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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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Esoteric Christianity and the
Spiritual Guidance of Humanity
GA 130

5 May 1912, Düsseldorf

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18. Die Tatsache des Durch den Tod gegangenen Gottes-Impulses

18. The Reality of God's Impulse That Has Passed Through Death

[ 1 ] Es soll heute meine Aufgabe sein, einiges zu besprechen im Zusammenhang mit Dingen, die auch Gegenstand des öffentlichen Vortrages hier bilden werden, die aber in einem öffentlichen Vortrage nicht so besprochen werden können, wie es vor denen möglich ist, die sich durch längeres Studium in einem theosophischen Zweig vorbereitet haben, diese Dinge entgegenzunehmen.

[ 1 ] My task today is to discuss a number of points related to topics that will also be the subject of the public lecture here, but which cannot be addressed in a public lecture in the same way as they can be with those who, through prolonged study in a theosophical branch, have prepared themselves to receive this information.

[ 2 ] Das Erste, was wir besprechen wollen, ist etwas, was ja in unserer Gegenwart für alle diejenigen, die sich mit Theosophie beschäftigen und die ihr Interesse und ihre Sehnsucht derselben zuwenden, auRerordentlich wichtig ist. Zwar ist hier die Frage, die wir berühren wollen, oftmals besprochen worden, aber man kann nicht oft genug von den theosophischen Anschauungen sprechen, die da Kräfte und Impulse für die Menschen der Gegenwart und der nächsten Zukunft bilden sollen. Eine Seite dessen, was die theosophische Strömung in der Welt zu bedeuten hat, werde ich heute hervorheben, und das ist, dass wir in unserer Gegenwart es so außerordentlich nötig haben, dem, was wir nennen können unseren Weltenkörper, eine Art von Seele zu geben.

[ 2 ] The first thing we wish to discuss is something that is, in our present time, of extraordinary importance to all those who are engaged in theosophy and who turn their interest and longing toward it. Although the question we wish to address here has often been discussed, one cannot speak often enough of the theosophical views that are meant to provide strength and inspiration for people of the present and the near future. Today I will highlight one aspect of what the theosophical movement means in the world, and that is that in our present time we have such an extraordinary need to give what we might call our world body a kind of soul.

[ 3 ] Weltenkörper! In der Tat, so wie wir heute sprechen können von einem Weltenkörper, so konnte man vor verhältnismäßig recht kurzer Zeit innerhalb der Menschheitsentwicklung noch nicht von einem Weltenkörper sprechen. Wir brauchen nur um ein weniges zurückzuschauen in der geschichtlichen Entwicklung der Menschheit und wir werden finden, dass vor verhältnismäßig kurzer Zeit der Gedanke von einem Weltenkörper, der von einer Menschheit, die ein Ganzes bildet, bewohnt wird, den Menschen noch nicht zum Bewusstsein gekommen ist. Da finden wir Kulturen, die ein Ganzes bildeten und die in engen Grenzen sich abspielten. Bei einzelnen Völkern, die getrennt sind durch Gebirge, Meere oder Flüsse, die ein abgeschlossenes Leben für sich hatten, spielte sich ab die indische, persische Kultur und so weiter, die durch die Volksgeister der betreffenden Kultur geleitet wird.

[ 3 ] World-body! Indeed, just as we can speak today of a world-body, so too, until relatively recently in the course of human development, it was not yet possible to speak of a world-body. We need only look back a little way in the historical development of humanity, and we will find that, until relatively recently, the idea of a world body inhabited by a humanity that forms a whole had not yet entered human consciousness. There we find cultures that formed a whole and existed within narrow boundaries. Among individual peoples separated by mountains, seas, or rivers, who led a self-contained existence, Indian, Persian, and other cultures unfolded, guided by the national spirits of the respective cultures.

[ 4 ] Solche Kulturen sind zwar noch immer vorhanden, wir sprechen mit Recht von einer italienischen, russischen, französischen, spanischen, deutschen Kultur. Aber neben alldem merken wir heute, wenn wir den Blick über den Erdkreis hinschweifen lassen, dass etwas Einheitliches, Gleiches sich über den ganzen Erdball hinbreitet, etwas, was die Völker des Erdballes in einer Einheit verbindet und was von entferntesten Völkern zu entferntesten Völkern spielt. Wir brauchen nur zu denken an den Industrialismus, an Eisenbahnen, Telegrafen, an die Erfindungen der letzten Zeit. In derselben Weise stellt man Schecks aus und kassiert sie ein, baut Eisenbahnen und Telegrafen über den ganzen Erdkreis hin, und ebenso wird es sein mit den Erfindungen, die noch vor der Tür stehen.

[ 4 ] Such cultures certainly still exist; we are right to speak of an Italian, Russian, French, Spanish, and German culture. But alongside all this, when we let our gaze wander across the globe today, we notice that something uniform and uniform is spreading across the entire globe—something that unites the peoples of the globe in a single entity and that extends from the most distant peoples to the most distant peoples. We need only think of industrialism, of railroads, of the telegraph, of the inventions of recent times. In the same way, checks are written and cashed, railroads and telegraph lines are laid across the entire globe, and so it will be with the inventions that are just around the corner.

[ 5 ] Fragen wir uns nun: Was hat das alles als Eigentümliches an sich, was sich da in gleicher Weise über den Erdkreis erstreckt, sodass es in Tokio, Rom, Berlin, London gleich ist? Alles dies versorgt die Menschheit mit Brot, Kleidern sowie mit den immer mehr erhöhten Luxusbedürfnissen. Eine materielle Kultur hat sich über den ganzen Erdball gebreitet, ohne Unterschied zwischen Nation und Nation, zwischen Rasse und Rasse. Und diese materielle Kultur hat sich seit den letzten Jahrhunderten ausgebreitet. Die griechische Kultur hat sich auf einem kleinen Gebiet der Erde abgespielt, und außerhalb dieses Gebietes wusste man nicht viel davon. Heute gehen Nachrichten um den ganzen Erdball in wenigen Stunden herum, und wer wollte zweifeln, dass man diese materielle Kultur eine Erdenkultur nennen könnte! Und diese Kultur wird eine immer mehr materielle werden, unser Erdenkörper wird immer mehr von dieser Kultur umschlungen sein.

[ 5 ] Let us now ask ourselves: What is so distinctive about all this that extends across the globe in the same way, so that it is the same in Tokyo, Rome, Berlin, and London? All of this provides humanity with bread, clothing, and an ever-increasing array of luxury goods. A material culture has spread across the entire globe, without distinction between nation and nation, between race and race. And this material culture has been spreading for the past few centuries. Greek culture unfolded in a small area of the earth, and outside this area, little was known of it. Today, news travels around the entire globe in a matter of hours, and who would doubt that this material culture could be called a global culture! And this culture will become increasingly material; our earthly body will be ever more enveloped by this culture.

