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The Rudolf Steiner Archive

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The Mission of Individual Folk-souls
in their Connection with Germanic-Norse Mythology
GA 121

12 June 1918 p.m., Oslo

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Siebenter Vortrag

Seventh Lecture

[ 1 ] Wenn Sie den Geist der Betrachtungen verfolgen, die wir hier in den letzten Tagen gepflogen haben, so werden Sie es begreiflich finden, daß nicht nur eine Lenkung und Leitung der Vorgänge auf unserer Erde und vor allen Dingen in der menschlichen Entwickelung durch die Wesenheiten und Kräfte der verschiedenen Hierarchien geschieht, sondern daß die Wesenheiten dieser Hierarchien selber eine Art Evolution, eine Art Entwickelung durchmachen. Wir sprachen davon in den letzten Vorträgen, wie die Wesenheiten dieser oder jener Hierarchie leitend eingreifen, wie sie zusammen organisieren, zum Beispiel die Rassen als Geister der Form in normaler und abnormaler Entwickelung.

[ 1 ] If you follow the thread of the reflections we have been engaging in here over the past few days, you will find it understandable that not only are the processes on our Earth—and above all in human evolution—guided and directed by the beings and forces of the various hierarchies, but that the beings of these hierarchies themselves undergo a kind of evolution, a kind of development. We spoke of this in the last lectures—how the beings of this or that hierarchy intervene in a guiding capacity, how they work together to organize, for example, the races as spirits of form in both normal and abnormal development.

[ 2 ] Jetzt legen wir uns einmal diese Frage vor: Rücken diese geistigen Wesenheiten, mit denen wir es da zu tun haben, auch weiter in ihrer eigenen Entwickelung? Gerade in bezug auf gewisse geistige Wesenheiten können wir, während unserer Epoche der Entwickelung, das Schauspiel erleben, daß sie in ihrer eigenen Evolution, in ihrer eigenen Entwickelung sozusagen um eine Stufe weiter schreiten. Wir leben seit der atlantischen Katastrophe, seitdem die nachatlantische Entwickelung begonnen hat, in einem Zeitalter, in dem gewisse Erzengelwesen, gewisse Wesenheiten aus der Hierarchie der Archangeloi, aufsteigen in die Hierarchie der Archai oder der Zeitgeister. Das ist außerordentlich interessant zu beobachten, denn wenn wir betrachten, wie die Volksgeister, die Volksseelen, die wir als Erzengel bezeichnen, zu einem höheren Rang hinaufsteigen, dann bekommen wir erst eine richtige Vorstellung von dem, wie es in der großen Welt eigentlich hergeht. Dieses Aufsteigen ist verbunden damit, daß in jene Verteilung der Menschheit, die wir als die Rassenverteilung ansehen müssen, seit den atlantischen Zeiten her eine zweite Art von Völker-, von Menschheitsströmung hineingeschickt worden ist. Wir müssen nämlich weit zurückblicken, zurückblicken bis in die ersten atlantischen Zeiten, wenn wir die Zeit erfassen wollen, wo die Verteilung stattgefunden hat in die fünf Hauptrassen, von denen wir gesprochen haben, wenn wir fragen wollen: Wann sind hingekommen an den bestimmten Punkt nach Afrika diejenigen Menschen, die dann die schwarze oder äthiopische Rasse bildeten, wann sind in das südliche Asien gekommen diejenigen Völker, welche die malayische Rasse ausmachen? Da müßten wir in frühe atlantische Zeiten zurücksehen. Aber später wurden diesen früheren Strömungen andere nachgeschickt.

[ 2 ] Now let us consider this question: Do these spiritual beings we are dealing with also continue to progress in their own evolution? Especially with regard to certain spiritual beings, we can witness during our present epoch of development the spectacle of them, so to speak, advancing one step further in their own evolution, in their own development. Since the Atlantean catastrophe—since post-Atlantean development began—we have been living in an age in which certain archangelic beings, certain entities from the hierarchy of the Archangeloi, are ascending into the hierarchy of the Archai or the Spirits of Time. This is extraordinarily interesting to observe, for when we consider how the national spirits, the Folk-souls—which we refer to as archangels—ascend to a higher rank, only then do we gain a true mental image of how things actually unfold in the greater world. This ascent is connected to the fact that, into that division of humanity—which we must regard as the racial division—a second kind of national, or human, current has been introduced since Atlantean times. For we must look far back—all the way to the earliest Atlantean times—if we are to grasp the period when the division into the five main races we have spoken of took place, and if we are to ask: When did those people who later formed the black or Ethiopian race arrive at that specific point in Africa, and when did those peoples who make up the Malay race arrive in southern Asia? We would have to look back to the early Atlantean times. But later, other currents were sent to follow these earlier ones.

[ 3 ] Während also die Erde mit den Grundlagen dieser Rassen schon besiedelt war, wurden andere hineingeschickt in die bereits besiedelten Erdengebiete. Da haben wir es mit einer späteren Strömung, mit einer Strömung der späteren atlantischen Zeit zu tun. Wenn wir begreifen wollen, was da, während die Atlantis allmählich abbröckelte, in Europa, Afrika und Amerika sich als Rassenverteilung vollzog und was dann später gegen Ende der atlantischen Zeit nachgesandt worden ist und zum Teil erst nachgesandt worden ist in der nachatlantischen Entwickelung, so müssen wir uns klar sein darüber, daß wir es zu tun haben mit jenem mächtigen Menschheits-Strom, der vorgeschoben wird bis hinein nach Asien, bis in das indische Gebiet, und daß — wie öfter angedeutet wurde — auf den verschiedenen Punkten Völkermassen zurückbleiben, aus denen sich dann die verschiedenen Volkstümer Asiens, Afrikas und Europas ergeben haben. Wir haben es also mit einer früheren Verteilung und einer späteren Vorschiebung, einer zweiten Strömung zu tun. Diese zweite Strömung hatte nun den Sinn, daß in der Richtung von Westen nach Osten solche Volksgemeinschaften ausgesandt wurden, welche unter der Leitung je eines Erzengels standen. Aber solche Erzengel waren die lenkenden geistigen Mächte dieser ausgesandten Stämme, die weniger oder mehr entwickelt waren, die, mit anderen Worten, weniger oder mehr nahe waren der Rangerhöhung zum Zeitgeiste. Diejenige Völkerströmung, deren Erzengel zu allererst emporgestiegen war zum Range eines Zeitgeistes, haben wir im fernen Osten zu suchen. Das war diejenige Völkerströmung, die sich zusammenschloß mit der Urbevölkerung Indiens, die Völkerströmung, die das Herrenvolk in Indien bildete und die Grundlage abgab für die erste nachatlantische Kultur, nachdem der Erzengel dieser Volksgemeinschaft zum Zeitgeist, zum ersten Zeitgeist oder Arch& der nachatlantischen Kulturperiode erhoben worden war. Nun leitete dieser Zeitgeist die uralt-heilige Kultur Indiens und machte sie zur tonangebenden Kultur in der ersten nachatlantischen Periode. Die anderen Völker Asiens, die sich allmählich heranbildeten, waren lange bloß unter der Leitung von Erzengeln.

