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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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The Shaping of Destiny
and Life after Death
GA 157a

19 December 1915, Berlin

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Sechster Vortrag

Sixth Lecture

[ 1 ] Wir gedenken des aus den Tiefen der Geheimnisse der Erdenentwickelung heraus tönenden Spruches:

[ 1 ] We recall the saying that resounds from the depths of the mysteries of the Earth's evolution:

Offenbarung des Göttlichen in den Höhen des Seins,
und Friede den Menschen auf Erden,
die von einem guten Willen durchdrungen sind.

Revelation of the Divine in the heights of being,
and peace to people on earth,
who are filled with good will.

[ 2 ] Und wir müssen insbesondere beim Herannahen der Weihenacht in diesem Jahr gedenken: Welche Empfindungen verbinden uns mit diesem Spruch und seinem tiefen Weltensinn? Jenem tiefen Weltensinn, den unzählige Menschen so empfinden, daß das Wort Friede durch ihn erklingt und tönt, das Wort Friede in einer Zeit, in welcher dieser Friede im weitesten Umkreis unser Erdensein meidet. Wie gedenken wir in dieser Zeit der Weihnachtsworte?

[ 2 ] And as Christmas approaches this year, we must reflect in particular: What feelings do we associate with this saying and its profound meaning for the world? That profound meaning of the world, which countless people feel so deeply that the word “peace” resounds through it—the word “peace” in a time when this peace eludes us in the broadest sense of our earthly existence. How do we reflect on the words of Christmas in this season?

[ 3 ] Doch ein Gedanke ist es, der uns vielleicht im Zusammenhang mit diesem durch die Welt tönenden Wahrspruche in dieser Gegenwart noch tiefer berühren muß sogar als in andern Zeiten. Ein Gedanke! Feindlich stehen sich die Völker gegenüber. Blut, viel Blut trankt unsere Erde. Unzählige Tode haben wir um uns herum sehen müssen, fühlen müssen in dieser Zeit. Unendliches Leid webt um uns herum die Empfindungs- und Gefuhlsatmosphäre. Haß und Abneigung durchschwirren den geistigen Raum und könnten leicht zeigen, wie ferne, ferne die Menschen in unserer Zeit noch sind von jener Liebe, von welcher verkünden wollte derjenige, dessen Geburt die Weihenacht feiert. Ein Gedanke aber tritt besonders hervor: Wir denken uns, wie Feind gegen Feind, Gegner gegen Gegner stehen kann, wie Menschen sich gegenseitig den Tod bringen können, und wie sie durch dieselbe Pforte des Todes gehen können mit dem Gedanken an den göttlichen Lichtführer, den Christus Jesus. Wir gedenken, wie über die Erde hin, über welche sich ausbreiten Krieg und Schmerzen und Uneinigkeit, einig sein können diejenigen, die sonst so uneinig sind, indem sie in ihrem tiefsten Herzen ihren Zusammenhang tragen mit dem, der in die Welt gegangen ist an jenem Tage, den wir in der Weihenacht festlich begehen. Wir denken, wie sich durch alle Feindschaft, durch alle Abneigung, durch allen Haß hindurch in die menschlichen Seelen allüberall eine Empfindung in diesen Zeiten drängen kann, drängen kann mitten aus Blut und Haß heraus: der Gedanke des innigen Verbundenseins mit dem einen, mit dem, der damit die Herzen geeint hat durch etwas, das höher ist als alles das, was die Menschen jemals auf der Erde wird trennen können. Und so ist dies doch ein Gedanke von unendlicher Größe, ein Gedanke von unendlicher Tiefe der Empfindung, der Gedanke an den Christus Jesus, der die Menschen eint, wie uneinig sie auch sein mögen in allem, was die Welt angeht.

[ 3 ] Yet there is one thought that, in connection with this maxim resounding throughout the world, must touch us even more deeply in the present than in other times. One thought! Nations stand hostile toward one another. Blood, much blood, saturates our earth. We have had to witness countless deaths around us, to feel them in this time. Infinite suffering weaves the atmosphere of sensation and emotion around us. Hatred and aversion permeate the spiritual realm and could easily show how far, far removed the people of our time still are from that love which the one whose birth is celebrated on Christmas Eve sought to proclaim. One thought, however, stands out in particular: We consider how enemy can stand against enemy, opponent against opponent, how people can bring death upon one another, and how they can pass through the same gate of death with the thought of the divine guide of light, Christ Jesus. We reflect on how, across the earth—over which war, pain, and discord spread—those who are otherwise so divided can be united, in that they carry within their deepest hearts their connection to the One who came into the world on that day which we solemnly celebrate on Christmas Eve. We reflect on how, through all enmity, through all aversion, through all hatred, a feeling can press its way into human souls everywhere in these times, can press its way forth from the midst of blood and hatred: the thought of intimate connection with the One, with the One who has thus united hearts through something higher than anything that humans will ever be able to separate on earth. And so this is indeed a thought of infinite greatness, a thought of infinite depth of feeling, the thought of Christ Jesus, who unites people, however divided they may be in all that concerns the world.

[ 4 ] Wenn wir den Gedanken in dieser Art fassen, dann werden wir ihn um so tiefer fassen wollen gerade in unserer Gegenwart. Denn dann werden wir ahnen, wieviel mit diesem Gedanken zusammenhängt von dem, was groß und stark und gewaltig werden muß innerhalb der menschlichen Entwickelung, damit vieles in anderer Weise errungen werden kann von menschlichen Herzen, von menschlichen Seelen, was jetzt noch auf so blutige Weise errungen werden muß.

[ 4 ] If we grasp this idea in this way, we will want to understand it all the more deeply, especially in our present time. For then we will sense how much of what must become great, strong, and mighty within human development is connected to this idea, so that much of what must now still be achieved in such a bloody manner may instead be attained by human hearts and human souls in a different way.

[ 5 ] Daß Er uns stark mache, daß Er uns kräftige, daß Er uns lehre, über die Erde hin, wirklich zu empfinden im wahrsten Sinne des Wortes über alles Trennende hin den Weihenachts-Weihespruch: das ist das, was sich derjenige, der sich wirklich mit dem Christus Jesus verbunden fühlt, in der Weihenacht immer aufs neue geloben muß.

[ 5 ] That He may make us strong, that He may strengthen us, that He may teach us, across the earth, to truly feel—in the truest sense of the word—beyond all that divides us, the Christmas consecration prayer: this is what those who truly feel connected to Christ Jesus must vow anew each Christmas Eve.

[ 6 ] Es gibt innerhalb der Geschichte des Christentums eine Überlieferung, die wiederholt auftritt in den späteren Zeiten und in Gebrauch war in gewissen christlichen Gegenden durch Jahrhunderte hindurch. In alten Zeiten schon wurden in verschiedensten Gegenden, zumeist von den christlichen Kirchen aus, Darstellungen des Weihenachtsgeheimnisses den Gläubigen geboten. Gerade in diesen ältesten Zeiten wurde die Darstellung des Weihenachtsgeheimnisses begonnen mit einem Vorlesen, ja zuzeiten sogar mit einem Darstellen der Schöpfungsgeschichte, der Geschichte der Schöpfung, wie sie im Beginn der Bibel dargestellt wird. Es wurde zuerst dargestellt, gerade um die Weihnachtszeit, wie aus den Tiefen des Weltenalls heraus das Weltenwort ertönt ist, wie aus dem Weltenwort heraus nach und nach die Schöpfung entstand, wie Luzifer an den Menschen herangetreten ist, wie die Menschen dadurch auf eine andere Weise das Erdendasein begonnen haben, als das Dasein gewesen wäre, das ihnen ursprünglich vor dem Herantreten Luzifers bestimmt war. Es wurde die ganze Versuchungsgeschichte von Adam und Eva vorgeführt und dann gezeigt, wie gleichsam der alten vortestamentlichen Geschichte der Mensch einverleibt worden ist. Dann wurde erst im weiteren Verlauf hinzugesetzt, was mehr oder weniger ausführlich in Spielen dargestellt worden ist, die sich dann im 15., 16., 17., 18. Jahrhundert in mitteleuropäischen Gegenden zu solchen Spielen entwickelt haben, wie wir ein kleines davon jetzt eben gesehen haben.

[ 6 ] There is a tradition within the history of Christianity that recurs in later times and has been practiced in certain Christian regions for centuries. Even in ancient times, depictions of the mystery of Christmas were presented to the faithful in various regions, mostly by the Christian churches. Especially in those earliest times, the presentation of the mystery of Christmas began with a reading, and at times even with a reenactment of the story of creation, as it is described at the beginning of the Bible. It was first depicted, especially around Christmas time, how the Word of the World resounded from the depths of the universe, how creation gradually arose from the Word of the World, how Lucifer approached humanity, and how, as a result, human beings began their earthly existence in a different way than the existence that had originally been destined for them before Lucifer’s approach. The entire story of the temptation of Adam and Eve was presented, and then it was shown how humanity was, as it were, incorporated into the old pre-biblical story. Only later was added what had been depicted more or less in detail in plays that developed in the 15th, 16th, 17th, and 18th centuries in Central European regions into the kind of plays we have just seen a small example of.

[ 7 ] Von dem, was aus einem unendlich großen Gedanken heraus am Weihnachts-Weihefest den Anfang des Alten Testamentes zusammengeschlossen hat mit der geheimnisvollen Geschichte des Mysteriums von Golgatha, was aus diesem Gedanken heraus die beiden heiligen Geschichten zusammengeschlossen hat, von dem ist nur wenig noch geblieben, nur sozusagen das eine in der Gegenwart, daß in unserem Kalender vor dem Eintritt des Weihnachtstages der Tag von Adam und Eva steht. Das hat in demselben Gedanken seinen Ursprung. Aber in älteren Zeiten wurde auch für die, welche aus tieferen Gedanken, aus tieferen Empfindungen oder einer tieferen Erkenntnis heraus durch diejenigen, die ihre Lehrer waren, das Weihnachtsgeheimnis und das Geheimnis von Golgatha erfassen sollten, es wurde fur die immer wiederum dargestellt ein großer, ein umfassender symbolischer Gedanke: der Gedanke von dem Ursprung des Kreuzes. Der Gott, der den Menschen im Alten Testament vorgeführt wird, gibt den Menschen, die durch Adam und Eva repräsentiert sind, das Gebot: Essen dürfen sie von allen Früchten des Gartens, nur nicht von den Früchten, die am Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen wachsen. Weil sie davon gegessen haben, wurden sie aus dem ursprünglichen Schauplatz ihres Seins vertrieben.

[ 7 ] Of that which, arising from an infinitely great thought, united the beginning of the Old Testament with the mysterious story of the Mystery of Golgotha on the Feast of the Nativity—that which, arising from this thought, united the two sacred histories—very little remains of it today, only, so to speak, the one thing in the present: that in our calendar, the day of Adam and Eve precedes the onset of Christmas Day. This has its origin in the same thought. But in earlier times, even for those who, out of deeper thoughts, deeper feelings, or a deeper insight, were to grasp the Christmas mystery and the mystery of Golgotha through those who were their teachers, a great, comprehensive symbolic thought was repeatedly presented to them: the thought of the origin of the cross. The God presented to humanity in the Old Testament gives the people, represented by Adam and Eve, the commandment: They may eat of all the fruits of the garden, but not of the fruits that grow on the tree of the knowledge of good and evil. Because they ate of it, they were driven out of the original setting of their being.

