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The Connection Between
the Living and the Dead
GA 168

9 November 1916, Bern

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The Connection Between the Living and the Dead, tr. SOL
  1. Die Verbindung zwischen Lebenden und Toten

7. Die Verbindung zwischen Lebenden und Toten

7. The Connection Between the Living and the Dead

[ 1 ] Das Ziel unseres geisteswissenschaftlichen Strebens geht dahin, uns Vorstellungen zu bilden, wie wir als Menschen zusammenleben mit geistigen Welten in einem ähnlichen Sinne, wie wir durch unseren physischen Leib, dessen Erlebnisse und Wahrnehmungen, zusammenhängen mit der physischen Welt. Nun können wir jetzt schon bei unseren Betrachtungen immer an Bekanntes, das uns vor die Seele getreten ist im Laufe der Jahre, anknüpfen. Wir wissen, die nächste Welt, die hinter der Welt unserer sinnlichen Wahrnehmungen liegt, auf welche unsere durch den physischen Leib vermittelten Willensimpulse, unser Handeln in der physischen Welt gerichtet sind, ist die elementarische Welt, Man könnte ihr auch einen anderen Namen geben. Deutliche Vorstellungen bekommen wir von diesen übersinnlichen Welten doch nur, wenn wir uns in ihre Eigentümlichkeiten ein wenig einlassen, wenn wir versuchen, dasjenige zu erkennen, was sie für uns selbst als Menschen sind. Wirklich hängt ja zunächst unser ganzes Leben zwischen Geburt und Tod, aber auch das Leben, das dann verläuft zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, von unserem Zusammensein mit den verschiedenen um uns sich ausbreitenden Welten zusammen.

[ 1 ] The goal of our spiritual scientific endeavor is to form concepts of how we, as human beings, coexist with spiritual worlds in a similar way to how we are connected to the physical world through our physical body, its experiences, and its perceptions. Now, in our reflections, we can already draw upon familiar concepts that have come to mind over the years. We know that the next world—which lies beyond the world of our sensory perceptions, toward which our volitional impulses, mediated through the physical body, and our actions in the physical world are directed—is the elemental world. One could also give it another name. We can only gain clear insights into these supersensible worlds, however, if we immerse ourselves a little in their characteristics, if we try to recognize what they are for us as human beings. Indeed, our entire life between birth and death—but also the life that then unfolds between death and a new birth—is fundamentally intertwined with our relationship to the various worlds that surround us.

[ 2 ] Die elementarische Welt soll uns die sein, welche wahrgenommen werden kann nur durch das, was wir Imaginationen nennen. Man kann daher auch diese elementarische Welt die imaginative Welt nennen. Für das gewöhnliche Menschenleben ist es so, daß der Mensch seine imaginativen Wahrnehmungen aus der elementarischen Welt unter gewöhnlichen Verhältnissen sich nicht zum Bewußtsein bringen kann. Das besagt aber nicht, daß diese Imaginationen nicht da sind oder daß wir in irgendeinem Augenblicke unseres schlafenden oder wachenden Lebens nicht in Beziehungen stünden mit der elementarischen Welt und Imaginationen von ihr empfingen. Diese Imaginationen fluten wirklich fortwährend in uns unvermerkt auf und ab. Und gerade so, wie wir, wenn wir die Augen aufmachen oder unsere Ohren der Außenwelt darbieten, Farben- und Lichtempfindungen, wie wir Tonwahrnehmungen haben, so haben wir fortwährend Eindrücke der elementarischen Welt, die jetzt in unserem Ätherleibe — Imaginationen bewirken. Diese unterscheiden sich dadurch von den gewöhnlichen Gedanken, daß im Grunde an den gewöhnlichen, alltäglichen menschlichen Gedanken nur das menschliche Haupt beteiligt ist als ein Instrument des Verarbeitens, des Erlebens; bei den Imaginationen jedoch sind wir fast mit unserem ganzen Organismus, aber eben mit unserem Ätherorganismus beteiligt. In unserem Ätherorganismus verlaufen fortwährend diese, wir können sie nennen unbewußten, nur für das geschulte okkulte Erkennen zum Bewußtsein kommenden Imaginationen.

[ 2 ] The elemental world is the one that can be perceived only through what we call imaginations. This elemental world can therefore also be called the imaginative world. In ordinary human life, under normal circumstances, a person cannot bring their imaginative perceptions from the elemental world into consciousness. This does not mean, however, that these imaginations do not exist or that at any moment of our sleeping or waking life we are not in contact with the elemental world and receiving imaginations from it. These imaginations truly ebb and flow within us constantly, unnoticed. And just as we have sensations of color and light—and perceptions of sound—when we open our eyes or turn our ears toward the external world, so too do we constantly receive impressions from the elemental world that now give rise to imaginations in our etheric body. These differ from ordinary thoughts in that, in essence, ordinary, everyday human thoughts involve only the human head as an instrument of processing and experiencing; in the case of imaginations, however, we are involved with almost our entire organism—specifically, our etheric organism. These imaginations—which we might call unconscious, since they come to consciousness only through trained occult perception—are constantly taking place within our etheric organism.

[ 3 ] Wenn diese Imaginationen auch nicht direkt, nicht unmittelbar in unser Bewußtsein hereintreten im alltäglichen Leben, so sind sie deshalb für uns nicht etwa bedeutungslos, sondern sie sind eigentlich für unser gesamtes Leben viel bedeutender als die sinnlichen Wahrnehmungen; denn wir sind mit unseren Imaginationen viel intensiver, viel intimer verbunden als mit den sinnlichen Wahrnehmungen. Von dem Reiche des Mineralischen bekommen wir als physische Menschen wenig Imaginationen. Schon mehr Imaginationen bekommen wir durch dasjenige, was wir entwickeln im Zusammenleben mit der Pflanzenwelt, der tierischen Welt; aber der weitaus größte Teil desjenigen, was in unserem Ätherleib als Imaginationen lebt, kommt aus unserem Verhältnisse zu unseren Mitmenschen und aus alledem, was für unser Leben folgt aus dem Verhältnisse zu unseren Mitmenschen. Ja, es beruht im Grunde genommen unser ganzes Verhältnis zu unseren Mitmenschen, die ganze Art, wie wir zu unseren Mitmenschen stehen, auf Imaginationen, welche sich immer ergeben aus der Art und Weise, wie wir einem anderen Menschen entgegentreten. Das macht sich allerdings als Imaginationen, wie ich schon andeutete, für das gewöhnliche Bewußtsein gar nicht geltend; aber es macht sich geltend in den in unserem Leben eine so große, eine so umfassende Rolle spielenden Sympathien und Antipathien, die wir entwickeln in minderem oder in höherem Grade zu demjenigen, was uns als Mensch in der Welt nahetritt, in unbestimmten Gefühlen, in nur angedeuteten Neigungen oder Abneigungen, in alldem, was sich dann heranentwickelt zu Freundschaft, zu Liebe, was sich steigern kann so, daß wir ohne diesen oder jenen Menschen glauben gar nicht leben zu können.

[ 3 ] Even if these imaginations do not enter our consciousness directly or immediately in everyday life, this does not mean they are meaningless to us; on the contrary, they are actually much more significant for our entire life than sensory perceptions, for we are connected to our imaginations much more intensely and intimately than to sensory perceptions. As physical human beings, we receive few imaginations from the mineral kingdom. We receive more imaginations through what we develop in our interaction with the plant and animal worlds; but by far the greatest part of what lives as imaginations in our etheric body comes from our relationship with our fellow human beings and from everything in our lives that arises from that relationship. Indeed, our entire relationship with our fellow human beings—the whole way we relate to them—is fundamentally based on imaginations that always arise from the way we approach another person. However, as I have already indicated, this does not manifest itself as imaginations to ordinary consciousness at all; but it does manifest itself in the sympathies and antipathies that play such a large, such a comprehensive role in our lives—which we develop to a lesser or greater degree toward those who come close to us as human beings in the world, in vague feelings, in merely hinted-at inclinations or aversions, in all that which then develops into friendship, into love—which can intensify to the point where we believe we cannot live at all without this or that person.

[ 4 ] All das beruht auf den Imaginationen, die immer hervorgerufen werden in unserem ätherischen Leibe durch das Zusammenleben mit unseren Mitmenschen. Und wir tragen eigentlich immer in unserem Leben etwas, was Erinnerung zu nennen nicht ganz richtig ist, weil es etwas viel Realeres ist als die Erinnerung; wir tragen in uns diese, sagen wir also gesteigerten Erinnerungen, Imaginationen, die wir empfangen haben aus all den Eindrücken der Menschen, mit denen wir zusammen waren, die wir aber auch noch immer fortwährend empfangen. Wir tragen die alle in uns, und sie bilden im Grunde genommen ein gutes Stück desjenigen, was wir überhaupt unser Innenleben nennen, nicht das Innenleben, das in deutlichen Erinnerungen lebt, sondern dasjenige Innenleben, welches sich in einer Gesamtempfindung, in einer Gesamtstimmung, in einer Gesamtanschauung über die Welt geltend macht und über unser Zusammenleben mit der Welt. Wir könnten nur kalt an unserer Mitwelt vorbeigehen, mit unserer Mitwelt leben, wenn wir nicht also ein imaginatives Leben entwickelten im Zusammenleben mit anderen Wesenheiten, namentlich mit anderen Menschen.

[ 4 ] All of this is based on the imaginations that are constantly evoked in our etheric body through our interactions with our fellow human beings. And we actually always carry within us something that it is not quite correct to call a memory, because it is something much more real than a memory; we carry within us these—let us call them heightened memories—imaginations that we have received from all the impressions of the people with whom we have been, but which we also continue to receive constantly. We carry all of these within us, and they essentially constitute a significant part of what we generally call our inner life—not the inner life that exists in distinct memories, but the inner life that manifests itself in an overall sensation, an overall mood, and an overall view of the world and of our coexistence with it. We could only pass coldly by our fellow human beings, or live alongside them, if we did not develop an imaginative life in our coexistence with other beings—namely, with other human beings.

[ 5 ] Das, was sich da geltend macht und was man besonders beachten muß als der elementarischen Welt und unserem ätherischen Leben ganz besonders zugehörig, ist dasjenige, was wir das Interesse unserer Seele an der Umwelt nennen. Das, was vorzugsweise in den Kräften unseres Ätherleibes liegt, macht sich geltend dadurch, daß wir in bestimmten Fällen sogleich durch ein Interesse für einen Menschen gefangengenommen werden. Solch ein Interesse, wie es sich anspinnt zwischen einem Menschen und dem anderen Menschen, beruht auf ganz bestimmten Beziehungen, welche zwischen dem einen ätherischen Menschen und dem anderen ätherischen Menschen auftreten und welche das Herüber- und Hinüberspielen der Imaginationen bewirken. Da leben wir mit diesen Imaginationen und mit den Interessen, über deren Wirkung, Stärke und so weiter wir uns oftmals nicht Rechenschaft oder nur unbestimmteste Rechenschaft geben können, die wir, weil ja unser Leben im Alltage nicht geweckt ist, sondern mehr oder weniger stumpf dahinläuft, wohl auch gar nicht beachten.