[ 6 ] Diejenigen Menschen aber, welche die Notwendigkeit der theosophischen Bewegung einsehen, werden das Verständnis immer mehr entwickeln, dass niemals ein Körper bestehen kann ohne Seele. So wie eine materielle Kultur den ganzen Erdenkörper umfasst, so soll Theosophie die Seele sein, die sich über die ganze Erde ausbreiter, ohne Unterschied von Nation, Farbe, Rasse und Volk. Und so wie man die Methode, Eisenbahnen und Telegrafen zu bauen, in gleicher Weise über die ganze Erde hin ausübt, so wird man sich verständigen müssen in kurzer Zeit über die ganze Erde hin über die Fragen, die die Seelen der Menschheit angehen. Dasjenige, was immer mehr als Sehnsucht und Fragen in diesen Seelen entstehen wird, fordert eine Antwort auf diese Fragen. Und daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer geistigen Bewegung. Es wird sich dann etwas abspielen im Großen, so wie in der äußeren Kultur im Verkehr der einzelnen Völker. Wie ein Verkehr von Seele zu Seele wird es sich spinnen über den ganzen Erdball hin. Und was sich da von Seele zu Seele spinnen wird, können wir nennen eine intime Verständigung in Bezug auf alles dasjenige, was über den Erdkreis hin den einzelnen Seelen heilig ist: wie sie sich verhalten zur geistigen Welt.

[ 6 ] But those who recognize the necessity of the Theosophical Movement will increasingly come to understand that a body can never exist without a soul. Just as material civilization encompasses the entire physical world, so Theosophy is to be the soul that spreads across the whole earth, without distinction of nation, color, race, or people. And just as the method of building railroads and telegraphs is applied in the same way across the entire Earth, so too will people soon need to communicate across the entire Earth regarding the questions that concern the souls of humanity. That which will increasingly arise in these souls as longing and questions demands an answer to these questions. And from this arises the necessity of a spiritual movement. Something will then unfold on a grand scale, just as in external culture in the interaction of individual peoples. Like a communication from soul to soul, it will spread across the entire globe. And what will be woven there from soul to soul, we can call an intimate understanding regarding all that is sacred to individual souls across the globe: how they relate to the spiritual world.

[ 7 ] Es wird in nicht zu ferner Zeit über den ganzen Erdkreis hin ein intimes Verständnis geben über dasjenige, was in den Zeiten der Vergangenheit die herbsten Kämpfe, die furchtbarsten Disharmonien über die Menschheit gebracht hat, solange sie in die einzelnen Kulturgebiete zerstückelt war, die nichts voneinander wussten. Was sich im Großen über die Erde hin abspielen wird als eine die ganze Erdenmenschheit umfassende geistige Bewegung, muss sich aber auch abspielen im Allerkleinsten von Seele zu Seele. Wie weit entfernt sind jetzt noch die Buddhisten und die Christen voneinander, wie wenig verstehen sie sich, wie sehr lehnen sie einander ab, wenn sie auf dem engsten Boden ihrer Bekenntnisse stehen! Aber die Zeit wird kommen, wo es immer mehr Buddhisten geben wird, die aus dem Buddhismus heraus Theosophen sein werden, und immer mehr Christen, die aus dem Christentum heraus Theosophen sein werden. Und diese werden vollstes, tiefstes Verständnis einander entgegenbringen.

[ 7 ] In the not-too-distant future, there will be a deep understanding throughout the entire world of what, in times past, brought the most bitter struggles and the most terrible disharmony upon humanity, as long as it was fragmented into separate cultural regions that knew nothing of one another. What will unfold on a grand scale across the Earth as a spiritual movement encompassing all of humanity must also unfold on the smallest scale, from soul to soul. How far apart are Buddhists and Christians from one another now, how little do they understand one another, how much do they reject one another when they stand firmly on the ground of their own creeds! But the time will come when there will be more and more Buddhists who, from within Buddhism, will be Theosophists, and more and more Christians who, from within Christianity, will be Theosophists. And these will show each other the fullest, deepest understanding.

[ 8 ] Dass die Menschheit zu einem solchen intimen Verständnis, zu einer solchen Verständigung drängt, sehen wir heute daran, dass auch in der äußeren Wissenschaft Bestrebungen Platz greifen, die wir als vergleichende Religionswissenschaft bezeichnen. Es sollen nicht geschmälert werden die Verdienste dieser Wissenschaft; sie hat Großes vollbracht. Aber was fördert sie zutage, indem sie erzählt von den verschiedenen Lehren der verschiedenen Religionen? Wenn man es auch nicht sagt, aber es steckt hinter dem, was die vergleichende Religionswissenschaft zutage fördert, doch nur dasjenige, was in den Religionen Kinderglauben ist, worüber diejenigen hinaus sind, die den Kern dieser Religionen erfasst haben: Das sucht sie sich anzueignen.

[ 8 ] That humanity is striving toward such an intimate understanding, toward such mutual comprehension, is evident today in the fact that even within the secular sciences, efforts are taking hold that we refer to as the comparative study of religion. The merits of this discipline should not be diminished; it has accomplished great things. But what does it bring to light by recounting the various teachings of the different religions? Even if it is not explicitly stated, what lies behind what comparative religious studies brings to light is nothing other than that which in religions is childish belief—something those who have grasped the core of these religions have moved beyond: this is what it seeks to appropriate.

[ 9 ] Was will aber Theosophie in Bezug auf die Religionen? Sie will gerade dasjenige erkennen, was die wissenschaftlichen Religionsforscher nicht erkennen können, dasjenige, was in den einzelnen Religionen als tiefstes Wahrheitsgut enthalten ist.

[ 9 ] But what does Theosophy seek with regard to religions? It seeks to recognize precisely what scientific scholars of religion cannot recognize—that which is contained within the individual religions as the deepest truth.

[ 10 ] Wovon geht die Theosophie aus? Davon, dass die Menschheit ihren Ursprung genommen hat aus einem gemeinschaftlichen Gott und dass nur, wie in cine Anzahl von Strahlen gebrochen, verteilt ist eine Zeit hindurch auf die verschiedenen Völker und Menschengruppen jene Urweisheit der ganzen Menschheit, die aus dem gemeinsamen Gottesursprung stammt. Diese Urwahrheit und Urweisheit, ungetrübt durch dieses oder jenes Bekenntnis, wiederum aufzufinden und der Menschheit zurückzugeben, das ist das Ideal der Theosophie. Daher kann sie auf die einzelnen Religionen eingehen. Sie schaut aber nicht auf die äußeren Riten und Zeremonien, sondern darauf, wie in dieser Religion ebenso wie in jener dieser uralte Weisheitskern enthalten ist. Die Religionen sind ihr so und so viele Kanäle, durch die sich in einzelnen Strahlen dasjenige ergießt, was einst über die ganze Menschheit gleichmäßig sich ergossen hat.

[ 10 ] What is the starting point of Theosophy? It is the belief that humanity originated from a common God, and that the primordial wisdom of all humanity—which stems from this common divine origin—has, over time, been distributed among the various peoples and groups of people, much like light refracted into a multitude of rays. To rediscover this primordial truth and wisdom, unclouded by this or that creed, and to restore it to humanity—that is the ideal of Theosophy. Therefore, it can engage with the individual religions. However, it does not focus on the external rites and ceremonies, but rather on how this ancient core of wisdom is contained in this religion just as in that one. To theosophy, the religions are so many channels through which, in individual rays, that which once poured out evenly over all of humanity now pours forth.

