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Initiate Consciousness
True and False Paths of Spiritual Research
GA 243

16 August 1924, Torquay

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True and False Paths in Spiritual Investigation, tr. Parker
  1. Initiate Consciousness, tr. SOL
  2. Das Initiaten-Bewußtsein

6. Initiationserkenntnisse

6. Initiation-Knowledge, Waking Consciousness and Dream Consciousness

Das Tagwachen und das Traumbewußtsein

Not translated

[ 1 ] Von verschiedenen Bewußtseinszuständen, die aus den Kräften der Menschenseele heraus zu entwickeln möglich sind, habe ich Ihnen gesprochen. Und dasjenige, was man Initiationserkenntnis nennt, hängt davon ab, daß durch die verschiedenen Bewußtseine Erkenntnisse von der Welt geschaffen werden.

[ 1 ] I have already spoken of the different states of consciousness which can be developed out of the forces of the human soul. Initiation-knowledge is dependent upon the fact that our knowledge of the world stems from these different states of consciousness.

[ 2 ] Nun wollen wir uns heute eine Vorstellung davon verschaffen, wie der Mensch durch diese verschiedenen Bewußtseine in Verbindung stehen kann mit der Welt. Stellen wir uns zunächst noch einmal vor das Auge, daß für das heutige Zivilisationsleben, für alles dasjenige, was die Menschheit heute anerkennt in bezug auf Wirklichkeit, in bezug auf Dasein, eigentlich nur ein Bewußtseinszustand besteht, das ist derjenige des wachen Tageslebens. Es sind außer diesem wachen Tagesleben für den Menschen heute in unserem Weltenzyklus, können wir sagen, ja noch zwei andere Bewußtseinszustände vorhanden. Die aber können zunächst nicht als unmittelbar maßgebend für irgendeine Erkenntnis angesehen werden. Es ist der Zustand des Traumbewußstseins, in dem der Mensch heute nur Reminiszenzen an das Tagesleben erlebt oder auch kleine Durchbrüche aus dem geistigen Leben heraus. Aber im gewöhnlichen Traumleben sind sowohl die Reminiszenzen an das Tagesleben, wie auch die Durchbrüche, die Offenbarungen aus der geistigen Welt heraus so entstellt, so in einzelne ungleiche Bilder und Symbole getaucht, daß daraus keine Erkenntnis zu gewinnen ist.

[ 2 ] Today we propose to ascertain how man's relationship to the world is determined by these different states of consciousness. First of all, let us recall that a single level of consciousness, that of daily waking consciousness, suffices to meet the needs of everyday existence. In our present epoch man has the possibility of developing two further states of consciousness in addition to his normal waking consciousness, but initially they cannot serve as valid criteria for immediate purposes of knowledge. The one is the state of dream consciousness in which man experiences reminiscences of his daily life or faint intimations of the life of the spirit. But in ordinary dream life these reminiscences and intimations are so distorted, so commingled with uncorrelated, grotesque images and symbols that nothing can be learnt from them.

[ 3 ] Wenn wir uns mit Hilfe der Initiationswissenschaft die Frage beantworten wollen: Worinnen lebt denn der Mensch eigentlich, wenn er träumt? — so stellt sich eine solche Antwort folgendermaßen dar: Der Mensch, wie er im gewöhnlichen Leben dasteht, trägt in sich erstens seinen physischen Leib, denjenigen, den heute die Sinne sehen, den die Wissenschaft der Anatomie, der Physiologie, der Biologie betrachtet (siehe Zeichnung, hell). — Das ist das erste Glied der Menschennatur, das jeder zu kennen glaubt, aber — wie wir noch sehen werden — heute eigentlich am wenigsten wirklich kennt.

[ 3 ] If, with the aid of Initiation-knowledge, we wish to know what realm man inhabits when he dreams, the answer would be somewhat as follows: in normal life man possesses a physical body, the body which is perceptible .to the senses and which is an object of scientific study. This is the first member of man's constitution, the member which everyone imagines he understands, but which in effect, as we shall see later, he understands least of all today.

[ 4 ] Als zweites Glied der Menschennatur — Sie können es genauer in meinen Büchern, namentlich in der «Theosophie» lesen —, als zweites Glied hat der Mensch den Ätherleib, den Bildekräfteleib, eine feine Organisation, die nicht mit Augen gesehen werden kann, die erst gesehen werden kann, wenn der Mensch das erste Bewußtsein ausbildet, von dem ich in diesen Tagen gesprochen habe, das folgen kann dem Toten in den nächsten Jahren nach dem Tode. Dieser Ätherleib oder Bildekräfteleib (orange), der steht in einer viel innigeren Verbindung mit dem Kosmos als der physische Leib, der in seiner ganzen Organisation mehr selbständig ist.

[ 4 ] The second member is the etheric body which is described in more detail in my publications, especially in my book Theosophy. The etheric body or body of formative forces is a delicate organization, imperceptible to ordinary sight. It can be perceived only when man has developed the first state of consciousness which is able to accompany the dead in the first years after death. This etheric body is more intimately linked with the Cosmos than the physical body whose whole organization is more independent.

[ 5 ] Dann hat aber der Mensch ein drittes Glied in seiner Organisation, das man selbstverständlich nennen kann, wie man will; aber mit Anlehnung an alte Terminologien nennen wir es astralischen Leib (grün). Das ist eine Organisation, die nicht mit Sinnen wahrgenommen werden kann, die aber auch nicht so wahrgenommen werden kann, wie der Ätherleib wahrgenommen wird. Wenn man mit denjenigen Erkenntniskräften, mit denen man die äußere, heute angeschaute Natur wahrnimmt, und auch mit den Erkenntniskräften, die ich als die des nächsthöheren Bewußtseins beschrieben habe, mit dem man den Toten folgt, wenn man mit alledem den astralischen Leib wahrnehmen wollte, so würde man da, wo der astralische Leib des Menschen ist, nichts anderes als die Leere, das Nichtsein wahrnehmen.

[ 5 ] The third member of man's constitution—it seems best to adhere to the old terminology—is called the astral body. This is an organization that is imperceptible to the senses; neither can it be perceived in the same way as the etheric body. If we were to try to perceive the astral body with the cognitive faculty by means of which we perceive the external world today or with the insights of the next higher consciousness that is in touch with the dead, we should see nothing but a void, a vacuum, where the astral body is located.

[ 6 ] So kann man also [zur Tafel gewendet] sagen: Der Mensch trägt in sich seinen physischen Leib, er ist sinnlich wahrnehmbar. Der Mensch trägt in sich seinen Ätherleib (orange); er ist imaginativ wahrnehmbar, er ist wahrnehmbar durch die Kräfte, die wir uns in der geschilderten Weise durch die Meditation, durch die Konzentration erwerben können. Aber wenn wir mit all diesen Kräften an den Menschen herantreten, nehmen wir von seinem astralischen Leib nur wahr die Leere, ein räumliches Nichts, wie ein Loch, ein allseitig geschlossenes Loch, das in den Raum hineingestellt ist (grün). Erst dann, wenn man, wie ich es geschildert habe, zum leeren wachenden Bewußtsein kommt, wenn man also sich in völlig wachem Zustande der Welt so gegenüberstellen kann, daß man nichts vom Sinnlichen wahrnimmt, daß auch das Denken und die Erinnerungen schweigen, man aber doch eine Welt wahrnimmt, dann füllt sich diese Leere aus, und wir wissen, wir haben in dieser Leere das erste Geistige in uns, den astralischen Leib des Menschen.

[ 6 ] To sum up: man possesses a physical body that is perceptible to the senses; an etheric body perceptible to Imagination by virtue of the forces that can be developed through the practice of concentration and meditation in the manner already indicated. But if we try to perceive the astral body with the aid of these forces, we meet with a void, a spatial vacuum. This void is filled with content only when we attain the emptied consciousness which I have described, when we can confront the world in full waking consciousness in such a way that, though sensory impressions are obliterated and thinking and memories are silenced, we remain none the less aware of its existence. We then know that in this void we have our first spiritual vehicle, the astral body of man.

[ 7 ] Ein weiteres Glied der menschlichen Organisation ist das eigentliche Ich (rot). Dieses Ich nehmen wir nur wahr, wenn das leere Bewußtsein weiter und weiter entwickelt wird. Nun ist es beim Träumenden so, daß er abgesondert von sich liegen hat im Bette den physischen Leib und den Äther- oder Bildekräfteleib; abgesondert davon, in der geistigen Welt sind der astralische Leib und das Ich. Aber wir können ja mit dem astralischen Leib und mit dem Ich, wenn wir nur das gewöhnliche Bewußtsein haben, nicht wahrnehmen. Wodurch nehmen wir denn äußere Eindrücke in der gewöhnlichen Welt wahr, die wir zwischen Geburt und Tod durchleben? Dadurch, daß wir Augen in dem physischen Leibe eingesetzt haben, dadurch, daß wir Ohren in dem physischen Leibe eingesetzt haben. So wie der Mensch heute in der Weltenevolution ist, hat er im gewöhnlichen Leben keine entsprechenden Organe, keine Augen, keine Ohren in dem astralischen Leib oder in dem Ich eingesetzt. Er geht also heraus aus seinem physischen und ätherischen Leib zum Träumen, gerade so, wie wenn er im physischen Leib, in der physischen Welt gar keine Augen und keine Ohren an sich hätte, es also finster und stumm um ihn wäre. Aber es ist doch nicht so, daß immer dieser astralische Leib und dieses Ich ohne Organe, ohne — natürlich sind sie dann seelisch gemeint Augen und Ohren bleiben müssen. Gerade durch jene Seelentrainierung, von der ich in meinen Büchern gesprochen habe, können in den astralischen Leib und in die Ich-Organisation Organe hineinkommen, Seelenaugen, Seelenohren und so weiter. Dann kann der Mensch durch Trainierung, durch Übungen solches erreichen. Dann tritt eben bei ihm die Möglichkeit ein, durch Initiationsanschauung in die geistige Welt hineinzuschauen. Dann tritt er aus seinem physischen und aus seinem Ätherleib heraus und sieht das Geistige, wie er im physischen und Ätherleib das Physische und auch in einem gewissen Sinne das Ätherische schaut. Das tritt ein bei demjenigen Menschen, der dann die Initiation besitzt.

