Paths and Goals of Spiritual Man
GA 125
13 November 1910, Basel
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Wege und Ziele des geistigen Menschen, 2nd ed.
9. Die Weisheit der alten Urkunden und der Evangelien. Das Christus-Ereignis
9. Die Weisheit der alten Urkunden und der Evangelien. Das Christus-Ereignis
[ 1 ] Wenn wir zurückblicken auf die Menschheitsentwickelung, zunächst so weit zurück, als es uns die Geschichte gestattet, so tritt uns etwas sehr Eigentümliches entgegen. Was uns da entgegentritt, können wir an den verschiedensten Erscheinungen prüfen. Wir können vor allen Dingen — und wir werden heute noch sehen, wie im Grunde genommen das, was jetzt gesagt werden soll, Anwendung findet auf jedes menschliche Herz, auf jede menschliche Seele — diese Menschheitsentwickelung prüfen an den verschiedenen Urkunden, Überlieferungen und Schriften, die uns erhalten sind. Wenn wir zu dem zurückgehen, was die einzelnen Völkerschaften des Altertums sich an Vorstellungen bildeten über die Entstehung der Welt, über das Verhältnis des Menschen zur Welt, über die Quellen des Sittlichen und des Guten, so finden wir, daß diese Vorstellungen in Sagen, in Mythen, in Legenden niedergelegt sind. Wir finden solche Sagen, Mythen, Legenden in mehr oder weniger schöner, großartiger, gewaltiger oder auch weniger bedeutender Gestalt bei den verschiedensten Völkern des Erdkreises. Der heutige Mensch ist so sehr geneigt, diese Mythen, Sagen und Legenden als Dichtungen zu behandeln und zu sagen: Das haben Völker in ihrem Kindheitszeitalter ausgedacht, weil sie noch nicht die Quellen der heutigen Wissenschaften hatten. — Sie haben sich allerlei Vorstellungen gemacht, wie die Welt entstanden ist, im Sinne der Griechen durch ihre Götter, im Sinne der alten Germanen durch ihre Götter, meinetwillen im Sinne der amerikanischen Völker, deren Sagen uns erst die letzte Zeit gebracht hat und die übereinstimmen mit dem, was man bei anderen Völkern findet. Wenn wir hören, wie Quetzalcoatl und Vitzliputzli bei den mittelamerikanischen Völkern eine Rolle spielen, ähnlich, nur primitiver wie andere gewaltig ausgebildete Gestalten bei anderen Völkern, so sehen wir, daß bei allen solchen Völkern sich Sagen und Mythen finden. Und wie schon erwähnt wurde, ist der moderne Mensch leicht geneigt zu sagen: Das sind Dichtungen, phantastische Ausbildungen des Menschengeistes, der auf diese Weise sich hat erklären wollen, wie die verschiedenen Wesenheiten der Welt, die verschiedenen Naturerscheinungen entstanden sind.
[ 1 ] Wenn wir zurückblicken auf die Menschheitsentwickelung, zunächst so weit zurück, als es uns die Geschichte gestattet, so tritt uns etwas sehr Eigentümliches entgegen. Was uns da entgegentritt, können wir an den verschiedensten Erscheinungen prüfen. Wir können vor allen Dingen — und wir werden heute noch sehen, wie im Grunde genommen das, was jetzt gesagt werden soll, Anwendung findet auf jedes menschliche Herz, auf jede menschliche Seele — diese Menschheitsentwickelung prüfen an den verschiedenen Urkunden, Überlieferungen und Schriften, die uns erhalten sind. Wenn wir zu dem zurückgehen, was die einzelnen Völkerschaften des Altertums sich an Vorstellungen bildeten über die Entstehung der Welt, über das Verhältnis des Menschen zur Welt, über die Quellen des Sittlichen und des Guten, so finden wir, daß diese Vorstellungen in Sagen, in Mythen, in Legenden niedergelegt sind. Wir finden solche Sagen, Mythen, Legenden in mehr oder weniger schöner, großartiger, gewaltiger oder auch weniger bedeutender Gestalt bei den verschiedensten Völkern des Erdkreises. Der heutige Mensch ist so sehr geneigt, diese Mythen, Sagen und Legenden als Dichtungen zu behandeln und zu sagen: Das haben Völker in ihrem Kindheitszeitalter ausgedacht, weil sie noch nicht die Quellen der heutigen Wissenschaften hatten. — Sie haben sich allerlei Vorstellungen gemacht, wie die Welt entstanden ist, im Sinne der Griechen durch ihre Götter, im Sinne der alten Germanen durch ihre Götter, meinetwillen im Sinne der amerikanischen Völker, deren Sagen uns erst die letzte Zeit gebracht hat und die übereinstimmen mit dem, was man bei anderen Völkern findet. Wenn wir hören, wie Quetzalcoatl und Vitzliputzli bei den mittelamerikanischen Völkern eine Rolle spielen, ähnlich, nur primitiver wie andere gewaltig ausgebildete Gestalten bei anderen Völkern, so sehen wir, daß bei allen solchen Völkern sich Sagen und Mythen finden. Und wie schon erwähnt wurde, ist der moderne Mensch leicht geneigt zu sagen: Das sind Dichtungen, phantastische Ausbildungen des Menschengeistes, der auf diese Weise sich hat erklären wollen, wie die verschiedenen Wesenheiten der Welt, die verschiedenen Naturerscheinungen entstanden sind.
[ 2 ] Unter den mancherlei Urkunden finden wir nun eine gewaltige, die eine größere Anzahl von Ihnen erst vor kurzem mit mir betrachtet hat, eine gewaltige Urkunde, die Genesis, den Beginn des Alten Testaments. Und wir haben ja in München gesehen, welche unendliche Tiefen in dieser Genesis liegen. Für manchen von Ihnen ist nun auch schon aus der Geist-Erkenntnis heraus gesprochen worden über die verschiedenen Evangelien, die letzten der Urkunden dieser Art. Solche finden wir erhalten, stammend aus den verschiedenen Zeiten, in denen unsere vorhergehenden Inkarnationen verlaufen sind, die wir in früheren Erdenleben mitgemacht haben. Der in der Geisteserkenntnis Vordringende muß es begreifen lernen, daß er in den Zeiten da war, in denen man, sagen wir, von Zeus und Hera und Kronos und anderen Göttern gesprochen hat, gesprochen hat über die Naturerscheinungen in anderer Weise als heute, in solcher Form eben, wie es in Mythen, Sagen und Märchen enthalten ist. Das alles müssen wir uns vor Augen halten. Und wir müssen uns fragen: Wie verhält es sich denn nun eigentlich mit unseren Seelen, die solche Dinge aufgenommen haben, welche jetzt — für die meisten Menschen gewissermaßen ohne daß sie wissen, was sich dazumal in ihnen abgeladen hat — in ihren Seelen wieder hervorkommen?
[ 2 ] Unter den mancherlei Urkunden finden wir nun eine gewaltige, die eine größere Anzahl von Ihnen erst vor kurzem mit mir betrachtet hat, eine gewaltige Urkunde, die Genesis, den Beginn des Alten Testaments. Und wir haben ja in München gesehen, welche unendliche Tiefen in dieser Genesis liegen. Für manchen von Ihnen ist nun auch schon aus der Geist-Erkenntnis heraus gesprochen worden über die verschiedenen Evangelien, die letzten der Urkunden dieser Art. Solche finden wir erhalten, stammend aus den verschiedenen Zeiten, in denen unsere vorhergehenden Inkarnationen verlaufen sind, die wir in früheren Erdenleben mitgemacht haben. Der in der Geisteserkenntnis Vordringende muß es begreifen lernen, daß er in den Zeiten da war, in denen man, sagen wir, von Zeus und Hera und Kronos und anderen Göttern gesprochen hat, gesprochen hat über die Naturerscheinungen in anderer Weise als heute, in solcher Form eben, wie es in Mythen, Sagen und Märchen enthalten ist. Das alles müssen wir uns vor Augen halten. Und wir müssen uns fragen: Wie verhält es sich denn nun eigentlich mit unseren Seelen, die solche Dinge aufgenommen haben, welche jetzt — für die meisten Menschen gewissermaßen ohne daß sie wissen, was sich dazumal in ihnen abgeladen hat — in ihren Seelen wieder hervorkommen?
[ 3 ] Nun, ich will Ihnen ganz einfach schildern, wie es mit diesen Urkunden demjenigen geht, der zunächst beginnt, sie hinzunehmen als Sagen, Mythen, Dichtungen, der aber dann in die Geisteswissenschaft eindringt und diese als ein Instrument benützt, um diese Urkunden immer mehr und mehr zu begreifen.
[ 3 ] Nun, ich will Ihnen ganz einfach schildern, wie es mit diesen Urkunden demjenigen geht, der zunächst beginnt, sie hinzunehmen als Sagen, Mythen, Dichtungen, der aber dann in die Geisteswissenschaft eindringt und diese als ein Instrument benützt, um diese Urkunden immer mehr und mehr zu begreifen.
[ 4 ] Mit dem Alten Testament zum Beispiel, das die meisten heutigen Menschen vielleicht lesen wie recht schöne Zusammenstellungen von allerlei Bildern über die Weltentstehung, geht es ihm so, daß er sich nach und nach sagt: In diesen Dingen, die da in einer so merkwürdigen Weise wiedergegeben sind, ist eine unendliche Weisheit enthalten. — Und immer mehr kommt er darauf, daß in den einzelnen Worten und Wendungen und Sätzen Dinge enthalten sind, wenn man sie richtig versteht, auf die uns die Geistesforschung heute ganz selbständig wiederum führt. Es gibt vielleicht kein wirksameres Mittel, um die Schätzung solcher Urkunden immer größer werden zu lassen, als ein wenig einzudringen in die Geisteswissenschaft. Denn die subtilsten Entdekkungen, die man auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft machen kann, die gewaltigsten Dinge, die mit aller Mühe durch geisteswissenschaftliche Forschung wiedergefunden werden, entdeckt man hinterher in irgendeinem Bibelwort, sagen wir der Genesis.
[ 4 ] Mit dem Alten Testament zum Beispiel, das die meisten heutigen Menschen vielleicht lesen wie recht schöne Zusammenstellungen von allerlei Bildern über die Weltentstehung, geht es ihm so, daß er sich nach und nach sagt: In diesen Dingen, die da in einer so merkwürdigen Weise wiedergegeben sind, ist eine unendliche Weisheit enthalten. — Und immer mehr kommt er darauf, daß in den einzelnen Worten und Wendungen und Sätzen Dinge enthalten sind, wenn man sie richtig versteht, auf die uns die Geistesforschung heute ganz selbständig wiederum führt. Es gibt vielleicht kein wirksameres Mittel, um die Schätzung solcher Urkunden immer größer werden zu lassen, als ein wenig einzudringen in die Geisteswissenschaft. Denn die subtilsten Entdekkungen, die man auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft machen kann, die gewaltigsten Dinge, die mit aller Mühe durch geisteswissenschaftliche Forschung wiedergefunden werden, entdeckt man hinterher in irgendeinem Bibelwort, sagen wir der Genesis.
[ 5 ] Nun zeigt sich aber ein gewisser Unterschied zwischen dem Alten Testament und allen anderen Sagen und Mythen und Urkunden. Das muß man festhalten. Nehmen Sie die Sagen der Griechen, der alten Germanen, selbst das, was in den Veden der Inder enthalten ist, was in den persischen Urkunden enthalten ist, nehmen Sie alles dieser Art. Gegenüber dem Alten Testament gibt es einen gewaltigen Unterschied. Dieser Unterschied stellt sich dem unbefangen Prüfenden so dar, daß er in allen übrigen Urkunden in sagenhafter Weise dargestellt findet die Rätsel der Naturerscheinungen, die Rätsel alles dessen, was sich auf die Naturerscheinungen bezieht, auch auf den Menschen, insofern er eine Art natürlichen Daseins hat, insofern die Naturgewalten den Menschen zu diesem oder jenem drängen, daß aber in dem Alten Testament einzig und allein ihm entgegentritt, daß der Mensch von Anfang an als sittlich-seelisches Wesen gefaßt ist, nicht als bloßes Naturwesen. Und alles, was da erzählt wird, geht davon aus, daß der Mensch in die Entwickelung als sittlich-seelisches Wesen hineingestellt wird. Was die heutige Wissenschaft nach dieser Richtung sagt, ruht auf sehr schwankendem Grunde. Das ist alles in nichts zerfallend, wenn man die Dinge wirklich geistgemäß betrachtet. Es ergibt sich also ein durchgreifender Unterschied, so daß man sagen kann: Durch alles andere, was uns sonst in der Welt an Urkunden gebracht wird, zeigt sich uns, daß die Menschen gewaltige Offenbarungen hatten von irgendeiner Seite her, gewaltige Offenbarungen, die in dieser sagenhaften Form, wie die Mythen sie haben, ausgesprochen wurden, die aus dem Grunde tiefer Weisheit heraus entstanden sind, die sich aber nicht beziehen auf die sittlich-seelischen Mysterien des Menschen. Das also ist unter allen Umständen klar.
