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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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The Gospel of St. John
in comparison with the other three Gospels,
particularly the Gospel of Luke
GA 112

7 July 1909, Kassel

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Vierzehnter Vortrag

Fourteenth Lecture

[ 1 ] Es kann allerdings dem unvorbereiteten Menschen etwas sonderbar vorgekommen sein, wenn gestern der Name des Vater-Geistes der Welt in Zusammenhang gebracht worden ist mit dem Namen des Todes. Allein, Sie müssen dabei bedenken, daß zu gleicher Zeit gesagt worden ist, daß diejenige Gestalt, in welcher der Tod dem Menschen in der physischen Welt entgegentritt, eben nicht die wahre Gestalt ist, und daß daher auch, indem uns die äußere Sinneswelt mit dem Tode behaftet erscheint, diese äußere Sinneswelt eben deshalb, weil sie so ist, daß sie mit dem Tode behaftet erscheinen muß, nicht eine wahre Gestalt dessen ist, was ihr eigentlich zugrunde liegt, nicht eine wahre Gestalt der eigentlich ihr zugrunde liegenden geistig-göttlichen Wesenheit ist. Es ist im Grunde genommen damit nichts anderes gesagt als: Der Mensch gibt sich einer Illusion hin, einer großen Täuschung, einer Maja über das, was im Raume um ihn für die Sinne ausgebreitet ist, und was er wahrnimmt. Würde er die wahre Gestalt erkennen, so würde er nicht das Sinnenbild haben, sondern dann würde er den Geist haben. Würde er den Tod in seiner wahren Gestalt erkennen, dann würde er im Tode sehen denjenigen Ausdruck, den diese Sinnenwelt haben muß, damit sie der Ausdruck sein kann des göttlichen Vater-Geistes.

[ 1 ] However, it may have seemed somewhat strange to the unprepared person when, yesterday, the name of the Father-Spirit of the world was associated with the name of death. However, you must bear in mind that it was also stated at the same time that the form in which death confronts human beings in the physical world is precisely not its true form, and that therefore, since the outer sensory world appears to us as imbued with death, this outer sensory world—precisely because it is such that it must appear imbued with death—is not a true form of what actually underlies it, nor is it a true form of the spiritual-divine being that actually underlies it. Essentially, this amounts to nothing other than this: Human beings surrender themselves to an illusion, a great delusion, a Maya regarding what is spread out in the space around them for the senses to perceive, and what they actually perceive. If they were to recognize the true form, they would not have the sensory image, but rather they would have the Spirit. If they were to recognize death in its true form, they would see in death the very expression that this sensory world must have in order to be the expression of the divine Father-Spirit.

[ 2 ] Damit diese unsere Erdenwelt überhaupt entstehen konnte, mußte eine frühere, überirdische Welt bis zur physischen Materie, bis zum physischen Stoffe herunter, im irdischen Sinne sich verdichten. Dadurch konnte die äußere Welt der Ausdruck werden einer göttlich-geistigen Welt, einer solchen göttlich-geistigen Welt, die damit etwas hat wie Geschöpfe neben sich und außer sich. Alle früheren Gestaltungen unseres Weltendaseins waren so, daß sie mehr oder weniger in der göttlichen Wesenheit darinnen waren. Auf dem alten Saturn gab es noch nicht unsere Luft, nicht unser Wasser, nicht unsere Erde, das heißt, nicht unsere festen Körper. Der ganze Saturn war noch ein Körper aus Wärme nur bestehend, ein Wärme-Raum war der alte Saturn. Und alles, was an Wesenheiten auf dem Saturn war, war noch im Schoße des göttlichen Vater-Geistes. So war es auch auf der alten Sonne, wenn sie auch schon bis zur Luft verdichtet war. Dieser Luft-Planet, die alte Sonne, enthielt in ihrem Schoß, und damit im Schoß der göttlich-geistigen Wesenheit, alle ihre Geschöpfe. Und so war es auch beim alten Mond. Erst auf der Erde drang aus dem Schoß der göttlich-geistigen Wesenheit die Schöpfung hervor, wurde etwas neben der göttlich-geistigen Wesenheit. Dem aber, was nun neben der göttlich-geistigen Wesenheit wurde, und was auch das Kleid, die Umhüllung, die physische Leiblichkeit des Menschen wurde, dem wob sich allmählich ein, gliederte sich allmählich ein alles, was von zurückgebliebenen Geistern vorhanden war. Dadurch aber wurde es als ein Geschöpf nicht so, wie es hätte werden sollen, wenn es ein Abbild der göttlich-geistigen Wesenheit geworden wäre. Die göttlich-geistige Wesenheit, nachdem sie alle Geschöpfe, unser heutiges Mineralreich, Pflanzenreich, Tierreich und Menschenreich in ihrem Schoß getragen, hat gleichsam sie alle entlassen, ausgebreitet wie einen Teppich um sich her. Und das war nun ein Abbild der göttlich-geistigen Wesenheit. So hätte es bleiben sollen. Aber da hat sich hineinverwoben alles, was zurückgeblieben war, was vorher von der göttlich-geistigen Wesenheit ausgestoßen war. Das alles hat sich eingegliedert, und es wurde so das Geschöpf gleichsam getrübt, weniger wert gemacht, als es sonst gewesen wäre.

[ 2 ] In order for our earthly world to come into being at all, an earlier, super-earthly world had to condense—in the earthly sense—down to the level of physical matter, down to physical substance. Through this process, the outer world was able to become the expression of a divine-spiritual world—a divine-spiritual world that thereby has something like creatures beside itself and outside itself. All earlier forms of our existence in the world were such that they were, to a greater or lesser extent, contained within the divine essence. On ancient Saturn, there was not yet our air, not yet our water, not yet our earth—that is to say, not yet our solid bodies. The entire Saturn was still a body consisting solely of warmth; the ancient Saturn was a space of warmth. And all the beings that existed on Saturn were still in the bosom of the divine Father-Spirit. It was the same on the ancient Sun, even though it had already condensed to the point of having air. This air planet, the ancient Sun, contained within its bosom—and thus within the bosom of the divine-spiritual Being—all its creatures. And so it was with the ancient Moon as well. It was only on Earth that creation emerged from the bosom of the divine-spiritual Being, becoming something distinct from the divine-spiritual Being. But into that which now existed alongside the divine-spiritual Being—and which also became the garment, the covering, the physical body of the human being—everything that existed of the spirits who had remained behind gradually wove itself in and took shape. As a result, however, it did not become, as a creature, what it should have been had it become an image of the divine-spiritual being. The divine-spiritual being, having carried all creatures—our present-day mineral, plant, animal, and human kingdoms—in its bosom, released them all, as it were, spreading them out like a carpet around itself. And that was now an image of the divine-spiritual being. That is how it should have remained. But then everything that had been left behind—everything that had previously been cast out by the divine-spiritual being—became interwoven into it. All of this became integrated, and thus the creature was, as it were, clouded, rendered less valuable than it otherwise would have been.

[ 3 ] Diese Trübung entstand ja in dem Zeitalter, als der Mond sich abtrennte von der Erde, in jenem Zeitalter, von dem wir gesagt haben: Wenn nichts anderes gekommen wäre und nicht der Mond ausgestoBen worden wäre, so wäre die Erde schon dazumal verödet. Aber der Mensch sollte doch so fortgepflegt werden, daß er seine Selbständigkeit erringen konnte. Er mußte sich also in einer äußeren, irdisch-physischen Materie verkörpern. Der Mensch mußte von der lemurischen Zeit an durch die atlantische Zeit hindurch so geführt werden, daß er immer mehr und mehr dazu kam, sich in einem physisch-sinnlichen Stoff zu verkörpern. Aber in diesem physisch-sinnlichen Stoff war drinnen, was an zurückgebliebenen Wesenheiten vorhanden war. Der Mensch konnte also gar nicht anders als hineinverkörpert werden in leibliche Hüllen, in denen die zurückgebliebenen Wesenheiten waren.

[ 3 ] This cloudiness arose, after all, in the age when the Moon separated from the Earth—that very age of which we have said: If nothing else had happened and the Moon had not been cast out, the Earth would have become desolate even then. But humanity was to be nurtured in such a way that it could attain its independence. It therefore had to incarnate in an outer, earthly-physical substance. From the Lemurian era through the Atlantean era, humanity had to be guided in such a way that it increasingly came to incarnate in a physical-sensory substance. But this physical-sensory substance contained the entities that had lagged behind. Human beings therefore had no choice but to be embodied in physical forms in which these lagging entities were present.

[ 4 ] Es gab gewisse Wesenheiten in der atlantischen Zeit; die waren damals Genossen der Menschen. Der Mensch selbst war ja in der atlantischen Zeit noch in einer weichen Materie. Das, was heute das Menschenfleisch ist, war noch nicht so wie heute, Wenn man in der alten Atlantis, wo die Luft ganz erfüllt war von dichten, schweren Wasser-Nebelmassen, und wo der Mensch ein Wasserwesen war, den Menschen angesehen hätte, so hätte man sagen können: Er war so ähnlich beschaffen wie heute gewisse gallertartige Tiere im Meereswasser, die man kaum unterscheiden kann von dem umliegenden Wasser. So war der Mensch beschaffen. Alle Organe waren schon veranlagt. Aber erst nach und nach verhärteten sich die Organe, erst nach und nach bekam der Mensch die Knochen und so weiter. Also die feinen stofflichen Anlagen waren vorhanden, aber sie verhärteten sich erst im Laufe der Zeit.

[ 4 ] There were certain beings in the Atlantean era; they were companions of humankind at that time. Human beings themselves were, after all, still composed of a soft substance in the Atlantean era. What is now human flesh was not yet as it is today. If one had looked at a human being in ancient Atlantis—where the air was completely filled with dense, heavy masses of watery mist, and where human beings were aquatic creatures—one might have said: He was similar in nature to certain gelatinous animals found in seawater today, which are almost indistinguishable from the surrounding water. That was the nature of human beings. All the organs were already present in embryonic form. But only gradually did the organs harden; only gradually did humans develop bones and so on. So the subtle physical structures were present, but they hardened only over the course of time.

[ 5 ] In der ersten Zeit der atlantischen Entwickelung gab es nun noch Wesenheiten, die sozusagen Genossen des Menschen waren, insofern als der Mensch damals hellseherisch war und auch diejenigen Wesenheiten sehen konnte, die eigentlich ihren Wohnsitz auf der Sonne aufgeschlagen hatten, die ihm aber in den Strahlen der Sonne entgegenschienen. Denn nicht bloß ein physisches Sonnenlicht kam dem Menschen entgegen, sondern im physischen Sonnenlichte kamen ihm Wesenheiten entgegen, die der Mensch sah. Und wenn der Mensch selber in einem Zustand war, den man dem Schlafe vergleichen könnte, dann konnte er sagen: Jetzt bin ich aus meinem Leib heraus und bin in der Sphäre, wo Sonnenwesen wandeln.

[ 5 ] In the early stages of Atlantic development, there were still beings who were, so to speak, companions of humankind, insofar as people at that time possessed clairvoyant powers and could also see those beings who had actually made their home on the Sun but who shone toward them in the Sun’s rays. For it was not merely physical sunlight that met the human being, but within the physical sunlight came beings whom the human being could see. And when the human being was in a state that could be compared to sleep, he could say: “Now I am out of my body and am in the sphere where solar beings dwell.”

[ 6 ] Dann kam aber die Zeit, gegen die Mitte und das letzte Drittel der atlantischen Zeit, wo die Erde in ihrer physischen Materie immer dichter und dichter wurde, und wo der Mensch die Anlage bekam, sein Selbstbewußtsein zu entwickeln. Da gab es solche Wesenheiten für den Menschen nicht mehr zu sehen. Da mußten solche Wesenheiten sich zurückziehen von der Erde, von dem Anblick, den der Mensch auf der Erde haben konnte. Immer mächtiger zog es den Menschen durch den luziferischen Einfluß in die dichte Materie herunter. Da wurde es einer Wesenheit möglich, die als Luzifer-Wesenheit angesprochen werden muß, sich so einzunisten in den menschlichen astralischen Leib, daß der Mensch immer mehr herunterstieg zu einem dichten physischen Körper. Die Wesenheiten aber, die früher seine Genossen waren, die hoben sich damals immer höher und höher. Die sagten: Wir wollen nichts zu tun haben mit den Wesenheiten, die zurückgeblieben sind! - Sie machten sich von ihnen los. In den menschlichen astralischen Leib zogen ein die luziferischen Wesenheiten. Die höheren Wesenheiten aber machten sich von ihnen los, stießen sie herunter, indem sie sagten: Ihr sollt nicht weiter mit hinauf, ihr sollt sehen, wie ihr unten fortkommt!

[ 6 ] But then came the time—toward the middle and the last third of the Atlantean era—when the Earth’s physical matter became denser and denser, and when human beings acquired the capacity to develop self-consciousness. From that point on, such beings were no longer visible to human beings. Such beings were thus compelled to withdraw from the Earth, from the human gaze on Earth. Under the influence of Lucifer, humanity was drawn ever more powerfully down into dense matter. It then became possible for a being—who must be referred to as the Luciferic being—to take root in the human astral body in such a way that humanity descended further and further into a dense physical body. The beings, however, who had formerly been his companions, rose higher and higher at that time. They said: “We want nothing to do with the beings who have remained behind!”—and they broke away from them. The Luciferic beings moved into the human astral body. The higher beings, however, broke away from them and cast them down, saying: “You shall not ascend any further with us; you shall see how you fare down below!”

