Anthroposophical Pedagogy
and its Prerequisites
GA 309
14 April 1924, Bern
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Anthroposophische Pädagogik und ihre Voraussetzungen
Zweiter Vortrag
Zweiter Vortrag
[ 1 ] Sie werden gesehen haben, daß es sich bei der Grundlegung einer pädagogischen Kunst um eine Menschenerkenntnis handelt, die intimer an den Menschen herandringen kann als diejenige Menschenerkenntnis, die heute anerkannt wird dadurch, daß man jegliches Erkennen naturwissenschaftlich begründen will. Da aber, wie wir gesehen haben, Naturwissenschaft überhaupt nicht in Wirklichkeit an den Menschen und sein Wesen herandringen kann, so kann eben aus einer naturwissenschaftlichen Gesinnung keine wirkliche Menschenerkenntnis kommen. Anthroposophie will wirkliche Menschenerkenntnis neben einer solchen Welterkenntnis liefern, die geistdurchdrungen ist, weil die Welt selbst geistdurchdrungen ist. Dadurch möchte Anthroposophie auch begründen können eine wirkliche Pädagogik. Man soll aber nun ja nicht glauben - dieser Irrtum kann leicht entstehen -, daß irgend bei denjenigen Persönlichkeiten, die sich zu Anthroposophie bekennen, der Drang besteht, anthroposophische Schulen zu begründen, Schulen, in denen Anthroposophie als Weltanschauung, wie es nun heute einmal ist, an die Stelle anderer, verstandesmäßiger, herzmäßiger Weltanschauungen gesetzt werden soll. Das ist zunächst gar nicht die Absicht, und es ist wichtig, daß man berücksichtige, daß das gar nicht die Absicht ist. Die Pädagogik, von der hier gesprochen wird, will in sich aufnehmen aus Anthroposophie lediglich die methodischen und didaktischen Elemente im Erziehen und Unterrichten. Und nur weil die berechtigte Ansicht bestehen kann bei denjenigen, die in Anthroposophie wirklich eindringen, daß diese imstande ist, aus ihrer Menschenerkenntnis heraus auch die entsprechenden wirklich praktischen Regeln zur Menschenbehandlung zu finden, deshalb darf auch angenommen werden, daß in die Handhabung, in die Methode, in das Wie des Lehrens und Erziehens durch die Anthroposophie dasjenige hineinkommt, was überhaupt notwendig ist.
[ 1 ] Sie werden gesehen haben, daß es sich bei der Grundlegung einer pädagogischen Kunst um eine Menschenerkenntnis handelt, die intimer an den Menschen herandringen kann als diejenige Menschenerkenntnis, die heute anerkannt wird dadurch, daß man jegliches Erkennen naturwissenschaftlich begründen will. Da aber, wie wir gesehen haben, Naturwissenschaft überhaupt nicht in Wirklichkeit an den Menschen und sein Wesen herandringen kann, so kann eben aus einer naturwissenschaftlichen Gesinnung keine wirkliche Menschenerkenntnis kommen. Anthroposophie will wirkliche Menschenerkenntnis neben einer solchen Welterkenntnis liefern, die geistdurchdrungen ist, weil die Welt selbst geistdurchdrungen ist. Dadurch möchte Anthroposophie auch begründen können eine wirkliche Pädagogik. Man soll aber nun ja nicht glauben - dieser Irrtum kann leicht entstehen -, daß irgend bei denjenigen Persönlichkeiten, die sich zu Anthroposophie bekennen, der Drang besteht, anthroposophische Schulen zu begründen, Schulen, in denen Anthroposophie als Weltanschauung, wie es nun heute einmal ist, an die Stelle anderer, verstandesmäßiger, herzmäßiger Weltanschauungen gesetzt werden soll. Das ist zunächst gar nicht die Absicht, und es ist wichtig, daß man berücksichtige, daß das gar nicht die Absicht ist. Die Pädagogik, von der hier gesprochen wird, will in sich aufnehmen aus Anthroposophie lediglich die methodischen und didaktischen Elemente im Erziehen und Unterrichten. Und nur weil die berechtigte Ansicht bestehen kann bei denjenigen, die in Anthroposophie wirklich eindringen, daß diese imstande ist, aus ihrer Menschenerkenntnis heraus auch die entsprechenden wirklich praktischen Regeln zur Menschenbehandlung zu finden, deshalb darf auch angenommen werden, daß in die Handhabung, in die Methode, in das Wie des Lehrens und Erziehens durch die Anthroposophie dasjenige hineinkommt, was überhaupt notwendig ist.
[ 2 ] Ich möchte nun wie als eine Anmerkung erwähnen, daß wir ja in Stuttgart, wo wir in der Lage sind, seit Jahren im Sinne der anthroposophischen Pädagogik in der Waldorfschule zu wirken, auch nach außen hin ganz klar erkennen ließen, daß es nicht darauf ankommt, Anthroposophie als solche in die Schule hineinzutragen. Wir haben einfach den Religionsunterricht als solchen übergeben für katholische Kinder dem katholischen Priester, für evangelische Kinder dem evangelischen Pfarrer, und nur für diejenigen Kinder, deren Eltern wünschen, daß sie eine freie Religionslehre bekommen, für die werden freie Religionslehren aus der Anthroposophie heraus gegeben; so daß das Weltanschauungsmäßige in der Waldorfschule eigentlich nicht berührt wird.
[ 2 ] Ich möchte nun wie als eine Anmerkung erwähnen, daß wir ja in Stuttgart, wo wir in der Lage sind, seit Jahren im Sinne der anthroposophischen Pädagogik in der Waldorfschule zu wirken, auch nach außen hin ganz klar erkennen ließen, daß es nicht darauf ankommt, Anthroposophie als solche in die Schule hineinzutragen. Wir haben einfach den Religionsunterricht als solchen übergeben für katholische Kinder dem katholischen Priester, für evangelische Kinder dem evangelischen Pfarrer, und nur für diejenigen Kinder, deren Eltern wünschen, daß sie eine freie Religionslehre bekommen, für die werden freie Religionslehren aus der Anthroposophie heraus gegeben; so daß das Weltanschauungsmäßige in der Waldorfschule eigentlich nicht berührt wird.
[ 3 ] Ferner ist das noch zu beachten, daß zunächst auch nicht gedacht werden soll, daß irgend die Begründung von Schulen im weitesten Umfange ein Ziel und Ideal sein muß desjenigen, was mit anthroposophischer Pädagogik erzielt wird. Gewiß, will man rein in anthroposophischer Methodik unterrichten, braucht man Musterschulen. Solche Musterschulen sind schon dringend notwendig. Aber da die anthroposophische pädagogische Kunst zunächst ein Methodisch-Didaktisches sein soll, also das Wie des Unterrichts betont, so handelt es sich darum, daß sie überallhin, in jede Art von Schule, in jede Art des Unterrichts durch den einzelnen Lehrer gebracht werden kann. Es handelt sich nicht darum, durch anthroposophische Pädagogik an den Anstalten Revolutionen oder dergleichen hervorzurufen, auch nicht im leisesten Sinne, sondern darum, aus anthroposophischer Pädagogik und Menschenerkenntnis zunächst Richtlinien zu finden, wie unterrichtet und erzogen werden soll.
[ 3 ] Ferner ist das noch zu beachten, daß zunächst auch nicht gedacht werden soll, daß irgend die Begründung von Schulen im weitesten Umfange ein Ziel und Ideal sein muß desjenigen, was mit anthroposophischer Pädagogik erzielt wird. Gewiß, will man rein in anthroposophischer Methodik unterrichten, braucht man Musterschulen. Solche Musterschulen sind schon dringend notwendig. Aber da die anthroposophische pädagogische Kunst zunächst ein Methodisch-Didaktisches sein soll, also das Wie des Unterrichts betont, so handelt es sich darum, daß sie überallhin, in jede Art von Schule, in jede Art des Unterrichts durch den einzelnen Lehrer gebracht werden kann. Es handelt sich nicht darum, durch anthroposophische Pädagogik an den Anstalten Revolutionen oder dergleichen hervorzurufen, auch nicht im leisesten Sinne, sondern darum, aus anthroposophischer Pädagogik und Menschenerkenntnis zunächst Richtlinien zu finden, wie unterrichtet und erzogen werden soll.
[ 4 ] Nun haben Sie gesehen, daß es sich dabei handelt um ein intimeres Betrachten und Beobachten des Menschen, als es nun schon einmal heute üblich ist. Man lernt heute auf gewissen Gebieten recht exakt beobachten, und was nach dieser Richtung geleistet wird in sogenannter Näherungsbeobachtung, sagen wir zum Beispiel bei Beobachtung der Sterne durch das Teleskop, oder sagen wir auf dem Felde der Meßkunst - es könnte für viele Dinge angeführt werden -, das ist etwas, was hervorgeht aus dem Gefühl, intim im mathematischen Sinne zu beobachten. Aber intim zu beobachten in dem Sinne, daß sich dadurch enthüllen feine Übergänge im Seelischen des Menschen oder auch feine Übergänge der menschlichen Organisation, das haben wir gerade aus jener naturwissenschaftlichen Gesinnung, die sich in den letzten drei bis vier Jahrhunderten herausgebildet hat, heute im allgemeinen Zivilisationsleben doch nicht. Und deshalb werden auch die für das Erziehen so wichtigen Übergänge, wie sie vorliegen beim Zahnwechsel, bei der Geschlechtsreife und selbst noch nach dem 20. Jahr, nicht beobachtet.
[ 4 ] Nun haben Sie gesehen, daß es sich dabei handelt um ein intimeres Betrachten und Beobachten des Menschen, als es nun schon einmal heute üblich ist. Man lernt heute auf gewissen Gebieten recht exakt beobachten, und was nach dieser Richtung geleistet wird in sogenannter Näherungsbeobachtung, sagen wir zum Beispiel bei Beobachtung der Sterne durch das Teleskop, oder sagen wir auf dem Felde der Meßkunst - es könnte für viele Dinge angeführt werden -, das ist etwas, was hervorgeht aus dem Gefühl, intim im mathematischen Sinne zu beobachten. Aber intim zu beobachten in dem Sinne, daß sich dadurch enthüllen feine Übergänge im Seelischen des Menschen oder auch feine Übergänge der menschlichen Organisation, das haben wir gerade aus jener naturwissenschaftlichen Gesinnung, die sich in den letzten drei bis vier Jahrhunderten herausgebildet hat, heute im allgemeinen Zivilisationsleben doch nicht. Und deshalb werden auch die für das Erziehen so wichtigen Übergänge, wie sie vorliegen beim Zahnwechsel, bei der Geschlechtsreife und selbst noch nach dem 20. Jahr, nicht beobachtet.
[ 5 ] Gewiß, man redet von diesen Übergängen, aber man redet nur von dem, was sich in grobem Sinne im physischen Leib abspielt, und was im Seelischen zum Ausdruck kommt durch eine grobe Abhängigkeit der Seele vom physischen Leib. Aber man weiß wenig zu sagen, wie das Kind vor dem Zahnwechsel in seiner ganzen leiblich-körperlichen Organisation verschieden ist von dem, wie es sich darlebt in der zweiten Epoche, zwischen dem Zahnwechsel und der Geschlechtsreife. Zu diesen Dingen gehört eben eine feinere Beobachtungsmethode. Und da Anthroposophie ausgeht auf Beobachtung des Geistigen in der Welt, wie es sich überall ausspricht in der Welt, und wie es die meisten Menschen nicht anerkennen wollen, so hat sie die Kraft in sich, daß auch solche Persönlichkeiten, bei denen es durch ihr Schicksal noch nicht dahin kommen kann, daß sie nun gleich den Blick in die geistige Welt hinein bekommen, nun doch, wenn sie beginnen, jene inneren Seelenübungen zu machen, welche nach und nach darauf hinauslaufen, einen wirklichen Einblick in die geistige Welt zu haben, eben durch den Anfang dieser Seelenübungen dazu kommen, eine feinere Menschenbeobachtung zu entwickeln. Denn bedenken Sie, alles Forschen in der geistigen Welt beruht darauf, daß man in dem Geistig-Seelischen des Menschen, in dem Übersinnlichen, in demjenigen, von dem ich gestern gesagt habe, daß es aus vorirdischem Dasein heruntersteigt und sich mit dem vererbten physischen Körper verbindet, daß man in diesem Übersinnlichen übersinnliche Organformen, Augen und Ohren der Seele entwickelt hat, wie der Körper Augen und Ohren hat, so daß man unabhängig vom Körper wahrnehmen kann.
[ 5 ] Gewiß, man redet von diesen Übergängen, aber man redet nur von dem, was sich in grobem Sinne im physischen Leib abspielt, und was im Seelischen zum Ausdruck kommt durch eine grobe Abhängigkeit der Seele vom physischen Leib. Aber man weiß wenig zu sagen, wie das Kind vor dem Zahnwechsel in seiner ganzen leiblich-körperlichen Organisation verschieden ist von dem, wie es sich darlebt in der zweiten Epoche, zwischen dem Zahnwechsel und der Geschlechtsreife. Zu diesen Dingen gehört eben eine feinere Beobachtungsmethode. Und da Anthroposophie ausgeht auf Beobachtung des Geistigen in der Welt, wie es sich überall ausspricht in der Welt, und wie es die meisten Menschen nicht anerkennen wollen, so hat sie die Kraft in sich, daß auch solche Persönlichkeiten, bei denen es durch ihr Schicksal noch nicht dahin kommen kann, daß sie nun gleich den Blick in die geistige Welt hinein bekommen, nun doch, wenn sie beginnen, jene inneren Seelenübungen zu machen, welche nach und nach darauf hinauslaufen, einen wirklichen Einblick in die geistige Welt zu haben, eben durch den Anfang dieser Seelenübungen dazu kommen, eine feinere Menschenbeobachtung zu entwickeln. Denn bedenken Sie, alles Forschen in der geistigen Welt beruht darauf, daß man in dem Geistig-Seelischen des Menschen, in dem Übersinnlichen, in demjenigen, von dem ich gestern gesagt habe, daß es aus vorirdischem Dasein heruntersteigt und sich mit dem vererbten physischen Körper verbindet, daß man in diesem Übersinnlichen übersinnliche Organformen, Augen und Ohren der Seele entwickelt hat, wie der Körper Augen und Ohren hat, so daß man unabhängig vom Körper wahrnehmen kann.