[ 7 ] A further member of the human organization is the Ego itself. We perceive the Ego only when the emptied consciousness is progressively developed. When we dream, our physical and etheric bodies are detached from the astral body and Ego which are in the spiritual world, but we cannot perceive with the astral body and Ego if we possess only normal consciousness. We perceive external impressions of the world around because the physical body is endowed with eyes and ears. At the present stage of man's evolution we find that in ordinary life his astral body and Ego, unlike the physical body, are not endowed with eyes and ears. Thus, when he withdraws from his physical and etheric bodies in order to enter the dream-state, it is as if he had a physical body in the physical world bereft of eyes and ears, so that all around were dark and silent. But it was never intended that the astral body and the Ego should always remain without organs, without eyes and ears of the soul. Through spiritual training of which I have spoken in my books, it is possible to awaken these spiritual organs in the astral body and Ego and thus to see into the spiritual world through the insight born of Initiation. Then man withdraws from his physical and etheric bodies and perceives the spiritual, just as in his physical and etheric bodies he perceives the physical, and in a certain sense, the etheric as well. The man who achieves this insight then achieves Initiation.

[ 8 ] Beim gewöhnlichen Träumer, wie ist es denn da? Nun, stellen Sie sich einmal ganz lebendig vor, wie es mit dem Einschlafen geht. Physischer Leib (siehe Zeichnung, hell), Ätherleib (orange) bleiben im Bette liegen. Der astralische Leib (grün), die Ich-Organisation (rot) treten heraus. Ich muß natürlich schematisch zeichnen. Jetzt ist in dem Momente, wo dieses stattfindet, im astralischen Leibe noch ein völliges Mitvibrieren mit dem physischen Leibe und mit dem Ätherleibe vorhanden. Sehen Sie, der Astralleib geht heraus. Er hat alles mitgemacht, was Augen, Ohren, was der Wille in der Bewegung im physischen Leib, im Ätherleib vom Morgen bis zum Abend an innerer Tätigkeit ausgeführt haben. Der Astralleib und das Ich haben alles das mitgemacht. Jetzt gehen sie heraus. Da zittert das alles noch nach, da ist das alles noch drinnen. Aber indem die Tageserlebnisse hier (siehe Zeichnung $. 117: Punkte werden eingezeichnet) nachzittern, stoßen sie ja an die geistige Welt, die ringsherum ist, überall an, und es entsteht ein chaotisch ungeordnetes Ineinanderwirken zwischen der Tätigkeit der äußeren geistigen Welt und dem, was da im astralischen Leib nachzittert, ein ungeordnetes Chaos. Das ist eine Tautologie; also es entsteht ein Chaos. Und der Mensch ist noch drinnen in alledem, was da entsteht, und wird es gewahr. Es macht auf ihn einen Eindruck, was er sich mitgebracht hat. Es zittert nach. Es wird Traum. Aber daß nicht viel gegenüber der Wirklichkeit damit anzufangen ist, das sehen Sie ja doch ein.

[ 8 ] Now what is the position of the ordinary dreamer? Try and imagine concretely the process of falling asleep. The physical and etheric bodies are left behind in the bed whilst the astral body and Ego slip out of the physical vehicle. At this moment the astral body is still vibrating in harmony with the physical and etheric bodies. The astral body has participated in all the inner activities of eyes and ears and of the will in the functioning of the physical and etheric bodies throughout the day. The astral body and the Ego have shared in all this. When they quit the body, the vibration continues. But the day experiences, as they continue to vibrate, come in contact with the surrounding spiritual world and there arises a chaotic, confused interplay between the activity of the external spiritual world and the continued vibrations of the astral body. The individual is caught up in all this and is aware of the confusion. All that he has brought with him has left its impact upon him, continues to vibrate and becomes the dream. It is obvious that this will contribute little to the understanding of reality.

[ 9 ] Wie ist es beim Initiierten? Der Initiierte ist in der Lage, wenn er da (es wird auf die Zeichnung gezeigt) herauskommt, sogleich alles das zu unterdrücken, was an Reminiszenzen, an Nachzittern aus dem physischen Leib und Ätherleib da ist. Also er unterdrückt dasjenige, was aus dem physischen und dem Ätherleib heraus da ist. Außerdem hat er durch die Meditation und Konzentration und durch die Entwickelung des leeren Bewußstseins die Möglichkeit, Seelenaugen, Seelenohren zu haben. Er nimmt jetzt nicht das, was in ihm vorgeht, wahr, sondern das, was äußerlich in der geistigen Welt vorgeht. Statt der Träume treten Wahrnehmungen der geistigen Welt auf. So daß wir sagen können: Das Traumbewußtsein ist ein chaotisches Gegenbild geistiger Wahrnehmungen.

[ 9 ] What is the position of the Initiate? When he slips out of his physical and etheric bodies, he is able to obliterate the reminiscences and after-vibrations that still persist. He suppresses, therefore, all that proceeds from the physical and etheric bodies. Moreover through concentration, meditation and the development of emptied consciousness, the Initiate has been able to acquire eyes and ears of the soul. He does not now perceive what is happening within himself, but what is happening in the spiritual world outside him. In place of dreams he now begins to perceive the spiritual world. Dream consciousness is a chaotic counterpart of spiritual perception.

[ 10 ] Nun ist es bei dem Initiaten so, daß, wenn er zunächst auf den ersten Stufen diese inneren astralischen Organe, astralisches Sehen, astralisches Hören ausgebildet hat, daß er dann fortwährend in einer Art Kampf drinnensteht, in einem Kampfe, der darin besteht, gerade diese Reminiszenzen, dieses Nachzittern aus dem physischen und dem Ätherleibe zu unterdrücken. Man muß fortwährend dagegen kämpfen, wenn man in die imaginative Welt, in das Anschauen des Geistigen hineinkommt, daß die Träume sich geltend machen. Da ist ein fortwährendes Ineinanderspielen von dem, was traumhaft werden will, von dem, was einen täuschen will, und von demjenigen, was die Wahrheit der geistigen Welt darstellt.

[ 10 ] When the Initiate has first developed these inner astral organs, clairvoyance and clairaudience, he finds himself in a continual state of conflict and endeavours to suppress these reminiscences, these after-vibrations from the physical and etheric bodies. When he enters into the world of Imaginations, when he has an intuitive perception of the spiritual, he must fight a continual battle to prevent the dreams from asserting themselves. There is a continual interplay between that which seeks to dissolve into dreamlike fantasy and delude him, and that which represents the truth of the spiritual world.

[ 11 ] Diesen Kampf lernt schließlich jeder zu Initiierende kennen. Er lernt kennen, wie in dem Momente, wo er sich erkennend hineinversetzen will in die geistige Welt, immer wieder und wiederum die Nachbilder der physischen Welt auftreten, wie etwas heraufkommt, was wie störende Bilder sich hinstellt vor die reinen Bilder der geistigen Welt. Und nur Geduld, Ausdauer können dasjenige überwinden, was da als ein starker innerer Kampf auftritt. Wenn man leichtsinnig zufrieden ist damit, daß das Bewußtsein mit Geistesbildern ausgefüllt wird, dann wird man sich sehr leicht in eine illusionäre Welt hineinträumen können, statt in die Welt geistiger Wirklichkeit hineinzukommen. Es ist für den wirklich zu Initiierenden eine außerordentlich starke, vernünftige innere Haltung notwendig. Bedenken Sie nur, was das alles erfordert. Aber es muß, wenn über die Wege in die geistige Welt hinein, über die geistige Forschung geredet werden soll, eben auf solche Dinge durchaus aufmerksam gemacht werden.

[ 11 ] Ultimately every aspirant becomes familiar with this conflict. He comes to realize that, at the moment he strives to enter consciously into the spiritual world, he experiences recurrent after-images of the physical world, disturbing images that intrude upon the true pictures of the spiritual world. Only through patience and persistence can he resolve this intense inner conflict. Now if we are too easily satisfied when dream images flood our consciousness, we may readily dream ourselves into an illusory world instead of entering into a world of spiritual reality. The aspirant, in effect, must possess an exceedingly strong, intelligent inner control. Imagine what this demands of him. If we are to speak of spiritual investigation, or of methods for attaining to the spiritual world, we must draw attention to these things.

[ 12 ] Es ist auf der einen Seite notwendig, wenn man überhaupt an die geistige Welt herankommen will, wirkliche Begeisterung, wirklichen Enthusiasmus haben zu können für das Hineinkommen in die geistige Welt. Ein innerliches Schlappsein, ein innerliches Gleichgültigsein, ein innerliches Trägesein verhindert einen daran. Und so ist auf der einen Seite notwendig, daß man eine innere Beweglichkeit hat, eine richtige innere Beweglichkeit, eine innere Aktivität. Das verleitet auf der anderen Seite dazu, ins Phantastische hineinkommen zu können, alles mögliche sich auszuphantasieren. So muß man auf der einen Seite die Anlage haben, die einen in die höchsten Höhen der Phantasie hinaufführen könnte, wenn man sich gehen lassen würde; auf der anderen Seite muß man einen nüchternen Sinn verbinden mit dem, was innere Aktivität, innere Beweglichkeit ist.

