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GA 246

21 December 1916, Basel

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75. Weihnachten in schicksalsschwerster Zeit

Christmas at a Time of Grievous Destiny

Meine lieben Freunde!

Not translated

[ 1 ] Bei vielen Menschen ist es Gewohnheit geworden, alljährlich die physische Geburt desjenigen Wesens zu feiern, das in die Erdenentwicklung eingetreten ist, um dieser Erdenentwicklung ihren Sinn zu geben. Wenn wir in Gemäßheit dessen, was wir uns immer wieder und wiederum vorhalten müssen als die Aufgabe unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung, nicht in ein bloßes Gewohnheitsfest verfallen wollen, wie man das an so vielen Stätten jetzt finden kann, so wird es angemessen sein, gerade über mancherlei, was zusammenhängt mit dem Sinn der physischen Geburt des Christus-Jesus, einiges in dieser ernsten Zeit vor unsere Seele zu führen.

[ 1 ] The yearly celebration of the physical birth of the Being Who entered earth-evolution in order to give that evolution its meaning, has for many people become a matter of habit. But if, conformably with the task of our spiritual-scientific movement, we are not content with celebrating a festival of mere custom—as is so general nowadays—it will be opportune at this grave time to turn our minds to many things that are connected with the physical birth of Christ Jesus.

[ 2 ] Wir haben uns oftmals vor das geistige Auge geführt, wie in dem Christus-Jesus für das menschliche Anschauungsvermögen gewissermaßen zwei Wesenheiten zu einer zusammenfließen: das ChristusWesen und das menschliche Jesus-Wesen. Nun hat es innerhalb der christlichen Entwicklung viel Streit, viel Dogmenstreit gegeben über den Sinn der Vereinigung des Christus mit dem Jesus in dem Wesen, dessen physische Geburt im Weihnachtsfeste gefeiert wird. Wir dürfen anknüpfen daran, dass wir ja wissen: In dem Christus erkennen wir ein kosmisches, ein überirdisches Wesen, ein Wesen, das heruntergestiegen ist aus geistigen Welten, um durch das Geborenwerden in einem physischen Menschen der Erdenentwicklung ihren Sinn zu verleihen. Und wir erkennen in dem Menschen Jesus denjenigen, der in einer uns ja bekannten Weise vorbestimmt war, als Mensch die Christus-Wesenheit [mit] sich zu verbinden, sie in sich aufzunehmen, nachdem er dreißig Jahre hindurch dazu vorbereitet war.

[ 2 ] We have often pictured how in Christ Jesus, so far as human comprehension goes, two Beings merge as it were into one: the Christ Being and the human Jesus Being. In the evolution of Christianity there has been much conflict, much conflict of dogma, about the meaning of the union of Christ with Jesus, in the Being whose physical birth is celebrated at the Christmas Festival. We ourselves, of course, recognise in the Christ a cosmic, super-earthly Being, a Being Who descended from spiritual worlds in order, through His birth in a physical man, to impart meaning to earth-evolution. And in Jesus we recognise the one who, as man, was predestined after thirty years of preparation, to unite the Christ Being with himself, to receive the Christ Being into himself.

[ 3 ] Nicht nur, dass es viel Zank, viel Dogmenstreit gab über die Art, wie der Christus mit dem Jesus verbunden ist, sondern in dem Verhältnisse des Christus zu dem Jesus liegt zu gleicher Zeit ein Hinweis auf bedeutsame Geheimnisse der ganzen irdischen Menschheitsentwicklung. Und wenn man verfolgt, was bis heute geschehen ist, um etwas von dieser Verbindung des Christus mit dem Jesus zu begreifen, und wenn man sich Gedanken darüber macht, was innerhalb der Menschheitsentwicklung noch zu geschehen hat, um dieses Verhältnis in das rechte Licht zu setzen, dann rührt man an eines der ganz großen Geheimnisse menschlicher Erkenntnis und menschlichen Lebens.

[ 3 ] Not only has there been much strife, much conflict of dogma, about the nature of the union of Christ with Jesus, but the relationship of Christ to Jesus contains a hint of significant secrets of the earthly evolution of mankind. If, in the endeavour to understand something of the union of Christ with Jesus, we follow events up to the present day and reflect upon what has still to take place in the evolution of humanity before this relationship can be rightly understood, then we touch upon one of the deepest secrets of human knowledge and human life.

[ 4 ] Als die Zeit herannahte, da die Menschheitsentwicklung in sich das Christus-Wesen aufnehmen sollte, da war, allerdings wie eine Erbschaft aus alten hellseherischen Weisheitszeiten, eine Möglichkeit da, sich gewisse Vorstellungen und Ideen zu machen über die ganze Höhe der Christus-Wesenheit. Und es gab in dieser Zeit eine Weisheit, von welcher die heutige Menschheit oftmals, man könnte sagen, freventlich redet, von welcher sie sich aber doch kaum eine Vorstellung machen kann; es gab dasjenige, was durch gewisse Strömungen - im Grunde Gegenströmungen der tieferen christlichen Offenbarung — aus der Menschheitsentwicklung bis jetzt ausgerottet worden ist, es gab die Gnosis, eine Weisheit, in welche vieles von uraltem, in atavistischem Hellsehen der Menschheit geoffenbartem Erkennen eingeflossen war. Es war alles das, was als Gnosis mündlich oder schriftlich vorhanden war, durch die abendländische dogmatische Christentumsentwicklung geradezu mit Stumpf und Stiel ausgerottet worden - nachdem allerdings diese Gnosis sich bemüht hatte, ihrerseits eine Antwort zu finden auf die Frage: Wer ist der Christus?

[ 4 ] At the time when Christ was about to enter the evolution of humanity, it was possible, through faculties that were a heritage from the days of the old clairvoyant wisdom, to form certain conceptions of the sublimity of the Christ Being. And at that time there existed a wisdom of which people often speak nowadays in a way that is almost blasphemous, but of which they are scarcely able to form any true idea. There existed something which up to this day has been completely exterminated from human evolution, rooted out by certain currents running counter to the deeper Christian revelation: this was the Gnosis, a wisdom into which had flowed much of the ancient knowledge revealed to men in atavistic clairvoyance. Every trace of the Gnosis, whether in script or oral tradition, was exterminated root and branch by the dogmatic Christianity of the West—after this Gnosis had striven to find an answer to the question: Who is the Christ?

[ 5 ] Heute kann es sich nicht mehr darum handeln, zur Gnosis zurückzukehren; die Gnosis ist selbstverständlich etwas Verglommenes. Und dass sie mit Stumpf und Stiel ausgerottet worden ist, entsprang zwar dem Bösen, der Unwissenheit und der Feindschaft gegenüber Wissen und Weisheit ... aber es entsprang doch einer gewissen Notwendigkeit in der irdischen Entwicklung. Und es ist nur eine von den vielen gegenwärtigen Böswilligkeiten, wenn gerade der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft der Vorwurf gemacht wird, sie wolle die alte Gnosis aufwärmen. Dieser Vorwurf wird ja von den Leuten gemacht, die von der Gnosis nichts wissen, und ebenso wenig wissen von der Anthroposophie. Nicht um ein Aufwärmen der Gnosis handelt es sich, sondern darum, zu erkennen, dass die Gnosis etwas Gewaltiges, etwas Großes war, etwas, was für die Zeit, die jetzt neunzehn Jahrhunderte hinter uns liegt, eine gewisse Antwort zu geben versuchte auf die Frage: Wer ist der Christus?

[ 5 ] There can be no question to-day of reverting to the Gnosis—for the Gnosis belongs to an age that is past and over. True, its extermination was caused by malice, ignorance, enmity towards knowledge and wisdom ... but for all that it happened out of an underlying necessity. When anthroposophical spiritual science is accused of wanting to revive the ancient Gnosis, that is only one of the many expressions of ill-will directed towards it to-day. The accusation is, of course, made by people whose ignorance of the Gnosis is on a par with their ignorance of Anthroposophy. There is no question of reviving the Gnosis, but of recognising it as something great and mighty, something that endeavoured, in the time now lying nineteen hundred years behind us, to give an answer to the question: Who is the Christ?

[ 6 ] Vor dem Auge des Gnostikers, vor seinem Geistesauge, stand der Hinblick auf geistige Welten ... In einer wunderbaren Weise dachte sich der Gnostiker übereinander geordnet die Welt der geistigen Hierarchien. Und wie durch die Welt der geistigen Hierarchien Christus heruntergestiegen ist, um einzutreten in die Hüllen eines sterblichen Menschen - das stand alles vor der Seele des Gnostikers. Und diese Seele wollte sich eine Vorstellung davon bilden, wie der Christus aus geistigen Höhen angekommen ist und empfangen worden ist auf der Erde. Man macht sich die besten Vorstellungen von dem, was einmal war, wenn man sich denkt, dass alles, was in die Welt getreten ist, nachdem die Gnosis mit Stumpf und Stiel ausgerottet worden war, klein war gegenüber der Größe der Christus-Vorstellung gnostischer Zeiten. Was als eigentliche Mysterienweisheit hinter den Evangelien liegt, ist unendlich groß und größer als das, was alle nachfolgende Theologie in der Lage war, aus den Evangelien herauszuholen. Um zu verstehen, wie klein und unbedeutend gegenüber der Gnosis die heute übliche Auffassung der Christus-Wesenheit ist, vertiefe man sich in den Christus-Begriff der alten Gnosis. Man stelle sich dieses Bild vor die Seele hin, und man liegt im Staube vor der Größe der Vorstellung dieses aus Weltenhöhen, Weltenfernen, Weltenweiten in einen menschlichen Leib einziehenden Christus-Wesens.