[ 7 ] Eine dieser Wesenheiten wird dargestellt in Michael, der die luziferischen Wesenheiten hinunterstieß in den Abgrund, daß sie sich bewegten im Bereich der Erde. Und in der astralischen Wesenheit der Menschen suchten sie da ihre Wirkung auszuüben. Und der Ort dieser Wesenheiten war nicht mehr der «Himmel». Jene Wesenheiten, deren Schauplatz im Himmel gefunden wurde, haben sie hinuntergestoßen auf die Erde. Alles Böse, alles Schlimme hat aber sein Gutes und ist mitbegründet in der Weisheit der Welt. Diese Wesenheiten mußten zurückgelassen werden in der Welt, damit sie den Menschen herunterzogen in die physische Materie, innerhalb welcher er nur lernen konnte, zu sich «Ich» zu sagen, damit er sein Selbstbewußtsein entwickeln konnte. Ohne die Verwickelung in die Maja hätte der Mensch nicht gelernt, zu sich «Ich » zu sagen. Aber der Mensch wäre untergegangen in der Illusion, wenn es der Illusion und ihren Mächten — Luzifer- Ahriman - gelungen wäre, den Menschen zu halten innerhalb der Illusion.

[ 7 ] One of these beings is depicted in Michael, who cast the Luciferic beings down into the abyss so that they might move within the realm of the Earth. And there, within the astral nature of human beings, they sought to exert their influence. And the dwelling place of these beings was no longer “heaven.” Those beings whose domain was in heaven, they cast down to Earth. But all evil, all that is bad, has its good side and is rooted in the wisdom of the world. These beings had to be left behind in the world so that they might draw humanity down into physical matter, within which humanity could only learn to say “I” to itself, so that it might develop its self-consciousness. Without becoming entangled in Maya, human beings would not have learned to say “I” to themselves. But human beings would have perished in the illusion if the illusion and its powers—Lucifer and Ahriman—had succeeded in keeping them within the illusion.

[ 8 ] Ich muß jetzt allerdings einiges aussprechen, was ich Sie bitte — ich möchte sagen — mit aller Erkenntnisvorsicht anzuhören. Denn nur dann, wenn Sie sich diese Gedanken weiter ausbilden und sie zwar wörtlich nehmen, aber doch nicht in dem Sinne, wie eine materialistische Ansicht das Wörtlichnehmen zu tun pflegt, werden Sie sie richtig verstehen.

[ 8 ] However, I must now say a few things, which I ask you—I would like to say—to listen to with the utmost intellectual caution. For only if you continue to develop these ideas and take them literally—though not in the sense in which a materialistic view tends to take things literally—will you understand them correctly.

[ 9 ] Was beabsichtigten die luziferisch-ahrimanischen Wesenheiten mit der physischen Welt? Was wollten sie mit all den Wesenheiten, die jetzt in der Welt sind, und auf die sie wirken konnten, nachdem sie sich einmal verbunden hatten mit der menschlichen Entwickelung in der atlantischen Zeit?

[ 9 ] What did the Luciferic-Ahrimanic entities intend to do with the physical world? What did they want to do with all the beings that are now in the world—and upon whom they could exert their influence—after they had once become connected with human evolution during the Atlantean era?

[ 10 ] Diese Wesenheiten — Luzifer-Ahriman — wollten nichts Geringeres, als alle Wesenheiten, die auf der Erde sind, in der Gestalt, wie sie verwoben sind in der dichten physischen Materie, zu erhalten. Wenn zum Beispiel eine Pflanze wächst, herauswächst aus ihrer Wurzel, Blatt für Blatt in die Höhe treibt bis zur Blüte, dann haben Luzifer- Ahriman die Absicht, dieses Treiben und Wachsen immer weiter und weiter zu bringen, das heißt, diese Wesenheit, die sich da herausentwickelt, der physischen Gestalt ähnlich zu machen, zu erhalten, wie sie ist, und sie damit zu entreißen der geistigen Welt. Denn würde es ihnen gelingen, diese Wesenheit der geistigen Welt der physischen Gestalt ähnlich zu machen, so würden sie den Himmel sozusagen der Erde entreißen. Und auch bei allen Tieren haben die luziferisch-ahrimanischen Wesenheiten die Tendenz, sie ähnlich zu machen dem Körper, in dem sie sind, und sie ihren göttlich-geistigen Ursprung innerhalb der Materie vergessen zu lassen. Und ebenso auch beim Menschen.

[ 10 ] These entities—Lucifer and Ahriman—wanted nothing less than to preserve all beings on Earth in the form in which they are interwoven within dense physical matter. For example, when a plant grows, sprouting from its root and pushing upward leaf by leaf until it blooms, Lucifer-Ahriman intend to carry this growth and development on and on—that is, to make this entity that is developing there resemble the physical form, to preserve it as it is, and thereby to snatch it away from the spiritual world. For if they were to succeed in making this being of the spiritual world resemble the physical form, they would, so to speak, snatch heaven away from the earth. And with all animals as well, the Luciferic-Ahrimanic beings have the tendency to make them resemble the body in which they dwell and to cause them to forget their divine-spiritual origin within matter. And the same is true of human beings.

[ 11 ] Damit das nicht sein konnte, kam der göttlich-geistige Vater und sagte: Zwar haben sich errungen die Wesen der Erde in ihrem Gipfel, in dem Menschen, das äußere Erkennen im Ich; aber das Leben dürfen wir ihnen jetzt nicht überlassen! Denn das Leben würde so gestaltet werden, daß die Wesenheiten in diesem Leben entrissen würden ihrer göttlich-geistigen Wurzel; der Mensch würde sich eingliedern in den physischen Leib und für ewig seinen göttlich-geistigen Ursprung vergessen. — Dadurch allein konnte der göttliche Vater-Geist die Erinnerung an den göttlichen Ursprung retten, daß er allem, was in die Materie strebt, die Wohltat des Todes mitgab. So war es möglich, daß die Pflanze, wenn sie wächst, in die Höhe schießt bis zu dem Moment, wo die Befruchtung eintritt - und in demselben Moment welkt die Pflanzengestalt, eine neue Pflanzengestalt tritt aus dem Samen hervor. Dadurch aber, wenn die Pflanze in den Samen tritt, ist sie für einen Moment in der göttlich-geistigen Welt und wird erfrischt durch die göttlich-geistige Welt. Und so ist es insbesondere für den Menschen. Der Mensch würde hineingebannt in die Erde und vergessen seinen geistig-göttlichen Ursprung, wenn nicht der Tod ausgebreitet wäre über die Erde, wenn der Mensch nicht immer neue Kraftquellen zwischen dem Tode und der neuen Geburt zugeführt erhielte, um nicht zu vergessen seinen göttlich-geistigen Ursprung.

[ 11 ] To prevent this from happening, the divine-spiritual Father came and said: “It is true that the beings of Earth have attained, at the pinnacle of their development—in the human being—external cognition in the ‘I’; but we must not now leave life in their hands! For life would be shaped in such a way that the beings would be torn from their divine-spiritual root in this life; human beings would become integrated into the physical body and forget their divine-spiritual origin forever. — It was only in this way that the divine Father-Spirit could preserve the memory of the divine origin: by bestowing the blessing of death upon everything that strives toward matter. Thus it was possible for the plant, as it grows, to shoot upward until the moment of fertilization—and at that very moment the plant’s form withers, and a new plant form emerges from the seed. But through this, when the plant enters the seed, it is for a moment in the divine-spiritual world and is refreshed by the divine-spiritual world. And so it is especially true for human beings. Human beings would be bound to the earth and forget their spiritual-divine origin if death were not spread across the earth, if human beings were not constantly supplied with new sources of strength between death and new birth, so as not to forget their spiritual-divine origin.

[ 12 ] Der Tod, wenn wir ihn prüfen, wo ist er auf der Erde? Fragen wir einmal bei irgendeinem Wesen, das als Pflanze uns erfreut. Ein Wesen, das mit herrlichen Pflanzenblüten unser Auge erfreut - in einigen Monaten ist es nicht mehr da. Der Tod ist über dasselbe gekommen. Schauen wir uns ein Tier an, das uns meinetwillen treu ist, oder irgendein anderes Tier: in kurzer Zeit wird es nicht mehr sein. Der Tod ist über dasselbe gekommen. Schauen wir uns einen Menschen an, wie er in der physischen Welt steht: Nach einiger Zeit ist der Tod über ihn gekommen. Er wird nicht mehr sein, denn wäre er noch da, er würde seinen göttlich-geistigen Ursprung vergessen. Schauen wir uns einen Berg an. Es wird eine Zeit kommen, wo die vulkanische Tätigkeit unserer Erde den Berg verschlungen haben wird: Der Tod ist über ihn hinweggegangen. Schauen wir uns an, was wir wollen: Es gibt nichts, dem nicht der Tod einverwoben wäre. Alles auf der Erde ist in den Tod eingetaucht!

[ 12 ] Death—if we examine it—where is it on Earth? Let’s ask any living thing that delights us as a plant. A living thing that delights our eyes with magnificent blossoms—in a few months, it will be gone. Death has come upon it. Let us look at an animal that is loyal to us, or any other animal: in a short time, it will be no more. Death has come upon it. Let us look at a human being as he stands in the physical world: after some time, death has come upon him. He will be no more, for if he were still here, he would forget his divine-spiritual origin. Let us look at a mountain. A time will come when our Earth’s volcanic activity will have swallowed the mountain: death has passed over it. Let us look at whatever we wish: there is nothing into which death is not woven. Everything on Earth is immersed in death!

[ 13 ] So ist der Tod der wohltätige Entreißer aus einem Dasein, das den Menschen ganz herausführen würde aus der göttlich-geistigen Welt. Aber es mußte dieser Mensch in die physisch-sinnliche Welt kommen. Denn nur in der physisch-sinnlichen Welt war es ihm möglich, sein Selbstbewußtsein, seine menschliche Ichheit zu erringen. Würde er durch den Tod immer gehen müssen, ohne etwas mitnehmen zu können aus diesem Reich des Todes, dann würde er zwar in die göttlichgeistige Welt wieder zurückgehen können, aber unbewußt, ohne Ichheit. Er muß it seiner Ichheit in die göttlich-geistige Welt hineingehen. Er muß daher das irdische Reich, dem ganz der Tod einverwoben ist, befruchten können so, daß der Tod der Same wird für eine Ichheit im Ewigen, im Geistigen.

[ 13 ] Thus, death is the benevolent deliverer from an existence that would lead human beings completely away from the divine-spiritual world. But this human being had to come into the physical-sensory world. For only in the physical-sensory world was it possible for him to attain his self-consciousness, his human “I.” If he were to have to pass through death repeatedly without being able to take anything with him from this realm of death, then he would indeed be able to return to the divine-spiritual world, but unconsciously, without an “I.” He must enter the divine-spiritual world with his sense of self. He must therefore be able to fertilize the earthly realm—in which death is wholly interwoven—in such a way that death becomes the seed for a sense of self in the eternal, in the spiritual.

[ 14 ] Diese Möglichkeit aber, daß der Tod, der sonst Vernichtung wäre, umgewandelt wird in den Samen für die ewige Ichheit, ist gegeben worden durch den Christus-Impuls. Auf Golgatha ist zuerst die wahre Gestalt des Todes vor die Menschheit hingestellt worden. Und dadurch, daß sich mit dem 'Tode vermählt hat der Christus, das Abbild des VaterGeistes, der Sohn des Vater-Geistes, dadurch ist der Tod auf Golgatha der Ausgang eines neuen Lebens und, wie wir gestern gesehen haben, einer neuen Sonne. Und nunmehr kann in der Tat alles, was früher als die Lehrzeit des Menschen da war, nachdem sich der Mensch ein Ich für die Ewigkeit erobert hat, nun kann alles Frühere verschwinden, und der Mensch kann in die Zukunft hineingehen mit seiner geretteten Ichheit, die immer mehr und mehr eine Nachbildung der Christus-Ichheit werden wird.

[ 14 ] This possibility, however—that death, which would otherwise be annihilation, is transformed into the seed of eternal selfhood—has been made possible by the Christ impulse. On Golgotha, the true nature of death was first revealed to humanity. And because Christ—the image of the Father Spirit, the Son of the Father Spirit—married “death,” death on Golgotha became the beginning of a new life and, as we saw yesterday, a new sun. And now, in fact, everything that previously constituted humanity’s period of learning—now that humanity has won an “I” for eternity—can disappear, and humanity can step into the future with its saved “I,” which will increasingly become a reflection of the Christ-I.

[ 15 ] Nehmen wir als Beispiel für das eben Gesagte einen allmählich entzündeten siebenarmigen Leuchter und betrachten wir die erste Flamme seiner Siebenheit als ein Symbolum für die erste Zeit der Menschenentwickelung, die Saturnentwickelung. Jede Entwickelung läuft in sieben kleineren Unterabteilungen ab. So haben wir in der ersten Flamme der Siebenheit des Leuchters ein Symbolum für die Kräfte, die dem Menschen zugeflossen sind während der Saturnzeit. Gehen wir zu der zweiten Flamme innerhalb der Siebenheit dieses Leuchters, so haben wir darinnen ein Symbolum für die Kräfte, die aus der alten Sonnen-Entwickelung dem Menschen zugeflossen sind. In derselben Weise haben wir in der dritten Flamme der Siebenheit ein Symbolum für die Kräfte, die dem Menschen im Laufe der alten Mondenzeit zugeflossen sind. Und in der vierten haben wir ein Symbolum für alles, was dem Menschen zugeflossen ist aus der Erdenentwickelung. Denken wir uns nun das mittlere Licht hellentzündet, die nächsten noch in dunklen Flammen brennend: da, wo das mittlere Licht ist, da ist der Zeitpunkt, wo das Christus-Licht in die Entwickelung eingeschlagen hat. Niemals könnten die anderen Lichter entzündet werden, niemals könnten die folgenden Zeiten der Entwickelung kommen, wenn nicht der Christus-Impuls in die Mensch heitsentwickelung eingeschlagen hätte. Dunkel sind sie heute noch.

