Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume V
GA 239
15 June 1924, Wrocław
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Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge V
Sechzehnter Vortrag
Sechzehnter Vortrag
[ 1 ] Vergleichen wir einmal dasjenige, was sich uns durch die unmittelbaren Erfahrungen über unser Verhältnis zum Leben zwischen Geburt und Tod darbietet, mit dem, was der Mensch innerlich empfinden muß über den Zusammenhang seines seelisch-moralischen Verhaltens, Denkens und Handelns mit dem Ergebnis dieses moralisch-seelischen Verhaltens. Wir sind ja von solchen Betrachtungen gerade an diesen Abenden ausgegangen, und wir werden auch wiederum unsere Auseinandersetzungen in solche Betrachtungen zum Schlusse einlaufen lassen. Wir sehen, wenn wir auf der einen Seite hinblicken auf die Art und Weise, wie unsere moralisch-seelischen Handlungen hervorgehen aus unseren Absichten, aus der ganzen Stimmung unserer Seele, daß wit, wenn wir unbefangen auf uns selbst hinschauen, den einen Teil unserer Handlungen bezeichnen müssen als die sittlich guten, diejenigen, die sich dem Weltenprozesse einfügen können; die anderen Handlungen als die sittlich bösen, die sittlich unvollkommenen, diejenigen, die sich seelisch nicht einfügen können dem Weltenprozeß. Aber all das, was dutch den Menschen geschieht, kann ja nicht bloß eine Augenblicksbedeutung haben — so sagt sich eigentlich jeder selbst —, wie auch alles in der Natur nicht bloß seine augenblickliche Bedeutung hat; sondern alles hat seine Wirkungen, seine Folgen, alles wird zur Ursache von etwas anderem oder ist Wirkung von etwas anderem. Das menschliche Leben würde gar nicht hineinpassen in den Gang der Weltereignisse, wenn nicht auch dasjenige, was es in sich trägt, Ursache und Wirkung sein würde. Aber während wir völlig zufrieden sein können, wenn wir in der Natur betrachten, wie irgend etwas aus seiner Ursache heraus geschieht, können wir über dem Zusammenhang unseres moralisch-seelischen Erlebens mit dem Weltengange eben durchaus nicht zufrieden sein. Wir sehen, wie in dem physischen Geschehen kein unmittelbarer Zusammenhang sich herausstellt zwischen dem, was aus unserer moralisch-seelischen Verfassung werden soll, und dem, was im Laufe des physischen Lebens wirklich geschieht. Und ebenso sehen wir, wenn wir im weiteren menschlichen Umkreise das Geschehen auf uns wirken lassen, daß derjenige, der unter Umständen, wenn man seine Seele betrachtet, als moralisch, seelisch gut erscheint, von Unglück, von Schlimmem in der Welt betroffen wird, während der, welcher seelisch schwach, schlimm, ungut erscheint, durchaus von äußerem Geschehen getroffen werden kann, das nicht in allem irgendwie Vergeltung oder dergleichen für dasjenige ist, was in seiner Seelenverfassung lebt. Kurz, wir finden, wenn wir die Natur überblicken, keinen Zusammenhang zwischen dem, was der Mensch erlebt, schicksalsmäßig erlebt, und dem, was die Wesenheit, die Natur seines Wollens ist, und es wäre eine, man könnte sagen, ganz unverantwortliche Illusion, wenn der Mensch für das eine Erdenleben sich vormachen wollte, daß der Verlauf seines schicksalsmäßigen Lebens irgendwie sich als Wirkung ergäbe seines moralischen Wollens. Der Böse kann glücklich, der Gute kann unglücklich sein. In diesen beiden Sätzen faßt sich dennoch dasjenige im Erdenleben zusammen, was dieses Erdenleben zunächst für die höhere Menschlichkeit unbegreiflich macht. Und wir werden daraus ersehen, wie der Mensch, so wie er nun einmal hineingestellt ist in die Welt, nicht in der Lage ist, die entsprechenden Folgen seiner Handlungen eintreten zu lassen: das Moralische bleibt im einzelnen Erdenleben innere Seelenverfassung, innere Seelenstimmung, kann sich nicht unmittelbar in der äußeren physischen Wirklichkeit offenbaren. Allerdings, das besteht ja, daß die Seelenverfassung als eine reale Wirkung der sittlichen Seelenstimmung eintreten kann. Wir können ob unseres guten Verhaltens innerlich-seelisch befriedigt sein, trotzdem uns Unglück trifft, das in einem krassen Gegensatz zu demjenigen steht, was wir eigentlich verursacht haben; aber es bleibt das, was bewirkt wird auf diese Weise, dennoch innerlich-seelisch. Der Mensch muß sich gestehen: Innerhalb des physischen Lebens ist er nicht imstande, in der physischen Welt äußerlich zu verwirklichen dasjenige, was er moralisch-seelisch in seinem Innern trägt.
[ 1 ] Vergleichen wir einmal dasjenige, was sich uns durch die unmittelbaren Erfahrungen über unser Verhältnis zum Leben zwischen Geburt und Tod darbietet, mit dem, was der Mensch innerlich empfinden muß über den Zusammenhang seines seelisch-moralischen Verhaltens, Denkens und Handelns mit dem Ergebnis dieses moralisch-seelischen Verhaltens. Wir sind ja von solchen Betrachtungen gerade an diesen Abenden ausgegangen, und wir werden auch wiederum unsere Auseinandersetzungen in solche Betrachtungen zum Schlusse einlaufen lassen. Wir sehen, wenn wir auf der einen Seite hinblicken auf die Art und Weise, wie unsere moralisch-seelischen Handlungen hervorgehen aus unseren Absichten, aus der ganzen Stimmung unserer Seele, daß wit, wenn wir unbefangen auf uns selbst hinschauen, den einen Teil unserer Handlungen bezeichnen müssen als die sittlich guten, diejenigen, die sich dem Weltenprozesse einfügen können; die anderen Handlungen als die sittlich bösen, die sittlich unvollkommenen, diejenigen, die sich seelisch nicht einfügen können dem Weltenprozeß. Aber all das, was dutch den Menschen geschieht, kann ja nicht bloß eine Augenblicksbedeutung haben — so sagt sich eigentlich jeder selbst —, wie auch alles in der Natur nicht bloß seine augenblickliche Bedeutung hat; sondern alles hat seine Wirkungen, seine Folgen, alles wird zur Ursache von etwas anderem oder ist Wirkung von etwas anderem. Das menschliche Leben würde gar nicht hineinpassen in den Gang der Weltereignisse, wenn nicht auch dasjenige, was es in sich trägt, Ursache und Wirkung sein würde. Aber während wir völlig zufrieden sein können, wenn wir in der Natur betrachten, wie irgend etwas aus seiner Ursache heraus geschieht, können wir über dem Zusammenhang unseres moralisch-seelischen Erlebens mit dem Weltengange eben durchaus nicht zufrieden sein. Wir sehen, wie in dem physischen Geschehen kein unmittelbarer Zusammenhang sich herausstellt zwischen dem, was aus unserer moralisch-seelischen Verfassung werden soll, und dem, was im Laufe des physischen Lebens wirklich geschieht. Und ebenso sehen wir, wenn wir im weiteren menschlichen Umkreise das Geschehen auf uns wirken lassen, daß derjenige, der unter Umständen, wenn man seine Seele betrachtet, als moralisch, seelisch gut erscheint, von Unglück, von Schlimmem in der Welt betroffen wird, während der, welcher seelisch schwach, schlimm, ungut erscheint, durchaus von äußerem Geschehen getroffen werden kann, das nicht in allem irgendwie Vergeltung oder dergleichen für dasjenige ist, was in seiner Seelenverfassung lebt. Kurz, wir finden, wenn wir die Natur überblicken, keinen Zusammenhang zwischen dem, was der Mensch erlebt, schicksalsmäßig erlebt, und dem, was die Wesenheit, die Natur seines Wollens ist, und es wäre eine, man könnte sagen, ganz unverantwortliche Illusion, wenn der Mensch für das eine Erdenleben sich vormachen wollte, daß der Verlauf seines schicksalsmäßigen Lebens irgendwie sich als Wirkung ergäbe seines moralischen Wollens. Der Böse kann glücklich, der Gute kann unglücklich sein. In diesen beiden Sätzen faßt sich dennoch dasjenige im Erdenleben zusammen, was dieses Erdenleben zunächst für die höhere Menschlichkeit unbegreiflich macht. Und wir werden daraus ersehen, wie der Mensch, so wie er nun einmal hineingestellt ist in die Welt, nicht in der Lage ist, die entsprechenden Folgen seiner Handlungen eintreten zu lassen: das Moralische bleibt im einzelnen Erdenleben innere Seelenverfassung, innere Seelenstimmung, kann sich nicht unmittelbar in der äußeren physischen Wirklichkeit offenbaren. Allerdings, das besteht ja, daß die Seelenverfassung als eine reale Wirkung der sittlichen Seelenstimmung eintreten kann. Wir können ob unseres guten Verhaltens innerlich-seelisch befriedigt sein, trotzdem uns Unglück trifft, das in einem krassen Gegensatz zu demjenigen steht, was wir eigentlich verursacht haben; aber es bleibt das, was bewirkt wird auf diese Weise, dennoch innerlich-seelisch. Der Mensch muß sich gestehen: Innerhalb des physischen Lebens ist er nicht imstande, in der physischen Welt äußerlich zu verwirklichen dasjenige, was er moralisch-seelisch in seinem Innern trägt.
