben von dem Sehen von geistigen Wesenheiten, vom alten europäischen Hellsehen.
[ 13 ] Such a teaching would not have been understood in Europe. Europe was far too oriented toward the North Pole for that, and a certain similarity remains among the countries, even throughout the various eras. Let us recall that we once found, around the North Pole, a population that had not yet descended fully into their physical bodies—whose physical bodies were, in a sense, even stunted. Indeed, the people of Europe had not yet fully descended into their physical bodies. They internalized their sense of personality. And we would find this the further back we go into Europe’s ancient past. Imagine how this internalized sense of personality persisted into later times, when people perhaps no longer even understood the reason for it. Someone from the East would have said: “I unite with the One, the all-encompassing Brahman!” ‘You unite with Brahman! The other unites with Brahman, the fiftieth, the hundredth—they all united with the one Brahman!’—With what did the European unite when he had to acknowledge it as something valid in his worldview? There he united with the one Valkyrie, with the one higher soul. And, so to speak, the Valkyrie is there for everyone at the moment of death. There, everything is individual; there, everything is personal. And at the border between the two regions—only there could something like the Moses-Christ religion arise. Right in the middle, between the Orient and the Occident—only there could it take root. And while it could not take root to the east, where the concept of God did indeed exist as a unified one—albeit at a previous stage—it was able to establish itself as a conception of the personal God—who is already Yahweh and who is Christ—among those peoples who already carried within themselves a sense of personality. Thus it spread westward, and we see how it was able to find understanding here as the concept of a personally conceived God. That is why we see it emerging almost as a necessity precisely in this region. The sense of personality was there, but it was still inner, spiritual—just as with the ancient Lemurians, when everything was still spiritual and the physical was poorly developed. Here, although the physical aspect was developed, the personal aspect—to which human beings attached the greatest value—was inward; and through the inward, they also sought to conquer the outward. Therefore, even there, people understood best the God who, in His outward form, possessed the greatest inner depth—Christ. In Europe, everything was prepared for the Christ. And because these were regions where people had not yet fully descended to the earthly stage—and thus something like the last remnants of spiritual perception still existed—something had also remained of the ability to see spiritual beings, of the ancient European clairvoyance.
[ 14 ] Dieses alte europäische Hellsehen hatte auch dazu geführt, daß durch Europa hindurch, auch noch nach Asien hinein, eine uralte Gottesvorstellung vorhanden war, von der die heutige Gelehrsamkeit vielleicht erst dann etwas wissen wird, wenn sie sie in den Sagen einzelner entlegener Gebiete Sibiriens entdecken wird. Da taucht nämlich eine merkwürdige Bezeichnung auf, lange vor der christlichen Entwicklung, als nichts gewußt wurde von dem, was da unten geschah, also von dem, was im Alten Testament beschrieben ist, was griechisch-römische Entwicklung, was orientalische Entwicklung ist. Es taucht da eine merkwürdige Vorstellung auf, die etwa zu dem Namen führte, der jetzt ziemlich verklungen ist: der «Ongod»; und der Ongod ist ein Name, der sozusagen heute in der Vorstellung von dem «einen Gotte» noch nachklingt. Der Ongod würde etwa so etwas sein wie das Göttliche in allen geistigen Wesenheiten, die wir wahrnehmen. So war auch nach dieser Richtung hin die eine persönliche Gottesvorstellung etwas durchaus Vertrautes für die Bevölkerung, welche gerade diesen Gürtel der Erde bewohnt hat. Daher können wir es verstehen, daß gerade in diesem Gürtel der Erde auch diese Anschauung ihre wesentlichsten Früchte trug. Denn es hatte sozusagen dieser Gürtel der Erde mit seiner Bevölkerung das Geheimnis vom Ich gelöst. Es beruht im Grunde genommen alle Entwicklung seit der atlantischen Zeit darauf, daß entweder Bevölkerungsteile das Ich-Gefühl sich gerade im richtigen Verhältnis erhalten oder daß sie das Ich zu stark oder zu schwach entwickelt hatten, Aus allen Völkern, die das Ich in irgendeinem Grade zu stark oder zu schwach entwickelt hatten, konnte nichts Besonderes werden. In einem eigenartigen Verhältnis hatten es die Völker entwickelt, die eben beschrieben worden sind als die Bevölkerung Vorderasiens und auch noch die Völker gewisser Gebiete von Afrika und vorzugsweise Europas.
