Wonders of the World,
Trials of the Soul,
and Revelations of the Spirit
GA 129
21 August 1911, Munich
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Wonders of the World, tr. Lenn, et. al.
Vierter Vortrag
4. Dionysos as the representative of the ego-forces. The entry of the Christ Impulse into human evolution and the activity of the planetary gods.
[ 1 ] Sie werden aus dem gestrigen Vortrage ersehen haben, in welcher Weise das aufzufassen ist, was gleich im Beginne dieser Vorträge gesagt worden ist: daß die Griechen alle Natur geistdurchdrungen dachten und auch anschauten, so daß sie einen Naturbegriff, wie unser gegenwärtiger es ist, gar nicht hatten. Sie werden es aus der Art und Weise ersehen haben, wie die Beziehung der drei großen Götterwesen innerhalb des griechischen Geisteslebens, Zeus, Poseidon und Pluto, darzustellen versucht worden ist. Denn wir haben ja gesehen, daß wir uns die im Menschen mikrokosmisch befindlichen Kräfte des astralischen Leibes hinausversetzt zu denken haben in den Weltenraum. Wenn wir uns überpersönlich, übermenschlich den Regenten, die Zentralmacht dieser Mächte, denken, dann bekommen wir das, was die griechische Empfindung mit dem Worte Zeus verband. Und wir haben gesehen, daß ein Ähnliches gilt für die Hinausverlegung der Kräfte unseres Ätherleibes in den Weltenraum in bezug auf Poseidon und derjenigen Kräfte, die in unserem physischen Leibe sind, mit Bezug auf Pluto.
[ 1 ] Yesterday's lecture will have enabled you to see what I meant when I said at the outset of this course that the Greeks thought of the whole of Nature as permeated by Spirit; they had no such conception of nature as we have today. You will have realised this from the way I tried to show the position of the three great gods, Zeus, Poseidon and Pluto in Greek spiritual life. We see that we have to think of the microcosmic forces found in man's astral body as transplanted into cosmic space. If we think of the sovereign ruler of these powers, their controlling centre, as superpersonal, superhuman, we have what Greek feeling associated with the name Zeus. Similarly, if we think of the forces of our ether bodies transplanted into cosmic space, we have what the Greeks associated with Poseidon; if we think of the forces of our physical bodies as transplanted into space, we have what the Greeks associated with Pluto.
[ 2 ] Nun wird Ihnen ja ganz gewiß die Frage nahegegangen sein: Wie steht es denn nun mit dem vierten Gliede unserer Wesenheit? Denn die gesamte menschliche Wesenheit für unsere Zeit haben wir ja zu erkennen in physischem, Äther-, Astralleib und in dem Ich oder Ich-Träger. Nun, von vornherein werden Sie sich klar darüber sein, daß aus dem Grunde, weil dieses Ich eine ganz besondere Stellung einnimmt zu den anderen Gliedern der menschlichen Wesenheit, auch die Kräfte des Universums, die diesem Ich entsprechen, wenn sie richtig empfunden werden, eine ganz besondere Stellung einnehmen müssen. Bei den Kräften des physischen Leibes kann man sagen, man verlegt sie hinaus in den Weltenraum, und sie sind dann von der Zentralmacht des Pluto dirigiert; und in ähnlicher Weise also für die Kräfte des Ätherleibes Poseidon und für die des Astralleibes Zeus. Wenn wir aber unser Ich selber betrachten, da finden wir, daß dieses Ich in unserem Leben in einem innigen Kontakt steht mit all dem, was um uns herum vorgeht. Wir sind ja in die Welt mit unserem Ich hineingestellt. Von den Weltvorgängen, die uns umgeben, die an unser Ich herantreten, hängt unser ganzes Schicksal, hängt unser Glück und unser Unglück ab. Und man kann fühlen, wenn man nur ein wenig über die Sache nachdenkt, daß die Kräfte unseres Ich recht unähnlich sein müssen den Plutokräften, die draußen im Raum ausgebreitet sind. Wie das Schicksal dieses Ich innig verwandt ist mit der Umgebung, so müssen wir uns auch die Kräfte dieses Ich verwandt denken mit den göttlich-geistigen Kräften, die im Raume draußen diesem Ich entsprechen, gleichwie die anderen göttlichgeistigen Kräfte den Seelenkräften in unserem Innern. Denken Sie nur, wie verwandt wir sind in bezug auf unsere Ich-Erlebnisse mit dem, was uns umgibt. Wie anders fühlt sich unser Ich, wenn wir die Augen aufschließen und es eintauchen lassen in den sternenbesäten Himmel oder in die Abend- und Morgenröte, in die unter- oder aufgehende Sonne. Wie wenig können wir unser Ich loslösen von all dem. Wie innig sind wir mit dem Makrokosmos draußen verbunden. Ausgegossen mit unserem Ich sind wir in unsere Umgebung. Was von draußen hereinfließt, der goldene Sonnenstrahl, die majestätische Sternenwelt, es ist einmal als Objekt draußen im Makrokosmos, einmal als Vorstellung in der menschlichen Seele, im Mikrokosmos. Wir können die beiden Dinge im wirklichen Leben kaum unterscheiden. Das fließt ineinander. Bei der unmittelbaren Art, wie der Grieche der Welt und ihren Wundern gegenüber empfunden hat, werden wir voraussetzen können, daß er sich die Gottheit, die ihm die draußen im Raum waltenden IchKräfte repräsentierte, viel verwandter, viel inniger verbunden dachte mit dem Menschen als die anderen Götter, die er sich eigentlich doch fern von der menschlichen Natur dachte. Daher finden wir eine Göttergestalt als Repräsentanten der Ich-Kräfte in der Welt draußen, welche, man darf sagen, eine gewisse Intimität zu der menschlichen Natur selber hat und in ihren Schicksalen, in ihrem ganzen Lebensverlauf sich in einer gewissen Beziehung recht menschlich ausnimmt, und das ist Dionysos. So wie wir den Pluto als den Repräsentanten der in die Welt hinausgesetzten Kräfte des physischen Leibes, den Poseidon als den Repräsentanten der Kräfte des Ätherleibes und Zeus als den Repräsentanten der Kräfte des Astralleibes zu betrachten haben, so haben wir den Dionysos zu betrachten als den makrokosmischen Repräsentanten der Seelenkräfte, die sich in unserem Ich ausleben. Die ganze Art und Weise, wie der Grieche nun seinem Dionysos gegenüber empfunden hat, jener Gestalt, die unserem Ich so merkwürdigerweise zuletzt entgegentritt in dem «Mysterium von Eleusis», wird uns nur klarwerden können, wenn wir uns erst ein wenig darüber unterrichten, wie überhaupt geistige Mächte und geistige Wesenheiten in unser Erdendasein, in die Wunder, die unser eigenes Menschendasein ausmachen, hereinwirken.
[ 2 ] Now it will certainly occur to you to ask: ‘What about the fourth member of our human being?’ For in our time we have of course to regard the whole man as consisting of physical, etheric, astral, and also of the ego or the ego-bearer. Now it is obvious that because this ego is in such a peculiar position in relation to the other members of the human being, the forces of the universe corresponding to the ego must also be in a peculiar position. One can say of the forces of the physical body that transplanted into the world of space they are governed by the central power of Pluto; similarly the forces of the ether body come into the sphere of Poseidon, and the forces of the astral body into the sphere of Zeus. But when we consider the ego itself, we find that it is closely bound up with all that is happening around us. Indeed with our egos we are right inside the world. Upon what goes on in the world around us our whole destiny, our happiness or unhappiness, depends. Very little reflection upon the matter leads us to feel that the forces of our ego must be very different from the forces of Pluto around us in space. Just as the destiny of the ego is closely connected with the environment, so too we must think of the forces of this ego as also connected with the divine-spiritual forces outside in space which are their counterpart, just as the other divine-spiritual forces correspond to soul-forces within us. Think how closely the experiences of our ego are bound up with our environment! How different our ego feels if we raise our eyes and allow it to plunge into the star-strewn heavens, or to gaze, at dawn or dusk, upon the rising or the setting sun! How little can we detach our egos from all this! How intimately we are bound up with the macrocosm out there! With our egos we are as if emptied out into our environment. What radiates into us from without, the golden rays of the sun, the majestic world of the stars, at one moment is something objective outside in the macrocosm, at another, an idea within the human soul, within the microcosm; in actual life we can scarcely distinguish between the two, they merge into one another. From the way the Greek had of experiencing the world and its wonders directly, we may expect him to think of the divinity who represented to him the ego-forces holding sway outside in space as far more closely related, far more closely bound up with the human being than the other gods—whom he really thought of as quite remote from human nature. Hence we find, as the representative of the ego-forces in the world outside, a divine figure with a certain affinity with human nature, so to say, one whose destiny, whose whole life, seems in a way quite human. That god is Dionysos. Just as we have to look upon Pluto as representing the forces of the physical body, Poseidon as representing the forces of the ether body, and Zeus as representing the forces of the astral body, transplanted into the universe, so we have to regard Dionysos as the macrocosmic representative of the soul-forces which live in our ego. The way in which the Greeks looked upon Dionysos, that figure which stands before our ego at last in such a remarkable way in the Mystery of Eleusis, will only become fully clear to us if first we learn a little about the way spiritual powers and spiritual beings in general work into our earthly existence, into the wonders which constitute our own human existence.
[ 3 ] Sie werden manches von dem, was ich jetzt als einen Einschluß in meine Vorträge zu sagen habe, in der Schrift finden, die eben jetzt fertig ist und die im wesentlichen Vorträge wiedergibt, die ich vor kurzem in Kopenhagen gehalten habe. Sie handelt von der geistigen Führung des Menschen und der Menschheit. Aus dieser Schrift werde ich Ihnen jetzt einiges gerade mit Beziehung auf unsere Zwecke in diesen Vorträgen anzuführen haben. Das, wozu wir uns zunächst zu wenden haben, ist, daß die Menschheit, so wie sie sich auf der Erde entwickelt, wie sie sich ihr Schicksal bestimmt, wie sie ihre Kulturepochen nach und nach ausgestaltet, geführt ist von jenen Wesenheiten, die wir als übermenschliche zu bezeichnen haben, die zunächst der menschliche Sinnesblick nicht treffen kann, sondern die sich in der Hauptsache in einer übersinnlichen Welt befinden und nur für den hellseherischen Blick erreichbar sind. Wenn wir uns sozusagen zu der nächsten Kategorie, zu der nächsten Klasse der Wesenheiten wenden, die die Menschheitsführung besorgen, so kommen wir zu denjenigen Wesenheiten, welche in der orientalischen Mystik als die nächst dem Menschen stehenden dhyanischen Wesenheiten, in der christlichen Ausdrucksweise als Engel, Angeloi, bezeichnet werden. Wir haben öfters von diesen übermenschlichen Wesenheiten, die zu der ersten Kategorie der übermenschlichen Wesen gehören, gesprochen. Wir wissen ja auch, was für eine Bewandtnis es gerade mit diesen Wesenheiten hat. Wir wissen, daß diese Wesenheiten unter ganz anderen Daseinsbedingungen auch einmal Mensch waren: während der alten Mondenzeit, während der unsere gegenwärtige Erde ihre vorherige Verkörperung erlebt hat. Damals haben diese Engelwesenheiten, die heute in die Menschheitsführung eingreifen, ihre Menschheitsstufe durchgemacht, sind also, als die Erde im Beginne ihrer jetzigen Entwickelung war, so weit gewesen, daß sie um eine Stufe damals höher standen als die heutige Menschheit, und am Ende der Erdenentwikkelung wird derjenige Teil der Menschheit, der das Ziel der gegenwärtigen Erdenentwickelung erreicht, so weit sein, wie die Engelwesen am Abschlusse der Mondenentwickelung waren. Daher sind diese Wesenheiten zunächst geeignet, die nächste über dem Menschen schwebende Führung zu besorgen. Sie wirken herein in unsere Menschheitsentwickelung.