[ 11 ] Während der Christ des äußeren Bekenntnisses, der nichts anderes weiß als dasjenige, was die äußere Konfession im Menschenherzen herangezogen hat im Laufe der Jahrhunderte, zu dem Buddhisten sagt: Wenn du zur Wahrheit kommen willst, musst du dasselbe glauben, was ich glaube - und der Buddhist demgegenüber das aufstellt, was ihm heilig ist, und es so zu keinem Verständnis kommen konnte zwischen Christ und Buddhist, verhält sich Theosophie diesen Fragen gegenüber in anderer Weise.

[ 11 ] While the Christian of outward confession, who knows nothing other than what the outward denomination has instilled in the human heart over the centuries, says to the Buddhist: “If you want to come to the truth, you must believe the same things I believe”—and the Buddhist, in turn, asserts what is sacred to him, so that no understanding could be reached between Christian and Buddhist—Theosophy takes a different approach to these questions.

[ 12 ] Wer da eindringt durch die neuen hellsichtigen Methoden in den Kern des Buddhismus sowohl als des Christentums, der lernt dasjenige kennen, was für den Buddhismus der Hauptnerv ist: Er lernt kennen hohe Wesenheiten, die aus dem Reiche der Menschen hervorgegangen sind und die man Bodhisattvas nennt. Und auch der Christ hört charakterisieren, wie ein Bodhisattva hervorgegangen ist aus dem Menschentum, und lernt erkennen, wie ein solcher Bodhisattva wirkt und arbeitet in der Menschheit. Er hört, dass unter diesen Bodhisattvas auch einer war, der geboren wurde sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung als Siddhartha, der Königssohn des Suddhodana, dass er im neunundzwanzigsten Jahre seines Lebens zur Buddha-Würde aufgestiegen ist, und er lernt erkennen, dieser theosophische Christ, dass ein solches Wesen, das aufgestiegen ist vom Bodhisattva zum Buddha, nicht wiederum in einem fleischlichen Leibe auf die Erde zurückkommen muss.

[ 12 ] Anyone who penetrates to the core of both Buddhism and Christianity through the new clairvoyant methods comes to know what constitutes the very essence of Buddhism: they come to know exalted beings who have emerged from the human realm and are called Bodhisattvas. And the Christian, too, hears how a Bodhisattva has emerged from humanity and learns to recognize how such a Bodhisattva acts and works among humankind. He hears that among these Bodhisattvas there was one who was born six hundred years before our era as Siddhartha, the prince of Suddhodana, that he ascended to Buddhahood in the twenty-ninth year of his life, and this theosophical Christian comes to recognize that such a being, who has ascended from Bodhisattva to Buddha, need not return to Earth in a physical body.

[ 13 ] Solche Lehren überliefern uns zwar auch die Religionsforscher, aber sie können nichts anfangen mit einem solchen Wesen, wie es ein Bodhisattva oder ein Buddha ist. Sie können nicht hinaufschauen zu dem, was eigentlich der Kern eines solchen Wesens ist, sie können auch nicht überschauen, wie eine solche Wesenheit, wenn sie auch nicht in einem fleischlichen Leibe lebt, dennoch die Menschheit aus den geistigen Welten heraus weiter lenkt und leitet.

[ 13 ] Religious scholars also pass down such teachings to us, but they cannot make sense of a being such as a Bodhisattva or a Buddha. They cannot look up to what is actually the core of such a being, nor can they comprehend how such an entity, even though it does not live in a physical body, nevertheless continues to guide and lead humanity from the spiritual worlds.

[ 14 ] Wir aber können als theosophische Christen uns ebenso gläubig wie ein Buddhist diesem Bodhisattva gegenüberstellen. Wir verstehen das durch unsere theosophische Entwicklung. Und wir sagen genau dasselbe, was ein Buddhist über seinen Buddha sagt. Auch das verstehen wir. Der theosophische Christ sagt zum Buddhisten: Ich verstehe und glaube dasselbe, was du verstehst und glaubst. — Und es würde keiner, der sich zur Theosophie durchgerungen hat auf dem Felde des Christentums, jemals wagen, als Christ zu sagen: Der Buddha kommt doch wiederum im Fleische. - Er würde wissen, dass das verletzen müsste die intimsten Gefühle des Buddhisten und dass er durch eine solche Aussage nicht treffen würde den wahren Charakter jener Wesen, die vom Bodhisattva zum Buddha aufgestiegen sind. Er hat diese Wesenheiten aus seinem Christentum heraus kennen und verstehen gelernt.

[ 14 ] But as Theosophical Christians, we can face this Bodhisattva with just as much faith as a Buddhist. We understand this through our Theosophical development. And we say exactly the same thing that a Buddhist says about his Buddha. We understand that, too. The theosophical Christian says to the Buddhist: I understand and believe the same things that you understand and believe. — And no one who has made the effort to embrace theosophy within the Christian tradition would ever dare, as a Christian, to say: The Buddha will return in the flesh. - He would know that this would surely hurt the Buddhist’s deepest feelings and that such a statement would fail to capture the true character of those beings who have ascended from Bodhisattva to Buddha. He has come to know and understand these beings through his Christianity.

[ 15 ] Und wie wird sich der Buddhist verhalten, der Theosoph geworden ist? Er wird hören, dass das Christentum in einer besonderen Weise charakterisiert werden muss in dem, was ihm zugrunde liegt. Er würde sagen: Das Christentum hat zwar zunächst auch einen solchen Religionsstifter wie andere Religionen der Welt. Der theosophische Buddhist würde diesen Religionsstifter so charakterisieren, dass er sagen würde: Dieser Stifter ist Jesus von Nazareth. Man könnte viel über diese Persönlichkeit sagen, über das, was sich im Laufe der Jahrhunderte angeknüpft hat an sie. Aber der Christ sieht diese Persönlichkeit des Jesus von Nazareth anders an, als der Buddhist den Stifter seiner Religion anschaut. Im Orientalischen sagt man: Wer ein großer Religionsstifter ist, hat sich aufgeschwungen zu einem vollständigen Gleichmaß aller Leidenschaften und Begierden, kurz aller menschlichen, persönlichen Eigenschaften. Vergleiche man damit Jesus von Nazareth. Zeigt er ein solches vollständiges Gleichmaß? Wir lesen, dass er in Zorn gerät, dass er die Tische der Wechsler umwirft, sie aus dem Tempel treibt, dass er Worte des leidenschaftlichen Zornes ausruft. Da sehen wir, dass er nicht dasjenige hat, was von einem Religionsstifter des Ostens erwartet wird. Wir könnten noch manches andere aufzeigen, aber diese Dinge kommen nicht in die Diskussion. Das Bedeutsame ist, dass das Christentum sich unterscheidet von allen anderen Religionen des Erdballes insofern, als diese auf einen Religionsstifter hinweisen als auf einen großen Lehrer. Wer aber glauben würde, dass das tiefste Wesen des Christentums in einem solchen liegt, der erkennt nicht das Wesen des Christentums. Nicht auf ein Zurückgehen auf den Jesus von Nazareth, nicht auf den Hinweis auf einen großen Lehrer kommt es an. Auf eine Tatsache weist der Ursprung des Christentums hin. Es geht von einer unpersönlichen Tatsache aus: von dem Mysterium von Golgatha.