[ 6 ] Before the inner eye of the Gnostic lay a glorious vista of spiritual worlds, with the Hierarchies ranged in their order, one above the other. How the Christ had descended through the worlds of the spiritual Hierarchies to enter into the sheaths of a mortal man—all this stood before the soul of the Gnostic. And he tried to envisage how the Christ had come from heights of spirit, how He had been conceived on earth. The best way to get some idea of the knowledge then existing is to reflect that everything produced by the world after the extermination of the Gnosis was paltry in comparison with the grandeur of the Gnostic idea of the Christ. The Mystery-wisdom behind the Gospels is infinitely great—greater by far than anything which later theology has been able to discover from them. To realise how paltry and insignificant compared with the Gnosis is the current conception of the Christ Being, we have but to steep ourselves in the ancient Gnostic idea of Him. Picturing this, one is filled with humility by the grandeur of the conception of the Christ Being entering into a human body from cosmic heights, from far distant cosmic worlds.

[ 7 ] Es war also einmal unter den Menschen ein großer, hoher ChristusBegriff. Er ist zurückgetreten: Denn klein sind dagegen alle die dogmatischen Festsetzungen, die als arianisches oder als athanasisches Glaubensbekenntnis auf die Nachwelt gekommen sind - klein gegen jenen gnostischen Begriff, welcher Weisheit über die Zusammensetzung der Welt verbunden hat mit dem Hinblick auf die Christus-Wesenheit. Nur Reste sind geblieben von diesem großen, gnostischen Christus-Begriffe.

[ 7 ] This majestic, sublime concept of Christ has fallen into the background, but all the dogmatic definitions handed down to us as Arian or Athanasian principles of faith are meagre in comparison with the Gnostic conception, in which vision of the Christ Being was combined with wisdom relating to the universe.1Arius: "The Son was once created out of nothing by the Divine Will, was the first creature and the creator of the Universe, hence to be called God, though subject to the Father," This was declared heretical by the Council of Nicea in A.D. 325, and replaced by the Athanasian principle of faith. "The Son of God is from eternity, not created, but begotten out of the Being of the Father, and is of like nature to the Father.

Streams of blood were shed in consequence of these doctrines, impenetrable as they are by the human mind (Weber: Lehrbuch der Weltgeschichte, 1875).
Only the merest fragments of this great Gnostic conception of Christ have survived.

[ 8 ] Das ist eine Seite des Verhältnisses des Christus zu Jesus: dass der Christus in die Welt gekommen ist zu einer Zeit, in welcher jene Weisheit, die ihn hat begreifen können, die ihn hat begreifen wollen, bereits ausgerottet wurde. Und immer glaubten diejenigen gute Christen zu sein, die davon sprachen, dass die alte Gnosis eine orientalische Phantastik sei, welche man zum Heil der abendländischen Menschen habe ausrotten müssen. In Wahrheit war es nur die Ohnmacht der Zeit, die nicht imstande war, irdische Begriffe mit himmlischen Begriffen zu verknüpfen. - Man muss einen Sinn für das Tragische haben, wenn man die Menschheitsentwicklung verstehen will.

[ 8 ] This, then, is one aspect of the relationship of Christ to Jesus: that Christ came into the world at a time when the wisdom capable of understanding Him, yearning to understand Him, had already been rooted out. People who speak of the ancient Gnosis as oriental phantasy that had to be exterminated for the good of Western humanity, have always believed themselves to be good Christians, but the real cause was that the mind of the age lacked the strength to unite earthly with heavenly concepts. One must have a feeling for the tragic if human evolution is to be understood.

[ 9 ] Wie lange hat es gedauert, nachdem das Mysterium von Golgatha sich abgespielt hatte, dass der Tempel von Jerusalem, die Stätte des Friedens, zerstört worden ist? Umschlossen hat diese Stadt Jerusalem den Salomonischen Tempel. Was die Gnosis als Weisheit war, war der Salomonische Tempel als Symbolik. Dasjenige, was der Salomonische Tempel als Symbolik umschloss, enthielt alles im Bilde, was Weltengeheimnisse sind. Und es war so gemeint, dass diejenigen, die den Salomonischen Tempel betraten, in welchem die Bilder rings um sie herum waren und sich in ihrer Seele abspiegelten, etwas in ihre Seelen aufnahmen, durch das sie in wahrem Sinne erst Menschen wurden. Der Salomonische Tempel sollte den Weltensinn in die Seele derer gießen, die ihn betreten durften. Dasjenige, was der Salomonische Tempel enthielt - auf der Erde war es nicht unmittelbar enthalten; denn er enthielt alles das, was auf die Erde hereinschien an Weltengeheimnissen aus den Weiten des Kosmos.

[ 9 ] How long after the Mystery of Golgotha was the Temple at Jerusalem, the sanctuary of peace, destroyed? The Temple of Solomon was within the precincts of the city of Jerusalem. What the Gnosis contained in the form of wisdom, Solomon's Temple contained in the form of symbolism. Cosmic secrets were presented in symbols and pictures. And it was intended that those who entered the Temple, where the pictures all around them were reflected in their souls, should receive something through which alone they became truly man. The purpose of the Temple of Solomon was to inculcate the meaning of worlds into the souls of those who were permitted to enter it. What the Temple revealed was something that the earth as such did not reveal, namely, all the cosmic secrets that ray into the earth from the cosmic expanse.

[ 10 ] Meine lieben Freunde, würde man einen der alten Eingeweihten gefragt haben, die Bescheid wussten über den Salomonischen Tempel, so würde die Antwort auf die Frage: Warum ist der Salomonische Tempel erbaut worden? - etwa so gelautet haben: Damit auf der Erde hier ein Zeichen ist, auf das diejenigen Mächte hinschauen, welche die Seelen geleiten, die den Weg suchen in irdische Leiber. - Fassen wir das recht, meine lieben Freunde. Denken wir uns, dass diese alten Eingeweihten des Salomonischen Tempels wussten: Wenn sie die Menschen nach allen Sternzeichen in die irdischen Leiber heruntergeleiten, dann müssen besondere Seelen zu denjenigen Leibern geführt werden, welche in der Lage sind, die großen Symbole des Salomonischen Tempels in sich gespiegelt zu erhalten.

[ 10 ] If one of the old Initiates possessing real knowledge of the Temple of Solomon had been asked: Why was the Temple of Solomon built?—the answer would have been somewhat as follows: ‘In order that here on the earth there shall be a beacon light for those Powers who accompany the souls seeking their way into earthly bodies.’ Let us try to grasp what this means, realising that these old Initiates of the Temple of Solomon knew that when men were being accompanied into earthly bodies in conformity with all the signs of the stars, then particular souls must be guided to bodies in which the great symbols of Solomon's Temple could be mirrored.

[ 11 ] Natürlich war dies ein Anlass, in Hochmut zu verfallen. Wenn dies nicht in Demut, mit Essäerdemut aufgenommen wurde, so war es ein Anlass, um in Pharisäerweisheit zu verfallen! Aber dieses war schon der Fall: Das Erdenauge schaut hinauf zum Himmel und erblickt Sterne. Das Geistesauge derjenigen, welche die Seelen aus Weltenweiten hereinführten auf die Erde, schaute herunter und erblickte den Salomonischen Tempel mit seinen Symbolen. Er war ihnen ein Stern, durch dessen Licht sie die Seelen geleiten konnten in solche Leiber, die den Sinn des Salomonischen Tempels würden aufnehmen können. Er war der Mittelpunktstern der Erde, der besonders hinausglänzte in die geistige Höhe.

[ 11 ] This, in the nature of things, might give rise to arrogance. If the knowledge was not received with humility, with the humility of the Essenes, it led men into Pharisaism! But at all events, this was the situation: The eye of earth looked up to the heavens, beholding the stars; the spiritual eyes of those who were guiding souls from cosmic worlds to the earth gazed downwards and beheld the Temple of Solomon with its symbols. The Temple was like a star whose light enabled them to guide the souls into bodies which would be capable of understanding its meaning. It was the central star of the earth, shining out with special brightness into the spiritual heights.

[ 12 ] Als der Christus-Jesus zur Erde gekommen war, als das Mysterium von Golgatha sich vollzogen hatte ... da sollte sich das große Mysterium von Golgatha in jeder einzelnen Menschenseele abspielen können: «Mein Reich ist nicht von dieser Welt!» Da verlor der äußere, physische Salomonische Tempel zunächst seine Bedeutung, und sein Schicksal erfüllte sich in tragischer Weise . Und es war im Grunde genommen niemand mehr da, der mit der Spiegelung aller Symbole des Salomonischen Tempels in jener Zeit den ganzen Umfang der Christus-Wesenheit hätte aufnehmen können. Aber die Christus-Wesenheit selber war in die Erdenevolution eingetreten, war darinnen. Und auf diese Tatsache - das ist oftmals gesagt worden in unserem Kreise - auf diese Tatsache kommt es an. Die Gnostiker waren ja die letzten Nachzügler der Träger jener Weisheit, die umfassend und intensiv genug war, um aus der alten atavistischen Erdenweisheit der Menschheit heraus etwas von dem Christus zu verstehen.

[ 12 ] When Christ Jesus had come to the earth, when the Mystery of Golgotha had taken place, the great secret that was intended to be mirrored in every single human soul was this: "My kingdom is not of this world!" It was then that the external, physical Temple of Solomon lost its significance and its destiny was tragically fulfilled. Moreover at that time there was no living person who would have been capable of apprehending the full compass of the Christ Being from the reflections of the symbols in Solomon's Temple. But the Christ Himself had now entered earth-evolution, had become part of it. That is the all-important fact. The Gnostics were the last survivors of the bearers of that ancient, atavistic earth-wisdom which was comprehensive and powerful enough to make some understanding of the Christ possible.