[ 3 ] Much of what I am now about to say by way of parenthesis you will find in the little book I have just completed and which in essentials reproduces lectures that I gave a short time ago in Copenhagen. It is called The Spiritual Guidance of Man and of Mankind. I shall have to refer to certain passages in this little book which have a bearing upon our purpose in these lectures. First we have to reflect that humanity, as it evolves on the earth, determining its own destiny, little by little shaping the epochs of its own civilisation, is guided by Beings whom we must call super-human, Beings not accessible to human sense-perception, but to be found in the main in a super-sensible world, and attainable only to clairvoyant sight. If we turn to the category of Beings concerned with the guidance of mankind which is nearest to man, we find those who in eastern mysticism are called Dhyani, in Christian terminology Angels, Angeloi. We have often spoken of these superhuman Beings of the first category, and you know the relationship in which they stand to us. We know that, under quite different conditions of life, they too were once human; that was during the Moon evolution, at the time when our present Earth was passing through its previous embodiment. At that time these Angel Beings, who today take part in the guidance of humanity, were themselves passing through their human stage; thus at the commencement of the present evolution of the Earth they had got so far that today they stand one stage higher than humanity; at the end of Earth evolution that part of humanity which reaches the goal of the present Earth evolution will be as far advanced as the Angels were at the end of the Moon evolution. Hence these Beings are particularly fitted to be responsible for this guidance at the point where it is nearest to man. They are at work within our human evolution.
[ 4 ] Nun ist aber allerdings in aller Entwickelung die Sache so, daß im Grunde genommen niemals ein Ding dem anderen, eine Epoche der anderen vollständig gleicht, und wenn ich sage, daß die Engelwesen, die Angeloi, die nächsten Führer der Menschen waren, so gilt das wiederum durchaus nicht allgemein. Es dürfte also nicht gleich wieder jemand sagen: dann also haben Engel die Menschheit geführt in der ersten nachatlantischen Kulturperiode, in der uraltpersischen, in der ägyptisch-chaldäischen Periode und so weiter. Man würde dann wiederum in abstrakter Weise alles gleich denken. So sind die Dinge in der wirklichen Welt nicht. Da unterscheiden sie sich in der mannigfaltigsten Weise. In dem unmittelbarsten Sinn des Wortes gibt es eigentlich nur zwei nachatlantische Kulturperioden, in welchen die Engelwesen die unmittelbare und in einer gewissen Beziehung selbständige Führung der Menschheit besorgen, und das ist die dritte nachatlantische Kulturepoche, die ägyptisch-chaldäische, und unsere eigene, die fünfte Kulturepoche. In der ägyptisch-chaldäischen Zeit waren es die Engel, welche die eigentlichen Führer jener Kulturepoche waren. Wie besorgten sie denn diese Führung? Man darf da an ein Wort erinnern, welches sich ja auch bei dem großen griechischen Geschichtsschreiber Herodot findet.
[ 4 ] Now we invariably find in evolution that one thing, one epoch, is never exactly like another, and when we say that the Angels were the leaders nearest to men, that is not to be taken as of universal application. Thus no one should say, ‘then Angels were leaders of humanity in the first postAtlantean culture-epoch, in the Persian epoch, in the Egypto-Chaldean epoch, and so on.’ To do so would be to think in a very abstract way. Things are not like that in the real world; there are all sorts of distinctions. As a matter of fact, there are only two post-Atlantean epochs in which the Angels have the direct and in a way, independent guidance of humanity—the third, the Egypto-Chaldean, and our own, the fifth epoch. In the Egypto-Chaldean epoch it was Angels who were the actual leaders of the epoch. How did they carry out their leadership? On this point we may quote the Greek historian Herodotus.
[ 5 ] Als die alten Ägypter einmal gefragt wurden, welches ihre großen alten Führer waren, da antworteten sie: Die Götter! In der Sprache der alten Menschheit sind mit Göttern diese Engelwesen gemeint, und im vollen Ernst wollten die alten Ägypter, die unterrichtet waren von solchen Dingen, sagen, daß es dazumal nicht die normalen Menschen waren, welche die Menschheit führten, sondern daß tatsächlich Wesen übermenschlicher Natur, die ihre Menschheitsstufe auf dem alten Mond schon abgeschlossen hatten, die Führer waren. Aber diese Führer der Menschheit in der alten ägyptisch-chaldäischen Kultur konnten nicht in einem menschlichen physischen Leib unmittelbar erscheinen. Der physische Leib, den wir Menschen tragen, ist ein Erdenprodukt, er hängt ganz an den Daseinsbedingungen der Erde, und nur jene Wesen, die während der Erdenzeit ihre Menschheitsentwickelung durchmachen - das sind eben die Menschen -, haben eine seelische Konstitution, eine seelische Verfassung, die sich ausleben kann in dieser Hülle des menschlichen physischen Leibes. Weil nun die Engel oder Angeloi ihre Menschheitsstufe schon auf dem alten Mond durchlebt haben, ist es für sie unmöglich, sich mit einer solchen Hülle zu umgeben, wie der menschliche physische Leib es ist. Sie konnten also nicht etwa herabsteigen und sich in einem physischen fleischlichen Menschenleib inkarnieren. Also als Menschen wandelten diese alten Führer der ägyptisch-chaldäischen Zeit nicht auf der Erde herum. Dafür aber gab es hellseherische Menschen, die zugänglich waren der Inspiration aus den geistigen Welten, die konnten in Momenten, wo sie ganz besonders dieser Inspiration zugänglich waren, jene führenden Wesenheiten vor sich sehen und sich selbst mit ihrer Substanz durchdringen. Sie gaben gleichsam ihren eigenen Leib hin, diese alten Hellseher, sagten gleichsam zu den führenden Wesenheiten: Hier hast du mein Leibliches, dringe ein in es, durchgeistige es, inspiriere es! - Dann wandelte auf der Erde in dieser alten ägyptisch-chaldäischen Zeit ein gewöhnlicher Mensch, der aber ein Hellseher war. Das, was er sagte und tat, was er lehrte, sprach und wirkte in ihm und durch ihn, wie wenn er selber das Instrument wäre - eine höhere Wesenheit sprach, die ihre Menschheitsentwickelung auf dem alten Mond abgeschlossen hatte. So war in der alten ägyptisch-chaldäischen Zeit die Führung, welche vorzugsweise bestrebt war, die Menschheit in gerader Linie vorwärtszubringen, ungehemmt die Entwickelung zum Erdenziel hin zu fördern. Also Engel oder Angeloi, die ihre Menschheitsstufe auf dem alten Mond abgeschlossen hatten, inspirierten die höchsten hellsehenden Persönlichkeiten der ägyptisch-chaldäischen Zeit und wurden, indem sie sich dieses Werkzeuges bedienten, Könige und Priester, die führenden Persönlichkeiten der ägyptisch-chaldäischen Kulturepoche.
[ 5 ] Once when the ancient Egyptians were asked who were their great leaders they answered, ‘the gods’. In the language of olden time ‘the gods’ meant these Angelic Beings, and the ancient Egyptians who were instructed in such things said quite seriously that at that time those who were the leaders of mankind were not normal men, but Beings of a superhuman nature, Beings who had already completed their human stage during the Moon evolution. But these leaders of humanity in the Egypto-Chaldean culture-epoch were unable to appear directly in human bodies. The physical bodies which we men have are an Earth product, wholly dependent upon earthly conditions of existence; and only beings who are going through their human evolution on the Earth—that is to say, only men—have a constitution of soul able to live out their lives in this sheath of the human physical body. Because the Angels went through their human stage on the Moon, it is impossible for them to clothe themselves in such a sheath as the human physical body. Thus they could not descend into incarnation in physical, fleshly bodies. These leaders of the Egypto-Chaldean epoch did not tread the Earth in human form. There were however men gifted with clairvoyance who were susceptible to inspiration from the spiritual worlds. In moments when they were specially open to these inspirations they were able to see before them those guiding Beings and to permeate themselves with their substance. These old clairvoyants offered up their bodies to the guiding Beings, they said to them, as it were, ‘Behold my body; enter into it, permeate it with spirit, inspire it.’ Thus in the Egypto-Chaldean epoch there walked on Earth an ordinary man, but one who was clairvoyant; what he said and did and what he taught was spoken and enacted in him and through him as the instrument of a higher Being, one who had completed his human development on the Moon. This was how the Egypto-Chaldean epoch was guided, and this guidance endeavoured above all to direct humanity along the straight line of evolution, to further its unfettered development towards the goal of the Earth. Thus Angels—Angeloi—who had completed their human stage on the Moon, inspired the loftiest seers of the Egypto-Chaldean epoch, and through their instrumentality became kings and priests, the leading personalities of the period.
[ 6 ] Neben diesen führenden Individualitäten gab es nun aber noch andere. Die führenden Individualitäten würde man also vergeblich in ihrer Eigenart selbst in einem menschlichen Leibe gesucht haben. Jene aber waren in einer anderen Lage. Das waren diejenigen, welche gewissermaßen auf der untersten Stufe der luziferischen Entwickelung standen, Engelwesenheiten, welche auf dem alten Monde ihre Entwickelung nicht abgeschlossen hatten, die nicht das volle Menschheitsziel auf dem alten Monde erreicht hatten, die also, als die Erde begann, selber noch nicht so weit waren, wie die Menschen am Ende der Erdenentwickelung sein werden, wenn sie ihr volles Ziel erreicht haben. Diese Wesenheiten ließen ebenso ihre Kräfte, ihre Impulse in die ägyptisch-chaldäische Zeit hineinfließen; sie waren aber, weil sie eben noch nicht ihre Menschheitsstufe vollständig abgeschlossen hatten, nun fähig, in einem fleischlichen menschlichen Leib auf der Erde herumzuwandeln. Sie inkarnierten sich, verkörperten sich in einem fleischlichen menschlichen Leib und wandelten als wahrhaftige Menschen unter den anderen Menschen herum. Von solchen Individualitäten, die nicht nur etwa bei den alten Chaldäern und Ägyptern vorhanden waren, sondern bei allen Völkern der damaligen Zeit, sprechen die alten legendenhaften Nachrichten von Menschen, die auf Erden wandelten, die aber eigentlich ihrem inneren Seelenwesen nach zurückgebliebene Engelwesenheiten des alten Mondes waren. Auch die alten Griechen sprachen, wenn sie von ihren Heroen redeten, von solchen Individualitäten, so zum Beispiel Kekrops und Kadmos. Alle die großen Kulturführer, die nun nicht nur inspirierten, sondern die tatsächlich unter den anderen Menschen herumwandelten als Menschen im physischen Leib, aber nicht eigentlich Menschen, sondern in ihrer menschlichen Form Maja waren, die in Wahrheit zurückgebliebene Mondenwesen waren, diese Individualitäten waren die Heroen, das waren die übermenschlichen Gestalten, die sozusagen auf der untersten Stufe der luziferischen Wesenheiten standen. Welche Aufgabe haben denn eigentlich diese Wesenheiten? Oh, es ist weise angeordnet in der Gesamtentwickelung der Welt, daß nicht etwa nur diejenigen Wesenheiten ihre rechten Aufgaben haben, die in gerader Linie unmittelbar vorwärts die Evolution leiten. Man möchte sagen, wenn der Mensch nur jener geistigen Führung unterstünde, die von diesen normal entwickelten Wesenheiten geleitet wird, dann würde er gleichsam zu rasch und mit zu wenig Schwere vorwärtseilen in der Entwickelung. Es braucht die Entwickelung Hemmnisse, damit das richtige Tempo eingehalten werden kann. Es braucht die Entwickelung eine gewisse Schwere, ein Gewicht. Die Kräfte, die vorwärtseilen, können sich nur dadurch recht stark machen, daß sie sich am Widerstande stärken. Die Aufgabe, der Evolution Gewicht zu verleihen, Schwere, haben diejenigen Wesenheiten, die zurückgelassen worden sind von der weisen Weltenlenkung während der planetarischen Mondenentwickelung.
