Introduction to the Basics of Theosophy
GA 111
27 March 1909, Rome
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Introduction to the Basics of Theosophy, tr. SOL
28. Einführung In Die Theosophie III
28. Introduction to Theosophy III
[ 1 ] Wir haben den Menschen verfolgt bis zu dem Punkt, an dem er in die geistige Welt kommt. Betrachten wir einmal diese Welt. Das ist nicht so einfach und so leicht, weil die Verhältnisse in der geistigen Welt wesentlich verschieden sind von denen der physischen Welt und wir keine Worte haben, um so etwas zu beschreiben. Jede Sprache ist für die physische Welt geprägt, und weil wir von übersinnlichen Welten zu reden haben, können wir nicht die gewohnte Sprache gebrauchen, sondern müssen Bilder anwenden. Dennoch kann die geistige Welt mit der physischen Welt verglichen werden. Alles, was die Letztere enthält - Gebiete, Meere, Luft -, hat sein Analogon in der geistigen Welt. Was «Erde in der geistigen Welt ist, enthält dasjenige, was die physische Welt auch hat, das heißt Menschen, Tiere, Pflanzen, Mineralien, aber wie in einem negativen Bilde. Zum Beispiel hat ein Kristall [auf der Erde] eine bestimmte Form von physischer Materie ausgefüllt. In der geistigen Welt aber gibt es diese Materie nicht. An ihrer Stelle gibt es ein Loch, und was der Hellseher als Aura um den [irdischen] Kristall sieht, ist alles, was vom Kristall in der geistigen Welt anwesend ist. Es ist das Astrallicht, dessen Strahlen hineindringen bis in den Raum, der dem physischen Teil des Kristalls entspricht.
[ 1 ] We have followed human beings to the point where they enter the spiritual world. Let us take a look at this world. It is not so simple or easy, because conditions in the spiritual world are fundamentally different from those in the physical world, and we have no words to describe such things. Every language is shaped by the physical world, and since we are speaking of supersensible worlds, we cannot use our usual language but must resort to imagery. Nevertheless, the spiritual world can be compared to the physical world. Everything that the latter contains—land, seas, air—has its counterpart in the spiritual world. What the “Earth” is in the spiritual world contains the same elements as the physical world—that is, humans, animals, plants, and minerals—but as if in a negative image. For example, a crystal [on Earth] has a specific form of physical matter filling it. In the spiritual world, however, this matter does not exist. In its place there is a void, and what the clairvoyant sees as an aura around the [earthly] crystal is all that is present from the crystal in the spiritual world. It is the astral light, whose rays penetrate into the space corresponding to the physical part of the crystal.
[ 2 ] Wenn wir eine Pflanze in der geistigen Welt beobachten, so sehen wir nicht ihre Wurzel, sondern nur den Teil der Pflanze, der über die Erde ragt, besonders die Blätter und die Blumen. Eine Rose zum Beispiel zeigt rötlich leuchtende Blätter; die Blume ist durchsichtig und hat eine grünlich-gelbe Farbe. Von den Tieren sieht man nur das Nervensystem, das wie ein Baum aussieht. Ganz phantastisch sind diese Tierfiguren im Devachan, wenn man sie zurückbringt auf das Urbild [...] von einem zukünftigen Stadium des jetzigen Tierreiches. Ein Pferd zum Beispiel zeigt dem hellsehenden Auge eine kolossale Masse über dem Kopfe. Der Elefant hat einen noch viel größeren Kopf, so groß wie ein Haus, und der physische Leib verschwindet ganz vor dem Auge des Hellsehers. Dasselbe gilt, verhältnismäßig aber, für den Menschen. Alle diese Formen bilden zusammen, was man die feste Erde des Devachan nennen könnte, auf der ihre menschlichen Bewohner herumgehen.
[ 2 ] When we observe a plant in the spiritual world, we do not see its roots, but only the part of the plant that rises above the ground—especially the leaves and flowers. A rose, for example, has reddish, luminous leaves; the flower is transparent and has a greenish-yellow color. As for animals, one sees only their nervous system, which looks like a tree. These animal figures in Devachan are truly fantastic when one traces them back to the archetype [...] of a future stage of the present animal kingdom. A horse, for example, appears to the clairvoyant eye as a colossal mass above its head. The elephant has an even larger head—as big as a house—and its physical body disappears entirely from the clairvoyant’s view. The same applies, relatively speaking, to humans. Together, all these forms constitute what might be called the solid earth of Devachan, upon which their human inhabitants walk.