[ 15 ] Let us take, as an example of what has just been said, a seven-branched candelabrum that is gradually being lit, and let us regard the first flame of its sevenfold nature as a symbol of the first period of human evolution, the Saturn evolution. Every phase of development unfolds in seven smaller subdivisions. Thus, in the first flame of the candelabrum’s sevenfold structure, we have a symbol of the forces that flowed to humanity during the Saturn era. Moving on to the second flame within the sevenfold structure of this candelabrum, we find in it a symbol of the forces that flowed to humanity from the ancient Sun era. In the same way, the third flame of the seven represents the forces that flowed to humanity during the ancient Lunar era. And the fourth flame symbolizes everything that has flowed to humanity from Earth’s evolution. Let us now imagine the middle light burning brightly, while the others still burn with dark flames: where the middle light is, there lies the moment when the Christ-light entered the course of evolution. The other lights could never be kindled, nor could the subsequent stages of evolution ever come about, had the Christ impulse not entered into human evolution. They remain dark even today.

[ 16 ] Wenn wir nun die zukünftige Entwickelung ebenso symbolisch darstellen wollten, so müßten wir, indem sich das nächste Licht nach dem mittleren entzündet und immer heller wird, das erste Licht verglimmen lassen. Indem sich das nächstfolgende entzündet, müßten wir das zweite verglimmen lassen und so fort. Denn hier ist der Beginn einer neuen Sonnen-Entwickelung! Und wenn die Lichter bis zum letzten brennen werden, dann werden wir die ersten verlöschen sehen können, weil ihre Früchte eingeflossen sind in die letzten Lichter, übergegangen sind in die Zukunft.

[ 16 ] If we were to depict future development in a similarly symbolic way, we would have to let the first light fade as the next light—following the middle one—is lit and grows ever brighter. As the next one is lit, we would have to let the second light fade, and so on. For here lies the beginning of a new solar evolution! And when the lights have burned all the way to the last one, then we will be able to see the first ones go out, because their fruits have flowed into the last lights and passed into the future.

[ 17 ] So haben Sie eine Entwickelung in der Vergangenheit, die ihre Kräfte empfangen hat von dem Vater-Geist. Würde der Vater-Geist so weiter wirken, so müßten die Lichter alle nach und nach verlöschen, weil Luzifer-Ahriman sich einverwoben hat. Dadurch aber, daß der Christus-Impuls gekommen ist, leuchtet jetzt ein neues Licht auf. Eine Weltensonne beginnt.

[ 17 ] Thus, there has been a development in the past that drew its strength from the Father-Spirit. If the Father-Spirit were to continue acting in this way, all the lights would gradually go out because Lucifer-Ahriman has become interwoven with them. But because the Christ impulse has come, a new light now shines forth. A world sun is beginning.

[ 18 ] Ja, es mußte der Tod einverwoben werden allem natürlichen Dasein, weil ihm einverwoben ist Luzifer-Ahriman. Und ohne Luzifer- Ahriman wäre die Menschheit nicht zur Selbständigkeit gekommen. Mit Luzifer-Ahriman allein aber wäre die Selbständigkeit immer stärker und stärker geworden und hätte endlich das Vergessen des göttlichgeistigen Ursprungs herbeigeführt. Deshalb mußte selbst unserem Leib der Tod beigemischt werden. Wir könnten aus uns nicht einmal die Ichheit in die Ewigkeit mitnehmen, wenn nicht dem äußeren Ausdrucke der Ichheit, die im Blute liegt, beigemischt wäre der Tod.

[ 18 ] Yes, death had to be woven into all natural existence, because Lucifer-Ahriman is woven into it. And without Lucifer-Ahriman, humanity would not have attained independence. With Lucifer-Ahriman alone, however, independence would have grown stronger and stronger and would ultimately have led to the forgetting of our divine-spiritual origin. That is why death had to be mingled even with our physical body. We could not even carry the “I” within us into eternity if death were not mingled with the outer expression of the “I,” which lies in the blood.

[ 19 ] Wir haben in uns ein Blut des Lebens: den roten Blutstrom. Und wir haben ein Blut des Todes in uns: das blaue Blut. In jedem Augenblicke muß, damit unsere Ichheit leben kann, das Leben, das im roten Blute fließt, im blauen Blute ertötet werden. Würde es nicht ertötet, so würde der Mensch im Leben so untergehen, daß er seinen göttlich-geistigen Ursprung vergessen würde. Die abendländische Esoterik hat ein Symbolum für diese beiden Blutarten, zwei Säulen, eine rote und eine blaue: die eine ein Leben symbolisierend, das aus dem göttlichen VaterGeist fließt, aber in der Form, wo es sich selber verlieren würde; die andere die Vernichtung desselben. Der Tod ist der Stärkere, der Kräftigere, das, was die Vernichtung desjenigen herbeiführt, was sich selbst sonst in sich verlieren würde. Vernichtung aber dessen, was sich sonst verlieren würde, bedeutet aufrufen zur Auferstehung!

[ 19 ] We have within us a blood of life: the red blood. And we have a blood of death within us: the blue blood. At every moment, in order for our sense of self to live, the life that flows in the red blood must be put to death in the blue blood. If it were not put to death, man would perish in life to such an extent that he would forget his divine-spiritual origin. Western esotericism has a symbol for these two kinds of blood: two pillars, one red and one blue. One symbolizes life flowing from the divine Father-Spirit, but in a form in which it would lose itself; the other symbolizing the destruction of that same life. Death is the stronger, the more powerful—that which brings about the destruction of that which would otherwise lose itself within itself. But the destruction of that which would otherwise be lost is a call to resurrection!

[ 20 ] So sehen Sie, wie wir durch eine richtige Interpretation des JohannesEvangeliums in den Sinn des ganzen Lebens hineinschauen. Dasjenige, was wir gestern und heute gewonnen haben, ist also nichts anderes, als daß in dem Momente unserer Zeitentwickelung, welche die christliche Zeitrechnung mit einer neuen «1» beginnt, etwas eingetreten ist, was für die ganze Erdentwickelung und, insofern die kosmische Entwickelung mit der Erde zusammenhängt, auch für die kosmische Entwickelung von höchster Bedeutung ist. Ja, mit dem Golgatha-Ereignis ist ein neuer Mittelpunkt geschaffen. Mit der Erde ist seitdem vereint der Christus-Geist. Nach und nach ist er herangekommen, und seit der Zeit ist er in der Erde. Und es.handelt sich darum, daß die Menschen erkennen lernen, daß der Christus-Geist seit jener Zeit in der Erde ist, daß in jedem Produkt der Erde der Christus-Geist ist, und daß sie alles unter dem Gesichtspunkt des Todes erkennen, wenn sie nicht den ChristusGeist darinnen erblicken, alles aber erkennen unter dem Gesichtspunkt des Lebens, wenn sie darinnen erblicken den Christus-Geist.

[ 20 ] As you can see, through a correct interpretation of the Gospel of John, we gain insight into the meaning of life as a whole. What we have gained yesterday and today is, therefore, nothing other than the realization that at the moment in our temporal development—which the Christian calendar marks with a new “1”—something occurred that is of the utmost significance for the entire development of the Earth and, insofar as cosmic development is connected to the Earth, also for cosmic development. Yes, with the event at Golgotha, a new center has been created. Since then, the Christ Spirit has been united with the Earth. It has gradually drawn near, and since that time it has been present on Earth. And the point is that people must come to recognize that the Christ Spirit has been on Earth since that time, that the Christ Spirit is present in every product of the Earth, and that they perceive everything from the perspective of death if they do not perceive the Christ Spirit within it, but perceive everything from the perspective of life if they do perceive the Christ Spirit within it.

[ 21 ] Wir sind erst im Anfange derjenigen Entwickelung, welche die christliche Entwickelung ist. Die Zukunft dieser Entwickelung besteht darinnen, daß wir in der ganzen Erde sehen den Körper des Christus. Denn der Christus ist seit jener Zeit in die Erde eingezogen, hat in der Erde einen neuen Lichtmittelpunkt geschaffen und durchdringt die Erde, leuchtet in die Welt hinaus und ist ewig in der Erdenaura verwoben. Sehen wir daher die Erde heute ohne den Christus-Geist, der ihr zugrunde liegt, so sehen wir das Verwesende, das Verfaulende der Erde, den sich zersetzenden Leichnam. Sehen wir die Erde zerspaltet in noch so viele kleine Partikel, so sehen wir, wenn wir nicht den Christus verstehen, den sich zersetzenden Erdenleichnam. Überall, wo wir bloß Stoffe sehen, da sehen wir die Unwahrheit.

[ 21 ] We are only at the beginning of that development which is Christian development. The future of this development lies in our seeing the body of Christ throughout the entire earth. For since that time, Christ has entered into the earth, has created a new center of light within the earth, and permeates the earth, shining out into the world and being eternally woven into the earth’s aura. Therefore, if we look at the earth today without the Spirit of Christ that underlies it, we see the earth’s decay and putrefaction—the decomposing corpse. If we see the Earth split into however many small particles, then—unless we understand Christ—we see the decaying corpse of the Earth. Wherever we see only matter, there we see untruth.

[ 22 ] So finden Sie nicht dieWahrheit, wenn Sie den Menschen der Erde studieren; Sie studieren nur seinen sich zersetzenden Leichnam. Wenn Sie seinen Leichnam studieren, dann können Sie konsequenterweise dieElemente der Erde nur so beurteilen, daß Sie sagen: «Die Erde besteht aus Stoff-Atomen » - gleichgültig, ob es räumlich ausgedehnte Atome oder Kraftmittelpunkte sind, es kommt darauf nicht an. Wenn wir Atome sehen, aus denen unsere Erde bestehen soll, dann sehen wir den Erdenleichnam, das, was sich fortwährend zersetzt, und was einst nicht mehr sein wird, wenn die Erde nicht mehr sein wird. Und die Erde löst sich auf.

[ 22 ] Thus, you will not find the truth by studying human beings on Earth; you are merely studying their decaying corpses. If you study their corpses, then you can logically assess the elements of the Earth only by saying: “The Earth consists of material atoms”—regardless of whether they are spatially extended atoms or centers of force; it makes no difference. When we see atoms from which our Earth is said to consist, we see the Earth’s corpse—that which is constantly decomposing and which will one day cease to exist when the Earth ceases to exist. And the Earth is dissolving.

[ 23 ] Dann erst erkennen wir die Wahrheit, wenn wir in jedem Atom sehen einen Teil des Christus-Geistes, der seit jener Zeit darinnen ist. Aus was besteht denn die Erde, seitdem der Christus-Geist sie durchdrungen hat? Bis ins Atom hinein besteht die Erde aus Leben, seit sie der Christus durchdrungen hat! Jedes Atom hat nur dadurch einen Wert und kann nur dadurch erkannt werden, daß Sie in ihm sehen eine Hülle, die ein Geistiges umschließt. Und dieses Geistige ist ein Teil des Christus.

[ 23 ] Only then do we recognize the truth—when we see in every atom a part of the Spirit of Christ that has been within it ever since that time. What, then, has the Earth consisted of ever since the Spirit of Christ permeated it? Down to the very atom, the Earth consists of life, ever since Christ permeated it! Every atom has value only because—and can be recognized only because—you see in it a shell that encloses a spiritual essence. And this spiritual essence is a part of Christ.

[ 24 ] Nehmen Sie jetzt irgend etwas von der Erde. Wann erkennen Sie es richtig? Wenn Sie sagen: «Das ist ein Teil des Leibes des Christus!» Was konnte der Christus sagen zu denjenigen, die ihn erkennen mochten ? Indem er ihnen das Brot brach, das aus dem Korn der Erde kommt, konnte der Christus sagen: « Dies ist mein Leib!» Was konnte er ihnen sagen, indem er ihnen den Rebensaft gab, der aus dem Saft der Pflanzen kommt? — «Dies ist mein Blut!» Weil er die Seele der Erde geworden ist, konnte erzu dem, was fest ist, sagen: « Dies ist mein Fleisch » und zu dem Pflanzensaft: « Dies ist mein Blut », wie Sie zu Ihrem Fleisch sagen: Dies ist mein Fleisch, und zu Ihrem Blut: Dies ist mein Blut. - Und diejenigen Menschen, welche imstande sind, den richtigen Sinn dieser Worte des Christus zu fassen, die machen sich Gedankenbilder, die anziehen in dem Brot und in dem Rebensaft den Leib und das Blut Christi, die anziehen den Christus-Geist darinnen. Und sie vereinigen sich mit dem Christus-Geist.

[ 24 ] Now take anything from the earth. When do you recognize it correctly? When you say, “This is a part of the body of Christ!” What could Christ say to those who wished to recognize him? By breaking the bread for them—which comes from the grain of the earth—Christ could say, “This is my body!” What could he say to them as he gave them the grape juice that comes from the sap of the plants? — “This is my blood!” Because he had become the soul of the earth, he could say of what is solid, “This is my flesh,” and of the plant sap, “This is my blood,” just as you say of your own flesh, “This is my flesh,” and of your own blood, ‘This is my blood.’—And those people who are able to grasp the true meaning of these words of Christ form mental images that draw forth the body and blood of Christ from the bread and the grape juice, and draw forth the Spirit of Christ within them. And they unite with the Spirit of Christ.