[ 8 ] Der Baum aber — das wurde nun in der verschiedensten Weise dargestellt — kam auf irgendeine Art in die Geschlechterreihe, welche dann die ursprünglichen Geschlechter waren, aus denen auch die körperliche Hülle des Christus Jesus hervorgegangen ist. Und er kam so hin, daß — so wurde es in gewissen Zeiten dargestellt —, als Adam, der sündige Mensch, begraben worden ist, dieser Baum wiederum aus seinem Grabe herauswuchs, der aus dem Paradiese entfernt worden war. So sehen wir den Gedanken angeregt: Adam ruht im Grabe, er, der Mensch, der durch die Sünde gegangen ist, er, der Mensch, der durch Luzifer verführt worden ist, ruht im Grabe, er hat sich mit dem Erdenleibe vereinigt. Aber aus seinem Grabe ersprießt der Baum — der Baum, der jetzt herauswachsen kann aus der Erde, mit der Adams Leib vereinigt worden ist. Das Holz dieses Baumes geht weiter über auf die Geschlechter, zu denen auch Abraham gehört, zu denen David gehört. Und aus dem Holz dieses Baumes, der also im Paradiese gestanden hat, der wieder herausgewachsen ist aus Adams Grab, aus dem Holze dieses Baumes wurde das Kreuz gemacht, an dem der Christus Jesus gehangen hat.

[ 8 ] But the tree—and this has been depicted in a variety of ways—somehow entered the lineage of the original generations, from which the physical body of Christ Jesus also emerged. And it came to pass that—as was depicted in certain times—when Adam, the sinful man, was buried, this tree, which had been removed from Paradise, grew out of his grave. Thus we see the idea presented: Adam rests in the grave, he, the human being who has passed through sin, he, the human being who has been led astray by Lucifer, rests in the grave; he has united himself with the earthly body. But from his grave the tree sprouts—the tree that can now grow out of the earth with which Adam’s body has been united. The wood of this tree passes on to the generations, to which Abraham also belongs, to which David belongs. And from the wood of this tree, which thus stood in Paradise, which has grown up again from Adam’s grave, from the wood of this tree the cross was made, on which Christ Jesus hung.

[ 9 ] Das ist der Gedanke, der immer wieder denen, die aus tieferen Grundlagen heraus die Geheimnisse des Mysteriums von Golgatha verstehen sollten, von ihren Lehrern klargemacht wurde. Es hat einen tiefen Sinn, daß in älteren Zeiten — und der Sinn wird es uns gleich zeigen, daß es auch für die Gegenwart noch gut ist — in solchen Bildern tiefe Gedanken zum Ausdruck kamen.

[ 9 ] This is the idea that was repeatedly made clear by their teachers to those who were meant to understand the mysteries of Golgotha from a deeper foundation. There is a profound significance in the fact that in earlier times—and the significance will soon show us that this is still valid for the present—profound thoughts were expressed through such images.

[ 10 ] Wir haben uns bekanntgemacht mit jenem Gedanken des Mysteriums von Golgatha, der uns sagt: Das Wesen, das durch den Leib des Jesus gegangen ist, das hat, was es der Erde bringen kann, über die Erde ausgegossen, in die Erdenaura ergossen. Was der Christus in die Erde gebracht hat, ist seither mit der ganzen Leiblichkeit der Erde verbunden. Die Erde ist etwas anderes geworden seit dem Mysterium von Golgatha. In der Erdenaura lebt das, was der Christus aus himmlischen Höhen auf die Erde heruntergebracht hat. Wenn wir im Zusammenhang damit jenes alte Bild von dem Baume ins geistige Auge fassen, so zeigt uns dieses Bild den ganzen Zusammenhang von einem höheren Gesichtspunkt aus: In den Menschen ist das luziferische Prinzip eingezogen, als der Mensch seinen Erdenanfang genommen hat. Der Mensch, so wie er nun ist, in seiner Vereinigung mit dem luziferischen Prinzip, gehört zu der Erde hinzu, er bildet einen Teil der Erde. Und wenn wir seinen Leib in die Erde hineinlegen, so ist dieser Leib nicht bloß das, als was ihn die Anatomie sieht, sondern dieser Leib ist zu gleicher Zeit die äußere Abformung dessen, was innerhalb des Irdischen der Mensch auch in seiner Innenheit ist. Uns kann es aus der geistigen Wissenschaft heraus klar sein, daß nicht nur das zu des Menschen Wesenheit gehört, was durch die Pforte des Todes in die geistigen Welten eingeht, sondern daß der Mensch durch sein ganzes Wirken, durch seine ganzen Taten mit der Erde verbunden ist; wirklich gerade so verbunden ist, wie jene Geschehnisse mit der Erde verbunden sind, die der Geologe, der Mineraloge, der Zoologe und so weiter als zusammenhängend mit der Erde findet. Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, so ist ja nur für die menschliche Individualität zunächst abgeschlossen, was ihn an die Erde bindet. Aber unsere äußere Form, wir übergeben sie in irgendeiner Art der Erde, sie geht in den Erdenleib ein. Sie trägt in sich die Ausprägung dessen, was die Erde dadurch geworden ist, daß Luzifer in die Erdenentwickelung eingetreten ist. Was der Mensch auf der Erde leistet, tragt das luziferische Prinzip in sich, der Mensch bringt dieses luziferische Prinzip in die Erdenaura hinein. Aus des Menschen Taten, aus des Menschen Wirksamkeiten entspringt, erbluht nicht nur das, was ursprünglich mit dem Menschen beabsichtigt war, aus des Menschen Taten entspringt das, dem Luziferisches beigemischt ist. Das ist in der Erdenaura. Und wenn wir nun auf dem Grabe des von Luzifer verführten Menschen Adam den Baum sehen, der durch die luziferische Verführung etwas anderes geworden ist, als er ursprünglich war, den Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen, so sehen wir alles das, was der Mensch dadurch bewirkt hat, daß er den ursprünglichen Stand verlassen hat, daß er durch die luziferische Verführung ein anderer geworden ist und dadurch etwas ihm vorher Nichtbestimmtes in die Erdenevolution hereingebracht hat.

[ 10 ] We have become acquainted with that aspect of the Mystery of Golgotha which tells us: The being who passed through the body of Jesus poured out upon the earth—into the earth’s aura—all that he could bring to it. What Christ brought into the Earth has since been connected with the entire physicality of the Earth. The Earth has become something different since the Mystery of Golgotha. What Christ brought down from the heavenly heights lives within the Earth’s aura. When we visualize that ancient image of the tree in connection with this, the image reveals the entire context from a higher perspective: The Luciferic principle entered into human beings when humanity first came into being on Earth. Humanity, as it now is, in its union with the Luciferic principle, belongs to the Earth; it forms a part of the Earth. And when we lay its body into the Earth, this body is not merely what anatomy perceives it to be, but this body is at the same time the outer imprint of what humanity is within the earthly realm, even in its innermost being. It can be clear to us from spiritual science that what belongs to the human being is not only that which enters the spiritual worlds through the gate of death, but that the human being is connected to the Earth through all his activity, through all his deeds; truly connected in just the same way as those events are connected to the Earth that the geologist, the mineralogist, the zoologist, and so on find to be related to the Earth. When a human being passes through the gate of death, what binds him to the Earth is, for the time being, concluded only for the human individuality. But our outer form—we surrender it in some way to the Earth; it enters into the Earth’s body. It bears within itself the imprint of what the Earth has become through Lucifer’s entry into Earth’s development. What the human being accomplishes on Earth bears the Luciferic principle within it; the human being brings this Luciferic principle into the Earth’s aura. From human deeds, from human activities, springs forth and blossoms not only what was originally intended for humanity; from human deeds springs forth that which is mingled with the Luciferic. This is in the Earth’s aura. And when we now see, at the grave of Adam—the human being seduced by Lucifer—the tree that, through Luciferic temptation, has become something other than what it originally was, the tree of the knowledge of good and evil, we see everything that humanity has brought about by leaving its original state, by becoming something other through Luciferic temptation, and thereby introducing into Earth’s evolution something that was not previously determined for it.

[ 11 ] Wir sehen den Baum herauswachsen aus dem, was der physische Leib für die Erde ist, was in seiner Erdenform abgeprägt worden ist, was den Menschen auf der Erde in einer niedrigeren Sphäre erscheinen läßt, als er geworden wäre, wenn er nicht durch die luziferische Verführung hindurchgegangen wäre. Es wächst aus des Menschen ganzem Erdendasein etwas heraus, was durch die luziferische Verführung, Versuchung in die Menschheitsentwickelung hineingekommen ist. Indem wir die Erkenntnis suchen, suchen wir sie auf eine andere Art, als es uns ursprünglich vorbestimmt war. Das aber läßt erscheinen, daß das, was aus unseren Erdentaten herauswächst, anders ist, als es nach der Götter ursprünglichem Ratschluß sein könnte. Wir formen ein Erdendasein, das nicht so ist, wie es nach der Götter ursprünglichem Ratschluß für uns bestimmt war. Wir mischen dem ein anderes bei, von dem wir uns ganz bestimmte Vorstellungen machen müssen, wenn wir es richtig verstehen wollen. Wir müssen uns sagen: Ich bin hereingesetzt in die Erdenentwickelung. Was ich der Erdenentwickelung durch meine Taten gebe, das trägt Früchte. Das trägt Früchte der Erkenntnis, die mir dadurch geworden ist, daß mir die Erkenntnis des Guten und des Bösen auf der Erde zuteil geworden ist. Diese Erkenntnis lebt in der Entwickelung der Erde, diese Erkenntnis ist da. Aber indem ich diese Erkenntnis anschaue, wird sie mir zu etwas, was anders ist, als es hätte ursprünglich sein sollen. Sie wird mir zu etwas, was ich anders machen muß, wenn der Erde Ziel und der Erde Aufgabe erreicht werden soll. Ich sehe aus meinen Erdentaten etwas hervorwachsen, was anders werden muß. Es wächst der Baum hervor, der das Kreuz des Erdendaseins wird, der Baum, der da dasjenige wird, zu dem der Mensch ein neues Verhältnis gewinnen muß — denn das alte Verhältnis läßt eben diesen Baum erwachsen. Der Baum des Kreuzes, jenes Kreuzes, das erwächst aus der luziferisch tingierten Erdenentwickelung, er wächst heraus aus Adams Grab, aus derjenigen Menschlichkeit, die Adam nach der Versuchung geworden ist. Der Baum der Erkenntnis muß zum Kreuzesstamm werden, weil mit dem richtig erkannten Baum der Erkenntnis, so wie er jetzt ist, der Mensch sich aufs neue verbinden muß, um der Erde Ziel und der Erde Aufgabe zu erreichen.

[ 11 ] We see the tree growing out of what the physical body is to the Earth—what has been imprinted in its earthly form—which causes human beings on Earth to appear in a lower sphere than they would have been had they not undergone the Luciferic temptation. Something grows out of the whole of human existence on Earth that has entered human development through the Luciferic temptation. In seeking knowledge, we seek it in a different way than was originally intended for us. But this makes it appear that what grows out of our earthly deeds is different from what it could be according to the gods’ original plan. We are shaping an earthly existence that is not as it was intended for us according to the gods’ original plan. We are mixing something else into it, about which we must form very specific mental images if we are to understand it correctly. We must say to ourselves: I am placed within the development of the Earth. What I contribute to the Earth’s development through my actions bears fruit. This bears the fruits of the knowledge that has come to me through the fact that the knowledge of good and evil has been bestowed upon me on Earth. This knowledge lives in the development of the Earth; this knowledge is there. But as I look upon this knowledge, it becomes to me something other than what it was originally meant to be. It becomes to me something that I must change if the Earth’s goal and the Earth’s task are to be achieved. I see something growing out of my earthly deeds that must become different. The tree grows forth that becomes the cross of earthly existence, the tree that becomes that to which humanity must establish a new relationship—for the old relationship is precisely what allows this tree to grow. The tree of the cross, that cross which arises from the Lucifer-tinged development of the Earth, grows out of Adam’s grave, out of the humanity that Adam became after the temptation. The tree of knowledge must become the trunk of the cross, because humanity must reconnect with the correctly recognized tree of knowledge, as it is now, in order to achieve the Earth’s goal and the Earth’s task.

