The Inner Nature of Man
and
Life Between Death and Rebirth
GA 153
12 April 1914, Vienna
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The Inner Nature of Man and Life Between Death and Rebirth, tr. Unknown
Vierter Vortrag
Lecture Four
[ 1 ] Bei dem zweiten hier gehaltenen öffentlichen Vortrage habe ich in großen Zügen zu schildern versucht, soweit das eben bei einem öffentlichen Vortrage möglich ist, das Leben, wie es für den Menschen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt verfließt. Das, was uns da entgegengetreten ist, soll uns in den beiden nächsten Vorträgen in einer vertiefteren Art noch beschäftigen, vertieft namentlich dadurch, daß es uns so erscheinen soll, daß es das Leben auch hier in der physischen Welt immer mehr und mehr erklärt. Um aber zu einer solchen Vertiefung der Darstellung zu kommen, bedarf es der Vorbereitung, die in den drei vorhergehenden Vorträgen gegeben wurde und in dem heutigen wiederum gegeben werden soll. Gerade diese Vorträge sollen uns die Mittel liefern, das öffentlich Vorgetragene weiter zu vertiefen.
[ 1 ] In my second public lecture here, I tried, as far as is possible in a public lecture, to describe in broad outline the life of man between death and rebirth. We shall go more deeply into this subject in the next two lectures, in order to gain a clearer understanding of our life here in the physical world. The preparation provided by the previous lectures was necessary before we could go further. This course of lectures will provide the means whereby we can enter more deeply into this subject than was possible in the public lectures.
[ 2 ] Es ist von mir da oder dort unseren Freunden öfter gesagt worden, daß der Mensch, wenn er die geistigen Welten kennenlernen und verstehen lernen will — und in den geistigen Welten leben wir ja zwischen dem Tod und einer neuen Geburt —, in vieler Beziehung sich Begriffe und Vorstellungen aneignen muß, die man gar nicht aus den Erlebnissen und Erfahrungen des physischen Planes heraus haben kann, die aber, wenn sie sich die Menschheit immer mehr und mehr aneignen wird, von unendlicher Wichtigkeit, von einer immer größer werdenden Wichtigkeit sein werden gerade auch für das Leben auf dem physischen Plan. Zunächst wollen wir uns heute einmal einen Unterschied des Erlebens in der geistigen Welt und des Erlebens auf dem physischen Plane klarmachen, welcher im Grunde genommen, wenn er uns zum ersten Male vor die Seele tritt, im höchsten Maße frappieren und sonderbar erscheinen muß, so daß es sehr leicht sein kann, daß wir den Glauben haben, wir könnten solche Dinge nur schwer verstehen. Je mehr wir uns aber in die Geisteswissenschaft einleben, desto mehr werden wir sehen, daß uns solche Dinge immer verständlicher und verständlicher werden.
[ 2 ] I have often said that if a person wants to know and understand the spiritual worlds—and these are the worlds in which we live between death and rebirth—he must make certain conceptions and ideas his own, which cannot be gained from experience here on earth, but which, if once gained, will be of infinite importance to life on the physical plane; and this importance will increase more and more. To begin with, let me now explain one difference between the experience in the spiritual world and the experience on the physical plane, which when heard for the first time must seem astonishing and strange, so that we might easily think that these things would be difficult of comprehension. But the deeper we go in Spiritual Science, the more we shall find that these things become ever more comprehensible.
[ 3 ] Wenn wir durch den physischen Plan gehen, wenn wir die Erlebnisse des physischen Planes auf uns wirken lassen, so muß uns ja, wenn wir darüber nachdenken, eines ganz besonders auffallen. Das ist, daß wir auf diesem physischen Plane dasjenige vor uns haben, was wir die Realität nennen, was wir das Dasein, das Sein, die Wirklichkeit nennen. Man möchte sagen: Je ungeistiger ein Mensch ist, desto mehr baut er auf das, was er auf dem physischen Plan als die sich aufdrängende Realität vor sich hat. Anders steht es mit dem, was wir uns aneignen wollen auf dem physischen Plane als unser Wissen, unsere Erkenntnis von der Wirklichkeit. Wir müssen zunächst als Kinder überhaupt erst dazu erzogen werden, Fähigkeiten zu entwickeln, um uns ein Wissen, eine Erkenntnis von dem physischen Plane anzueignen, und wir müssen dann immer weiter und weiter arbeiten. Das Erwerben von Erkenntnissen setzt geistige Arbeit voraus. Die Natur, das heißt die äußere Wirklichkeit, gibt nicht von selber her, was in ihr als Weisheit steckt, was in ihr als ihre Gesetzmäßigkeit steckt. Wir müssen uns die Kenntnis dieser Weisheit, dieser Gesetzmäßigkeit aneignen. Und darin besteht ja alles menschliche Wissensstreben, aktiv sich anzueignen aus den passiv empfangenen Erlebnissen und Erfahrungen dasjenige, was als Weisheit, als Gesetzmäßigkeit in den Dingen steckt. Ganz anders sind nun die Dinge, wenn man sich entweder durch die zur Geistesforschung führenden Übungen oder durch den Durchgang durch die Pforte des Todes in die geistige Welt hineinbegibt. Es ist allerdings das Verhältnis des Menschen zur geistigen Umwelt nicht unter allen Umständen so, wie ich es jetzt schildern werde; aber in wichtigen Momenten, bei wichtigen Erlebnissen ist es so. Es ist ja auch bei unserem Leben auf dem physischen Plan so, daß wir nicht immer uns abarbeiten nach Erkenntnissen, sondern wir setzen auch in diesem Arbeiten aus. So ist auch das, was ich jetzt schildern werde, nicht eine fortwährende Nötigung in der geistigen Welt, sondern es ist zuzeiten in der geistigen Welt für uns erforderlich.
[ 3 ] When we live on the physical plane and are affected by the experiences of the physical plane, one thing must, upon recollection strike us forcibly. That is, that on this physical plane we are confronted with what we call reality, existence, being. One might say that the more unspiritual a person is, the more does he rely upon what he has before him on the physical plane as the ‘reality’ that presses in upon him. But as regards what we wish to acquire on the physical plane as ‘knowledge,’ knowledge of this reality, the case is different. As children we have to be taught to develop the capacities for acquiring the knowledge of the physical plane and then we have to work further and further. The acquisition of knowledge demands mental work. Nature, that is to say external reality, does not of itself yield up the contents of its wisdom and its laws; we have to acquire this knowledge. Indeed, all human striving after knowledge consists in actively acquiring from passive experience, the wisdom and the laws that Nature contains. Now matters are quite different when either by the exercises which lead to spiritual investigation, or by passing through the portal of death, we enter into the spiritual world. The relation of man to the surrounding spiritual world is not, under all circumstances, what I am now about to describe; but it is so in important moments, during important experiences. In our life on the physical plane we are not always striving after knowledge, for sometimes we pause in this labour. So also, what I shall now describe is not continually necessary in the spiritual world, but it is requisite and necessary for us at certain times.
[ 4 ] Das nämlich ist das Überraschende, daß es dem Menschen in der geistigen Welt nicht an Weisheit fehlt. Man kann ein Tor sein in der Sinneswelt, und die Weisheit strömt einem in der geistigen Welt nur so zu in ihrer Realität, wenn man einfach in diese geistige Welt hineinversetzt wird. Weisheit, dasjenige, was wir uns in der physischen Welt mit Mühe aneignen, was wir uns erarbeiten müssen von Tag zu Tag, wenn wir es haben wollen, das haben wir in der geistigen Welt so, wie wir in der physischen Welt um uns herum die Natur haben. Es ist immer da, und es ist in reichlichstem Maße da. Gewissermaßen können wir sagen: Je weniger Weisheit wir uns auf dem physischen Plan angeeignet haben, desto reichlicher strömt uns diese Weisheit auf dem geistigen Plane zu. Aber nun haben wir gegenüber dieser Weisheit auf dem geistigen Plane eine bestimmte Aufgabe.
[ 4 ] The astonishing thing is that man has no lack of wisdom in the spiritual world. A person may be a fool in the sense-world, but simply through his entrance into the spiritual world wisdom streams towards him in its reality. Wisdom that we acquire with trouble in the physical world, that we have to work for day after day if we wish to possess it, is already ours in the spiritual world, just as surrounding nature is ours in the physical world. It is always there, and it is there in the greatest abundance. To a certain extent we may say that the less wisdom we have acquired on the physical plane, the more abundantly does this wisdom stream towards us on the spiritual plane. But, we have a special task, with respect to this wisdom on the spiritual plane.
