Die Verbindung zwischen Lebenden und Toten
GA 168
9 November 1916, Bern
7. Die Verbindung zwischen Lebenden und Toten
[ 1 ] Das Ziel unseres geisteswissenschaftlichen Strebens geht dahin, uns Vorstellungen zu bilden, wie wir als Menschen zusammenleben mit geistigen Welten in einem ähnlichen Sinne, wie wir durch unseren physischen Leib, dessen Erlebnisse und Wahrnehmungen, zusammenhängen mit der physischen Welt. Nun können wir jetzt schon bei unseren Betrachtungen immer an Bekanntes, das uns vor die Seele getreten ist im Laufe der Jahre, anknüpfen. Wir wissen, die nächste Welt, die hinter der Welt unserer sinnlichen Wahrnehmungen liegt, auf welche unsere durch den physischen Leib vermittelten Willensimpulse, unser Handeln in der physischen Welt gerichtet sind, ist die elementarische Welt, Man könnte ihr auch einen anderen Namen geben. Deutliche Vorstellungen bekommen wir von diesen übersinnlichen Welten doch nur, wenn wir uns in ihre Eigentümlichkeiten ein wenig einlassen, wenn wir versuchen, dasjenige zu erkennen, was sie für uns selbst als Menschen sind. Wirklich hängt ja zunächst unser ganzes Leben zwischen Geburt und Tod, aber auch das Leben, das dann verläuft zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, von unserem Zusammensein mit den verschiedenen um uns sich ausbreitenden Welten zusammen.
[ 2 ] Die elementarische Welt soll uns die sein, welche wahrgenommen werden kann nur durch das, was wir Imaginationen nennen. Man kann daher auch diese elementarische Welt die imaginative Welt nennen. Für das gewöhnliche Menschenleben ist es so, daß der Mensch seine imaginativen Wahrnehmungen aus der elementarischen Welt unter gewöhnlichen Verhältnissen sich nicht zum Bewußtsein bringen kann. Das besagt aber nicht, daß diese Imaginationen nicht da sind oder daß wir in irgendeinem Augenblicke unseres schlafenden oder wachenden Lebens nicht in Beziehungen stünden mit der elementarischen Welt und Imaginationen von ihr empfingen. Diese Imaginationen fluten wirklich fortwährend in uns unvermerkt auf und ab. Und gerade so, wie wir, wenn wir die Augen aufmachen oder unsere Ohren der Außenwelt darbieten, Farben- und Lichtempfindungen, wie wir Tonwahrnehmungen haben, so haben wir fortwährend Eindrücke der elementarischen Welt, die jetzt in unserem Ätherleibe — Imaginationen bewirken. Diese unterscheiden sich dadurch von den gewöhnlichen Gedanken, daß im Grunde an den gewöhnlichen, alltäglichen menschlichen Gedanken nur das menschliche Haupt beteiligt ist als ein Instrument des Verarbeitens, des Erlebens; bei den Imaginationen jedoch sind wir fast mit unserem ganzen Organismus, aber eben mit unserem Ätherorganismus beteiligt. In unserem Ätherorganismus verlaufen fortwährend diese, wir können sie nennen unbewußten, nur für das geschulte okkulte Erkennen zum Bewußtsein kommenden Imaginationen.
[ 3 ] Wenn diese Imaginationen auch nicht direkt, nicht unmittelbar in unser Bewußtsein hereintreten im alltäglichen Leben, so sind sie deshalb für uns nicht etwa bedeutungslos, sondern sie sind eigentlich für unser gesamtes Leben viel bedeutender als die sinnlichen Wahrnehmungen; denn wir sind mit unseren Imaginationen viel intensiver, viel intimer verbunden als mit den sinnlichen Wahrnehmungen. Von dem Reiche des Mineralischen bekommen wir als physische Menschen wenig Imaginationen. Schon mehr Imaginationen bekommen wir durch dasjenige, was wir entwickeln im Zusammenleben mit der Pflanzenwelt, der tierischen Welt; aber der weitaus größte Teil desjenigen, was in unserem Ätherleib als Imaginationen lebt, kommt aus unserem Verhältnisse zu unseren Mitmenschen und aus alledem, was für unser Leben folgt aus dem Verhältnisse zu unseren Mitmenschen. Ja, es beruht im Grunde genommen unser ganzes Verhältnis zu unseren Mitmenschen, die ganze Art, wie wir zu unseren Mitmenschen stehen, auf Imaginationen, welche sich immer ergeben aus der Art und Weise, wie wir einem anderen Menschen entgegentreten. Das macht sich allerdings als Imaginationen, wie ich schon andeutete, für das gewöhnliche Bewußtsein gar nicht geltend; aber es macht sich geltend in den in unserem Leben eine so große, eine so umfassende Rolle spielenden Sympathien und Antipathien, die wir entwickeln in minderem oder in höherem Grade zu demjenigen, was uns als Mensch in der Welt nahetritt, in unbestimmten Gefühlen, in nur angedeuteten Neigungen oder Abneigungen, in alldem, was sich dann heranentwickelt zu Freundschaft, zu Liebe, was sich steigern kann so, daß wir ohne diesen oder jenen Menschen glauben gar nicht leben zu können.
[ 4 ] All das beruht auf den Imaginationen, die immer hervorgerufen werden in unserem ätherischen Leibe durch das Zusammenleben mit unseren Mitmenschen. Und wir tragen eigentlich immer in unserem Leben etwas, was Erinnerung zu nennen nicht ganz richtig ist, weil es etwas viel Realeres ist als die Erinnerung; wir tragen in uns diese, sagen wir also gesteigerten Erinnerungen, Imaginationen, die wir empfangen haben aus all den Eindrücken der Menschen, mit denen wir zusammen waren, die wir aber auch noch immer fortwährend empfangen. Wir tragen die alle in uns, und sie bilden im Grunde genommen ein gutes Stück desjenigen, was wir überhaupt unser Innenleben nennen, nicht das Innenleben, das in deutlichen Erinnerungen lebt, sondern dasjenige Innenleben, welches sich in einer Gesamtempfindung, in einer Gesamtstimmung, in einer Gesamtanschauung über die Welt geltend macht und über unser Zusammenleben mit der Welt. Wir könnten nur kalt an unserer Mitwelt vorbeigehen, mit unserer Mitwelt leben, wenn wir nicht also ein imaginatives Leben entwickelten im Zusammenleben mit anderen Wesenheiten, namentlich mit anderen Menschen.
[ 5 ] Das, was sich da geltend macht und was man besonders beachten muß als der elementarischen Welt und unserem ätherischen Leben ganz besonders zugehörig, ist dasjenige, was wir das Interesse unserer Seele an der Umwelt nennen. Das, was vorzugsweise in den Kräften unseres Ätherleibes liegt, macht sich geltend dadurch, daß wir in bestimmten Fällen sogleich durch ein Interesse für einen Menschen gefangengenommen werden. Solch ein Interesse, wie es sich anspinnt zwischen einem Menschen und dem anderen Menschen, beruht auf ganz bestimmten Beziehungen, welche zwischen dem einen ätherischen Menschen und dem anderen ätherischen Menschen auftreten und welche das Herüber- und Hinüberspielen der Imaginationen bewirken. Da leben wir mit diesen Imaginationen und mit den Interessen, über deren Wirkung, Stärke und so weiter wir uns oftmals nicht Rechenschaft oder nur unbestimmteste Rechenschaft geben können, die wir, weil ja unser Leben im Alltage nicht geweckt ist, sondern mehr oder weniger stumpf dahinläuft, wohl auch gar nicht beachten.