[ 5 ] Nun zeigt sich aber ein gewisser Unterschied zwischen dem Alten Testament und allen anderen Sagen und Mythen und Urkunden. Das muß man festhalten. Nehmen Sie die Sagen der Griechen, der alten Germanen, selbst das, was in den Veden der Inder enthalten ist, was in den persischen Urkunden enthalten ist, nehmen Sie alles dieser Art. Gegenüber dem Alten Testament gibt es einen gewaltigen Unterschied. Dieser Unterschied stellt sich dem unbefangen Prüfenden so dar, daß er in allen übrigen Urkunden in sagenhafter Weise dargestellt findet die Rätsel der Naturerscheinungen, die Rätsel alles dessen, was sich auf die Naturerscheinungen bezieht, auch auf den Menschen, insofern er eine Art natürlichen Daseins hat, insofern die Naturgewalten den Menschen zu diesem oder jenem drängen, daß aber in dem Alten Testament einzig und allein ihm entgegentritt, daß der Mensch von Anfang an als sittlich-seelisches Wesen gefaßt ist, nicht als bloßes Naturwesen. Und alles, was da erzählt wird, geht davon aus, daß der Mensch in die Entwickelung als sittlich-seelisches Wesen hineingestellt wird. Was die heutige Wissenschaft nach dieser Richtung sagt, ruht auf sehr schwankendem Grunde. Das ist alles in nichts zerfallend, wenn man die Dinge wirklich geistgemäß betrachtet. Es ergibt sich also ein durchgreifender Unterschied, so daß man sagen kann: Durch alles andere, was uns sonst in der Welt an Urkunden gebracht wird, zeigt sich uns, daß die Menschen gewaltige Offenbarungen hatten von irgendeiner Seite her, gewaltige Offenbarungen, die in dieser sagenhaften Form, wie die Mythen sie haben, ausgesprochen wurden, die aus dem Grunde tiefer Weisheit heraus entstanden sind, die sich aber nicht beziehen auf die sittlich-seelischen Mysterien des Menschen. Das also ist unter allen Umständen klar.
[ 6 ] Nun tritt wiederum ein großer Unterschied auf, wenn man mit allen übrigen Urkunden dieser Art das Neue Testament vergleicht. Da herrscht ein ganz anderer Geist als in allen übrigen Urkunden, auch als im Alten Testament. Wie könnte man diesen Unterschied fassen, wenn man vom anthroposophischen Gesichtspunkt an die Sache herantritt? Dieser Unterschied wird uns klar werden, wenn wir uns erst eine andere Erscheinung vor die Seele rücken.
[ 6 ] Nun tritt wiederum ein großer Unterschied auf, wenn man mit allen übrigen Urkunden dieser Art das Neue Testament vergleicht. Da herrscht ein ganz anderer Geist als in allen übrigen Urkunden, auch als im Alten Testament. Wie könnte man diesen Unterschied fassen, wenn man vom anthroposophischen Gesichtspunkt an die Sache herantritt? Dieser Unterschied wird uns klar werden, wenn wir uns erst eine andere Erscheinung vor die Seele rücken.
[ 7 ] Wir denken uns einmal einen Menschen, der niemals von Geisteswissenschaft etwas gehört hat, der aber ganz herausgeboren ist aus den wissenschaftlichen oder aus den sonstigen sogenannten vernünftigen Erziehungen der Gegenwart, der also nicht die Gelegenheit hat, die alten Urkunden mit Geisteswissenschaft zu durchdringen. Wir können uns ihn vorstellen, vielleicht gar nicht gelehrt oder auch sehr gelehrt der Unterschied macht nicht viel aus —, wir denken ihn uns der Geisteswissenschaft fernstehend und nehmen an, er trete dann an diese alten Urkunden heran, an die griechischen, persischen, indischen, germanischen Urkunden und so weiter, er trete heran mit alledem, was ihm das moderne Denken geben kann. Wenn er nun wirklich gar keinen Hauch von dem verspürt, was Geistesforschung ist, so tritt eine eigentümliche Erscheinung auf. Je nachdem er mehr oder weniger geneigt ist, poetisch oder nüchtern zu sein, wird allerdings ein Unterschied auftreten, aber im ganzen, dürfen wir sagen, zeigt sich eine Erscheinung. Ein solcher Mensch kann niemals in Wirklichkeit heute noch die alten Urkunden verstehen, er kann nicht eindringen in die Art und Weise, wie da die Weisheit gegeben wird. Wir erleben die allergroteskesten Beispiele auf diesem Gebiete. Man braucht nur hinzuweisen auf die allerneuesten Versuche, solche alten Urkunden zu erklären. Da gibt es gerade heute wiederum ein Büchlein, das eigentlich durch seine Lächerlichkeit interessant ist, in dem ein umfassender Versuch gemacht wird, alle Mythen bis herauf zu den Evangelien, von den ersten Urkunden der primitivsten Völker an, zu erklären. Es ist ein Büchelchen, das gerade durch seine groteske Art, ja durch seine grotesk törichte Art, die Dinge aufzufassen, außerordentlich interessant ist. «Orpheus» heißt das Büchelchen. Es ist von Salomon Reinach, der in Frankreich als Forscher auf diesem Gebiet berühmt ist. Er ist gerade unter den Gelehrten ein bezeichnendes Beispiel für einen Mann, der auch nicht einen Hauch von dem Weg verspürt hat, wodurch man in solche Dinge eindringen kann. Da wird auf alles eine bestimmte Methode angewendet, und es wird alles wegdekretiert. Alle Dinge sind nur symbolisch. Hinter Hermes, Orpheus und anderen stehen keine wirklichen Wesenheiten. Diese Gestalten sind nur Symbole und Allegorien. Es schickt sich gar nicht, unter anständigen Menschen das zu wiederholen, was als Deutung dieser Symbole gegeben wird; es wird da so gesprochen, daß man es nicht wiedergeben möchte. Auf diese Weise kann alles, was an Realitäten in den Mythen lebt, wegbewiesen werden, und so wird da die Realität der Demeter und der Persephone wegdekretiert, wegbewiesen. Alle diese Namen seien nur da als Symbole. Das wird nach einer Methode gemacht, nach der man Kindern leicht den Beweis vorführen könnte, daß, wenn schon achtzig Jahre vergangen wären, niemals in Frankreich im Beginn des 20. Jahrhunderts ein Mann des Namens Salomon Reinach gelebt hat, sondern daß die zeitgenössische Kultur unter dem Namen Salomon Reinach zusammengefaßt hat, was in seinem Buch vorliegt. — Das ließe sich wunderbar beweisen. Dennoch machen solche Dinge heute außerordentlich viel Aufsehen. Und nach derselben Methode wird jetzt auch in Deutschland der Beweis geführt, daß Jesus niemals gelebt hat, was in den letzten Zeiten ebenfalls großes Aufsehen gemacht hat.
[ 7 ] Wir denken uns einmal einen Menschen, der niemals von Geisteswissenschaft etwas gehört hat, der aber ganz herausgeboren ist aus den wissenschaftlichen oder aus den sonstigen sogenannten vernünftigen Erziehungen der Gegenwart, der also nicht die Gelegenheit hat, die alten Urkunden mit Geisteswissenschaft zu durchdringen. Wir können uns ihn vorstellen, vielleicht gar nicht gelehrt oder auch sehr gelehrt der Unterschied macht nicht viel aus —, wir denken ihn uns der Geisteswissenschaft fernstehend und nehmen an, er trete dann an diese alten Urkunden heran, an die griechischen, persischen, indischen, germanischen Urkunden und so weiter, er trete heran mit alledem, was ihm das moderne Denken geben kann. Wenn er nun wirklich gar keinen Hauch von dem verspürt, was Geistesforschung ist, so tritt eine eigentümliche Erscheinung auf. Je nachdem er mehr oder weniger geneigt ist, poetisch oder nüchtern zu sein, wird allerdings ein Unterschied auftreten, aber im ganzen, dürfen wir sagen, zeigt sich eine Erscheinung. Ein solcher Mensch kann niemals in Wirklichkeit heute noch die alten Urkunden verstehen, er kann nicht eindringen in die Art und Weise, wie da die Weisheit gegeben wird. Wir erleben die allergroteskesten Beispiele auf diesem Gebiete. Man braucht nur hinzuweisen auf die allerneuesten Versuche, solche alten Urkunden zu erklären. Da gibt es gerade heute wiederum ein Büchlein, das eigentlich durch seine Lächerlichkeit interessant ist, in dem ein umfassender Versuch gemacht wird, alle Mythen bis herauf zu den Evangelien, von den ersten Urkunden der primitivsten Völker an, zu erklären. Es ist ein Büchelchen, das gerade durch seine groteske Art, ja durch seine grotesk törichte Art, die Dinge aufzufassen, außerordentlich interessant ist. «Orpheus» heißt das Büchelchen. Es ist von Salomon Reinach, der in Frankreich als Forscher auf diesem Gebiet berühmt ist. Er ist gerade unter den Gelehrten ein bezeichnendes Beispiel für einen Mann, der auch nicht einen Hauch von dem Weg verspürt hat, wodurch man in solche Dinge eindringen kann. Da wird auf alles eine bestimmte Methode angewendet, und es wird alles wegdekretiert. Alle Dinge sind nur symbolisch. Hinter Hermes, Orpheus und anderen stehen keine wirklichen Wesenheiten. Diese Gestalten sind nur Symbole und Allegorien. Es schickt sich gar nicht, unter anständigen Menschen das zu wiederholen, was als Deutung dieser Symbole gegeben wird; es wird da so gesprochen, daß man es nicht wiedergeben möchte. Auf diese Weise kann alles, was an Realitäten in den Mythen lebt, wegbewiesen werden, und so wird da die Realität der Demeter und der Persephone wegdekretiert, wegbewiesen. Alle diese Namen seien nur da als Symbole. Das wird nach einer Methode gemacht, nach der man Kindern leicht den Beweis vorführen könnte, daß, wenn schon achtzig Jahre vergangen wären, niemals in Frankreich im Beginn des 20. Jahrhunderts ein Mann des Namens Salomon Reinach gelebt hat, sondern daß die zeitgenössische Kultur unter dem Namen Salomon Reinach zusammengefaßt hat, was in seinem Buch vorliegt. — Das ließe sich wunderbar beweisen. Dennoch machen solche Dinge heute außerordentlich viel Aufsehen. Und nach derselben Methode wird jetzt auch in Deutschland der Beweis geführt, daß Jesus niemals gelebt hat, was in den letzten Zeiten ebenfalls großes Aufsehen gemacht hat.
[ 8 ] Wenn wir uns nun fragen: Was ist denn der wirkliche Grund, daß man heute ohne Geisteswissenschaft nicht in die Sachen eindringen kann — und es ist eine Tatsache, daß man ohne sie nicht eindringen kann —, was ist der wirkliche Grund? — Wenn man diesen Grund einsehen will, muß man schon etwas tiefer in die Menschheitsentwickelung hineinschauen. Man muß eine Weilezurückblicken in dieseMenschheitsentwickelung. Dann bietet sich einem dar, daß man sich sagen muß: Solche Wissenschaften, wie sie die Menschen heute haben, solche Wissenschaften, wie sie sie in den elementarsten Schulen lehren über die Sonne und anderes, hatten die Alten gewiß nicht. Solche Wissenschaften, die mit dem Verstand, mit der Vernunft begriffen werden. — Das ist etwas, wozu die Menschheit erst vorgedrungen ist. Und unsere Seelen haben ganz gewiß, wenn sie in früheren Inkarnationen geboren waren, nicht solche Wissenschaften aufnehmen können, denn das gab es nicht, das war der Kultur nicht einverleibt. Aber je weiter wir zurückgehen in der Entwickelung, desto mehr finden wir — ob wir jetzt die Gründe dafür, die wir für viele von Ihnen öfters auseinandergesetzt haben, da oder dort suchen —, daß die Menschen eine Weisheit in ganz anderer Form als heute gehabt haben, eine Weisheit über die geistigen Dinge, welche die Menschen von heute nicht fähig sind, in ihrer wissenschaftlichen Form auszusprechen. Aber Weisheit beherrschte die Seelen, lebte in den Seelen. Sie war eben da. Vor allen Dingen hatten die eingeweihten Führer der Menschheit diese Weisheit, und es kann historisch nachgewiesen werden, wenn man anthroposophischen Geist hat, daß über die gesamte Menschheit der Erde eine Uroffenbarung, eine Urweisheit ausgegossen war, die sich nach den verschiedenen Abstufungen der Entwickelung da oder dort so und so ausgelebt hat. Wenn jemand mit einem wirklich anthroposophischen Geist die Geschichte betrachtet, so findet er diese Uroffenbarung. Nur ist noch etwas notwendig dazu. Der gewöhnliche jetzige wissenschaftliche Menschengeist muß, wenn er in all diese Urkunden ihrem wahren Sinne nach eindringen will, allerdings noch eine Vorbereitung durchmachen — ich erzähle jetzt einfach eine Tatsache —, eine Vorbereitung, die ihn befähigt, in den Geist jener alten Schriften einzudringen. Diese besteht darin, daß er die Urkunden studiert, die man heute unmittelbar studieren kann. Das sind die Evangelien, das sind die Paulinischen Briefe. Man kann durch das, was da geschildert ist, unmittelbar an die Uroffenbarung in den alten Urkunden herandringen und kann diese verstehen. Das ist eine merkwürdige Tatsache. Würde aber ein Geistesforscher nach den Vorurteilen der heutigen Zeit eine gewisse Abneigung haben, an diese Evangelien heranzutreten — er könnte ja sagen: Das ist eine Religion unter vielen —, dann würde sich zeigen, daß er doch nicht zurechtkommt mit dem, was die anderen Urkunden sind. Überall bliebe für ihn ein unverständlicher Rest. Tritt er aber, sei es auch nur im Geiste, an irgendeine Erscheinung der Ereignisse von Palästina heran, läßt er sich von ihnen gleichsam inspirieren, dann kann tatsächlich ein Strahl der Erleuchtung von den Evangelien über die Dinge in den anderen Urkunden ausgehen. Das ist eine Tatsache, und das kann man als eine Erfahrung machen. Und dann gesteht man sich wohl, daß diese Evangelien und die Paulusbriefe zum richtigen Zurückgehen in die früheren Zeiten eigentlich notwendig sind. Man kann sie nicht ignorieren, nicht außer acht lassen. Man braucht gar nicht, wenn man nur wirklich in den geistigen Urkunden, in der Akasha-Chronik lesen kann, an die geschriebenen Evangelien heranzugehen — über die Ereignisse von Palästina muß man aber gehen. Sonst bleiben gewisse Dinge in bezug auf das Vorhergehende immer unklar. Also nicht auf das geschriebene Wort wollte ich positiv hinweisen, sondern auf die Ereignisse, wie sie sich uns in der Wirklichkeit dargestellt haben in der Menschheitsentwickelung. Das ist eine sehr, sehr wichtige Tatsache.