[ 2 ] Wenn wir so, wie wir das in den letzten Tagen getan haben, das Karma betrachten, wie hinüberwirken die früheren Erdenleben in die späteren, dann kommen wir zu einem solchen inneren, entsprechenden Zusammenhang des Späteren mit dem Früheren auf seelisch-moralischem Gebiete. Das heißt aber mit wenig Worten: Der Mensch hat hier im physischen Erdenleben eine Organisation, welche die seelischen Folgen seines moralischen Verhaltens zurückschlägt in sein Seelisches, sie in eine» Erdenleben nicht herauskommen läßt. Es ist der Mensch in diesem Erdenleben ohnmächtig, dasjenige, was er sittlich in seiner Seele trägt, zu verwirklichen. Ohnmächtig ist der Mensch; seine äußerlich-physische Körperlichkeit, seine ätherische Substantialität macht ihn ohnmächtig. Der Mensch wird in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ebenso mächtig, wie er hier im physischen Leben ohnmächtig ist. Wenn ihn aber hier im physischen Leben der physische Leib und der Ätherleib hindern, wenn ihn diese ohnmächtig machen, so muß etwas im Leben zwischen Tod und neuer Geburt sein, das ihn mächtig macht, es dort und in späteren Erdenleben auch physisch zu verwirklichen. Hier sind wir mit unserem physischen Leibe und mit unserem Ätherleibe innerhalb der Reiche der Natur. Dasjenige, was wir im physischen Erdenleben für unseren physischen und unseren Ätherleib aus dem Reiche der Natur entnehmen müssen, das macht uns ohnmächtig. Mit demjenigen, womit wir durch die Pforte des Todes gehen, mit unserem eigenen seelisch-geistigen Wesen, werden wir nach dem Tode mächtig, weil wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, ebenso wie wir auf der Erde mit den Reichen der Natur verbunden sind, verbunden sind mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien. Die Wesenheiten der höheren Hierarchien gliedern sich ja in drei Reiche, in das gewissermaßen unterste Reich: Archai, Archangeloi, Angeloi, das mittlere Reich: Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, das höchste Reich: Throne, Cherubim, Seraphim. Wir haben dargestellt im Verlaufe dieser Vorträge, wie der Mensch mit der eigentlichen Wesenheit der Sterne und dadurch mit diesen höheren Hierarchien zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt. Damit aber das Moralisch-Seelische in unserem Erdenleben sich darstellen kann, muß folgendes vor sich gehen.
[ 2 ] Wenn wir so, wie wir das in den letzten Tagen getan haben, das Karma betrachten, wie hinüberwirken die früheren Erdenleben in die späteren, dann kommen wir zu einem solchen inneren, entsprechenden Zusammenhang des Späteren mit dem Früheren auf seelisch-moralischem Gebiete. Das heißt aber mit wenig Worten: Der Mensch hat hier im physischen Erdenleben eine Organisation, welche die seelischen Folgen seines moralischen Verhaltens zurückschlägt in sein Seelisches, sie in eine» Erdenleben nicht herauskommen läßt. Es ist der Mensch in diesem Erdenleben ohnmächtig, dasjenige, was er sittlich in seiner Seele trägt, zu verwirklichen. Ohnmächtig ist der Mensch; seine äußerlich-physische Körperlichkeit, seine ätherische Substantialität macht ihn ohnmächtig. Der Mensch wird in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ebenso mächtig, wie er hier im physischen Leben ohnmächtig ist. Wenn ihn aber hier im physischen Leben der physische Leib und der Ätherleib hindern, wenn ihn diese ohnmächtig machen, so muß etwas im Leben zwischen Tod und neuer Geburt sein, das ihn mächtig macht, es dort und in späteren Erdenleben auch physisch zu verwirklichen. Hier sind wir mit unserem physischen Leibe und mit unserem Ätherleibe innerhalb der Reiche der Natur. Dasjenige, was wir im physischen Erdenleben für unseren physischen und unseren Ätherleib aus dem Reiche der Natur entnehmen müssen, das macht uns ohnmächtig. Mit demjenigen, womit wir durch die Pforte des Todes gehen, mit unserem eigenen seelisch-geistigen Wesen, werden wir nach dem Tode mächtig, weil wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, ebenso wie wir auf der Erde mit den Reichen der Natur verbunden sind, verbunden sind mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien. Die Wesenheiten der höheren Hierarchien gliedern sich ja in drei Reiche, in das gewissermaßen unterste Reich: Archai, Archangeloi, Angeloi, das mittlere Reich: Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, das höchste Reich: Throne, Cherubim, Seraphim. Wir haben dargestellt im Verlaufe dieser Vorträge, wie der Mensch mit der eigentlichen Wesenheit der Sterne und dadurch mit diesen höheren Hierarchien zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt. Damit aber das Moralisch-Seelische in unserem Erdenleben sich darstellen kann, muß folgendes vor sich gehen.
[ 3 ] Wir müssen zunächst in Wahrheit dasjenige, was die Wirkung unserer moralisch-seelischen Gedankenstimmung, Gefühlsstimmung, Willensstimmung ist, in der Seele drinnen behalten, müssen warten, bis wir in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt die Hilfe der Wesenheiten der höheren Hierarchien bekommen. Dann wird dasjenige, was wir in der Seele tragen, erst durch die geistige Welt hindurchgetragen, taucht wieder auf in einem neuen Erdenleben und erscheint dann in derjenigen Gestalt, in der es erscheinen soll. Was wären wir denn, wenn wir unmittelbar im irdischen Leben verwirklichen könnten, was wir seelisch-moralisch in uns tragen? Wir wären nicht die Menschen des irdischen Erdenlebens! Denken Sie, irgend etwas würden Sie moralisch-seelisch in sich tragen, von dem Sie mit Recht ersehen können, das müßte eine glückliche Weltsituation schaffen, und das geschähe, Sie könnten das bewirken. Was wären Sie dann? Sie wären ein Magier, nicht ein Mensch des irdischen Lebens! Denn wenn so ein Geistig-Seelisches unmittelbar bewirkt wird, so ist das im wesentlichen magische Wirkung. Der Mensch ist im einzelnen Erdenleben zwischen der Geburt und dem Tod in unserem gegenwärtigen Weltenzyklus kein Magier, aber er ist ein Magier zusammen mit den Wesen der höheren Hierarchien, indem er zwischen dem Tode und einer neuen Geburt wirkt und diese Wirkungen fortsetzt, wenn er aus diesem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt wiederum heruntersteigt in das irdische Leben. Es ist die karmische Entwickelung des Menschen durch diese zwei so ganz verschiedenen Daseinsweisen, die irdische und diejenige zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, in der Tat das Gebiet, wo der Mensch magisch wirkt. Wenn wir den physischen Menschen, wie er im äußeren Leben vor uns steht, betrachten, so gliedert er sich für uns — ich habe das ja in meinem Buche «Von Seelenrätseln» am Schlusse angeführt — in den NervenSinnes-Menschen, in den rhythmischen Menschen und in den Stoffwechsel-Gliedmaßen-Menschen. Stoffwechsel und Gliedmaßen hängen ja zusammen; wenn wir unsere Gliedmaßen gebrauchen, wird der Stoffwechsel rege gemacht, er muß vor sich gehen, es müssen Kräfte im Menschen verbraucht werden. Stoffwechsel muß vor sich gehen; im innerlichen Erleben muß auch der Stoffwechsel vor sich gehen. Beides aber ist verwandt. Wenn wir nun auf das Stoffwechselsystem des Menschen zunächst hinschauen, wie es sich im physischen Leibe auslebt, so sind wir ja versucht, das als das niederste System der menschlichen Erdenwesenheit zu betrachten. Es gibt eben Menschen, die sich aus dem Grunde Idealisten nennen, weil sie mit einer gewissen Verachtung sich angewöhnt haben, hinabzuschauen auf das Stoff-wechsel-Gliedmaßen-System. Es ist das niederste System, dasjenige System, das der idealistisch-anständige Mensch am liebsten nicht haben möchte. Nun kann man aber ohne dieses nicht im Erdenleben sein; es ist dasjenige, was den Menschen in seiner Unvollkommenheit im Erdenleben darstellt.
[ 3 ] Wir müssen zunächst in Wahrheit dasjenige, was die Wirkung unserer moralisch-seelischen Gedankenstimmung, Gefühlsstimmung, Willensstimmung ist, in der Seele drinnen behalten, müssen warten, bis wir in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt die Hilfe der Wesenheiten der höheren Hierarchien bekommen. Dann wird dasjenige, was wir in der Seele tragen, erst durch die geistige Welt hindurchgetragen, taucht wieder auf in einem neuen Erdenleben und erscheint dann in derjenigen Gestalt, in der es erscheinen soll. Was wären wir denn, wenn wir unmittelbar im irdischen Leben verwirklichen könnten, was wir seelisch-moralisch in uns tragen? Wir wären nicht die Menschen des irdischen Erdenlebens! Denken Sie, irgend etwas würden Sie moralisch-seelisch in sich tragen, von dem Sie mit Recht ersehen können, das müßte eine glückliche Weltsituation schaffen, und das geschähe, Sie könnten das bewirken. Was wären Sie dann? Sie wären ein Magier, nicht ein Mensch des irdischen Lebens! Denn wenn so ein Geistig-Seelisches unmittelbar bewirkt wird, so ist das im wesentlichen magische Wirkung. Der Mensch ist im einzelnen Erdenleben zwischen der Geburt und dem Tod in unserem gegenwärtigen Weltenzyklus kein Magier, aber er ist ein Magier zusammen mit den Wesen der höheren Hierarchien, indem er zwischen dem Tode und einer neuen Geburt wirkt und diese Wirkungen fortsetzt, wenn er aus diesem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt wiederum heruntersteigt in das irdische Leben. Es ist die karmische Entwickelung des Menschen durch diese zwei so ganz verschiedenen Daseinsweisen, die irdische und diejenige zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, in der Tat das Gebiet, wo der Mensch magisch wirkt. Wenn wir den physischen Menschen, wie er im äußeren Leben vor uns steht, betrachten, so gliedert er sich für uns — ich habe das ja in meinem Buche «Von Seelenrätseln» am Schlusse angeführt — in den NervenSinnes-Menschen, in den rhythmischen Menschen und in den Stoffwechsel-Gliedmaßen-Menschen. Stoffwechsel und Gliedmaßen hängen ja zusammen; wenn wir unsere Gliedmaßen gebrauchen, wird der Stoffwechsel rege gemacht, er muß vor sich gehen, es müssen Kräfte im Menschen verbraucht werden. Stoffwechsel muß vor sich gehen; im innerlichen Erleben muß auch der Stoffwechsel vor sich gehen. Beides aber ist verwandt. Wenn wir nun auf das Stoffwechselsystem des Menschen zunächst hinschauen, wie es sich im physischen Leibe auslebt, so sind wir ja versucht, das als das niederste System der menschlichen Erdenwesenheit zu betrachten. Es gibt eben Menschen, die sich aus dem Grunde Idealisten nennen, weil sie mit einer gewissen Verachtung sich angewöhnt haben, hinabzuschauen auf das Stoff-wechsel-Gliedmaßen-System. Es ist das niederste System, dasjenige System, das der idealistisch-anständige Mensch am liebsten nicht haben möchte. Nun kann man aber ohne dieses nicht im Erdenleben sein; es ist dasjenige, was den Menschen in seiner Unvollkommenheit im Erdenleben darstellt.