[ 5 ] What asserts itself here—and what we must pay particular attention to as belonging specifically to the elemental world and our etheric life—is what we call our soul’s interest in the environment. What lies primarily in the forces of our etheric body manifests itself in such a way that, in certain cases, we are immediately captivated by an interest in another person. Such an interest, as it develops between one person and another, is based on very specific relationships that arise between one etheric being and another and that bring about the back-and-forth flow of imaginations. We live with these imaginations and with these interests, the effects, strength, and so on of which we often cannot account for—or can account for only in the vaguest terms—and which, because our everyday life is not awakened but rather drifts along more or less dully, we probably do not even notice at all.

[ 6 ] Mit all dem gehören wir der elementarischen Welt an. Wir gehören dieser elementarischen Welt so an, daß wirklich wir aus dieser Welt unseren eigenen ätherischen Leib haben, der das Instrument zum Verkehr mit dieser elementarischen Welt ist. Aber nicht nur, daß wir durch unseren ätherischen Leib Beziehungen anspinnen mit anderen ätherischen Leibern, die physischen Wesen angehören, sondern wir sind durch unseren ätherischen Leib verwandt geistigen Wesenheiten elementarischer Natur, und das sind eben solche, die für uns Menschen Imaginationen, unbewußte oder bewußte, hervorrufen können. Wir stehen immer in Beziehung zu einer Vielheit von elementarischen Wesenheiten. Dadurch unterscheiden sich die Menschen voneinander, daß sie Beziehungen haben, der eine zu einer bestimmten Anzahl von elementarischen Wesenheiten, der andere zu anderen elementarischen Wesenheiten, aber so, daß zum Beispiel die Beziehungen eines Menschen zu gewissen elementarischen Wesenheiten zusammenfallen können mit den Beziehungen des anderen Menschen zu denselben elementarischen Wesenheiten. Nur das müssen wir festhalten, daß wir, während wir gewissermaßen Verwandtschaft haben immer zu einer größeren Zahl von elementaren Wesenheiten, wir Beziehungen haben ganz besonders starker Art zu einer elementarischen Wesenheit, die gewissermaßen das Gegenbild ist von unserem eigenen Ätherleib. Man kann sagen, daß unser eigener Ätherleib zu einem besonderen Ätherwesen intime Beziehungen hat. Und so, wie unser Ätherleib — das, was wir von der Geburt bis zum Tode unseren Ätherleib nennen — dadurch, daß er dem physischen Leib eingegliedert ist, seine besonderen Beziehungen entwickelt zur physischen Welt, so vermittelt uns dieses Ätherwesen, das gewissermaßen das Gegenbild, der Gegenpol zu unserem eigenen Ätherleib ist, unsere Beziehungen zur gesamten elementarischen Welt, zur umliegenden, kosmisch-elementarischen Welt.

[ 6 ] Through all of this, we belong to the elemental world. We belong to this elemental world in such a way that we truly derive our own etheric body from it, which serves as the instrument for interacting with this elemental world. But not only do we, through our etheric body, establish connections with other etheric bodies belonging to physical beings; through our etheric body, we are also related to spiritual beings of an elemental nature—and these are precisely the ones that can evoke imaginations, whether unconscious or conscious, in us humans. We are always in relationship with a multitude of elemental beings. This is what distinguishes one person from another: one person has relationships with a certain number of elemental beings, another with different ones; yet it is possible, for example, that one person’s relationships with certain elemental beings may coincide with another person’s relationships with the same elemental beings. We must simply note that, while we have, so to speak, a kinship with a larger number of elemental beings, we have particularly strong relationships with one elemental being that is, so to speak, the counterpart of our own etheric body. One could say that our own etheric body has intimate relationships with a particular etheric being. And just as our etheric body—what we call our etheric body from birth to death — develops its own special relationships with the physical world through its integration with the physical body, so this etheric being—which is, in a sense, the counterpart, the opposite pole to our own etheric body—mediates our relationships to the entire elemental world, to the surrounding, cosmic-elemental world.

[ 7 ] Da also schauen wir auf eine elementarische Welt, der wir selber durch unseren Ätherleib angehören, mit der wir in Beziehungen stehen, und zwar in konkreten Beziehungen zu besonderen elementarischen Wesenheiten; und innerhalb dieser elementarischen Welt lernen wir also Wesenheiten kennen, welche wahrhaftig ebenso wirkliche Wesenheiten sind wie Menschen, wie Tiere hier in der physischen Welt, welche es aber nicht bis zur Inkarnation, sondern nur bis zur Ätherisierung bringen, deren dichteste Leiblichkeit eben die ätherische Leiblichkeit ist. So wie wir hier zwischen physischen Menschen herumgehen, so gehen wir auch fortwährend zwischen solchen elementarischen Wesenheiten herum. Andere stehen uns ferner, haben aber wiederum ihre Beziehungen zu anderen Menschen; aber eine gewisse Anzahl steht uns besonders nahe, und eine ist von allerintimsten Beziehungen zu uns und vermittelt unseren Verkehr mit der kosmischelementarischen Welt.

[ 7 ] So here we are looking at an elemental world to which we ourselves belong through our etheric body, with which we are connected—specifically, through concrete relationships with particular elemental beings; and within this elemental world we thus come to know beings who are truly just as real as human beings or animals here in the physical world, but who do not progress as far as incarnation—only as far as etherization—and whose densest form of physicality is precisely the etheric body. Just as we move about here among physical human beings, so too do we constantly move about among such elemental beings. Others are more distant from us, yet they, in turn, have their own relationships with other human beings; but a certain number are particularly close to us, and one has the most intimate relationship with us and mediates our connection with the cosmic-elemental world.

[ 8 ] Ein solches Wesen wie diese elementarischen Wesenheiten sind wir selber in der allerersten Zeit, nachdem wir durch die Pforte des Todes geschritten sind, wenn wir noch unseren ätherischen Leib für einige Tage an uns tragen. Da sind wir gewissermaßen ein solches elementarisches Wesen selber geworden. Nun haben wir ja öfters diesen Vorgang des Durchgehens durch die Todespforte beschrieben. Allein je genauer man ihn betrachtet, desto genauere Imaginationen ergibt er. Denn das, was man an Eindrücken empfängt unmittelbar nach dem Durchgang eines Menschen durch die Todespforte, das lebt in Imaginationen, das macht sich als Imaginationen geltend. Nun, im Genaueren zeigt sich da, daß eine gewisse Wechselwirkung gleich nach dem Tode stattfindet zwischen unserem Ätherleib und seinem ätherischen Gegenbilde. Daß uns unser Ätherleib einige Tage nach dem Tode abgenommen wird, das beruht im wesentlichen darauf, daß unser Ätherleib gewissermaßen angezogen, aufgesogen wird durch sein ätherisches Gegenbild und mit diesem nun eins wird, so daß wir in der Tat einige Tage nach dem Tode unseren Ätherleib ablegen, gewissermaßen ihn übergeben, aber an unser ätherisches Gegenbild. Dadurch, daß unser Ätherleib von unserem kosmischen Ebenbilde uns abgenommen wird, stellen sich jetzt ganz besondere Beziehungen heraus desjenigen, was uns so abgenommen ist, zu den anderen elementarischen Wesenheiten, mit denen wir im Leben in Beziehungen gestanden haben. Es ist wirklich das, was sich da als Wechselverhältnis herausstellt zwischen dem, was unser Ätherleib mit seinem Gegenbilde zusammen geworden ist, und den anderen elementarischen Wesenheiten, die unsere Begleiter waren von der Geburt bis zum Tode, eine Art von Wechselverhältnis, das man vergleichen könnte dem zwischen der Sonne und einem Planetensystem, das zu einer Sonne gehört. Gewissermaßen bildet unser Ätherleib mit seinem kosmischen Gegenbilde eine Art Sonne, und die anderen elementarischen Wesenheiten umgeben diese Sonne wie eine Art Planetensystem. Und dadurch, daß diese Wechselwirkung stattfindet, werden diejenigen Kräfte erzeugt, die in der richtigen Weise in langsamem Werden einfügen das, was unser Ätherleib hineintragen kann in die elementarische Welt. Dies, was man so gewöhnlich mit einem abstrakten Worte Auflösung nennt, ist, ich möchte sagen im wesentlichen eine Wirkung der Kräfte, die sich durch dieses von uns übriggelassene Sonnen-Planetensystem abspielt. Da wird allmählich das, was wir im Laufe des Lebens für unseren Ätherleib erworben haben, was wir diesem Ätherleib angeeignet haben, Mitglied der geistigen Welt; das webt sich ein den Kräften der geistigen Welt, und wir müssen nur durchaus uns klar darüber sein, daß jeder Gedanke, jede Vorstellung, jedes Gefühl, das wir entwickeln, wenn sie auch noch so verborgen bleiben, ihre Bedeutungen haben für die geistige Welt, daß sie mit unserem Ätherleib, wenn der Zusammenhalt zerrissen ist mit dem Durchgang durch die Pforte des Todes, in die spirituelle Welt hineingehen und Glieder dieser spirituellen Welt werden. Wir leben nicht umsonst. Die Früchte unseres Lebens, wie wir sie aufnehmen in das, was wir an Gedanken erarbeiten, was wir an Gefühlen erleben, das wird dem Kosmos einverleibt. Das ist etwas, was wir aufnehmen müssen in unser Fühlen, in unser Empfinden, wenn wir uns in rechtem Sinne in der geisteswissenschaftlichen Bewegung verhalten wollen. Denn nicht dadurch, daß man von gewissen Dingen bloß weiß, ist man Geisteswissenschafter, sondern dadurch, daf) man sich durch die Erkenntnis drinnen fühlt in der geistigen Welt, daß man sich als ein Glied in einer ganz bestimmten Art in dieser geistigen Welt fühlt, daß man gewissermaßen weiß: Was du jetzt für einen Gedanken hegst, das hat eine Bedeutung für das ganze Universum, denn das wird bei deinem Tode in der entsprechenden Form diesem Universum übergeben.