[ 3 ] Im Devachan gibt es auch etwas, das sich vergleichen lässt mit unseren Meeren und Flüssen, auch regelmäßig verlaufend. Auch dort gibt es ein einheitliches Element, das sich vergleichen lässt mit dem Wasser hier bei uns: das einheitliche Leben, das wie auf Erden auch dort alle Menschen, Tiere und Pflanzen belebt. Aber dort, auf der geistigen Erde, wirkt es wie ein vergeistigtes Element. Die Flüsse kann man mit den regelmäßigen Strömungen des Blutes vergleichen, die Meere mit den Blut-Reservoirs [...].
[ 3 ] In Devachan there is also something comparable to our oceans and rivers, which also flow in a regular pattern. There, too, there is a unifying element comparable to the water here on Earth: the unifying life force that, just as on Earth, animates all people, animals, and plants there. But there, on the spiritual Earth, it functions as a spiritualized element. The rivers can be compared to the regular flow of blood, and the seas to reservoirs of blood [...].
[ 4 ] Es gibt auch eine geistige Luft, die gebildet ist von derselben, stets sich wandelnden Substanz, die hier auf Erden unsere Empfindungen, Gefühle, Leidenschaften bildet. Wie unsere Luft Stürme und Gewitter hat, so auch dort. Die Stürme dort sind die hier auf Erden materialisierten Leidenschaften. Sodass zum Beispiel: Wenn heftige Leidenschaften hier auf Erden die Menschen zum Kampf gegeneinander bringen, so sieht der Hellseher oben in der geistigen Welt den Kampf der Leidenschaften, während auf dem physischen Plan der körperliche Kampf stattfindet. Daher stammt die Legende von den Kämpfen in der Luft, wie sie gesehen wurden nach der Niederlage von Attila. Wie wir in der physischen Welt die vier Elemente haben, so haben wir im Okkultismus Erde, Wasser, Luft und Feuer, und im Devachan ebenso viele Gebiete. Dasjenige Gebiet, das dem Feuer entsprechen würde, ist gebildet von dem, was wir Ursprüngliches, Originelles schaffen. Und daneben sehen wir auch die Urbilder von dem, was auf Erden besteht. In Wirklichkeit bringt der Mensch von sich selbst etwas Ursprüngliches mit, das er nicht von der Außenwelt empfängt.
[ 4 ] There is also a spiritual atmosphere composed of the same ever-changing substance that gives rise to our sensations, feelings, and passions here on Earth. Just as our atmosphere has storms and thunderstorms, so does that one. The storms there are the passions that have materialized here on Earth. So, for example: When intense passions here on Earth drive people to fight one another, the clairvoyant sees the battle of the passions above in the spiritual world, while the physical battle takes place on the physical plane. This is the origin of the legend of the battles in the air, as they were seen after Attila’s defeat. Just as we have the four elements in the physical world, so in occultism we have earth, water, air, and fire, and in Devachan there are just as many realms. The realm that would correspond to fire is formed by what we create that is original and unique. And alongside this, we also see the archetypes of what exists on Earth. In reality, human beings bring with them something original of their own that they do not receive from the external world.
[ 5 ] Betrachten wir einmal in der Geschichte der Menschheitsentwicklung den Augenblick, in dem das erste Feuer durch das Reiben von zwei Holzstöcken entstand, und sehen wir dann auf alle Leidenschaften, die durch diese Entdeckung entstanden sind. Der Fortschritt ist eben dieser erfinderischen Tätigkeit des Menschen zu danken. Die Urbilder dieser menschlichen Gedanken sind das vierte Element, das sich durch das ganze Devachan verbreitet als «Wärme. Dann gibt es noch weitere Gebiete, die aber nicht hier auf Erden ihre Entsprechungen haben, sodass es unnötig ist, sie zu nennen. Der Mensch kommt also in das Devachan mit seinem Ich, seiner gereinigten Astralwesenheit und dem Extrakt vom Lebensleib. Was wird dann weiter aus ihm? Er ist dann wie ein vegetabilischer Keim vom Lichte ausgestrahlt. Alles, was ihn umgibt, wirkt auf ihn ein wie auf den Pflanzenkeim die Säfte der Erde und das Licht. Und wie sich hier auf Erden die Pflanze entwickelt, so entwickelt sich der Mensch im Devachan, sich allmählich in ein anderes Wesen umwandelnd.