[ 5 ] Ich habe Ihnen in den letzten Tagen davon gesprochen, daß man auf dem geistigen Plane das Menschheitsideal, den Inhalt der Götterreligion vor sich hat, daß man sich dahin durcharbeiten muß. Das kann man nicht, wenn man nicht in die Lage kommt auf dem geistigen Plan, sein Wollen dort — also jetzt das Wollen, das fühlende Wollen, das wollende Fühlen —, Wollen und Fühlen so anzuwenden, daß man die Weisheit, die einem immer fort und fort zuströmt, die da ist wie die Erscheinungen der Natur in der physischen Welt, fortwährend vermindert, daß man fortwährend von ihr etwas wegnimmt. Man muß diese Fähigkeit haben, von der Weisheit, die dort einem entgegentritt, immer mehr und mehr wegzunehmen. Hier auf dem physischen Plan müssen wir immer weiser und weiser werden, dort müssen wir uns bemühen, unser Wollen, unser Fühlen so anzuwenden, daß wir von der Weisheit immer mehr und mehr wegnehmen, sie verdunkeln. Denn je weniger wir dort von der Weisheit wegnehmen können, desto weniger finden wir die Kräfte, um uns so mit diesen Kräften zu durchsetzen, daß wir uns als reale Wesen dem Menschheitsideale annähern. Dieses Annähern muß darin bestehen, daß wir immer mehr und mehr von der Weisheit wegnehmen. Was wir da wegnehmen, das können wir umwandeln in uns selber, so daß die umgewandelte Weisheit die Lebenskräfte sind, die uns zu dem Menschheitsideale hintreiben. Diese Lebenskräfte müssen wir uns in dieser Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erwerben. Nur dadurch kommen wir in einer regelrechten Weise der neuen Verkörperung entgegen, daß wir die Weisheit, die uns reichlich zufließt, in Lebenskräfte umwandeln. Und wir müssen, wenn wir wieder auf der Erde ankommen, so viel Weisheit in Lebenskräfte umgewandelt haben, müssensoviel von Weisheit vermindert haben, daß wir genug Lebenskräfte haben, um die Vererbungssubstanz, die wir von Vater und Mutter bekommen, mit genügend organisierenden geistigen Lebenskräften zu durchdringen. Wir müssen also von der Weisheit immer mehr und mehr wegnehmen.
[ 5 ] In recent lectures I told you that on the spiritual plane the ideal of humanity stands before us, the content of the religion of the Gods, and that we have to strive towards it. We cannot do this, if we are incapable of so exercising our will—that is, our feeling-will, our willing-feeling—that we continually diminish this wisdom, continually take something away from the wisdom which for ever streams towards us and which there surrounds us as the phenomena of nature do here. We must have the power to deplete more and more the wisdom which there comes towards us. Here, on the physical plane we have to become wiser and wiser; there we have to endeavour so to exercise our will and our feeling that we diminish and darken the surrounding wisdom. For the less we are able to take from it, the less strength do we find within us whereby to fill ourselves with the necessary forces to approach the ideal of humanity as a real being. This approach has to consist in our taking more and more away from the surrounding wisdom. What we thus take away we are able to transform within us so that the transformed wisdom becomes the life-force which drives us towards the ideal of humanity,. This life-force we have to acquire during the period between death and rebirth. It is only by changing into life-force, the wisdom which flows into us so abundantly, that we can approach a fresh incarnation in the correct way. When we return to earth, we must have changed so much wisdom into life-force, we must have diminished the wisdom by so much, that we have sufficient organising spiritual life-forces to permeate the substance we receive through heredity from father and mother. Thus we have to lose wisdom more and more.
[ 6 ] Wenn man einen rechten Materialisten, der dem Geiste gar keine _ Realität zuerkennt auf dem physischen Plane, nach dem Tode wieder auffindet, einen solchen Materialisten, der während seines Lebens gesagt hat: Das ist ja alles Torheit, was ihr da über den Geist sprecht, eure Weisheit ist die reinste Phantasterei, die weise ich ganz von mit, ich lasse gar nichts anderes gelten als die Beschreibung dessen, was äußere Natur ist —, bei einem solchen Menschen, wenn er nach dem Tode getroffen wird, sieht man so reichlich Weisheit zuströmen, daß er sich gar nicht retten kann. Von überallher strömt ihm der Geist zu. In demselben Maße, als er hier nicht geglaubt hat an den Geist, in demselben Maße ist er dort überall von Geist umflutet. Jetzt tritt an ihn die Aufgabe heran, diese Weisheit in Lebenskräfte umzuwandeln, so daß er eine physische Realität schaffen kann in der nächsten Inkarnation. Er soll das, was er Realität genannt hat, heraus erzeugen aus dieser Weisheit, er soll diese Weisheit vermindern. Sie will sich aber von ihm nicht vermindern lassen, sie bleibt wie sie ist. Er bekommt es nicht fertig, Realität daraus zu machen. Die ungeheure Strafe des Geistes steht vor ihm, daß er, während er hier auf dem physischen Plan nur auf Realität gebaut hat in seinem letzten Leben, während er den Geist ganz geleugnet hat, er sich sozusagen vor dem Geist nicht retten kann und er nichts von diesem Geiste realisieren kann. Er steht immer vor der Gefahr, daß er gar nicht in die physische Welt wiederum hereinkommen kann durch Kräfte, die er selbst erzeugt. Er lebt fortwährend in der Furcht: Der Geist wird mich hereindrängen in die physische Welt, und ich werde dann ein physisches Dasein haben, das alles das verleugnet, was ich im vorhergehenden Leben als das Richtige anerkannt habe. Ich werde mich hereinstoßen lassen müssen von dem Geist in die physische Realität, ich werde es nicht selbst zu einer Realität bringen.
[ 6 ] When we find a thorough materialist again after his death, one who on the physical plane did not recognise any reality in spirit, who said during his life, ‘All that you say about spirit is nonsense; your wisdom is nothing but fantasy; I will have nothing to do with it. I admit nothing but what is to be found in external nature’—in the case of such a person, when met with after his death, one sees wisdom stream towards him so abundantly that he cannot escape it. From all sides spirit streams towards him. To the same extent that he did not believe in spirit here, he is overflooded by it there. His task is now to change this wisdom into life-forces, so that he may produce a physical reality in his next incarnation. He is to produce what he called reality from this wisdom, he is to diminish this wisdom; but it will not permit itself to be diminished by him, it remains as it is. He is unable to form reality out of it. This dreadful punishment of the spirit confronts him, namely, that whereas in his last life here on the physical plane he relied only upon reality, whereas he entirely denied spirit, he is now unable to save himself, as it were, from spirit and he is unable to produce anything real out of this spirit. He is always faced with the danger of not being able to come again into the physical world through forces which he himself produces. He lives continually in the fear—‘Spirit will push me into the physical world and I shall then have a physical existence which denies everything that I recognised as true in my previous life. I shall have to allow myself to be thrust by spirit into physical reality, I shall not have produced reality by myself.’
[ 7 ] Das ist allerdings etwas Frappierendes, aber die Sache ist so. Um sozusagen in dem Geiste zu ersticken nach dem Tode und keine Realität, wie man sie allein verehrt hat vor dem Tode, in ihm zu finden, dazu ist der Weg der, vor dem Tode ein rechter Materialist zu sein und den Geist abzuleugnen. Dann erstickt man oder ertrinkt man im Geiste.
[ 7 ] That is a most astonishing thing, but it is a fact. To be a great materialist and deny spirit before death is the way to be drowned, as it were, in spirit after death and to find in it nothing of the only reality one had formerly believed in, A man is then choked or drowned in spirit.
[ 8 ] Das sind allerdings Vorstellungen, die wir uns im Laufe unseres Betriebes der geistigen Wissenschaft immer mehr und mehr aneignen müssen. Denn wenn wir uns solche Vorstellungen aneignen, führen sie uns auch im physischen Leben in einer harmonischen Weise weiter und zeigen uns gewissermaßen, wie die beiden Seiten des Lebens einander ergänzen und ausgleichen müssen. Wir begründen in uns den Instinkt, in unserer Lebensführung diesen Ausgleich wirklich herbeizuführen.
[ 8 ] These are ideas which we have to acquire more and more in the course of our. study of spiritual science; for if we do acquire them they lead us onward harmoniously even in physical life and they show us, to a certain extent, how the two sides of life have to supplement and balance each other. We form the instinctive desire really to introduce this balance into our life.
[ 9 ] Noch einen anderen Fall möchte ich vom Zusammenhang des physischen Lebens mit dem geistigen Leben anführen. Nehmen wir jetzt einmal einen ganz konkreten, einzelnen Fall. Nehmen wir an, wir haben auf dem physischen Plane jemand angelogen. Nicht wahr, ich rede also von einzelnen Fällen. Wenn wir jemanden angelogen haben, so fällt das in einen bestimmten Zeitpunkt. Das, was ich jetzt als Entsprechendes in der geistigen Welt schildern werde, fällt wiederum in einen bestimmten Zeitpunkt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Nehmen wir also an, wir hätten jemanden zu einer gewissen Zeit auf dem physischen Plan angelogen, dann kommt bei unserem Aufenthalt in der geistigen Welt, sei es, daß wir durch Initiation hineinkommen oder durch den Tod, ein Zeitpunkt, wo wir mit unserer Seele in der geistigen Welt ganz, ganz erfüllt sind von der Wahrheit, die wir hätten sagen sollen. Aber diese Wahrheit, die quält uns, diese Wahrheit steht vor uns, in demselben Maße uns quälend, als wir von ihr abgeirrt waren bei der Lüge.
[ 9 ] I might give you another example of the connection between physical and spiritual life. Let us take a concrete, individual example. Suppose we have told a lie to someone on the physical plane—I am speaking of actual cases. When we tell a lie to someone, it happens at a certain point of time and what I shall now describe as the corresponding event in the spiritual world also takes place at a certain point of time between death and rebirth. Let us suppose we have told a lie to someone at some particular time on the physical plane; then, during our sojourn in the spiritual world, be it through initiation or through death, there comes a certain time when our soul in the spiritual world is entirely filled with the truth we ought to have expressed. This truth torments us; it stands before us and torments us to the same degree in which we deviated from it when we told the lie.