[ 8 ] Wenn wir uns nun fragen: Was ist denn der wirkliche Grund, daß man heute ohne Geisteswissenschaft nicht in die Sachen eindringen kann — und es ist eine Tatsache, daß man ohne sie nicht eindringen kann —, was ist der wirkliche Grund? — Wenn man diesen Grund einsehen will, muß man schon etwas tiefer in die Menschheitsentwickelung hineinschauen. Man muß eine Weilezurückblicken in dieseMenschheitsentwickelung. Dann bietet sich einem dar, daß man sich sagen muß: Solche Wissenschaften, wie sie die Menschen heute haben, solche Wissenschaften, wie sie sie in den elementarsten Schulen lehren über die Sonne und anderes, hatten die Alten gewiß nicht. Solche Wissenschaften, die mit dem Verstand, mit der Vernunft begriffen werden. — Das ist etwas, wozu die Menschheit erst vorgedrungen ist. Und unsere Seelen haben ganz gewiß, wenn sie in früheren Inkarnationen geboren waren, nicht solche Wissenschaften aufnehmen können, denn das gab es nicht, das war der Kultur nicht einverleibt. Aber je weiter wir zurückgehen in der Entwickelung, desto mehr finden wir — ob wir jetzt die Gründe dafür, die wir für viele von Ihnen öfters auseinandergesetzt haben, da oder dort suchen —, daß die Menschen eine Weisheit in ganz anderer Form als heute gehabt haben, eine Weisheit über die geistigen Dinge, welche die Menschen von heute nicht fähig sind, in ihrer wissenschaftlichen Form auszusprechen. Aber Weisheit beherrschte die Seelen, lebte in den Seelen. Sie war eben da. Vor allen Dingen hatten die eingeweihten Führer der Menschheit diese Weisheit, und es kann historisch nachgewiesen werden, wenn man anthroposophischen Geist hat, daß über die gesamte Menschheit der Erde eine Uroffenbarung, eine Urweisheit ausgegossen war, die sich nach den verschiedenen Abstufungen der Entwickelung da oder dort so und so ausgelebt hat. Wenn jemand mit einem wirklich anthroposophischen Geist die Geschichte betrachtet, so findet er diese Uroffenbarung. Nur ist noch etwas notwendig dazu. Der gewöhnliche jetzige wissenschaftliche Menschengeist muß, wenn er in all diese Urkunden ihrem wahren Sinne nach eindringen will, allerdings noch eine Vorbereitung durchmachen — ich erzähle jetzt einfach eine Tatsache —, eine Vorbereitung, die ihn befähigt, in den Geist jener alten Schriften einzudringen. Diese besteht darin, daß er die Urkunden studiert, die man heute unmittelbar studieren kann. Das sind die Evangelien, das sind die Paulinischen Briefe. Man kann durch das, was da geschildert ist, unmittelbar an die Uroffenbarung in den alten Urkunden herandringen und kann diese verstehen. Das ist eine merkwürdige Tatsache. Würde aber ein Geistesforscher nach den Vorurteilen der heutigen Zeit eine gewisse Abneigung haben, an diese Evangelien heranzutreten — er könnte ja sagen: Das ist eine Religion unter vielen —, dann würde sich zeigen, daß er doch nicht zurechtkommt mit dem, was die anderen Urkunden sind. Überall bliebe für ihn ein unverständlicher Rest. Tritt er aber, sei es auch nur im Geiste, an irgendeine Erscheinung der Ereignisse von Palästina heran, läßt er sich von ihnen gleichsam inspirieren, dann kann tatsächlich ein Strahl der Erleuchtung von den Evangelien über die Dinge in den anderen Urkunden ausgehen. Das ist eine Tatsache, und das kann man als eine Erfahrung machen. Und dann gesteht man sich wohl, daß diese Evangelien und die Paulusbriefe zum richtigen Zurückgehen in die früheren Zeiten eigentlich notwendig sind. Man kann sie nicht ignorieren, nicht außer acht lassen. Man braucht gar nicht, wenn man nur wirklich in den geistigen Urkunden, in der Akasha-Chronik lesen kann, an die geschriebenen Evangelien heranzugehen — über die Ereignisse von Palästina muß man aber gehen. Sonst bleiben gewisse Dinge in bezug auf das Vorhergehende immer unklar. Also nicht auf das geschriebene Wort wollte ich positiv hinweisen, sondern auf die Ereignisse, wie sie sich uns in der Wirklichkeit dargestellt haben in der Menschheitsentwickelung. Das ist eine sehr, sehr wichtige Tatsache.
[ 9 ] Ich möchte auf diese Tatsache noch von einer anderen Seite her ein wenig Licht werfen. Halten wir fest, was ich gesagt habe: Man kann über das Christus-Ereignis nicht hinwegschreiten, wenn man verstehen will, was als eine Uroffenbarung der Menschheit gegeben ist, sonst strauchelt man irgendwo. Wenn ich beschreiben soll, wie sich die Sache eigentlich darstellt, so muß ich folgendes sagen: Nehmen wir an, der heutige Geistesforscher forscht in der Vergangenheit, und er hat keinen Sinn — auf den Sinn kommt es sehr viel an — für das Christus-Ereignis, er geht an dem Christus-Ereignis vorüber und geht an die anderen, früheren Ereignisse der Entwickelungen heran, dann wird er überall, wirklich überall finden, daß er unsicher wird. Nehmen wir aber an, es läge uns ein solcher Geistesforscher vor, der vor dem Christus Jesus geboren ist und gelebt hat und der schon sehr weit gekommen war in bezug auf die Hellsichtigkeit und auch sonst weit entwickelt war, der in einer gewissen Weise schon vor der Christuszeit reif gewesen wäre, die ganze Vergangenheit so zu überschauen, daß er bereits damals durch das Christus-Ereignis hätte gehen können, weil er seiner Zeit voraus war. Nehmen wir an, er hätte fünf oder sechs Jahrhunderte vor Christus gelebt, wäre reif gewesen wie ein heutiger Geistesforscher, zurückzugehen über den Christus und zu den früheren Ereignissen zu kommen, dann können wir uns förmlich fragen: Wie würde sich ein solcher Geistesforscher ausnehmen müssen, um nicht den luziferischen oder ahrimanischen Gewalten zu verfallen? — Nehmen wir an, ein solcher würde es eigentlich brauchen, über das Christus-Ereignis zu gehen, aber dieses Christus-Ereignis sei noch nicht da gewesen, als er gelebt hat. Da würde es sich für einen solchen herausstellen, daß er entweder sich leichten Herzens beruhigen würde mit dem, was sich ihm ergibt, was er sehen kann — er würde dann allerlei Dinge reden, die nicht ganz stimmen —, oder aber er würde an den Punkt kommen, wo er sich sagt: Jetzt fehlt mir etwas, ich finde etwas nicht, indem ich den Blick zurückwende, ich finde etwas nicht, was ich auf meinem Wege brauche. — Und weiter würde er sich gestehen: Hier werde ich unsicher. Ich muß etwas suchen, was ich brauche, aber es ist auf der Erde noch nicht da, es ist in der Erdenentwickelung nicht zu finden.
[ 9 ] Ich möchte auf diese Tatsache noch von einer anderen Seite her ein wenig Licht werfen. Halten wir fest, was ich gesagt habe: Man kann über das Christus-Ereignis nicht hinwegschreiten, wenn man verstehen will, was als eine Uroffenbarung der Menschheit gegeben ist, sonst strauchelt man irgendwo. Wenn ich beschreiben soll, wie sich die Sache eigentlich darstellt, so muß ich folgendes sagen: Nehmen wir an, der heutige Geistesforscher forscht in der Vergangenheit, und er hat keinen Sinn — auf den Sinn kommt es sehr viel an — für das Christus-Ereignis, er geht an dem Christus-Ereignis vorüber und geht an die anderen, früheren Ereignisse der Entwickelungen heran, dann wird er überall, wirklich überall finden, daß er unsicher wird. Nehmen wir aber an, es läge uns ein solcher Geistesforscher vor, der vor dem Christus Jesus geboren ist und gelebt hat und der schon sehr weit gekommen war in bezug auf die Hellsichtigkeit und auch sonst weit entwickelt war, der in einer gewissen Weise schon vor der Christuszeit reif gewesen wäre, die ganze Vergangenheit so zu überschauen, daß er bereits damals durch das Christus-Ereignis hätte gehen können, weil er seiner Zeit voraus war. Nehmen wir an, er hätte fünf oder sechs Jahrhunderte vor Christus gelebt, wäre reif gewesen wie ein heutiger Geistesforscher, zurückzugehen über den Christus und zu den früheren Ereignissen zu kommen, dann können wir uns förmlich fragen: Wie würde sich ein solcher Geistesforscher ausnehmen müssen, um nicht den luziferischen oder ahrimanischen Gewalten zu verfallen? — Nehmen wir an, ein solcher würde es eigentlich brauchen, über das Christus-Ereignis zu gehen, aber dieses Christus-Ereignis sei noch nicht da gewesen, als er gelebt hat. Da würde es sich für einen solchen herausstellen, daß er entweder sich leichten Herzens beruhigen würde mit dem, was sich ihm ergibt, was er sehen kann — er würde dann allerlei Dinge reden, die nicht ganz stimmen —, oder aber er würde an den Punkt kommen, wo er sich sagt: Jetzt fehlt mir etwas, ich finde etwas nicht, indem ich den Blick zurückwende, ich finde etwas nicht, was ich auf meinem Wege brauche. — Und weiter würde er sich gestehen: Hier werde ich unsicher. Ich muß etwas suchen, was ich brauche, aber es ist auf der Erde noch nicht da, es ist in der Erdenentwickelung nicht zu finden.
[ 10 ] Ich habe Ihnen da sozusagen aus der Theorie heraus eine Persönlichkeit des 5., 6. Jahrhunderts vor Christus gemalt, die etwa reif gewesen wäre, den Christus Jesus schon bei der Rückschau zu finden. Aber weil dieser noch nicht auf der Erde da war, ist er als irdische Tatsache für ihn nicht aufzufinden. Für mich wurde diese Theorie vor kurzer Zeit recht stark eine Realität. Und zwar war es, als ich in diesem Jahr unseren Zweig in Palermo besuchen konnte. Als ich auf dem Schiff gegen Palermo zu fuhr, war mir mit einem Schlage eines klar: Irgendein Rätsel wird sich dir lösen, das sich dir nur durch den unmittelbaren Eindruck hier an diesem Orte leicht lösen kann. — Und das hat sich auch sehr bald gelöst. Die Persönlichkeit, von der ich Ihnen eben theoretisch gesprochen habe, trat mir in der ganzen Atmosphäre Siziliens — ich möchte sagen im ganzen Astralleib Siziliens — sofort entgegen. Sie war da, ganz lebendig. Es lebt sozusagen in der ganzen Atmosphäre Siziliens diese Persönlichkeit fort, die vielfach als eine rätselhafte erscheint. Es ist die des Empedokles. Dieser alte griechische Philosoph hat im 5. Jahrhundert vor Christus auf Sizilien gelebt. Er war, wie auch der äußere Historiker weiß, ein in die verschiedensten Dinge tief Eingeweihter und hat gerade in Sizilien großartige Leistungen vollbracht.