[ 8 ] In the very first moments after we have passed through the gate of death, while we still retain our etheric body for a few days, we ourselves are beings just like these elemental beings. In a sense, we have become such elemental beings ourselves. We have, of course, often described this process of passing through the gate of death. Yet the more closely one examines it, the more precise the imaginative pictures it yields. For the impressions one receives immediately after a person has passed through the gate of death live on in imaginative pictures; they manifest themselves as such. Now, upon closer examination, it becomes apparent that a certain interaction takes place immediately after death between our etheric body and its etheric counterpart. The fact that our etheric body is taken from us a few days after death is essentially due to the fact that our etheric body is, so to speak, drawn to and absorbed by its etheric counterpart and now becomes one with it, so that we do indeed shed our etheric body a few days after death—we hand it over, so to speak—but to our etheric counterpart. Because our etheric body is taken from us by our cosmic image, very special relationships now emerge between what has been taken from us and the other elemental beings with whom we were connected during our life. It is truly the interrelationship that emerges between what our etheric body has become in union with its counterpart and the other elemental beings who were our companions from birth to death—a kind of interrelationship that could be compared to that between the sun and a planetary system belonging to a sun. In a sense, our etheric body, together with its cosmic counterpart, forms a kind of sun, and the other elemental beings surround this sun like a kind of planetary system. And through this interaction, forces are generated that, in the proper way and through a slow process of becoming, incorporate into the elemental world whatever our etheric body is able to carry into it. What is commonly referred to by the abstract term “dissolution” is, I would say, essentially an effect of the forces at work through this sun-planetary system that we leave behind. Gradually, what we have acquired for our etheric body in the course of our lives—what we have incorporated into this etheric body—becomes a part of the spiritual world; it weaves itself into the forces of the spiritual world, and we must be absolutely clear that every thought, every idea, every feeling we develop—no matter how hidden they may remain—has significance for the spiritual world; that when the bond with our etheric body is severed upon passing through the gate of death, these enter the spiritual world and become part of it. We do not live in vain. The fruits of our lives—as we take them in through the thoughts we form and the feelings we experience—are incorporated into the cosmos. This is something we must take to heart, into our feelings and perceptions, if we wish to participate in the spiritual science movement in the true sense. For one is not a spiritual scientist merely by knowing certain things, but rather by feeling, through this knowledge, that one is within the spiritual world; by feeling that one is a member of this spiritual world in a very specific way; by knowing, as it were: Whatever thought you are harboring right now has significance for the entire universe, for upon your death it will be handed over to this universe in the appropriate form.

[ 9 ] Mit dem, was da dem Universum übergeben wird auf die beschriebene Weise, kann man es in der einen oder in der anderen Form nach dem Tode eines Menschen zu tun haben. Und mancherlei von den Arten, wie im Leben Zurückbleibenden die Toten gegenwärtig sind, beruht darauf, daß der ätherische Mensch, der eigentlich von der wirklichen Menschenindividualität abgelegt ist, seine Imaginationen den Lebenden zurücksendet. Ist der Lebende sensitiv genug dazu oder ist er in irgendeinem abnormen Zustande oder hat er sich durch entsprechende Geistesschulung in normaler Weise dazu vorbereitet, so können die Einwirkungen desjenigen, was da vom toten Menschen an die geistige Welt abgegeben ist, die Einwirkungen imaginativer Natur auch in bewußter Art beim Menschen auftreten.

[ 9 ] What is thus entrusted to the universe in the manner described may be encountered in one form or another after a person’s death. And many of the ways in which the dead are present to those left behind in life are based on the fact that the etheric human being—which is actually separated from the true human individuality—sends its imaginations back to the living. If the living person is sufficiently sensitive to this, or is in some abnormal state, or has prepared himself for it in a normal way through appropriate spiritual training, then the effects of what has been released from the deceased into the spiritual world—effects of an imaginative nature—can also manifest in the person in a conscious manner.

[ 10 ] Nun, es bleibt aber eine Verbindung nach dem Tode zwischen dem, was eigentliche menschliche Individualität ist, was sich getrennt hat von dem Ätherischen, und zwischen diesem Ätherischen, eine Verbindung, die wirklich eine Wechselwirkung bedeutet. Man bemerkt dieses am deutlichsten dadurch, daß man es mit geistiger Schulung dahin bringt, einen wirklichen Verkehr mit diesem oder jenem Toten zu haben. Dann kann eine bestimmte Art dieses Verkehrs darinnen bestehen, daß der Tote zunächst das, was er selber an uns herankommen lassen will, die wir noch hier sind in der physischen Welt, auf seinen Ätherleib überträgt; denn nur dadurch, daß er es auf seinen Ätherleib überträgt, gewissermaßen in seinen Ätherleib Einschreibungen macht, können wir in dem, was man Imaginationen nennt, solange wir hier im physischen Leibe sind, Wahrnehmungen von den Toten haben. Sobald man wirklich Imaginationen hat, so ist — lassen Sie mich diesen trivialen, allzu realistischen Ausdruck gebrauchen — der Ätherleib des Toten der Umschalter. Wir dürfen uns nicht vorstellen, daß man deshalb in weniger gemütvollen Beziehungen zu stehen braucht zum Toten, weil ein Umschalter da sein muß. Gerade so, wie ein Mensch, der uns in der Außenwelt entgegentritt, uns seine Gestalt vermittelt sein läßt durch das Bild, das er durch unsere Augen hervorruft in uns, so bedeutet auch diese Vermittelung durch den Ätherleib etwas ganz Ähnliches. Wir schauen gewissermaßen das, was der Tote an uns herankommen lassen will, dadurch, daß wir es auf dem Umwege durch seinen Ätherleib erlangen. Dieser Ätherleib ist außer ihm; aber er ist in einer innigen Beziehung zu diesem Ätherleibe, so daß er das, was in ihm lebt, diesem Ätherleibe einschreiben kann und wir es drinnen als Imaginationen lesen können. Allerdings, wenn derjenige, der geistig geschult ist, auf diese Weise durch einen Ätherleib mit einem Toten in Verbindung treten will, so gehört dazu, daß sich entweder im letzten Leben zwischen der Geburt und dem Tode oder aus vorhergehenden Inkarnationen Beziehungen angeknüpft haben, welche die Seele des hier noch Lebenden soweit ergriffen haben, daß die Imaginationen auf ihn einen Eindruck machen können. Das kann nur sein, wenn in einer ganz bestimmten, intensiven Weise für den Toten selber ein unmittelbares Gemütsinteresse da war. Gemütsinteressen müssen überhaupt die Vermittler sein zwischen den Lebenden und den Toten, wenn ein Verkehr stattfinden soll, ob er nun bemerkt wird oder nicht bemerkt wird — wir werden über den letzteren Fall gleich sprechen —, Gemütsinteressen solcher Art, daß wir wirklich etwas von dem Toten gewissermaßen in uns tragen, daß der Tote in einer gewissen Beziehung wenigstens ein Stück unseres eigenen Erlebens gebildet hat. Nur der geistig Geschulte kann in einer gewissen Beziehung sich einen Ersatz dafür schaffen. Er kann sich einen Ersatz schaffen dadurch — das erscheint zunächst äußerlich, kann aber durch die geistige Schulung in ein mehr Innerliches umgewandelt werden —, daß er zum Beispiel die Schrift oder irgend etwas anderes, worin die Individualität des Toten lebt, auf sich wirken läßt. Aber er muß eine gewisse Praxis sich erworben haben, mit einer Individualität, insofern sich diese Individualität in die Schrift hineinversetzt, in die Schrift hineinlebt, in Beziehung zu treten, oder er muß die Möglichkeit haben, sich mit regem Anteil in die Gefühle von Physisch-Überlebenden zu versetzen, teilzunehmen an ihrem Schmerz, an dem ganzen Anteil, den die anderen Überlebenden an dem Toten haben. Dadurch, daß er diese konkreten, von dem Toten in die lieben Angehörigen herüberfließenden, herüberlebenden und bleibenden Gefühle der Anteilnahme selber in seinen Anteil aufnimmt, dadurch kann er seine eigene Seele bereit machen, in den angedeuteten Imaginationen zu lesen.

[ 10 ] Well, there remains, however, a connection after death between what constitutes true human individuality—that which has separated from the etheric—and the etheric itself; a connection that truly involves a reciprocal interaction. This is most clearly observed when, through spiritual training, one is able to establish genuine communication with this or that deceased person. Then a certain form of this communication may consist in the deceased first transferring to his etheric body that which he himself wishes to convey to us—who are still here in the physical world; for it is only by transferring it to his etheric body—by, so to speak, inscribing it into his etheric body—that we can have perceptions of the dead, in what are called imaginations, as long as we are here in our physical bodies. As soon as one truly has imaginations, then—let me use this trivial, all-too-realistic expression—the dead person’s etheric body acts as the switch. We must not imagine that we therefore need to have less intimate a relationship with the dead simply because a switch must be present. Just as a person we encounter in the outer world conveys their form to us through the image they evoke within us through our eyes, so too does this mediation through the etheric body signify something quite similar. In a sense, we see what the deceased wishes to convey to us by receiving it indirectly through their etheric body. This etheric body is separate from the deceased; yet they are in such an intimate relationship with it that they can inscribe what lives within them onto this etheric body, and we can read it within as images. However, if a spiritually trained person wishes to connect with a deceased person in this way through an etheric body, it is necessary that relationships have been established—either in the last life between birth and death or from previous incarnations—which have affected the soul of the one still living here to such an extent that the imaginations can make an impression on him. This can only be the case if there was a very specific, intense emotional interest in the deceased himself. Emotional interests must always serve as the mediators between the living and the dead if communication is to take place, whether it is noticed or goes unnoticed—we will speak of the latter case in a moment—emotional interests of such a nature that we truly carry something of the deceased within us, so to speak, such that the deceased has, in a certain sense, formed at least a part of our own experience. Only the spiritually trained person can, in a certain sense, create a substitute for this. He can create a substitute—which at first appears external but can be transformed into something more inner through spiritual training—by, for example, allowing a text or something else in which the individuality of the deceased lives to take effect upon him. But he must have acquired a certain practice in relating to an individuality—insofar as this individuality has imbued the text and lives within it—or he must be able to actively empathize with the feelings of the physical survivors, to share in their grief, and to share in the full range of emotions that the other survivors feel toward the deceased. By incorporating into his own experience these concrete feelings of sympathy—which flow from the deceased to their beloved relatives, endure, and remain—he can prepare his own soul to read the suggested imaginations.

[ 11 ] Nun müssen wir uns aber klar sein, daß das Bemerken dieser Imaginationen, die aus dem ätherischen Leibe herüberspielen, gewiß von der geistigen Schulung oder von irgendwelchen anderen Verhältnissen abhängt, daß aber das, was nicht bemerkt wird von den Menschen, deshalb nicht minder da ist, und man darf sagen: Die in der physischen Welt hier lebenden Menschen werden nicht nur von den elementarischen Kräften als Imaginationen umspielt, welche von dem physischen Leibe eines lebenden Menschen herrühren, sondern unser ätherischer Leib ist fortwährend durchspielt von Imaginationen, die wir in uns aufnehmen, wenn wir sie auch nicht bemerken, die von denen herrühren, die mit uns in irgendeiner Verbindung standen und die vor uns durch die Pforte des Todes gegangen sind. Wie wir im physischen Leben als physischer Leib mit der uns umgebenden Luft in Verbindung stehen, das darf schon gesagt werden, so stehen wir mit der ganzen elementarischen Welt und auch mit all dem, was in der elementarischen Welt von den toten Menschen ist, in Beziehung. Wir lernen unser Menschenleben niemals kennen, wenn wir keine Erkenntnis erlangen von diesen Beziehungen. Allerdings sind diese Beziehungen so intimer, so feiner Art, daß sie den meisten Menschen wohl recht unbemerkt bleiben. Aber wer wollte denn leugnen, daß schließlich der Mensch zwischen der Geburt und dem Tode nicht immer derselbe ist?

