Human Destinies and the Destinies of Nations
GA 157
2 March 1915, Berlin
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The Destiny of Individuals and of Nations, tr. Meuss
Achter Vortrag
8. Three Decisions on the Path Imaginative Perception
[ 1 ] Meine lieben Freunde, wir gedenken wiederum zuerst derjenigen, die draußen auf den großen Feldern der Ereignisse der Gegenwart stehen:
[ 1 ] Dear friends, once again let us first of all remember those are out there at the front, in the great arena of present-day events:
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
Spirits of your souls, guardian guides,
On your wings let there be borne
The prayer of love from our souls
To those whom you guard here on earth.
Thus, united with your might,
A ray of help our prayer shall be
For the souls it seeks out there in love.
[ 2 ] Und für diejenigen, die infolge dieser Ereignisse schon durch die Pforte des Todes gegangen sind:
[ 2 ] And for those who because of those events have already gone through the gate of death:
Geister eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen,
Daß, mit eurer Macht geeint,
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
Spirits of your souls, guardian guides,
On your wings let there be borne
The prayer of love from our souls
To those whom you guard here on earth.
Thus, united with your might,
A ray of help our prayer shall be
For the souls it seeks out there in love.
[ 3 ] Der Geist, den wir durch unsere erstrebte Geist-Erkenntnis suchen, der Geist, der zu der Erde Heil, zu der Menschheit Freiheit und Fortschritt durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, der sei mit euch und euren schweren Pflichten!
[ 3 ] May the spirit we are seeking as we work towards spiritual knowledge, the spirit who has gone through the Mystery of Golgotha for the good of the earth, for the freedom and progress of man, be with you and the hard duties you have to perform!
[ 4 ] Wir haben vor acht Tagen hier im einzelnen betrachtet uns nahestehende Seelen, die, wenn sie jetzt aufgefunden werden sollen, in geistigen Welten aufgesucht werden müssen. Und wir haben so hingeschaut zu diesen uns nahestehenden Seelen, daß wir gerade von ihnen uns haben das oder jenes sagen lassen, was uns Licht verschaffen kann über den Aufenthalt von Wesen in der geistigen Welt. Heute möchte ich die Betrachtung mehr auf den Weg lenken, den die Menschenseele nehmen kann, wenn sie hier im Leibe weilt, in die geistigen Welten hinein, um eben diejenigen geistigen Gefilde zu finden, von denen wir das letzte Mal als dem Aufenthalt der sogenannten verstorbenen Seelen gesprochen haben. Es muß ja immer wieder und wiederum betont werden, daß derjenige Weg in die geistigen Welten hinein, welcher nach der ganzen Entwickelung der Menschheit der Seele der Gegenwart ziemt, ein Weg ist, der durch mannigfaltige Vorbereitungen geht, die zum Teil eben schwierig sind, aber überwunden werden müssen. Und ich möchte heute von einem Gesichtspunkt, den man nennen kann den Gesichtspunkt der imaginativen Erkenntnis, auf einiges im Erkenntniswege hindeuten.
[ 4 ] Last week we gave some detailed consideration to souls who, if we want to look for them now, have to be looked for in the spiritual worlds. And we considered souls who are close to us, letting them tell us one thing or another that can illumine for us the time a soul entity spends in the spiritual world. Today I want to consider more the path the human soul may take to enter into the spiritual worlds While dwelling in a body here on earth, there to find the spiritual realms we spoke of last week, where what are called ‘dead’ souls may be found. It has to be stressed over and over again that the path into the spiritual worlds appropriate to the soul of modern man in the light of the whole evolution of mankind is a path with many preparatory stages, some of them difficult indeed, stages that have to be won through. Today I intend to speak of some aspects of the path to insight and I shall do so from a point of view that may be called imaginative perception.
[ 5 ] Das ist Ihnen ja ganz geläufig, meine lieben Freunde, daß die Menschenseele wirklich in der geistigen Welt nur Erfahrungen, Beobachtungen machen kann, wenn sie sich nicht bedient des Instrumentes des Leibes. Alles dasjenige, was wir durch das Instrument des Leibes gewinnen können, alles das kann uns ja nur Erfahrungen, Erlebnisse geben, die in der physischen Welt vorhanden sind. Wollen wir Erlebnisse der geistigen Welten haben, so müssen wir die Möglichkeit finden, sie mit unserer Seele außerhalb unseres physischen Leibes zu machen. Nun steht wirklich dem Menschen der Gegenwart diese Möglichkeit offen, wenn sie auch schwierig ist, außerhalb seines Leibes die Beobachtungen der geistigen Welt zu machen. Außerdem ist es immer möglich, daß solche Beobachtungen der geistigen Welt, wenn sie gemacht werden, wenn sie einmal da sind, von dem anderen, der sie nicht machen kann, nach der wirklich gesunden Vernunft beurteilt werden können, nicht nur der Vernunft, die man eine gesunde nennt, sondern nach der wirklich gesunden Vernunft. Aber es soll heute gesprochen werden von dem Wege selbst, von der Art, wie die Menschenseele, man kann auf der einen Seite sagen, herauskommt aus dem physischen Leibe, und auf der anderen Seite, wie sie hineinkommt in die geistige Welt. Und da ich, wie gesagt — heute vor acht Tagen haben wir es von einem anderen Gesichtspunkte aus betrachtet —, diesen Weg heute vom imaginativen Erkenntnisstandpunkt aus betrachten will, so wird manches bildlich zu erörtern sein, was dann Ihrer Meditation überlassen bleibt, weiter zu verfolgen. Wenn Sie das tun, dann werden Sie sehen, daß dieser Erkenntnisweg ganz besonders von Bedeutung ist.
[ 5 ] Dear friends, you know very well already that in the spiritual world the human soul is really and truly able to learn and observe only in a Way that does not make use of the body as an instrument. Everything We are able to gain by using the body as our instrument can only provide knowledge and experience relating to the physical world. To experience the spiritual worlds we must find a way of doing so outside the physical body. That way is indeed open to modern man, though it is not easy to achieve observation of the spiritual world by going outside the body. Another point is that anyone not able to make such observations himself will be able to evaluate observations achieved in the spiritual world, once they have been achieved, on the basis of a genuinely sound common sense, that is not just the common sense generally called sound, but a genuinely sound common sense. Today, however, our subject will be the path as such, the way the human soul on the one hand comes out of the physical body, as we might put it, and on the other enters into the spiritual world. As I said, I want to use the approach of imaginative perception today. Last week we took another approach. Many things will have to be presented in the form of images and it will be up to you to pursue these further In meditation. In doing so you will find that this path is one of very special significance.
[ 6 ] Durch drei Tore kann man gewissermaßen in die geistige Welt eintreten. Das erste kann man nennen das Tor des Todes, das zweite Tor kann man nennen das Tor der Elemente und das dritte kann man nennen das Tor der Sonne. Derjenige, der den vollen Erkenntnisweg gehen will, der muß durch alle drei Tore den Erkenntnisweg nehmen.
[ 6 ] It is possible to enter into the spiritual world through three doors, as it were. The first may be called the Door of Death, the second the Door of the Elements and the third the Door of the Sun. Anyone Wishing to follow the path to knowledge in its entirety will have to take the road to knowledge through all three doors.
[ 7 ] Das Tor des Todes ist seit uralten Zeiten immer wiederum da, wo man von Mysterienwahrheiten gesprochen hat, wirklich besprochen worden. Dieses Tor des Todes kann nicht erreicht werden, wenn wir es nicht zu erreichen suchen durch dasjenige, was uns ja hinlänglich bekannt ist unter dem Namen Meditation, das heißt Hingabe an irgendwelche, gerade für unsere Individualität geeignete Gedanken oder Empfindungen, die wir so in den Mittelpunkt unseres Bewußstseins hineinstellen, daß wir uns ganz mit ihnen identifizieren. Natürlich erlahmt sehr leicht gerade auf diesem Wege die menschliche Anstrengung, weil es ja wirklich Unbequemlichkeit und Überwindung von inneren Hemmnissen gibt und geben muß, wenn man immer wiederum die stillen intimen Anstrengungen zu machen hat, sich den gegebenen Gedankenmassen, den gegebenen Empfindungen so hinzugeben, daß man die ganze Welt vergißt und nur in diesen Gedanken, in diesen Empfindungen lebt. Aber man wird eben, wenn man das immer wiederum zustandebringt, in die Lage kommen, in dem Gedanken, den man in den Mittelpunkt des Bewußstseins rückt, nach und nach etwas wahrzunehmen wie eine Art selbständigen Lebens dieses Gedankens. Man wird das Gefühl bekommen: bisher hast du diesen Gedanken immer nur gedacht; du hast den Gedanken in den Mittelpunkt des Bewußtseins gestellt; jetzt fängt er aber an, ein eigenes Leben, eine eigene innere Regsamkeit zu entwickeln. Es ist, wie wenn man in die Lage käme, ein Wesen wirklich in sich hervorzubringen. Der Gedanke fängt an, ein innerliches Gebilde zu werden. Das ist der wichtige Moment, wenn man merkt, daß dieser Gedanke, diese Empfindung ein Eigenleben hat, so daß man sich gleichsam wie die Hülle dieses Gedankens, dieser Empfindung fühlt. So daß man sich sagen kann: deine Anstrengungen haben dich dazu gebracht, einen Schauplatz abzugeben, auf dem sich etwas entwickelt, was jetzt durch dich zu einem eigenen Leben kommt.
[ 7 ] The Door of Death has always been very fully considered wherever the mysteries were taught. This Door of Death cannot be reached unless we seek to reach it through meditation, a term by now thoroughly familiar, which means by giving ourselves up to certain thoughts or feelings that are exactly the right ones at the time for our individual personality. We make them the absolute centre of our conscious minds, identifying with them completely. It is very easy for human effort to flag when this path is taken, for lack of ease and the overcoming of obstacles are part of this and are essential. So it will be necessary again and again to make those quiet, deeply personal efforts, endeavouring to give ourselves up to those thought contents, those feelings, in such a way that we forget the whole world and live only in those thoughts, those feelings. When we learn to achieve this over and over again we shall finally be in a position where we perceive something that is like a kind of independent life within the thought on which our conscious mind is focused. We shall get the feeling that until then we had merely been thinking that thought, making it the focus of our conscious mind; now, however, this thought will be felt to be developing a life of its own, an inner activity of its own. It is as though we found ourselves in a position where we are truly able to produce a distinct entity within us. The thought begins to take shape as an inner structure. That is an important moment, for we realize that this thought, this feeling, has a life of its own and we feel ourselves to be the enveloping form holding this thought, this feeling. We are then able to say to ourselves that our efforts have made us the arena where something has been able to develop that is now achieving a life of its own through us.
