The Mysteries of the Orient and Christianity
GA 144
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Die Mysterien des Morgenlandes und des Christentums, 5th ed.
Erster Vortrag
Erster Vortrag
[ 1 ] In diesen Vorträgen möchte ich Ihnen ein Bild geben des Mysterienwesens und seines Zusammenhanges mit dem Geistesleben der Menschheit. Daher ist es notwendig, daß wir uns heute gleich als Einleitung verständigen über mancherlei Erlebnisse auf dem Wege in die höheren Welten. Dinge werden zwar vorgebracht werden müssen in dieser Einleitung, die in gewisser Beziehung schon innerhalb unsereranthroposophischen Arbeit berührt worden sind ; aber wir werden zu unseren Betrachtungen in den nächsten Tagen gerade gewisse Gesichtspunkte nötig haben, welche vielleicht bisher doch weniger, wenigstens nicht in dem notwendigen Zusammenhange, betrachtet worden sind.
[ 1 ] In diesen Vorträgen möchte ich Ihnen ein Bild geben des Mysterienwesens und seines Zusammenhanges mit dem Geistesleben der Menschheit. Daher ist es notwendig, daß wir uns heute gleich als Einleitung verständigen über mancherlei Erlebnisse auf dem Wege in die höheren Welten. Dinge werden zwar vorgebracht werden müssen in dieser Einleitung, die in gewisser Beziehung schon innerhalb unsereranthroposophischen Arbeit berührt worden sind ; aber wir werden zu unseren Betrachtungen in den nächsten Tagen gerade gewisse Gesichtspunkte nötig haben, welche vielleicht bisher doch weniger, wenigstens nicht in dem notwendigen Zusammenhange, betrachtet worden sind.
[ 2 ] Alles was man unter dem Begriffe des Mysterienwesens zusammenfaßt, ist ja zuletzt begründet auf den Erlebnissen der Eingeweihten in den höheren Welten. Aus den höheren Welten muß heruntergeholt werden das Wissen, müssen auch heruntergeholt werden die Impulse des praktischen Handelns, insofern dieses Wissen und die Impulse des praktischen Handelns im Mysterienwesen in Betracht kommen. Nun ist oftmals betont worden: So wie die menschliche Entwickelung auf den verschiedensten Gebieten in den aufeinanderfolgenden Perioden des menschlichen Lebens verschiedene Gestalten annimmt, so ist dies auch der Fall in bezug auf alles das, was wir Mysterienwesen nennen. Wir gehen ja nicht umsonst mit unserer Seele durch aufeinanderfolgende Menschenleben. Wir gehen deshalb durch aufeinanderfolgende Menschenleben, weil wir in jeder Inkarnation Neues erleben und zu dem hinzufügen können, was wir in den vorhergehenden Inkarnationen mit unserer Seele verbunden haben. Das Bild der äußeren Welt hat sich in den meisten Fällen vollständig geändert, wenn wir nach dem Durchgang durch die geistige Welt zwischen dem Tode und der neuen Geburt wieder durch die Geburt das physische Dasein des Menschen betreten. Daher muß auch aus leicht erkennbaren Gründen in den aufeinanderfolgenden Zeitepochen der Menschheit das Mysterienwesen, das Prinzip der Einweihung, sich ändern.
[ 2 ] Alles was man unter dem Begriffe des Mysterienwesens zusammenfaßt, ist ja zuletzt begründet auf den Erlebnissen der Eingeweihten in den höheren Welten. Aus den höheren Welten muß heruntergeholt werden das Wissen, müssen auch heruntergeholt werden die Impulse des praktischen Handelns, insofern dieses Wissen und die Impulse des praktischen Handelns im Mysterienwesen in Betracht kommen. Nun ist oftmals betont worden: So wie die menschliche Entwickelung auf den verschiedensten Gebieten in den aufeinanderfolgenden Perioden des menschlichen Lebens verschiedene Gestalten annimmt, so ist dies auch der Fall in bezug auf alles das, was wir Mysterienwesen nennen. Wir gehen ja nicht umsonst mit unserer Seele durch aufeinanderfolgende Menschenleben. Wir gehen deshalb durch aufeinanderfolgende Menschenleben, weil wir in jeder Inkarnation Neues erleben und zu dem hinzufügen können, was wir in den vorhergehenden Inkarnationen mit unserer Seele verbunden haben. Das Bild der äußeren Welt hat sich in den meisten Fällen vollständig geändert, wenn wir nach dem Durchgang durch die geistige Welt zwischen dem Tode und der neuen Geburt wieder durch die Geburt das physische Dasein des Menschen betreten. Daher muß auch aus leicht erkennbaren Gründen in den aufeinanderfolgenden Zeitepochen der Menschheit das Mysterienwesen, das Prinzip der Einweihung, sich ändern.
[ 3 ] In unserer Zeit hat ja das Prinzip der Einweihung schon insofern eine gewaltige Änderung erfahren, als bis zu einem gewissen Grade, bis zu einer gewissen Stufe hin die Einweihung gleichsam ganz ohne irgendwelche persönliche Anleitung erlangt werden kann dadurch, daß man in der Gegenwart in der Lage ist, die Prinzipien der Einweihung vor der Öffentlichkeit soweit klarzulegen, als dies zum Beispiel in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten ?» geschehen ist. Wer ganz ernsthaft die Erlebnisse durchzumachen versucht, welche in diesem Buche geschildert sind, der kann sehr weit kommen in bezug auf das Prinzip der Einweihung. Er kann durch die Anwendung des dort Dargestellten auf seine Seele so weit kommen, daß ihm das Dasein der spirituellen Welten eine Erkenntnis wird, die geradeso Erkenntnis ist, wie die Erkenntnis der äußeren physischen Welt, — aus dem Grunde, weil er durch sukzessive, langsame und allmähliche Anwendung des Geschilderten auf die eigene Seele dahin gelangen kann, den Sprung in das Begreifen der geistigen Welten hinein zu machen. Es ist nun möglich geworden, gerade den Gang der Initiation zu schildern, der durchgemacht werden kann, ohne daß sozusagen besondere Ereignisse im Seelenleben eintreten, die dieses Seelenleben in besondere Katastrophen und besondere Revolutionen führen.
[ 3 ] In unserer Zeit hat ja das Prinzip der Einweihung schon insofern eine gewaltige Änderung erfahren, als bis zu einem gewissen Grade, bis zu einer gewissen Stufe hin die Einweihung gleichsam ganz ohne irgendwelche persönliche Anleitung erlangt werden kann dadurch, daß man in der Gegenwart in der Lage ist, die Prinzipien der Einweihung vor der Öffentlichkeit soweit klarzulegen, als dies zum Beispiel in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten ?» geschehen ist. Wer ganz ernsthaft die Erlebnisse durchzumachen versucht, welche in diesem Buche geschildert sind, der kann sehr weit kommen in bezug auf das Prinzip der Einweihung. Er kann durch die Anwendung des dort Dargestellten auf seine Seele so weit kommen, daß ihm das Dasein der spirituellen Welten eine Erkenntnis wird, die geradeso Erkenntnis ist, wie die Erkenntnis der äußeren physischen Welt, — aus dem Grunde, weil er durch sukzessive, langsame und allmähliche Anwendung des Geschilderten auf die eigene Seele dahin gelangen kann, den Sprung in das Begreifen der geistigen Welten hinein zu machen. Es ist nun möglich geworden, gerade den Gang der Initiation zu schildern, der durchgemacht werden kann, ohne daß sozusagen besondere Ereignisse im Seelenleben eintreten, die dieses Seelenleben in besondere Katastrophen und besondere Revolutionen führen.
[ 4 ] Soweit also ist es heute möglich, in der Öffentlichkeit den Gang in die höheren Welten zu erörtern. Allerdings muß aber gesagt werden, daß auch heute, wenn der Mensch wesentlich weiter kommen soll, der Gang in die höheren Welten verknüpft ist mit dem Ertragen gewisser Leiden, Schmerzen, gewisser ganz besonderer Erlebnisse, die allerdings bestürzend und revolutionierend in das Leben des Menschen eingreifen können, und zu denen man erst besonders reif gemacht werden muß. Also das eine sei noch einmal besonders betont: Was veröffentlicht ist, kann jeder ungefährdet durchmachen und kann dadurch sehr weit kommen. Aber selbstverständlich ist der Weg in die höheren Welten nirgends abgeschlossen, und wenn man über eine gewisse Grenze hinauskommt und den Weg weiter gehen will, dann gehört eine besondere Reife dazu, wenn es ohne besondere Erschütterungen des Seelenlebens — nicht krankhafte, sondern durchaus innere Erschütterungen des Seelenlebens — abgehen soll. Auch diese Erschütterungen gehen natürlich an der Seele vorüber, wenn der ganze Gang der Einweihung in der richtigen Weise sich vollzieht. Aber das ist eben notwendig, daß er sich in der richtigen Weise vollzieht.
[ 4 ] Soweit also ist es heute möglich, in der Öffentlichkeit den Gang in die höheren Welten zu erörtern. Allerdings muß aber gesagt werden, daß auch heute, wenn der Mensch wesentlich weiter kommen soll, der Gang in die höheren Welten verknüpft ist mit dem Ertragen gewisser Leiden, Schmerzen, gewisser ganz besonderer Erlebnisse, die allerdings bestürzend und revolutionierend in das Leben des Menschen eingreifen können, und zu denen man erst besonders reif gemacht werden muß. Also das eine sei noch einmal besonders betont: Was veröffentlicht ist, kann jeder ungefährdet durchmachen und kann dadurch sehr weit kommen. Aber selbstverständlich ist der Weg in die höheren Welten nirgends abgeschlossen, und wenn man über eine gewisse Grenze hinauskommt und den Weg weiter gehen will, dann gehört eine besondere Reife dazu, wenn es ohne besondere Erschütterungen des Seelenlebens — nicht krankhafte, sondern durchaus innere Erschütterungen des Seelenlebens — abgehen soll. Auch diese Erschütterungen gehen natürlich an der Seele vorüber, wenn der ganze Gang der Einweihung in der richtigen Weise sich vollzieht. Aber das ist eben notwendig, daß er sich in der richtigen Weise vollzieht.