[ 10 ] Ich habe Ihnen da sozusagen aus der Theorie heraus eine Persönlichkeit des 5., 6. Jahrhunderts vor Christus gemalt, die etwa reif gewesen wäre, den Christus Jesus schon bei der Rückschau zu finden. Aber weil dieser noch nicht auf der Erde da war, ist er als irdische Tatsache für ihn nicht aufzufinden. Für mich wurde diese Theorie vor kurzer Zeit recht stark eine Realität. Und zwar war es, als ich in diesem Jahr unseren Zweig in Palermo besuchen konnte. Als ich auf dem Schiff gegen Palermo zu fuhr, war mir mit einem Schlage eines klar: Irgendein Rätsel wird sich dir lösen, das sich dir nur durch den unmittelbaren Eindruck hier an diesem Orte leicht lösen kann. — Und das hat sich auch sehr bald gelöst. Die Persönlichkeit, von der ich Ihnen eben theoretisch gesprochen habe, trat mir in der ganzen Atmosphäre Siziliens — ich möchte sagen im ganzen Astralleib Siziliens — sofort entgegen. Sie war da, ganz lebendig. Es lebt sozusagen in der ganzen Atmosphäre Siziliens diese Persönlichkeit fort, die vielfach als eine rätselhafte erscheint. Es ist die des Empedokles. Dieser alte griechische Philosoph hat im 5. Jahrhundert vor Christus auf Sizilien gelebt. Er war, wie auch der äußere Historiker weiß, ein in die verschiedensten Dinge tief Eingeweihter und hat gerade in Sizilien großartige Leistungen vollbracht.
[ 11 ] Wenn man nun zunächst geistig den Blick auf ihn richtet, so stellt sich diese Persönlichkeit merkwürdig dar. Indem man auf die Entwickelung des Empedokles zurückblickt, ihn verfolgt in dem, was er als Staatsmann, als Architekt, als Philosoph getrieben hat, wie er umhergezogen ist, wie er seine begeisterten Schüler gehabt hat, wie er sie in die verschiedenen Geheimnisse der Welt eingeweiht hat, wenn man ihn geistig so verfolgt, nicht an der Hand der äußeren Geschichte, dann entdeckt man, daß das eine Persönlichkeit war, die unendlich viel von dem wußte, was erst die heutigen Menschen an wissenschaftlichem Wissen haben. Einen ganz modern gearteten Geist hatte diese Persönlichkeit, eine moderne Aura. Empedokles war in der Tat so weit, daß er nach dem Ursprung der Welt gefragt hat. Und er wäre wirklich auch so weit gewesen, daß er nach dem, wie alles geworden war, den Christus auf dem Wege der Rückschau hätte finden müssen. Der war aber noch nicht da gewesen, den konnte man dazumal noch nicht auf der Erde finden, er fehlte noch auf der Erde. Unter diesen Erlebnissen wurde Empedokles schwankend, und gerade das bildete ein eigentümliches Verlangen in ihm aus, und dieses Verlangen verwandelte sich in ihm — in ganz anderer Art als bei den Triviallingen der heutigen Zeit — in eine Leidenschaft, die Welt materialistisch anzusehen. Luzifer trat an ihn heran. Man muß sich nur lebendig vorstellen, wie das geschah. Er war ein moderner Geist, dabei in die verschiedensten Geheimnisse eingeweiht, hellsichtig in hohem Grade. Durch sein modernes Denken war er geneigt, die Welt materialistisch anzuschauen, und es gibt auch so ein materialistisches System von ihm, in dem er die Welt ungefähr darstellt wie der heutige materialistische Chemiker durch Zusammenmischen und Entmischen der Elemente. Nur unterscheidet er bloß die vier Elemente. Je nachdem sie sich mischen, dachte er, bilden sich die verschiedensten Wesenheiten. Diese Anschauung erzeugte in ihm eine mächtige Leidenschaft, dahinterzukommen, was denn hinter diesen materiellen Elementen, was in der Luft, was in dem Wasser steckt.
[ 11 ] Wenn man nun zunächst geistig den Blick auf ihn richtet, so stellt sich diese Persönlichkeit merkwürdig dar. Indem man auf die Entwickelung des Empedokles zurückblickt, ihn verfolgt in dem, was er als Staatsmann, als Architekt, als Philosoph getrieben hat, wie er umhergezogen ist, wie er seine begeisterten Schüler gehabt hat, wie er sie in die verschiedenen Geheimnisse der Welt eingeweiht hat, wenn man ihn geistig so verfolgt, nicht an der Hand der äußeren Geschichte, dann entdeckt man, daß das eine Persönlichkeit war, die unendlich viel von dem wußte, was erst die heutigen Menschen an wissenschaftlichem Wissen haben. Einen ganz modern gearteten Geist hatte diese Persönlichkeit, eine moderne Aura. Empedokles war in der Tat so weit, daß er nach dem Ursprung der Welt gefragt hat. Und er wäre wirklich auch so weit gewesen, daß er nach dem, wie alles geworden war, den Christus auf dem Wege der Rückschau hätte finden müssen. Der war aber noch nicht da gewesen, den konnte man dazumal noch nicht auf der Erde finden, er fehlte noch auf der Erde. Unter diesen Erlebnissen wurde Empedokles schwankend, und gerade das bildete ein eigentümliches Verlangen in ihm aus, und dieses Verlangen verwandelte sich in ihm — in ganz anderer Art als bei den Triviallingen der heutigen Zeit — in eine Leidenschaft, die Welt materialistisch anzusehen. Luzifer trat an ihn heran. Man muß sich nur lebendig vorstellen, wie das geschah. Er war ein moderner Geist, dabei in die verschiedensten Geheimnisse eingeweiht, hellsichtig in hohem Grade. Durch sein modernes Denken war er geneigt, die Welt materialistisch anzuschauen, und es gibt auch so ein materialistisches System von ihm, in dem er die Welt ungefähr darstellt wie der heutige materialistische Chemiker durch Zusammenmischen und Entmischen der Elemente. Nur unterscheidet er bloß die vier Elemente. Je nachdem sie sich mischen, dachte er, bilden sich die verschiedensten Wesenheiten. Diese Anschauung erzeugte in ihm eine mächtige Leidenschaft, dahinterzukommen, was denn hinter diesen materiellen Elementen, was in der Luft, was in dem Wasser steckt.
[ 12 ] Wenn man heute durch die Akasha-Chronik zurückblickt und in Luft und Wasser und Feuer und Erde schaut, so findet man ätherisch den Christus darin. Empedokles konnte ihn nicht finden. Für ihn entstand ein ungeheurer Drang, in Luft und Wasser und Feuer und Erde etwas zu finden, dahinterzukommen, was darinnen ist. Und man sieht diese Persönlichkeit, wie sie von diesem mächtigen Drange ergriffen wird, doch hineinzudringen in das, was die materiellen Elemente sind. Und das führt ihn endlich dazu, tatsächlich eine Art Opfer zu bringen. Denn es ist keine bloße Sage: er hat sich in den Ätna gestürzt, um sich mit den Elementen zu vereinigen. Die luziferische Macht, der Drang, mit den Elementen fertig zu werden, das trieb ihn zu dieser körperlichen Vereinigung mit den Elementen. Dieser Tod des Empedokles lebt fort in der geistigen Atmosphäre Siziliens. Das ist ein großes Geheimnis dieses merkwürdigen Landes.
[ 12 ] Wenn man heute durch die Akasha-Chronik zurückblickt und in Luft und Wasser und Feuer und Erde schaut, so findet man ätherisch den Christus darin. Empedokles konnte ihn nicht finden. Für ihn entstand ein ungeheurer Drang, in Luft und Wasser und Feuer und Erde etwas zu finden, dahinterzukommen, was darinnen ist. Und man sieht diese Persönlichkeit, wie sie von diesem mächtigen Drange ergriffen wird, doch hineinzudringen in das, was die materiellen Elemente sind. Und das führt ihn endlich dazu, tatsächlich eine Art Opfer zu bringen. Denn es ist keine bloße Sage: er hat sich in den Ätna gestürzt, um sich mit den Elementen zu vereinigen. Die luziferische Macht, der Drang, mit den Elementen fertig zu werden, das trieb ihn zu dieser körperlichen Vereinigung mit den Elementen. Dieser Tod des Empedokles lebt fort in der geistigen Atmosphäre Siziliens. Das ist ein großes Geheimnis dieses merkwürdigen Landes.
[ 13 ] Und nun denken wir uns diese Seele des Empedokles, die auf diese Weise den Leib abgelegt hat, indem sie ihn verbrennen ließ. Sie wird wiedergeboren in späterer Zeit, wo der Christus schon da gewesen ist. Da ist ein ganz anderer Fall für diese Seele gegeben. Früher hat sie sich gleichsam den Elementen hingeopfert, dann ersteht sie wieder neu, aber indem sie jetzt zurückblickt, erblickt sie den Christus. Und es ersteht alles elementarische Wissen neu. Was diese Seele gewußt hat, ersteht in einer ganz neuen Form. Die Persönlichkeit des Empedokles ist tatsächlich später wiedergeboren worden. Es ist mir nur in diesem Augenblick nicht gestattet zu sagen, unter welchem Namen. Aber wenn man die spätere Wiederverkörperung des Empedokles, die mehr im Norden geschah, wenn man diese Gestalt, wie sie später lebt von der Wende der mittleren zur neueren Zeit, vergleicht mit der des Empedokles, der sich in den Atma gestürzt hat, dann stellt sich einem lebendig vor Augen der Riesenimpuls, der dadurch gekommen ist, daß dazwischen das Christus-Ereignis auf der Erde da war.
[ 13 ] Und nun denken wir uns diese Seele des Empedokles, die auf diese Weise den Leib abgelegt hat, indem sie ihn verbrennen ließ. Sie wird wiedergeboren in späterer Zeit, wo der Christus schon da gewesen ist. Da ist ein ganz anderer Fall für diese Seele gegeben. Früher hat sie sich gleichsam den Elementen hingeopfert, dann ersteht sie wieder neu, aber indem sie jetzt zurückblickt, erblickt sie den Christus. Und es ersteht alles elementarische Wissen neu. Was diese Seele gewußt hat, ersteht in einer ganz neuen Form. Die Persönlichkeit des Empedokles ist tatsächlich später wiedergeboren worden. Es ist mir nur in diesem Augenblick nicht gestattet zu sagen, unter welchem Namen. Aber wenn man die spätere Wiederverkörperung des Empedokles, die mehr im Norden geschah, wenn man diese Gestalt, wie sie später lebt von der Wende der mittleren zur neueren Zeit, vergleicht mit der des Empedokles, der sich in den Atma gestürzt hat, dann stellt sich einem lebendig vor Augen der Riesenimpuls, der dadurch gekommen ist, daß dazwischen das Christus-Ereignis auf der Erde da war.
[ 14 ] Was so bei irgendeiner Persönlichkeit auftritt, das vollzieht sich aber für jede Seele, auch für alle Ihre Seelen. Wenn auch alle diese Seelen nicht den mächtigen Drang verspürt haben, den Empedokles verspürt hat, so haben sie doch gegen die Zeit herein, in der das Christus-Ereignis heranrückte, mit gewissem Unbehagen in die Vergangenheit zurückgeschaut, weil sie sich nicht auskennen konnten, weil immer mehr die Zeit heranrückte, in der das alte Wissen dahinschwand. Wenn wir in die frühere Zeit zurückgehen, so finden wir, daß diejenigen, welche die Tradition des alten Wissens bewahrten, vor das Volk hintraten; daß sie erzählten — stellen wir uns das einmal vor die Seele — gewaltige Erzählungen, wie sie meinetwillen in der griechischen Sage erhalten sind, wie sie mitgeteilt wurden den alten Griechen. Das war aber nur ein Anlaß dazu, daß die alten Griechen, wenn sie, sagen wir, in einem besonderen Zustand waren — was dazumal noch in größerem Maße eintrat als jetzt —, die Wahrheit dieser Sagen empfanden, und daß diese Sagen ihnen den Ruck gaben, hineinzusehen in die geistige Welt. Aber diese Veranlagung verlor sich bei den Menschen. Es kam so, daß jene innerliche Kraft, hinaufzublicken in die geistige Welt, gerade in dem Maße verlorenging, als die Verstandeswissenschaft heranrückte. Sie können es nachrechnen, können es in jedem kleinen Handbuch nachlesen, wie wenig weit unsere Anschauungen, die heute, ich möchte sagen, schon die Kinder, wenn auch nicht mit der Muttermilch, so doch mit der Schulmilch einsaugen, zurückgehen. Ein paar Jahrhunderte vor den Beginn der christlichen Zeitrechnung gehen sie zurück. Da ist ein gewaltiger Einschnitt. Wenn die Menschen weiter zurückgehen und die alten Urkunden verstehen wollen, dann können sie es nicht mehr; da erscheinen sie ihnen nurmehr als Dichtungen, als Sagen, als Mythen. Das ist etwas, was man wirklich genauer ins Auge fassen sollte. Es wird immer mehr solche Menschen geben, welche, ohne vererbt irgendwelche Anlagen mitzubringen, um alte Urkunden zu verstehen, die alten Urkunden nicht verstehen werden. Man wird zu der Ansicht kommen, daß hinter alledem, was als Wissenschaft gilt, sich ein großes Feld des Irrtums ausbreitet, weil die meisten Gebildeten die Meinung haben, daß man jetzt glücklich weiß, wie sich die Erde bewegt, und daß man früher in dem, was man darüber gesagt hat, nur Unsinn gesagt hat. Also es ist das ja schon da; man geht bezüglich der Erdbewegung nur zurück bis zur Kopernikanischen Ansicht. Das ist ein etwas spätes Beispiel. Aber selbst mit der Geometrie geht man nur bis Euklid zurück. Vor dieser Zeit sieht der moderne Mensch schwarze Finsternis auf diesem Gebiet. Es findet also der moderne Mensch die Weisheit, die Uroffenbarung nicht, er findet keinen Weg, da hineinzudringen.