[ 15 ] And how will the Buddhist who has become a Theosophist behave? He will hear that Christianity must be characterized in a particular way in terms of its underlying principles. He would say: Christianity, like other world religions, does indeed have a founder. The Theosophical Buddhist would characterize this founder in such a way that he would say: This founder is Jesus of Nazareth. Much could be said about this personality, about what has become associated with him over the centuries. But the Christian views the personality of Jesus of Nazareth differently than the Buddhist views the founder of his religion. In the East, it is said: Whoever is a great founder of a religion has risen to a state of complete equilibrium of all passions and desires—in short, of all human, personal qualities. Compare this with Jesus of Nazareth. Does he display such complete equilibrium? We read that he becomes angry, that he overturns the tables of the money changers, drives them out of the temple, that he utters words of passionate anger. There we see that he does not possess what is expected of a religious founder of the East. We could point out many other things, but these matters are not part of the discussion. What is significant is that Christianity differs from all other religions of the world in that they point to a religious founder as a great teacher. But anyone who believes that the deepest essence of Christianity lies in such a figure does not recognize the essence of Christianity. It is not a matter of tracing it back to Jesus of Nazareth, nor of pointing to a great teacher. The origin of Christianity points to a fact. It proceeds from an impersonal fact: the Mystery of Golgotha.

[ 16 ] Wodurch hat dies geschehen können? Dadurch, dass anwesend war drei Jahre in der Person des Jesus von Nazareth eine Wesenheit, die man als den Christus, wenn man ein Wort für sie wählen will, bezeichnet. Aber mit diesem Namen ist nicht der göttliche Geist zu umfassen, den wir in Christus erkennen. Mit einem menschlichen Namen, einem menschlichen Wort ist nicht ein Göttliches zu erfassen. Und mit einem großen, über die Welt hinziehenden göttlichen Impuls haben wir es zu tun bei dem Christus: mit dem ChristusImpuls, der durch die Taufe am Jordan einzieht in den Jesus von Nazareth. Dies ist das Wesentliche beim Christentum, dieser Christus-Impuls, der durch eine physische Persönlichkeit auf die Erde kam, der einzog in die physische Persönlichkeit des Jesus von Nazareth, der in seinen Hüllen barg den Christus. Diese physische Hülle trug der Christus aus dem Grunde, weil sich die Weltentwicklung abspielt in einer solchen Linie, dass sie zuerst hinab- und dann wiederum heraufsteigt. Am tiefsten Punkt des Hinabstieges haben wir das Mysterium von Golgatha. Und das war deshalb notwendig, weil aus ihm allein die Kraft ersprießen konnte, die Menschheit wieder aufwärts zu führen.

[ 16 ] How was this possible? It was possible because, for three years, there was present in the person of Jesus of Nazareth a being whom we might call the Christ, if we were to choose a word for it. But this name does not encompass the divine Spirit that we recognize in Christ. A human name, a human word, cannot capture the Divine. And in the case of the Christ, we are dealing with a great divine impulse that sweeps across the world: the Christ impulse that entered into Jesus of Nazareth through his baptism in the Jordan. This is the essence of Christianity: this Christ impulse that came to Earth through a physical personality, that entered into the physical personality of Jesus of Nazareth, who bore the Christ within his physical form. The Christ wore this physical form because the course of world development unfolds in such a way that it first descends and then ascends again. At the lowest point of the descent, we have the Mystery of Golgotha. And this was necessary because only from it could the power spring forth to lead humanity upward again.

[ 17 ] Nach der atlantischen Katastrophe haben wir die urindische Epoche, die in ihrer Spiritualität nicht wieder in den folgenden Epochen erreicht wird, sondern erst beim Ende der Entwicklung, beim Aufstieg erreicht werden wird in der siebenten Epoche. Auf die indische folgte die urpersische, dann die chaldäisch-ägyptische Epoche. Selbst wenn man nur äußerlich die Menschheitsentwicklung verfolgt, so wird es klar, dass die Spiritualität immer mehr zurückging. Dann kommen wir zu der Kultur, die ganz auf dem Boden des Irdischen stand: zur griechisch-lateinischen Kultur. Da sehen wir zusammenstoßen das Wunderbare, was geschaffen werden konnte in Bezug auf die Vermählung des Geistes mit der Form in dem, was die Griechen geschaffen haben in ihren Kunstwerken, und in der römischen Kultur, im römischen Bürgertum, da wird der Mensch Meister auf dem physischen Plan. Aber das Spirituelle der griechischen Kultur wird charakterisiert durch den Ausspruch: Lieber ein Bettler auf der Oberwelt als ein König im Reiche der Schatten. - Grauen vor der Welt, die hinter dem physischen Plan steht, drückt sich darin aus, Grauen vor der Welt, die der Mensch betreten soll nach dem Tode. Da ist die Spiritualität bis zum tiefsten Punkt herabgestiegen.

[ 17 ] Following the Atlantean catastrophe came the Proto-Indian epoch, whose spiritual depth was never again attained in subsequent epochs, but will only be reached at the end of human development, during the ascent of the seventh epoch. The Indian epoch was followed by the Proto-Persian, then the Chaldean-Egyptian epoch. Even if one traces the development of humanity only superficially, it becomes clear that spirituality declined more and more. Then we come to the culture that stood entirely on the ground of the earthly: the Greco-Latin culture. There we see the clash between the marvelous—what could be created in terms of the marriage of spirit and form in what the Greeks created in their works of art—and in Roman culture, in the Roman bourgeoisie, where the human being becomes master on the physical plane. But the spirituality of Greek culture is characterized by the saying: “Better a beggar in the upper world than a king in the realm of shadows.”—A dread of the world that lies beyond the physical plane is expressed in this, a dread of the world that man is to enter after death. There, spirituality has descended to its lowest point.

[ 18 ] Von da ab brauchte aber die Menschheit einen Impuls zur Umkehr nach den spirituellen Welten, und dieser wird in diesem vierten nachatlantischen Zeitraum ihr auch gegeben dadurch, dass sich abspielte innerhalb dieses Zeitraumes etwas, was im Grunde genommen entrückt war dem ganzen physischen Plan.

[ 18 ] From that point on, however, humanity needed an impetus to turn back toward the spiritual worlds, and this is provided to it in this fourth post-Atlantean epoch by the fact that something took place during this period that was, in essence, removed from the entire physical plane.

[ 19 ] Das Mysterium von Golgatha, wie hat es sich abgespielt auf dem entlegenen Erdenfleckchen in Palästina? So, dass wir sagen können: international, interkonfessionell hat es sich abgespielt. Einsam, in Verborgenheit fand es statt, dies Mysterium von Golgatha. Nichts wusste davon die äußere Kultur, nichts wussten davon die Römer, welche Herren waren des Stückchen Landes, wo es sich abspielte. Und sie waren wahrhaftig keine Bekenner des Christus, und noch viel weniger waren das die Juden.

