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The Stages of Higher Knowledge
GA 12

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Inspiration and Intuition

4. Inspiration and Intuition

[ 1 ] Wie man die Imagination ein geistiges Schauen nennen kann, so die Inspiration ein geistiges Hören. Man muß allerdings bei diesem Ausdrucke «Hören» sich darüber klar sein, daß damit ein Wahrnehmen gemeint ist, welches dem sinnlichen Hören in der physischen Welt noch viel ferner steht als das «Schauen» in der imaginativen (astralen) Welt dem Sehen mit den physischen Augen. Von den Licht- und Farbenerscheinungen der letzteren Welt kann man sagen: sie seien so, wie wenn die leuchtenden Oberflächen und die Farben der sinnlichen Gegenstände sich von diesen abhöben und von ihnen losgelöst frei im Räume schwebten. Dies gibt aber doch nur eine annähernde Vorstellung. Denn der Raum der imaginativen Welt ist keineswegs so wie derjenige der physischen. Wer sich also einbildete, daß er imaginative Farbenbilder vor sich habe, wenn er freischwebende Farbenflocken mit gewöhnlicher Raumausdehnung sieht, der ist im Irrtum. Dennoch ist aber die Bildung von solchen Farbenvorstellungen der Weg zum imaginativen Leben. Wer versucht, sich eine Blume vorzustellen, und dann in seiner Vorstellung alles beiseite läßt, was nicht Farbenvorstellung ist, so daß vor seiner Seele ein Bild schwebt wie die von der Blume abgezogene farbige Oberfläche, der kann durch solche Übungen allmählich zu einer Imagination gelangen. Dies Bild selbst ist noch keine solche Imagination, sondern ein mehr oder weniger vorbereitendes Phantasiegemälde. Imagination — das ist wirkliches astrales Erlebnis — wird es erst, wenn nicht nur die Farbe ganz abgehoben ist von dem Sinneseindrucke, sondern wenn auch die drei-dimensionale Raumausdehnung sich völlig verloren hat. Daß dies let2tere der Fall ist, kann nur durch ein gewisses Gefühl wahrgenommen werden. Zu beschreiben ist dieses Gefühl nur dadurch, daß man sagt, man fühlt sich nicht mehr außerhalb, sondern innerhalb des Farbenbildes, und man hat das Bewußtsein, daß man an seiner Entstehung teilnimmt. Wenn dies Gefühl nicht da ist, wenn man sich also der Sache gegenüberstehend glaubt wie einem sinnlichen Farbenbild gegenüber, dann hat man es noch nicht mit einer wirklichen Imagination, sondern mit etwas Phantastischem zu tun. Damit soll jedoch nicht gesagt sein, daß solche Phantasiegemälde ganz wertlos seien. Sie können nämlich ätherische Abbilder — gleichsam Schatten — wirklicher astraler Tatsachen sein. Und als solchen kommt ihnen für die geheimwissenschaftliche Schulung immerhin einiger Wert zu. Sie können eine Brücke bilden zu den wahren astralen (imaginativen) Erlebnissen. — Eine gewisse Gefahr schließt ihre Beobachtung nur in sich, wenn der Beobachter an diesem Grenzgebiet zwischen Sinnlichem und Übersinnlichem seinen gesunden Menschenverstand nicht voll zur Anwendung bringt. Man soll nur nicht erwarten, daß irgend jemandem ein allgemeines Kennzeichen gegeben werden kann, wie er in diesem Grenzgebiete Illusion, Halluzination, Phantastik von Wirklichkeit unterscheiden könne. Bequem wäre ja eine solche allgemeine Regel. Aber Bequemlichkeit ist ein Wort, das der Geheimschülerin seinem Sprachschatze streichen sollte. — Man kann nur sagen, daß derjenige, welcher sich für dieses Gebiet Klarheit der Unterscheidung aneignen will, schon in dem gewöhnlichen Leben der physischen Welt darauf bedacht sein muß. Wer in diesem gewöhnlichen Leben keine Sorgfalt darauf verwendet, scharf und klar zu denken, der wird beim Aufsteigen in höhere Welten allen möglichen Illusionen zum Opfer fallen. Man bedenke nur, wie viele Fallen dieses gewöhnliche Leben dem gesunden Urteile bietet. Wie oft kommt es doch vor, daß die Menschen nicht das ungetrübt sehen, was ist, sondern was sie zu sehen begehren. In wie vielen Fällen glauben die Menschen etwas, nicht weil sie erkannt haben, sondern weil es ihnen angenehm ist, zu glauben. Oder welche Irrtümer ergeben sich, weil man einer Sache nicht auf den Grund geht, sondern sich vorschnell ein Urteil bildet. Alle diese Gründe von Täuschungen im gewöhnlichen Leben könnten durch andere schier ins Unendliche vermehrt werden. Was für Streiche spielen Parteinahme, Leidenschaft usw. usw. einem gesunden Urteile. Wenn derlei Urteilstäuschungen im gewöhnlichen Leben störend und oft verhängnisvoll sind: für die Gesundheit des übersinnlichen Erlebens sind sie die denkbar größte Gefahr. Nicht eine allgemeine Regel kann der Geheimschüler als Leitfaden mit in höhere Welten erhalten, sondern lediglich die Anweisung, für seine gesunde Unterscheidungskraft, für sein freies, unabhängiges Urteil alles Mögliche zu tun.