[ 3 ] So while the Earth was already populated by the ancestors of these races, others were sent into the regions of the Earth that were already inhabited. Here we are dealing with a later wave, a wave from the later Atlantean era. If we wish to understand what took place in Europe, Africa, and America in terms of racial distribution as Atlantis gradually crumbled, and what was subsequently sent—and in part was only sent—toward the end of the Atlantean era and into the post-Atlantean development, we must be clear that we are dealing with that mighty human current that extended all the way into Asia, into the Indian subcontinent, and that—as has often been indicated—masses of people remained behind at various points, from whom the various peoples of Asia, Africa, and Europe subsequently emerged. We are thus dealing with an earlier dispersion and a later advance, a second wave. The purpose of this second wave was to send out, from west to east, communities of people each led by an archangel. But these archangels were the guiding spiritual powers of these dispatched tribes, which were more or less developed—in other words, more or less close to attaining the rank of a time spirit. The stream of peoples whose archangel was the very first to ascend to the rank of a time spirit is to be found in the Far East. This was the stream of peoples that merged with the indigenous population of India—the stream that formed the ruling people in India and laid the foundation for the first post-Atlantean culture, after the archangel of this ethnic community had been elevated to the rank of a Time Spirit, the first Time Spirit or Arch& of the post-Atlantean cultural period. Now this Zeitgeist guided the ancient, sacred culture of India and made it the leading culture of the first post-Atlantean period. The other peoples of Asia, who gradually came into being, were for a long time guided solely by archangels.

[ 4 ] Auch die Völker Europas, die zurückgeblieben waren bei der Herüberwanderung vom Westen nach Osten, waren noch lange unter der Leitung von Erzengeln, als sich der Erzengel Indiens schon erhoben hatte zum Range eines Arch&, der intuierend auf die großen Lehrer Indiens, die heiligen Rishis wirkte, die dadurch, daß sie die Vermittelung dieses erhabenen bedeutenden Geistes bekamen, ihre hohe Mission in der schon geschilderten Weise vollbringen konnten. Lange wirkte dieser Zeitgeist, als das nordwärts von dem alten Indien vorgelagerte Volk noch unter der Leitung des Erzengels stand. Nachdem der Zeitgeist Indiens seine Mission erfüllt hatte, wurde er erhoben zu der Leitung der gesamten Evolution der nachatlantischen Menschheit.

[ 4 ] Even the peoples of Europe, who had been left behind during the migration from west to east, remained under the guidance of archangels for a long time after the Archangel of India had already risen to the rank of Arch&, who, through his intuitive influence, worked upon the great teachers of India—the holy Rishis—who, having received the guidance of this sublime and significant spirit, were thereby able to fulfill their high mission in the manner already described. This spirit of the age continued to work for a long time while the people situated north of ancient India were still under the guidance of the archangel. After the spirit of the age of India had fulfilled its mission, it was elevated to guide the entire evolution of post-Atlantean humanity.

[ 5 ] In der Zeit, die wir als die urpersische Zeit bezeichnen, haben wir dann den Geist der Persönlichkeit, den Zeitgeist, der der Intuitor des großen Zarathustra oder Zoroaster, des Zarathustra der Urzeit ist. Das ist wieder ein solches Beispiel, wie ein Erzengel, also eine Volksseele, sich erhebt zu dem Range eines Zeitgeistes. Das ist gerade das Schauspiel, das wir, wie wir es am Anfange unserer heutigen Darstellung gesagt haben, in unserer Epoche erleben, daß die Erzengel sich durch die Mission, die sie verrichten, zu lenkenden und waltenden Zeitgeistern emporarbeiten.

[ 5 ] In the period we refer to as the primordial Persian era, we then have the spirit of personality, the spirit of the age, which is the intuitive force behind the great Zarathustra or Zoroaster, the Zarathustra of primeval times. This is yet another example of how an archangel—that is, a Folk-soul—rises to the rank of a spirit of the age. This is precisely the spectacle that we are witnessing in our own epoch, as we stated at the beginning of today’s presentation: the archangels are working their way up, through the mission they carry out, to become guiding and governing spirits of the age.

[ 6 ] Eine spätere Emporarbeitung ist dann diejenige, welche erfolgt aus dem ägyptischen Volke mit seinen Erzengel einerseits und dem chaldäischen Volke und seinem Erzengel andererseits. Da vollzieht sich das Ereignis, daß der Erzengel des ägyptischen Volkes aufsteigt zum Range eines führenden Zeitgeistes und sozusagen die Lenkung und Leitung dessen übernimmt, was früher dem chaldäischen Erzengel oblag, so daß der Führer in der chaldäisch-ägyptischen Periode der dritte führende, gewaltige Zeitgeist wird, der sich aus dem Range des ägyptischen Erzengels allmählich heraufentwickelt hat. Das ist aber auch die Zeit, in der eine andere bedeutungsvolle Entwickelung sich vollzieht: die Entwickelung, die parallel geht mit der ägyptisch-chaldäischen Kultur, und auf welche sich das bezieht, was wir im letzten Vortrag besonders hervorheben mußten.

[ 6 ] A later ascent is the one that takes place from the Egyptian people with their archangel on the one hand, and the Chaldean people and their archangel on the other. This is when the event takes place in which the archangel of the Egyptian people rises to the rank of a leading spirit of the age and, so to speak, assumes the guidance and leadership of what was previously the responsibility of the Chaldean archangel, so that the guiding spirit of the Chaldean-Egyptian period becomes the third leading, powerful guiding spirit, having gradually evolved from the rank of the Egyptian archangel. But this is also the time when another significant development takes place: the development that runs parallel to the Egyptian-Chaldean culture, and to which what we had to emphasize in particular in the last lecture relates.

[ 7 ] Wir haben gesehen, daß eine besondere Stelle, eine besondere Bedeutung alles dasjenige annimmt, was zu den semitischen Stämmen gehört, und daß innerhalb des Semitentums Jahve oder Jehova herausgehoben hatte gerade diese Rasse und sie zu seinem besonderen Volke erkoren hatte. Dadurch, daß er eine einzelne Rasse zu seinem besonderen Volke erkoren hatte, brauchte er, als diese Rasse nach und nach heranwuchs, zuerst zu seinem Stellvertreter gegenüber dem Volke eine Art von Erzengel, so daß wir in dem heranwachsenden semitischen Volke, in den Urzeiten, einen unter der fortwährenden Inspiration des Jahve oder Jehova stehenden Erzengel haben, der dann später selber zu einem Zeitgeiste heranwächst. Wir haben daher, sozusagen außer den gewöhnlichen, fortschreitenden Zeitgeistern im alten indischen, alten persischen, alten chaldäischen Volkenoch einen Zeitgeist, der eine besondere Rolle für sich spielt, indem er innerhalb eines einzelnen Volkes wirkt. Wir haben da einen Zeitgeist, der also in gewisser Beziehung in der Mission eines Volksgeistes auftritt; wir haben einen Zeitgeist, den wir den semitischen Volksgeist nennen müssen. Er hatte eine ganz besondere Aufgabe. Dies wird Ihnen begreiflich erscheinen, wenn Sie ins Auge fassen, daß eigentlich gerade dieses Volkstum herausgehoben war aus der normalen Entwickelung und eine besondere Führung hatte, daß sozusagen besondere Einrichtungen getroffen worden sind, um dieses Volk zu führen. Durch diese besonderen Einrichtungen hatte dieses Volk eine Mission erhalten, die wirklich für die nachatlantische Zeit von ganz besonderer Wichtigkeit und Bedeutung war, die sich von der Mission aller anderen Völker und Volkstümer unterschied. Man kann diese Mission des Semitentums eigentlich dadurch am besten begreifen, daß man sie zusammenhält mit dem, was in der nachatlantischen Zeit die verschiedenen anderen Völker als diese oder jene Mission hatten.