[ 6 ] Mit all dem gehören wir der elementarischen Welt an. Wir gehören dieser elementarischen Welt so an, daß wirklich wir aus dieser Welt unseren eigenen ätherischen Leib haben, der das Instrument zum Verkehr mit dieser elementarischen Welt ist. Aber nicht nur, daß wir durch unseren ätherischen Leib Beziehungen anspinnen mit anderen ätherischen Leibern, die physischen Wesen angehören, sondern wir sind durch unseren ätherischen Leib verwandt geistigen Wesenheiten elementarischer Natur, und das sind eben solche, die für uns Menschen Imaginationen, unbewußte oder bewußte, hervorrufen können. Wir stehen immer in Beziehung zu einer Vielheit von elementarischen Wesenheiten. Dadurch unterscheiden sich die Menschen voneinander, daß sie Beziehungen haben, der eine zu einer bestimmten Anzahl von elementarischen Wesenheiten, der andere zu anderen elementarischen Wesenheiten, aber so, daß zum Beispiel die Beziehungen eines Menschen zu gewissen elementarischen Wesenheiten zusammenfallen können mit den Beziehungen des anderen Menschen zu denselben elementarischen Wesenheiten. Nur das müssen wir festhalten, daß wir, während wir gewissermaßen Verwandtschaft haben immer zu einer größeren Zahl von elementaren Wesenheiten, wir Beziehungen haben ganz besonders starker Art zu einer elementarischen Wesenheit, die gewissermaßen das Gegenbild ist von unserem eigenen Ätherleib. Man kann sagen, daß unser eigener Ätherleib zu einem besonderen Ätherwesen intime Beziehungen hat. Und so, wie unser Ätherleib — das, was wir von der Geburt bis zum Tode unseren Ätherleib nennen — dadurch, daß er dem physischen Leib eingegliedert ist, seine besonderen Beziehungen entwickelt zur physischen Welt, so vermittelt uns dieses Ätherwesen, das gewissermaßen das Gegenbild, der Gegenpol zu unserem eigenen Ätherleib ist, unsere Beziehungen zur gesamten elementarischen Welt, zur umliegenden, kosmisch-elementarischen Welt.
[ 7 ] Da also schauen wir auf eine elementarische Welt, der wir selber durch unseren Ätherleib angehören, mit der wir in Beziehungen stehen, und zwar in konkreten Beziehungen zu besonderen elementarischen Wesenheiten; und innerhalb dieser elementarischen Welt lernen wir also Wesenheiten kennen, welche wahrhaftig ebenso wirkliche Wesenheiten sind wie Menschen, wie Tiere hier in der physischen Welt, welche es aber nicht bis zur Inkarnation, sondern nur bis zur Ätherisierung bringen, deren dichteste Leiblichkeit eben die ätherische Leiblichkeit ist. So wie wir hier zwischen physischen Menschen herumgehen, so gehen wir auch fortwährend zwischen solchen elementarischen Wesenheiten herum. Andere stehen uns ferner, haben aber wiederum ihre Beziehungen zu anderen Menschen; aber eine gewisse Anzahl steht uns besonders nahe, und eine ist von allerintimsten Beziehungen zu uns und vermittelt unseren Verkehr mit der kosmischelementarischen Welt.
[ 8 ] Ein solches Wesen wie diese elementarischen Wesenheiten sind wir selber in der allerersten Zeit, nachdem wir durch die Pforte des Todes geschritten sind, wenn wir noch unseren ätherischen Leib für einige Tage an uns tragen. Da sind wir gewissermaßen ein solches elementarisches Wesen selber geworden. Nun haben wir ja öfters diesen Vorgang des Durchgehens durch die Todespforte beschrieben. Allein je genauer man ihn betrachtet, desto genauere Imaginationen ergibt er. Denn das, was man an Eindrücken empfängt unmittelbar nach dem Durchgang eines Menschen durch die Todespforte, das lebt in Imaginationen, das macht sich als Imaginationen geltend. Nun, im Genaueren zeigt sich da, daß eine gewisse Wechselwirkung gleich nach dem Tode stattfindet zwischen unserem Ätherleib und seinem ätherischen Gegenbilde. Daß uns unser Ätherleib einige Tage nach dem Tode abgenommen wird, das beruht im wesentlichen darauf, daß unser Ätherleib gewissermaßen angezogen, aufgesogen wird durch sein ätherisches Gegenbild und mit diesem nun eins wird, so daß wir in der Tat einige Tage nach dem Tode unseren Ätherleib ablegen, gewissermaßen ihn übergeben, aber an unser ätherisches Gegenbild. Dadurch, daß unser Ätherleib von unserem kosmischen Ebenbilde uns abgenommen wird, stellen sich jetzt ganz besondere Beziehungen heraus desjenigen, was uns so abgenommen ist, zu den anderen elementarischen Wesenheiten, mit denen wir im Leben in Beziehungen gestanden haben. Es ist wirklich das, was sich da als Wechselverhältnis herausstellt zwischen dem, was unser Ätherleib mit seinem Gegenbilde zusammen geworden ist, und den anderen elementarischen Wesenheiten, die unsere Begleiter waren von der Geburt bis zum Tode, eine Art von Wechselverhältnis, das man vergleichen könnte dem zwischen der Sonne und einem Planetensystem, das zu einer Sonne gehört. Gewissermaßen bildet unser Ätherleib mit seinem kosmischen Gegenbilde eine Art Sonne, und die anderen elementarischen Wesenheiten umgeben diese Sonne wie eine Art Planetensystem. Und dadurch, daß diese Wechselwirkung stattfindet, werden diejenigen Kräfte erzeugt, die in der richtigen Weise in langsamem Werden einfügen das, was unser Ätherleib hineintragen kann in die elementarische Welt. Dies, was man so gewöhnlich mit einem abstrakten Worte Auflösung nennt, ist, ich möchte sagen im wesentlichen eine Wirkung der Kräfte, die sich durch dieses von uns übriggelassene Sonnen-Planetensystem abspielt. Da wird allmählich das, was wir im Laufe des Lebens für unseren Ätherleib erworben haben, was wir diesem Ätherleib angeeignet haben, Mitglied der geistigen Welt; das webt sich ein den Kräften der geistigen Welt, und wir müssen nur durchaus uns klar darüber sein, daß jeder Gedanke, jede Vorstellung, jedes Gefühl, das wir entwickeln, wenn sie auch noch so verborgen bleiben, ihre Bedeutungen haben für die geistige Welt, daß sie mit unserem Ätherleib, wenn der Zusammenhalt zerrissen ist mit dem Durchgang durch die Pforte des Todes, in die spirituelle Welt hineingehen und Glieder dieser spirituellen Welt werden. Wir leben nicht umsonst. Die Früchte unseres Lebens, wie wir sie aufnehmen in das, was wir an Gedanken erarbeiten, was wir an Gefühlen erleben, das wird dem Kosmos einverleibt. Das ist etwas, was wir aufnehmen müssen in unser Fühlen, in unser Empfinden, wenn wir uns in rechtem Sinne in der geisteswissenschaftlichen Bewegung verhalten wollen. Denn nicht dadurch, daß man von gewissen Dingen bloß weiß, ist man Geisteswissenschafter, sondern dadurch, daf) man sich durch die Erkenntnis drinnen fühlt in der geistigen Welt, daß man sich als ein Glied in einer ganz bestimmten Art in dieser geistigen Welt fühlt, daß man gewissermaßen weiß: Was du jetzt für einen Gedanken hegst, das hat eine Bedeutung für das ganze Universum, denn das wird bei deinem Tode in der entsprechenden Form diesem Universum übergeben.