[ 13 ] Das ist die eine Seite dieses Verhältnisses des Christus zum Jesus. In der damaligen Zeit hätte die Christus-Wesenheit erfasst werden können durch die Gnosis. Das lag nicht im Weltenplane -, obwohl in dem, was als Gnosis bestanden hat, eine volle Christus-Weisheit vorhanden war. Und man kann sagen, dass der Weg, welchen nun das Christentum über die Länder des Südens gemacht hat, durch Griechenland, Italien, Spanien und so weiter, dass dieser Weg der war, immer mehr und mehr zum Verlöschen zu bringen die Einsicht in dasjenige, was der Christus eigentlich war. Das versinkende Rom, das sich auflösende Rom war dazu bestimmt, das Verständnis für den Christus zum Erlöschen zu bringen.

[ 13 ] That, then, is one aspect of the relation of Christ to Jesus. In those days the Christ Being could have been understood through the Gnosis. But according to the world-plan it was not to be—although the Gnosis teemed with wisdom concerning the Christ. And it may truly be said that the path now taken by Christianity through the countries of the South, through Greece, Italy, Spain and so on, led more and more to the obliteration of insight into the essential nature of Christ. And Rome, sinking into decline, was destined to bring about the final extinction of understanding.

[ 14 ] Nun ist es merkwürdig, dass dieses Verhältnis von dem Christus zu dem Jesus auf der einen Seite so wirkte, dass wir aufglimmen sehen in der Gnosis einen hohen Christus-Begriff, dass wir ihn verglimmen sehen beim Durchgang des Christentums durch das römische Wesen, und dass andererseits, als das Christentum den Völkern begegnete, die ihm von Norden entgegenkamen, der Begriff von dem Jesus auftaucht. Der Christus-Begriff ist im Süden verglommen; der Jesus-Begriff taucht auf in einer durchaus nicht irgendwie erhabenen Weise, wohl aber in einer solchen Weise, dass er die Gemüter der Menschen ergreift, dass etwas wunderbar in die Seelen Einziehendes sich entwickelt bei dem Gedanken, wie in der Weihe-Nacht das Kind geboren wird, das den Christus aufnimmt. Ebenso ungenügend, wie man im Süden den Christus-Begriff hatte, ebenso ungenügend lernte man fühlen im Norden den Jesus. Aber dieses Fühlen war immerhin ein solches, das den Leuten tief zu Herzen ging. ... Nur ist es in sich selbst nicht recht verständlich. Denn wenn man das über alles Maß Große, das der Christus-Jesus für die Menschheitsentwicklung bedeutet, vergleicht mit all den sentimentalen Läppereien, welche in vielen Dichtungen und Liedern von dem «lieben Jesulein» enthalten sind, mit denen man die Herzen gewohnheitsmäßig rührt, indem sie in ihren Egoismen glauben, damit wirklich himmelstürmende Gefühle in sich zu erleben, dann hat man unmittelbar einen Eindruck davon, wie sich da etwas einleben will, aber nicht voll einleben kann, wie sich etwas mit einem anderen verbindet so, dass eigentlich dasjenige, was der tiefere Sinn, die ganze tiefere Bedeutung ist, im Unterbewusstsein der Menschen bleibt.

[ 14 ] In regard to this relation of the Christ to Jesus it is strange that on the one hand we find lighting up in the Gnosis a sublime conception of the Christ which died away as Christianity passed through the Roman system, while on the other hand, when Christianity encountered the peoples from the North, the concept of Jesus came to the fore. In the South, the concept of Christ flickered out. The form in which the concept of Jesus emerged was by no means very sublime, but it gripped men's hearts and feelings in such a way that something wonderfully absorbing stirred in their souls at the thought of how the Child who receives the Christ is born in the Holy Night. Just as in the South the concept of Christ was inadequate, so in the North was man's feeling for Jesus. But for all that it was a feeling that stirred the very depths of the human heart. Yet in itself it is not quite comprehensible. For if we contrast the immeasurable significance of Christ Jesus for the evolution of humanity with all the sentimental trivialities about the ‘dear little Jesus’ contained in many poems and hymns commonly used to move the human heart—for in their egoism men believe that these trivialities kindle emotions capable of storming the heavens—then we have a direct impression that something is striving to make its home but is not fully able to do so, that one element is mingling with another in such a way that the deeper meaning, the far deeper significance, remains in the subconsciousness.

[ 15 ] Was bleibt nun im Unterbewusstsein der Menschen, indem der Jesus-Begriff, die Jesus-Empfindung, das Jesus-Erlebnis heraufsteigt? Merkwürdig, wie das geschah! Das Christus-Verständnis zog ins Unterbewusste und das Jesus-Verständnis glomm im Unterbewussten auf. Im Unterbewussten der Menschen, nicht im Bewusstsein, das ohnmächtig war, sollten sich zusammenfinden und ausgleichen das verglimmende, das für das Bewusstsein verglimmende Christus-Bewusstsein und das im Unterbewussten herauftauchende erglimmende Jesus-Bewusstsein. Warum nahmen denn die Völker, die herunterkamen von Skandinavien, von dem heutigen Norden Russlands, warum nahmen denn diese das Christentum auf nicht mit der Christus-Idee, die diesen Leuten zunächst ganz fremd blieb? Warum nahmen sie denn das Christentum auf mit der Jesus-Idee? Warum ist denn da das Weihnachtsfest dasjenige Fest, das vor allen Dingen zu dem menschlichen Herzen sprach, unendliche Gefühle einer heiligen Wonne aus den menschlichen Herzen heraus erweckte? Warum denn? Was war denn da in diesem Europa, das im Grunde genommen vom Süden her ein vollständig entstelltes Christentum erhielt -, was war denn da in diesem Europa, dass in den Herzen diejenige Idee aufleuchtete, die dann in dem Weihnachtsfeste ihren tiefen, tiefen Empfindungsgehalt erlebt?

[ 15 ] What actually is it that remains in the subconsciousness while the Jesus-thought, the Jesus-feeling, the Jesus-experience, is coming to the surface? The process takes a strange and remarkable course. The understanding for Christ sank into the subconsciousness and there, in the subconsciousness, the understanding for Jesus began to glow. In the subconsciousness—not in the consciousness, which was dim—the consciousness of Christ that was flickering out and the consciousness of Jesus that was beginning to stir were destined to meet and counter-balance each other. Why was it, then, that the peoples who came down from Scandinavia, from the North of present-day Russia, received Christianity without the Christ-idea which, to begin with, was wholly foreign to them? Why was it that they received Christianity with the Jesus-idea? Why was Christmas the festival which above all others spoke to the human heart, awakened in the human heart feelings of holy bliss? Why was it? What was present in this Europe which in truth received from the South a completely distorted Christianity? What was it that kindled in men's hearts the idea which then, in the Christmas Festival, created such a deep, deep fount of experience?

[ 16 ] Man war vorbereitet - aber man hatte bis zu einem gewissen Grade vergessen, wodurch man vorbereitet war: Man war vorbereitet aus den alten nordischen Mysterien heraus. Aber man hatte den Sinn der alten nordischen Mysterien vergessen. Und man muss weit zurückgehen, wenn man aus dem inneren Sinn der nordischen Mysterien heraus jenes tiefe Geheimnis von dem Eindringen der Jesus-Empfindung in das europäische Gemütsleben entdecken will.

[ 16 ] Men had been prepared—but had largely forgotten by what they had been prepared. They had been prepared by the old Northern Mysteries. But they had forgotten the import and meaning of these ancient Mysteries. And we have to go very far back into the past to discover from the source and content of the Northern Mysteries the deep secret of the penetration of the Jesus-feeling into the soul-life of the European peoples.

[ 17 ] Es lag diesen nordischen Mysterien etwas ganz anderes zugrunde als den Mysterien Vorderasiens, als jenen des Südens. Es lag diesen Mysterien des Nordens etwas zugrunde, was mit dem unmittelbaren Dasein der Sterne, mit der Natur, mit dem Erdenwachstum inniger zusammenhing als dasjenige, was in einer Tempelumfassung in Symbolen dargelegt wurde. Die Mysterienwahrheiten sind nicht jene Spielereien, zu denen sie gewisse mystische Sekten heute machen wollen; die Mysterienwahrheiten sind große, gewaltige Impulse innerhalb der Menschheitsevolution. Ebenso wenig, wie wir zur Gnosis, zu den alten Gnostikern zurückgehen können mit der heutigen Anthroposophie, ebenso wenig kann die Menschheit zu dem zurückkehren, was zum Beispiel die alten Mysterien des Nordens für die Menschheitsevolution einst waren. Und es würde ein törichtes Missverstehen sein, wollte man glauben, dass solche Mysterienwahrheiten enthüllt werden aus dem Grunde, weil man irgendwie da zurückgehen will auf das, was in ihnen lebte. Der Selbstbesinnung wegen muss die Menschheit heute wissen, was in solchen Mysterien lebte. Denn das, was in den nordischen Mysterien die Verbindung mit der ganzen Weltentwicklung herstellte, hing zusammen mit dem, was sich von der Erde aus ergab, so wie das vom Kosmos inspirierte gnostische Wissen mit dem zusammenhing, was in den Weltenweiten und Weltenfernen sich abspielte. Das Menschengeheimnis in seinem Zusammenhang mit allen Geheimnissen des Kosmos, wie es sich abspielt, wenn der Mensch hier auf der physischen Erde in sein physisches Dasein tritt, das liegt in einer gewissen Zeit der Erdentwicklung so tief wie sonst nirgends diesen alten nordischen Mysterien zugrunde.