[ 14 ] Was so bei irgendeiner Persönlichkeit auftritt, das vollzieht sich aber für jede Seele, auch für alle Ihre Seelen. Wenn auch alle diese Seelen nicht den mächtigen Drang verspürt haben, den Empedokles verspürt hat, so haben sie doch gegen die Zeit herein, in der das Christus-Ereignis heranrückte, mit gewissem Unbehagen in die Vergangenheit zurückgeschaut, weil sie sich nicht auskennen konnten, weil immer mehr die Zeit heranrückte, in der das alte Wissen dahinschwand. Wenn wir in die frühere Zeit zurückgehen, so finden wir, daß diejenigen, welche die Tradition des alten Wissens bewahrten, vor das Volk hintraten; daß sie erzählten — stellen wir uns das einmal vor die Seele — gewaltige Erzählungen, wie sie meinetwillen in der griechischen Sage erhalten sind, wie sie mitgeteilt wurden den alten Griechen. Das war aber nur ein Anlaß dazu, daß die alten Griechen, wenn sie, sagen wir, in einem besonderen Zustand waren — was dazumal noch in größerem Maße eintrat als jetzt —, die Wahrheit dieser Sagen empfanden, und daß diese Sagen ihnen den Ruck gaben, hineinzusehen in die geistige Welt. Aber diese Veranlagung verlor sich bei den Menschen. Es kam so, daß jene innerliche Kraft, hinaufzublicken in die geistige Welt, gerade in dem Maße verlorenging, als die Verstandeswissenschaft heranrückte. Sie können es nachrechnen, können es in jedem kleinen Handbuch nachlesen, wie wenig weit unsere Anschauungen, die heute, ich möchte sagen, schon die Kinder, wenn auch nicht mit der Muttermilch, so doch mit der Schulmilch einsaugen, zurückgehen. Ein paar Jahrhunderte vor den Beginn der christlichen Zeitrechnung gehen sie zurück. Da ist ein gewaltiger Einschnitt. Wenn die Menschen weiter zurückgehen und die alten Urkunden verstehen wollen, dann können sie es nicht mehr; da erscheinen sie ihnen nurmehr als Dichtungen, als Sagen, als Mythen. Das ist etwas, was man wirklich genauer ins Auge fassen sollte. Es wird immer mehr solche Menschen geben, welche, ohne vererbt irgendwelche Anlagen mitzubringen, um alte Urkunden zu verstehen, die alten Urkunden nicht verstehen werden. Man wird zu der Ansicht kommen, daß hinter alledem, was als Wissenschaft gilt, sich ein großes Feld des Irrtums ausbreitet, weil die meisten Gebildeten die Meinung haben, daß man jetzt glücklich weiß, wie sich die Erde bewegt, und daß man früher in dem, was man darüber gesagt hat, nur Unsinn gesagt hat. Also es ist das ja schon da; man geht bezüglich der Erdbewegung nur zurück bis zur Kopernikanischen Ansicht. Das ist ein etwas spätes Beispiel. Aber selbst mit der Geometrie geht man nur bis Euklid zurück. Vor dieser Zeit sieht der moderne Mensch schwarze Finsternis auf diesem Gebiet. Es findet also der moderne Mensch die Weisheit, die Uroffenbarung nicht, er findet keinen Weg, da hineinzudringen.
[ 15 ] Wenn man dies nun wirklich als eine Tatsache hinnimmt, dann kann sich — und das kann sich schon bei dem einfachsten Gemüt durch eine gesunde Empfindung herausstellen —, dann kann sich etwas, was aus den allerhöchsten anthroposophischen Studien sich ergibt, zu einer Grundüberzeugung verdichten. Der Mensch muß doch dazu kommen, sich zu sagen: Dies ist nicht die wahre Gestalt, in der ich die Welt erblicke. — Wenn das die wahre Gestalt wäre, dann brauchte er eigentlich gar nicht zu forschen. Dann wäre überhaupt keine Forschung notwendig, dann müßte die Welt sich so ergeben, wie sie ist; aber so nimmt sie die moderne Forschung auch nicht hin. Es gäbe keinen Kopernikanismus, wenn man das, was die Sinne darbieten, roh hinnehmen würde. Da widerspricht auch die äußere Wissenschaft der Sinneserfahrung. Wenn man weitergeht, wird man sehen, daß man nicht stehenbleiben kann bei dem, was die Sinne geben, was die äußere Erfahrung der physischen Welt gibt. Das muß unter allen Umständen korrigiert werden vom Menschen, auch von der äußeren Wissenschaft. Das gesteht man sich vielleicht gewöhnlich nicht, aber wahr ist es doch. Sobald man sich selbst versteht — auch nur als gewöhnlicher Denker mit dem, was man heute lernt —, muß man sich sagen: Alles geht darauf aus, die Sinnestäuschung zu durchschauen, sonst gäbe es keine Wissenschaft, gäbe es kein Nachdenken. — Wenn dem aber so ist, dann gibt es eigentlich etwas, was uns recht leicht verstehen läßt, wozu die Welt sich nach und nach heranentwickelt. Wenn wir die Sache ein wenig im anthroposophischen Licht betrachten, so wird sich das bestätigen. Wenn man sich also sagt: Es gab eine Urweisheit, die Menschen waren so, daß ihnen eine Urweisheit gegeben war, die sie zwar nur in Bildern schauten, aber es gab eine solche Urweisheit, nur ging mit der Weiterentwickelung der Menschheit immer mehr das Verständnis derselben verloren, immer weniger und weniger begriffen die Menschen diese Urweisheit —, dann ist auch wiederum ganz klar: in dem Maße begriffen sie sie weniger, als die Wissenschaft, als sich der Verstand, die Vernunft entwickelten.
[ 15 ] Wenn man dies nun wirklich als eine Tatsache hinnimmt, dann kann sich — und das kann sich schon bei dem einfachsten Gemüt durch eine gesunde Empfindung herausstellen —, dann kann sich etwas, was aus den allerhöchsten anthroposophischen Studien sich ergibt, zu einer Grundüberzeugung verdichten. Der Mensch muß doch dazu kommen, sich zu sagen: Dies ist nicht die wahre Gestalt, in der ich die Welt erblicke. — Wenn das die wahre Gestalt wäre, dann brauchte er eigentlich gar nicht zu forschen. Dann wäre überhaupt keine Forschung notwendig, dann müßte die Welt sich so ergeben, wie sie ist; aber so nimmt sie die moderne Forschung auch nicht hin. Es gäbe keinen Kopernikanismus, wenn man das, was die Sinne darbieten, roh hinnehmen würde. Da widerspricht auch die äußere Wissenschaft der Sinneserfahrung. Wenn man weitergeht, wird man sehen, daß man nicht stehenbleiben kann bei dem, was die Sinne geben, was die äußere Erfahrung der physischen Welt gibt. Das muß unter allen Umständen korrigiert werden vom Menschen, auch von der äußeren Wissenschaft. Das gesteht man sich vielleicht gewöhnlich nicht, aber wahr ist es doch. Sobald man sich selbst versteht — auch nur als gewöhnlicher Denker mit dem, was man heute lernt —, muß man sich sagen: Alles geht darauf aus, die Sinnestäuschung zu durchschauen, sonst gäbe es keine Wissenschaft, gäbe es kein Nachdenken. — Wenn dem aber so ist, dann gibt es eigentlich etwas, was uns recht leicht verstehen läßt, wozu die Welt sich nach und nach heranentwickelt. Wenn wir die Sache ein wenig im anthroposophischen Licht betrachten, so wird sich das bestätigen. Wenn man sich also sagt: Es gab eine Urweisheit, die Menschen waren so, daß ihnen eine Urweisheit gegeben war, die sie zwar nur in Bildern schauten, aber es gab eine solche Urweisheit, nur ging mit der Weiterentwickelung der Menschheit immer mehr das Verständnis derselben verloren, immer weniger und weniger begriffen die Menschen diese Urweisheit —, dann ist auch wiederum ganz klar: in dem Maße begriffen sie sie weniger, als die Wissenschaft, als sich der Verstand, die Vernunft entwickelten.
[ 16 ] Nun können wir fragen: Was wird also zu einem bestimmten Zeitpunkt eingetreten sein? — Stellen wir uns die Sache vor, stellen wir uns einen vorchristlichen Menschen vor, der unter gewissen Voraussetzungen gelebt hat. Er wird den Blick in die Welt gerichtet haben, wird die verschiedensten Dinge gesehen haben, aber außerdem war in der Seele dieses Menschen die Möglichkeit, hinter diese Dinge zu schauen. Diese Anlage war noch da. Also es war für ihn eine Tatsache, daß hinter jeder Blume ein Ätherleib ist. Das war für ihn eine Tatsache. Aber diese Fähigkeit ging nach und nach verloren. Sie ging verloren, weil Vernunft, Verstand, wie sie heute herrschen, diese Fähigkeit verbannen. Die läßt sich nicht vereinigen mit der anderen Fähigkeit, das sind zwei feindliche Gewalten. Es ist einmal so — das ist eine gemeinsame Erfahrung aller wirklichen Geistesforscher —, daß Verstand, Nachdenken im gewöhnlichen Sinne, versengend, verbrennend wirken auf das, was initiiertes Anschauen der Dinge ist. So daß auch in der Geschichte in dem Maße, als Verstand, Vernunft im gewöhnlichen Sinne eingetreten sind, die Wissenschaft der alten Geistesschau verlorengegangen ist und damit das Verständnis für die alte Überlieferung. Da mußte also eine Anzahl von Jahrhunderten vergehen, da mußte jetzt anstelle des Menschen, den ich Ihnen geschildert habe, ein anderer treten, und der mußte sich vielleicht sagen: Das wäre natürlich ein schlimmes Vorurteil, wenn man glauben würde, daß die Wahrheit so sei, wie sie die Welt sinnlich darbietet. Da muß überall die menschliche Vernunft hinzukommen. — Es war der Glaube an die menschliche Vernunft maßgebend. Sie muß erst die Dinge, wie sie sind, zergliedern, sie muß sich über die Sinneserscheinungen hermachen und diese logisch begreifen.
[ 16 ] Nun können wir fragen: Was wird also zu einem bestimmten Zeitpunkt eingetreten sein? — Stellen wir uns die Sache vor, stellen wir uns einen vorchristlichen Menschen vor, der unter gewissen Voraussetzungen gelebt hat. Er wird den Blick in die Welt gerichtet haben, wird die verschiedensten Dinge gesehen haben, aber außerdem war in der Seele dieses Menschen die Möglichkeit, hinter diese Dinge zu schauen. Diese Anlage war noch da. Also es war für ihn eine Tatsache, daß hinter jeder Blume ein Ätherleib ist. Das war für ihn eine Tatsache. Aber diese Fähigkeit ging nach und nach verloren. Sie ging verloren, weil Vernunft, Verstand, wie sie heute herrschen, diese Fähigkeit verbannen. Die läßt sich nicht vereinigen mit der anderen Fähigkeit, das sind zwei feindliche Gewalten. Es ist einmal so — das ist eine gemeinsame Erfahrung aller wirklichen Geistesforscher —, daß Verstand, Nachdenken im gewöhnlichen Sinne, versengend, verbrennend wirken auf das, was initiiertes Anschauen der Dinge ist. So daß auch in der Geschichte in dem Maße, als Verstand, Vernunft im gewöhnlichen Sinne eingetreten sind, die Wissenschaft der alten Geistesschau verlorengegangen ist und damit das Verständnis für die alte Überlieferung. Da mußte also eine Anzahl von Jahrhunderten vergehen, da mußte jetzt anstelle des Menschen, den ich Ihnen geschildert habe, ein anderer treten, und der mußte sich vielleicht sagen: Das wäre natürlich ein schlimmes Vorurteil, wenn man glauben würde, daß die Wahrheit so sei, wie sie die Welt sinnlich darbietet. Da muß überall die menschliche Vernunft hinzukommen. — Es war der Glaube an die menschliche Vernunft maßgebend. Sie muß erst die Dinge, wie sie sind, zergliedern, sie muß sich über die Sinneserscheinungen hermachen und diese logisch begreifen.