[ 12 ] If we wish to take the first steps towards an understanding of the spiritual world, we must show real enthusiasm for the task. Inner lethargy, inner indifference or indolence are obstacles in the path of its fulfilment. Our inner life must be active, lively and responsive. But there is a danger of losing ourselves in day-dreams, of spinning a web of illusion. We must be able, on the one hand, to soar into the empyrean on wings of fancy and, on the other hand, we must be able to temper this inner activity and responsiveness with prudence and sober judgment.

[ 13 ] Beides muß man haben als Initiat. Läßt man sich nur gehen, so ist es nicht gut. Nimmt man sich philisterhaft durch seinen Intellekt in die Hand und will alles ausdenken, ist es auch wieder nicht gut. Man muß beides harmonisch ineinander verweben können. Man muß sozusagen auf der einen Seite die Anlage haben, ein rechter Träumer werden zu können, und zugleich immer die Möglichkeit, keiner zu werden. Im Status nascendi muß man immer die Möglichkeit in der Seele haben, in alles mögliche Beweglich-Phantasievolle aufzusteigen. Immer wiederum muß man, indem dieser Status eintritt, die Möglichkeit haben, sich ganz in innerer Haltung in der Hand zu haben. Man muß zugleich die Fähigkeit haben, ein phantasievoller Dichter sein zu können, und man muß die Fähigkeit haben, dem nicht nachgeben zu brauchen. Man muß sozusagen in jedem Momente, wo man erkennen will, auch die Möglichkeit haben, ein Drama, ein lyrisches Gedicht, alles mögliche zu schaffen. Aber man muß stoppen können dieses in die Phantasie Gehende und sich halten können bei jenen Kräften, die sonst nur im nüchternsten Leben ihre Bedeutung haben. Dann kommt man nicht in die Phantasie hinein, sondern in die geistige Wirklichkeit.

[ 13 ] The Initiate must possess both these qualities. It is undesirable simply to indulge one's emotions; it is equally undesirable to submit to the dictates of the intellect and to rationalize everything. We must be able to strike a balance between these two extremes. We must be able to dream dreams and yet be able to keep our feet on Earth. As we enter into the spiritual world we must be able to participate in the dynamic world of creative imagination, but at the same time have firm control over ourselves. We must have the capacity to be a poet richly endowed with imagination, yet not succumb to its lures. We must be able, at any moment in our search for spiritual knowledge, to be fired by a creative impulse. We must be able to control the drift towards a world of fantasy and rely upon practical common sense. Then we shall not become victims of illusion, but experience spiritual reality.

[ 14 ] Auf diese innere Seelenverfassung kommt ungeheuer viel an bei der wirklichen Geistesschau. Daher ist es schon so, daß, wenn man auf der einen Seite den verständnisvollen Blick hinrichtet auf das Traumbewußtsein und es versteht als dasjenige, was chaotische Bilder aus der geistigen Welt heraufbringt, man auf der anderen Seite weiß, daß nun die ganze Kraft der Persönlichkeit hinein muß in diejenige Kraft der Seele, die sonst nur träumt, um geistige Erkenntnis zu haben. Dann erst bekommt man einen Begriff von dem, was es heißt, in die geistige Welt hineinzukommen. Ich sage, das Traumbewußtsein bringt das Geistige herauf. Es könnte scheinbar im Widerspruch stehen mit dem, daß das Traumbewußstsein ja auch Bilder aus dem Leibesleben heraufbringt. Aber der Leib ist nicht bloß leiblich, der Leib ist überall von Geistigkeit durchzogen. Und wenn einer davon träumt, daß eine vorzüglich duftende, Wohlgeschmack versprechende Mahlzeit vor ihm steht, und er eben daran geht — im Traume, meine ich —, diese Mahlzeit zu verzehren, trotzdem er nicht auch nur das Zehntel von dem in der Tasche hat an Geld, was diese Mahlzeit kosten würde, dann ist es so, daß in dem Symbol der Mahlzeit dennoch die wirklichen geistigen astralischen Inhalte der Verdauungsorgane sich im Bilde vor ihn hinstellen. Es ist doch im Traume immer der Geist, wenn es auch der Geist ist, der im Leiblichen sitzt. Der Traum bringt immer Geistiges herauf, aber eben sehr häufig das Geistige, das im Leiblichen sitzt. Das muß man erkennen.

[ 14 ] This inner disposition of soul is of vital importance in true spiritual investigation. When we reflect upon the nature of dream consciousness and recognize that it conjures up chaotic images out of the spiritual world, we realize at the same time that, in order to acquire spiritual knowledge, the whole force of our personality must now enter into the psychic energy that otherwise persists in a dreamlike state. Then for the first time we begin to understand what ‘entering into the spiritual world’ implies. I said that dream consciousness conjures up the spiritual. This would appear to contradict the statement that the dream consciousness also conjures up pictures derived from the corporeal life. But the body is not only physical, it is wholly permeated with spirituality. When someone dreams that an attractive and tasty meal is set before him and he proceeds to consume it, though he has not a tithe of the cost of the meal in his pocket, then in the symbol of the meal he is presented with a picture of the real spiritual, astral content of the digestive organs. There is always a spiritual element in the dream despite the fact that the spirit has its seat in the corporeal. The dream always contains a spiritual element; but very often it is a spiritual element associated with the body. It is necessary to realize this fact. .

[ 15 ] Man muß erkennen, wenn man von Schlangen träumt, daß da die Verdauungsorgane in ihren Windungen sich symbolisieren, oder daß die Blutadern im Kopfe drinnen sich symbolisieren. Man muß in diese Geheimnisse eindringen. Also man kann nur eine Vorstellung bekommen von diesem Subtilen, Intimen, das sich in der Seele einstellen muß, wenn man durch die Initiationswissenschaft geistige Forschung anstellt, wenn man das alles wirklich auch im intimsten Sinne berücksichtigt.

[ 15 ] We must understand that when we dream of snakes, their coils are a symbol of the digestive organs or of the blood vessels in the head. We must penetrate into these secrets, for we can only arrive at an understanding of these subtle, intimate elements that must be developed in the soul when we undertake spiritual investigation through the science of Initiation and give the closest attention to these matters.

[ 16 ] Die Lebensalter als Auffassungsorgane

[ 16 ] Not translated

[ 17 ] Der dritte Zustand, den der Mensch heute im gewöhnlichen Leben durchmacht, ist der traumlose Schlafzustand. Machen wir uns wieder klar, wie der Mensch ist im traumlosen Schlaf. Im Bette liegt der physische Leib und der ätherische Leib. Außerhalb des physischen Leibes und ätherischen Leibes ist der astralische Leib und die Ich-Organisation, das Ich. Das Nachzittern, die Reminiszenzen aus dem physischen und ätherischen Leibe haben aufgehört. Der Mensch ist bloß in seinem Ich und in seinem astralischen Leibe in der geistigen Welt. Aber er hat keine Organe. Er kann nichts wahrnehmen. Alles ist ringsherum Finsternis. Er schläft. Das ist das Schlafdasein: leben im Ich und im astralischen Leibe, ohne daß man die reiche, die mächtige Welt, die ringsherum ist, wahrnehmen kann. Man stelle sich einen Blinden vor. Alle die Farben, alle die Formen, die Sie ringsherum durch Ihre Augen wahrnehmen, sind für ihn nicht da. Er schläft für Farben und Formen. Man kann nicht überhaupt schlafen, man kann nur für etwas schlafen.

[ 17 ] The third stage through which man passes in ordinary life is that of dreamless sleep. Let us recall this condition: the physical and etheric bodies lie in the bed; outside these bodies are the astral body and Ego-organization. The after-vibrations and reminiscences from the physical and etheric bodies have ceased. It is only in his Ego and astral body that man inhabits the spiritual world. But, having no organs, he cannot perceive anything. Darkness surrounds him; he is asleep. Dreamless sleep means that we live in the Ego and astral body and are unable to perceive the vast, majestic world around us. Take the case of a blind man. He has no visual perception of colours and forms. So far as these are concerned, he is asleep.

[ 18 ] Und jetzt stellen Sie sich einen Menschen vor, der in seinem astralischen Leibe und in seinem Ich da ist, aber in dem gar keine Organe sind. Er ist für alles Geistige schlafend. So ist der Mensch im traumlosen Schlafbewußtsein. Meditationen, Konzentrationen haben den Sinn, geistige Augen und Ohren in diesen astralischen Leib und in diese Ich-Organisation hineinzusetzen, und der Mensch beginnt, dasjenige, was in reichem Maße da ist, zu schauen, wahrzunehmen. Er nimmt geistig wahr. Gerade mit dem nimmt man geistig wahr, was im gewöhnlichen Bewußtsein die Welt verschläft. Das muß man innerlich aufrütteln durch Meditation und Konzentration. Das Unorganisierte, das man sonst in sich trägt, das muß man organisiert machen. Dann schaut man hinein in die geistige Welt. Und dann ist es so, daß man in dieser geistigen Welt so darinnen ist, wie man sonst durch Augen und Ohren in der physischen Welt darinnen ist. Und das ist eben die wirkliche, die reale Initiationserkenntnis. Man kann nicht durch äußere Maßnahmen den Menschen geeignet machen, das Geistige zu schauen. Man kann ihn nur dadurch geeignet machen, daß er sein Inneres wirklich organisiert, das sonst unorganisiert ist.