[ 8 ] Dieses eigene Erwachen, dieses sich Beleben des meditativen Gedankens, das ist ein bedeutungsvoller Moment im Leben des Meditanten. Dann merkt er, daß er von der Objektivität des Geistigen ergriffen ist, daß sich gewissermaßen die geistige Welt um ihn kümmert, daß sie an ihn herangetreten ist. Natürlich ist es nicht so einfach, bis zu diesem Erleben zu kommen, denn man muß, bevor man zu diesem Erleben kommt, mancherlei Empfindungen durchmachen, die der Mensch aus einem natürlichen Gefühl heraus nicht ganz gerne durchmacht. Ein gewisses Gefühl der Vereinsamung zum Beispiel, ein Gefühl der Einsamkeit, ein Gefühl der Verlassenheit muß man durchmachen. Man kann nicht die geistige Welt ergreifen, ohne sich vorher gewissermaßen von der physischen Welt verlassen zu fühlen, zu fühlen, daß diese physische Welt manches tut, was uns wie zermürbt, wie zermalmt. Aber durch solches Gefühl der Vereinsamung hindurch müssen wir dahin kommen, erst ertragen zu können diese innere Lebendigkeit, zu der der Gedanke erwacht, ich möchte sagen, sich gebiert. Vieles, vieles widerstrebt nun dem Menschen; im Menschen selbst widerstrebt vieles dem Menschen, was zur richtigen Empfindung führen kann von diesem innerlichen Beleben des Gedankens. Namentlich ist es ein Gefühl, ‘zu dem wir kommen, ein inneres Erlebnis, zu dem wir kommen und das wir eigentlich nicht haben wollen. Aber wir gestehen uns zugleich nicht, daß wir es nicht haben wollen, sondern wir sagen: Ach, das kannst du doch nicht erreichen! — Dabei schläfst du ein. Dabei verläßt dich dein Denken, die innere Spannkraft will nicht mitgehen. Kurz, man wählt unwillkürlich allerlei Ausreden, denn das, was man erleben muß, das ist, daß der Gedanke, indem er sich so belebt, eigentlich wirklich wesenhaft wird. Er wird wesenhaft, er bildet sich zu einer Art von Wesen aus. Und man hat dann die Schauung — nicht bloß das Gefühl —: der Gedanke ist zuerst wie, man möchte sagen, ein kleiner Keim, rundlich, und wächst sich dann aus zu einem bestimmt gestalteten Wesen, das von außen in unser Haupt hinein sich fortsetzt, so daß der Gedanke einem diese Aufgabe stellt: du hast dich mit ihm identifiziert, nun bist du in dem Gedanken drinnen, und nun wächst du mit dem Gedanken in dein eigenes Haupt hinein; aber du bist im wesentlichen noch draußen. Der Gedanke nimmt die Form an wie ein geflügelter Menschenkopf, der ins Unbestimmte ausläuft und sich dann hineinerstreckt in den eigenen Leib durch das Haupt. Der Gedanke wächst sich also aus wie zu einem geflügelten Engelskopf. Dies muß man tatsächlich erreichen. Es ist schwierig, dieses Erlebnis zu haben, deshalb will man wirklich glauben, in diesem Moment, wo der Gedanke sich also auswächst, alle Möglichkeit des Denkens zu verlieren. Man glaubt, man werde sich selbst genommen in diesem Augenblick. Das aber fühlt man wie einen zurückgelassenen Automaten, was man als seinen Leib bisher gekannt hat und wo hinein der Gedanke sich erstreckt.
[ 8 ] It is an important moment in the life of a person practising meditation when he awakens to himself and the thought held in meditation comes to life. He will then realize that spiritual objectivity has come to him, that the spiritual world is paying attention to him, that it has drawn close. Of course, it is not easy to reach this level of experience, for before it is reached we have to live through feelings and sensations for which the human being has a natural aversion. A certain feeling of isolation has to be experienced for example; a feeling of loneliness, an experience of being abandoned by the physical world as it were, the feeling that this physical world does many things that wear us down, threatening to crush us. It is through this feeling of isolation that we finally reach the point where we are able to bear the strong inner life to which our thought awakens, into which it is born, as I should like to put it. There is much indeed that goes against the grain. There is much in man that goes against him and this can lead to a real experience of thought coming to life within him. There is One particular feeling that comes up, an inner experience that comes up, which is one we really do not want to have. At the same time we will not admit to ourselves that we do not want to have it, saying instead: ‘Oh, I'll never do it! I'll go to sleep in the process. My ability to think will go, for this goes beyond my inner strength.’ In short, We will automatically come up with all kinds of excuses, for the experience to be gone through is that thought, in thus becoming enlivened, really becomes a distinct entity. It assumes reality, taking on a form of identity. Then the vision arises, and not merely the feeling, that the thought is like a small seed to begin with, a round seed one might say, and that it then grows and develops into something that has definite form, extending into the head from outside. Then a challenge is presented: ‘You have identified with the thought and now you are inside the thought and growing into your own head with the thought. Essentially, however, you are still outside.’ The thought assumes the form of a winged human head that continues into indefiniteness and then extends into one's own body through the head. The thought thus develops into something like a winged angel's head. That is what we must actually achieve. It is difficult to have this experience, and you will really believe you are losing all ability to think at the moment when the thought grows to assume that form. One feels one will be taken from oneself at that moment. And what so far has been the body we have known, into which the thought is now reaching, will feel like an automaton that has been left behind.
[ 9 ] Außerdem sind in der objektiven geistigen Welt allerlei Hindernisse vorhanden, uns dieses sichtbar zu machen. Dieser geflügelte Engelskopf wird wirklich innerlich sichtbar, aber es sind alle möglichen Hindernisse da, uns das sichtbar zu machen. Und vor allen Dingen ist der Punkt, den man da erreicht hat, die wirkliche Schwelle der geistigen Welt. Und wenn es einem gelingt, also zu sich zu stehen, wie ich es geschildert habe, dann ist man an der Schwelle der geistigen Welt, wirklich an der Schwelle der geistigen Welt. Aber da steht, zunächst ganz unsichtbar für den Menschen, diejenige Gewalt, die wir immer Ahriman genannt haben. Man sieht ihn nicht. Und daß man das, was ich jetzt auseinandergesetzt habe als das ausgewachsene Gedankenwesen, nicht sieht, das bewirkt Ahriman. Er will nicht, daß man das steht. Er will das verhindern. Und weil es ja vorzugsweise der Weg der Meditation ist, auf dem man bis zu dem Punkte kommt, so wird es immer dem Ahriman leicht, einem gewissermaßen das, wozu man kommen soll, auszulöschen, wenn man hängt an den Vorurteilen der physischen Welt. Und wirklich, man muß sagen: der Mensch glaubt gar nicht, wie sehr er eigentlich an diesem Vorurteil der physischen Welt hängt; wie er sich gar nicht vorstellen kann, daß es eine Welt gibt, die andere Gesetze hat als die physische Welt. Ich kann nicht alle Vorurteile, die man mitbringt an die Schwelle der geistigen Welt, heute erörtern, aber ein hauptsächlichstes will ich doch erörtern, ein etwas intimeres Vorurteil.
[ 9 ] There are also a great many obstacles in the objective spiritual world to prevent this becoming visible to us. The winged angel's head truly becomes an inner vision but there are all kinds of obstacles against it becoming visible. Above all, the point reached is the actual threshold of the spiritual world. If we succeed in standing firm within ourselves the way I have described, we are then on the threshold of the spiritual world, truly on the threshold of the spiritual world. There, however, stands the potentate we have always been calling Ahriman, though at first he will be quite invisible to man. We do not see him. And it is Ahriman who makes sure we do not see the thought entity taking the form I have described to you. He does not want us to see it. He wants to prevent that. The best way of reaching that point is by the path of meditation, of course, and this always makes it easy for Ahriman to bring to nought, as it were, what we want to achieve, so long as we cling to the prejudices of the physical world. And I really has to be said that people have no idea how much they cling to prejudice with regard to the physical world. They cannot imagine that there is another world with different laws from those of the physical world. It is not possible for me today to discuss all the prejudices we carry with us when we come to the threshold of the spiritual world, but let me present one very major prejudice, one of a fairly subtle nature.
[ 10 ] Sehen Sie, die Menschen reden, wenn sie von der physischen Welt reden, von monistischer Weltanschauung, von Einheit, und sagen sich sehr häufig: Ich kann die Welt nur dann begreifen, wenn mir die ganze Welt als eine Einheit erscheint. Wir haben da zuweilen gerade mit Bezug auf solche Dinge recht sonderbare Erfahrungen durchmachen müssen. Als wir hier in Berlin unsere geisteswissenschaftliche Bewegung begonnen haben mit wenigen Mitgliedern vor jetzt doch schon recht vielen Jahren, da haben sich manche Menschen hereingefunden, die dann doch nach ihrem ganzen Wesen sich nicht als zugehörig fühlen konnten. So zum Beispiel fand sich eine Dame, die nach einigen Monaten zu uns kam und sagte: Das alles tauge eigentlich für sie nicht, was die Geisteswissenschaft vorzubringen in der Lage sei, denn da müsse man zuviel denken, und das Denken, das lösche bei ihr alles aus, was ihr gerade wertvoll sei; sie komme immer in eine Art von Einschlafen beim Denken. Und außerdem meine sie, daß es ja nur ein Wertvolles gebe — das sei die Einheit! Nun erwies es sich, daß die Einheit der Welt, die der Monist auch sucht auf den mannigfaltigsten Gebieten — nicht bloß der materialistische Monist —, bei ihr wie zu einer fixen Idee geworden war: Einheit, Einheit, Einheit! Sie wollte durchaus die Einheit suchen. — Nun haben wir einen deutschen Philosophen, Leibniz, in der deutschen Geistesentwickelung, einen entschieden monadologischen Philosophen, der nicht die Einheit gesucht hat, sondern die vielen Monaden, die für ihn seelische Wesen waren —, der also das klar wußte: sobald man in die geistige Welt kommt, da kann es sich nicht um eine Einheit handeln, sondern nur um eine Vielheit. So gibt es Monisten und Pluralisten. Das sieht man als Weltanschauungen an. Die Monisten bekämpfen die Pluralisten, die von der Vielheit sprechen; sie sprechen nur von der Einheit.
[ 10 ] You see, speaking of the physical world people speak of monist philosophy, of there being only one ultimate substance or principle, frequently saying to themselves: ‘I can only understand the world if I see the whole of it as a unity.’ We have had some strange experiences particularly in this respect. When we started our spiritual movement here in Berlin with just a few members—that is quite a few years ago now—people found their way to us who then discovered that after all they could not feel they belonged to us in every fibre of their being. There was a lady, for instance, who after a few months came and told us that what spiritual science had to offer was not really the right thing for her, for it meant one had to do a great deal of thinking and thinking wiped out exactly the things that were important to her. She said she always sort of went to sleep when thinking. She also felt that really there was only thing that counted, and that was unity! It became evident that in her case the unity of the world which monists look for in all kinds of spheres—and not only the materialists among monists—had become a fixed idea: Unity, unity, unity! She wanted to look only for unity. In the intellectual life of Germany, one particular philosopher, Leibniz, was very much a monadologist. He sought not unity, but the many monads45According to Leibniz, monads are the ultimate substantial constituents of the world and these must be unextended and therefore mental or spiritual by nature. God and human souls are considered monads in this philosophy. (Translator). which for him were ensouled entities. He therefore knew quite clearly that as soon as one enters into the spiritual world it can be a matter only of plurality, not of unity. And so there are monists and pluralists. These views are considered philosophies. The monists fight the pluralists who are speaking in terms of plurality; they themselves only speak of unity.