[ 11 ] Now, however, we must be clear that the perception of these imaginations, which flow over from the etheric body, certainly depends on spiritual training or on some other circumstances; yet what is not perceived by human beings is no less present for that reason, and one may say: The people living here in the physical world are not only surrounded by elemental forces in the form of imaginations that originate from the physical body of a living person, but our etheric body is constantly permeated by imaginations that we take in, even if we do not notice them—imaginations that originate from those who were connected to us in some way and who have passed through the gate of death before us. Just as we are connected in physical life—as physical bodies—to the air surrounding us, so too are we related to the entire elemental world and also to all that belongs to the dead in the elemental world. We will never truly understand our human life unless we gain insight into these relationships. Admittedly, these relationships are of such an intimate and subtle nature that they likely remain quite unnoticed by most people. But who would deny that, after all, a person is not always the same between birth and death?

[ 12 ] Man schaue nur einmal in sein Leben zurück, und man wird schon bemerken, wenn man auch scheinbar einen noch so konsequenten Fortlauf des Lebens zu haben meint, daß man manche Züge hin und her im Leben gemacht hat, daß dies oder jenes aufgetreten ist. Wenn es auch nicht gleich unser Leben in ganz andere Bahnen gebracht hat — was auch zum Teil der Fall sein mag —, so hat es doch unser Leben nach der erfreulichen oder nach der leidvollen Seite in dieser oder jener Richtung bereichert, in dieser oder jener Richtung in andere Verhältnisse hineingebracht. Wir wissen, wenn wir in eine andere Gegend kommen, daß wir durch die andere Luftzusammensetzung in eine andere Gesundheitsstimmung kommen können. Diese verschiedenen seelischen Stimmungen, in die wir im Verlaufe unseres Lebens eintreten, rühren her von den Einflüssen der elementarischen Welt, und zum nicht geringen Teile von den Einflüssen, die von den vorher mit uns in Beziehung gestandenen Toten ausgehen. Mancher trifft im Leben einen Freund oder irgendeine Person, zu der er in diese oder jene Beziehungen tritt, der er diese oder jene Gefälligkeit, der er vielleicht auch einen Verweis, eine Kritik erteilen muß. Daß er mit ihr zusammengeführt worden ist, bedarf der Einwirkung bestimmter Kräfte. Und wer die okkulten Zusammenhänge der Welt erkennt, der weiß, daß, wenn zwei Menschen zu dem oder jenem zusammengeführt werden, manchmal einer, manchmal mehrere derjenigen an diesem Zusammenführen tätig sind, welche vor uns durch die Pforte des Todes geschritten sind. Unser Leben wird dadurch nicht unfreier. Niemand, der nicht töricht sein will, wird sagen: Wie kann der Mensch frei sein, da er doch gezwungen ist, zu essen. — So gilt es auch nicht, zu sagen: Wir werden dadurch unfrei, daß unsere Seele fortwährend Wirkungen aus der elementarischen Welt in der geschilderten Weise empfängt. Aber wirklich, ebenso wie wir mit Wärme und Kälte, mit dem, was unsere Nahrung wird, mit der Luft der Umgebung in Verbindung stehen, so stehen wir zwar auch mit der anderen elementarischen Welt, aber vor allen Dingen mit demjenigen in Verbindung, was von seiten der vor uns verstorbenen Toten kommt. Und man kann wirklich sagen: Des Menschen Wirken für seine Mitmenschen hört nicht auf, wenn er durch die Pforte des Todes geht, und durch seinen Ätherleib, mit dem er selber in Verbindung bleibt, schickt er seine Imaginationen in diejenigen hinein, mit denen er in Verbindung gestanden hat. Eigentlich ist diese Welt, auf die wir da hindeuten, für unser menschliches Leben, wenn sie auch aus guten Gründen unbemerkt bleibt für das alltägliche Leben, eine viel realere als diejenige, die wir gewöhnlich die reale nennen. So viel für heute über diese elementarische Welt.

[ 12 ] One need only look back on one’s life once to realize—even if one seems to think one’s life has followed a consistently straight path—that one has taken many twists and turns along the way, and that this or that has happened. Even if these events did not immediately set our lives on a completely different course—which may indeed be the case to some extent—they have nonetheless enriched our lives, whether for better or for worse, in one direction or another, and led us into different circumstances in one direction or another. We know that when we move to a different region, the different composition of the air can put us in a different state of health. These various mental states that we enter into over the course of our lives stem from the influences of the elemental world, and to no small extent from the influences emanating from the deceased with whom we previously had a relationship. Many people meet a friend or some other person in life with whom they enter into this or that relationship—someone to whom they must extend this or that favor, or perhaps even offer a rebuke or criticism. The fact that they have been brought together requires the influence of certain forces. And anyone who recognizes the occult interconnections of the world knows that when two people are brought together in one way or another, sometimes one, sometimes several of those who have passed through the gate of death before us are active in bringing them together. This does not make our lives any less free. No one who does not wish to be foolish would say: How can a human being be free when he is compelled to eat? — Nor is it correct to say: We become unfree because our soul continually receives influences from the elemental world in the manner described. But truly, just as we are connected to heat and cold, to what becomes our food, and to the air around us, so too are we connected to the other elemental world—but above all to that which comes from the dead who have gone before us. And one can truly say: A person’s influence on their fellow human beings does not cease when they pass through the gate of death, and through their etheric body—with which they themselves remain connected—they send their imaginations into those with whom they have been connected. In fact, this world to which we are referring is, for our human life—even if it remains unnoticed in everyday life for good reasons—much more real than the one we usually call “real.” That is all for today regarding this elemental world.

[ 13 ] Ein weiteres Reich, das fortwährend in unserer Umgebung ist und dem wir ebenso angehören wie der elementarischen Welt, können wir die seelische Welt nennen. Auf den Namen kommt es ja nicht an. Mit der elementarischen Welt stehen wir wachend auch immer in Verbindung. Schlafend steht unser im Bette liegender Leib und unser Ätherleib mit dieser elementarischen Welt in Verbindung, mittelbar, wenn wir im Ich und astralischen Leib außer dem physischen und Ätherleib sind. Aber mit jener höheren Welt, die ich jetzt meine, stehen wir in unmittelbarster Verbindung, nur kann es eben auch für das gewöhnliche Leben nicht zum Bewußtsein kommen. Die Verbindung besteht im Schlafe, wenn wir unseren astralischen Leib frei um uns haben, aber auch im Wachen, wenn auch da die Verbindung durch die Kräfte, die der physische Leib an sich gezogen hat, vermittelt ist, also keine unmittelbare ist. Wiederum finden wir in dieser Welt- nennen wir sie die seelische, die mittelalterlichen Philosophen haben sie die himmlische genannt — Wesenheiten, welche ebenso wirklich, ja wirklicher sind, als wir während unseres Lebens zwischen Geburt und Tod, welche es aber nicht bis zu einer Verkörperung in einem physischen Leibe, auch nicht bis zu einer Verkörperung in einem ätherischen Leibe zu bringen brauchen, sondern welche leben als in ihrer niedrigsten Leiblichkeit in dem, was wir gewohnt sind, astralischen Leib zu nennen. Wir stehen mit einer großen Anzahl von solchen rein astralischen Wesenheiten fortwährend während unseres Lebens und nach unserem Tode in engster Verbindung. Wiederum unterscheiden sich die Menschen dadurch voneinander, daß die verschiedenen Menschen zu verschiedenen astralischen Wesenheiten in Beziehung stehen. Dabei kann es so sein, daß zwei Menschen Beziehungen haben zu gemeinsamen Astralwesen — jeder von ihnen dann wiederum zu anderen —, aber sie haben beide zu einem oder mehreren Astralwesen gemeinsame Beziehungen.

[ 13 ] We can call the spiritual world another realm that is constantly present in our surroundings and to which we belong just as much as we belong to the elemental world. The name itself is not important. We are also always connected to the elemental world while we are awake. While asleep, our physical body lying in bed and our etheric body are connected to this elemental world—indirectly—when we are outside the physical and etheric bodies in our I and astral body. But we are in the most direct connection with that higher world I am referring to now; it is just that this connection cannot come into consciousness in ordinary life. This connection exists during sleep, when our astral body is freely around us, but also while we are awake, although even then the connection is mediated by the forces that the physical body has drawn to itself—that is, it is not a direct one. Again, in this world—let us call it the soul world; the medieval philosophers called it the heavenly world— — beings that are just as real, indeed more real, than we are during our life between birth and death; beings, however, who do not need to incarnate in a physical body, nor even in an etheric body, but who live, as in their lowest form of corporeality, in what we are accustomed to calling the astral body. We are in the closest connection with a great number of such purely astral beings throughout our lives and after our death. In turn, human beings differ from one another in that different individuals are related to different astral beings. It may be the case that two people have relationships with common astral beings—each of them, in turn, with different ones—but they both share common relationships with one or more astral beings.

[ 14 ] Dieser Welt nun, in der solche astralische Wesen sind, gehören wir Menschen selber an von der Zeit an, wo wir, nachdem wir durch die Todespforte geschritten sind, unseren ätherischen Leib abgelegt haben. Mit unserer Individualität sind wir dann solche Wesenheiten in der seelischen Welt, und unsere unmittelbare Umgebung sind Wesenheiten der seelischen Welt. Was in der elementarischen Welt enthalten ist, zu dem stehen wir dann so in Beziehung, daß wir in ihm das erregen können, was Imaginationen hervorruft in der geschilderten Weise. Aber die elementarische Welt haben wir dann in einer gewissen Art außer uns; sie ist, können wir auch sagen, unter uns. Sie ist mehr ein Teil, dessen wir uns zum Verkehr mit der übrigen Welt bedienen; derjenigen Welt, die wir jetzt als seelische Welt bezeichnet haben, gehören wir aber unmittelbar selber an. Wir haben unseren Umgang mit den Wesenheiten der seelischen Welt, also auch mit denjenigen Menschen, die durch die Pforte des Todes gegangen sind und nach einigen Tagen ihre ätherischen Leiber abgelegt haben. Gerade so, wie wir, auch wenn wir es nicht bemerken, fortwährend Einflüsse erlangen aus der elementarischen Welt, so haben wir auch fortwährend Einflüsse unmittelbar in unseren astralischen Leib herein aus dieser seelischen Welt, die ich jetzt schildere. Nur die unmittelbaren Einflüsse, die wir haben — die mittelbaren haben wir ja kennengelernt auf dem Wege durch den ätherischen Leib —, die unmittelbaren Einflüsse können Inspirationen sein.

[ 14 ] We humans ourselves belong to this world—a world inhabited by such astral beings—from the moment we have shed our etheric body after passing through the gate of death. With our individuality, we are then such beings in the soul world, and our immediate surroundings consist of beings of the soul world. We relate to what is contained in the elemental world in such a way that we can stir up within it that which evokes imaginations in the manner described. But the elemental world is then, in a certain sense, outside of us; we might also say it is beneath us. It is more of a medium we use to interact with the rest of the world; but we ourselves belong directly to the world we have now called the soul world. We interact with the beings of the soul world, including those human beings who have passed through the gate of death and, after a few days, have shed their etheric bodies. Just as we—even if we do not notice it—constantly receive influences from the elemental world, so too do we constantly receive influences directly into our astral body from this spiritual world that I am now describing. Only the direct influences we experience—we have already become acquainted with the indirect ones through the etheric body—only these direct influences can be sources of inspiration.

