Therapeutic Eurythmy
GA 315
15 April 1921, Dornach
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Curative Eurythmy, tr. Krohn
Vierter Vortrag
Lecture IV
[ 1 ] Meine lieben Freunde, die Vokale eurythmisch wirken durchaus, wie wir gesehen haben, mehr oder weniger unmittelbar auf den rhythmischen Organismus. Bei den konsonantischen eurythmischen Bewegungen handelt es sich darum, daß ja allerdings auch auf den rhythmischen Organismus gewirkt wird, jedoch auf dem Umweg durch den Gliedmaßen-Stoffwechselorganismus. Und da handelt es sich natürlich zunächst darum, daß wir die Einzelheiten einfach uns heute einmal ansehen, denn man bekommt im Grunde eine Anschauung von dem, um was es sich handelt, nur wenn man auf die Einzelheiten eingehen kann. Nun werden wir die wichtigsten eurythmischen Konsonantierungen einmal durchmachen. Vielleicht sind Ste noch einmal so gut- und machen Sie uns ein B vor, Fräulein Wolfram, und jetzt dieses B so, daß Sie es im Gehen machen. Jetzt versuchen Sie aber so zu gehen, daß ein Bein etwas Armbewegung nachahmt beim Gehen; dasB wiederholen. Nun denken Sie sich das immer schneller und schneller gemacht und -sagen wir zunächst einmal - vier bis fünf Minuten lang richtig wiederholt. Vielleicht ist dann Frau Baumann so gut und macht uns jetzt das P in derselben Weise vor. Es ist ja der Unterschied nicht groß. Jetzt müßten Sie versuchen, dieses mit den Beinen auch zu machen. Das gibt natürlich eine komplizierte Beinbewegung, die sehr ähnlich ist den Bewegungen bei der Toneurythmie (nicht auftreten dazwischen). Das muß nun hintereinander oft gemacht werden von dem, bei dem man durch das P etwas erreichen will.
[ 1 ] As we have seen the vowels in eurythmy always work more or less directly on the rhythmic organism. With the consonantal eurythmic movements the case is that, although the rhythmic organism is, of course, also affected, this is accomplished by way of the limb-metabolic system. Naturally the first thing we must do today is simply to take a look at the details; here one can only arrive at a contemplative picture of what is involved when one can enter into the details. We will now go through the most important consonantal movements in eurythmy. Perhaps you would make a B for us, Miss Wolfram; and now this B in walking as well. Try to walk in such a manner, however, that one leg imitates the motion of the arm while moving; but repeat the B. Now imagine that done more and more quickly and repeated to begin with, let us say for four to five minutes. Perhaps Mrs. Baumann will now do the P for us in the same manner. The difference is not very great. Now you must attempt to do this with the legs as well. That brings about a complicated leg movement which is very similar to the movements of tone eurythmy. That must now be repeated frequently and in series by the person with whom one hopes to accomplish something by means of the P.
[ 2 ] Nun hängen ja alle diese Bewegungen, die das Konsonantieren betreffen, zusammen mit all demjenigen in der Verdauung, das jenseits der Magen-Darmtätigkeit liegt; also wenn wir ins Auge fassen - nicht wahr, den eigentlichen Darmraum, den die Speisen durchmachen, von dem sehen wir jetzt ab-, aber dasjenige [ins Augefassen], was Außenwand des Darmes ist und wo sich wieder der Speisebrei durchschiebt durch die Darmzotten und so weiter und dann übergeht in Lymphe und Blut, also in jenseits der eigentlichen ersten Verdauungstätigkeit Liegendes. So daß solche Bewegungen, wie Sie sie jetzt eben ausgeführt gesehen haben, tatsächlich zurückwirken auf die innere Verdauung, auf alles dasjenige, was Verdauungstätigkeit ist in den Blutgefäßen, was Verdauungstätigkeit ist aber namentlich in den Nieren. Also wenn es sich darum handeln sollte, die Nierentätigkeit zu regulieren, dann würden Sie solche Bewegungen ausführen lassen. Gerade diese Bewegungen, die wir jetzt als B- und P-Bewegungen ausgeführt haben, das ist dasjenige, was im eminentesten Sinne auch auf die Regulierung der Nierentätigkeit, also auf die Harnentleerung zum Beispiel regulierend wirkt. Diese Zusammenhänge sind für denjenigen ganz gewiß außerordentlich interessant, der sich erinnert, wie überhaupt das ganze Zirkulationswesen im Menschen eben zusammenhängt mit der Sprache, und wie daher auch sich ein Zusammenhang herausstellt zwischen dem, was sich vom Stoffwechsel her in das Zirkulationssystem hineinschiebt und dieser besonderen Form des Lautierens, des Konsonantierens.
[ 2 ] Now all of the movements that are connected with the eurythmic consonants have to do with that in the process of digestion which lies on the far side of the activity of the stomach and intestine. We will now ignore the actual intestinal space through which the food passes. When we consider the outer wall of the intestine, however, where the chyme passes through the intestinal villi and so on and then into the blood and the lymph—thus from the other side of that comprised in the first digestive activity—movement such as we have just made work back on the inward digestion, on all that which is digestive activity in the blood vessels, and moreover on what is digestive activity in the kidneys. Thus if you should be concerned with regulating the activity of the kidneys, you should have such movements carried out. Precisely the movements which we have just done, B and P, are those which work pre-eminently in the regulation of renal activity, for example in regulating the elimination of urine. These connections are certainly extraordinarily interesting for someone who remembers how the whole circulatory being of man is related to language, and how a connection thus arises between that which pushes itself into the circulatory system from the metabolic system and this particular manner of making sounds, of making consonants.