[ 6 ] Der Mensch ist jede Nacht im Schlaf unbewußt in dem Zustand, in dem man sein muß, wenn man geistig forscht. In dem Augenblicke, wo man einschläft, geht man mit seinem Geistig-Seelischen aus dem physischen Leibe heraus. In dem Augenblicke, wo wir aufwachen, gehen wir mit dem Geistig-Seelischen in den physischen Leib wiederum hinein. Wir sehen beim wachenden Menschen, wie er sich seiner Augen und Ohren bedient, wie er seine Glieder in Regsamkeit versetzt. Sowohl das Sich-Bedienen der Sinnesorgane wie das In-RegsamkeitVersetzen der Glieder geht aus von dem Geistig-Seelischen. Auch eine wahre Naturerkenntnis, wie wir sie heute noch nicht haben, lehrt, daß die physischen Äußerungen während des Wachens gehandhabt werden von dem Geistig-Seelischen, und daß nur eine Unterbrechung dieser Tätigkeit des Geistig-Seelischen vorliegt vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Auch dieser Unterschied zwischen dem Schlafen und dem Wachen ist noch zu fein für das an den naturwissenschaftlichen Methoden heranerzogene heutige Denken, das wir heute schon mit der kindlichen Erziehung aufnehmen. Denn im Schlaf ist der Mensch ganz und gar denjenigen Tätigkeiten seiner Organisation hingegeben, denen Mineral und Pflanze hingegeben sind.
[ 6 ] Der Mensch ist jede Nacht im Schlaf unbewußt in dem Zustand, in dem man sein muß, wenn man geistig forscht. In dem Augenblicke, wo man einschläft, geht man mit seinem Geistig-Seelischen aus dem physischen Leibe heraus. In dem Augenblicke, wo wir aufwachen, gehen wir mit dem Geistig-Seelischen in den physischen Leib wiederum hinein. Wir sehen beim wachenden Menschen, wie er sich seiner Augen und Ohren bedient, wie er seine Glieder in Regsamkeit versetzt. Sowohl das Sich-Bedienen der Sinnesorgane wie das In-RegsamkeitVersetzen der Glieder geht aus von dem Geistig-Seelischen. Auch eine wahre Naturerkenntnis, wie wir sie heute noch nicht haben, lehrt, daß die physischen Äußerungen während des Wachens gehandhabt werden von dem Geistig-Seelischen, und daß nur eine Unterbrechung dieser Tätigkeit des Geistig-Seelischen vorliegt vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Auch dieser Unterschied zwischen dem Schlafen und dem Wachen ist noch zu fein für das an den naturwissenschaftlichen Methoden heranerzogene heutige Denken, das wir heute schon mit der kindlichen Erziehung aufnehmen. Denn im Schlaf ist der Mensch ganz und gar denjenigen Tätigkeiten seiner Organisation hingegeben, denen Mineral und Pflanze hingegeben sind.
[ 7 ] Man darf aber nicht sagen — gerade in der Geisteswissenschaft, in der Anthroposophie muß exakt und genau gesprochen werden -, der Mensch sei schlafend eine Pflanze; das ist er natürlich nicht. Er ist es seiner Organisation nach nicht. Er ist in seiner Organisation so, daß die mineralischen und pflanzlichen Substanzen herauforganisiert sind bis zum Tierisch-Menschlichen. Die Pflanze hat keine Muskeln, hat keine Nerven. Nerven und Muskeln sind natürlich auch während des Schlafes im Menschen. Und das Bedeutsame für den Menschen - in gewisser Beziehung auch für die Tiere, aber darum kann es sich jetzt nicht handeln - ist, daß die rein vegetative Tätigkeit, die sonst in der Pflanze nichts mit Muskeln und Nerven zu tun hat, daß die jetzt mit Muskeln und Nerven über das Substantielle kommt, so daß auch die Schlaftätigkeit des Menschen nicht eine bloße Pflanzentätigkeit ist. Aber der Impuls ist derselbe wie der, der in der Pflanze ist.
[ 7 ] Man darf aber nicht sagen — gerade in der Geisteswissenschaft, in der Anthroposophie muß exakt und genau gesprochen werden -, der Mensch sei schlafend eine Pflanze; das ist er natürlich nicht. Er ist es seiner Organisation nach nicht. Er ist in seiner Organisation so, daß die mineralischen und pflanzlichen Substanzen herauforganisiert sind bis zum Tierisch-Menschlichen. Die Pflanze hat keine Muskeln, hat keine Nerven. Nerven und Muskeln sind natürlich auch während des Schlafes im Menschen. Und das Bedeutsame für den Menschen - in gewisser Beziehung auch für die Tiere, aber darum kann es sich jetzt nicht handeln - ist, daß die rein vegetative Tätigkeit, die sonst in der Pflanze nichts mit Muskeln und Nerven zu tun hat, daß die jetzt mit Muskeln und Nerven über das Substantielle kommt, so daß auch die Schlaftätigkeit des Menschen nicht eine bloße Pflanzentätigkeit ist. Aber der Impuls ist derselbe wie der, der in der Pflanze ist.
[ 8 ] Daher geschieht auch während des Schlafes im Menschen etwas anderes als in der Pflanze. Aber um sich eine Vorstellung von dem zu machen, was da eigentlich vorgeht, muß man das Folgende sagen: Während des Wachens ist dem menschlichen Organismus das Geistig-Seelische eingegliedert. Dieses Geistig-Seelische zeigt, wenn man es beobachtet, zwar eine gewisse Ähnlichkeit mit dem ganzen Universum, dem ganzen Kosmos, aber eben nur eine Ähnlichkeit, so daß, wenn wir das Pflanzenwachstum beobachten, sich das Folgende herausstellt: Wir sehen im Frühling, wenn der Schnee zurückgegangen ist, von der Erde heraussprießen und sprossen die Pflanzen, sehen sie ihr Wesen entfalten. Wir sehen gewissermaßen das Pflanzenwachstum, das angewiesen war bis dahin auf die Kräfte, die sich seit dem vorjährigen Sonnendasein als Sonnenschein in der Erde angesammelt haben. Aus diesen in der Erde angesammelten Sonnenkräften — man kann es so sagen — werden die Pflanzenwesen im Frühjahr entlassen und vom äußeren Sonnenschein in Empfang genommen, durchgeführt durch die Sommerzeit, bis der Same herangereift ist. Dann geht im wesentlichen das Wachstum wieder über auf die Erde. Während des Sommers kommt dasjenige, was sonst Kraft der Sonne ist, in die Erde hinein, sammelt sich dort. In der Erde hat man fortwährend die angesammelte Sonnenkraft. Man braucht nur daran zu erinnern, daß man eigentlich jetzt die Kraft der Sonne, die einmal vor Jahrmillionen die zu Steinkohlen gewordenen Pflanzen beschienen hat, in den heutigen Ofen heizt. Kürzere Zeit bewahrt wird die Sonnenkraft in jedem Jahr in der Erde. So saugt die Pflanze während der Zeit bis zum Frühling hin noch Sonnenkraft von der Erde, wo sie bewahrt worden ist. Während des Sommers bekommt sie die Sonnenkraft direkt aus dem Kosmos. Dadurch tritt Rhythmus ein. Man kann sagen, der Rhythmus verläuft so für das Pflanzenleben: Erden-Sonnenkraft, kosmische Sonnenkraft; ErdenSonnenkraft, kosmische Sonnenkraft und so weiter. Wie der Pendelschlag der Uhr wechselt die Pflanze mit kosmischen und irdischen Sonnenkräften.
[ 8 ] Daher geschieht auch während des Schlafes im Menschen etwas anderes als in der Pflanze. Aber um sich eine Vorstellung von dem zu machen, was da eigentlich vorgeht, muß man das Folgende sagen: Während des Wachens ist dem menschlichen Organismus das Geistig-Seelische eingegliedert. Dieses Geistig-Seelische zeigt, wenn man es beobachtet, zwar eine gewisse Ähnlichkeit mit dem ganzen Universum, dem ganzen Kosmos, aber eben nur eine Ähnlichkeit, so daß, wenn wir das Pflanzenwachstum beobachten, sich das Folgende herausstellt: Wir sehen im Frühling, wenn der Schnee zurückgegangen ist, von der Erde heraussprießen und sprossen die Pflanzen, sehen sie ihr Wesen entfalten. Wir sehen gewissermaßen das Pflanzenwachstum, das angewiesen war bis dahin auf die Kräfte, die sich seit dem vorjährigen Sonnendasein als Sonnenschein in der Erde angesammelt haben. Aus diesen in der Erde angesammelten Sonnenkräften — man kann es so sagen — werden die Pflanzenwesen im Frühjahr entlassen und vom äußeren Sonnenschein in Empfang genommen, durchgeführt durch die Sommerzeit, bis der Same herangereift ist. Dann geht im wesentlichen das Wachstum wieder über auf die Erde. Während des Sommers kommt dasjenige, was sonst Kraft der Sonne ist, in die Erde hinein, sammelt sich dort. In der Erde hat man fortwährend die angesammelte Sonnenkraft. Man braucht nur daran zu erinnern, daß man eigentlich jetzt die Kraft der Sonne, die einmal vor Jahrmillionen die zu Steinkohlen gewordenen Pflanzen beschienen hat, in den heutigen Ofen heizt. Kürzere Zeit bewahrt wird die Sonnenkraft in jedem Jahr in der Erde. So saugt die Pflanze während der Zeit bis zum Frühling hin noch Sonnenkraft von der Erde, wo sie bewahrt worden ist. Während des Sommers bekommt sie die Sonnenkraft direkt aus dem Kosmos. Dadurch tritt Rhythmus ein. Man kann sagen, der Rhythmus verläuft so für das Pflanzenleben: Erden-Sonnenkraft, kosmische Sonnenkraft; ErdenSonnenkraft, kosmische Sonnenkraft und so weiter. Wie der Pendelschlag der Uhr wechselt die Pflanze mit kosmischen und irdischen Sonnenkräften.
[ 9 ] Und wenn wir nun den Menschen anschauen: er schläft ein; er läßt zunächst dasjenige, was nur mineralisch und dasjenige, was pflanzlich ist, in seinem Körper, der aber im Gegensatz zur Pflanze für das Geistig-Seelische organisiert ist. Wenn der Mensch einschläft, dann sprießt und sproßt das vegetative Leben, sich selber überlassen, auf; und es wird tatsächlich im Beginne des Schlafens im Menschen Frühling. Aber diese vegetative Kraft wird wiederum zurückgetrieben im Erwachen. Es wird im Erwachen im Menschen Herbst innerlich in der vegetativen Tätigkeit. Gerade beim Aufgehen des Geistig-Seelischen im Erwachen wird es Herbst. In diesen Dingen sieht man die Ähnlichkeit oftmals - natürlich wenn man in äußeren Analogien denkt -— so, daß man meint, daß es mit dem Erwachen Frühling wird, beim Einschlafen Herbst. So ist es nicht. Für wirkliche geistige Einsicht in den Menschen sieht man gerade sprießendes, sprossendes Frühlingsleben im ersten Schlaf aufkommen. Ganz Herbst, untergehendes Leben, wie untergehende Sonne nimmt sich aus dasjenige, was während des Wachens über ihn kommt. Während der Mensch wacht, während jede seiner Seelentätigkeiten in ihm wirkt, ist es für die vegetative Tätigkeit in seinem Inneren Winter. Da sehen wir wiederum einen Rhythmus wie im Pflanzenwachstum auftreten. Im Pflanzenwachstum unterscheiden wir Erdentätigkeit, Sonnentätigkeit. Im Menschen dieselbe Tätigkeit im Grunde genommen, der Pflanzentätigkeit nachgebildet: Einschlafen = Sommertätigkeit; Aufwachen = Wintertätigkeit; wiederum Sommertätigkeit, Wintertätigkeit und so weiter, aber im Kreislauf von 24 Stunden. Dasjenige, was draußen im Kosmos im Jahr abläuft, hat der Mensch zusammengezogen in den Kreislauf von 24 Stunden. Das ist eine Ähnlichkeit, aber es ist keine Gleichheit. Und das wird im Menschen dadurch bewirkt, daß an ihm noch tätig ist sein GeistigSeelisches, das anders ist im Naturdasein draußen, wo es ganz andere Lebensdauer hat. Da ist ein Jahr gleich einem Tag in der Lebensdauer jener Geistwesen, die den Kosmos durchdringen und den Jahreskreislauf durchdringen, so, wie die Geistseele im Menschen den Tageskreislauf bewirkt.
[ 9 ] Und wenn wir nun den Menschen anschauen: er schläft ein; er läßt zunächst dasjenige, was nur mineralisch und dasjenige, was pflanzlich ist, in seinem Körper, der aber im Gegensatz zur Pflanze für das Geistig-Seelische organisiert ist. Wenn der Mensch einschläft, dann sprießt und sproßt das vegetative Leben, sich selber überlassen, auf; und es wird tatsächlich im Beginne des Schlafens im Menschen Frühling. Aber diese vegetative Kraft wird wiederum zurückgetrieben im Erwachen. Es wird im Erwachen im Menschen Herbst innerlich in der vegetativen Tätigkeit. Gerade beim Aufgehen des Geistig-Seelischen im Erwachen wird es Herbst. In diesen Dingen sieht man die Ähnlichkeit oftmals - natürlich wenn man in äußeren Analogien denkt -— so, daß man meint, daß es mit dem Erwachen Frühling wird, beim Einschlafen Herbst. So ist es nicht. Für wirkliche geistige Einsicht in den Menschen sieht man gerade sprießendes, sprossendes Frühlingsleben im ersten Schlaf aufkommen. Ganz Herbst, untergehendes Leben, wie untergehende Sonne nimmt sich aus dasjenige, was während des Wachens über ihn kommt. Während der Mensch wacht, während jede seiner Seelentätigkeiten in ihm wirkt, ist es für die vegetative Tätigkeit in seinem Inneren Winter. Da sehen wir wiederum einen Rhythmus wie im Pflanzenwachstum auftreten. Im Pflanzenwachstum unterscheiden wir Erdentätigkeit, Sonnentätigkeit. Im Menschen dieselbe Tätigkeit im Grunde genommen, der Pflanzentätigkeit nachgebildet: Einschlafen = Sommertätigkeit; Aufwachen = Wintertätigkeit; wiederum Sommertätigkeit, Wintertätigkeit und so weiter, aber im Kreislauf von 24 Stunden. Dasjenige, was draußen im Kosmos im Jahr abläuft, hat der Mensch zusammengezogen in den Kreislauf von 24 Stunden. Das ist eine Ähnlichkeit, aber es ist keine Gleichheit. Und das wird im Menschen dadurch bewirkt, daß an ihm noch tätig ist sein GeistigSeelisches, das anders ist im Naturdasein draußen, wo es ganz andere Lebensdauer hat. Da ist ein Jahr gleich einem Tag in der Lebensdauer jener Geistwesen, die den Kosmos durchdringen und den Jahreskreislauf durchdringen, so, wie die Geistseele im Menschen den Tageskreislauf bewirkt.