[ 12 ] Fragen wir uns — und hier berühren wir ein bedeutsames Geheimnis der geistigen Wissenschaft —: Wie steht es denn eigentlich mit diesen Gliedern, die wir als die Glieder der menschlichen Natur kennengelernt haben? Nun, wir kennen als das zunächst höchste Glied der menschlichen Natur unser Ich. Wir lernen unser Ich aussprechen zu einer gewissen Zeit unseres Kindesalters. Wir gewinnen ein Verhältnis zu diesem Ich von der Zeit an bis zu der wir uns in späteren Jahren zurückerinnern. Wir wissen es aus den verschiedensten geisteswissenschaftlichen Betrachtungen: bis zu dem Zeitpunkt hat das Ich selber formend und gestaltend an uns gewirkt, bis zu dem Moment, da wir ein bewußtes Verhältnis zu unserem Ich haben. Beim Kind ist dieses Ich auch da, aber es wirkt in uns, es bildet in uns erst den Leib aus. Zunächst schafft es mit den übersinnlichen Kräften der geistigen Welt. Wenn wir durch die Empfängnis und die Geburt gegangen sind, schafft es sogar noch einige Zeit, die Jahre dauert, an unserem Leibe, bis wir unseren Leib als Werkzeug so haben, daß wir uns bewußt als ein Ich erfassen können. Es ist ein tiefes Geheimnis mit diesem Hineintreten des Ich in die menschliche Leibesnatur verbunden. Wir fragen den Menschen, wenn er uns entgegentritt: Wie alt bist du? — Er gibt uns als sein Alter an die Jahre, die verflossen sind seit seiner Geburt. Wie gesagt, wir beruhren hier ein gewisses Geheimnis der Geisteswissenschaft, das uns im Laufe der nächsten Zeit immer klarer werden wird, das ich aber heute nur erwähnen will, gleichsam mitteilen will. Was uns der Mensch also als sein Alter angibt zu einer bestimmten Zeit seines Lebens, das bezieht sich auf seinen physischen Leib. Er sagt uns nichts anderes als: sein physischer Leib ist so und so lange in der Entwickelung gewesen seit seiner Geburt. Das Ich macht diese Entwickelung dieses physischen Leibes nicht mit. Das Ich bleibt stehen.

[ 12 ] Let us ask ourselves—and here we touch upon a significant mystery of spiritual science—: What is the actual nature of these members that we have come to know as the members of human nature? Well, we recognize our “I” as the highest member of human nature. We learn to articulate our “I” at a certain point in our childhood. We develop a relationship with this “I” from the time we can recall in later years. We know from various observations of Spiritual Science that up to that point, the “I” itself has been shaping and forming us, up to the moment when we have a conscious relationship with our “I.” In the child, this “I” is also present, but it works within us; it first forms the body within us. At first, it works with the supersensible forces of the spiritual world. After we have gone through conception and birth, it continues to work on our body for some time—years, in fact—until we have our body as an instrument in such a way that we can consciously grasp ourselves as an “I.” There is a profound mystery connected with this entry of the “I” into human physical nature. We ask a person when they approach us: How old are you? — They tell us their age as the number of years that have passed since their birth. As I said, we are touching here upon a certain mystery of Spiritual Science that will become increasingly clear to us in the coming time, but which I wish only to mention today, to share, as it were. What a person tells us as their age at a certain point in their life, therefore, refers to their physical body. They are telling us nothing other than: their physical body has been in development for such and such a length of time since their birth. The I does not participate in this development of the physical body. The I remains stationary.

[ 13 ] Und das ist das schwer zu fassende Geheimnis, daß das Ich eigentlich in dem Zeitpunkte, bis zu dem wir uns zurückerinnern, stehenbleibt. Es wird nicht mit dem Leibe geändert, es bleibt stehen. Gerade dadurch haben wir es immer vor uns, daf3 es uns, indem wir hinschauen, unsere Erlebnisse entgegenspiegelt. Das Ich macht unsere Erdenwanderung nicht mit. Erst wenn wir durch die Pforte des Todes gegangen sind, müssen wir den Weg, den wir Kamaloka nennen, wiederum zurück machen bis zu unserer Geburt, um unser Ich wieder anzutreffen, und es dann auf unserer weiteren Wanderung mitzunehmen. Der Körper schiebt sich in den Jahren vor — das Ich bleibt zurück, das Ich bleibt stehen. Schwierig zu begreifen ist es aus dem Grunde, weil man sich nicht vorstellen kann, daß in der Zeit etwas stehenbleibt, während die Zeit weiterrückt. Aber es ist doch so. Das Ich bleibt stehen, und zwar bleibt es aus dem Grunde stehen, weil dieses Ich eigentlich sich nicht verbindet mit dem, was vom Erdendasein an den Menschen herankommt, sondern weil es verbunden bleibt mit denjenigen Kräften, die wir in der geistigen Welt die unsrigen nennen. Das Ich bleibt da, das Ich bleibt im Grunde in der Form, wie es uns verliehen ist, wie wir wissen, von den Geistern der Form. Dieses Ich wird in der geistigen Welt gehalten. Es muß in der geistigen Welt gehalten werden, sonst könnten wir niemals als Menschen während unserer Erdenentwickelung der Erde ursprüngliche Aufgabe und ursprüngliches Ziel wieder erreichen. Was der Mensch hier auf der Erde durch seine Adamsnatur durchgemacht hat, wovon er eine Abprägung in das Grab trägt, wenn er als Adam stirbt, das ist haftend am physischen Leibe, Ätherleib und Astralleib, kommt von diesen. Das Ich wartet, wartet mit alledem, was in ihm ist, die ganze Zeit, die der Mensch auf der Erde durchmacht, sieht nur hin auf die weitere Entwickelung des Menschen — wie der Mensch es sich wieder holt, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist, indem er den Weg zurück macht. Das heißt, wir bleiben — in einem gewissen Sinne ist das gemeint — mit unserem Ich gewissermaßen in der geistigen Welt zurück. Dessen soll sich die Menschheit bewußt werden. Und sie konnte sich dessen nur dadurch bewußt werden, daß in einer gewissen Zeit aus jenen Welten, denen der Mensch angehört, aus den geistigen Welten, der Christus herunterkam und sich in dem Leibe des Jesus vorbereitete, in der Weise, wie wir es wissen — doppelt —, das, was als Leib ihm auf der Erde dienen sollte.

[ 13 ] And this is the elusive mystery: that the self actually remains fixed at the point in time as far back as we can remember. It does not change with the body; it remains fixed. It is precisely because of this that we always have it before us, for it reflects our experiences back to us as we look at it. The “I” does not accompany us on our earthly journey. Only after we have passed through the gate of death must we retrace the path we call Kamaloka back to our birth in order to encounter our “I” again, and then take it with us on our further journey. The body moves forward through the years—the “I” remains behind; the “I” remains stationary. It is difficult to grasp for the reason that one cannot form a mental image of something remaining stationary in time while time itself moves on. But that is indeed the case. The I remains stationary, and it remains so because this I does not actually connect with what comes to the human being from earthly existence, but rather because it remains connected to those forces that we call our own in the spiritual world. The I remains there; the I essentially remains in the form in which it is bestowed upon us, as we know, by the spirits of form. This I is held in the spiritual world. It must be held in the spiritual world; otherwise, we could never, as human beings during our earthly development, regain the Earth’s original task and original goal. What the human being has gone through here on Earth through his Adamic nature—of which he carries an imprint into the grave when he dies as Adam—is attached to the physical body, the etheric body, and the astral body; it comes from these. The I waits, waits with all that is within it, throughout the entire time that the human being spends on Earth, looking only toward the human being’s further development—how the human being will reclaim it once they have passed through the gate of death by retracing the path. That is to say, we remain—in a certain sense this is what is meant—with our I, so to speak, in the spiritual world. Humanity must become aware of this. And it could only become aware of this through the fact that, at a certain time, from those worlds to which the human being belongs—from the spiritual worlds—Christ descended and prepared, in the body of Jesus, in the manner we know—doubly—that which was to serve him as a body on Earth.

[ 14 ] Wenn wir uns recht verstehen, so schauen wir durch unser ganzes Erdenleben hindurch immer auf unsere Kindheit hin. Da, in unserer Kindheit, ist zurückgeblieben das, was gerade unser Geistiges ist. Wir schauen immer darauf hin, wenn wir die Sache richtig verstehen. Und dazu sollte die Menschheit erzogen werden, hinzusehen auf das, zu dem der Geist aus den Höhen sagen kann: «Lasset die Kindlein zu mir kommen», nicht den Menschen, der mit der Erde verbunden ist, sondern die Kindlein. Dazu sollte die Menschheit erzogen werden, indem ihr das Fest der Weihenacht gegeben worden ist, indem es hinzugefügt worden ist zu dem Mysterium von Golgatha, das sonst nur der Menschheit verliehen zu werden brauchte in bezug auf die drei letzten Jahre des Christus-Lebens, da der Christus in dem Leibe des Jesus von Nazareth war. Dieses Fest zeigt, wie der Christus sich den menschlichen Leib in der Kindheit vorbereitet hat. Das ist das, was der Weihnachtsempfindung zugrunde liegen soll: zu wissen, wie der Mensch eigentlich immer verbunden geblieben ist durch das, was in seinem Wachstum zurückbleibt, was in himmlischen Höhen bleibt, mit dem, was nun hereinkommt. In der Kindesgestalt soll der Mensch an das MenschlichGöttliche, von dem er sich entfernt hat, indem er auf die Erde hinabstieg, das aber wiederum zu ihm gekommen ist, an dieses Kindhafte in ihm sollte der Mensch erinnert werden. An denjenigen sollte er erinnert werden, der ihm das Kindhafte wiedergebracht hat. Es war nicht gerade leicht, aber gerade an der Art und Weise, wie sich dieses Weltenkindesfest, das Weihnachtsfest, in die mitteleuropäischen Gegenden hereinentwickelt hat, gerade daran sieht man die wunderbar wirkende, tragende Kraft.

[ 14 ] If we understand each other correctly, we always look back to our childhood throughout our entire earthly life. There, in our childhood, lies what constitutes our very spiritual essence. We always look back to it, if we understand the matter correctly. And humanity should be educated to look toward that to which the Spirit from on high can say: “Let the little children come to me”—not the human being who is bound to the earth, but the little children. Humanity should be educated to do this by the gift of the Feast of the Nativity, which has been added to the Mystery of Golgotha—a Mystery that otherwise only needed to be bestowed upon humanity in relation to the last three years of the Christ-life, when the Christ was in the body of Jesus of Nazareth. This feast shows how the Christ prepared the human body during childhood. This is what should underlie the Christmas sentiment: to know how the human being has actually always remained connected, through what remains behind in his growth—what remains in the heavenly heights—with what now enters. In the form of the child, humanity is to be reminded of the human-divine from which it had distanced itself by descending to Earth, but which has now returned to it; humanity is to be reminded of this childlike quality within itself. He should be reminded of the One who has restored this childlike quality to him. It was not exactly easy, but precisely in the way this festival of the World Child, the Christmas festival, has developed in the Central European regions—precisely in that one can see the wonderfully effective, sustaining power.

[ 15 ] Was wir heute gesehen haben, war nur ein kleines der vielen Weihnachtspiele. Es ist aus den alten Zeiten, von der Art des Weihnachtspieles, die ich ein wenig angedeutet habe, noch zurückgeblieben eine Anzahl der sogenannten Paradeisspiele, die man auch zu Weihnachten aufführte, wo wirklich die Schöpfungsgeschichte aufgeführt worden ist. Es ist zurückgeblieben dann die Verbindung mit dem Hirtenspiel, mit dem Spiel der drei Könige, die ihre Geschenke darbringen. Vieles, vieles von dem lebte in zahlreichen Spielen. Sie sind jetzt zum größten Teil verschwunden.