[ 3 ] Nun versuchen wir einmal ein D zu machen. Nun versuchen Sie, dieselbe Bewegung zu machen mit den Beinen, indem Sie versuchen zu hüpfen, aber während des Hüpfens die Beine etwas in den Knien beugen so, daß Sie sie, indem Sie hüpfen, zu gleicher Zeit in den Knien beugen. Aber man muß dabei versuchen, die Patienten immer stärker und stärker dieses Beugen in den Knien und Hüpfen machen zu lassen und sie springen zu lassen. Vielleicht macht uns Frau Baumann vor das T, und dem entspräche jetzt ein Vorwärtshüpfen in dem Versuch, X-Beine zu machen. Also Sie machen den Versuch, im Vorwärtsschreiten auswärts zu hüpfen und X-Beine zu bilden. Das ist dasjenige, was man ausführen muß. Es handelt sich ja hier zunächst darum, die Sache zu demonstrieren. Da haben wir also D und T. Es ist wirklich so, daß man bei diesen Dingen, wenn man den sogenannten weichen Laut ausführt, abhelfen kann gelinderen Dingen nach dieser Richtung; wenn man den sogenannten harten Laut ausführt, den schärferen Dingen nach dieser Richtung. Diese Laute D und T sind tatsächlich so. Man muß sie natürlich minutenlang wiederholen lassen von den Patienten, bis die recht müde werden - bei diesen Dingen handelt es sich wirklich darum, die Dinge ausführen zu lassen bis zur Ermüdung. Dann, wenn man sie bis zur Ermüdung ausführen läßt, so sind insbesondere dieser D- und T-Laut eine Kraft, die stärkend wirkt auf die Darmtätigkeit, und insbesondere zwar auf diejenige Darmtätigkeit, die im Verstopftsein zur Ausführung’ kommt. Also man kann da manchen Verstop «zur Ausführung» laut Stenogramm; in früheren Ausgaben: «zum Ausdruck». fungen entgegenarbeiten. Es ist ja für den, der die physiologischen Zusammenhänge kennt zwischen dem Sprachorganismus, der ja die Bewegung aufnimmt im Sprechenlernen, und dem Stoffwechsel-Gliedmaßenorganismus, für den ist ja unbedingt eine solche Sache anschaulich.
[ 3 ] Let us try to make a D. Now attempt to make the same movement with the legs: you hop, and while hopping you bend the legs somewhat at the knee. Here one must try to get the patients to bend at the knee and hop more and more powerfully and have them jump. Perhaps Mrs. Baumann will demonstrate the T for us; here the corresponding movement will be a hop forwards with an attempt at making knock-knees.1X-beine; literally, X-legs. Thus while stepping forward you make the attempt to hop forwards and form knock-knees. That is what must be carried out. Our first concern is to demonstrate these things. So we have D and T. When one carries out the so-called soft sound one can remedy milder conditions, and with the so-called hard sound, the more severe conditions of this sort. Of course one must have the patients repeat them for several minutes until they are quite tired—in these things it is really a matter of carrying the exercise out until one is tired. And when one carries them out to fatigue, the D- and the T-sounds in particular are a force which works to strengthen the intestinal activity, particularly that activity which comes to expression in constipation. In this manner one can counteract constipation in many cases. Such a matter is unquestionably evident to the person who knows the physiological connections between the speech organism—which takes up the movement in the course of learning to speak—and the metabolic-limb system.
[ 4 ] Nun, vielleicht sind Sie so gut, Fräulein Wolfram, und machen uns einen G-Laut vor. Nun handelt es sich darum, daß Sie wiederum versuchen, in einer ähnlichen Weise mit Bildung von X-Beinen vorwärtszuhüpfen. Dasselbe wäre mit dem K-Laut (Frau Baumann). Und nun müssen Sie mit scharf auseinandergespreizten Beinen versuchen vorwärtszurücken, ebenso mit dem Q, aber das ist ja dasselbe. Da haben wir eine Bewegung, sowohl beim G, wie beim K, wie beim Q, welche schon anregend wirkt auf die Fortbewegung, auf die innere Mechanisierung des Darmes, also welche die Bewegungen des Darmes selber fördert. Der Unterschied in der physiologischen Wirkung zwischen D und T, G, K und Q ist der, daß bei D und T mehr eine Wirkung in dem Verarbeiten der Speisen selber da ist, währenddem bei G, K und Q mehr eine Wirkung auf die Fortbewegung der Speisen im Darm vorhanden ist, also wenn der Darm selber stockt.
[ 4 ] Now perhaps you will be so good, Miss Wolfram, and demonstrate the G-sound for us. Here is a matter of trying again to move forward in a similar manner while forming knock-knees. It would be the same thing with the K sound (Mrs. Baumann). And now you must try to hop forwards with the legs spread out sharply, with the Q as well; but that is the same thing again. Here in the case of G, as well as of K and of Q we have a movement which stimulates the forward motion, the inner mechanization of the intestine, which thus promotes the movement of the intestine itself. The difference in the physiological effect of D and T, G, K, and Q, is that in the case of D and T the processing of the food itself is more affected while with G, K, and Q the effect is more on the forward motion of the food in the intestine when the intestine itself lags.
[ 5 ] Besonders wichtig ist ja und therapeutisch fruchtbar anzuwenden der SLaut (Fräulein Wolfram). Nun, wenn Sie diesen S-Laut machen, so handelt es sich eben darum, daß Sie hüpfend, überhaupt hüpfend mit fortwährendem Behalten der Beine in der O-Form vorwärtshüpfen und diesen S-Laut machen. Und dieses hängt tatsächlich, namentlich dadurch, daß man in dieser O-Form fortwährend die Beine also aufsetzt, das hängt zusammen sogar sehr innerlich mit der menschlichen Verdauungstätigkeit, also mit der Stoffwechseltätigkeit, wie sie wiederum zurückwirkt auf den ganzen menschlichen Organismus. Und man hat gerade an diesen Bewegungen etwas, was man machen lassen kann auch von Kindern, die mangelhafte Verdauung zeigen und dadurch Kopfschmerzen zeigen, denn besonders regulierend wirkt diese Bewegung auf die Gasentwickelung im Darm. Wenn diese nicht in Ordnung ist, also zu gering oder zu stark, so wird insbesondere diese Bewegung im eminentesten Sinne wichtig 1Früher «richtig». wirken.