[ 1 ] Just as the imagination can be called a spiritual seeing, so inspiration can be called a spiritual hearing. However, when using the term “hearing” in this context, one must be clear that it refers to a form of perception that is even further removed from sensory hearing in the physical world than “seeing” in the imaginative (astral) world is from seeing with the physical eyes. Of the light and color phenomena of the latter world, one can say: they are as if the luminous surfaces and colors of sensory objects were set apart from them and, detached from them, floated freely in space. Yet this provides only an approximate idea. For the space of the imaginative world is by no means like that of the physical world. Anyone who imagines, therefore, that they are seeing imaginative color images when they perceive freely floating specks of color with ordinary spatial extension is mistaken. Nevertheless, the formation of such color perceptions is the path to imaginative life. Anyone who tries to imagine a flower and then, in their imagination, sets aside everything that is not a color image—so that an image floats before their soul like the colored surface stripped from the flower—can, through such exercises, gradually arrive at an imagination . This image itself is not yet such an imagination, but rather a more or less preparatory picture of the imagination. Imagination—which is a genuine astral experience—only arises when not only has the color been completely detached from the sensory impressions, but also when the three-dimensional spatial extension has been entirely lost. That the latter is the case can only be perceived through a certain feeling. This feeling can only be described by saying that one no longer feels oneself to be outside, but inside the image of color, and one is conscious of participating in its creation. If this feeling is absent—that is, if one feels as though one is standing opposite the object just as one would stand before a sensory image of color—then one is not yet dealing with true imagination, but with something fantastical. This is not to say, however, that such fantastical images are entirely worthless. For they can be ethereal reflections—shadows, as it were—of real astral realities. And as such, they do have some value for esoteric training. They can serve as a bridge to true astral (imaginative) experiences. — Observing them carries a certain danger only if the observer fails to apply his or her common sense fully in this borderland between the sensory and the supersensory. One should simply not expect that anyone can be given a general guideline for distinguishing illusion, hallucination, and fantasy from reality in this borderland. Such a general rule would certainly be convenient. But “convenience” is a word that the student of esotericism should strike from her vocabulary. — One can only say that anyone who wishes to acquire clarity of discernment in this realm must already be mindful of it in the ordinary life of the physical world. Whoever does not take care to think sharply and clearly in this ordinary life will fall prey to all manner of illusions upon ascending to higher worlds. Just consider how many pitfalls this ordinary life presents to sound judgment. How often does it happen that people do not see clearly what is, but rather what they wish to see? In how many cases do people believe something, not because they have recognized it, but because it is pleasant for them to believe it? Or what errors arise because one does not get to the bottom of a matter but forms a hasty judgment? All these causes of delusion in ordinary life could be multiplied almost infinitely by others. What tricks do partisanship, passion, and so on play on sound judgment? If such errors of judgment are disruptive and often disastrous in ordinary life, they represent the greatest conceivable danger to the health of supersensory experience. The student of the occult cannot take a general rule with him as a guide into higher worlds, but only the instruction to do everything possible to cultivate his sound power of discernment and his free, independent judgment.