[ 19 ] The Mystery of Golgotha—how did it unfold on that remote corner of the earth in Palestine? In such a way that we can say: it unfolded in an international, interdenominational manner. In solitude, in secrecy, this Mystery of Golgotha took place. The outside world knew nothing of it; the Romans, who were the rulers of the small piece of land where it took place, knew nothing of it. And they were certainly not followers of Christ, and even less so were the Jews.

[ 20 ] Wer ist denn eigentlich anwesend, als sich dies Mysterium von Golgatha abspielte? Wen hat um sich gesammelt derjenige, der im dreißigsten Jahre aufnehmen durfte den Christus? Hat er um sich gesammelt Schüler, wie Konfuzius, Laotse oder Buddha es taten? Wenn man genau zusieht, tat er nicht einmal das. Denn waren seine Jünger bis zum Mysterium von Golgatha schon seine Apostel? Nein! Zerstreut haben sie sich, weggegangen sind sie, als derjenige, dem sie bis dahin gefolgt waren, seinen Leidensweg antrat. Dadurch erst sind sie seine Apostel geworden, dass er, durch den Tod hindurchgehend, ihnen die Gewissheit gab, dass etwas lebt, was Sieger ist über den Tod. Da erst sind sie seine wahren Apostel geworden und haben seine Kraft hinausgetragen unter die Völker der Erde. Vorher aber haben sie ihn nicht einmal verstanden. Und derjenige, der nach dem Mysterium von Golgatha am meisten tut zur Ausbreitung des Christentums, versteht ihn wiederum erst, als er ihm im Geiste erschienen ist.

[ 20 ] Who, then, was actually present when this Mystery of Golgotha took place? Who did the one who was permitted to receive the Christ at the age of thirty gather around him? Did he gather disciples around him, as Confucius, Laozi, or Buddha did? If one looks closely, he did not even do that. For were his disciples already his apostles up to the Mystery of Golgotha? No! They scattered; they went away when the one they had followed until then began his path of suffering. It was only through this that they became his apostles—that he, passing through death, gave them the certainty that something lives that is victorious over death. Only then did they become his true apostles and carry his power out among the peoples of the earth. Before that, however, they did not even understand him. And the one who, after the Mystery of Golgotha, does the most to spread Christianity, in turn understands him only when he has appeared to him in the spirit.

[ 21 ] So sehen wir: Im Wesentlichen besteht das Christentum nicht darin, wie es bei anderen Religionen und ihren Stiftern der Fall ist, dass ein großer Lehrer Schüler um sich sammelt und diese seine Lehren weiter verbreiten, sondern darin, dass ein Gottes-Impuls auf die Erde herabkommt, durch den Tod geht und die Ursache ist zu dem Impuls nach aufwärts für die Menschheit. Als das Persönliche weg ist, durch den Tod gegangen ist, da erst wirkt die Kraft, die durch den Christus auf die Erde kam. Nicht wirkt fort eine persönliche Lehre, sondern die Tatsache, dass der Christus im Jesus war, dass er das Mysterium von Golgatha durchgemacht hat und dass von diesem eine Kraft ausstrahlt über die ganze folgende Menschheitsentwicklung hin.

[ 21 ] So we see: Essentially, Christianity does not consist, as is the case with other religions and their founders, of a great teacher gathering disciples around him and having them spread his teachings further, but rather in a divine impulse descending to Earth, passing through death, and becoming the cause of the upward impulse for humanity. Only when the personal element is gone, having passed through death, does the power that came to Earth through the Christ begin to take effect. It is not a personal teaching that continues to work, but the fact that the Christ was in Jesus, that he underwent the Mystery of Golgotha, and that a power radiates from this throughout the entire subsequent development of humanity.

[ 22 ] Das ist der Unterschied zwischen dem, was das Christentum an den Ausgangspunkt seines Werdens stellt, und dem, was andere Religionen an ihren Ausgangspunkt stellen. Es handelt sich darum zu charakterisieren, wenn wir den Ausgangspunkt des Christentums ins Auge fassen, was da geschehen ist beim Mysterium von Golgatha. Paulus sagt: Durch Adam - das heißt denjenigen, der noch vor dem Sündenfall, noch ehe er eigentlich Mensch war, Veranlassung gab zu dieser absteigenden Linie, der also auch nicht eigentlich eine Persönlichkeit war -, durch Adam ist die Menschheit veranlasst zur absteigenden Linie, durch den Christus ist sie veranlasst zur aufsteigenden Linie.

[ 22 ] This is the difference between what Christianity places at the starting point of its development and what other religions place at theirs. When we consider the starting point of Christianity, the task is to characterize what took place in the Mystery of Golgotha. Paul says: Through Adam—that is, the one who, even before the Fall, even before he was actually human, set humanity on this downward path, and who was therefore not really a personality in the first place—through Adam, humanity is set on the downward path; through Christ, it is set on the upward path.

[ 23 ] Alles dies erfordert, wenn es wahres Gefühl und Empfinden werden soll, ein volles Eingehen auf alle der Menschheit zufließenden okkulten Wahrheiten. Um alles das zu verstehen, was in dieser Tatsache liegt, ist notwendig, dass man durch die intimsten und tiefsten okkulten Wahrheiten sich zu einem Verständnis anregen lässt. Wenn man das versteht, da wird man begreiflich finden, dass zunächst auch da, wo sich das Christentum ausgebreitet hat, die höchsten Gedanken und die tiefsten Wahrheiten des Christentums nicht sogleich haben gefasst werden können. Die Tatsache des durch den Tod gegangenen Gottes-Impulses zu begreifen, das zu bedenken, dass sich eine solche Tatsache nicht ein zweites Mal abspielen kann, dass sie, indem sie hineinfällt in den tiefsten Punkt der Menschheitsentwicklung, die Kraft ausströmt, durch welche die Menschheit von nun an wiederum aufwärtssteigen kann, das alles zu denken, zu begreifen, das war nur wenigen zugänglich. Deshalb lehnten sich die Menschen der Jahrhunderte, die gefolgt sind, an den Jesus von Nazareth an, ihn suchten sie; den Christus konnten sie noch nicht begreifen. Durch den Jesus ist auch der Christus-Impuls eingeflossen in die Werke der Kunst. Den Jesus wollen die Menschen, nicht den Christus.

[ 23 ] If all this is to become a true feeling and perception, it requires a full engagement with all the occult truths that flow to humanity. To understand everything that lies in this fact, it is necessary to allow oneself to be inspired to understanding through the most intimate and profound occult truths. Once one understands this, one will find it comprehensible that, even in the regions where Christianity has spread, the highest ideas and deepest truths of Christianity could not be grasped immediately. To grasp the fact of the divine impulse that passed through death, to consider that such a fact cannot occur a second time, that by falling into the deepest point of human development it radiates the power through which humanity can now ascend once more—to think and comprehend all this was accessible to only a few. That is why the people of the centuries that followed turned to Jesus of Nazareth; they sought him; they could not yet grasp the Christ. Through Jesus, the Christ impulse also flowed into works of art. People want Jesus, not the Christ.