[ 9 ] Mit dem, was da dem Universum übergeben wird auf die beschriebene Weise, kann man es in der einen oder in der anderen Form nach dem Tode eines Menschen zu tun haben. Und mancherlei von den Arten, wie im Leben Zurückbleibenden die Toten gegenwärtig sind, beruht darauf, daß der ätherische Mensch, der eigentlich von der wirklichen Menschenindividualität abgelegt ist, seine Imaginationen den Lebenden zurücksendet. Ist der Lebende sensitiv genug dazu oder ist er in irgendeinem abnormen Zustande oder hat er sich durch entsprechende Geistesschulung in normaler Weise dazu vorbereitet, so können die Einwirkungen desjenigen, was da vom toten Menschen an die geistige Welt abgegeben ist, die Einwirkungen imaginativer Natur auch in bewußter Art beim Menschen auftreten.
[ 10 ] Nun, es bleibt aber eine Verbindung nach dem Tode zwischen dem, was eigentliche menschliche Individualität ist, was sich getrennt hat von dem Ätherischen, und zwischen diesem Ätherischen, eine Verbindung, die wirklich eine Wechselwirkung bedeutet. Man bemerkt dieses am deutlichsten dadurch, daß man es mit geistiger Schulung dahin bringt, einen wirklichen Verkehr mit diesem oder jenem Toten zu haben. Dann kann eine bestimmte Art dieses Verkehrs darinnen bestehen, daß der Tote zunächst das, was er selber an uns herankommen lassen will, die wir noch hier sind in der physischen Welt, auf seinen Ätherleib überträgt; denn nur dadurch, daß er es auf seinen Ätherleib überträgt, gewissermaßen in seinen Ätherleib Einschreibungen macht, können wir in dem, was man Imaginationen nennt, solange wir hier im physischen Leibe sind, Wahrnehmungen von den Toten haben. Sobald man wirklich Imaginationen hat, so ist — lassen Sie mich diesen trivialen, allzu realistischen Ausdruck gebrauchen — der Ätherleib des Toten der Umschalter. Wir dürfen uns nicht vorstellen, daß man deshalb in weniger gemütvollen Beziehungen zu stehen braucht zum Toten, weil ein Umschalter da sein muß. Gerade so, wie ein Mensch, der uns in der Außenwelt entgegentritt, uns seine Gestalt vermittelt sein läßt durch das Bild, das er durch unsere Augen hervorruft in uns, so bedeutet auch diese Vermittelung durch den Ätherleib etwas ganz Ähnliches. Wir schauen gewissermaßen das, was der Tote an uns herankommen lassen will, dadurch, daß wir es auf dem Umwege durch seinen Ätherleib erlangen. Dieser Ätherleib ist außer ihm; aber er ist in einer innigen Beziehung zu diesem Ätherleibe, so daß er das, was in ihm lebt, diesem Ätherleibe einschreiben kann und wir es drinnen als Imaginationen lesen können. Allerdings, wenn derjenige, der geistig geschult ist, auf diese Weise durch einen Ätherleib mit einem Toten in Verbindung treten will, so gehört dazu, daß sich entweder im letzten Leben zwischen der Geburt und dem Tode oder aus vorhergehenden Inkarnationen Beziehungen angeknüpft haben, welche die Seele des hier noch Lebenden soweit ergriffen haben, daß die Imaginationen auf ihn einen Eindruck machen können. Das kann nur sein, wenn in einer ganz bestimmten, intensiven Weise für den Toten selber ein unmittelbares Gemütsinteresse da war. Gemütsinteressen müssen überhaupt die Vermittler sein zwischen den Lebenden und den Toten, wenn ein Verkehr stattfinden soll, ob er nun bemerkt wird oder nicht bemerkt wird — wir werden über den letzteren Fall gleich sprechen —, Gemütsinteressen solcher Art, daß wir wirklich etwas von dem Toten gewissermaßen in uns tragen, daß der Tote in einer gewissen Beziehung wenigstens ein Stück unseres eigenen Erlebens gebildet hat. Nur der geistig Geschulte kann in einer gewissen Beziehung sich einen Ersatz dafür schaffen. Er kann sich einen Ersatz schaffen dadurch — das erscheint zunächst äußerlich, kann aber durch die geistige Schulung in ein mehr Innerliches umgewandelt werden —, daß er zum Beispiel die Schrift oder irgend etwas anderes, worin die Individualität des Toten lebt, auf sich wirken läßt. Aber er muß eine gewisse Praxis sich erworben haben, mit einer Individualität, insofern sich diese Individualität in die Schrift hineinversetzt, in die Schrift hineinlebt, in Beziehung zu treten, oder er muß die Möglichkeit haben, sich mit regem Anteil in die Gefühle von Physisch-Überlebenden zu versetzen, teilzunehmen an ihrem Schmerz, an dem ganzen Anteil, den die anderen Überlebenden an dem Toten haben. Dadurch, daß er diese konkreten, von dem Toten in die lieben Angehörigen herüberfließenden, herüberlebenden und bleibenden Gefühle der Anteilnahme selber in seinen Anteil aufnimmt, dadurch kann er seine eigene Seele bereit machen, in den angedeuteten Imaginationen zu lesen.
[ 11 ] Nun müssen wir uns aber klar sein, daß das Bemerken dieser Imaginationen, die aus dem ätherischen Leibe herüberspielen, gewiß von der geistigen Schulung oder von irgendwelchen anderen Verhältnissen abhängt, daß aber das, was nicht bemerkt wird von den Menschen, deshalb nicht minder da ist, und man darf sagen: Die in der physischen Welt hier lebenden Menschen werden nicht nur von den elementarischen Kräften als Imaginationen umspielt, welche von dem physischen Leibe eines lebenden Menschen herrühren, sondern unser ätherischer Leib ist fortwährend durchspielt von Imaginationen, die wir in uns aufnehmen, wenn wir sie auch nicht bemerken, die von denen herrühren, die mit uns in irgendeiner Verbindung standen und die vor uns durch die Pforte des Todes gegangen sind. Wie wir im physischen Leben als physischer Leib mit der uns umgebenden Luft in Verbindung stehen, das darf schon gesagt werden, so stehen wir mit der ganzen elementarischen Welt und auch mit all dem, was in der elementarischen Welt von den toten Menschen ist, in Beziehung. Wir lernen unser Menschenleben niemals kennen, wenn wir keine Erkenntnis erlangen von diesen Beziehungen. Allerdings sind diese Beziehungen so intimer, so feiner Art, daß sie den meisten Menschen wohl recht unbemerkt bleiben. Aber wer wollte denn leugnen, daß schließlich der Mensch zwischen der Geburt und dem Tode nicht immer derselbe ist?