[ 4 ] Was hier vorliegt, ist nun eben dieses: Es ist zwar für die physisch-menschliche Gestaltung das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System das niederste und hat daher für das eigentlich Menschliche im Erdenleben wenig zu tun, aber es ist schon im Erdenleben verbunden mit den Wesenheiten der höchsten Hierarchie, mit den Thronen, Cherubim, Seraphim. Wenn wir in der Welt herumgehen oder mit unseren Händen arbeiten, dann ist in dieser geheimnisvollen Tätigkeit, die da geschieht, die Tätigkeit der Throne, Cherubim, Seraphim drinnen. Die bleiben aber nun die Helfer, wenn der Mensch sein Leben nach dem Tode fortsetzt und weiterlebt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Da bleiben sie Helfer. Es ist nun ganz irrtümlich, wenn man glaubt, daß das Moralisch-Seelische aus dem Kopf heraus kommt. Der Kopf ist in Wirklichkeit, von einem höheren Gesichtspunkte aus betrachtet, gar nicht ein so ungeheuer wichtiges Organ des Menschen. Der Kopf ist eigentlich mehr oder weniger ein Spiegel für die äußere Welt, und hätten wir nur den Kopf, dann würden wir von nichts etwas wissen als von der äußeren Welt. Im Kopf spiegelt sich eben einfach die äußere Welt. Die Kopferlebnisse sind nur die Spiegelungen der äußeren Welt. Dasjenige, was in uns an sittlichen Impulsen, an seelischen Impulsen lebt, kommt nicht aus dem Kopf, es kommt aus derselben Region, wo das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System ist, aber nicht aus dem Physischen des Stoffwechsel-Gliedmaßen-Systems, sondern aus dem Geistig-Seelischen des Stoffwechsel-Gliedmaßen-Systems, worinnen Throne, Cherubim, Seraphim leben.
[ 4 ] Was hier vorliegt, ist nun eben dieses: Es ist zwar für die physisch-menschliche Gestaltung das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System das niederste und hat daher für das eigentlich Menschliche im Erdenleben wenig zu tun, aber es ist schon im Erdenleben verbunden mit den Wesenheiten der höchsten Hierarchie, mit den Thronen, Cherubim, Seraphim. Wenn wir in der Welt herumgehen oder mit unseren Händen arbeiten, dann ist in dieser geheimnisvollen Tätigkeit, die da geschieht, die Tätigkeit der Throne, Cherubim, Seraphim drinnen. Die bleiben aber nun die Helfer, wenn der Mensch sein Leben nach dem Tode fortsetzt und weiterlebt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Da bleiben sie Helfer. Es ist nun ganz irrtümlich, wenn man glaubt, daß das Moralisch-Seelische aus dem Kopf heraus kommt. Der Kopf ist in Wirklichkeit, von einem höheren Gesichtspunkte aus betrachtet, gar nicht ein so ungeheuer wichtiges Organ des Menschen. Der Kopf ist eigentlich mehr oder weniger ein Spiegel für die äußere Welt, und hätten wir nur den Kopf, dann würden wir von nichts etwas wissen als von der äußeren Welt. Im Kopf spiegelt sich eben einfach die äußere Welt. Die Kopferlebnisse sind nur die Spiegelungen der äußeren Welt. Dasjenige, was in uns an sittlichen Impulsen, an seelischen Impulsen lebt, kommt nicht aus dem Kopf, es kommt aus derselben Region, wo das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System ist, aber nicht aus dem Physischen des Stoffwechsel-Gliedmaßen-Systems, sondern aus dem Geistig-Seelischen des Stoffwechsel-Gliedmaßen-Systems, worinnen Throne, Cherubim, Seraphim leben.
[ 5 ] Und so müssen wir uns folgendes vorstellen, um auf diesem Felde eine entsprechende Anschauung vom Menschen zu bekommen (es wird gezeichnet): Dieses dritte Glied der menschlichen Wesenheit, das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System, ist zunächst scheinbar unvollkommen, ja, man möchte sagen, des Menschen unwürdig in bezug auf seine physische und ätherische Organisation. Aber da drinnen steckt etwas anderes, oder vielmehr, dieses System steckt in etwas anderem: da drinnen leben die Throne — ich zeichne nur schematisch, selbstverständlich —, darinnen weben die Cherubim, darinnen flammen die Seraphim. Wenn nun der Mensch durch die Pforte des Todes geht, dann fällt alles dasjenige, was zugrunde liegt dem physischen Stoffwechsel-Gliedmaßen-System, von ihm ab, und er bleibt mit seiner IchWesenheit im Bereich desjenigen, worinnen er schon im Leben war: im Bereiche der Throne, Cherubim, Seraphim; dann lebt er weiter im Schoße der Cherubim, Seraphim. Er trennt sich dann von ihnen, sie aber bilden nun weiter aus — auch darauf habe ich in diesen Tagen hingewiesen — dasjenige, was in dem Seelisch-Sittlichen veranlagt war. Der Mensch, so sagte ich schon, sieht hier auf der Erde hinauf, zum Himmel hin, um zu ahnen, was ihm das Höhere, das Geistig-Übersinnliche ist. Das macht der Mensch, solange er auf der Erde ist. Ist der Mensch in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt, so sieht er herunter, und er schaut, was aus seinem seelisch-sittlichen Verhalten wird durch die Handlungen der Cherubim, Seraphim, Throne. Da sieht er, wenn er wieder heruntersteigt zur Erde, unten die Folgen sich vollziehen; da wirken Cherubim, Seraphim, Throne mit zur Verwirklichung des Geistigen. So sehen wir, nachdem wir so darauf aufmerksam geworden sind, daß der Mensch von dem gegenwärtigen Erdenleben in die nächsten Erdenleben in magischer Weise hineinsendet die Wirkungen seiner Taten.
[ 5 ] Und so müssen wir uns folgendes vorstellen, um auf diesem Felde eine entsprechende Anschauung vom Menschen zu bekommen (es wird gezeichnet): Dieses dritte Glied der menschlichen Wesenheit, das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System, ist zunächst scheinbar unvollkommen, ja, man möchte sagen, des Menschen unwürdig in bezug auf seine physische und ätherische Organisation. Aber da drinnen steckt etwas anderes, oder vielmehr, dieses System steckt in etwas anderem: da drinnen leben die Throne — ich zeichne nur schematisch, selbstverständlich —, darinnen weben die Cherubim, darinnen flammen die Seraphim. Wenn nun der Mensch durch die Pforte des Todes geht, dann fällt alles dasjenige, was zugrunde liegt dem physischen Stoffwechsel-Gliedmaßen-System, von ihm ab, und er bleibt mit seiner IchWesenheit im Bereich desjenigen, worinnen er schon im Leben war: im Bereiche der Throne, Cherubim, Seraphim; dann lebt er weiter im Schoße der Cherubim, Seraphim. Er trennt sich dann von ihnen, sie aber bilden nun weiter aus — auch darauf habe ich in diesen Tagen hingewiesen — dasjenige, was in dem Seelisch-Sittlichen veranlagt war. Der Mensch, so sagte ich schon, sieht hier auf der Erde hinauf, zum Himmel hin, um zu ahnen, was ihm das Höhere, das Geistig-Übersinnliche ist. Das macht der Mensch, solange er auf der Erde ist. Ist der Mensch in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt, so sieht er herunter, und er schaut, was aus seinem seelisch-sittlichen Verhalten wird durch die Handlungen der Cherubim, Seraphim, Throne. Da sieht er, wenn er wieder heruntersteigt zur Erde, unten die Folgen sich vollziehen; da wirken Cherubim, Seraphim, Throne mit zur Verwirklichung des Geistigen. So sehen wir, nachdem wir so darauf aufmerksam geworden sind, daß der Mensch von dem gegenwärtigen Erdenleben in die nächsten Erdenleben in magischer Weise hineinsendet die Wirkungen seiner Taten.
[ 6 ] Blicken wir jetzt hin, nachdem wir, um das zu betrachten, auf das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System gesehen haben, nach dem polarisch entgegengesetzten System, nach dem Nerven-Sinnes-System, das zwar auch im ganzen Menschen ist, aber das hauptsächlich im Kopfe veranlagt ist, blicken wir nach dem Kopf des Menschen Der Mensch erlebt durch sein Haupt in der Tat nur eine Spiegelung der gegenwätrtigen Außenwelt. Seine Gedanken, seine Vorstellungen, in denen er ja, wie ich Ihnen sagte, einzig und allein wacht, sind eigentlich durch den Kopf nur Spiegelungen von draußen. Aber wenn man aufsteigt zur Initiations-Wissenschaft, zuerst zur imaginativen Erkenntnis, dann kommt man, wie es Ihnen bekannt ist, durch die imaginative Erkenntnis, ihre Umwandlung in inspirative Erkenntnis, und dann durch die intuitive Erkenntnis zurück zu den früheren Erdenleben. Dann schaut man hinein in die früheren Erdenleben, aber man schaut sie dann in ihrer geistigen Gestalt. In der geistigen Welt ist auch die Erkenntnis etwas durchaus Reales, Und derjenige, der mit wirklicher InitiationsErkenntnis das durchmacht, daß er in die früheren Erdenleben hineinschaut, er kommt sich nicht so vor, als wenn er jetzt da wäre, jetzt am 15. Juni 1924 bloß, sondern er wird sich selber gegenwärtig in dem Verlaufe der früheren Erdenleben; er schaut da nicht nur hinein, sondern er schaut sich in seinem ganzen Wesen zurück. Es ist nicht ein abstrakt-erkenntnismäßiges Hineinschauen, es ist eine Zurückwandlung, ein Einssein, ein Identischwerden mit demjenigen, was man war. Es wird sehr lebendig das Innere, sehr bewegt und erregt, wenn man da zurückkommt in die früheren Erdenleben. Dadurch aber, daß man zurückgeht, gewinnt man die Möglichkeit, den Gesichtspunkt seiner Weltanschauung zu ändern.