[ 6 ] Side by side with these individualities there were yet others. One would have sought in vain for the leading individualities in human bodies. But there were others in a different position. They were Angel Beings in the lowest stage of Luciferic development, Angel Beings who had not completed their evolution on the Moon, who had not attained the goal of lunar humanity, thus Beings who, when the Earth evolution began, were themselves not so far advanced as men will be at the end of Earth evolution, if they reach their full development. These Beings too instilled their forces into the Egypto-Chaldean civilisation; but just because they had not fully completed their human stage, they were able to tread the Earth in human fleshly bodies. They incarnated in human bodies and mixed with the rest as real men. Legends are to be found among all peoples of such individualities, not only in Chaldea and Egypt, but among all the peoples of that time; they tell us of men who dwelt on Earth, but who were really in their inner soul-nature backward Angel Beings from the Moon. It was these individualities that the Greeks were referring to, when they spoke of their Heroes—for example, Cecrops and Cadmos. None of the great leaders of civilisation were actually men (I am not now speaking of the ones who only inspired men, but of those who really dwelt among men in physical bodies); their human form was maya, they were in truth backward Moon Beings. These individualities were the Heroes, superhuman Beings who were in the lowest of the Luciferic ranks. What then was the actual task of these Beings? It is wisely decreed in the plan of universal evolution that not only those Beings who guide evolution along its line of direct advance have legitimate tasks; if man were only subject to the spiritual guidance of those normally developed Beings, he would push forward in his evolution too swiftly, with too little weight, too little gravity. Evolution has need of hindrances in order that the right tempo can be maintained. Evolution needs a certain weight. The progressive forces gain strength only by meeting with resistance. Those Beings who by the wise guidance of the world lagged behind during the Moon evolution have the task of imparting weight to evolution.
[ 7 ] Ich sagte, es wäre nun unrichtig, wenn man das, was ich eben geschildert habe von der ägyptisch-chaldäischen Kulturperiode, etwa anführen wollte für alle Kulturepochen. Es war in der urpersischen Kulturentwickelung nicht so. Da waren gewissermaßen jene Engelwesen nicht so selbständig in der Führung der Menschheit, sie unterstanden in viel unmittelbarerer Weise den Erzengelwesen oder Archangeloi, so daß man in gewisser Weise sagen kann, die urpersische, die Zarathustra-Kultur, steht ebenso unter der geistigen Führung der Erzengelwesen oder Archangeloi wie die ägyptischchaldäische Kultur unter der unmittelbaren geistigen Führung der Engel oder Angeloi. Geradeso wie die ägyptischen hellsichtigen Könige und Priester inspiriert wurden von Engelwesen, ebenso wurden inspiriert Zarathustra und seine Schüler von Erzengelwesen, Amshaspands. Und wenn wir gar zurückgehen in die erste nachatlantische Kultur, in jene Kultur, von welcher in den Veden nur ein schwacher Nachklang noch herrscht, da kommen wir zu den sogenannten heiligen Rishis, zu den großen Lehrern Indiens. Die waren wiederum inspiriert von einer noch höheren Hierarchie, von den Geistern der Persönlichkeit, Urkräften, Archai, die sich zwar als Werkzeuge der Archangeloi oder Erzengel und Angeloi oder Engel bedienten, die aber dazumal viel unmittelbarer eingriffen als später. Von den Archai oder Urbeginnen waren die alten heiligen Rishis der Inder inspiriert.
[ 7 ] I said that it would be wrong if one were to apply what I have just described for the Egypto-Chaldean epoch to all the culture-epochs. Things were different in the Persian epoch. There it was not the Angels who played the outstanding part in the guidance of humanity; there humanity was much more directly subject to the Archangels or Archangeloi. One may say that the Persian, the Zarathustra culture, was guided by Archangels just as the Egypto-Chaldean culture was under the direct guidance of Angels. And just as the Egyptian clairvoyant kings and priests were inspired by Angels, so Zarathustra and his pupils were inspired by Archangels, Amshaspands. If we go right back to the first post-Atlantean epoch, to the civilisation of which we still get a faint echo in the Vedas, we come to the great teachers of India, who are called the Holy Rishis. The Holy Rishis were inspired by a still higher hierarchy, they were inspired by the Spirits of Personality, the Principalities, the Archai, who of course used the Archangels and the Angels as their instruments, but who at that time intervened far more directly than they did later.
[ 8 ] Wir haben also gleichsam einen Fortschritt der Menschheit zu verzeichnen von der ersten nachatlantischen Kulturepoche durch die folgenden Kulturepochen hindurch, indem immer tiefer stehende Hierarchien in die geistige Führung der Menschheit eingreifen; zuerst in der altindischen Zeit die höchsten, die Archai oder Geister der Persönlichkeit, dann in der urpersischen die nächstniedrige Hierarchie, die Archangeloi oder Erzengel, und dann in der ägyptischen Kultur diejenige, die unmittelbar über dem Menschen steht, die Angeloi oder Engel. Ganz eigentümliche Verhältnisse herrschten während der griechischen Zeit. Da waren diejenigen Wesenheiten die Führer der Menschen, welche von all den übermenschlichen Wesenheiten für sich selbst noch am meisten brauchten, so daß diese Leiter und Lenker der griechisch-lateinischen Zeit den Menschen die größte Selbständigkeit und Freiheit gaben. Denn sie wollten durch ihre Führung für sich ungefähr ebensoviel erreichen, als die Menschen durch sie erreichen konnten. Daher jene wunderbare Erscheinung, daß während der griechisch-lateinischen Zeit die Menschheit wie auf sich selbst gestellt, wie in sich selbst abgeschlossen erscheint. Es gibt keine Kulturepoche seit der alten, atlantischen Katastrophe, in welcher der Mensch so sehr auf sich selbst gestellt war, so sehr darauf aus sein mußte, dasjenige, was in seiner Eigenheit war, aus sich herauszusetzen wie in der griechisch-lateinischen Zeit. Daher sehen wir auch, wie alles in dieser Zeit darauf hinzielt, die menschliche Eigenart in ihrer reinsten Form zum Ausdruck zu bringen. Man könnte sagen, das geschah aus dem Grunde, weil die Zügel von oben, von den leitenden Hierarchien, am wenigsten angezogen waren, weil die Menschen in dieser griechisch-lateinischen Zeit am meisten sich selbst überlassen waren.
[ 8 ] Thus we have to record a continuous progress of humanity from the first post-Atlantean epoch through the succeeding epochs, inasmuch as ever lower ranks of hierarchies intervene in the spiritual guidance of mankind. First in the Indian epoch the highest rank, the Archai or Spirits of Personality, then in the Persian epoch the next lower hierarchy, the Archangels, and in the Egyptian epoch the Beings who are next above man, the Angels. In the Greek period quite special conditions prevailed. At that time the leaders of humanity were the Beings who, of all superhuman Beings, had the greatest need themselves, so that those leaders of the Greco-Latin time gave men the greatest independence and freedom; for they were hoping to attain as much for themselves through their leadership as man could attain through them. Hence in Greco-Latin times we have the remarkable phenomenon that mankind seems to be thrown upon its own resources, seems to be self-sufficient. There has been no epoch of civilisation since the Atlantean catastrophe during which man was thrown so entirely on his own resources, or in which so much depended upon his expressing his own peculiar self as in the Greco-Latin time. Hence we see too how everything in this epoch tends to bring to expression in its purest form the human individuality. It could be said that this was so because the guiding hierarchies slackened the reins, because at this time men were most left to themselves.
[ 9 ] In unserer Kulturepoche, welche die auf die griechisch-lateinische Zeit folgende ist, ist nun wieder etwas höchst Eigentümliches vorhanden. Da greifen wiederum dieselben Wesenheiten ein, die in der ägyptisch-chaldäischen Zeit die Menschheitsführer waren, und wenn wir hellseherisch uns hinauferheben zur unmittelbaren Führung der Menschheit, dann erscheinen uns als unsere geistigen Führer dieselben Wesenheiten, welche auch die Führer der ägyptisch-chaldäischen Zeit waren, sowohl diejenigen Wesenheiten, die dazumal die Menschen nur inspirierten, also die Engel oder Angeloi, die auf dem Monde ihr volles Ziel erreicht hatten, wie auch die Heroen, die Führer der Menschen, die im Fleische herumwandelten, also diejenigen, die ihr volles Mondenziel nicht erreicht hatten, das heißt die luziferischen Wesenheiten. Alle diese Wesenheiten erscheinen wieder. Nur müssen wir festhalten, daß diese Wesenheiten für sich auch eine Entwickelung durchgemacht haben. So wie der Mensch heute auf einer anderen Stufe steht als in der altägyptischen Zeit, so stehen auch jene Engelwesen und Luzifer-Engelwesenheiten heute auf anderen Entwickelungsstufen, als sie gestanden haben, während sie die ägyptisch-chaldäische Kultur führten. Das Führen der Menschheit, die Arbeitsleistung, die sie vollbrachten, indem sie die Menschheit führten, gab ihnen selber eine höhere Entwickelungsstufe. Wenn wir den hellseherischen Blick auf die Akasha-Chronik hinlenken und sehen, wie diese führenden Wesenheiten der Menschheit ausgesehen haben während der ägyptischchaldäischen Periode, so finden wir, daß sie dazumal eine bestimmte Entwickelungshöhe erreicht hatten. Jetzt treten sie wiederum heraus aus dem Dämmerdunkel des Daseins, greifen neuerdings ein in die Menschheitsentwickelung, sind aber selber vollkommenere Wesen geworden. Nur ist wiederum ein Unterschied.