[ 5 ] Let us consider, in the history of human development, the moment when the first fire was kindled by rubbing two pieces of wood together, and then let us look at all the passions that arose from this discovery. Progress is due precisely to this inventive activity of humankind. The archetypes of these human thoughts are the fourth element, which pervades the entire Devachan as “heat.” There are also other realms, but they have no counterparts here on Earth, so it is unnecessary to name them. Thus, the human being enters the Devachan with his “I,” his purified astral being, and the essence of the life body. What then becomes of him? He is then like a plant seed, radiating light. Everything that surrounds him affects him just as the earth’s sap and light affect the plant seed. And just as the plant develops here on Earth, so does the human being in Devachan, gradually transforming into a different being.
[ 6 ] Welches sind die ersten Wahrnehmungen im Devachan? [Der Verstorbene] sieht verschiedene Gebilde. Zuerst dasjenige seines eigenen Körpers, das sehr verschieden ist von unserem physischen Körper. Außerdem, während wir uns auf dem physischen Plan mit unserem physischen Träger identifizieren, nehmen wir im Devachan deutlich den Unterschied zwischen unserem Ich und seinem Träger wahr. Wir sehen von Letzterem die Form wie eine Zeichnung und begreifen, dass wir sie verlassen haben, uns über sie erhoben haben und sie zurückgelassen haben, um einen Teil zu bilden von dem irdischen Element des Devachan. Die Grundempfindung ist also diese: «Ich bin ich» und «Du bist dw, während wir früher auch «Ich» sagten von unserem Körper.
[ 6 ] What are the first perceptions in Devachan? [The deceased] sees various forms. First, that of their own body, which is very different from our physical body. Furthermore, while on the physical plane we identify with our physical vehicle, in Devachan we clearly perceive the difference between our Self and its vehicle. We see the form of the latter as if it were a drawing and realize that we have left it behind, risen above it, and left it behind to form part of the earthly element of Devachan. The fundamental sensation is therefore this: “I am I” and “You are you,” whereas previously we also referred to our body as “I.”
[ 7 ] Um uns herum nehmen wir rosafarbige Strömungen von geistigem Fluidum wahr, und wir erkennen, dass sich in allen einheitliches Leben regt. Dieses Leben gibt uns von der Einheit allen Lebens eine mächtigere Überzeugung, als es je die größte Religiosität geben kann, und erfüllt uns mit Freude.
[ 7 ] All around us, we perceive pink-colored currents of spiritual fluid, and we recognize that a unified life stirs within them all. This life gives us a more powerful conviction of the unity of all life than even the greatest religious devotion can provide, and fills us with joy.
[ 8 ] Dann werden wir der Luft gewahr: Alles, was Liebe, Hass, Freude und Schmerz. ist, ist dort in der wahren Form sichtbar. Man sieht alles, was hier auf Erden in den Seelen verborgen lebt. Was hier unten ist, verbirgt sich [hier unten] alles hinter einer Maske; von dort aus gesehen ist alles sichtbar, und jede Seele ist entschleiert. Eine Empfindung, die der Wärme oder Kälte gleicht, wird im Devachan hervorgebracht durch die Wahrnehmung der wirklichen Form der Gedankenwelt. Hier auf Erden ist der Gedanke keine Wirklichkeit, besonders nicht für den Materialisten. Nur der Spiritualist hat eine Ahnung von seiner Wirklichkeit. Was wir hier also unter Gedanken verstehen, ist nur ein Schatten in Bezug auf das wirkliche Wesen der Gedanken, die wahrhafte Wesenheiten sind. Dort bewegen wir uns zwischen wirklichen Figuren, die durchwoben sind von unserem Gedankenstoff. Wir haben schon gesagt, dass der Mensch dort wie ein Keim ist; dieser entwickelt sich wie auf Erden eine Pflanze und erhält Glieder und Organe. - Was für Organe? Geistige Organe, das heißt geistige Augen und Ohren. Der erste Sinn, der sich öffnet, ist der Sehsinn. Dann folgt der Gehörsinn. Ist dieser entwickelt, dann wird der Mensch, der vorher in absoluter Stille sich befand, anfangen, die Sphärenharmonien zu vernehmen, von denen Pythagoras spricht. Musik, das geistige Wort, oder wie die Kirche sie nennt: die Chöre der Engel.