[ 25 ] So wird aus dem Symbolum des Abendmahles eine Wirklichkeit.

[ 25 ] Thus, the symbol of the Lord's Supper becomes a reality.

[ 26 ] Ohne den Gedanken, der an den Christus anknüpft im menschlichen Herzen, kann keine Anziehungskraft entwickelt werden zu dem Christus-Geist beim Abendmahl. Aber durch diese Gedankenform wird solche Anziehungskraft entwickelt. Und so wird für alle diejenigen, welche das äußere Symbolum brauchen, um einen geistigen Actus zu vollziehen, nämlich die Vereinigung mit dem Christus, das Abendmahl derWeg sein, der Weg bis dahin, wo ihre innere Kraft so stark ist, wo sie so erfüllt sind von dem Christus, daß sie ohne die äußere physische Vermittelung sich mit dem Christus vereinigen können. Die Vorschule für die mystische Vereinigung mit dem Christus ist das Abendmahl - die Vorschule. So müssen wir diese Dinge verstehen. Und ebenso wie alles sich entwickelt vom Physischen zum Geistigen hinauf unter dem christlichen Einfluß, so müssen sich zuerst unter dem Christus-Einfluß heranentwickeln die Dinge, die zuerst da waren als eine Brücke: vom Physischen zum Geistigen muß sich das Abendmahl entwickeln, um hinzuführen zur wirklichen Vereinigung mit dem Christus. — Über diese Dinge kann man nur in Andeutungen sprechen, denn nur wenn sie aufgenommen werden in ihrer vollen heiligen Würde, werden sie im richtigen Sinne verstanden.

[ 26 ] Without the thought that connects to Christ in the human heart, no attraction to the Spirit of Christ can be developed during the Lord’s Supper. But through this form of thought, such an attraction is developed. And so, for all those who need the outward symbol to perform a spiritual act—namely, union with Christ—the Lord’s Supper will be the path, the path leading to the point where their inner strength is so great, where they are so filled with Christ, that they can unite with Christ without the need for outward, physical mediation. The Holy Communion is the preparatory school for mystical union with Christ—the preparatory school. This is how we must understand these things. And just as everything develops from the physical toward the spiritual under Christian influence, so too must the things that were there first as a bridge develop under the influence of Christ: the Holy Communion must develop from the physical toward the spiritual in order to lead to true union with Christ. — One can speak of these things only in hints, for only when they are received in their full sacred dignity are they understood in the proper sense.

[ 27 ] Daß durch das Ereignis von Golgatha der Christus seit jener Zeit bei der Erde war, das zu erkennen war eine Aufgabe für die Menschen. Sie sollten das immer mehr erkennen und in der Erkenntnis sich immer mehr davon durchdringen lassen.

[ 27 ] It was up to human beings to recognize that, as a result of the event at Golgotha, the Christ had been present on Earth ever since. They were to recognize this more and more and allow this realization to permeate them ever more deeply.

[ 28 ] Dazu aber bedurfte es der Vermittler. Und einer der ersten großen Vermittler war derjenige, der aus dem Saulus ein Paulus geworden war. Was konnte Saulus wissen, da er eine Art jüdischer Eingeweihter war? Ungefähr in folgenden Worten können wir aussprechen, was Saulus wissen konnte.

[ 28 ] But this required a mediator. And one of the first great mediators was the man who had become Paul from Saul. What could Saul have known, since he was a kind of Jewish initiate? We can express what Saul could have known in roughly the following words.

[ 29 ] Wissen konnte er das, was Eigentum war der hebräischen Geheimlehre. Was der Zarathustra gesehen hatte als Ahura Mazdao, was Moses gesehen hatte im brennenden Dornbusch und im Donner und Blitz auf Sinai als «ehjeh asher ehjeh», als Jahve oder Jehova, das, wußte er, war herangekommen an die Erde, hatte sich genähert und würde einmal in einem Menschenleib sein und in diesem Menschenleibe bewirken, daß die Erde eine Erneuerung erfährt. Aber nun stand er unter dem Eindrucke des Urteils seiner Zeit und der jüdischen Gesetze. Das Ereignis von Golgatha hat er mitgemacht. Aber er konnte sich nicht sagen, daß derjenige, der am Kreuz geendet hatte, der Träger war des Christus. Die Ereignisse, die er erfahren und erlebt hatte, konnten ihm die Überzeugung nicht beibringen, daß derjenige, den er erwarten mußte nach der jüdischen Einweihung, in dem Jesus von Nazareth verkörpert war. Was mußte er denn erleben, damit er zu seiner Überzeugung machen konnte, daß auf Golgatha in dem sterbenden Leib des Jesus von Nazareth wirklich der unsterbliche Christus-Geist gewesen war?

[ 29 ] He could know what was the essence of the Hebrew esoteric teaching. What Zarathustra had seen as Ahura Mazdao, what Moses had seen in the burning bush and amid the thunder and lightning on Sinai as “ehjeh asher ehjeh,” as Yahweh or Jehovah—he knew that this had come to Earth, had drawn near, and would one day take on human form and, through that human form, bring about a renewal of the Earth. But now he was under the influence of the prevailing views of his time and of Jewish law. He had witnessed the events at Golgotha. But he could not bring himself to believe that the one who had met his end on the cross was the bearer of the Christ. The events he had witnessed and experienced could not convince him that the one he was to expect according to Jewish initiation was embodied in Jesus of Nazareth. What, then, did he have to experience in order to become convinced that the immortal Christ Spirit had truly been present on Golgotha in the dying body of Jesus of Nazareth?

[ 30 ] Er wußte aus seiner hebräischen Einweihung heraus: Wenn der Christus-Geist in einem menschlichen Leib gewesen ist und dieser menschliche Leib tot ist, dann muß in der Erdenaura der Christus vorhanden sein. Dann muß es möglich sein für den, der selber mit geistigem Auge in die Erdenaura schauen kann, daß ihm der Christus sichtbar wird. Das wußte er. Nur war er bis dahin nicht fähig geworden, in die Erdenaura hineinzuschauen. Er war zwar ein Ringeweihter in die Weisheit, aber kein Hellseher. Aber er hatte eine Vorbedingung, um ein Hellseher auf einem abnormen Wege zu werden, und diese Vorbedingung spricht er selber aus. Er spricht sie so aus, daß er sie als eine Gnade bezeichnet, die ihm von oben verliehen worden ist: er sagt von sich selber, daß er eine Frühgeburt sei, was gewöhnlich übersetzt wird mit «eine unzeitige Geburt». Er ist nicht ausgetragen worden im mütterlichen Leibe; er ist aus der geistigen Welt in die physische Welt heruntergestiegen, als er noch nicht völlig eingetaucht war in alle Elemente des Erdendaseins. Früher als man sich sonst entreißt jenen Verbindungen, in denen man noch unbewußt den geistigen Mächten angehört, ist er in die Welt gekommen. Das Ereignis von Damaskus wurde dadurch möglich, daß ihm das geistige Auge geöffnet wurde als einer Geburt, die zur Unzeit zur Welt gekommen war. So wurde ihm als einer Frühgeburt das geistige Auge eröffnet; er sah in die Erdenaura hinein und sah, daß der Christus darinnen war. Also mußte der Zeitpunkt, da dieser Christus durch einen physischen Menschenleib gewandelt war, schon dagewesen sein. Der Beweis war ihm geliefert worden, daß der Christus an dem Kreuze gestorben war. Denn derjenige, von dem er wußte, daß er den Tod auf der Erde überwinden würde, der war ihm als geistig Lebendiger erschienen. Das Ereignis von Golgatha kannte er jetzt in seiner Bedeutung. Er wußte: Der Christus ist auferstanden! Denn derjenige, den er gesehen hatte, der konnte früher nicht in der Erdenaura gesehen werden. Jetzt verstand er die Worte:

[ 30 ] He knew from his Hebrew initiation that if the Christ Spirit had been in a human body and that human body is dead, then Christ must be present in the Earth’s aura. Then it must be possible for one who can look into the Earth’s aura with the spiritual eye to see the Christ. He knew that. But up to that point, he had not yet become capable of looking into the Earth’s aura. He was, indeed, a Ring-initiated into wisdom, but not a clairvoyant. But he possessed a prerequisite for becoming a clairvoyant through an extraordinary path, and he himself articulates this prerequisite. He describes it as a grace bestowed upon him from above: he says of himself that he was a premature birth, which is usually translated as “a birth before its time.” He was not carried to term in his mother’s womb; he descended from the spiritual world into the physical world before he had fully immersed himself in all the elements of earthly existence. He came into the world earlier than one normally breaks away from those bonds in which one still unconsciously belongs to the spiritual powers. The event at Damascus was made possible by the fact that his spiritual eye was opened as a result of a birth that had come into the world at the wrong time. Thus, as a premature birth, his spiritual eye was opened; he looked into the Earth’s aura and saw that Christ was within it. Therefore, the moment when this Christ had walked through a physical human body must already have occurred. He had been given proof that the Christ had died on the cross. For the one whom he knew would overcome death on Earth had appeared to him as a spiritually living being. He now understood the significance of the event at Golgotha. He knew: The Christ has risen! For the one he had seen could not previously have been seen within the Earth’s aura. Now he understood the words:

«Es wird dir schwer werden, wider den Stachel zu löcken.» (Apg. 9 5)

“It will be hard for you to kick against the goads.” (Acts 9:5)

[ 31 ] Was ist der Stachel? Paulus hat es selber ausgesprochen: «Tod, wo ist dein Stachel? » (1. Kor. 15, 55). Umsonst wirst du wider den Stachel löcken. Denn würdest du es tun, so würdest du nur den Tod erkennen. Aber du kannst jetzt nicht mehr gegen den Tod löcken, denn du hast den gesehen, der den Tod überwunden hat.

[ 31 ] What is the sting? Paul himself said it: “O death, where is your sting? ” (1 Cor. 15:55). It is in vain that you fight against the sting. For if you did, you would only recognize death. But you can no longer fight against death, for you have seen the One who has conquered death.

[ 32 ] Damit wurde Paulus derjenige Verkünder des Christentums, der vor allen Dingen den lebendigen, den geistig lebendigen Christus verkündet hat.

[ 32 ] Thus, Paul became the preacher of Christianity who, above all else, proclaimed the living, spiritually alive Christ.

[ 33 ] Wodurch war der Christus in der Erdenaura zu sehen? Dadurch, daß bei dem Christus Jesus, als einem ersten Impuls der Erdenentwickelung in die Zukunft hinein, zuerst der Ätherleib wieder vollständig durchdrungen war von dem Christus. Natürlich war der Ätherleib des Jesus von Nazareth vollständig durchdrungen von dem Christus. Daher war es solch ein Ätherleib, der ganz den physischen Leib unter seiner Herrschaft hatte, der dadurch, weil er völliger Herrscher war über den physischen Leib, nach dem Tode den physischen Leib wiederherstellen konnte, das heißt, in einer solchen Erscheinung auftreten konnte, daß alles das, was im physischen Leibe war, wieder da war, aber aus der Kraft des Ätherleibes heraus. Wenn daher der Christus nach dem Tode gesehen worden ist, so war das der Ätherleib des Christus. Aber für diejenigen, welche imstande waren, durch die Kraft, welche sie durch die Ereignisse gewonnen hatten, nicht nur einen physisch-sinnlichen Leib als einen wirklichen Leib anzuerkennen, sondern auch einen Ätherleib mit allen Erscheinungen des physischen Leibes, für sie war der Christus als ein Leibhaftiger auferstanden. Und er war es in Wirklichkeit.

[ 33 ] How was the Christ visible in the Earth’s aura? Because in the case of the Christ Jesus—as the first impulse of Earth’s development into the future—the etheric body was, for the first time, once again completely permeated by the Christ. Of course, the etheric body of Jesus of Nazareth was completely permeated by the Christ. Therefore, it was such an etheric body—one that had complete dominion over the physical body—that, precisely because it was the absolute ruler of the physical body, was able to restore the physical body after death; that is, it was able to appear in such a way that everything that had been in the physical body was present again, but now emanating from the power of the etheric body. Therefore, when the Christ was seen after death, it was the etheric body of the Christ. But for those who, through the power they had gained from these events, were able to recognize not only a physical-sensory body as a real body, but also an etheric body with all the appearances of the physical body—for them, Christ had risen as a corporeal being. And in reality, He was.

[ 34 ] Aber auch im Evangelium ist uns gesagt, daß der Mensch, wenn er so weit vorgeschritten ist, daß das Verwesliche ein Unverwesliches entwickelt, daß er dann auch ein höheres Anschauen hat. Und es wird auch gesagt, daß diejenigen Menschen, welche sich damals schon zu einem höheren Anschauen hinaufentwickelt hatten, den Christus erkennen konnten. Das wird uns deutlich genug gesagt, nur haben die Menschen nicht den Willen, wirklich das zu lesen, was im Evangelium steht. Nehmen Sie zum Beispiel die erste Erscheinung des Christus nach dem Tode. Da heißt es:

[ 34 ] But the Gospel also tells us that when a person has progressed to the point where the perishable gives rise to the imperishable, he then also possesses a higher perception. And it is also said that those people who had already developed a higher perception at that time were able to recognize Christ. This is made clear enough to us; it’s just that people lack the will to truly read what is written in the Gospel. Take, for example, Christ’s first apparition after his death. There it says:

«Maria aber stund vor dem Grabe, und weinte draußen. Als sie nun weinte, guckte sie in das Grab,

Und siehet zween Engel in weißen Kleidern sitzen, einen zu den Häupten und den anderen zu den Füßen, da sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten.