[ 5 ] Particularly important and therapeutically fruitful is the S. When you do the S-sound it is necessary to hop, to hop forwards keeping the legs continuously in the O-form, and to make the S-sound. Because one continually sets the legs down in this 0-shape, namely, this actually has a very inward connection with the human digestive activity, and that is with the metabolic activity as it works back upon the entire human organism. In this movement one has something which one can have those children do who show an insufficent digestive activity and, who therefore, have headaches, since this movement regulates in particular the formation of gas in the intestine. When this is not in order, when it is either insufficient or too strong, this movement in particular will have a most important effect.
[ 6 ] Dann haben wir den F-Laut (Frau Baumann). Da handelt es sich um etwas Psychisches. Da muß man versuchen, den Sprung so auszuführen: Man setzt an zum Springen und versucht vorwärtszukommen, aber jetzt beim Aufspringen streng mit den Zehenspitzen aufzutreten, jetzt Hacken auf — jetzt wiederum Hacken auf, jetzt wiederum Hacken auf. Beim V würde es ebenso sein. Da haben wir eine Bewegung, welche praktiziert werden sollte, wenn man findet, daß die Harnentleerung nicht in Ordnung ist. Also es wirkt anregend auf die Harnentleerung. Wenn man also aus irgendwelchen Gründen genötigt ist, diese irgendwie anzuregen, dann sollte man diese Bewegung ausführen lassen.
[ 6 ] Then we have the F-sound. (Mrs. Baumann). One has to do here with something psychic. One must try to perform the jump in the following manner: one begins and tries to go forward; in landing one must come down hard on the tips of the toes, however, and now bring the heels down—once again, a jump onto the tips of the toes, then down on to the heels again. In the case of the V,2V is pronounced in the same way as F in German. it would be just the same. Here we have a movement which should be practised when one finds that urination is not in order. It has a stimulative effect on the passing of urine. When it is necessary to animate this—for whatever reason—here is the movement to be performed.
[ 7 ] Es ist natürlich durchaus möglich, daß man in der mannigfaltigsten Weise diese Bewegungen kombiniert, denn man wird ja, wenn man zu behandeln hat, finden, daß man, das eine oder das andere nach der einen oder der andern Richtung hin kombinierend, zu wirken hat.
[ 7 ] It is, of course, entirely possible to combine the movements in the most varied manners; one will find in giving treatment that one will have to combine the one with the other—depending on the direction to be taken.
[ 8 ] Wenn wir ein R machen - (Fräulein Wolfram), und jetzt bitte ich Sie, so das R zu machen, daß Sie deutlich machen immer so beim Vorwärtsschreiten, wiederum strecken, dann mit dem linken [Bein] so auftreten, strecken [hier führte Rudolf Steiner die Beuge- und Streckbewegung selber vor]. Und während Sie in dieser Weise immerfort mit den abgebeugten Beinen versuchen, beim Vorwärtsschreiten aufzutreten, versuchen Sie das R zu machen. In dieser Weise müßte das ausgebildet werden. Dieses R, das ist etwas, wenn es also ein paar Minuten mit einem Menschen geübt wird - nur müßte es ja öfters am Tage dann geübt werden -, etwas, was den Entleerungsrhythmus, wenn er nicht in Ordnung ist, regelt. Das ist also etwas, was direkt auf den Entleerungsrhythmus hinüberwirkt, was den Entleerungsrhythmus regelt.
[ 8 ] If we make an R (Miss Wolfram) I must ask you to please make it in such a way that in stepping forwards you always stretch distinctly, then with the left foot thus (here Dr. Steiner demonstrated the bending and stretching movement himself; the ed.), put the weight on the foot, stretch and as you step forwards—continuing in this manner to put the weight on the foot with the legs bent—you must try to make the R. That would have to be developed in this manner. If one were to practise this R with a person for a few minutes—one would have to practise it frequently during the day, however—it would regulate the rhythm of evacuation were that not in order. That is something which works directly over onto the rhythm of evacuation and regulates it.
[ 9 ] Es ist auch sonst für das Beobachten der ganzen Dynamik des Menschen wichtig, diese Zusammenhänge, die auf diese Weise zutage treten, ins Auge zu fassen, wenn es auch natürlich durchaus notwendig ist, daß man diese Bewegungen nicht dilettierend ausführt, sondern daß sie durchaus eben, wenn sie ausgeführt werden, sachgemäß ausgeführt werden nach der Diagnose.
[ 9 ] Apart from its being necessary to do these movements not in a dilettantic fashion, but in a manner suitable to the matter at hand, in accordance with the diagnosis, it will be important for the observation of the whole dynamics of the human being to keep the connections which come thus to light in view.
[ 10 ] Nun ein L (Frau Baumann), wiederum in Verbindung mit der Bemühung, die Beine in die X-Lage zu versetzen und vorwärtszuhüpfen - zusammenziehen - wiederum machen. Das müßte zu gleicher Zeit aber eine Anstrengung sein, vorwärtszuhüpfen. Die Vorwärtsbewegung ist in einem solchen Falle durchaus nötig. Diese Bewegung, die wirkt ganz besonders stark ein auf die Peristaltik, auf die Darmbewegung selber. Es ist so, daß man diese Bewegung auch verwenden kann, indem man den Patienten rückwärts sich bewegen läßt in derselben Weise. Das wird er nur sehr viel schwerer lernen, aber auf die Darmbewegung, auf die Peristaltik wirkt das in ganz bedeutsamer Weise regulierend ein, wie überhaupt alle diese Bewegungen regulierend einwirken vom Gliedmaßen-Stoffwechselorganismus aus bis in dasjenige, was ja dann die Dependenz ist des GliedmaßenStoffwechselorganismus in dieser Beziehung, oder wenigstens was das daran Anschließende ist, die Zirkulation und auch die Atmungsbewegung.