[ 14 ] This ancient European clairvoyance had also led to the existence, throughout Europe and even into Asia, of an ancient conception of God, about which modern scholarship may not learn anything until it discovers it in the legends of certain remote regions of Siberia. For there appears a curious term, long before the development of Christianity, when nothing was known of what was happening “down there”—that is, of what is described in the Old Testament, of Greco-Roman development, or of Oriental development. A curious concept emerges there, one that gave rise to a name that has now largely faded from use: the “Ongod”; and the Ongod is a name that, so to speak, still echoes today in the concept of the “one God.” The Ongod would be something like the divine presence within all spiritual entities that we perceive. Thus, even in this direction, the concept of a personal God was something quite familiar to the people who inhabited precisely this belt of the Earth. Therefore, we can understand why it was precisely in this belt of the Earth that this view bore its most significant fruits. For, so to speak, this belt of the Earth, with its population, had unraveled the mystery of the “I.” Essentially, all development since the Atlantean era has been based on the fact that either certain segments of the population maintained a sense of the “I” in just the right balance, or that they had developed the “I” too strongly or too weakly. None of the peoples who had developed the “I” to any degree—whether too strongly or too weakly—could achieve anything remarkable. The peoples described above—the populations of the Near East, as well as the peoples of certain regions of Africa and, above all, Europe—had developed it in a unique way.
[ 15 ] Das waren die Grundbedingungen für die spätere Kultur, die sich etwa seit unserer Zeitrechnung entwickelt hat. Es mußte das Ich sozusagen bis zu einer gewissen Entwicklung kommen, dann aber nicht zuviel nach der einen oder anderen Seite tun. Und unsere Aufgabe ist es heute, dies gerade in dem richtigen Sinn zu begreifen. Denn in einer gewissen Beziehung muß alle Geisteswissenschaft appellieren an das, was man nennt: Entwicklung eines höheren Ichs aus dem niederen Ich heraus. Wenn wir jetzt in die Zeiten zurückschauen, können wir sagen: Daran, daß gewisse Bevölkerungsteile der Erde nicht die Möglichkeit gefunden haben, richtig mit der Erdenentwicklung Schritt zu halten in der Herausentwicklung ihres Ichs, daran können wir uns die Lehre nehmen, wieviel verfehlt werden kann in bezug auf die Entwicklung des höheren Ichs aus dem niederen Ich. Da gab es zum Beispiel in der alten Atlantis Völker, die dann zu Indianern geworden sind, die sich sozusagen verloren haben von der Erdenbevölkerung. Was hätten sie gesagt, wenn sie das, was bei ihnen Tatsache der Entwicklung war, hätten aussprechen können? Sie würden gesagt haben: Ich will vor allem mein Inneres entwickeln, mein Inneres, was mein Höchstes ist, wenn ich in mich hineinschaue! — Und sie haben dieses Ich so stark entwickelt, daß es bei ihnen bis in die Hautfarbe gegangen ist: Sie wurden eben kupferrot. Sie haben sich in der Dekadenz entwickelt. Das sind die, welche in der atlantischen Bevölkerung, wo noch alles ins Fleisch und in die Haut ging, etwas pflegten, was man nennen könnte «das Hineinbrüten in das Ich», die sozusagen die Überzeugung hatten: Ich finde alles, was zu entwickeln ist, in mir selber! Das andere Extrem waren die, welche da sagten: Ach, das Ich ist nichts wert! Das Ich muß sich selber ganz verlieren, muß ganz und gar aufgehen, muß sich alles sagen lassen von außen! - In Wirklichkeit haben sie es nicht gesagt, denn sie reflektierten ja nicht so. Aber das sind die, welche so ihr Ich verleugnet haben, daß sie schwarz davon wurden, weil die äußeren Kräfte, die von der Sonne auf die Erde kommen, sie eben schwarz machten. Nur diejenigen, welche imstande waren, die Balance zu halten in bezug auf ihr Ich, das waren die, welche sich in die Zukunft hinein entwickeln konnten.
[ 15 ] These were the fundamental conditions for the culture that later developed, roughly since the beginning of our calendar. The “I” had to reach a certain stage of development, so to speak, but then not go too far in one direction or the other. And our task today is to understand this precisely in the right sense. For in a certain respect, all spiritual science must appeal to what is called the development of a higher “I” out of the lower “I.” When we look back at those times now, we can say: From the fact that certain segments of the Earth’s population did not find the means to keep pace with Earth’s evolution in the development of their “I,” we can learn a lesson about how much can go wrong with regard to the development of the higher “I” from the lower “I.” For example, in ancient Atlantis there were peoples who later became Native Americans—peoples who, so to speak, became estranged from the rest of the Earth’s population. What would they have said if they had been able to articulate what was, in their case, a fact of their development? They would have said: Above all, I want to develop my inner self—my inner self, which is my highest essence when I look within myself! — And they developed this “I” so strongly that it even affected their skin color: they became copper-red. They developed in a state of decadence. These are the ones among the Atlantean population—where everything still manifested in the flesh and the skin—who cultivated what one might call “brooding within the ‘I’,” who, so to speak, held the conviction: I find everything that needs to be developed within myself! The other extreme was those who said: Oh, the “I” is worthless! The “I” must lose itself completely, must dissolve entirely, must let everything be dictated to it from the outside! — In reality, they didn’t say it, because they didn’t think that way. But these are the ones who denied their “I” to such an extent that they turned black, because the external forces coming from the sun to the earth made them black. Only those who were able to maintain a balance with regard to their “I”—those were the ones who were able to develop into the future.