[ 15 ] What we saw today was just one small example of the many Christmas plays. From the old days, from the type of Christmas play I mentioned briefly, a number of so-called “Paradise Plays” have survived; these were also performed at Christmas and actually depicted the story of creation. What has survived is the connection with the Shepherds’ Play and the play of the Three Kings presenting their gifts. Much, much of this lived on in numerous plays. Most of them have now disappeared.

[ 16 ] In der Mitte des 18. Jahrhunderts etwa beginnt die Zeit, wo sie in Bauerngegenden verschwinden. Aber wunderbar ist es zu sehen, wie sie gelebt haben. Jener Karl Julius Schröer, von dem ich Ihnen schon öfters erzählt habe, hatte in westungarischen Gegenden in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts solche Weihnachtspiele gesammelt, in der Preßburger Gegend herum, und weiter von Preßburg nach Ungarn herunter. Andere haben in andern Gegenden solche Weihnachtspiele gesammelt, aber das, was dazumal Karl Julius Schröer auffinden konnte von den mit der Aufführung dieser Weihnachtspiele verbundenen Gebräuchen, kann uns ganz besonders tief zu Herzen gehen. Diese Weihnachtspiele, sie waren da, handschriftlich, in gewissen Familien des Dorfes und wurden als etwas ganz besonders Heiliges gehalten. Aufgeführt wurden sie in der Weise, daß man so eigentlich, wenn der Oktober herankam, schon daran dachte, man müsse diese Spiele zur Weihnachtszeit vor den Bauern des Ortes aufführen. Dann wurden die bravsten Burschen und Mädchen ausgesucht, und die hörten auf in dieser Zeit, in der sie begannen sich vorzubereiten, Wein zu trinken, Alkoholisches zu trinken. Sie durften, was ja sonst in solchen Orten getan werden darf, nicht mehr raufen am Sonntag, sie durften nicht mehr andere Ausschreitungen begehen. Sie mußten wirklich, wie man sagte, «ein heiliges Leben führen». Und so hatte man das Bewußtsein, daß eine gewisse moralische Stimmung der Seele dazugehörte bei denen, die sich in der Weihnachtszeit der Aufführung solcher Spiele widmen sollten. Nicht aus dem ganz gewöhnlichen Weltlichen heraus sollten solche Spiele aufgeführt werden.

[ 16 ] Around the middle of the 18th century, they began to disappear from rural areas. But it is wonderful to see how they lived. That Karl Julius Schröer, whom I have often told you about, had collected such Christmas plays in western Hungarian regions in the 1850s, around the Pressburg area, and further down from Pressburg into Hungary. Others have collected such Christmas plays in other regions, but what Karl Julius Schröer was able to uncover back then regarding the customs associated with the performance of these Christmas plays can touch our hearts particularly deeply. These Christmas plays existed, in handwritten form, within certain families in the village and were regarded as something particularly sacred. They were performed in such a way that, as October approached, people were already thinking about the need to perform these plays for the local farmers during the Christmas season. Then the best-behaved young men and women were selected, and during this time, as they began to prepare, they stopped drinking wine and other alcoholic beverages. They were no longer allowed to fight on Sundays—something that is otherwise permitted in such places—nor were they allowed to engage in other acts of disorderly conduct. They truly had to, as they said, “lead a holy life.” And so there was a sense that a certain moral disposition of the soul was required of those who were to devote themselves to performing such plays during the Christmas season. Such plays were not to be performed out of the ordinary, mundane world.

[ 17 ] Dann wurden sie aufgeführt mit aller Naivität, mit der Bauern so etwas aufführen können, aber es herrschte in der ganzen Aufführung tiefster Ernst, unendlicher Ernst. Den Spielen, die dazumal Karl Julius Schröer, früher Weinhold und andere dann in den verschiedensten Gegenden gesammelt haben, ist überall dieser tiefe Ernst eigen, mit dem man sich dem Weihnachtsgeheimnis nahte. Aber das war nicht immer so. Und wir brauchen gar nicht weiter zurückzugehen als ein paar Jahrhunderte, da finden wir das anders, und da tritt uns etwas höchst Eigentümliches entgegen. Gerade die Art und Weise, wie sich diese Weihnachtspiele namentlich in mitteleuropäischen Gegenden eingebürgert haben, wie sie entstanden und allmählich geworden sind, das zeigt uns, wie überwältigend gewirkt hat der Weihnachtsgedanke. Er wurde nicht etwa gleich so aufgenommen, wie ich es jetzt geschildert habe: daß? man mit heiliger Scheu, mit großem Ernst, mit einem Bewußtsein von der Bedeutung des Ereignisses, das in der Empfindung lebte, sich dem genaht hätte. O nein! In vielen Gegenden hat das zum Beispiel so begonnen, daß man eine Krippe aufgestellt hat vor irgendeinem Seitenaltar dieser oder jener Kirche — das war noch im 14., 15. Jahrhundert, aber es geht auch schon in frühere Zeiten zurück; man stellte eine Krippe auf, das heißt also einen Stall, darin Ochs und Eselein und das Kindlein und zwei Puppen, die Joseph und Maria darstellten. So wurde zuerst mit naiver Plastik das getrieben. Dann wollte man mehr Leben hineinbringen, aber zunächst von der Geistlichkeit aus. Es zogen sich Priester an, der eine als Joseph, der andere als Maria, und die stellten das dar — statt der Puppen spielten sie das. In der ersten Zeit stellten sie die Sache sogar in der lateinischen Sprache dar, denn man hielt in der alten Kirche sehr viel darauf, da man, wie es scheint, einen sehr tiefen Sinn darin sah, daß diejenigen, die zuschauten oder zuhörten, möglichst gar nichts von der Sache verstanden, sondern nur die äußere Mimik sahen. Aber das ließen diese sich nicht mehr gefallen: sie wollten auch etwas verstehen von demjenigen, was ihnen da vorgeführt wurde. Und da ging man denn allmählich dazu über, einige Teile daraus in die entsprechende Sprache zu gießen, die gerade in den Gegenden gesprochen worden war. Doch endlich erwachte das Gefühl bei den Leuten, mitzumachen, das selbst zu erleben. Aber fremd war es ihnen, recht fremd war ihnen die Sache doch noch. Man muß nur bedenken, daß etwa noch im 12.,13. Jahrhundert jene Vertrautheit mit den heiligen Geheimnissen, zum Beispiel der Weihenacht, nicht da war, die wir heute als etwas Selbstverständliches glauben. Man muß bedenken, daß die Leute jahraus, jahrein die Messe hörten, zu Weihnacht auch die Messe, die um zwölf Uhr Mitternacht noch gehalten worden ist, aber daß sie nicht die Bibel vernahmen — die war nur für die Priester zum Lesen da —, daß sie nur einzelne Brocken von der heiligen Geschichte kannten. Und es war wirklich zugleich, um sie bekanntzumachen mit dem, was einst vorgegangen war, daß man es ihnen in dieser Weise zunächst dramatisch durch die Priester vorführte. Sie lernten es erst auf diese Weise kennen.

[ 17 ] Then they were performed with all the naivety that peasants are capable of, yet the entire performance was imbued with the deepest seriousness, an infinite seriousness. The plays that Karl Julius Schröer, Weinhold, and others later collected in various regions are all characterized by this profound seriousness with which people approached the mystery of Christmas. But that was not always the case. And we need look no further back than a few centuries to find that things were different then, and to encounter something most peculiar. Precisely the way in which these Christmas plays became established, particularly in Central European regions—how they arose and gradually took shape—shows us just how overwhelmingly powerful the idea of Christmas was. It was not received right away in the way I have just described: that people would have approached it with holy reverence, with great solemnity, with an awareness of the significance of the event that lived in their sensibility. Oh no! In many regions, for example, it began by setting up a nativity scene in front of some side altar in this or that church—this was still in the 14th and 15th centuries, but it goes back even further; a nativity scene was set up, that is, a stable containing an ox and a donkey and the little child, along with two dolls representing Joseph and Mary. So at first, this was done with simple figurines. Then people wanted to bring more life into it, but initially from the clergy. Priests would dress up, one as Joseph, the other as Mary, and they would act it out—instead of the figurines, they played the parts. In the early days, they even performed it in Latin, for the early Church placed great importance on this, since it seems they saw a very deep meaning in the fact that those who watched or listened understood as little as possible of the matter, but saw only the outward gestures. But the people would no longer put up with this: they wanted to understand something of what was being presented to them. And so they gradually began to translate some parts of it into the local language spoken in those regions. But eventually, a desire arose among the people to participate, to experience it for themselves. Yet it was still foreign to them, quite foreign indeed. One need only consider that even in the 12th and 13th centuries, that familiarity with the sacred mysteries—for example, the Christmas Mass—which we today take for granted, did not yet exist. One must consider that people attended Mass year in and year out, including the Christmas Mass held at midnight, but that they did not hear the Bible—which was reserved for the priests to read—and that they knew only isolated fragments of sacred history. And it was truly also a matter of familiarizing them with what had once taken place, so that it was first presented to them in this dramatic way by the priests. They only came to know it in this way.

[ 18 ] Nun muß man etwas sagen, wovon man recht sehr bitten muß, es nicht mißzuverstehen. Aber es kann dargestellt werden, weil es der reinen geschichtlichen Wahrheit entspricht. Nicht daß etwa gleich aus irgendeiner Mysterienstimmung oder dergleichen der Anteil an diesen Weihnachtspielen hervorgegangen wäre, so war es nicht, sondern die Begierde, teilzunehmen an dem, was ihnen dargestellt worden ist, näher dabeizusein, mitzutun, zu handeln: das brachte das Volk heran an die Sache. Und man mußte ihnen endlich zugestehen, etwas mitzutun. Man mußte es dem Volke verständlicher machen. Mit diesem Verständlichermachen ging es Schritt für Schritt. Zum Beispiel davon verstanden die Leute zuerst gar nichts, daß da in einem Krippchen das Kindelein liege. Das hatten sie nie gesehen, ein Kindelein in einem Krippelein. Ja, früher, wo sie nichts verstehen durften, da haben sie das hingenommen. Aber jetzt, wo sie dabei sein wollten, sollte ihnen das ganz verständlich sein. Da wurde ihnen nur eine Wiege hingestellt. Und es begann die Teilnahme der Leute dann, indem sie an der Wiege vorbeigingen, jeder trat da auf und wiegte ein Weilchen das Kindelein; und ähnliche Teilnahme entwickelte sich. Es gab sogar Gegenden, in denen die Sache so vor sich ging, daß? man zunächst ganz ernst begann und als das Kind da war, begannen alle einen ungeheuren Krakeel, und alle schrieen und deuteten mit Tanzen und Schreien ihre Freude an, die sie jetzt darüber empfanden, daß das Kindlein geboren ist. Es wurde durchaus in einer Stimmung aufgenommen, die hervorging aus der Sucht, sich zu bewegen, aus der Sucht, eine Geschichte zu erleben. Aber in der Geschichte steckte so Großes, so Gewaltiges, daß aus dieser ganz profanen Stimmung — es war anfangs eine profane Stimmung — sich nach und nach jene heilige Stimmung entwickelte, von der ich eben gesprochen habe. Die Sache selbst goß ihre Heiligkeit aus über eine Aufnahme, die durchaus anfangs nicht eine heilige genannt werden konnte. Gerade im Mittelalter mußte die heilige Weihnachtsgeschichte die Menschen erst erobern. Und sie eroberte sie bis zu dem Grade, daß sie, während sie ihre Spiele aufführten, in einer so intensiven Weise sich moralisch vorbereiten wollten.