[ 15 ] Nun wird es uns verständlich werden, wie solcher Einfluß der seelischen Welt auf uns ist, wenn ich wiederum zuerst mit einigen Worten berühre, wie sich dieser Einfluß dem geistig Geschulten darstellt, der imstande ist, Inspirationen aus der geistigen Welt zu empfangen. Er stellt sich ihm so dar, daß er zum Bewußtsein bringen kann diese Inspirationen nur dann, wenn er gewissermaßen etwas von dem Wesen, das ihn inspirieren will, selber in sich aufnehmen kann, etwas von den Eigenschaften, von der Lebenstendenz und Lebensrichtung dieses Wesens. Handelt es sich darum, daß der geistig Geschulte bewußte Beziehungen entwickeln soll, nicht bloß auf dem Umweg durch den Ätherleib, sondern in dieser unmittelbaren Art durch Inspirationen mit einem Toten, dann ist notwendig, daß er in seiner Seele noch mehr trägt als dasjenige, was durch das Interesse, durch den Anteil hervorgerufen werden kann. Der geistig Geschulte muß gewissermaßen, wenigstens für kurze Zeit, sich so verwandeln können, daß er in sich selber etwas annimmt von den Gewohnheiten, von der Art des Wesens, also sagen wir des Menschenwesens, mit dem er in Verkehr treten will. Er muß sich so einleben können, daß er sich sagen kann: Du nimmst so sehr dessen Gewohnheiten an, daß du das tun könntest in seinem Sinne, was er tun könnte, fühlen könnte, empfinden könnte, wollen könnte; auf das «könnte» kommt es an! Die Möglichkeit muß vorhanden sein. Man muß also intimer zusammensein können noch mit dem Toten. Dazu gibt es für den geistig Geschulten allerlei Mittel, wenn der Tote selber das zuläßt, nur muß man sich darüber klar sein, daß diejenigen Wesenheiten, welche dieser jetzt von uns seelische Welt genannten Welt angehören, wirklich zur Welt in einer ganz anderen Weise stehen, als wir Menschen hier im physischen Leib, und daß es daher ganz besondere Bedingungen des Verkehres mit diesen Wesen, also auch ganz besondere Bedingungen gibt des Verkehres mit den Toten, solange sie in ihrem astralischen Leibe sind, als astralische Wesen also nur. Namentlich auf einzelnes kann aufmerksam gemacht werden. Das, was wir Menschen hier für unser Leben entwickeln im physischen Leibe durch diese oder jene Beziehungen zu anderen Menschen, die gerade durch das Erdenleben auftreten, das gewinnt eine andere Art des Interesses für die Toten. Wir entwickeln hier auf Erden Sympathien, Antipathien, und seien wir uns ganz klar darüber: solche Sympathien und Antipathien, wie wir sie, solange wir im physischen Leibe leben, entwickeln, stehen unter dem Einflusse unseres eben durch den physischen Leib und seine Verhältnisse vermittelten Daseins. Sie stehen unter dem Einflusse unserer Eitelkeit, unseres Egoismus. Seien wir uns klar darüber, wieviel wir entwickeln an bestimmt gearteten Beziehungen zu diesen oder jenen Menschen aus Eitelkeit, aus Egoismus heraus, aus anderen Dingen, die eben hier auf unserem physischen Erdenleben beruhen. Wir lieben, wir hassen die Menschen. Wir kümmern uns gewiß wenig zumeist über die Gründe unseres Liebens und Hassens, unserer Sympathien und Antipathien, ja wir vermeiden es oft, uns über diese Sympathien und Antipathien viel zu bekümmern, aus dem einfachen Grunde, weil etwas zumeist recht Unangenehmes herauskommen würde. Wenn wir der Tatsache nachgehen würden, die darinnen sich ausspricht, daß wir diesen oder jenen Menschen zum Beispiel nicht lieben, da würden wir uns manchmal so viel an Vorurteilen, an Eitelkeit, an anderen Eigenschaften noch zuschreiben müssen, daß wir uns fürchten, solche Dinge uns zuzuschreiben. Und so bringen wir uns nicht zur Klarheit, warum wir diesen oder jenen Menschen hassen. Aber mit dem Lieben ist es ja schließlich oftmals ganz ähnlich. Dadurch aber entwickeln sich Interessen, Sympathien und Antipathien, die eigentlich wirklich nur eine Bedeutung haben für unser Erdenleben. Aber aus alldem, was sich so als Interesse entwickelt, handeln wir, aus alldem heraus richten wir unser Leben ein.

[ 15 ] Now we will come to understand what this influence of the spiritual world on us is like if I first say a few words about how this influence appears to the spiritually trained person who is capable of receiving inspirations from the spiritual world. It appears to them in such a way that they can bring these inspirations into consciousness only if they are able, as it were, to take into themselves something of the being that wishes to inspire them—something of that being’s qualities, life tendency, and life direction. If the spiritually trained person is to develop conscious relationships—not merely indirectly through the etheric body, but in this direct manner through inspirations from a deceased person—then it is necessary that they carry within their soul even more than what can be evoked by interest or sympathy. The spiritually trained person must, so to speak, at least for a short time, be able to transform himself in such a way that he takes into himself something of the habits and nature—that is, of the human nature—of the being with whom he wishes to communicate. He must be able to attune himself to such an extent that he can say to himself: You are adopting that person’s habits to such a degree that you could, in his spirit, do what he could do, feel what he could feel, sense what he could sense, and will what he could will; it is the “could” that matters! The possibility must exist. One must therefore be able to be in even closer communion with the deceased. For those spiritually trained, there are all manner of means to achieve this, provided the deceased themselves permit it; one must simply be aware that those beings who belong to what we now call the “spiritual world” truly relate to the world in a completely different way than we humans here in our physical bodies, and that there are therefore very special conditions for communion with these beings, and thus also very special conditions for communication with the dead, as long as they are in their astral bodies—that is, as astral beings only. Attention may be drawn to specific points in particular. What we humans develop here in our lives within the physical body through various relationships with other people—relationships that arise precisely through earthly life—takes on a different kind of significance for the dead. Here on Earth we develop sympathies and antipathies, and let us be very clear about this: such sympathies and antipathies, as we develop them while living in the physical body, are influenced by our existence as mediated precisely by the physical body and its circumstances. They are influenced by our vanity and our selfishness. Let us be clear about just how much of the specific relationships we develop with this or that person stem from vanity, from selfishness, or from other factors rooted precisely here in our physical earthly life. We love; we hate people. We certainly pay little attention, for the most part, to the reasons behind our love and hate, our sympathies and antipathies; indeed, we often avoid giving these sympathies and antipathies much thought, for the simple reason that something quite unpleasant would usually come to light. If we were to investigate the fact that, for example, we do not love this or that person, we would sometimes have to attribute so much prejudice, vanity, and other traits to ourselves that we are afraid to acknowledge such things about ourselves. And so we do not bring ourselves to understand clearly why we hate this or that person. But with love, after all, it is often quite similar. Through love, however, interests, sympathies, and antipathies develop that really have significance only for our earthly life. Yet it is on the basis of all that develops as interest that we act; it is from all of that that we shape our lives.

[ 16 ] Es wäre nun ganz falsch, wenn wir glauben würden, daß an dem, was sich so unter dem Einfluß unseres physischen Erdenlebens an ephemerem Interesse, Sympathien, Antipathien anknüpft, die Toten einen ebensolchen Anteil haben könnten wie wir Erdenmenschen hier. Der Tote kommt wirklich in die Notwendigkeit, diese Dinge von einem ganz anderen Gesichtspunkte aus zu sehen. Und fragen wir uns dann weiter, wie wir beeinflußt sind in der Beurteilung unserer Mitmenschen durch unsere subjektiven Gefühle, durch dasjenige, was in unserem Interesse, in unserer Eitelkeit, in unserem Egoismus und so weiter liegt, so dürfen wir nicht glauben, daß ein Toter ein Interesse haben kann an unseren also gearteren Verhältnissen zu anderen Menschen und zu alledem, was wiederum an Handlungen fließt aus solchen Interessen. Aber wir dürfen auf der anderen Seite auch nicht glauben, daß der Tote das nicht sieht, was da in unserer Seele lebt. Denn es lebt ja wirklich in unserer Seele. Der Tote sieht es schon, der Tote nimmt teil daran; aber der Tote sieht noch etwas anderes, der Tote hat überhaupt eine ganz andere Menschenbeurteilung als der Lebende. Er sieht gewissermaßen die Menschen ganz anders an. Und da ist eines eine ganz besondere Hauptsache: wie der Tore die Menschen, die hier sind auf der Erde, ansieht. Und glauben wir nur nicht, daß der Tote nicht ein reges Interesse für die Menschen hat. Das hat er, denn die Menschenwelt ist ein Glied des ganzen Kosmos; unser Leben gehört dazu. Und so wie wir uns für die untergeordneten Reiche auch in der physischen Welt interessieren, so interessieren sich die Toten intensiv für die Menschenwelt, und da senden sie ihre Impulse herein; durch die Lebenden wirken sie in die Welt herein. Wir haben ja selber gerade vorhin ein Beispiel dafür angeführt, wie die Toten fortwirken, nachdem sie eben durch die Pforte des Todes geschritten sind.

[ 16 ] It would be entirely wrong for us to believe that the dead could share in the same ephemeral interests, sympathies, and antipathies that arise under the influence of our physical earthly life here on Earth as we earthly beings do. The dead are truly compelled to view these things from an entirely different perspective. And if we then ask ourselves how our judgment of our fellow human beings is influenced by our subjective feelings—by what lies in our own interests, our vanity, our selfishness, and so on—we must not believe that a deceased person can take an interest in our relationships with others, shaped as they are by such factors, or in all the actions that flow from such interests. But on the other hand, we must not believe that the deceased does not see what lives within our soul. For it truly does live within our soul. The deceased does see it; the deceased participates in it; but the deceased sees something else as well—the deceased has an entirely different way of judging people than the living. In a sense, the deceased views people quite differently. And there is one very special and central point: how the dead view the people who are here on Earth. And let us not believe that the dead do not have a keen interest in human beings. They do, for the human world is a part of the entire cosmos; our life is part of it. And just as we take an interest in the lower kingdoms even in the physical world, so too do the dead take a keen interest in the human world, and from there they send their impulses into it; through the living, they work into the world. We ourselves cited an example of this just a moment ago, showing how the dead continue to work after they have just passed through the gate of death.