[ 7 ] We have seen that everything associated with the Semitic tribes takes on a special place and a special significance, and that within the Semitic world, Yahweh or Jehovah had singled out precisely this race and chosen it to be his special people. Because he had chosen a single race as his chosen people, as this race gradually matured, he first needed a kind of archangel to serve as his representative before the people, so that in the developing Semitic people, in primeval times, we find an archangel standing under the constant inspiration of Yahweh or Jehovah, who later develops into a time spirit himself. We therefore have—so to speak, in addition to the ordinary, progressive spirits of the age among the ancient Indian, ancient Persian, and ancient Chaldean peoples—a spirit of the age that plays a special role in that it works within a single people. Here we have a spirit of the age that, in a certain sense, appears in the mission of a national spirit; we have a spirit of the age that we must call the Semitic national spirit. It had a very special task. This will become clear to you when you consider that this particular people was, in fact, set apart from normal development and had special guidance—that, so to speak, special arrangements had been made to guide this people. Through these special arrangements, this people had been given a mission that was truly of very special importance and significance for the post-Atlantean era, one that differed from the mission of all other peoples and nationalities. One can best understand this mission of the Semitic people by considering it in conjunction with the various missions that other peoples had in the post-Atlantean era.

[ 8 ] Es gibt zwei geistige Strömungen in der Menschheit. Die eine geistige Strömung muß man nennen, wenn man sie richtig bezeichnen will, diejenige, die von dem Pluralismus, man könnte auch sagen, von der Monadologie ausgeht, die also vorzugsweise in einer Vielheit von Wesenheiten und Kräften den Ursprung und die Quelle des Daseins sieht. Sie können nun überall in der Welt umherschauen, in irgendeiner Weise werden Sie sehen, daß die Völker der nachatlantischen Zeit von Vielheiten des Göttlichen ausgegangen sind. Beginnen Sie bei der Dreiheit des alten Indertums, die sich später ausgelebt hat in Brahma, Shiva und Vishnu. Sehen Sie auf die deutsche Mythologie, so finden Sie die Dreiheit von Odin, Hönir und Lödur und so weiter. So werden Sie überall eine Dreiheit und diese in eine Vielheit gegliedert finden. Sie sehen diese Eigentümlichkeit aber nicht nur da, wo sozusagen Göttermythen und Götterlehren auftreten, sondern auch in den Philosophien, wo uns dieselbe als Monadologie entgegentritt. Das ist die eine Strömung, welche, weil sie von der Vielheit ausgeht, die größtmögliche Mannigfaltigkeit annehmen kann. Man könnte sagen: In der nachatlantischen Zeit, vom weitesten Osten in Indien und im weiten Bogen durch Asien hindurch bis nach Europa, hat dieser Dienst der Vielheit, der sich im Grunde genommen in unserer geisteswissenschaftlichen Weltanschauung dadurch ausdrückt, daß wir eine Summe der verschiedensten Wesenheiten, der verschiedensten Hierarchien anerkennen, seine mannigfaltigsten Vertretungen und Ausgestaltungen gewonnen.

[ 8 ] There are two spiritual currents within humanity. One of these spiritual currents—if one wishes to describe it accurately—must be called that which proceeds from pluralism, or, one might also say, from monadology; that is, it sees the origin and source of existence primarily in a multiplicity of entities and forces. You can now look around anywhere in the world; in one way or another, you will see that the peoples of the post-Atlantean era proceeded from multiplicities of the divine. Begin with the triad of ancient Indian thought, which later found its expression in Brahma, Shiva, and Vishnu. Look at German mythology, and you will find the triad of Odin, Hönir, and Lödur, and so on. Thus, everywhere you will find a trinity, and this trinity structured into a multiplicity. But you see this characteristic not only where, so to speak, myths and teachings about gods occur, but also in philosophies, where it confronts us as monadology. This is the one current which, because it proceeds from multiplicity, can assume the greatest possible diversity. One could say: In the post-Atlantean era, from the far east in India and in a wide arc across Asia all the way to Europe, this service to multiplicity—which, in essence, is expressed in our Spiritual Science worldview by our recognition of a sum of the most diverse beings and the most diverse hierarchies—has attained its most manifold representations and forms.

[ 9 ] Diesem Dienste der Vielheit mußte eine synthetische, eine zusammenfassende Bewegung gegenüberstehen, eine Bewegung, die streng ausging von dem Monon, dem Monismus. Die eigentlichen Inspiratoren, die Impulsgeber alles Monotheismus und Monismus, aller Einheitsgöttlichkeit sind die semitischen Völker. Bei ihnen liegt es in der Natur, und — wenn Sie sich erinnern an das, was heute morgen gesagt wurde — es liegt bei ihnen im Blut, den Einheitsgott, das Monon zu vertreten.

[ 9 ] This celebration of diversity had to be counterbalanced by a synthetic, unifying movement—a movement that stemmed strictly from the monon, from monism. The true inspirers, the driving forces behind all monotheism and monism, behind all concept of a single, unified deity, are the Semitic peoples. For them, it is in their nature—and, if you recall what was said this morning, it is in their blood—to advocate for the one God, the Monon.

[ 10 ] Wenn der Mensch hinaussieht in das große Weltendasein, dann würde er aber nicht weit kommen, wenn er immer nur betonte: Eine Einheit, ein Monon liegt der Welt zugrunde. Der Monismus oder Monotheismus allein genommen ist dasjenige, was nur ein letztes Ideal darstellen kann. Dies würde aber niemals zu einer wirklichen Welterfassung, zu einer durchgreifenden konkreten Weltanschauung führen können. Doch es mußte in der nachatlantischen Zeit auch die Strömung des Monotheismus ihre Vertretung finden, so daß einem Volke übertragen war, das Ferment, den Impuls zu geben zu diesem Monotheismus. Diese Aufgabe war dem semitischen Volke übertragen. Daher sehen Sie, wie sozusagen mit einer gewissen abstrakten Strenge, einer abstrakten Unerbittlichkeit das monistische Prinzip gerade in diesem Volke vertreten wird, und alle anderen Völker haben insofern, als sie ihre verschiedenen göttlichen Wesenheiten in eine Einheit zusammenfassen, den Impuls dazu bekommen von dieser Seite her. Der monistische Impuls ist immer von dieser Seite gekommen. Die anderen Völker haben pluralistische Impulse.

[ 10 ] When a person looks out upon the vast existence of the world, he would not get very far if he always insisted that the world is founded on a single unity, a “monon.” Monism or monotheism, taken on its own, is something that can only represent a final ideal. However, this could never lead to a true understanding of the world, to a thoroughly concrete worldview. Yet in the post-Atlantean era, the current of monotheism also had to find its expression, so that one people was entrusted with providing the impetus, the stimulus, for this monotheism. This task was entrusted to the Semitic people. Therefore, you can see how, with a certain abstract rigor, an abstract relentlessness, so to speak, the monistic principle is represented precisely in this people, and all other peoples, insofar as they synthesize their various divine entities into a unity, have received the impulse for this from this side. The monistic impulse has always come from this side. The other peoples have pluralistic impulses.

[ 11 ] Es ist außerordentlich wichtig, daß man das ins Auge faßt. Derjenige, der sich mit dem Fortwirken der althebräischen Impulse befaßt, der sieht heute noch bei dem gelehrten Rabbiner, dem gelehrten Rabbinismus in seinem extremsten Element den Monotheismus walten. Daß das Weltenprinzip nur ein einheitliches sein kann, das als Impuls zu geben, ist die Aufgabe gerade dieses Volkes. Man könnte daher sagen: Alle anderen Nationen, Völker und Zeitgeister hatten eine analytische Aufgabe, eine Aufgabe, das Weltenprinzip in verschiedene Wesenheiten gegliedert vorzustellen, wie zum Beispiel die äußerste Abstraktion des Monon in Indien bald in eine Dreigliedrigkeit zerfallen ist, wie der Einheitgott des Christentums zerfällt in die drei Personen. Die anderen Völker haben alle die Aufgabe, den Weltengrund zu analysieren und dadurch viel Inhalt zu schaffen für die einzelnen Teile dieses Weltengrundes, sich zu erfüllen mit reichem Vorstellungsmaterial, das die Erscheinungen liebevoll umfassen kann. Das semitische Volk hat die Aufgabe, abzusehen von aller Vielheit und synthetisch sich der Einheit hinzugeben, daher die Kraft der Spekulation, die Kraft des synthetischen Denkens, zum Beispiel in der Kabbalistik, gerade aus diesem Impuls heraus die denkbar größte ist.