[ 12 ] Man schaue nur einmal in sein Leben zurück, und man wird schon bemerken, wenn man auch scheinbar einen noch so konsequenten Fortlauf des Lebens zu haben meint, daß man manche Züge hin und her im Leben gemacht hat, daß dies oder jenes aufgetreten ist. Wenn es auch nicht gleich unser Leben in ganz andere Bahnen gebracht hat — was auch zum Teil der Fall sein mag —, so hat es doch unser Leben nach der erfreulichen oder nach der leidvollen Seite in dieser oder jener Richtung bereichert, in dieser oder jener Richtung in andere Verhältnisse hineingebracht. Wir wissen, wenn wir in eine andere Gegend kommen, daß wir durch die andere Luftzusammensetzung in eine andere Gesundheitsstimmung kommen können. Diese verschiedenen seelischen Stimmungen, in die wir im Verlaufe unseres Lebens eintreten, rühren her von den Einflüssen der elementarischen Welt, und zum nicht geringen Teile von den Einflüssen, die von den vorher mit uns in Beziehung gestandenen Toten ausgehen. Mancher trifft im Leben einen Freund oder irgendeine Person, zu der er in diese oder jene Beziehungen tritt, der er diese oder jene Gefälligkeit, der er vielleicht auch einen Verweis, eine Kritik erteilen muß. Daß er mit ihr zusammengeführt worden ist, bedarf der Einwirkung bestimmter Kräfte. Und wer die okkulten Zusammenhänge der Welt erkennt, der weiß, daß, wenn zwei Menschen zu dem oder jenem zusammengeführt werden, manchmal einer, manchmal mehrere derjenigen an diesem Zusammenführen tätig sind, welche vor uns durch die Pforte des Todes geschritten sind. Unser Leben wird dadurch nicht unfreier. Niemand, der nicht töricht sein will, wird sagen: Wie kann der Mensch frei sein, da er doch gezwungen ist, zu essen. — So gilt es auch nicht, zu sagen: Wir werden dadurch unfrei, daß unsere Seele fortwährend Wirkungen aus der elementarischen Welt in der geschilderten Weise empfängt. Aber wirklich, ebenso wie wir mit Wärme und Kälte, mit dem, was unsere Nahrung wird, mit der Luft der Umgebung in Verbindung stehen, so stehen wir zwar auch mit der anderen elementarischen Welt, aber vor allen Dingen mit demjenigen in Verbindung, was von seiten der vor uns verstorbenen Toten kommt. Und man kann wirklich sagen: Des Menschen Wirken für seine Mitmenschen hört nicht auf, wenn er durch die Pforte des Todes geht, und durch seinen Ätherleib, mit dem er selber in Verbindung bleibt, schickt er seine Imaginationen in diejenigen hinein, mit denen er in Verbindung gestanden hat. Eigentlich ist diese Welt, auf die wir da hindeuten, für unser menschliches Leben, wenn sie auch aus guten Gründen unbemerkt bleibt für das alltägliche Leben, eine viel realere als diejenige, die wir gewöhnlich die reale nennen. So viel für heute über diese elementarische Welt.
[ 13 ] Ein weiteres Reich, das fortwährend in unserer Umgebung ist und dem wir ebenso angehören wie der elementarischen Welt, können wir die seelische Welt nennen. Auf den Namen kommt es ja nicht an. Mit der elementarischen Welt stehen wir wachend auch immer in Verbindung. Schlafend steht unser im Bette liegender Leib und unser Ätherleib mit dieser elementarischen Welt in Verbindung, mittelbar, wenn wir im Ich und astralischen Leib außer dem physischen und Ätherleib sind. Aber mit jener höheren Welt, die ich jetzt meine, stehen wir in unmittelbarster Verbindung, nur kann es eben auch für das gewöhnliche Leben nicht zum Bewußtsein kommen. Die Verbindung besteht im Schlafe, wenn wir unseren astralischen Leib frei um uns haben, aber auch im Wachen, wenn auch da die Verbindung durch die Kräfte, die der physische Leib an sich gezogen hat, vermittelt ist, also keine unmittelbare ist. Wiederum finden wir in dieser Welt- nennen wir sie die seelische, die mittelalterlichen Philosophen haben sie die himmlische genannt — Wesenheiten, welche ebenso wirklich, ja wirklicher sind, als wir während unseres Lebens zwischen Geburt und Tod, welche es aber nicht bis zu einer Verkörperung in einem physischen Leibe, auch nicht bis zu einer Verkörperung in einem ätherischen Leibe zu bringen brauchen, sondern welche leben als in ihrer niedrigsten Leiblichkeit in dem, was wir gewohnt sind, astralischen Leib zu nennen. Wir stehen mit einer großen Anzahl von solchen rein astralischen Wesenheiten fortwährend während unseres Lebens und nach unserem Tode in engster Verbindung. Wiederum unterscheiden sich die Menschen dadurch voneinander, daß die verschiedenen Menschen zu verschiedenen astralischen Wesenheiten in Beziehung stehen. Dabei kann es so sein, daß zwei Menschen Beziehungen haben zu gemeinsamen Astralwesen — jeder von ihnen dann wiederum zu anderen —, aber sie haben beide zu einem oder mehreren Astralwesen gemeinsame Beziehungen.
[ 14 ] Dieser Welt nun, in der solche astralische Wesen sind, gehören wir Menschen selber an von der Zeit an, wo wir, nachdem wir durch die Todespforte geschritten sind, unseren ätherischen Leib abgelegt haben. Mit unserer Individualität sind wir dann solche Wesenheiten in der seelischen Welt, und unsere unmittelbare Umgebung sind Wesenheiten der seelischen Welt. Was in der elementarischen Welt enthalten ist, zu dem stehen wir dann so in Beziehung, daß wir in ihm das erregen können, was Imaginationen hervorruft in der geschilderten Weise. Aber die elementarische Welt haben wir dann in einer gewissen Art außer uns; sie ist, können wir auch sagen, unter uns. Sie ist mehr ein Teil, dessen wir uns zum Verkehr mit der übrigen Welt bedienen; derjenigen Welt, die wir jetzt als seelische Welt bezeichnet haben, gehören wir aber unmittelbar selber an. Wir haben unseren Umgang mit den Wesenheiten der seelischen Welt, also auch mit denjenigen Menschen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind und nach einigen Tagen ihre ätherischen Leiber abgelegt haben. Gerade so, wie wir, auch wenn wir es nicht bemerken, fortwährend Einflüsse erlangen aus der elementarischen Welt, so haben wir auch fortwährend Einflüsse unmittelbar in unseren astralischen Leib herein aus dieser seelischen Welt, die ich jetzt schildere. Nur die unmittelbaren Einflüsse, die wir haben — die mittelbaren haben wir ja kennengelernt auf dem Wege durch den ätherischen Leib —, die unmittelbaren Einflüsse können Inspirationen sein.