[ 6 ] Blicken wir jetzt hin, nachdem wir, um das zu betrachten, auf das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System gesehen haben, nach dem polarisch entgegengesetzten System, nach dem Nerven-Sinnes-System, das zwar auch im ganzen Menschen ist, aber das hauptsächlich im Kopfe veranlagt ist, blicken wir nach dem Kopf des Menschen Der Mensch erlebt durch sein Haupt in der Tat nur eine Spiegelung der gegenwätrtigen Außenwelt. Seine Gedanken, seine Vorstellungen, in denen er ja, wie ich Ihnen sagte, einzig und allein wacht, sind eigentlich durch den Kopf nur Spiegelungen von draußen. Aber wenn man aufsteigt zur Initiations-Wissenschaft, zuerst zur imaginativen Erkenntnis, dann kommt man, wie es Ihnen bekannt ist, durch die imaginative Erkenntnis, ihre Umwandlung in inspirative Erkenntnis, und dann durch die intuitive Erkenntnis zurück zu den früheren Erdenleben. Dann schaut man hinein in die früheren Erdenleben, aber man schaut sie dann in ihrer geistigen Gestalt. In der geistigen Welt ist auch die Erkenntnis etwas durchaus Reales, Und derjenige, der mit wirklicher InitiationsErkenntnis das durchmacht, daß er in die früheren Erdenleben hineinschaut, er kommt sich nicht so vor, als wenn er jetzt da wäre, jetzt am 15. Juni 1924 bloß, sondern er wird sich selber gegenwärtig in dem Verlaufe der früheren Erdenleben; er schaut da nicht nur hinein, sondern er schaut sich in seinem ganzen Wesen zurück. Es ist nicht ein abstrakt-erkenntnismäßiges Hineinschauen, es ist eine Zurückwandlung, ein Einssein, ein Identischwerden mit demjenigen, was man war. Es wird sehr lebendig das Innere, sehr bewegt und erregt, wenn man da zurückkommt in die früheren Erdenleben. Dadurch aber, daß man zurückgeht, gewinnt man die Möglichkeit, den Gesichtspunkt seiner Weltanschauung zu ändern.
[ 7 ] Was ist denn der Gesichtspunkt der äußeren Weltanschauung, die man gewöhnlich hat? Der Gesichtspunkt der äußeren Weltanschauung, die man gewöhnlich hat, ist der Kopf. Diesen Kopf, der die physische Kopforganisation zur Grundlage hat, diesen Kopf, den Sie in früheren Erdenleben gehabt haben, schon im vorigen Erdenleben, den können Sie nicht zum Gesichtspunkt der Weltanschauung machen, wenn Sie in frühere Erdenleben zurückgegangen sind; das können Sie nicht, der ist ja längst nicht mehr da, der ist ja fort. Nur das Geistige, das im Kopfe lebte, das können Sie zum Ausgangspunkte der Weltanschauung machen. Die Initiation besteht also darin, daß der Mensch durch Zurückgehen in sein früheres Erdenleben sich vergeistigt. Und eigentlich bedeutet alles Hellsehen im besten Sinne des Wortes ein Zurückgehen in frühere Erdenleben. Initiiertwerden bedeutet, nicht im ‚gegenwärtigen Erdenleben stehenbleiben, sondern mit dem Menschen, der man war im vorigen Erdenleben, die Dinge der Welt anschauen. Während man im gewöhnlichen Verlaufe der Welt ein so unvollkommenes Wesen ist im irdischen Leben, daß man nur die äußere physische Welt sieht, ist dasjenige, was man in früheren Erdenleben war, mittlerweile schon hellsichtig geworden. Und in der Regel ist es so, daß, wenn man zum nächstvorigen Erdenleben zurückkommt, man die Entdekkung macht: derjenige, der man da war, der ist ja eigentlich schon ein viel vollkommenerer Mensch geworden.
[ 7 ] Was ist denn der Gesichtspunkt der äußeren Weltanschauung, die man gewöhnlich hat? Der Gesichtspunkt der äußeren Weltanschauung, die man gewöhnlich hat, ist der Kopf. Diesen Kopf, der die physische Kopforganisation zur Grundlage hat, diesen Kopf, den Sie in früheren Erdenleben gehabt haben, schon im vorigen Erdenleben, den können Sie nicht zum Gesichtspunkt der Weltanschauung machen, wenn Sie in frühere Erdenleben zurückgegangen sind; das können Sie nicht, der ist ja längst nicht mehr da, der ist ja fort. Nur das Geistige, das im Kopfe lebte, das können Sie zum Ausgangspunkte der Weltanschauung machen. Die Initiation besteht also darin, daß der Mensch durch Zurückgehen in sein früheres Erdenleben sich vergeistigt. Und eigentlich bedeutet alles Hellsehen im besten Sinne des Wortes ein Zurückgehen in frühere Erdenleben. Initiiertwerden bedeutet, nicht im ‚gegenwärtigen Erdenleben stehenbleiben, sondern mit dem Menschen, der man war im vorigen Erdenleben, die Dinge der Welt anschauen. Während man im gewöhnlichen Verlaufe der Welt ein so unvollkommenes Wesen ist im irdischen Leben, daß man nur die äußere physische Welt sieht, ist dasjenige, was man in früheren Erdenleben war, mittlerweile schon hellsichtig geworden. Und in der Regel ist es so, daß, wenn man zum nächstvorigen Erdenleben zurückkommt, man die Entdekkung macht: derjenige, der man da war, der ist ja eigentlich schon ein viel vollkommenerer Mensch geworden.
[ 8 ] Ja, woher kommt es denn, daß dasjenige, was man sein könnte nach dem früheren Erdenleben, eben nicht ist? Woher kommt denn das? Sehen Sie, würde man als Mensch bloß einen Kopf haben und von einem Erdenleben ins andere gehen, so würde man so vollkommen im nächsten Erdenleben gegenüber dem früheren sein, wie ich es angegeben habe. Aber man hat eben nicht bloß den Kopf, man hat die anderen Systeme daran. Und indem man im Stoffwechsel-GliedmaßenSystem das magische Prinzip des Menschen hat, das im Karma wiederum wirkt, bringt das Karma den Kopf des Menschen herüber von einem Erdenleben zum anderen. Es ist also Karma ganz unmittelbar wirksam in der Gestaltung Ihres Kopfes. Und wenn man beginnt, auf diesem Felde zunächst eine unbefangene Menschenanschauung zu entwickeln, dann wird man nach und nach aus der Kopf-Physiognomie des Menschen vieles von seinem Karma lesen lernen. Und wiederum: diesen Kopf des Menschen anschauen, wie er heute mit dem gewöhnlichen Bewußtsein angeschaut wird, ist geradeso, als wenn man den Goetheschen « Faust » nimmt und anfängt: «H-a-b-e n-u-n a-c-h», weil man nur buchstabieren, nicht lesen kann. Man kann nicht mehr «Habe nun, ach» sagen. Wenn man aber lesen gelernt hat, wird man diese merkwürdigen Zeichen, die da stehen, durchdringen und dieses Lesen verstehen. Ich sagte Ihnen schon: das bewirkt die Kleinigkeit, daß, während man sonst immer nur zirka dreißig verschiedene Buchstabenformen in allen Büchern wahrnehmen würde, man in einem Buche Goethes «Faust», in dem anderen Hegels «Logik », in dem dritten die Bibel und so weiter hat. Daß man dieses haben kann, das geht lediglich daraus hervor, daß man lesen gelernt hat. Ebenso kann man lesen lernen in dem, was einen lebendig umgibt. Und das Aufsteigen vom Buchstabieren der menschlichen Hauptesform zum Lesen darinnen führt einen dann in die Geheimnisse des Karma des betreffenden Menschen. So daß wir uns sagen können bei dem, was in der Kopfesform sichtbar wird, wirklich äußerlich sichtbar: Jeder Mensch hat seinen eigenen Kopf, es hat gar keiner ganz genau die Kopfbildung des anderen. — Obwohl sich die Menschen oftmals ähnlich schauen, sind sie in ihrem Karma unähnlich. In der Kopfbildung tritt das Karma der Vergangenheit des Menschen für die physisch-sinnliche Anschauung zutage; in dem Stoffwechsel-Gliedmaßen-System das künftige Karma; geistig verborgen, unsichtbar ist es da. So daß wir, wenn wir geistig vom Menschen sprechen, sagen können: Der Mensch besteht auf der einen Seite darinnen, daß er sein vergangenes Karma sichtbar macht, auf der anderen Seite darinnen, daß er sein zukünftiges Karma unsichtbar in sich trägt.
[ 8 ] Ja, woher kommt es denn, daß dasjenige, was man sein könnte nach dem früheren Erdenleben, eben nicht ist? Woher kommt denn das? Sehen Sie, würde man als Mensch bloß einen Kopf haben und von einem Erdenleben ins andere gehen, so würde man so vollkommen im nächsten Erdenleben gegenüber dem früheren sein, wie ich es angegeben habe. Aber man hat eben nicht bloß den Kopf, man hat die anderen Systeme daran. Und indem man im Stoffwechsel-GliedmaßenSystem das magische Prinzip des Menschen hat, das im Karma wiederum wirkt, bringt das Karma den Kopf des Menschen herüber von einem Erdenleben zum anderen. Es ist also Karma ganz unmittelbar wirksam in der Gestaltung Ihres Kopfes. Und wenn man beginnt, auf diesem Felde zunächst eine unbefangene Menschenanschauung zu entwickeln, dann wird man nach und nach aus der Kopf-Physiognomie des Menschen vieles von seinem Karma lesen lernen. Und wiederum: diesen Kopf des Menschen anschauen, wie er heute mit dem gewöhnlichen Bewußtsein angeschaut wird, ist geradeso, als wenn man den Goetheschen « Faust » nimmt und anfängt: «H-a-b-e n-u-n a-c-h», weil man nur buchstabieren, nicht lesen kann. Man kann nicht mehr «Habe nun, ach» sagen. Wenn man aber lesen gelernt hat, wird man diese merkwürdigen Zeichen, die da stehen, durchdringen und dieses Lesen verstehen. Ich sagte Ihnen schon: das bewirkt die Kleinigkeit, daß, während man sonst immer nur zirka dreißig verschiedene Buchstabenformen in allen Büchern wahrnehmen würde, man in einem Buche Goethes «Faust», in dem anderen Hegels «Logik », in dem dritten die Bibel und so weiter hat. Daß man dieses haben kann, das geht lediglich daraus hervor, daß man lesen gelernt hat. Ebenso kann man lesen lernen in dem, was einen lebendig umgibt. Und das Aufsteigen vom Buchstabieren der menschlichen Hauptesform zum Lesen darinnen führt einen dann in die Geheimnisse des Karma des betreffenden Menschen. So daß wir uns sagen können bei dem, was in der Kopfesform sichtbar wird, wirklich äußerlich sichtbar: Jeder Mensch hat seinen eigenen Kopf, es hat gar keiner ganz genau die Kopfbildung des anderen. — Obwohl sich die Menschen oftmals ähnlich schauen, sind sie in ihrem Karma unähnlich. In der Kopfbildung tritt das Karma der Vergangenheit des Menschen für die physisch-sinnliche Anschauung zutage; in dem Stoffwechsel-Gliedmaßen-System das künftige Karma; geistig verborgen, unsichtbar ist es da. So daß wir, wenn wir geistig vom Menschen sprechen, sagen können: Der Mensch besteht auf der einen Seite darinnen, daß er sein vergangenes Karma sichtbar macht, auf der anderen Seite darinnen, daß er sein zukünftiges Karma unsichtbar in sich trägt.