[ 10 ] Wenn wir das bedenken, so werden wir auch einsehen, was ich jetzt als rein hypothetisch annehmen möchte. Ich sage das vorher, weil ich Sie davor bewahren möchte, zu erschrecken, weil es phantastisch erscheint, aber das doch verständlich machen kann, was eigentlich gemeint ist. Nehmen wir an, ein Mensch schläft ein; da tritt das ein, was als Sommertätigkeit charakterisiert worden ist. Er setzt den Schlaf fort, er schläft ein und wacht nicht auf, er schläft immerfort. Dann würde dasjenige, was im Menschen das Vegetative ist, was nicht das Geistig-Seelische ist, wenn es so fortgehen würde, wie es jetzt im Schlafe ist, das würde den wirklichen Kreislauf nehmen, den das Pflanzenleben nimmt: den Jahreskreislauf. Der ist natürlich nicht da, ist nicht veranlagt im Menschen. Daher würde der Mensch, wenn er so im Einschlafen herausgeht aus dem physischen Leib und wenn dieser physische Leib so fortschlafen würde, ihn nicht erhalten können: es träte der Tod ein; der Leib würde in anderer Weise von der Natur in Anspruch genommen werden, wenn nur vegetative Tätigkeit in ihm wäre. Wäre nur vegetative Tätigkeit in ihm, so müßte der Menschenkörper abfallen von Geist und Seele, er würde einfach den Jahreskreislauf annehmen und vegetativ werden. Man schaut hin auf den physischen Tod, der zur Zerstörung des Organismus führt, und man sagt: Das, was beim Menschen geschehen ist beim Herausgeborenwerden aus dem Weltenall, das ist ein Übergang vom großen Kreislauf in den kleinen Kreislauf. Wenn er sich selbst überlassen ist, wenn er nicht das Geistig-Seelische in sich regsam machen kann, muß er, da er sich nicht unmittelbar in den kosmischen Kreislauf eingliedern kann, der Zerstörung anheim fallen.
[ 10 ] Wenn wir das bedenken, so werden wir auch einsehen, was ich jetzt als rein hypothetisch annehmen möchte. Ich sage das vorher, weil ich Sie davor bewahren möchte, zu erschrecken, weil es phantastisch erscheint, aber das doch verständlich machen kann, was eigentlich gemeint ist. Nehmen wir an, ein Mensch schläft ein; da tritt das ein, was als Sommertätigkeit charakterisiert worden ist. Er setzt den Schlaf fort, er schläft ein und wacht nicht auf, er schläft immerfort. Dann würde dasjenige, was im Menschen das Vegetative ist, was nicht das Geistig-Seelische ist, wenn es so fortgehen würde, wie es jetzt im Schlafe ist, das würde den wirklichen Kreislauf nehmen, den das Pflanzenleben nimmt: den Jahreskreislauf. Der ist natürlich nicht da, ist nicht veranlagt im Menschen. Daher würde der Mensch, wenn er so im Einschlafen herausgeht aus dem physischen Leib und wenn dieser physische Leib so fortschlafen würde, ihn nicht erhalten können: es träte der Tod ein; der Leib würde in anderer Weise von der Natur in Anspruch genommen werden, wenn nur vegetative Tätigkeit in ihm wäre. Wäre nur vegetative Tätigkeit in ihm, so müßte der Menschenkörper abfallen von Geist und Seele, er würde einfach den Jahreskreislauf annehmen und vegetativ werden. Man schaut hin auf den physischen Tod, der zur Zerstörung des Organismus führt, und man sagt: Das, was beim Menschen geschehen ist beim Herausgeborenwerden aus dem Weltenall, das ist ein Übergang vom großen Kreislauf in den kleinen Kreislauf. Wenn er sich selbst überlassen ist, wenn er nicht das Geistig-Seelische in sich regsam machen kann, muß er, da er sich nicht unmittelbar in den kosmischen Kreislauf eingliedern kann, der Zerstörung anheim fallen.
[ 11 ] Und so sieht man, wie der Mensch dadurch, daß er zu einer intimeren Beobachtung kommt, in das eigentlich Wesenhafte des Daseins, namentlich des menschlichen Daseins hineinschauen kann.
[ 11 ] Und so sieht man, wie der Mensch dadurch, daß er zu einer intimeren Beobachtung kommt, in das eigentlich Wesenhafte des Daseins, namentlich des menschlichen Daseins hineinschauen kann.
[ 12 ] Ich sagte deshalb jenen Persönlichkeiten, die auch noch nicht so weit sind, daß sie unmittelbar das Geistige sehen: Wenn sie den Weg angetreten haben, um das geistige Schauen zu erreichen, kann sich schon innerlich ein feineres Impulsieren der Kräfte zeigen, die sie dann dazu bringen, das Geistige jener Kräfte zu schauen, die uns Leiter und Vermittler sind aller im Weltenall wirkender Geister. Da ist Geist vorhanden, da sind die Wesenheiten, die den Jahreskreislauf lenken und daher ein anderes Lebensalter haben als der Mensch. Da müssen wir in eine ganz andere Welt eintreten. Wir treten aber in eine uns ganz bekannte Welt ein, wenn wir den Menschen beobachten, und im Menschenleben beobachten, wie da auch durchaus Geistig-Seelisches vorhanden ist. Daher kommen wir früher dazu, jene intime Tätigkeit auszuüben, die notwendig ist, um den Menschen zu beobachten seinen geistig-seelischen Qualitäten nach, als dazu, das geistige Wirken in der Welt selber zu beobachten.
[ 12 ] Ich sagte deshalb jenen Persönlichkeiten, die auch noch nicht so weit sind, daß sie unmittelbar das Geistige sehen: Wenn sie den Weg angetreten haben, um das geistige Schauen zu erreichen, kann sich schon innerlich ein feineres Impulsieren der Kräfte zeigen, die sie dann dazu bringen, das Geistige jener Kräfte zu schauen, die uns Leiter und Vermittler sind aller im Weltenall wirkender Geister. Da ist Geist vorhanden, da sind die Wesenheiten, die den Jahreskreislauf lenken und daher ein anderes Lebensalter haben als der Mensch. Da müssen wir in eine ganz andere Welt eintreten. Wir treten aber in eine uns ganz bekannte Welt ein, wenn wir den Menschen beobachten, und im Menschenleben beobachten, wie da auch durchaus Geistig-Seelisches vorhanden ist. Daher kommen wir früher dazu, jene intime Tätigkeit auszuüben, die notwendig ist, um den Menschen zu beobachten seinen geistig-seelischen Qualitäten nach, als dazu, das geistige Wirken in der Welt selber zu beobachten.
[ 13 ] Wenn wir im gewöhnlichen Leben denken — man möchte sagen, dieses Denken, dieses Vorstellen entflieht einem ja fortwährend. Man spürt, wenn man irgendwie an etwas anstößt, man spürt, wenn man den Finger über Samt oder Seide führt, die Konfiguration des Gegenstandes an der Oberfläche. Man weiß, daß man da in menschliche Berührung gekommen ist mit der Umgebung. Aber wenn der Mensch denkt, spürt er nicht, wie er durch das Denken in Berührung kommt mit den umliegenden Gegenständen. Aber er sagt, wenn er an etwas gedacht hat und es sein geistiges Eigentum geworden ist, in der deutschen Sprache, er habe es «begriffen». Was ist das? Wenn ich so fremd bleibe den Dingen, wie man es gewöhnlich beim Denken hat, sagt man nicht: Ich habe es begriffen. - Wenn die Kreide hier liegt und ich bleibe hier stehen und bewege so meine Hand, wie das sonst beim Reden geschieht, da sagt man nicht: Ich habe die Kreide begriffen. - Aber wenn man so die Kreide wirklich mit der Hand anfaßt, kann man sagen: Ich habe die Kreide begriffen. - Weil in früheren Zeiten die Menschen noch gewußt haben, um was es sich handelt beim Denken, deshalb ist in die Sprache eingeflossen, was die Sache mehr ausdrückt, als heute in unserem Geistesleben die Abstraktlinge gewahr werden. Wir sagen, wenn wir eine Vorstellung aufgenommen haben, wir haben eine Sache begriffen. Damit ist gemeint, daß man in Berührung gekommen ist mit der Sache, daß man die Sache erfaßt hat. Sogar «erfaßt» sagt man. Heute weiß das der Mensch nicht mehr, daß der Mensch in innige Berührung kommen kann — auch wenn er nur in geistiger Äußerung lebt — mit den Dingen, die in seiner Umgebung liegen. So haben wir zum Beispiel heute ein Wort, welches ganz merkwürdig heuchlerisch sich ausnimmt in unserer Sprache. Es ist, wie wenn geheuchelt würde; man sagt «Begriff»; ich habe einen «Begriff». Da liegt das Wort «greifen» drin! Ich habe etwas, was ich angegriffen habe. Nur das Wort haben wir, aber das Leben nicht mehr in demjenigen, was uns das Wort andeutet.
[ 13 ] Wenn wir im gewöhnlichen Leben denken — man möchte sagen, dieses Denken, dieses Vorstellen entflieht einem ja fortwährend. Man spürt, wenn man irgendwie an etwas anstößt, man spürt, wenn man den Finger über Samt oder Seide führt, die Konfiguration des Gegenstandes an der Oberfläche. Man weiß, daß man da in menschliche Berührung gekommen ist mit der Umgebung. Aber wenn der Mensch denkt, spürt er nicht, wie er durch das Denken in Berührung kommt mit den umliegenden Gegenständen. Aber er sagt, wenn er an etwas gedacht hat und es sein geistiges Eigentum geworden ist, in der deutschen Sprache, er habe es «begriffen». Was ist das? Wenn ich so fremd bleibe den Dingen, wie man es gewöhnlich beim Denken hat, sagt man nicht: Ich habe es begriffen. - Wenn die Kreide hier liegt und ich bleibe hier stehen und bewege so meine Hand, wie das sonst beim Reden geschieht, da sagt man nicht: Ich habe die Kreide begriffen. - Aber wenn man so die Kreide wirklich mit der Hand anfaßt, kann man sagen: Ich habe die Kreide begriffen. - Weil in früheren Zeiten die Menschen noch gewußt haben, um was es sich handelt beim Denken, deshalb ist in die Sprache eingeflossen, was die Sache mehr ausdrückt, als heute in unserem Geistesleben die Abstraktlinge gewahr werden. Wir sagen, wenn wir eine Vorstellung aufgenommen haben, wir haben eine Sache begriffen. Damit ist gemeint, daß man in Berührung gekommen ist mit der Sache, daß man die Sache erfaßt hat. Sogar «erfaßt» sagt man. Heute weiß das der Mensch nicht mehr, daß der Mensch in innige Berührung kommen kann — auch wenn er nur in geistiger Äußerung lebt — mit den Dingen, die in seiner Umgebung liegen. So haben wir zum Beispiel heute ein Wort, welches ganz merkwürdig heuchlerisch sich ausnimmt in unserer Sprache. Es ist, wie wenn geheuchelt würde; man sagt «Begriff»; ich habe einen «Begriff». Da liegt das Wort «greifen» drin! Ich habe etwas, was ich angegriffen habe. Nur das Wort haben wir, aber das Leben nicht mehr in demjenigen, was uns das Wort andeutet.
[ 14 ] Das sind solche Dinge, die aus dem äußeren Leben schon darauf hindeuten können, wozu solche Übungen führen, wie Sie sie geschildert finden als anthroposophische Forschungsmethoden in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» oder im zweiten Teil der «Geheimwissenschaft im Umriß» und anderen Büchern. Wir werden da hingewiesen auf solche Übungen, die man macht, zum Beispiel Vorstellungsübungen. Man läßt Vorstellungen in ganz bestimmter Art in die Seele hinein, damit das Seelenleben erstarkt in der Konzentration der Vorstellungen. Dadurch, daß die Seele solche Übungen macht, kommt der Mensch, ganz ohne Aberglaube, ohne Phantasterei, bei einer exakten Besonnenheit, wie man sie sonst nur in der Mathematik anwendet, dazu, seine Denkfähigkeit so auszubilden, daß sie eine viel regere Fähigkeit ist, als es unter den heutigen Abstraktlingen der Fall ist. Wenn die heutigen Abstraktlinge viel mit Händen und Beinen gearbeitet haben am Tage, wollen sie sich ausschlafen, weil das ja als nötig von ihnen empfunden wird; da weiß man, daß er sich regt, daß es der eigene Mensch ist, der die Arme und Beine so regt. Wenn man denkt, weiß man nicht, daß es der eigene Mensch ist, der sich regt. Man sieht nicht, was sich ausstreckt, was die Dinge angreift. Warum nicht? Weil man schon das erste übersinnliche Glied der menschlichen Natur nicht sieht: den Ätherleib, der in unserem physischen Leib so drinnen ist, wie der physische Leib in der äußeren Welt drinnen ist. In dem Augenblicke, wo man anfängt, dadurch, daß man solche Übungen macht, ein seelisches Auge, ein geistiges Ohr zu erhalten, in demselben Augenblick fängt man an, dieses erste Glied des Menschen, den Ätherleib, wirklich zu sehen. In diesem Augenblicke weiß man, daß das Denken, das vorzugsweise ausgeführt wird von diesem ätherischen Leibe, ein Begreifen ist, ein Befühlen, aber ein geistiges Begreifen, ein geistiges Befühlen der Dinge. Aber das Geistige fühlt man so an, wenn man die Gedanken gewissermaßen verdichtet hat durch solche Übungen, daß man nicht jenes abstrakte Gefühl hat des Fernstehens der Dinge, wie es im gewöhnlichen Leben der Fall ist, sondern ein wirkliches Gefühl, das sich herausbildet durch das geübte, verdichtete Denken. Dann wird man aber schon auch vom Denken müde. Dann will man sich dem Denken gegenüber erst recht ausschlafen.