[ 8 ] Then we become aware of the air: Everything that is love, hate, joy, and pain is visible there in its true form. One sees everything that lives hidden within the souls here on Earth. What is down here is all concealed [down here] behind a mask; seen from there, everything is visible, and every soul is unveiled. A sensation resembling warmth or cold is produced in Devachan through the perception of the true form of the world of thought. Here on Earth, thought is not a reality, especially not for the materialist. Only the spiritualist has a glimpse of its reality. What we understand here as “thoughts,” therefore, is merely a shadow in relation to the true nature of thoughts, which are genuine entities. There, we move among real figures that are interwoven with the substance of our thoughts. We have already said that the human being there is like a seed; this develops just as a plant does on Earth and acquires limbs and organs. — What kind of organs? Spiritual organs, that is, spiritual eyes and ears. The first sense to awaken is sight. This is followed by hearing. Once this sense is developed, the human being—who was previously in absolute silence—will begin to perceive the harmonies of the spheres of which Pythagoras speaks: music, the spiritual word, or, as the Church calls them, the choirs of angels.
[ 9 ] Ebenso wie die Pflanze, wenn ihr Zyklus abgelaufen ist, Früchte trägt, so erreicht auch der Mensch im Devachan einen Punkt, an dem er reif ist. Im Ganzen dauert der Aufenthalt im Devachan schr lange. Hat er den Punkt der Reife erreicht, dann kehrt der Mensch zurück zur Erde mit dem, was er im Astralleib und im Ätherleib mitgebracht hatte als Ergebnis seiner eigenen Erfahrungen.
[ 9 ] Just as a plant bears fruit when its cycle is complete, so too does a human being reach a point of maturity in Devachan. On the whole, the stay in Devachan lasts quite a long time. Once the human being has reached the point of maturity, he returns to Earth with what he had brought with him in his astral and etheric bodies as the result of his own experiences.
[ 10 ] Die Lehre der Reinkarnation findet sich in allen Religionen; dennoch ist sie im Christentum seit zweitausend Jahren wenig in den Vordergrund gestellt worden. Doch hat der Christus über sie mit seinen Aposteln geredet. Drei von ihnen nahm er mit auf den Berg und machte sie für den Augenblick hellsehend. Die Vergangenheit erschien ihnen wie Gegenwart, und sie sahen Jesus zwischen Moses und Elias. Da sagten sie: Wie ist das [möglich], dass Elias hier ist, während er noch kommen soll? Aber Christus antwortete: Elias ist schon gekommen, aber ihr habt ihn nicht erkannt; Johannes der Täufer war Elias, aber sagt es niemand, bis der Christus von den Menschen erhoben sein wird. - Wir werden später sehen, warum sie es geheim halten sollten.
[ 10 ] The doctrine of reincarnation is found in all religions; nevertheless, it has received little attention in Christianity for two thousand years. Yet Christ spoke about it with his apostles. He took three of them up the mountain and granted them clairvoyance for that moment. The past appeared to them as the present, and they saw Jesus standing between Moses and Elijah. Then they said, “How is it [possible] that Elijah is here, when he is yet to come?” But Christ replied: “Elijah has already come, but you did not recognize him; John the Baptist was Elijah, but do not tell anyone until the Christ has been lifted up by the people.”—We will see later why they were to keep this a secret.
[ 11 ] Wenn wir die Entwicklung des Menschen verfolgen von der Geburt ab, so sehen wir, dass sein physischer Körper aus der physischen Welt geformt wird und mit jeder Verkörperung wechselt, während der eigentliche Wesenskern des Menschen immer bleibt für alle Verkörperungen, das Leben im Himmel zwischen zwei Verkörperungen inbegriffen. Was geschieht nun mit den Verbindungen, die wir anknüpfen während dieses Lebens, das so kurz ist gegenüber dem, das wir in der geistigen Welt verbringen? Finden wir unsere Lieben im Devachan wieder? Die Geisteswissenschaft antwortet hierauf mit einem bestimmten «Ja!».