[ 9 ] In our own epoch, which follows the Greco-Latin time, we again find something very distinctive. Hence the same Beings who were the leaders of humanity in the Egypto-Chaldean time intervene again. If in clairvoyant consciousness we lift ourselves into the presence of the leaders of humanity, the same Beings appear to us as our spiritual leaders who were the leaders of the Egypto-Chaldean time, both those who at that time only inspired men, those Angels who had reached their full goal on the Moon, and also the Heroes, the leaders who took on fleshly form, that is to say, those who had not reached their full development on the Moon, the Luciferic Beings. They all appear again. But we must bear in mind that they have all undergone a further development of their own. Just as man today is at another stage than he was in the ancient Egyptian time, so also with these Angels and Luciferic Angels. Their achievement in guiding humanity in the EgyptoChaldean epoch raised them to a higher stage of evolution. If we turn with the eye of seership to the Akasha Chronicle and see how these leading Beings looked during the EgyptoChaldean epoch, we find that at that time they had reached a certain level of development. Now they emerge again from the twilight of existence and intervene anew in human evolution, having meanwhile reached a greater degree of perfection. But there is one difference.
[ 10 ] Wir wollen jetzt für eine Weile absehen von denjenigen Wesenheiten, die damals luziferisch-engelhafte Wesenheiten waren, und wollen unseren Blick richten auf die eigentlichen Engelwesen, welche die vorwärtsschreitende Kultur während der ägyptisch-chaldäischen Zeit lenkten. Da gibt es unter ihnen solche, welche dazumal in dem jetzt angedeuteten Sinn ihre normale Entwickelung erreicht hatten, aber auch damals blieben unter diesen Engelwesen wiederum welche zurück, so daß es solche gibt, die zwar auf dem Monde als Engel oder Angeloi ihre normale Entwickelung erreicht hatten, also als Engel in die Entwickelung unserer jetzigen Erde eintraten, die aber nicht das erreicht haben, was sie hätten auf der Erde erreichen können während der ägyptisch-chaldäischen Kulturzeit. Da sind sie zurückgeblieben, und dadurch sind auch unter diesen noch in der ägyptischen Zeit normalen Wesen wiederum zwei Klassen von Engelwesen entstanden, und es ist wirklich ein großer, gewaltiger Unterschied zwischen diesen zwei Klassen von Engelwesen, ein Unterschied, dessen Verständnis ungeheuer wichtig ist für das höchste Mysterium unserer Menschheitsentwickelung. Gerade auf diesen Unterschied habe ich in anderem Zusammenhang schon etwas hingedeutet, in der Schrift nämlich, die meine vor kurzem in Kopenhagen gehaltenen Vorträge wiedergibt. Wenn wir diesen Unterschied angeben wollen, dann müssen wir auf einen Namen hinweisen, der überhaupt mit der gesamten Erdenentwickelung in dem intensivsten Zusammenhang steht, wir müssen auf den Namen des Christus hinweisen.
[ 10 ] Let us for a moment ignore the Beings who at that time were Luciferic Angels, and turn our attention to the normal Angels, those who during the Egypto-Chaldean epoch directed evolution in the straight line of advance. During that epoch some of them reached the normal goal of their own development, but there were also among them a number who lagged behind. Thus there are some who, although they had attained their normal development on the Moon and thus entered into the evolution of our present Earth as Angels, nevertheless, during the Egypto-Chaldean epoch failed to achieve all that they could have achieved on Earth. At that point they lagged behind. Thus among those Beings who were still in the line of normal development during the Egypto-Chaldean time there arose once more two classes, and there is really an enormous difference between these two classes of Angels. This difference has to do with the loftiest mystery of human evolution, and it is of paramount importance that we should understand it. I have already referred to it in the book The Spiritual Guidance of Man and of Mankind. In order to give an account of this difference we have to introduce the name of Christ, the Christ who is so very closely bound up with the whole range of Earth evolution.
[ 11 ] Nun, wir wissen ja für die äußere Erdenentwickelung, daß der Christus in dem Leibe des Jesus von Nazareth inkarniert war drei Jahre der Erdenentwickelung. Wir wissen, daß das eine einmalige Inkarnation war, denn eine ähnliche Inkarnation war nicht vorhanden vorher und wird nicht da sein nachher. Dasjenige, was da der Christus getan hat, indem er sich drei Jahre lang zum Bewohner eines physischen Menschenleibes gemacht hat, war notwendig für die Menschen auf der Erde, die einmal als sinnlich-irdische Wesen den Christus auch als ein sinnlich-irdisches Wesen unter sich haben sollten. Der Christus aber in seiner ihm eigenartigen Wesenheit ist darin nicht etwa beschlossen, daß er in der Hülle des Jesus von Nazareth drei Jahre war, sondern er ist der Führer und Lenker auch aller Wesenheiten der höheren Hierarchien. Er ist ein umfassendes kosmisches, universelles Wesen, und gerade so, wie er in die Menschheitsentwickelung eintrat durch das Mysterium von Golgatha, so gab es auch Ereignisse für die Wesenheiten der höheren Hierarchien, das heißt, der Christus wurde etwas im Laufe der Zeit für alle diese Wesenheiten der höheren Hierarchien.
[ 11 ] We know that as far as concerns Earth-development on the physical plane Christ was incarnated for three years in the body of Jesus of Nazareth. We know that that incarnation took place once for all, that there had been no previous incarnation, and that there will be no other like it. What the Christ did by dwelling for three years in a human body was necessary for human beings on the Earth, it was necessary for men as earthly beings of sense to have the Christ also among them once as an earthly being of sense. But in His essential nature the Christ is not restricted to His life for three years in the sheaths of Jesus of Nazareth; He is also the leader of all the Beings of the higher hierarchies. He is an all-embracing, cosmic, universal Being. Just as through the Mystery of Golgotha He entered into human evolution, so for the Beings of the higher hierarchies corresponding events took place. That means that as time went on Christ brought something about for all these Beings of the higher hierarchies. How did this happen?
[ 12 ] Wie geschah das? Während der ägyptisch-chaldäischen Zeit sagte ich Ihnen - haben die geschilderten Engelwesen eine Entwikkelung durchgemacht, so daß sie heute als höher entwickelte Wesen als dazumal erscheinen und in die Führung der Menschheit eingreifen. Wodurch ist es ihnen möglich geworden, eine höhere Entwikkelungsstufe zu erreichen? Nun, weil sie, während sie die Seelen der Menschheit leiteten in der ägyptisch-chaldäischen Zeit, zugleich sich selber zu Schülern des Christus in der geistigen, in der übersinnlichen Welt machten. Der Christus war der Lehrer der Engelwesen während der ägyptisch-chaldäischen Zeit. Damals ist sein Impuls in sie eingeflossen, und jetzt erscheinen sie deshalb auf höherer Entwickelungsstufe, weil sie sich mittlerweile mit dem Christus-Impuls durchdrungen haben. Würden wir also jene Lenker und Leiter, jene geistigen Führer der ägyptisch-chaldäischen Kulturepoche da ins Auge fassen, wo die griechisch-lateinische Zeit beginnt, so müßten wir sagen: Die Höchstentwickelten der geistigen Führer, die am meisten sich vorbereitet haben, auch in höchster Weise in unsere, in die fünfte Kulturepoche einzugreifen, hatten am Beginne der griechisch-lateinischen Zeit den Christus-Impuls, den sie vorher nicht hatten, in sich aufgenommen, waren durchchristet und wirken jetzt als durchchristete Wesenheiten von den höheren Welten herunter. Ebenso aber haben die Erzengel oder Archangeloi, welche in der Zeit, als sie den Zarathustra und seine Schüler inspirierten, noch nicht durchchristet waren, mittlerweile den Christus-Impuls in sich aufgenommen und werden in der sechsten Kulturepoche, die der unseren folgen wird, die geistigen Führer der Menschheit sein. Dann aber werden sie wieder gegenüber dem, wie sie da waren in der urpersischen Zeit, als durchchristet erscheinen in der sechsten Kulturepoche. Und jene Archai, die Geister der Persönlichkeit, welche die Inspiratoren der heiligen Rishis in der altindischen Kulturepoche waren, haben auch mittlerweile den Christus-Impuls aufgenommen und werden die geistigen Führer der siebenten nachatlantischen Kulturperiode sein. Da wird auf der Erde in einer gewaltigen Größe das alles erscheinen, was einstmals durch den Mund der heiligen Rishis in der altindischen Zeit der Menschheit verkündet worden ist, was aber dann in der siebenten nachatlantischen Kulturepoche bei den fortgeschrittensten Menschen ganz durchleuchtet und durchglüht und durchfeuert sein wird von dem Christus-Impuls. Die heiligen Rishis werden wieder auferstehen im Glanze der Christus-Sonne in der siebenten Kulturepoche der nachatlantischen Menschheit. So sehen wir, daß für die Wesenheiten dieser vier Hierarchien, daß für die Menschen, aber auch für die Engel, Erzengel und Archai das Mysterium von Golgatha, das Christus-Ereignis, durchgreifend das Höchste bedeutet, von dem wir in unserer kosmischen Entwickelung als Menschen sprechen können.
[ 12 ] During the Egypto-Chaldean epoch, as I have already said, the Angels went through an evolution which has enabled them to take over the leadership of mankind today as more highly developed Beings. What made it possible for them to reach a higher stage of evolution? It was because they themselves, while they were guiding human souls in the Egypto-Chaldean epoch, became pupils of Christ in the spiritual, super-sensible world. During the Egypto-Chaldean epoch Christ was the teacher of the Angels. His impulse flowed into them during that epoch, and it is because of this, because they have meanwhile been permeated by Christ that they now appear at a higher stage of development. Thus if at the time when the Greco-Latin age begins we were to look at those Beings who had been the spiritual leaders of the Egypto-Chaldean epoch, we should say that by the beginning of the Greco-Latin age the most highly developed of them, those who were the best prepared to play a leading part in our fifth epoch, had received into themselves the Christ Impulse, which formerly they did not have, and that as Christ-filled Beings they now influence mankind from the higher worlds. In the same way the Archangels, who when they acted as the inspirers of Zarathustra and his pupils had not yet been ‘Christ-ened’, have meanwhile absorbed the Christ Impulse, and in the sixth culture-epoch, the epoch following our own, they will be the spiritual leaders of mankind. But in contradistinction to what they were in the Persian epoch, in the sixth epoch they will appear as Christ-filled Beings. The Archai, the Spirits of Personality, who were the inspirers of the Holy Rishis in the Indian epoch, have also meanwhile absorbed the Christ Impulse, and they will be the spiritual leaders of the seventh post-Atlantean epoch. Then everything which was once proclaimed to mankind by the voice of the Holy Rishis will come to pass in great glory and majesty; but in the most advanced men of the seventh culture-epoch it will all be illuminated, inflamed, set on fire by the Christ Impulse. The Holy Rishis will rise again in the splendour of the Christ Sun in the seventh culture-epoch of post-Atlantean humanity.Thus we see that for the Beings of these four hierarchies—not only for man, but also for Angels, Archangels and Archai—the Christ-event signifies the very highest experience of which we in our cosmic evolution can speak.