[ 18 ] Now there is something that must be said, and I must ask you most earnestly not to misunderstand it. But it can be described because it corresponds to the pure historical truth. It was not as though their participation in these Christmas plays had arisen from some kind of mystical mood or the like—that was not the case—but rather from the desire to take part in what had been presented to them, to be closer to it, to join in, to act: that is what drew the people to the matter. And one finally had to allow them to participate. One had to make it more understandable to the people. This process of making it more understandable proceeded step by step. For example, at first the people understood nothing at all about the little child lying in a manger. They had never seen such a thing—a little child in a manger. Yes, in the past, when they weren’t allowed to understand anything, they accepted it. But now that they wanted to be part of it, it had to be completely understandable to them. So they were simply given a cradle. And the people’s participation began as they passed by the cradle; everyone stepped up and rocked the little child for a while; and similar forms of participation developed. There were even regions where things went on in such a way that... they began quite seriously at first, and when the child was there, everyone started a tremendous racket, and everyone shouted and expressed their joy through dancing and shouting, the joy they now felt that the little child had been born. It was received in a mood that arose from the urge to move, from the urge to experience a story. But there was something so great, so powerful in the story that from this entirely profane mood—it was a profane mood at first—that sacred mood I just spoke of gradually developed. The story itself poured out its holiness upon a reception that could by no means be called holy at the outset. Especially in the Middle Ages, the holy Christmas story first had to win people over. And it won them over to such an extent that, while they were performing their plays, they wanted to prepare themselves morally in such an intense way.

[ 19 ] Was eroberte denn da die menschlichen Empfindungen, die menschliche Seele? Der Hinblick auf das Kind, der Hinblick auf dasjenige, was im Menschen heilig bleibt, während seine übrigen drei Leiber sich mit dem Erdenwerden verbinden. Mochte selbst in gewissen Gegenden und in gewissen Zeiten die Geschichte von Bethlehem groteske Formen annehmen, es lag in der menschlichen Natur, diesen heiligen Hinblick auf die Kindesnatur zu entwickeln, der mit dem zusammenhängt, was gleich in die christliche Entwikkelung von Anfang an eintrat: das Bewußtsein, wie das, was im Menschen stehenbleibt, wenn er seine Erdenentwickelung antritt, eine neue Verbindung eingehen muß mit dem, was sich mit dem Erdenmenschen verbunden hat. So daß er der Erde übergibt das Holz, aus dem das Kreuz werden muß, mit dem er eine neue Verbindung eingehen muß.

[ 19 ] What, then, captured the human emotions, the human soul? The vision of the child, the vision of that which remains sacred in the human being while its other three bodies become united with the earthly realm. Even if, in certain regions and at certain times, the story of Bethlehem took on grotesque forms, it was in human nature to develop this sacred view of the nature of the child, which is connected to what entered into Christian development from the very beginning: the awareness that what remains within the human being when he begins his earthly development must enter into a new connection with that which has become connected with the earthly human being. So that he hands over to the earth the wood from which the cross must be made, with which he must enter into a new connection.

[ 20 ] In den älteren Zeiten der mitteleuropäischen christlichen Entwickelung war eigentlich nur der Ostergedanke volkstümlich. Und erst in der Weise, wie ich es geschildert habe, ist der Weihnachtsgedanke allmählich hinzugekommen. Denn das, was im «Heliand» oder ähnlichen Werken steht, das ist zwar von einzelnen gedichtet worden, aber durchaus nicht etwa volkstümlich geworden.

[ 20 ] In the early days of Christian development in Central Europe, the concept of Easter was actually the only one that was widely celebrated. And it was only in the manner I have described that the concept of Christmas gradually came to be added. For what is found in the *Heliand* or similar works was indeed composed by individual poets, but it certainly did not become part of popular tradition.

[ 21 ] Das Volkstümliche der Weihenacht, das ist auf die Weise entstanden, die ich eben geschildert habe, und die in wirklich großartiger Weise zeigt, wie der Gedanke der Verbindung mit dem Kindlichen, dem reinen, echten Kindlichen, das in einer neuen Gestalt erschienen ist in dem Jesuskind, sich die Menschen erobert hat. Wenn wir diese Gewalt des Gedankens damit zusammenbringen, daß dieser Gedanke in den Seelen als der einzige zunächst in unserem Erdendasein leben kann, der alle Menschen eint, so ist sie der rechte Christ-Gedanke. Und so wird der Christ-Gedanke in uns groß, so wird der Christ-Gedanke zu dem, was allmählich in uns erstarken muß, wenn die Erdenweiterentwickelung in der richtigen Weise geschehen soll. Bedenken wir doch, wie weit der Mensch im gegenwärtigen Erdendasein noch entfernt ist von dem, was die Tiefen des Christus-Gedankens eigentlich in sich bergen.

[ 21 ] The folk traditions of Christmas Eve arose in the way I have just described, and this truly magnificently demonstrates how the idea of connection with the childlike—the pure, genuine childlike quality that appeared in a new form in the infant Jesus—has won people over. If we combine this power of the idea with the fact that this idea is the only one that can initially live in our earthly existence—uniting all people—then it is the true Christian idea. And so the Christ-idea grows within us; the Christ-idea becomes that which must gradually strengthen within us if the further development of the Earth is to take place in the right way. Let us consider how far humanity in the present earthly existence is still removed from what the depths of the Christ-idea actually hold within them.

[ 22 ] In diesen Tagen — vielleicht werden Sie es gelesen haben — wird ein Buch herausgegeben von Ernst Haeckel: «Ewigkeit, Weltkriegsgedanken über Leben und Tod, Religion und Entwicklungslehre.» Ein Buch von Ernst Haeckel ist ganz gewiß ein Buch, das aus ernster Wahrheitsliebe hervorgegangen ist, ganz gewiß ein Buch, in . dem ernsteste Wahrheit gesucht wird. Was das Buch bringen soll, von dem verlautet etwa das Folgende: Es soll darauf hinweisen, was jetzt auf der Erde vorgeht, wie die Völker miteinander im Kriege, wie sie miteinander im Hasse leben, wie unzählige Tode sich uns jeden Tag ergeben. Alle diese Gedanken, die sich dem Menschen so schmerzlich aufdrängen, erwähnt auch Ernst Haeckel, selbstverständlich immer mit dem Hintergrund, die Welt so zu betrachten, wie er sie sehen kann von seinem Standpunkte aus — wir haben oftmals davon gesprochen, denn man kann Haeckel, auch wenn man Geisteswissenschafter ist, als einen der größten Forscher anerkennen —, von jenem Standpunkte aus, der, wie wir wissen, auch zu anderem führen kann, der aber zu demjenigen führt, was man in den neueren Phasen der Haeckelschen Entwickelung beobachten kann. Nun macht sich Haeckel Weltkriegsgedanken. Auch er sagt sich, wieviel Blut jetzt fließt, wieviel Tode uns jetzt umgeben. Und er fragt sich: Können da die Gedanken der Religion bestehen daneben? Kann man irgendwie glauben — so fragt Haeckel —, daß irgendeine weise Vorsehung, ein gütiger Gott, die Welt regiert, wenn man sieht, daß täglich durch bloßen Zufall, wie er sagt, so viele Menschen ihr Leben enden, hinsterben durch gar keine solche Ursache, die nachweisbar in irgendeinem Zusammenhang stehen könnte mit irgendeiner weisen Weltenregierung, sondern durch den Zufall, wie er sagt, daß einen diese oder jene Kugel trifft, daß einer sich diesen oder jenen Unfall zuzieht? Haben demgegenüber alle diese Weisheitsgedanken, diese Vorsehungsgedanken einen Sinn? Müssen nicht gerade solche Ereignisse wie diese beweisen, daß der Mensch dabei stehenbleiben muß, daß er eben nichts anderes ist als das, was uns die äußerliche, materialistisch gedachte Entwickelungsgeschichte zeigt, und daß im Grunde nicht eine weise Vorsehung, sondern der Zufall alles Erdensein regiert? Kann man demgegenüber einen andern religiösen Gedanken haben, meint Haeckel, als zu resignieren, sich zu sagen: Man gibt eben seinen Leib hin und geht auf in dem ganzen All? — Aber wenn dieses All, frägt man weiter — Haeckel stellt diese Frage nicht mehr —, nichts anderes ist als das Spiel der Atome, läuft wirklich dieses Leben des Menschen in einen Sinn des Erdendaseins aus? Wie gesagt, Haeckel stellt diese Frage nicht mehr, aber er gibt in seinem Weihnachtsbuch eben die Antwort: Gerade solche Ereignisse, wie sie uns jetzt so schmerzlich berühren, gerade solche Ereignisse zeigen, daß man kein Recht hat zu glauben, eine gütige Vorsehung oder weise Weltenregierung oder irgend etwas dergleichen durchwebe und durchlebe die Welt. Also Resignation, Sich-Hineinfinden darein, daß es einmal so ist!

[ 22 ] A book by Ernst Haeckel is being published these days—perhaps you have read it: *Eternity: World War Reflections on Life and Death, Religion, and the Theory of Evolution*. A book by Ernst Haeckel is certainly a book born of a serious love of truth, certainly a book in which the most serious truth is sought. As for what the book is intended to convey, the following is said: It is meant to point out what is now happening on Earth, how nations live with one another in war, how they live with one another in hatred, how countless deaths occur every day. All these thoughts, which so painfully impose themselves upon humanity, are also mentioned by Ernst Haeckel, naturally always against the backdrop of viewing the world as he can see it from his standpoint—we have often spoken of this, for even if one is a scholar of Spiritual Science, one can acknowledge Haeckel as one of the greatest researchers—from that standpoint which, as we know, can also lead to other conclusions, but which leads to what can be observed in the later phases of Haeckel’s development. Now Haeckel is contemplating the idea of a world war. He, too, reflects on how much blood is now flowing, how much death now surrounds us. And he asks himself: Can religious ideas coexist with this? Can one somehow believe—so Haeckel asks—that some wise providence, a benevolent God, governs the world, when one sees that every day, through mere chance, as he says, so many people meet their end, dying through no such cause that could demonstrably be connected in any way to any wise government of the world, but through chance, as he says, that this or that bullet strikes one, that one suffers this or that accident? In contrast, do all these ideas of wisdom, these ideas of providence, have any meaning? Must not precisely such events as these prove that man must stop short, that he is nothing other than what the external, materialistically conceived history of development shows us, and that, fundamentally, it is not a wise providence but chance that governs all earthly existence? Can one, in contrast, have any other religious thought, Haeckel asks, than to resign oneself, to say: One simply gives up one’s body and merges into the whole universe? — But if this universe, one asks further — Haeckel no longer poses this question —, is nothing other than the play of atoms, does human life truly amount to a meaning of earthly existence? As I said, Haeckel no longer asks this question, but in his Christmas book he gives the answer: It is precisely such events as those that now touch us so painfully, precisely such events that show that one has no right to believe that a benevolent providence or a wise government of the world or anything of the sort weaves through and lives through the world. So resignation, coming to terms with the fact that this is simply the way it is!

[ 23 ] Auch ein Weihnachtsbuch! Ein Weihnachtsbuch, das sehr aufrichtig und ehrlich gemeint ist. Aber dieses Buch wird auf einem bedeutsamen Vorurteil beruhen. Es wird auf dem Vorurteil beruhen, daf) man nicht auf geistige Art nach einem Sinn der Erde suchen darf, daß es der Menschheit untersagt ist, auf geistige Art nach einem Sinn zu suchen! Wenn man nur den äußeren Verlauf der Ereignisse ansieht, so sieht man diesen Sinn nicht. Dann ist es so, wie Haeckel meint. Und bei dem, daß dieses Leben keinen Sinn hat, müsse es bleiben — so meint Haeckel. Es dürfe der Sinn nicht gesucht werden!