[ 11 ] If we trace human development from birth onward, we see that the physical body is formed from the physical world and changes with each incarnation, while the true core of the human being remains constant throughout all incarnations, including the life in heaven between two incarnations. What, then, happens to the bonds we form during this life, which is so brief compared to the one we spend in the spiritual world? Will we be reunited with our loved ones in Devachan? Spiritual science answers this with a resounding “Yes!”
[ 12 ] Ja, wir finden sie wieder, und zwar in viel intimerer Weise, weil die physischen Hindernisse aufgehoben sind. Nehmen wir zum Beispiel die Mutter mit ihrem Kinde: Im Anfang war das Verhältnis einfach physisch, körperlich; später wird es immer geistiger, und es ist dieses geistige und seelische Band, das fortdauert. Nichts von dem, was geistig gebunden wurde, geht verloren, und wir finden das geliebte Wesen wieder sogar bis in die letzten Inkarnationen. Die unbegreiflichen Neigungen von Menschen zueinander, die seltsamsten Begegnungen deuten auf vorhergehende Verbindungen.
[ 12 ] Yes, we do find them again, and in a much more intimate way, because the physical barriers have been removed. Take, for example, a mother and her child: in the beginning, the relationship was purely physical; later, it becomes increasingly spiritual, and it is this spiritual and emotional bond that endures. Nothing that has been bound spiritually is lost, and we find the beloved being again, even in the most recent incarnations. The incomprehensible affinities between people, the strangest encounters, point to previous connections.
[ 13 ] Gehen wir jetzt zurück zu dem, was wir die Geschichte der seelischen Zustände nach dem Tode genannt haben. Wir erwähnten schon das Mysterium von Golgatha und seine wirkliche und große Bedeutung auch im Reiche der Toten. Vor der Christus-Erscheinung auf Erden ging die Seele nach dem Tode durch das Reinigungsfeuer im Kamaloka, und als sie an die Schwelle der geistigen Welt gekommen war, trat ihr ein Führer entgegen. In lang verflossenen Zeiten war dieser Führer einer ihrer Vorfahren, dem ein noch älterer folgte, und so weiter, bis der allerälteste erreicht war, der Stammvater der Rasse oder des Volkes. Diese Tatsache erklärt uns den Ausdruck im Alten Testament: sich in Abraham vereinigen.
[ 13 ] Let us now return to what we have called the history of the soul’s states after death. We have already mentioned the Mystery of Golgotha and its true and profound significance, even in the realm of the dead. Before the appearance of Christ on Earth, the soul passed through the purifying fire of Kamaloka after death, and when it reached the threshold of the spiritual world, a guide came to meet it. In times long past, this guide was one of its ancestors, followed by an even older one, and so on, until the very oldest was reached—the progenitor of the race or people. This fact explains the expression in the Old Testament: “to be united in Abraham.”
[ 14 ] Bei den Ägyptern hießen diese Führer die ‹Zweiundvierzig Richter der Toten› und hatten den Auftrag, den Toten bis an die Türe des Paradieses zu führen. Von da an war die Seele reif genug, um allein weiterzugehen. In jedem Zeitalter und in jedem Volke finden wir eine besondere Art solcher Führer. Außer den Vorfahren treten als Führer auf die großen Lehrer der Menschheit, wie zum Beispiel die Rishis, Krishna bei den Indern, Zarathustra bei den Persern, Hermes im Ägypten des Moses, Buddha, Lao-Tse bei den betreffenden Völkern. Sie sind die großen Eingeweihten, die den Menschen den Weg verkürzten, sodass sie nicht stufenweise die ganze Folge der Vorfahren hinaufzugehen brauchten.
[ 14 ] Among the Egyptians, these guides were called the “Forty-Two Judges of the Dead” and were tasked with leading the dead to the gates of paradise. From that point on, the soul was mature enough to continue on its own. In every age and among every people, we find a particular type of such guide. In addition to the ancestors, the great teachers of humanity serve as guides—such as the Rishis, Krishna among the Indians, Zarathustra among the Persians, Hermes in the Egypt of Moses, Buddha, and Lao-Tzu among their respective peoples. They are the great initiates who shortened the path for humanity, so that people did not have to ascend step by step through the entire line of ancestors.