[ 2 ] Wenn der Beobachter höherer Welten einmal weiß, was wirklich Imagination ist, dann erhält er auch sehr bald die Empfindung, daß die Bilder der astralen Welt nicht bloße Bilder, sondern die Kundgebungen geistiger Wesenheiten sind. Er lernt erkennen, daß er die imaginativen Bilder ebenso auf geistige oder seelische Wesenheiten zu beziehen hat wie die sinnlichen Farben auf sinnliche Dinge oder Wesenheiten. Im einzelnen wird er allerdings da noch viel zu lernen haben. Er wird unterscheiden müssen zwischen Farbengebilden, die wie undurchsichtig sind, und solchen, die ganz durchsichtig und wie in ihrem Innern ganz durchleuchtet sind. Ja, auch solche Gebilde wird er wahrnehmen, die ihr Farbenlicht gleichsam in ihrem Innern immer neu erzeugen, die also nicht nur ganz durchleuchtet und durchsichtig (transparent) sind, sondern die immerfort in sich selbst aufstrahlen. Und er wird die mehr undurchsichtigen Gebilde auf niedrige, die durchleuchteten auf mittlere Wesenheiten beziehen; die in sich aufstrahlenden Bilder werden ihm Kundgebungen höherer geistiger Wesenheiten sein.

[ 2 ] Once the observer of higher worlds knows what imagination truly is, he very soon gains the sense that the images of the astral world are not mere images, but rather the manifestations of spiritual beings. He learns to recognize that he must relate the imaginative images to spiritual or soul beings just as he relates sensory colors to sensory things or beings. In detail, however, he will still have much to learn in this regard. He will have to distinguish between color forms that are opaque and those that are completely transparent and, as it were, fully illuminated from within. Indeed, he will also perceive forms that, as it were, constantly generate their own colored light from within—forms that are not only completely illuminated and transparent but also continually radiate from within themselves. And he will attribute the more opaque forms to lower beings, the illuminated ones to middle beings; the images that radiate from within will be to him manifestations of higher spiritual beings.