[ 5 ] Nun muß man sich darüber klar sein, daß für denjenigen, der gewissermaßen den Sprung ins Mysterium hinein machen will, alles im Seelenleben nach und nach anders werden muß. So ziemlich alles im Seelenleben muß anders werden. Wenn man eine vorläufige Charakteristik dieses Anderswerdens geben will, könnte man etwa mit wenigen Worten eine solche Charakteristik so geben, daß man sagt: Was für das gewöhnliche Seelenleben Ziel, Zweck, ja Selbstzweck scheint, das muß bei dem, der in das Mysterium eindringen will, alles ein Mittel werden zu höheren Zwecken, zu höheren Zielen. Im gewöhnlichen Leben nimmt der Mensch durch seine Sinne die Außenwelt wahr. Er nimmt die Außenwelt in Farben, in Formen, in Tönen und in den anderen Sinneseindrücken wahr. Der Mensch lebt gewissermaßen im gewöhnlichen Leben innerhalb der Welt dieser Sinneseindrücke. In dem Augenblicke, wo die Einweihung auf einer gewissen Stufe eintreten soll, darf der Mensch nicht für sein ganzes Leben bloß der Außenwelt gegenüber sich so stellen, daß er blau oder rot oder andere Farben erlebt; sondern er muß in die Lage kommen, das Erleben der Farben, ohne es zu verlieren, zum bloßen Mittel höherer Zwecke, höherer Ziele zu machen.
[ 5 ] Nun muß man sich darüber klar sein, daß für denjenigen, der gewissermaßen den Sprung ins Mysterium hinein machen will, alles im Seelenleben nach und nach anders werden muß. So ziemlich alles im Seelenleben muß anders werden. Wenn man eine vorläufige Charakteristik dieses Anderswerdens geben will, könnte man etwa mit wenigen Worten eine solche Charakteristik so geben, daß man sagt: Was für das gewöhnliche Seelenleben Ziel, Zweck, ja Selbstzweck scheint, das muß bei dem, der in das Mysterium eindringen will, alles ein Mittel werden zu höheren Zwecken, zu höheren Zielen. Im gewöhnlichen Leben nimmt der Mensch durch seine Sinne die Außenwelt wahr. Er nimmt die Außenwelt in Farben, in Formen, in Tönen und in den anderen Sinneseindrücken wahr. Der Mensch lebt gewissermaßen im gewöhnlichen Leben innerhalb der Welt dieser Sinneseindrücke. In dem Augenblicke, wo die Einweihung auf einer gewissen Stufe eintreten soll, darf der Mensch nicht für sein ganzes Leben bloß der Außenwelt gegenüber sich so stellen, daß er blau oder rot oder andere Farben erlebt; sondern er muß in die Lage kommen, das Erleben der Farben, ohne es zu verlieren, zum bloßen Mittel höherer Zwecke, höherer Ziele zu machen.
[ 6 ] Im gewöhnlichen Leben sieht zum Beispiel der Mensch an einem heiteren Tage hinaus in den Weltenraum und sieht das Himmelsblau. Er lebt im Anblicke des Himmelsblaues. Will er Eingeweihter auf einer bestimmten Stufe werden, so muß er in die Lage kommen, das Himmelsblau anschauen zu können, aber es muß für ihn vollständig durchsichtig werden. Während es sonst «Grenze» ist, muß es durchsichtig werden können, und der Mensch muß das, was er eigentlich sehen will, durch das Himmelsblau hindurch sehen. Es darf für ihn nun keine Grenze mehr sein. Oder nehmen wir die Rose: Für den äußeren Anblick ist die Rose in ihren Flächen begrenzt von der roten Farbe. In dem Augenblicke der Initiation hört die rote Farbe auf, Grenze zu sein. Sie wird durchsichtig, und hinter ihr zeigt sich dasjenige, was eigentlich gesucht wird. Die Farbe hört nicht auf, durch ihre Natur zu wirken, aber anderes sieht der Eingeweihte, wenn er durch das Himmelsblau sieht, anderes, wenn er durch das Rot der Rose sieht, anderes, wenn er durch die Morgenröte sieht und so weiter. Also in ganz bestimmter Weise wird schon die Farbe erlebt. Aber sie wird im unmittelbaren Anblick durchsichtig, wird weggeschafft von der Kraft der Seele, welche durch jene Trainierung erlangt worden ist, die zur Durchsichtigkeit führt. So ist es mit allen Sinneseindrücken. Während sie vorher das sind, in dem man lebt, bis zu dem man sozusagen kommt mit seinem Erleben, werden sie nach der Initiation ein bloßes Mittel, um das, was hinter ihnen ist, zu erleben.
[ 6 ] Im gewöhnlichen Leben sieht zum Beispiel der Mensch an einem heiteren Tage hinaus in den Weltenraum und sieht das Himmelsblau. Er lebt im Anblicke des Himmelsblaues. Will er Eingeweihter auf einer bestimmten Stufe werden, so muß er in die Lage kommen, das Himmelsblau anschauen zu können, aber es muß für ihn vollständig durchsichtig werden. Während es sonst «Grenze» ist, muß es durchsichtig werden können, und der Mensch muß das, was er eigentlich sehen will, durch das Himmelsblau hindurch sehen. Es darf für ihn nun keine Grenze mehr sein. Oder nehmen wir die Rose: Für den äußeren Anblick ist die Rose in ihren Flächen begrenzt von der roten Farbe. In dem Augenblicke der Initiation hört die rote Farbe auf, Grenze zu sein. Sie wird durchsichtig, und hinter ihr zeigt sich dasjenige, was eigentlich gesucht wird. Die Farbe hört nicht auf, durch ihre Natur zu wirken, aber anderes sieht der Eingeweihte, wenn er durch das Himmelsblau sieht, anderes, wenn er durch das Rot der Rose sieht, anderes, wenn er durch die Morgenröte sieht und so weiter. Also in ganz bestimmter Weise wird schon die Farbe erlebt. Aber sie wird im unmittelbaren Anblick durchsichtig, wird weggeschafft von der Kraft der Seele, welche durch jene Trainierung erlangt worden ist, die zur Durchsichtigkeit führt. So ist es mit allen Sinneseindrücken. Während sie vorher das sind, in dem man lebt, bis zu dem man sozusagen kommt mit seinem Erleben, werden sie nach der Initiation ein bloßes Mittel, um das, was hinter ihnen ist, zu erleben.
[ 7 ] Ebenso ist es zum Beispiel mit der ganzen Gedankenwelt. In dem gewöhnlichen Leben denkt der Mensch. Ich bitte das jetzt nicht irgendwie mißzuverstehen. Sie werden, wenn Sie es im richtigen Sinne mit anderen Ausführungen vergleichen, schon die Übereinstimmung sehen; aber geltend ist doch, sagen kann man doch: Von einer bestimmten Stufe der Initiation an hört das Denken in der gewöhnlichen Bedeutung des Wortes für den Menschen auf. Nicht als ob der Mensch jemals dahin kommen könnte — als Initiierter dahin kommen könnte —, das Denken für bedeutungslos zu halten, sondern es muß aus etwas, was vorher Zweck und Ziel des Seelenlebens war, ein bloßes Mittel werden. Das heißt, der Initiierte erlebt eine neue Welt. Damit er sie erleben kann, hat er außer anderen Dingen, von denen wir noch sprechen werden, auch nötig, über den Standpunkt des gewöhnlichen Denkens des physischen Planes hinauszukommen. Wenn der Mensch auf dem physischen Plan lebt, urteilt er über die Dinge, verschafft sich Ansichten, Meinungen über die Dinge. Von einer gewissen Stufe der Initiation ab haben die Meinungen, die Urteile über die Dinge gar keine Bedeutung, gar keinen Wert mehr.
[ 7 ] Ebenso ist es zum Beispiel mit der ganzen Gedankenwelt. In dem gewöhnlichen Leben denkt der Mensch. Ich bitte das jetzt nicht irgendwie mißzuverstehen. Sie werden, wenn Sie es im richtigen Sinne mit anderen Ausführungen vergleichen, schon die Übereinstimmung sehen; aber geltend ist doch, sagen kann man doch: Von einer bestimmten Stufe der Initiation an hört das Denken in der gewöhnlichen Bedeutung des Wortes für den Menschen auf. Nicht als ob der Mensch jemals dahin kommen könnte — als Initiierter dahin kommen könnte —, das Denken für bedeutungslos zu halten, sondern es muß aus etwas, was vorher Zweck und Ziel des Seelenlebens war, ein bloßes Mittel werden. Das heißt, der Initiierte erlebt eine neue Welt. Damit er sie erleben kann, hat er außer anderen Dingen, von denen wir noch sprechen werden, auch nötig, über den Standpunkt des gewöhnlichen Denkens des physischen Planes hinauszukommen. Wenn der Mensch auf dem physischen Plan lebt, urteilt er über die Dinge, verschafft sich Ansichten, Meinungen über die Dinge. Von einer gewissen Stufe der Initiation ab haben die Meinungen, die Urteile über die Dinge gar keine Bedeutung, gar keinen Wert mehr.