[ 17 ] The principles underlying the Northern Mysteries were quite different from those underlying the Mysteries of Asia Minor and of the South. The experiences underlying the Northern Mysteries were more intimately and directly connected with the existence of the stars, with nature, with earthly fertility, than with the wisdom represented in symbols within a Temple. The Mystery-truths are not the childish trifles presented by certain mystic sects to-day; the Mystery-truths are great and potent impulses in the evolution of mankind. Present-day Anthroposophy can no more revert to the Gnosis than mankind can revert to what the ancient Mysteries of the North, for example, signified for human evolution. And to believe that such Mystery-truths are now being revealed because of some kind of hankering to go back to what was once alive in them, would be a foolish misunderstanding. It is for the sake of deepening self-recollection, self-knowledge, that mankind to-day must be made aware of the content of such Mysteries. For what linked the Northern Mysteries with the whole evolution of the universe, arose from the earth, just as the Gnostic wisdom, inspired from the cosmos, was connected with happenings in the far distances of the universe. How the secret of man, linked as it is with all the secrets of the cosmos, comes into operation when a human being enters physical existence on the earth—it was this that, with greater depth than anywhere else at a certain period of earth-evolution, lay at the root of these ancient Northern Mysteries.

[ 18 ] Aber man muss weit zurückgehen, ungefähr bis in das dritte Jahrtausend, vielleicht noch weiter zurück, um das zu verstehen, was in den Gemütern lebte, welche später die Jesus-Empfindung aufnahmen. Dort ungefähr, wo die jütische Halbinsel mit dem heutigen Dänemark ist, da war das Zentrum, von dem in jenen alten Zeiten bedeutende Mysterienimpulse ausgingen. Und diese Mysterienimpulse hingen damit zusammen - das mag der heutige Verstand beurteilen, wie er will -, dass noch im dritten Jahrtausend vor unserer christlichen Zeitrechnung in diesem Norden bei bestimmten Stämmen nur derjenige als ein wirklich erdenwürdiger Mensch angesehen wurde, der in gewissen Wochen der Winterzeit geboren war. Das kam daher, dass von jener geheimnisvollen Mysterienstätte auf der jütischen Halbinsel unter den Stämmen, die sich damals die Ingävonen nannten, oder von den Römern, wenigstens von Tacitus, die Ingävonen genannt wurden, der Tempelpriester den Impuls gab, dass nur zu einer bestimmten Zeit - im ersten Viertel des Jahres - die geschlechtliche Verbindung der Menschen stattfinden sollte. Jede geschlechtliche Verbindung der Menschen außer der Zeit, die von dieser Mysterienstätte aus verfügt wurde, war verpönt; und derjenige war ein minderwertiger Mensch innerhalb dieses Stammes der Ingävonen, der nicht in der Zeit der finstersten Nächte, in der kältesten Zeit gegen unser Neujahr hin geboren wurde. Denn der Impuls von jener Mysterienstätte ging aus in der Zeit, in welcher der erste Vollmond nach der Frühlingssonnenwende war. Da nur durfte unter jenen Menschen, die sich wirklich verbunden glauben sollten mit den geistigen Welten, so wie es des Menschen würdig war, in dieser Zeit allein durfte eine geschlechtliche Verbindung stattfinden. Dadurch, dass die Kräfte, die in eine solche geschlechtliche Verbindung hineingehen, in der ganzen übrigen Zeit für die Kraftentwicklung des Menschen aufgespart wurden, wurde jene eigentümliche Stärke entwickelt, welche - wenigstens noch in den Nachklängen - Tacitus zu bewundern hatte, der ein Jahrhundert nach dem Stattfinden des Mysteriums von Golgatha schrieb.

[ 18 ] But we have to go very far back—to about three thousand years before Christ, perhaps even earlier—to understand what was alive in the hearts of those in whom, later on, the feeling for Jesus arose. Somewhere in the region of the peninsula of Jutland, in present-day Denmark, was the centre from which, in those ancient times, important impulses went out from the Mysteries. And—let the modern intellect judge of this as it will—these impulses were connected with the fact that in the third millennium before Christ, in certain Northern tribes, he alone was regarded as a worthy citizen of the earth who was born in certain weeks of the winter season. The reason for this was that from those places of the Mysteries on the peninsula of Jutland, among the tribes which at that time called themselves the Ingaevones, or were so called by the Romans—by Tacitus2Mannus had three sons, after whom the people nearest the North Sea are called Ingaevones, those of the centre, Hermiones, the remainder Istae. (Germania 2).—the Temple Priest gave the sign for sexual union to take place at a definite time during the first quarter of the year. Any sexual union outside the period ordained by this Mystery-centre was taboo; and in this tribe of the Ingaevones a man who was not born in the period of the darkest nights, at the time of greatest cold, towards our New Year, was regarded as an inferior being. For the impulse went out from that Mystery-centre at the time of the first full moon after the vernal equinox. Only then, among those who might believe themselves united with the spiritual world as became the dignity of man, was sexual union permissible. The characteristic virility—even in its aftermath—marvelled at by Tacitus, writing a century after the Mystery of Golgotha, was due to the fact that the forces which enter into such sexual union were preserved through the whole of the rest of the year.

[ 19 ] So erlebten jene, die dem Stamme der Ingävonen angehörten, in besonders intensiver Weise - die anderen germanischen Stämme in abgeschwächter Art - in der ersten Vollmondzeit nach der Frühlingssonnenwende den Vorgang der Empfängnis: nicht im Wachbewusstsein, sondern in einer Art von Traumverkündung. Sie wussten jedoch, was das zu bedeuten hat im Zusammenhange des Menschengeheimnisses mit den Himmelsgeheimnissen. Ein geistiges Wesen erschien der Empfangenden und verkündete ihr wie in einem Gesichte den Menschen, der durch sie auf die Erde kommen sollte. Kein Bewusstsein gab es, sondern nur ein Halbbewusstsein in der Sphäre, welche die Menschenseelen erlebten, wenn das Hereintreten des Menschen in die physisch-irdische Welt sich vollzieht. Unterbewusst wusste man sich regiert von Göttern, die dann den Namen der Wanen erhielten, was zusammenhängt mit «wähnen», mit demjenigen, was nicht bei äußerem vollem intellektuellem Bewusstsein verläuft, sondern in wissendem Traumbewusstsein.

[ 19 ] And so those who belonged to the tribe of the Ingaevones (and in a lesser degree this was also true of the other Germanic tribes) experienced the process of conception with particular intensity at the time of the first full moon after the vernal equinox. They experienced it, not in wide-awake consciousness, but as it were heralded in dream. Yet they were aware of its significance in regard to the connection between the secret of man and the secrets of the heavens. A spiritual being appeared to the woman who was to conceive and in a kind of vision announced to her the human being who, through her, was to come to the earth. There was no clear consciousness, but only semi-consciousness, in the sphere experienced by souls when the entry of a human being into the physical world is taking place; subconsciously men knew that they were under the direction of the Gods, who then received the name of the Wanen, connected with wähnen, that is to say with what takes its course, not in clear, intellectual, waking consciousness, but in cognitive dream-consciousness.

[ 20 ] Dasjenige, was zu einer Zeit da war und was für diese Zeit angemessen war, das erhält sich oftmals in späteren Zeiten in äußeren Symbolen. Und so hat die Tatsache, dass in diesen alten Zeiten das heilige Geheimnis der Menschwerdung ins Unterbewusste gehüllt war und dazu geführt hat, dass alle Geburten zusammengedrängt waren in einen bestimmten Teil der Winterszeit - sodass es wie sündhaft angesehen wurde, wenn auch zu einer anderen Zeit ein Mensch geboren wurde -, sich gewissermaßen in Splittern erhalten, die in das spätere Bewusstsein übergegangen sind als sogenannte Herta- oder Erda- oder Nertus-Sage. Splitter, deren Sinn bisher keine Gelehrsamkeit enthüllt hat; ja diese gesteht offen ihre Ohnmacht ein, sie zu enthüllen, denn im Grunde genommen ist alles, was man in äußerer Beziehung über die Nertus-Sage weiß - mit Ausnahme einiger Notizen -, im Tacitus enthalten, der über den Nertus- oder Herta-Dienst das Folgende berichtet:

[ 20 ] What was once in existence and fitting for its own epoch, is often preserved in later times in symbols. Thus the fact that in those ancient times the holy mystery of the generation of a human being was wrapped in subconsciousness, and led to all births being concentrated in a particular period of the winter season, so that it was regarded as sinful for a man to be born at another time—this was preserved in fragments which passed over to a later consciousness as the Hertha or Erda or Nertus Saga. No erudition, as scholars themselves openly admit, has hitherto been able to interpret these fragments, for actually all that is known externally of the Nertus Saga, with the exception of a few brief notes, comes from Tacitus, who writes as follows about the Nertus or Hertha cult:

Die Reudigner, Avionen, Angeln, Variner, Eudosen, Suardonen, Nuithonen — deutsche Völker zwischen Flüssen und Wäldern wohnend

"The Reudigni, Aviones, Anglii, Varini, Eudoses, Saurini and Nuitones—Germanic peoples living amidst rivers and woods"

[ 21 ] das sind ungefähr die einzelnen Stämme, die zu den Ingävonen gehören,

[ 21 ] that is, roughly the several tribes who belong to the Ingaevones

verehren insbesondere die Nertus, das ist: die Mutter Erde, und glauben, dass sie sich in die menschlichen Dinge mischt und zu den Völkern gefahren kommt.