[ 13 ] Wodurch sind die Wesenheiten, von denen wir gesagt haben, daß sie zurückgeblieben sind, denn eigentlich zurückgeblieben? Sie sind zurückgeblieben aus dem Grunde, weil sie den Christus-Impuls abgelehnt haben, so daß also die eine Klasse, die eine Kategorie von führenden Wesenheiten jetzt herauskommt, die den Christus aufgenommen hat; die andere Klasse aber, die zurückgebliebenen Engelwesenheiten, wirken wiederum so herein in unsere Kulturperiode, daß in ihrem Wirken der Christus-Impuls nicht zu schauen ist, daß sie nicht durchchristet sind. Und während die mit dem Christus-Impuls erfüllten Engel oder Angeloi der ägyptisch-chaldäischen Zeit jetzt solche Kräfte der Menschheitsentwickelung einflößen, welche die Menschheit hinaufleiten zu spirituellem Leben, zur Spiritualität, suchen die anderen Wesenheiten, die den Christus-Impuls abgelehnt haben, alles, was wir als materialistische Kultur und Wissenschaft bezeichnen können, der Menschheit als Inspiration zu geben. Deshalb wirkt in unserer Zeit so sehr durcheinander dasjenige, was vom reinsten Christus-Impuls durchzogen zur Spiritualität die Menschheit hinaufführen soll, dem wir uns widmen, wenn wir in echtem Sinne das Ziel der Geisteswissenschaft verfolgen, und daneben die anderen Inspiratoren, die die Durchchristung ablehnen und das materielle Element in die Menschheitskultur hereinzuführen bestrebt sind. Diese also charakterisierten zwei Strömungen gehen in unserer Zeit durcheinander. Unsere Zeit ist nur zu verstehen, wenn man weiß, daß in ihr diese zwei Strömungen der geistigen Führung herrschen. Sobald man das nicht auseinanderhalten kann und der einen oder anderen fanatisch huldigt, ist man nicht in der Lage, klar zu durchschauen, wie eigentlich unsere Kultur verläuft. Wir haben unter der Führung der nichtdurchchristeten Angeloi eine Wissenschaft heute bekommen, die ganz abstrakt, ganz unspirituell ist. Und wir haben den Drang, hinaufzugehen in die Spiritualität, weil immer stärker und stärker gerade in unserer Kulturperiode die anderen gekennzeichneten Engel in die Menschheitsführung eingreifen. Alle die großen, geistigen Führer der Menschheit, welche vorwärtstreiben, haben sich in der nachatlantischen Zeit zu irgendeiner Epoche, seien sie Engel oder Erzengel oder Archai, dem Christus-Impuls ausgesetzt, wie sich die Menschen auf der niedrigsten Stufe diesem ChristusImpuls ausgesetzt haben durch das Mysterium von Golgatha. Da sehen wir das Bedeutsame des Eingreifens des Christus-Impulses in die Menschheitsentwickelung. Nun müssen wir uns natürlich klar sein darüber, daß jene Wesenheiten, die gerade die höchsten, die am meisten zur Spiritualität vorwärtsdrängenden waren, schon in der alten ägyptisch-chaldäischen Zeit nicht in einem menschlichen fleischlichen Leibe inkarniert werden konnten. Daher können sie es natürlich um so weniger in unserer Zeit. Die wichtigen, die hervorragenden geistigen Führer der Menschheit müssen wir heute auch suchen durch den hellseherischen Blick, durch die geisteswissenschaftliche Erkenntnis in der übersinnlichen Welt, und es würde falsch sein, wenn wir die höchsten Führer der Menschheit, die eigentlich vorwärtsdrängenden und maßgebenden, verkörpert finden wollten in einem physischen Menschenleib.
[ 13 ] Why was it that certain Beings lagged behind? It was because they rejected the Christ Impulse. Thus we now have one class, one category, of guiding Beings who have accepted the Christ, but in the action upon our own epoch of another category, the backward Angelic Beings, there is no trace of the Christ Impulse to be found. They have not been ‘Christened’. Whereas the Angels who since Egypto-Chaldean times have been filled with the Christ Impulse now imbue human evolution with forces which lead them upwards to a spiritual life, the other Beings, those who rejected the Christ Impulse, seek to give to humanity for their inspiration everything which we can call materialistic culture and materialistic science. Hence the confusion prevailing in our time between the inspiration derived from the purest Christ Impulse, which should guide humanity upwards to spirituality—and it is to this which we devote ourselves when we follow strictly the goal of Spiritual Science—and the other inspirers who have turned away from the Christ and are concerned to introduce the material element into human civilisation. These two tendencies intermingle in our time. We can only understand our own epoch if we are aware that these two currents of spiritual leadership dominate it. So long as we cannot distinguish between them, and so long as we fanatically uphold one or the other of them, we are not in a position to understand clearly the course of our civilisation. Today under the guidance of the Angels who have rejected the Christ Impulse we have a science which is quite abstract, entirely unspiritual. We have the urge to rise to spirituality because the other Angels whom I have described are gaining an ever stronger hold upon the guidance of humanity. All the great spiritual Beings who lead humanity forwards, whether as Angels, Archangels or Archai, have at some time since Atlantis been open to the Christ Impulse, just as at the lowest level man was open to it through the Mystery of Golgotha. That is what the intervention of the Christ Impulse means in human evolution. Of course we have to be quite clear that the Beings who were pressing forward towards spirituality with the greatest intensity could not become incarnated in human physical bodies even in the Egypt-Chaldean epoch. Even less so can this happen in our own time. Even today we have to seek for the outstanding spiritual leaders of humanity in the spiritual world through the eye of seership, through spiritual-scientific knowledge; to expect to find the highest leaders of humanity, the really progressive authoritative leaders, incarnated in human bodies would be quite wrong.
[ 14 ] In einer gewissen Beziehung macht nun von dieser allgemeinen Regel, daß die eigentlich führenden Individualitäten sich während der Erdenentwickelung nicht in einem physischen Menschenleib inkarnieren, eben der Christus eine Ausnahme, indem er drei Jahre lang in einem physischen Menschenleib inkarniert war. Woher rührt das? Das müssen wir uns fragen. Es rührt davon her, daß die Christus-Wesenheit in all ihren Kräften, in all ihren Impulsen eine wesentlich höhere Individualität ist als alle Individualitäten der sonst charakterisierten Hierarchien, wie wir das ja schon aus den anderen Auseinandersetzungen gesehen haben, die auch über den Archangeloi und Archai steht, die wir in ihrer vollen Größe und Fülle nur ahnen können. Durch diese stärkeren Kräfte und Impulse war es dieser Individualität möglich, zu einem Ziel, das wir noch näher kennenlernen werden, zu kommen, eben durch drei Jahre als ein Opfer eine menschliche fleischliche Hülle anzunehmen. Aber mit diesem Annehmen der menschlichen fleischlichen Hülle durch den Christus, das zu dem Mysterium von Golgatha geführt hat, ist etwas anderes verbunden, und es ist wichtig, daß man dieses andere versteht.
[ 14 ] From the universal rule that the real, guiding individualities do not incarnate during Earth evolution in human bodies, the Christ in a certain respect forms an exception, since He was incarnated for three years in a human body. What is the reason for this? It is because the Christ Being in all His forces, in all His impulses, is an essentially higher Being than any of the individualities of the hierarchies we have described—an Individuality even higher than the Archangels and the Archai, a Being of whose full greatness we can only be dimly aware. These stronger forces and impulses enabled this Individuality to fulfil a purpose that we shall come to understand more closely; they enabled Him to assume a human fleshly sheath as a sacrifice for three years. But something else is connected with this assumption of human bodily sheaths by the Christ which then led to the Mystery of Golgotha—something which it is important for us to understand.
[ 15 ] Wenn man sich auf dieses andere einläßt, begreift man erst so recht nicht nur das Wesen des Christus selber, sondern auch das Wesen einer anderen Gestalt, von der wir wissen, daß sie eine ganz bedeutsame Rolle in der Menschheitsentwickelung spielt, der wir auch schon öfters in unseren Vorträgen nahegetreten sind, die aber natürlich auch nur nach und nach vollständig von uns charakterisiert werden kann, nämlich der Individualität des Luzifer. Fassen wir einmal ins Auge diese zwei Individualitäten, den Christus auf der einen, den Luzifer auf der anderen Seite, und nehmen wir von dem Christus zunächst die eine Eigenschaft nur, daß er einmal auf die Erde bis zu der Verkörperung in einem physischen Menschenleib herabstieg, drei Jahre in einem solchen physischen Menschenleibe weilte. Was ist denn die Folge gewesen dieses Ereignisses, das mit dem Mysterium von Golgatha seinen Abschluß gefunden hat auf dem physischen Plan? Die Folge davon war, daß nun die Äther- und Astralsphäre der Erde ganz substantiell durchzogen wurde von der Christus-Wesenheit. Während die Erde vorher in ihrer Äther- und Astralsphäre nicht die Wesenheit in sich hatte, die wir als Christus bezeichnen, ist sie seither durchdrungen, wie durchsättigt von der Christus-Wesenheit. Wir finden dies auch angedeutet in den Worten, welche die Theodora in unserem Rosenkreuzerdrama, «Die Pforte der Einweihung», spricht. Und wer in entsprechendem Sinne hellsichtig wird, wie Paulus hellsichtig wurde, der schaut in die Äthersphären der Erde und sieht die Christus-Wesenheit, was früher unmöglich war selbst für den höchsten Hellseher, was erst möglich geworden ist durch das Mysterium von Golgatha. Auch ist Ihnen bekannt, daß gerade das 20. Jahrhundert es ist - unsere Zeit also -, in welchem eine Anzahl Menschen dieses Ereignis von Damaskus wiederholen und den ätherischen Christus erkennen wird, so daß die Menschen immer mehr und mehr zu einer Erkenntnis des ätherischen Christus durch ihre Weiterentwickelung sich hinaufschwingen werden.
[ 15 ] It is only when we reflect upon this other factor that we are able to grasp not only the nature of Christ Himself, but also the nature of another figure, of whom we know that he plays a very considerable role in human evolution, a figure of whom we have already often treated in our lectures, but who can only gradually be fully characterised—I mean Lucifer. Let us consider these two individualities, Christ on the one hand and Lucifer on the other, and let us take to begin with only one characteristic of the Christ—that He once descended to Earth so far as to incarnate in a human physical body, that He dwelt for three years in such a body. What then is the consequence of the event which culminated on the physical plane in the Mystery of Golgotha? The consequence was that now the etheric and astral spheres of the Earth became substantially permeated by the Christ Being. Whereas previously the Being whom we know as Christ was not there, now the etheric and astral spheres have become permeated through and through by Him. This is hinted in the words spoken by Theodora in my Mystery Play The Portal of Initiation. Anyone who becomes clairvoyant in the manner of St. Paul sees into the etheric sphere of the Earth and perceives there the Christ—something which at an earlier time was not possible even for the most advanced clairvoyant, something which was first made possible by the Mystery of Golgotha. You know that it is actually in the twentieth century, actually in our own time that a number of men will repeat this event of Damascus and recognise the Christ. Through their further development men will raise themselves ever more and more to a recognition of the etheric Christ.