[ 8 ] Ich muß hier eine Bemerkung machen, weil wir über Regionen des Seelenlebens sprechen, welche so sehr abweichen von dem, was man gewohnt ist, daß sehr leicht Mißverständnisse entstehen können. Wenn diese Stufe der Initiation, die ich zu den folgenden Betrachtungen charakterisieren muß, erreicht ist, dann muß auch in der Regel die Möglichkeit für den Menschen gewonnen werden, eine Art Doppelleben zu führen. Denn im gewöhnlichen Leben des Alltages ist es gar nicht anders möglich, als daß man über die Dinge urteilt und denkt. Auf dem physischen Plan sind wir eben genötigt, über die Dinge zu urteilen und zu denken; denn das Allernächstliegendste, wo Sie angreifen wollen, wird Sie zu der Überzeugung bringen, daß man auf dem physischen Plan denken muß. Nehmen Sie an, Sie sitzen in einem Eisenbahnzuge, und Sie würden nicht denken; dann würden Sie bei der Station, wo Sie aussteigen müßten, sitzen bleiben. Es könnte, wenn man nicht denkt, sogar dazu führen, daß man als Anthroposoph, der seine Mitgliedskarte sorgfältig aufbewahren sollte, diese im gewöhnlichen Leben an seinem Platze liegen läßt, was doch gegen die Grundsätze der Aufbewahrung der Mitgliedskarten sein würde. Die Welt ist eben so eingerichtet, daß man urteilen und denken muß. Aber mit diesem Standpunkte des Urteilens und Denkens kommt man nicht in die höheren Welten hinein. Es könnte nun sozusagen eine Vermischung des einen und des anderen Standpunktes vorkommen: Man kann so stark beschäftigt sein mit dem Drang, in die höheren Welten hineinzukommen, daß einem ein solches Vergessen passiert. Aber im ganzen muß es doch durchaus möglich sein, diese beiden Dinge voneinander zu trennen: Urteilsfähigkeit, absolute, gesunde und die Pflichten des Lebens ins Auge fassende Urteilsfähigkeit für den physischen Plan; dann aber sich klar sein, daß gerade das, was man so energisch zur Ausbildung bringt für den physischen Plan, für die höheren Welten bloß ein Mittel sein darf.
[ 8 ] Ich muß hier eine Bemerkung machen, weil wir über Regionen des Seelenlebens sprechen, welche so sehr abweichen von dem, was man gewohnt ist, daß sehr leicht Mißverständnisse entstehen können. Wenn diese Stufe der Initiation, die ich zu den folgenden Betrachtungen charakterisieren muß, erreicht ist, dann muß auch in der Regel die Möglichkeit für den Menschen gewonnen werden, eine Art Doppelleben zu führen. Denn im gewöhnlichen Leben des Alltages ist es gar nicht anders möglich, als daß man über die Dinge urteilt und denkt. Auf dem physischen Plan sind wir eben genötigt, über die Dinge zu urteilen und zu denken; denn das Allernächstliegendste, wo Sie angreifen wollen, wird Sie zu der Überzeugung bringen, daß man auf dem physischen Plan denken muß. Nehmen Sie an, Sie sitzen in einem Eisenbahnzuge, und Sie würden nicht denken; dann würden Sie bei der Station, wo Sie aussteigen müßten, sitzen bleiben. Es könnte, wenn man nicht denkt, sogar dazu führen, daß man als Anthroposoph, der seine Mitgliedskarte sorgfältig aufbewahren sollte, diese im gewöhnlichen Leben an seinem Platze liegen läßt, was doch gegen die Grundsätze der Aufbewahrung der Mitgliedskarten sein würde. Die Welt ist eben so eingerichtet, daß man urteilen und denken muß. Aber mit diesem Standpunkte des Urteilens und Denkens kommt man nicht in die höheren Welten hinein. Es könnte nun sozusagen eine Vermischung des einen und des anderen Standpunktes vorkommen: Man kann so stark beschäftigt sein mit dem Drang, in die höheren Welten hineinzukommen, daß einem ein solches Vergessen passiert. Aber im ganzen muß es doch durchaus möglich sein, diese beiden Dinge voneinander zu trennen: Urteilsfähigkeit, absolute, gesunde und die Pflichten des Lebens ins Auge fassende Urteilsfähigkeit für den physischen Plan; dann aber sich klar sein, daß gerade das, was man so energisch zur Ausbildung bringt für den physischen Plan, für die höheren Welten bloß ein Mittel sein darf.
[ 9 ] Gedanken, Ideen, Urteile, alles das zusammen muß für den, der ein Initiierter werden will, dasselbe sein, was zum Beispiel die Farben für den Maler sind. Sie sind für ihn nicht Selbstzweck, sondern sie sind dazu da, um das auszudrücken, was er auf dem Bilde ausdrücken will. Im gewöhnlichen Leben auf dem physischen Plan sind die Gedanken und Ideen Selbstzweck; für den Initiierten werden sie die Mittel, um das auszudrücken, was er in den höheren Welten erlebt. Dazu kann es nur kommen, wenn eine gewisse Seelenstimmung entwickelt worden ist gegenüber den Meinungen, Ansichten und so weiter. Wer noch irgendeine Vorliebe hat für die eine oder die andere Anschauung, wem noch lieber ist, daß das eine wahr ist oder das andere wahr ist, der kann die hier gemeinte Stufe der Initiation nicht betreten, sondern erst derjenige, der auf seine eigenen Meinungen ebensowenig gibt wie auf irgendwelche Meinungen von anderen, der ganz bereit ist, seine eigenen Meinungen überall auszuschalten und rein anzuschauen, was da ist.
[ 9 ] Gedanken, Ideen, Urteile, alles das zusammen muß für den, der ein Initiierter werden will, dasselbe sein, was zum Beispiel die Farben für den Maler sind. Sie sind für ihn nicht Selbstzweck, sondern sie sind dazu da, um das auszudrücken, was er auf dem Bilde ausdrücken will. Im gewöhnlichen Leben auf dem physischen Plan sind die Gedanken und Ideen Selbstzweck; für den Initiierten werden sie die Mittel, um das auszudrücken, was er in den höheren Welten erlebt. Dazu kann es nur kommen, wenn eine gewisse Seelenstimmung entwickelt worden ist gegenüber den Meinungen, Ansichten und so weiter. Wer noch irgendeine Vorliebe hat für die eine oder die andere Anschauung, wem noch lieber ist, daß das eine wahr ist oder das andere wahr ist, der kann die hier gemeinte Stufe der Initiation nicht betreten, sondern erst derjenige, der auf seine eigenen Meinungen ebensowenig gibt wie auf irgendwelche Meinungen von anderen, der ganz bereit ist, seine eigenen Meinungen überall auszuschalten und rein anzuschauen, was da ist.
[ 10 ] Im allgemeinen gehört es zu den allerschwierigsten Dingen des inneren Erlebens, über den Standpunkt des «Meinens», über den Standpunkt der «Standpunkte», des Urteilens hinauszukommen.
[ 10 ] Im allgemeinen gehört es zu den allerschwierigsten Dingen des inneren Erlebens, über den Standpunkt des «Meinens», über den Standpunkt der «Standpunkte», des Urteilens hinauszukommen.
[ 11 ] Da wird sogar etwas berührt, wo gewisse Schwierigkeiten im Zusammenleben desjenigen, der den Weg in die höheren Welten hinauf sucht, mit anderen Menschen auftreten können. Wer den Weg in die höheren Welten hinauf sucht oder bis zu einer gewissen Stufe auf diesem Wege schon gekommen ist, der wird zu sehr, sehr vielen Dingen im Leben sich anders verhalten durch seine Seelenstimmung, die er erreicht hat, als man sich sonst im Leben verhält. Er wird vor allen Dingen die Eigentümlichkeit zeigen, rasch, sagen wir, zu wissen, wie man sich in dieser oder jener Lage des Lebens benehmen soll, wie man sich verhalten soll. Dann wird er vielleicht von seiner Umgebung gefragt: Warum sollen wir denn das tun? Gewiß wird er, wenn er sich auf den Standpunkt der anderen Menschen stellen kann, immer dieses «Warum» angeben können. Aber erst muß er wirklich von der Stufe, auf der er zunächst steht, wo sich ihm gleichsam wie im Sprunge darstellt, was zu geschehen hat, zu dem anderen übertreten, wo er sich zwingt, die Gedankengänge des gewöhnlichen Lebens durchzumachen, um zu zeigen, wie sich beweist, was er mit einem Sprunge durchschaut. Dieses rasche Durchschauen von weit auseinanderliegenden, mit vielen Zwischengliedern behafteten Lebenszusammenhängen ist das, was als eine Begleiterscheinung auftritt zu dem Hinauskommen über das Urteilen, Meinen, über das Haben von diesem oder jenem Standpunkt.
[ 11 ] Da wird sogar etwas berührt, wo gewisse Schwierigkeiten im Zusammenleben desjenigen, der den Weg in die höheren Welten hinauf sucht, mit anderen Menschen auftreten können. Wer den Weg in die höheren Welten hinauf sucht oder bis zu einer gewissen Stufe auf diesem Wege schon gekommen ist, der wird zu sehr, sehr vielen Dingen im Leben sich anders verhalten durch seine Seelenstimmung, die er erreicht hat, als man sich sonst im Leben verhält. Er wird vor allen Dingen die Eigentümlichkeit zeigen, rasch, sagen wir, zu wissen, wie man sich in dieser oder jener Lage des Lebens benehmen soll, wie man sich verhalten soll. Dann wird er vielleicht von seiner Umgebung gefragt: Warum sollen wir denn das tun? Gewiß wird er, wenn er sich auf den Standpunkt der anderen Menschen stellen kann, immer dieses «Warum» angeben können. Aber erst muß er wirklich von der Stufe, auf der er zunächst steht, wo sich ihm gleichsam wie im Sprunge darstellt, was zu geschehen hat, zu dem anderen übertreten, wo er sich zwingt, die Gedankengänge des gewöhnlichen Lebens durchzumachen, um zu zeigen, wie sich beweist, was er mit einem Sprunge durchschaut. Dieses rasche Durchschauen von weit auseinanderliegenden, mit vielen Zwischengliedern behafteten Lebenszusammenhängen ist das, was als eine Begleiterscheinung auftritt zu dem Hinauskommen über das Urteilen, Meinen, über das Haben von diesem oder jenem Standpunkt.
[ 12 ] Ferner ist das, was man sich erringen muß, auch noch zusammenhängend mit mancherlei anderen, innerlich moralischen Eigenschaften. Wir werden von solchen Eigenschaften im Verlaufe der Abende noch sprechen. Jetzt soll nur auf eine Eigenschaft hingewiesen werden, auf die öfter schon hingewiesen worden ist. Es ist die Furchtlosigkeit. Denn das muß durchaus vor Augen gehalten werden, daß die Erlebnisse, in die man eintritt, wenn das ganze Leben der Seele, wie es bisher war, vom «Zweck» zum «Mittel» sozusagen degradiert wird, daß diese Erlebnisse ganz anders werden, als sie vorher gewesen sind. Man erlebt zunächst auf vollständig neue Art. Man betritt wirklich ein Unbekanntes, und das Betreten dieses Unbekannten ist zunächst immer mit Furchtzuständen verknüpft. Und weil das ganze Erleben intim im Innern der Seele verfließt, so können die Furchtzustände auch zu allen möglichen inneren Erlebnissen der Seele werden. Daher gehört zu den Vorbereitungen für den Weg hinauf in die höheren Welten die Aneignung einer gewissen Furchtlosigkeit.