[ 18 ] Now picture a man living in his astral body and Ego, but without organs of perception. In relation to the spiritual he is asleep. Such is man's condition in dreamless sleep. The purpose of concentration and meditation is to develop spiritual eyes and ears in the astral body and Ego-organization. Then man begins to behold the spiritual plenitude around him. He perceives spiritually with that which in normal consciousness is lost in sleep and which he must rouse from its slumber through meditation and concentration. The otherwise uncoordinated elements must be integrated. Then he gazes into the spiritual world and shares in the life of the spiritual world in the same way as he normally shares in the life of the physical world through his eyes and ears. This is true Initiation knowledge. One cannot prepare a person for spiritual perception by external means; he must first learn to organize effectively his inner life which is normally so chaotic.

[ 19 ] Nun aber war zu allen Zeiten in der Menschheitsentwickelung das Bestreben da, gewisse Menschen zur Initiation hinzubringen. Dieses Bestreben hat nur eine gewisse Unterbrechung erlitten in der ganz grob materialistischen Zeit vom 15. Jahrhundert bis zu unserer Gegenwart. Da haben die Menschen sozusagen vergessen, was die eigentliche Initiation ist und haben alles dasjenige, was sie wissen wollten, ohne die Initiation erreichen wollen und dadurch allmählich den Glauben bekommen, daß eigentlich nur die physische Welt sie angeht.

[ 19 ] Now at all times in the history of humanity it was an accepted practice to prepare selected individuals for Initiation. This practice was interrupted to some extent during the epoch of extreme materialism, i.e. between the fifteenth century and today. During these centuries the real significance of Initiation was forgotten. Men hoped to satisfy their quest for knowledge without Initiation and so they gradually came to believe that only the physical world was their proper field of enquiry.

[ 20 ] Aber, was ist diese physische Welt in Wirklichkeit? Man lernt sie ja nicht kennen, wenn man sie nur als physische Welt kennt. Man lernt sie ja nur kennen, wenn man auch ihren Geist, den sie immer in sich trägt, wirklich erkennend auffassen kann. Dazu muß die Menschheit wieder gelangen. Das ist der Sinn des großen Wendepunktes in unserer Zeit, daß uns die Welt das Bild der Zerstörung, des Chaotischwerdens zeigt, daß aber für denjenigen, der einsichtig ist, in diesem Chaotischwerden, in diesem furchtbaren Wüten menschlicher Leidenschaften, die alles verdunkeln und die alles schließlich in die Dekadenz hineinbringen wollen, daß sich in alledem offenbart der Drang von geistigen Mächten, die dahinterstehen, um den Menschen in eine neue Geistigkeit hineinzuführen. Und in dem Hinhorchen auf diese Geistesstimme, die in unser materialistisches Dasein hineintönt, besteht eigentlich die Veranlagung für anthroposophische Geisteswissenschaft.

[ 20 ] But what is the physical world in reality? We shall not come to terms with it if we consider only its physical aspect. We only understand the physical world when we are able to apprehend the spirit that informs it. Mankind must recover this knowledge once again, for today we stand at the crossroads. The world presents a picture of disruption and increasing chaos. Yet we know that amidst this chaos, this welter of dark, obscuring passions that threaten to destroy everything, the intuitives are aware of the presence of spiritual powers who are actively striving to awaken in man a new spirituality. And preparation for Anthroposophy consists fundamentally in listening to this voice of the spirit that can still be heard amid the clamour of our materialistic age.

[ 21 ] Ich sagte, zu allen Zeiten war das Bestreben vorhanden, die menschliche Organisation so zu entwickeln, daß sie in die geistige Welt hineinschauen kann. Aber verschiedene Bedingungen waren da. Wenn wir in sehr alte Zeiten der Menschheitsentwickelung zurückgehen, ja noch zurückgehen in solche Zeiten, wie ich sie Ihnen in diesen Tagen als die chaldäischen Zeiten geschildert habe, ja bis zu einem gewissen Grade sogar noch in solche Zeiten, denen Brunetto Latini angehört hat, so finden wir, daß die Menschen nicht so verwachsen waren mit ihrem physischen und Ätherleib wie heute. Heute stecken ja die Menschen ganz gründlich in ihrem physischen und Ätherleib drinnen. Sie müssen drinnenstecken, weil sie ja danach erzogen werden. Wie sollen denn schließlich die Menschen mit Geistern verkehren, wenn sie schon oftmals vor dem Zahnwechsel lesen und schreiben lernen müssen! Lesen und Schreiben, das erst im Laufe der Menschheitsentwickelung aus physischen Bedingungen heraus erfunden worden ist, das können nämlich die Engel nicht, das können die Geister nicht. Und wenn man sein ganzes Menschenwesen einrichtet auf dasjenige, was nur in der physischen Welt erfunden ist, dann hat man es natürlich schwer, herauszukommen aus dem, was physischer und Ätherleib ist.

[ 21 ] I said that in all ages men endeavoured to develop the human organization in such a way that they could perceive the spiritual world. Conditions varied according to the epoch. When we look back to ancient Chaldean times, or to the epoch of Brunetto Latini, we find that men were more loosely linked with their physical and etheric bodies than is the case today when we are firmly anchored in those bodies. And this is to be expected; it is the inevitable consequence of our education today. After all, how can we expect to communicate with spiritual beings when we are compelled in many cases to learn to read and write before the change of teeth? Angels and spiritual beings cannot read or write. Reading and writing have been developed in the course of human evolution in response to physical conditions. And if our whole being is orientated towards purely scientific investigation we shall obviously have difficulty in withdrawing from our physical and etheric bodies.

[ 22 ] Unsere Zeit ist in gewissem Sinne stolz darauf, alle Kultur so einzurichten, daß der Mensch nur ja nicht irgendwie etwas erleben kann, wenn er sich trennt von seinem physischen und Ätherleib. Ich will nicht schimpfen über diese Kultur. Ich will sie nicht kritisieren. Sie muß so sein, wie sie ist. Sie mußte heraufkommen. Ich werde auch darüber noch sprechen, was sie bedeutet, aber es ist eben so. Es waren in alten Zeiten der astralische Leib und das Ich auch beim Tagwachen viel, viel selbständiger gegenüber dem physischen Leib und Ätherleib, als sie heute sind. Dafür waren aber auch die Initiierten davon abhängig, daß sie von der Natur aus eine solche Selbständigkeit hatten. Allerdings, in sehr alten Zeiten der Menschheitsentwickelung konnte in den Mysterien fast jeder initiiert werden. Man konnte jeden herausgreifen aus der Menschheit. Das war aber nur in sehr alten Zeiten, in den allerältesten Zeiten etwa der urindischen Kultur und der urpersischen Kultur.

[ 22 ] Our present age finds a certain satisfaction in ordering our entire cultural life in such a way that we cannot have any possibility of spiritual experience when we are separated from our physical and etheric bodies. I have no wish to inveigh against our contemporary culture, nor do I wish to criticize it. It is the inevitable expression of the epoch. I shall discuss the implications later; meanwhile we must accept things as they are. In ancient times the astral body and Ego, even in waking consciousness, were much more loosely associated with the physical and etheric bodies than they are today. The Initiates, too, were dependent upon this loose association of the bodies that was natural to them. Indeed, in the remote past, nearly everyone could be initiated into the Mysteries. But it was only in the far distant times of the primordial Indian and old Persian cultures that everybody could be raised above his human station.

[ 23 ] Dann kamen die Zeiten, wo man schon darauf angewiesen war, diejenigen Menschen zur Initiation auszuwählen, welche leicht aus ihrem physischen und Ätherleib herauskamen, die eine relativ große Selbständigkeit hatten für das Ich und für den astralischen Leib. Man war also von gewissen Bedingungen abhängig. Das hinderte nicht, daß man bei jedem sich bemühen konnte, ihn in der Initiation so weit zu bringen, wie er nur irgend gebracht werden konnte. Man tat das auch. Aber der Erfolg, der über ein gewisses Maß hinausging, hing vielfach davon ab, ob der Betreffende leichter oder schwerer in der Selbständigkeit seines Ich und seines astralischen Leibes war. Man war von Naturhaftem im Menschen, von Anlageartigem dennoch abhängig. Das ist deshalb so, weil der Mensch nun einmal in die Welt hereingestellt ist. So muß er auch in einer gewissen Weise von der Welt abhängig sein, solange er zwischen Geburt und Tod lebt.

[ 23 ] Then, in later epochs, the selection of candidates for Initiation was limited to those who had little difficulty in withdrawing from their physical and etheric bodies—men whose astral body and Ego enjoyed a relatively high degree of independence. Certain conditions were a prerequisite for Initiation. This in no way prevented every effort being made to bring the aspirant to the highest stage of Initiation commensurate with his potentialities. But beyond a certain point success depended upon whether the aspirant could attain to independence in his astral body and Ego easily or only with difficulty. And this was determined by his makeup and natural disposition. Since man is born into the world, he is inevitably dependent upon the world to a certain extent between birth and death.

[ 24 ] Nun können Sie die Frage aufwerfen, ob denn der Mensch auch heute für die Initiation solchen Abhängigkeiten unterworfen ist. In gewissem Sinne ist er es. Und weil ich in diesen Vorträgen ganz klar, ganz erschöpfend sprechen möchte über die Wege, die richtig sind und die falsch sind in die geistige Welt hinein, möchte ich auch die Abhängigkeiten, die heute bestehen für die Initiation, vor Sie hinstellen. Wollen wir uns alles klar vor die Seele stellen.

[ 24 ] The question now arises whether man today is subject to similar limitations when embarking on Initiation. To a certain extent that is so. Since I wish to give a full and clear account in these lectures of the true and false paths leading to the spiritual world, I should like to point out the difficulties in the way of Initiation today.