[ 17 ] Aber der Tote sieht vor allen Dingen eines genau. Er sieht, wie da ein Mensch ist, der Haßimpulsen folgt, der den oder jenen haßt aus bloßen persönlichen Intentionen heraus; das sieht der Tote. Aber der Tote muß nach seiner Art des Schauens, nach dem, was er wissen kann, den Anteil genau auf sich wirken lassen, wie Ahriman zum Beispiel den Menschen beeinflußt zum Hasse; der Tote sieht Ahriman arbeiten am Menschen. Und er sieht auf der anderen Seite, wenn der Mensch hier eitel ist, Luzifer an ihm arbeiten. Das ist das Wesentliche, daß der Tote die Menschen im Zusammenhange mit der ahrimanisch-luziferischen Welt sieht. Dadurch fällt für den Toten dasjenige weg, was uns oftmals unser Menschenbeurteilen ganz und gar färbt. Wir schen diesen oder jenen, den wir verurteilen müssen nach der einen oder anderen Richtung; wir schieben es ihm zu, was wir an ihm tadelnswert finden. Der Tote schiebt dies nicht unmittelbar dem Menschen zu, sondern er schaut an, wie der durch Ahriman oder Luzifer verführt ist. Dadurch wird herbeigeführt dasjenige, was wir nennen können ein Abdämpfen der in unserem physischen Erdenleben scharf differenzierten Gefühle, die wir für diesen oder jenen Menschen haben. Es tritt für den Toten viel mehr auf eine Art allgemeiner Menschenliebe. Glauben Sie nicht, daß dadurch der Tote nicht kritisieren könnte, das heißt, in der richtigen Weise das Böse sieht. Er sieht es schon; nur kann er es zurückführen auf die Ursprünge, auf die Zusammenhänge.

[ 17 ] But above all else, the dead person sees one thing clearly. He sees how there is a person who acts on impulses of hatred, who hates this or that person out of purely personal motives; the dead person sees that. But the dead person, according to his own way of seeing—according to what he can know—must allow this influence to take full effect upon himself, just as Ahriman, for example, influences human beings toward hatred; the dead person sees Ahriman at work in human beings. And on the other hand, when a person here is vain, he sees Lucifer at work in him. This is the essential point: that the deceased sees human beings in connection with the Ahrimanic-Luciferic world. As a result, the deceased is free from what so often completely colors our judgment of others. We tend to judge this or that person in one direction or another; we attribute to them whatever we find reprehensible in them. The deceased does not attribute this directly to the person, but rather observes how that person has been led astray by Ahriman or Lucifer. This brings about what we might call a tempering of the sharply differentiated feelings we have toward this or that person in our physical earthly life. For the deceased, a kind of general love for humanity comes to the fore much more strongly. Do not think that this means the dead person is unable to criticize—that is, to see evil in the proper way. He does see it; he is simply able to trace it back to its origins and to the underlying connections.

[ 18 ] Aber dies alles, was ich Ihnen hier geschildert habe, das bewirkt auch, daß der geschulte Mensch einem Toten eigentlich bewußt nur dadurch nahekommen kann, daß er wirklich sich frei macht von persönlichen Sympathie- und Antipathiegefühlen zu den einzelnen Menschen, daß er sich nicht abhängig machen läßt in seiner Seele von persönlichen Sympathie- und Antipathiegefühlen. Denn denken Sie sich einmal: Irgendein geschulter hellsehender Mensch würde sich einem Toten, wer das auch sein mag, nähern, so daß dessen Inspirationen in sein Bewußtsein kommen, und dieser hier Lebende würde einen Menschen mit ganz besonderem Haß verfolgen, einem Haß, der nur in persönlichen Verhältnissen seinen Ursprung hat. — Ja, wie Feuer von unserer Hand gemieden wird, so meidet der Tote einen solchen Menschen, der in einer solchen Weise aus persönlichen Gründen heraus hassen kann! Er kann nicht heran, weil der Haß auf ihn wie Feuer wirkt. Um in bewußte Beziehungen zu kommen zu den Toten, muß man sich gleich ihnen in einer gewissen Weise von persönlichen Sympathien und Antipathien unabhängig machen können. Daher werden Sie auch begreifen, daß nun das ganze Verhältnis der Toten zu den Lebenden, insoweit es auf Inspirationen beruht, die auch, wenn sie nicht bemerkt sind, doch immer da sind, die immer im astralischen Leib des Menschen leben, so daß der Mensch auch in dieser direkten Weise mit den Toten in Beziehungen steht, abhängig ist von der Art und Weise, wie wir hier auf Erden in unserem Leben gestimmt sind. Wenn wir menschenfeindlich gesinnt sind, wenn wir kein Interesse und keinen Anteil an unserer Mitwelt nehmen, namentlich wenn wir nicht unbefangenes Interesse und Anteil haben an unserer Mitwelt, an unseren Mitmenschen, dann können so, wie sie wollen, die Toten an uns nicht heran; die können sich nicht in der richtigen Weise in unsere Seelen hineinversetzen, oder es wird ihnen, wenn es sein muß, ganz besonders erschwert, und sie können es nur unter Leiden und Schmerzen. Dieses Zusammenleben der Toten mit den Lebenden ist überhaupt ein recht kompliziertes. Aber Sie sehen daraus, daß der Mensch auch unmittelbar dadurch, daß er auf dem physischen Plane Lebende inspiriert nach seinem Tode, über die Zeit hinaus wirkt, da er durch die Todespforte geschritten ist. Und es ist durchaus wahr, daß diejenigen, die in irgendeiner Zeit auf der Erde leben, namentlich mit Bezug auf ihre inneren Gewohnheitsqualitäten, auf die Art, wie sie denken, wie sie fühlen, wie sie Neigungen haben, intensiv abhängig sind von denen, die vor ihnen hingestorben sind und die im Leben in Beziehungen zu ihnen gestanden haben oder zu denen sie irgendwelche Beziehung selbst noch nach dem Tode herstellen, was ja unter Umständen geschehen kann, aber schwieriger ist.

[ 18 ] But everything I have described to you here also means that a trained person can truly come into conscious contact with a deceased person only by genuinely freeing themselves from personal feelings of sympathy and antipathy toward individual people, by not allowing their soul to become dependent on such feelings. For just imagine: If a trained clairvoyant were to approach a deceased person—whomever that may be—so that that person’s inspirations enter his consciousness, and this living person were to harbor a very special hatred toward someone, a hatred that originates solely in personal circumstances. — Yes, just as we avoid fire with our hands, so does the deceased avoid such a person who is capable of hating in this way for personal reasons! The deceased cannot approach him because the hatred acts upon him like fire. In order to enter into conscious relationships with the deceased, one must, like them, be able to free oneself in a certain way from personal sympathies and antipathies. Therefore, you will also understand that the entire relationship between the dead and the living—insofar as it is based on inspirations that, even if unnoticed, are always present and always dwell in the human astral body, so that a person is connected to the dead in this direct way—depends on the way we are attuned to life here on Earth. If we are hostile toward others, if we take no interest in or concern for the world around us—especially if we lack an unbiased interest in and concern for our fellow human beings—then, no matter how much they may wish to, the dead cannot reach us; they cannot properly enter into our souls, or—if they must—it becomes particularly difficult for them, and they can do so only through suffering and pain. This coexistence of the dead with the living is, in general, quite complicated. But you can see from this that a person continues to exert an influence beyond time—even after passing through the gate of death—simply by inspiring the living on the physical plane after his death. And it is absolutely true that those who live on Earth at any given time—particularly with regard to their inner habitual qualities, the way they think, feel, and have inclinations— are intensely dependent on those who have died before them and who were connected to them in life, or with whom they themselves still establish some kind of connection even after death—which can happen under certain circumstances, though it is more difficult.

[ 19 ] Ein gewisser Teil der Weltenordnung, des Menschheitsfortschrittes beruht durchaus darauf, daß die Toten inspirierend in das Leben der Erdenmenschen hereinwirken. Ja, in den Instinkten der Menschen liegt durchaus eine Ahnung von diesem Hereinwirken, eine Ahnung davon, daß das so sein muß. Und das kann man sehen, wenn man beachtet jenes Leben, das früher namentlich verbreitet war und das jetzt im Ersterben ist, weil die Menschheit im Verlaufe ihrer Entwikkelung zu immer anderen, neuen Lebensformen vorschreitet. Die Menschen ahnten früher, wo sie überhaupt mehr von der realen Wirklichkeit der geistigen Welten geahnt haben, viel mehr, welche Notwendigkeiten für das Gesamtleben bestehen; sie wußten, die Lebenden brauchen die Toten, brauchen bis in ihre Gewohnheiten herein die Impulse der Toten. Was hat man getan? Denken Sie zurück an frühere Zeiten, wo in ganz weiten Lebens-Menschenkreisen es so war, daß der Vater gesorgt hat, daß der Sohn sein Geschäft übernahm, daß der Sohn fortwirkte in derselben Weise. Wenn der Vater dann längst tot war, dann war durch die physische Welt, dadurch, daß der Sohn in den Bahnen des Vaters geblieben ist, ein Vermittlungsband geschaffen, so daß eine Verwandtschaft bestand in der Betätigung des Sohnes zu der Betätigung des Vaters, und der Vater konnte fortwirken in dem Sohne. Darauf beruhte vieles im Leben. Und wenn ganze Stände einen großen Wert darauf legen, daß sich innerhalb der Stände oder innerhalb der Familien dieser Stände dies oder jenes Reale forterbt, so beruht das darauf, daß geahnt wird die Notwendigkeit: In die Lebensgewohnheiten der Späteren müssen die Lebensgewohnheiten der Früheren hinübergreifen, wenn diese Lebensgewohnheiten der Früheren soweit gereift sind, daß sie von ihnen herkommen erst, nachdem die Betreffenden durch die Pforte des Todes gegangen sind; denn da werden sie erst reif.

[ 19 ] A certain aspect of the world order and of human progress is indeed based on the fact that the dead exert an inspiring influence on the lives of people on Earth. Indeed, there is a sense of this influence in human instincts—a sense that this must be so. And this can be seen when one observes that way of life which was once widespread and is now dying out, because humanity, in the course of its development, is advancing toward ever-changing, new forms of life. In the past, when people had a greater sense of the true reality of the spiritual worlds, they had a much clearer understanding of the necessities that exist for life as a whole; they knew that the living need the dead, need the impulses of the dead to permeate even their daily habits. What was done? Think back to earlier times, when in very broad circles of human life it was customary for the father to ensure that the son took over his business, that the son carried on in the same way. When the father had long since passed away, a connecting bond was created through the physical world—by the son remaining within the father’s path—so that a kinship existed between the son’s activities and the father’s, and the father could continue to work through the son. Much in life was based on this. And when entire social classes attach great importance to the fact that this or that tangible reality is passed down within the classes or within the families of those classes, this is based on an intuition of the necessity: The habits of life of those who came before must extend into the habits of life of those who come after, if these habits of life of those who came before have matured to the point that they originate from them only after the individuals in question have passed through the gate of death; for it is only then that they reach maturity.