[ 10 ] Man braucht also nur zu lügen auf dem physischen Plan, um einen Zeitpunkt herbeizuführen in der geistigen Welt, in dem wir durch die entsprechende Wahrheit, die der Lüge entgegengesetzt ist, gequält werden dadurch, daß diese Wahrheit in uns lebt und uns brennt und wir sie nicht ertragen können. Unser Leiden besteht namentlich darin, daß wir einsehen: das ist die Wahrheit. Wir sind aber so, daß uns diese Wahrheit keinen Genuß, keine Freude, keine Lust bereitet, sondern uns quält. Von den guten Sachen gequält zu werden, von dem, wovon man weiß, daß es einen erheben sollte, gequält zu werden, das gehört zu den Eigentümlichkeiten der Erlebnisse in der geistigen Welt. Man braucht zum Beispiel im Leben nur einmal bei einer Sache, gegenüber welcher Fleiß uns Pflicht gewesen wäre, faul gewesen zu sein, dann kommt eine Zeit in der geistigen Welt, wo der Fleiß, der uns dazumal gefehlt hat, in uns lebt. Er ist da, der Fleiß, er kommt ganz sicher, er lebt in uns, wenn wir einmal so recht faul gewesen sind auf dem physischen Plan. Es kommt dann eine Zeit, wo wir durch die inneren Notwendigkeiten diesen Fleiß unbedingt in uns anwenden müssen. Wir geben uns ganz diesem Fleiß hin, und wir wissen, er ist etwas ungeheuer Wertvolles, aber er quält uns, wir leiden unter ihm.
[ 10 ] Thus one need only tell a lie on the physical plane in order to bring about a time in the spiritual world when we are tormented by the corresponding truth, the opposite of the lie. There the truth torments us because it lives in us and burns us, and we cannot bear it. Our suffering consists in our seeing the truth before us. But we are in such a condition that this truth gives us no satisfaction, no joy, no pleasure; it torments us. One of the peculiarities of our experience in the spiritual world is that we are tormented by what is good, by the things which we know ought to uplift us. Take another example. In our life in the physical world we may be lazy in doing something which it is our duty to do industriously; then comes a time in the spiritual world when we are filled with the industry we lacked in the physical world. Industry most surely comes; it is alive in us when we have been lazy in the physical plane. The time comes when from inner necessity, we have to exercise this industry unconditionally. We devote ourselves to it entirely and we know that it is something which is extremely valuable; but it torments us, it makes us suffer.
[ 11 ] Oder nehmen wir einen Fall, welcher vielleicht weniger in der menschlichen Willkür liegt, welcher in anderen Vorgängen des Lebens liegt, die mehr, ich möchte sagen, in den Untergründen des Daseins vor sich gehen und mit dem Verlauf unseres Karmas zusammenhängen; nehmen wir den Fall, wir seien durch eine Krankheit durchgegangen im physischen Leben. Wenn wir im physischen Leben durch eine Krankheit durchgegangen sind, die uns Schmerzen oder dergleichen bereitet hat, so erleben wir zu irgendeinem Zeitpunkt in der geistigen Welt die entgegengesetzte Stimmung, die entgegengesetzte Verfassung: die der Gesundheit, des Gesundseins. In demselben Maße, in dem uns die Krankheit geschwächt hat, stärkt uns diese Stimmung des Gesundseins bei unserem Aufenthalt in der geistigen Welt. Das ist ein Fall, der vielleicht nicht nur wie die anderen Dinge, die vorgebracht worden sind, unseren Verstand schockiert, sondern der viel tiefer in das Empfindungsgemäße unserer Seele eindringt, diese Seele irritiert. Wir wissen ja, daß geisteswissenschaftliche Dinge immer mit der Empfindung aufgefaßt werden müssen. Aber wir müssen bei diesem Fall das Folgende bedenken: Wir müssen uns klarmachen, daß ja hier gleichsam etwas wie ein Schatten ist über dem Zusammenhang zwischen der physischen Krankheit und der uns stärkenden Gesundheit in der geistigen Welt. Wahr ist der Zusammenhang, aber es gibt etwas in der Menschenbrust, was dem Gefühle nach mit diesem Zusammenhang nicht recht einverstanden sein kann. Das muß durchaus zugegeben werden. Dafür aber hat dieser Zusammenhang noch eine andere Wirkung, wenn er wirklich von uns erfaßt wird. Und diese Wirkung kann in der folgenden Weise charakterisiert werden.
[ 11 ] Let us take another case which is perhaps less under the control of human volition, but depends upon other processes of life which go on more in the background of existence and are connected with the course of our karma; let us take the case in which we have passed through an illness. When in physical life we have had an illness which has caused us pain, we experience at a certain point of time in the spiritual world the opposite feeling, the opposite condition, namely, that of health. And this feeling of health strengthens us during our sojourn in the spiritual world to the same degree that the illness weakened us. This is an instance which perhaps may not only shock our intellect, like the other things we have mentioned, but it may enter much more deeply into the emotional aspect of our soul and irritate it. We know that the things of Spiritual Science must always be grasped through our feelings; but in this case we must remember the following. We must clearly understand that something like a shadow lies over this connection between physical illness and the corresponding health and strength we have in the spiritual world. The connection exists, but there is something in the human breast which prevents the feelings from rightly coming to terms with this connection. We must indeed admit this connection has another result when we really understand it, and this result may be described as follows:—
[ 12 ] Nehmen wir einmal an, ein Mensch durchdringt sich mit Geisteswissenschaft, ein Mensch gibt sich ernstlich Mühe, Geisteswissenschaft wirklich in sich aufzunehmen, nicht so, wie man eine andere Wissenschaft aufnimmt. Die kann man theoretisch studieren, in bloßen Gedanken, Begriffen kann man sich aneignen, was sie gibt. Geisteswissenschaft soll man niemals nur so aufnehmen. Sie soll wie ein geistiges Lebensblut in uns werden. Geisteswissenschaft soll in uns weben und leben, sie soll eigentlich in allen Begriffen, die sie uns gibt, in uns auch Empfindungen, Gefühle wachrufen. Es gibt eigentlich für einen, der Geisteswissenschaft wirklich mit rechtem Ohr anhört, nichts in dieser Geisteswissenschaft, was uns nicht entweder auf der einen Seite erhebt oder auf der anderen Seite in die Abgründe des Daseins schauen läßt, um uns gerade auch in diesen Abgründen zurechtfinden zu lassen. Man kann sagen: Wer Geisteswissenschaft richtig versteht, verfolgt das, was sie sagt, überallhin auch mit diesen und jenen Gefühlen. Wer Geisteswissenschaft in sich aufnimmt, der wird einfach dadurch, daß die geisteswissenschaftlichen Begriffe in ihm leben, daß er sich diejenigen Vorstellungsgewohnheiten aneignet, die jetzt gerade angedeutet worden sind als notwendig gegenüber der Geisteswissenschaft, wirklich seine Seele schon in der physischen Welt umwandeln. Ich habe ja öfter darauf aufmerksam gemacht, wie zu den besten, eindringlichsten Übungen das Studium, das ernstliche Studium der Geisteswissenschaft selbst gehört.
[ 12 ] Let us suppose that a person takes up Spiritual Science and devotes himself seriously to it—not in the way in which other sciences are taken up. These may be studied theoretically; one may receive what they give merely as thoughts and ideas. Spiritual Science ought never to be taken up in this manner. It ought to become a spiritual life-blood within us. Spiritual Science ought to live and work in us; it ought also to awaken feelings through the ideas it gives us. To one who really hearkens to Spiritual Science in the right way there is nothing it has to give which does not either, on the one hand, uplift us, or on the other, allow us to see into the abuses of existence in order that we may there find our way aright. The student who understands Spiritual Science correctly always follows what it says with the appropriate feelings. Spiritual Science when accepted will transform his soul, even while in the physical world, simply through the ideas that live in him and through his acquiring the habits of thought and feeling which we have just mentioned as being necessary. I have often said that the earnest study of Spiritual Science is one of the best and most deeply-penetrating of all exercises.
[ 13 ] Nun stellt sich allmählich bei dem Menschen, der also in die Geisteswissenschaft eindringt, etwas Eigentümliches heraus. Ein solcher Mensch, der vielleicht Übungen macht, vielleicht nicht einmal Übungen macht, um selbst Geistesforscher zu werden, sondern der sich nur ernstlich bemüht, Geisteswissenschaft zu verstehen, ein solcher wird vielleicht lange, lange nicht daran denken können, selber etwas hellseherisch zu schauen. Er wird es einmal können, aber das kann vielleicht noch ein fernes Ideal bei ihm sein. Aber wer Geisteswissenschaft in dem angedeuteten Sinne wirklich auf seine Seele wirken läßt, der wird sehen, daß sich in seiner Seele die Instinkte des Lebens, die mehr unbewußten Triebfedern des Lebens ändern. Seine Seele wird wirklich anders. Man begibt sich nicht in den Betrieb der Geisteswissenschaft hinein, ohne daß diese Geisteswissenschaft die Seele instinktiv beeinflußt, sie anders macht, ihr andere Sympathien und Antipathien gibt, sie gleichsam mit einem Licht durchgießt, so daß sie sicherer fühlt als sie vorher gefühlt hat. Das kann man auf jedem Gebiete des Lebens bemerken; auf jedem Gebiete des Lebens äußert sich die Geisteswissenschaft in der geschilderten Weise. Man kann ein ungeschickter Mensch sein im Leben und wird Geisteswissenschafter, und man wird sehen, daß, ohne daß man irgend etwas anderes getan hat, als sich mit dieser Geisteswissenschaft zu durchdringen, man bis in die Handgriffe hinein geschickter wird. Sagen Sie nicht: Ich kenne sehr ungeschickte Geisteswissenschafter, die sind noch lange nicht geschickt geworden! — Versuchen Sie nachzudenken darüber, inwiefern diese doch noch nicht so, wie es eben nach ihrem Karma nötig ist, sich wirklich innerlich durchdrungen haben mit der Geisteswissenschaft. Man kann ein Maler sein, bis zu einem gewissen Grade die Malkunst handhaben. Wird man Geisteswissenschafter, so wird man sehen, daß das, was jetzt eben angedeutet worden ist, in die instinktive Handhabung der Malkunst einfließt. Man mischt leichter die Farben, Ideen, die man haben will, kommen einem eher. Oder nehmen wir an, man sei Gelehrter, man solle irgendwie etwas Wissenschaftliches arbeiten. Gar mancher, der in diesem Falle ist, wird wissen, was es oft für Mühe kostet, die Literatur zusammenzusuchen, um irgendeine Frage zu lösen. Wird man Geisteswissenschafter, so geht man nicht mehr wie früher in die Bibliotheken und läßt sich erst fünfzig Bücher geben, die nichts nutzen, sondern man greift unmittelbar an das Richtige. Es greift wirklich Geisteswissenschaft in das Leben ein, macht die Instinkte anders, versetzt in unsere Seele Triebfedern, die uns geschickter ins Leben hineinstellen.