[ 25 ] Sehen Sie, der alte Mensch war mehr von seinen naturhaften Anlagen abhängig, wenn er Initiat wurde. Der heutige Mensch kann eigentlich auch immer an die Initiation herangebracht werden, und es ist schon richtig, daß man immer durch entsprechende Seelentrainierung den astralischen Leib und die Ich-Organisation so gestalten kann, daß sie in die geistige Welt hineinschauen können, geistige Wahrnehmungen machen können. Aber mit Bezug auf die Vollständigkeit, die Vollkommenheit dieser Wahrnehmungen ist man auch heute von etwas abhängig. Da kommt etwas sehr Feines und Intimes in Betracht, und ich bitte Sie, sich nicht gleich ein abschließendes Urteil zu bilden über dasjenige, was ich heute sagen werde, bevor der Inhalt der nächsten Vorträge an Sie herangekommen sein wird. Ich kann das, was ich zu sagen habe, nur nach und nach charakterisieren.

[ 25 ] The man of ancient times was more dependent upon his natural endowments when he became an Initiate. Modern man also can be brought to the threshold of Initiation, in fact, through appropriate psychic training he can so fashion his astral body and Ego-organization that he is able to develop spiritual vision and perceive the spiritual world. But in order to complete and perfect this vision he is still dependent today on something else, something of extreme subtlety and delicacy. I must ask you not to come to any final conclusions about what I shall say today until you are familiar with the content of my next lectures. I can only proceed step by step.

[ 26 ] Man ist heute nämlich in der Initiation in einem gewissen Sinne von seinem Lebensalter abhängig. Nehmen Sie einmal an, konkret gesprochen, man sei meinetwillen 37 Jahre alt geworden, wenn die Initiation an einen herantritt. Man habe also das Leben von der Geburt gelebt bis zum 37. Jahre und hat vor, dann weiter zu leben. Jetzt wendet man, in der Regel unter einer Führung oder unter freiem Lernen nach literarischer Anleitung, die Regeln der Meditation, Konzentration oder anderer Seelentrainierung auf sich an. Und man bekommt zunächst dadurch, daß man immer wieder und wieder sich meditativ in einen Gedankengehalt vertieft, die Fähigkeit, zurückzuschauen zunächst in sein Erdenleben. Man bekommt sein Erdenleben wie in einem einheitlichen Tableau vor die Seele hingestellt.

[ 26 ] In Initiation today man is dependent to a certain extent on age. Let us take the case of a man who is thirty-seven when he begins his Initiation and has good expectations of life. He begins to practise meditation, concentration or some other spiritual exercises, either under guidance, or independently, in accordance with some instruction manual. As a result of repeated meditation on some theme, he acquires, first of all, the capacity to look back over his life on Earth. His earthly life appears before his inward eye in the form of a uniform tableau.

[ 27 ] Also man ist 37 Jahre alt geworden. $o wie man sonst im Raume hinschaut und sieht da die Menschen der ersten, der zweiten Reihe, dort den Tisch, hinten die Wand, so wie in die Perspektive hineinschauend das Ganze gleichzeitig da ist, so sieht man auf einer gewissen Stufe der Initiation in die Zeit hinein. Es ist, wie wenn der Zeitverlauf räumlich wäre. Man sieht so hinein. Man sieht da: Jetzt bist du 37 Jahre alt geworden; das hast du erlebt mit 36 Jahren, mit 35 Jahren; da geht es weiter bis zur Geburt hin. Jetzt schaut man hinein und hat das in einem einheitlichen Tableau vor sich. Aber nehmen Sie einmal an, man mache in Wirklichkeit auf einer gewissen Stufe der Initiation diese Rückschau. Da wird man, wenn man 37 Jahre alt geworden ist, zurückschauen können in die Zeit, die man verlebt hat von seiner Geburt bis ungefähr zum 7. Jahre, bis zum Zahnwechsel. Es ist fern. Man schaut dahin. Man wird dann hinschauen können auf die Zeit, die man verlebt hat vom 7. bis 14. Jahre, bis zur Geschlechtsreife. Man kann dann hinschauen auf die Strecke, die man durchlebt hat vom 14. bis 21. Jahre, und schaut da die Dinge. Dann kann man zurückschauen auf das übrige Leben, das man bis zu seinem 37. Lebensjahre durchlebt.

[ 27 ] Just as in normal three dimensional vision objects are situated in Space—the front two rows of chairs and their occupants here, over there a table and behind it a wall; we see the whole in perspective in simultaneity—so at a certain level of Initiation we see into Time. One has the impression that the passage of Time is spatial. Now we see ourselves at the age of thirty-seven. We had certain experiences at thirty-six, at thirty-five and so on, back to the time of our birth. In retrospect we see a uniform tableau before us. Now let us assume that at a certain stage of Initiation a man reviews his life in retrospect. At thirty-seven he will be able to look back into the period from birth to the age of seven approximately, the time of the change of teeth. Then he will be able to look back into the period between the ages of seven and fourteen, up to the age of puberty. And then he is able to look back into the period between fourteen and twenty-one and the rest of his life up to his thirty-seventh year.

[ 28 ] Man kann nun in, ich möchte sagen, zeitlich-räumlicher Perspektive das durchschauen. Fügt man nun hinzu zu diesem Hineinschauen in diese Zeit-Raumesperspektive das Bewußtsein, das vom leeren Bewußtsein, vom wachenden leeren Bewußtseinszustand ausgeht, so durchzuckt einen eine gewisse Kraft des Schauens. Man wird inspiriert. Aber sehen Sie, man wird jetzt in der verschiedensten Weise inspiriert. Man merkt: Dasjenige, was man als Leben durchlebt hat zwischen der Geburt und dem 7. Jahre, das inspiriert einen anders, das zaubert einem etwas anderes vor die Seele als dasjenige, was man erlebt hat vom 7. bis zum 14. Jahre und wiederum dasjenige, was man erlebt hat vom 14. bis zum 21. Jahre, und wiederum das Spätere. Jedes solches Lebensalter gibt eine andere Kraft. Man kann in anderes hineinschauen.

[ 28 ] He can survey the panorama of his life in spatiotemporal perspective, so to speak. If he can add to this perception the consciousness born of the emptied waking consciousness, a certain power of vision flashes through him. He acquires insight, but his insight assumes widely different forms. The experiences from birth to the age of seven, from the age of fourteen to twenty-one, and those of later years evoke different responses in him. Each life-period responds in its own way; each period has its own power of vision.

[ 29 ] Aber man kann ja auch älter werden als 37 Jahre. Man kann, sagen wir, 63, 64 Jahre alt werden. Dann überschaut man auch die späteren Lebensepochen. Da erscheint einem ziemlich einheitlich die Lebensepoche zwischen dem 21. und 42. Lebensjahre. Dann aber gliedert sich die Sache wiederum. Man bekommt deutliche Unterschiede in dem, was man schaut vom 42. bis zum 49 Jahr; in dem, was man schaut vom 49. bis 56. Jahr; und wiederum in dem, was man schaut vom 56. bis zum 63. Jahr. Da schaut man zurück auf deutliche Differenzierungen. Aber das ist man ja selbst; man ist das geistig in seinem Erdenleben. Und wird man für alles das inspiriert, so gibt einem all das, was man da in sich trägt, verschiedenartige Inspirationen. Man trägt seine Kindheit bis zum 7. Jahre in sich, das gibt einem eine andere Inspiration als die Kindheit, die man vom 7. bis zum 14. Jahre in sich trägt, und als die Kindheit vom 14. bis zum 21. Jahre. Aber das darf man nicht sagen; was man also als junge Damen- und junge Männerzeiit hat, die man vom 14. bis 21. Jahre in sich trägt, das gibt eine andere Inspiration. Dann kommt eine ziemlich andere Inspiration heraus für das, was man zwischen dem 21. und 42. Lebensjahre in sich trägt, und dann wiederum kommen die ziemlich differenzierten Kräfte, die von den höheren Lebensaltern herrühren.

[ 29 ] Now let us consider the man of sixty-three or sixty-four. He is able to look back over the later periods of his life. The period between the ages of twenty-one and forty-two appears relatively uniform. Then follows further differentiation. There are significant differences in his perceptions between the ages forty-two to forty-nine, forty-nine to fifty-six, fifty-six to sixty-three. All these periods are an integral part of his make-up. They represent the spiritual aspects of his life on Earth. If he develops this inward vision, he sees that his different insights are dependent upon the level of his being at a particular age. The first seven years of childhood awaken in him a different insight from that of the years between seven and fourteen. In the period of adolescence, from fourteen to twenty-one, it is again different; the years between twenty-one and forty-two bring further differentiation, to be followed in its turn by the somewhat differentiated powers of insight that belong to the later periods of life.