"specially revere Nertus, that is, Mother Earth, and they believe that she intervenes in human affairs, makes journeys to the peoples." (Germania 40).

[ 22 ] In alten Zeiten wusste aus dem religiösen Dienst der Wanen heraus jede Frau, die der Erde einen Erdenbürger geben sollte, in ihrem Traumbewusstsein, dass ihr die Göttin, die später als Nertus verehrt wurde, erscheinen würde. Die Gottheit wurde aber nicht eigentlich weiblich, sondern mann-weiblich vorgestellt - Nertus ist nur später durch eine Korruption vollständig zum weiblichen Prinzip geworden. Gerade so, wie der Maria der Erzengel Gabriel sich näherte, so näherte sich in den alten Zeiten die Nertus auf ihrem Wagen derjenigen, die der Erde einen Erdenbürger geben sollte. Das sahen im Geiste die betreffenden Frauen. Später, als der Mysterienimpuls in dieser Art längst verglommen war, feierte man dieses Ereignis im Nachklang, im Symbolum, und das sah noch Tacitus und beschreibt es wie folgt:

[ 22 ] In the ancient cult of the Wanen it became known in dream-consciousness to every woman who was to give a citizen to the earth that the Goddess worshipped later on as Nertus would appear to her. The Divinity was, however, represented not exactly as female, but as male-female. It was not until later, through a corruption, that Nertus became an entirely feminine principle. Just as the Archangel Gabriel drew near to Mary, Nertus on her chariot drew near to the woman who was about to give a citizen to the earth. The woman concerned saw this in the spirit. Later, when the Mystery-impulse in this form had long since died out, echoes of the happening were celebrated in symbolic rites which Tacitus was still able to witness and of which he says the following:—

Auf einer Insel des Ozeans ist ein heiliger Hain und in ihm steht ihr geweihter Wagen mit einem Teppich bedeckt. Nur allein der Priester darf ihm nahen.

"On an island of the ocean is a sacred grove and in it there is a consecrated chariot covered with a veil. Only the priest may approach it."

[ 23 ] Diesen Priester dachte man sich eben als den «Eingeweihten» des Herta-Mysteriums. Dieser weiß es, wann die Göttin im heiligen Wagen erscheint.

[ 23 ] This priest was taken to represent the ‘Initiate’ of the Hertha-Mystery

Dieser weiß es, wann die Göttin im heiligen Wagen erscheint. Er ahnt die Gegenwart der Göttin in ihrem Heiligtume und begleitet in tiefer Ehrfurcht ihren von Kühen gezogenen Wagen. Da gibt es denn fröhliche Tage und Feste an allen Stätten, welche die Göttin ihres Besuches und Aufenthalts würdigt. Da ist froher Tag und Hochzeit. Da wird kein Krieg gestritten, keine Waffe ergriffen, das Eisen verschlossen. Nur Friede und Ruhe ist dann bekannt und gewünscht, bis die Göttin, des Umganges mit Sterblichen satt, von demselben Priester in ihr Heiligtum zurückgeführt wird.

"He knows when the Goddess appears in the sacred chariot. He becomes aware of the presence of the Goddess in her holy place, and in deep reverence accompanies her chariot drawn by cows. Then there are days of joy and feasting in all the places which the Goddess honours with a visit. Then there are joyous days and wedding feasts. At those times no war is waged, no weapons are handled, the sword is sheathed. Only peace and quiet are at those times known or desired, until the Goddess, tired of her sojourn among mortals, is led back into her shrine by the same priest."

[ 24 ] So war auch wirklich die Vision.

[ 24 ] —This was actually the form taken by the vision—

Da ist froher Tag und Hochzeit.

"Then there are joyous days and wedding feasts."

[ 25 ] In solchen alten Urkunden werden die Dinge recht genau geschildert; die Menschen verstehen sie nur nicht. Da ist froher Tag und Hochzeit. Da war kein Krieg gestritten, keine Waffe ergriffen, das Eisen verschlossen. So war es in der Tat in der Zeit, die jetzt unsere Österzeit ist, wenn die Menschen aus dem inneren Seelenleben heraus die Zeit der Erdenfruchtbarkeit auch für sich gekommen glauben mussten und jene Seelen empfangen wurden, die dann in der Zeit geboren wurden, die jetzt unsere Weihnachtszeit ist. Zur Osterzeit war die Empfängniszeit. Und hierauf bezog sich, weil man das Ganze als kosmisch-heiliges Mysterium ansah, dasjenige, was später sein Symbolum in dem Nertus-Dienst gefunden hat. Das Ganze aber war gehüllt in das Unterbewusste, hat nicht herauf gedurft in das Bewusstsein. Das klingt durch, indem Tacitus jenen Dienst schildert:

[ 25 ] In such ancient records the descriptions are accurate and exact, only men do not understand them. "Then there are joyous days and wedding feasts. At those times no war is waged, no weapons are handled, the sword is sheathed." And so it was in very truth at the time which is now our Easter, when human beings believed in their inmost soul that the time of earthly fruitfulness had come for them too; it was then that the souls who were born at the time that is now our Christmas, were conceived. Easter was the time of conception. The experience was regarded as a holy, cosmic mystery, and it was this that was symbolised later on by the Nertus cult. The whole experience was veiled in the subconscious region of the soul, might not rise up into consciousness. This is hinted at in the description of the cult given by Tacitus:

Nur Friede und Ruhe ist dann bekannt und gewünscht, bis die Göttin des Umganges mit Sterblichen satt, von demselben Priester in ihr Heiligtum zurückgeführt wird. Hierauf wird der Wagen und Teppich und die Göttin selbst in einem verborgenen See gewaschen. Den Dienst dabei verrichten Sklaven, welche sogleich jener See verschlingt als Pfand, damit alles, was um diese Dinge weiß, in die Nacht des Unterbewussten hinuntersinke. Ein heimlicher Schrecken und ein heiliges Dunkel walten über ein Wesen, das nur Todesopfer schauen dürfen.

"Only peace and quiet are at those times known or desired—until the Goddess, tired of her sojourn among mortals, is led back into her shrine by the same priest. Then the chariot and the veil and even the Goddess herself are bathed in a hidden lake. Slaves perform the cult, slaves who are at once swallowed up as forfeit by the lake, so that all knowledge of these things sinks into the night of unconsciousness. A secret horror and a sacred darkness hold sway over a being who is able to behold only the sacrifice of death."

[ 26 ] Von allem, was in der Welt eintritt, bildet sich auch ein luziferisches und ein ahrimanisches Gegenbild. Dasjenige, was im Ingävonen-Sinne das in der geregelten Menschheitsevolution Liegende war, das bezog sich auf die Zeit des ersten Vollmonds nach der Frühlingssonnenwende. Aber was in alten Zeiten durch das Vorrücken der Tagundnachtgleiche als traumhaftes Erleben aus alten Zeiten zurückgeblieben war, wurde immer mehr in cine spätere Zeit verlegt und war dadurch ahrimanisch geworden. Wenn also das, was im echten Herta-Dienste in alten Zeiten gedacht worden ist, um ungefähr vier Wochen später verlegt wurde, so war es ahrimanisch geworden. Dieses Ahrimanisch-geworden-Sein bedeutete also, dass auf unrechtmäßige Weise — zur unrechtmäßigen Zeit - der Zusammenhang, die Verbindung der Menschen-Frau mit der geistigen Welt gesucht worden war. Das blieb dann festgehalten in der Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai! Nur eine ahrimanische Zeitversetzung haben wir da zu sehen. Sie wissen, luziferische Zeitversetzung geht zurück; das Ahrimanische erscheint umgekehrt, weil es mit dem Vorrücken der Tagundnachtgleiche zusammenhängt: Das Zurückgebliebene erscheint in diesem Fall später. Dasjenige also, was die ahrimanische, die mephistophelische Kehrseite des Herta-Dienstes war, die Verkehrung ins Teuflische, ist später zur Walpurgisnacht geworden, die mit dem urältesten Mysterienwesen zusammenhängt, von der sich nur eben der schwache Nachklang dann erhalten hat.

[ 26 ] Everything that comes into the world calls forth a Luciferic and an Ahrimanic counterpart. The event which—as experienced by the Ingaevones—was part of the regular, ordained evolution of mankind was connected with the time of the first full moon after the vernal equinox. But owing to the precession of the equinox, what had remained from olden days as a dream-experience was transferred to a later date and therefore became Ahrimanic. When the experience that had arisen in ancient times in the true Hertha cult was advanced about four weeks, it became Ahrimanic. This meant that the union of the woman with the spiritual world was sought in an irregular way—at the wrong time. Here lies the explanation of the institution of the Walpurgis Night—between the 30th April and the 1st May. It is nothing but an Ahrimanic transposition of time. Luciferic transposition of time goes backward; Ahrimanic transposition of time runs in the opposite direction, being connected with the precession of the equinox. Thus the Ahrimanic, Mephistophelean form of the Hertha cult, the perversion into the diabolic, later became the Walpurgis Night; it is connected with the most ancient Mysteries of which only faint echoes remained.

[ 27 ] Vieles von diesem Mysterienwesen lebte, wenn man die Sache richtig versteht, gerade in den skandinavischen Mysterien weiter. Dort gibt es statt der Nerta einen Gott Friggo, der seiner Symbolik nach - aber man muss es zuerst aus der Geisteswissenschaft wissen geradezu zum Verräter wird dessen, was da eigentlich zugrunde lag.