[ 23 ] A Christmas book, too! A Christmas book that is very sincere and honest in its intent. But this book will be based on a significant prejudice. It will be based on the prejudice that one must not seek a meaning for the Earth in a spiritual way, that humanity is forbidden to seek meaning in a spiritual way! If one looks only at the outward course of events, one does not see this meaning. Then it is as Haeckel believes. And since this life has no meaning, it must remain so—that is what Haeckel believes. One must not seek the meaning!

[ 24 ] Wird nicht vielmehr der andere kommen und wird sagen: Wenn wir unsere gegenwärtigen Ereignisse nur immer so äußerlich ansehen, wenn wir nur immer darauf hinweisen, daß unzählige Kugeln in der jetzigen Zeit die Menschen treffen, wir nur so hinsehen auf sie und sich kein Sinn ergibt, so zeigen sie uns gerade, daß wir diesen Sinn tiefer suchen müssen. Sie zeigen uns, daß wir nicht einfach in dem, was jetzt unmittelbar auf der Erde sich abspielt, den Sinn suchen dürfen und glauben, daß diese Menschenseelen vergehen mit dem Leiblichen, sondern daß wir suchen müssen, was sie nun beginnen, wenn sie durch die Pforte des Todes gehen. Kurz, es kann ein anderer kommen, der da sagt: Gerade weil sich im Äußeren kein Sinn findet, muß der Sinn außer dem Äußeren gesucht werden, muß der Sinn im Übersinnlichen gesucht werden.

[ 24 ] Will not the other person rather come and say: If we always view our current events merely from the outside, if we always point out that countless bullets are striking people at this very moment, and if we look at them in this way and find no meaning, then they are showing us precisely that we must seek this meaning more deeply. They show us that we must not simply seek meaning in what is now immediately taking place on Earth and believe that these human souls perish with the physical body, but that we must seek what they now begin when they pass through the gate of death. In short, someone else might come along and say: Precisely because no meaning can be found in the external, the meaning must be sought beyond the external; the meaning must be sought in the supersensible.

[ 25 ] Ist es damit viel anders als mit derselben Sache auf einem ganz andern Gebiet? Haeckels Wissenschaft kann demjenigen, der so denkt, wie Haeckel heute denkt, zu einer Ablehnung jedes Sinnes des Erdendaseins werden. Sie kann dazu werden, daß? man aus dem, was heute so schmerzlich geschieht, beweisen will, daß das Erdenleben als solches keinen Sinn hat. Aber wenn man sie in unserer Art erfaßt — wir haben das öfter getan —, dann wird gerade dieselbe Wissenschaft der Ausgangspunkt, um zu zeigen, welch tiefer, großer Sinn in den Weitenerscheinungen von uns enträtselt werden kann. Aber dazu muß Geistiges in der Welt wirksam sein. Wir müssen uns mit Geistigem verbinden können. Weil die Menschen noch nicht verstehen, auf den Gebieten der Gelehrsamkeit jene Macht auf sich wirken zu lassen, die so wunderbar die Herzen, die Seelen erobert hat, daß aus einer geradezu profanen Auffassung eine heilige Auffassung entstand beim Hinschauen auf das Weihnachtsgeheimnis, weil die Gelehrten das noch nicht erfassen können, weil sie noch nicht den Christus-Impuls mit dem verbinden können, was sie in der äußeren Welt sehen, ist es ihnen unmöglich, für die Erde einen Sinn, einen wirklichen Sinn zu finden.

[ 25 ] Is this so different from the same issue in a completely different field? Haeckel’s science can lead those who think as Haeckel does today to reject any meaning in earthly existence. It can lead to the desire to use what is happening so painfully today as proof that earthly life as such has no meaning. But if one grasps it in our way—we have done this often—then precisely this same science becomes the starting point for showing what deep, great meaning can be unraveled in the vast phenomena around us. But for this, the spiritual must be at work in the world. We must be able to connect with the spiritual. Because people do not yet understand how to allow that power to work upon them in the realms of scholarship—a power that has so wonderfully conquered hearts and souls, so that a sacred conception arose from a downright profane one when looking upon the mystery of Christmas—because scholars cannot yet grasp this, because they cannot yet connect the Christ impulse with what they see in the outer world—it is impossible for them to find a meaning, a real meaning, for the Earth.

[ 26 ] Und so muß man sagen: Die Wissenschaft mit allen ihren großen Fortschritten, auf welche die Menschen heute mit Recht so stolz sind, ist durch sich selber nicht in der Lage, zu einer den Menschen befriedigenden Anschauung zu führen. Sie kann, indem sie ihre Wege geht, in derselben Weise zur Sinnlosigkeit wie zum Erdensinn führen, ganz so wie auf einem andern Gebiet. Nehmen wir diese in den letzten Jahrhunderten, insbesondere im 19. Jahrhundert und bis heute so stolz entwickelte äußere Wissenschaft mit all ihren wunderbaren Gesetzen, nehmen wir all dasjenige, was uns heute umgibt: Es ist von dieser Wissenschaft hervorgebracht. Wir brennen nicht mehr in derselben Weise wie Goethe noch sein Nachtlicht, wir brennen Licht und erleuchten unsere Räume in ganz anderer Weise. Und nehmen wir das alles, was heute aus unserer Wissenschaft in unseren Seelen lebt: durch die großen Fortschritte der Wissenschaft, auf welche die Menschheit mit Recht stolz ist, ist es entstanden. Aber diese selbe Wissenschaft, wie waltet sie? Sie waltet segensreich, wenn der Mensch Segensreiches entwickelt. Aber heute erzeugt sie, gerade weil sie eine so vollkommene Wissenschaft ist, die unbezwinglichen Mordinstrumente. Ihr Fortschritt dient der Zerstörung ebenso wie dem Aufbau. Geradeso wie auf der einen Seite die Wissenschaft, zu der sich Haeckel bekennt, zu Sinn und Unsinn führen kann, so kann die Wissenschaft, die so Großes erreicht, dienen dem Aufbau, dienen der Zerstörung. Und wenn es nur auf diese Wissenschaft ankäme, sie würde aus denselben Quellen heraus, aus denen sie aufbaut, immer Furchtbareres und Furchtbareres an Zerstörungswerken hervorbringen. Sie hat in sich nicht unmittelbar einen Impuls, der die Menschheit vorwärtsbringt. OÖ wenn man das nur einmal einsehen könnte, man würde diese Wissenschaft in der richtigen Weise erst dann abschätzen können. Man würde erst dann wissen, daß3 in der Menschheitsentwickelung noch etwas anderes sein muß als das, was der Mensch durch diese Wissenschaft erreichen konnte!

[ 26 ] And so one must say: Science, with all its great advances—of which people today are rightly so proud—is, in and of itself, incapable of leading to a worldview that satisfies humanity. As it follows its own course, it can lead just as easily to meaninglessness as to a sense of life on earth, just as in any other field. Let us take this external science, so proudly developed over the last few centuries—especially in the 19th century and up to the present day—with all its marvelous laws; let us take everything that surrounds us today: it has been brought forth by this science. We no longer burn our nightlights in the same way Goethe did; we burn light and illuminate our rooms in a completely different way. And let us take everything that lives in our souls today as a result of our science: it has come into being through the great advances of science, of which humanity is rightly proud. But this same science—how does it reign? It reigns beneficially when humanity develops beneficial things. But today, precisely because it is such a perfect science, it produces the unstoppable instruments of murder. Its progress serves destruction just as much as it serves construction. Just as, on the one hand, the science to which Haeckel adheres can lead to both sense and nonsense, so the science that achieves such great things can serve construction and serve destruction. And if it depended solely on this science, it would, from the very sources from which it builds, produce ever more and more terrible works of destruction. It does not possess within itself an immediate impulse that propels humanity forward. Oh, if only one could realize this just once, only then would one be able to assess this science in the right way. Only then would one know that there must be something else in human development besides what humanity has been able to achieve through this science!

[ 27 ] Diese Wissenschaft — was ist sie? Sie ist in Wirklichkeit nichts anderes als der Baum, der aus dem Grabe Adams wächst, und die Zeit wird immer näherrücken, wo die Menschen erkennen werden, daß diese Wissenschaft der Baum ist, der aus dem Grabe Adams wächst. Und die Zeit wird heranrücken, wo die Menschen erkennen werden, daf3 dieser Baum zum Holze werden muß, der der Menschheit Kreuz ist, und der erst dann zum Segen führen kann, wenn das daran gekreuzigt wird, was sich in der richtigen Weise verbindet mit dem, was jenseits des Todes liegt, aber schon im Menschen hier lebt: das, zu dem wir hinschauen in der heiligen Weihenacht, wenn wir diese heilige Weihenacht in ihrem Geheimnis in der richtigen Weise empfinden, das, was auf kindliche Weise dargestellt werden kann, was aber die höchsten Geheimnisse birgt. Ist es denn nicht eigentlich wunderbar, daß in einfachster Art dem Volke gesagt werden kann: Hinein kam das, was durch das Menschenleben auf der Erde waltet, das, was eigentlich nicht über die Kindheit hinausgehen darf! Verwandt ist es mit dem, zu dem der Mensch als einem Übersinnlichen gehört. Ist es nicht wunderbar, daß dieses im eminentesten Sinne Übersinnlich-Unsichtbare in so einfachem Bilde den Menschenseelen so nahe kommen konnte — den einfachen Menschenseelen?

[ 27 ] This science—what is it? In reality, it is nothing other than the tree that grows from Adam’s grave, and the time is drawing ever nearer when people will realize that this science is the tree that grows from Adam’s grave. And the time will come when people will realize that this tree must become the wood that is the cross of humanity, and that it can lead to blessing only when that which is crucified upon it is rightly united with what lies beyond death but already lives within the human being here: that which we look toward on the holy Christmas Eve, when we perceive this holy Christmas Eve in its mystery in the right way—that which can be depicted in a childlike manner, yet which harbors the highest mysteries. Is it not actually wonderful that it can be said to the people in the simplest way: In came that which reigns through human life on earth, that which actually must not go beyond childhood! It is related to that to which the human being belongs as something supersensible. Is it not wonderful that this, in the most eminent sense, the supersensible and invisible, could come so close to human souls in such a simple image—to the simple human souls?

[ 28 ] Diejenigen, die gelehrt sind, werden auch noch erst den Weg machen müssen, den diese einfachen Menschenseelen gemacht haben. Es gab auch eine Zeit, wo man nicht das Kind in der Wiege, nicht das Kind in der Krippe darstellte, sondern wo man das Kind schlafend am Kreuz dargestellt hat. Das Kind schlafend am Kreuz! Ein wunderbar tiefes Bild, den ganzen Gedanken zum Ausdruck bringend, den ich heute vor Ihren Seelen habe erstehen lassen wollen.

[ 28 ] Those who are learned will also first have to walk the path that these simple souls have walked. There was also a time when the child was not depicted in a cradle or manger, but rather as sleeping on the cross. The child sleeping on the cross! A wonderfully profound image, expressing the entire thought I have sought to bring to life before your souls today.

[ 29 ] Und ist dieser Gedanke nicht im Grunde genommen recht einfach zu sagen? Das ist er! Suchen wir einmal nach dem Ursprung derjenigen Impulse, die heute so furchtbar in der Welt sich gegenüberstehen! Wo urständen diese Impulse? Wo urständet alles das, was heute der Menschheit das Leben so schwer macht, wo urständet das? In alledem, was wir in der Welt erst von dem Zeitpunkte an werden, bis zu dem wir uns zurückerinnern können. Gehen wir hinter diesen Zeitpunkt zurück, gehen wir hin bis zu dem Zeitpunkte, da wir gerufen werden als die Kindlein, die in das Reich der Himmel eintreten können. Da urständet es, da liegt in den Menschenseelen nichts von dem, was heute in Streit und Hader ist. So einfach kann der Gedanke ausgesprochen werden. Aber geistig müssen wir heute darauf blicken, daß es in der menschlichen Seele solch ein Urständiges gibt, das dennoch über alles Menschenstreiten, über alle Menschendisharmonie hinausgeht.