[ 10 ] Now an L, (Mrs. Baumann) here again together with the effort to place the legs in the knock-kneed position and hop forwards—draw together—now once again. It should be an effort to hop forwards, too. The forwards motion is entirely necessary in such a case. This movement works especially strongly on the peristalsis, on the movement of the intestine itself. With this movement one can also have the patient move backwards in the same manner. He will have much more difficulty in learning to do it, but it will have a significant effect in regulating the movement of the intestine itself, the peristalsis, as all these movements in fact work in a regulative manner out of the limb-metabolic system into what is in this connection a dependency of the limb-metabolic system (or at least adjacent to it) that is, into the circulation and into the respiratory movement as well.
[ 11 ] Nun, ein ganz besonders interessanter Buchstabe ist das H, dieses H, welches eigentlich den meisten Vokalen auch anhaftet. Also dieses H, das nun so vom Gehen zu begleiten ist, daß man versucht, das Gehen dann so zu gestalten dabei: Man versucht, mit aneinandergestellten Beinen zunächst zu stehen, vorwärtszuhüpfen und dann während des Vorwärtshüpfens die Beine zu spreizen und dann wieder aufzuschlagen mit den geöffneten Beinen, immer mit Vorwärtsbewegen. Das ist eine Bewegung, die aber — das bitte ich zu berücksichtigen -, die aber durchaus langsam ausgeführt werden muß. Bei den andern Bewegungen kommt es darauf an, daß man sie schnell ausführt, diese Bewegung aber müßte langsam ausgeführt werden, und es müßten auch Ruhepausen sein zwischen den einzelnen Sprüngen. Bei dieser Bewegung ist das zu berücksichtigen aus dem Grunde, weil diese Bewegung sehr stark wirkt auf die Regulierung der Darmtätigkeit in der Gegend, wo der Übergang ist vom Magen in den Darm. Also daher, wenn man bemerkt, daß irgend jemand die Speisen nicht herausbekommt aus dem Magen in den Darm hinein, so ist es von großem Vorteil, diese Bewegung machen zu lassen; aber wie gesagt, in Ruhe und mit einem Stillstehen nach jedem einzelnen Hüpfen.
[ 11 ] A very interesting letter is the H, which actually has the most vowel nature attached to it. One should accompany the H in walking as follows: one tries to stand with the legs together, to hop forwards, and in the course of this hop forwards, to spread the legs and strike the floor with the legs apart; one should always be moving forwards. That is a movement which, I beg you to take notice, must be carried out thoroughly slowly, however. In the case of the other movements it is important to carry them out quickly; this movement, however, must be carried out slowly and there must be pauses for rest between each of the jumps as well. This must be taken into account with this movement as it has a very strong effect on the regulation of intestinal activity in the area of transition from the stomach into the intestine. Therefore, when one notices that someone eannot get his food from the stomach into the intestine, it will be greatly to his advantage to perform this movement, but, as I said, tranquilly and standing still after each separate hop.
[ 12 ] Nun haben wir dann das M (Frau Baumann). Und dieses M machen nun im Kiebitzschritt, also das M im Kibietzschrittmachen. Es ist gut, wenn man den einen Gang mit dem einen Bein machen läßt und den andern Gang mit dem andern Bein (hin und her). Man kann ja auch den Kiebitzschritt wieder zurück machen lassen und dann mit dem andern Bein wieder ihn vorwärts machen lassen. Diese Technik, den Kiebitzschritt zurück machen zu lassen, das ist etwas, was angeeignet werden sollte. Das ist nun in der Tat eine Bewegung, die wichtig ist zu studieren, denn das M in dieser Form in der Bewegung ausgeführt, das ist etwas, was regulierend wirkt im Grunde genommen auf den ganzen Stoffwechselorganismus, auf den Gliedmaßenorganismus, und [etwas], was außerordentlich wichtig ist, namentlich auch üben zu lassen im Entwickelungsalter der Kinder. Es ist eine Übung, dieses mit dem M: Wenn es gerade in der Zeit der Geschlechtsreife geübt wird, dann wird es außerordentlich regulierend wirken auch nach dem, ich möchte sagen Vordringlichen des Sexuallebens. Regulierend auf das Vordringliche des Sexuallebens wirkt es, wenn man es namentlich im Entwickelungsalter übt. Man muß sich dann nur eben einen Blick angeeignet 3Im Stenogramm eher als «angewendet» zu lesen, aber von Helene Finckh selber als «angeeignet» übertragen. haben dafür, ob man es in dieser Weise zu üben hat. Es ist nicht umsonst der Buchstabe M angesehen worden in der Zeit, in der man noch etwas verstanden hat von dem inneren Gehalt der Buchstaben, als ein außerordentlich wichtiger Buchstabe und als derjenige, welcher abschließt die OM-Silbe des Orients. Dieses Abschließen der OM-Silbe des Orients durch das M ist aus dem Grunde, weiltatsächlich der ganze Mensch von seinem Stoffwechsel-Gliedmaßenorganismus aus reguliert wird durch diesen Laut gerade. Und besonders regulierend ist dann wiederum diese Bewegung. Es ist in alten Kulturen durchaus üblich gewesen, solche Bewegungen jüngere Leute ausführen zu lassen, um sie eben körperlich als ganze Menschen und zu gleicher Zeit als sich zurückhaltende Menschen zu erziehen.