[ 13 ] Something remarkable gradually appears in one who takes up Spiritual Science. A person who performs exercises—possibly he does not do it in order to become a spiritual investigator himself, but only tries earnestly to understand Spiritual Science—such a person may perhaps not be able for a very long time to think of seeing clairvoyantly for himself. He will be able to do it sometime; though this may perhaps be a far-off ideal. But if he really allows Spiritual Science to act upon his soul in the manner we have indicated, he will find that the instincts of life, the more unconscious impulses of life change. His soul really becomes different. No one can take up Spiritual Science without it influencing the instinctive life of the soul. It makes the soul different, it gives it different sympathies and antipathies, it fills it with a sort of light, so that it feels more certain than it did formerly. This may be noticed in every realm of life; in every realm of life Spiritual Science expresses itself in this way. For example, a person may be unskilled; but if he takes up Spiritual Science he will see that without doing anything else than filling himself with Spiritual Science, he will become more apt and capable, even to the manner in which he uses his hands. Do not say: ‘I know some very unskilled people who follow Spiritual Science; and they are still very unskilled!’ Try to reflect to what extent these have not yet really permeated themselves inwardly with Spiritual Science according to the necessities of karma. A person may be a painter and exercise the art of painting to a certain degree; if he takes up Spiritual Science he will find that what we have just mentioned will flow instinctively into the actions he performs. He will mix his colours more easily; the ideas he wants will come more quickly. Or suppose he is a teacher, and wishes to take up some science. Many who are in this position will know how much trouble it often costs to gather together the literature required to clear up some question or other. If he takes up Spiritual Science, he will not go as before to a library and take down fifty books that are of no use, but he will immediately lay his hands on the right one. Spiritual Science really enters into one's life; it makes the instincts different; it gives us the impulse to do the right thing.
[ 14 ] Natürlich muß das, was ich jetzt sagen werde, immer so betrachtet werden, daß es im Zusammenhang gedacht wird mit dem menschlichen Karma. Dem Karma ist der Mensch unter allen Umständen unterworfen; das muß stets berücksichtigt werden. Aber jetzt, mit Berücksichtigung des Karmas, ist doch das Folgende der Fall: Nehmen wir an, eine bestimmte Art von Erkrankung befällt denjenigen, der in die Geisteswissenschaft in der geschilderten Weise eingedrungen ist, und es liegt in seinem Karma, daß er geheilt werden kann. Es kann natürlich im Karma liegen, daß die Krankheit nicht geheilt werden kann. Aber Karma spricht niemals, wenn wir eine Krankheit vor uns haben, so, daß unter allen Umständen im fatalistischen Sinn die Krankheit irgendeinen Verlauf nehmen müßte, sie kann geheilt werden oder kann nicht geheilt werden. Derjenige, der sich nun durchdrungen hat mit Geisteswissenschaft, der bekommt in seine Seele eingepflanzt einen Instinkt, welcher ihm verhilft, aus sich selbst heraus der Krankheit und ihren Schwächen das entsprechende Stärkende oder Richtige entgegenzusetzen. Was man sonst erlebt als Folgen der Krankheit in der geistigen Welt, das wirkt noch in die Seelen zurück, insofern man noch im physischen Leibe ist, wirkt als Instinkt. Man beugt entweder der Krankheit vor oder aber findet in sich die Wege zu den Heilkräften. Wenn das hellseherische Bewußtsein richtige Heilfaktoren findet für diese oder jene Krankheit, so geschieht dies auf folgendem Wege: Ein solcher Hellsehender hat die Möglichkeit, das Bild der Krankheit vor sich zu haben. Also nehmen wir an, er habe das Bild vor sich: das ist die Krankheit; so und so tritt sie schwächend an den Menschen heran. Dadurch, daß der Betreffende hellseherisches Bewußtsein hat, tritt ihm als Gegenbild das andere entgegen: die entsprechende Gesundungsstimmung und die Kräftigung, die aus der Stimmung herausquillt. Was über den Menschen, der krank war in der physischen Welt, dann als Ausgleich kommt in der geistigen Welt, das tritt dem Hellseher entgegen. Aus diesem kann er seine Ratschläge geben. Man braucht gar nicht einmal voll entwickelter Hellseher zu sein, sondern es kann das aus der Beobachtung des Krankheitsbildes instinktiv auftreten. Dasjenige aber, was in dem hellseherischen Bewußtsein das bewirkt, was als Ausgleich eben in der geistigen Welt wirklich kommt, das ist etwas, was zu dem Krankheitsbilde gehört, wie der Hinaufgang des Pendels auf der einen Seite zu dem Hinaufgang auf der anderen Seite. Gerade aus diesem Beispiel sehen Sie, wie das Verhältnis des physischen Planes zur geistigen Welt ist, und wie fruchtbar für die Lebensführung auf dem physischen Plan das Wissen, das Erkennen der geistigen Welt sein kann.
[ 14 ] Of course what I shall now say must always be thought of in conjunction with human karma. It must always be kept in mind that man is subject to the law of karma under all circumstances. But taking into consideration the law of karma, the following is still the case. Let us suppose that a certain kind of illness attacks someone who has taken up Spiritual Science in the way described and it is in his karma that he may be cured. Naturally, it may be in his karma that the disease cannot be cured; but, when considering an illness, karma never under any circumstance says that it must run a certain course in a fatalistic sense, it can be cured or it cannot be cured. Now, anyone who has earnestly taken up Spiritual Science acquires an instinctive feeling which helps him to oppose the illness and its weakening effect with the proper remedy. That which in the ordinary way is experienced as the result of the illness in the spiritual world works back into the soul, and, in so far as one is still in the physical body, it acts as instinct. One either succumbs to the illness or finds within oneself the way to the forces of healing. When the clairvoyant consciousness finds the right remedy for an illness, it happens in the following way: such a clairvoyant is able to call up before him the picture of the illness. Let us suppose that he has the picture before him of the illness which approaches a person in such or such a way and has a weakening effect on him. Owing to his clairvoyant consciousness there appears to him the counterpart of the illness, namely, the corresponding feeling of health, and the strengthening which springs from this feeling. That which can now happen to man in the spiritual world as the corresponding cure for that from which he is suffering in the physical world, is perceived by the clairvoyant. Through this the clairvoyant is enabled to advise the man for his good. Indeed, one need not even be a fully developed clairvoyant, but this may appear to one instinctively from seeing the picture of the illness. But the cause of that which to clairvoyant consciousness appears as compensation in the spiritual world, belongs to the picture of the illness as much as the swing of a pendulum to one side belongs to the swing to the other side. From this example you will see how the physical plane is related to the spiritual world and how fruitful for the guidance of our life here the knowledge of the spiritual world may be.
[ 15 ] Gehen wir noch einmal zu dem zurück, was heute als ein konkreter Fall angeführt worden ist: daß, wie die Natur auf dem physischen Plan, so das Geistige, das weisheitsvoll Geistige uns umgibt in der geistigen Welt, das immer da ist. Nun, gerade wenn Sie dies in einer besonderen Weise noch verstehen, dann wird sich Ihnen auf die Vorgänge der geistigen Welt ein Licht werfen, das außerordentlich wichtig ist. In der physischen Welt können wir so an den Dingen vorbeigehen, daß wir, indem wir die Dinge betrachten, sagen: Wie ist es mit dem Wesen dieses Dinges? Wie verhält es sich denn? Was ist das Gesetz dieses Wesens, dieses Vorgangs? Oder aber, wir gehen stumpf vorbei und fragen überhaupt nicht. Wir werden niemals auf dem physischen Plan etwas Vernünftiges lernen, wenn wir nicht sozusagen von den Dingen veranlaßt werden, Erkenntnisfragen zu stellen, wenn uns nicht die Dinge Rätsel aufgeben, so daß diese Rätsel in uns entstehen. Beim bloßen Anschauen der Dinge und Vorgänge werden wir auf dem physischen Plane niemals zu einer sich selbst führenden Seele kommen können. Auf dem geistigen Plan ist das wieder anders. Auf dem physischen Plan stellen wir die Fragen an die Dinge und Vorgänge, und wir müssen uns bemühen, die Dinge zu untersuchen, herauszubekommen, wie wir die Antwort auf die Frage, die wir uns stellen, aus den Dingen heraus bilden können. Wir müssen die Dinge untersuchen. Auf dem geistigen Plane ist es so, daß die Dinge und Wesenheiten um uns herum geistig sind; und die Dinge, die fragen uns, nicht wir fragen die Dinge. Die Dinge fragen uns, sie stehen da, die Vorgänge und Wesenheiten, und wir stehen ihnen gegenüber und werden fortwährend von ihnen gefragt. Wir müssen jetzt die Möglichkeit haben aus dem unendlichen Meer von Weisheit das herauszugreifen, was auf die Fragen antworten kann, die uns da gestellt werden. Wir müssen nicht aus den Dingen und Vorgängen heraus die Antworten suchen, sondern aus uns heraus, denn fragen tun uns die Dinge, überall um uns herum sind die fragenden Dinge.