[ 14 ] Das sind solche Dinge, die aus dem äußeren Leben schon darauf hindeuten können, wozu solche Übungen führen, wie Sie sie geschildert finden als anthroposophische Forschungsmethoden in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» oder im zweiten Teil der «Geheimwissenschaft im Umriß» und anderen Büchern. Wir werden da hingewiesen auf solche Übungen, die man macht, zum Beispiel Vorstellungsübungen. Man läßt Vorstellungen in ganz bestimmter Art in die Seele hinein, damit das Seelenleben erstarkt in der Konzentration der Vorstellungen. Dadurch, daß die Seele solche Übungen macht, kommt der Mensch, ganz ohne Aberglaube, ohne Phantasterei, bei einer exakten Besonnenheit, wie man sie sonst nur in der Mathematik anwendet, dazu, seine Denkfähigkeit so auszubilden, daß sie eine viel regere Fähigkeit ist, als es unter den heutigen Abstraktlingen der Fall ist. Wenn die heutigen Abstraktlinge viel mit Händen und Beinen gearbeitet haben am Tage, wollen sie sich ausschlafen, weil das ja als nötig von ihnen empfunden wird; da weiß man, daß er sich regt, daß es der eigene Mensch ist, der die Arme und Beine so regt. Wenn man denkt, weiß man nicht, daß es der eigene Mensch ist, der sich regt. Man sieht nicht, was sich ausstreckt, was die Dinge angreift. Warum nicht? Weil man schon das erste übersinnliche Glied der menschlichen Natur nicht sieht: den Ätherleib, der in unserem physischen Leib so drinnen ist, wie der physische Leib in der äußeren Welt drinnen ist. In dem Augenblicke, wo man anfängt, dadurch, daß man solche Übungen macht, ein seelisches Auge, ein geistiges Ohr zu erhalten, in demselben Augenblick fängt man an, dieses erste Glied des Menschen, den Ätherleib, wirklich zu sehen. In diesem Augenblicke weiß man, daß das Denken, das vorzugsweise ausgeführt wird von diesem ätherischen Leibe, ein Begreifen ist, ein Befühlen, aber ein geistiges Begreifen, ein geistiges Befühlen der Dinge. Aber das Geistige fühlt man so an, wenn man die Gedanken gewissermaßen verdichtet hat durch solche Übungen, daß man nicht jenes abstrakte Gefühl hat des Fernstehens der Dinge, wie es im gewöhnlichen Leben der Fall ist, sondern ein wirkliches Gefühl, das sich herausbildet durch das geübte, verdichtete Denken. Dann wird man aber schon auch vom Denken müde. Dann will man sich dem Denken gegenüber erst recht ausschlafen.
[ 15 ] Die heutige materialistische Zeit zieht nicht bloß materialistische Gesinnung als Folge des Materialismus heran: das wäre im Grunde genommen nicht das allerschlimmste. Die Erziehung soll auf das andere hinschauen. Dem Erzieher kann es nicht ganz, aber doch bis zu einem gewissen Grade gleichgültig sein, ob eine Mensch müde oder nicht müde wird bei seiner Tätigkeit. Das gleicht sich schon wieder aus, wenn die Menschen wieder etwas vernünftig werden. Das schlimmste ist, wenn wir es sehen bei einem Menschen, der von Kindheit auf durch das Volksschulzeitalter nur diejenige geistig-seelische Nahrung aufgenommen hat, die geprägt worden ist von der Naturwissenschaft, das heißt von materiellen Dingen. Und das geht natürlich nicht bloß diejenigen Menschen an, die irgend etwas von Naturwissenschaft lernen, sondern das Naturwissenschaftliche steckt heute drin vom ersten Volksschuljahr an durch die ganze Erziehung. Es steckt überall drinnen, und da wird es aufgenommen von dem Kinde, wächst heran mit dem Kinde, wirkt in seiner physischen Organisation so, daß wir später diejenigen Krankheitszustände kennenlernen, wo die Menschen nicht schlafen können. Die gewisse Schlaflosigkeit in unserem materialistischen Zeitalter, woher rührt sie? Sie rührt daher, daß die Gedankentätigkeit, diese Gedankengriffe, dieses Gedankenfühlen der Umgebung, wenn wir bloß materialistisch denken, nicht müde werden läßt die entsprechenden Organe des Ätherleibes. Nur unser physischer Leib allein wird müde; so schlafen wir ein, nachdem wir nur materialistisch gedacht haben während des Wachens: der physische Leib kann einschlafen, der Ätherleib kann nicht einschlafen, der fängt an zu zappeln, innerlich unruhig zu werden, schlaflos zu werden. Er zieht das Geistig-Seelische herein, und es tritt jener Zustand ein, der nach und nach eine Epidemie werden muß. Er ist es heute schon fast im materialistischen Zeitalter. Erst wenn wir auf dieses hinschauen, kommen wir auf die Bedeutung des materialistischen Zeitalters. Daß die Menschen theoretisch materialistisch denken, das ist schlimm, aber nicht gar so arg; daß die Menschen im moralisch-wirtschaftlichen Handeln zu den Konsequenzen des Materiialismus kommen, ist schon schlimmer; daß die Menschen aber durch den Materialismus ihre ganze Kindheit zuschanden richten und dann überhaupt nicht mehr herankommen können an moralisch-geistige Impulse, das ist das Schlimmste.
[ 15 ] Die heutige materialistische Zeit zieht nicht bloß materialistische Gesinnung als Folge des Materialismus heran: das wäre im Grunde genommen nicht das allerschlimmste. Die Erziehung soll auf das andere hinschauen. Dem Erzieher kann es nicht ganz, aber doch bis zu einem gewissen Grade gleichgültig sein, ob eine Mensch müde oder nicht müde wird bei seiner Tätigkeit. Das gleicht sich schon wieder aus, wenn die Menschen wieder etwas vernünftig werden. Das schlimmste ist, wenn wir es sehen bei einem Menschen, der von Kindheit auf durch das Volksschulzeitalter nur diejenige geistig-seelische Nahrung aufgenommen hat, die geprägt worden ist von der Naturwissenschaft, das heißt von materiellen Dingen. Und das geht natürlich nicht bloß diejenigen Menschen an, die irgend etwas von Naturwissenschaft lernen, sondern das Naturwissenschaftliche steckt heute drin vom ersten Volksschuljahr an durch die ganze Erziehung. Es steckt überall drinnen, und da wird es aufgenommen von dem Kinde, wächst heran mit dem Kinde, wirkt in seiner physischen Organisation so, daß wir später diejenigen Krankheitszustände kennenlernen, wo die Menschen nicht schlafen können. Die gewisse Schlaflosigkeit in unserem materialistischen Zeitalter, woher rührt sie? Sie rührt daher, daß die Gedankentätigkeit, diese Gedankengriffe, dieses Gedankenfühlen der Umgebung, wenn wir bloß materialistisch denken, nicht müde werden läßt die entsprechenden Organe des Ätherleibes. Nur unser physischer Leib allein wird müde; so schlafen wir ein, nachdem wir nur materialistisch gedacht haben während des Wachens: der physische Leib kann einschlafen, der Ätherleib kann nicht einschlafen, der fängt an zu zappeln, innerlich unruhig zu werden, schlaflos zu werden. Er zieht das Geistig-Seelische herein, und es tritt jener Zustand ein, der nach und nach eine Epidemie werden muß. Er ist es heute schon fast im materialistischen Zeitalter. Erst wenn wir auf dieses hinschauen, kommen wir auf die Bedeutung des materialistischen Zeitalters. Daß die Menschen theoretisch materialistisch denken, das ist schlimm, aber nicht gar so arg; daß die Menschen im moralisch-wirtschaftlichen Handeln zu den Konsequenzen des Materiialismus kommen, ist schon schlimmer; daß die Menschen aber durch den Materialismus ihre ganze Kindheit zuschanden richten und dann überhaupt nicht mehr herankommen können an moralisch-geistige Impulse, das ist das Schlimmste.
[ 16 ] Und das ist dasjenige, was gewußt werden muß von dem, der heute hineinschauen will in die Notwendigkeit einer Umwandlung des Erziehens und Lehrens. Denn solche Übergänge, wie sie stattfinden beim Zahnwechsel, bei der Geschlechtsreife, können nur durchschaut werden, wenn wir intim die Menschen beobachten: wie da der Mensch innerlich regsam wird, so daß der Mensch sich fühlt — wie sonst im physischen Körper - im Ätherleibe; und weiß, daß, wenn er über einen Gegenstand nachdenkt, er eigentlich im ätherischen Leibe dasjenige immerfort ausführt, was sonst im physischen Leibe vom Menschen ausgeführt wird, wenn er eine Sache befühlt. Wenn ich wissen will, wie eine Sache ist, befühle ich sie, setze ich mich mit ihr in Verbindung, bekomme dadurch eine Kenntnis von ihrer Oberfläche. Wenn ich dann darüber nachdenke, mache ich dasselbe im Ätherleibe. Dasjenige, was ich begreifen will, wovon ich mir einen Begriff machen will, befühle ich ätherisch-übersinnlich. Der Ätherleib ist in so regsamer Tätigkeit wie sonst der physische Leib. Und aus diesem Wissen, diesem Bewußtsein von der Tätigkeit des Ätherleibes gehen die richtigen Erkenntnisse über den Menschen und namentlich über die menschliche Entwickelung erst aus.
[ 16 ] Und das ist dasjenige, was gewußt werden muß von dem, der heute hineinschauen will in die Notwendigkeit einer Umwandlung des Erziehens und Lehrens. Denn solche Übergänge, wie sie stattfinden beim Zahnwechsel, bei der Geschlechtsreife, können nur durchschaut werden, wenn wir intim die Menschen beobachten: wie da der Mensch innerlich regsam wird, so daß der Mensch sich fühlt — wie sonst im physischen Körper - im Ätherleibe; und weiß, daß, wenn er über einen Gegenstand nachdenkt, er eigentlich im ätherischen Leibe dasjenige immerfort ausführt, was sonst im physischen Leibe vom Menschen ausgeführt wird, wenn er eine Sache befühlt. Wenn ich wissen will, wie eine Sache ist, befühle ich sie, setze ich mich mit ihr in Verbindung, bekomme dadurch eine Kenntnis von ihrer Oberfläche. Wenn ich dann darüber nachdenke, mache ich dasselbe im Ätherleibe. Dasjenige, was ich begreifen will, wovon ich mir einen Begriff machen will, befühle ich ätherisch-übersinnlich. Der Ätherleib ist in so regsamer Tätigkeit wie sonst der physische Leib. Und aus diesem Wissen, diesem Bewußtsein von der Tätigkeit des Ätherleibes gehen die richtigen Erkenntnisse über den Menschen und namentlich über die menschliche Entwickelung erst aus.
[ 17 ] Wenn man mit einem so innerlich regsam gemachten Denken das ganz kleine Kind verfolgt, dann schaut man, wie wirklich jede Regung in der Umgebung in das Kind hinein fortströmt, wie jeder irgendein Moralisches ausdrückende Blick -— denn in dem Moralischen, in dem Moralisiertsein des Blickes liegt dasjenige, was auf das Kind als imponderable Kraft übergeht - in dem Kinde weiterwirkt bis in die Atmung und die Blutzirkulation hinein. Man schaut ein ganz Bewußtes, ein ungeheuer Konkretes, wenn man übergehen kann zu dem Ausspruch: Das Kind ist durch und durch ein nachahmendes Wesen für seine Umgebung. - Wie das Kind atmet im feineren Verlauf, wie das Kind verdaut im feineren Verlauf, ist ein Reflex desjenigen, wie sich die Menschen seiner Umgebung verhalten. Das Kind ist ganz hingegeben an seine Umgebung. Während das Kind ganz hingegeben ist an seine Umgebung, so können wir sagen, daß wir im späteren, erwachsenen Zustand dieses Hingegebensein des Menschen an die Umgebung nur kennen in seiner geistig-seelischen Offenbarung im religiösen Leben. Da sind wir geistig an die Umgebung hingegeben. Das religiöse Leben entwickelt sich richtig, wenn wir mit dem Geistigen aus uns herausgehen und uns an eine geistige Weltordnung hingeben können, gewissermaßen überfließen können in eine göttliche Weltordnung. Für den erwachsenen Menschen ist dieses religiöse Gefühl dadurch vorhanden, daß sein Geistig-Seelisches emanzipiert ist vom Leiblichen, daß also das Geistig-Seelische sich hingibt an das Geistig-Göttliche der Welt. Beim Kind ist der ganze Mensch hingegeben. Blutkreislauf, Verdauung, Atmungstätigkeit, die beim erwachsenen Menschen innerlich leben, von der äußeren Welt abgeschnürt, sind hingegeben an die Umgebung. Und so lebt in den Naturäußerungen des Kindes ein naturhaftes Religiöses. Das ist das Wesentliche, was man einsehen muß für alle Erziehung bis zum Zahnwechsel, daß eigentlich ein naturhaft Religiöses in dem Kinde lebt, daß der Körper selber in religiöser Stimmung ist.