[ 12 ] Now we have the M. (Mrs. Baumann) This M must be made with the “peewit step”. It is good to do one step with one leg and the next with the other leg—forth and back. One can also do the peewit step backwards and then with the other leg forwards again. This technique of doing the peewit step backwards is something which one should really master. It is in fact a movement which it is important to study, then when the M is carried out in this form in movement it acts to regulate the entire metabolic system and limb system and it is extraordinarily important to practise it with the children during puberty. When this exercise with M is practised at the time of sexual maturity it will prove a strong regulator of over assertive sexuality. It will regulate over assertive sexuality when practised during puberty. One must only have developed an eye for whether it should be practised in this manner. It is not without reason the M was regarded as an especially important sound in the time when people still understood something of the inner content of the sounds; it is the sound which closes the OM syllable of the Orient. The OM syllable of the Orient is closed by M because the whole human being is in fact regulated through the metabolic-limb system by exactly this sound. Thus this movement is particularly regulatory. In the ancient culture it was customary to have the younger people perform such movements in order to educate them to be corporally complete human beings and, at the same time, reserved persons.
[ 13 ] Wir haben dann den N-Laut. Den N-Laut begleitet man dann mit einem Springen [mit] von vornherein gebeugten Knien. Also man behält die gebeugten Beine, [die gebeugten] Knie bei, und nun springt man. Das ist eine Bewegung, die außerordentlich stärkend auf die Darmtätigkeit wirktin der Richtung, daß man sie anwenden soll bei Diarrhöe-Neigungen, also bei Neigungen zu Diarrhöe. Das kann Ihnen wiederum ein Beweis dafür sein oder eine Hinweisung darauf sein, wie man das Hereinwirken des Bewegungssystems auf das Stoffwechselsystem eben sieht. Das ist ja etwas, was erst einem so richtig auffällt, wenn man eben berücksichtigt die Zusammenhänge zwischen dem Bewegungssystem und dem Stoffwechselsystem durch die Erkenntnis der Dreigliederung des menschlichen Organismus. Diese Dreigliederung des menschlichen Organismus, sie ist ja in der Tat lichtbringend für vieles, und man kann eigentlich sagen, daß man lange auf der einen Seite allerlei Exerzitien aussinnen kann, bei denen man glaubt, auf das Seelische Rücksicht zu nehmen in unserer heutigen Zeit, wo ja die Seelenerkenntnis fast nur noch in Worten besteht, oder man bildet aus das Turnen, wobei man nur auf die körperliche Physiologie sieht. Man kann lange über diese Dinge herumreden, man wird ohne die Erkenntnis der Dreigliederung des menschlichen Organismus nicht zu einer Klarheit in diesen Dingen kommen. Es war ja in der Tat interessant, wie hier einmal ein Physiologe der Gegenwart war, der sich angehört hat eine von den Vorreden, die ich ja gewöhnlich spreche bei der Eurythmie, und dann ja sich auch die Eurythmie angesehen hat. Und nun sage ich ja gewöhnlich, daß man treten wird lassen müssen in der Erziehung dieses beseelte Turnen an die Stelle des ja bloß aus der Physiologie hervorgehenden Turnens. Da sagte der betreffende Physiologe, der ja auch heute als eine so große Autorität in Ernährungssachen gilt, da sagte der: Ja, für ihn wäre das noch gar nicht genug, wenn man sagt, man soll das Turnen nicht überschätzen, sondern für ihn wäre das Turnen überhaupt kein Unterrichtsmittel, sondern eine Barbarei.
[ 13 ] Then we have the N sound. The N-sound is accompanied by a jump in which the knees are bent from the beginning. So, one keeps the legs, the knees, bent and then jumps. That is a movement which strengthens the intestinal activity greatly and in such a manner that it can be applied where there is a tendency to diarrhoea. That can serve as a substantiation or as an indication of how one can see the effect of the system of movement on the metabolic system. That is something which one really only notices when one considers the connections between the system of movement and the metabolic system in the light of one's knowledge of the threefold order of the human organism. This threefold order of the human organism sheds light in fact on many things; in our present time where knowledge of the soul consists almost solely of words, one can think out at length all sorts of exercises in which one believes one has taken the soul element into account—or one can develop gymnastics in which one takes only the bodily physiology into consideration. One can talk at length around and about these matters; without knowledge of the threefold order of the human organism one will not attain to any clarity in them. It was mteresting, in fact, to have a physiologist of the present day here who listened to one of the introductions which I usually give at eurythmy performances and then saw eurythmy as well. Now I normally say that in education one will have to replace the sort of gymnastics that proceeds solely from physiology with this soul-filled sort of gymnastics. Thereupon the physiologist, who is also known as a very great authority in nutritional matters, said that for him it wasn't enough to say that one shouldn't overrate gymnastics; for him gymnastics was no method of education at all, but a barbarism.