[ 12 ] Ferner ist das, was man sich erringen muß, auch noch zusammenhängend mit mancherlei anderen, innerlich moralischen Eigenschaften. Wir werden von solchen Eigenschaften im Verlaufe der Abende noch sprechen. Jetzt soll nur auf eine Eigenschaft hingewiesen werden, auf die öfter schon hingewiesen worden ist. Es ist die Furchtlosigkeit. Denn das muß durchaus vor Augen gehalten werden, daß die Erlebnisse, in die man eintritt, wenn das ganze Leben der Seele, wie es bisher war, vom «Zweck» zum «Mittel» sozusagen degradiert wird, daß diese Erlebnisse ganz anders werden, als sie vorher gewesen sind. Man erlebt zunächst auf vollständig neue Art. Man betritt wirklich ein Unbekanntes, und das Betreten dieses Unbekannten ist zunächst immer mit Furchtzuständen verknüpft. Und weil das ganze Erleben intim im Innern der Seele verfließt, so können die Furchtzustände auch zu allen möglichen inneren Erlebnissen der Seele werden. Daher gehört zu den Vorbereitungen für den Weg hinauf in die höheren Welten die Aneignung einer gewissen Furchtlosigkeit.
[ 13 ] Gerade diese Furchtlosigkeit muß man sich erringen, sagen wit, durch ganz bestimmte Meditationen. Man kann das. Nur hat man gewöhnlich nicht Ausdauer genug zu denjenigen Meditationen, die gerade dazu gehören. Eine gute Meditation ist zum Beispiel die, sich immer wieder und wieder dem Gedanken hinzugeben, daß dadurch, daß man von einer Sache weiß, diese Sache ja nicht anders wird, als sie ist. Wenn jemand zum Beispiel in diesem Augenblicke wissen würde, daß unbedingt in einer Stunde etwas Schlimmes geschehen muß, und er nicht in der Lage wäre, das Ereignis zu verhindern, so würde er vielleicht in Angst und Schrecken versetzt werden. Aber sein Wissen ändert ja nichts an der Sache! Daher ist Angst und Schrecken ein vollständiges Unding, wenn man von der Sache weiß. Es ist ein Unsinn, in den alle Seelen durch die naturgemäße Anlage selbstverständlich verfallen, ein Unsinn, der unbedingt für den Menschen eintreten würde auf einer bestimmten Stufe der Initiation, wenn nicht die Initiation immer wieder und wieder zur Furchtlosigkeit vorbereiten würde: Ja, ist denn dadurch irgend etwas an einer Sache geändert, daß man von ihr weiß?
[ 13 ] Gerade diese Furchtlosigkeit muß man sich erringen, sagen wit, durch ganz bestimmte Meditationen. Man kann das. Nur hat man gewöhnlich nicht Ausdauer genug zu denjenigen Meditationen, die gerade dazu gehören. Eine gute Meditation ist zum Beispiel die, sich immer wieder und wieder dem Gedanken hinzugeben, daß dadurch, daß man von einer Sache weiß, diese Sache ja nicht anders wird, als sie ist. Wenn jemand zum Beispiel in diesem Augenblicke wissen würde, daß unbedingt in einer Stunde etwas Schlimmes geschehen muß, und er nicht in der Lage wäre, das Ereignis zu verhindern, so würde er vielleicht in Angst und Schrecken versetzt werden. Aber sein Wissen ändert ja nichts an der Sache! Daher ist Angst und Schrecken ein vollständiges Unding, wenn man von der Sache weiß. Es ist ein Unsinn, in den alle Seelen durch die naturgemäße Anlage selbstverständlich verfallen, ein Unsinn, der unbedingt für den Menschen eintreten würde auf einer bestimmten Stufe der Initiation, wenn nicht die Initiation immer wieder und wieder zur Furchtlosigkeit vorbereiten würde: Ja, ist denn dadurch irgend etwas an einer Sache geändert, daß man von ihr weiß?
[ 14 ] Der Meditant, der sich hinaufarbeitet zu gewissen Stufen der Initiation, kommt auf einer bestimmten Stufe zu einer sehr merkwürdigen Erkenntnis, zu der Erkenntnis, daß es in gewisser Beziehung recht schlimm steht um das eigene menschliche Innere, um die eigene menschliche Seele. Da ist unter der Schwelle des Bewußtseins etwas, was man wirklich anders haben möchte, wenn man die Urteile des gewöhnlichen Lebens ansieht. In gewisser Beziehung ist etwas Schreckliches, etwas ganz Furchtbares da unter der Schwelle des Bewußtseins. Und das Naturgemäße wäre, wenn ein Mensch unvorbereitet hingeführt würde vor seine eigenen Seelenuntergründe, daß er davor unglaublich erschrecken würde. Nun muß man sich vorbereiten durch ein immer wiederholtes Meditieren des Gedankens, daß die Dinge doch nicht dadurch anders werden, daß man sie erkennt. Wahrhaftig, nicht dadurch erst wird das Schreckliche in den Untergründen der Seele hervorgerufen, daß man davor hintritt und es anschaut. Es ist immer da, ist auch da, wenn es der Mensch nicht erkennt. Aber gerade durch das immer wiederkehrende Meditieren des Gedankens, daß die Dinge durch das Erkennen nicht anders werden, vertreibt man einen großen Teil der Furchtsamkeit, die vertrieben werden muß.
[ 14 ] Der Meditant, der sich hinaufarbeitet zu gewissen Stufen der Initiation, kommt auf einer bestimmten Stufe zu einer sehr merkwürdigen Erkenntnis, zu der Erkenntnis, daß es in gewisser Beziehung recht schlimm steht um das eigene menschliche Innere, um die eigene menschliche Seele. Da ist unter der Schwelle des Bewußtseins etwas, was man wirklich anders haben möchte, wenn man die Urteile des gewöhnlichen Lebens ansieht. In gewisser Beziehung ist etwas Schreckliches, etwas ganz Furchtbares da unter der Schwelle des Bewußtseins. Und das Naturgemäße wäre, wenn ein Mensch unvorbereitet hingeführt würde vor seine eigenen Seelenuntergründe, daß er davor unglaublich erschrecken würde. Nun muß man sich vorbereiten durch ein immer wiederholtes Meditieren des Gedankens, daß die Dinge doch nicht dadurch anders werden, daß man sie erkennt. Wahrhaftig, nicht dadurch erst wird das Schreckliche in den Untergründen der Seele hervorgerufen, daß man davor hintritt und es anschaut. Es ist immer da, ist auch da, wenn es der Mensch nicht erkennt. Aber gerade durch das immer wiederkehrende Meditieren des Gedankens, daß die Dinge durch das Erkennen nicht anders werden, vertreibt man einen großen Teil der Furchtsamkeit, die vertrieben werden muß.
[ 15 ] So sehen Sie schon aus den paar Dingen, die angeführt wurden, daß in dem Augenblick, wo man sich anschickt, in die höheren Welten hinaufzukommen, ineinanderlaufen intellektuelle und moralische Eigenschaften der Seele. Zu den gewöhnlichen äußeren Wissenschaften der heutigen Zeit braucht man eigentlich nur intellektuelle Eigenschaften zu haben. Mut, Furchtlosigkeit nenne ich in diesem Zusammenhange moralische Eigenschaften. Ohne sie kann man bestimmte Stufen der Initiation nicht erlangen.
[ 15 ] So sehen Sie schon aus den paar Dingen, die angeführt wurden, daß in dem Augenblick, wo man sich anschickt, in die höheren Welten hinaufzukommen, ineinanderlaufen intellektuelle und moralische Eigenschaften der Seele. Zu den gewöhnlichen äußeren Wissenschaften der heutigen Zeit braucht man eigentlich nur intellektuelle Eigenschaften zu haben. Mut, Furchtlosigkeit nenne ich in diesem Zusammenhange moralische Eigenschaften. Ohne sie kann man bestimmte Stufen der Initiation nicht erlangen.
[ 16 ] Ob wir nun sprechen von morgenländischen Mysterien, ob wir sprechen von abendländischen Mysterien, gewisse Stufen haben alle gemeinsam. Daher haben auch für alle Mysterien gewisse Ausdrücke einen guten Sinn, Ausdrücke, die etwa so gefaßt werden können, daß man sagt: Zunächst muß jede Seele, die eine gewisse Stufe der Initiation, eine gewisse Stufe des Mysterienwesens erreichen will, das erfahren, was man nennen kann «in Berührung kommen mit dem Erlebnis des Todes». Das zweite, wovon jede Seele etwas erfahren muß, ist der «Durchgang durch die elementarische Welt». Das dritte ist das, was man in den ägyptischen oder sonstigen Mysterien genannt hat das «Schauen der Sonne utn Mitternacht», und ein weiteres ist das, was man die «Begegnung mit den oberen und unteren Göttern» nennt. Diese Erlebnisse muß sozusagen jeder durchmachen, der bis zu einer bestimmten Stufe der Initiation kommt. Er muß in die Lage kommen, aus innerer Erfahrung zu wissen, was mit diesen Dingen gemeint ist, und muß fähig sein, sozusagen in zwei Welten zu leben: in der einen Welt, in welcher der Mensch eben heute lebt, in der Welt des physischen Planes, und in der anderen Welt, in der man nur leben kann, wenn man weiß, was es heißt: man ist «mit dem Tode in Berührung gekommen»; man ist «durch die elementarische Welt gegangen»; man hat «die Sonne um Mitternacht gesehen»; man hat die «Begegnung mit den oberen und unteren Göttern» gehabt.