[ 17 ] Wenn man mit einem so innerlich regsam gemachten Denken das ganz kleine Kind verfolgt, dann schaut man, wie wirklich jede Regung in der Umgebung in das Kind hinein fortströmt, wie jeder irgendein Moralisches ausdrückende Blick -— denn in dem Moralischen, in dem Moralisiertsein des Blickes liegt dasjenige, was auf das Kind als imponderable Kraft übergeht - in dem Kinde weiterwirkt bis in die Atmung und die Blutzirkulation hinein. Man schaut ein ganz Bewußtes, ein ungeheuer Konkretes, wenn man übergehen kann zu dem Ausspruch: Das Kind ist durch und durch ein nachahmendes Wesen für seine Umgebung. - Wie das Kind atmet im feineren Verlauf, wie das Kind verdaut im feineren Verlauf, ist ein Reflex desjenigen, wie sich die Menschen seiner Umgebung verhalten. Das Kind ist ganz hingegeben an seine Umgebung. Während das Kind ganz hingegeben ist an seine Umgebung, so können wir sagen, daß wir im späteren, erwachsenen Zustand dieses Hingegebensein des Menschen an die Umgebung nur kennen in seiner geistig-seelischen Offenbarung im religiösen Leben. Da sind wir geistig an die Umgebung hingegeben. Das religiöse Leben entwickelt sich richtig, wenn wir mit dem Geistigen aus uns herausgehen und uns an eine geistige Weltordnung hingeben können, gewissermaßen überfließen können in eine göttliche Weltordnung. Für den erwachsenen Menschen ist dieses religiöse Gefühl dadurch vorhanden, daß sein Geistig-Seelisches emanzipiert ist vom Leiblichen, daß also das Geistig-Seelische sich hingibt an das Geistig-Göttliche der Welt. Beim Kind ist der ganze Mensch hingegeben. Blutkreislauf, Verdauung, Atmungstätigkeit, die beim erwachsenen Menschen innerlich leben, von der äußeren Welt abgeschnürt, sind hingegeben an die Umgebung. Und so lebt in den Naturäußerungen des Kindes ein naturhaftes Religiöses. Das ist das Wesentliche, was man einsehen muß für alle Erziehung bis zum Zahnwechsel, daß eigentlich ein naturhaft Religiöses in dem Kinde lebt, daß der Körper selber in religiöser Stimmung ist.
[ 18 ] Aber weil in der Umgebung des Kindes nicht nur Gutes lebt, an das der Mensch sich hingeben kann, wenn er erwachsen ist und nun die eigene Seele an das Göttliche hingibt, weil in der Umgebung nicht nur gutes, sondern auch böses Geistiges ist, böses Geistiges, das von Menschen ausgeht und das von anderen geistigen Gewalten in der Welt ausgeht, so kann dieses naturhaft Religiöse im kindlichen Körper auch an das Böse hingegeben sein. Böses kann heraufstoßen. Wenn ich gesagt habe, daß im Kinde schon körperlich eine Stimmung von naturhaft Religiösem ist, brauchen wir das nicht als Widerspruch aufzufassen, daß manche Kinder furchtbar dämonisch sind. Sie sind es deshalb, weil sie an das böse Geistige hingegeben sind, das wir heraustreiben müssen, das wir besiegen müssen dadurch, daß wir die geeigneten Methoden anwenden müssen, solange sie angewendet werden können. Solange das Kind ein nachahmend religiöses Wesen ist, hilft es durchaus nicht, wenn ich das Kind ermahne. Zum Achtgeben auf Worte gehört schon, daß die Seele in gewisser Weise emanzipiert ist. Da muß schon das Seelische auf sie aufpassen. Beim Kinde helfen Worte nicht. Es hilft aber alles das, was wir dem Kinde so vormachen, daß das Kind es sieht, daß es in ihm als eine Wahrnehmung fortfließt. Nur muß auch das Moralische in dem drinnen liegen, was wir dem Kinde vormachen. Man wird es schon bemerken: geradeso wie, sagen wir, der Farbenblinde sich irgendwo eine Farbenfläche anschaut und alles so grau in grau sieht, nicht die Farben sieht, so schaut der Erwachsene die Gesten der Menschen, ihre Blicke, ihre Mienen, die Schnelligkeit oder Langsamkeit ihrer Bewegungen, das Eckige ihrer Bewegungen. Er schaut das Physische, aber er nimmt nicht mehr das Moralische darin wahr. Das Kind schaut das Moralische, wenn auch auf unterbewußte Art. Deshalb müssen wir uns klar sein darüber, daß wir in der Umgebung des Kindes nicht bloß aus dem Sichtbaren heraushalten müssen alles dasjenige, was das Kind nicht nachahmen soll, sondern daß wir aus dem Unsichtbaren heraushalten müssen auch alle Gedanken in der Nähe des Kindes, welche nicht in die kindliche Seele hineinkommen sollen. Und diese Gedankenerziehung, die ist sogar für das kindliche Alter bis zum Zahnwechsel hin das Allerwichtigste: wenn wir uns auch nicht gestatten, unreine, häßliche, zornwütige Gedanken zu haben in der Nähe des Kindes. Denn Sie werden zwar sagen: Ich kann ja hier denken, was ich will, da ändere ich mich äußerlich nicht; da sieht das Kind nichts, es kann also auch nicht beeinflußt werden. - Sehen Sie, in dieser Beziehung, muß ich sagen, liegt eigentlich dasjenige, was man in interessanter Weise wahrnehmen konnte bei den wirklich recht laienhaft dilettantisch angestellten Versuchen mit den denkenden Pferden, den rechnenden Pferden oder mit anderen Intelligenz äußernden Tieren. Solche Dinge waren schon interessant, nur nicht nach der Richtung, nach der es die Welt genommen hat.
[ 18 ] Aber weil in der Umgebung des Kindes nicht nur Gutes lebt, an das der Mensch sich hingeben kann, wenn er erwachsen ist und nun die eigene Seele an das Göttliche hingibt, weil in der Umgebung nicht nur gutes, sondern auch böses Geistiges ist, böses Geistiges, das von Menschen ausgeht und das von anderen geistigen Gewalten in der Welt ausgeht, so kann dieses naturhaft Religiöse im kindlichen Körper auch an das Böse hingegeben sein. Böses kann heraufstoßen. Wenn ich gesagt habe, daß im Kinde schon körperlich eine Stimmung von naturhaft Religiösem ist, brauchen wir das nicht als Widerspruch aufzufassen, daß manche Kinder furchtbar dämonisch sind. Sie sind es deshalb, weil sie an das böse Geistige hingegeben sind, das wir heraustreiben müssen, das wir besiegen müssen dadurch, daß wir die geeigneten Methoden anwenden müssen, solange sie angewendet werden können. Solange das Kind ein nachahmend religiöses Wesen ist, hilft es durchaus nicht, wenn ich das Kind ermahne. Zum Achtgeben auf Worte gehört schon, daß die Seele in gewisser Weise emanzipiert ist. Da muß schon das Seelische auf sie aufpassen. Beim Kinde helfen Worte nicht. Es hilft aber alles das, was wir dem Kinde so vormachen, daß das Kind es sieht, daß es in ihm als eine Wahrnehmung fortfließt. Nur muß auch das Moralische in dem drinnen liegen, was wir dem Kinde vormachen. Man wird es schon bemerken: geradeso wie, sagen wir, der Farbenblinde sich irgendwo eine Farbenfläche anschaut und alles so grau in grau sieht, nicht die Farben sieht, so schaut der Erwachsene die Gesten der Menschen, ihre Blicke, ihre Mienen, die Schnelligkeit oder Langsamkeit ihrer Bewegungen, das Eckige ihrer Bewegungen. Er schaut das Physische, aber er nimmt nicht mehr das Moralische darin wahr. Das Kind schaut das Moralische, wenn auch auf unterbewußte Art. Deshalb müssen wir uns klar sein darüber, daß wir in der Umgebung des Kindes nicht bloß aus dem Sichtbaren heraushalten müssen alles dasjenige, was das Kind nicht nachahmen soll, sondern daß wir aus dem Unsichtbaren heraushalten müssen auch alle Gedanken in der Nähe des Kindes, welche nicht in die kindliche Seele hineinkommen sollen. Und diese Gedankenerziehung, die ist sogar für das kindliche Alter bis zum Zahnwechsel hin das Allerwichtigste: wenn wir uns auch nicht gestatten, unreine, häßliche, zornwütige Gedanken zu haben in der Nähe des Kindes. Denn Sie werden zwar sagen: Ich kann ja hier denken, was ich will, da ändere ich mich äußerlich nicht; da sieht das Kind nichts, es kann also auch nicht beeinflußt werden. - Sehen Sie, in dieser Beziehung, muß ich sagen, liegt eigentlich dasjenige, was man in interessanter Weise wahrnehmen konnte bei den wirklich recht laienhaft dilettantisch angestellten Versuchen mit den denkenden Pferden, den rechnenden Pferden oder mit anderen Intelligenz äußernden Tieren. Solche Dinge waren schon interessant, nur nicht nach der Richtung, nach der es die Welt genommen hat.
[ 19 ] Sehen Sie, die Elberfelder Pferde habe ich selber zum Beispiel nicht gesehen. Ich möchte immer nur über dasjenige reden, was meiner eigenen Beobachtung unterliegt, wie zum Beispiel das Pferd des Herrn von Osten; ich konnte sehen, wie es seinem Herrn Antworten gab. Er stellte ihm Rechnungsaufgaben; es waren nicht besonders komplizierte Aufgaben, aber für ein Pferd doch. Ich konnte sehen, wie es addiert und subtrahiert hat und mit seinem Fuß aufstoßend das richtige Rechnungsresultat angegeben hat. Über diese Vorgänge konnte ein naturwissenschaftlich gebildeter Mensch der Gegenwart nachdenken wie etwa jener Privatdozent, der ein dickes Buch geschrieben hat über das Pferd, oder man konnte nachdenken auf anthroposophische Art. Was war der Sinn des Buches, das der Privatdozent geschrieben hat? Alles, was die Laien geglaubt haben, hat er ausgeschaltet. Sie dürfen nicht glauben, daß ich das geringste gegen die Naturwissenschaft sprechen will. Ich weiß sie genau zu schätzen. Der Privatdozent sagt zum Schlusse: Da liegt zugrunde, daß das Pferd feine Bewegungen, ein feines Zwinkern in den Augen oder ein sonstiges feines Vibrieren von Muskeln wahrgenommen hat an dem Herrn von Osten und allmählich gelernt hat, wie die vibrierende Bewegung im Augenmuskel ist, wenn das Rechnungsresultat so oder so ist; dann folgte das Aufstoßen mit dem Fuße. Er hat da eine sehr geistreiche, geistvolle Hypothese aufgestellt. Er kommt dann doch zu der Frage, die man stellen muß: Hat man diese Dinge etwa selber gesehen, ist das ein Beobachtungsresultat? — Gewiß, er stellt sich diese Frage; man lernt sehr verantwortungsvoll forschen. Er beantwortet sie dadurch, daß er sagt: Dazu sind unsere Sinne nicht organisiert, um diese feinen äußeren Bewegungen wahrzunehmen; das Pferd aber kann dieses. - Damit wird nur konstatiert, daß ein Pferd am Menschen mehr sehen kann als ein Privatdozent.
[ 19 ] Sehen Sie, die Elberfelder Pferde habe ich selber zum Beispiel nicht gesehen. Ich möchte immer nur über dasjenige reden, was meiner eigenen Beobachtung unterliegt, wie zum Beispiel das Pferd des Herrn von Osten; ich konnte sehen, wie es seinem Herrn Antworten gab. Er stellte ihm Rechnungsaufgaben; es waren nicht besonders komplizierte Aufgaben, aber für ein Pferd doch. Ich konnte sehen, wie es addiert und subtrahiert hat und mit seinem Fuß aufstoßend das richtige Rechnungsresultat angegeben hat. Über diese Vorgänge konnte ein naturwissenschaftlich gebildeter Mensch der Gegenwart nachdenken wie etwa jener Privatdozent, der ein dickes Buch geschrieben hat über das Pferd, oder man konnte nachdenken auf anthroposophische Art. Was war der Sinn des Buches, das der Privatdozent geschrieben hat? Alles, was die Laien geglaubt haben, hat er ausgeschaltet. Sie dürfen nicht glauben, daß ich das geringste gegen die Naturwissenschaft sprechen will. Ich weiß sie genau zu schätzen. Der Privatdozent sagt zum Schlusse: Da liegt zugrunde, daß das Pferd feine Bewegungen, ein feines Zwinkern in den Augen oder ein sonstiges feines Vibrieren von Muskeln wahrgenommen hat an dem Herrn von Osten und allmählich gelernt hat, wie die vibrierende Bewegung im Augenmuskel ist, wenn das Rechnungsresultat so oder so ist; dann folgte das Aufstoßen mit dem Fuße. Er hat da eine sehr geistreiche, geistvolle Hypothese aufgestellt. Er kommt dann doch zu der Frage, die man stellen muß: Hat man diese Dinge etwa selber gesehen, ist das ein Beobachtungsresultat? — Gewiß, er stellt sich diese Frage; man lernt sehr verantwortungsvoll forschen. Er beantwortet sie dadurch, daß er sagt: Dazu sind unsere Sinne nicht organisiert, um diese feinen äußeren Bewegungen wahrzunehmen; das Pferd aber kann dieses. - Damit wird nur konstatiert, daß ein Pferd am Menschen mehr sehen kann als ein Privatdozent.
[ 20 ] Aber mir war etwas anderes wichtig: das Pferd hat seine Rechnungsresultate nur dann erzielt, wenn Herr von Osten danebenstand und mit dem Pferde sprach. Während er sprach, nahm er so ein kleines Zuckerstückchen, steckte es dem Pferde ins Maul. Das Pferd hatte fortwährend einen süßen Geschmack, der es ganz durchdrang. Das ist das Wesentliche. Es fühlte sich innerlich in der Süßigkeit angeregt; da wird man auch als Pferd fähig, durch diese Verinnerlichung dasjenige zu erleben, was man sonst nicht erlebt. Eigentlich möchte ich sagen: In dem Süßigkeitspferd, das da als ätherisches Pferd durchzogen hat das physische Pferd, da lebte fortwährend Herr von Osten, darinnen lebten seine Gedanken wie sonst im eigenen Leibe und breiteten sich aus. Im Pferde lebten sie fort nicht dadurch, daß das Pferd feiner beobachten kann als ein Privatdozent, sondern weil es noch nicht so hoch organisiert ist und daher den fremden Einfluß aufnimmt, während der Körper fortwährend Süßigkeit aufnimmt.