[ 15 ] Nun wird es uns verständlich werden, wie solcher Einfluß der seelischen Welt auf uns ist, wenn ich wiederum zuerst mit einigen Worten berühre, wie sich dieser Einfluß dem geistig Geschulten darstellt, der imstande ist, Inspirationen aus der geistigen Welt zu empfangen. Er stellt sich ihm so dar, daß er zum Bewußtsein bringen kann diese Inspirationen nur dann, wenn er gewissermaßen etwas von dem Wesen, das ihn inspirieren will, selber in sich aufnehmen kann, etwas von den Eigenschaften, von der Lebenstendenz und Lebensrichtung dieses Wesens. Handelt es sich darum, daß der geistig Geschulte bewußte Beziehungen entwickeln soll, nicht bloß auf dem Umweg durch den Ätherleib, sondern in dieser unmittelbaren Art durch Inspirationen mit einem Toten, dann ist notwendig, daß er in seiner Seele noch mehr trägt als dasjenige, was durch das Interesse, durch den Anteil hervorgerufen werden kann. Der geistig Geschulte muß gewissermaßen, wenigstens für kurze Zeit, sich so verwandeln können, daß er in sich selber etwas annimmt von den Gewohnheiten, von der Art des Wesens, also sagen wir des Menschenwesens, mit dem er in Verkehr treten will. Er muß sich so einleben können, daß er sich sagen kann: Du nimmst so sehr dessen Gewohnheiten an, daß du das tun könntest in seinem Sinne, was er tun könnte, fühlen könnte, empfinden könnte, wollen könnte; auf das «könnte» kommt es an! Die Möglichkeit muß vorhanden sein. Man muß also intimer zusammensein können noch mit dem Toten. Dazu gibt es für den geistig Geschulten allerlei Mittel, wenn der Tote selber das zuläßt, nur muß man sich darüber klar sein, daß diejenigen Wesenheiten, welche dieser jetzt von uns seelische Welt genannten Welt angehören, wirklich zur Welt in einer ganz anderen Weise stehen, als wir Menschen hier im physischen Leib, und daß es daher ganz besondere Bedingungen des Verkehres mit diesen Wesen, also auch ganz besondere Bedingungen gibt des Verkehres mit den Toten, solange sie in ihrem astralischen Leibe sind, als astralische Wesen also nur. Namentlich auf einzelnes kann aufmerksam gemacht werden. Das, was wir Menschen hier für unser Leben entwickeln im physischen Leibe durch diese oder jene Beziehungen zu anderen Menschen, die gerade durch das Erdenleben auftreten, das gewinnt eine andere Art des Interesses für die Toten. Wir entwickeln hier auf Erden Sympathien, Antipathien, und seien wir uns ganz klar darüber: solche Sympathien und Antipathien, wie wir sie, solange wir im physischen Leibe leben, entwickeln, stehen unter dem Einflusse unseres eben durch den physischen Leib und seine Verhältnisse vermittelten Daseins. Sie stehen unter dem Einflusse unserer Eitelkeit, unseres Egoismus. Seien wir uns klar darüber, wieviel wir entwickeln an bestimmt gearteten Beziehungen zu diesen oder jenen Menschen aus Eitelkeit, aus Egoismus heraus, aus anderen Dingen, die eben hier auf unserem physischen Erdenleben beruhen. Wir lieben, wir hassen die Menschen. Wir kümmern uns gewiß wenig zumeist über die Gründe unseres Liebens und Hassens, unserer Sympathien und Antipathien, ja wir vermeiden es oft, uns über diese Sympathien und Antipathien viel zu bekümmern, aus dem einfachen Grunde, weil etwas zumeist recht Unangenehmes herauskommen würde. Wenn wir der Tatsache nachgehen würden, die darinnen sich ausspricht, daß wir diesen oder jenen Menschen zum Beispiel nicht lieben, da würden wir uns manchmal so viel an Vorurteilen, an Eitelkeit, an anderen Eigenschaften noch zuschreiben müssen, daß wir uns fürchten, solche Dinge uns zuzuschreiben. Und so bringen wir uns nicht zur Klarheit, warum wir diesen oder jenen Menschen hassen. Aber mit dem Lieben ist es ja schließlich oftmals ganz ähnlich. Dadurch aber entwickeln sich Interessen, Sympathien und Antipathien, die eigentlich wirklich nur eine Bedeutung haben für unser Erdenleben. Aber aus alldem, was sich so als Interesse entwickelt, handeln wir, aus alldem heraus richten wir unser Leben ein.
[ 16 ] Es wäre nun ganz falsch, wenn wir glauben würden, daß an dem, was sich so unter dem Einfluß unseres physischen Erdenlebens an ephemerem Interesse, Sympathien, Antipathien anknüpft, die Toten einen ebensolchen Anteil haben könnten wie wir Erdenmenschen hier. Der Tote kommt wirklich in die Notwendigkeit, diese Dinge von einem ganz anderen Gesichtspunkte aus zu sehen. Und fragen wir uns dann weiter, wie wir beeinflußt sind in der Beurteilung unserer Mitmenschen durch unsere subjektiven Gefühle, durch dasjenige, was in unserem Interesse, in unserer Eitelkeit, in unserem Egoismus und so weiter liegt, so dürfen wir nicht glauben, daß ein Toter ein Interesse haben kann an unseren also gearteren Verhältnissen zu anderen Menschen und zu alledem, was wiederum an Handlungen fließt aus solchen Interessen. Aber wir dürfen auf der anderen Seite auch nicht glauben, daß der Tote das nicht sieht, was da in unserer Seele lebt. Denn es lebt ja wirklich in unserer Seele. Der Tote sieht es schon, der Tote nimmt teil daran; aber der Tote sieht noch etwas anderes, der Tote hat überhaupt eine ganz andere Menschenbeurteilung als der Lebende. Er sieht gewissermaßen die Menschen ganz anders an. Und da ist eines eine ganz besondere Hauptsache: wie der Tore die Menschen, die hier sind auf der Erde, ansieht. Und glauben wir nur nicht, daß der Tote nicht ein reges Interesse für die Menschen hat. Das hat er, denn die Menschenwelt ist ein Glied des ganzen Kosmos; unser Leben gehört dazu. Und so wie wir uns für die untergeordneten Reiche auch in der physischen Welt interessieren, so interessieren sich die Toten intensiv für die Menschenwelt, und da senden sie ihre Impulse herein; durch die Lebenden wirken sie in die Welt herein. Wir haben ja selber gerade vorhin ein Beispiel dafür angeführt, wie die Toten fortwirken, nachdem sie eben durch die Pforte des Todes geschritten sind.