[ 11 ] It is extremely important to bear this in mind. Anyone who studies the continuing influence of ancient Hebrew impulses can still see monotheism at work today in the learned rabbi and in learned Rabbinism in its most extreme form. It is the task of this very people to provide the impulse that the world principle can be only a unified one. One could therefore say: All other nations, peoples, and zeitgeists had an analytical task—the task of creating a mental image of the cosmic principle as structured into distinct entities—just as, for example, the ultimate abstraction of the “Monon” in India soon disintegrated into a trinity, and just as the unitary God of Christianity is divided into the three Persons. All other peoples have the task of analyzing the foundation of the world and thereby creating a wealth of content for the individual parts of this foundation, filling themselves with rich imaginative material capable of lovingly embracing phenomena. The Semitic people have the task of setting aside all multiplicity and devoting themselves synthetically to unity; hence the power of speculation, the power of synthetic thinking—for example, in Kabbalah—is the greatest conceivable precisely because it arises from this impulse.

[ 12 ] Was aus der Einheit durch das synthetische, das zusammenfassende Wirken des Ich jemals herausgesponnen werden konnte, ist im Laufe der Jahrtausende durch den semitischen Geist herausgesponnen worden. Das ist die große Polarität zwischen Pluralismus und Monismus, und das ist die Bedeutung des semitischen Impulses in der Welt. Monismus ist nicht ohne Pluralismus, und dieser nicht ohne jenen möglich. Daher müssen wir die Notwendigkeit beider wohl anerkennen.

[ 12 ] Whatever could ever be spun out of unity through the synthetic, synthesizing activity of the “I” has been spun out over the course of millennia by the Semitic spirit. This is the great polarity between pluralism and monism, and this is the significance of the Semitic impulse in the world. Monism is not possible without pluralism, nor is pluralism possible without monism. Therefore, we must fully acknowledge the necessity of both.

[ 13 ] Die objektive Sprache der Tatsachen führt oft zu ganz anderen Erkenntnissen als die Sympathien und Antipathien, die da oder dort walten. Deshalb müssen wir die einzelnen Volksgeister wohl begreifen. Während die Führer der einzelnen Völker drüben in Asien und Afrika längst aufgestiegen waren zu dem Range von Zeitgeistern oder Geistern der Persönlichkeit und zum Teil sogar schon die Anwartschaft bekommen hatten, sich umzuwandeln von Zeitgeistern in die nächsthöhere Stufe, zu Geistern der Form — wie zum Beispiel jener Zeitgeist, der im alten Indien gewirkt hat, in gewisser Beziehung schon zum Range der Geister der Form emporgestiegen war —, waren die einzelnen Völker Europas noch lange geführt von ihren einzelnen Erzengeln. Erst in der vierten nachatlantischen Periode hob sich aus den verschiedenen Völkern Europas, die von ihren Erzengeln geleitet worden sind, der Erzengel des Griechentums heraus zu einer führenden Stellung, indem er der tonangebende Zeitgeist der griechischen, der vierten leitenden Epoche in der nachatlantischen Zeit wurde, so daß wir also den Erzengel des Griechentums emporsteigen sehen zu dem Range eines Archö, eines Geistes der Persönlichkeit. Dasjenige, wozu sich dieser Erzengel des Griechentums vorbereitet hatte, das tritt, als er Zeitgeist geworden war, für die Welt in Asien, Afrika und Europa hervor, deren Mittelpunkt eben das griechische Volk geworden war. Während sein Erzengel zum Arch& sich entwickelt hatte, war der wirkende Zeitgeist des ägyptischen und auch der des persischen Volkes hinaufgestiegen zu einer Art von Geist der Form. Das, wozu wir jetzt kommen, ist etwas außerordentlich Interessantes im Verlaufe der nachatlantischen Entwickelung. Durch all die Entwickelung, welche der Erzengel des Griechentums früher durchgemacht hatte, konnte er in verhältnismäßig schneller Art dasjenige durchmachen, was ihn zu einer ganz besonderen führenden Stellung als Zeitgeist befähigte. Daher geschah aber etwas höchst Bedeutungsvolles in der vierten nachatlantischen Kulturperiode.

[ 13 ] The objective language of facts often leads to insights quite different from the sympathies and antipathies that prevail here and there. That is why we must truly understand the individual national spirits. While the leaders of the individual peoples over in Asia and Africa had long since risen to the rank of time spirits or spirits of personality—and in some cases had even already been granted the prospect of transforming from time spirits to the next higher level, that of spirits of form — such as, for example, the spirit of the age that was active in ancient India, which in a certain sense had already risen to the rank of spirits of form — the individual peoples of Europe were still guided for a long time by their respective archangels. It was not until the fourth post-Atlantean period that the Archangel of Hellenism emerged from among the various peoples of Europe—who had been guided by their archangels—to assume a leading position, becoming the dominant time spirit of the Greek era, the fourth guiding epoch of the post-Atlantean period; thus we see the Archangel of Hellenism rise to the rank of an Archo, a Spirit of Personality. That for which this Archangel of Hellenism had prepared himself became evident—once he had become the spirit of the age—to the world in Asia, Africa, and Europe, whose center had indeed become the Greek people. While his Archangel had developed into an Arch&, the active spirit of the age of the Egyptian people, and also that of the Persian people, had risen to a kind of Spirit of Form. What we are now coming to is something extraordinarily interesting in the course of post-Atlantean development. Through all the development that the Archangel of Hellenism had undergone earlier, he was able to pass through, relatively quickly, that which enabled him to assume a very special leading position as a spirit of the age. Consequently, however, something highly significant occurred in the fourth post-Atlantean cultural epoch.

[ 14 ] Wir wissen, daß damals das Ereignis eintrat, welches wir als das Aufnehmen des Christusimpulses von seiten der Menschheit bezeichnen. Der Christusimpuls wurde aufgenommen, das Mysterium von Golgatha fand statt. Der Impuls, der da gegeben worden ist, sollte im Laufe der nächsten Jahrhunderte und Jahrtausende nach und nach seine Verbreitung auf der Erde finden. Dazu bedurfte es nicht nur der Tatsache, daß dieses Ereignis stattfand, dazu bedurfte es gewisser lenkender und führender Wesenheiten aus der Reihe der Hierarchien heraus. Und da trat nun das höchst Merkwürdige und Interessante ein, daß der Zeitgeist des Griechentums in einem bestimmten Zeitmomente, der ungefähr zusammenfällt mit dem Auf-die-Erde-Kommen des Christusimpulses, für diese unsere jetzige Periode auf den ihm dazumal möglich gewordenen Aufstieg in die Region der Geister der Form verzichtete und der führende Zeitgeist wurde, der dann über die Zeiten hinaus wirkt. Er wird der stellvertretende, führende Geist des exoterischen Christentums, so daß sich also hinstellt vor den Christusimpuls der Arche, der führende Geist des Griechentums. Daher zerfällt das Griechentum so rasch in der Zeit, in welcher sich das Christentum entwickelt, weil es sozusagen seinen führenden Zeitgeist abgegeben hat, damit er Führer des exoterischen Christentums werden konnte. Es wurde der Zeitgeist des alten Griechentums der Missionar, der Inspirator oder vielmehr Intuitor des sich ausbreitenden exoterischen Christentums. Da haben wir also das Schauspiel einer solchen Resignation, von der wir gesprochen haben, in einem konkreten Falle vor uns. Der Zeitgeist des Griechentums konnte, weil er seine Mission in der vierten nachatlantischen Kulturperiode so außerordentlich gut erfüllt hatte, aufsteigen in ein höheres Gebiet, verzichtete aber und wurde dadurch der führende Geist des sich ausbreitenden exoterischen Christentums, als welcher er über die verschiedenen Völker hinweg wirkte.