[ 20 ] Aber mir war etwas anderes wichtig: das Pferd hat seine Rechnungsresultate nur dann erzielt, wenn Herr von Osten danebenstand und mit dem Pferde sprach. Während er sprach, nahm er so ein kleines Zuckerstückchen, steckte es dem Pferde ins Maul. Das Pferd hatte fortwährend einen süßen Geschmack, der es ganz durchdrang. Das ist das Wesentliche. Es fühlte sich innerlich in der Süßigkeit angeregt; da wird man auch als Pferd fähig, durch diese Verinnerlichung dasjenige zu erleben, was man sonst nicht erlebt. Eigentlich möchte ich sagen: In dem Süßigkeitspferd, das da als ätherisches Pferd durchzogen hat das physische Pferd, da lebte fortwährend Herr von Osten, darinnen lebten seine Gedanken wie sonst im eigenen Leibe und breiteten sich aus. Im Pferde lebten sie fort nicht dadurch, daß das Pferd feiner beobachten kann als ein Privatdozent, sondern weil es noch nicht so hoch organisiert ist und daher den fremden Einfluß aufnimmt, während der Körper fortwährend Süßigkeit aufnimmt.
[ 21 ] Es gibt solche Wirkungen von Mensch zu Mensch, die hervorgerufen werden durch Dinge, für die man sonst nur schwer oder unempfänglich ist. Sie treten namentlich auf im Verkehr zwischen Mensch und Tier; aber sie können im hohen Grad vorhanden sein, wenn das GeistigSeelische noch nicht emanzipiert ist vom Körperlichen, wie das beim Kinde der Fall ist, so daß das Kind wirklich in Geste und Blick das Moralische in der Umgebung wahrnimmt, wenn auch der Erwachsene das nicht mehr beobachten kann. Daher dürfen wir uns nicht häßliche Gedanken in der Umgebung des Kindes gestatten; die leben nicht nur im Seelischen des Kindes fort, sondern die leben in der physischen Organisation des Kindes fort.
[ 21 ] Es gibt solche Wirkungen von Mensch zu Mensch, die hervorgerufen werden durch Dinge, für die man sonst nur schwer oder unempfänglich ist. Sie treten namentlich auf im Verkehr zwischen Mensch und Tier; aber sie können im hohen Grad vorhanden sein, wenn das GeistigSeelische noch nicht emanzipiert ist vom Körperlichen, wie das beim Kinde der Fall ist, so daß das Kind wirklich in Geste und Blick das Moralische in der Umgebung wahrnimmt, wenn auch der Erwachsene das nicht mehr beobachten kann. Daher dürfen wir uns nicht häßliche Gedanken in der Umgebung des Kindes gestatten; die leben nicht nur im Seelischen des Kindes fort, sondern die leben in der physischen Organisation des Kindes fort.
[ 22 ] Gewiß, dasjenige, was heute zum Beispiel geleistet wird in mancher medizinischen oder sonstigen Dissertation, wie sie abgeliefert wird nach dem heutigen Stande der wissenschaftlichen Erkenntnis, ist sehr interessant. Aber es wird die Zeit kommen, wo noch ganz anderes kommen wird, wo zum Beispiel — lassen Sie mich das so anschaulich schildern, es wird vielleicht gerade dadurch einleuchtend -, sagen wir, in Doktorschriften, die gemacht werden, um den Doktorgrad zu erlangen, das Thema behandelt wird: Ein Krankheitsfall im 48. Jahr mit diesen oder jenen Symptomen führt zurück auf häßliche Gedanken von einer bestimmten Art, die im 4. oder 5. Lebensjahr an das Kind herangetreten sind. Mit solchen Einsichten wird man in Wirklichkeit an den Menschen herankommen, und dadurch wird man dann das ganze menschliche Leben überschauen.
[ 22 ] Gewiß, dasjenige, was heute zum Beispiel geleistet wird in mancher medizinischen oder sonstigen Dissertation, wie sie abgeliefert wird nach dem heutigen Stande der wissenschaftlichen Erkenntnis, ist sehr interessant. Aber es wird die Zeit kommen, wo noch ganz anderes kommen wird, wo zum Beispiel — lassen Sie mich das so anschaulich schildern, es wird vielleicht gerade dadurch einleuchtend -, sagen wir, in Doktorschriften, die gemacht werden, um den Doktorgrad zu erlangen, das Thema behandelt wird: Ein Krankheitsfall im 48. Jahr mit diesen oder jenen Symptomen führt zurück auf häßliche Gedanken von einer bestimmten Art, die im 4. oder 5. Lebensjahr an das Kind herangetreten sind. Mit solchen Einsichten wird man in Wirklichkeit an den Menschen herankommen, und dadurch wird man dann das ganze menschliche Leben überschauen.
[ 23 ] So handelt es sich darum, daß wir allmählich lernen, nicht nur Dinge an das Kind heranzubringen, die wir nach unserem abstrakten Verstande als Stäbchenlegen und allerlei solche Arbeiten ausdenken, daß das Kind es machen könne: das Kind tut es nicht von sich aus. Es muß seine eigene Seelenkraft erregt werden; dann ahmt es die Dinge nach, die es bei den Erwachsenen sieht. Es spielt mit der Puppe, weil es die Mutter das Kind pflegen sieht. Im Kinde lebt ganz und gar dasjenige, was bei den Erwachsenen ist, als Tendenz zur Nachahmung. Dieser Tendenz muß Rechnung getragen werden bei der Erziehung des Kindes bis zum Zahnwechsel. Nur ist all das, was da heranerzogen werden soll, einer Veränderung unterworfen im kindlichen Organismus, der alles lebendiger macht, beseelter macht, als es beim erwachsenen Menschen durchgeführt wird, weil das Kind noch eine Einheit ist von Leib, Seele und Geist. Beim erwachsenen Menschen ist der Körper emanzipiert vom Seelisch-Geistigen; das Seelisch-Geistige ist emanzipiert vom Körperlichen. Körper, Seele und Geist stehen vereinzelt da. Nur beim Kinde ist eine strenge Einheit im Körperlich-SeelischGeistigen. Bis in das Denken hinein ist diese Einheit da. Dies kann man leicht bemerken, wenn man dem Kinde zum Beispiel, bevor es den Zahnwechsel durchgemacht hat, eine recht schöne Puppe gibt, die wunderbar bemalt ist, menschenähnlich ist, sogar gläserne Augen hat. Es gibt solche Puppen: wenn man sie niederlegt, verdrehen sie die Augen und schlafen; wenn man sie aufhebt, schaut das Ding. Viele andere Vorrichtungen gibt es da, wodurch solch kleine Ungetüme entstehen, die man dem Kinde in die Hand gibt als «schöne Puppen». Ja, scheußlich sind diese Dinge schon vom künstlerischen Gesichtspunkt aus, aber darauf möchte ich nicht eingehen. Aber betrachten Sie einmal den Unterschied, der mit dem Kinde selber vorgeht, wenn Sie dem Kinde eine schöne Puppe geben, die sogar die Augen verdrehen kann. Zuerst wird es natürlich Freude haben, weil das Ding eine Sensation ist; aber nach und nach vergeht dies. Vergleichen Sie das, was mit dem Kinde vorgeht, wenn Sie einfach ein Wischtuch nehmen, oben einen Kopf daraus formen, indem Sie es zusammenziehen, zwei Punkte machen als Augen, vielleicht auch noch eine große Nase. Da hat das Kind Gelegenheit, in seiner Phantasie, in seinem Seelisch-Geistigen, das mit dem Körperlichen verbunden ist, das andere dazu zu phantasieren. Da lebt das Kind jedesmal, wenn es die Puppe vorstellen soll, innerlich auf, da bleibt es lebendig. Macht man diese Versuche, so wird man sehen, wie es etwas ganz anderes bedeutet, der Phantasie, der Seelentätigkeit beim kindlichen Spiel möglichst viel zu überlassen, oder das Spielzeug so zu formen, daß es nichts mehr für die innere Regsamkeit übrig läßt. Daher ist es von allergrößtem Nutzen für das Kind, wenn wir die Kinderhandarbeiten so einrichten, daß sie möglichst nur andeutend sind, wenn noch viel der Phantasietätigkeit übrigbleibt. Fertig gestaltete Tätigkeit, die so bleiben kann, wie sie ist, ist nicht anregend, weil die Phantasie nicht hinausgehen kann über das, was sinnlich vorliegt.
[ 23 ] So handelt es sich darum, daß wir allmählich lernen, nicht nur Dinge an das Kind heranzubringen, die wir nach unserem abstrakten Verstande als Stäbchenlegen und allerlei solche Arbeiten ausdenken, daß das Kind es machen könne: das Kind tut es nicht von sich aus. Es muß seine eigene Seelenkraft erregt werden; dann ahmt es die Dinge nach, die es bei den Erwachsenen sieht. Es spielt mit der Puppe, weil es die Mutter das Kind pflegen sieht. Im Kinde lebt ganz und gar dasjenige, was bei den Erwachsenen ist, als Tendenz zur Nachahmung. Dieser Tendenz muß Rechnung getragen werden bei der Erziehung des Kindes bis zum Zahnwechsel. Nur ist all das, was da heranerzogen werden soll, einer Veränderung unterworfen im kindlichen Organismus, der alles lebendiger macht, beseelter macht, als es beim erwachsenen Menschen durchgeführt wird, weil das Kind noch eine Einheit ist von Leib, Seele und Geist. Beim erwachsenen Menschen ist der Körper emanzipiert vom Seelisch-Geistigen; das Seelisch-Geistige ist emanzipiert vom Körperlichen. Körper, Seele und Geist stehen vereinzelt da. Nur beim Kinde ist eine strenge Einheit im Körperlich-SeelischGeistigen. Bis in das Denken hinein ist diese Einheit da. Dies kann man leicht bemerken, wenn man dem Kinde zum Beispiel, bevor es den Zahnwechsel durchgemacht hat, eine recht schöne Puppe gibt, die wunderbar bemalt ist, menschenähnlich ist, sogar gläserne Augen hat. Es gibt solche Puppen: wenn man sie niederlegt, verdrehen sie die Augen und schlafen; wenn man sie aufhebt, schaut das Ding. Viele andere Vorrichtungen gibt es da, wodurch solch kleine Ungetüme entstehen, die man dem Kinde in die Hand gibt als «schöne Puppen». Ja, scheußlich sind diese Dinge schon vom künstlerischen Gesichtspunkt aus, aber darauf möchte ich nicht eingehen. Aber betrachten Sie einmal den Unterschied, der mit dem Kinde selber vorgeht, wenn Sie dem Kinde eine schöne Puppe geben, die sogar die Augen verdrehen kann. Zuerst wird es natürlich Freude haben, weil das Ding eine Sensation ist; aber nach und nach vergeht dies. Vergleichen Sie das, was mit dem Kinde vorgeht, wenn Sie einfach ein Wischtuch nehmen, oben einen Kopf daraus formen, indem Sie es zusammenziehen, zwei Punkte machen als Augen, vielleicht auch noch eine große Nase. Da hat das Kind Gelegenheit, in seiner Phantasie, in seinem Seelisch-Geistigen, das mit dem Körperlichen verbunden ist, das andere dazu zu phantasieren. Da lebt das Kind jedesmal, wenn es die Puppe vorstellen soll, innerlich auf, da bleibt es lebendig. Macht man diese Versuche, so wird man sehen, wie es etwas ganz anderes bedeutet, der Phantasie, der Seelentätigkeit beim kindlichen Spiel möglichst viel zu überlassen, oder das Spielzeug so zu formen, daß es nichts mehr für die innere Regsamkeit übrig läßt. Daher ist es von allergrößtem Nutzen für das Kind, wenn wir die Kinderhandarbeiten so einrichten, daß sie möglichst nur andeutend sind, wenn noch viel der Phantasietätigkeit übrigbleibt. Fertig gestaltete Tätigkeit, die so bleiben kann, wie sie ist, ist nicht anregend, weil die Phantasie nicht hinausgehen kann über das, was sinnlich vorliegt.
[ 24 ] Das wirft Licht auf die Art und Weise, wie wir gerade als Lehrende, als Erziehende sein müssen, wenn wir in richtiger Weise an das Kind herankommen wollen. Wir brauchen da eine Pädagogik, die auf Menschenerkenntnis, auf Erkenntnis des Kindes beruht. Und wiederum, eine wirkliche Pädagogik, die auf Menschenerkenntnis beruht, wird in demjenigen Zeitalter vorhanden sein, wo man zum Beispiel erleben wird Doktorarbeiten von der Art: Ein Fall von Diabetes bei einem Vierzigjährigen zurückgeführt auf die Schädlichkeit des kindlichen Spieles im 3., 4. Lebensjahr. Dann wird man sehen, was es heißt: der ganze Mensch besteht aus Körper, Seele und Geist, und beim Kinde ist Körper, Seele und Geist noch eine Einheit. Geist und Seele werden später vom Körper frei, dann sind sie ein Dreifaches. Dann sind sozusagen im erwachsenen Menschen Geist, Seele und Leib auseinandergeschoben, und nur der Leib behält dasjenige, was in ihm während der Zeit der kindlichen Entwickelung eingezogen ist als Keim für das spätere Leben. Nun ist das Eigentümliche: In der Seele erleben wir Folgen, die eben in das Unterbewußte hineingezogen sind, bald; physisch im Körper erleben wir es sieben- bis achtmal später. Wenn Sie das Kind seelenhaft erziehen, das Seelenhafte im 4., 5. Lebensjahr so geltend machen, daß das Kind es aufgenommen hat und sein Seelenleben unter dem Einflusse steht, so kommt dieses zum Beispiel im 8. Lebensjahr zum Vorschein. Die Leute sehen noch darauf, daß man im 4., 5. Lebensjahr das nicht beibringt, was es nicht gesund macht im 8., 9. Lebensjahr. Die Seelenwirkung zeigt sich im 8., im 7. Lebensjahr. Die körperliche Wirkung zeigt sich — weil sich der Körper emanzipiert — langsamer, zeigt sich sieben- bis achtmal später. Für die seelische Entwickelung zeigen sich die Früchte eines Einflusses aus dem 5. Lebensjahr im 8. Lebensjahr; im Körper zeigen sie sich nach 35 Jahren, nach einer Zeit, die siebenmal größer ist. 5 mal 7 ist 35. So daß Krankheitserscheinungen, die auftreten infolge einer falschen, durch Spielen bewirkten seelischen Einwirkung im 3., 4. Lebensjahr, im Beginne der Vierziger- oder Ende der Dreifigerjahre auftreten.