[ 3 ] Will man die Wahrheit der imaginativen Welt treffen, so darf man den Begriff des geistigen Schauens nicht zu eng fassen. Denn es finden sich in dieser Welt nicht etwa bloß Licht- und Farbenwahrnehmungen, die sich also den Gesichtserlebnissen der physischen Welt vergleichen lassen, sondern auch Eindrücke von Wärme und Kälte, von Geschmack und Geruch, ja noch andere Erlebnisse der imaginativen «Sinne», für die es etwas Ähnliches in der physischen Welt nicht gibt. Die Eindrücke des Warmen und Kalten sind in der imaginativen (astralen) Welt die Offenbarungen des Willens und der Absichten seelischer und geistiger Wesen. Ob ein solches Wesen etwas Gutes oder Böses bezweckt, das kommt in einer bestimmten Wärme- oder Kältewirkung zum Vorschein. Auch «schmecken» und «riechen» kann man die astralen Wesenheiten. — Nur dasjenige, was in eigentlichem Sinne das Physische des Tones und Schalles ausmacht, fehlt fast ganz in der wirklich imaginativen Welt. In dieser Beziehung herrscht da lautlose Stille. Dafür aber bietet sich etwas ganz anderes dem in der geistigen Beobachtung Fortschreitenden dar, was sich mit dem Tönen und Klingen, mit Musik und Sprache der sinnlichen Welt vergleichen läßt. Und gerade dann tritt dieses Höhere auf, wenn alles Tönen und Klingen der äußeren physischen Welt völlig verstummt, ja wenn auch der geringste innere seelische Nachhall an dieses Gebiet der äußeren Welt zum Schweigen gekommen ist. Dann tritt für den Beobachter das ein, was man ein Verstehen der Bedeutung der imaginativen Erlebnisse nennen kann. Wollte man dasjenige, was hier erfahren wird, mit etwas in der physischen Welt vergleichen, so könnte man nur zur Verdeutlichung etwas heranziehen, was es in dieser Welt gar nicht gibt. Man versuche sich einmal vorzustellen, daß man wahrnehmen könnte die Gedanken und Gefühle eines Menschen, ohne seine Worte mit dem physischen Ohre zu hören, so wäre ein solches Wahrnehmen zu vergleichen mit jenem unmittelbaren Verstehen des Imaginativen, das man als «Hören» in geistigem Sinne bezeichnet. Das «Sprechende» sind die Farben- und Lichteindrücke. In dem Aufglänzen und Verlöschen, in der Farbenwandlung der Bilder offenbaren sich Harmonien und Disharmonien, welche die Gefühle, Vorstellungen und Gedanken seelischer und geistiger Wesenheiten enthüllen. Und wie sich der Ton beim physischen Menschen zum Worte steigert, wenn sich ihm der Gedanke einprägt, so steigern sich die Harmonien und Disharmonien der geistigen Welt zu Offenbarungen, welche wesenhafte Gedanken selbst sind. Dazu muß es allerdings «dunkel werden» in dieser Welt, wenn der Gedanke in seiner Unmittelbarkeit sich offenbaren solL Das hier auftretende Erlebnis stellt sich so dar: Man sieht die hellen Farbentöne, das Rot, Gelb und Orange ersterben und nimmt wahr, wie sich die höhere Welt durch Grün hindurch abdunkelt zum Blauen und Violetten; dabei erlebt man in sich selbst eine Steigerung der inneren Willensenergie. Man erlebt eine völlige Freiheit in bezug auf Ort und Zeit; man fühlt sich in Bewegung. Es sind gewisse Linienformen, Gestalten, die man erlebt. Doch nicht etwa so erlebt man sie, daß man sie vor sich in irgendeinem Räume gezeichnet sähe, sondern so, als ob man in fortwährender Bewegung mit seinem Ich jedem Linienschwung, jeder Gestaltung selbst folgte. Ja, man fühlt das Ich als den Zeichner und zugleich als das Material, mit dem gezeichnet wird. Und jede Linienführung, jede Ortsänderung sind zugleich Erlebnisse dieses Ich. Man lernt erkennen, daß man mit seinem bewegten Ich hineingeflochten ist in die schaffenden Weltenkräfte. Die Weltgesetze sind nun dem Ich nicht mehr etwas äußerlich Wahrgenommenes, sondern ein wirkliches Wundergewebe, an dem man spinnt. — Die Geheimwissenschaft entwirft allerlei sinnbildliche Zeichnungen und Bilder. Wenn diese den Tatsachen wirklich entsprechen und nicht bloße ausgedachte Figuren sind, so liegen ihnen Erlebnisse des Beobachters in höheren Welten zugrunde, die in der oben beschriebenen Art anzusehen sind.

[ 3 ] If one wishes to grasp the truth of the imaginative world, one must not interpret the concept of spiritual vision too narrowly. For in this world there are not merely perceptions of light and color—which can thus be compared to visual experiences in the physical world—but also impressions of warmth and cold, of taste and smell, and indeed other experiences of the imaginative “senses” for which there is no equivalent in the physical world. In the imaginative (astral) world, impressions of warmth and cold are manifestations of the will and intentions of soul and spiritual beings. Whether such a being intends good or evil is revealed through a specific effect of warmth or cold. One can also “taste” and “smell” the astral beings. — Only that which, in the true sense, constitutes the physical aspect of tone and sound is almost entirely absent from the truly imaginative world. In this regard, utter silence reigns there. Instead, however, something quite different presents itself to those advancing in spiritual observation—something comparable to the tones and sounds, to the music and language of the sensory world. And it is precisely then—when all sounds and tones of the outer physical world have fallen completely silent, indeed when even the slightest inner psychological echo of this realm of the outer world has ceased—that this higher realm emerges. Then what emerges for the observer is what might be called a “understanding of the meaning” of the imaginative experiences. If one were to compare what is experienced here with something in the physical world, one could only, for the sake of illustration, draw upon something that does not exist at all in this world. Try to imagine that one could perceive a person’s thoughts and feelings, without hearing their words with the physical ear; such perception would be comparable to that immediate understanding of the imaginative realm, which is described as “hearing” in a spiritual sense. The “speaking” elements are the impressions of color and light. In the flickering and fading, in the changing colors of the images, harmonies and disharmonies are revealed, which unveil the feelings, ideas, and thoughts of soul and spiritual beings. And just as sound in the physical human being rises to the level of speech when a thought takes hold, so do the harmonies and disharmonies of the spiritual world rise to the level of revelations that are essential thoughts themselves. For this to happen, however, it must “grow dark” in this world if the thought is to reveal itself in its immediacy. The experience that arises here presents itself as follows: One sees the bright hues—red, yellow, and orange—fade away and perceives how the higher world darkens through green into blue and violet; at the same time, one experiences within oneself an intensification of inner volitional energy. One experiences complete freedom with regard to place and time; one feels oneself in motion. One experiences certain line forms and shapes. Yet one does not experience them as if one were seeing them drawn before oneself in some space, but rather as if, in constant motion with one’s self, one were following every stroke of the line and every form oneself. Indeed, one feels the “I” as both the artist and the very material with which the drawing is made. And every stroke, every shift in position, is simultaneously an experience of this “I.” One comes to recognize that, with one’s moving “I,” one is woven into the creative forces of the world. The laws of the world are now no longer something perceived externally by the “I,” but a real, wondrous fabric at which one weaves. — Esoteric science conceives all manner of symbolic drawings and images. If these truly correspond to reality and are not merely figments of the imagination, they are based on the observer’s experiences in higher worlds, which are to be viewed in the manner described above.