[ 16 ] Dieses aber bezeugt Ihnen, daß es ein Wesentliches der ChristusEntwickelung ist, daß .man die Erde in bezug auf ihre physische Materialität nach dem Mysterium von Golgatha weit und breit durchsuchen könnte, wo man wollte, wo es ein Physisches gibt auf der Erde, und man könnte da die Christus-Substanz als solche nicht verkörpert finden. Und dennoch ist die ganze Erde durchsetzt von der Christus-Substanz, weil diese Christus-Substanz bis zur Äthersphäre der Erde herabgeht und in alle Zukunft gefunden werden kann in der Äthersphäre der Erde, niemals aber bis zur physischen Verdichtung in einen fleischlichen Leib herabgehen könnte. So wie die Schale einer Schnecke, so ist dasjenige, was heute physisch an der Erde ist, ein Schalenhaftes, welches einstmals, wenn die Erde am Ziele ihrer Entwickelung angelangt sein wird, abfallen wird von der Gesamtheit der Menschenseelen, wie heute der physische Leib im Tode abfällt von der einzelnen Menschenseele. Es wird einen Erdentod geben, wenn die Erde an ihrem Entwickelungsziel angelangt sein wird. Wie heute die einzelne Menschenseele, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, den physischen Leib abwirft und in ein geistiges Reich eingeht, so wird die Gesamtheit der Menschenseelen beim Erdentode in eine geistige Sphäre übergehen und wird wie eine Schlacke, wie eine Schalenhülle alles das abwerfen, was heute das Physische der Erde ist. Wo wird dann die Christus-Substanz sein, wenn die Erde ihren Erdentod erlitten haben wird? Nun, sie wird durchdringen die. Gesamtheit der Menschenseelen, die sich herausheben aus dem Erdenleichnam, aus der Erdenschlacke. Die Christus-Wesenheit geht mit der Gesamtheit der Menschenseelen weiter in die geistigen Sphären hinauf, um später die nächste Verkörperung des Erdenwesens, das, was wir in der Geisteswissenschaft den Jupiter nennen, zu erreichen. Das ist das Wesentliche der Christus-Wesenheit, daß sie ganz vergeistigt die Menschheit in ihrer Entwickelung fernerhin leitet und daß sie nicht eingeht in irgend etwas Physisches, sondern diesem Physischen zunächst nur bis zum Erdentode nahesteht, indem das Ätherische dieses Physische durchsetzt, dann aber abwirft als Leichnam, wenn die Erde am Ziele ihrer Entwickelung angelangt sein wird. Nichts, aber auch nichts behält der Christus zurück seit dem Mysterium von Golgatha, das ihn wieder zur Sehnsucht führen könnte, irgendeinen physischen Leib, der auf der Erde herumwandelt, anzunehmen; es ist der völligste Verzicht auf jegliche physische Materialität.
[ 16 ] This shows you that it is an essential feature of the evolution of Christ that after the Mystery of Golgotha, search as we may in the physical realm, we shall not find the Christ substance as such incarnated there. Nevertheless the Earth is saturated by the Christ substance, because it reaches right down to the etheric sphere of the Earth, and will be able to be found there for all time, though it could never condense to the physical in a body of flesh. Today what is physical upon Earth is like a snail shell, which one day when the Earth has reached the goal of its evolution will fall away from the totality of human souls, just as the physical body now falls away from the individual soul at death. There will be a death of the Earth when it has reached the goal of its evolution. Just as today the individual soul throws off the physical body and enters a spiritual realm when man passes through the gate of death, so at the death of the Earth the totality of human souls will pass over into a spiritual sphere, and will cast off as dross, as husk, what today constitutes the physical element of the Earth. Where will be the Christ-substance when the Earth has undergone its earthly death? It will permeate the totality of human souls, who will rise out of the corpse of the Earth, out of the earthly dross. The Christ Being, together with the totality of human souls, ascends further into the spiritual realms, in order later to come to the next incorporation of the Earth, which in Spiritual Science we call Jupiter. That is the essence of the Christ Being, that in a wholly spiritualised form He continues to lead mankind in its development; He does not enter into any kind of physical manifestation, but for the time being remains close to the physical, but only until the death of the Earth; He remains close to the physical inasmuch as it is permeated by the etheric, but when the Earth has reached the goal of its evolution, the physical will be cast off as a corpse. Since the Mystery of Golgotha the Christ has retained absolutely nothing which could arouse in Him a desire to assume any kind of physical body. His renunciation of all physical substance is absolute.
[ 17 ] Das ist das große Geheimnisvolle, das mit dem Mysterium von Golgatha verbunden war, drei Jahre in einem physischen Leib durch das Opfer das zu erreichen, daß fernerhin diese ChristusWesenheit nichts zurückläßt in dem, was als Schale der Erde abfallen wird beim Erdentod. Dadurch, daß Christus seit dem Mysterium von Golgatha zwar durchdringt die physischen Substanzen der Erde, aber nicht mit ihnen sich verbindet, wird nichts in der Wesenheit des Christus bleiben, das sich zurücksehnen könnte nach der abgeworfenen Erdenschale bei dem Erdentode. Diese Erdenschale wird abgeworfen werden beim Erdentode. Sie wird als ein Stern ferner glänzen, und von denjenigen Planeten aus, die außer der Erde sind und dann mit Wesen bevölkert sind, die hinausschauen werden in den Himmelsraum, wird die Erde gesehen werden als ein Stern, der im Himmelsraum schwebt. Werden nun mit diesem Stern, der da als Erdenschlacke beim Erdentod abgefallen sein wird, alle Wesen gar keine Verbindung mehr haben, wie der Christus und alles, was zu ihm gehört? Nein.
[ 17 ] That is the great secret connected with the Mystery of Golgotha, that by the sacrifice of His three years passed in a physical body, the Christ Being brought it about that nothing of Him will be left behind in the Earth-husk which will fall away at the death of the Earth. Because, though the Christ does indeed permeate the Earth's physical substances, He does not since the Mystery of Golgotha unite Himself with them, nothing remains in His nature which could look back with longing towards the cast-off husk at the death of the Earth. This husk will be cast off, it will shine from afar like a star. It will be seen by Beings then dwelling upon the outer planets as they gaze outwards into the heavenly spaces. Will not only the Christ and those belonging to Him, but all other Beings, cease to have any connection with this star which will be cast off as dross at the death of the Earth? Not at all.
[ 18 ] Ich habe Ihnen eben gesprochen von jenen Wesenheiten, die zum Beispiel in der ägyptisch-chaldäischen Zeit abgelehnt haben den Christus-Impuls. Unter diesen gibt es solche, die ihn auch später ablehnen werden. Das werden jene Wesenheiten sein, welche unter Umständen sich nun auch in der Folgezeit in einem physischen, materiellen Leib auf der Erde inkarnieren und als physische Menschen auf der Erde herumwandeln. Aber zugleich werden sie diejenigen sein, die in gewisser Weise Sehnsucht nach jenem Stern haben werden, der abgeworfen ist nach dem Erdentode und draußen im Weltenraum, und zwar zunächst als herrlicher, wunderbarer Stern, leuchten wird. Alles, was zum Christus gehört im menschlichen Seelenwesen, wird nach dem Erdentod in der Menschheitszukunft diesen Stern bewundern, aber sich nicht nach ihm sehnen, sich nicht sagen: Auf diesem Stern ist unsere Heimat. — So wenig werden sich diese Menschenseelen oder die Seelen der Wesenheiten der höheren Hierarchien nach jenem Stern hinsehnen, wie sich etwa die Seelen auf der Erde heute nach dem Mars hinsehnen. Sie richten ihr Auge hin auf ihn, empfangen die wohltätigen Wirkungen von ihm, sehnen sich aber nicht danach hin. Was würde denn geschehen, wenn die Christus-Wesenheit nicht in die Erdenentwickelung eingegriffen hätte? Oh, dann würde ein sehr bedeutsamer Unterschied in dem Schicksal der Gesamtmenschheit herrschen. Nehmen wir einmal hypothetisch für einen Augenblick an, die ChristusWesenheit hätte nicht eingegriffen in die Menschheitsentwickelung, dann würde die Erde auch den Tod erleiden, dann würden die Menschen und die höheren Hierarchien sich weiterentwickeln in die geistigen Welten, würden aber hineintragen immerzu die Sehnsucht nach jenem fernen Stern, der als Erdenschlacke mit wunderbarem Glanze in die Welt hineinleuchtet. Mit einer tragischen Sehnsucht würden die Menschenwesen, wenn sie den Christus nicht gehabt hätten, vom Jupiter einst heruntersehen nach dem Sterne, der aus der Erdenschlacke entstanden ist, und sie würden nicht nur bewundern den Stern, sondern würden sagen voll Sehnsucht: Das ist unsere Heimat. Es ist traurig, Jammervoll, daß wir hier sein müssen und nicht auf jenem Stern sein können, der eigentlich unsere wahre Heimat ist. - So wäre der Unterschied gegenüber der wirklichen Entwickelung, wenn der Christus-Impuls nicht mit der Erde verbunden worden wäre. Freizumachen von der Erde, unabhängig für eine kommende zukünftige Entwickelung, das war die Mission des Christus auf der Erde für die Menschen. Wir sehen dieses ganz Grandiose des Christus-Ereignisses, wir sehen, daß die Menschheit reif wird, sich zu zukünftigen Gestaltungen unseres Planeten hin zu entwickeln dadurch, daß sie den Christus auf der Erde gehabt hat. Haben wir nun ein Beispiel, daß es eine solche Sehnsucht gibt von Wesenheiten, die auf einem anderen Planeten wirken und die sich nach irgendeinem Himmelskörper sehnen als nach ihrer wahren Heimat? - Ja, wir haben viele solche Beispiele, aber eines soll jetzt zunächst kontrastiert werden gegenüber dem Christus.
[ 18 ] I have just been speaking, for instance, of those Beings who rejected the Christ Impulse in the Egypto-Chaldean epoch. Some of them will go on rejecting Him. In certain circumstances even in time to come these Beings may incarnate in physical bodies and walk the Earth as men. They will be the ones who will yearn in a way after the star cast off at the death of the Earth, which will radiate in splendour out there in space. After the death of the Earth all those souls who belong to the Christ will in the future admire this star, but they will not hanker after it, they will not say, ‘That star is our home’. Neither these souls nor the souls of the Beings of the higher hierarchies will yearn after this star, any more than souls on the Earth hanker after Mars. They raise their eyes to Mars, receive its beneficent influence, but they do not yearn after it. What then would have happened if the Christ Being had not entered into Earth evolution? There would have been a tremendous difference in the destiny of humanity. Suppose for a moment that the Christ had not entered human evolution; the Earth would still undergo death, human beings and the higher hierarchies would still continue their development in the spiritual worlds, but they would carry into those worlds the perpetual longing for that star which, as the husk of the Earth, would radiate with wondrous brilliance into the universe. Human beings without the Christ would look down from Jupiter with tragic longing towards the star formed of earthly dross, and not only would they admire it, but longingly they would say: ‘That is our home, it is grievous that we have to be here, grievous that we cannot be in our true home upon that star.’ That is the difference it would have made in the course of evolution if the Christ Impulse had not united itself with the Earth. To liberate men from the Earth, to make them free and independent for evolution that is to come in the future, that was the mission of Christ upon Earth. We see the immensity of the Christ-event, we see that it is because Christ has dwelt upon the Earth that humanity will become mature enough to evolve towards the future structure of our planet.