[ 27 ] Much of the content of the ancient Northern Mysteries lived on—if the matter is rightly understood—in the Scandinavian Mysteries. There, instead of Nertus, we find Friggo, a god who, according to the symbolism associated with him—but this can become intelligible only through spiritual science—turns into the very betrayer of what lies at the root of this Mystery.

[ 28 ] Und noch eines war da, das erwähnt sein soll in Bezug auf diese Mysterienbräuche. Sie können sich denken: Wenn seit der Zeit des Frühlingsvollmondes bis in die Winterszeit hinein also die Menschenfrucht herangereift war, gab es in der Regel ein solches Menschenwesen, das als Erstes in der «Heiligen Nacht» geboren wurde. Dieses Menschenwesen, das als Erstes in der «Heiligen Nacht» geboren wurde unter den Stämmen der Ingävonen - in ältesten Zeiten war dies in jedem dritten Jahre der Fall -, das wurde zum Führer auserkoren, wenn es dreißig Jahre alt geworden war, und es sollte drei Jahre Führer bleiben - nur drei Jahre. Was dann mit ihm geschah — ich darf es vielleicht in späterer Zeit einmal mitteilen.

[ 28 ] One more thing must be mentioned in regard to these Mystery-practices. You can see that if the human seed was ripening from the time of the vernal full moon to winter time, one such human being would be the first to be born in the ‘Holy Night.’ Among the Ingaevones the first to be born in the Holy Night—the Holy Night of every third year in the most ancient times—was chosen as their leader when he reached the age of thirty, and he remained leader for three years, for three years only. What happened to him then I may perhaps be able to tell you on another occasion.

[ 29 ] Forscht man ganz genau nach, so ist nicht nur Frigg, Frei, Freiga gewissermaßen bloß eine Art Nebenbedeutung für die Nertus, ebenso wie der nordische «Nört - sondern es ist auch der Name «Ing selber, von dem her die Ingävonen sich nennen, ein Nebenname für die Nertus. Die mit diesem Mysterium Verbundenen, sie nannten sich: die zum Gotte oder der Göttin «Ing» Gehörigen: Ingävonen. In der äußeren Welt sind eben nur Splitter geblieben von dem, was da eigentlich lebte. Einer der Splitter sind die Worte des Tacitus, die ich Ihnen mitgeteilt habe. Ein anderer Splitter ist das berühmte angelsächsische Runenlied, welches nur wenige Zeilen enthält. Diese berühmten Zeilen, die heute jeder germanische Philologe kennt, deren Sinn aber keiner versteht, lauten etwa so:

[ 29 ] Careful investigation reveals that not only are Frigg, Frei, Freiga, merely additional designations for Nertus, as is the Scandinavian ‘Nört,’ but the name ‘Ing’ itself, whence Ingaevones, is another name for Nertus. Those who were connected with the Mystery called themselves "Men belonging to the God or the Goddess Ing"—Ingaevones. Only fragments of what really lived in this Mystery survived in the external world. One such fragment consists of the words of Tacitus already quoted. Another fragment is the well-known Anglo-Saxon rune of a few lines only. These famous lines are known to every philologist of the Germanic languages, but no one understands their meaning. They are approximately as follows:

Ing wurde zuerst bei den Männern der Ostdänen gesehen. Später ging er nach Osten. Über die Wogen schritt er, und der Wagen rollte ihm nach.

"Ing was first seen among the East Danes. Later he went towards the East. He walked over the waves, followed by his chariot."

[ 30 ] In diesem angelsächsischen Runenlied ist ein Nachklang dessen enthalten, was geschehen war: Was man in dem alten Mysterienbrauch hatte von der Oster-Empfängnis im Hinblick auf die Weihnachtsgeburtszeit. Was da geschah in der geistigen Welt, man wusste es vor allen Dingen auf der dänischen Halbinsel. Daher sagt das Runenlied mit Recht: «Ing wurde zuerst bei den Männern der Ostdänen gesehen.» - Dann kamen immer mehr und mehr die Zeiten, wo dieses alte Wissen in die Korruption verfiel, wo nur Nachklänge, Symbolik vorhanden waren, wo überhaupt innerhalb der Menschheitsentwicklung mehr das aus den warmen Ländern Stammende sich verbreitete. Und aus den warmen Ländern stammt dasjenige, was nicht - wie in den kalten Ländern - damit zusammenhängt, dass die Jahreszeit eine innige Beziehung hat zu dem, was der Mensch in seinem Innern erlebt. Es kam die Ausstreuung der Menschenfrucht über das ganze Jahr hin, die selbstverständlich in diesen Gegenden auch schon da war im alten atavistischen Hellsehen, wenn auch noch von den alten Prinzipien durchdrungen, als in der kalten Gegend die Wanen-Götter herrschten und in den südlichen Gegenden die Tempelmysterien schon längst an die Stelle der Naturmysterien getreten waren. Es kam das schon nach Norden, noch vermischt mit den Alten, als die Wanen-Götter ersetzt wurden durch die Asen-Götter. Wie die Wanen-Götter zusammenhängen mit dem «Wähnen», so die Asen-Götter mit dem Sein, das heißt mit dem Sein in der äußeren, der materiellen Welt, das der äußere Verstand ergreifen will. Und als die nordischen Menschen eingetreten waren in ein Zeitalter, in welchem der Verstand des Einzelnen anfing, sich geltend zu machen, als die Asen an die Stelle der Wänen, der Wanen getreten waren, da korrumpierte sich die alte Mysteriensitte. Sie zog hinüber in einzelne verstreute Mysteriengemeinschaften des Ostens. Und nur einer noch - derjenige, in dem erneuert werden sollte der ganze Sinn der Erde - nur einer, in dem der Christus wohnen sollte, der sollte das in sich vereinigen, was einstmals Inhalt der nordischen Mysterien war.

[ 30 ] In this Anglo-Saxon rune there is an echo of what lay behind the old Mystery-customs of the Easter conception with a view to the Christmas birth. What happened then in the spiritual world was known best on the Danish peninsula. Hence the rune correctly says: "Ing was first seen among the East Danes." Then came the time when this ancient knowledge fell more and more into corruption, when it was to be found only in echoes, in symbolism. This was the time in the evolution of humanity when what originated in the warm countries spread abroad. And what comes from the warm countries is something that is not connected—as is the case in the cold countries—with the intimate relation between the seasons and man's own inner experiences. From the warm countries came the impulse which resulted in the distribution of conceptions and births over the whole year; this of course had already happened in the South even in the days of the old, atavistic clairvoyance, although it was still to some extent pervaded by the old principles, the principles which prevailed in the times when in the cold regions the Women held sway and in the South the Temple Mysteries had long since superseded the old Nature-Mysteries. The Southern practice spread towards the North, although an intermixture of the old still remained at the time when the Wanen gods were superseded by the Asen gods. Just as the Wanen are connected with wähnen, so are the Asen connected with the German sein (being)—that is to say, being or existence in the material world which the mind tries to grasp externally. And when the men of the North had entered into an age when individual intelligence began to assert itself, when the Asen had supplanted the Wanen, the old Mystery-customs fell into decay. They passed over into isolated, scattered Mystery-communities of the East. And one Being only—he in whom the whole meaning of the earth was to be made new, he in whom the Christ was to dwell—he alone was destined to unite within himself what had once been the essence and content of the Northern Mysteries.

[ 31 ] Daher müssen wir, wenn uns im Lukas-Evangelium die Erzählung von dem Erscheinen des Erzengels Gabriel bei der Maria entgegentritt, deren Ursprung in den wahren Visionen suchen, die auftraten in dem, was sich einst in dem Nertus-Symbol der alten Nertus-Mysterien spiegelte. Hinübergezogen war dies nach dem Osten. Die Geisteswissenschaft enthüllt es uns heute, und sie allein gibt dem angelsächsischen Runenlied einen Sinn. Denn Nertus und Ing sind dasselbe. Und von Ing wird gesagt:

[ 31 ] Hence the origin of the account in St. Luke's Gospel of the appearance of the Archangel Gabriel to Mary, is to be sought in the visions of spiritual realities once reflected in the Nertus-symbol of the ancient Northern Mysteries. The symbol had moved eastward. Spiritual science discloses this to-day and this alone explains the meaning of the Anglo-Saxon rune. For Nertus and Ing are the same. Of Ing it is said:

Ing wurde zuerst bei den Männern der Ostdänen gesehen, später ging er nach dem Osten. Über die Wogen schritt er, und der Wagen rollte ihm nach.

"Ing was first seen among the East Danes. Later he went towards the East. He walked over the waves, followed by his chariot,"

[ 32 ] Über die Wogen der Wolken selbstverständlich, so wie die Nerta über die Wogen der Wolken schritt. Was allgemein gewesen war in den Gegenden der kälteren Zone, das wurde singulär, wurde cin Einzelnes. Das trat als ein Singuläres, als ein Einzelnes auf und tritt uns wieder entgegen in der Schilderung des Lukas-Evangeliums.

[ 32 ] over the waves of the clouds, that is, just as Nertus moved over the waves of the clouds. What had once been general in the colder regions, here became singular, individual. It occurred as a single, unique event, and we find it again in the descriptions given in the Gospel of St. Luke.

[ 33 ] Was aber einmal da ist und sich eingelebt hat, sich verankert hat in der Auffassung des Gemüts, das bleibt dann im Gemüte, sitzt in der Seele. Und als man im Norden vom alten römischen Süden her die Kunde des Christentums erhielt, empfing man damit etwas, was zusammenhing mit einem — nicht mehr im vollen Bewusstsein, sondern im Unterbewusstsein lebenden und deshalb nur gefühlten - alten Mysterienbrauch. Daher konnte sich dort die Empfindung für den Jesus besonders stark entwickeln. Ins Unterbewusstsein war schon hinuntergezogen, was im alten Nertus-Mysterium lebte; doch im Unterbewusstsein war es vorhanden, wurde gefühlt und empfunden.