[ 17 ] Aber der Tote sieht vor allen Dingen eines genau. Er sieht, wie da ein Mensch ist, der Haßimpulsen folgt, der den oder jenen haßt aus bloßen persönlichen Intentionen heraus; das sieht der Tote. Aber der Tote muß nach seiner Art des Schauens, nach dem, was er wissen kann, den Anteil genau auf sich wirken lassen, wie Ahriman zum Beispiel den Menschen beeinflußt zum Hasse; der Tote sieht Ahriman arbeiten am Menschen. Und er sieht auf der anderen Seite, wenn der Mensch hier eitel ist, Luzifer an ihm arbeiten. Das ist das Wesentliche, daß der Tote die Menschen im Zusammenhange mit der ahrimanisch-luziferischen Welt sieht. Dadurch fällt für den Toten dasjenige weg, was uns oftmals unser Menschenbeurteilen ganz und gar färbt. Wir schen diesen oder jenen, den wir verurteilen müssen nach der einen oder anderen Richtung; wir schieben es ihm zu, was wir an ihm tadelnswert finden. Der Tote schiebt dies nicht unmittelbar dem Menschen zu, sondern er schaut an, wie der durch Ahriman oder Luzifer verführt ist. Dadurch wird herbeigeführt dasjenige, was wir nennen können ein Abdämpfen der in unserem physischen Erdenleben scharf differenzierten Gefühle, die wir für diesen oder jenen Menschen haben. Es tritt für den Toten viel mehr auf eine Art allgemeiner Menschenliebe. Glauben Sie nicht, daß dadurch der Tote nicht kritisieren könnte, das heißt, in der richtigen Weise das Böse sieht. Er sieht es schon; nur kann er es zurückführen auf die Ursprünge, auf die Zusammenhänge.
[ 18 ] Aber dies alles, was ich Ihnen hier geschildert habe, das bewirkt auch, daß der geschulte Mensch einem Toten eigentlich bewußt nur dadurch nahekommen kann, daß er wirklich sich frei macht von persönlichen Sympathie- und Antipathiegefühlen zu den einzelnen Menschen, daß er sich nicht abhängig machen läßt in seiner Seele von persönlichen Sympathie- und Antipathiegefühlen. Denn denken Sie sich einmal: Irgendein geschulter hellsehender Mensch würde sich einem Toten, wer das auch sein mag, nähern, so daß dessen Inspirationen in sein Bewußtsein kommen, und dieser hier Lebende würde einen Menschen mit ganz besonderem Haß verfolgen, einem Haß, der nur in persönlichen Verhältnissen seinen Ursprung hat. — Ja, wie Feuer von unserer Hand gemieden wird, so meidet der Tote einen solchen Menschen, der in einer solchen Weise aus persönlichen Gründen heraus hassen kann! Er kann nicht heran, weil der Haß auf ihn wie Feuer wirkt. Um in bewußte Beziehungen zu kommen zu den Toten, muß man sich gleich ihnen in einer gewissen Weise von persönlichen Sympathien und Antipathien unabhängig machen können. Daher werden Sie auch begreifen, daß nun das ganze Verhältnis der Toten zu den Lebenden, insoweit es auf Inspirationen beruht, die auch, wenn sie nicht bemerkt sind, doch immer da sind, die immer im astralischen Leib des Menschen leben, so daß der Mensch auch in dieser direkten Weise mit den Toten in Beziehungen steht, abhängig ist von der Art und Weise, wie wir hier auf Erden in unserem Leben gestimmt sind. Wenn wir menschenfeindlich gesinnt sind, wenn wir kein Interesse und keinen Anteil an unserer Mitwelt nehmen, namentlich wenn wir nicht unbefangenes Interesse und Anteil haben an unserer Mitwelt, an unseren Mitmenschen, dann können so, wie sie wollen, die Toten an uns nicht heran; die können sich nicht in der richtigen Weise in unsere Seelen hineinversetzen, oder es wird ihnen, wenn es sein muß, ganz besonders erschwert, und sie können es nur unter Leiden und Schmerzen. Dieses Zusammenleben der Toten mit den Lebenden ist überhaupt ein recht kompliziertes. Aber Sie sehen daraus, daß der Mensch auch unmittelbar dadurch, daß er auf dem physischen Plane Lebende inspiriert nach seinem Tode, über die Zeit hinaus wirkt, da er durch die Todespforte geschritten ist. Und es ist durchaus wahr, daß diejenigen, die in irgendeiner Zeit auf der Erde leben, namentlich mit Bezug auf ihre inneren Gewohnheitsqualitäten, auf die Art, wie sie denken, wie sie fühlen, wie sie Neigungen haben, intensiv abhängig sind von denen, die vor ihnen hingestorben sind und die im Leben in Beziehungen zu ihnen gestanden haben oder zu denen sie irgendwelche Beziehung selbst noch nach dem Tode herstellen, was ja unter Umständen geschehen kann, aber schwieriger ist.
[ 19 ] Ein gewisser Teil der Weltenordnung, des Menschheitsfortschrittes beruht durchaus darauf, daß die Toten inspirierend in das Leben der Erdenmenschen hereinwirken. Ja, in den Instinkten der Menschen liegt durchaus eine Ahnung von diesem Hereinwirken, eine Ahnung davon, daß das so sein muß. Und das kann man sehen, wenn man beachtet jenes Leben, das früher namentlich verbreitet war und das jetzt im Ersterben ist, weil die Menschheit im Verlaufe ihrer Entwikkelung zu immer anderen, neuen Lebensformen vorschreitet. Die Menschen ahnten früher, wo sie überhaupt mehr von der realen Wirklichkeit der geistigen Welten geahnt haben, viel mehr, welche Notwendigkeiten für das Gesamtleben bestehen; sie wußten, die Lebenden brauchen die Toten, brauchen bis in ihre Gewohnheiten herein die Impulse der Toten. Was hat man getan? Denken Sie zurück an frühere Zeiten, wo in ganz weiten Lebens-Menschenkreisen es so war, daß der Vater gesorgt hat, daß der Sohn sein Geschäft übernahm, daß der Sohn fortwirkte in derselben Weise. Wenn der Vater dann längst tot war, dann war durch die physische Welt, dadurch, daß der Sohn in den Bahnen des Vaters geblieben ist, ein Vermittlungsband geschaffen, so daß eine Verwandtschaft bestand in der Betätigung des Sohnes zu der Betätigung des Vaters, und der Vater konnte fortwirken in dem Sohne. Darauf beruhte vieles im Leben. Und wenn ganze Stände einen großen Wert darauf legen, daß sich innerhalb der Stände oder innerhalb der Familien dieser Stände dies oder jenes Reale forterbt, so beruht das darauf, daß geahnt wird die Notwendigkeit: In die Lebensgewohnheiten der Späteren müssen die Lebensgewohnheiten der Früheren hinübergreifen, wenn diese Lebensgewohnheiten der Früheren soweit gereift sind, daß sie von ihnen herkommen erst, nachdem die Betreffenden durch die Pforte des Todes gegangen sind; denn da werden sie erst reif.