[ 11 ] Ja, sehen Sie, die Sache ist aber diese, daß Einheit und Vielheit überhaupt Begriffe sind, die nur für die physische Welt Geltung haben. Und nun glaubt man, in der geistigen Welt müßten diese Begriffe auch gelten. Da gelten sie aber nicht. Da muß man sich darauf gefaßt machen, daß man zwar eine Einheit erblickt, aber daß man diese Einheit im nächsten Augenblick überwinden muß, und daß sie sich als Vielheit zeigt. Sie ist zugleich eine Einheit und eine Vielheit. Man kann auch nicht in die geistige Welt das gewöhnliche Rechnen, die physische Mathematik hineintragen. Das gehört zu den stärksten, aber auch intimsten ahrimanischen Vorurteilen, daß man die Begriffe, die man sich angeeignet hat in der physischen Welt, so wie sie sind, in die geistige Welt hineintragen will. Aber man muß wirklich ohne Sack und Pack, ohne beschwert zu sein mit dem, was man in der physischen Welt gelernt hat, ankommen an ihrer Schwelle; bereit, es an ihrer Schwelle zurückzulassen. Alle Begriffe, gerade auch diejenigen Begriffe, um die man sich am meisten abgemüht hat, muß man zurücklassen und sich darauf gefaßt machen: da, in der geistigen Welt, da werden einem auch neue Begriffe gegeben, da wird einem ganz Neues gewährt. Dieses Hängen an dem, was die physische Welt gibt, ist ungeheuer stark beim Menschen. Er will dasjenige, was er in der physischen Welt erobert hat, hineintragen in die geistige Welt. Aber er muß die Möglichkeit haben, vor einer vollständigen Tabula rasa zu stehen, vor einer vollständigen Leerheit zu stehen, und nur den Gedanken, der anfängt sich zu beleben, seinen Führer sein lassen. Man hat diesen Eingang in die geistige Welt die Pforte des Todes genannt aus dem Grunde, weil es eigentlich wirklich ein stärkerer Tod noch ist als der physische Tod. Im physischen Tode sind die Menschen überzeugt davon, daß sie ihren physischen Leib ablegen; aber wir müssen uns entschließen bei dem Eintritt in die geistige Welt, auch wirklich unsere Begriffe, unsere Vorstellungen und Ideen abzulegen und unser Wesen neu aufbauen zu lassen.
[ 11 ] For you see, it is like this: Unity and plurality are concepts that only apply to the physical world. And now people are thinking these things must also apply to the spiritual world. But there they do not apply. There we have to be prepared to see a unity at one moment and then having to overcome this unity the next moment, and that it will show itself to to be a plurality. It is unity and plurality at one and the same time. Nor is it possible to transfer ordinary arithmetic, physical mathematics, to the spiritual world. It is one of the most powerful, and at the same time also most profound, Ahrimanic prejudices—wanting to apply concepts we have acquired in the physical world just as they are to the spiritual world. We really must arrive on its threshold without bag and baggage, unencumbered with all we have learned in the physical world. We have to be prepared to leave things behind on the threshold. All concepts and ideas, and, indeed, especially the concepts we have made great effort to achieve, have to be left behind. We have to be prepared to accept that in the spiritual world something quite new is given. Man has an enormous tendency to cling to what is given in the physical world. He wants to take his achievements from the physical world into the spiritual world. Yet it must be possible for him to face a clean slate, face utter emptiness, where his only guide will be the thought that is beginning to assume life. This entry into the spiritual world has been called the Door of Death because it is really much more of a death even than Physical death. In physical death people are convinced they put aside their physical body. On entry into the spiritual world we must resolve really to put aside our concepts and ideas and to allow our essential nature to be rebuilt.
[ 12 ] Nun treten wir hin vor dieses geflügelte Gedankenwesen, von dem ich gesprochen habe. Wir werden schon hintreten, wenn wir uns wirklich alle Mühe geben, in einem Gedanken zu leben. Und dann brauchen wir eben nur zu wissen, wenn der Augenblick, der eintritt, andere Anforderungen, als wir sie uns vorgestellt haben, an uns stellt, daß wir ihnen wirklich auch standhalten, daß wir nicht sozusagen zurückgehen. Dieses Zurückgehen geschieht meist unbewußt. Man erlahmt, aber das Erlahmen ist eben nur der Ausdruck, daß man nicht Sack und Pack ablegen will, weil gewissermaßen die ganze Seele mit dem, was sie sich angeeignet hat auf dem physischen Plane, absterben muß, damit sie in die geistige Welt eintreten kann. Deshalb muß man dieses Tor ganz sachgemäß das Tor des Todes nennen. Und dann schaut man gerade durch dieses geflügelte Gedankenwesen wie durch ein neues geistiges Auge, das man sich angeeignet hat; oder auch durch ein geistiges Ohr, denn man hört auch, man fühlt auch, man vernimmt gerade durch dieses dasjenige, was in der geistigen Welt vorhanden ist.
[ 12 ] Now we come to stand before the winged thought entity that I have spoken of. We shall come to stand before it if we really make every effort to live within a thought. All we need to know then is that when the moment that lies ahead makes-different demands on us from those we have envisaged we must truly stand fast, we must not turn back as it were. The turning back tends to be an unconscious reaction. We flag, but our flagging merely indicates that we are not willing to leave behind bag and baggage. We are not prepared to do this because it means that the soul has to die in a way, with all it has acquired on the physical plane, before it can enter into the spiritual world. This door therefore has to be called the Door of Death, such being its nature. Then we shall be able to use the winged thought as a spiritual eye we have acquired, or also a spiritual ear, for it is exactly through this thought entity that we hear, sense, perceive what is there in the spiritual world.
[ 13 ] Es ist eben möglich, meine lieben Freunde, zu sprechen von besonderen Erfahrungen, die man machen kann, damit man in die geistige Welt hineintritt. Daß man diese Erfahrungen machen könne, dazu ist eben wirklich nichts anderes notwendig als Ausharren im vorgezeichneten Meditieren. Namentlich ist es notwendig, sich klar zu werden, daß gewisse Empfindungen, die man heranbringt an die Schwelle der geistigen Welt, wirklich vorher abgelegt werden müssen. Empfindungen, die sich wirklich ergeben daraus, daß man diese geistige Welt gewöhnlich anders haben möchte, als sie einem entgegentritt.
[ 13 ] Dear friends, it is possible to speak of specific experiences we may gain that allow us the enter into the spiritual world. Nothing else is required if we wish to gain these experiences but to persist in meditation using the prescribed method. Above all, it must be clearly understood that certain feelings with which we approach the threshold of the spiritual world will have to be put aside beforehand. These feelings arise because we usually want the spiritual world to be different from the way it presents itself to us.
[ 14 ] Das ist also das erste Tor, das Tor des Todes.
[ 14 ] This, then, is the first door, the Door of Death.
[ 15 ] Das zweite Tor nun ist das Tor der Elemente. Dieses Tor der Elemente, das wird derjenige, der wirklich eifrig der Meditation sich ergibt, als zweites durchmachen. Aber man kann auch gewissermaßen durch seine Organisation begünstigt sein und sogar an das zweite Tor kommen, ohne durch das erste gegangen zu sein. Das ist nicht gut für ein wirkliches Erkennen, aber es kann sein, daß man dahin gelangt, ohne durch das erste Tor hindurchgegangen zu sein. Ein wirklich sachgemäßes Erkennen ergibt sich nur, wenn man durch das erste Tor gegangen ist und dann an das zweite Tor bewußt tritt. Dieses zweite Tor, das ergibt sich in der folgenden Weise. Sehen Sie, wenn man durch das Tor des Todes gegangen ist, so fühlt man sich zunächst in gewissen Zuständen, von denen man sehen kann: sie sind wirklich äußerlich, in ihrer Wirkung auf den Menschen, in der Art, wie der Mensch sie darlebt, dem Schlafe ähnlich, innerlich aber sind sie ganz verschieden. Äußerlich ist der Mensch wie schlafend während solcher Zustände. Gerade dann, wenn der Gedanke begonnen hat zu leben, wenn er anfängt, sich zu regen, sich zu vergrößern, dann ist der äußere Mensch wirklich wie im Schlafe dabei. Er braucht nicht zu liegen, er kann sitzen, aber er ist wie im Schlafe dabei. Und so wenig, wie man äußerlich unterscheiden kann diesen Zustand vom Schlafe, so sehr ist er innerlich zu unterscheiden. Denn wenn man dann übergeht aus diesem Zustand in den gewöhnlichen Lebenszustand, dann merkt man erst: du hast nicht geschlafen, sondern du warst im Gedankenleben, genau so wie du darinnen bist jetzt, wo du wie gewöhnlich in der physischen Welt erwacht bist und durch deine Augen hinausschaust auf das, was leuchtet. Aber man weiß auch: Jetzt, wo du wach bist, denkst du, du machst die Gedanken, du setzest sie zusammen; aber kurz vorher, als du in jenem Zustande warst, machten sich die Gedanken durch sich selbst. Der eine kam an den anderen heran; sie klärten einander auf; es tritt der eine von dem anderen hinweg, und das, was man sonst macht im Denken, das hat sich da selbst gemacht. Aber man weiß: während man sonst ein Ich ist, das einen Gedanken an den anderen ansetzt, so schwimmt man gleichsam während dieses Zustandes in dem einen, schwimmt zu dem anderen hin, man ist damit vereinigt; dann ist man fort in einem dritten und schwimmt dann wiederum herbei; man hat das Gefühl: der Raum besteht eigentlich nicht mehr.
[ 15 ] The second door is the Door of the Elements. It is the second door to be gone through by all who practise meditation with true devotion. It is, of course, also possible for people to have the benefit of a constitution that lets them reach the second door without having gone through the first. This is not a good thing from the point of view of true insight, but it is possible to get to that point without having gone through the first door. Full and proper insight will be gained only by going through the first door and then approaching the second in conscious awareness. This second door comes about in the following way. You see, having gone through the Door of Death one first of all finds oneself in specific conditions which one can see are really similar to sleep if looked at externally, considering their effect en man and the way they are apparent in the life of man. Inwardly, however, they are quite different. Externally, man is as though in a sleep state when in these conditions. It is exactly at the point when his thought has begun to live, when it begins to stir, to grow, that external man is in a sleep-like state. He need not be lying down—he may be sitting on a chair—but he is in a kind of sleep state. Outwardly this state cannot really be distinguished from the ordinary sleep state; inwardly, however, it is very different. Returning to the normal state we have in life we then realize that we were not asleep but within the life of thought, just as we are now in a condition where we have woken to the physical world, as usual, and are looking through our own eyes at things which are luminous. Yet we also know that now when we are awake we are thinking, producing thoughts, putting them together. Just before, however, when we were in that other state, the thoughts were producing themselves out of themselves. One thought approached another; they illumined one another; one thought moved away from another—and what we usually do ourselves when thinking has there been doing itself. We know that whilst we are normally an ego that attaches one thought to another, we float first to the one thought and then to another, when in this other state we are united with them; then we are off and within a third thought and afterwards Come floating back again. We get the feeling that space has ceased to exist.
[ 16 ] Nicht wahr, im physischen Raum würde es so sein, wenn man hingezogen wäre zu einem Punkt und zurückblickte und dann von ihm sich entfernte, und wenn man dann von neuem an ihn herankommen wollte, dann müßte man erst den Weg wieder hin machen; man müßte den Weg hin und zurück machen. Das ist dann in dem anderen Zustand nicht der Fall. Da ist der Raum nicht so; da durchspringt man den Raum gleichsam. In einem Augenblick ist man an einem Punkt; im anderen ist man wieder weg. Man geht nicht durch den Raum durch. Die Gesetze des Raumes haben aufgehört. Man lebt und webt jetzt selbst in dem Gedanken darinnen. Man weiß: das Ich ist nicht erstorben, es webt im Gedankenleben darinnen, aber man kann noch nicht gleich, wenn man in den Gedanken lebt, Herr sein der Gedanken; die Gedanken machen sich selbst. Man wird gezogen. Man schwimmt nicht selbst in den Gedankenströmen, sondern die Gedanken nehmen einen gleichsam auf den Rücken und tragen einen. Der Zustand muß auch aufhören. Und er hört auf, wenn man durch das Tor der Elemente geht. Dann bekommt man das Ganze in seine Willkür hinein, dann kann man aus Absicht einen bestimmten Gedankenweg machen. Man lebt dann mit seinem Willen drinnen in dem ganzen Gedankenleben. Das ist wiederum ein ungeheuer bedeutungsvoller Moment. Und: deshalb habe ich sogar exoterisch in öffentlichen Vorträgen darauf hingewiesen: das zweite erreicht man dadurch, daß man sich mit seinem Schicksal identifiziert. Dadurch erlangt man die Gewalt, in dem Gedankenweben mit Willen darinnen zu sein.