[ 29 ] And isn’t this idea, when you get right down to it, quite simple to express? It certainly is! Let us search for the origin of those impulses that are so terribly at odds with one another in the world today! Where did these impulses originate? Where does everything that makes life so difficult for humanity today originate? In everything we have become in the world from the point in time back to which we can remember. Let us go back beyond that point in time; let us go back to the point in time when we are called as little children who can enter the Kingdom of Heaven. That is where it originates; there is nothing in human souls of what is today in strife and discord. The thought can be expressed that simply. But spiritually, we must look today to the fact that there is such an original state within the human soul that nevertheless transcends all human strife, all human disharmony.

[ 30 ] Wir haben oft gesprochen von den alten Mysterien, die in der menschlichen Natur das erwecken wollten, was den Menschen in das Übersinnliche hinaufschauen läßt, und wir haben davon gesprochen, daß das Mysterium von Golgatha, für alle Menschen vernehmlich, das übersinnliche Geheimnis auf den Schauplatz der Geschichte gestellt hat. Im Grunde genommen ist das, was uns mit dem wirklichen Christus-Gedanken verbindet, in uns dadurch da, wirklich dadurch da, daß wir doch Augenblicke in unserem Leben haben können, im wahren Sinne jetzt, nicht im bildlichen Sinne, wo wir trotz alledem, was wir in der äußeren Welt sind, lebendig machen können — indem wir zurückgehen und uns zurückfühlen in den Kindesstandpunkt, indem wir hinschauen auf den Menschen, wie er sich entwickelt zwischen Geburt und Tod, indem wir das in uns empfinden können —, das, was wir da als Kind erhalten haben.

[ 30 ] We have often spoken of the ancient mysteries, which sought to awaken within human nature that which enables people to look up into the supersensible, and we have spoken of how the Mystery of Golgotha, accessible to all people, has brought the supersensible mystery onto the stage of history. Essentially, what connects us to the true Christ idea is present within us—truly present—because we can have moments in our lives, in the true sense now, not in a figurative sense, where, despite all that we are in the outer world, we can bring to life — by going back and feeling our way back to the child’s perspective, by looking at the human being as he develops between birth and death, by being able to feel within ourselves — that which we received there as a child.

[ 31 ] Ich habe letzten Donnerstag öffentlich vorgetragen über Johann Gottlieb Fichte. Ich hätte noch ein Wort sagen können — es hätte dazumal nicht voll verständlich werden können —, welches Aufklärung über vieles gibt, was gerade in dieser, in eigentümlicher Weise frommen Gestalt lebte. Ich hätte sagen dürfen, warum er eigentlich so ganz besonders geworden ist, wie er geworden ist, und ich hätte sagen müssen: Weil er, trotzdem er alt geworden ist, sich, mehr als andere Menschen, von der Kindlichkeit erhalten hat. Es ist mehr in solchen Menschen von der Kindlichkeit als in andern Menschen. Sie werden weniger alt, solche Menschen! Wirklich, von jenem in der Kindheit Vorhandenen bleibt mehr in solchen Menschen als bei andern Menschen. Und das ist überhaupt das Geheimnis vieler großer Menschen, daß sie bis ins späteste Alter in gewisser Weise Kinder bleiben können; noch wenn sie sterben, als Kinder sterben, natürlich nur teilgemäß ausgedrückt, da man ja mit dem Leben zusammen sein muß.

[ 31 ] Last Thursday I gave a public lecture on Johann Gottlieb Fichte. I could have added one more remark—though it would not have been fully understood at the time—that sheds light on much of what lived within this figure, who was pious in a peculiar way. I could have said why he actually became so very special, the way he did, and I would have had to say: Because, even though he grew old, he retained his childlike nature more than other people. There is more of that childlike nature in such people than in others. Such people grow old less! Truly, more of what was present in childhood remains in such people than in others. And that is, in fact, the secret of many great people: that they can, in a certain sense, remain children until the very end of their lives; even when they die, they die as children—though this is, of course, only partially true, since one must, after all, be united with life.

[ 32 ] Zu dem in uns, was so als Kindlichkeit lebt, spricht das Weihnachtsmysterium, spricht der Hinblick auf das göttliche Kind, das ausersehen worden ist, den Christus aufzunehmen; zu dem wir hinblicken als zu dem, über dem schon der Christus schwebt, der in Wirklichkeit zu der Erde Heil durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist.

[ 32 ] The mystery of Christmas speaks to that part of us that lives as childlikeness; the contemplation of the divine Child, who was chosen to receive the Christ, speaks to us; to which we look as to that over which Christ already hovers, who in reality brought salvation to the earth through the Mystery of Golgotha.

[ 33 ] Machen wir uns das nur bewußt: Wenn wir die Abprägung unseres höheren Menschen, wenn wir unseren physischen Leib der Erde übergeben, so ist das nicht ein bloß physischer Vorgang. Da geht auch etwas geistig vor. Aber dieses Geistige geht nur dadurch in der richtigen Weise vor, daß hineingeflossen ist in die Erdenaura die Christus-Wesenheit, die durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist. Wir sehen dasjenige, was diese ganze Erde ist, nicht in ihrer Vollständigkeit, wenn wir nicht seit dem Mysterium von Golgatha verbunden mit der Erde den Christus sehen, jenen Christus, an dem wir vorbeigehen können wie an allem Übersinnlichen, wenn wir uns nur im materialistischen Sinne ausgerüstet fühlen; an dem wir aber nicht vorbeigehen können, wenn die Erde für uns einen wirklichen, einen wahren Sinn haben soll. Daher liegt alles daran, daß wir imstande sind, das in uns zu erwecken, was uns den Ausblick in die geistige Welt eröffnet.

[ 33 ] Let us be fully aware of this: When we surrender the imprint of our higher self, when we surrender our physical body to the earth, this is not merely a physical process. Something spiritual is also taking place. But this spiritual aspect can only proceed in the right way if the Christ-being, who passed through the Mystery of Golgotha, has flowed into the Earth’s aura. We do not see what this whole Earth is in its entirety unless, since the Mystery of Golgotha, we see Christ in connection with the Earth—that Christ whom we can pass by as we do all the supersensible, if we feel equipped only in a materialistic sense; but whom we cannot pass by if the Earth is to have a real, a true meaning for us. Therefore, everything depends on our ability to awaken within ourselves that which opens the view into the spiritual world.

[ 34 ] Machen wir für uns die Weihnachtsfeier zu dem, was sie insbesondere für uns sein soll: zu einer Feier, die nicht bloß der Vergangenheit dient, zu einer Feier, die auch der Zukunft dienen soll, jener Zukunft, die da die Geburt des geistigen Lebens für die ganze Menschheit nach und nach bringen soll. Wir aber wollen uns verbinden mit der prophetischen Empfindung, mit dem prophetischen Vorgefühl, daß solches Geborenwerden des geistigen Lebens gebracht werden muß der Menschheit, daß hinwirken muß über die Menschheitszukunft eine ‚große Weihenacht, ein Geborenwerden desjenigen, was in den Gedanken der Menschen der Erde Sinn gibt. Jenen Sinn, den objektiv die Erde dadurch erhalten hat, daß sich die Christus-Wesenheit mit der Erdenaura durch das Mysterium von Golgatha verbunden hat. Denken wir in der Weihenacht daran, wie aus der Tiefe der Finsternis heraus das Licht in die Menschenentwickelung einziehen muß, das Licht des geistigen Lebens. Vergehen mußte jenes alte Licht des geistigen Lebens, das vor dem Mysterium von Golgatha, nach und nach verglimmend, da war, und das wiedererstehen muß, wiedergeboren werden muß nach dem Mysterium von Golgatha durch das Bewußtsein in der Menschenseele: daß diese Menschenseele zusammenhängt mit dem, was der Christus der Erde durch das Mysterium von Golgatha geworden ist.

[ 34 ] Let us make the Christmas celebration for ourselves what it is meant to be for us in particular: a celebration that does not merely serve the past, but one that is also meant to serve the future—that future which is to bring about, little by little, the birth of spiritual life for all humanity. But let us connect with the prophetic feeling, with the prophetic foreboding, that such a birth of spiritual life must be brought to humanity, that a ‘great night of consecration,’ a birth of that which gives meaning to the thoughts of the people of the Earth, must work upon the future of humanity. That meaning which the Earth has objectively received through the Christ Being’s union with the Earth’s aura via the Mystery of Golgotha. Let us remember on this Night of Consecration how, out of the depths of darkness, the light must enter human development—the light of spiritual life. That old light of spiritual life, which existed before the Mystery of Golgotha, gradually fading away, had to pass away; and it must rise again, must be reborn after the Mystery of Golgotha through the consciousness in the human soul: that this human soul is connected with what Christ has become for the Earth through the Mystery of Golgotha.

[ 35 ] Wenn es immer mehr und mehr Menschen geben wird, die in einem solchen geisteswissenschaftlichen Sinne die Weihnacht aufzufassen wissen, dann wird diese Weihnacht eine Kraft in den Menschenherzen und Menschenseelen entwickeln, die ihren Sinn hat in allen Zeiten: in den Zeiten, in denen sich die Menschen den Glücksgefühlen, aber auch in den Zeiten, in denen sich die Menschen jenem Schmerzgefühl hingeben müssen, das uns heute durchdringen muß, wenn wir an das große Elend der Zeit denken.

[ 35 ] If more and more people come to understand Christmas in this sense of Spiritual Science, then this Christmas will develop a power in human hearts and souls that will remain meaningful throughout the ages: in times when people are filled with feelings of happiness, but also in times when people must surrender to that sense of pain that must permeate us today when we think of the great misery of our times.

[ 36 ] Wie das Aufschauen zum Geistigen der Erde Sinn gibt, einer hat es mit schönen Worten ausgesprochen, die ich Ihnen heute noch vorbringen will:

[ 36 ] Someone once expressed beautifully how looking up gives meaning to the spiritual essence of the Earth, and I would like to share those words with you today:

Was meinem Auge diese Kraft gegeben,
Daß alle Mißgestalt ihm ist zerronnen,
Daß ihm die Nächte werden heitre Sonnen,
Unordnung Ordnung und Verwesung Leben?

Was durch der Zeit, des Raums verworrnes Weben,
Mich sicher leitet hin zum ewgen Bronnen
Des Schönen, Wahren, Guten und der Wonnen,
Und drin vernichtend eintaucht all mein Streben?

Das ist’s: seit in Urania’s Aug’, die tiefe,
Sich selber klare, blaue, stille, reine
Lichtflamm’, ich selber still hineingesehen;

Seitdem ruht dieses Aug’ mir in der Tiefe
Und ist in meinem Sein, — das ewig Eine,
Lebt mir im Leben, sieht in meinem Sehen.

What has given my eye this power,
That all deformity has melted away before it,
That nights become for it cheerful suns,
Disorder order, and decay life?

What, through the tangled weaving of time and space,
Guides me surely to the eternal fountains
Of beauty, truth, goodness, and delight,
And into which all my striving is consumed?

This is it: since in Urania’s eye, the deep,
Clear to itself, blue, still, pure
Flame of light, I myself have gazed silently into it;

Since then, this eye rests within me in the depths
And is in my being—the eternal One,
Lives in my life, sees in my seeing.