[ 33 ] But whatever has once existed in the world and has taken root, whatever is anchored in the heart's understanding, remains a possession of the soul. And when knowledge of Christianity was received in the North from the Roman South, men felt—not in clear consciousness but in the subconsciousness—it had some connection with an ancient Mystery-custom. Hence in the North, men were able to develop a particularly intense feeling for Jesus. The reality that had lived in the old Nertus Mystery had already sunk into the subconsciousness, yet in the subconsciousness it was present, it was sensed and dimly experienced.

[ 34 ] Wenn einst in alter Zeit die Familien zusammenkamen im hohen Norden, als die Erde noch von Wäldern bedeckt war, in denen noch der Auerochs und das Elentier hausten, wenn sie sich in ihren eingeschneiten Hütten bei brennenden Lichtern um das neugeborene Kind versammelten und davon sprachen, dass ihnen mit diesem neuen Leben jenes neue Licht gebracht sei, welches der Himmel ihnen verkündet hatte in der Vorfrühlingszeit, so war dies das alte Weihnachten. Da wurde denen, zu welchen die Kunde vom Christentum einstmals kommen sollte, erzählt: Es sei einer in der besonders heiligen Stunde geboren, der zu Großem ausersehen sei. Das war derjenige, der als der Erste nach der zwölften Stunde in der als heilig bezeichneten Nacht geboren wurde. Darüber besaß man nicht mehr das alte Wissen; aber das alte Fühlen regte sich noch, als die Kunde kam, dass so einer im fernen Asien geboren sei, in welchem der Christus lebte, der von der Sternenwelt zur Erde heruntergekommen war.

[ 34 ] When in those long past times in the far North, when the earth was still covered with forests that were the home of the bison and the elk, families came together in their snowcovered huts and under their lantern-lights gathered around the new-born child, they spoke of how with this new life there had been brought to them the new light announced by the heavens in the previous spring. Such was the ancient Christmas. To these people, who were one day to receive the tidings of Christendom, it was said: In the hour that is especially holy, one destined for greatness is born. It is the child who is the first to be born after midnight in the night designated as holy. And although men no longer possessed the ancient knowledge, when the tidings came that such a one had been born in far-off Asia, one in whom lived the Christ Who had come down from the world of the stars to the earth, something of the old feeling came alive in them.

[ 35 ] Solches immer mehr und mehr zu verstehen und dadurch den Sinn der Entwicklung der Erdenmenschheit wirklich konkret zu fassen, das obliegt der Gegenwart. Denn Großes und Ungeheures ist in den heiligen Schriften enthalten, nicht jene Trivialitäten, von denen heute in den religiösen Kundgebungen so oft gesprochen wird; sondern jene markdurchzuckenden, herzdurchtränkenden, heiligen Wahrheiten, die durch alle Menschheitsentwicklung gehen. Das vibriert in demjenigen, was in den Evangelien enthalten ist. Und indem Geisteswissenschaft enthüllt, auf welch tiefen Hintergründen dasjenige ruht, was in den Evangelien lebt, werden diese Evangelien der Menschheit einmal erst teuer und wert werden. Und wissen wird die Menschheit einmal, warum im Lukas-Evangelium erzählt wird:

[ 35 ] It is incumbent upon the present age to understand such things more and more deeply and thereby grasp in concrete reality the meaning of the evolution of earthly humanity. Truths of mighty, awe-inspiring significance are contained in the Holy Scriptures, not just the trivialities of which we so often hear in religious teachings to-day, but sacred truths which thrill through the very fibres of our being, stirring our hearts to the depths. These are truths which flow through the whole evolution of humanity and resound in the Gospels. And as spiritual science reveals their deep, deep source, the Gospels will one day become a precious treasure, prized at their true worth. Men will know, then, why it is recounted in the Gospel of St. Luke:

In dieser Zeit vollzog sich, dass der Kaiser Augustus den Befehl gab, dass in allen diesen Ländern öffentliche Verzeichnisse gemacht werden sollten, zur Zeit da Cyrenius Statthalter von Syrien war.

Jeder ging in seinen Standort, sich aufzeichnen zu lassen.

Auch Joseph aus der Stadt Nazareth in Galiläa zog nach Judäa, zur Stadt Da vids, Bethlehem, weil er aus der Stadt und Familie Davids war, um sich aufschreiben zu lassen mit Maria, seiner vermählten Frau, die da schwanger war. Es vollzog sich, dass sie gebären musste, als sie daselbst waren.

Sie gebar den erstgeborenen Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil kein Platz in der Herberge übrig war.

"And it came to pass in those days, that there went out a decree from Caesar Augustus that all the world should be taxed. (And this taxing was first made when Cyrenius was governor of Syria).

And all went to be taxed, every one into his own city.

And Joseph also went up from Galilee, out of the city of Nazareth, into Judaea, unto the city of David, which is called Bethlehem; (because he was of the house and lineage of David). To be taxed with Mary his espoused wife, being great with child.

And so it was, that, while they were there, the days were accomplished that she should be delivered.

And she brought forth her first-born son, and wrapped him in swaddling clothes, and laid him in a manger; because there was no room for him in the inn."

[ 36 ] Für ihn als für den Erstgeborenen unter denen, die sich in der Seele finden sollen, war von der dänischen Halbinsel nach dem entfernten Osten jene alte heilige Mysterienkraft hinübergezogen.

[ 36 ] It was for Him, the first-born among men in whose souls true ego-hood was to awaken, that the holy Mystery-power of ancient days had passed over from the Danish peninsula to the distant East.

In dieser Gegend waren Hirten auf dem Felde, die Nachtwache hielten bei ihrer Herde.

Siehe, es erschien denen ein Engel des Herrn, ein göttlicher Lichtglanz umhüllte sie, und sie fürchteten sich sehr.

"And there were in the same country shepherds abiding in the field, keeping watch over their flock by night.

And lo, the angel of the Lord came upon them, and the glory of the Lord shone round about them: and they were sore afraid."

[ 37 ] So verkündete auch Nerta, die für das alte Wanen-Bewusstsein - das heißt für das Unterbewusstsein im atavistischen Hellsehen - durch die Gefilde zog, die Ankunft der Menschen auf der Erde.

[ 37 ] Nerta too, moving across the land, had announced to the old Wanen-consciousness, that is to say, in the subconsciousness of atavistic clairvoyance, the arrival of human beings on the earth.

Der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volke zuteilwerden soll, denn es ist heute der Heiland geboren in der Stadt Davids, der Christus der Herr ist.

Und daran erkennt ihr ihn: Ihr werdet ein Kindlein finden, in Windeln gewickelt, in der Krippe liegend.

Da war plötzlich eine Schar himmlischer Mächte bei den Engeln, die Gott lobten und sprachen:

"And the angel said unto them, Fear not; for behold I bring you good tidings of great joy, which shall be to all people.

For unto you is born this day in the city of David a Saviour, which is Christ the Lord.

And this shall be a sign unto you: Ye shall find the babe wrapped in swaddling clothes, lying in a manger.

And suddenly there was with the angel a multitude of the heavenly host praising God, and saying ..."

[ 38 ] Und sie sprachen jetzt, was der Nerta-Priester zu der empfangenden Frau im alten nordischen Mysteriendienst gesprochen hat:

[ 38 ] And now the heavenly Powers proclaimed what the Nerta-Priest in the old Northern Mystery-cult had proclaimed to the woman about to conceive.

Die Offenbarung des Göttlichen geschieht aus den Höhen in der Zeit, da Friede ist unter den Menschen, die eines guten Willens sind.

"The revelation of the Divine from the Heights takes place at the time when there is peace among men who are of good-will."

[ 39 ] Wie Tacitus erzählt:

[ 39 ] As Tacitus narrates:

Da ist froher Tag und Hochzeit, da wird kein Krieg gestritten, keine Waffe ergriffen, das Eisen verschlossen.

"Then there are joyous days and wedding feasts. At those times no war is waged, no weapons are handled, the sword is sheathed."

[ 40 ] Das ist gerade das Große, zu dem sich der Mensch erheben muss: hineinzuschauen in den Gang der Menschheitsentwicklung. Denn auch das Mysterium von Golgatha, durch welches die ganze Erdentwicklung ihren tieferen Sinn bekommen hat, wird voll verständlich, wenn gezeigt wird, wie es innerhalb der ganzen Menschheitsentwicklung darinnen steht. Wenn einmal der Materialismus verschwunden sein wird und der Mensch nicht nur in abstracto, sondern in concreto wissen wird, wie er göttlichen Ursprungs ist, dann wird wiederum ein Verständnis sein für die heiligen Mysterienwahrheiten des Altertums; dann wird die Zwischenzeit vorüber sein, in der zwar der Christus auf der Erde lebt, aber nur zum geringen Teil mit dem erwachten Bewusstsein verstanden werden kann. Denn das Christus-Verständnis der Gnosis verglomm; das Jesus-Verständnis entwickelte sich im Zusammenhange mit dem alten Nertus-Dienst nur unbewusst. In der Zukunft aber wird die Menschheit die beiden unbewussten Strömungen sich zum Bewusstsein bringen und sie verbinden müssen. Dann wird immer mehr und mehr ein Christus-Verständnis auf der Erde Platz greifen können, das die Verbindung sein wird der Mysterienerkenntnis mit einer erneuerten großen Gnosis.