[ 17 ] Ein solcher Mensch würde vielleicht gesagt haben: Das ist der Vorzug des Menschen vor den übrigen Geschöpfen der Erde, daß er Vernunft hat, daß er Ursache und Wirkung begreifen kann, so wie sie hinter den Sinnesdingen sind. Er kann sie erschließen, er kann dadurch, daß er Vernunft hat, sich mit der Sprache verständigen von einem Menschen zum anderen. — Denn das konnte man bald einsehen, daß die Sprache eine Tochter der Vernunft ist. Und es könnte ein solcher Mensch sagen: Das Höchste ist natürlich die Vernunft. — Und wenn wir uns ihn recht anschaulich machen wollten, so müßten wir uns einen Menschen denken, der sagt: Also, Mensch, traue deiner Vernunft nur, zergliedere alles mit deiner Vernunft, dann wirst du auf das Wahre kommen. — Nehmen wir an, es würde ein solcher Mensch gekommen sein. Ich schilderte Ihnen einen solchen, wie er sich Ihnen theoretisch ergeben kann, aber diesen Menschen hat es sehr stark gegeben. Eine charakteristische Figur dieser Art ist Cicero, der kurz vor Christus gelebt hat. Den brauchen Sie nur vorzunehmen, so werden Sie sehen, daß er ganz genau so denkt, nämlich: Vernunft kann alles begreifen. Es ist nicht wahr, daß die Welt so ist, wie sie den Sinnen sich darbietet; aber die Vernunft kann alles begreifen. — Und gerade bei diesen Leuten, die kurz vor Christus aufgetreten sind, ist ein unbesieglicher Glaube an die Vernunft da. Sie nennen die Vernunft den Gott selber, der in den Dingen waltet. So tut es Cicero.
[ 17 ] Ein solcher Mensch würde vielleicht gesagt haben: Das ist der Vorzug des Menschen vor den übrigen Geschöpfen der Erde, daß er Vernunft hat, daß er Ursache und Wirkung begreifen kann, so wie sie hinter den Sinnesdingen sind. Er kann sie erschließen, er kann dadurch, daß er Vernunft hat, sich mit der Sprache verständigen von einem Menschen zum anderen. — Denn das konnte man bald einsehen, daß die Sprache eine Tochter der Vernunft ist. Und es könnte ein solcher Mensch sagen: Das Höchste ist natürlich die Vernunft. — Und wenn wir uns ihn recht anschaulich machen wollten, so müßten wir uns einen Menschen denken, der sagt: Also, Mensch, traue deiner Vernunft nur, zergliedere alles mit deiner Vernunft, dann wirst du auf das Wahre kommen. — Nehmen wir an, es würde ein solcher Mensch gekommen sein. Ich schilderte Ihnen einen solchen, wie er sich Ihnen theoretisch ergeben kann, aber diesen Menschen hat es sehr stark gegeben. Eine charakteristische Figur dieser Art ist Cicero, der kurz vor Christus gelebt hat. Den brauchen Sie nur vorzunehmen, so werden Sie sehen, daß er ganz genau so denkt, nämlich: Vernunft kann alles begreifen. Es ist nicht wahr, daß die Welt so ist, wie sie den Sinnen sich darbietet; aber die Vernunft kann alles begreifen. — Und gerade bei diesen Leuten, die kurz vor Christus aufgetreten sind, ist ein unbesieglicher Glaube an die Vernunft da. Sie nennen die Vernunft den Gott selber, der in den Dingen waltet. So tut es Cicero.
[ 18 ] Nehmen wir aber einmal an, irgend jemand kommt hinter die Geheimnisse dieses Ganzen. Nehmen wir an, jemand schaut unbefangen dieser ganzen Sache zu, schaut zu, wie sich das alles nach und nach ergibt. Wie würde er dann die ganze Zeit beschreiben? Nehmen wir an, ein Jahrhundert vor Christus würde ein tief Einsichtiger der ganzen Sache zuschauen. Wie müßte sich die ganze Geschichte für ihn darstellen? Nun, er würde sagen: Da sehen wir zwei Strömungen in der Menschheit. Die eine ist im Untergang: die alte hellsichtige Kraft. Dafür tritt die Vernunft auf. Sie rottet aus und vertilgt im Menschen die Möglichkeit, in die geistige Welt hineinzuschauen. Tiefe Finsternis wird sich gegenüber der geistigen Welt ausbreiten. Da meinen zwar diejenigen, die an die Autorität der Vernunft glauben, daß sie durch ihre Vernunft hinter die Dinge kommen können. Diese Menschen vergessen ganz, was denn diese Vernunft ist, von der sie reden. Diese Vernunft ist doch lediglich an das Gehirn gebunden, sie kann sich keines anderen Instrumentes bedienen als des Gehirns, sie gehört also zur physischen Welt, sie muß daher die Eigenschaften der physischen Welt teilen. — Eine solche Persönlichkeit würde also sagen: Pocht nur auf eure Vernunft und sagt, ihr könnt mit ihr das begreifen, was hinter den Dingen ist, denn die Dinge seien an sich selber nicht wahr, aber denkt daran, daß diese Vernunft selber diesen Dingen angehört. Ihr seid physische Wesen unter den anderen, eure Vernunft gehört der physischen Welt an. Und wenn ihr glaubt, daß die Vernunft just das ist, durch das ihr hinter alles andere kommen könnt, so zieht ihr euch den Boden selbst unter den Füßen weg.
[ 18 ] Nehmen wir aber einmal an, irgend jemand kommt hinter die Geheimnisse dieses Ganzen. Nehmen wir an, jemand schaut unbefangen dieser ganzen Sache zu, schaut zu, wie sich das alles nach und nach ergibt. Wie würde er dann die ganze Zeit beschreiben? Nehmen wir an, ein Jahrhundert vor Christus würde ein tief Einsichtiger der ganzen Sache zuschauen. Wie müßte sich die ganze Geschichte für ihn darstellen? Nun, er würde sagen: Da sehen wir zwei Strömungen in der Menschheit. Die eine ist im Untergang: die alte hellsichtige Kraft. Dafür tritt die Vernunft auf. Sie rottet aus und vertilgt im Menschen die Möglichkeit, in die geistige Welt hineinzuschauen. Tiefe Finsternis wird sich gegenüber der geistigen Welt ausbreiten. Da meinen zwar diejenigen, die an die Autorität der Vernunft glauben, daß sie durch ihre Vernunft hinter die Dinge kommen können. Diese Menschen vergessen ganz, was denn diese Vernunft ist, von der sie reden. Diese Vernunft ist doch lediglich an das Gehirn gebunden, sie kann sich keines anderen Instrumentes bedienen als des Gehirns, sie gehört also zur physischen Welt, sie muß daher die Eigenschaften der physischen Welt teilen. — Eine solche Persönlichkeit würde also sagen: Pocht nur auf eure Vernunft und sagt, ihr könnt mit ihr das begreifen, was hinter den Dingen ist, denn die Dinge seien an sich selber nicht wahr, aber denkt daran, daß diese Vernunft selber diesen Dingen angehört. Ihr seid physische Wesen unter den anderen, eure Vernunft gehört der physischen Welt an. Und wenn ihr glaubt, daß die Vernunft just das ist, durch das ihr hinter alles andere kommen könnt, so zieht ihr euch den Boden selbst unter den Füßen weg.
[ 19 ] So würde eine solche Persönlichkeit gesprochen haben. Und weiter würde sie gesagt haben: Gewiß, die Menschen neigen dahin, immer mehr und mehr Vernunft zu gebrauchen, immer mehr auf den Verstand zu pochen, Aber indem sie das tun, bauen sie sich eine Mauer vor die geistige Welt, denn sie gebrauchen ein Instrument, das auf die geistige Welt gar nicht anwendbar ist, das in der physischen Welt beschlossen ist. Und dennoch entwickelt sich die Menschheit gerade nach der Ausbildung dieses Instrumentes hin. — Und vielleicht würde diese Persönlichkeit, wenn sie den Gang der Ereignisse genau gewußt hätte, auch noch gesagt haben: Wenn die Menschen überhaupt wiederum zur geistigen Welt zurückkommen, dann muß die Möglichkeit eintreten, daß sie sich nicht bloß ihrer Vernunft, dieses nur für die physische Welt wirkenden Werkzeuges bedienen wollen, sondern daß ein Anstoß kommt, der sie fähig macht, wiederum hinaufzukommen, ein Anstoß, der die Vernunft selber hinauftreibt in die geistigen Welten. Das kann aber nicht anders geschehen, als wenn etwas im Menschen stirbt, was in ihm den festen Glauben auf die bloße Alleinherrschaft der Vernunft begründet. Das muß sterben.
[ 19 ] So würde eine solche Persönlichkeit gesprochen haben. Und weiter würde sie gesagt haben: Gewiß, die Menschen neigen dahin, immer mehr und mehr Vernunft zu gebrauchen, immer mehr auf den Verstand zu pochen, Aber indem sie das tun, bauen sie sich eine Mauer vor die geistige Welt, denn sie gebrauchen ein Instrument, das auf die geistige Welt gar nicht anwendbar ist, das in der physischen Welt beschlossen ist. Und dennoch entwickelt sich die Menschheit gerade nach der Ausbildung dieses Instrumentes hin. — Und vielleicht würde diese Persönlichkeit, wenn sie den Gang der Ereignisse genau gewußt hätte, auch noch gesagt haben: Wenn die Menschen überhaupt wiederum zur geistigen Welt zurückkommen, dann muß die Möglichkeit eintreten, daß sie sich nicht bloß ihrer Vernunft, dieses nur für die physische Welt wirkenden Werkzeuges bedienen wollen, sondern daß ein Anstoß kommt, der sie fähig macht, wiederum hinaufzukommen, ein Anstoß, der die Vernunft selber hinauftreibt in die geistigen Welten. Das kann aber nicht anders geschehen, als wenn etwas im Menschen stirbt, was in ihm den festen Glauben auf die bloße Alleinherrschaft der Vernunft begründet. Das muß sterben.
[ 20 ] Wir haben uns also den Menschen zu denken immer mehr und mehr in die materielle Welt herunterkommend, das Gehirn immer mehr ausbildend. Wenn der Mensch so ganz abhängig würde von seiner Vernunft, dann könnte er aus ihr gar nicht heraus. Denn dann würde ihm sein physischer Leib vorgaukeln: Nur fort mit allem, was unser Erdenverstand nicht erfassen kann. — Das ist aber der physische Leib, der, indem er sich in feiner Weise ausbildet, den Menschen betäubt, so daß der Mensch nicht einsehen kann, daß er dabei in der physischen Welt bleibt. Malen Sie sich das aus, so werden Sie einsehen, daß da der Mensch eigentlich wie in einer Schlinge gefangen ist. Er kann gar nicht durch sich selbst heraus. Die bisherige Menschheitsentwickelung hat den Menschen dahin gebracht, daß er gar nicht aus sich heraus kann, daß er der Gefahr entgegengeht, durch die physische Leiblichkeit nach und nach vollständig überwältigt zu werden. Was kann da überhaupt dem Menschen helfen? Wenn in der Zeit, in welcher die Vernunft auf diesem Standpunkt angekommen ist, in welcher die Möglichkeit entsteht, daß die Vernunft umgestimmt wird, so daß in ihr ersterben kann, was sie blendet, dann muß dies ersterben. Es muß aber einen Impuls geben, wodurch ein für allemal dasjenige, was den Menschen in dem bloßen Glauben an die Vernunft überwältigen könnte, überwunden wird. Fühlen Sie die Gewalt dieses Impulses, fühlen Sie, daß der Sinn der Menschheitsentwickelung so war. Die Leiblichkeit hatte sich so entwickelt, daß sie den Menschen überwältigt hätte, und der Mensch wäre dahin gekommen, zu glauben, er müsse innerhalb der physischen Welt bleiben und könne doch hinter die Maja kommen — gar nicht bedenkend, daß er mit der Vernunft selbst in der Maja ist —, wenn nicht etwas gekommen wäre, das ihn herausreißt, sobald er es aufnimmt, und das dem Verfallen in das Physische entgegenwirken kann, das wirklich bis hinein in den Atherleib wirkt, so daß dieser die Möglichkeit hat, das zu töten, was zu solchem Irrtum führt. Sonst wäre der Mensch in der Schlinge seiner ihn überwältigenden Leiblichkeit geblieben.