[ 30 ] Also nehmen Sie an, man habe sich die Fähigkeit errungen, bildhaft in die eigenen Erlebnisse hineinzuschauen, und dazu sich errungen die Inspiration des leeren Bewußtseins, so daß man wieder ausgelöscht hat das [bildhafte] Bewußtsein und die Kräfte, so daß man auf die Augen nicht mehr hinschaut, aber durch die Augen schaut. Nehmen Sie an, man ist so weit gekommen, das heißt, durch die Inspiration so weit gekommen, daß man nicht mehr seine Lebensepochen mit ihren Tatsachen sieht, sondern durch diese Lebensepochen sieht und hört; einmal durch die Lebensepoche zwischen dem 7. und 14. Jahr, einmal durch die Lebensepoche zwischen dem 49. und 56. Jahr, wie man einmal durch die Welt hört und einmal sieht. Da bedient man sich der Augen, da bedient man sich der Ohren. In der inspirierten Welt bedient man sich desjenigen, was einem Kraft gibt aus dem 7. bis 14. Lebensjahre, oder desjenigen, was einem Kraft gibt aus dem 42. bis 49. Lebensjahre. Da sind die Lebensalter differenzierte Auffassungsorgane geworden. — Also man ist Ja in einem gewissen Sinne von seinem Alter heute abhängig. Man kann ganz gut mit 37 Jahren aus der Initiation heraus sprechen, aber man kann anders mit 63 Jahren aus der Initiation heraus sprechen, weil man da andere Organe ausgebildet hat. Die Lebensalter sind Organe. — Und nehmen Sie an, man will schildern nicht aus den Büchern, sondern aus der inspirierten Erkenntnis heraus Persönlichkeiten wie Brunetto Latini, wie Alanus ab Insulis — ich will naheliegende Beispiele wählen, weil diese Aufgaben uns in den letzten Tagen beschäftigt haben —, nehmen Sie an, ich will diese schildern. Versucht man sie zu schildern, wenn man 37 Jahre alt geworden ist, dann hat man von ihnen folgendes erfahren: Sie stehen da in der Geisteswelt. In dem belebten Schlafbewußtsein stehen sie da. Man kann mit ihnen reden — nun, natürlich etwas cum grano salis gesprochen —, wie man mit physischen Menschen redet. — Das ist gewiß richtig, aber das Eigentümliche ist, sie können einem nur klarmachen, wenn sie mit einem in der Sprache des geistigen Lebens verkehren, was sie jetzt gerade in diesem Augenblicke an Weisheit, an innerer Geistigkeit erlangt haben. Und dann kommt man wohl darauf, daß man von ihnen viel, viel erfahren kann. Aber man muß es dann von diesen Geistern auf Treu und Glauben hinnehmen. Man muß es von ihnen hören.

[ 30 ] Let us assume that we have acquired the capacity to have memory-pictures of our life experiences and, in addition, have attained the insight derived from the emptied consciousness which has obliterated the memory-pictures. The forces of Inspiration now become operative, so that we no longer survey our life-periods through the physical eye, but through the spiritual eye, the new organ of vision. Through Inspiration we have reached a point when we no longer conjure up pictures of our life-periods with their separate happenings, but perceive them through spiritual eyes and ears. At one time we see clairvoyantly the life-period between seven and fourteen, at another clairaudiently the period between forty-nine and fifty-six, just as formerly we heard and perceived in the external world when we used our eyes and ears. In the world of Inspiration we make use of the power derived from the period between the ages of seven and fourteen and from the period between the forty-second and forty-ninth years. In this world the life periods become differentiated organs of cognition. Thus we are, to a certain extent, dependent upon our age for the range of our vision. At thirty-seven we are perfectly capable of speaking from first-hand experience of Initiation, but at the age of sixty-three we would speak with deeper knowledge, because, at that age, we have developed other organs. The life-periods create organs. Now let us assume that we propose to describe personalities such as Brunetto Latini or Alanus ab Insulis, not from information derived from books, but from clairvoyant knowledge. (These examples will be familiar to you because we have already spoken of them in the last few days.) If we try to describe them when we have reached the age of thirty-seven, we discover that we are in touch with them spiritually in the awakened consciousness of sleep. We can converse with them, metaphorically speaking, as we do with our fellowmen. And the strange thing is that when they discuss spiritual matters with others, they can only speak with them from their present level of wisdom and inner spirituality. Then we realize how very much we can learn from them. We must listen to them and accept in good faith what they have to teach.

[ 31 ] Nun, meine sehr verehrten Anwesenden, man glaubt schon daran, denn es ist ja schließlich keine Kleinigkeit, sagen wir, einem Brunetto Latini in der geistigen Welt gegenüberzustehen. Man hat dann schon die Möglichkeit zu unterscheiden, ob man ein wahnsinniges Traumgebilde, oder ob man eine geistige Wirklichkeit vor sich hat, wenn die nötigen Vorbereitungen dazu gemacht worden sind. Es ist also schon möglich sozusagen etwas zu geben auf das, was einem da durch Mitteilungen zukommt.

[ 31 ] Now you will realize that it is no light matter to stand in the presence of a personality such as Brunetto Latini in the spiritual world. But if we have made the necessary preparations we shall be able to determine whether we are victims of a dream delusion or in the presence of a spiritual reality. It is possible therefore to evaluate the communications we receive.

[ 32 ] Aber nehmen Sie an, man würde mit Brunetto Latini in der geistigen Welt sprechen, wenn ich mich wieder cum grano salis ausdrücke. Sie müssen sich das ja nicht so vorstellen, wie wenn wir da im Saalereden würden, aber man kann es schon so nennen. Nehmen Sie also an, man würde so mit 37 Jahren mit dem Brunetto Latini sprechen. Er würde einem allerlei sagen. Aber dann bekommt man den Drang, man möchte manches genauer wissen, richtiger wissen. Und siehe da, da sagt er einem: Ja, da müßte ich mit dir zurückgehen — wir stehen jetzt im 20. Jahrhundert —, ich müßte mit dir zurückgehen durch das 19., 18. Jahrhundert bis in mein Jahrhundert. Wir müßten den Weg zurückmachen. Wir müßten uns da hinstellen, wo ich gestanden habe, als ich der Lehrer Dantes war. — Ja, dann sagt er einem: Da mußt du noch ein wenig älter werden, wenn du mit mir diesen Weg machen willst, da mußt du noch etwas über das jetzige Lebensalter hinauskommen. Ich kann dir alles sagen. Du kannst alles wissen. Du kannst ein tief Initiierter werden, aber mitkommen kannst du nicht mit mir. Du kannst nicht in Realität durch deinen geistigen Willen den Weg wirklich zurückmachen.

[ 32 ] Suppose, then, at the age of thirty-seven we were to converse with Brunetto Latini in the spiritual world. This should not be taken literally, of course. He would talk to us of many things; then, perhaps, we should like to have more precise, more detailed information. Thereupon he would say: ‘in that case we must retrace our steps from the present, the twentieth century, back through the nineteenth and eighteenth centuries, to the century in which I lived when I was Dante's teacher. If you wish to accompany me along this path you must wait until you are a little older, until you have a few more years behind you. Then I can tell you everything and satisfy your thirst for knowledge. You can become a high Initiate, but, in reality, you cannot accompany me along this path into the past by spiritual volition alone.’—For this to be possible you must have grown older.

[ 33 ] Sehen Sie, da muß man älter geworden sein. Da muß man über das 42. Jahr vor allen Dingen herausgekommen sein, eigentlich in das 60. Jahr hineingekommen sein, wenn man ganz ungehindert nun in der geistigen Welt mit dem Betreffenden zurückgehen will.

[ 33 ] If you wish to make certain of returning without hindrance to the spiritual world with the person in question, you must have passed your forty-second year at least and have reached the age of sixty.

[ 34 ] Das sind die Dinge, die Ihnen zeigen, wie es mit dem Menschenwesen eigentlich im tieferen Sinne liegt, und wie es eine Bedeutunghat, wenn der Mensch alt wird, oder wenn er jung ist. Erst wenn man auf solche Dinge schließlich das Augenmerk hinrichtet, kann man auch begreifen — und ich werde darüber auch noch zu sprechen haben —, warum manche Menschen jung sterben, manche älter werden in diesem oder jenem Erdenleben und so weiter.

[ 34 ] These things will show you the deeper aspects of man's being and the significant part they play in youth and age. Only when we draw attention to these things are we in a position to understand why some die young and others live to a ripe age in their different incarnations. I shall have more to say about this later.

[ 35 ] Die ineinandergeschobenen Sternensphären

[ 35 ] Not translated

[ 36 ] Wir haben gesehen, wie das menschliche Seelenleben sich in die Wahrnehmung der geistigen Welt nach der Seite der Menschenentwikkelung hin erweitern kann. Ich habe ausgeführt, wie sich verändert, sagen wir der Verkehr mit einem Wesen, das als entkörperte Menschenseele in der geistigen Welt ist wie Brunetto Latini; wie sich ändert der Verkehr je nach den Bedingungen des Initiaten, ob man mit den Organen schaut, die sich einem in der Jugend ergeben, oder mit denjenigen, die sich einem im Alter ergeben. Was in dieser Weise vor die Seele hintreten kann als der Ausblick des Menschen in die Erdenwelt und ihre Evolution, das kann ergänzt werden dadurch, daß man nun die Frage aufwirft: Wie erweitert sich nach einer anderen Richtung hin die menschliche Einsicht, das menschliche Bewußtsein? Und ich will eine solche andere Richtung Ihnen heute noch andeuten, um sie dann in den nächsten Tagen weiter auszuführen.

[ 36 ] We have seen how man, as he develops, progressively deepens and extends his perception of the spiritual world. I have shown how his relationship with a being existing as a discarnate soul in the spiritual world, such as Brunetto Latini, changes with the conditions of evolution, depending on whether he uses for spiritual perception the organs developed in youth or in age. The panoramic survey of the world and its evolution that unfolds before the soul of man in this way can be extended to other fields. The question is: in what way can we enlarge human consciousness, human insight, and give it another direction? Today I will indicate one such direction and enter into further details in the following lectures.