[ 14 ] We know that at that time the event took place that we refer to as humanity’s reception of the Christ impulse. The Christ impulse was received; the Mystery of Golgotha took place. The impulse that was given there was to spread gradually across the Earth over the course of the following centuries and millennia. This required not only the fact that this event took place, but also certain guiding and leading beings from among the hierarchies. And here something most remarkable and interesting occurred: at a specific moment in time—which roughly coincides with the coming of the Christ impulse to Earth—the spirit of the age of Hellenism, for the sake of our present period, renounced the ascent into the region of the spirits of form that had become possible for it at that time, and became the guiding spirit of the age, one that continues to exert its influence through the ages. It becomes the vicarious, guiding spirit of exoteric Christianity, so that the guiding spirit of Hellenism stands before the Christ impulse as the Ark. This is why Hellenism disintegrates so rapidly during the time in which Christianity develops, because it has, so to speak, relinquished its guiding spirit so that it could become the guide of exoteric Christianity. The spirit of the age of ancient Greek civilization became the missionary, the inspirer—or rather, the intuitive guide—of the spreading exoteric Christianity. Here, then, we have before us the spectacle of the very kind of resignation we have spoken of, in a concrete instance. Because the spirit of the age of ancient Greece had fulfilled its mission so extraordinarily well in the fourth post-Atlantean cultural epoch, it was able to ascend to a higher realm; yet it chose to renounce this and thereby became the guiding spirit of the spreading exoteric Christianity, as which it worked across the various peoples.

[ 15 ] Solch eine Verzichtleistung findet noch einmal statt, und diese zweite Verzichtleistung ist wiederum von einem ganz besonderen Interesse, gerade für diejenigen, die sich Schüler der Geist-Erkenntnis nennen. Wir haben im wesentlichen, während sich drüben in Asien, bis herein in das Ägypter- und Griechentum, die einzelnen Erzengel zu Zeitgeistern entwickeln, in Europa einzelne Völker und Volksstämme, die von ihren verschiedenen Erzengeln geleitet werden. Da haben wir in Europa, während sonst die entsprechenden Erzengel, die einst von Westen nach Osten geschickt worden sind, aufgestiegen waren in die Reihe der Zeitgeister, noch immer einen Erzengel, der in den germanischen und vor allem in den keltischen Völkern wirkte, in den Völkern, welche noch zur Zeit, in der das Christentum seinen Anfang nahm, in einem großen Teile von Westeuropa, bis hinein in das heutige Ungarn, durch Süddeutschland und durch die Alpen hindurch, verbreitet waren. Diese Völker hatten als ihren Erzengel den keltischen Volksgeist. Auch weit herauf gegen den Nordosten Europas waren die Völker des keltischen Geistes verbreitet. Sie wurden von einem bedeutenden Erzengel gelenkt, der, bald nachdem der christliche Impuls der Menschheit gegeben worden war, darauf verzichtet hatte, ein Arch&, ein Geist der Persönlichkeit zu werden, und der sich entschloß, auf der Stufe eines Erzengels stehen zu bleiben und sich in Zukunft den verschiedensten Zeitgeistern, die da zum Beispiel innerhalb Europas entstehen würden, unterzuordnen. Daher auch schwanden die keltischen Völker als zusammengeschlossene Völkerschaft dahin, eben weil ihr Erzengel eine besondere Resignation geübt und eine besondere Mission übernommen hatte. Das ist ein charakteristisches Beispiel dafür, wie, sagen wir, das Zurückbleiben in einem solchen Falle dazu beiträgt, besondere Missionen einzuleiten. Was wurde nun aus diesem Erzengel der keltischen Völker, als er darauf verzichtet hatte, ein Geist der Persönlichkeit zu werden? Da wurde er der inspirierende Geist des esoterischen Christentums, und von seinen Inspirationen gelten insbesondere diejenigen Lehren und Impulse aus, die dem esoterischen Christentum, dem wahrhaften esoterischen Christentum zugrunde liegen. Im Westen Europas war die geheimnisvolle Stätte zu finden für diejenigen, die in diese Geheimnisse eingeweiht wurden, wo die Inspiration stattfand durch diesen leitenden Geist, der ursprünglich eine bedeutsame Schulung als Erzengel des Keltentums absolviert hatte, der auf den Aufstieg verzichtet und eine andere Mission übernommen hatte, die Mission: Inspirator des esoterischen Christentums zu sein, das fortwirken sollte durch die Geheimnisse des heiligen Gral, fortwirken sollte durch das Rosenkreuzertum. Da haben Sie das Beispiel einer Verzichtleistung, eines Zurückbleibens einer solchen Wesenheit der Hierarchien, und da haben Sie zugleich ein Beispiel, an dem Sie unmittelbar, im Konkreten erkennen können, was solch ein Zurückbleiben für eine Bedeutung hat. Trotzdem dieser Erzengel zu dem Range eines Arche hätte aufsteigen können, blieb er bei dem Range eines Erzengels und leitete dafür die bedeutsame Strömung des esoterischen Christentums, welche durch die verschiedensten Zeitgeister hindurch fortwirken soll. Die Zeitgeister mögen so oder so wirken, dieses esoterische Christentum wird ein Quell sein für alles, was sich unter dem Einflusse der verschiedenen Zeitgeister wieder wandeln, metamorphosieren kann. Da haben wir also wieder ein Beispiel, wie eine solche Resignation stattfindet, während wir sonst das große Schauspiel erleben, daß die Volksgeister zu Zeitgeistern, gerade in unserer Epoche, aufsteigen.

[ 15 ] Such a renunciation takes place once more, and this second renunciation is, in turn, of very special interest, especially for those who call themselves students of spiritual knowledge. Essentially, while over in Asia—and extending into Egyptian and Greek civilization—the individual archangels develop into spirits of the age, in Europe we have individual peoples and tribes guided by their respective archangels. Thus, in Europe—whereas elsewhere the corresponding archangels, who were once sent from west to east, had ascended into the ranks of the spirits of the age—we still have an archangel who was active among the Germanic and, above all, the Celtic peoples, among the peoples who, even at the time when Christianity first began, were spread across a large part of Western Europe, all the way into present-day Hungary, through southern Germany, and across the Alps. These peoples had the Celtic national spirit as their archangel. The peoples of the Celtic spirit were also widespread far up into northeastern Europe. They were guided by a significant archangel who, shortly after the Christian impulse had been given to humanity, had renounced becoming an Arch&—a spirit of personality—and who resolved to remain at the level of an archangel and, in the future, to subordinate himself to the most diverse spirits of the age that would arise, for example, within Europe. Consequently, the Celtic peoples also faded away as a unified group, precisely because their archangel had exercised a special resignation and taken on a special mission. This is a characteristic example of how, shall we say, remaining behind in such a case contributes to the initiation of special missions. What, then, became of this archangel of the Celtic peoples once he had renounced becoming a spirit of personality? He became the inspiring spirit of esoteric Christianity, and his inspirations are particularly evident in those teachings and impulses that underlie esoteric Christianity—true esoteric Christianity. In Western Europe lay the mysterious site for those who were initiated into these mysteries, where inspiration came through this guiding spirit, who had originally undergone significant training as an archangel of the Celts, who had renounced ascension and taken on another mission—the mission: to be the inspirer of esoteric Christianity, which was to continue its work through the mysteries of the Holy Grail and through Rosicrucianism. Here you have an example of self-renunciation—of such a being from the hierarchies choosing to remain behind—and here you also have an example through which you can immediately and concretely recognize the significance of such a decision to remain behind. Although this archangel could have ascended to the rank of an arch, he remained at the rank of an archangel and, in return, guided the significant current of esoteric Christianity, which is to continue to work through the most diverse zeitgeists. Whatever influence the spirits of the age may exert, this esoteric Christianity will be a source for everything that can be transformed or metamorphosed under the influence of the various spirits of the age. So here we have yet another example of how such a resignation takes place, while we otherwise witness the great spectacle of national spirits rising to become spirits of the age, especially in our own era.