[ 20 ] Wir haben uns also den Menschen zu denken immer mehr und mehr in die materielle Welt herunterkommend, das Gehirn immer mehr ausbildend. Wenn der Mensch so ganz abhängig würde von seiner Vernunft, dann könnte er aus ihr gar nicht heraus. Denn dann würde ihm sein physischer Leib vorgaukeln: Nur fort mit allem, was unser Erdenverstand nicht erfassen kann. — Das ist aber der physische Leib, der, indem er sich in feiner Weise ausbildet, den Menschen betäubt, so daß der Mensch nicht einsehen kann, daß er dabei in der physischen Welt bleibt. Malen Sie sich das aus, so werden Sie einsehen, daß da der Mensch eigentlich wie in einer Schlinge gefangen ist. Er kann gar nicht durch sich selbst heraus. Die bisherige Menschheitsentwickelung hat den Menschen dahin gebracht, daß er gar nicht aus sich heraus kann, daß er der Gefahr entgegengeht, durch die physische Leiblichkeit nach und nach vollständig überwältigt zu werden. Was kann da überhaupt dem Menschen helfen? Wenn in der Zeit, in welcher die Vernunft auf diesem Standpunkt angekommen ist, in welcher die Möglichkeit entsteht, daß die Vernunft umgestimmt wird, so daß in ihr ersterben kann, was sie blendet, dann muß dies ersterben. Es muß aber einen Impuls geben, wodurch ein für allemal dasjenige, was den Menschen in dem bloßen Glauben an die Vernunft überwältigen könnte, überwunden wird. Fühlen Sie die Gewalt dieses Impulses, fühlen Sie, daß der Sinn der Menschheitsentwickelung so war. Die Leiblichkeit hatte sich so entwickelt, daß sie den Menschen überwältigt hätte, und der Mensch wäre dahin gekommen, zu glauben, er müsse innerhalb der physischen Welt bleiben und könne doch hinter die Maja kommen — gar nicht bedenkend, daß er mit der Vernunft selbst in der Maja ist —, wenn nicht etwas gekommen wäre, das ihn herausreißt, sobald er es aufnimmt, und das dem Verfallen in das Physische entgegenwirken kann, das wirklich bis hinein in den Atherleib wirkt, so daß dieser die Möglichkeit hat, das zu töten, was zu solchem Irrtum führt. Sonst wäre der Mensch in der Schlinge seiner ihn überwältigenden Leiblichkeit geblieben.
[ 21 ] Und jetzt wollen wir absehen von einem Menschen, der so gesprochen hätte beim Herannahen des Christus Jesus. Jetzt wollen wir sehen, wie ein gegenwärtiger Mensch die Sache ansehen kann, irgendeiner von uns. Er kann sich sagen: Betrachte ich unbefangen, wie die Menschen sich entwickelt haben, wie immer stärker und stärker die Vernunft geworden ist, dieses Instrument, das der Maja angehört, so muß ich unbedingt im Irrtum sein, wenn ich mich nur dem Gang der Weltentwickelung überlasse. Dieser ist, wenn ich nicht aufnehme den Impuls, daß derjenige Teil ersterben kann, der mich zu solchem verführt, so gerichtet, daß ich nicht aus der Vernunft herauskomme. Was muß da geschehen sein? Ich muß zurückblicken können auf eine Zeit, in welcher dieser Impuls hereingekommen ist. Ich muß etwas finden, was auf ein Ereignis in der historischen Entwickelung der Menschheit hindeutet, dahin wirkend, daß der fortlaufende Gang der Entwickelung im materialistischen Sinne umgestülpt worden ist. Blickte ich heute in mein Inneres und fände nicht so etwas, was sonst müßte ich denn da finden? Da würde ich die Vernunft immer weiter und weiter kommen sehen bis auf einen Punkt im Beginne unserer Zeitrechnung, wo sie gerade anfängt zu wirken. Aber weiter? Da wird es finster, da wird es schwarz, da brauche ich ganz etwas anderes. — Dann aber wird es lichter, denn da muß jeder auftreffen auf den Christus. Es muß jeder, wenn er überhaupt an die Möglichkeit glauben will, daß er fortschreitet, daß in den folgenden Inkarnationen in ihm etwas sein kann, was ihn aufwärts treibt, was ihn nicht überwältigt sein läßt von der Maja, es muß jeder beim Zurückschauen auf den Christus treffen. Das kann ihm den Aufstieg geben.
[ 21 ] Und jetzt wollen wir absehen von einem Menschen, der so gesprochen hätte beim Herannahen des Christus Jesus. Jetzt wollen wir sehen, wie ein gegenwärtiger Mensch die Sache ansehen kann, irgendeiner von uns. Er kann sich sagen: Betrachte ich unbefangen, wie die Menschen sich entwickelt haben, wie immer stärker und stärker die Vernunft geworden ist, dieses Instrument, das der Maja angehört, so muß ich unbedingt im Irrtum sein, wenn ich mich nur dem Gang der Weltentwickelung überlasse. Dieser ist, wenn ich nicht aufnehme den Impuls, daß derjenige Teil ersterben kann, der mich zu solchem verführt, so gerichtet, daß ich nicht aus der Vernunft herauskomme. Was muß da geschehen sein? Ich muß zurückblicken können auf eine Zeit, in welcher dieser Impuls hereingekommen ist. Ich muß etwas finden, was auf ein Ereignis in der historischen Entwickelung der Menschheit hindeutet, dahin wirkend, daß der fortlaufende Gang der Entwickelung im materialistischen Sinne umgestülpt worden ist. Blickte ich heute in mein Inneres und fände nicht so etwas, was sonst müßte ich denn da finden? Da würde ich die Vernunft immer weiter und weiter kommen sehen bis auf einen Punkt im Beginne unserer Zeitrechnung, wo sie gerade anfängt zu wirken. Aber weiter? Da wird es finster, da wird es schwarz, da brauche ich ganz etwas anderes. — Dann aber wird es lichter, denn da muß jeder auftreffen auf den Christus. Es muß jeder, wenn er überhaupt an die Möglichkeit glauben will, daß er fortschreitet, daß in den folgenden Inkarnationen in ihm etwas sein kann, was ihn aufwärts treibt, was ihn nicht überwältigt sein läßt von der Maja, es muß jeder beim Zurückschauen auf den Christus treffen. Das kann ihm den Aufstieg geben.
[ 22 ] Nehmen wir an, die Evangelien wären nicht da, dann kann man sagen: Wir brauchten sie nicht als Anthroposophen, wir brauchten keine Evangelien, wir brauchten nur den Gang der Menschheitsentwickelung unbefangen zu betrachten und uns zu fragen: Was würde aus jedem Menschen, könnte er nicht zurückblicken auf ein Ereignis, in welchem der ganze Sinn der früheren Entwickelung auf die andere Seite gedreht worden ist? — Dann müssen wir auf den Christus treffen, wenn wir in der Entwickelung zurückgehen. Der Anthroposoph muß ihn finden können, und der initiiert Erkennende findet ihn unter allen Umständen.
[ 22 ] Nehmen wir an, die Evangelien wären nicht da, dann kann man sagen: Wir brauchten sie nicht als Anthroposophen, wir brauchten keine Evangelien, wir brauchten nur den Gang der Menschheitsentwickelung unbefangen zu betrachten und uns zu fragen: Was würde aus jedem Menschen, könnte er nicht zurückblicken auf ein Ereignis, in welchem der ganze Sinn der früheren Entwickelung auf die andere Seite gedreht worden ist? — Dann müssen wir auf den Christus treffen, wenn wir in der Entwickelung zurückgehen. Der Anthroposoph muß ihn finden können, und der initiiert Erkennende findet ihn unter allen Umständen.
[ 23 ] Das ist ein Geheimnis des Christentums. Die Urkunden, man kann sie anfechten, gewiß, es sind auch keine historischen Dokumente. All die gescheiten Leute, Jensen und andere, die in trivial gelehrter Weise die Evangelien wegdekretieren, als bloße Sagen ansehen, haben eine gewisse Berechtigung für sich, weil sie sich bloß auf die äußere Vernunft berufen. Aber in dem Augenblick, wo wir Anthroposophen sind, können wir sagen: Wir brauchen gar keine Evangelien, wir brauchen bloß die Tatsachen, die uns die Geisteswissenschaft selber gibt, und wir finden beim Rückgang durch die Menschheitsentwickelung den lebendigen Christus, wie ihn Paulus gefunden hat durch das Ereignis von Damaskus. Das ist vorausgenommen, was wir auch haben können, wenn wir in anthroposophischem Sinn den Christus aufsuchen. Denn schließlich war Paulus in einer ähnlichen Lage wie ein moderner Anthroposoph, der die Evangelien nicht anerkennen will. Die Evangelien waren zu seiner Zeit noch nicht da, aber er hat nach Jerusalem gehen können. Was er dort hörte, was später in den Evangelien beschrieben wird, das hat ihn nicht überzeugt, sonst wäre er nicht von Jerusalem fortgegangen. Also braucht auch einen heutigen Menschen gar nichts zu überzeugen, was darin steht. Er muß nur in der Lage sein, durch die Anthroposophie so etwas zu erleben, was Paulus erlebt hat. Dann ist es ein Ereignis von Damaskus, dann hat er den ChristusBeweis ganz ohne alle Dokumente, wie es bei Paulus auch der Fall ist.
[ 23 ] Das ist ein Geheimnis des Christentums. Die Urkunden, man kann sie anfechten, gewiß, es sind auch keine historischen Dokumente. All die gescheiten Leute, Jensen und andere, die in trivial gelehrter Weise die Evangelien wegdekretieren, als bloße Sagen ansehen, haben eine gewisse Berechtigung für sich, weil sie sich bloß auf die äußere Vernunft berufen. Aber in dem Augenblick, wo wir Anthroposophen sind, können wir sagen: Wir brauchen gar keine Evangelien, wir brauchen bloß die Tatsachen, die uns die Geisteswissenschaft selber gibt, und wir finden beim Rückgang durch die Menschheitsentwickelung den lebendigen Christus, wie ihn Paulus gefunden hat durch das Ereignis von Damaskus. Das ist vorausgenommen, was wir auch haben können, wenn wir in anthroposophischem Sinn den Christus aufsuchen. Denn schließlich war Paulus in einer ähnlichen Lage wie ein moderner Anthroposoph, der die Evangelien nicht anerkennen will. Die Evangelien waren zu seiner Zeit noch nicht da, aber er hat nach Jerusalem gehen können. Was er dort hörte, was später in den Evangelien beschrieben wird, das hat ihn nicht überzeugt, sonst wäre er nicht von Jerusalem fortgegangen. Also braucht auch einen heutigen Menschen gar nichts zu überzeugen, was darin steht. Er muß nur in der Lage sein, durch die Anthroposophie so etwas zu erleben, was Paulus erlebt hat. Dann ist es ein Ereignis von Damaskus, dann hat er den ChristusBeweis ganz ohne alle Dokumente, wie es bei Paulus auch der Fall ist.
[ 24 ] Es ist nun ganz natürlich, daß damit hingewiesen wird auf Tiefes in der Menschheitsentwickelung, auf außerordentlich Tiefes in der Menschheitsentwickelung. In einer gewissen Beziehung besteht das für jeden, auch für den einfachsten Menschen, was für den wiedergeborenen Empedokles im 15., 16. Jahrhundert da war, der zurückschaute in frühere Zeiten und dann sah, was er früher nicht hat sehen können. Früher war er so unsicher geworden, daß er sich in den Ätna stürzte. Im 15., 16. Jahrhundert sah er zurück und das, was ihm dazumal durch nichts erklärlich war, erklärte sich nun durch das Christus-Prinzip. Und dadurch wurde er eine der merkwürdigsten Persönlichkeiten der späteren Zeit.
[ 24 ] Es ist nun ganz natürlich, daß damit hingewiesen wird auf Tiefes in der Menschheitsentwickelung, auf außerordentlich Tiefes in der Menschheitsentwickelung. In einer gewissen Beziehung besteht das für jeden, auch für den einfachsten Menschen, was für den wiedergeborenen Empedokles im 15., 16. Jahrhundert da war, der zurückschaute in frühere Zeiten und dann sah, was er früher nicht hat sehen können. Früher war er so unsicher geworden, daß er sich in den Ätna stürzte. Im 15., 16. Jahrhundert sah er zurück und das, was ihm dazumal durch nichts erklärlich war, erklärte sich nun durch das Christus-Prinzip. Und dadurch wurde er eine der merkwürdigsten Persönlichkeiten der späteren Zeit.
[ 25 ] So stellt sich die Sache für jeden Menschen ohne Dokumente einfach im Rückgang dar. Später werden alle Menschen zurückblicken in frühere Inkarnationen und werden genau unterscheiden können: das sind Inkarnationen, die vor, und das sind Inkarnationen, die nach dem Christus liegen. Und was die einfache Seele heute instinktiv fühlt, wenn sie die Evangelien liest, wird dann in Form eines Wissens auftreten. Das macht den Unterschied der Evangelien von den anderen Urkunden, daß sie die nächsten Urkunden sind, die man verstehen muß. Das ist ein großer, schöner, gewaltiger Durchgangspunkt: die Evangelien. Wenn wir da durchschreiten, da wird es licht, während sich sonst die Finsternis ausbreitet.
[ 25 ] So stellt sich die Sache für jeden Menschen ohne Dokumente einfach im Rückgang dar. Später werden alle Menschen zurückblicken in frühere Inkarnationen und werden genau unterscheiden können: das sind Inkarnationen, die vor, und das sind Inkarnationen, die nach dem Christus liegen. Und was die einfache Seele heute instinktiv fühlt, wenn sie die Evangelien liest, wird dann in Form eines Wissens auftreten. Das macht den Unterschied der Evangelien von den anderen Urkunden, daß sie die nächsten Urkunden sind, die man verstehen muß. Das ist ein großer, schöner, gewaltiger Durchgangspunkt: die Evangelien. Wenn wir da durchschreiten, da wird es licht, während sich sonst die Finsternis ausbreitet.