[ 20 ] Diese Dinge hören ja auf, wie Sie wissen, indem das Menschengeschlecht fortschreitet, und eine Zeit kann man heranrücken sehen, in der diese Erbschaften, diese konservativen Verhältnisse keine Rolle mehr spielen werden. Die physischen Bande werden nicht mehr da sein können in derselben Weise wie früher. Dafür müssen aber um so mehr die Menschen aus den geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen dasjenige herausnehmen, was die Sache ins Bewußtsein herüberträgt, so daß man bewußt anknüpfen kann an solche Lebensgewohnheiten früherer Zeiten, mit denen man rechnen muß, damit das Leben kontinuierlich vorwärtsschreiten kann. Wir leben jetzt in einer Übergangszeit seit dem Beginn der fünften nachatlantischen Periode, mit der mehr oder weniger das Chaos eingezogen ist. Aber es werden spätere Verhältnisse wieder kommen, wo man in einer viel bewußteren Weise durch Erkenntnis der geisteswissenschaftlichen Wahrheiten an das Frühere anknüpfen wird. Unbewußt haben es die Leute schon getan, instinktiv. Aber dasjenige, was heute noch instinktiv ist, muß in Bewußtsein umgewandelt werden. Man achtet zwar nicht darauf, wer aber nur Geschichte geistig studieren kann, der würde schon bemerken, wenn er nur auf die realen Verhältnisse ginge und nicht auf die schauderhaften Abstraktionen, in denen heute gerade die sogenannten Geisteswissenschaften arbeiten, daß, was in einem Zeitalter gelehrt wird, den Charakter trägt, daß man gewissermaßen unbewußt, instinktiv anknüpft an das, was die Verstorbenen hereinströmen lassen in die Gegenwart. Wird man einmal verstehen, die großen pädagogischen Gedanken wirklich zu studieren, die in einem Zeitalter von den Trägern der Pädagogik verbreitet werden — von den wahren, nicht von denjenigen, die Scharlatane sind —, dann wird man sehen, daß diese tragenden pädagogischen Gedanken herrühren von dem gemeinsamen Übertragen der Gewohnheiten derjenigen, die vor einer gewissen Zeit gestorben sind, die ihre Gewohnheiten hereinfließen lassen.
[ 21 ] So ist es ein viel intimeres Zusammensein noch mit dem Menschen, was die Toten haben; denn das, was in den astralischen Leib hereinspielt, greift mehr noch in das Innere, als das, was in den Ätherleib hereinspielt. Es ist ein noch viel intimeres Zusammensein mit dem Menschen, was die wirklichen Toten haben, als das, was die ätherischen Leiber haben oder irgendwelche elementarischen Wesen anderer Art. Daraus ersehen Sie aber, daß die Folgezeit des Menschenlebens immer durch die vorhergehende Zeit bedingt wird, daß die vorhergehende Zeit in der folgenden Zeit immer weiter drinnen lebt. Denn eigentlich, so sonderbar dies klingt, so recht reif, um unmittelbar auf andere Menschen zu wirken, indem wir in ihr Inneres hineinwirken, werden wir erst nach unserem Tode. Das, was wir im Leben nicht sollten: unsere eigenen Gewohnheiten einem anderen Menschen aufdrängen, der mündig geworden ist — ich meine jetzt geistig mündig geworden ist, nicht staatlich —, das ist aber recht und entspricht den Bedingungen der Fortentwickelung der Menschheit, nachdem wir selber durch die Pforte des Todes geschritten sind. Außer allem übrigen, was im fortschreitenden Karma und in den allgemeinen Gesetzen der Inkarnation enthalten ist, finden diese Dinge statt. Und wenn Sie nach den geheimen Ursachen fragen, warum die Menschen, sagen wir, jetzt dies oder jenes tun, so werden Sie bei vielem — allerdings nicht bei allem — finden, daß sie es tun aus dem Grunde, weil gewisse Impulse von denjenigen herunterfließen, die vor zwanzig, dreißig Jahren gestorben sind, oder die vor noch längerer Zeit gestorben sind. Das sind die geheimen, aber konkreten Zusammenhänge zwischen der physischen und der geistigen Welt. Denn nicht nur für uns selber reift etwas heran in demjenigen, was wir durch die Pforte des Todes tragen, sondern auch für die übrige Welt. Aber es wird erst von einem bestimmten Momente ab wirklich reif, auf andere zu wirken. Aber es wird auch immer reifer und reifer. Und ich bitte Sie, beachten Sie jetzt, daß ich nicht rede von Äußerlichkeiten, sondern von innerem, realem spirituellem Wirken. Wenn irgend jemand sich erinnert an die Gewohnheiten eines verstorbenen Vaters oder Großvaters und diese Gewohnheiten aus der Erinnerung auf dem physischen Plane wiederum ausführt: das meine ich nicht, das ist etwas anderes. Ich meine wirklich die inspirierten, also für das gewöhnliche Bewußtsein nicht wahrnehmbaren Einflüsse, die sich geltend machen innerhalb der Gewohnheiten, innerhalb unseres intimsten Charakters. Und vieles in unserem Leben beruht darauf, daß wir uns sogar gezwungen sehen, von gutgemeinten Einflüssen, die von den Toten kommen, da oder dort uns frei zu machen. Ja, wir erkämpfen uns manches an innerer Freiheit dadurch, daß wir uns nach der einen oder nach der anderen Seite frei machen müssen. Innere Seelenkämpfe, deren Ursache der Mensch oftmals nicht kennt, werden ihm verständlich werden, wenn er sie in dem Lichte betrachtet, das aus solchen Erkenntnissen herkommt. Wenn man ein triviales Wort gebrauchen will, so kann man sagen: Es rumort die Vergangenheit, es rumoren die Seelen der Vergangenheit wirklich in unserem Inneren.
[ 22 ] Diese Dinge sind einfach Wahrheiten, in die wir hineinschauen durch das geistige Anschauen. Nur haben die Menschen, namentlich im heutigen Leben — es war nicht immer so, wer Geschichte geistig studieren kann, weiß es —, ein ganz besonderes Verhältnis zu diesen Wahrheiten: sie fürchten sich nämlich davor, sie fürchten sich vor der Erkenntnis der Wahrheiten; sie haben eine heillose Angst, keine bewußte, aber eine unbewußte Angst. Und diese unbewußte Angst vor der Erkenntnis, wie man drinnensteht in der Welt, wie die geheimnisvollen Zusammenhänge sind nicht nur zwischen Seele und Seele hier in der Welt, sondern zwischen Seele und Seele hier und in der anderen Welt, die hält die Menschen zurück. Es ist das ein Teil dessen, was sie zurückhält instinktiv von der Geisteswissenschaft. Sie fürchten sich, die Wirklichkeit kennenzulernen. Sie ahnen nur nicht, wie sie dadurch, daß sie die Wirklichkeit nicht kennenlernen wollen, störend eingreifen in den ganzen Weltengang und dadurch selbstverständlich störend vor allen Dingen in das Leben, das dann zu durchleben ist zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wo diese Verhältnisse durchschaut werden müssen.