[ 16 ] Ob wir nun sprechen von morgenländischen Mysterien, ob wir sprechen von abendländischen Mysterien, gewisse Stufen haben alle gemeinsam. Daher haben auch für alle Mysterien gewisse Ausdrücke einen guten Sinn, Ausdrücke, die etwa so gefaßt werden können, daß man sagt: Zunächst muß jede Seele, die eine gewisse Stufe der Initiation, eine gewisse Stufe des Mysterienwesens erreichen will, das erfahren, was man nennen kann «in Berührung kommen mit dem Erlebnis des Todes». Das zweite, wovon jede Seele etwas erfahren muß, ist der «Durchgang durch die elementarische Welt». Das dritte ist das, was man in den ägyptischen oder sonstigen Mysterien genannt hat das «Schauen der Sonne utn Mitternacht», und ein weiteres ist das, was man die «Begegnung mit den oberen und unteren Göttern» nennt. Diese Erlebnisse muß sozusagen jeder durchmachen, der bis zu einer bestimmten Stufe der Initiation kommt. Er muß in die Lage kommen, aus innerer Erfahrung zu wissen, was mit diesen Dingen gemeint ist, und muß fähig sein, sozusagen in zwei Welten zu leben: in der einen Welt, in welcher der Mensch eben heute lebt, in der Welt des physischen Planes, und in der anderen Welt, in der man nur leben kann, wenn man weiß, was es heißt: man ist «mit dem Tode in Berührung gekommen»; man ist «durch die elementarische Welt gegangen»; man hat «die Sonne um Mitternacht gesehen»; man hat die «Begegnung mit den oberen und unteren Göttern» gehabt.
[ 17 ] In die Nähe des Todes kommen! Da handelt es sich darum, daß ja der Mensch in seinem Wachzustande zwischen der Geburt und dem Tode wirklich fortwährend, insofern er bewußt lebt, in alledem lebt, wovon ich Ihnen doch gerade gesagt habe, es muß überwunden werden, es muß zum bloßen Mittel werden für den Initiierten. Versuchen Sie es sich einmal klarzumachen, worinnen der Mensch auf dem physischen Plane lebt: In seinen Sinneseindrücken und in seinen gewöhnlichen Seelenerlebnissen, das ist das, worinnen er lebt. Das alles muß zum bloßen Mittel werden, sobald der Mensch in das Mysterienwesen eintritt. Was bleibt dann übrig von dem, als was sich der Mensch im gewöhnlichen Leben fühlt? Nichts bleibt übrig. Alles sinkt hinunter zu einer Wesenhaftigkeit zweiten Ranges. Alles das also, was der Mensch innerlich und dann natürlich auch äußerlich erlebt im gewöhnlichen Leben, muß er abstreifen.
[ 17 ] In die Nähe des Todes kommen! Da handelt es sich darum, daß ja der Mensch in seinem Wachzustande zwischen der Geburt und dem Tode wirklich fortwährend, insofern er bewußt lebt, in alledem lebt, wovon ich Ihnen doch gerade gesagt habe, es muß überwunden werden, es muß zum bloßen Mittel werden für den Initiierten. Versuchen Sie es sich einmal klarzumachen, worinnen der Mensch auf dem physischen Plane lebt: In seinen Sinneseindrücken und in seinen gewöhnlichen Seelenerlebnissen, das ist das, worinnen er lebt. Das alles muß zum bloßen Mittel werden, sobald der Mensch in das Mysterienwesen eintritt. Was bleibt dann übrig von dem, als was sich der Mensch im gewöhnlichen Leben fühlt? Nichts bleibt übrig. Alles sinkt hinunter zu einer Wesenhaftigkeit zweiten Ranges. Alles das also, was der Mensch innerlich und dann natürlich auch äußerlich erlebt im gewöhnlichen Leben, muß er abstreifen.
[ 18 ] Also denken Sie sich: Das blaue Himmelsgewölbe wird durchsichtig, hört auf, ist nicht mehr da, alle Grenzen, welche die Farben an der Oberfläche der Dinge bilden, hören auf, sind nicht mehr da, die Töne der physischen Welt hören auf, sind nicht mehr da, was der Tastsinn erlebt, hört auf, ist nicht mehr da. Aber ich bitte zu berücksichtigen, daß dies Erlebnis wird! Also zum Beispiel das Gefühl, mit seinen Füßen auf einem festen Boden zu stehen, was ja nichts anderes ist als ein Ausdruck des Tastsinnes, hört auf, und der Mensch fühlt so ähnlich, als wenn der Boden unter ihm fortgezogen würde, und er auf nichts stünde. Aber er kann auch nicht hinab, und er kann auch nicht hinauf zunächst. Und so ist es mit allen Eindrücken. Kurz, alles, was uns der physische Leib vermittelt — und alles, was der Mensch im normalen Leben durchmacht zwischen dem Aufwachen und Einschlafen, wird durch den physischen Leib vermittelt —, alles das hört auf. Es tritt eben durchaus jener Zustand ein, vor dem der Mensch im gewöhnlichen Leben bewahrt ist, jener Zustand, der eintreten würde, wenn plötzlich einmal jemand, während er schläft, ohne daß er wieder in den physischen Leib hinein aufwacht, bewußt würde. Sie können nicht sagen, daß im Traume der Mensch im gewöhnlichen physischen Dasein einen ähnlichen Zustand schon erreicht hat. Nein, der Traum ist zwar in einer gewissen Weise ein außerphysisches Erlebnis, das zugleich die Intensität des Erlebens so herabstimmt, daß sich der Mensch nicht bewußt wird, daß er außerhalb alles physischen Erlebens steht.
[ 18 ] Also denken Sie sich: Das blaue Himmelsgewölbe wird durchsichtig, hört auf, ist nicht mehr da, alle Grenzen, welche die Farben an der Oberfläche der Dinge bilden, hören auf, sind nicht mehr da, die Töne der physischen Welt hören auf, sind nicht mehr da, was der Tastsinn erlebt, hört auf, ist nicht mehr da. Aber ich bitte zu berücksichtigen, daß dies Erlebnis wird! Also zum Beispiel das Gefühl, mit seinen Füßen auf einem festen Boden zu stehen, was ja nichts anderes ist als ein Ausdruck des Tastsinnes, hört auf, und der Mensch fühlt so ähnlich, als wenn der Boden unter ihm fortgezogen würde, und er auf nichts stünde. Aber er kann auch nicht hinab, und er kann auch nicht hinauf zunächst. Und so ist es mit allen Eindrücken. Kurz, alles, was uns der physische Leib vermittelt — und alles, was der Mensch im normalen Leben durchmacht zwischen dem Aufwachen und Einschlafen, wird durch den physischen Leib vermittelt —, alles das hört auf. Es tritt eben durchaus jener Zustand ein, vor dem der Mensch im gewöhnlichen Leben bewahrt ist, jener Zustand, der eintreten würde, wenn plötzlich einmal jemand, während er schläft, ohne daß er wieder in den physischen Leib hinein aufwacht, bewußt würde. Sie können nicht sagen, daß im Traume der Mensch im gewöhnlichen physischen Dasein einen ähnlichen Zustand schon erreicht hat. Nein, der Traum ist zwar in einer gewissen Weise ein außerphysisches Erlebnis, das zugleich die Intensität des Erlebens so herabstimmt, daß sich der Mensch nicht bewußt wird, daß er außerhalb alles physischen Erlebens steht.
[ 19 ] Diese Intensität im Bewußtsein — «Du stehst außerhalb alles physischen Erlebens» — wird in der Tat erst in der Initiation erzeugt. Das heißt, es kommt eben beim Hinaufstieg in die höheren Welten der Moment, wo man gegenübersteht seinem physischen Leib, dessen Hände man im wachen Leben bewegen kann, mit dessen Füßen man schreiten kann, dessen Knie man beugen kann, dessen Augenlider man auf- und abwärts bewegen kann und so weiter, während man jetzt den ganzen physischen Leib so empfindet, wie wenn er erstarrt wäre, wie wenn es unmöglich wäre, die Augenlider zu bewegen, die Hände zu gebrauchen, die Beine zu bewegen und so weiter. Es tritt weiter der Moment ein, wo man weiß: Augen sind in diesem physischen Leibe, aber jetzt dienen sie nicht, um irgend etwas zu sehen. Auf der einen Seite werden alle Dinge durchsichtig, und auf der anderen Seite hört vollständig die Möglichkeit auf, überhaupt mit den gewöhnlichen Mitteln, die man bisher hatte, an diese Dinge heranzukommen.
[ 19 ] Diese Intensität im Bewußtsein — «Du stehst außerhalb alles physischen Erlebens» — wird in der Tat erst in der Initiation erzeugt. Das heißt, es kommt eben beim Hinaufstieg in die höheren Welten der Moment, wo man gegenübersteht seinem physischen Leib, dessen Hände man im wachen Leben bewegen kann, mit dessen Füßen man schreiten kann, dessen Knie man beugen kann, dessen Augenlider man auf- und abwärts bewegen kann und so weiter, während man jetzt den ganzen physischen Leib so empfindet, wie wenn er erstarrt wäre, wie wenn es unmöglich wäre, die Augenlider zu bewegen, die Hände zu gebrauchen, die Beine zu bewegen und so weiter. Es tritt weiter der Moment ein, wo man weiß: Augen sind in diesem physischen Leibe, aber jetzt dienen sie nicht, um irgend etwas zu sehen. Auf der einen Seite werden alle Dinge durchsichtig, und auf der anderen Seite hört vollständig die Möglichkeit auf, überhaupt mit den gewöhnlichen Mitteln, die man bisher hatte, an diese Dinge heranzukommen.