[ 15 ] Let us go back once more to the first concrete fact we mentioned, namely: that just as nature surrounds us on the physical plane, so what is spiritual, wisdom-filled spirit, surrounds us in the spiritual world and is always there. Now, if you understand this thoroughly, an extremely important light is cast on what takes place in the spiritual world. In the physical world we may pass by objects and observe them in such a way that we may ask: What is the principle or nature of this object? What is the law of this Being, or this process? Or, on the other hand, we may pass stupidly by and ask nothing at all. We shall never learn anything intelligently on the physical plane if we are not impelled, as it were, by the object itself to ask questions, if these objects do not present problems which we recognise as such. By merely looking at objects and processes, we should never on the physical plane arrive at being a soul that guides itself. On the spiritual plane this is different. On the physical plane we put our questions to objects and processes, and we have to make efforts to investigate them in order to find the answer to our questions from the things themselves. On the spiritual plane things and Beings surround us spiritually and they question us, not we them. They are there and we stand before them and are continually being questioned by them. We must now have the power to draw from the infinite ocean of wisdom the answer to these questions. We have not to seek the answers in the objects and processes, but in ourselves; for the objects question us; all around us are objects questioning us.
[ 16 ] Dabei kommt noch das Folgende in Betracht: Nehmen wir an, wir stünden irgendeinem Vorgang oder Wesen der geistigen Welt gegenüber, wir treten eigentlich ihm gar nicht anders gegenüber, als daß es an uns eine Frage stellt. Nehmen wir an, es stellt die Frage. Wir stehen damit unserer Weisheit. Aber wir finden nicht die Möglichkeit, ein solches Wollen, fühlendes Wollen, wollendes Fühlen zu entwickeln, daß wir aus dieser Weisheit heraus die Antwort geben können, trotzdem wir wissen: die Antworten sind in uns. Unser Inneres ist von unendlicher Tiefe, alle Antworten sind in uns, aber wir finden nicht die Möglichkeit, wirklich die Antwort zu geben. Und die Folge davon ist, daß wir im Zeitenstrome vorbeisausen und die Möglichkeit, den rechten Zeitpunkt nämlich, versäumen, die Antwort zu geben, weil wir uns nicht die Fähigkeit erworben haben, vielleicht durch unsere vorhergehende Entwickelung, die Reife zu haben, auf diese Frage schon in dem Zeitpunkt zu antworten. Wir haben uns in bezug auf das, was wir antworten sollten, zu langsam entwickelt: wir könnten erst später antworten. Aber die Gelegenheit kommt nicht wieder, wir haben sie versäumt. Wir haben nicht alle Gelegenheiten ausgenützt. So gehen wir vorbei an Dingen und Vorgängen, ohne ihnen Antwort zu geben. Solche Erlebnisse machen wir fortwährend in der geistigen Welt. Es kommt also vor, daß wir in dem Leben zwischen Tod und einer neuen Geburt vor einem Wesen stehen, das uns fragt. Wir haben es nicht dahin gebracht durch unsere Erdenleben und die dazwischenliegenden geistigen Leben, jetzt, wo es uns fragt, Antwort zu geben. Wir müssen vorbei, müssen in die nächste Inkarnation hinein. Die Folge davon ist, daß wir erst wiederum durch die guten Götter, ohne unser Bewußtsein, in der nächsten Erdenverkörperung die Impulse bekommen müssen, damit wir beim nächsten Male nicht wieder an derselben Frage vorbeigehen. So sind die Zusammenhänge.
[ 16 ] At this point the following comes under consideration. Let us suppose that we confront some process or some Being in the spiritual world; inevitably it asks us a question. We cannot approach it without its doing so. We stand there with our wisdom, but we are unable to develop sufficient will, sufficient feeling-will, or willing-feeling to give the answer from out this wisdom, although we know that the answer is within us. Our inner being is infinitely deep; all answers are within us—but we are unable really to give the answer. The consequence of this is that we rush past on the stream of time and fail to give the answer at the proper time, because we have not gained the capacity—perhaps through our previous evolution—we have not become mature enough to answer the question when the time comes for it to be answered. We have developed too slowly with respect to what we ought to answer; we can only give the answer later. But the opportunity does not recur; we have missed it. We have not made use of all our opportunities. Thus we pass by objects and events without answering them. We have experiences such as this continually in the spiritual world. Thus it may come about, that in our life between death and rebirth we stand before a Being which questions us. We have not developed ourselves sufficiently in our earthly life and the intervening spiritual life, to give the answer when we are asked. We have to pass on; we have to enter into our next incarnation. The consequence of this is that we must receive the impulse once more, in our next incarnation, through the good Gods, without being conscious of it, so that we shall not pass by the next time when the same question is asked. This is how things come to pass.
[ 17 ] Ich habe öfter erwähnt, daß, je weiter wir zurückgehen in der Menschheitsentwickelung, wir um so mehr gewahr werden, wie die Menschen die gegenwärtige Geistesverfassung nicht gehabt haben, sondern auf dem physischen Plan eine Art Hellsehen hatten. Aus einem dumpfen, traumhaften Hellsehen hat sich unser gegenwärtiges Anschauen der Dinge heraus entwickelt. Und je mehr wir Menschen finden, die noch auf primitiven Elementarstufen der Seelenentwickelung stehen, desto verwandter finden wir noch ihr Denken und Fühlen mit dem ursprünglichen Hellsehen. Obzwar wirkliches Hellsehen, ich meine primitives, atavistisches Hellsehen, immer seltener wird, so findet man doch, wenn man hinausgeht in elementare ländliche Zustände, immerhin Menschen, die sich etwas bewahrt haben aus früheren Zeiten, so daß man Anklänge an die Zeiten des früheren Hellsehens findet. Dieses Hellsehen zeigt uns, wenn auch eben in der dumpfen traumhaften Form, weil es ja ein Schauen in die geistigen Welten hinein ist, Eigentümlichkeiten, die uns wieder entgegentreten beim entwickelten Hellsehen, nur daß es eben da nicht dumpf, traumhaft, sondern klar und deutlich uns entgegentritt. Geisteswissenschaft zeigt uns, daß der Mensch, wie er jetzt in dem gegenwärtigen Zeitenzyklus ist, wenn er durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt geht, immerfort und immer mehr und mehr vor den fragenden Wesenheiten zur rechten Zeit Antwort geben muß. Denn davon, ob er Antwort geben kann, hängt seine richtige Fortentwickelung ab, seine Annäherung an das Ideal der Götter von dem vollkommenen Menschen. Wie gesagt, ins Traumhafte umgesetzt hatten das früher die Menschen, und es ist ein Überrest davon geblieben in zahlreichen märchenartigen, sagenartigen Motiven. Sie werden immer weniger im Volk. Aber diese märchenartigen, sagenartigen Motive, die erzählen uns dann etwa: Der oder jener begegnet einem geistigen Wesen, das stellt immer wieder und wieder Fragen an ihn, und er steht ihm gegenüber, muß antworten. Aber er hat das Bewußtsein: bis zu einem gewissen Glockenschlage oder sonst etwas muß er antworten. Dieses, was man das Fragemotiv der Märchen und Sagen nennen könnte, ist sehr verbreitet. Das ist in dem früheren traumhaften Hellsehen dasselbe gewesen, was nun wiederum in der geistigen Welt auftritt in der Form, wie ich es geschildert habe. Überhaupt kann dasjenige, was die geistige Welt charakterisiert, in allen Fällen ein wunderbarer Leitfaden sein, um Mythen, Sagen, Märchen und so weiter in der richtigen Weise zu verstehen und sie an ihren Ort hinzustellen, wohin sie gehören. Das ist gerade ein Punkt, wo man sieht, wie überall, auch in der Geisteskultur der Gegenwart, gewissermaßen die Entwickelung vor dem Tore der Geisteswissenschaft steht. Ganz interessant ist es, daß ein in vieler Beziehung in der Absicht schönes Buch wie das meines verstorbenen Freundes Ludwig Laistner, «Das Rätsel der Sphinx», deshalb ungenügend ist, weil, wenn es genügend hätte werden sollen, es die Motive dieses Fragens, die Ludwig Laistner besonders ausführlich behandelt, aus einem geisteswissenschaftlichen Wissen hätte behandeln müssen, weil also der Autor etwas hätte wissen müssen von dem Hineinspielen der geisteswissenschaftlichen Wahrheit in die Sache.