Und dieselbigen sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.

Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück, und siehet Jesum stehen,

und weiß nicht, daß es Jesus ist.

Spricht Jesus zu ihr: Weib, was weinest du? Wen suchest du? Sie meinet, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weg getragen, so sage mir: wo hast du ihn hingelegt? so will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um, und spricht zu ihm: Rabbuni! das heißet: O Meister!» (20, 11-16)

“But Mary stood outside the tomb, weeping. As she wept, she looked into the tomb,

and saw two angels in white robes sitting where they had laid Jesus’ body—one at the head and the other at the feet.

And they said to her: ‘Woman, why are you weeping?’ She said to them, ‘They have taken away my Lord, and I do not know where they have laid him.’

And as she said this, she turned around and saw Jesus standing there,

but she did not realize it was Jesus.

Jesus said to her, ‘Woman, why are you weeping?’ “Who are you looking for?” She thought he was the gardener and said to him, “Sir, if you have carried him away, tell me where you have laid him, and I will take him.” Jesus said to her, “Mary!” She turned and said to him, “Rabboni!”—which means, “Teacher!” (20:11–16)

[ 35 ] Nun stellen Sie sich einmal vor: Sie haben jemanden vor ein paar Tagen gesehen, und Sie sehen ihn nach ein paar Tagen wieder. Trauen Sie sich zu, ihn nicht wiederzuerkennen ? Trauen Sie sich zu, ihn zu fragen, ob er der Gärtner sei, und wo er eigentlich hingelegt worden ist, wenn Sie ihn selber sehen? Das aber müssen Sie der Maria zutrauen, oder derjenigen, welche hier als Maria bezeichnet wird, wenn Sie annehmen wollen, daß ein jedes physische Auge den Christus erkannt hätte und ihn in derselben Weise gesehen hätte, wie ihn ein physisches Auge früher gesehen hat. Lesen Sie die Evangelien dem Geiste nach!

[ 35 ] Now imagine this: You saw someone a few days ago, and you see him again a few days later. Do you think you wouldn’t recognize him? Do you think you’d dare to ask him if he’s the gardener, and where he was actually laid to rest, if you saw him yourself? But you must attribute that to Mary—or to the one referred to here as Mary—if you wish to assume that every physical eye would have recognized Christ and seen him in the same way that a physical eye had seen him before. Read the Gospels in the spirit!

[ 36 ] Erst mußte die heilige Kraft der Worte als Kraft eindringen in die Frau. Das war notwendig! Da ging in ihr auf das Echo der Worte, und sie entzündeten wieder alles, was sie früher gesehen hatte. Und das machte jetzt ihr geistiges Auge fähig, den Auferstandenen zu sehen. — Sagt uns dasselbe nicht auch der Paulus?

[ 36 ] First, the sacred power of the words had to penetrate the woman as a force. That was necessary! Then the echo of the words arose within her, and they rekindled everything she had seen before. And that enabled her spiritual eye to see the Risen One. — Doesn’t Paul tell us the same thing?

[ 37 ] Bei dem Paulus werden Sie niemals bezweifeln, daß er durch sein geistiges Auge den Christus gesehen hat, als dieser Christus wiederum nur in den Höhen des Geistigen war, in der Erdenaura. Was aber sagt der Paulus? Als einen Beweis dafür, daß der Christus lebt, führt er an, daß er erschienen ist. Und er führt an als gleichbedeutende Erscheinungen zuerst,

[ 37 ] In the case of Paul, you will never doubt that he saw Christ through his spiritual eye, even though this Christ was, in turn, only in the heights of the spiritual realm, within the Earth’s aura. But what does Paul say? As proof that Christ is alive, he cites the fact that Christ appeared. And he cites, first and foremost, as equivalent manifestations,

«...daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen.

Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch viele leben, etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jakobus, darnach von allen Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden.

Denn ich bin der Geringste unter den Aposteln, als der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße.» (1. Kor. 15, 5-9)

“...that he was seen by Cephas, then by the Twelve.

After that, he was seen by more than five hundred brothers at one time, many of whom are still alive, though some have fallen asleep. After that, he was seen by James, then by all the apostles. Last of all, he was seen by me also, as one born out of due time.

For I am the least of the apostles, unworthy to be called an apostle.” (1 Cor. 15:5–9)

[ 38 ] Er stellt die Erscheinungen, welche die anderen gehabt haben, ganz gleich der seinigen, die dem geistigen Auge möglich war. Daher sagt Paulus wörtlich: «Wie ich gesehen habe den Christus, so haben ihn die anderen gesehen.» Durch das, was sie erlebt haben, sagt Paulus, ist in ihnen die Kraft entzündet worden, den Christus zu sehen als einen Auferstandenen.

[ 38 ] He equates the visions that the others had with his own, which were possible to the spiritual eye. That is why Paul says, word for word: “Just as I have seen Christ, so have the others seen him.” Through what they experienced, Paul says, the power was kindled within them to see Christ as the Risen One.

[ 39 ] Nun verstehen wir, was Paulus meint. Und des Paulus Anschauung ist eine solche, daß sie unmittelbar erkannt wird als die anthroposophisch-geistige, das heißt, daß sie uns sagt: Es gibt eine geistige Welt. Wenn wir diese geistige Welt mit dem Impuls betrachten, der uns durch die Christus-Kraft gegeben wird, so dringen wir so ein, daß wir in dieser geistigen Welt auch den Christus selber finden, denjenigen, der durch das Ereignis von Golgatha gegangen ist. - Das wollte er damit sagen. Und der Mensch kann, im besonderen durch das, was man «christliche Einweihung» nennt, nach und nach, mit Geduld und Ausdauer, sozusagen ein Nachfolger werden des Paulus, sich nach und nach selber aneignen die Fähigkeiten, um hineinzublicken in die geistige Welt und den Christus von geistigem Angesicht zu geistigem Angesicht zu schauen.

[ 39 ] Now we understand what Paul means. And Paul’s view is such that it is immediately recognized as the anthroposophical-spiritual one—that is to say, it tells us: There is a spiritual world. When we contemplate this spiritual world with the impulse given to us through the Christ-force, we penetrate it to such an extent that we also find Christ himself in this spiritual world—the one who passed through the event of Golgotha. - That is what he meant to say. And human beings can, particularly through what is called “Christian initiation,” gradually—with patience and perseverance—become, so to speak, followers of Paul, gradually acquiring for themselves the abilities to look into the spiritual world and to behold Christ from spiritual face to spiritual face.

[ 40 ] Ich habe in anderen Vorträgen öfter ausgeführt die Anfangsstufen, durch die wir hinauf kommen zum Schauen der Christus-Wesenheit selber. Da muß der Schüler nachleben, was uns im Johannes-Evangelium vorgezeichnet ist. Nur in allerkürzesten Umrissen sei im Zusammenhange angedeutet, wie der Mensch sich hinaufentwickeln kann in die geistige Welt, in welcher das Licht des Christus seit dem Ereignis von Golgatha entzündet ist, wenn sich der Mensch entschließt, eine gewisse Skala von Gefühlen durchzumachen.

[ 40 ] In other lectures, I have often described the initial stages through which we ascend to the vision of the Christ-Essence itself. There, the student must live out what is laid out for us in the Gospel of John. Let me briefly outline here, in this context, how a person can develop upward into the spiritual world—where the light of Christ has been kindled since the event at Golgotha—if that person resolves to pass through a certain range of feelings.

[ 41 ] Das erste ist, daß der Mensch sich sagt: Ich sehe mir die Pflanze an. Sie wächst aus dem mineralischen Erdboden heraus, sie wächst und blüht. Aber wenn die Pflanze Bewußtsein entwickeln könnte wie der Mensch, so müßte sie hinunterschauen zum Steinreich, zur mineralischen Erde, aus der sie herauswächst, und müßte sagen: Du Stein bist ein niedrigeres Wesen unter den heutigen Wesen der Natur als ich, aber ohne dich, niedrigeres Reich, kann ich nicht bestehen! Und ebenso wenn sich das Tier der Pflanze näherte und empfinden könnte, wie es die Pflanze zum Untergrunde seines Daseins hat, müßte es sich sagen: Ich als Tier bin ein höheres Wesen als du, Pflanze, aber ohne dich, Pflanze, könnte ich nicht sein! Und in Demut müßte sich das Tier herunterneigen zur Pflanze und sagen: Dir, niedrigere Pflanze, verdanke ich mein Dasein! - Und im Menschenreich müßte es so sein: Ein jeder, der auf der Stufenleiter höher gestiegen ist, müßte herunterschauen in geistiger Beziehung zu dem unter ihm Stehenden und sagen: Ihr gehört zwar einer niedrigeren Welt an, aber wie die Pflanze sich zum Stein, das Tier sich zur Pflanze neigen müßte, so müßte der Mensch auf einer höheren Stufe sagen: Dir Niedrigerem verdanke ich mein Dasein!

[ 41 ] The first is that a person says to himself: I am looking at the plant. It grows out of the mineral soil; it grows and blooms. But if the plant could develop consciousness like a human being, it would have to look down at the mineral kingdom, at the mineral earth from which it grows, and say: “You, stone, are a lower being among the beings of nature today than I am, but without you, lower kingdom, I cannot exist!” And likewise, if the animal were to approach the plant and could sense how the plant forms the foundation of its existence, it would have to say to itself: “I, as an animal, am a higher being than you, plant, but without you, plant, I could not exist!” And in humility, the animal would have to bow down to the plant and say: “To you, lower plant, I owe my existence!”—And in the human realm, it would have to be this way: Everyone who has climbed higher on the ladder of existence must look down in a spiritual sense upon those below him and say: “You may indeed belong to a lower world, but just as the plant must bow to the stone and the animal to the plant, so must the human being on a higher level say: ‘To you, who are lower, I owe my existence!’”

[ 42 ] Dann, wenn der Mensch durch Wochen und Monate, vielleicht durch Jahre hindurch unter der Anleitung seines entsprechenden Lehrers sich ganz hineinversetzt in solche Gefühle einer universellen Demut, dann kommt er so weit, daß er weiß, was da bedeutet die «Fußwaschung ». Denn vor ihm steht ein unmittelbar geistiges Schauen dessen, was der Christus getan hat, als er als das höhere Wesen sich vor den Zwölfen neigte und ihnen die Füße wusch. Und die ganze Bedeutung dieses Ereignisses geht alsdann dem Schüler wie ein Schauen auf, so daß er weiß, daß dieses Ereignis der Fußwaschung stattgefunden hat. Das Erkenntnisband führt ihn dahin, daß er keinen weiteren Beweis dafür braucht, sondern jetzt schaut er unmittelbar hinein in die geistige Welt und sieht den Christus in der Szene der Fußwaschung.

[ 42 ] Then, when a person, over the course of weeks and months—perhaps even years—under the guidance of a suitable teacher, fully immerses himself in such feelings of universal humility, he reaches the point where he understands the meaning of the “washing of the feet.” For before him lies a direct spiritual vision of what Christ did when, as the higher being, he bowed down before the Twelve and washed their feet. And the full significance of this event then dawns upon the student as a vision, so that he knows that this event of the washing of the feet actually took place. The path of knowledge leads him to the point where he needs no further proof; rather, he now looks directly into the spiritual world and sees Christ in the scene of the washing of the feet.

[ 43 ] Dann kann ein solcher Mensch angeleitet werden vom Lehrer, daß er die Kraft hat zu sagen: Ich werde in der Welt alle Leiden und Schmerzen, die an mich herankommen können, standhaft ertragen und nicht murren. Ich werde mich so stählen, daß solche Leiden und Schmerzen nicht Schmerzen und Leiden mehr für mich sind, sondern daß ich weiß: das sind Notwendigkeiten in der Welt! Wenn der Mensch dann genügend fest in der Seele geworden ist, so ersprießt aus dieser Beobachtung in seiner Seele das Gefühl der «Geißelung», und der Mensch fühlt an sich selber geistig die Geißelung. Das aber öffnet ihm sein geistiges Auge, um die Geißelung, wie sie im Johannes-Evangelium beschrieben ist, selber zu schauen.

[ 43 ] Then such a person can be guided by the teacher to have the strength to say: I will steadfastly endure all the suffering and pain that may come my way in this world, and I will not complain. I will steel myself so that such sufferings and pains are no longer pains and sufferings for me, but rather I will know: these are necessities in the world! When the person has then become sufficiently steadfast in soul, the feeling of “scourging” springs forth from this observation within his soul, and the person spiritually feels the scourging within himself. But this opens their spiritual eye, enabling them to behold for themselves the scourging as it is described in the Gospel of John.

[ 44 ] Dann wird der Mensch angeleitet, jene Kraft zu entwickeln, die noch eine Stufe höher ist, wo er nicht bloß imstande ist, Leiden und Schmerzen von aller Welt zu ertragen, sondern sich zu sagen: Ich habe ein Heiligstes, wofür ich meine ganze Person einsetze. Möge mich die ganze Welt mit Hohn und Spott übergießen, dies ist mir das Heiligste. Hohn und Spott von allen Seiten werden mich nicht abhalten von diesem Heiligsten, wenn ich auch allein stehe. Ich trete für dasselbe ein! Da erlebt der Mensch in sich geistig die «Dornenkrönung ». Und ohne ein historisches Dokument vermittelt ihm sein geistiges Auge die Szene im Johannes-Evangelium, die als Dornenkrönung geschildert wird.