[ 9 ] So können wir aufsteigen zu einer innerlich-geistigen Betrachtung des Menschen. Wenn wir den Stoffwechsel-Gliedmaßen-Menschen betrachten, so ist darin nur das Physische und das Ätherische ein Niedriges; es leben im Stoffwechsel-Gliedmaßen-System die Wesenheiten der höchsten Hierarchie. Gehen wir zum Kopfe, so ist der Kopf allerdings in physisch-sinnlicher Weise das Vollkommenste am Menschen, weil er in äußerer, sichtbarer Weise dasjenige in sich trägt, was geistig hinüberwirkt aus früheren Erdenleben — man schätzt ihn ja auch gewöhnlich am meisten —, aber er ist es nicht in geistiger Beziehung. Denn während im Stoffwechsel-Gliedmaßen-System Throne, Cherubim, Seraphim leben, so leben im Kopfsystem Archai, Archangeloi, Angeloi. Die sind es, die im wesentlichen hinter all dem stehen, was wir mit unserem Kopf in der sinnlich-physischen Welt erleben. Die leben in uns, in unserem Kopfsystem; sie handeln hinter unserem Bewußtsein, sie treffen auf die Wirkungen der bloß physisch-sinnlichen Welt und sie spiegeln das zurück, und wir werden uns erst der Spiegelbilder bewußt. Dasjenige, dessen wir im Kopfsystem bewußt werden, ist nur der Schein der Taten der Archai, Archangeloi, Angeloi in uns (es wird gezeichnet). Soll ich das Schema fortsetzen, so muß ich sagen: Im Kopfsystem des Menschen, am anderen Pole, wirken Archai, Archangeloi, Angeloi. — Ich brauche immer für die geistigen Wesen, die ebensogut mit anderen Ausdrücken benannt werden könnten, die Ausdrücke der älteren christlichen Weltauffassung, die noch das Spirituelle, das Geistige hatte.
[ 9 ] So können wir aufsteigen zu einer innerlich-geistigen Betrachtung des Menschen. Wenn wir den Stoffwechsel-Gliedmaßen-Menschen betrachten, so ist darin nur das Physische und das Ätherische ein Niedriges; es leben im Stoffwechsel-Gliedmaßen-System die Wesenheiten der höchsten Hierarchie. Gehen wir zum Kopfe, so ist der Kopf allerdings in physisch-sinnlicher Weise das Vollkommenste am Menschen, weil er in äußerer, sichtbarer Weise dasjenige in sich trägt, was geistig hinüberwirkt aus früheren Erdenleben — man schätzt ihn ja auch gewöhnlich am meisten —, aber er ist es nicht in geistiger Beziehung. Denn während im Stoffwechsel-Gliedmaßen-System Throne, Cherubim, Seraphim leben, so leben im Kopfsystem Archai, Archangeloi, Angeloi. Die sind es, die im wesentlichen hinter all dem stehen, was wir mit unserem Kopf in der sinnlich-physischen Welt erleben. Die leben in uns, in unserem Kopfsystem; sie handeln hinter unserem Bewußtsein, sie treffen auf die Wirkungen der bloß physisch-sinnlichen Welt und sie spiegeln das zurück, und wir werden uns erst der Spiegelbilder bewußt. Dasjenige, dessen wir im Kopfsystem bewußt werden, ist nur der Schein der Taten der Archai, Archangeloi, Angeloi in uns (es wird gezeichnet). Soll ich das Schema fortsetzen, so muß ich sagen: Im Kopfsystem des Menschen, am anderen Pole, wirken Archai, Archangeloi, Angeloi. — Ich brauche immer für die geistigen Wesen, die ebensogut mit anderen Ausdrücken benannt werden könnten, die Ausdrücke der älteren christlichen Weltauffassung, die noch das Spirituelle, das Geistige hatte.
[ 10 ] Zwischen dem Nerven-Sinnes-System, das vorzugsweise im Kopfe verankert ist, und dem Stoffwechselsystem trägt der Mensch das rhythmische System. In diesem rhythmischen System ist dasjenige, was zwischen Lunge und Herz vorgeht. In alledem lebt drinnen die Hierarchie der Exusiai, Dynamis, Kyriotetes.
[ 10 ] Zwischen dem Nerven-Sinnes-System, das vorzugsweise im Kopfe verankert ist, und dem Stoffwechselsystem trägt der Mensch das rhythmische System. In diesem rhythmischen System ist dasjenige, was zwischen Lunge und Herz vorgeht. In alledem lebt drinnen die Hierarchie der Exusiai, Dynamis, Kyriotetes.
[ 11 ] Also auch bei diesem Abschluß der Karma-Betrachtungen eröffnet sich wiederum die Einsicht, daß der Mensch gewissermaßen nach vorn aufgeschlossen ist den drei Reichen der Natur, die hier auf der Erde sind, daß er nach rückwärts aufgeschlossen ist den übereinanderstehenden geistigen Reichen der Hierarchien. Und wie ihn hier auf der Erde sein physischer Leib empfängt und ihn hindert, in magischer Art zu verwirklichen sein seelisch-ethisches Leben, so nimmt ihn nach dem Tode in Empfang die Welt der Hierarchien und läßt ihn ausleben für die nächsten Erdenleben in magischer Weise dasjenige, was er im einen Erdenleben nicht magisch verwirklicht. Wenn der Mensch aus einem Erdenleben in das andere hinüberschreitet, dann würde er unter allen Umständen, wenn er in regelmäßiger Weise sich fortentwickeln würde, mit dem Kopfsystem aus dem vorigen Erdenleben zur Hellsichtigkeit sich entwickeln; es trügen ihn Archai, Archangeloi, Angeloi in die Hellsichtigkeit hinein. Daher muß der Mensch, wenn er wirklich das Geistige einsieht, dasjenige, was man — ohne daß Abergläubisches, Scharlatanhaftes gemeint ist — Hellsichtigkeit nennen kann, es muß der Mensch, trotzdem er in der äußeren Welt fortgeschritten ist zu seinem gegenwärtigen Erdenleben, gewissermaßen in einer kosmischen Gesinnung sich in sein voriges Erdenleben hineinstellen.
[ 11 ] Also auch bei diesem Abschluß der Karma-Betrachtungen eröffnet sich wiederum die Einsicht, daß der Mensch gewissermaßen nach vorn aufgeschlossen ist den drei Reichen der Natur, die hier auf der Erde sind, daß er nach rückwärts aufgeschlossen ist den übereinanderstehenden geistigen Reichen der Hierarchien. Und wie ihn hier auf der Erde sein physischer Leib empfängt und ihn hindert, in magischer Art zu verwirklichen sein seelisch-ethisches Leben, so nimmt ihn nach dem Tode in Empfang die Welt der Hierarchien und läßt ihn ausleben für die nächsten Erdenleben in magischer Weise dasjenige, was er im einen Erdenleben nicht magisch verwirklicht. Wenn der Mensch aus einem Erdenleben in das andere hinüberschreitet, dann würde er unter allen Umständen, wenn er in regelmäßiger Weise sich fortentwickeln würde, mit dem Kopfsystem aus dem vorigen Erdenleben zur Hellsichtigkeit sich entwickeln; es trügen ihn Archai, Archangeloi, Angeloi in die Hellsichtigkeit hinein. Daher muß der Mensch, wenn er wirklich das Geistige einsieht, dasjenige, was man — ohne daß Abergläubisches, Scharlatanhaftes gemeint ist — Hellsichtigkeit nennen kann, es muß der Mensch, trotzdem er in der äußeren Welt fortgeschritten ist zu seinem gegenwärtigen Erdenleben, gewissermaßen in einer kosmischen Gesinnung sich in sein voriges Erdenleben hineinstellen.
[ 12 ] Wenn also irgend jemand, sagen wir, im zwanzigsten Jahrhundert lebt, so bedient er sich desjenigen Leibes — und zur Erkenntnis muß er sich dann des Kopfes bedienen —, den ihm das zwanzigste Jahrhundert geben kann. So kann er nicht hellsichtig sein. Nehmen wir aber an, er werde in ein voriges Erdenleben, zum Beispiel im zehnten oder elften Jahrhundert, versetzt, und er versetzte sich durch seine Seelenübungen, jetzt in dieser Zeit des zwanzigsten Jahrhunderts, zurück in das, was er damals war: dann ist er ja nicht derjenige, der er damals war, sondern er hat durch seine eigene Kraft geistig bewirkt, daß er jetzt für das zwanzigste Jahrhundert derjenige ist, der er damals war, und da ist er eben die hellsichtige Persönlichkeit. Das kann für die Initiations-Erkenntnis innerhalb des Lebens in der physischen Welt die Hellsichtigkeit eben durchaus ergeben. Wenn man aber in das Menschenleben hineinschaut, dann zeigt sich eigentlich real vor der hellsichtigen Erkenntnis, daß in den tieferen Impulsen der menschlichen Natur, in den tieferen Untergründen der Seele dasjenige, was in einem vorigen Erdenleben war, in anderer Gestalt wiederum auflebt. In dieser Beziehung läßt sich ja mancherlei erleben, und da handelt es sich darum, daß, will man überhaupt im Ernst herankommen an solche Dinge, wie es das Wirken des Karma ist, man schon das Erdenerleben seelisch-geistig intimer gestalten muß, als man es gewöhnlich gestaltet.