[ 17 ] I have often mentioned that the further we go back in human evolution the more do we find that humanity did not then possess our present mentality, but had a kind of clairvoyance on the physical plane. Our present mental outlook developed from a dull, dreamy clairvoyance. The more primitive and elementary the stages of mental development of some races still are, the closer connection we find in their thought and feeling to this original clairvoyance. Although the primitive atavistic clairvoyance is becoming less and less frequent, we still find in unexplored regions of the earth people who have preserved something from former times, so that we still find echoes of the ancient days of clairvoyance. This clairvoyance reveals—although in a dim, dreamy form, because it is a seeing into the spiritual world—it reveals peculiarities which reappear in the developed clairvoyance; only in the latter case it is not dim and dreamy, but clear and distinct. Spiritual Science shows us that when a man of the present time goes through life between death and rebirth, he has progressively to answer the questioning Beings more and more at the proper time; for on his power to answer depends his true development, and his approach to the ideal of the Gods—the perfect man. As we have already said, in former times people had this experience in the domain of dreams and we have the remains of it in a great number of fairy-tales and sagas. These are gradually disappearing, but they run somewhat as follows. A certain person meets a spiritual Being. This Being repeatedly questions him and he has to answer. And he knows that he must give the answer by a certain time, when the clock strikes, or something of that sort. This ‘question motif’ in fairy-tales and sagas is very widespread and is a form of dreamlike clairvoyant consciousness which now reappears in the spiritual world, in the way I have described. On the whole, the description of what takes place in the spiritual world provides in all cases a valuable clue to the understanding of myths, sagas, fairy-tales, etc., and enables us to place them where they belong. This is a point which shows that everywhere, even in the mental culture of the present day, evolution is standing, as it were, at the door of Spiritual Science. It is very interesting, that a book such as the one by my friend Ludwig Laistner, The Riddle of the Sphinx, which in many respects is a good and well-intentioned book, is unsatisfactory, because in order to be satisfactory, the ‘question motif’, with which Ludwig Laistner specially deals, would have had to be treated from the basis of occult knowledge; the author would have had to know something about the truths of occult science which enter here.
[ 18 ] Wir sehen also, wenn wir uns gerade die charakteristischen aufgezählten Fälle vor Augen stellen, daß es auf etwas ganz Bestimmtes ankommt in dem Verhalten in der geistigen Welt. Erkenntnisse zu sammeln in der geistigen Welt, wie hier auf dem physischen Plane, darauf kommt es nicht an. Es kommt darauf an, sogar diese Erkenntnisse zu vermindern, nämlich die Erkenntniskraft umzuwandeln in Lebenskraft. Forscher kann man nicht sein in der geistigen Welt in dem Sinn, wie man es in der physischen Welt sein kann; das wäre dort sehr deplaciert. Denn wissen kann man dort alles, es ist alles um einen herum. Das, worauf es ankommt, ist, daß man den Willen und die Empfindung gegenüber dem Wissen, gegenüber der Erkenntnis entwickeln kann, so daß man im Einzelfalle aus dem ganzen Schatze seines Wollens das gerade herausbringt, wodurch man die Weisheit anwenden kann, sonst erstickt oder ertrinkt man in der Weisheit. Also während es hier in der physischen Welt auf das Denken ankommt, kommt es dort in der geistigen Welt an auf das entsprechende Ausbilden des Willens, des empfindenden Willens, des Willens, der aus der Weisheit heraus die Realität bereitet, formt, des Willens, der zur kreativen Kraft wird, zu einer Art schöpferischen Kraft. Den Geist haben wir dort, wie wir hier die Natur haben; aber den Geist zur Natur zu führen, das ist unsere Aufgabe. Ein schöner Satz ist erhalten aus der theosophischen Literatur der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Ötinger, der in Murrhardt in Württemberg gelebt hat, und der in seiner eigenen spirituellen Entwickelung so weit war, daß er ganz bewußt in gewissen Zeiten geistigen Wesenheiten, also Seelen, die nicht auf dem physischen Plane sind, hat Helfer sein können. Er hat den merkwürdigen Satz geprägt, der sehr schön und sehr richtig ist: Natur und Naturgestalt ist das Ende der geistigen Schöpferkraft. Das, was ich jetzt aus der geistigen Welt selber herausentwickelt habe, liegt in diesem Satz. Es strebt in der geistigen Welt die Schöpferkraft dahin, das, was in Weisheit zunächst wallt und wogt, hinauf zur Realität zu bringen. Wie man hier aus der physischen Realität die Weisheit herausbringt, macht man das dort umgekehrt. Aus der Weisheit heraus hat man die Aufgabe, Realitäten zu schaffen, in Realitäten auszuleben das, was dort in Weisheit ist. Das Ende der Götterwege ist geformte Wirklichkeit.
[ 18 ] Bearing these examples in mind, we see that the conditions in the spiritual world depend upon something quite definite. In the spiritual world it is not a case of gathering knowledge as we do here; it is even a case of diminished knowledge and changing the force of knowledge into life-force. One cannot be an investigator in the spiritual world in the same sense as one can in the physical world; that would be an absurdity, for there a person is able to know everything, it is all round about him. The question is whether he is able to develop his will and his feeling, in contradistinction to his knowledge, whether in individual cases he is able to bring forth from the treasure of his will sufficient power to make use of his wisdom; otherwise he is stifled by or drowned in it. Whereas in the physical world wisdom depends on thinking, in the spiritual world it depends upon the adequate development of the will, the feeling-will, the will which brings forth reality out of wisdom, which becomes a kind of creative power. There we have Spirit as here we have Nature, and our task is to lead Spirit to Nature. A beautiful statement is contained in the theosophical literature of the first half of the nineteenth century, a statement made by Oetinger, who lived at Murrhardt, in Wurtemburg, and who was so far advanced in his own spiritual development that at certain times he was able quite consciously to help spiritual beings, that is, souls who were not on the physical plane. He made the remarkable statement which is very beautiful and very true: ‘Nature and the form of nature is the aim of spiritual creative power.’ What I have just brought down to you from the spiritual world is contained in this sentence. In the spiritual world creative power strives to give reality to that which at first heaves and surges in wisdom. Here, we bring forth wisdom from the physical reality; there we do the reverse. Our task there is to produce realities from wisdom, to carry out in living realities the wisdom we find there. The goal of the Gods is reality in form.
[ 19 ] So sehen wir also, es kommt auf willensdurchtränktes Fühlen an, auf von Gefühl durchtränkten Willen, die sich umwandeln in kreative Kraft, schöpferische Kraft, die wir dort in der geistigen Welt so anwenden müssen, wie wir uns hier auf der physischen Welt anstrengen müssen in unserem forschenden Denken, um in der physischen Welt zur Weisheit zu kommen.
[ 19 ] Thus we see that it depends upon will permeated with feeling, or feeling-filled-will being changed into creative force; this we must employ in the spiritual world in the same way as here in the physical world we have to employ great mental efforts in order to arrive at wisdom.
[ 20 ] Nun handelt es sich darum, daß wir für diese Möglichkeit in der geistigen Welt das Fühlen und Denken richtig entwickeln, daß wir uns dafür schon hier auf dem physischen Plane in einer Weise, wie es für den gegenwärtigen Zeitenzyklus richtig ist, vorbereiten. Denn alles das, was in der geistigen Welt geschieht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, ist Folge desjenigen, was in der physischen Welt geschieht zwischen der Geburt und dem Tode. Zwar ist das, was in der geistigen Welt ist, wie wir gesehen haben, so anders, daß wir uns ganz neue Vorstellungen und Begriffe aneignen müssen, wenn wir die geistige Welt verstehen wollen. Aber dennoch: wie Ursache und Wirkung hängen die beiden gegenseitig zusammen. Nur dann verstehen wir die Zusammenhänge zwischen dem Geistigen und dem Physischen, wenn wir sie als Zusammenhänge von Ursache und Wirkung wirklich erkennen. Vorbereiten müssen wir uns in der physischen Welt. Deshalb möchte ich jetzt die Frage ein wenig betrachten: Wie bereiten wir uns im gegenwärtigen Zeitenzyklus in der richtigen Weise auf dem physischen Plane vor, so daß wir genügend innere Impulse haben in der geistigen Welt, sei es, daß wir durch Initiation, sei es, daß wir durch die Pforte des Todes hineinkommen, um wirklich die geistige Schlagkraft zu haben, aus der gegebenen Weisheit das herauszuholen, was wir brauchen, um Realitäten herauszuwandeln aus der strömenden, wogenden Weisheit? Woher kommt uns solche Kraft? Es kommt überall darauf an, daß wir solche Dinge für unseren Zeitenzyklus beantworten. In den Zeiten, in denen die Menschen so dachten, daß die ersten ursprünglichsten Quellen der genannten Sagenmotive sich bildeten, da war es anders. Aber woher kommt uns solche Seelenkraft im gegenwärtigen Zeitenzyklus ?
[ 20 ] Now, in order that this should be possible, it is very important that we should develop our feeling and thinking in the right way, that we should prepare ourselves here on the physical plane in a manner which is right for the present cycle of evolution; for all that takes place in the spiritual world between death and rebirth is the result of what takes place in the physical world between birth and death. It is indeed true, that conditions are so different in the spiritual world that we have to acquire entirely fresh conceptions and ideas if we wish to understand them, but all the same the two are connected like cause and effect. We only understand the connection between what is spiritual and what is physical, when we recognise it really as the connection of cause and effect. We have to prepare ourselves while in the physical world and we might therefore now consider the question: How, at the present age, can we prepare ourselves in the right way, so that—whether we enter the spiritual world through initiation or through death—we shall really possess the spiritual power necessary to draw what we have need of from the wisdom that is there—so that we may bring forth realities from this surging flowing wisdom. Whence comes such power? It is important that these questions should be answered in a manner adapted to our present age. In the age when mankind thought in such a way, that the origin of what I have called the ‘Saga motiv’ resulted, the case was different; but from whence comes this soul-force in the present age?