[ 16 ] Nun haben wir — im europäischen Gebiet — die verschiedenen germanischen Völker. Diese verschiedenen germanischen Völker Europas, die ursprünglich von einem Erzengelwesen geleitet worden sind, waren dazu berufen, nach und nach unter die Leitung der verschiedensten Erzengel zu kommen, in der verschiedensten Weise Völker-Individualitäten zu bilden. Es ist natürlich außerordentlich schwierig — schwierig nur aus dem Grunde, weil es in gewisser Beziehung leicht Leidenschaft und Eifersucht erwecken kann —, wenn über diese Dinge unbefangen gesprochen werden soll. Daher kann auf ganz bestimmte Mysterien dieser Entwickelung nur leise hingedeutet werden. Aus der Summe jener Erzengel ging hervor der Arch&, der führende Zeitgeist unserer fünften Kulturepoche der nachatlantischen Zeit. Er ging hervor, nachdem lange, lange Zeit einer der Erzengel der germanischen Völker eine gewisse Schulung durchgemacht hatte. Derjenige Zeitgeist, welcher der Volksgeist der griechisch-lateinischen Epoche war, wurde der Zeitgeist, der, wie Sie wissen, in der späteren Zeit damit beschäftigt war, das exoterische Christentum auszubreiten. Die spätere römische Geschichte wurde auch geleitet von einer Art von Zeitgeist, der aus dem Erzengel des Römertums aufgestiegen war und sich in seiner Wirksamkeit mit dem christlichen Zeitgeist zu gemeinsamem Wirken verband. Diese beiden waren die Erzieher jenes Erzengels, welcher die germanischen Völker führte, der zu deren führenden Erzengeln gehörte, der sich dann zum Zeitgeiste der fünften nachatlantischen Kulturperiode emporhob. Es war vieles notwendig, vor allen Dingen aber, daß eine starke Individualisierung und Vermischung der verschiedenen Völkerelemente in Europa eintrat. Das war nur dadurch möglich, daß, während drüben in Asien und Afrika die Erzengel längst zu Zeitgeistern aufgerückt waren, in Europa die Führerschaft noch bei den Erzengeln selber lag, daß die einzelnen Völkerschaften von ihren Volksseelen geleitet wurden, unbekümmert um die Zeitgeister, ganz hingegeben den Impulsen der Volksgeister selber. Als der christliche Impuls über die Menschheit dahinging, da war in Europa ein Durcheinanderwirken von einzelnen von freiem Sinn erfüllten Volksgeistern, von denen ein jeder seine eigenen Wege ging, und die es im Grunde genommen dadurch schwer machten, daß ein die einzelnen Volksgeister führender Zeitgeist der fünften Kulturepoche entstehen konnte. Es vermischten sich, sagen wir, um jenes Volk möglich zu machen, welches das französische Gebiet bewohnt, romanische, keltische und fränkische Volkselemente. Durch diese Vermischung nahm natürlich die ganze Führung eine bestimmte Gestalt an. Sie ging sozusagen von den einzelnen, leitenden Erzengeln, welche andere Aufgaben erhalten hatten, auf andere über. — Beim leitenden Erzengel der Kelten haben wir gesagt, was er für eine Mission erhalten hatte. Ebenso könnten wir von den anderen Volkstümern die Mission der Erzengel angeben. — Daher kamen unter die Völker, die durch Mischung entstanden, wieder andere Erzengel, die ihre Herrschaft antraten, als sich die verschiedenen Elemente vermischten. So war in der Tat durch lange Zeit hindurch — noch im Mittelalter — im mittleren und nördlichen Europa im Grunde genommen das führende Element bei den Erzengeln, die nur nach und nach beeinflußt wurden von dem gemeinsamen Zeitgeiste, der einherging vor dem Christusimpulse. Es wurden die einzelnen Volksgeister in Europa vielfach die Diener desChristus-Zeitgeistes. DieErzengel Europas stellten sich in den Dienst dieses gemeinsamen Christus-Zeitgeistes, während die einzelnen Völker kaum in der Lage waren, irgendeinen der Erzengel zu dem Range eines Zeitgeistes emporsteigen zu lassen. Erst im sechzehnten bis siebzehnten Jahrhundert — vom zwölften Jahrhundert etwa angefangen — bereitete sich das vor, daß der führende Zeitgeist der fünften nachatlantischen Periode herausgebildet wurde, unter dessen Einfluß wir heute noch stehen. Er gehört ebenso zu den großen, führenden Zeitgeistern wie die, welche die großen, führenden Zeitgeister waren während der ägyptisch-chaldäisch-babylonischen, urpersischen und indischen Epoche. Aber er wirkte in einer ganz eigentümlichen Weise, dieser Zeitgeist unserer fünften nachatlantischen Kulturepoche. Er mußte nämlich eine Art Kompromiß eingehen mit einem der alten Zeitgeister, die gewirkt haben vor dem christlichen Impulse, und zwar mit dem ägyptischen Zeitgeiste, der, wie wir gehört haben, in gewisser Beziehung aufgestiegen ist zu dem Range eines Geistes der Form. So kommt es, daß eigentlich unsere fünfte nachatlantische Kulturperiode, in der wir stehen, von einem Zeitgeiste beherrscht ist, der in gewisser Weise sehr, sehr dem Einflusse und den Impulsen des Zeitgeistes der alten ägyptischen Kultur unterliegt und der ein sozusagen in seinen allerersten Anfängen begriffener Geist der Form ist.