[ 4 ] So stellt sich die inspirierte Welt in die imaginierte hinein. Wenn die Imaginationen beginnen, dem Beobachter in «stummer Sprache» ihre Bedeutungen zu enthüllen, dann geht innerhalb des Imaginativen die Welt der Inspiration auf.

[ 4 ] This is how the inspired world enters into the imagined one. When the imaginations begin to reveal their meanings to the observer in a “silent language,” then within the imaginative realm, the world of inspiration unfolds.

[ 5 ] Von derjenigen Welt, in welche der geistige Beobachter auf diese Art eindringt, ist die physische eine Offenbarung. Was von dieser physischen Welt den Sinnen und dem auf sie beschränkten Verstand zugänglich ist, das ist nur die Außenseite. Um nur ein Beispiel anzuführen: die Pflanze, wie sie mit den physischen Sinnen und dem physischen Verstände beobachtet wird, ist nicht das vollständige Pflanzenwesen. Wer nur diese physische Pflanze kennt, der hat etwas Ähnliches vorliegen, wie ein Wesen haben würde, das den Fingernagel eines Menschen wahrnehmen könnte, dem aber die Wahrnehmung des Menschen selbst unzugänglich wäre. Bau und Wesenheit des Fingernagels können aber nur verstanden werden, wenn man sie aus der ganzen menschlichen Wesenheit erklärt. So ist in Wahrheit die Pflanze nur verständlich, wenn man das kennt, was zu ihr gehört wie die ganze menschliche Wesenheit zum Fingernagel des Menschen. Dieses zur Pflanze Gehörige kann man aber nicht in der physischen Welt finden. Der Pflanze liegt zunächst etwas zugrunde, was sich nur durch die Imagination in der astralen Welt enthüllt, und ferner etwas, was nur durch die Inspiration in der geistigen Welt offenbar wird. — So ist also die Pflanze als physisches Wesen die Offenbarung einer Wesenheit, die durch Imagination und Inspiration zu begreifen ist.

[ 5 ] The physical world is a revelation of the world into which the spiritual observer penetrates in this way. What is accessible to the senses and to the intellect—which is limited to them—in this physical world is merely its outer aspect. To cite just one example: the plant, as observed with the physical senses and the physical intellect, is not the complete plant being. Anyone who knows only this physical plant has before them something similar to what a being would have that could perceive a human fingernail but to whom the perception of the human being itself would be inaccessible. However, the structure and essence of the fingernail can only be understood when explained in terms of the entire human being. Thus, in truth, the plant is only comprehensible when one knows what belongs to it, just as the entire human being belongs to the human fingernail. Yet what belongs to the plant cannot be found in the physical world. The plant is based, first of all, on something that is revealed only through imagination in the astral world, and furthermore on something that becomes apparent only through inspiration in the spiritual world. — Thus, the plant as a physical being is the manifestation of an entity that can be grasped through imagination and inspiration.