[ 16 ] I think you will agree that in physical space the position is that if we feel drawn to a point and look back on it, then move away from it and finally want to approach it again, we would first have to make our way back again; we would have to make our way there and back. This does not apply in the other state. Space is not like the space we know then, and we jump through space, as it were. One moment we are at one point, the next we have gone. We do not pass through space. The laws of space have ceased to exist. Here we are alive and active within thought itself. We know that the ego has not died. It is active within the life of thought, but we are not immediately masters of the thoughts within which we now live. The thoughts produce themselves—we are drawn along. We are not actively swimming in the currents of thoughts; instead the thoughts are taking us on their shoulders as it were, carrying us along. This state has to come to an end. It does so when we go through the Door of the Elements. Then We gain control of it all and are able to create a particular line of thought quite deliberately. Then our will is alive within the whole of thought life. This again is a tremendously important moment. I have even spoken of it exoterically in my public lectures.46Rudolf Steiner, Geist-Erkenntnis in gliicklichen und ernsten Stunden des Lebens. Berlin, 15 January 1915. In Aus schicksaltragender Zeit (GA 64). In English, extract in Anthroposophical News Sheet 14:37-8. The second goal is reached by identifying with our own destiny. This will enable us to bring the will into the world of living thought.
[ 17 ] Zuerst, wenn man gegangen ist durch das Tor des Todes, erreicht man das, daß mit einem in der geistigen Welt das oder jenes getan wird. Daß man selbst tun lernt in der geistigen Welt, das erlangt man eben, indem man sich mit seinem Schicksal identifiziert. Man erlangt es erst allmählich. Dann gewinnen eben die Gedanken eine Wesenheit, die mit unserer eigenen Wesenheit identisch ist. Die Taten von unserer Wesenheit kommen in die geistige Welt hinein. Aber um dies in der richtigen Weise zu tun, hat man eben durch das zweite Tor zu gehen. Indem man beginnt, mit der Kraft, die einem wird aus der Identifikation mit dem Schicksal, im Gedanken weben zu wollen so, daß man nicht bloß mitgeht mit dem Gedanken wie mit einem Traumbild, sondern daß man unter Umständen diesen oder jenen Gedanken auslöschen kann und einen anderen heraufholen kann, daß man also mit Willen hantieren kann, wenn das so beginnt, muß man wirklich diese Erfahrung durchmachen, die man das Durchgehen durch das zweite Tor nennen kann. Und da zeigt sich, daß sich dasjenige, was man nun als Willenskraft braucht, wie ein eigentlich furchtbares Ungeheuer darstellt. Man hat es immer in der Mystik seit Tausenden und Tausenden von Jahren die Begegnung mit dem «Löwen» genannt. Diese Begegnung mit dem Löwen muß man durchmachen. Sie besteht darin, in bezug auf das Fühlen, daß man vor dem Tun in der Gedankenwelt, vor diesem Lebendig-sich-Verbinden mit der Gedankenwelt, eigentlich wirklich — man kann es so nennen — eine heillose Furcht bekommt, die man ebenso überwinden muß wie die Einsamkeit an der Pforte des Todes. Furcht bekommt man. Diese Furcht, die kann einern in der mannigfaltigsten Weise sich als dieses oder jenes Gefühl vortäuschen, das gar nicht Furcht ist. Aber es ist doch im wesentlichen Furcht vor dem, wo man da hineinkommt. Und das, worauf es ankommt, ist, daß man wirklich die Möglichkeit finder, dieses Tier, dem man begegnet, diesen Löwen zu beherrschen. Denn in der Imagination stellt sich einem das richtig so dar, als wenn er sein riesenhaftiges Maul aufsperrte und einen verschlingen wollte. Jene Willenskraft, die man anwenden will in der geistigen Welt, sie droht einen eigentlich zu verschlingen. Man ist fortwährend von dem Gefühl beherrscht: du sollst wollen, du mußt etwas tun, mußt dieses oder jenes ergreifen. Aber von all diesen Elementen des Wollens, in die man hineingeht, hat man das Gefühl: wenn du es ergreifst, verschlingt es dich, löscht dich aus in der Welt. Das ist das Verschlingen durch den Löwen. Also, man muß wirklich — bildlich kann man es so nennen —, statt sich der Furcht hinzugeben, daß darinnen in der geistigen Welt einen die Willenselemente ergreifen und verschlingen und erwürgen, sich auf den Rücken des Löwen schwingen und diese Willenselemente ergreifen, muß von sich aus zum Handeln sie benützen. Das ist es, worauf es ankommt.
[ 17 ] When we have first gone through the Door of Death we come to a point where various things are done with us in the spiritual world. We come to do things ourselves in the spiritual world by identifYing with our destiny. This is only achieved gradually. Then our thoughts assume a character identical with our own essential character- The deeds of our essential nature enter into the spiritual world. To do this properly it will be necessary to go through the second door. when we begin to use the power we derive from identifying with our destiny to take active control in our thoughts—not merely going along With a thought as though it were a dream picture but able to erase one thought or another as occasion arises and call up another—when we come to a point where we begin to be able to use our will in handling things, then we shall indeed have to go through an experience that may be referred to as going through the second door. It will be found that the will-power we shall now require presents itself to us as a fearsome beast. In the mystical tradition this has for many thousands of years been known as 'meeting the lion' . This encounter with the lion has to be gone through. It consists in a feeling of abject terror concerning what has to be done in the thought world, great fear of entering into a living union with the thought world. This terror must be overcome, just as the sense of isolation has to be overcome at the gate of death. We feel terror. This terror may present itself in all kinds i of ways, as a sensation that is not at all like fear or terror, yet it s essentially fear of what one is getting into there. It is important that we genuinely find a way of controlling the lion. The Imagination paints a very vivid picture of the beast opening its huge jaws ready to devour us. The will-power we want to use in the spiritual world is threatening to devour us. All the time the overriding sensation is that we must use our will, we must do something, we need to take hold of one thing or another, and at the same time another feeling arises in connection with all these elements of will activity into which we are entering. It is the feeling that they will devour us if we take hold of them, extinguish us in the world. That is the lion devouring us. What we literally must do—if we are to stay with the metaphor—is not to give in to fears that the will elements may take hold of us there in the spiritual world, devour us and strangle us; no, we must mount the lion and take hold of those will elements, using them to effect our deeds. That is the crux of the matter.
[ 18 ] Nun sehen Sie ja, was das Wesentliche dabei ist. Ist man zuerst durch die Pforte des Todes gegangen, dann ist man draußen außer dem Leibe, und dann kann man nur draußen die Kräfte des Willens benützen. Man muß sich in die Weltenharmonie einfügen. Solche Kräfte aber, die man draußen benützen muß, hat man auch in sich, nur walten sie unbewußt. Die Kräfte, die unser Blut bewegen, die unser Herz pochen machen, die rühren von geistigen Wesen her, in die man untertaucht, wenn man in das Wiillenselement hineintaucht. Wir haben diese Kräfte in uns. Wenn also jemand, ohne daß er den geordneten esoterischen Weg durchmacht, ergriffen wird vom Willenselement — ohne daß er durch die Pforte des Todes gegangen ist —, dann ergreifen ihn diejenigen Kräfte, die sonst in seinem Blut zirkulieren, in seinem Herzen pochen. Dann verwendet er die Kräfte nicht, die außerhalb seines Leibes, sondern die Kräfte, die in ihm sind. Das würde graue Magie sein. Das würde den Menschen veranlassen, von sich aus in die geistige Welt einzugreifen mit den Kräften, mit denen wir nicht in die geistige Welt eingreifen dürfen. Und daß man nun den Löwen sieht, daß man dieses Untier wirklich vor sich hat, daß man weiß, so sieht es aus, so wollen einen die Willenskräfte erfassen, und man muß sich ihrer draußen außer dem Leibe bemächtigen — darauf kommt es an. Tritt man nicht an das zweite Tor heran, sieht man ihn nicht, den Löwen, so steht man immer in Gefahr, aus dem menschlichen Egoismus heraus die Welt beherrschen zu wollen. Daher ist der richtige Erkenntnisweg der: zuerst heraus aus dem physischen Leibe und dem physischen Menschensein, und dann erst draußen herantreten an das Verhältnis, in das man einzugehen hat mit den Wesenheiten, die draußen sind. Nun, dem steht ja gegenüber der Hang der meisten Menschen, wirklich auf eine bequemere Weise als durch gute Meditation in die geistige Welt hineinzukommen. So zum Beispiel kann man die Pforte des Todes vermeiden und, wenn die inneren Anlagen günstig sind, an das zweite Tor herantreten. Das erreicht man dadurch, daß man sich besonderen Vorstellungen, insbesondere inbrünstigen Vorstellungen hingibt, die so ein allgemeines Aufgehen in dem ganzen All darstellen sollen. Vorstellungen, die angeraten werden von dem oder jenem halbwissenden Mystiker, in gutem Glauben angeraten werden. Dadurch betäubt man sich über das Gedankenstreben hinweg und regt direkt das Gefühl an. Man peitscht das Gefühl an, man enthusiasmiert das Gefühl. Dadurch kann man allerdings zunächst an das zweite Tor gelangen und wird auch den Willenskräften übergeben, aber man beherrscht den Löwen nicht, sondern man wird von ihm verschlungen, und der Löwe tut mit einem, was er will. Das heißt: es geschehen im Grunde genommen okkulte, aber im wesentlichen egoistische Dinge. Daher ist es wirklich immer wieder notwendig, aber auch, man möchte sagen, etwas riskant, vom Gesichtspunkte wahrer echter Gegenwarts-Esoterik nicht zu verweisen auf all das, was eine nur Gefühl und Empfindung aufpeitschende Mystik ist. Dieses Appellieren an das, was den Menschen innerlich aufpeitscht, was ihn herauspeitscht aus seinem physischen Leibe, aber ihn doch im Zusammenhang läßt mit den Blut- und Herzenskräften, den physischen Blut- und Herzenskräften, bewirkt eine gewisse Art von Wahrnehmen der geistigen Welt, die dann nicht abzuleugnen ist, die auch viel Gutes enthalten kann, aber die den Menschen zu einem in der geistigen Welt unsicher tappenden Wesen macht und ihn gar nicht fähig macht, Egoismus und Altruismus voneinander zu unterscheiden.