[ 21 ] Um uns einer Antwort nähern zu können, möchte ich folgendes heranziehen. Man kann sich in verschiedenen Philosophien umsehen und kann bei den Philosophen suchen nach der Art, wie sie zu dem Gottesbegriffe kommen. Es müssen dann selbstverständlich solche Philosophen sein, die geistige Tiefe genug haben, um sich eben von der Welt überzeugen zu lassen, daß man von einem Göttlichen, das die Welt durchdringt, sprechen kann. Im 19. Jahrhundert braucht nur Lotze genommen zu werden, der in seiner Religionsphilosophie etwas zu schaffen suchte, was im Einklang steht mit seiner übrigen Philosophie. Aber es könnten auch andere Philosophen genommen werden, die eben wirklich tief genug waren, um sozusagen auch eine Religionsphilosophie zu haben. Eine Eigentümlichkeit wird man bei allen diesen Philosophen finden, eine ganz bestimmte Eigentümlichkeit. Ja, zu dem Göttlichen dringen diese Philosophen mit ihren Erwägungen aus dem physischen Plane denkend vor; sie denken nach, forschen auf philosophische Art, kommen darauf, wie es gerade bei Lotze der Fall ist, daß die Erscheinungen und Wesen der Welt zusammengehalten werden von einem göttlichen Grund, der alles durchwebt und alles in eine gewisse Harmonie bringt. Wenn man aber näher auf solche Religionsphilosophien eingeht, so haben sie immer eine Eigentümlichkeit. Man kommt eben zu einem göttlichen Wesen, das alles durchtränkt und durchzieht, und wenn man dieses göttliche Wesen sich näher ansieht, diesen Gott der Philosophen, so kommt man darauf, daß es ungefähr der Gott ist, den die hebräische oder namentlich die christliche Religion den Vatergott nennt, Gottvater. Dazu kann die Philosophie kommen. Sie kann die Natur betrachten und tief genug sein, um nicht in hohlköpfiger materialistischer Weise alles Göttliche abzuleugnen, sie kann zu dem Göttlichen kommen, kommt aber dann zu dem Vatergott. Man kann ganz genau, wenn man die Philosophen verfolgt, zeigen, daß zu etwas anderem die bloße Philosophie als denkende Philosophie überhaupt nicht führen kann, als zu einem monotheistischen Vatergott. Wenn bei einzelnen Philosophen, bei FZege/ zum Beispiel und anderen, der Christus auftritt, so ist er nicht aus der Philosophie heraus — das läßt sich nachweisen —, er ist aus der positiven Religion herübergenommen. Die Leute haben gewußt, daß die positive Religion den Christus hat, dann konnten sie ihn besprechen. Der Unterschied ist der, daß man den Vatergott in der Philosophie finden kann; Christus kann man mit keiner Philosophie durch denkende Betrachtung finden. Das ist ganz unmöglich.
[ 21 ] In order that we arrive at the answer to this, may I bring forward the following? We can study the various philosophies and inquire as to how philosophers arrive at the idea of God—there are, of course, philosophers who have sufficient spiritual depth to be convinced from the existence of the world that we may speak of a Divine Being who pervades it. In the nineteenth century we need only take Lotze, who tried to produce in his religious philosophy something that was in harmony with the rest of his philosophy. Others too were sufficiently profound to have with all their philosophy a sort of religious philosophy also. We find one peculiarity in all these philosophers, a very definite peculiarity. They think to reach Divinity with ideas gathered from the physical plane; they reflect, they investigate in a philosophical manner, and come to the conclusion—as is the case with Lotze—that the phenomena and beings of the world are held together by a divine First Cause which pervades all and brings all into a certain harmony. But when we go more minutely into the ideas of these religious philosophers, we find that they always have one peculiarity. They arrive at a Divine Being who pervades all; and when we consider this Divine Being more closely, this God of the philosophers, we find that it is approximately the God called in the Hebrew, or rather, the Christian religion ‘God the Father’. Thus far do the philosophers go; they observe Nature and are profound enough not to deny everything Divine in an empty-headed, materialistic way; they can arrive at Divinity, but it is God the Father. One can demonstrate most exactly, after studying these philosophers, that mere philosophy, as thinking philosophy, can lead nowhere but to a monotheistic Father-God. If in the case of individual philosophers, such as Hegel and others, Christ is mentioned; it does not spring from philosophy—this can be proved—it comes from positive religion. These people have known that positive religion possesses the Christ and therefore they can speak of Him. The difference is, that the Father-God can be found through philosophy, but Christ cannot be found by any philosophy, by any method of thought. That is quite impossible.
[ 22 ] Das ist ein Satz, von dem ich Ihnen raten möchte, ihn wohl zu erwägen und viel darüber nachzudenken. Wenn man ihn richtig versteht, führt er in sehr bedeutsame Tiefen menschlichen Forschens und Seelenstrebens hinein. Aber er hängt allerdings zusammen mit etwas, was in der christlichen Religion sogar sehr schön symbolisch, bildhaft, zum Ausdruck gebracht ist: nämlich damit, daß man das Verhältnis dieses anderen Gottes, des Christus, zu dem Vatergott als das Verhältnis des Sohnes zum Vater auffaßt. Das ist sehr bedeutsam, obwohl es nur ein Symbol ist. Es ist interessant, daß damit zum Beispiel Lotze gar nichts anfangen kann. Daß man dieses Symbol nicht wörtlich nehmen kann, ist selbstverständlich, sagt Lotze, denn es kann nicht der eine Gott der Sohn des anderen Gottes sein, meint er. Nun, es ist aber doch etwas sehr Bezeichnendes in diesem Symbolum. Zwischen dem Vater und dem Sohn ist so etwas wie das Verhältnis von Ursache und Wirkung. Denn in gewisser Weise kann man im Vater die Ursache des Sohnes suchen. Der Sohn wäre nicht da, wenn der Vater nicht da wäre. Aber ein Eigentümliches muß man beachten: daß nämlich derjenige Mensch, der einen Sohn eventuell haben kann, durchaus auch die Möglichkeit hat, keinen zu haben, er kann sohnlos sein. Er würde dann derselbe Mensch sein. Die Ursache ist der Mensch A, die Wirkung ist der Mensch B, der Sohn. Aber die Wirkung braucht nicht einzutreten, die Wirkung ist eine freie Tat, die Wirkung folgt aus der Ursache als eine freie Tat. Deshalb muß man, wenn man eine Ursache studiert und sie mit ihrer Wirkung im Zusammenhang faßt, nicht bloß fragen nach dem Wesen der Ursache, denn damit hat man noch gar nichts getan, sondern danach muß man fragen, ob die Ursache auch wirklich verursacht, und darauf kommt es an. Nun hat alle Philosophie das Eigentümliche, daß sie am Gedankenfaden fortgeht, ein Glied aus dem anderen entwickelt, also gleichsam in dem Vorderen schon das Nachfolgende sucht. So haben sie recht als Philosophien. Aber man kommt dabei niemals auf dasjenige Verhältnis, welches sich ergibt, wenn man berücksichtigt, daß die Ursache gar nicht zu verursachen braucht. Die Ursache kann ihrem Wesen nach, in ihrem Wesen dasselbe sein, ob sie als Ursache etwas verursacht oder nicht. Das ändert nichts in dem Wesen der Ursache. Und dieses Bedeutungsvolle ist uns hingestellt in dem Symbolum von Gottvater und Gottsohn: daß der Christus hinzukommt als eine freie Schöpfung zu dem Vatergott, als eine Schöpfung, die nicht unmittelbar aus ihm folgt, sondern die sich als freie Tat neben die vorhergehende Schöpfung hinstellt; die auch die Möglichkeit hätte, nicht zu sein; die der Welt also nicht deshalb gegeben ist, weil der Vater den Sohn der Welt geben mußte, sondern der Sohn ist der Welt gegeben als eine freie Tat, durch Gnade, durch Freiheit, durch Liebe, die sich frei gibt in ihrer Schöpfung. Deshalb kann man niemals durch dieselbe Art von Wahrheit, durch die man zu dem Vatergott kommt wie die Philosophen, auch zum Sohnesgott, zu dem Christus kommen. Um zum Christus zu kommen, ist notwendig, daß man zu der philosophischen Wahrheit die Glaubenswahrbeit hinzufügt, oder — weil die Zeit des Glaubens immer mehr und mehr abnimmt — die andere Wahrheit hinzunimmt, die durch hellseherische Forschung kommt, die sich als eine freie Tat ebenfalls erst in der menschlichen Seele entwickeln muß.
[ 22 ] That is a statement which I suggest you should weigh well and consider; if rightly understood it leads us far into the most important probings and strivings of the human soul. It is connected with something which is expressed in the Christian religion in a very beautiful, symbolic and pictorial manner; namely, that the relation of this other God, Christ, to the Father-God is understood as the relation of the Son to the Father. That is a very significant fact, although it is only a symbol. It is interesting to notice that Lotze, for example, cannot make anything out of it. ‘One cannot take this symbol literally, that is obvious,’ says Lotze. He means that one God cannot be the son of another. But there is something very striking in this symbol. Between father and son the relationship is something like that between cause and effect; for in a certain way one may see the father is the cause of the son. The son would not exist if the father were not there—like cause and effect. But we must take into account one peculiar thing, namely, that a man who eventually may have a son, may also have the possibility of not having a son, he may be childless. He would still be the same man. The cause is the man A, the effect is the man B, the son; but the effect need not come about, the effect is a free act, and follows as a free act from the cause. For this reason, when we study a cause considering it in connection with its effect, we must not merely inquire into the nature of the cause, for by this we have done nothing at all; but we must inquire whether the cause also really causes; that is the important question. Now a characteristic of all philosophy is that it follows a line of thought, it develops one thought out of another; it seeks for what follows in that which has gone before. Philosophers are justified in doing this; but in this way we never arrive at the connection which comes about when we call to mind the fact that the cause need not cause at all. The cause remains the same in its own nature whether it causes or not. That changes nothing in the nature of the cause. And this important fact is presented to us in the symbol of God the Father and God the Son: this important fact, that the Christ is added to the Father-God, as a free creation, as a creation which does not follow in due course, but which emerges as a free act alongside the previous creation and which also had the possibility not to be; the Christ is therefore not given to the world because the Father had to give the Son to the world, but the Son is given to the world as a free act, through grace, through freedom, through love, which when it creates, gives freely. For this reason we can never arrive at God the Son, the Christ, through the same kind of truth by which the philosophers arrive at God the Father. In order to arrive at Christ it is necessary to add the truth of faith to the philosophical truth, or—as the age of faith is declining more and more—to add the other truth which is obtained through clairvoyant investigation, which likewise only develops in the human soul as a free act.