[ 37 ] Und in einer zweiten kleinen Dichtung:

[ 37 ] And in a second short poem:

Nichts ist, denn Gott, und Gott ist nichts, denn Leben,
Du weißest, ich mit dir weiß im Verein;
Doch wie vermöchte Wissen dazusein,
Wenn es nicht Wissen wär’ von Gottes Leben!

«Wie gern’, ach! wollt’ ich diesem hin mich geben,
Allein wo find ich’s? Fließt es irgend ein
Ins Wissen, so verwandelt’s sich in Schein,
Mit ihm vermischt, von seiner Hüll’ umgeben.»

Gar klar die Hülle sich vor dir erhebet,
Dein Ich ist sie, es sterbe, was vernichtbar,
Und fortan lebt nur Gott in deinem Streben.

Durchschaue, was dies Streben überlebet,
So wird die Hülle dir als Hülle sichtbar,
Und unverschleiert siehst du göttlich Leben.

Nothing exists but God, and God is nothing but life,
You know, and I know with you in unity;
But how could knowledge exist,
If it were not knowledge of God’s life!

“Oh, how gladly would I give myself to this!
But where shall I find it? If it ever flows
Into knowledge, it transforms into illusion,
Mixed with it, surrounded by its shell.”

The shell rises clearly before you,
It is your ego; let all that is perishable die,
And from now on, only God lives in your striving.

See through what survives this striving,
Then the shell will become visible to you as a shell,
And unveiled, you will see divine life.

[ 38 ] Allerdings, die Menschen wissen nicht immer, was sie gerade mit denjenigen machen sollen, die also sie hinweisen zum Schauen des Geistigen, das der Erde Sinn gib. Nicht nur die Materialisten wissen das nicht. Die andern, die glauben, keine Materialisten zu sein, weil sie immer «Gott, Gott, Gott» oder «Herr, Herr, Herr» sagen, auch die wissen oftmals gerade aus diesen Führern zum Geistigen nicht das Rechte zu machen! Denn, was hätte man können machen mit einem Menschen, der da sagt: Nichts ist, denn Gott! Alles ist Gott! Überall, überall ist Gott! — Der suchte Gott in allem, der da sagte:

[ 38 ] However, people do not always know what to do with those who point them toward the spiritual, which gives meaning to the earth. It is not only the materialists who do not know this. The others, who believe they are not materialists because they always say “God, God, God” or “Lord, Lord, Lord,” often do not know how to deal properly with these guides to the spiritual either! For what could one do with a person who says: There is nothing but God! Everything is God! Everywhere, everywhere is God! — He sought God in everything, he who said:

[ 39 ] Durchschaue, was dies Streben überlebet, So wird die Hülle dir als Hülle sichtbar, Und unverschleiert siehst du göttlich Leben!

[ 39 ] See through what survives this striving, And the shell will become visible to you as a shell, And you will see divine life unveiled!

[ 40 ] Ihn, der überall göttlich Leben sehen will, ihn Konnte man anklagen, daß er die Welt nicht zuläßt, daß er die Welt ableugnet — einen Weltleugner konnte man ihn nennen! Seine Zeitgenossen haben ihn einen Gottesleugner genannt und ihn deshalb von der Hochschule fortgejagt. Denn die Worte, die ich Ihnen vorgelesen habe, sind von Johann Gottlieb Fichte. Gerade er ist ein Beispiel dafür, wie — wenn es fortlebt in der menschlichen Seele durch das Erdensein hindurch, was in dem Mysterium von Golgatha, was aber im Zusammenhang mit diesem Mysterium von Golgatha im Weihnachtsgeheimnis als Impuls an Tönen der Seele angeschlagen werden kann — ein Weg damit eröffnet ist, auf dem wir jenes Bewußtsein finden können, in dem zusammenfließt unser eigenes Ich mit dem Erden-Ich, denn dieses Erden-Ich ist der Christus, durch das wir entwickeln etwas vom Menschen, das immer größer und größer werden muß, wenn die Erde jener Entwickelung entgegengehen soll, für die sie bestimmt war von Anbeginn.

[ 40 ] He who seeks to see divine life everywhere—one could accuse him of rejecting the world, of denying the world—one could call him a denier of the world! His contemporaries called him an atheist and drove him from the university for that reason. For the words I have read to you are by Johann Gottlieb Fichte. He, in particular, is an example of how—if what lives on in the human soul through earthly existence, what is contained in the Mystery of Golgotha, and what, in connection with this Mystery of Golgotha, can be struck as an impulse in the tones of the soul within the Christmas Mystery — a path is opened by which we can find that consciousness in which our own I merges with the Earth-I, for this Earth-I is the Christ, through whom we develop something of the human being that must become ever greater and greater if the Earth is to move toward that development for which it was destined from the very beginning.

[ 41 ] So wollen wir insbesondere aus dem Geiste unserer Geist-Erkenntnis heraus in diesem auch heute wiederum dargelegten Sinne den Weihnachtsgedanken in uns zum Impuls werden lassen, wollen versuchen, dadurch, daß wir zu diesem Weihnachtsgedanken hinaufschauen, aus dem, was um uns herum vorgeht, nicht Unsinnigkeit der Erdenentwickelung zu schauen, sondern auch in Leid und Schmerz, auch in Streit und Haß etwas zu schauen, was zuletzt der Menschheit vorwärtshilft, die Menschheit wirklich auch um ein Stück vorwärtsbringt.

[ 41 ] Let us, therefore, especially in the spirit of our spiritual insight and in the sense set forth once again today, allow the Christmas message to become an impulse within us; let us try, by looking up to this Christmas spirit, not to see the senselessness of earthly development in what is happening around us, but to see in suffering and pain, and even in strife and hatred, something that ultimately helps humanity move forward, that truly advances humanity a step further.

[ 42 ] Wichtiger als nach den Ursachen zu suchen, die ohnedies aus dem Parteistreit heraus so leicht verdeckt werden können, wichtiger als nach den Ursachen zu suchen für das, was heute geschieht, ist es, nach den möglichen Wirkungen hinzurichten den Blick, nach jenen Wirkungen hin, die wir uns vorstellen müssen als heilsam, als heilbringend für die Menschheit.

[ 42 ] More important than searching for the causes—which can so easily be obscured by party strife anyway—more important than searching for the causes of what is happening today, is to direct our gaze toward the possible effects, toward those effects that we must create as beneficial, as bringing salvation to humanity.

[ 43 ] Diejenige Nation, dasjenige Volk wird das Rechte treffen, welches in der Lage sein wird, aus dem, was aus dem blutgetränkten Boden heraus aufzusprießen vermag, der Zukunft ein der Menschheit Heilsames zu gestalten. Aber ein der Menschheit Heilsames wird nur entstehen, wenn die Menschen den Weg zu den geistigen Welten hin finden; wenn die Menschen nicht vergessen, daß es nicht nur eine zeitliche, daß es geben muß eine immer dauernde Weihenacht, ein immer dauerndes Geborenwerden des GöttlichGeistigen in dem physischen Erdenmenschen.

[ 43 ] The nation, the people, that will do what is right is the one that will be able to shape a future that is beneficial to humanity from what is capable of sprouting from the blood-soaked soil. But something beneficial to humanity will arise only if people find the path to the spiritual worlds; if people do not forget that there is not only a temporal, but that there must be an everlasting night of consecration, an everlasting birth of the Divine-Spiritual within the physical human being on Earth.

[ 44 ] Diese Heiligkeit des Gedankens wollen wir insbesondere. heute in unsere Seele einschließen, wollen sie behalten über die Zeit, die sich um Weihnacht herum gruppiert, und die uns auch in ihrem Äußeren Verlauf ein Symbolum sein kann für die Lichtentwickelung. Finsternis, Erdenfinsternis im höchsten Maße, wie sie hier auf der Erde sein kann, wird jetzt sein in diesen Tagen, in dieser Jahreszeit. Aber wenn die Erde in dieser tiefsten äußeren Finsternis lebt — wir wissen, die Erdseele erlebt ihr Licht, sie beginnt zu wachen im höchsten Maße.

[ 44 ] Let us take this holiness of thought to heart today in particular; let us hold onto it throughout the season surrounding Christmas, which, even in its outward course, can serve as a symbol of the unfolding of light. Darkness—earthly darkness of the highest degree, as it can be here on Earth—will now prevail during these days, in this season. But even as the Earth lives in this deepest outer darkness, we know that the Earth’s soul is experiencing its light; it is beginning to awaken to the highest degree.

[ 45 ] An die Weihnachtszeit schließt sich die geistige Wachezeit an, und mit dieser geistigen Wachezeit sollte sich das Andenken an das geistige Erwachen durch den Christus Jesus für die Erdenentwickelung verbinden. Daher die Einsetzung des Weihenachts-Weihefestes gerade in dieser Zeit.

[ 45 ] The Christmas season is followed by a time of spiritual vigil, and this time of spiritual vigil should be linked to the remembrance of the spiritual awakening brought about by Christ Jesus for the development of the Earth. Hence the establishment of the Christmas Consecration Festival specifically during this time.

[ 46 ] Wir wollen in diesem kosmischen und zugleich irdisch-moralischen Sinne den Weihnachtsgedanken mit unserer Seele verbinden und dann gestärkt, gekräftigt gerade mit diesem Weihegedanken, so wie wir es können, auf alles das hinschauen, das Rechte wünschend für den Fortgang der Ereignisse, aber auch für den Fortgang dessen das Richtige wünschend, was sich in den Taten der Gegenwart entwickelt.

[ 46 ] In this cosmic and at the same time earthly-moral sense, we wish to connect the spirit of Christmas with our soul and then, strengthened and invigorated precisely by this spirit of consecration, look upon all things as best we can, wishing for what is right in the course of events, but also wishing for what is right in the course of what is developing in the deeds of the present.

[ 47 ] Und indem wir das, was wir gerade aus diesem Weihnachtsfest an Stärkung in uns aufnehmen können, gleich beginnen in unseren Seelen rege zu machen, sehen wir nochmals hin zu den schützenden Geistern derjenigen, die auf schwerer Stätte draußen einzutreten haben für die großen Zeitereignisse:

[ 47 ] And as we begin to stir within our souls the strength we have just drawn from this Christmas, we turn once more to the guardian spirits of those who must step forward in difficult times to face the great events of our age:

Geister Eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen,
Daß mit Eurer Macht geeint
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht!

Spirits of your souls, watchful guardians,
May your wings carry
The pleading love of our souls
To the earthly people entrusted to your care,
So that, united with your power
Our plea may shine with helping light
Upon the souls it lovingly seeks!

[ 48 ] Und für diejenigen, die in dieser Zeit der schweren Menschenaufgaben schon durch die Pforte des Todes gegangen sind infolge der großen Anforderungen unserer Gegenwart, seien die Worte noch einmal in der folgenden Form gesagt:

[ 48 ] And for those who, in this time of difficult human trials, have already passed through the gates of death as a result of the great demands of our present age, let these words be spoken once more in the following form:

Geister Eurer Seelen, wirkende Wächter,
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen,
Daß mit Eurer Macht geeint
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht!

Spirits of your souls, watchful guardians,
May your wings carry
The pleading love of our souls
To the beings of the spheres entrusted to your care,
So that, united with your power
Our plea may shine with aid
Upon the souls it lovingly seeks!

[ 49 ] Und der Geist, der durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, der Geist, der sich zu der Erde Heil und Fortschritt angekündigt hat in dem, was die Menschen immer mehr und mehr auch im Weihnachtsmysterium verstehen werden, Er sei mit Euch und Euren schweren Pflichten!

[ 49 ] And may the Spirit who passed through the Mystery of Golgotha, the Spirit who has promised healing and progress to the Earth—as people will come to understand more and more, even through the Christmas Mystery—be with you and your heavy burdens!