Supplements to Member Lectures
GA 246
14 August 1914, Dornach
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Nachträge zur Abteilung Mitgliedervorträge
66. Samariterkurs Vortrag II
66. Samariterkurs Vortrag II
[ 1 ] Glauben und Vertrauen (in die Sieghaftigkeit des Geistes) müssen so groß sein, dass wir etwas davon halten, wie wir mit dem Herzen und dem Gemüte bei solchen Sachen sind (wie die Pflege von Verwundeten und Kranken). Bei jeder Verletzung geht etwas vor sich, das perspektivisch in die Zukunft weist, sodass durch göttlich-geistige Mächte etwas vor sich geht, was später in das Bewusstsein übergeht. Auf etwas richten wir die Gesinnung, was später in das Bewusstsein übergeht. So ist es auch tatsächlich bedeutsam, wie wir mit der ganzen Seele und Gemütsverfassung uns in die helfende Rolle hineinfinden; und wir können vielleicht durch nichts mehr als durch dieses Durchtränktsein unserer ganzen Gemütsverfassung mit dem richtigen Vertrauen und Glauben in die Macht und Kraft des Geistes und durch ein Festhalten an dem Worte «Nicht ich, sondern der Christus in mir», (das) zum Ausdruck bringen.
[ 1 ] Glauben und Vertrauen (in die Sieghaftigkeit des Geistes) müssen so groß sein, dass wir etwas davon halten, wie wir mit dem Herzen und dem Gemüte bei solchen Sachen sind (wie die Pflege von Verwundeten und Kranken). Bei jeder Verletzung geht etwas vor sich, das perspektivisch in die Zukunft weist, sodass durch göttlich-geistige Mächte etwas vor sich geht, was später in das Bewusstsein übergeht. Auf etwas richten wir die Gesinnung, was später in das Bewusstsein übergeht. So ist es auch tatsächlich bedeutsam, wie wir mit der ganzen Seele und Gemütsverfassung uns in die helfende Rolle hineinfinden; und wir können vielleicht durch nichts mehr als durch dieses Durchtränktsein unserer ganzen Gemütsverfassung mit dem richtigen Vertrauen und Glauben in die Macht und Kraft des Geistes und durch ein Festhalten an dem Worte «Nicht ich, sondern der Christus in mir», (das) zum Ausdruck bringen.
[ 2 ] Da möchte ich auf ein unendlich fernes Ideal hinweisen. Im Geistigen sind helfend die Dinge, die in der Zukunft erst äußerlich wirksam werden. Und heute ist es ja schwierig zu glauben und schwierig zu verstehen mit dem ganzen Gemüte; aber man muss sich doch hineinfinden in das große, umfassende Ideal, welches besagt: Die Menschheit wird in vollem Maße erst dann vorhanden sein, wenn es uns möglich sein wird, dass der Schmerz des Einzelnen ebenso wie von ihm [selbst] auch von dem anderen gefühlt werden kann. - Ich werde darauf noch in ein paar Schlussworten morgen zurückkommen.
[ 2 ] Da möchte ich auf ein unendlich fernes Ideal hinweisen. Im Geistigen sind helfend die Dinge, die in der Zukunft erst äußerlich wirksam werden. Und heute ist es ja schwierig zu glauben und schwierig zu verstehen mit dem ganzen Gemüte; aber man muss sich doch hineinfinden in das große, umfassende Ideal, welches besagt: Die Menschheit wird in vollem Maße erst dann vorhanden sein, wenn es uns möglich sein wird, dass der Schmerz des Einzelnen ebenso wie von ihm [selbst] auch von dem anderen gefühlt werden kann. - Ich werde darauf noch in ein paar Schlussworten morgen zurückkommen.
[ 3 ] Tatsächlich, wenn wir irgendeinem äußeren Gegenstande gegenüberstehen, der unbelebt und unbewusst ist, so können wir ihn zerschneiden, können ihn zerreißen. Sie wissen zwar, dass das auch gewisse Schmerzempfindungen hervorruft, im Allgemeinen ist aber nicht das vorhanden, was vorhanden ist, wenn wir dem mit Bewusstsein durchdrungenen Organismus mit seinem Schmerz gegenüberstehen. (Der Mensch) hat den Vorzug, sein Ego, sein Ich auf dem Umwege des Schmerzes zu fühlen. Wir aber sind ausgeschlossen von dem Schmerze des anderen. Und nun kommt das Ideal: Es ist von ungeheurer Bedeutung, dass wir uns da hineinfinden, dass in Zukunft das Geistige einmal so stark sein wird, dass nicht nur der, der den Leib trägt, in seinem Bewusstsein den Schmerz fühlt, sondern dass der andere ihn genauso stark fühlt. Die Verletzung des anderen wird man einmal so stark fühlen können wie die eigene Verletzung. Dies ist eigentlich das Christus-Ideal; und in dieser Zeit ist es gut, sich an dieses Ideal zu erinnern.