[ 18 ] Your can see, of course, what this is all about. Having first of all gone through the gate of death we are then outside the body, and out there we can only use the forces of the wilt. We must fit into the cosmic harmonies. The forces to be used out there are also within us, it is only that they function at an unconscious level—the forces that make the blood move, make our hearts beat, derive from spiritual entities. And we become immersed in these when we immerse ourselves in the element of will. These forces are within us. If someone is taken hold of by the element of will without having followed the regular esoteric path, without having gone through the gate of death, he is taken hold of by the forces that normally circulate in his blood, beat to his heart. He is then not using the forces that exist outside his body but the forces present within his body. This would be ‘grey magic’. It would induce a person to intervene in the spiritual world of his Own accord with forces we should not use to intervene in the spiritual world. So it is important that we see the lion at this point, that we truly have this beast before us and know: That is what it looks like, that is how the forces of will want to take hold of us, and we must lay hold of it out there outside the body. If we do not go up to the second door we shall not see the lion and shall then be in permanent danger of wanting to rule the world out of human egotism. The right path to knowledge is the one that leads first of all out of the physical body and existence as a human being, after which we approach the relationship we will need to form with the entities of the spiritual world. Now, of course, most people are inclined to look for an easier way to the spiritual world than through genuine meditation. It is possible, for instance, to avoid the Door of Death and approach the second door if one's inner constitution permits this. This is achieved by giving oneself up to specific mental pictures, particularly of the fervent type, that are supposed to suggest general surrender to the whole universe. Mental pictures suggested by some mystic or other with only partial knowledge, suggested in good faith. But they mean we pass over thought effort as though in a dream, with feelings being stimulated directly. Feeling are whipped up, the emotions are enthusiastified. It will indeed be possible to reach the second door by this method, and one will also be given over to the will forces, but instead of controlling the lion the person is devoured by it and the lion will do as it likes with him. This means that things will occur that fundamentally speaking are occult, but in the main are egotistical. Despite a certain inherent risk it is therefore necessary from the point of view of the true esoteric teaching of today again and again not to draw attention to any kind of mysticism that merely whips up feelings and emotions. Such an appeal to elements that whip up the inner life of man, cracking the whip to drive him out of his physical body whilst keeping him in the context of his blood and heart forces, the physical forces active in the blood and the heart, will lead him to perceive the spiritual world iii a way; this cannot be denied and may indeed have much to be said for it that is good. But it makes man feel his way about in uncertainty in the spiritual world, so that he is not the least able to differentiate between egotism and altruism.
[ 19 ] Man ist gerade, wenn man das betonen muß, bei einem schwierigen Punkt, denn bei der eigentlichen Meditation und alledem, was sich auf sie bezieht, schlafen die Gemüter der Gegenwart noch vielfach ein. Sie lieben es, das Denken doch nicht so straff anzuspannen, wie es notwendig ist, um sich mit dem Denken zu identifizieren. Sie lieben es vielmehr, wenn man ihnen sagt: Vertiefe dich in eine alliebende Hingabe zum Weltengeiste oder dergleichen, wobei mit Umgehung des Denkens das Gemüt aufgepeitscht wird. Dann werden die Menschen wirklich in geistige Wahrnehmungen hineingeführt; sie sind aber nicht mit vollem Bewußtsein darinnen und können nicht unterscheiden, ob die Dinge, die sie darinnen erleben, die sie bei sich erleben, dem Egoismus entspringen oder nicht dem Egoismus entspringen. Gewiß, es muß parallelgehen der selbstlosen Meditation die Enthusiasmierung aller Empfindungen, aber eben parallelgehen dem Gedanken. Es muß der Gedanke nicht ausgeschaltet werden. Aber gerade darin, den Gedanken vollständig zu unterdrücken und sich nur dem aufgepeitschten erglühten Gefühl hinzugeben, suchen gewisse Mystiker etwas.
[ 19 ] One finds oneself in a difficult situation having to stress this, for present-day minds are still very apt to got to sleep during proper meditation and anything relating to it. They prefer not to tighten up their thinking to the point where it is possible to identify oneself with the thinking process. They much prefer to be told: Give yourself up to all-loving devotion, to the universal spirit, or something like that. The result is that thinking is avoided and the emotions are whipped up. People are indeed guided to spiritual perception in that way; but they are not in full conscious awareness and are unable to tell if the things they experience there, things they experience for themselves, arise from egotism or do not arise from egotism. Yes, parallel to selfless meditation there has to be enthusiasm brought into all our feelings, but the point is that this must run parallel to thought. Thought must not be excluded. Certain mystics are, however, seeking to achieve something exactly by the method of suppressing thought and giving themselves up entirely to the glow of whipped-up emotions.
[ 20 ] Man ist deshalb hier an einem schwierigen Punkt, weil es ja nützt, weil ja diejenigen viel schneller vorwärtskommen, die so ihre Gefühle aufpeitschen. Sie kommen hinein in die geistige Welt, sie erleben darin allerlei, und das wollen ja die meisten Menschen. Es handelt sich bei den meisten Menschen nicht darum, in der richtigen Weise in die geistige Welt zu kommen, sondern überhaupt nur hineinzukommen. Die Unsicherheit, die dabei eintritt, ist diese, daß wir ja, wenn wir nicht zuerst durch die Pforte des Todes gehen, sondern gewissermaßen direkt an die Pforte der Elemente gehen, dort von Luzifer noch verhindert werden, den Löwen wirklich wahrzunehmen; daß wir gleichsam, bevor wir ihn wahrnehmen, von ihm verschlungen werden. Das Schwierige ist, daß wir nicht mehr unterscheiden können, was sich auf uns bezieht und was draußen ist in der Welt. Wir lernen geistige Wesenheiten kennen, Elementargeister. Eine ganz umfängliche geistige Welt kann man erkennen lernen, auch ohne durch die Pforte des Todes zu gehen, aber es sind zumeist geistige Wesenheiten, welche die Aufgabe haben, den menschlichen Blutlauf, die menschliche Herztätigkeit zu unterhalten. Solche Wesenheiten sind in der geistigen, der elementaren Welt um uns herum ja immer da. Es sind Geister, die ihr Lebenselement in der Luft, in der uns umfließenden Wärme und auch im Licht haben, die auch ihr Lebenselement in den ja physisch nicht mehr wahrnehmbaren Sphärentönen haben, geistige Wesenheiten, die alles Lebendige durchweben und durchziehen. In diese Welt kommen wir dann natürlich hinein. Und verführerisch wird die Sache, weil ja wirklich die wunderbarsten geistigen Entdeckungen gemacht werden können in dieser Welt. Nicht wahr, wenn jetzt von einem, der nicht durch die Pforte des Todes gegangen ist, sondern der direkt an das Löwentor herangerückt ist und den Löwen nicht gesehen hat, wahrgenommen wird ein Elementargeist, der die Aufgabe hat, die Herztätigkeit zu unterhalten, so kann dieser Elementargeist, der auch zugleich die Herztätigkeit anderer Menschen unterhält, unter Umständen Nachricht bringen von anderen Menschen, sogar von Menschen aus der Vergangenheit, oder er kann aus der Zukunft prophetische Nachrichten bringen. Also von großem Erfolg kann die Sache begleitet sein, aber es ist dennoch nicht der richtige Weg, weil er uns nicht frei macht in unserer Beweglichkeit in der geistigen Welt.
[ 20 ] This is a difficult point, for it does work and people who whip up their feelings like that do progress much faster. They do enter the spiritual world and they have all kinds of experiences there, and that is what most people want. For most people it is not a question of entering the spiritual world in the right way but rather of getting there altogether. The uncertainty arises because if we do not first go through the Door of Death and instead approach the Door of the Elements directly, Lucifer will prevent us from actually perceiving the lion. We are then devoured by it before we see it, as it were. The problem is that we are no longer able to tell what relates to us and what is part of the world out there. We come to know spiritual entities, elemental spirits. It is possible to get to know quite an extensive spiritual world without going through the Door of Death, but on the whole these are spiritual entities whose function it is to maintain the human circulation and human heart action. Such entities are of course always present in the spiritual, the elemental, world around us. These are spirits whose sphere of life is the air, the warmth flowing around us, and also light. Their sphere of life also lies in the music of the spheres our physical organs are unable to hear. They are spiritual entities active and present in all that lives. That is the world we would then enter. It all gets very seductive because it really is possible to make the most marvellous spiritual discoveries in this world. You know, when someone who has not gone through the Door of Death but has marched straight up to the lion gate, failing to see the lion, perceives an elemental spirit whose function it is to maintain heart activity, such an elemental spirit—which also has to maintain the hearts of other people—may on occasion give news of other people, even of people from the past; or it may offer prophetic tidings relating to the future. So the business may bring great successes but it still is not the right path, for it does not give us free mobility in the spiritual world.
[ 21 ] Das dritte Tor, das zu durchwandern ist, ist das Tor der Sonne. Und da müssen wir, wenn wir an dieses Tor kommen, wiederum eine Erfahrung machen. Während wir am Tor des Todes einen geflügelten Engelskopf, am Tor der Elemente einen Löwen wahrzunehmen, zu schauen haben, müssen wir am Tor der Sonne einen Drachen, einen wilden Drachen wahrnehmen. Und dieser wilde Drache, den müssen wir richtig anschauen. Aber Luzifer und Ahriman zusammen bemühen sich nun, den unsichtbar zu machen, ihn uns nicht zum geistigen Gesicht zu bringen. Wenn wir ihn wahrnehmen, dann nehmen wir aber wahr, daß dieser wilde Drache im Grunde genommen das allermeiste mit uns selbst zu tun hat, denn er ist gewoben aus unseren Trieben und Empfindungen, die sich im Grunde auf das, was wir im gewöhnlichen Leben unsere niederste Natur nennen, beziehen. Dieser Drache enthält alle die Kräfte, die wir zum Beispiel brauchen — verzeihen Sie das Prosaische des Ausspruches — zum Verdauen und noch zu manchem anderen. Das, was in uns steckt und die Kräfte abgibt, daß wir verdauen, und manches andere, was im engsten Sinne an unsere allerniederste Persönlichkeit gebunden ist, das erscheint uns in Form des Drachen. Wir müssen ihn anschauen, wenn er sich aus uns herauswindet. Schön ist er nicht, der Drache, und daher haben Luzifer und Ahriman es leicht, unser unterbewußtes Seelenleben so zu beeinflussen, daß wir unbewußt nichts wissen wollen vom Sehen dieses Drachen. Es sind ja in ihn auch hineingewoben alle Albernheiten, alle unsere Eitelkeiten, unsere Stolzheit und unsere Selbstsucht, aber auch die niedersten Triebe.
[ 21 ] The third door to be passed is the Door of Sun. Again there will be a specific experience as we approach this door. At the Door of Death we must perceive a winged angel's head, at the Door of the Elements a lion. At the Door of the Sun we must perceive a dragon, a wild dragon. And we must take a proper look at this wild dragon. But now Lucifer and Ahriman will together make every effort to make the dragon invisible, to hide it from our spiritual vision. If we do perceive it we shall find that, fundamentally speaking, this wild dragon has above all to do with ourselves. It is the tissue of the instincts and feelings fundamentally relating to what in ordinary life we call our lowest nature. The dragon has within it all the forces we need for the process of digestion and many other things—if you'll forgive my reference to such base functions. The principle within us that enables us to digest food and perform a number of other functions linked to what strictly speaking is our lowest nature appears to us in the t-07. of a dragon. We must look at it as it emerges from us coil upon coil. It is far from beautiful, that dragon, and this makes it easy for Lucifer and Ahriman to influence our unconscious soul life and get us to a point where unconsciously we do not want to know about seeing the dragon. It is a tissue also of all our idiocies, all our vanities, our pride and self-seeking and also of our basest instincts.