[ 24 ] Aber wir stehen erst im Beginn des wirklichen Christentums, es ist erst am Anfang seiner Selbstständigkeit. Und wenn jetzt gesagt wird: Nehmt uns nicht den persönlichen Jesus, der uns tröstet und erhebt, an den wir uns anlehnen, gebt uns nicht statt seiner eine unpersönliche Tatsache -, so müssen die Menschen einsehen lernen, dass das nur Egoismus ist. Erst wenn sie aus diesem persönlichen Egoismus herauswachsen werden, erst wenn sie einsehen werden, dass sie erst dann sich Christen nennen dürfen, wenn sie ihr Christentum herleiten werden von der Tatsache, die sich in grandioser Einsamkeit auf Golgatha abgespielt hat, erst dann werden sie wirklich sich dem Christus nähern können. Aber dies wird erst eine spätere Zeit einsehen.

[ 24 ] But we are only at the beginning of true Christianity; it is only just beginning to stand on its own. And when people now say: “Don’t take away the personal Jesus who comforts and uplifts us, on whom we lean; don’t give us an impersonal fact in his place”—then people must learn to realize that this is nothing but selfishness. Only when they outgrow this personal selfishness, only when they realize that they may call themselves Christians only when they derive their Christianity from the event that took place in magnificent solitude on Golgotha—only then will they truly be able to draw near to Christ. But this will only be understood in a later age.

[ 25 ] Wenn es heute Menschen geben könnte, die sagen würden, es hätte der Christus nicht gekreuzigt werden sollen oder beim Wiederkommen - es kann ja selbstverständlich nicht die Rede sein von einem Wiederkommen in einem fleischlichen Leibe - müsste dann vermieden werden die Kreuzigung, so würde dies eine Meinung der Menschen bedeuten und nicht mehr. Diese Menschen unterscheiden nicht zwischen dem, was nicht sein kann, und dem, was ein ganz gewöhnliches Missverständnis ist. Denn dasjenige, was durch das Mysterium von Golgatha in die Menschheitsentwicklung eingezogen ist, konnte nur von einem Gottes-Impuls ausgehen, der durchgemacht hat alle Leiden und Schmerzen der Menschheit, allen Jammer und alles Elend, allen Spott und allen Hohn, alle Verachtung und alle Schmach, wie es geschehen ist durch den Christus. Und all dieses war für einen Gott viel, viel schwerer durchzumachen als für einen gewöhnlichen Menschen.

[ 25 ] If there were people today who said that Christ should not have been crucified, or that upon his return—since, of course, there can be no question of a return in a physical body—the crucifixion would have to be avoided, this would merely reflect a human opinion and nothing more. These people do not distinguish between what cannot be and what is a very ordinary misunderstanding. For that which entered into the development of humanity through the Mystery of Golgotha could only have originated from a divine impulse that endured all the sufferings and pains of humanity, all the misery and all the wretchedness, all the mockery and all the scorn, all the contempt and all the shame, as it happened through Christ. And all of this was much, much harder for a God to endure than for an ordinary human being.

[ 26 ] Man kann auch nicht so, wie andere geschichtliche Ereignisse, die Tatsache des Mysteriums von Golgatha beweisen. Schon dass überhaupt die Kreuzigung stattgefunden hat, ist nicht zu beweisen. Es finden sich keine äußeren authentischen Dokumente darüber. Aber es hat seinen guten Grund, dass man es nicht beweisen kann, denn es fällt heraus aus der übrigen Entwicklung der Menschheit. Denn das Mysterium von Golgatha ist ja — und dies ist sein Grundcharakter etwas, was sich nicht beschäftigt mit dem, was mit der Menschheitsentwicklung unmittelbar in erster Linie zu tun hat.

[ 26 ] Nor can one prove the reality of the Mystery of Golgotha in the same way as other historical events. The very fact that the crucifixion took place at all cannot be proven. There are no external authentic documents regarding it. But there is a good reason why it cannot be proven, for it stands apart from the rest of human development. For the Mystery of Golgotha is—and this is its fundamental character—something that does not concern itself with what is directly and primarily related to human development.

[ 27 ] Womit beschäftigt es sich denn? Mit dem Herabschreiten der Menschheit auf der absteigenden Bahn und dem, was sie wieder heraufführen soll, mit dem luziferischen Einfluss auf die Menschheit. Luzifer mit all dem, was zu ihm gehört, ist ja kein Mensch, Luzifer und die Seinen, das sind übermenschliche Wesenheiten. Und Luzifer hat nicht die Tendenz und die Sehnsucht gehabt, durch seine Taten die Menschen in eine abschüssige Bahn zu bringen, sondern sich gegen die oberen Götter aufzulehnen. Seine Feinde wollte er besiegen, nicht die Menschen auf eine abschüssige Bahn bringen. Die fortschreitenden, die oberen Götter und Luzifer mit seinen Scharen der unteren, der hemmenden Götter kämpften miteinander, und der Mensch ist hereingerissen in diesen Götterstreit vom Anfang der Erdenentwicklung an. Das war etwas, was die Götter in den höheren Welten unter sich auszumachen hatten, aber die Menschen sind durch den Götterstreit tiefer hineingerissen in die Welt der Materie, als sie es gesollt hatten. Da hatten nun die Götter auch wiederum den Ausgleich zu schaffen dafür. Die Menschen mussten wiederum heraufgebracht werden, es musste die Tat des Luzifer ungeschehen gemacht werden. Und nicht durch einen Menschen konnte das geschehen. Nur durch eine Göttertat konnte das vollbracht werden. Diese Göttertat soll charakterisiert werden, so wie sie wahrhaft ist.

[ 27 ] What, then, is it concerned with? With humanity’s descent along a downward path and what is to lead it back up again, with the Luciferic influence on humanity. Lucifer, with all that belongs to him, is not a human being; Lucifer and his followers are superhuman beings. And Lucifer did not have the tendency or the desire to lead people down a slippery slope through his actions, but rather to rebel against the higher gods. He wanted to defeat his enemies, not to lead people down a slippery slope. The progressive, higher gods and Lucifer with his hosts of the lower, restraining gods fought one another, and humanity has been drawn into this conflict among the gods from the very beginning of Earth’s development. This was something the gods in the higher worlds had to settle among themselves, but through the conflict of the gods, humanity was drawn deeper into the world of matter than they should have been. So the gods had to restore the balance once again. Humanity had to be brought back up; Lucifer’s deed had to be undone. And this could not be accomplished by a human being. It could only be accomplished through a divine act. This divine act is to be described as it truly is.

[ 28 ] Wenn wir unsere Erde durchforschen, so finden wir als das Rätselvollste auf ihr Geburt und Tod. Dass Wesen sterben können, ist doch das Grundproblem für die forschende Menschheit. Tod, Sterben gibt es nur auf der Erde; in den höheren Welten gibt es keinen Tod, sondern Verwandlung, Metamorphosen. Der Tod ist aber zurückzuführen auf dasjenige, was durch Luzifer in die Menschen gekommen ist, und es würde, wenn nicht etwas geschehen wäre vonseiten der Götter, die ganze Menschheit immer mehr hineinverstrickt worden sein in eine dem Tode zuführende Tendenz. Da musste vonseiten der Götter ein Opfer gebracht werden: Es musste einer der ihrigen herabsteigen und den Tod erleben, den man nur inmitten der Erdenkinder erleben kann, als eine die luziferische Tat ausgleichende Tat. Und von diesem Göttertod strahlt aus die Kraft, die auch in die Menschenseelen hineinstrahlen und sie wiederum hinaufbringen kann aus den Finsternissen, in die sie durch Luzifers Tat hineingeraten sind. Es musste ein Gott einmal sterben auf dem physischen Plan.