[ 15 ] Durch Christi Erscheinen ist sein Licht der Seelenführer geworden. Er kommt ihnen entgegen und begleitet sie. In der vorchristlichen orientalischen Weisheit wird gesprochen von zwei Wegen. Diejenigen, die nicht reif waren für die Lehre von Buddha, von Lao-Tse und so weiter, mussten den ganzen Weg der Vorfahren hinaufgehen, den sogenannten «Pitriyana». Die anderen, die im Leben in eine lebendige Verbindung getreten waren zu einem «Meister, wurden durch ihn auf dem Wege der Götter geführt, dem sogenannten «Devayana». Christus aber hat einen einzigen, gemeinsamen göttlichen Weg gegeben für alle diejenigen, die mit ihm in lebendige Verbindung treten, und dieser Weg wird sie einstmals in eine große Brüderschaft vereinigen. Alle anderen Wege werden sich in diesen einzigen christlichen Weg verschmelzen durch die immer zunehmende Erkenntnis.
[ 15 ] Through Christ’s appearance, his light has become the guide of souls. He comes to meet them and accompanies them. Pre-Christian Eastern wisdom speaks of two paths. Those who were not ready for the teachings of Buddha, Lao-Tzu, and so on, had to follow the entire path of the ancestors, the so-called “Pitriyana.” The others, who had entered into a living connection with a “Master” during their lifetime, were guided by him along the path of the gods, the so-called “Devayana.” Christ, however, has given a single, common divine path for all those who enter into a living connection with him, and this path will one day unite them into a great brotherhood. All other paths will merge into this one Christian path through ever-increasing knowledge.
[ 16 ] Vergleichen wir jetzt den Weg des Buddha mit dem christlichen. Buddha sah vor allen Dingen das Leiden, das Elend, die Schmerzen und so weiter im Leben und predigte, dass man den Durst nach dem Dasein austilgen solle. Sechshundert Jahre später schon kam der Christus Jesus, und durch den Christusimpuls erkannte die Menschheit ihre Aufgabe auf der Erde. Je mehr das Christusprinzip in uns hineindringt, umso mehr erkennen wir, dass Altwerden «Wachsen» heißt und dass die Krankheiten «Prüfungen» sind. Das Christusprinzip überwindet sogar die Krankheiten, weil es die Materie beherrscht. Diese Eigenschaft wird immer mehr von den Menschen erkannt werden, und sie werden sie gebrauchen können, um die Krankheiten zu vertilgen. Der Tod bringt uns dem Christus näher, und durch seine Anziehungskraft wird das Christusprinzip in uns immer mehr wachsen in den folgenden Inkarnationen, bis wir den mächtigen Christus der Offenbarung, der alles erlöst, werden sehen können.
[ 16 ] Let us now compare the path of the Buddha with the Christian one. Above all else, the Buddha saw the suffering, misery, pain, and so on in life, and preached that one should quench the thirst for existence. Just six hundred years later, Jesus Christ came, and through the Christ impulse, humanity recognized its mission on Earth. The more the Christ principle penetrates within us, the more we realize that growing old means “growing,” and that illnesses are “tests.” The Christ principle even overcomes illnesses because it masters matter. People will increasingly recognize this quality, and they will be able to use it to eradicate illness. Death brings us closer to Christ, and through its pull, the Christ principle will grow ever more within us in subsequent incarnations, until we can see the mighty Christ of Revelation, who redeems all things.
[ 17 ] Die Christuskraft verbindet die Seelen und vernichtet den Ausdruck, der da sagt, Trennung ist Leiden, weil durch ihn keine Trennung mehr möglich ist. Auch das, was wir vorher nicht liebten, werden wir als eins mit uns empfinden, ohne die geringste Nuance von Opposition oder Antipathie. Außerdem wird es auch keine Ursache zum «Verlangen» sein, nicht nur weil das Christusprinzip die Entsagung lehrt, sondern auch, weil es am Ende die Empfindung der völligen Befriedigung gibt, die alles Verlangen ausschließt. Christus sagte: «Ich bin der Weg.»
[ 17 ] The Christ-power unites souls and dispels the notion that separation is suffering, because through it, separation is no longer possible. Even that which we did not love before, we will perceive as one with us, without the slightest hint of opposition or antipathy. Furthermore, there will be no cause for “desire,” not only because the Christ principle teaches renunciation, but also because, in the end, there is a sense of complete satisfaction that excludes all desire. Christ said, “I am the Way.”