[ 22 ] Wenn wir den Drachen nicht schauen am Tor der Sonne — man nennt es das Tor der Sonne, weil gerade in den Sonnenkräften die Kräfte leben, aus denen auch der Drache gewoben ist, denn die Sonnenkräfte sind es, die bewirken, daß wir verdauen und die anderen organischen Verrichtungen vollziehen, es ist wirklich durch das Zusammenleben mit der Sonne —, wenn wir also den Drachen nicht schauen am Tor der Sonne, dann verschlingt er uns, dann werden wir in der geistigen Welt eins mit ihm. Dann sind wir nicht mehr unterschieden von dem Drachen, dann sind wir eigentlich der Drache, der erlebt in der geistigen Welt. Und er kann Bedeutungsvolles erleben, er kann gewissermaßen großartige Erfahrungen machen. Erfahrungen, welche, ich möchte sagen, einschmeichelnder sind als diejenigen, die man macht am Tor des Todes oder hinter dem Tor des Todes. Die Erfahrungen, die man macht am Tor des Todes, sind zunächst farblos, schattenhaft, intim, so leicht und intim, daß sie uns leicht entschwinden, daß wir gar nicht sehr geneigt sind, die Aufmerksamkeit zu entfalten, um sie festzuhalten. Und wir müssen immer wiederum uns anspannen, dasjenige, was da leicht im Gedanken sich belebt, sich vergrößern zu lassen. Es vergrößert sich zuletzt zu einer Welt. Aber, bis es auftritt als farben-, töne-, lebensdurchdrungene Wirklichkeit, das fordert langes, energisches Arbeiten und Streben. Denn man muß gewissermaßen diese farb- und tonlosen Gestalten sich beleben lassen überall aus der Unendlichkeit her. Will man zum Beispiel den einfachsten Luft- oder Wassergeist entdecken durch, man kann es jetzt nennen, Kopfhellsehen — gemeint ist das Hellsehen, was entsteht durch Belebung des Gedankens —, dann ist zunächst dieser Luft- oder Wassergeist etwas, was so leicht und schattenhaft über den Horizont der geistigen Welt hinhuscht, daß es einen gar nicht interessiert. Und wenn er farbig oder tönend werden soll, dann muß aus dem ganzen Umkreis des Kosmos die Farbigkeit an ihn heranrücken. Das geschieht aber erst in langer innerer Arbeit. Das geschieht erst durch Warten, bis man begnadet wird. Denn denken Sie, wenn Sie also — bildlich gesprochen — solch einen kleinen Luftgeist haben, wenn er jetzt in Farben herankommen soll, wenn er gefärbt erscheinen soll, so muß von einem mächtigen Teil des Kosmos die Farbe hereinstrahlen. Man muß die Kraft haben, sie hereinstrahlen zu machen. Diese Kraft kann aber nur durch Hingabe erreicht werden, erworben werden. Die strahlenden Kräfte müssen von außen hereinkommen durch Hingabe. Ist man mit seinem Drachen einerlei, ist man eins mit ihm, dann wird man, wenn man einen Luft- oder Wassergeist sieht, geneigt sein, die Kräfte, die in einem drinnen sind, und gerade in den im gewöhnlichen Leben niedrig genannten Organen drinnen sind, hinauszustrahlen. Das ist viel leichter. Unser Haupt ist an sich ein vollkommenes Organ, aber in dem astralischen Leibe und dem Ätherleib des Hauptes, da ist nicht viel Farbiges darinnen, weil die Farben verwendet sind zum Beispiel um das Gehirn, namentlich die Gehirnschale, zu bilden. So daß, wenn Sie aus dem Haupte heraus durch Kopfhellsehen an der Schwelle der geistigen Welt den Astralleib und Ätherleib herausheben aus dem physischen Leibe, so hat er nicht viel Farbe in sich. Die Farben sind verwendet, um das vollkommene Organ, das Gehirn, zu bilden. Wenn Sie aber im — wir können es nennen Bauchhellsehen aus den Organen des Magens, der Leber, der Galle und so weiter den Astralleib und Ätherleib herausheben, da sind die Farben noch nicht so verwendet, um vollkommene Organe zu bilden. Diese Organe sind erst auf dem Wege zur Vollkommenheit. Dasjenige, was vom Astralleib und Ätherleib des Bauches ist, das ist wunderschön gefärbt, das glänzt und glitzert in allen möglichen Sonnenfarben. Und heben Sie da den Ätherleib und Astralleib heraus, so verleihen Sie den Gestalten, die Sie sehen, die wunderbarsten Färbungen und Tönungen. So daß es vorkommen kann, daß jemand Wunderbares sieht und ganz großartige farbige Gemälde entwirft. Es ist gewiß interessant, denn für den Anatomen ist es ja auch interessant, Milz, Leber und Gedärme zu untersuchen, und es ist dies vom Standpunkte der Wissenschaft auch notwendig. Aber wenn es derjenige, der kundig ist, untersucht, so ist das, was in so schönen farbigen Bildern erscheint, dasjenige, was zwei Stunden nach dem Essen dem Verdauungsprozeß zugrunde liegt. Dagegen ist gewiß nichts einzuwenden, daß man das untersucht. So wie der Anatom die Dinge untersuchen muß, so wird die Wissenschaft einmal viel davon haben, diese Dinge zu untersuchen, zu wissen, was der Ätherleib macht, wenn der Magen verdaut. Aber darüber müssen wir uns ganz klar sein: Wenn wir nicht bewußt an das Tor der Sonne gehen, und dadurch nicht wissen: wir laden all dasjenige, was im Äther- und Astralleib unseres Bauches ist, in diesen Drachen hinein, wir sondern das ab —, dann strahlen wir es hinaus in die Hellseher-Gebilde, dann bekommen wir allerdings eine wunderbare Welt. Das Schönste und leichtest zu Erreichende kommt zunächst nicht von den höheren Kräften, vom Kopfhellsehen, sondern vom Bauchhellsehen. Und das ist durchaus wichtig zu wissen. Denn für den Kosmos gibt es nichts im absoluten Sinne Niedriges, es gibt nur relativ Niedriges. Der Kosmos muß mit ungeheuer bedeutsamen Kräften arbeiten, um das zustande zu bringen, was zum menschlichen Verdauungsapparat notwendig ist. Aber es handelt sich darum, daß wir uns keinen Irrtümern hingeben, keinen Täuschungen uns hingeben, sondern daß wir wissen, was die Dinge sind. Wenn wir wissen, daß irgend etwas, was einen wunderbaren Aspekt darbietet, nichts anderes ist als der Verdauungsprozeß, so ist das außerordentlich wichtig. Wenn wir aber glauben, daß uns durch ein solches Bild vielleicht eine besondere Engelswelt sich offenbare, dann sind wir eben in einem Irrtum befangen. Also nicht dagegen, daß eine Wissenschaft gepflegt wird aus diesem Wissen, kann sich der Vernünftige wenden, sondern nur dagegen, daß etwa solche Dinge in ein falsches Licht gerückt werden. Das ist es, um was es sich handelt. So kann es zum Beispiel vorkommen, daß jemand eben gerade durch einen Vorgang innerhalb des Verdauungsprozesses in einer bestimmten Etappe der Verdauung immer einen bestimmten Teil des Ätherleibes heraushebt; dann kann er ein natürlicher Hellseher sein. Man muß da nur wissen, um was es sich handelt.
[ 22 ] The Door of the Sun is given that name because it is the forces dwelling in the sun that also weave the very tissue of which the dragon is composed. Sun forces make it possible for us to digest our food and perform those other organic functions. This truly comes about through living with the sun. If we do not perceive the dragon at the Door of the Sun the dragon will devour us and we shall become one with it in the spiritual world. We shall then no longer be different from the dragon; we shall actually be the dragon going through experiences in the spiritual world. And the dragon can experience things of great significance, it can learn magnificent things as it were. Those are experiences more enticing, I'd say, then those made at the Door of Death or after passing the Door of Death. The experiences made at the Door of Death are colourless to begin with, shadowy and subtle, so slight and subtle that they easily escape us and we are not much inclined to develop the degree of attention needed to take hold of them. And again a certain pitch must be reached in order that something so delicately coming to life in our thought may be able to expand. In the end it will expand into a world. But it calls for long term active effort and endeavour to reach the point where it shows itself as a reality full of colour, sound and life. We must let those forms that are without sound or colour take on life from all corners of infinity, as it were. If for example we want to use what may be called ‘head clairvoyance’—meaning the type of clairvoyance that arises when thought is enlivened—to detect the simplest spirit of the air or of water, this spirit of the air or the water will initially be something so slight and shadowy as it flits across the horizon that it will not catch our interest. If it is to assume colour or to sound forth, colour has to come to it from the whole periphery of the cosmos. That however will only happen after a long period of inner effort. It will only happen if we watt for this to be given to us. Just think, if you have such a small spirit of the air, metaphorically speaking. and it is to come out in colour, to appear in colour, then the colour has to radiate in from a mighty part of the cosmos. It will be necessary to have the strength to make it radiate in. Such strength however can only be achieved through devotion. The radiant forces have to come in from out there through devotion. If we are all of a kind with the dragon, if we are One with it, and we see a spirit of the air or the water, the inclination will be to let the powers radiate out that are within us, specifically in the organs which in ordinary life are called lower organs. That Is much more easily done. The head is in itself a perfect organ, but the astral body and the ether body of the head do not have much colour to them. The colours have been used to form the brain, for instance, and particularly the cranium, the bony skull cap. If therefore you used head clairvoyance on the threshold of the spiritual world to lift your astral body and ether body out of the physical body, there would not be much colour to it. Colours are used to form the perfect organ, the brain. If on the other hand you use, shall we say belly clairvoyance, to lift the astral body and ether body out of the stomach. the liver, the gallbladder and other organs, the colours have not been used in the same way to form perfect organs. These organs are only on the way to perfection. What comes from the astral body and ether body of the belly is beautifully coloured; it glitters and glistens in all kinds of sun colours. Lifting your astral body and ether body out of that region you will bestow the most marvellous colours and hues upon the forms you are seeing. It is therefore possible for someone to see marvellous colours and paint pictures in gorgeous colours. It is of course interesting to study the spleen, the liver and the gut. Anatomists find this interesting and for science it is indeed necessary. Yet if someone with knowledge goes into this, the beautiful and colourful pictures which appear represent what lies at the back of the digestive process two hours after a meal. There can be no objection to this being investigated. Today anatomists find it necessary to study these organs; one day science will gain a great deal from investigating them and knowing what the ether body is doing when the stomach is digesting food. One thing has to be clearly understood however—if we do not have conscious awareness as we go through the Door of the Sun, we will not know that we are offloading everything mere is in the ether and astral bodies of our bellies onto the dragon, separating it out. Letting this radiate out into the forms seen clairvoyantly we do indeed perceive a marvellous world. The beautiful result is also the one most easily achieved, but it does not in the first place arise through higher powers, out of head clairvoyance' but through belly clairvoyance. It is very important that we know this. For the cosmos nothing is low in the absolute sense, only relatively speaking. The cosmos needs to work with tremendously significant forces to bring about what is needed for the digestive system. The point, however, is that we must not fall into error, not deceive ourselves, but know things as they are. To know that something presenting itself from a truly marvellous aspect is nothing but the digestive process, that is something really important. If on the other hand we believe, say, that a special angelic sphere is revealing itself to us in such a picture, then we are indeed in error. A reasonable man will therefore not be against a science being nurtured on the basis of such knowledge but merely against such things being put in a false light. That is the real point. It may happen, for instance, that some process in the course of digestion results in someone always lifting out a specific part of his ether body at a specific stage in the digestive process; he may then be a natural clairvoyant. It is however important to know what is going on there.
