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The Rudolf Steiner Archive

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From the Akashic Records
GA 11

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Fragenbeantwortung

Questions and Answers

[ 1 ] Es liegt folgende Frage vor: Wenn wir durch immer neue Verkörperungen in den aufeinanderfolgenden Rassen uns neue Fähigkeiten aneignen sollen, wenn ferner nichts von dem, was die Seele durch Erfahrung sich angeeignet hat, aus ihrem Vorratsschatz wieder verlorengehen soll, — wie erklärt es sich, daß in der Menschheit von heute so gar nichts übriggeblieben ist von den zu jenen Zeiten so hochentwickelten Fähigkeiten des Willens, der Vorstellung, der Beherrschung von Naturkräften?

[ 1 ] The following question arises: If we are to acquire new abilities through ever-new incarnations in successive races, and if, furthermore, nothing that the soul has acquired through experience is to be lost from its storehouse, — how can it be explained that in humanity today, absolutely nothing remains of the abilities of will, imagination, and mastery of natural forces that were so highly developed in those times?

In der Tat geht nichts verloren von den Fähigkeiten, welche sich die Seele bei ihrem Durchgang durch eine Entwickelungsstufe erworben hat. Aber wenn eine neue Fähigkeit erworben wird, so nimmt die vorher erworbene eine andere Form an. Sie lebt sich dann nicht mehr für sich selbst aus, sondern als Grundlage für die neue Fähigkeit. Bei den Atlantiern war zum Beispiel die Fähigkeit des Gedächtnisses angeeignet worden. Der gegenwärtige Mensch kann sich in der Tat nur sehr schwache Vorstellungen von dem machen, was das Gedächtnis eines Atlantiers zu leisten vermochte. Alles das nun, was in unserer fünften Wurzelrasse als gleichsam angeborene Vorstellungen auftritt, ist in Atlantis durch das Gedächtnis erst erworben worden. Die Raum-, Zeit-, Zahlenvorstellungen usw. würden ganz andere Schwierigkeiten machen, wenn sich sie der gegenwärtige Mensch erst erwerben sollte. Denn die Fähigkeit, die sich dieser gegenwärtige Mensch aneignen soll, ist der kombinierende Verstand. Eine Logik gab es bei den Atlantiern nicht. Nun muß aber jede früher erworbene Seelenkraft in ihrer eigenen Form zurücktreten, hinuntertauchen unter die Schwelle des Bewußtseins, wenn eine neue erworben werden soll. Der Biber müßte seine Fähigkeit, intuitiv seine künstlichen Bauten aufzuführen, in etwas anderes verwandeln, wenn er zum Beispiel plötzlich ein denkendes Wesen würde. — die Atlantier hatten zum Beispiel auch die Fähigkeit, die Lebenskraft in einer gewissen Weise zu beherrschen. Ihre wunderbaren Maschinen konstruierten sie durch diese Kraft. Aber sie hatten dafür gar nichts von dem, was die Völker der fünften Wurzelrasse als Gabe zu erzählen haben. Es gab bei ihnen noch nichts von Mythen und Märchen. In der Maske der Mythologie trat zunächst bei den Angehörigen unserer Rasse die Lebenbeherrschende Kraft der Atlantier auf. Und in dieser Form konnte sie die Grundlage werden für die Verstandestätigkeit unserer Rasse. Die großen Erfinder unserer Rasse sind Inkarnationen von «Sehern» der atlantischen Rasse. In ihren genialen Einfällen lebt sich etwas aus, das ein anderes zur Grundlage hat, etwas, das während ihrer atlantischen Inkarnation als Lebenschaffende Kraft in ihnen war. Unsere Logik, Naturkenntnis, Technik und so weiter wachsen aus einem Boden heraus, der in der Atlantis gelegt worden ist. Könnte zum Beispiel ein Techniker seine kombinierende Kraft zurückverwandeln, so käme etwas heraus, was der Atlantier vermochte. Die gesamte römische Jurisprudenz war umgewandelte Willenskraft einer früheren Zeit. Der Wille selbst blieb dabei im Hintergrunde, und statt selbst Formen anzunehmen, verwandelte er sich in die Gedankenformen, die sich in den Rechtsbegriffen ausleben. Der Schönheitssinn der Griechen ist auf der Grundlage unmittelbarer Kräfte erbaut, die sich bei den Atlantiern in einer großartigen Züchtung von Pflanzen und Tierformen ausleben. In Phidias Phantasie lebte etwas, was der Atlantier unmittelbar zur Umgestaltung von wirklichen Lebewesen verwandte.