[ 20 ] Versuchen Sie das im gewöhnlichen Sinne des Wortes Widerspruchsvolle zu erfassen. Wenn man sich vorbereitet, bis zu diesem Punkt zu kommen, dann gelangt man dazu, daß alle Dinge sozusagen durchsichtig werden, daß man hinter alle Dinge sieht. Aber in dem Augenblick, wo es eben anfängt, zum Beispiel daß das blaue Himmelsgewölbe durchsichtig wird, hört das Auge überhaupt auf, die Möglichkeit zu haben, das blaue Himmelsgewölbe zu sehen. Das heißt, der erste Moment im Mysterienwesen besteht darin, daß man bis zu dem Punkt kommt, wo man die Sinnesanschauung und auch das Denken überwindet; aber was man dadurch erreichen soll, das wird einem in diesem Momente zugleich genommen. Man hat sich also durchgearbeitet bis zu dem Moment, wo einem etwas ganz Neues gegeben wird, man erlangt gerade den Moment, in welchem einem dieses Neue entgegentreten soll, — aber in diesem Augenblick wird es einem auch genommen! Man weiß jetzt nichts anderes als: Du hast dich durchgearbeitet, so daß du den höheren Welten gegenüberstehst, und jetzt ist auch der Augenblick da, wo sie dir genommen werden.
[ 20 ] Versuchen Sie das im gewöhnlichen Sinne des Wortes Widerspruchsvolle zu erfassen. Wenn man sich vorbereitet, bis zu diesem Punkt zu kommen, dann gelangt man dazu, daß alle Dinge sozusagen durchsichtig werden, daß man hinter alle Dinge sieht. Aber in dem Augenblick, wo es eben anfängt, zum Beispiel daß das blaue Himmelsgewölbe durchsichtig wird, hört das Auge überhaupt auf, die Möglichkeit zu haben, das blaue Himmelsgewölbe zu sehen. Das heißt, der erste Moment im Mysterienwesen besteht darin, daß man bis zu dem Punkt kommt, wo man die Sinnesanschauung und auch das Denken überwindet; aber was man dadurch erreichen soll, das wird einem in diesem Momente zugleich genommen. Man hat sich also durchgearbeitet bis zu dem Moment, wo einem etwas ganz Neues gegeben wird, man erlangt gerade den Moment, in welchem einem dieses Neue entgegentreten soll, — aber in diesem Augenblick wird es einem auch genommen! Man weiß jetzt nichts anderes als: Du hast dich durchgearbeitet, so daß du den höheren Welten gegenüberstehst, und jetzt ist auch der Augenblick da, wo sie dir genommen werden.
[ 21 ] Malen Sie sich dieses Erlebnis aus, dann haben Sie den Moment, der im Mysterienwesen aller Zeiten bezeichnet wird als «Heranschreiten bis an die Pforte des Todes». Denn man weiß nunmehr, was es heißt: die Welt wird einem genommen, das heißt, die Welt aller Eindrücke. Und man weiß, daß man ja nichts ist in diesem Moment als diese Eindrücke, denn im Grunde genommen gibt es nichts anderes als diese Erlebnisse, als innere Eindrücke. In dem Augenblick, da der Mensch einschläft — wo ihm alle Eindrücke genommen werden —, kommt er im normalen Leben auch in die Bewußtlosigkeit, das heißt, er lebt in seinen Eindrücken. Nun überwindet er diese Eindrücke des gewöhnlichen Lebens, er weiß, er ist so weit gekommen, daß er durch alle Dinge durchsehen kann; aber eine neue Welt wird ihm in diesem Moment genommen. Wir werden über diesen Punkt noch genauer zu sprechen haben, wir wollen nur zunächst noch deutlicher machen, was mit den angedeuteten Ausdrücken gemeint ist.
[ 21 ] Malen Sie sich dieses Erlebnis aus, dann haben Sie den Moment, der im Mysterienwesen aller Zeiten bezeichnet wird als «Heranschreiten bis an die Pforte des Todes». Denn man weiß nunmehr, was es heißt: die Welt wird einem genommen, das heißt, die Welt aller Eindrücke. Und man weiß, daß man ja nichts ist in diesem Moment als diese Eindrücke, denn im Grunde genommen gibt es nichts anderes als diese Erlebnisse, als innere Eindrücke. In dem Augenblick, da der Mensch einschläft — wo ihm alle Eindrücke genommen werden —, kommt er im normalen Leben auch in die Bewußtlosigkeit, das heißt, er lebt in seinen Eindrücken. Nun überwindet er diese Eindrücke des gewöhnlichen Lebens, er weiß, er ist so weit gekommen, daß er durch alle Dinge durchsehen kann; aber eine neue Welt wird ihm in diesem Moment genommen. Wir werden über diesen Punkt noch genauer zu sprechen haben, wir wollen nur zunächst noch deutlicher machen, was mit den angedeuteten Ausdrücken gemeint ist.
[ 22 ] Es gibt nun keine andere Rettung gegenüber dem notwendigen Stehenbleiben, gegen das notwendige Nichtweiterkommen, als die Ausbildung seines Inneren — bevor man zu diesem Augenblicke kommt — so weit zu bringen, daß man das Einzige nun mitnehmen kann, was überhaupt durchbringbar ist durch jenen Punkt, bis zu dem man gekommen ist. Man muß bis zu dem Punkt kommen, wo einem eigentlich die Außenwelt alle Macht versagt, und muß es in seinem Innern so weit gebracht haben, daß man in diesem Momente durch Trainierung seines Selbstvertrauens, durch Trainierung seiner Selbstsicherheit und seiner Geistesgegenwart und anderer innerlicher Tugenden — «Tugenden» jetzt als Tüchtigkeit gemeint — innere Kraft, innere Energie hat, so daß man in dem Augenblick, wo einem die Welt genommen wird, einen Überschuß von innerer Energie zur Verfügung hat. Das aber bedingt in diesem Augenblick ein sehr bedeutsames Erlebnis, ein außerordentlich bedeutsames Erlebnis.
[ 22 ] Es gibt nun keine andere Rettung gegenüber dem notwendigen Stehenbleiben, gegen das notwendige Nichtweiterkommen, als die Ausbildung seines Inneren — bevor man zu diesem Augenblicke kommt — so weit zu bringen, daß man das Einzige nun mitnehmen kann, was überhaupt durchbringbar ist durch jenen Punkt, bis zu dem man gekommen ist. Man muß bis zu dem Punkt kommen, wo einem eigentlich die Außenwelt alle Macht versagt, und muß es in seinem Innern so weit gebracht haben, daß man in diesem Momente durch Trainierung seines Selbstvertrauens, durch Trainierung seiner Selbstsicherheit und seiner Geistesgegenwart und anderer innerlicher Tugenden — «Tugenden» jetzt als Tüchtigkeit gemeint — innere Kraft, innere Energie hat, so daß man in dem Augenblick, wo einem die Welt genommen wird, einen Überschuß von innerer Energie zur Verfügung hat. Das aber bedingt in diesem Augenblick ein sehr bedeutsames Erlebnis, ein außerordentlich bedeutsames Erlebnis.
[ 23 ] Denken Sie, man kommt bis zu der Grenze, bis zu der man sich durchgearbeitet hat, wo die Welt durchsichtig wird. Dann wird sie einem genommen. Jetzt hat man nichts gerettet, man kann nichts anderes gerettet haben als eine gewisse innere Stärke dadurch, daß man trainiert hat Selbstvertrauen, Geistesgegenwart, Furchtlosigkeit und ähnliche innere Eigenschaften. Dadurch kommt man zu dem bedeutsamen Erlebnis — es ist eben ein unmittelbar sich aufdrängendes Erlebnis: Du bist ja allein in der Welt! Du bist ja ganz allein da in der Welt! — Und dieses Erlebnis, das ich eben nicht anders als mit den Worten bezeichnen kann: Du bist ja allein die ganze Welt! das wird nun immer größer und größer. Das wird immer stärker und stärker, immer umfassender und umfassender. Und das ist das Eigentümliche, daß von diesem einen Erlebnis aus in der Seele eine ganz neue Welt erstehen kann und wirklich auch bei dem Initüerten erstehen muß. Man fühlt: Bis zu einer Grenze ist man gekommen, wo man gegenüber dem Nichts gestanden hat, aber sich selbst hat man eine gewisse Kraft mitgebracht. Die ist vielleicht anfangs recht klein, aber sie wird immer größer und größer, breitet sich nach allen Seiten aus. Man fängt an, in die ganze Welt hineinzukommen, sich mit der ganzen Welt zu durchdringen, und je weiter man die Welt durchdringt mit der eigenen Wesenheit, desto mehr erscheint sie einem als eine immer andere. Man streckt die Kraft, die man mitgebracht hat, nach der einen oder anderen Seite aus: Je nachdem man sie ausstreckt, wird man immer etwas anderes erleben. Aber zunächst wird das, was da erlebt wird, deshalb von dem Menschen als grauenvoll empfunden, weil zweierlei in dem Erleben, das man jetzt haben kann, ganz fehlt, zweierlei, dessen Fehlen auf einer bestimmten Stufe des Erkennens wohl deshalb nicht grauenvoll gefühlt wird, bevor man es bewußt erlebt, weil es im gewöhnlichen Erleben des physischen Planes immer da ist, und weil man eigentlich erst eine Vorstellung davon bekommt, wenn es nicht mehr da ist.
[ 23 ] Denken Sie, man kommt bis zu der Grenze, bis zu der man sich durchgearbeitet hat, wo die Welt durchsichtig wird. Dann wird sie einem genommen. Jetzt hat man nichts gerettet, man kann nichts anderes gerettet haben als eine gewisse innere Stärke dadurch, daß man trainiert hat Selbstvertrauen, Geistesgegenwart, Furchtlosigkeit und ähnliche innere Eigenschaften. Dadurch kommt man zu dem bedeutsamen Erlebnis — es ist eben ein unmittelbar sich aufdrängendes Erlebnis: Du bist ja allein in der Welt! Du bist ja ganz allein da in der Welt! — Und dieses Erlebnis, das ich eben nicht anders als mit den Worten bezeichnen kann: Du bist ja allein die ganze Welt! das wird nun immer größer und größer. Das wird immer stärker und stärker, immer umfassender und umfassender. Und das ist das Eigentümliche, daß von diesem einen Erlebnis aus in der Seele eine ganz neue Welt erstehen kann und wirklich auch bei dem Initüerten erstehen muß. Man fühlt: Bis zu einer Grenze ist man gekommen, wo man gegenüber dem Nichts gestanden hat, aber sich selbst hat man eine gewisse Kraft mitgebracht. Die ist vielleicht anfangs recht klein, aber sie wird immer größer und größer, breitet sich nach allen Seiten aus. Man fängt an, in die ganze Welt hineinzukommen, sich mit der ganzen Welt zu durchdringen, und je weiter man die Welt durchdringt mit der eigenen Wesenheit, desto mehr erscheint sie einem als eine immer andere. Man streckt die Kraft, die man mitgebracht hat, nach der einen oder anderen Seite aus: Je nachdem man sie ausstreckt, wird man immer etwas anderes erleben. Aber zunächst wird das, was da erlebt wird, deshalb von dem Menschen als grauenvoll empfunden, weil zweierlei in dem Erleben, das man jetzt haben kann, ganz fehlt, zweierlei, dessen Fehlen auf einer bestimmten Stufe des Erkennens wohl deshalb nicht grauenvoll gefühlt wird, bevor man es bewußt erlebt, weil es im gewöhnlichen Erleben des physischen Planes immer da ist, und weil man eigentlich erst eine Vorstellung davon bekommt, wenn es nicht mehr da ist.