[ 20 ] Diese Dinge hören ja auf, wie Sie wissen, indem das Menschengeschlecht fortschreitet, und eine Zeit kann man heranrücken sehen, in der diese Erbschaften, diese konservativen Verhältnisse keine Rolle mehr spielen werden. Die physischen Bande werden nicht mehr da sein können in derselben Weise wie früher. Dafür müssen aber um so mehr die Menschen aus den geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen dasjenige herausnehmen, was die Sache ins Bewußtsein herüberträgt, so daß man bewußt anknüpfen kann an solche Lebensgewohnheiten früherer Zeiten, mit denen man rechnen muß, damit das Leben kontinuierlich vorwärtsschreiten kann. Wir leben jetzt in einer Übergangszeit seit dem Beginn der fünften nachatlantischen Periode, mit der mehr oder weniger das Chaos eingezogen ist. Aber es werden spätere Verhältnisse wieder kommen, wo man in einer viel bewußteren Weise durch Erkenntnis der geisteswissenschaftlichen Wahrheiten an das Frühere anknüpfen wird. Unbewußt haben es die Leute schon getan, instinktiv. Aber dasjenige, was heute noch instinktiv ist, muß in Bewußtsein umgewandelt werden. Man achtet zwar nicht darauf, wer aber nur Geschichte geistig studieren kann, der würde schon bemerken, wenn er nur auf die realen Verhältnisse ginge und nicht auf die schauderhaften Abstraktionen, in denen heute gerade die sogenannten Geisteswissenschaften arbeiten, daß, was in einem Zeitalter gelehrt wird, den Charakter trägt, daß man gewissermaßen unbewußt, instinktiv anknüpft an das, was die Verstorbenen hereinströmen lassen in die Gegenwart. Wird man einmal verstehen, die großen pädagogischen Gedanken wirklich zu studieren, die in einem Zeitalter von den Trägern der Pädagogik verbreitet werden — von den wahren, nicht von denjenigen, die Scharlatane sind —, dann wird man sehen, daß diese tragenden pädagogischen Gedanken herrühren von dem gemeinsamen Übertragen der Gewohnheiten derjenigen, die vor einer gewissen Zeit gestorben sind, die ihre Gewohnheiten hereinfließen lassen.

[ 20 ] As you know, these things will come to an end as humanity progresses, and a time is approaching when these legacies, these conservative conditions, will no longer play a role. Physical ties will no longer be able to exist in the same way as before. Instead, however, people must draw all the more from spiritual scientific insights that which brings the essence of the matter into consciousness, so that one can consciously build upon the customs of earlier times—which must be taken into account—in order for life to continue moving forward. We are now living in a transitional period since the beginning of the fifth post-Atlantean epoch, which has more or less brought chaos in its wake. But conditions will return in the future where we will reconnect with the past in a much more conscious way through an understanding of the truths of spiritual science. People have already done this unconsciously, instinctively. But what is still instinctive today must be transformed into consciousness. People may not pay attention to this, but anyone who is capable of studying history spiritually would already notice—if they focused solely on the actual circumstances rather than on the dreadful abstractions in which the so-called humanities operate today—that what is taught in a given age bears the character of, in a sense, unconsciously, instinctively ties in with what the departed allow to flow into the present. Once one learns to truly study the great pedagogical ideas disseminated in a given era by the true pioneers of pedagogy—the genuine ones, not the charlatans— then one will see that these fundamental pedagogical ideas stem from the collective transmission of the habits of those who died some time ago, whose habits continue to flow into the present.

[ 21 ] So ist es ein viel intimeres Zusammensein noch mit dem Menschen, was die Toten haben; denn das, was in den astralischen Leib hereinspielt, greift mehr noch in das Innere, als das, was in den Ätherleib hereinspielt. Es ist ein noch viel intimeres Zusammensein mit dem Menschen, was die wirklichen Toten haben, als das, was die ätherischen Leiber haben oder irgendwelche elementarischen Wesen anderer Art. Daraus ersehen Sie aber, daß die Folgezeit des Menschenlebens immer durch die vorhergehende Zeit bedingt wird, daß die vorhergehende Zeit in der folgenden Zeit immer weiter drinnen lebt. Denn eigentlich, so sonderbar dies klingt, so recht reif, um unmittelbar auf andere Menschen zu wirken, indem wir in ihr Inneres hineinwirken, werden wir erst nach unserem Tode. Das, was wir im Leben nicht sollten: unsere eigenen Gewohnheiten einem anderen Menschen aufdrängen, der mündig geworden ist — ich meine jetzt geistig mündig geworden ist, nicht staatlich —, das ist aber recht und entspricht den Bedingungen der Fortentwickelung der Menschheit, nachdem wir selber durch die Pforte des Todes geschritten sind. Außer allem übrigen, was im fortschreitenden Karma und in den allgemeinen Gesetzen der Inkarnation enthalten ist, finden diese Dinge statt. Und wenn Sie nach den geheimen Ursachen fragen, warum die Menschen, sagen wir, jetzt dies oder jenes tun, so werden Sie bei vielem — allerdings nicht bei allem — finden, daß sie es tun aus dem Grunde, weil gewisse Impulse von denjenigen herunterfließen, die vor zwanzig, dreißig Jahren gestorben sind, oder die vor noch längerer Zeit gestorben sind. Das sind die geheimen, aber konkreten Zusammenhänge zwischen der physischen und der geistigen Welt. Denn nicht nur für uns selber reift etwas heran in demjenigen, was wir durch die Pforte des Todes tragen, sondern auch für die übrige Welt. Aber es wird erst von einem bestimmten Momente ab wirklich reif, auf andere zu wirken. Aber es wird auch immer reifer und reifer. Und ich bitte Sie, beachten Sie jetzt, daß ich nicht rede von Äußerlichkeiten, sondern von innerem, realem spirituellem Wirken. Wenn irgend jemand sich erinnert an die Gewohnheiten eines verstorbenen Vaters oder Großvaters und diese Gewohnheiten aus der Erinnerung auf dem physischen Plane wiederum ausführt: das meine ich nicht, das ist etwas anderes. Ich meine wirklich die inspirierten, also für das gewöhnliche Bewußtsein nicht wahrnehmbaren Einflüsse, die sich geltend machen innerhalb der Gewohnheiten, innerhalb unseres intimsten Charakters. Und vieles in unserem Leben beruht darauf, daß wir uns sogar gezwungen sehen, von gutgemeinten Einflüssen, die von den Toten kommen, da oder dort uns frei zu machen. Ja, wir erkämpfen uns manches an innerer Freiheit dadurch, daß wir uns nach der einen oder nach der anderen Seite frei machen müssen. Innere Seelenkämpfe, deren Ursache der Mensch oftmals nicht kennt, werden ihm verständlich werden, wenn er sie in dem Lichte betrachtet, das aus solchen Erkenntnissen herkommt. Wenn man ein triviales Wort gebrauchen will, so kann man sagen: Es rumort die Vergangenheit, es rumoren die Seelen der Vergangenheit wirklich in unserem Inneren.

[ 21 ] Thus, the relationship the dead have with human beings is even more intimate; for what enters the astral body penetrates even more deeply into the inner being than what enters the etheric body. The true dead have an even more intimate connection with human beings than do the etheric bodies or any other kind of elemental beings. From this, however, you can see that the period following a person’s life is always determined by the preceding period, that the preceding period continues to live on within the subsequent period. For in fact—as strange as this may sound—it is only after our death that we become truly ready to influence other people directly by working into their innermost being. What we should not do in life—imposing our own habits on another person who has come of age—I mean spiritually, not legally—is, however, right and in accordance with the conditions for the further development of humanity once we ourselves have passed through the gate of death. Apart from everything else contained in progressive karma and the general laws of incarnation, these things take place. And if you ask about the secret causes of why people, let’s say, are doing this or that right now, you will find in many cases—though not in all—that they do so because certain impulses flow down from those who died twenty or thirty years ago, or who died even longer ago. These are the secret yet concrete connections between the physical and the spiritual worlds. For it is not only for ourselves that something matures within what we carry through the gate of death, but also for the rest of the world. Yet it only truly matures to the point of influencing others from a certain moment onward. But it also becomes more and more mature. And I ask you to note now that I am not speaking of externalities, but of inner, real spiritual activity. If anyone recalls the habits of a deceased father or grandfather and, drawing on that memory, acts out those habits again on the physical plane—that is not what I mean; that is something else. I am really referring to the inspired influences—those imperceptible to ordinary consciousness—that make themselves felt within our habits, within our most intimate character. And much in our lives depends on the fact that we even find ourselves compelled to free ourselves, here and there, from well-meaning influences coming from the dead. Yes, we win a great deal of inner freedom by having to free ourselves from one influence or another. Inner spiritual struggles, the causes of which a person often does not know, will become understandable to them when they view them in the light that comes from such insights. To use a trivial expression, one might say: The past is rumbling; the souls of the past are truly rumbling within us.

[ 22 ] Diese Dinge sind einfach Wahrheiten, in die wir hineinschauen durch das geistige Anschauen. Nur haben die Menschen, namentlich im heutigen Leben — es war nicht immer so, wer Geschichte geistig studieren kann, weiß es —, ein ganz besonderes Verhältnis zu diesen Wahrheiten: sie fürchten sich nämlich davor, sie fürchten sich vor der Erkenntnis der Wahrheiten; sie haben eine heillose Angst, keine bewußte, aber eine unbewußte Angst. Und diese unbewußte Angst vor der Erkenntnis, wie man drinnensteht in der Welt, wie die geheimnisvollen Zusammenhänge sind nicht nur zwischen Seele und Seele hier in der Welt, sondern zwischen Seele und Seele hier und in der anderen Welt, die hält die Menschen zurück. Es ist das ein Teil dessen, was sie zurückhält instinktiv von der Geisteswissenschaft. Sie fürchten sich, die Wirklichkeit kennenzulernen. Sie ahnen nur nicht, wie sie dadurch, daß sie die Wirklichkeit nicht kennenlernen wollen, störend eingreifen in den ganzen Weltengang und dadurch selbstverständlich störend vor allen Dingen in das Leben, das dann zu durchleben ist zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wo diese Verhältnisse durchschaut werden müssen.

[ 22 ] These things are simply truths that we perceive through spiritual contemplation. But people—especially in today’s world (it wasn’t always this way, as anyone who can study history spiritually knows)—have a very special relationship to these truths: namely, they are afraid of them; they are afraid of recognizing these truths; they have a hopeless fear—not a conscious one, but an unconscious one. And this unconscious fear of realizing how one is situated within the world—how the mysterious connections exist not only between soul and soul here in the world, but also between soul and soul here and in the other world—is what holds people back. It is part of what instinctively keeps them from spiritual science. They are afraid to come to know reality. They simply do not realize how, by refusing to come to know reality, they are disrupting the entire course of the world—and, of course, above all, disrupting the life that must then be lived between death and a new birth, where these relationships must be understood.