[ 37 ] Wenn wir im gewöhnlichen Bewußtsein des Erdenlebens zwischen Geburt und Tod stehen, dann haben wir die Erdenumgebung um uns. Wir hätten nicht mehr die bloße Erdenumgebung um uns, wenn der Traum nicht chaotisch wäre, wenn wir im tiefen traumlosen Schlaf wahrnehmen würden für das gewöhnliche Bewußtsein. Man hat eben da andere Wahrnehmungs- oder Bewußtseinszustände, nicht bloß die gewöhnlichen. Aber man kann das Folgende sich vor Augen stellen. Das gewöhnliche Bewußtsein hat die Erdenwelt um sich. Ich will also das, was die nächste Umgebung der Erde ist — in das Innere der Erde sieht man ja nicht hinein —, so andeuten (siehe Zeichnung $. 130, grün). Das ist also, was man zunächst im gewöhnlichen Bewußtsein vor sich hat. Alles übrige im Weltenall, Sonne, Mond, die anderen Sterne leuchten in diese Sphäre herein. Man sieht sozusagen ihre kosmischen Andeutungen bei Sonne und Mond stärker, bei den übrigen Sternen schwächer. Sie liefern Andeutungen in diese physische Welt herein. Und die Physiker würden ja recht erstaunt sein, wenn sie auf ihre Art — denn auf unsere Art wollen sie es ja nicht — erfahren könnten, wie es da wirklich aussieht, wo der Mond ist, oder wo die Sonne ist. Denn so sieht es nicht aus, wie das in den Handbüchern der Astronomie oder der Astrophysik und dergleichen steht! Es sind ja nur Andeutungen, die man so sieht. Und man macht es ja auch im gewöhnlichen Leben in der Regel nicht so, wenn ein Mensch, den man kennenlernen will, vor einem steht, und man mit ihm reden kann, daß man sagt: Das ist ungenau, was ich da erfahre von dem Menschen; der muß recht weit weggehen, so daß ich ihn kaum sehe, dann werde ich ihn viel genauer kennen; ich will ihn dann beschreiben.

[ 37 ] In the normal consciousness of our earthly life we know only the Earth environment between birth and death. If there were an end to our chaotic dream life, if we were to have perception in a state of deep, dreamless sleep instead of normal consciousness, we should no longer experience a purely Earth environment around us. But we are, in effect, endowed with other conditions of perception and consciousness than the normal. Let us now consider the following: our everyday consciousness is related to our immediate environment. Since we cannot see into the interior of the Earth our immediate environment is the sphere of normal consciousness. Everything else in the Cosmos, Sun, Moon and all the other stars shine into this sphere. Sun and Moon send down to Earth clearer indications of their presence in the Cosmos than the other heavenly bodies. Physicists would be astonished if they could experience in their own way—for they refuse to consider our approach—the prevailing conditions in the sphere of the Moon or the Sun. For the descriptions given in the text-books of astronomy, astrophysics and the like are wide of the mark. They offer only the vaguest indications. In ordinary life when we wish to make a person's acquaintance and later have an opportunity of speaking to him, we do not normally say: I have only a vague impression of this person; he must retreat to a distance where he is almost out of sight. Then I shall have a much clearer impression of him and will describe him.

[ 38 ] Gewiß, es ist durch die Weltennotwendigkeit herbeigeführt, aber die Physiker können ja nur die Sterne beschreiben, wenn sie recht weit weg sind. Aber das erweiterte Bewußtsein, das verwandelte Bewußtsein versetzt einen eben in die Sternenwelten selber. Und das erste, was man dabei lernt, ist eigentlich, über diese Sternenwelten ganz anders zu sprechen, als man im gewöhnlichen Leben über sie spricht. Im gewöhnlichen Leben sagt man: Ich stehe hier. Wenn es Nacht ist, sehe ich da drüben den Mond. — Das ist ja richtig. Man muß erst in ein anderes Bewußtsein hineinschlüpfen, wenn man anderes sagt. Das dauert zuweilen oft lang. Aber dann, wenn man in ein anderes Bewußtsein hineinschlüpft und dann etwa folgendes machen kann: hinschauen auf dasjenige, was man durchlebt hat mit dem ersten Bewußtsein, das dem Toten folgen kann, hinschauen auf das, was man durchlebt hat von der Geburt bis zum 7. Lebensjahre, bis zum Zahnwechsel, das dann in die Inspiration eingerückt ist, so daß es innerliche Kraft des Schauens geworden ist — dann sieht man eine andere Welt um sich. Die gewöhnliche verblaßt, wird undeutlich, eine andere Welt sieht man um sich.

[ 38 ] The physicists of course have no choice; it is the result of necessity and they can only describe the stars when they are a long way off. But a transformed and enlarged consciousness lifts us into the world of stars. And the first thing we learn from this is to speak of these worlds of stars quite differently from the way in which we speak of them in ordinary life. In normal consciousness we see ourselves standing here on Earth, and at night the Moon over against us in the heavens. In order to see differently, we must enter into another kind of consciousness and sometimes that takes a considerable time. When we have attained this consciousness and are able to perceive our experiences, all that we have lived through from birth to the age of seven, to the change of teeth, with the consciousness that is in touch with the dead, with a consciousness that has achieved Inspiration and so become inner power of vision, then we see a totally different world around us. The ordinary world grows dim and indefinite.

[ 39 ] Diese andere Welt ist diejenige, die man die Mondensphäre nennen kann (Zeichnung, weiß). Aber man sagt jetzt nicht, wenn man in diese Erfahrung hineinkommt: Hier stehe ich, und da wiederum ist der Mond —, sondern man sagt: Ich bin in dem Monde dadrinnen. — Und Mond ist einem alles das, was hier in diesem Kreise, den er beschreibt, beziehungsweise in dieser Kugel liegt. Dasjenige, was Mondumlauf ist, das ist nur die äußerste Grenze des Mondes. Man erlebt das, daß man im Mond darinnen ist. Sehen Sie, so im Mond darinnen sein könnte schon ein Kind mit 8 Jahren, wenn es auf seine ersten 7 Lebensjahre zurückblickte, wenn man es initiieren könnte. Da würde es sogar am leichtesten hineinschauen in diese Mondensphäre, weil es noch nicht durch das folgende Leben beirrt würde. Man kann es natürlich noch nicht initiieren mit 8 Jahren; aber theoretisch ist das durchaus möglich.

[ 39 ] This other world is the Moon sphere. When we have attained to this new consciousness, we no longer see the Moon as a separate entity, we are actually living in the Moon sphere. The Moon's orbit traces the furthest limits of the Moon sphere. We know ourselves to be within the Moon sphere. Now if a child of eight could be initiated and could review the first seven years of its life, it could live in the Moon sphere in this way. Indeed, a child would not have the slightest difficulty in entering into the Moon sphere because it has not yet been corrupted by the influences of later years. Theoretically this is a possibility; but, of course, a child of eight cannot be initiated.

[ 40 ] So schaut man also, wenn man mit der Kraft desjenigen schaut, was einem die ersten 7 Lebensjahre geben, in diese Mondensphäre hinein. Die Sache wird überhaupt da ganz, ganz anders, als man sie beschreibt mit dem gewöhnlichen Bewußtsein. Ich will Ihnen das durch einen Vergleich klarmachen. Sehen Sie, wenn der Biologe heute den Embryo studiert in der Keimesentwickelung von den ersten Stadien bis später, dann studiert er den Keim in einem gewissen Stadium. Und an einer exzentrisch liegenden, also hier außen liegenden Stelle, da ist eine Verdickung des Materiellen. Da ist ein Einschluß. Da sieht man eine Art von Kern. Aber man kann und darf nicht sagen, obwohl man das ganz deutlich sieht durch das Mikroskop, man darf nicht sagen: Das ist bloß der Keim, bloß der Embryo —, sondern es gehört das andere eben auch dazu. Und so ist es, sehen Sie, beim Mond und auch bei den anderen Sternen. Das, was man da sieht als Mond, ist bloß eine Art von Kern und das ganze hier (weiß schraffiert) gehört zum Monde dazu. Und die Erde ist im Mond da drinnen. Und wenn sich der Keim drehen könnte, dann würde dieser Kern auch hier herumgehen. Der Mond dreht sich. Das ganze Körperchen dreht sich. Daher geht der Mond hier herum.

[ 40 ] When we use the power derived from the first life-period, from birth to the age of seven, for spiritual vision, we are able to enter into this Moon sphere which is radically different from the sphere perceived by ordinary consciousness. An analogy will help to illustrate my point. In embryology today the biologist studies the development of the embryo from the earliest stages. At a certain stage in the development of the embryo a thickening of the membrane occurs at an eccentrically situated point on the external wall. Then encapsulation takes place and a kind of nucleus is formed. But whilst this is clearly visible under the microscope, we cannot say: this is nothing but the germ, the embryo, for the rest is also an integral part. The same applies to the Moon and the other stars. What we see as the Moon is simply a kind of nucleus and the whole sphere belongs to the Moon. The Earth is within the Moon sphere. If the germ could rotate, this nucleus would also rotate. The Moon's orbit follows the boundaries of the Moon sphere.

[ 41 ] Die Alten, die von diesen Dingen noch etwas wußten, sprachen daher nicht vom Mond, sondern von der Mondensphäre, und sie sahen in dem, was wir heute Mond nennen, eben nur einen Punkt der äußersten Grenze. Den sieht man jeden Tag woanders. Man sieht dann innerhalb von 28 Tagen die ganze Grenze der Mondensphäre. Die Kraft, hineinzuschauen in das, was da als Mondensphäre bleibt, wenn die Erde verblaßt, diese Kraft erlangt man, wenn die inneren Erlebnisse des Menschen zwischen der Geburt und dem 7. Jahre inspiratorische Kraft werden. Und wenn nun die Erlebnisse der zweiten Lebensepoche, zwischen dem Zahnwechsel und der Geschlechtsreife, inspiratorische Kraft werden, dann erlebt man die Sphäre des Merkur (rot). So daß man also daran die zweite Sphäre erlebt. Das also (weiß) ist aus der Kraft vom Lebensanfang bis zum 7. Lebensjahre; dieses hier (rot) ist aus der Kraft vom 7. bis 14. Lebensjahre.