[ 19 ] Es gab mächtige Wesenheiten während der alten Mondenentwikkelung, hochstehende Geister, die aber in einer gewissen Beziehung während dieser Mondenentwickelung doch nicht ihren Entwickelungsabschluß erlangt hatten. Unter diesen hochstehenden Geistern war eine Schar, die gleichsam unter einem Anführer stand und die, als die Mondenentwickelung zu Ende war, nicht ihr Entwickelungsziel erreicht hatte, daher es auch nicht erreicht hatte, als die Erde begann mit ihrer Entwickelung. Diese Schar griff nun ein in die Erdenentwickelung, wirkte mit bei der Führung der Menschheit, aber im Innern mit der tragischen Sehnsucht nach einem aus der gesamten alten Mondenentwickelung - in dem Sinne, wie es in der «Geheimwissenschaft» dargestellt worden ist - herausgeworfenen Stern des Weltenalls. Wir haben mächtige, hohe, bedeutende Wesen unter ihrem Führer innerhalb unserer geistigen Erdenentwickelung, die wirklich diese Sehnsucht nach einem Stern da draußen im Weltenall in sich tragen, den sie als ihre wahre Heimat betrachten, auf dem sie aber nicht sein können, weil sie den Mond verlassen und auf die Erde gehen mußten, ohne ihre Entwickelung abgeschlossen zu haben. Das sind die Scharen, die unter Luzifer stehen, und Luzifer selber wirkt in der Erdenentwickelung mit der fortwährenden Sehnsucht in seinem Innern nach seiner wahren Heimat, nach dem Venus-Stern draußen im Weltenall. Das ist der hervorstechendste Zug in der luziferischen Wesenheit, wenn wir sie kosmisch betrachten. Und das hellseherische Bewußtsein lernt eigentlich das, was im Venus-Stern charakterisiert ist, dadurch kennen, daß es in Luzifers Seele hineinschaut und dadurch innerhalb der Erde die tragische Luzifersehnsucht hat, wie ein wunderbares kosmisches Heimweh nach dem Sterne Phosphoros, Luzifer oder Venus. Denn alles, was Luzifer abgeworfen hat wie eine Schale, was beim alten Mondentod aus den luziferischen Wesen abgestiebt ist, wie abstiebt von der Menschenseele beim Tode der physische Leib, das glänzt vom Himmel herunter als die Venus.
[ 19 ] Is there any instance of Beings working on another planet who yearn after some other heavenly body as if it were their own true home? Yes, there are such cases; let us take one of them and compare him with the Christ. During the Moon evolution there were powerful Beings, exalted Beings, who however in a certain respect did not reach the goal of their Moon evolution. Among these exalted Beings was a host under its own leader which, when the Moon evolution came to an end and the evolution of the Earth began, had not attained the goal of its own evolution. Now this host of Beings entered into Earth evolution, and participated in the guidance of humanity, but always with this tragic longing for a cosmic star which had been cast out of the Moon evolution in the way I have described in the book Occult Science. Within the spiritual evolution of the Earth are mighty, highly significant Beings, with their leader, who, because they had to quit the Moon and go on to the Earth without having reached their full development, really feel this yearning for a star outside in the cosmos which they regard as their true home, but to which they cannot attain. These hosts are the hosts of Lucifer. Lucifer himself takes part in Earth evolution with the perpetual longing within him for his true home, for the star Venus outside in the cosmos. That is the salient feature of the Luciferic nature seen from the cosmic aspect. Clairvoyant consciousness comes to know just what the star of Venus is by entering into the soul of Lucifer, thus experiencing from the Earth Lucifer's tragic longing, like a wonderful cosmic nostalgia, for the star Phosphorus, Lucifer or Venus. For what Lucifer cast off as a husk, what at the death of the Moon was cast out of the Luciferic beings, as the physical body is cast off by the human soul at death, shines down from heaven as Venus.
[ 20 ] Jetzt haben wir etwas Kosmisches vor unser Auge hingestellt sowohl in bezug auf unsere Erde als in bezug auf die Venus, den unserer Erde benachbarten Planeten. Und wir haben damit etwas vor uns hingestellt, was zwar nicht in der ausdrücklichen Weise, wie es jetzt dargestellt worden ist, in der griechischen Seele empfunden wurde, was aber in den Gefühlen und Empfindungen der griechischen Seele lebte. Und indem diese griechische Seele sich hinaufwandte zu den Sternen, besonders zu der Venus, da empfand sie die innige Verbindung zwischen einem solchen Stern und zwischen gewissen Wesenheiten, welche die Erdensphären durchglühen und durchgeistigen. Und indem die alte Griechenseele das empfand, was Luzifer für die Erde war, gleichsam sich sagte: Es weht durch unser Erdensein das luziferische Prinzip -, wandte sie sich hinauf zum Stern der Venus und sagte: Das ist der wandelnde Punkt in unserm Himmelsraum, zu dem fortdauernd Luzifers Sehnsuchten hingehen.
[ 20 ] I have now put before you from the cosmic aspect something about our Earth and about its neighbouring planet Venus. This was of course not experienced by the Greeks quite in the way I have expressed it, but it nevertheless lived in their sensations and feelings. When a Greek turned to the stars, especially when he turned to Venus, he sensed in his soul the inner connection between such a star and certain beings who inflame and inspire the earthly realm. When the ancient Greek felt what Lucifer was to the Earth, when he said to himself, as it were ‘The Luciferic principle wafts through our earthly existence’, he looked up to the star Venus and said: ‘There is the wandering point in the heavenly spaces towards which Lucifer's longings perpetually tend’.
[ 21 ] Da sehen Sie die Empfindungen, welche die Griechenseele über eines der Weltenwunder hatte. Da sehen Sie aber zu gleicher Zeit in lebendiger Art, wie der Griechenseele es ferne gelegen hätte, hinaufzuschauen in den Weltenraum und eben als bloße physische Kugel, wie es unsere moderne Astronomie tut, die Venus zu beschreiben. Was war der Griechenseele also die Venus? Dasjenige Gebiet im Himmelsraum, das sie dadurch kennenlernte, daß sie den geistigen Inhalt der Luziferseele hellseherisch betrachtete, denn darin merkte sie das große Heimweh, das wie eine lebendige Brükke von der Erde zur Venus hinaufgeht. Diese Sehnsucht, die als Luzifers Sehnsucht die griechische Seele empfand, fühlte auch diese selbe Griechenseele als zu der Substanz der Venus hinzugehörig. Nicht den bloßen physischen Planeten sah der Grieche, sondern er sah das, was sich aus der luziferischen Wesenheit abgespaltet hat, wie sich der physische Leib von dem Menschen abspaltet, wenn er durch die Pforte des Todes geht, und wie sich der Erdenleichnam abspalten wird, wenn die Erde am Ziele ihrer Entwickelung angelangt sein wird. Nur mit dem Unterschied, daß der physische Leib des Menschen dazu bestimmt ist, zu zerfallen, der Leib aber eines Luzifer dazu bestimmt ist, wenn er herausfällt aus der Seelenwesenheit, als ein Stern am Himmelsraum zu glänzen. Damit haben wir zugleich charakterisiert, was im geistigen Sinne Sterne sind. An dem Beispiele der Venus haben wir es charakterisiert. Was sind denn für eine lebendige Anschauung der Weltenwunder, der Naturwunder Sterne? Götterleiber sind sie. Dasjenige, was aus Götterleibern in den Weltenraum hinausgegangen ist, das ist Stern geworden, und so blickte der Grieche in die Sternenwelt hinauf zu Planeten und zu Fixsternen. Da waren einmal, sagte er sich, im Raume die geistigen Wesenheiten, die wir als unsere Götter verehren; sie haben eine Entwickelung durchgemacht; als sie an jenem Punkt angekommen sind, welcher für den Menschen während seines irdischen Daseins den physischen Tod bedeutet, da trat für diese Götter das Ereignis ein, wo ihre physische Materie sie verließ und Stern wurde.
[ 21 ] This gives you the Greek sense of one of the ‘wonders of the world’, and it brings out very clearly that the Greek was far from gazing into space as do our modern astronomers, describing Venus as a purely physical globe. What then was Venus to the Greek soul? It was that region of space which he came to identify by observing clairvoyantly the spiritual content of Lucifer's soul; for in the soul of Lucifer he detected the great longing which reaches out as a living bridge from the Earth to Venus. This longing which the Greek soul recognised as being Lucifer's, he also felt to belong to the substance of Venus. The Greek did not see just the physical planet, he saw something which had been severed from the Luciferic Being, just as the physical body is severed from man when he goes through the gate of death, and as the corpse of the Earth will be severed when the Earth has reached the goal of her evolution. But there is this difference. The physical body of man is destined to disintegrate, whereas the body of a Lucifer is destined, when it falls away from the being of soul, to shine as a star in the heavenly spaces. In what I have just said about Venus, I have at the same time described what in the spiritual sense stars are. What are they to a quickened insight—those wonders of the world, those wonders of Nature—but the bodies of gods? What has gone forth into space from the bodies of the gods has become star. Looking up into the starry worlds, this is how the Greek saw the planets and the fixed stars. He said to himself: ‘The spiritual beings whom we revere as gods were once upon a time out there in space. They have undergone development. When they reached that point which for them corresponds with what for man during earthly existence is death, then their physical substance left them and became star.’