[ 24 ] Das wirft Licht auf die Art und Weise, wie wir gerade als Lehrende, als Erziehende sein müssen, wenn wir in richtiger Weise an das Kind herankommen wollen. Wir brauchen da eine Pädagogik, die auf Menschenerkenntnis, auf Erkenntnis des Kindes beruht. Und wiederum, eine wirkliche Pädagogik, die auf Menschenerkenntnis beruht, wird in demjenigen Zeitalter vorhanden sein, wo man zum Beispiel erleben wird Doktorarbeiten von der Art: Ein Fall von Diabetes bei einem Vierzigjährigen zurückgeführt auf die Schädlichkeit des kindlichen Spieles im 3., 4. Lebensjahr. Dann wird man sehen, was es heißt: der ganze Mensch besteht aus Körper, Seele und Geist, und beim Kinde ist Körper, Seele und Geist noch eine Einheit. Geist und Seele werden später vom Körper frei, dann sind sie ein Dreifaches. Dann sind sozusagen im erwachsenen Menschen Geist, Seele und Leib auseinandergeschoben, und nur der Leib behält dasjenige, was in ihm während der Zeit der kindlichen Entwickelung eingezogen ist als Keim für das spätere Leben. Nun ist das Eigentümliche: In der Seele erleben wir Folgen, die eben in das Unterbewußte hineingezogen sind, bald; physisch im Körper erleben wir es sieben- bis achtmal später. Wenn Sie das Kind seelenhaft erziehen, das Seelenhafte im 4., 5. Lebensjahr so geltend machen, daß das Kind es aufgenommen hat und sein Seelenleben unter dem Einflusse steht, so kommt dieses zum Beispiel im 8. Lebensjahr zum Vorschein. Die Leute sehen noch darauf, daß man im 4., 5. Lebensjahr das nicht beibringt, was es nicht gesund macht im 8., 9. Lebensjahr. Die Seelenwirkung zeigt sich im 8., im 7. Lebensjahr. Die körperliche Wirkung zeigt sich — weil sich der Körper emanzipiert — langsamer, zeigt sich sieben- bis achtmal später. Für die seelische Entwickelung zeigen sich die Früchte eines Einflusses aus dem 5. Lebensjahr im 8. Lebensjahr; im Körper zeigen sie sich nach 35 Jahren, nach einer Zeit, die siebenmal größer ist. 5 mal 7 ist 35. So daß Krankheitserscheinungen, die auftreten infolge einer falschen, durch Spielen bewirkten seelischen Einwirkung im 3., 4. Lebensjahr, im Beginne der Vierziger- oder Ende der Dreifigerjahre auftreten.
[ 25 ] Derjenige, der den ganzen Menschen kennenlernen will, muß auch das wissen, daß diese Emanzipation des Seelisch-Geistigen, die beim Erwachsenen eintritt gegenüber dem Vereintsein beim Kinde, nicht etwas Abstraktes ist, sondern sehr konkret ist, indem sich sogar der Zeitverlauf verschieben kann. Immer mehr und mehr wird die Zeit, die der Körper mehr braucht als die Seele, um etwas auszubilden. Der Körper bleibt zurück, und Schädlichkeiten des Körpers treten viel später ein als Schädlichkeiten der Seele. So ist es wiederum bei manchen Verfehlungen im kindlichen Lebensalter, wo man sehen kann, wie in den Flegeljahren im Seelischen gar manches Schlimme ist; aber es gleicht sich aus. Denn man hat da verhältnismäßig leichte Mittel, um selbst Leute noch zurechtzubringen, die in den Flegeljahren, wie man es nennt, recht ausgelassen sind; die werden manchmal noch ganz brave Philister. Das ist nicht etwas so Schlimmes. Aber der Körper entwickelt sich allmählich immer langsamer und immer langsamer; und wenn man längst das, was in den Flegeljahren im Seelisch-Geistigen aufgetreten ist, überwunden hat, hat man als Ergebnis der Flegeljahre noch am Ende des Lebens zu kämpfen mit Podagra als physischer Wirkung, die in langsamer Weise sich ergibt.
[ 25 ] Derjenige, der den ganzen Menschen kennenlernen will, muß auch das wissen, daß diese Emanzipation des Seelisch-Geistigen, die beim Erwachsenen eintritt gegenüber dem Vereintsein beim Kinde, nicht etwas Abstraktes ist, sondern sehr konkret ist, indem sich sogar der Zeitverlauf verschieben kann. Immer mehr und mehr wird die Zeit, die der Körper mehr braucht als die Seele, um etwas auszubilden. Der Körper bleibt zurück, und Schädlichkeiten des Körpers treten viel später ein als Schädlichkeiten der Seele. So ist es wiederum bei manchen Verfehlungen im kindlichen Lebensalter, wo man sehen kann, wie in den Flegeljahren im Seelischen gar manches Schlimme ist; aber es gleicht sich aus. Denn man hat da verhältnismäßig leichte Mittel, um selbst Leute noch zurechtzubringen, die in den Flegeljahren, wie man es nennt, recht ausgelassen sind; die werden manchmal noch ganz brave Philister. Das ist nicht etwas so Schlimmes. Aber der Körper entwickelt sich allmählich immer langsamer und immer langsamer; und wenn man längst das, was in den Flegeljahren im Seelisch-Geistigen aufgetreten ist, überwunden hat, hat man als Ergebnis der Flegeljahre noch am Ende des Lebens zu kämpfen mit Podagra als physischer Wirkung, die in langsamer Weise sich ergibt.
[ 26 ] Konkrete Menschenerkenntnis ist schon etwas, was eine große Bedeutung hat im menschlichen Leben. Diese konkrete Menschenerkenntnis, die wirklich in den Menschen hineinschauen läßt, ist allein imstande, Voraussetzungen zu liefern für eine wahre Erziehungskunst, die den Menschen hineinstellt in das Leben so, daß — nach seinem Schicksal selbstverständlich bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger alles werden kann, was im Menschen veranlagt ist. Nicht darum kann es sich handeln, daß wir mit der pädagogischen Kunst gegen das Schicksal handeln; aber man muß erreichen, was im Schicksal veranlagt ist. Heute bleibt man vielfach mit der Erziehung hinter dem zurück, was im Schicksal veranlagt ist. Wir müssen der Schicksalsveranlagung soweit nachkommen, daß der Mensch im Denken die ihm für das Leben höchste mögliche Klarheit, im Fühlen die nach seinem Schicksal für ihn denkbar höchste liebevolle Vertiefung, und im Wollen die nach seinem Schicksal höchste mögliche Energie und Tüchtigkeit erringe.
[ 26 ] Konkrete Menschenerkenntnis ist schon etwas, was eine große Bedeutung hat im menschlichen Leben. Diese konkrete Menschenerkenntnis, die wirklich in den Menschen hineinschauen läßt, ist allein imstande, Voraussetzungen zu liefern für eine wahre Erziehungskunst, die den Menschen hineinstellt in das Leben so, daß — nach seinem Schicksal selbstverständlich bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger alles werden kann, was im Menschen veranlagt ist. Nicht darum kann es sich handeln, daß wir mit der pädagogischen Kunst gegen das Schicksal handeln; aber man muß erreichen, was im Schicksal veranlagt ist. Heute bleibt man vielfach mit der Erziehung hinter dem zurück, was im Schicksal veranlagt ist. Wir müssen der Schicksalsveranlagung soweit nachkommen, daß der Mensch im Denken die ihm für das Leben höchste mögliche Klarheit, im Fühlen die nach seinem Schicksal für ihn denkbar höchste liebevolle Vertiefung, und im Wollen die nach seinem Schicksal höchste mögliche Energie und Tüchtigkeit erringe.
[ 27 ] Das kann nur eine auf wirklicher Menschenerkenntnis aufgebaute Pädagogik und Didaktik. Von ihr wollen wir dann in den nächsten Vorträgen weiter sprechen.
[ 27 ] Das kann nur eine auf wirklicher Menschenerkenntnis aufgebaute Pädagogik und Didaktik. Von ihr wollen wir dann in den nächsten Vorträgen weiter sprechen.
--- TRANSLATIONS ------ TRANSLATIONS ---Second Lecture
Second Lecture
[ 1 ] You will have seen that the foundation of the art of education lies in an understanding of human nature that can penetrate more deeply into the human being than the understanding of human nature recognized today, which seeks to ground all knowledge in the natural sciences. But since, as we have seen, the natural sciences cannot in reality penetrate to the core of the human being and his essence, no true understanding of the human being can arise from a scientific mindset. Anthroposophy aims to provide a genuine understanding of the human being alongside an understanding of the world that is imbued with spirit, because the world itself is imbued with spirit. Through this, anthroposophy also seeks to establish a genuine pedagogy. One should not, however, believe—and this misconception can easily arise—that there is any urge among those who profess anthroposophy to establish anthroposophical schools, schools in which anthroposophy, as a worldview—as it happens to be today—is to be substituted for other, intellectual or heartfelt worldviews. That is by no means the intention, and it is important to bear in mind that this is not the intention at all. The pedagogy being discussed here seeks to incorporate from anthroposophy only the methodological and didactic elements relevant to education and teaching. And just because those who truly delve into anthroposophy may hold the justified view that it is capable, based on its understanding of the human being, of deriving the corresponding, truly practical rules for dealing with people, it may also be assumed that what is absolutely necessary finds its way into the practice, the method, and the “how” of teaching and education through anthroposophy.
[ 1 ] You will have seen that the foundation of the art of education lies in an understanding of human nature that can penetrate more deeply into the human being than the understanding of human nature recognized today, which seeks to ground all knowledge in the natural sciences. But since, as we have seen, the natural sciences cannot in reality penetrate to the core of the human being and his essence, no true understanding of the human being can arise from a scientific mindset. Anthroposophy aims to provide a genuine understanding of the human being alongside an understanding of the world that is imbued with spirit, because the world itself is imbued with spirit. Through this, anthroposophy also seeks to establish a genuine pedagogy. One should not, however, believe—and this misconception can easily arise—that there is any urge among those who profess anthroposophy to establish anthroposophical schools, schools in which anthroposophy, as a worldview—as it happens to be today—is to be substituted for other, intellectual or heartfelt worldviews. That is by no means the intention, and it is important to bear in mind that this is not the intention at all. The pedagogy being discussed here seeks to incorporate from anthroposophy only the methodological and didactic elements relevant to education and teaching. And just because those who truly delve into anthroposophy may hold the justified view that it is capable, based on its understanding of the human being, of deriving the corresponding, truly practical rules for dealing with people, it may also be assumed that what is absolutely necessary finds its way into the practice, the method, and the “how” of teaching and education through anthroposophy.
[ 2 ] I would now like to mention, by way of a side note, that here in Stuttgart—where we have been able to work for years at the Waldorf School in the spirit of anthroposophical pedagogy—we have also made it very clear to the outside world that the point is not to introduce anthroposophy as such into the school. We have simply entrusted religious instruction as such to the Catholic priest for Catholic children and to the Protestant pastor for Protestant children; and only for those children whose parents wish for them to receive independent religious instruction are such lessons taught based on anthroposophy—so that the question of worldview is not actually addressed in the Waldorf school.
[ 2 ] I would now like to mention, by way of a side note, that here in Stuttgart—where we have been able to work for years at the Waldorf School in the spirit of anthroposophical pedagogy—we have also made it very clear to the outside world that the point is not to introduce anthroposophy as such into the school. We have simply entrusted religious instruction as such to the Catholic priest for Catholic children and to the Protestant pastor for Protestant children; and only for those children whose parents wish for them to receive independent religious instruction are such lessons taught based on anthroposophy—so that the question of worldview is not actually addressed in the Waldorf school.
[ 3 ] Furthermore, it should be noted that one should not initially assume that the establishment of schools on a large scale must be a goal or ideal of what is to be achieved through anthroposophical pedagogy. Certainly, if one wishes to teach using purely anthroposophical methods, model schools are needed. Such model schools are indeed urgently needed. But since the art of anthroposophical pedagogy is intended, first and foremost, to be methodological and didactic—that is, to emphasize the “how” of teaching—the point is that it can be brought to bear everywhere, in every type of school and in every type of instruction, by the individual teacher. The aim is not to bring about revolutions or anything of the sort in educational institutions through anthroposophical pedagogy—not even in the slightest sense—but rather to derive, from anthroposophical pedagogy and an understanding of human nature, guidelines for how teaching and education should be conducted.
[ 3 ] Furthermore, it should be noted that one should not initially assume that the establishment of schools on a large scale must be a goal or ideal of what is to be achieved through anthroposophical pedagogy. Certainly, if one wishes to teach using purely anthroposophical methods, model schools are needed. Such model schools are indeed urgently needed. But since the art of anthroposophical pedagogy is intended, first and foremost, to be methodological and didactic—that is, to emphasize the “how” of teaching—the point is that it can be brought to bear everywhere, in every type of school and in every type of instruction, by the individual teacher. The aim is not to bring about revolutions or anything of the sort in educational institutions through anthroposophical pedagogy—not even in the slightest sense—but rather to derive, from anthroposophical pedagogy and an understanding of human nature, guidelines for how teaching and education should be conducted.
[ 4 ] Now you have seen that this involves a more intimate examination and observation of human beings than is customary today. Today, in certain fields, people have learned to observe with great precision, and what is achieved in this direction in so-called “close observation”—for example, when observing the stars through a telescope, or in the field of metrology—and many other examples could be cited—is something that arises from the feeling of observing intimately in the mathematical sense. But to observe intimately in the sense that this reveals subtle transitions in the human soul or even subtle transitions in the human organism—this is something we do not possess today in general civilized life, precisely because of that scientific mindset that has developed over the last three to four centuries. And that is why even the transitions so important for education—such as those that occur during the change of teeth, at puberty, and even after the age of 20—are not observed.
[ 4 ] Now you have seen that this involves a more intimate examination and observation of human beings than is customary today. Today, in certain fields, people have learned to observe with great precision, and what is achieved in this direction in so-called “close observation”—for example, when observing the stars through a telescope, or in the field of metrology—and many other examples could be cited—is something that arises from the feeling of observing intimately in the mathematical sense. But to observe intimately in the sense that this reveals subtle transitions in the human soul or even subtle transitions in the human organism—this is something we do not possess today in general civilized life, precisely because of that scientific mindset that has developed over the last three to four centuries. And that is why even the transitions so important for education—such as those that occur during the change of teeth, at puberty, and even after the age of 20—are not observed.