[ 16 ] Schauen wir jetzt auf die Bevölkerung unserer Erde. Da gibt es heute noch Menschen, die da sagen: Ach, die Anthroposophen reden von einer geistigen Welt, die sie in sich selber suchen. Wir aber blikken auf unsere guten, alten, uns von außen überkommenen religiösen Überlieferungen. Wir bauen auf das, was uns von außen zukommt, und kümmern uns nicht viel um eine höhere Welt! - Heute ist natürlich alles geistiger, als es in der Atlantis war. Heute wird man nicht mehr schwarz davon, wenn man bloß auf Traditionen baut, wenn man sagt: Es werden schon diejenigen für uns sorgen, denen unser Seelenheil anvertraut ist, die um uns herum wirken, und die eben angestellt sind, um unsere Seelen in den Himmel zu bringen! - Heute wird man nicht mehr schwarz davon. Aber wir wollen nicht alles in Abrede stellen: Es gibt auch heute noch Gegenden Europas, in denen gesagt wird, man werde von einer solchen Gesinnung «schwarz»! Heute ist eben alles geistiger! Das also sind die einen. Die anderen sind die, welche ohne sich erst einzulassen auf das, was uns die Geisteswissenschaft in allen Einzelheiten zu bringen vermag - die Forschungen aus der Akasha-Chronik, das Wesen von Reinkarnation und Karma, die Prinzipien über das Wesen des Menschen und so weiter, und wozu man sich anstrengen muß, um es zu verstehen -, sie sind solche, die zu bequem sind und sagen: Wozu brauche ich das alles! Ich gucke in mein Inneres hinein, das ist mein höheres Ich, da ist der Gottmensch in mir! - Solche Gesinnung entwickelt sich ja sehr häufig sogar auf dem Boden der Theosophie. Da will man nichts lernen, sich nicht wirklich entwickeln und warten, bis das Ich alle einzelnen Gestaltungen umfaßt hat, sondern man läuft herum und wartet, bis der Gottmensch aus einem spricht, und immer wieder wird das höhere Ich betont. Ja, es gibt sogar eine gewisse Literatur, die da sagt: Ihr braucht gar nicht zu lernen! Laßt nur den Gottmenschen aus euch sprechen! - Heute, wo alles geistiger ist, wird man nicht mehr kupferrot davon. Aber man verfällt einem ähnlichen Schicksal wie die Bevölkerung, die nur immer auf ihr Ich gepocht hat.
[ 16 ] Let us now turn our attention to the population of our Earth. Even today, there are still people who say: “Oh, the anthroposophists talk about a spiritual world that they seek within themselves. But we look to our good, old religious traditions that have been handed down to us from outside.” We rely on what comes to us from the outside and don’t concern ourselves much with a higher world!—Today, of course, everything is more spiritual than it was in Atlantis. Today, one no longer “turns black” simply by relying on traditions, by saying: “Those to whom our spiritual salvation is entrusted—who work around us and are appointed to bring our souls to heaven—will take care of us!” - Today, one no longer “turns black” from that. But let’s not deny everything: there are still regions in Europe today where it is said that such a mindset will make one “turn black”! Today, everything is simply more spiritual! So those are the ones on one side. The others are those who, without first engaging with what spiritual science can offer us in every detail—the research from the Akashic Records, the nature of reincarnation and karma, the principles regarding the nature of the human being, and so on, and the effort required to understand it—are simply too complacent and say: “Why do I need all that! I look within myself; that is my higher self; there is the God-man within me!”—Such a mindset often develops even within the realm of theosophy. They don’t want to learn anything, don’t want to truly develop, and don’t want to wait until the “I” has encompassed all individual forms; instead, they run around waiting for the “God-man” to speak through them, and the “higher self” is emphasized again and again. Indeed, there is even a certain body of literature that says: You don’t need to learn anything at all! Just let the God-Man speak through you!” — Today, when everything is more spiritual, this no longer causes anyone to blush crimson. But one falls into a fate similar to that of the population that has always insisted only on its “I.”