[ 14 ] Nun, sehen Sie, hinter so etwas steckt eigentlich ein sehr bedeutsames Zeitsymptom. Es ist ebenso richtig zu sagen: Das Turnen als solches wird gewöhnlich einseitig heute aufgefaßt, weil es bloß aus der Physiologie und aus der Anatomie des Organismus hervorgezogen wird, wie es andererseits einseitig ist,4Laut Stenogramm: «eigentlich einseitig wenigstens wiederum ist ...» zu sagen, das Turnen sei eine Barbarei. Warum? Weil, wenn man das Turnen nur heraussucht aus der Physiologie des Körpers, dann wird es eine Barbarei. Unsere materialistische Erziehung und Zivilisation hat erst aus dem Turnen eine Barbarei gemacht. So wie eben heute geturnt wird, so ist es eine Barbarei. Und nicht wahr, es verbindet sich ja die Anschauungüber das Turnen mit ganz falschen Vorstellungen. So glauben zum Beispiel die Leute - allerdings nicht mehr die Fachleute heute, aber immerhin viele Leute glauben -, wenn man irgend jemanden geistig angestrengt hat und ihn nachher körperlich, wie sie meinen, sich erholen läßt, so sei das eine wirkliche Erholung. Es ist ja gar nicht wahr! Ob einer eine Stunde rechnet oder eine Stunde turnt, er wird ganz gleich müde in Wirklichkeit; das macht keinen Unterschied. Das weiß man ja allerdings heute, aber man kann nicht richtig beurteilen, wie eben gerade in die Turnbewegung hineingebracht werden muß Seele und Geist, wie das, was als Bewegung ausgeführt wird, aus dem ganzen Menschen kommen muß. Nun, nicht wahr, beim Turnen ist es ja so, daß man schon die Sache so wird handhaben müssen nach und nach, daß sich dasjenige, was wir als künstlerische Eurythmie ausbilden, daß sich das wird vereinigen müssen mit dem, was als physiologisches Turnen ausgebildet werden kann. Und man kann ja ganz gut aus dem Eurythmischen in das Turnerische hinüberkommen. Es wird nur immer darauf zu sehen sein, daß solch eine Eurythmie, die eigentlich als beseeltes Turnen im Unterricht eine Rolle spielt, daß der entsprechende Unterricht mit, ich möchte sagen einigem Humor gegeben werde, also den Kindern vor allen Dingen Freude machen muß. Er muß den Kindern Freude machen, das gehört dazu. Eurythmie etwa als griesgrämiger und vertrockneter Pädagoge zu geben, ist etwas, was eigentlich gar nicht ginge.
[ 14 ] Now, you see, behind something like this is hidden a very important Symptom of the times. It is, on the one hand, just as correct to say that the gymnastics of today is usually one¬sidedly conceived—since it is taken out of the physiology and anatomy of the organism alone—as it is at least one-sided on the other hand to say that gymnastics is a barbarism. Why? Because when one develops gymnastics out of the physiology of the body alone it becomes a barbarism. It is our materialistic education and civilization that first made a barbarism out of gymnastics. In the manner in which gymnastics is practised today, it is a barbarism. And this conception of gymnastics is connected with some completely false notions, is it not? For example, people believe—although the experts don't believe it anymore, still many people believe that if one has a person exert himself mentally (geistig) and then allows him to recover, as they believe, corporally thereafter, that constitutes a proper recuperation. But that isn't true at all! If a person does arithmetic or gymnastics for an hour he will become equally tired in reality; it makes no difference. That is known today, but people cannot properly judge how soul and Spirit should be brought into gymnastic movements, how the movements carried out are to proceed from the human being as a whole. Now one will have to develop gymnastics gradually in such a way that what we are developing as artistic eurythmy can unite with what is thus developed as physiological gymnastics. And one can make the transition from the eurythmic to the gymnastic quite well. It will only be necessary to see that this sort of eurythmy which actually takes the part of a sort of soul-filled gymnastics in the course of instruction is done with humour; before everything else it must give the children delight. It must give the children joy; that is a part of it. To teach eurythmy like a grumpy, dried-out school-master would be something which could really not be done at all.
[ 15 ] Nun hätten wir noch das Sch (Fräulein Wolfram). Wenn Sie jetzt versuchen, dieses zu machen, indem Sie es begleiten mit einem kleinen Sprung, großen Sprung, wieder kleinen Sprung, größeren Sprung, wieder kleinen Sprung, dieses machen lassen, dann hat man wiederum auch an dem Sch eine Bewegung, welche [...] 5Ab hier Lücke im Stenogramm, auch in der Übertragung von Helene Finckh. aber auch diese Bewegung, sie muf3 man langsam ausführen lassen. Bei der N-Bewegung ist es nicht notwendig, daß man sie besonders verlangsamt, aber bei der M- 6Im Stenogramm eindeutig «M», in der Umschrift mit Bleistift korrigiert «H». und Sch-Bewegung ist es notwendig, daß man sie langsam ausführt, und daß man auch hier also nach je drei Schritten, wenn man wieder übergeht zum nächsten - dadurch kommt ja auch ein Rhythmus herein —, man ruht. Kurz, lang, kurz - jetzt ruht man - lang, kurz, lang - Jetzt ruht man - kurz, lang, kurz - jetzt ruht man. Und man hat in dieser Bewegung etwas, was auch wiederum in entsprechenden Fällen - man kann ja die Bewegung durchaus kombinieren ganz besonders auf diejenigen Partien, die Anfangspartien sind auf den Magen bezogen, auf die Anfangspartien eines Darmorganismus wirkt, also wenn jemand namentlich eine als solche schwache Verdauung hat, daß ihm die Speisen im Magen liegen bleiben. Ich habe bei anderer Gelegenheit schon auf Ähnliches aufmerksam gemacht. Das ist ja insbesondere auch bei der H-Bewegung, aber bei dieser Sch-Bewegung kommt es namentlich darauf an, daß man acht gibt, ob sich zum Beispiel Magensäure leicht entwickelt und dergleichen, und man wird dann diese Sch-Bewegung ausführen lassen.
[ 15 ] Now we still have the Sh. (Miss Wolfram) When it is accompanied by a small jump, then a larger jump, a small jump, then again a larger jump, a smaller jump, a larger jump, then one has a movement with a strong effect in the Sh as well; however, it too must be carried out slowly. It is not necessary to slow the N-movement down particularly, but with the H and Sh movement it is essential to do them slowly and in the case of the latter to take a short rest after every three jumps, at the transition to the next set; thus a rhythm is brought into it as well: short, long, short—and now one rests—long, short, long—and now a rest—short, long, short,—now a rest. Thus one has in this a movement which in the appropriate cases—one can combine movements, of course—affects the beginning portions of the intestinal tract, which pertains to the stomach. When someone has what is in itself such a weck digestion that the food remains lying in the stomach—I have drawn attention to similar matters on other occasions—that will also be particularly the case where the H-movement is involved. with the Sh movement, however, one must notice, for example, whether stomach acid is easily produced and so on; then the Shmovement should be carried out.