[ 12 ] Wenn also irgend jemand, sagen wir, im zwanzigsten Jahrhundert lebt, so bedient er sich desjenigen Leibes — und zur Erkenntnis muß er sich dann des Kopfes bedienen —, den ihm das zwanzigste Jahrhundert geben kann. So kann er nicht hellsichtig sein. Nehmen wir aber an, er werde in ein voriges Erdenleben, zum Beispiel im zehnten oder elften Jahrhundert, versetzt, und er versetzte sich durch seine Seelenübungen, jetzt in dieser Zeit des zwanzigsten Jahrhunderts, zurück in das, was er damals war: dann ist er ja nicht derjenige, der er damals war, sondern er hat durch seine eigene Kraft geistig bewirkt, daß er jetzt für das zwanzigste Jahrhundert derjenige ist, der er damals war, und da ist er eben die hellsichtige Persönlichkeit. Das kann für die Initiations-Erkenntnis innerhalb des Lebens in der physischen Welt die Hellsichtigkeit eben durchaus ergeben. Wenn man aber in das Menschenleben hineinschaut, dann zeigt sich eigentlich real vor der hellsichtigen Erkenntnis, daß in den tieferen Impulsen der menschlichen Natur, in den tieferen Untergründen der Seele dasjenige, was in einem vorigen Erdenleben war, in anderer Gestalt wiederum auflebt. In dieser Beziehung läßt sich ja mancherlei erleben, und da handelt es sich darum, daß, will man überhaupt im Ernst herankommen an solche Dinge, wie es das Wirken des Karma ist, man schon das Erdenerleben seelisch-geistig intimer gestalten muß, als man es gewöhnlich gestaltet.
[ 13 ] Ich will das, was ich gesagt habe, an einem Beispiel erörtern. Sie wissen aus der Art und Weise, wie ich solche Beispiele angeführt habe, daß sie tatsächlich hervorgeholt sind aus einer sich verantwortlich fühlenden geistigen Forschung. Ich will ein Beispiel heranziehen.
[ 13 ] Ich will das, was ich gesagt habe, an einem Beispiel erörtern. Sie wissen aus der Art und Weise, wie ich solche Beispiele angeführt habe, daß sie tatsächlich hervorgeholt sind aus einer sich verantwortlich fühlenden geistigen Forschung. Ich will ein Beispiel heranziehen.
[ 14 ] Eine menschliche Individualität lebte noch etwas vor der Begründung des Christentums im europäisch-asiatischen Orient mit der diese Menschenseele damals wenig befriedigenden Aufgabe — es war dieZeit, in der noch die Sklaverei herrschte —, über eine Anzahl von Sklaven, die einem Herrn, einem Besitzer gehörten, die Oberaufsicht zu führen. Die übersinnliche Anschauung führt einen herein in eine solche Situation, wo eine Menschenseele der damaligen Zeit, verkörpert in dem Leibe eines Sklavenaufsehers, alles dasjenige ausführen mußte, was der harte Herr dieser Sklaven verfügte. Die Sklaven hatten es zunächst mit dem Aufseher zu tun. Sittliche Impulsverhältnisse entwickelten sich zwischen den Sklaven und diesem Aufseher. Aber es ist eigentlich ein sehr Zwiespältiges in der Seele dieses Aufsehers. Es widerstrebt ihm, die oftmals harten, grausamen Maßregeln, die ihm aufgetragen sind von seinem Herrn, auszuführen. Er tut es dennoch, weil er hineingewöhnt ist in dieses Verhältnis, weil man es natürlich findet in der damaligen Zeit, sich so zu verhalten. Denken Sie sich nur: Sind denn heute die Menschen immer so, wie sie heute eigentlich sein wollen? Sie denken eben nicht nach, ob sie so sind, wie sie sein sollten. Da‘durch belügen sie sich über die Disharmonie zwischen dem, was sie sind, und was sie sein möchten. Diese Seele war also nicht das, was sie hätte sein sollen, sondern im Grunde genommen hatte sie tiefes Mitleid, tiefe Liebe mit all den unglücklichen Sklaven, an denen sie die Grausamkeiten vollziehen mußte. Aber aus, ich möchte sagen, sozialen Gewohnheiten tat sie viel Schlimmes an den Sklaven. Dadurch wurde sie mitverantwortlich, während in erster Linie natürlich verantwortlich war derjenige, welcher der Herr und Besitzer der Sklaven war.
[ 14 ] Eine menschliche Individualität lebte noch etwas vor der Begründung des Christentums im europäisch-asiatischen Orient mit der diese Menschenseele damals wenig befriedigenden Aufgabe — es war dieZeit, in der noch die Sklaverei herrschte —, über eine Anzahl von Sklaven, die einem Herrn, einem Besitzer gehörten, die Oberaufsicht zu führen. Die übersinnliche Anschauung führt einen herein in eine solche Situation, wo eine Menschenseele der damaligen Zeit, verkörpert in dem Leibe eines Sklavenaufsehers, alles dasjenige ausführen mußte, was der harte Herr dieser Sklaven verfügte. Die Sklaven hatten es zunächst mit dem Aufseher zu tun. Sittliche Impulsverhältnisse entwickelten sich zwischen den Sklaven und diesem Aufseher. Aber es ist eigentlich ein sehr Zwiespältiges in der Seele dieses Aufsehers. Es widerstrebt ihm, die oftmals harten, grausamen Maßregeln, die ihm aufgetragen sind von seinem Herrn, auszuführen. Er tut es dennoch, weil er hineingewöhnt ist in dieses Verhältnis, weil man es natürlich findet in der damaligen Zeit, sich so zu verhalten. Denken Sie sich nur: Sind denn heute die Menschen immer so, wie sie heute eigentlich sein wollen? Sie denken eben nicht nach, ob sie so sind, wie sie sein sollten. Da‘durch belügen sie sich über die Disharmonie zwischen dem, was sie sind, und was sie sein möchten. Diese Seele war also nicht das, was sie hätte sein sollen, sondern im Grunde genommen hatte sie tiefes Mitleid, tiefe Liebe mit all den unglücklichen Sklaven, an denen sie die Grausamkeiten vollziehen mußte. Aber aus, ich möchte sagen, sozialen Gewohnheiten tat sie viel Schlimmes an den Sklaven. Dadurch wurde sie mitverantwortlich, während in erster Linie natürlich verantwortlich war derjenige, welcher der Herr und Besitzer der Sklaven war.
[ 15 ] Beide Individualitäten kamen in der Mitte des Mittelalters wieder, und zwar jetzt als ein Ehepaar. Der ehemalige Besitzer der Sklaven kam wiederum in einer männlichen Inkarnation, der Sklavenaufseher in einer weiblichen. Dieser Mann in der Mitte des Mittelalters, welcher der wiederverkörperte ehemalige Besitzer der Sklaven war, hatte in einer Art von Dorfgemeinde eine Stellung, die nicht gerade angenehm war. Er war in gewissem Sinne eine Art Polizeibüttel. Alles, was da vorkam in dieser Gemeinde, wurde auf seinen Buckel abgeladen. Er befand sich eigentlich sehr, sehr schlimm. Und wenn man dann nachgeht, warum das so ist, so kommt man darauf: Diese Dorfbewohner waren zum großen Teil die Sklaven, die er früher besessen hatte, und die er von seinem Aufseher in solcher Weise hatte behandeln lassen. Karmisch stellte sich jetzt dieses so heraus, daß der, welcher Besitzer war, zwar wieder ein höherer Beamter, aber doch der Dorfbüttel geworden ist, auf den alles abgeladen wurde, damit abgeladen wurde auch auf seine Ehefrau. Aber zugleich dadurch, daß diese Ehefrau miterlitt alles dasjenige, was die in die Dorfgemeinde verwandelten Sklaven auf den Mann abluden, erfüllte sich das Karma auch zwischen dieser Ehefrau, die früher der Sklavenaufseher war, und dem Sklavenbesitzer. Es löste sich das Band zwischen beiden. Zwischen diesen beiden waren die Bande gelöst, aber noch nicht zwischen diesem Sklavenaufseher, der jetzt in weiblicher Inkarnation erschienen war, und der Dorfgemeinde. Die kamen nun wieder zusammen, und zwar im neunzehnten Jahrhundert. Der ehemalige Sklavenaufseher, der in einer gewissen Weise sein Verhältnis geordnet hatte zu seinem früheren Herrn, der erschien als der große Pädagoge Pestalozzi, und diejenigen, die seine Sklaven waren, erschienen als jene, denen er als Pädagoge nun seine Wohltaten erwies.
[ 15 ] Beide Individualitäten kamen in der Mitte des Mittelalters wieder, und zwar jetzt als ein Ehepaar. Der ehemalige Besitzer der Sklaven kam wiederum in einer männlichen Inkarnation, der Sklavenaufseher in einer weiblichen. Dieser Mann in der Mitte des Mittelalters, welcher der wiederverkörperte ehemalige Besitzer der Sklaven war, hatte in einer Art von Dorfgemeinde eine Stellung, die nicht gerade angenehm war. Er war in gewissem Sinne eine Art Polizeibüttel. Alles, was da vorkam in dieser Gemeinde, wurde auf seinen Buckel abgeladen. Er befand sich eigentlich sehr, sehr schlimm. Und wenn man dann nachgeht, warum das so ist, so kommt man darauf: Diese Dorfbewohner waren zum großen Teil die Sklaven, die er früher besessen hatte, und die er von seinem Aufseher in solcher Weise hatte behandeln lassen. Karmisch stellte sich jetzt dieses so heraus, daß der, welcher Besitzer war, zwar wieder ein höherer Beamter, aber doch der Dorfbüttel geworden ist, auf den alles abgeladen wurde, damit abgeladen wurde auch auf seine Ehefrau. Aber zugleich dadurch, daß diese Ehefrau miterlitt alles dasjenige, was die in die Dorfgemeinde verwandelten Sklaven auf den Mann abluden, erfüllte sich das Karma auch zwischen dieser Ehefrau, die früher der Sklavenaufseher war, und dem Sklavenbesitzer. Es löste sich das Band zwischen beiden. Zwischen diesen beiden waren die Bande gelöst, aber noch nicht zwischen diesem Sklavenaufseher, der jetzt in weiblicher Inkarnation erschienen war, und der Dorfgemeinde. Die kamen nun wieder zusammen, und zwar im neunzehnten Jahrhundert. Der ehemalige Sklavenaufseher, der in einer gewissen Weise sein Verhältnis geordnet hatte zu seinem früheren Herrn, der erschien als der große Pädagoge Pestalozzi, und diejenigen, die seine Sklaven waren, erschienen als jene, denen er als Pädagoge nun seine Wohltaten erwies.