[ 23 ] Der Mensch wird also schwer dazu kommen, durch Kopfhellsehen, wo alles Farbige des Äther- und Astralleibes dazu verwendet ist, um das wunderbare Gefüge des Gehirns zustande zu bringen, das Farblose und Tonlose zum Vollgefärbten, Tönenden zu bringen. Aber er wird verhältnismäßig leicht dazu kommen, mit Bauchhellsehen die wunderbarsten Dinge der Welt zu sehen. Dabei liegen natürlich in diesem Bauchhellsehen auch Kräfte, die der Mensch verwenden lernen muß. Diejenigen Kräfte, die da verwendet werden zu unserem Verdauungsprozeß, sind ja nur verwandelte Kräfte, und richtig erleben wir sie, wenn wir immer mehr und mehr ausbilden lernen die Identifizierung mit dem Schicksal. Das ist auch auf diesem Felde dasjenige, was uns lehrt: dem, was zuerst als geflügelter Engelskopf heraufkam, müssen wir ja nachziehen den anderen Teil, und da handelt es sich darum, daß wir nicht nachziehen nur die Kräfte, die zur Verdauung dienen, sondern auch diejenigen, die höherer Art sind; das sind diejenigen, die in unserem Karma, unserem Schicksal liegen. Wenn wir uns damit identfizieren, dann gelingt es uns, hinauszutragen die geistigen Wesen, die wir um uns sehen, die jetzt die Tendenz haben, daß die Töne und Färbungen hereinfließen aus dem Weltenraum. Dann wird natürlich die geistige Welt eine vollinhaltliche, eine konkrete, ebenso wirklich und konkret, daß wir uns darin befinden, wie wir uns in der physischen Welt befinden.
[ 23 ] Man will find it difficult therefore to use head clairvoyance—i.e. a sphere where all colour present in the ether and astral bodies has been used to bring about the marvellous structure of the brain—and make forms that are without colour or sound assume full colour and to resound. With ‘belly clairvoyance’ on the other hand he will find it relatively easy to see the most marvellous things in the world. This belly clairvoyance does of course also involve powers which man must learn to use. The powers used there for the digestive process are after all merely transformed power. We will experience them in their right form if we get better and better at identifying with our destiny. In this field, too, it will teach us to draw up not just the winged angel s head that came up first but the other part that follows, and it is important to draw up not just the powers that serve digestion but also those of a higher kind. Those are the powers that lie in our karma, in our destiny. Identifying ourselves with these we shall be able to send forth the spiritual entities we see around us, entities whose tendency is such that sounds and colours flow inward from the universe. Then, of course, the spiritual world will have its full content, it will be concrete, so real and concrete that we find ourselves within it the same way we find ourselves in the physical world.
[ 24 ] Eine besondere Schwierigkeit am Tor des Todes macht das, daß wir wirklich die Empfindung haben — und die müssen wir auch überwinden —, du verlierst dich selbst eigentlich da! Aber wenn man wirklich sich angestrengt hat und sich mit dem Gedanklichen identifiziert, kann man sogleich auch das Bewußtsein haben: Du verlierst dich, aber du findest dich wieder. Das ist eine Erfahrung, die man macht. Man verliert sich, wenn man eintritt in die geistige Welt, aber man weiß, daß man sich auch wiederfindet. Den Übergang hat man zu machen: an den Abgrund zu kommen, im Abgrund sich zu verlieren, aber mit dem Vertrauen, daß man sich drüben wiederfindet. Das ist eine Erfahrung, die man durchmachen muß. Alles, was ich geschildert habe, sind eben durchaus innere Erlebnisse, die man durchzumachen hat. Und daß man erfährt, was da eigentlich mit der Seele geschieht, das ist wichtig. Es ist das gerade, wie wenn man etwas sehen soll; wird man hingewiesen von einem Freund, dann ist das besser, als wenn man es sich selbst ausdenkt. Aber erreichen kann man alles das, was geschildert worden ist, indem man sich wirklich hingebungsvoll immer wiederum der inneren Arbeit und inneren Überwindung durch Meditation hingibt, wie Sie es geschildert finden in den Büchern «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und im zweiten Teil der «Geheimwissenschaft».
[ 24 ] A particular problem arises at the Door of Death. We really have the feeling—and this, too, has to be overcome—that we will lose ourselves there. Having made a real effort, however, to identify with the thought element we can also be aware that we may have lost ourselves but will find ourselves again. That is an experience one has there. We lose ourselves on entering into the spiritual world, but we also know that we shall find ourselves again. The step has to taken of reaching the abyss, losing ourselves in the abyss, but trust that we shall find ourselves again over there. That is an experience to be gone through. Everything I have described refers to inner experiences that have to be gone through. It is important to know what really happens to the soul there. It is just the same when we are supposed to see something; it is easier if a friend points it out than if we try and work it out for ourselves. But everything I have described can be achieved if you practise true devotion in giving yourself up again and again to your inner work and to inner overcoming through meditation. This has been described in my book Knowledge of the Higher Worlds and in the second part of Occult Science.
[ 25 ] Dies ist von ganz besonderer Wichtigkeit, daß man diese andersartigen Erfahrungen machen lernt jenseits der Schwelle der geistigen Welt. Wenn man, wie es ja naturgemäß ist beim Menschen, bloß den Drang hat, in der geistigen Welt eine Fortsetzung, eine Verdoppelung nur der physischen Welt zu finden, wenn man meint, in der geistigen Welt müsse alles ebenso aussehen wie hier in der physischen Welt, dann kann man nicht hineinkommen. Man muß wirklich das durchmachen, was man wie eine Umkehrung empfindet von alledem, was man hier in der physischen Welt erfahren hat. Hier in der physischen Welt ist man gewöhnt, zum Beispiel die Augen aufzumachen und Licht zu sehen, durch das Licht beeindruckt zu werden. Wenn man das erwartet in der geistigen Welt, daß? man ebenso ein geistiges Auge aufmachen kann, um durch das Licht beeindruckt zu werden, dann kann man nicht hineinkommen, denn man erwartet etwas Falsches. Das webt etwas wie einen Nebel, der sich vor die geistigen Sinne legt, der einem die geistige Welt verdeckt, so wie ein Nebelmeer einem ein Gebirge verdeckt. In der geistigen Welt kann man zum Beispiel nicht von Licht beschienene Gegenstände sehen, sondern da muß man sich klar sein darüber, daß? man mit dem Lichte selbst strahlt in der geistigen Welt. Wenn in der physischen Welt der Lichtstrahl auf einen Gegenstand fällt, sieht man ihn; in der geistigen Welt aber ist man in dem Lichtstrahl selber darinnen und berührt damit den Gegenstand. So daß man sich selbst schwimmend mit dem Lichtstrahl in der geistigen Welt weiß; man weiß, daß man im strahlenden Licht drinnen ist. Das ist dasjenige, was einem einen Fingerzeig geben kann, wie man sich Begriffe aneignen kann, die geeignet sind, einem in der geistigen Welt vorwärtszuhelfen. Es ist zum Beispiel ungeheuer nützlich, sich einmal vorzustellen: Wie wäre es, wenn du jetzt in der Sonne wärest? Dadurch, daß du nicht in der Sonne bist, siehst du die Gegenstände, wenn die Sonnenstrahlen die Gegenstände beleuchten, durch die zurückgeworfenen Strahlen. Man muß sich vorstellen, man ist in den Sonnenstrahlen drinnen und berührt damit die Gegenstände. Diese Berührung ist ein Erlebnis in der geistigen Welt; darin besteht gerade das Erleben in der geistigen Welt, daß man sich darinnen lebendig weiß. Man weiß sich lebendig im Weben der Gedanken. Gerade wenn dieser Zustand anfängt, daß man sich bewußt im Weben der Gedanken darinnen weiß, dann geht das unmittelbar über in ein Sich-Wissen im hellstrahlenden Licht. Denn der Gedanke ist aus dem Licht. Der Gedanke webt im Licht. Aber das erfährt man erst dann, daß man eigentlich wie untertaucht in das Licht, wenn man in diesem Gedankenweben darinnen ist.
[ 25 ] This is especially important—that such different kinds of experience are met with beyond the threshold of the spiritual world. If we desire—and this is only natural—to see a continuation of the physical world in the spiritual world, a duplicate of it; if we think everything is bound to look the same in the spiritual world as it does here in the physical world, we cannot enter that world. It will indeed be necessary to go through something that feels like a reversal of everything we have known here in the physical world. Here in the physical world we are used to open our eyes, for example, and see light, to gain the impression of light. If we expect to be able to open a spiritual eye in the spiritual world and gain an impression of light, we cannot enter that world for we will have the wrong expectations. Something like a mist will be woven which veils the spiritual senses, hiding the spiritual world from us the way a sea of mist hides the mountains from view. It is not possible, for instance, to see objects illumined by light in the spiritual world. It must be understood that in the spiritual world we ourselves shine forth with the light. When light falls on an object in the physical world the object becomes visible to us. In the spiritual world we ourselves are inside the ray of light, touching the object with the light. One therefore knows one is swimming with the ray of light in the spiritual world; one knows oneself to be within the radiant light. This serves to indicate how we can acquire ideas that can help us get on in the spiritual world. It is extremely useful, for instance, to visualize the following: What would it be like if you were inside the sun now? Not being inside the sun you are seeing objects when they are illumined by the sun s rays, because they reflect the light. Imagine now you are inside the sun's rays and touching the objects with them. This contact is an experience we have in the spiritual world; in fact, experience in the spiritual world consists of our knowing ourselves to be alive within it. We know ourselves to be alive within the weaving of thoughts. It is just when this state begins, where we consciously know ourselves to be within the weaving of the thoughts, that there is an immediate transition to the state of knowing oneself to be within the bright radiance of light. For thought arises from light. Thought weaves in the light. But it will only be at that point that we experience ourselves as becoming immersed in light when we are within the weaving of thoughts.
[ 26 ] Die Menschheit ist jetzt auf einer Stufe, wo sie sich solche Vorstellungen aneignen muß, damit sie nicht durch die Pforte des Todes geht, wo sie ja in der geistigen Welt darinnen ist, und dann in ganz ungewohnte Welten hineinkommt. Das Kapital, das die Menschen mitbekommen haben von den Göttern im Erdenurbeginn, ist allmählich aufgezehrt. Die Menschen tragen jetzt das nicht mehr mit durch die Pforte des Todes, was noch Reste waren eines alten Erbgutes. Sie müssen sich jetzt allmählich hier in der physischen Welt Begriffe aneignen, die auch dann, wenn die Menschen durch die Pforte des Todes geschritten sind, dazu dienen, die ihnen nach Überschreitung als versucherische und verführerische, als gefährlich entgegentretende Wesen sichtbar zu machen. Mit diesen großen kosmischen Zusammenhängen ist es verbunden, daß eben jetzt Geisteswissenschaft der Menschheit mitgeteilt werden muß, daß Geisteswissenschaft unter die Menschen treten muß. Und man kann beobachten, wie gerade in unseren Tagen, in unseren so schicksalsbewegten Tagen, Übergänge wirklich geschaffen werden. Es gehen Menschen in jungen Jahren jetzt durch die Pforte des Todes, vom großen Zeitenschicksale gefordert, die gewissermaßen mit vollem Bewußtsein in jungen Jahren den Tod an sich haben herankommen lassen. Ich meine jetzt nicht so sehr den Moment, bevor der Tod zum Beispiel auf dem Schlachtfelde eingetreten ist. Da mag ja vieles da sein an Begeisterung und dergleichen, die das Erlebnis des Todes zu keinem so eminenten, so von Aufmerksamkeit durchtränkten machen, als man sonst glauben möchte. Aber wenn er eingetreten ist, der Tod, dann ist es ein Tod, der übrigläßt einen noch unverbrauchten Ätherleib, in unserer Zeit übrigläfßft einen unverbrauchten Ätherleib, auf den der Tote nun hinschauen kann; so daß nun der Tote dieses Phänomen, diese Tatsache des Todes, mit einer viel größeren Deutlichkeit sieht, als er es dann sieht, wenn der Tod durch Krankheit oder durch Altersschwäche eintritt.