[ 16 ] So sehen Sie, daß das Konsonantieren eben in einer ganz andern Weise mit der Gestaltung des Menschen zusammenhängt als das Vokalisieren. Beim Vokalisieren mußte ich Sie aufmerksam darauf machen gewissermaßen, wie das Innere, das mehr nach innen Gelegene, zusammenhängt mit der Bewegung. Hier haben wir es mit einer Wirkung auf das dritte Glied des dreigliedrigen menschlichen Organismus zu tun.
[ 16 ] So you see the consonants as they are performed eurythmically are connected with the formation of man in a totally different manner from the eurythmic vowels. As we considered the making of vowels in eurythmy I had to draw your attention to the manner in which the inward, that which lies more to the interior, is related to movement. Here we have to do with the effect on the third member of the threefold organism.
[ 17 ] Nun, wenn man namentlich das, was wir in bezug auf das Vokalisieren vorgestern besprochen haben, anwendet, dann ist es gut, wenn man versucht, bevor man die Übung als solche ausführen läßt in bezug auf einen Vokal, wenn man da den betreffenden Vokal den Patienten langsam - also beim Patienten ist es langsam - lauten läßt. So daß er also, ohne zu singen — das Singen würde weniger helfen in diesem Fall -, ohne zu singen den Laut einfach lange hintönt: A, I lange hintönt. Und dann, wenn er das eine Zeitlang gemacht hat, laut hingetönt hat den Laut, dann läßt man ihn die betreffende vokalische Bewegung ausführen. Und dann, nachdem er sie ausgeführt hat, versuche man in ihm hervorzurufen die Vorstellung, als hörte er den betreffenden Laut, den er ausgeführt hat — als ob er ihn hörte. Diese Vorstellung, die werden Sie ja finden, daß sie in der Gegenwart die wenigsten Menschen haben, daß sie innerlich Laute geistig-seelisch hören. Also nicht wahr, man muß ihm sagen, er soll in eine solche Seelenstimmung kommen, als wenn er das I nun hörte. Es ist ganz besonders wichtig, diese Sache zu verstehen. Denn sehen Sie, wenn Sie zunächst den Patienten den Vokal aussprechen lassen, hintönen lassen, dann hat der Organismus als solcher das Gefühl, als ob der betreffende Laut erregt würde. Führt er dann die Bewegung aus, so erscheint die Bewegung wie eine Wirkung des ausgesprochenen Lautes. Und hört man dann hin, also tönt man das I, macht nachher die Bewegung, die wir kennengelernt haben und bildet sich nachher ein in der Phantasie, man höre das I klingen, dann ist es: Erregung des I, das, was entsteht in der Bewegung des I, Hören desjenigen, was sich bewegt hat, den Laut wieder hören. Also dieses ist etwas, was tatsächlich viel Leben hineinbringt in diesen menschlichen Ätherleib, und zwar eben gerade nach den Richtungen, die wir hervorgehoben haben, ein richtiges Leben hineinbringt in diesen Ätherleib. Und darauf ist es ja bei diesen Dingen, bei diesen Übungen besonders abgesehen, daß Bewegung in den menschlichen Ätherleib hineingebracht werde, daß also tatsächlich die ätherische Tätigkeit des menschlichen Organismus in eine innerlich geregelte Bewegung hineingebracht wird. Es ist ja ganz besonders interessant, wenn man sieht, wie die Bewegung, die als Darmbewegung vorschreitet von vorne nach rückwärts, wie diese auslöst eine Bewegung, ein im Ätherleib Vorschreiten von rückwärts nach vorne, die sich dann an der Bauchwand bricht - nicht eigentlich bricht, sondern verschwindet. Diese letztere Bewegung, die ist in den meisten Fällen, wenn die Darmtätigkeit nicht in Ordnung ist, ist in den meisten Fällen eben auch in krassester Unordnung. Und diese Tätigkeit, die der physischen Bewegung entgegengesetzt ist, die wird insbesondere angeregt, sagen wir zum Beispiel bei der R-Bewegung. Bei der ist ein ganz lebendiges Vibrieren von rückwärts nach vorne vorhanden, und das ist dasjenige, was dann in der R-Bewegung eben auf den Entleerungsrhythmus in ganz besonderer Weise wirkt.
[ 17 ] Now when applying that which we discussed the day before yesterday in regard to the vowels, it would be good to have the patient sound the vowel of the exercise to be done, slowly, before the exercise as such is begun. So that without singing—singing would be of less help in this case—he very simply entones the sound at length, and when he has done this for a time, when he has sounded it out loud, one would have him carry out the movement for the vowel in question. When he has done that one should try to call forth in him the impression that he hears the sound that he has just carried out. You will find that in the present day only very few people have the impression that they hear the sounds inwardly in a soul-spiritual manner. Thus one must tell him to enter into a state of soul such as if he were to hear the “I”. It is particularly important to understand this matter. Then, you see, when you have the patient speak the vowel, entone it, the organism as such feels as if the sound were being induced. If he then carries out the movement it appears to be the result of the spoken sound. And then one listens. One entones the “I”, then does the movement, and then in one's fantasy imagines that one hears the “I” sounding. Then we have: the calling forth of the “I”, that which arises through the movement of the “I”, the hearing of that which has moved, the hearing of the sound once again. This is something which brings a great deal of life into this human etheric body; and in precisely those directions we have pointed out it brings real life into the etheric body. In these matters, in these exercises the intention is to bring movement into the human etheric body, to bring an inwardly regulated movement into the etheric activity of the human organism. It is particularly interesting to see how the movement, which as a movement of the intestine progresses from the front to the hack, releases a movement in the etheric body which proceeds from back to front and then breaks on the abdominal wall—it does not actually break, but disappears. This latter movement is in most cases where the intestinal activity is not in order, in gross disorder as well. This activity which counters the physical movement will be aroused particularly by the R-movement, for example. Here there is a very lively vibrating from back to front and that is the element in the R-movement which affects the rhythm of elimination in a very specific manner.