[ 22 ] Sterne sind Götterleiber, deren Seelen unabhängig von diesen Leibern in einer anderen Art in der Welt weiterwirken, wie Luzifer unabhängig geworden war von seinem Leibe, der Venus, und in unserer Erdenentwickelung weiterlebt. Das kann man nennen eine durchgeistigte Naturauffassung, eine durchgeistigte Auffassung der Welt. Das hat allerdings nichts zu tun mit jenem verwaschenen Pantheismus, der da sagt: Da draußen ist alles von einem einheitlichen Gotte durchdrungen. — Es genügt nicht, dieses zu sagen, sondern man muß, wenn man zu dieser fernen Welt hinaufschaut, wissen, daß die Sterne nicht einfach so abstrakt definiert werden können, als wenn sie Leiber wären, durch welche die Götter erscheinen, sondern sie sind Leiber, welche von den Göttern zurückgelassen sind, nachdem diese Götter selber zu anderen Entwickelungsstadien fortgeschritten sind. Das aber ist der Unterschied aller Planetengötter von dem Christusgotte, daß der Christusgott im Sinne dessen, was ich auseinandergesetzt habe, beim Erdentode keinen solchen physischen Stern zurückläßt, keinen Rest zurückläßt, der unvergeistigt geblieben wäre, sondern ganz ins Geistige übergeht und als Geist mit den Menschenseelen zum Jupiterdasein hinübergeht. Damit haben wir einen der wesentlichen Unterschiede zwischen den Planetengeistern und dem Christus angeführt. Diesen Unterschied festzuhalten ist von ganz besonderer Wichtigkeit, denn er zeigt uns, daß der ganze Sinn des Mysteriums von Golgatha in dem Augenblick durchbrochen wäre, wenn es sein könnte, daß, nachdem dieses Mysterium stattgefunden hat, dasjenige, demgegenüber man das Recht hat, von Christus zu sprechen, sich noch einmal in einem physischen Leibe verkörpern würde. Denn würde sich das, was zu Christus gehört, wofür man das Recht hat, den Christusnamen zu gebrauchen, nach dem Mysterium von Golgatha nochmals in einem physischen Leibe verkörpern, so würde damit durch diese physische Substanz der erste Keim gegeben sein, an den sich anderes anschließen würde zu einem solchen Sterne, welcher zurückbleiben würde in der Zukunft. Es würde das Mysterium von Golgatha in seiner tiefen Bedeutung gar nicht erreicht werden können. Wenn sich der Christus ganz verleugnen wollte, das Mysterium von Golgatha ungeschehen machen wollte, dann brauchte er sich nur in irgendeinem physischen Leibe zu verkörpern, er würde dann einen Anziehungspunkt schaffen materieller Natur, an den sich anderes angliedern würde. Es würden dann noch andere Verkörperungen derselben Wesenheit dasein müssen. Damit würde ein Stern geschaffen werden, nach dem sich die Menschheit in aller Zukunft zurücksehnen müßte. Dieses Zurücksehnen darf nicht durch die Christus-Wesenheit erreicht werden. Daher hat man auch kein Recht, irgendwie mit dem Christus-Namen zusammenzubringen dasjenige, was sich noch nach dem Ereignis von Golgatha irgendwie im Fleischesleibe inkarniert. Mit diesem würde man ein grandioses Mißverständnis des Mysteriums von Golgatha an den Tag legen und zeigen, daß man nicht weiß, was damit beschlossen ist. In dem Augenblicke, wo man das Mysterium von Golgatha wirklich versteht, bringt man den Christus-Namen mit nichts in Beziehung, was sich nach dem Mysterium von Golgatha noch in einem physischen Menschenleib inkarniert. Mit dem Christus-Namen von irgendeiner Wesenheit sprechen, die sich nach dem Ereignis von Golgatha in einem physischen Menschenleibe inkarniert, heißt entweder mit dem Christus-Namen Mißbrauch treiben oder völliges Unverständnis zeigen für das Mysterium von Golgatha.
[ 22 ] Stars are the bodies of gods, gods whose souls work on in the world in another way, independently of those bodies—just as Lucifer became independent of his body and continues to work in our Earth evolution. To grasp this is to have a spiritualised conception of nature and of the world. This of course has nothing in common with the wishy-washy pantheism which gives out that all Nature is permeated with a uniform divinity. Such a statement is inadequate; stars cannot simply be defined in this abstract way, as bodies through which the gods manifest themselves; when one looks up to those far-distant worlds one has to understand that the stars are bodies which the gods have abandoned, having progressed to other stages of evolution. But in this we find the difference between all the planetary gods and the Christ. As I have explained, the Christ leaves no such physical star at the death of the Earth, no residue still unspiritualised, but passes over entirely into the spiritual world, and as spirit goes over with the human soul into the Jupiter existence. That is one of the essential differences between the planetary spirits and the Christ-Spirit. It is of supreme importance to bear this distinction in mind for it shows that the whole meaning of the Mystery of Golgotha would be lost if, after that event, He whom we rightly call the Christ could once more incarnate in a physical body. For if, after the Mystery of Golgotha, the Spirit to whom we rightly give the name of Christ were again to incarnate in a physical body, this physical substance would furnish the first germ to which other substance would attach itself to form a star which in the future would remain behind, and the profound significance, the profound purpose of the Mystery of Golgotha would fail to be attained. The Christ would only have to incarnate in some physical body to belie Himself, and to annul the Mystery of Golgotha. He would then create a point of attraction of a material nature to which other material would attach itself. There would then have to be other incarnations of the same Being. In this way a star would be created towards which man would yearn for all time. Such a nostalgia may not be brought about by the Christ Being. Hence, after the Mystery of Golgotha, no one is justified in associating any incarnation in a body of flesh with the name of Christ. To do so implies either an abuse of the name of Christ, or a complete lack of comprehension of the Mystery of Golgotha.
[ 23 ] Es ist außerordentlich wichtig, daß diese Dinge verstanden werden. Denn nur dadurch ist es möglich, die gesamte Wesenheit des Christus zu der menschlichen Entwickelung in ein richtiges Verhältnis zu bringen. Die Kräfte, die dadurch erzeugt werden in einem gewissen Teile der Menschenseele, daß nichts mehr zurückbleibt von einer Sehnsucht nach der Erde, die müssen erstarken am Widerstande wie alle Kräfte. Daher müssen durch die weise Weltenlenkung auch solche Wesenheiten wiederum zurückgelassen werden, die eben, sagen wir wie die führenden Engelwesen der ägyptisch-chaldäischen Zeit, die Erzengel der urpersischen Zeit oder wie die führenden Archai der altindischen Zeit sich nicht mit dem Christus-Impulse durchdringen und daher ohne den ChristusImpuls weiterführen. Die werden - und man wird auf diese nicht den Christus-Namen anwenden - in der Zukunft der Menschheitsentwickelung dasjenige Element darstellen, wodurch allerdings eine gewisse Sehnsucht und auch eine gewisse Verbindung bleibt zu dem, was als planetarische Reste, als Sterne, im Weltall draußen sein wird und vom Jupiter aus gesehen werden wird, wie unsere Venus, unser Mars, unser Jupiter von der Erde aus gesehen werden. Es ist also im wesentlichen eine andere Menschheitsströmung und eine andere Strömung der höheren Hierarchien, welche den Blick zurücklenken werden auf jene Einflüsse, welche von den zukünftigen planetarischen Nachbarn des künftigen Jupiter auf die Menschheit des Jupiter ausgeübt werden. Diese beiden Dinge muß man völlig auseinanderhalten, dann wird man von diesem Größten aus auch das Kleinere begreifen lernen. Überall wirken diese beiden Strömungen ineinander. Überall sehen wir die fortschreitende ChristusWesenheit, die die Menschheit hinaufführen wird zu höherer Anschauung des Christus. Wir sehen auf der anderen Seite die hemmenden Kräfte, die wir nicht mit dem Christus-Namen belegen dürfen, die sich auch in menschlichen physischen Leibern inkarnieren, die zwar auch eine Christus-Erkenntnis erlangen können, aber nicht solche Christus-Impulse erlangen können wie die Angeloi, die in der ägyptisch-chaldäischen Zeit ihre volle Entwickelung erlangt haben. Wir sehen dann solche Wesenheiten, die auch in der Zukunft heruntergehen können bis zu fleischlicher Verkörperung, aber wir müssen auseinanderhalten das eine und das andere.
[ 23 ] It is extremely important that these things should be understood. For only so is it possible to bring the universal nature of the Christ into a right relationship to human evolution. The forces which will be produced in a part of the human soul through the obliteration of the longing for the Earth, these forces, like all others, have to be strengthened by opposition. Hence it must necessarily be brought about by the wise guidance of the world that again Beings are left behind who, as was the case with the leading Angels of the Egypto-Chaldean time, with the Archangels of the Persian epoch, and the leading Archai of the Indian epoch, do not permeate themselves with the Christ Impulse, and therefore will continue to guide evolution without it. In future evolution they will be the element through which there will still admittedly be a certain longing and even a certain union with what as planetary residuum, as stars, will be out there in the universe and will be seen from Jupiter, just as our Venus, our Mars and our Jupiter are seen from the Earth. Thus it is really a different stream of humanity and a different stream of the higher hierarchies which will continue to hanker after the influence exerted upon the humanity of Jupiter from its future planetary neighbours. One must clearly distinguish these two things, then the greatest truth will throw light upon the lesser ones. Everywhere these two streams intermingle. Everywhere we see the progressing Christ Being, Who will guide men upwards to a higher vision of Himself; on the other hand we see the forces of hindrance, to which we must not give the name of the Christ, forces which even incarnate in human bodies; they too can acquire knowledge of the Christ, but they cannot acquire a Christ Impulse such as have the Angels who completed their evolution in the Egypto-Chaldean epoch; they are Beings who even in future times will be able to descend to fleshly embodiment.
[ 24 ] Alles, was materialistisch gedacht ist in unserer Zeit, kommt von den hemmenden, den fortschreitenden Gang aufhaltenden Geistern, und auch das würde von diesen Geistern kommen, wenn man etwa das Heil der Menschheit erwarten wollte von solchen Individualitäten allein, die sich in der Zukunft im Fleische inkarnieren können. Denn das ist ein materialistisches Prinzip, das lenkt die Menschheit davon ab, daß sie sich hinaufentwickelt zur Anschauung des Geistigen, weil es die Menschen herabführt zur bloßen Anschauung von Individualitäten, die in einem physischen Leibe inkarniert sind, auf die man baut, weil man sie mit physischen Sinnen anschauen kann.
[ 24 ] We must clearly distinguish the one from the other. All the materialistic thought of our time comes from the Spirits who hinder, who hold progress back. To expect the salvation of mankind solely from individualities who could in the future incarnate in the flesh is a thought which comes from these Spirits of hindrance, for it is a materialistic principle. It deflects men from their upward course towards the vision of the spiritual. It concentrates their attention upon individualities incarnated in physical bodies upon whom they rely just because they can be seen by the physical senses.
[ 25 ] Von all dem, was ich jetzt sagte in bezug auf den Christus, hatte das alte Griechentum der vorchristlichen Zeit, weil eben das Mysterium von Golgatha noch nicht geschehen war, keine volle Anschauung, wohl aber von Luzifer und seinem Zusammenhange mit der Venus und auch von anderen Gestirngöttern und ihrem Zusammenhange mit ihren Sternen. Alle diese Empfindungen und Gefühle, welche aus einer solchen Urweisheit für die Griechen hervorgegangen sind, sind eine Voraussetzung für jene Idee und jenes Gefühl und jene Seelen-Impulse, die in der wissenden alten Griechenseele auflebten, wenn der Name Dionysos ausgesprochen wurde. Daher mußten wir heute voraussetzen, was eben gesagt worden ist, um morgen eingehen zu können auf jene Weltenwunder, jene Naturwunder, welche der alte Grieche meinte, wenn er von Dionysos sprach. Damit wird auch die Brücke geschaffen zu dem, was dem Menschen schon verwandter ist, zu seinem Inneren, zu den Seelenprüfungen. Damit ist also unser Programm von morgen als eine Besprechung der Dionysos-Idee vorgezeichnet.
[ 25 ] Pre-Christian Greece had no clear insight into all that I have been saying about the Christ, because the Mystery of Golgotha had not yet taken place; but it had a spiritual perception of Lucifer and of his connection with the planet Venus, and of the connection of other gods with other stars. All these sensations and feelings which the Greeks derived from an archetypal wisdom, are a preparation for the ideas, the feelings, the impulses of soul which awoke in the informed Greek when the name Dionysos was spoken. Hence what has been said today has been a necessary preparation to enable us tomorrow to enter into those wonders of the world, those marvels of Nature, of which the Greeks thought when they spoke of Dionysos. This will serve to build a bridge to something which concerns man more closely, this will lead us to his inner nature, to the ordeals of his soul.