In fact, none of the abilities that the soul has acquired during its passage through a stage of development are lost. But when a new ability is acquired, the one acquired previously takes on a different form. It is then no longer expressed for its own sake, but as the foundation for the new ability. Among the Atlanteans, for example, the faculty of memory had been acquired. Modern humans can, in fact, form only very faint notions of what the memory of an Atlantean was capable of. Everything that appears in our fifth root race as, so to speak, innate concepts was first acquired in Atlantis through memory. Concepts of space, time, numbers, etc., would pose entirely different difficulties if modern humans were to acquire them from scratch. For the ability that modern humans are to acquire is the combinatory intellect. The Atlanteans had no logic. Yet every soul power acquired earlier must recede into its own form, sinking below the threshold of consciousness, if a new one is to be acquired. The beaver would have to transform its ability to intuitively construct its artificial structures into something else if, for example, it were suddenly to become a thinking being. — The Atlanteans, for example, also had the ability to control the life force in a certain way. They constructed their marvelous machines through this power. But they possessed none of what the peoples of the fifth root race have to recount as a gift. There were still no myths or fairy tales among them. It was through the guise of mythology that the Atlanteans’ life-mastering power first manifested itself among the members of our race. And in this form, it was able to become the foundation for the intellectual activity of our race. The great inventors of our race are incarnations of “seers” from the Atlantean race. In their ingenious ideas, something comes to life that is grounded in something else—something that was within them as a life-creating force during their Atlantean incarnation. Our logic, knowledge of nature, technology, and so on grow out of a foundation that was laid in Atlantis. If, for example, an engineer could transform his power of synthesis back, the result would be something akin to what the Atlanteans were capable of. The entire body of Roman jurisprudence was transformed willpower from an earlier time. The will itself remained in the background, and instead of assuming forms on its own, it transformed into the thought-forms that find expression in legal concepts. The Greeks’ sense of beauty is built upon the foundation of immediate forces, which found expression among the Atlanteans in a magnificent cultivation of plants and animal forms. In Phidias’ imagination lived something that the Atlanteans used directly to transform real living beings.

[ 2 ] Eine weitere Frage ist die folgende: Wie verhält sich die Geisteswissenschaft (Theosophie) zu den so genannten Geheimwissenschaften?

[ 2 ] Another question is this: What is the relationship between the science of the spirit (theosophy) and the so-called occult sciences?