[ 44 ] Then a person is guided to develop that strength which is one level higher, where he is not merely able to endure the suffering and pain of the entire world, but can say to himself: I have something most sacred for which I devote my entire being. Let the whole world shower me with scorn and mockery—this is my most sacred cause. Scorn and mockery from all sides will not deter me from this most sacred cause, even if I stand alone. I stand up for it! There, within himself, a person spiritually experiences the “Crowning with Thorns.” And without any historical document, his mind’s eye conveys to him the scene in the Gospel of John that is described as the Crowning with Thorns.

[ 45 ] Und wenn dann der Mensch unter entsprechender Anleitung dazu gelangt, sein physisches Dasein ganz anders zu betrachten, als er es vorher getan hat, wenn er lernt, seinen eigenen Leib so zu betrachten wie etwas, was er äußerlich trägt; wenn es ihm ein selbstverständliches Gefühl und eine selbstverständliche Empfindung geworden ist, zu sagen: Ich trage wie ein äußeres Werkzeug meinen physischen Leib durch die Welt!- dann ister auf der vierten Stufe der christlichen Einweihung angekommen, bei der «Kreuztragung ». Er ist nicht etwa dadurch ein schwacher Asket geworden; sondern dann lernen wir dasjenige, was wir als physisches Instrument haben, viel stärker handhaben als früher. Wenn Sie gelernt haben, den Leib anzusehen wie etwas, was Sie tragen, dann sind Sie auf der vierten Stufe der christlichen Einweihung angekommen, die man die Kreuztragung nennt. Und dann erobern Sie sich die Erkenntnis, geistig zu schauen jene Szene, da der Christus sein Kreuz trägt auf dem Rücken, wie Sie gelernt haben, durch Ihre erhöhte Seelenkraft Ihren Leib wie ein Holz zu tragen.

[ 45 ] And when, under appropriate guidance, a person comes to view his physical existence in a completely different way than he did before—when he learns to regard his own body as something he wears on the outside; when it has become a natural feeling and a natural sensation for him to say: “I carry my physical body through the world like an external tool!”—then they have reached the fourth stage of Christian initiation, known as “bearing the cross.” This does not mean they have become weak ascetics; rather, we learn to handle what we have as a physical instrument much more effectively than before. When you have learned to regard the body as something you carry, then you have reached the fourth stage of Christian initiation, which is called “bearing the cross.” And then you gain the insight to spiritually behold that scene in which Christ carries his cross on his back, just as you have learned, through your heightened soul power, to carry your body as if it were a piece of wood.

[ 46 ] Dann aber tritt etwas ein, was als eine fünfte Stufe der christlichen Einweihung anzusehen ist, was man den «mystischen Tod» nennt. Da erscheint uns durch unsere innere Reifung alles, was um uns herum ist, die ganze physisch-sinnliche Welt, wie ausgelöscht. Finsternis ist um uns her. Und dann tritt ein Moment ein, wie wenn diese Finsternis mitten auseinandergerissen würde wie ein Vorhang, und wir sehen hinter diese physische Welt, in die geistige Welt hinein. Während dieses Momentes tritt aber noch etwas anderes ein. Wir haben jetzt kennengelernt alles, was Sünde und Böses ist, in seiner wahren Gestalt, das heißt, wir haben kennengelernt auf dieser Stufe, was das «Hinabsteigen in die Hölle» ist.

[ 46 ] But then something occurs that can be regarded as a fifth stage of Christian initiation, what is called the “mystical death.” Through our inner maturation, everything around us—the entire physical, sensory world—appears to us as if it had been wiped out. Darkness surrounds us. And then a moment occurs as if this darkness were torn apart in the middle like a curtain, and we see beyond this physical world, into the spiritual world. During this moment, however, something else occurs. We have now come to know everything that is sin and evil in its true form; that is to say, at this stage we have come to know what the “descent into hell” is.

[ 47 ] Und dann lernen wir nicht nur unseren Leib als etwas Fremdes anzusehen, sondern alles andere ebenso zu uns gehörig zu betrachten wie unseren Leib - alles, was auf der Erde ist, ebenso zu uns gehörig anzusehen, wie man es einst im alten Hellsehen getan hat. Und auch die Leiden der anderen Menschen lernen wir, als zu einem großen Organismus gehörig, zu uns gehörig anzusehen. Dann aber sind wir mit der Erde vereinigt in dem Grade, als wires erkennen. Dann erleben wir das «Hineingelegtsein in die Erde», die «Grablegung ». Und indem wir mit der Erde vereinigt sind, sind wir auch aus ihr auferstanden. Denn damit haben wir gekostet, was es heißt: Die Erde ist in einem neuen SonneWerden!

[ 47 ] And then we learn not only to regard our body as something foreign, but also to view everything else as belonging to us just as much as our body—to regard everything on earth as belonging to us, just as was once done in ancient clairvoyance. And we also learn to regard the sufferings of other people as belonging to us, as part of a great organism. Then, however, we are united with the earth to the extent that we recognize this. Then we experience “being laid into the earth,” the “burial.” And by being united with the earth, we have also risen from it. For in this way we have tasted what it means: The earth is becoming a new sun!

[ 48 ] Durch diesen vierten, fünften und sechsten Grad der christlichen Einweihung aber haben wir das erlangt, was uns befähigt, das Ereignis von Golgatha in eigener Anschauung zu sehen, uns hineinzuleben in das Ereignis von Golgatha. Wir brauchen dann keine Urkunde mehr. Die Urkunde hat uns gedient, uns die Sprossen hinaufzuführen.

[ 48 ] Through this fourth, fifth, and sixth degree of Christian initiation, however, we have attained what enables us to see the event of Golgotha with our own eyes, to immerse ourselves in the event of Golgotha. We no longer need a certificate. The certificate served to guide us up the rungs.

[ 49 ] Dann kommt die siebente Stufe, die man die «Himmelfahrt» nennt, das Aufleben in der geistigen Welt, mit anderen Worten. Das ist diejenige Stufe, von der man mit Recht sagt, daß man sie nicht mit einem Worte, das unserer Sprache entnommen ist, ausdrücken kann, daß sie nur derjenige sich vorstellen kann, der fähig geworden ist, ohne das Instrument des Gehirns zu denken. Die Wunder der Auferstehung können nur diejenigen denken, die nicht mehr darauf angewiesen sind, durch das Instrument des physischen Gehirns zu denken.

[ 49 ] Then comes the seventh stage, which is called the “Ascension”—in other words, the revival in the spiritual world. This is the stage of which it is rightly said that it cannot be expressed with a word taken from our language, that it can be imagined only by those who have become capable of thinking without the instrument of the brain. The wonders of the Resurrection can be conceived only by those who no longer depend on the instrument of the physical brain for their thinking.

[ 50 ] Dadurch, daß diejenigen, die als Gläubige dazumal dabei waren, als das Ereignis von Golgatha sich vollzogen hat, solche waren, deren geistige Augen geöffnet waren und die da sehen konnten, was geschah, dadurch wären sie imstande gewesen, den Christus so zu sehen, wie ich es Ihnen geschildert habe, ihn nämlich dann zu sehen, wenn er innerhalb der Erdenaura ihrem geöffneten geistigen Auge sich mitgeteilt hätte. So hätten sie den Christus sehen können - auch wenn er in einer gewissen Beziehung immer in derselben Gestalt verblieben wäre, in der er dazumal war -, wenn er selbst, der Christus, als geistige Wesenheit nicht sich auch etwas errungen hätte dadurch, daß er den Tod überwunden hat! Und jetzt kommen wir zu einem Begriff, der allerdings schwer zu fassen ist.

[ 50 ] Because those who were present as believers at that time, when the event of Golgotha took place, were people whose spiritual eyes were open and who were able to see what was happening, they would have been able to see the Christ as I have described him to you—namely, to see him when he revealed himself to their open spiritual eyes within the Earth’s aura. Thus they could have seen the Christ—even if, in a certain sense, he had always remained in the same form as he was at that time—if he himself, the Christ, as a spiritual being, had not also achieved something through his overcoming of death! And now we come to a concept that is, admittedly, difficult to grasp.

[ 51 ] Der Mensch lernt unablässig, indem er auf der Stufe, auf der er steht, sich immer weiter und weiter entwickelt. Aber nicht nur der Mensch, ein jedes Wesen, vom untersten bis zum höchsten göttlichen Wesen, lernt, indem es sich immer weiter entwickelt. Das, was der Christus als göttliche Wesenheit getan hat in dem Leibe des Jesus von Nazareth, das haben wir bisher geschildert in seiner Wirkung und in seiner Frucht für die Menschheit. Jetzt aber fragen wir uns: Hat der Christus dadurch auch in sich selber etwas erlebt, was ihn zu einer höheren Stufe geführt hat? Ja, das hat er. Auch göttlich-geistige Wesenheiten erleben etwas, was sie zu einer höheren Stufe führt. Das aber, was er erlebt hat, sein Hinaufsteigen in eine noch höhere Welt als die, in der er vorher war, das ließ er denen, die seine Genossen auf der Erde waren, erscheinen als seine Himmelfahrt. Daher kann auch derjenige, der durch das Instrument des physischen Gehirnes als Uneingeweihter, als Nichthellsehender lebt, er kann verstehen, wenn auch nicht selber sehen, die sechs ersten Stufen der christlichen Einweihung. Die siebente Stufe aber, die Himmelfahrt, kann nur der Hellseher verstehen, der nicht mehr an das Instrument des physischen Gehirnes gebunden ist, der einmal selber gesehen hat, was es heißt, ohne das Gehirn zu denken und ohne das Gehirn zu sehen. So hängen diese Dinge zusammen.

[ 51 ] Human beings learn ceaselessly by continuing to develop further and further at the level on which they stand. But it is not only human beings; every being, from the lowest to the highest divine being, learns by continuing to develop. What the Christ, as a divine being, accomplished in the body of Jesus of Nazareth—we have thus far described its effect and its fruit for humanity. But now we ask ourselves: Did the Christ also experience something within himself through this that led him to a higher stage? Yes, he did. Even divine-spiritual beings experience something that leads them to a higher stage. But what he experienced—his ascent into a world even higher than the one in which he had previously been—he made appear to those who were his companions on Earth as his Ascension. Therefore, even one who lives as an uninitiated person, as one who is not clairvoyant, through the instrument of the physical brain, can understand—even if he cannot see them himself—the first six stages of Christian initiation. The seventh stage, however—the Ascension—can be understood only by the clairvoyant who is no longer bound to the instrument of the physical brain, who has once seen for himself what it means to think without the brain and to see without the brain. This is how these things are connected.

[ 52 ] So entwickelte sich die Welt in der Zeit, von welcher wir zu sprechen die Möglichkeit hatten in diesen unseren vierzehn Vorträgen.

[ 52 ] This is how the world developed during the period we were able to discuss in these fourteen lectures of ours.

[ 53 ] Wir haben schon gesehen, daß der Christus angedeutet hatte, daß in demjenigen, der blind geboren war und dessen Heilung er bewirkt hat, . offenbar werden sollte, was in einem früheren Leben in ihm gesündigt hat. Es stand also der Christus so vor der Menschheit da, daß er sie, soweit sie das verstehen konnte, die Idee der Reinkarnation lehrte. Das Karma, das Hineinreichen der Ursachen von einer Lebensverkörperung zur anderen Lebensverkörperung, das lehrte er. Er lehrte es so, wie man es tut, wenn man praktisch lehrt für das Leben. Er wollte sagen: Es wird eine Zukunft geben, da alle Menschen das Karma anerkennen werden, wo sie verstehen werden, daß, wenn der Mensch etwas Böses tut, er nicht braucht von einer äußeren irdischen Macht bestraft zu werden; denn dieses Böse zieht notwendigerweise den Ausgleich in dieser oder einer folgenden Inkarnation nach sich. Dann aber brauchen wir einfach in das große Gesetzbuch der Akasha-Chronik, in die geistige Welt einzuschreiben seine Tat. Dann brauchen wir ihn als Menschen nicht zu verurteilen, dann können wir als Menschen vor ihm stehen und können das, was er getan hat, den geistigen Gesetzen überlassen, daß es in der geistigen Welt stehe; wir können überlassen den Menschen dem Karma!

[ 53 ] We have already seen that Christ had indicated that in the man who was born blind—and whom He healed—what had sinned within him in a previous life was to be revealed. Christ thus stood before humanity in such a way that he taught them—to the extent they could understand it—the idea of reincarnation. He taught about karma, the carrying over of causes from one incarnation to the next. He taught it in the way one teaches practical lessons for life. He meant to say: There will be a future in which all people will acknowledge karma, in which they will understand that when a person does something evil, he need not be punished by an external earthly power; for this evil necessarily brings about its own balance in this or a subsequent incarnation. But then we simply need to record his deed in the great law book of the Akashic Records, in the spiritual world. Then we, as human beings, do not need to condemn him; then we, as human beings, can stand before him and leave what he has done to the spiritual laws, so that it may be recorded in the spiritual world; we can leave the person to karma!

«Jesus aber ging an den Ölberg.

Und frühmorgens kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie.

Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten ein Weib zu ihm, im Ehebruch ergriffen, und stelleten sie in die Mitte,

Und sprachen zu ihm: Meister, dies Weib ist ergriffen auf frischer Tat im Ehebruch. Moses aber hat uns im Gesetz geboten, solche zu steinigen; was sagest du?