[ 17 ] Das ist es, was wir brauchen: Gerade ein sich in Bewegung erhaltendes Ich, das sich nicht verlieren darf in der äußeren physischen Beobachtung, im äußeren physischen Erleben, das aber auch nicht auf einem Punkt stehenbleibt, sondern wirklich zu den geistigen Gestaltungen vorrückt. Deshalb haben uns die großen Meister der Weisheit und des Zusammenklangs der Empfindungen nicht von Anfang an in der theosophischen Bewegung etwa gesagt: Laßt den Gottmenschen aus euch sprechen! - sondern sie haben uns ganz bestimmte Impulse gegeben, die Weistümer der Welt in allen Einzelheiten zu finden. Und wir sind nicht Schüler der großen Meister, wenn wir den Gottmenschen nur aus uns sprechen lassen wollen, oder wenn wir meinen, daß jeder einzelne seinen Meister in sich selber trägt, sondern wenn wir kennenlernen wollen die Gestaltung der Welt in allen ihren Einzelheiten. Geisteswissenschaftliche Entwicklung ist: das Wissen anstreben über alle Intimitäten des Weltengeschehens. Dann erreichen wir unser höheres Ich, wenn wir von Stufe zu Stufe in der Entwicklung hinaufsteigen. Draußen ausgeprägt in den Wundern der Welt ist unser Ich. Denn wir sind aus der Welt herausgeboren und wollen uns wiederum in diese Welt hineinleben.
[ 17 ] This is what we need: precisely a self that remains in motion, one that must not lose itself in external physical observation or external physical experience, but that also does not remain stationary at a single point, instead truly advancing toward spiritual forms. That is why the great masters of wisdom and harmony of feelings did not, from the very beginning of the Theosophical Movement, say to us, for example: “Let the God-man speak through you!”—but rather they gave us very specific impulses to discover the wisdom of the world in all its details. And we are not disciples of the great masters if we merely wish to let the God-man speak from within us, or if we believe that each individual carries his or her master within, but rather if we seek to understand the structure of the world in all its details. Spiritual scientific development means striving for knowledge of all the inner workings of world events. We reach our higher Self when we ascend step by step in our development. Our Self is expressed outwardly in the wonders of the world. For we are born out of the world and wish to live our way back into it.
[ 18 ] So sehen wir, wie die heutigen Zustände, denen der Mensch verfallen kann, nur sozusagen neuere, geistigere Ausgestaltungen dessen sind, was uns in der atlantischen Zeit schon entgegengerreten ist. Da gab es auch schon diese drei Teile unter den Menschen: die einen, die ihr Ich wirklich entwickeln wollten, Neues und immer Neues aufnahmen und dadurch wirklich zu Trägern der nachatlantischen Kultur wurden. Es gab die anderen, die ihren Gottmenschen nur aus sich sprechen lassen wollten, und ihr Ich durchdrang sie mit der kupferroten Farbe. Und die dritten, welche nur nach außen hin den Sinn wandten, und dieser Teil wurde schwarz.
[ 18 ] Thus we see how the conditions of today, into which human beings can fall, are, so to speak, merely newer, more spiritual manifestations of what we already encountered in the Atlantean era. Even then, there were these three groups among human beings: those who truly wanted to develop their “I,” who took in new things—and ever new things—and thereby truly became the bearers of post-Atlantean culture; those who wanted only to let their “God-man” speak through them, and whose “I” permeated them with a copper-red color; and the third group, who turned their attention solely outward, and this part of them turned black.
[ 19 ] Wir müssen wirklich aus dem, was sich uns an diesen Vorgängen der Erdenentwicklung zeigt, für uns die rechte Lehre nehmen. Dann werden wir gerade innerhalb der anthroposophischen Bewegung den richtigen Impuls finden können. Das, was geschieht, ist immer schon in einer gewissen Weise geschehen, aber es geschieht wieder in immer neuen Formen. Dadurch ist die anthroposophische Bewegung etwas so Großes und Bedeutungsvolles, daß sie etwas, was sichtbarlich sich entwickelt hat in der Atlantis, nun in den Erdgebieten mehr unsichtbar weiter entwickelt. So eilt der Mensch von der Kultur des Sichtbaren einer Kulturepoche des Unsichtbaren und immer Unsichtbareren entgegen.
[ 19 ] We really must draw the right lessons for ourselves from what is revealed to us in these processes of Earth’s evolution. Then we will be able to find the right impulse, especially within the anthroposophical movement. What is happening has always happened in a certain way, but it is happening again in ever-new forms. This is what makes the anthroposophical movement something so great and significant: it continues to develop—in a more invisible way—in the regions of the Earth what visibly developed in Atlantis. Thus, humanity is moving from the culture of the visible toward a cultural epoch of the invisible and the increasingly invisible.