Geheimwissenschaften hat es immer gegeben. Sie wurden in den sogenannten Geheimschulen gepflegt. Nur derjenige konnte von ihnen etwas erfahren, der sich gewissen Prüfungen unterzog. Es wurde ihm immer nur so viel mitgeteilt, als seinen intellektuellen, geistigen und moralischen Fähigkeiten entsprach. Das mußte so sein, weil die höheren Erkenntnisse, richtig angewendet, der Schlüssel zu einer Macht sind, die in den Händen der Unvorbereiteten zum Mißbrauch führen muß. Durch die Geisteswissenschaft sind nun einige, die elementaren Lehren der Geheimwissenschaft popularisiert worden. Der Grund dazu liegt in den gegenwärtigen Zeitverhältnissen. Die Menschheit ist heute in ihren vorgeschritteneren Mitgliedern in bezug auf die Ausbildung des Verstandes so weit, daß sie über kurz oder lang von selbst zu gewissen Vorstellungen kommen würde, die vorher ein Glied des Geheimwissens waren. Allein sie würde sich diese Vorstellungen in einer verkümmerten, karikierten und schädlichen Form aneignen. Deshalb haben sich Geheimkundige entschlossen, einen Teil des Geheimwissens der Öffentlichkeit mitzuteilen. Dadurch wird die Möglichkeit geboten sein, die in der Kulturentwickelung auftretenden menschlichen Fortschritte mit dem Maßstabe wahrer Weisheit zu messen. Unsere Naturerkenntnis führt zum Beispiel zu Vorstellungen über die Gründe der Dinge. Aber ohne geheimwissenschaftliche Vertiefung können diese Vorstellungen nur Zerrbilder werden. Unsere Technik schreitet Entwickelungsstadien zu, welche nur dann zum Heile der Menschheit ausschlagen können, wenn die Seelen der Menschen im Sinne der geisteswissenschaftlichen Lebensauffassung vertieft sein werden. So lange die Völker nichts hatten von moderner Naturerkenntnis und moderner Technik, war die Form heilsam, in der die höchsten Lehren in religiösen Bildern, in einer zum bloßen Gefühle sprechenden Art mitgeteilt worden sind. Heute braucht die Menschheit dieselben Wahrheiten in einer verstandesmäßigen Form. Nicht der Willkür ist die geisteswissenschaftliche Weltanschauung entsprungen, sondern der Einsicht in die angegebene historische Tatsache. — Gewisse Teile der Geheimkunde können allerdings auch heute nur solchen mitgeteilt werden, die sich den Prüfungen der Einweihung unterwerfen. Und auch mit dem veröffentlichten Teile werden nur diejenigen etwas anzufangen wissen, welche sich nicht auf ein äußerliches Kenntnisnehmen beschränken, sondern die sich die Dinge wirklich innerlich aneignen, sie zum Inhalt und zur Richtschnur ihres Lebens machen. Es kommt nicht darauf an, die Lehren der Geisteswissenschaft verstandesmäßig zu beherrschen, sondern Gefühl, Empfindung, ja das ganze Leben mit ihnen zu durchdringen. Nur durch eine solche Durchdringung erfährt man auch etwas von ihrem Wahrheitswert. Sonst bleiben sie doch nur etwas, was «man glauben und auch nicht glauben kann»). Richtig verstanden, werden die geisteswissenschaftlichen Wahrheiten dem Menschen eine wahre Lebensgrundlage geben, ihn seinen Wert, seine Würde und Wesenheit erkennen lassen, den höchsten Daseinsmut geben. Denn sie klären ihn über seinen Zusammenhang mit der Welt rings um ihn her auf; sie verweisen ihn auf seine höchsten Ziele, auf seine wahre Bestimmung. Und sie tun dies in einer Weise, wie es den Ansprüchen der Gegenwart gemäß ist, so daß er nicht in dem Zwiespalt zwischen Glauben und Wissen befangen zu bleiben braucht. Man kann moderner Forscher und Geistesforscher zugleich sein. Allerdings muß man dann auch beides im echten Sinne sein.

Esoteric sciences have always existed. They were cultivated in what were known as secret schools. Only those who underwent certain tests could learn anything about them. They were always told only as much as was appropriate to their intellectual, spiritual, and moral capacities. This had to be the case because higher knowledge, when properly applied, is the key to a power that, in the hands of the unprepared, is bound to lead to abuse. Through spiritual science, some of the elementary teachings of the secret sciences have now been popularized. The reason for this lies in the current state of affairs. Humanity today, in its more advanced members, has reached such a level of intellectual development that, sooner or later, it would arrive on its own at certain concepts that were previously part of esoteric knowledge. However, it would acquire these concepts in a stunted, caricatured, and harmful form. For this reason, initiates have decided to share a portion of esoteric knowledge with the public. This will provide the opportunity to measure the human progress occurring in cultural development against the standard of true wisdom. Our understanding of nature, for example, leads to ideas about the causes of things. But without an esoteric deepening, these ideas can only become distorted images. Our technology is advancing through stages of development that can only benefit humanity if people’s souls are deepened in the spirit of the spiritual-scientific view of life. As long as the peoples had no access to modern knowledge of nature and modern technology, the form in which the highest teachings were communicated—through religious imagery, in a manner that appealed solely to the emotions—was beneficial. Today, humanity needs these same truths in a form accessible to the intellect. The spiritual-scientific worldview did not arise from arbitrariness, but from an understanding of the historical facts presented. — Certain parts of esoteric knowledge, however, can even today be communicated only to those who submit to the trials of initiation. And even with the published portions, only those who do not limit themselves to a superficial acquaintance but who truly internalize these things—making them the substance and guiding principle of their lives—will know how to make use of them. What matters is not to master the teachings of spiritual science intellectually, but to permeate one’s feeling, sensibility—indeed, one’s entire life—with them. Only through such permeation does one come to experience something of their truth value. Otherwise, they remain merely something that “one can believe or not believe.” Properly understood, the truths of spiritual science will provide a person with a true foundation for life, enable them to recognize their own worth, dignity, and essence, and give them the greatest courage to face existence. For they enlighten them about their connection to the world around them; they point them toward their highest goals and their true purpose. And they do this in a way that meets the demands of the present, so that one need not remain caught in the conflict between faith and knowledge. One can be a modern researcher and a researcher of the spirit at the same time. However, one must then be both in the true sense.