[ 24 ] Das eine, was aufhört, ist ein jegliches Gefühl für Materialität, für physische Materialität. Alles Materie-Sein ist wie ins unbestimmte Nichts verschwunden, ist nicht da. Das Gefühl, man stoße auf etwas Hartes, oder auch auf so etwas Weiches wie Wasser oder wie es die Luft ist, kurz, das Gefühl, von Materie umgeben zu sein, hört auf, ist nicht da. Man hat es nur zu tun mit Eigenschaften der Dinge, aber nicht mit Dingen. Von den schweren, physischen, dichten Körpern bleibt nur die Dichte zurück, aber nicht die Substantialität; von den flüssigen Körpern bleibt nur «das Flüssig-Sein», aber nicht die Substantialität, das Wasser oder das Flüssige; von der Luft bleibt nur das Sichausdehnenwollen nach allen Seiten, aber nicht die Substantialität. Man wächst in die Eigenschaften der Gegenstände hinein, aber man hat das Gefühl, daß man nur in die Eigenschaften hineinwächst, daß einem die Gegenstände entschwinden, daß alle Materialität aufhört. Das ist das eine, was aufhört.
[ 24 ] Das eine, was aufhört, ist ein jegliches Gefühl für Materialität, für physische Materialität. Alles Materie-Sein ist wie ins unbestimmte Nichts verschwunden, ist nicht da. Das Gefühl, man stoße auf etwas Hartes, oder auch auf so etwas Weiches wie Wasser oder wie es die Luft ist, kurz, das Gefühl, von Materie umgeben zu sein, hört auf, ist nicht da. Man hat es nur zu tun mit Eigenschaften der Dinge, aber nicht mit Dingen. Von den schweren, physischen, dichten Körpern bleibt nur die Dichte zurück, aber nicht die Substantialität; von den flüssigen Körpern bleibt nur «das Flüssig-Sein», aber nicht die Substantialität, das Wasser oder das Flüssige; von der Luft bleibt nur das Sichausdehnenwollen nach allen Seiten, aber nicht die Substantialität. Man wächst in die Eigenschaften der Gegenstände hinein, aber man hat das Gefühl, daß man nur in die Eigenschaften hineinwächst, daß einem die Gegenstände entschwinden, daß alle Materialität aufhört. Das ist das eine, was aufhört.
[ 25 ] Das andere, was aufhört auf der Stufe des Erlebens, von der jetzt gesprochen wird, ist alles Zusammenhängen mit dem, was man im gewöhnlichen physischen Leben Sinneswahrnehmung nennt. Das geht schon aus der bisherigen Darstellung hervor. Nichts macht einen Eindruck auf einen, sondern man ist alles selber. Der Eindruck, den es noch gibt, ist höchstens derjenige der «Zeit»: Jetzt bist du etwas «noch nicht», und «nach einiger Zeit» bist du es. — Aber daß man Gegenstände außer sich hat, die da sind an einem anderen Orte und einen Eindruck auf einen machen, das gibt es nicht. Man ist entweder etwas selber, oder es ist überhaupt nichts da. Alles, was einem entgegentritt, wird man selber; man geht unter darin, wird eins damit und man wird zum Schlusse so groß wie die einem zur Verfügung stehende Welt, wird eins damit.
[ 25 ] Das andere, was aufhört auf der Stufe des Erlebens, von der jetzt gesprochen wird, ist alles Zusammenhängen mit dem, was man im gewöhnlichen physischen Leben Sinneswahrnehmung nennt. Das geht schon aus der bisherigen Darstellung hervor. Nichts macht einen Eindruck auf einen, sondern man ist alles selber. Der Eindruck, den es noch gibt, ist höchstens derjenige der «Zeit»: Jetzt bist du etwas «noch nicht», und «nach einiger Zeit» bist du es. — Aber daß man Gegenstände außer sich hat, die da sind an einem anderen Orte und einen Eindruck auf einen machen, das gibt es nicht. Man ist entweder etwas selber, oder es ist überhaupt nichts da. Alles, was einem entgegentritt, wird man selber; man geht unter darin, wird eins damit und man wird zum Schlusse so groß wie die einem zur Verfügung stehende Welt, wird eins damit.
[ 26 ] Ich schildere, was Erlebnis ist. Es ist das, was gewöhnlich in den Mysterienstätten genannt worden ist das «Erleben der elementarischen Welt». Man ist dann zwar hinausgekommen über die bloße «Berührung mit dem Tode», aber man ist sozusagen eine unterschiedslose Einheit mit der ganzen Welt, die einem zur Verfügung steht.
[ 26 ] Ich schildere, was Erlebnis ist. Es ist das, was gewöhnlich in den Mysterienstätten genannt worden ist das «Erleben der elementarischen Welt». Man ist dann zwar hinausgekommen über die bloße «Berührung mit dem Tode», aber man ist sozusagen eine unterschiedslose Einheit mit der ganzen Welt, die einem zur Verfügung steht.
[ 27 ] Nun ist zweierlei möglich. Entweder die Vorbereitung ist gut gewesen, oder sie ist nicht gut gewesen. Wenn sie gut gewesen ist, muß nun der zu Initiierende, wenn er bis zu einem bestimmten Grade sich ausgegossen hat über die Welt, dahin kommen, noch Kraft übrig zu haben. Wenn dies der Fall ist — Sie sehen, ich schildere heute von einem etwas anderen Gesichtspunkte aus die Dinge, die öfter beschrieben worden sind, aber wir brauchen jetzt gerade diesen anderen Gesichtspunkt —, daß gewisse Energien, die er vorher stark genug entwickelt hat, noch da sind, so hat er jetzt das folgende Erlebnis.
[ 27 ] Nun ist zweierlei möglich. Entweder die Vorbereitung ist gut gewesen, oder sie ist nicht gut gewesen. Wenn sie gut gewesen ist, muß nun der zu Initiierende, wenn er bis zu einem bestimmten Grade sich ausgegossen hat über die Welt, dahin kommen, noch Kraft übrig zu haben. Wenn dies der Fall ist — Sie sehen, ich schildere heute von einem etwas anderen Gesichtspunkte aus die Dinge, die öfter beschrieben worden sind, aber wir brauchen jetzt gerade diesen anderen Gesichtspunkt —, daß gewisse Energien, die er vorher stark genug entwickelt hat, noch da sind, so hat er jetzt das folgende Erlebnis.
[ 28 ] Während der Mensch sonst in der gewöhnlichen Welt einen Gegenstand hat und ihm gegenübersteht, ihn anschaut, und der Gegenstand einen Eindruck auf seine Augen macht, so daß er dann etwas von dem Gegenstande weiß, so kommt so etwas von dem Punkte der Initiation an, der eben besprochen worden ist, nicht mehr vor. Denn man hat es nicht etwa zu tun mit einer Wiederholung der gewöhnlichen Welt — daß einem die Dinge entgegentreten wie die Dinge der physischen Welt, die man früher nur nicht gesehen hat —, sondern man muß jetzt von einem bestimmten Punkte an noch Kräfte zur Verfügung haben, die man noch überdies aus sich herausgießen kann. Nachdem man also genug Kräfte darauf verwendet hat, um mit der Welt eins zu werden, muß man jetzt noch Kräfte übrig haben, um Kräfte aus sich herauszuspinnen, wie die Spinne ihr Netz aus sich herausspinnt. Sie sehen, daß die ganzen Vorgänge des Mysterienwesens zeigen, wieviel darauf ankommt, starke innere Energien des seelischen Lebens zu entwickeln; denn man muß viel Vorrat haben, damit das alles geschehen kann.
[ 28 ] Während der Mensch sonst in der gewöhnlichen Welt einen Gegenstand hat und ihm gegenübersteht, ihn anschaut, und der Gegenstand einen Eindruck auf seine Augen macht, so daß er dann etwas von dem Gegenstande weiß, so kommt so etwas von dem Punkte der Initiation an, der eben besprochen worden ist, nicht mehr vor. Denn man hat es nicht etwa zu tun mit einer Wiederholung der gewöhnlichen Welt — daß einem die Dinge entgegentreten wie die Dinge der physischen Welt, die man früher nur nicht gesehen hat —, sondern man muß jetzt von einem bestimmten Punkte an noch Kräfte zur Verfügung haben, die man noch überdies aus sich herausgießen kann. Nachdem man also genug Kräfte darauf verwendet hat, um mit der Welt eins zu werden, muß man jetzt noch Kräfte übrig haben, um Kräfte aus sich herauszuspinnen, wie die Spinne ihr Netz aus sich herausspinnt. Sie sehen, daß die ganzen Vorgänge des Mysterienwesens zeigen, wieviel darauf ankommt, starke innere Energien des seelischen Lebens zu entwickeln; denn man muß viel Vorrat haben, damit das alles geschehen kann.