[ 40 ] The great goal for which man must strive is the attainment of the power to gaze into the course of the evolution of humanity. For the Mystery of Golgotha, too, through which earth-evolution received its deeper meaning, will become fully comprehensible when its place in the whole evolution of humanity is understood. In future times, when, with the disappearance of materialism, man will know, not in abstract theory but as a concretely real experience, that he is of divine origin, the ancient, holy Mystery-truths will again be understood; then the intervening time will be over, a time in which the Christ, it is true, lives on earth, but can be understood only by the awakened consciousness. For the Gnostic conception of Christ faded away; understanding for Jesus developed in connection with the old Nertus cult, but in unconsciousness. In the future, however, humanity will have to bring both the unconscious streams to consciousness, and unite them. And then an ever greater understanding of the Christ will take foothold on earth, an understanding that will unite the Mystery-knowledge with a great and renewed Gnosis.

[ 41 ] Wer anthroposophische Weltanschauung und die mit ihr zusammenhängende Bewegung ernst nimmt, wird in demjenigen, was sie der Menschheit zu sagen hat, kein Kinderspiel sehen, sondern erschütternde, ernste, große Wahrheiten. Und wir müssen uns schon in der Seele erschüttern lassen, weil das Große uns erschüttern soll.

[ 41 ] Those who take the anthroposophical view of the world seriously, and the movement associated with it, will see in what it has to say to mankind no child's play but great and earnest, soul-shaking truths. And our souls must submit to this because it is right that we should be shaken by greatness.

[ 42 ] Die Erde ist nicht nur ein großes Lebewesen, sie ist ein erhabenes Geistwesen. Und wie das größte Menschengenie im späteren Alter nicht da stehen könnte, wo es steht, wenn es sich nicht durch Kindheit und Jugend in entsprechender Weise entwickelt hätte, so hätte das Mysterium von Golgatha nicht stattfinden können; es hätte das Göttliche sich nicht mit der Erdentwicklung vereinigen können, wenn nicht im Anfange der Erdentage in anderer, aber auch in göttlicher Weise Göttliches auf die Erde heruntergestiegen wäre. Anders, als sie später verstanden werden konnte, war die Offenbarung des Göttlichen aus den Höhen im alten Nertus-Dienste; aber sie war da.

[ 42 ] Not only is the earth a mighty living being; the earth is an exalted spirit-being. And just as the greatest human genius could not stand at the height he reaches in later life if he had not first developed through childhood and adolescence, so the Mystery of Golgotha could not have taken place, the Divine would not have been able to unite with earth-evolution, if at the beginning of earthly days the Divine—in a different manner but in a manner still divine—had not descended to the earth. The form taken by the revelation of the Divine from the heavenly heights was not the same in the ancient Nertus cult as it was at a later time, but for all that it was a true revelation.

[ 43 ] In dieser alten Weisheit ist zwar eine atavistische Erkenntnis enthalten, aber eine unendlich höhere als in dem, was heute in so brutaler Weise als materialistische Weltanschauung die Menschheit vertiert, erkenntnismäßig vertiert.

[ 43 ] The knowledge contained in this ancient wisdom was, it is true, atavistic in character, but for all that it was infinitely more exalted than the materialistic view of the world which, in the sphere of knowledge, so brutally reduces humanity to the level of the animal.

[ 44 ] Beim Christentum handelt es sich um eine Tatsache, nicht um eine Theorie; die Theorie muss folgen, sie ist für das menschliche Bewusstsein, das sich im weiteren Verlauf der Erdenevolution ergeben soll, wichtig; aber das Christentum als solches, das Mysterium von Golgatha, ist als Tatsache vorhanden, und es handelte sich darum, dass gerade in die unterbewussten Strömungen das Christentum zunächst eintrat. Das war noch möglich in Vorderasien in der Zeit, als Christus mit der Erde sich vereinigte.

[ 44 ] In Christianity we have to do with a Fact, not with a theory. The theory is a necessary consequence and of importance for the consciousness that has had to develop in the further course of human evolution. But the essence of Christianity as such, the Mystery of Golgotha, is an accomplished Fact. The impulse entered, to begin with, into subconscious currents, as was still possible in Asia Minor at the time when the union of Christ with the earth took place.

[ 45 ] Hirten, ähnliche Leute wie die, unter denen der Nertus-Dienst gelebt hat, sind auch im Lukas-Evangelium geschildert. Ich kann Ihnen das alles skizzenhaft nur andeuten. Könnten wir lange darüber reden, so würde sich gerade das, was ich Ihnen heute zu sagen habe, als tief begründet ergeben. Weil der Mensch aus geistigen Höhen heruntergestiegen ist ... darum vollzog sich die Offenbarung des Göttlichen aus den himmlischen Höhen ... Es musste so gesprochen werden zu denen, welche aus der alten Weisheit das Schicksal des Menschen verbunden wussten mit demjenigen, was in den Sternen von den Himmeln lebt. Dasjenige aber, was auf der Erde leben soll durch den Eintritt des Christus in einen Erdenmenschen, es wird erst nach und nach verstanden werden müssen. Die Botschaft ist zweigliedrig, zweiteilig; «Offenbarung des Göttlichen aus den Höhen» — «Friede in den Erdenseelen, die eines guten Willens sind». Ohne diesen zweiten Teil hat Weihnachten, das Fest der Geburt des Christus, keinen Sinn!

[ 45 ] Shepherds, men bearing a similarity with those among whom the Nertus cult flourished, are also described in the Gospel of St. Luke. I can give only very brief indications of these things. If we were able to speak of them at greater length you would find that there are deep foundations for what I have told you to-day. The human being has descended from spiritual heights ... hence the revelation of the Divine from the heavenly heights ... The revelation had to be expressed in this form to those who out of the ancient wisdom knew the destiny of man to be united with the secrets of the stars of heaven. But what must live on earth as the result of Christ's union with a man of earth—that can be understood only very gradually. The message is twofold: ‘Revelation of the Divine from the heights’—‘Peace in the souls on earth who are of good-will.’ Without this second part, Christmas, the Festival of the birth of Christ, has no meaning!

[ 46 ] Und nicht nur wurde der Christus für die Menschen geboren; die Menschen haben den Christus auch gekreuzigt! Auch dem liegt eine Notwendigkeit zugrunde; aber deshalb ist es ja nicht minder wahr, dass die Menschen den Christus gekreuzigt haben! Und es kann gewusst werden, dass die Kreuzigung, die auf dem hölzernen Kreuze zu Golgatha stattfand, nicht die einzige Kreuzigung war. Eine Zeit muss kommen, in der verstanden werden kann der zweite Teil des Weihnachts-Spruchs: «Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind.» Denn auch das Negative darf gefühlt und empfunden werden: Die Menschen sind weit davon entfernt, den Christus und das Weihnachtsmysterium im richtigen Sinne zu verstehen.

[ 46 ] Not only was Christ born for men; men have also crucified Him. Even behind this lies necessity. But it is none the less true that men have crucified the Christ! And it may dawn upon us that the crucifixion on the wooden Cross on Golgotha was not the only crucifixion. A time must come when the second part of the Christmas proclamation becomes reality: ‘Peace to the men on earth who are of good-will.’ For the negative side too is discernible. Men are very far indeed from a true understanding of Christ and of the Mystery of Golgotha.

[ 47 ] Muss es uns doch ins Herz schneiden, dass wir selber in einer Zeit leben, wo die Friedenssehnsucht des Menschen angebrüllt wird! Fast unwahr ist es in diesen Tagen des Anbrüllens der Friedenssehnsucht der Menschen, Weihnachten zu feiern! Wollen wir heute, da das Äußerste noch nicht vor uns steht, hoffen, dass in den Seelen Umkehr eintreten kann, und dass an die Stelle des Anbrüllens der Friedenssehnsucht christliches Empfinden, Friedenswille trete. Sonst werden vielleicht nicht diejenigen, die heute in Europa streben, sondern diejenigen, die von Asien herüber das Anbrüllen der Friedenssehnsucht einmal rächen werden, auf den Trümmern des europäischen Geisteslebens das Christentum und das Mysterium von Golgatha der Menschheit zu verkündigen haben! Und unauslöschlich wird es dann bleiben: Zu Weihnachten im 1916ten Jahre nach der Verkündigung, dass Friede auf Erden unter den Menschenseelen, die eines guten Willens sind, sein möge —, im 1916ten Jahre nach der Weihnachtsverkündigung konnte die Menschheit einmal dazu kommen, die Friedenssehnsucht zu verbrüllen!

[ 47 ] Does it not cut to the very heart that we ourselves should be living at a time when men's longing for peace is shouted down?3A reference to the agitation against the German proposal in December, 1916 for peace negotiations. It seems almost a mockery to celebrate Christmas in days when voices are raised in outcry against the desire for peace. To-day, when the worst has not actually befallen, we can but fervently hope that a change will take place in the souls of men, and a Christian feeling, a will for peace supersede these demonstrations against the desire for it. Otherwise it may not be those who are struggling in Europe to-day, but those coming over from Asia, who will one day wreak vengeance on this rejection of the desire for peace; it may be they who will have to preach Christianity and the Mystery of Golgotha to humanity on the ruins of European spiritual life. And then the indelible record will remain: that at Christmas time, nineteen hundred and sixteen years after the tidings of peace on earth to men of good-will, humanity came to shout down the desire for peace.

[ 48 ] Möge es nicht so sein! Davor mögen die guten Geister, die in den Weihnachts-Impulsen wirken, die unglückselige europäische Menschheit behüten!

[ 48 ] May it not succeed! May the good Spirits who are at work in the Christmas impulses protect luckless European humanity from such a fate!