[ 18 ] Es ist das auch pädagogisch-didaktisch durchaus gut anzuwenden, denn der ganze menschliche Organismus ist doch wiederum eine Einheit und alles wirkt in ihm einheitlich. Betrachten Sie zum Beispiel in der Schule die Kinder, so werden Sie solche unter ihnen finden, die fast gar nicht ein R aussprechen können, die also ganz schrecklich sind in bezug auf das R-Aussprechen. Solche Kinder - natürlich können sich andere Tatsachen kreuzen, und die Dinge brauchen dann nicht ganz deutlich hervorzutreten -, aber solche Kinder sind eigentlich immer die Kandidaten der Hartleibigkeit zu gleicher Zeit, und man erweist ihnen in der Tat eine Wohltat, wenn man mit ihnen so etwas macht wie dasjenige, was ich heute als die R-Bewegung, die förderlich ist für den Entleerungsrhythmus, Ihnen vorgeführt habe. Es ist schon so, daß man diese Dinge natürlich pädagogisch verwerten kann. Da muß man aber dann, ich möchte sagen immer nur die Andeutungen haben, und man muß ja nicht zu weit gehen. Der Arzt aber, der kann schon weit gehen, denn er wird ja finden, daß natürlich ganz gewisse Symptome auftreten dann, wenn das tage-, wochenlang geübt worden ist. Aber er ist da natürlich in der Lage, sich gegen diese Symptome, die ganz berechtigterweise auftreten müssen, gegen diese Symptome dann durch anderes wiederum zu wehren. Ich will sagen, wenn zum Beispiel, sagen wir die Wirkung der M-Bewegung 7Im Stenogramm eindeutig «M», in früheren Ausgaben «N» [Hörfehler?]. zu stark auftreten würde, so würde man ja 8Im Stenogramm sind «ja» und «da» nicht zu unterscheiden. nur brauchen eine D-Bewegung dem entgegenzusetzen und man hätte dadurch dennoch dasjenige erreicht, was zu erreichen ist. Also man kann ja das eine durch das andere ausgleichen.
[ 18 ] It can also be used pedagogically as the whole human organism is a unity and everything in it works in a unitary fashion. If you were to survey children in school, for example, you would find amongst them some who can hardly pronounce an R, who are quite shocking in their pronunciation of the R. Of course, the factors can be crossed and the matter may not be self-evident—nevertheless, such children are always simultaneously candidates for constipation: one does them a kindness, in fact, by doing something such as I showed you yesterday with them: the R-movement, which affects the rhythm of evacuation positively. It is indeed possible to make use of these things pedagogically. One must only always have the indications and one must not go too far. The physician, however, can go much further as he will find that specific symptoms naturally appear when the exercise is practised for days and weeks. But he is, of course, in the position to counter these symptoms, which quite justifiably appear, by other means. I want to point out that if the effect of the N-movement were to become too predominant, one would only have to counteract it with the D-movement and one would nevertheless have achieved that which was to be achieved. Thus one can balance one by means of the other.
[ 19 ] Ich will heute nur noch sagen, daß ich wirklich nicht möchte, daß die Kunsteurythmie in irgendeiner Weise beeinträchtigt würde durch die Auseinandersetzungen, die sich natürlich an die Eurythmie knüpfen müssen, wenn sie als Hygienisch-Therapeutisches in Betracht gezogen werden muß. Und die Kunsteurythmisten, die bitte ich durchaus, diese Dinge, wenn sie die Kunsteurythmie üben, natürlich gründlich zu vergessen, damit sie nicht etwa beirrt werden durch ihre Gedanken an die Verdauungstätigkeit, wenn sie ihre Kunsteurythmie ausüben. Das wäre natürlich eine höchst betrübliche Tatsache. Man muß durchaus sich aber klar sein darüber, daß menschliche Kunst auch sonst durchaus mit dem ganzen, mit dem vollen Menschen zusammenhängt und nicht etwa bloß aus dem Kopfe kommt. Und das muß natürlich gerade einer Bewegungskunst gegenüber ins Auge gefaßt werden.
[ 19 ] The only other thing I wish to say today is that I really do not want artistic eurythmy to be influenced in any way whatsoever by the discussion which must of course arise when eurythmy is considered as a hygienic-therapeutic discipline. I beg the artistic eurythmists to forget these things thoroughly when they practise artistic eurythmy so that they are not confused by their thoughts on digestive activity when they are involved in artistic eurythmy. That would be most troubling. One must nevertheless be entirely clear, however, that human art does have to do with the whole human being and does not proceed from the head alone. And especially in the case of an art of movement that must naturally be kept in view.
[ 20 ] Das ist dasjenige, was ich Ihnen heute sagen wollte. Nun wollen wir noch in den nächsten Tagen etwas in bezug mehr auf die Evolution des Menschen, auf dasjenige, was dann nach Perioden, also sagen wir bei der Übung am kindlichen Organismus, was dann als Wirkung im späteren Alter hervortritt, in den nächsten Tagen noch besprechen.
[ 20 ] That is what I had as yet to tell you. In the following days we will discuss more what has to do with the evolution of man, with reference to what comes to the fore after certain intervals of time, that is to say, what occurs at a later age, as the consequence of an exercise affecting the organism of the child.