Das sprachen sie aber, ihn zu versuchen, auf daß sie eine Sache zu ihm hätten. Aber Jesus bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde.» (8, 1-6)

“But Jesus went to the Mount of Olives.

Early in the morning he returned to the temple, and all the people came to him; and he sat down and taught them.

But the scribes and Pharisees brought a woman caught in adultery and set her in the midst,

and said to him, ‘Teacher, this woman has been caught in the very act of adultery. But Moses, in the Law, commanded us to stone such women; what do you say?’

They said this to test him, so that they might have a case against him. But Jesus bent down and wrote with his finger on the ground.” (8:1–6)

[ 54 ] Was schrieb er? Er schrieb in die geistige Welt hinein die Sünde. Und die Sünde wird aus der geistigen Welt heraus ihren Ausgleich finden! Die anderen aber erinnert er daran, ob sie sich selber keiner Sünde bewußt sind? Denn nur dann, wenn sie nichts auszugleichen hätten, nur dann könnten sie sich sagen, daß sie ohne Zusammenhang stünden mit der Sünde dieses Weibes und könnten über sie richten. So aber wissen sie ja nicht, ob sie nicht selber im früheren Leben die Ursache gelegt haben zu dem, was sie jetzt trifft; sie können ja nicht wissen, ob sie nicht in früheren Leben dieses Weib dazu gebracht haben, daß sie jetzt die Ehe gebrochen hat, ob sie nicht selbst in früheren Leben diese Sünde begangen oder die Ursachen dazu gelegt haben. Alles ist in das Karma hineingeschrieben. Jesus schrieb auf die Erde, die er mit seinem geistigen Licht schon durchdrungen hat; das heißt, in die Erde hinein vertraut er das, was Karma sein sollte für die Ehebrecherin. Er wollte sagen: Wandelt in den Bahnen, die ich euch jetzt vorzeichne! Werdet so, daß ihr sagt: Wir richten nicht, wir überlassen das, was im Menschen ist, dem karmischen Ausgleich! - Wenn die Menschen das befolgen, dann kommen sie zum Karma. Man braucht das Karma nicht als Dogma zu lehren. Man hat es durch die Tat gelehrt. So lehrte der Christus.

[ 54 ] What did he write? He wrote the sin into the spiritual world. And the sin will find its atonement from within the spiritual world! But is he reminding the others that they themselves are not aware of any sin? For only if they had nothing to atone for—only then—could they tell themselves that they had no connection to this woman’s sin and could pass judgment on her. But as it is, they do not know whether they themselves, in a past life, laid the groundwork for what is now befalling her; they cannot know whether, in past lives, they led this woman to commit adultery now, or whether they themselves committed this sin in past lives or laid the groundwork for it. Everything is written into karma. Jesus wrote upon the earth, which He had already permeated with His spiritual light; that is to say, He entrusted to the earth what was to be the karma for the adulteress. He meant to say: Walk in the paths I am now laying out for you! Become such that you say: We do not judge; we leave what is within a person to karmic balance!—If people follow this, they will come to understand karma. One need not teach karma as a dogma. It has been taught through action. Thus did the Christ teach.

[ 55 ] Solche Dinge aber konnte allerdings nur derjenige seiner Schüler und seiner Jünger schreiben, der von ihm selber eingeweiht worden war: der Lazarus- Johannes. Daher verstand auch nur dieser Schüler in richtigem Maße, wie es wirkt, wenn ein Wesen es sich erarbeitet hatte, von der Johannes-Taufe an nach und nach in dem Ätherleibe Herr zu werden über den physischen Leib, den Ätherleib zum Beleber zu machen. Daher verstand auch dieser Schreiber des Johannes-Evangeliums, daß es möglich ist, das, was äußerlich noch wie Wasser aussieht, so zu wandeln, daß, wenn es der Mensch trinkt, es durch die Aufnahme in die menschlichen Organe in Wein sich wandelt. Deshalb verstand er, daß es möglich ist, eine kleine Anzahl von Fischen und Broten zu haben, und durch die Kraft des Ätherleibes so zu wirken, daß die Menschen satt werden. Das aber hat uns der Schreiber des Johannes-Evangeliums gesagt, wenn wir nur das Evangelium ernst nehmen. Sagt er uns irgendwo, daß auch nur die wenigen Brote und die wenigen Fische so gegessen wurden, wie sonst physisch gegessen wird? Nirgends sagt er das, und wenn Sie das ganze Johannes-Evangelium durchgehen. Er sagt Ihnen klar und deutlich, wenn Sie nur jedes Wort wörtlich nehmen, daß der Christus das Brot brach, daß er aber ein Dankgebet zum Himmel richtete:

[ 55 ] However, only one of his students and disciples—who had been initiated by him personally—could write such things: Lazarus-John. Therefore, only this disciple truly understood the effect of a being who, beginning with the baptism of John, had gradually worked to gain mastery over the physical body through the etheric body, making the etheric body the life-giver. That is why the writer of the Gospel of John also understood that it is possible to transform what outwardly still looks like water in such a way that, when a person drinks it, it is transformed into wine as it is absorbed into the human organs. That is why he understood that it is possible to have a small number of fish and loaves of bread and, through the power of the etheric body, to work in such a way that people are filled. But this is what the author of the Gospel of John has told us, if only we take the Gospel seriously. Does he tell us anywhere that even those few loaves and those few fish were eaten in the same way as they are normally eaten physically? Nowhere does he say that, even if you go through the entire Gospel of John. He tells you clearly and unambiguously—if you only take every word literally—that Christ broke the bread, but that he offered a prayer of thanksgiving to heaven:

«Jesus aber nahm die Brote, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; desselbigengleichen auch von den Fischen, wieviel sie wollten.» (6,11)

“But Jesus took the loaves, gave thanks, and gave them to the disciples; and the disciples gave them to those who were seated. He did the same with the fish, giving as much as they wanted.” (6:11)

[ 56 ] Aber der Sinn dieser Worte, wenn wir sie im Urtext nehmen - er ist schlecht wiedergegeben in den deutschen Worten -, ist etwa der folgende: Die Jünger gaben die Brote und die Fische weiter, und einen jeden ließen sie damit machen, was er wollte; keiner aber wollte damit etwas anderes, als in diesem Momente das empfinden, was als Kraft ausgeht von dem mächtigen Ätherleibe des Christus Jesus. Keiner wollte etwas anderes. Und wodurch wurden sie satt? Im 23. Verse heißt es:

[ 56 ] But the meaning of these words, if we take them from the original text—which is poorly rendered in the German translation—is roughly as follows: The disciples passed around the loaves and the fish, and they let each person do with them as he wished; but no one wanted anything other than to experience, at that very moment, the power emanating from the mighty etheric body of Christ Jesus. No one wanted anything else. And by what means were they satisfied? Verse 23 states:

«Es kamen aber andere Schiffe von Tiberias nahe zu der Stätte, da sie das Brot gegessen hatten durch des Herrn Danksagung.»

“But other boats from Tiberias came near the place after they had eaten the bread following the Lord’s thanksgiving.”

[ 57 ] Durch das Gebet des Herrn hatten sie das Brot gegessen! Sie hatten Brot gegessen, ohne daß sich der physische Akt vollzogen hatte. Und dadurch konnte der Christus Jesus das Geschehene hinterher interpretieren, daß er sagt: «Ich bin das Brot des Lebens!»

[ 57 ] Through the Lord's prayer, they had eaten the bread! They had eaten bread without the physical act having taken place. And because of this, Jesus Christ was able to interpret what had happened afterward, saying, “I am the bread of life!”

[ 58 ] Was also hatten sie gegessen? Die Kraft des Christus-Leibes hatten sie gegessen! Was konnte übrigbleiben? Übrigbleiben konnte nur die Kraft des Christus-Leibes! Sie wirkte so stark, daß man hinterher noch einsammeln konnte.

[ 58 ] So what had they eaten? They had eaten the power of the Body of Christ! What could have been left over? Only the power of the Body of Christ could have been left over! Its effect was so powerful that it could still be gathered up afterward.

[ 59 ] Ein jeder Leib aber besteht nach okkulter Anschauung aus zwölf Gliedern,. Man nennt das oberste Glied den Widder; dasjenige Glied, das darauf folgt, den Stier; das Glied, wo die beiden Hände sind, die Zwillinge; die Brust heißt der Krebs; was in der Herzgegend des Menschen ist, der Löwe; was nach unten folgt im Rumpf, ist die Jungfrau; dann die Hüfte, die Waage; dann kommt nach unten der Skorpion; dann weiter: Schütze, Oberschenkel; Steinbock, Knie; Wassermann, Unterschenkel, und die Füße sind die Fische.

[ 59 ] According to occult doctrine, however, every body consists of twelve parts. The uppermost part is called Aries; the part that follows it, Taurus; the part where the two hands are, Gemini; the chest is called Cancer; the area around the human heart is Leo; the part of the torso that follows downward is Virgo; then the hips, Libra; then comes Scorpio; followed by Sagittarius, the thighs; Capricorn, the knees; Aquarius, the lower legs; and the feet are Pisces.

[ 60 ] In zwölf Glieder — das ist wohlbegründet - zerfällt der Menschenleib. Wenn man nun einsammelt das, was übrigbleibt, nachdem man die Kraft des Christus-Leibes zu seiner Sättigung benutzt hat, so muß man es in zwölf Maßen einsammeln!

[ 60 ] The human body is divided into twelve parts—this is well-founded. If one now gathers what remains after using the power of the Body of Christ for one’s nourishment, one must gather it in twelve portions!

«Da sammelten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die überblieben denen, die gespeist worden.» (6, 13)

“So they gathered the pieces that were left over from the five barley loaves that had fed the crowd and filled twelve baskets with them.” (6:13)

[ 61 ] Sie hatten nicht die Gerstenbrote gegessen. Sie hatten die Kraft gegessen, die von dem Christus ausgegangen war. Und sie waren satt geworden durch die Kraft, die von dem Christus ausgegangen war durch die Danksagung, indem der Christus an diejenigen Sphären appellierte, aus denen er heruntergekommen ist.

[ 61 ] They had not eaten the barley loaves. They had eaten the power that had emanated from Christ. And they had been satisfied by the power that had emanated from Christ through the act of thanksgiving, as Christ appealed to those spheres from which he had descended.

[ 62 ] So müssen wir verstehen die Wirkung der geistigen Welt in die physische Welt. Und so können wir verstehen, wie sich die einzelnen Ereignisse hineinstellen in das Grundereignis des Sonne-Werdens der Erde. Sie stellen sich alle hinein als mächtige Kräfte-Ereignisse in das SonneWerden der Erde. Deshalb werden wir aber auch begreifen können, daß das, was dazumal wie ein mächtiger Impuls sich der Erde mitteilt, nach und nach, langsam und allmählich erst zu den Menschen kommen konnte. Es muß daher langsam und allmählich der Menschheit eingeAlößt werden.

[ 62 ] This is how we must understand the influence of the spiritual world on the physical world. And this is how we can understand how individual events fit into the fundamental process of the Earth’s transformation into a sun. They all fit into this process as powerful, force-filled events in the Earth’s transformation into a sun. For this reason, however, we will also be able to grasp that what was imparted to the Earth at that time as a powerful impulse could only reach humanity little by little, slowly and gradually. It must therefore be introduced to humanity slowly and gradually.

[ 63 ] Wie gestern angedeutet worden ist, war zuerst das Markus-Evangelium dazu geeignet, den Menschen, die dazu reif waren, die großen Wahrheiten nahezubringen. Das war in den ersten Jahrhunderten. Die Menschen sollten sich durch eigene Kraft das wieder erobern, aus dem sie herausgekommen waren. Versuchen wir uns klarzumachen, wie der Mensch selber aus göttlich-geistigen Höhen heruntergestiegen ist bis zu einem tiefsten Punkte, der eingetreten war in der Zeit, als das Ereignis von Golgatha wiederum das Hinaufstreben bewirkte. Wie ein mächtiger Anstoß wirkte es, den Menschen wiederum hinaufziehend. Der Mensch war heruntergestiegen aus göttlich-geistigen Höhen, und immer weiter und weiter war er hinuntergekommen. Dann bekam er durch den Christus-Impuls die Kraft, nachdem er sich mit dem neugeborenen geistigen Lichte durchtränkt hatte, sich nach und nach alles Frühere wieder zu erobern, und zwar in dieser Weise: In den unmittel bar auf das Christus-Ereignis folgenden Zeiten mußte der Mensch sich das wiedergewinnen, was er verloren hatte in den letzten Jahrhunderten vor dem Christus. Das konnte er durch das Markus-Evangelium. Was er in einer noch früheren Zeit verloren hatte, das mußte er sich in der dann folgenden Zeit wiedererobern durch ein Evangelium, das ihn mehr auf die Innerlichkeit richtete. Das war das Lukas-Evangelium.

[ 63 ] As was suggested yesterday, the Gospel of Mark was initially well-suited to convey the great truths to those who were ready to receive them. That was during the first centuries. Humanity was to reclaim, through its own efforts, that which it had lost. Let us try to understand how humanity itself descended from divine-spiritual heights to the lowest point, which had been reached by the time the event at Golgotha once again set in motion the ascent. It acted as a powerful impetus, drawing humanity upward once more. Humanity had descended from divine-spiritual heights, and had gone down farther and farther. Then, through the Christ impulse—after imbuing himself with the newly born spiritual light—he gained the strength to gradually reclaim everything he had lost, in the following way: In the times immediately following the Christ event, humanity had to regain what it had lost in the last centuries before Christ. They were able to do this through the Gospel of Mark. What they had lost in an even earlier time, they had to regain in the period that followed through a Gospel that directed them more toward inner life. That was the Gospel of Luke.