[ 16 ] Now we have—in the European region—the various Germanic peoples. These various Germanic peoples of Europe, who were originally guided by an archangelic being, were called upon to gradually come under the guidance of a wide variety of archangels, forming national individualities in a wide variety of ways. It is, of course, extremely difficult—difficult only because, in a certain sense, it can easily arouse passion and jealousy—to speak impartially about these matters. Therefore, only subtle hints can be given regarding very specific mysteries of this development. From the collective of those archangels emerged the Arch&, the leading spirit of our fifth cultural epoch of the post-Atlantean era. He emerged after one of the archangels of the Germanic peoples had undergone a certain training over a long, long period of time. The spirit of the age that had been the national spirit of the Greco-Latin epoch became the spirit of the age that, as you know, was later engaged in spreading exoteric Christianity. Later Roman history was also guided by a kind of Zeitgeist that had risen from the archangel of Roman culture and, in its activity, joined forces with the Christian Zeitgeist to work together. These two were the educators of that archangel who led the Germanic peoples, who was one of their leading archangels, and who then rose to become the spirit of the fifth post-Atlantean cultural epoch. Many things were necessary, but above all, a strong process of individualization and intermingling of the various ethnic elements in Europe had to take place. This was possible only because, while over in Asia and Africa the archangels had long since ascended to become time spirits, in Europe leadership still lay with the archangels themselves; the individual peoples were guided by their Folk-souls, unconcerned with the time spirits, wholly devoted to the impulses of the national spirits themselves. As the Christian impulse swept across humanity, there was in Europe an interplay of individual national spirits filled with free will, each of which went its own way, and which, in essence, made it difficult for a spirit of the age—one that would guide the individual national spirits—to emerge in the fifth cultural epoch. To make possible, so to speak, the people who inhabit the French territory, Romanic, Celtic, and Frankish ethnic elements intermingled. Through this intermingling, the entire guidance naturally took on a specific form. It passed, so to speak, from the individual guiding archangels—who had been assigned other tasks—to others. — We have already described the mission entrusted to the guiding archangel of the Celts. Similarly, we could describe the missions of the archangels for the other peoples. — Thus, among the peoples that arose through intermingling, other archangels came who assumed their rule as the various elements blended. Indeed, for a long time—even into the Middle Ages—in central and northern Europe, the leading element was essentially the archangels, who were only gradually influenced by the common spirit of the age that preceded the Christ impulse. In many cases, the individual national spirits in Europe became servants of the Christ Spirit of the Age. The archangels of Europe placed themselves in the service of this common Christ Spirit of the Age, while the individual peoples were scarcely in a position to elevate any of the archangels to the rank of a Spirit of the Age. It was not until the sixteenth and seventeenth centuries—beginning, roughly, in the twelfth century—that the groundwork was laid for the emergence of the leading spirit of the fifth post-Atlantean period, under whose influence we still stand today. It belongs just as much to the great, leading time spirits as those that were the great, leading time spirits during the Egyptian-Chaldean-Babylonian, Proto-Persian, and Indian epochs. But this spirit of our fifth post-Atlantean cultural epoch operated in a very peculiar way. For it had to enter into a kind of compromise with one of the ancient spirits that were active before the Christian impulse—namely, the Egyptian spirit, which, as we have heard, has in a certain sense risen to the rank of a spirit of form. Thus it is that our fifth post-Atlantean cultural period, in which we now find ourselves, is actually dominated by a spirit of the age that, in a certain sense, is very, very much subject to the influence and impulses of the spirit of the ancient Egyptian culture—and which is, so to speak, a spirit of form still in its very earliest stages.

[ 17 ] Das gab die vielen Zersplitterungen und Zerklüftungen unseres Zeitalters. Unser Zeitgeist in der fünften nachatlantischen Kulturperiode strebt dahin, sich in gewisser Beziehung zu spirituellen Höhen zu erheben und die vierte nachatlantische Kulturzeit hinaufzubringen auf eine höhere Stufe. Aber es liegt darin dasjenige, was materialistische Neigung, materialistischer Hang ist, und je nachdem die verschiedenen Erzengelwesen, die verschiedenen Volksseelen eine mehr oder weniger große Hinneigung zu diesem materialistischen Hang haben, kommt unter der Führung dieses Zeitgeistes der fünften nachatlantischen Kulturperiode ein mehr oder weniger materialistisches Volk heraus, das sozusagen dem Zeitgeiste mehr eine Nuance nach dem Materialistischen hin gibt. Ein idealistisches Volk dagegen ist ein solches, welches dem Zeitgeiste mehr eine Nuance nach dem Idealismus hin gibt.

[ 17 ] This has given rise to the many fragmentations and rifts of our age. The spirit of our time in the fifth post-Atlantean cultural epoch strives, in a certain sense, to rise to spiritual heights and to elevate the fourth post-Atlantean cultural epoch to a higher level. But inherent in this is what constitutes a materialistic tendency or inclination, and depending on the extent to which the various archangelic beings and the various Folk-souls are drawn to this materialistic inclination, a more or less materialistic people emerges under the guidance of this spirit of the times of the fifth post-Atlantean cultural period—a people that, so to speak, imbues the spirit of the times with a greater nuance toward materialism. An idealistic people, on the other hand, is one that gives the spirit of the age a nuance leaning more toward idealism.

[ 18 ] Nun bildete sich vom zwölften bis sechzehnten Jahrhundert tatsächlich immer mehr etwas heraus, was in gewisser Beziehung neben dem christlichen Zeitgeiste wirkte — der der fortwirkende griechische Zeitgeist ist —, so daß in der Tat, in merkwürdiger Weise, in unsere Kultur einströmt dasjenige, was wir den christlichen Zeitgeist nennen, verbunden mit einem eigentlichen Zeitgeist der fünften nachatlantischen Kulturperiode, und da wirkt wieder hinein das alte Agyptertum, dessen Zeitgeist sich bis zu einem gewissen Rang der Geister der Form erhoben hat. Nun aber ist es gerade dadurch, daß ein solches Trifolium in unserer ganzen Zeitkultur wirkt, möglich geworden, daß in der fünften Zeitepoche die verschiedensten Nuancen von Kultur- und VolksseelenStrömungen herauskamen. Es wurde möglich, daß der Zeitgeist die verschiedensten Farben und Nuancen in seinem Wirken aufwies. Die Erzengel, die ihre Befehle von dem Zeitgeist erhielten, wirkten in der verschiedensten Weise.

[ 18 ] Now, from the twelfth to the sixteenth century, something did indeed increasingly take shape that, in a certain sense, operated alongside the Christian spirit of the age—which is the enduring Greek spirit of the age—so that, in fact, in a remarkable way, what we call the Christian spirit of the age flows into our culture, combined with the actual spirit of the fifth post-Atlantean cultural epoch, and the ancient Egyptian culture—whose spirit has risen to a certain level among the spirits of form—exerts its influence once again. But it is precisely because such a trifolium is at work in our entire contemporary culture that it has become possible for the most diverse nuances of cultural and national soul currents to emerge in the fifth epoch. It became possible for the spirit of the age to display the most diverse colors and nuances in its workings. The archangels, who received their commands from the spirit of the age, worked in the most varied ways.

[ 19 ] Diejenigen, die im Norden wohnen, wird etwas interessieren, worauf wir in den nächsten Betrachtungen genauer werden einzugehen haben, sie wird insbesondere interessieren müssen die Frage: Wie wirkte jener Erzengel, der einstmals mit den nordischen Völkern, den skandinavischen Völkern heraufgeschickt worden ist in dieses Gebiet, und von dem aus die verschiedenen Erzengelwesen Europas— namentlich West-, Mittel- und Nordeuropas — die Inspirationen bekamen? In der außenstehenden Welt kann es nur als Narretei gelten, wenn geradezu hingewiesen wird auf jenen Punkt des europäischen Kontinentes, von dem einst die größten Impulse nach allen Seiten ausgestrahlt sind, auf jenen Punkt, der der Sitz erhabener Geister war, bevor der keltische Volksgeist als keltisches Erzengelwesen in der Hochburg des Grals ein neues Zentrum errichtet hatte. Von jenem Punkte, der in alten Zeiten Zentrum war für die Ausstrahlung der Geistigkeit Europas, ist auch ausgestrahlt dasjenige, was zunächst der nordische Volks-Erzengel als seine Mission erhalten hat. Für die Außenwelt muß es, wie gesagt, als Narretei erscheinen, wenn wir als den Punkt, von dem ausstrahlt, was nach den verschiedensten germanischen Volksstämmen hinwirkt, dasjenige Gebiet bezeichnen, das heute über Mittel-Deutschland liegt, aber eigentlich über der Erde gelegen ist. Wenn Sie etwa eine Kreislinie zögen, so daß in diese Kreislinie hineinfallen würden die Städte Dermold und Paderborn, so kommen Sie in die Gegend, von der ausströmte die Mission der erhabensten Geister, welche nach Nord- und WestEuropa ihre Mission ausdehnten. Weil dort das große Inspirationszentrum war, deshalb ging später die Sage, daß Asgard eigentlich an diesem Punkte der Erdoberfläche gelegen habe. Es lag aber da das große Inspirationszentrum in uralter Vergangenheit, das Zentrum, welches dann später seine Hauptwirksamkeit abgegeben hat an das Zentrum des heiligen Gral.