[ 26 ] Es ist in der Tat so. Dem modernen Menschen geschieht es zuweilen, weil ja das Christentum erst im Anfang seiner Entwickelung steht, daß ihm der Forschungsfaden ausgeht gegenüber früheren Dingen. Wenn er aber zurückkehrt zu einer Erscheinung im Christusleben, dann ist er inspiriert, dann wird es hell. Und was der Geistesforscher findet, das kann ja auch der einfache Mensch erfahren. Er kann einen Abglanz in bezug auf sein Gemüt durchmachen von dem, was ich eben auseinandergesetzt habe. Er kann so recht bedrückt sein durch menschliche Schwächen und Fehler, aber er muß sich natürlich sagen: Was ich heute bin, bin ich geworden durch all die Generationen. — Denn würde er das leugnen, dann sollte er auch gleich behaupten, daß er sein eigener Vater und seine eigene Mutter gewesen ist. Es ist also etwas, was zurückführt auf die übrige Menschheit, und der Mensch kann sich recht bedrückt fühlen von mancherlei Fehlern, Krankheiten, Schwächen, die er hat. Es gibt aber immer die Möglichkeit, sich zu erheben, auch für das einfachste Gemüt. Ich sage das nicht im orthodoxen Sinn. Was es für den Geistesforscher gibt, das gibt es auch für das einfachste Gemüt. Wenn es sich so recht schwach fühlt, die Evangelien nimmt und liest, so wird Kraft aus den Evangelien fließen, weil aus ihnen die Kraft des Wortes fließt, das in den Ätherleib geht. Die Evangelien sind Kraftworte. Das ist etwas, was nicht bloß zum Verstande spricht, sondern was in tiefere Seelenkräfte hineingeht, was gar nicht bloß auf diesen in der Maja befindlichen Verstand baut, was vielmehr in tiefere Kräfte geht und den Verstand sozusagen über sich trösten kann. Das ist die große Kraft der Evangelien, die für jeden einzelnen Menschen da ist, und das ist das Gewaltige an diesen Urkunden; dadurch unterscheiden sie sich von allen anderen. Diese Tatsache kann man auch leugnen, dann aber wird man zu einer Leugnung der Fortschrittsmöglichkeit der Menschen überhaupt kommen.
[ 26 ] Es ist in der Tat so. Dem modernen Menschen geschieht es zuweilen, weil ja das Christentum erst im Anfang seiner Entwickelung steht, daß ihm der Forschungsfaden ausgeht gegenüber früheren Dingen. Wenn er aber zurückkehrt zu einer Erscheinung im Christusleben, dann ist er inspiriert, dann wird es hell. Und was der Geistesforscher findet, das kann ja auch der einfache Mensch erfahren. Er kann einen Abglanz in bezug auf sein Gemüt durchmachen von dem, was ich eben auseinandergesetzt habe. Er kann so recht bedrückt sein durch menschliche Schwächen und Fehler, aber er muß sich natürlich sagen: Was ich heute bin, bin ich geworden durch all die Generationen. — Denn würde er das leugnen, dann sollte er auch gleich behaupten, daß er sein eigener Vater und seine eigene Mutter gewesen ist. Es ist also etwas, was zurückführt auf die übrige Menschheit, und der Mensch kann sich recht bedrückt fühlen von mancherlei Fehlern, Krankheiten, Schwächen, die er hat. Es gibt aber immer die Möglichkeit, sich zu erheben, auch für das einfachste Gemüt. Ich sage das nicht im orthodoxen Sinn. Was es für den Geistesforscher gibt, das gibt es auch für das einfachste Gemüt. Wenn es sich so recht schwach fühlt, die Evangelien nimmt und liest, so wird Kraft aus den Evangelien fließen, weil aus ihnen die Kraft des Wortes fließt, das in den Ätherleib geht. Die Evangelien sind Kraftworte. Das ist etwas, was nicht bloß zum Verstande spricht, sondern was in tiefere Seelenkräfte hineingeht, was gar nicht bloß auf diesen in der Maja befindlichen Verstand baut, was vielmehr in tiefere Kräfte geht und den Verstand sozusagen über sich trösten kann. Das ist die große Kraft der Evangelien, die für jeden einzelnen Menschen da ist, und das ist das Gewaltige an diesen Urkunden; dadurch unterscheiden sie sich von allen anderen. Diese Tatsache kann man auch leugnen, dann aber wird man zu einer Leugnung der Fortschrittsmöglichkeit der Menschen überhaupt kommen.
[ 27 ] Hier wird auf eine Tatsache hingewiesen, die nicht ohne weiteres leicht zu verstehen ist. Da können Sie auch begreifen, was notwendig war, um jenen Menschen vorzubereiten, den ich zunächst hypothetisch vor Ihre Seele gestellt habe, der etwa ein Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung vorhergesagt hätte: es müsse einer kommen, der den Impuls gibt, welcher den Umschwung bringt.
[ 27 ] Hier wird auf eine Tatsache hingewiesen, die nicht ohne weiteres leicht zu verstehen ist. Da können Sie auch begreifen, was notwendig war, um jenen Menschen vorzubereiten, den ich zunächst hypothetisch vor Ihre Seele gestellt habe, der etwa ein Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung vorhergesagt hätte: es müsse einer kommen, der den Impuls gibt, welcher den Umschwung bringt.
[ 28 ] «Das mußte eine bedeutsame Persönlichkeit sein. Sie wurde auch genügend vorbereitet. Man versuchte seit langer Zeit in den Kreisen derer, die da wissen, die Möglichkeit herbeizuführen, daß sozusagen wenigstens einige die herannahende Zeit begreifen, dasjenige begreifen, was sich da vorbereitet: was auf der einen Seite die Menschen in die Schlinge führt, und was auf der anderen Seite die Menschen wiederum hinaufführt durch die Erscheinung des Christus. Das wurde prophetisch gelehrt. Und derjenige, der etwas mehr als ein Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung ausersehen war, prophetisch das zu lehren in Kreisen, die dies verstehen konnten, war ein Eingeweihter der Essäergemeinde, die jenen Kreisen nahe war, in die Christus hineintrat, und der verkündete: es werde der kommen, der die Menschheit wiederum aufwärts führt. Derjenige, der dieses innerhalb der Essäergemeinde lehrte, war eine sehr bedeutende Individualität. Die äußere Geschichte kennt ihn eigentlich wenig, aber er ist sagenhaft überliefert wenigstens bei einzelnen Schriftstellern, so daß er nicht eine bloß mythologische Figur ist oder nur aus der Geisteswissenschaft heraus genannt wird. Er hat hundert Jahre vor Christus gelebt, hat auch Aufzeichnungen machen lassen durch einen seiner fünf bis sechs Schüler. Einer der Schüler dieser Persönlichkeit, die auf Christus hinwies, die ihn voraus verkündete, wußte, um was es sich handelt. Es hatte jene Persönlichkeit einen Schüler, der Mathai genannt wurde, der das aufzeichnete, was die Geheimnisse über den Christus sind. Die Persönlichkeit aber war Jeshu ben Pandira. Dafür, daß er solches gelehrt hat, mußte er auch das entsprechende Martyrium erdulden. Er ist in seiner Gegend gesteinigt und nach der Steinigung — tot — aufgehängt worden. Dieser Jeshu ben Pandira — man darf ihn nicht verwechseln mit Jesus von Nazareth —, der der große Vorverkünder des Christus war, hatte aufzeichnen lassen, was er wußte, und diese Urkunde kam dann in die Hände desjenigen, der sie da hineinfügte mit ihren Geheimnissen in das Evangelium, das wir das Evangelium nach Matthäus nennen. Das ist eine wichtige, eine hervorragend wichtige Tatsache, einzusehen: erstens die Notwendigkeit des Christus-Impulses, dann, geisteswissenschaftlich-historisch, wie Jeshu ben Pandira in gewisser Weise sogar bildlich vorlebt — indem er zuerst gesteinigt und dann gleichsam hinterher gekreuzigt wird — das, was dann als das Christus-Mysterium von Golgatha sich vollzieht. Christus ist ja nicht gesteinigt, sondern gekreuzigt worden. Und in diesem Tode geschieht das Wunderbare, daß dazumal, in dem Moment, in welchem das Blut aus den Wunden floß, in die Erdatmosphäre dasjenige überging, was dann denen, die in ihren Ätherleib bei der Rückschau dieses Ereignis aufnehmen, die durchschreiten durch dieses Ereignis, die gleichsam hineinschauen in das Grab des Christus, das bringt, daß sie, indem sie durch diesen Punkt schreiten, in eine lichtvolle Vergangenheit hineinkommen. Dagegen wird sich ohne dieses Ereignis Finsternis verbreiten über alles, was vorher lag.
[ 28 ] «Das mußte eine bedeutsame Persönlichkeit sein. Sie wurde auch genügend vorbereitet. Man versuchte seit langer Zeit in den Kreisen derer, die da wissen, die Möglichkeit herbeizuführen, daß sozusagen wenigstens einige die herannahende Zeit begreifen, dasjenige begreifen, was sich da vorbereitet: was auf der einen Seite die Menschen in die Schlinge führt, und was auf der anderen Seite die Menschen wiederum hinaufführt durch die Erscheinung des Christus. Das wurde prophetisch gelehrt. Und derjenige, der etwas mehr als ein Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung ausersehen war, prophetisch das zu lehren in Kreisen, die dies verstehen konnten, war ein Eingeweihter der Essäergemeinde, die jenen Kreisen nahe war, in die Christus hineintrat, und der verkündete: es werde der kommen, der die Menschheit wiederum aufwärts führt. Derjenige, der dieses innerhalb der Essäergemeinde lehrte, war eine sehr bedeutende Individualität. Die äußere Geschichte kennt ihn eigentlich wenig, aber er ist sagenhaft überliefert wenigstens bei einzelnen Schriftstellern, so daß er nicht eine bloß mythologische Figur ist oder nur aus der Geisteswissenschaft heraus genannt wird. Er hat hundert Jahre vor Christus gelebt, hat auch Aufzeichnungen machen lassen durch einen seiner fünf bis sechs Schüler. Einer der Schüler dieser Persönlichkeit, die auf Christus hinwies, die ihn voraus verkündete, wußte, um was es sich handelt. Es hatte jene Persönlichkeit einen Schüler, der Mathai genannt wurde, der das aufzeichnete, was die Geheimnisse über den Christus sind. Die Persönlichkeit aber war Jeshu ben Pandira. Dafür, daß er solches gelehrt hat, mußte er auch das entsprechende Martyrium erdulden. Er ist in seiner Gegend gesteinigt und nach der Steinigung — tot — aufgehängt worden. Dieser Jeshu ben Pandira — man darf ihn nicht verwechseln mit Jesus von Nazareth —, der der große Vorverkünder des Christus war, hatte aufzeichnen lassen, was er wußte, und diese Urkunde kam dann in die Hände desjenigen, der sie da hineinfügte mit ihren Geheimnissen in das Evangelium, das wir das Evangelium nach Matthäus nennen. Das ist eine wichtige, eine hervorragend wichtige Tatsache, einzusehen: erstens die Notwendigkeit des Christus-Impulses, dann, geisteswissenschaftlich-historisch, wie Jeshu ben Pandira in gewisser Weise sogar bildlich vorlebt — indem er zuerst gesteinigt und dann gleichsam hinterher gekreuzigt wird — das, was dann als das Christus-Mysterium von Golgatha sich vollzieht. Christus ist ja nicht gesteinigt, sondern gekreuzigt worden. Und in diesem Tode geschieht das Wunderbare, daß dazumal, in dem Moment, in welchem das Blut aus den Wunden floß, in die Erdatmosphäre dasjenige überging, was dann denen, die in ihren Ätherleib bei der Rückschau dieses Ereignis aufnehmen, die durchschreiten durch dieses Ereignis, die gleichsam hineinschauen in das Grab des Christus, das bringt, daß sie, indem sie durch diesen Punkt schreiten, in eine lichtvolle Vergangenheit hineinkommen. Dagegen wird sich ohne dieses Ereignis Finsternis verbreiten über alles, was vorher lag.
[ 29 ] Denken Sie nach über das, was heute gesagt worden ist. Ich hatte die Aufgabe, Ihnen dieses anzudeuten. Es ist ein so umfassendes Thema, daß nur Andeutungen gegeben werden konnten. Aber ich habe die Andeutungen so gehalten, daß, wenn Sie prüfen, was Sie wissen und kennen und im Herzen tragen, Sie darauf kommen werden, wie sehr durch das Leben und durch das eigene Seelische sich das bewahrheiter, was ich heute zu Ihnen habe sprechen müssen.
[ 29 ] Denken Sie nach über das, was heute gesagt worden ist. Ich hatte die Aufgabe, Ihnen dieses anzudeuten. Es ist ein so umfassendes Thema, daß nur Andeutungen gegeben werden konnten. Aber ich habe die Andeutungen so gehalten, daß, wenn Sie prüfen, was Sie wissen und kennen und im Herzen tragen, Sie darauf kommen werden, wie sehr durch das Leben und durch das eigene Seelische sich das bewahrheiter, was ich heute zu Ihnen habe sprechen müssen.