[ 23 ] Daher muß man sagen: So wie man aus der Anordnung der Naturvorgänge beweist, daß es einen Gott überhaupt gibt, so kann man niemals äußerlich an der Kette von Ursachen und Wirkungen beweisen, daß es einen Christus gibt. Der Christus ist dagewesen und kann an den Menschenseelen vorbeigehen, wenn sie nicht aus sich selber heraus die Kraft empfinden, zu sagen: Ja, das ist der Christus. Es gehört ein aktives Sich-Aufraffen zum Wahrheitsimpuls dazu, um in dem, der da war als der Christus, den Christus zu erkennen. Zu den anderen Wahrheiten, die im Bereich des Vatergottes liegen, können wir gezwungen werden, wenn wir uns überhaupt nur in das Denken begeben und es konsequent anwenden, denn Materialist sein und zu gleicher Zeit Gott leugnen, heißt unlogisch sein. Religionsphilosophie im Sinne Lotzes, und wie überhaupt Religionsphilosophie sein kann, entsteht so, daß wir durch das Denken zu diesem Göttlichen der Religionsphilosophie gezwungen werden können. Niemals aber können wir in der gleichen Art durch bloße Philosophie dahin gebracht werden, den Christus anzuerkennen. Das muß unsere freie Tat sein. Da ist dann nur zweierlei möglich: entweder man zieht die letzte Konsequenz des Glaubens, oder man macht den Anfang mit der Erforschung der geistigen Welt mit Geisteswissenschaft. Die letzte Konsequenz des Glaubens zieht man, wenn man sagt, wie der russische Philosoph Solowjew: Ja, in bezug auf all die philosophischen Wahrheiten, die der Mensch über die Welt gewinnt, so daß er sich durch seine Logik zwingen läßt, steht der Mensch in keiner freien Wahrheit. Das ist eben gerade die höhere Wahrheit, die uns nicht zwingt, die unsere freie Tat ist: die höchste Glaubenswahrheit. Darin vollendet sich die höchste Würde für Solowjew, daß er sagt: Die höhere Wahrheit, die den Christus anerkennt, das ist die Wahrheit, die als freie Tat schafft, die sich nicht zwingen läßt. — Für den Geistesforscher und für den, der die Geisteswissenschaft versteht, entsteht wiederum das Wissen. Aber das ist ein aktives Wissen, das sich vom Denken zur Imagination, Inspiration, Intuition erhebt, das innerlich schöpferisch wird, das im Schaffen sich einlebt in die geistigen Welten und dadurch dem, was wir entwickeln müssen, ähnlich wird, sei es, daß wir durch Initiation oder durch den Tod in die geistige Welt hineinkommen.
[ 23 ] Thus from the ordered processes of nature it may be demonstrated that there is a God; but it can never be proved by external means from the chain of causes and effects that there is a Christ. Christ exists and can pass by human souls if they do not feel in themselves the power to say: That is Christ! An active up-rousing of the impulse for truth is required in order to recognise Christ in that which is there as Christ. We can arrive at the other truths which lie in the realm of the Father-God, if we merely devote ourselves to thought and follow it consecutively; for to be a materialist means at the same time to be illogical. Religious philosophy according to Lotze, and religious philosophy in general, has its origin in the fact that through thought we can rise to this Divinity of religious philosophy. But never can we be led to recognise Christ merely through philosophy; this must be our own free act. In this case only two things are possible; we either follow faith to its ultimate conclusions, or we make a beginning with the investigation of the spiritual world, Spiritual Science. We follow faith to its ultimate conclusion when we say with the Russian philosopher Solovioff: ‘With regard to all the philosophical truths man gains about the world, to which his logic forces him, he does not stand related as to a free truth. The higher truth is that to which we are not forced, which is our free act, the highest truth won by faith.’ Solovioff reaches his highest point when he says: ‘The higher truth, that which recognises Christ, is the truth which works as a free act, which is not forced.’ To the spiritual investigator and to those who understand Spiritual Science, knowledge comes; but this is an active knowledge which rises from thought to Meditation, Inspiration and Intuition, which becomes inwardly creative, which, when creative, participates in spiritual worlds and thereby becomes similar to what we have to develop when we enter into the spiritual world, whether we do so through initiation or through death.
[ 24 ] Die Weisheit, die sich uns auf Erden aufzwingt, die haben wir in der geistigen Welt in Hülle und Fülle, wie wir hier auf dem physischen Plane die Naturerscheinungen haben. Das, worauf es in der geistigen Welt ankommt, ist, daß wir den Impuls, die Kraft haben, aus dieser Weisheit heraus etwas zu machen, durch sie Realität zu schaffen. Freies Schaffen aus der Weisheit heraus, geistiges Wirken als 'Tat, das ist es, was in uns als Impuls leben muß. Das können wir nur haben, wenn wir das richtige Verhältnis zu dem Christus finden. Der Christus ist diejenige Wesenheit, die sich nicht durch die äußere Logik des Verstandes, der an das Gehirn gebunden ist, beweisen läßt, die sich aber erweist, die sich realisiert in uns, indem wir uns geistiges Wissen erwerben. So wie als freie Tat Geisteswissenschaft sich hinzugesellt zu der anderen Wissenschaft, so kommt hinzu das Wissen um den Christus, sobald wir uns derjenigen Welt nähern, in die wir durch die Geistesforschung hineinkommen, oder die wir betreten, indem wir durch die Pforte des Todes gehen. Im Augenblicke, wo wir im gegenwärtigen Zeitenzyklus in einer segensvollen Weise in die geistige Welt hineinkommen wollen, das heißt, wo wir der physischen Welt absterben wollen, brauchen wir ein solches Verhältnis zur Welt, wie wir es gewinnen, wenn wir uns in der richtigen Weise zum Christus verhalten. Einen Gott, der sozusagen ist wie der Vatergott der christlichen Religion, ihn können wir gewinnen durch die Betrachtung der Natur, ihn können wir gewinnen durch die Betrachtung, die sich uns ergibt, indem wir im physischen Leibe leben. Den Christus recht zu verstehen ohne die Tradition, ohne die Überlieferung, rein aus der Erkenntnis selber heraus, ist nur möglich durch die Geisteswissenschaft. Sie führt in die Gebiete hinein, die der Mensch durch das Sterben betritt, sei es jenes Sterben, das ein symbolisches Sterben ist, das Herausgehen aus dem physischen Leibe, um in der Seele sich außerhalb des Leibes zu wissen, sei es das andere Sterben, durch die Pforte des 'Todes hindurch. Richtig statten wir uns aus mit den Impulsen, die wir brauchen, indem wir durch die Pforte des 'Todes gehen, wenn wir das rechte Verhältnis zum Christus finden. In dem Augenblick, wo es ans Verlassen des physischen Leibes geht, sei es, indem wir in die geisteswissenschaftliche Entwickelung eintreten, sei es, daß wir wirklich durch die Pforte des Todes gehen, in dem Augenblick, wo es ans Sterben, ans Verlassen des physischen Leibes geht, kommt es darauf an, daß wir im gegenwärtigen Zeitenzyklus in der rechten Art derjenigen Wesenheit gegenüberstehen, die in die Welt gekommen ist, damit wir das Verhältnis zu ihr finden. Den Vatergott können wir als Lebende finden. Den Christus finden wir, wenn wir das Hineingehen in den Geist, wenn wir das Sterben in der richtigen Weise verstehen. In Christus sterben wir.
[ 24 ] The wisdom which we acquire with such difficulty on earth, surrounds us in all its fullness and wealth in the spiritual world—just as nature surrounds us here on the physical plane. The important thing in the spiritual world is that we should have the impulse, the power, to make something out of this wisdom, to produce from it reality. To create freely through wisdom, to bring about something spiritual as fact, must become a living impulse in us. This impulse can only be ours if we find the right relationship to Christ. Christ is not a Being who can be proved by external brain-bound logic, but who proves Himself, who realises Himself in us as we acquire spiritual knowledge. Just as Spiritual Science joins up with other science as a free act, so knowledge about Christ is added to us as soon as we approach the world into which we enter through spiritual investigation, or through death. If in our present age we seek to enter the spiritual world aright, that is to say, if we wish to die to the physical world, our attitude to the world must be that attitude which is only gained when we relate ourselves to Christ in the right way. Through the observation of nature we can attain to a God who is like ‘God the Father’ of the Christian religion, Him we find through the observation of what is around us when we live in the physical body; but to understand Christ aright, apart from tradition and revelation, from pure knowledge alone, is only possible through Spiritual Science. It leads into the realm which man enters by dying—whether it be that dying which is a symbolical dying, the going forth from the physical body in order to know oneself in the soul outside the body, or the other dying, the passing through the portal of death. We provide ourselves with the right impulses to pass through the portal of death, when we find the true relationship to Christ. The moment when death takes place, whether it comes about through Spiritual Science or whether we actually go through the portal of death, the moment it comes to dying, to leaving the physical body, the important thing in the present cycle of time is that we should confront in the right way the Being Who has come into the world, in order that we may find connection with Him. God the Father we can find during life; we find the Christ when we understand the entering into the Spirit, when we understand dying in the right way.
[ 25 ] In Christo morimur.
[ 25 ] In Christo Morimur