[ 16 ] Ja, es ist schon so. Solche Dinge muß man ansehen nicht nur mit dem trockenen Verstande, man muß sie ansehen mit Gemüt, Gefühl und Liebe, aber so, daß Gefühl, Gemüt und Liebe so klar und hell werden, wie sonst nur der Verstand ist, und sich wirkliche Erkenntnis entwickeln kann. Der Verstand kann nur die Bilder der äußeren Natur entwickeln, und wenn man glaubt, man kommt zu etwas anderem als zu dem Bilde der Natur, so irrt man sich. Dieses andere können Sie erst haben, wenn Gemüt, Gefühl und Liebe Erkenntniskräfte werden. Dadurch, daß man sich in der angedeuteten Weise in der karmischen Entwickelung zurückversetzt, erst dadurch gelangt man dazu, allmählich sich hineinzuarbeiten in eine Anschauung dessen, wie Karma wirkt. Aber dann muß eben die ganze Seele mitspielen. Deshalb muß dasjenige, was in solchen Auseinandersetzungen über das Karma liegt, den ganzen Menschen ergreifen.
[ 16 ] Ja, es ist schon so. Solche Dinge muß man ansehen nicht nur mit dem trockenen Verstande, man muß sie ansehen mit Gemüt, Gefühl und Liebe, aber so, daß Gefühl, Gemüt und Liebe so klar und hell werden, wie sonst nur der Verstand ist, und sich wirkliche Erkenntnis entwickeln kann. Der Verstand kann nur die Bilder der äußeren Natur entwickeln, und wenn man glaubt, man kommt zu etwas anderem als zu dem Bilde der Natur, so irrt man sich. Dieses andere können Sie erst haben, wenn Gemüt, Gefühl und Liebe Erkenntniskräfte werden. Dadurch, daß man sich in der angedeuteten Weise in der karmischen Entwickelung zurückversetzt, erst dadurch gelangt man dazu, allmählich sich hineinzuarbeiten in eine Anschauung dessen, wie Karma wirkt. Aber dann muß eben die ganze Seele mitspielen. Deshalb muß dasjenige, was in solchen Auseinandersetzungen über das Karma liegt, den ganzen Menschen ergreifen.
[ 17 ] Sehen Sie, diese Dinge müssen schon kommen, daß die Seele sich in inniger Weise einlebt in die anthroposophische Bewegung. Ich war wirklich vor kurzem einmal tief ergriffen. Ich hatte dasjenige, was ich Ihnen jetzt über Pestalozzi vortrug, auch in Dornach vorzutragen und war dann in die Lage versetzt, mit einem anderen Mitgliede des Dornacher Vorstandes eine Basler Behörde zu besuchen. Da gab es im Wartezimmer ein Bild, das bekannte Bild, das auch der andere, der mit mir war, schon oftmals gesehen hat: wie da Pestalozzi sich verhält zu den Kindern. Aber dieser Freund aus dem esoterischen Dornacher Vorstand wurde tief ergriffen von diesem Bilde, und er sagte: Wenn man das Bild anschaut, das aus dem Wesen Pestalozzis genommen ist, so kann ja die Situation eigentlich gar nicht anders geschehen sein als so, wie das alles dargestellt ist durch die Anthroposophie. — Sehen Sie, das sind eben die Dinge, die öfter da sein sollten, die wirklich in das unmittelbare Erleben hineintragen könnten das, was aus anthroposophischen Einsichten kommt. Deshalb können die Auseinandersetzungen über das Karma, die ich jetzt zu meiner großen Befriedigung unter Ihnen halten durfte, nicht bloß den Anspruch darauf machen, intellektualistisch verstanden zu werden, sondern alles, was auseinandergesetzt wurde in diesen acht Tagen, appelliert nicht nur an Ihren Intellekt; es appelliert an Ihr Herz, an Ihr ganzes Gemüt. Und erst wenn Sie zusammenfassen werden dasjenige, was ich über Wiederverkörperung historischer Persönlichkeiten, über Betrachtung des Einzelkarma, über das Hereinspielen von Schlafen und Wachen in die Entwickelung des Karma gesagt habe, und das einwirken lassen in Ihr Herz und Gemüt, dann wird ausgehen können von diesen Betrachtungen ein umfassendes Verständnis für die Wirkungen des Karma in einzelnen Menschenpersönlichkeiten.
[ 17 ] Sehen Sie, diese Dinge müssen schon kommen, daß die Seele sich in inniger Weise einlebt in die anthroposophische Bewegung. Ich war wirklich vor kurzem einmal tief ergriffen. Ich hatte dasjenige, was ich Ihnen jetzt über Pestalozzi vortrug, auch in Dornach vorzutragen und war dann in die Lage versetzt, mit einem anderen Mitgliede des Dornacher Vorstandes eine Basler Behörde zu besuchen. Da gab es im Wartezimmer ein Bild, das bekannte Bild, das auch der andere, der mit mir war, schon oftmals gesehen hat: wie da Pestalozzi sich verhält zu den Kindern. Aber dieser Freund aus dem esoterischen Dornacher Vorstand wurde tief ergriffen von diesem Bilde, und er sagte: Wenn man das Bild anschaut, das aus dem Wesen Pestalozzis genommen ist, so kann ja die Situation eigentlich gar nicht anders geschehen sein als so, wie das alles dargestellt ist durch die Anthroposophie. — Sehen Sie, das sind eben die Dinge, die öfter da sein sollten, die wirklich in das unmittelbare Erleben hineintragen könnten das, was aus anthroposophischen Einsichten kommt. Deshalb können die Auseinandersetzungen über das Karma, die ich jetzt zu meiner großen Befriedigung unter Ihnen halten durfte, nicht bloß den Anspruch darauf machen, intellektualistisch verstanden zu werden, sondern alles, was auseinandergesetzt wurde in diesen acht Tagen, appelliert nicht nur an Ihren Intellekt; es appelliert an Ihr Herz, an Ihr ganzes Gemüt. Und erst wenn Sie zusammenfassen werden dasjenige, was ich über Wiederverkörperung historischer Persönlichkeiten, über Betrachtung des Einzelkarma, über das Hereinspielen von Schlafen und Wachen in die Entwickelung des Karma gesagt habe, und das einwirken lassen in Ihr Herz und Gemüt, dann wird ausgehen können von diesen Betrachtungen ein umfassendes Verständnis für die Wirkungen des Karma in einzelnen Menschenpersönlichkeiten.
[ 18 ] Dieses Hereinspielen dessen, was man heute so gern nur intellektualistisch nimmt, in den ganzen Menschen, das ist es ja allein, was unserer im Untergang begriffenen Zivilisation wieder aufhilft. Was sagt heute der Orientale über den westlichen Menschen? Der Orientale hat heute keine Spiritualität, die wir einfach übernehmen können, aber eine Spiritualität, die in alten Zeiten wirklich tief in die geistige Welt hineinschaute. Er hat davon nur noch Spuren, aber er hat doch in seiner Seele eben das Gefühl dafür, was früher einmal im Orient da war: ein Zusammenleben mit dem Geiste, der in allen Dingen lebt. Das hat derjenige, welcher nicht in dem Materialismus aufgeht. Einer dieser Orientalen, der ein Gefühl gerade für das Wesentliche der in der orientalischen Weisheit lebenden Spiritualität hatte, der sagte, als er die westliche Zivilisation anschaute: Was ist dieser eigentümlich? Dieser ist eigentümlich, daß sie bloß Fassade hat und keine Grundmauern. Die Fassade ist unmittelbar auf dem Boden aufstehend, die Grundmauern fehlen. — Und er führt weiter aus, dieser Orientale: Ja, der westliche Mensch geht eigentlich in allem, was zu seiner Zivilisation gehört, in fast allem, von dem Ich aus, von dem in ein einziges Erdenleben eingeschlossenen Ich, von dem, was so wirkt, daß es, so wie man es wahrnimmt, keine Realität ist. Das ist nur dann eine Realität, wenn es aus sich herausgeht und in die aufeinanderfolgenden Erdenleben führt.
[ 18 ] Dieses Hereinspielen dessen, was man heute so gern nur intellektualistisch nimmt, in den ganzen Menschen, das ist es ja allein, was unserer im Untergang begriffenen Zivilisation wieder aufhilft. Was sagt heute der Orientale über den westlichen Menschen? Der Orientale hat heute keine Spiritualität, die wir einfach übernehmen können, aber eine Spiritualität, die in alten Zeiten wirklich tief in die geistige Welt hineinschaute. Er hat davon nur noch Spuren, aber er hat doch in seiner Seele eben das Gefühl dafür, was früher einmal im Orient da war: ein Zusammenleben mit dem Geiste, der in allen Dingen lebt. Das hat derjenige, welcher nicht in dem Materialismus aufgeht. Einer dieser Orientalen, der ein Gefühl gerade für das Wesentliche der in der orientalischen Weisheit lebenden Spiritualität hatte, der sagte, als er die westliche Zivilisation anschaute: Was ist dieser eigentümlich? Dieser ist eigentümlich, daß sie bloß Fassade hat und keine Grundmauern. Die Fassade ist unmittelbar auf dem Boden aufstehend, die Grundmauern fehlen. — Und er führt weiter aus, dieser Orientale: Ja, der westliche Mensch geht eigentlich in allem, was zu seiner Zivilisation gehört, in fast allem, von dem Ich aus, von dem in ein einziges Erdenleben eingeschlossenen Ich, von dem, was so wirkt, daß es, so wie man es wahrnimmt, keine Realität ist. Das ist nur dann eine Realität, wenn es aus sich herausgeht und in die aufeinanderfolgenden Erdenleben führt.