[ 28 ] When we explore our Earth, we find that birth and death are its greatest mysteries. The fact that beings can die is, after all, the fundamental problem for humanity’s quest for knowledge. Death and dying exist only on Earth; in the higher worlds there is no death, but rather transformation and metamorphosis. Death, however, can be traced back to that which entered humanity through Lucifer, and had something not been done on the part of the gods, all of humanity would have become increasingly entangled in a tendency leading to death. A sacrifice had to be made on the part of the gods: one of their own had to descend and experience death, which can only be experienced among the children of the earth, as an act to balance the Luciferic deed. And from this death of a god radiates the power that can also shine into human souls and in turn lift them out of the darkness into which they have fallen through Lucifer’s deed. A god had to die once on the physical plane.

[ 29 ] Das geht die Menschen nicht direkt an, sie sahen zu bei einer Götterangelegenheit. Kein Wunder, dass man dasjenige, was Angelegenheit der höheren Welten ist, nicht darstellen kann mit physischen Mitteln, denn es fällt heraus aus der physischen Welt.

[ 29 ] This does not directly concern human beings; they were merely observers of a divine matter. It is no wonder that what pertains to the higher worlds cannot be depicted by physical means, for it lies beyond the physical world.

[ 30 ] Die Früchte aber dieser Göttertat, die sich hier auf unserer Erde abspielen musste, fielen der Menschheit zu, und die christliche Initiation gibt den Menschen die Kraft, diese Göttertat zu verstehen. Und gerade so, wie sich der Ursprung der Menschheit, das Hervorgehen aus dem Schoß der Gottheit, nur einmal abspielen konnte, so konnte sich auch die Überwindung dessen, was bei diesem Ursprung in die Menschenseele eingezogen ist, nur einmal abspielen.

[ 30 ] But the fruits of this divine act, which had to take place here on our earth, fell to humanity, and Christian initiation gives people the strength to understand this divine act. And just as the origin of humanity—the emergence from the bosom of the Deity—could take place only once, so too could the overcoming of what entered the human soul at that origin take place only once.

[ 31 ] Stellt der Christ, der Theosoph geworden ist, dem Buddhisten, der Theosoph geworden ist, dieses Wesen des Christus dar, so würde dieser sagen: Also würde ich dich missverstehen, wenn ich glauben könnte, dass das, was du den Christus nennst, etwas wäre, was der Reinkarnation unterläge. Nein, es unterliegt niemals der Reinkarnation, ebenso wenig wie du sagen würdest, dass der Buddha wiederkommen könnte! - Dennoch besteht ein großer Unterschied. Der Buddhist weist hin auf den großen Lehrer, auf den er seine Religion zurückführt, der wahre Christ aber auf eine Tatsache der geistigen Welten, die einsam sich auf dem Erdenball abgespielt hat, auf etwas, was ganz unpersönlich ist, was nichts zu tun hat mit irgendeiner Konfession. Keiner war zunächst Bekenner dieser Tatsache, nichts hatte sie zu tun mit einem bestimmten Fleck der Erde, in majestätischer Einsamkeit ergoss sich die Götterkraft von dieser Tatsache aus in die ganze folgende Menschheitsentwicklung.

[ 31 ] If a Christian who has become a Theosophist were to present this essence of Christ to a Buddhist who has become a Theosophist, the latter would say: “I would be misunderstanding you if I were to believe that what you call Christ is something subject to reincarnation. No, it is never subject to reincarnation, just as you would not say that the Buddha could return!—Yet there is a great difference. The Buddhist points to the great teacher to whom he traces his religion, but the true Christian points to a fact of the spiritual worlds that unfolded in solitary isolation upon the globe, to something that is entirely impersonal, that has nothing to do with any particular denomination. At first, no one professed this fact; it had nothing to do with any particular spot on Earth; in majestic solitude, the divine power flowed from this fact into the entire subsequent development of humanity.

[ 32 ] Wahrheit zu suchen in den verschiedenen Religionen, das ist die Aufgabe einer theosophischen Weltanschauung, und wenn wir wirklich den Wahrheitskern suchen in allen Religionen, so bedeutet er den Frieden. Nicht will eine Religion, wenn der Bekenner derselben sie im Lichte der Theosophie wirklich erkennt, einer anderen Religion ihren besonderen Strahl der Wahrheit aufdrängen. So wie der theosophische Christ nicht sagen kann, der Buddha würde wiederkommen, denn dann hätte er den Buddha nicht verstanden, ebenso wenig könnte der theosophische Buddhist sagen, der Christus würde wiederkommen, denn da versteht er den Christus nicht. Wahrheit aber über den Buddha und Wahrheit über den Christus bedeutet nirgends - wenn wir nicht persönliche Vorurteile hegen - Unfrieden und Sektiererei, sondern Harmonie und Frieden. Das folgt ganz von selbst auf die Wahrheit, sie bedeutet und bewirkt Frieden in der Welt. Dem Buddha, dem großen Lehrer in der höchsten Wahrheit, können alle Nationen und alle Religionen der Erde angehören. Und dem Christus, der göttlichen Kraft in der höchsten Wahrheit, können alle Nationen und alle Religionen der Erde angehören. Und das gegenseitige Verständnis bedeutet den Frieden in der Welt. Und dieser Frieden, das ist die Seele der neuen Welt. Und zu dieser Seele, die als Geisteswissenschaft aller Menschen inmitten aller Erdenkultur über die ganze Erde hin walten soll, muss Theosophie führen.

[ 32 ] Seeking truth in the various religions is the task of a theosophical worldview, and if we truly seek the core of truth in all religions, it means peace. No religion, when its adherent truly recognizes it in the light of Theosophy, wishes to impose its particular ray of truth upon another religion. Just as the Theosophical Christian cannot say that the Buddha will return, for then he would not have understood the Buddha, so too the Theosophical Buddhist could not say that Christ will return, for then he would not understand Christ. But the truth about the Buddha and the truth about Christ mean nowhere—if we do not harbor personal prejudices—discord and sectarianism, but rather harmony and peace. This follows quite naturally from the truth; it signifies and brings about peace in the world. All nations and all religions of the earth can belong to the Buddha, the great Teacher in the highest truth. And all nations and all religions of the earth can belong to the Christ, the divine power in the highest truth. And mutual understanding means peace in the world. And this peace is the soul of the new world. And Theosophy must lead to this soul, which, as the spiritual science of all people, is to reign throughout the entire earth in the midst of all earthly culture.

[ 33 ] Solche Erkenntnisse wurden gepflegt in den Rosenkreuzerschulen der vergangenen Jahrhunderte vom dreizehnten, vierzehnten Jahrhundert an. Sie wussten, dass mit solchen Erkenntnissen der Friede in die Menschenseelen einzieht. Und sie wussten, dass gar mancher, der hier auf der Erde diesen Frieden nicht erleben kann, es nach dem Tode als eine Erfüllung seiner liebsten Ideale empfinden wird, wenn er herabschaut auf die Erde und den Frieden unter den Nationen entstehen sehen wird in demselben Maße, als sie solchen Erkenntnissen sich öffnen werden.