[ 19 ] Those who live in the north will be interested in something we will have to address in more detail in the following reflections; they will be particularly interested in the question: What was the influence of that archangel who was once sent to this region among the Nordic peoples, the Scandinavian peoples, and from whom the various archangelic beings of Europe—namely those of Western, Central, and Northern Europe—received their inspiration? In the outside world, it can only be regarded as folly to point specifically to that spot on the European continent from which the greatest impulses once radiated in all directions—that spot which was the seat of exalted spirits before the Celtic national spirit, as a Celtic archangelic being, had established a new center in the stronghold of the Grail. From that point, which in ancient times was the center from which European spirituality radiated, there also emanated that which the Nordic national archangel initially received as his mission. To the outside world, as I said, it must seem like folly when we designate as the point from which that which influences the most diverse Germanic tribes radiates the region that today lies over central Germany, but is actually situated above the earth. If, for example, you were to draw a circle such that the cities of Dermold and Paderborn would lie within it, you would arrive in the region from which the mission of the most exalted spirits radiated—spirits who extended their mission to Northern and Western Europe. Because that was the great center of inspiration, a legend later arose that Asgard was actually located at this point on the Earth’s surface. But it was there that the great center of inspiration lay in ancient times—the center that later transferred its primary influence to the center of the Holy Grail.

[ 20 ] Die Völker Skandinaviens mit ihren ersten Erzengeln, haben damals ganz verschiedene Anlagen mitbekommen, Anlagen, die sich heute eigentlich nur noch in der eigenartigen Konfiguration der nordischen Mythologie aussprechen. Derjenige, der im okkulten Sinne die nordische Mythologie mit anderen Mythologien vergleicht, die über die Erde geherrscht haben, der mag wissen, daß diese nordische Mythologie die ursprüngliche Anlage des Erzengels darstellt, der hier herauf nach Norden geschickt worden ist, die ursprüngliche Anlage, die bei ihrer Gestaltung stehen geblieben ist, wie wir sie sozusagen bei einem Kinde sehen müßten, wenn bestimmte Talente, latentes Genie und so weiter auf der Kindheitstufe stehen blieben. Bei dem Erzengel, der nach Skandinavien geschickt wurde, haben wir diejenigen Anlagen, die dann in der eigentümlichen Konfiguration der nordischen Mythologie herauskommen. Daher rührt die große Bedeutung der nordischen Mythologie für das Verständnis des eigentlichen, inneren Wesens der skandinavischen Volksseele. Daher kommt auch die große Bedeutung, welche dieses Verständnis der Mythologie hat für die weitere Fortentwikkelung dieses Erzengels, der allerdings die Anlage in sich hat, in einer gewissen Weise, aufzusteigen zu dem Range eines Arche. Aber dazu ist mancherlei notwendig. Dazu ist notwendig, daß in ganz bestimmter Weise sich jene Anlagen entwickeln, die heute in gewisser Beziehung zurückgetreten sind hinter dem dämmernden, schattenhaften Einfluß des Zeitgeistes, der sich vor die Impulse des Christentums hingestellt hat. So sonderbar ähnlich manche Dinge der germanischnordischen Mythologie den Darstellungen der griechischen Mythologie sind, so muß doch gesagt werden, daß es keine andere Mythologie der Erde gibt, welche in ihrem eigentümlichen Aufbau, in ihrer eigenartigen Durchführung ein bedeutsameres oder klareres Bild der Weltenevolution gibt, als diese nordische Mythologie, so daß dieses Bild als eine Vorstufe des geisteswissenschaftlichen Bildes der Weltenentwickelung gelten kann.

[ 20 ] The peoples of Scandinavia, with their first archangels, were endowed at that time with very different dispositions—dispositions that today are really expressed only in the unique configuration of Norse mythology. Anyone who, in an occult sense, compares Norse mythology with other mythologies that have prevailed across the Earth may know that this Norse mythology represents the original disposition of the archangel who was sent up here to the North—the original disposition that remained in its formative stage, just as we would, so to speak, see it in a child if certain talents, latent genius, and so on, had remained at the childhood stage. In the Archangel who was sent to Scandinavia, we find those predispositions that then emerge in the distinctive configuration of Norse mythology. Hence the great significance of Norse mythology for understanding the true, inner essence of the Scandinavian folk-soul. Hence, too, the great significance that this understanding of mythology holds for the further development of this archangel, who, admittedly, possesses within himself the potential, in a certain sense, to rise to the rank of an archangel. But for this, many things are necessary. It is necessary that those potentials develop in a very specific way—potentials that today have, in a certain sense, receded behind the twilight, shadowy influence of the spirit of the age, which has placed itself in front of the impulses of Christianity. As strangely similar as some aspects of Germanic-Nordic mythology are to the depictions of Greek mythology, it must nevertheless be said that there is no other mythology on Earth which, in its unique structure and distinctive presentation, offers a more significant or clearer picture of the evolution of the worlds than this Norse mythology, so that this picture can be regarded as a preliminary stage of the picture of the development of the worlds produced by Spiritual Science.

[ 21 ] Die germanische Mythologie ist in der Art, wie sie ausgebildet worden ist aus der Anlage des Erzengels heraus, in ihren Bildern am bedeutsamsten ähnlich dem, was nach und nach als das geisteswissenschaftliche Weltbild für die Menschheit erwachsen soll. Es wird sich darum handeln, wie jene Anlagen werden können, die einstmals ein Erzengel mitgebracht hat in die Welt, wie sie werden können, nachdem dieser Erzengel die Erziehung des Christus-Zeitgeistes genossen hat. Diese Anlagen werden zu einem wichtigen Gliede im führenden Zeitgeist werden können, wenn in der richtigen Weise im späteren Alter der Volksentwickelung verstanden wird, dasjenige auszubilden, was diese Volksentwickelung als Anlage in einem früheren Zeitalter enthält. Damit haben wir nur hingedeutet auf ein wichtiges Problem, auf eine wichtige Evolution eines europäischen Erzengels; wir haben sozusagen darauf hingedeutet, inwiefern er eine Anlage zu einem Zeitgeiste hat.

[ 21 ] Germanic mythology, in the way it has developed from the archetype of the Archangel, bears the most significant resemblance in its imagery to what is to gradually emerge as the worldview of Spiritual Science for humanity. The question will be how those predispositions—which an archangel once brought into the world—can develop after this archangel has undergone the education of the Christ spirit of the age. These predispositions will be able to become an important link in the guiding spirit of the age if, in the later stages of a people’s development, there is a proper understanding of how to develop what that people’s development contains as a predisposition from an earlier age. With this, we have merely pointed to an important problem, to an important evolution of a European archangel; we have, so to speak, pointed to the extent to which he possesses a predisposition toward a spirit of the age.

[ 22 ] An diesem Punkte wollen wir einen Augenblick stehen bleiben und dann unsere Betrachtung so fortsetzen, daß wir versuchen, aus der Konfiguration der Volksseele heraus in eine esoterische Betrachtung der Mythologie einzutreten. Damit wird, als ein besonderes Kapitel, die Schilderung der ganzen interessanten Eigenart gerade der germanischen und namentlich auch der nordischen Mythologie vor unsere Seele geführt werden.

[ 22 ] Let us pause for a moment at this point and then continue our discussion by attempting to move from the configuration of the Folk-souls into an esoteric consideration of mythology. This will bring before our minds, as a special chapter, a description of the unique and fascinating characteristics of Germanic mythology in particular—and Nordic mythology, specifically.