[ 26 ] Mankind is now at a stage where such concepts have to be acquired. Otherwise men will find themselves in completely unfamiliar worlds when they go through the gate of death and enter the spiritual world. The capital resources men were given by the gods at the very beginning of earth evolution have gradually been used up. Men now no longer take with them through the gate of death the remnants of past inheritance. They now need to acquire ideas bit by bit here in the physical world that will enable them to pass through the gate of death and see the entities that come to meet them there offering the dangers of temptation and seduction. It is because of these great cosmic schemes that spiritual science has to be made known to man now, that spiritual science must come among men. And today in particular, in these fateful days, we can observe transitions really being made. People are presently going through the gate of death at a young age, as the great destiny of the age demands. They may be said to have consciously allowed death to approach them whilst still young. I am not so much speaking of the moment just before death occurs, say on the battlefield. In that situation many elements of enthusiasm and so on may be present and these make the moment of death far less elevated or far less a moment of utter concentration than we are Inclined to think. But when death has occurred it leaves an ether body that has not yet been used up, leaves an unspent ether body in our time. The dead individual can look at this and he will perceive this phenomenon, this fact of death, with much greater clarity than he would see it when death has ensued due to illness or old age.
[ 27 ] Dieser Tod auf dem Schlachtfeld ist ein intensiveres, ein stärker wirkendes Ereignis in unseren Tagen als ein Tod, der auf andere Weise eintritt. Dadurch wirkt das auf die Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen ist, und wirkt belehrend. Der Tod ist schrecklich oder kann wenigstens schrecklich sein für den Menschen, solange er im Leibe weilt. Wenn der Mensch aber durch die Pforte des Todes gegangen ist und zurückblickt auf den Tod, so ist der Tod das schönste Erlebnis, das überhaupt im menschlichen Kosmos möglich ist. Denn dieses Zurückblicken auf dieses Hineingehen in die geistige Welt durch den Tod ist zwischen Tod und neuer Geburt das allerwunderbarste, das schönste, großartigste, herrlichste Ereignis, auf das der Tote überhaupt zurückschauen kann. So wenig wie von unserer Geburt in unserem physischen Erleben jemals wirklich steht — es erinnert sich ja kein Mensch mit den gewöhnlichen, nicht ausgebildeten Fähigkeiten an seine physische Geburt —, sicher steht immer der Tod da für die Seele, die durch die Pforte des Todes gegangen ist, von dem Auftauchen des Bewußtseins an. Er ist immer vorhanden, aber er steht da als das Schönste, als der Auferwecker in die geistige Welt hinein. Und er ist ein Belehrer wunderbarster Art, ein Belehrer, der wirklich für die empfängliche Seele beweisen kann, daß es eine geistige Welt gibt, weil er das Physische durch seine eigene Wesenheit vernichtet und aus dieser Vernichtung eben nur hervorgehen läßt dasjenige, was geistig ist. Und diese Auferstehung des Geistigen, mit dem vollständigen Abstreifen des Physischen, das ist ein Ereignis, das immer dasteht zwischen Tod und neuer Geburt. Das ist ein tragendes, ein wunderbar großes Ereignis, und in sein Verständnis wächst die Seele nach und nach hinein; wächst hinein in einer ganz einzigartigen Weise dann, wenn nun dieses Ereignis in dem Grade, man möchte sagen, ein selbstgewähltes Ereignis ist, wenn der Mensch sich diesen Tod natürlich nicht gesucht, aber zum Beispiel dadurch, daß er gewissermaßen freiwillig sich eingereiht hat, ihn doch freiwillig gefunden hat. Dadurch gewinnt dieser Moment wiederum an Deutlichkeit. Und ein Mensch, der sonst nicht viel über den Tod nachgedacht hat, der wenig oder nur zum Teil sich um die geistige Welt gekümmert hat, der kann nun gerade in unserer Zeit an dem Tode, nach seinem Tode, einen wunderbaren Belehrer bekommen. Und das ist für den Zusammenhang der physischen mit der geistigen Welt etwas, was gerade in diesem Kriege als etwas ungeheuer Bedeutsames steckt. Ich habe es schon in einigen Vorträgen dieser schweren Zeit betont: es reicht nicht aus dasjenige, was wir tun können durch die bloße Belehrung, durch das Wort; aber ungeheure Belehrung wird für die Menschen der Zukunft kommen dadurch, daß so viele Tode eingetreten sind. Die wirken auf die Toten, und die Toten wiederum greifen ein in den Zukunftskulturprozeß der Menschheit.
[ 27 ] Death on the field of battle is an event of much greater intensity and has much powerful effects than death occurring in another way. It therefore has an effect on the soul that has gone through the gate of death, for it is instructive. Death is terrible—or at least can be terrible—to man whilst he is within his body! However, once he has gone through the gate of death and looks back to his death, death will be the most wonderful experience ever possible in the human cosmos. Looking back to his entry into the spiritual world through death is the most marvellous, the most glorious, magnificent and beautiful event on which the dead individual can ever look back during the time between death and rebirth. Birth has left little real trace in our physical awareness, for no one equipped with ordinary, undeveloped faculties will recall his physical birth. But death is certainly always there for a soul which has gone through the gate of death, from the moment consciousness develops. Death will always be present and present as the most beautiful, the one who brings resurrection into the spiritual world.47In the second of the available records (very detailed notes), this passage reads:
[ 28 ] So kann ich gerade von einem solchen Toten, der in jungen Jahren in unseren Tagen durch die Todespforte gegangen ist, Worte mitteilen, die, ich möchte sagen, durchgekommen sind; Worte, die gerade deshalb einem überraschend sind gewissermaßen, weil sie bezeugen, wie der Tote, der den Tod mit besonderer Deutlichkeit fühlte als auf dem Schlachtfelde erlebt, nun sich hineinfindet in dieses andersartige Erleben nach dem Tode; wie er sich herausarbeitet aus den Erden-Vorstellungen und sich hineinarbeitet in die geistigen Vorstellungen. Ich will Ihnen auch diese Worte hier mitteilen. Sie sind, wenn ich das so charakterisieren darf, aufgefangen, als ein solcher auf dem Schlachtfelde Verstorbener sie wie heranbringen wollte an diejenigen, die er zurückgelassen hat.
[ 28 ] I am able to give you the words of one who has gone through the gate of death as a young man now in the present time. His words have come through to me and they really come as a surprise, one might say, because they show how this dead individual who is experiencing death with great clarity as something he went through on the field of battle is now finding his way into the different kind of experience one has after death. They show him working his way out of earthly ideas and into spiritual ideas. Let me communicate these words to you. They were picked up, if I may call it this, when one of those who died on the field of battle tried to let them reach those he left behind.
Im Leuchtenden,
Da fühl’ ich
Die Lebenskraft.
Der Tod hat mich
Vom Schlaf erweckt,
Vom Geistesschlaf.
Ich werde sein,
Und aus mir tun,
Was Leuchtekraft
In mir erstrahlt.
Here all is light
And I feel
Power of life.
Death has woken
Me from sleep,
From spirit slumber.
I shall abide,
And power of light
Arising in me
Will become deed.
[ 29 ] Das ist gewissermaßen von dem Hinblicken nach dem erlittenen Tode von dem Toten erlernt, im Erlernen erlebt, so wie wenn das Wesen sich erfüllte mit dem, was es nach dem Tode eben leben lernen muß am Anblick des Todes, und wovon es auch Kunde geben, was es offenbaren will.
[ 29 ] That, as it were, is what the dead individual learned by looking on the death he went through, as if his essential nature was taking In all it must learn to live after death; and it also wants to make this known, wants to reveal it.
Im Leuchtenden, da fühl’ ich die Lebenskraft.
Here all is light and I feel power of life.
[ 30 ] Also er fühlt, daß er im höheren Grade lebendig ist in bezug auf das Erfassen der geistigen Welt, als er es hier war vor dem Tode. Er fühlt den Tod als eine Art Erwecker und Belehrer:
[ 30 ] He feels that he is more alive now where his comprehension of the spiritual world is concerned than he was before his death. He experiences death as one who awakens us, as a teacher:
Der Tod hat mich vom Schlaf erweckt,
Vom Geistesschlaf.
Death has woken me from sleep,
From spirit slumber.
[ 31 ] Und nun fühlt er auch schon, daß er ein Handelnder wird in der geistigen Welt:
[ 31 ] And he feels that he will be one who does things in the spiritual world.
Ich werde sein, und aus mir tun...
Not translated
[ 32 ] Aber er fühlt, daß dieses Tun in ihm die Leuchtekräfte tun, er fühlt das Licht in ihm erleben:
[ 32 ] But he feels the it is the radiant powers within him that do the doing, he feels light coming to life within him:
Ich werde sein,
Und aus mir tun,
Was Leuchtekraft
In mir erstrahlt.
I shall abide,
And power of light
Arising in me
Will become deed.
[ 33 ] Man kann eben überall sehen, richtig sehen, wie dasjenige, was erschaut werden kann in der geistigen Welt, immer wieder und wiederum von neuem die reinste Bestätigung desjenigen abgibt, was auch wiederum durch die sogenannte Imaginationserkenntnis aus dieser geistigen Welt heraus eben im allgemeinen bekannt werden kann. Und das ist es, was man so möchte, daß es belebt werde, so recht belebt werde durch unsere geisteswissenschaftliche Bewegung: daß wir es nicht bloß zu tun haben mit einem Wissen von der geistigen Welt, sondern daß dieses Wissen in uns wirklich so lebendig werde, daß wir eine andere Art mit der Welt zu fühlen, mit der Welt zu empfinden uns aneignen, indem die Begriffe der Geisteswissenschaft in uns lebendig werden. Dieses innerliche Beleben der Gedanken der Geisteswissenschaft, das ist ja dasjenige, wie ich schon oft gesagt habe, schon wiederholt gesagt habe, was von uns im Grunde genommen gefordert wird, so gefordert wird, daß es unser Beitrag sein soll für die Weiterentwickelung der Welt, damit zusammenfließen die aus der Geisteswissenschaft heraus geborenen spirituellen Gedanken, die sich in die geistige Welt hinauferheben wie Leuchtekräfte, die dem leuchtenden Weltall zurückgegeben werden; damit das Weltall sich vereinige mit dem, was die durch die Pforte des Todes Gegangenen in unseren schicksalsschweren Tagen der geistigen Kulturbewegung der Menschheit einverleiben. Dann wird das eintreten, was einbegriffen ist in die Worte, mit denen wir auch heute wieder unsere Betrachtungen schließen wollen:
[ 33 ] It really is possible to see everywhere, and to see rightly, that anything perceived in the spiritual world will again and again provide absolute confirmation of the things that can also become generally known out of the spiritual world through what is called imaginative perception. And it is this one so much wants to see come to life through our spiritual movement: that we do not merely have knowledge of the spiritual world but that this knowledge really comes to life in us so strongly that we learn new ways of feeling with the world, share In the experience of the world as the ideas of spiritual science come to life within us. As I have said so often, fundamentally we are asked to bring inward life into the thoughts of spiritual science; this is the contribution we are asked to make to the further development of the world, that the spiritual thoughts born out of spiritual science may stream together and soar up into the spiritual world as powers of Illumination that are given back to the radiant universe; that the universe may unite with the element which those who have gone through the gate of death in these fateful times are making part of the movement of spiritual culture for mankind. Then the words will come true which again shall conclude our talk today:
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geistbewußt
Ihren Sinn ins Geisterreich.
Out of courage shown in battle,
Out of the blood shed in war,
Out of the grief of those who are left,
Out of the people's deeds of sacrifice
Spirit fruits will come to grow
If souls with knowledge of the spirit
Turn their mind to spirit realms.