[ 33 ] Such insights were cultivated in the Rosicrucian schools of past centuries, beginning in the thirteenth and fourteenth centuries. They knew that such insights bring peace into the human soul. And they knew that many who cannot experience this peace here on Earth will, after death, perceive it as the fulfillment of their dearest ideals when they look down upon the Earth and see peace arising among the nations to the same extent that they open themselves to such insights.

[ 34 ] So wie ich heute hier gesprochen habe, so redeten in den letzten Jahrhunderten in engem, kleinem Kreise die Angehörigen der Rosenkreuzerkreise. Heute kann es vor größeren Menschenmengen gesprochen werden. Diejenigen, welche die Mission haben, aus der theosophischen Bewegung heraus als Testamentsvollstrecker desjenigen zu wirken, was vom Mysterium von Golgatha in die Menschheit strömt, sie wissen, dass der Jesus, der den Christus in sich geborgen hat, jedes Jahr zur Osterzeit aufsucht die Stätte, wo sich abgespielt hat das Mysterium von Golgatha. Gleichgültig, ob der Jesus im Fleisch ist oder nicht, er sucht jedes Jahr diese Stätte auf, und da können die Schüler, die die Reife erlangt haben, ihre Vereinigung mit ihm haben.

[ 34 ] Just as I have spoken here today, so did the members of the Rosicrucian circles speak in small, intimate gatherings over the past centuries. Today, it can be spoken before larger audiences. Those who have the mission, within the Theosophical Movement, to act as executors of what flows into humanity from the Mystery of Golgotha, know that the Jesus who has the Christ within him visits the site where the Mystery of Golgotha took place every year at Easter. Regardless of whether Jesus is in the flesh or not, he visits this site every year, and there the disciples who have attained maturity can experience their union with him.

[ 35 ] Das empfand ein Dichter - Anastasius Grün -, wie eine Individualität herabkommt und die Stätte, wo sich das Mysterium von Golgatha abspielte, jedes Jahr am ersten Osterfeiertage besucht. Er beschreibt fünf solcher Versammlungen des Meisters mit seinen Schülern. Die erste, die sich nach der Zerstörung von Jerusalem abspielt, die zweite nach der Einnahme durch die Kreuzfahrer, die dritte: Ahasver auf Golgatha weilend, die vierte ein betender Mönch, die Rettung vom Eroberer erhoffend, da Sekten verschiedener Art über die Erde zerstreut sind und miteinander streiten, während die Stätte seines Wirkens derjenige überschaut, der die größte Friedensbotschaft auf die Erde brachte. Das sind die vier Bilder von vergangenen Besuchen des Jesus auf der Stätte seines Wirkens auf Golgatha. Dann lässt Anastasius Grün im Gedicht «Schutt» ein Bild erstehen von einem zukünftigen Herabkommen auf Golgatha. In ferner Zukunft liegt das, was er schildert: diese Situation der Zukunft, die er wie die Gewalt des Friedens fühlt, der dann herrschen wird auf der Erde. Sie liegt in dem nicht konfessionellen, sondern rosenkreuzerisch empfundenen Christentum. Da sicht er Kinder spielen. Sie graben - mag auch jetzt dieses Bild noch eine Utopie sein -, sie graben aus einen Gegenstand aus Eisen und sie wissen nicht, was das ist. Diejenigen nur, die noch ferne Nachrichten haben von dem längst vergangenen Streit der Menschen, sie wissen, dass das ein Schwert ist. In der Zeit des Friedens erkennt man nicht mehr den Zweck eines Schwertes und verwendet es als Pflugschar. Und ein Ackersmann gräbt weiter, findet einen Gegenstand aus Stein. Wiederum erkennt man das nicht. Es war eine Weile von der Erde verbannt, sagen diejenigen, die noch etwas davon wissen. Die Menschen haben es nicht mehr erkannt! Einst haben sie es als Symbol des Streites benutzt - es ist ein Kreuz aus Stein -, jetzt aber wird es, indem sich die Menschen versammeln unter dem Zukunftsimpuls des Christus Jesus, jetzt wird es etwas anderes.

[ 35 ] A poet—Anastasius Grün—felt this: how an individual descends and visits the site where the mystery of Golgotha took place every year on the first day of Easter. He describes five such gatherings of the Master with his disciples. The first takes place after the destruction of Jerusalem, the second after the conquest by the Crusaders, the third: Ahasver lingering on Golgotha, the fourth a praying monk, hoping for salvation from the conqueror, as sects of various kinds are scattered across the earth and quarrel with one another, while the site of his ministry is overlooked by the one who brought the greatest message of peace to the earth. These are the four images of past visits by Jesus to the site of his ministry on Golgotha. Then, in the poem “Rubble,” Anastasius Grün conjures up an image of a future descent upon Golgotha. What he describes lies in the distant future: this future situation, which he senses as the power of the peace that will then reign on Earth. It lies in a Christianity that is not denominational but imbued with Rosicrucian sentiment. There he sees children playing. They are digging—though this image may still be a utopia even now—they are digging up an object made of iron, and they do not know what it is. Only those who still have distant memories of the long-past strife among people know that it is a sword. In times of peace, people no longer recognize the purpose of a sword and use it as a plowshare. And a farmer digs on, finding a stone object. Again, they do not recognize it. It had been banished from the earth for a while, say those who still know something of it. People no longer recognized it! Once they used it as a symbol of strife—it is a stone cross—but now, as people gather under the future impulse of Christ Jesus, now it becomes something else.

[ 36 ] Und wie schildert uns der Dichter dies im Jahr 1836? So schildert er uns dies Symbolum der Mission des richtig verstandenen Christus-Impulses:

[ 36 ] And how does the poet describe this to us in 1836? This is how he describes this symbol of the mission of the correctly understood Christ impulse:

Ob sie’s auch kennen nicht, doch steht's voll Segen,
Aufrecht in ihrer Brust, in ew’gem Reiz,
Es blüht sein Same rings auf allen Wegen;
Denn was sie nimmer kannten, war ein Kreuz!

Das Kreuz von Stein, sie stellen’s auf im Garten,
Ein rätselhaft, ehrwürdig Altertum,
Dran Rosen rings und Blumen aller Arten
Empor sich ranken, kletternd um und um.

So steht das Kreuz inmitten Glanz und Fülle
Auf Golgatha, glorreich, bedeutungsschwer:
Verdeckt ist’s ganz von seiner Rosen Hülle,
Längst sieht vor Rosen man das Kreuz nicht mehr.

Whether they know it or not, it is full of blessings,
Standing tall in their hearts, in eternal charm,
Its seed blooms all around, along every path;
For what they never knew was a cross!

The stone cross, they set it up in the garden,
A mysterious, venerable relic of antiquity,
With roses all around and flowers of every kind
Climbing up, winding their way round and round.

Thus stands the cross amid splendor and abundance
On Golgotha, glorious, steeped in meaning:
It is completely hidden by its mantle of roses,
Long have the roses obscured the cross from view.