[ 5 ] Certainly, people speak of these transitions, but they speak only of what takes place, in a general sense, in the physical body, and of what is expressed in the soul through a general dependence of the soul on the physical body. But little is said about how the child, before losing its baby teeth, differs in its entire physical and bodily organization from how it lives during the second phase, between losing its baby teeth and reaching sexual maturity. These matters require a more subtle method of observation. And since anthroposophy is based on the observation of the spiritual in the world—as it manifests itself everywhere in the world, and as most people are unwilling to acknowledge—it possesses the power that even those individuals whose circumstances do not yet allow them to gain immediate insight into the spiritual world to nevertheless, when they begin to practice those inner soul exercises that gradually lead to a genuine insight into the spiritual world, develop a more refined ability to observe human beings simply by embarking on these soul exercises. For consider this: all exploration of the spiritual world is based on the fact that within the spiritual-soul aspect of the human being—in the supersensible, in that which I described yesterday as descending from a pre-earthly existence and uniting with the inherited physical body—one develops, within this supersensible realm, supersensible organ forms, eyes and ears of the soul—just as the body has eyes and ears—so that one can perceive independently of the body.
[ 5 ] Certainly, people speak of these transitions, but they speak only of what takes place, in a general sense, in the physical body, and of what is expressed in the soul through a general dependence of the soul on the physical body. But little is said about how the child, before losing its baby teeth, differs in its entire physical and bodily organization from how it lives during the second phase, between losing its baby teeth and reaching sexual maturity. These matters require a more subtle method of observation. And since anthroposophy is based on the observation of the spiritual in the world—as it manifests itself everywhere in the world, and as most people are unwilling to acknowledge—it possesses the power that even those individuals whose circumstances do not yet allow them to gain immediate insight into the spiritual world to nevertheless, when they begin to practice those inner soul exercises that gradually lead to a genuine insight into the spiritual world, develop a more refined ability to observe human beings simply by embarking on these soul exercises. For consider this: all exploration of the spiritual world is based on the fact that within the spiritual-soul aspect of the human being—in the supersensible, in that which I described yesterday as descending from a pre-earthly existence and uniting with the inherited physical body—one develops, within this supersensible realm, supersensible organ forms, eyes and ears of the soul—just as the body has eyes and ears—so that one can perceive independently of the body.
[ 6 ] Every night, while sleeping, a person is unconsciously in the state one must be in when engaging in spiritual research. The moment one falls asleep, one’s spiritual-soul aspect leaves the physical body. The moment we wake up, we re-enter the physical body with our spiritual-soul aspect. We observe in a waking person how they use their eyes and ears, and how they set their limbs in motion. Both the use of the sense organs and the setting of the limbs in motion originate from the spiritual-soul aspect. Even a true understanding of nature—which we do not yet possess today—teaches us that physical manifestations during wakefulness are governed by the spiritual-soul aspect, and that there is merely an interruption of this activity of the spiritual-soul aspect from the moment of falling asleep until the moment of waking. This distinction between sleeping and waking is still too subtle for today’s way of thinking, which has been shaped by scientific methods—a way of thinking we begin to absorb as early as childhood education. For in sleep, the human being is entirely surrendered to those activities of his organism to which minerals and plants are also surrendered.
[ 6 ] Every night, while sleeping, a person is unconsciously in the state one must be in when engaging in spiritual research. The moment one falls asleep, one’s spiritual-soul aspect leaves the physical body. The moment we wake up, we re-enter the physical body with our spiritual-soul aspect. We observe in a waking person how they use their eyes and ears, and how they set their limbs in motion. Both the use of the sense organs and the setting of the limbs in motion originate from the spiritual-soul aspect. Even a true understanding of nature—which we do not yet possess today—teaches us that physical manifestations during wakefulness are governed by the spiritual-soul aspect, and that there is merely an interruption of this activity of the spiritual-soul aspect from the moment of falling asleep until the moment of waking. This distinction between sleeping and waking is still too subtle for today’s way of thinking, which has been shaped by scientific methods—a way of thinking we begin to absorb as early as childhood education. For in sleep, the human being is entirely surrendered to those activities of his organism to which minerals and plants are also surrendered.
[ 7 ] However, one must not say—especially in the Spiritual Science, where anthroposophy requires precise and accurate language—that a sleeping human being is a plant; of course, he is not. He is not a plant in terms of his organization. In terms of their organization, human beings are such that the mineral and plant substances are organized upward to the animal-human level. Plants have no muscles and no nerves. Nerves and muscles are, of course, present in human beings even during sleep. And what is significant for human beings—and in a certain sense also for animals, though that is not the issue at hand here—is that the purely vegetative activity, which in plants otherwise has nothing to do with muscles and nerves, now transcends the substantial realm through muscles and nerves, so that even the human activity of sleep is not merely a plant-like activity. But the impulse is the same as that found in plants.
[ 7 ] However, one must not say—especially in the Spiritual Science, where anthroposophy requires precise and accurate language—that a sleeping human being is a plant; of course, he is not. He is not a plant in terms of his organization. In terms of their organization, human beings are such that the mineral and plant substances are organized upward to the animal-human level. Plants have no muscles and no nerves. Nerves and muscles are, of course, present in human beings even during sleep. And what is significant for human beings—and in a certain sense also for animals, though that is not the issue at hand here—is that the purely vegetative activity, which in plants otherwise has nothing to do with muscles and nerves, now transcends the substantial realm through muscles and nerves, so that even the human activity of sleep is not merely a plant-like activity. But the impulse is the same as that found in plants.
[ 8 ] Therefore, something different happens in humans during sleep than in plants. But to get a mental image of what is actually going on there, one must say the following: While awake, the spiritual-soul aspect is integrated into the human organism. When observed, this spiritual-soul aspect does indeed show a certain resemblance to the entire universe, the entire cosmos—but it is only a resemblance—so that when we observe plant growth, the following becomes apparent: In the spring, when the snow has melted, we see plants sprouting and growing out of the earth; we see them unfolding their essence. We see, so to speak, plant growth that until then had depended on the forces that had accumulated in the earth as sunlight since the previous year’s solar cycle. From these solar forces accumulated in the earth—one might put it that way—the plant beings are released in the spring and received by the outer sunlight, carried through the summer until the seed has ripened. Then, essentially, growth shifts back to the earth. During the summer, what is otherwise the power of the sun enters the earth and accumulates there. The accumulated solar power is constantly present in the earth. One need only recall that we are actually using the power of the sun—which millions of years ago shone upon the plants that became coal—to heat our stoves today. For a shorter period each year, the sun’s energy is stored in the earth. Thus, during the time leading up to spring, the plant still draws sun energy from the earth, where it has been stored. During the summer, it receives the sun’s energy directly from the cosmos. This creates a rhythm. One could say that the rhythm of plant life proceeds as follows: earthly solar energy, cosmic solar energy; earthly solar energy, cosmic solar energy, and so on. Like the swing of a clock’s pendulum, the plant alternates between cosmic and earthly solar energies.
[ 8 ] Therefore, something different happens in humans during sleep than in plants. But to get a mental image of what is actually going on there, one must say the following: While awake, the spiritual-soul aspect is integrated into the human organism. When observed, this spiritual-soul aspect does indeed show a certain resemblance to the entire universe, the entire cosmos—but it is only a resemblance—so that when we observe plant growth, the following becomes apparent: In the spring, when the snow has melted, we see plants sprouting and growing out of the earth; we see them unfolding their essence. We see, so to speak, plant growth that until then had depended on the forces that had accumulated in the earth as sunlight since the previous year’s solar cycle. From these solar forces accumulated in the earth—one might put it that way—the plant beings are released in the spring and received by the outer sunlight, carried through the summer until the seed has ripened. Then, essentially, growth shifts back to the earth. During the summer, what is otherwise the power of the sun enters the earth and accumulates there. The accumulated solar power is constantly present in the earth. One need only recall that we are actually using the power of the sun—which millions of years ago shone upon the plants that became coal—to heat our stoves today. For a shorter period each year, the sun’s energy is stored in the earth. Thus, during the time leading up to spring, the plant still draws sun energy from the earth, where it has been stored. During the summer, it receives the sun’s energy directly from the cosmos. This creates a rhythm. One could say that the rhythm of plant life proceeds as follows: earthly solar energy, cosmic solar energy; earthly solar energy, cosmic solar energy, and so on. Like the swing of a clock’s pendulum, the plant alternates between cosmic and earthly solar energies.
[ 9 ] And now, when we look at human beings: they fall asleep; they first set aside that which is purely mineral and that which is plant-like within their bodies—which, unlike plants, are organized for spiritual and soul life. When a person falls asleep, the vegetative life, left to its own devices, sprouts and flourishes; and indeed, at the beginning of sleep, spring arrives within the person. But this vegetative force is in turn driven back upon awakening. Upon awakening, autumn arrives within the person’s vegetative activity. It is precisely as the spiritual-soul aspect rises upon awakening that autumn arrives. In these matters, one often sees a resemblance—naturally, when thinking in terms of external analogies—such that one might suppose that spring arrives with awakening and autumn with falling asleep. This is not the case. For true spiritual insight into the human being, one sees precisely this sprouting, budding spring life emerging in the very first stage of sleep. What comes over a person while they are awake appears entirely like autumn, like life in decline, like the setting sun. While a person is awake, while every activity of their soul is at work within them, it is winter for the vegetative activity within them. Here we see, once again, a rhythm similar to that in plant growth. In plant growth, we distinguish between earthly activity and solar activity. In human beings, the same activity is essentially modeled after plant activity: falling asleep = summer activity; waking up = winter activity; then summer activity again, winter activity, and so on, but in a 24-hour cycle. What takes place outside in the cosmos over the course of a year, human beings have condensed into a 24-hour cycle. This is a similarity, but it is not an exact equivalence. And this is brought about in human beings by the fact that their spiritual-soul aspect is still active within them, whereas in the natural world outside, it has a completely different lifespan. There, a year is equivalent to a day in the lifespan of those spiritual beings that permeate the cosmos and the annual cycle, just as the spirit-soul in human beings brings about the daily cycle.
[ 9 ] And now, when we look at human beings: they fall asleep; they first set aside that which is purely mineral and that which is plant-like within their bodies—which, unlike plants, are organized for spiritual and soul life. When a person falls asleep, the vegetative life, left to its own devices, sprouts and flourishes; and indeed, at the beginning of sleep, spring arrives within the person. But this vegetative force is in turn driven back upon awakening. Upon awakening, autumn arrives within the person’s vegetative activity. It is precisely as the spiritual-soul aspect rises upon awakening that autumn arrives. In these matters, one often sees a resemblance—naturally, when thinking in terms of external analogies—such that one might suppose that spring arrives with awakening and autumn with falling asleep. This is not the case. For true spiritual insight into the human being, one sees precisely this sprouting, budding spring life emerging in the very first stage of sleep. What comes over a person while they are awake appears entirely like autumn, like life in decline, like the setting sun. While a person is awake, while every activity of their soul is at work within them, it is winter for the vegetative activity within them. Here we see, once again, a rhythm similar to that in plant growth. In plant growth, we distinguish between earthly activity and solar activity. In human beings, the same activity is essentially modeled after plant activity: falling asleep = summer activity; waking up = winter activity; then summer activity again, winter activity, and so on, but in a 24-hour cycle. What takes place outside in the cosmos over the course of a year, human beings have condensed into a 24-hour cycle. This is a similarity, but it is not an exact equivalence. And this is brought about in human beings by the fact that their spiritual-soul aspect is still active within them, whereas in the natural world outside, it has a completely different lifespan. There, a year is equivalent to a day in the lifespan of those spiritual beings that permeate the cosmos and the annual cycle, just as the spirit-soul in human beings brings about the daily cycle.
[ 10 ] If we consider this, we will also come to understand what I would now like to assume as purely hypothetical. I am saying this up front because I want to prevent you from being alarmed—since it may seem fantastical—but it can nevertheless help clarify what is actually meant. Let us assume that a person falls asleep; then what has been characterized as “summer activity” occurs. They continue sleeping; they fall asleep and do not wake up; they sleep on and on. Then that which is vegetative in the human being—that which is not the spiritual-soul aspect—if it were to continue as it is now during sleep, would follow the actual cycle that plant life follows: the annual cycle. Of course, this is not present; it is not inherent in human beings. Therefore, if a person were to leave the physical body in this way upon falling asleep, and if this physical body were to continue sleeping in this manner, the person would not be able to sustain it: death would set in; the body would be reclaimed by nature in a different way if only vegetative activity were present within it. If only vegetative activity were present in it, the human body would have to separate from the spirit and soul; it would simply take on the annual cycle and become vegetative. One looks at physical death, which leads to the destruction of the organism, and one says: What happened to the human being upon being born out of the universe is a transition from the great cycle to the small cycle. If left to its own devices, if it cannot activate the spiritual-soul aspect within itself, it must—since it cannot integrate itself directly into the cosmic cycle—fall prey to destruction.
[ 10 ] If we consider this, we will also come to understand what I would now like to assume as purely hypothetical. I am saying this up front because I want to prevent you from being alarmed—since it may seem fantastical—but it can nevertheless help clarify what is actually meant. Let us assume that a person falls asleep; then what has been characterized as “summer activity” occurs. They continue sleeping; they fall asleep and do not wake up; they sleep on and on. Then that which is vegetative in the human being—that which is not the spiritual-soul aspect—if it were to continue as it is now during sleep, would follow the actual cycle that plant life follows: the annual cycle. Of course, this is not present; it is not inherent in human beings. Therefore, if a person were to leave the physical body in this way upon falling asleep, and if this physical body were to continue sleeping in this manner, the person would not be able to sustain it: death would set in; the body would be reclaimed by nature in a different way if only vegetative activity were present within it. If only vegetative activity were present in it, the human body would have to separate from the spirit and soul; it would simply take on the annual cycle and become vegetative. One looks at physical death, which leads to the destruction of the organism, and one says: What happened to the human being upon being born out of the universe is a transition from the great cycle to the small cycle. If left to its own devices, if it cannot activate the spiritual-soul aspect within itself, it must—since it cannot integrate itself directly into the cosmic cycle—fall prey to destruction.