[ 64 ] Wir haben aber auch gesagt, daß sechshundert Jahre vor dem Erscheinen des Christus auf der Erde alles das, was in den früheren Jahrhunderten der Menschheit geistig gegeben worden war und was sie nach und nach verloren hatte, zusammengefaßt worden war von der großen Wesenheit des Buddha. Damals, sechs Jahrhunderte vor Christus, hat die Buddha-Wesenheit gelebt und hat zusammengefaßt, was an uralter Weisheit vorhanden war in der Welt, was der Menschheit verlorengegangen war, und wofür der Buddha ein Verkünder wurde. Daher wird uns erzählt, daß, als der Buddha zur Welt kommt, seine Geburt vorherverkündigt wird seiner Mutter Maya. Es wird weiter erzählt, daß uns entgegentritt einer, der da ankündigt über das Kind: Dieses ist das Kind, das Buddha werden wird, der Erlöser, der Führer zu Unsterblichkeit, Freiheit und Licht! - Dann wird uns in mancher Buddha-Legende berichtet, daß der Buddha als zwölfjähriger Knabe verlorengegangen sei, und daß er wiedergefunden wird unter einem Baume, umgeben von den Sängern und Weisen der Vorzeit, die er lehrte. In meiner Schrift «Das Christentum als mystische Tatsache » werden Sie sehen können, wie sechs Jahrhunderte nach Buddha im Lukas-Evangelium wiederum auftauchen die gleichen Legenden, die über den Buddha erzählt werden, wie durch das Lukas-Evangelium wiederum in einer neuen Form auftritt, was durch den Buddha offenbart worden ist. Daher tritt im Lukas-Evangelium auf, was in den Buddha-Legenden bereits enthalten war. Bis zu diesem Grade stimmen die Dinge zusammen, wenn wir sie im Lichte der geistigen Forschung betrachten.

[ 64 ] But we have also said that six hundred years before the appearance of the Christ on Earth, everything that had been spiritually bestowed upon humanity in earlier centuries—and which humanity had gradually lost—had been synthesized by the great Being of the Buddha. At that time, six centuries before Christ, the Buddha-entity lived and synthesized the ancient wisdom that existed in the world—wisdom that had been lost to humanity—and for which the Buddha became a herald. That is why we are told that when the Buddha was to be born, his birth was foretold to his mother, Maya. It is further told that someone approaches us and announces concerning the child: “This is the child who will become the Buddha, the Savior, the guide to immortality, freedom, and light!” - Then, in many Buddha legends, we are told that the Buddha went missing as a twelve-year-old boy and was found again under a tree, surrounded by the singers and sages of antiquity, whom he taught. In my book Christianity as a Mystical Fact, you will see how, six centuries after the Buddha, the same legends told about the Buddha reappear in the Gospel of Luke, and how what was revealed by the Buddha reappears in a new form through the Gospel of Luke. Thus, what was already contained in the Buddha legends appears in the Gospel of Luke. To this extent, things coincide when we view them in the light of spiritual research.

[ 65 ] So bekommen wir wohl die Anschauung, daß eine solche Urkunde wie das Johannes-Evangelium und die sich daran anschließenden Evangelien eine unendliche Tiefe enthalten. Wir haben in einer Reihe von Vorträgen diese Tiefen betrachtet. Könnten wir diese Vorträge fortsetzen und doppelt so lang machen, als sie gewesen sind, wir könnten immer neue und neue Tiefen aus den Evangelien herausholen. Und könnten wir die doppelt so lange Zeit noch einmal verdoppeln, und die zweimal verdoppelte Zeit noch einmal verdoppeln: wir würden neue Tiefen erschließen können! Und wir würden eine Ahnung davon bekommen, daß in die Menschenzukunft hinein immer neue und neue Tiefen aus den Untergründen dieser Dokumente heraus gefunden werden können. Die Menschen lernen wahrhaftig niemals aus in dem Interpretieren dieser Urkunden. Nichts brauchen wir in sie hineinzutragen, nur vorbereiten müssen wir uns dazu, durch die okkulten Wahrheiten, herauszufinden, was wirklich in den Evangelien liegt. Dann enthüllt sich uns in den Evangelien der ganze universelle Menschheitszusammenhang, und wiederum der Zusammenhang dieses Menschheitszusammenhanges mit dem Kosmos, und wir lernen immer tiefer und tiefer hineinschauen in die geistige Welt.

[ 65 ] This gives us a sense that a text such as the Gospel of John and the Gospels that follow it contain infinite depth. We have explored these depths in a series of lectures. If we were to continue these lectures and make them twice as long as they have been, we could keep uncovering new and ever-deeper layers within the Gospels. And if we were to double that time again, and then double the time that had been doubled once more: we would still be able to uncover new depths! And we would begin to sense that, as humanity moves forward, ever new depths can be discovered from the depths of these texts. People truly never cease to learn when interpreting these documents. We need not bring anything into them; we need only prepare ourselves, through the occult truths, to discover what truly lies within the Gospels. Then the entire universal context of humanity is revealed to us in the Gospels, and in turn, the connection between this human context and the cosmos, and we learn to look ever deeper and deeper into the spiritual world.

[ 66 ] Das aber gehört dazu, wenn wir einen Zyklus von solchen Vorträgen gehört haben, daß wir uns sagen: Wir haben nicht nur eine Summe von Erkenntnissen gewonnen, nicht nur eine Summe von einzelnen Wahrheiten aufgenommen. Das wäre, obwohl es unerläßlich ist, das geringere Notwendige der Sache; nur können wir das andere nicht erhalten ohne dieses. Das aber, was uns aus solchen Betrachtungen hervorgehen soll als eine besondere Frucht, das ist, daß alles das, was wir aufgenommen haben mit unserm Geiste, wenn wir es nun in unser Herz senken, zu einem Gefühl für die Sache, zu Empfindungen, zu Willensimpulsen selber werde. Wenn Herzenswärme dasjenige wird, was wir durch den Geist aufgenommen haben, dann wird es Kraft in uns, dann wird es heilende Kraft in uns für Geistiges, Seelisches und Physisches. Und dann sagen wir uns: Wir sind während unserer geistigen Betrachtungen untergetaucht gewesen in das geistige Leben. Wir haben mancherlei durch dieses geistige Leben uns angeeignet während einer vierzehntägigen Betrachtung, aber wir haben uns nicht nur angeeignet leere Begriffe und Ideen, sondern solche Wahrheiten, Begriffe und Ideen, die geeignet dazu sind, aufzuquellen in der Seele zu einer lebendigen Stärke unserer Gefühle und unserer Empfindungen. Und diese Gefühle und Empfindungen werden uns bleiben, sie sind unverlierbar für uns; mit ihnen leben wir weiter in der Welt. Wir haben nicht nur etwas gelernt, sondern wir sind lebendiger geworden durch das, was wir gelernt haben. — Verlassen wir diesen Zyklus, indem wir solche Gefühle in uns aufnehmen, dann wird uns Geisteswissenschaft ein Lebensinhalt werden; dann wird Geisteswissenschaft uns etwas werden, was uns nicht dem äußeren Leben entzieht, sondern sie wird uns selber etwas werden wie ein Abbild des Höchsten, was uns in diesen Vorträgen charakterisiert worden ist. Charakterisiert worden ist uns, daß zwar Tod sein mußte in der Welt, aber daß die Anschauung, die wir von dem Tod haben, nicht die richtige ist; daß der Christus uns die rechte Anschauung über den Tod gelehrt hat. Dadurch ist der Tod der Same geworden für ein höheres Leben.

[ 66 ] But when we have listened to a series of such lectures, we find ourselves saying: We have not merely gained a body of knowledge, nor have we merely absorbed a collection of individual truths. Although this is indispensable, it is the lesser necessity of the matter; yet we cannot attain the other without it. But what should emerge from such reflections as a special fruit is this: that everything we have taken in with our spirit, when we now let it sink into our hearts, becomes a feeling for the matter itself, becomes sensations, becomes impulses of the will. When what we have taken in through the mind becomes warmth of the heart, then it becomes a force within us—a healing force for the spiritual, the soul, and the physical. And then we say to ourselves: During our spiritual contemplations, we have been immersed in spiritual life. We have taken on many things through this spiritual life during a fortnight of contemplation, but we have not merely acquired empty concepts and ideas; rather, we have acquired truths, concepts, and ideas that are capable of welling up in the soul as a living strength for our feelings and our sensations. And these feelings and sensations will remain with us; they are ours to keep forever; with them we continue to live in the world. We have not merely learned something; rather, we have become more alive through what we have learned. — If we conclude this cycle by taking these feelings into ourselves, then spiritual science will become the meaning of our lives; then spiritual science will become something that does not withdraw us from external life, but will itself become for us something like an image of the Highest, as has been characterized for us in these lectures. It has been made clear to us that, while death was necessary in the world, the view we hold of death is not the correct one; that Christ taught us the right view of death. Through this, death has become the seed for a higher life.

[ 67 ] Draußen, außerhalb des Bereiches dieser Vorträge, quillt das Leben, strömt das äußere Dasein. Die Menschen leben in ihm. Die Geistesforschung wird dieses Leben um kein Atom verkleinern, nichts nehmen von diesem Leben. Aber die Anschauung, die man gewöhnlich von die sein Leben hat, bevor man es mit dem Geiste durchschaut, ist eine unrichtige, und dieses Unrichtige muß uns als die Illusion des Lebens erscheinen. Diese Illusion des Lebens müssen wir in uns ersterben lassen; dann wird aus dem Samen, den wir uns durch eine Illusion erworben haben, in uns ein höheres Leben werden. Das aber kann nur dadurch werden, daß wir die lebendige geistige Anschauung in uns aufnehmen. Dadurch machen wir uns im Leben nicht asketisch, sondern gerade dadurch lernen wir das Leben in seiner wirklichen Gestalt erkennen und tragen in das Leben hinaus eine richtige Lebensbeherrschung, eine richtige Frucht. Dadurch aber verchristlichen wir das Leben in dem Maße, als wir die Geisteswissenschaft selber christlich erleben, und wir erleben ein Abbild dessen, wie der Tod ein Abbild des Lebens wird. In demselben Maße, als wir die Geisteswissenschaft zu unserer Gesinnung machen, entfremden wir uns nicht etwa dem Leben, sondern lernen erkennen, was an unseren Anschauungen von diesem Leben unrichtig ist. Und dann gehen wir gestärkt durch eine richtige Anschauung in dieses Leben hinaus, gehen als Arbeitsame in das Leben, dem wir uns nicht entziehen, nachdem wir Kraft und Stärke gewonnen haben innerhalb einer solchen Betrachtung, die uns in die geistige Welt einführt.

[ 67 ] Outside, beyond the scope of these lectures, life springs forth; external existence flows. People live within it. Spiritual research will not diminish this life by even an atom; it will take nothing away from this life. But the view one usually has of one’s life before one penetrates it with the spirit is an incorrect one, and this incorrectness must appear to us as the illusion of life. We must allow this illusion of life to die within us; then, from the seed we have acquired through an illusion, a higher life will spring forth within us. But this can only come about by taking the living spiritual insight into ourselves. In doing so, we do not become ascetic in life; rather, it is precisely through this that we learn to recognize life in its true form and carry into life a true mastery of life, a true fruit. In this way, however, we Christianize life to the extent that we experience spiritual science itself as Christian, and we experience a reflection of how death becomes a reflection of life. To the same extent that we make spiritual science our way of thinking, we do not alienate ourselves from life, but rather learn to recognize what is incorrect in our views of this life. And then, strengthened by a correct perspective, we go out into this life; we enter life as active beings, from which we do not withdraw, having gained power and strength through such contemplation that introduces us to the spiritual world.

[ 68 ] Ist es einigermaßen gelungen, diese Vorträge so zu gestalten, daß sie fruchtbar werden im Leben, daß sie ein Kleines, wenn auch nur ein Kleines beitragen, daß Sie Geist-Erkenntnis fühlen lernen als eine Erhöhung des Lebens, als Lebenswärme in Ihrem Fühlen, Denken und Wollen, in Ihrem Arbeiten, dann kann das Licht, das wir aus der anthroposophischen Weltanschauung herausgeholt haben, leuchten als das Feuer der Lebenswärme, als das Lebensfeuer. Und wenn dieses Feuer ein wenig stark genug ist, um anhalten zu können und fortzubrennen im Leben, dann ist das erreicht, was angestrebt worden ist, als ich mich entschlossen habe, diese Vorträge zu halten.

[ 68 ] If we have succeeded to some extent in structuring these lectures in such a way that they bear fruit in life—that they contribute a little, even if only a little—so that you may learn to experience spiritual insight as an elevation of life, as the warmth of life in your thinking, thinking, and willing, and in your work—then the light we have drawn from the anthroposophical worldview can shine as the fire of life’s warmth, as the fire of life. And if this fire is strong enough to endure and continue burning in life, then what I set out to achieve when I decided to give these lectures will have been accomplished.

[ 69 ] Mit diesen Worten nun darf ich Ihnen diese Gefühle, die eben ausgesprochen worden sind, als einen Gegenstand der inneren Meditation ans Herz legen und Ihnen ein «Auf Wiedersehen bei einer andern Gelegenheit» sagen.

[ 69 ] With these words, I would like to commend to you the feelings that have just been expressed as a subject for inner meditation and say to you, “Until we meet again on another occasion.”