[ 23 ] Noch reifer — dasjenige, was sich fortentwickelt, wird immer reifer und reifer — wird das, was in uns lebt, wenn es nicht mehr bloß Inspiration zu sein braucht, sondern wenn es Intuition in dem Sinne, wie ich das Wort in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» gebrauche, sein kann. Aber Intuition kann nur ein Wesen sein, welches überhaupt nur, sagen wir, einen «Geistleib» hat, um das paradoxe Wort zu gebrauchen. Der Mensch kann erst intuitiv in diesem Sinne wirken auf andere Wesen, also auch auf die Wesen, die hier noch im physischen Leben verkörpert sind, wenn er seinen astralischen Leib abgelegt hat, wenn er selbst ganz der geistigen Welt angehört, also Jahrzehnte nach seinem Tode. Dann kann er auch durch Intuition, nicht mehr bloß, wie ich es geschildert habe, durch Inspiration, herunterwirken auf die anderen Menschen. Dann wirkt er erst auf geistige Art als Ich, das jetzt in der geistigen Welt ist, in die Iche hinein. Früher hat er in den astralischen Leib inspirierend hereingewirkt oder auf dem Umweg durch den Ätherleib in den Ätherleib des Menschen. Als Ich kann auch unmittelbar, und natürlich zugleich durch die anderen vermittelt, derjenige wirken, der schon Jahrzehnte tot ist. Und da ist dann des Menschen Individualität reif geworden, nicht bloß in die Gewohnheiten der Menschen sich hineinzuleben, sondern sogar jetzt in die Anschauungen! Vielleicht ist dieses für die heutige vorurteilsvolle Empfindung sogar eine unangenehme, eine recht unsympathische Wahrheit; aber es ist eben eine Wahrheit. Unsere Anschauungen, die in unserem Ich entstehen, sind immerzu unter dem Einflusse derjenigen, die lange verstorben sind. In unseren Anschauungen leben diejenigen, die lange verstorben sind. Dadurch aber wird die Kontinuität der Entwickelung aus der geistigen Welt heraus aufrechterhalten. Es ist dies eine Notwendigkeit, sonst würde der Faden der Anschauungen fortwährend abreißen.

[ 23 ] Even more mature—that which continues to develop becomes ever more mature—is what lives within us when it no longer needs to be merely inspiration, but can instead be intuition in the sense in which I use the word in How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?. But intuition can only be a being that, so to speak, possesses a “spirit body”—to use that paradoxical term. A human being can only act intuitively in this sense upon other beings—including those who are still incarnated here in physical life—once they have shed their astral body, once they themselves belong entirely to the spiritual world, that is, decades after their death. Then they can also act upon other people through intuition—and no longer merely, as I have described, through inspiration. Only then do they act in a spiritual way as an “I” that now resides in the spiritual world, influencing the “I’s” of others. Previously, they had acted inspiringly into the astral body or, indirectly through the etheric body, into the etheric body of the human being. As an “I,” even someone who has been dead for decades can act directly—and, of course, at the same time through the mediation of others. And by then, the human being’s individuality has matured to the point of not merely living within human habits, but even within human views! Perhaps this is an unpleasant, even quite unsympathetic truth for today’s prejudiced sensibilities; but it is, after all, a truth. Our views, which arise within our “I,” are constantly under the influence of those who have long since passed away. Those who have long since passed away live on in our views. Through this, however, the continuity of development from the spiritual world is maintained. This is a necessity; otherwise, the thread of our views would continually be severed.

[ 24 ] Verzeihen Sie, daß ich an dieser Stelle etwas Persönliches einschalte; aber dieses Persönliche schalte ich durchaus, ich möchte sagen, aus objektiven Gründen ein, denn nur durch die konkrete Anschauung kann eine solche Wahrheit ganz verständlich werden. Anschauungen sollte eigentlich niemand vorbringen so, daß er sie als seine persönlichen Meinungen, wenn sie auch noch so ehrlich errungen sind, vorbringt. Daher wird keiner, der ganz ehrlich auf dem Boden des Okkultismus steht, der erfahren ist in den Bedingungen der Geisteswissenschaft, der Welt seine Meinungen oktroyieren, sondern er wird alles tun, um ja nicht seine Meinungen der Welt unmittelbar zu oktroyieren; denn dasjenige, was er unter dem Einflusse seines persönlichen Gestimmtseins sich als Meinungen erwirbt, das wird erst dreißig, vierzig Jahre nach seinem Tode wirken dürfen. Da wirkt es dann so, daß es auf denselben Wegen in Seelen hineingelangt, auf denen die Impulse der Zeitgeister, der Archai, in die Seelen hineingelangen. Da ist es so reif geworden, daß es wirklich wirken kann, daß es dem objektiven Gang der Dinge entspricht. Daher ist es notwendig, daß derjenige, der auf dem Boden des Okkultismus steht, vermeidet, persönlich Proselyten zu machen, persönlich für seine Meinungen Anhänger zu werben.

[ 24 ] Please forgive me for introducing a personal note here; but I am doing so, I would say, for objective reasons, because only through a concrete perspective can such a truth be fully understood. No one should actually present views in such a way that they are presented as personal opinions, no matter how honestly they may have been arrived at. Therefore, no one who stands entirely honestly on the ground of occultism, who is experienced in the conditions of spiritual science, will impose his opinions on the world; rather, he will do everything to ensure that he does not directly impose his opinions on the world; for what he acquires as opinions under the influence of his personal state of mind will only be allowed to take effect thirty or forty years after his death. It then takes effect in such a way that it enters souls along the same paths through which the impulses of the time spirits, the Archai, enter the souls. By then, it has matured to the point where it can truly take effect, in accordance with the objective course of events. Therefore, it is necessary for anyone grounded in occultism to avoid personally proselytizing or recruiting followers for their own views.

[ 25 ] Dasjenige, was heute allgemein Sitte ist, daß einer, nachdem er seine Meinung erworben hat, nicht schnell genug für seine Meinung Propaganda machen kann, das könnte von dem wirklichen praktizierenden Geisteswissenschafter nicht angestrebt werden. Und da komme ich mit dem Persönlichen: Es ist wirklich nicht ein Zufall, sondern etwas, was mit meinem Leben notwendig zusammenhängt, daß ich nicht damit begonnen habe, meine Ansichten niederzuschreiben, der Welt mitzuteilen, sondern geschrieben habe «Goethes Weltanschauung» ganz im Geiste und im Sinne der Goetheschen Weltanschauung, um nicht anzuknüpfen an einen Lebenden. Auch wenn man selbst dieser Lebende ist, so könnte einem das niemals eine wirkliche Berechtigung geben, Geisteswissenschaft in diesem Umfange zu lehren, wie das von mir versucht wird, sondern das ist ein notwendiges Glied, sich ganz in den objektiven Gang der Weltenentwickelung hineinzuversetzen. Ich habe also nicht meine Erkenntnistheorie geschrieben, sondern Goethes Erkenntnistheorie, die Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltauschauung und so fort. Sie sehen daraus, wie gewissermaßen die Entwickelung des Menschen weitergeht, wie reif werden diejenigen Dinge, die der Mensch sich hier erwirbt, nicht nur für sein eigenes im Karmaweg fortschreitendes Leben, sondern wie es auch immer reifer wird für die Welt, und wie wir fortfahren zu wirken auf die Welt, indem nach einer bestimmten Zeit wir ausgereift sind, Imaginationen, nach weiterer Zeit Inspirationen in die Gewohnheiten der Menschen hineinzuschicken. Nach einer noch längeren Zeit erst sind wir bereit und reif, Intuitionen in das Intimste des menschlichen Lebens, in die Anschauungen, hineinzusenden. Man darf durchaus nicht glauben, daß unsere Anschauungen aus dem Nichts herauswachsen, oder daß sie in Jedem Zeitalter neu entstehen. Sie wachsen aus dem Boden heraus, in dem unsere Seele wurzelt, der aber eigentlich identisch ist mit dem Wirken längst verstorbener Menschen.

[ 25 ] What is generally the custom today—that once a person has formed an opinion, they cannot promote it quickly enough—is something that a true, practicing spiritual scientist would not strive for. And here I come to a personal point: It is truly no coincidence, but rather something intrinsically connected to my life, that I did not begin by writing down my views to share them with the world, but instead wrote Goethe’s Worldview entirely in the spirit and sense of Goethe’s worldview, so as not to associate myself with a living person. Even if one were that living person oneself, that could never truly justify teaching spiritual science to the extent that I am attempting to do so; rather, it is a necessary step to immerse oneself completely in the objective course of world development. So I have not written my own theory of knowledge, but rather Goethe’s theory of knowledge—the theory of knowledge inherent in Goethe’s worldview, and so on. From this you can see, as it were, how human development continues; how the things that a person acquires here mature—not only for their own life as it progresses along the path of karma, but also how they become ever more mature for the world; and how we continue to influence the world by sending, after a certain time, our matured sending imaginations—and, after a further period, inspirations—into people’s habits. Only after an even longer period are we ready and mature enough to send intuitions into the innermost recesses of human life, into people’s views. One must by no means believe that our views spring from nothing, or that they arise anew in every age. They grow out of the soil in which our soul is rooted, which is, however, actually identical with the work of people long since deceased.

[ 26 ] Ich glaube, daß durch das Wissen von solchen Tatsachen des Menschen Leben wirklich jene Bereicherung erfahren muß, die es braucht nach dem ganzen Charakter und Sinn unseres gegenwärtigen Zeitalters und der nächsten Zukunft. Und vieles Alte ist morsch geworden, und Neues muß sich entwickeln, wie ich es öfter schon ausgeführt habe. In dieses Neue hinein kann aber der Mensch nicht kommen ohne die Impulse, die ihm durch die Geisteswissenschaft werden. Auf die Empfindungen zum Weltenall und zu den übrigen Wesen des Weltenalls, die wir uns aneignen durch die Geisteswissenschaft, darauf kommt es an, daß also unser Leben anders gestimmt wird durch die Geisteswissenschaft, als es vorher gestimmt war. Lebendig soll durch Geisteswissenschaft für uns dasjenige werden, worinnen wir immer sind, was aber zu erkennen die Menschheit berufen sein wird, je weiter sich diese Menschheit durch die fünfte, sechste und siebente nachatlantische Periode noch während der Erdenzeit entwickeln wird.

[ 26 ] I believe that knowledge of such facts about human life must truly bring about the enrichment that is needed, given the overall character and meaning of our present age and the near future. Much of the old has become decayed, and the new must develop, as I have often explained. But human beings cannot enter into this new era without the impulses provided by spiritual science. What matters are the feelings toward the universe and the other beings of the universe that we acquire through spiritual science—in other words, that our lives are attuned differently by spiritual science than they were before. Through spiritual science, that which we are always within—but which humanity will be called upon to recognize as it continues to develop through the fifth, sixth, and seventh post-Atlantean periods during the Earth era—is to become alive for us.

[ 27 ] Diese Dinge, die zusammenhängen mit der Bereicherung und Belebung des Weltgefühles des Menschen, des vertieften Darinnenstehens im Leben, diese Vorstellungen wollte ich nun heute vermitteln; das ist dasjenige, was ich in Ihren Herzen anregen wollte, nachdem wir wiederum nach einiger Zeit beisammen sein durften, und ich hoffe, daß wir noch öfter hier zusammensein können, um ähnliche Dinge zu besprechen, damit durch unsere Seelen die durch die Geisteswissenschaft angestrebte Entwickelung der Menschheit mitbewirkt werden kann.

[ 27 ] These ideas—which are connected with enriching and enlivening a person’s sense of the world, with a deeper immersion in life—are what I wanted to convey today; that is what I wanted to inspire in your hearts now that we have once again been able to gather together after some time, and I hope that we can meet here more often to discuss similar matters, so that through our souls we may contribute to the development of humanity as envisioned by spiritual science.