[ 19 ] Das Stehen in aufeinanderfolgenden Erdenleben, das sieht der Orientale als die Grundmauern an, und das Stehenbleiben beim Ich, wie es eingeschlossen ist zwischen Geburt und Tod, das sieht er als die Fassade an. Haben wir heute nicht gesehen, daß der Mensch, wenn er in das Geistige hineinschaut, wieder in das Vergangene hineinblicken wird? Wenn er hinblickt wieder auf die karmische Entwickelung im magischen Sinne, muß er sich auf den Gesichtspunkt der aufeinanderfolgenden Erdenleben gestützt haben. Da wird das Ich erweitert, da wird das Ich auch nicht mehr egoistisch sein. Der Orientale sagt, daß der Europäer das Ich nur finden kann innerhalb von Geburt und Tod; das nennt er den Egoismus der Europäer. Deshalb sagt er: Der Europäer, überhaupt die westliche Zivilisation, hat Fassade und keine Grundmauern, und wenn es so fortgeht, daß die westliche Zivilisation nur stehenbleibt beim Ich, das zwischen Geburt und Tod lebt, dann könnte eines Tages der Zustand eintreten, daß, weil die Fassade keine Grundmauern hat, die einzelnen Steine der Fassade herausfallen. — Es ist eigentlich in vielen Seelen der orientalischen Menschen, weil sie viel in Imaginationen leben, dieses Bild entstanden von den aus der Fassade, die keine Grundmauern hat, herausbröckelnden Steinen. Gerade die Einsicht in solche Dinge, wie wir sie in diesen Tagen betrachtet haben hier, gibt wieder Grundmauern, führt hinaus über die bloße Fassade. Das Hinschauen auf das Karma, das von Erdenleben zu Erdenleben führt, das führt den Menschen hinaus aus seiner eingeschränkten, begrenzten, bloß in das eine Erdenleben hineinragenden Tätigkeit.
[ 19 ] Das Stehen in aufeinanderfolgenden Erdenleben, das sieht der Orientale als die Grundmauern an, und das Stehenbleiben beim Ich, wie es eingeschlossen ist zwischen Geburt und Tod, das sieht er als die Fassade an. Haben wir heute nicht gesehen, daß der Mensch, wenn er in das Geistige hineinschaut, wieder in das Vergangene hineinblicken wird? Wenn er hinblickt wieder auf die karmische Entwickelung im magischen Sinne, muß er sich auf den Gesichtspunkt der aufeinanderfolgenden Erdenleben gestützt haben. Da wird das Ich erweitert, da wird das Ich auch nicht mehr egoistisch sein. Der Orientale sagt, daß der Europäer das Ich nur finden kann innerhalb von Geburt und Tod; das nennt er den Egoismus der Europäer. Deshalb sagt er: Der Europäer, überhaupt die westliche Zivilisation, hat Fassade und keine Grundmauern, und wenn es so fortgeht, daß die westliche Zivilisation nur stehenbleibt beim Ich, das zwischen Geburt und Tod lebt, dann könnte eines Tages der Zustand eintreten, daß, weil die Fassade keine Grundmauern hat, die einzelnen Steine der Fassade herausfallen. — Es ist eigentlich in vielen Seelen der orientalischen Menschen, weil sie viel in Imaginationen leben, dieses Bild entstanden von den aus der Fassade, die keine Grundmauern hat, herausbröckelnden Steinen. Gerade die Einsicht in solche Dinge, wie wir sie in diesen Tagen betrachtet haben hier, gibt wieder Grundmauern, führt hinaus über die bloße Fassade. Das Hinschauen auf das Karma, das von Erdenleben zu Erdenleben führt, das führt den Menschen hinaus aus seiner eingeschränkten, begrenzten, bloß in das eine Erdenleben hineinragenden Tätigkeit.
[ 20 ] Diesen Ausblick in die kulturgeschichtliche Aufgabe der Anthroposophie möchte ich heute, wo ich ja den letzten Vortrag unter Ihnen halten muß, vor Ihre Seele hinstellen. Wenn er, weiterwirkend in diesen Ihren Seelen, mancherlei darin eröffnet, dann werden diese Seelen eben mitwirken, daß der Grundstein geschaffen werde für eine echte, in sich echte und gediegene Fassade der westlichen Zivilisation. Der Orientale gebraucht immer einen Nachsatz, wenn er so etwas ausführt, wie ich es Ihnen ausgeführt habe. Ich habe ihm eigentlich nichts hinzuzufügen, die Dinge sind schon von Orientalen oftmals ausgesprochen worden. Wenn der Orientale einen solchen Satz sagt, dann meint er: Der Westen hat sich zu weit vom Geist entfernt, der kann die Grundmauern nicht mehr finden; der Osten muß zusetzen dasjenige, was er noch hat aus alten Zeiten, damit überhaupt die Erdenzivilisation nicht zugrunde geht. — An solchen Bestrebungen, wie die Anthroposophie es ist, wird es liegen, ob es gelingt, daß dieses furchtbare Schicksal nicht über die westliche Zivilisation kommt, das ihr heute von allen einsichtigen Orientalen prophezeit wird. Es bedarf des guten Willens, einzudringen in die spirituelle Welt, um dieses Spirituelle wieder aufzunehmen in die menschlichen Herzen, in die menschlichen Gemüter. Es hat daher eine Menschengemeinschaft, die sich zu solcher Geistesarbeit versammelt, wie Sie es jetzt getan haben, die Sache nur dann in rechtem Sinne aufgefaßt, wenn ihr daraus die Aufgabe erwächst, mit aller Kraft des der Seele zur Verfügung stehenden Willens für die Menschheit wiederum hinzuarbeiten zum Erleben des Geistigen. Und auf diese Hinlenkung zum gemüthaften Erleben des Geistigen, sodann auf das moralisch Umfassende kam es mir bei diesen Vorträgen an. Deshalb wollte ich gerade so, wie ich es getan habe, die Stunden ausfüllen, in denen wir wiederum einmal zusammensein konnten. Aber Anthroposophie sollte das Spirituelle jederzeit ernst nehmen, in jedem Augenblicke, nicht nur in jeder Stunde. Sie soll daher auch wahr machen den Satz: Sind wir im Raume beieinander, so sind wit physisch beisammen, aber weil wir das Geistige durchschauen, wissen wir, daß wir auch dann zusammen sind, wenn wir physisch auseinandergehen. Deshalb sage ich heute, weil ich weiß, daß einzelne schon heute, schon nach diesem Vortrage zurückfahren müssen: Begrüßen wir uns zum Abschiede so, wenn wir uns jetzt wieder trennen, daß wir uns sagen: Wir wollen rechte Anthroposophen sein dadurch, daß wir in dem Geiste, der uns lebendig wird aus unserer Weltanschauung, auch dann, wenn wir räumlich getrennt sind, in den Seelen beisammen bleiben. — Begrüßen wir, die wir jetzt wieder weggehen, unsere Freunde des Breslauer Zweiges so, daß wir ihnen sagen: Auch wir wollen zurückdenken an das, was wir mit ihnen gemeinsam für unsere Seele und die Seelen der anderen Menschen erarbeiten durften. Wir wollen uns mit ihnen zusammen fühlen auch dann, wenn wir diese Räume verlassen haben, und wir tragen Sehnsucht danach, daß auch die Breslauer Freunde an diejenigen denken, die zu ihrer tiefsten Befriedigung in dieser Zeit unter ihnen weilen durften.
[ 20 ] Diesen Ausblick in die kulturgeschichtliche Aufgabe der Anthroposophie möchte ich heute, wo ich ja den letzten Vortrag unter Ihnen halten muß, vor Ihre Seele hinstellen. Wenn er, weiterwirkend in diesen Ihren Seelen, mancherlei darin eröffnet, dann werden diese Seelen eben mitwirken, daß der Grundstein geschaffen werde für eine echte, in sich echte und gediegene Fassade der westlichen Zivilisation. Der Orientale gebraucht immer einen Nachsatz, wenn er so etwas ausführt, wie ich es Ihnen ausgeführt habe. Ich habe ihm eigentlich nichts hinzuzufügen, die Dinge sind schon von Orientalen oftmals ausgesprochen worden. Wenn der Orientale einen solchen Satz sagt, dann meint er: Der Westen hat sich zu weit vom Geist entfernt, der kann die Grundmauern nicht mehr finden; der Osten muß zusetzen dasjenige, was er noch hat aus alten Zeiten, damit überhaupt die Erdenzivilisation nicht zugrunde geht. — An solchen Bestrebungen, wie die Anthroposophie es ist, wird es liegen, ob es gelingt, daß dieses furchtbare Schicksal nicht über die westliche Zivilisation kommt, das ihr heute von allen einsichtigen Orientalen prophezeit wird. Es bedarf des guten Willens, einzudringen in die spirituelle Welt, um dieses Spirituelle wieder aufzunehmen in die menschlichen Herzen, in die menschlichen Gemüter. Es hat daher eine Menschengemeinschaft, die sich zu solcher Geistesarbeit versammelt, wie Sie es jetzt getan haben, die Sache nur dann in rechtem Sinne aufgefaßt, wenn ihr daraus die Aufgabe erwächst, mit aller Kraft des der Seele zur Verfügung stehenden Willens für die Menschheit wiederum hinzuarbeiten zum Erleben des Geistigen. Und auf diese Hinlenkung zum gemüthaften Erleben des Geistigen, sodann auf das moralisch Umfassende kam es mir bei diesen Vorträgen an. Deshalb wollte ich gerade so, wie ich es getan habe, die Stunden ausfüllen, in denen wir wiederum einmal zusammensein konnten. Aber Anthroposophie sollte das Spirituelle jederzeit ernst nehmen, in jedem Augenblicke, nicht nur in jeder Stunde. Sie soll daher auch wahr machen den Satz: Sind wir im Raume beieinander, so sind wit physisch beisammen, aber weil wir das Geistige durchschauen, wissen wir, daß wir auch dann zusammen sind, wenn wir physisch auseinandergehen. Deshalb sage ich heute, weil ich weiß, daß einzelne schon heute, schon nach diesem Vortrage zurückfahren müssen: Begrüßen wir uns zum Abschiede so, wenn wir uns jetzt wieder trennen, daß wir uns sagen: Wir wollen rechte Anthroposophen sein dadurch, daß wir in dem Geiste, der uns lebendig wird aus unserer Weltanschauung, auch dann, wenn wir räumlich getrennt sind, in den Seelen beisammen bleiben. — Begrüßen wir, die wir jetzt wieder weggehen, unsere Freunde des Breslauer Zweiges so, daß wir ihnen sagen: Auch wir wollen zurückdenken an das, was wir mit ihnen gemeinsam für unsere Seele und die Seelen der anderen Menschen erarbeiten durften. Wir wollen uns mit ihnen zusammen fühlen auch dann, wenn wir diese Räume verlassen haben, und wir tragen Sehnsucht danach, daß auch die Breslauer Freunde an diejenigen denken, die zu ihrer tiefsten Befriedigung in dieser Zeit unter ihnen weilen durften.