[ 41 ] The ancients who still knew something of these matters did not speak therefore of the Moon, but of the Moon sphere. The Moon, as we see it today, was to them only a point at the furthest boundary. Every day this point changes position and in the course of twenty-eight days traces for us the boundaries of the Moon sphere. When our inner experiences between birth and the seventh year become inspirational vision, we acquire the power to enter into the Moon sphere as our perception of the Earth is gradually lost. When the experiences of the second life-period, between the change of teeth and puberty, are transformed into inspirational vision, we experience the Mercury sphere, the second sphere. We live together with the Earth in the Mercury sphere. The experiences of the Mercury sphere only become visible through the organ of vision that we can create for ourselves when we look back consciously and with clear perception into the experiences of our life on Earth between the ages of seven and fourteen.

[ 42 ] Wiederum stecken wir ja mit der Erde im Merkur darinnen. Es wird uns dasjenige, was Merkurerlebnisse sind, nur durch das Auge sichtbar, das wir uns anschaffen können, wenn wir bewußt zurückdringen, anschauend zurückdringen in die Erdenerlebnisse zwischen dem 7. und 14. Jahre. Und wenn man dann geschlechtsreif wird, das Lebensalter durchlebt vom 14. bis 21. Lebensjahre, dann lebt man sich hinein in die Venussphäre (gelb). Die Alten waren gar nicht so dumm; sie haben in ihrer traumhaften Erkenntnis über diese Dinge viel gewußt, und sie haben den Planeten, in den man sich hineinlebt, wenn man geschlechtsreif wird, mit einem Namen bezeichnet, der mit dem Liebesleben zusammenhängt, denn das beginnt in dieser Zeit.

[ 42 ] With the inspirational vision derived from the years between puberty and the age of twenty-one, we experience the Venus sphere. The ancients were not so ignorant as we imagine; with their dreamlike knowledge they knew a great deal about these things and they endowed the planetary system that we experience after the years of puberty with a name associated with sexual awareness which begins at this period.

[ 43 ] Dann weiter, wenn man auf dasjenige bewußt zurückschaut, andeutend zurückschaut, was man zwischen dem 21. und 42. Lebensjahre erlebt, dann weiß man sich darinnen in der Sonnensphäre. Also die einzelnen Lebensalter geben einem, wenn man sie zu inneren Organen umwandelt, die Kraft, das Bewußtsein hinaus in den Kosmos zu erweitern, stückweise zu erweitern. Wiederum ist es nicht so, daß man nicht vor dem 42. Lebensjahre etwas wissen könnte über die Sonnensphäre. Da können es einem aber die Merkurwesen sagen, denn die wissen es schon. Man erfährt es also dann indirekt, sozusagen durch übersinnlichen Unterricht. Um aber im eigenen Bewußtsein etwas zu erleben auf der Sonnensphäre, um hineinzutreten in die Sonnensphäre und in ihr so zu erleben, wie man spazierengeht in Torquay, dazu muß man nicht nur zwischen dem 21. und 42. Lebensjahre leben, sondern muß über das 42. Jahr schon hinaus sein, muß zurückschauen können, denn nur in der Rückschau offenbaren sich die Geheimnisse. Und wiederum, wenn man zurückschauen kann auf das Leben bis zum 49. Lebensjahre, offenbaren sich die Marsgeheimnisse. Kann man zurückschauen auf das Leben bis zum 56. Lebensjahre, offenbaren sich die Jupitergeheimnisse. Und die ganz tief verschleierten, aber ungeheuren Aufschluß gebenden Saturngeheimnisse, diese Geheimnisse, die, wie wir in den nächsten Vorträgen sehen werden, sozusagen das Tiefste des Kosmos verhüllen, die Saturngeheimnisse, sie offenbaren sich, wenn man zurückschaut auf dasjenige, was sich zuträgt vom 56. bis 63. Jahre.

[ 43 ] Then when we look back consciously on our experiences between the ages of twenty-one and forty-two, we know that we are within the Sun sphere. When the separate life-periods are transformed into organs of the inner life, they endow us with the power to enlarge step by step our cosmic consciousness. It would be untrue to say that we cannot know anything of the Sun sphere before our forty-second year. We can learn about it from the Mercury beings for they are fully acquainted with it. But in that event our experience comes to us indirectly, through super-sensible teaching. Now in order to have direct experience in the Sun sphere in our own consciousness, in order to be able to enter into it, we must not only have lived in the period between the ages of twenty-one and forty-two, but we must have passed our forty-second year, we must be able to look back over the past, for only in the retrospective survey are the mysteries revealed. And again, when we are able to look back upon our life up to the forty-ninth year, the mysteries of Mars are revealed. If we can look back upon our life up to the age of fifty-six, the Jupiter mysteries are revealed. And the deeply veiled, but extraordinarily illuminating mysteries of Saturn—mysteries which, as we shall see in the following lectures, veil the profound secrets of the Cosmos—are revealed when we look back upon the events and happenings between the fifty-sixth and sixty-third years.

[ 44 ] Sie können daraus sehen, meine sehr verehrten Anwesenden, wie der Mensch wirklich eine kleine Welt, ein Mikrokosmos ist. Er hängt zusammen mit demjenigen, was er im gewöhnlichen Bewußtsein der Erde niemals selber gewahr wird; aber er würde nicht das Leben innerlich gestalten, herrichten können, wenn nicht die Mondenkräfte von seiner Geburt bis zum 7. Jahre in ihm wirkten. Wie sie da wirken, das nimmt man später wahr. Er würde nicht dasjenige in sich bewirken können, was er zwischen seinem 7. und 14. Jahre erlebt, wenn nicht die Merkurgeheimnisse in ihm leben würden. Er würde nicht dasjenige in sich bewirken können, was er vom 14. bis 21. Jahre bewirkt, wo also zum Beispiel die gewaltigen produktiven Kunstkräfte in denjenigen Menschen einziehen, wenn sie karmisch bei dem veranlagt sind, er würde das nicht erleben können, wenn er nicht innerlich verbunden wäre mit der Venussphäre:

[ 44 ] Thus you will realize that man is in fact a microcosm. He is related to those things that he never perceives in normal consciousness. But he would be unable to fashion, or to order his life, if the Moon forces were not active within him from birth to his seventh year. He perceives later on the nature of their influence. He would not be able to re-create his experiences between the ages of seven and fourteen, if the Mercury mysteries were not active within him; nor would he be able to re-create his experiences of the years between fourteen and twenty-one—the period when powerful creative forces pour into him, if he is karmically predisposed to receive them—if he were not inwardly related to the Venus sphere.

[ 45 ] Und ohne sein Verbundensein mit der Sonnensphäre würde er kein reifes Erfahrungsverständnis für die Welt entwickeln können zwischen dem 21. und 42. Lebensjahre, wo wir aus der Lehrzeit hinauskommen, wo wir in die Gesellenzeit kommen. In alten Zeiten hat man ja auch so etwas ausgeprägt. Man war ein Lehrling bis zum 21. Jahre, wurde dann ein Geselle, ein Meister erst später. Also alles das, was da innerlich vorgehen muß in dem Menschen zwischen dem 21. und 42. Lebensjahre, das hängt zusammen mit dem, was im Sonnendasein, in der Sonnensphäre lebt. So rührt alles dasjenige, was im verwelkenden Dasein zwischen dem 56. und 63. Lebensjahre im Menschen vorgeht, davon her, daß die Saturnsphäre da ist.

[ 45 ] And if he were not united with the Sun sphere, he would not be able to develop ripe understanding and experience of the world between the ages of twenty and forty-two, the period when we pass from early manhood to maturity. In ancient times the system was not very different: the craftsman served his apprenticeship until he reached the age of twenty-one, then he became “travelling man” and ultimately “master.” Thus, all man's inner development between his twenty-first and forty-second years is related to the Sun sphere. And all his experiences during his declining years between the ages of fifty-six and sixty-three can be attributed to the influences of the Saturn sphere.

[ 46 ] Wir stecken darinnen mit der Erde in sich ineinanderschiebenden Sphären. Sieben Sphären sind ineinandergeschoben, und wir wachsen in das Ineinandergeschobene hinein im Laufe des Lebens, hängen so mit ihm zusammen. Unser Leben von der Geburt bis zum Tode wird herausevolviert aus der ursprünglichen Anlage, indem gewissermaßen die Sternensphären uns ziehen von der Geburt bis zum Tode. Wenn wir beim Saturn angekommen sind, dann haben wir alles dasjenige, was die Planetensphäre beziehungsweise die Wesen der Planetensphäre in Gnaden an uns tun können, durchgemacht und bekommen dann, im okkulten Sinne gesprochen, das frei im Weltenall sich bewegende, geschenkte Leben, das zurückschaut auf das planetarische Leben vom Initiatenstandpunkte aus, und das in gewisser Beziehung emanzipiert sein kann von dem, was in früheren Lebensaltern noch Notwendigkeiten sind.

[ 46 ] Together with the Earth we exist within seven interpenetrating spheres, and in the course of our life we grow into them and are related to them. The original pattern of our life between birth and death undergoes a metamorphosis through the influence of the starry spheres which mould us from birth to death. When we have reached the Saturn sphere, we have passed through all that the Beings of the planetary spheres can of their bounty accomplish for us. Then, in the occult sense, we embark upon a free and independent cosmic existence which looks back upon the planetary life from the standpoint of Initiation, an existence that in certain respects is no longer subject to the compulsions of earlier life-periods. However, I shall speak further on these matters in the following lectures.

[ 47 ] Doch über alle diese Dinge werde ich dann in den nächsten Tagen weitersprechen.

[ 47 ] Not translated