[ 3 ] Tatsächlich, wenn wir irgendeinem äußeren Gegenstande gegenüberstehen, der unbelebt und unbewusst ist, so können wir ihn zerschneiden, können ihn zerreißen. Sie wissen zwar, dass das auch gewisse Schmerzempfindungen hervorruft, im Allgemeinen ist aber nicht das vorhanden, was vorhanden ist, wenn wir dem mit Bewusstsein durchdrungenen Organismus mit seinem Schmerz gegenüberstehen. (Der Mensch) hat den Vorzug, sein Ego, sein Ich auf dem Umwege des Schmerzes zu fühlen. Wir aber sind ausgeschlossen von dem Schmerze des anderen. Und nun kommt das Ideal: Es ist von ungeheurer Bedeutung, dass wir uns da hineinfinden, dass in Zukunft das Geistige einmal so stark sein wird, dass nicht nur der, der den Leib trägt, in seinem Bewusstsein den Schmerz fühlt, sondern dass der andere ihn genauso stark fühlt. Die Verletzung des anderen wird man einmal so stark fühlen können wie die eigene Verletzung. Dies ist eigentlich das Christus-Ideal; und in dieser Zeit ist es gut, sich an dieses Ideal zu erinnern.
[ 4 ] Denn wahrhaftig, dass wir in dieser Zeit um unseren Bau herum sein können, sollte ungeheuer groß von uns angeschlagen werden. Und so sollten wir wenigstens den großen Idealen der Menschheit gedenken, hier an unserem Wahrzeichen, um das herumtoben wird [Lücke in der Mitschrift]
[ 4 ] Denn wahrhaftig, dass wir in dieser Zeit um unseren Bau herum sein können, sollte ungeheuer groß von uns angeschlagen werden. Und so sollten wir wenigstens den großen Idealen der Menschheit gedenken, hier an unserem Wahrzeichen, um das herumtoben wird [Lücke in der Mitschrift]
[ 5 ] Ein Helfer werden, so sagt der Geist, ein Helfer werden ist bedingt von dem Ideale, das in den folgenden Zeilen, meine lieben Freunde, enthalten ist, und das ich heute zum Schlusse auf Ihre Seelen legen möchte. Sein Gemüt durchdrungen haben mit diesen Zeilen, verstanden haben diese Zeilen, empfindend, fühlend, gießt in unsere Hände jenes tätige Mitgefühl, das wir vielleicht oftmals brauchen können. (Wenn man) wie zu sich selbst sprechend (sie sagt,) kann wirken, was in diesen sieben Zeilen liegt:
[ 5 ] Ein Helfer werden, so sagt der Geist, ein Helfer werden ist bedingt von dem Ideale, das in den folgenden Zeilen, meine lieben Freunde, enthalten ist, und das ich heute zum Schlusse auf Ihre Seelen legen möchte. Sein Gemüt durchdrungen haben mit diesen Zeilen, verstanden haben diese Zeilen, empfindend, fühlend, gießt in unsere Hände jenes tätige Mitgefühl, das wir vielleicht oftmals brauchen können. (Wenn man) wie zu sich selbst sprechend (sie sagt,) kann wirken, was in diesen sieben Zeilen liegt:
So lang du den Schmerz erfühlest,
So lang du den Schmerz erfühlest,
[ 6 ] (man sagt das aber zu dem anderen, dem Leidenden, der von Schmerzen getroffen ist)
[ 6 ] (man sagt das aber zu dem anderen, dem Leidenden, der von Schmerzen getroffen ist)
Der mich meidet
Der mich meidet
[ 7 ] (so steht man dem Verwundeten gegenüber)
[ 7 ] (so steht man dem Verwundeten gegenüber)
Ist Christus unerkannt
Im Weltenwesen wirkend.
Denn schwach nur bleibt der Geist,
Wenn er allein im eignen Leibe
Des Leidesfühlens mächtig ist.
Ist Christus unerkannt
Im Weltenwesen wirkend.
Denn schwach nur bleibt der Geist,
Wenn er allein im eignen Leibe
Des Leidesfühlens mächtig ist.
[ 8 ] Es ist das eben ein hohes Ideal, die Schwäche des Geistes darin zu sehen, nur eigenen Schmerz fühlen zu können, ihn nicht fühlen zu können, wenn er in einem anderen Leibe vorhanden ist. Das ist Stärke des Geistes, den Schmerz überall zu fühlen. Wir müssen wirklich einmal überwinden das Vorurteil, dass in irgendeinem von uns der Geist schon stark wäre. Er ist stark (der Geist), aber er ist schwach in uns und muss immer stärker und stärker werden. Darum (sollen wir) das Ideal uns vorhalten:
[ 8 ] Es ist das eben ein hohes Ideal, die Schwäche des Geistes darin zu sehen, nur eigenen Schmerz fühlen zu können, ihn nicht fühlen zu können, wenn er in einem anderen Leibe vorhanden ist. Das ist Stärke des Geistes, den Schmerz überall zu fühlen. Wir müssen wirklich einmal überwinden das Vorurteil, dass in irgendeinem von uns der Geist schon stark wäre. Er ist stark (der Geist), aber er ist schwach in uns und muss immer stärker und stärker werden. Darum (sollen wir) das Ideal uns vorhalten:
So lang du den Schmerz erfühlest,
Der mich meidet,
Ist Christus unerkannt
Im Weltenwesen wirkend.
Denn schwach nur bleibt der Geist,
Wenn er allein im eignen Leibe
Des Leidesfühlens mächtig ist.
So lang du den Schmerz erfühlest,
Der mich meidet,
Ist Christus unerkannt
Im Weltenwesen wirkend.
Denn schwach nur bleibt der Geist,
Wenn er allein im eignen Leibe
Des Leidesfühlens mächtig ist.