[ 29 ] Dann kann folgendes eintreten: Man hat natürlich keine physischen Augen, denn diese gehören dem physischen Leib an, über den man längst hinausgekommen ist. Aber dadurch, daß man etwas aus sich ausgegossen hat und noch ausgießen kann, wie die Spinne ihr Netz aus sich herausspinnt, bilden sich etwas wie Organe heraus, und man kann beobachten: Mit dem, was man jetzt aus sich herausspinnt, tritt etwas ganz Neues auf. Da stellen sich Dinge vor einen selber hin in einer Art, die sich etwa damit vergleichen läßt, als wenn ich nicht die Uhr hier hätte und die Augen dort, sondern als wenn das Auge aus sich heraus einen Strahl senden würde, der sich selber zur Uhr formen könnte, so daß die Uhr durch die Tätigkeit des Auges dasteht. Es handelt sich dabei nicht um ein Konstruieren oder Schaffen einer subjektiven Welt, sondern darum, daß wir gleichsam Seelensubstanz aus uns herausspinnen. Und die höheren Welten, in die wir uns hineinleben, müssen diesen Umweg wählen, damit wir ihnen gegenübertreten und sie erkennen können. Sie müssen erst durch unsere eigene Seelensubstanz, die wir ihnen zur Verfügung gestellt haben, durchkriechen. In der physischen Welt stellen sich die Dinge vor uns hin ohne unser Zutun. Nichts stellt sich in den höheren Welten vor uns hin, wenn wir ihm nicht erst die eigene Seelensubstanz zur Verfügung stellen. Deshalb ist es so schwierig, Subjektives und Objektives auf diesem Punkte zu unterscheiden. Denn ganz subjektiv muß sein, was wir aus unserer Seelensubstanz herausspinnen; aber ganz objektiv muß dasjenige sein, was nur das Herausgesponnene benutzt, um zur Wahrnehmung zu kommen.
[ 29 ] Dann kann folgendes eintreten: Man hat natürlich keine physischen Augen, denn diese gehören dem physischen Leib an, über den man längst hinausgekommen ist. Aber dadurch, daß man etwas aus sich ausgegossen hat und noch ausgießen kann, wie die Spinne ihr Netz aus sich herausspinnt, bilden sich etwas wie Organe heraus, und man kann beobachten: Mit dem, was man jetzt aus sich herausspinnt, tritt etwas ganz Neues auf. Da stellen sich Dinge vor einen selber hin in einer Art, die sich etwa damit vergleichen läßt, als wenn ich nicht die Uhr hier hätte und die Augen dort, sondern als wenn das Auge aus sich heraus einen Strahl senden würde, der sich selber zur Uhr formen könnte, so daß die Uhr durch die Tätigkeit des Auges dasteht. Es handelt sich dabei nicht um ein Konstruieren oder Schaffen einer subjektiven Welt, sondern darum, daß wir gleichsam Seelensubstanz aus uns herausspinnen. Und die höheren Welten, in die wir uns hineinleben, müssen diesen Umweg wählen, damit wir ihnen gegenübertreten und sie erkennen können. Sie müssen erst durch unsere eigene Seelensubstanz, die wir ihnen zur Verfügung gestellt haben, durchkriechen. In der physischen Welt stellen sich die Dinge vor uns hin ohne unser Zutun. Nichts stellt sich in den höheren Welten vor uns hin, wenn wir ihm nicht erst die eigene Seelensubstanz zur Verfügung stellen. Deshalb ist es so schwierig, Subjektives und Objektives auf diesem Punkte zu unterscheiden. Denn ganz subjektiv muß sein, was wir aus unserer Seelensubstanz herausspinnen; aber ganz objektiv muß dasjenige sein, was nur das Herausgesponnene benutzt, um zur Wahrnehmung zu kommen.
[ 30 ] Ich habe alle diese Dinge angeführt, weil Sie dadurch ein bestimmtes Gefühl erhalten können, das Gefühl, daß alle Trainierung in den Mysterien vorzugsweise in einer Erhöhung der Energien der Seele bestanden hat. Das war es, worauf es ankam: stark, kräftig, energisch die Seele zu machen. Darauf mußte der zu Initiierende von vornherein verzichten, daß man ihm etwa die Gegenstände und Wesenheiten der höheren Welten wie auf einem Präsentierteller gereicht hätte. Er mußte sich zu jedem Stück der höheren Welten erst hinentwickeln. Nichts ohne Anstrengung, gar nichts ohne Anstrengung! So ist es mit Bezug auf das, was individuell in den höheren Welten erreicht werden soll, so ist es mit dem, was in der Stufenfolge der Menschheitsentwickelung in bezug auf die höheren Welten erreicht werden soll.
[ 30 ] Ich habe alle diese Dinge angeführt, weil Sie dadurch ein bestimmtes Gefühl erhalten können, das Gefühl, daß alle Trainierung in den Mysterien vorzugsweise in einer Erhöhung der Energien der Seele bestanden hat. Das war es, worauf es ankam: stark, kräftig, energisch die Seele zu machen. Darauf mußte der zu Initiierende von vornherein verzichten, daß man ihm etwa die Gegenstände und Wesenheiten der höheren Welten wie auf einem Präsentierteller gereicht hätte. Er mußte sich zu jedem Stück der höheren Welten erst hinentwickeln. Nichts ohne Anstrengung, gar nichts ohne Anstrengung! So ist es mit Bezug auf das, was individuell in den höheren Welten erreicht werden soll, so ist es mit dem, was in der Stufenfolge der Menschheitsentwickelung in bezug auf die höheren Welten erreicht werden soll.
[ 31 ] Nehmen wir an, irgendeine Wesenheit, die durch ihre spirituelle Macht in der Menschheitsentwickelung wirken soll, zum Beispiel die Individualität des Moses, soll dem Gange der Menschheitsentwickelung einverleibt werden. Es wäre kindisch, sich etwa vorzustellen, daß nun nichts zu geschehen brauchte, als daß die Menschheitsentwickelung fortgehe, und der Himmel schicke an irgendeiner Stelle dieser Menschheitsentwickelung jetzt den Moses: Nun ist Moses da, die Menschen wissen, daß es Moses ist, und brauchen nur auszuführen, was man ausführte, als Moses gekommen ist. Wenn auf diese Weise Moses irgendwohin geschickt worden wäre, so hätte es keine andere Folge gehabt, als daß die, welche um Moses herum waren, eben nichts davon gewußt hätten, daß es «Moses» war. Es kam nicht darauf an, daß diese oder jene äußere Persönlichkeit dastand, sondern daß eine Anzahl von Menschen beurteilen konnte, welche Spiritualität in dem betreffenden Menschen lebte. Und man hätte diesen Menschen gar nicht zu sagen brauchen, dies ist Moses oder der oder der, sondern man hätte nur nötig gehabt, ihre Seelen in der entsprechenden Weise vorzubereiten: dann hätten die Seelen, ohne daß man ihnen gesagt hätte, der oder der ist Moses, gewußt: das ist die betreffende spirituelle Wesenheit, die so und so anzusehen ist!
[ 31 ] Nehmen wir an, irgendeine Wesenheit, die durch ihre spirituelle Macht in der Menschheitsentwickelung wirken soll, zum Beispiel die Individualität des Moses, soll dem Gange der Menschheitsentwickelung einverleibt werden. Es wäre kindisch, sich etwa vorzustellen, daß nun nichts zu geschehen brauchte, als daß die Menschheitsentwickelung fortgehe, und der Himmel schicke an irgendeiner Stelle dieser Menschheitsentwickelung jetzt den Moses: Nun ist Moses da, die Menschen wissen, daß es Moses ist, und brauchen nur auszuführen, was man ausführte, als Moses gekommen ist. Wenn auf diese Weise Moses irgendwohin geschickt worden wäre, so hätte es keine andere Folge gehabt, als daß die, welche um Moses herum waren, eben nichts davon gewußt hätten, daß es «Moses» war. Es kam nicht darauf an, daß diese oder jene äußere Persönlichkeit dastand, sondern daß eine Anzahl von Menschen beurteilen konnte, welche Spiritualität in dem betreffenden Menschen lebte. Und man hätte diesen Menschen gar nicht zu sagen brauchen, dies ist Moses oder der oder der, sondern man hätte nur nötig gehabt, ihre Seelen in der entsprechenden Weise vorzubereiten: dann hätten die Seelen, ohne daß man ihnen gesagt hätte, der oder der ist Moses, gewußt: das ist die betreffende spirituelle Wesenheit, die so und so anzusehen ist!
[ 32 ] Also das ist es, was wir voraussetzen: daß der Gang in die höheren Welten verbunden ist mit einer Energisierung, mit einem Stärkerwerden der inneren Seelenkräfte, und daß nichts sozusagen nur von außen gegeben werden kann, sondern daß alles nur erreicht werden kann durch Erhöhung des Innenlebens des Menschen; denn nur dadurch kann die Schwelle überschritten werden in jene Welten, die auch der Mensch durchläuft zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. — Das ist es, was ich als Einleitung heute zunächst vorbringen wollte. Morgen wollen wir damit fortfahren, daß wir zunächst beschreiben, wie die Welten sind zwischen dem Tode und der neuen Geburt, und inwiefern es durch das Mysterienwesen notwendig und wichtig geworden ist, dem Menschen schon während der Zeit seines physischen Lebens etwas von dem zu überliefern, was das Wissen dieser höheren Welten ist.
[ 32 ] Also das ist es, was wir voraussetzen: daß der Gang in die höheren Welten verbunden ist mit einer Energisierung, mit einem Stärkerwerden der inneren Seelenkräfte, und daß nichts sozusagen nur von außen gegeben werden kann, sondern daß alles nur erreicht werden kann durch Erhöhung des Innenlebens des Menschen; denn nur dadurch kann die Schwelle überschritten werden in jene Welten, die auch der Mensch durchläuft zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. — Das ist es, was ich als Einleitung heute zunächst vorbringen wollte. Morgen wollen wir damit fortfahren, daß wir zunächst beschreiben, wie die Welten sind zwischen dem Tode und der neuen Geburt, und inwiefern es durch das Mysterienwesen notwendig und wichtig geworden ist, dem Menschen schon während der Zeit seines physischen Lebens etwas von dem zu überliefern, was das Wissen dieser höheren Welten ist.