[ 23 ] Noch reifer — dasjenige, was sich fortentwickelt, wird immer reifer und reifer — wird das, was in uns lebt, wenn es nicht mehr bloß Inspiration zu sein braucht, sondern wenn es Intuition in dem Sinne, wie ich das Wort in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gebrauche, sein kann. Aber Intuition kann nur ein Wesen sein, welches überhaupt nur, sagen wir, einen «Geistleib» hat, um das paradoxe Wort zu gebrauchen. Der Mensch kann erst intuitiv in diesem Sinne wirken auf andere Wesen, also auch auf die Wesen, die hier noch im physischen Leben verkörpert sind, wenn er seinen astralischen Leib abgelegt hat, wenn er selbst ganz der geistigen Welt angehört, also Jahrzehnte nach seinem Tode. Dann kann er auch durch Intuition, nicht mehr bloß, wie ich es geschildert habe, durch Inspiration, herunterwirken auf die anderen Menschen. Dann wirkt er erst auf geistige Art als Ich, das jetzt in der geistigen Welt ist, in die Iche hinein. Früher hat er in den astralischen Leib inspirierend hereingewirkt oder auf dem Umweg durch den Ätherleib in den Ätherleib des Menschen. Als Ich kann auch unmittelbar, und natürlich zugleich durch die anderen vermittelt, derjenige wirken, der schon Jahrzehnte tot ist. Und da ist dann des Menschen Individualität reif geworden, nicht bloß in die Gewohnheiten der Menschen sich hineinzuleben, sondern sogar jetzt in die Anschauungen! Vielleicht ist dieses für die heutige vorurteilsvolle Empfindung sogar eine unangenehme, eine recht unsympathische Wahrheit; aber es ist eben eine Wahrheit. Unsere Anschauungen, die in unserem Ich entstehen, sind immerzu unter dem Einflusse derjenigen, die lange verstorben sind. In unseren Anschauungen leben diejenigen, die lange verstorben sind. Dadurch aber wird die Kontinuität der Entwickelung aus der geistigen Welt heraus aufrechterhalten. Es ist dies eine Notwendigkeit, sonst würde der Faden der Anschauungen fortwährend abreißen.
[ 24 ] Verzeihen Sie, daß ich an dieser Stelle etwas Persönliches einschalte; aber dieses Persönliche schalte ich durchaus, ich möchte sagen, aus objektiven Gründen ein, denn nur durch die konkrete Anschauung kann eine solche Wahrheit ganz verständlich werden. Anschauungen sollte eigentlich niemand vorbringen so, daß er sie als seine persönlichen Meinungen, wenn sie auch noch so ehrlich errungen sind, vorbringt. Daher wird keiner, der ganz ehrlich auf dem Boden des Okkultismus steht, der erfahren ist in den Bedingungen der Geisteswissenschaft, der Welt seine Meinungen oktroyieren, sondern er wird alles tun, um ja nicht seine Meinungen der Welt unmittelbar zu oktroyieren; denn dasjenige, was er unter dem Einflusse seines persönlichen Gestimmtseins sich als Meinungen erwirbt, das wird erst dreißig, vierzig Jahre nach seinem Tode wirken dürfen. Da wirkt es dann so, daß es auf denselben Wegen in Seelen hineingelangt, auf denen die Impulse der Zeitgeister, der Archai, in die Seelen hineingelangen. Da ist es so reif geworden, daß es wirklich wirken kann, daß es dem objektiven Gang der Dinge entspricht. Daher ist es notwendig, daß derjenige, der auf dem Boden des Okkultismus steht, vermeidet, persönlich Proselyten zu machen, persönlich für seine Meinungen Anhänger zu werben.
[ 25 ] Dasjenige, was heute allgemein Sitte ist, daß einer, nachdem er seine Meinung erworben hat, nicht schnell genug für seine Meinung Propaganda machen kann, das könnte von dem wirklichen praktizierenden Geisteswissenschafter nicht angestrebt werden. Und da komme ich mit dem Persönlichen: Es ist wirklich nicht ein Zufall, sondern etwas, was mit meinem Leben notwendig zusammenhängt, daß ich nicht damit begonnen habe, meine Ansichten niederzuschreiben, der Welt mitzuteilen, sondern geschrieben habe «Goethes Weltanschauung» ganz im Geiste und im Sinne der Goetheschen Weltanschauung, um nicht anzuknüpfen an einen Lebenden. Auch wenn man selbst dieser Lebende ist, so könnte einem das niemals eine wirkliche Berechtigung geben, Geisteswissenschaft in diesem Umfange zu lehren, wie das von mir versucht wird, sondern das ist ein notwendiges Glied, sich ganz in den objektiven Gang der Weltenentwickelung hineinzuversetzen. Ich habe also nicht meine Erkenntnistheorie geschrieben, sondern Goethes Erkenntnistheorie, die Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltauschauung und so fort. Sie sehen daraus, wie gewissermaßen die Entwickelung des Menschen weitergeht, wie reif werden diejenigen Dinge, die der Mensch sich hier erwirbt, nicht nur für sein eigenes im Karmaweg fortschreitendes Leben, sondern wie es auch immer reifer wird für die Welt, und wie wir fortfahren zu wirken auf die Welt, indem nach einer bestimmten Zeit wir ausgereift sind, Imaginationen, nach weiterer Zeit Inspirationen in die Gewohnheiten der Menschen hineinzuschicken. Nach einer noch längeren Zeit erst sind wir bereit und reif, Intuitionen in das Intimste des menschlichen Lebens, in die Anschauungen, hineinzusenden. Man darf durchaus nicht glauben, daß unsere Anschauungen aus dem Nichts herauswachsen, oder daß sie in Jedem Zeitalter neu entstehen. Sie wachsen aus dem Boden heraus, in dem unsere Seele wurzelt, der aber eigentlich identisch ist mit dem Wirken längst verstorbener Menschen.
[ 26 ] Ich glaube, daß durch das Wissen von solchen Tatsachen des Menschen Leben wirklich jene Bereicherung erfahren muß, die es braucht nach dem ganzen Charakter und Sinn unseres gegenwärtigen Zeitalters und der nächsten Zukunft. Und vieles Alte ist morsch geworden, und Neues muß sich entwickeln, wie ich es öfter schon ausgeführt habe. In dieses Neue hinein kann aber der Mensch nicht kommen ohne die Impulse, die ihm durch die Geisteswissenschaft werden. Auf die Empfindungen zum Weltenall und zu den übrigen Wesen des Weltenalls, die wir uns aneignen durch die Geisteswissenschaft, darauf kommt es an, daß also unser Leben anders gestimmt wird durch die Geisteswissenschaft, als es vorher gestimmt war. Lebendig soll durch Geisteswissenschaft für uns dasjenige werden, worinnen wir immer sind, was aber zu erkennen die Menschheit berufen sein wird, je weiter sich diese Menschheit durch die fünfte, sechste und siebente nachatlantische Periode noch während der Erdenzeit entwickeln wird.
[ 27 ] Diese Dinge, die zusammenhängen mit der Bereicherung und Belebung des Weltgefühles des Menschen, des vertieften Darinnenstehens im Leben, diese Vorstellungen wollte ich nun heute vermitteln; das ist dasjenige, was ich in Ihren Herzen anregen wollte, nachdem wir wiederum nach einiger Zeit beisammen sein durften, und ich hoffe, daß wir noch öfter hier zusammensein können, um ähnliche Dinge zu besprechen, damit durch unsere Seelen die durch die Geisteswissenschaft angestrebte Entwickelung der Menschheit mitbewirkt werden kann.