[ 6 ] Es eröffnet sich für den Beobachter der höheren Welten, wie aus Vorstehendem ersichtlich ist, ein Weg, der in der physischen Welt beginnt. Er kann nämlich zunächst von dieser physischen Welt ausgehen und von deren Offenbarungen aufsteigen zu den ihnen zugrunde liegenden höheren Wesenheiten. Wenn er vom Tierreiche ausgeht, so kann er aufsteigen zur imaginativen Welt; wenn er von der Pflanzenwelt seinen Ausgang nimmt, so führt ihn die geistige Beobachtung durch die Imagination zur Welt der Inspiration. Wenn man diesen Weg geht, dann findet man nämlich bald innerhalb der imaginativen und Inspirationswelt auch Wesenheiten und Tatsachen, welche sich gar nicht in der physischen Welt offenbaren. Man darf also nicht glauben, daß man auf diese Art nur diejenigen Wesenheiten der höheren Welten kennenlernt, welche ihre Offenbarungen in der physischen Welt haben. Wer einmal die imaginative Welt betreten hat, der lernt eine Fülle von Wesen und Ereignissen kennen, von denen sich der bloße physische Beobachter nichts träumen läßt.

[ 6 ] As can be seen from the foregoing, a path opens up for the observer of the higher worlds that begins in the physical world. For he can start from this physical world and, through its manifestations, ascend to the higher beings that underlie them. If they begin with the animal kingdom, they can ascend to the imaginative world; if they begin with the plant kingdom, spiritual observation leads them through imagination to the world of inspiration. For when one follows this path, one soon finds within the imaginative and inspirational worlds beings and realities that do not manifest at all in the physical world. One must not, therefore, believe that in this way one comes to know only those beings of the higher worlds that reveal themselves in the physical world. Once one has entered the world of imagination, one encounters a wealth of beings and events of which the mere physical observer cannot even dream.

[ 7 ] Es gibt nun allerdings auch einen andern Weg. Einen solchen, der nicht von der physischen Welt seinen Ausgang nimmt. Der den Menschen unmittelbar hellsichtig macht in den höheren Gebieten des Daseins. Für viele Menschen möchte dieser Weg mehr Anziehungskraft haben als der vorhin angedeutete. Doch sollte für unsere Lebensverhältnisse nur der Aufstieg aus der physischen Welt gewählt werden. Er legt dem Beobachter die Entsagung auf, welche nötig ist, wenn er sich zunächst in der physischen Welt umschauen und da einige Erkenntnisse und namentlich Erfahrungen sammeln soll. Doch ist er auf alle Fälle für unsere Kulturverhältnisse der Gegenwart der angemessene. Der andere setzt die vorhergängige Aneignung von Seeleneigenschaften voraus, welche innerhalb der gegenwärtigen Lebensverhältnisse äußerst schwer zu erreichen sind. Wenn auch in einschlägigen Schriften mit aller Schärfe und Deutlichkeit solche Seeleneigenschaften immer wieder und wieder betont werden: von dem Grade, in dem man sich dergleichen (z.B. Selbstlosigkeit, hingebungsvolle Liebe usw.) aneignen muß, wenn man zur Erreichung der höheren Welten nicht von dem festen Boden der physischen ausgehen wollte, machen sich doch die meisten Menschen gar keine auch nur einigermaßen hinreichende Vorstellung. Und wenn dann jemand in den höheren Welten erweckt wird ohne den erforderlichen Grad der entsprechenden Seeleneigenschaften, so müßte unsägliches Elend die Folge sein. Nun darf man nicht etwa glauben, daß man beim Ausgehen von der physischen Welt und ihren Erfahrungen der gekennzeichneten Seeleneigenschaften entraten könnte. Solches zu glauben, wäre auch ein folgenschwerer Irrtum. Aber solcher Ausgang gestattet, daß man sich diese Seeleneigenschaften in dem Maße und vor allem in der Form aneigne, in denen es in unseren gegenwärtigen Lebensverhältnissen möglich ist.

[ 7 ] There is, however, another path. One that does not originate in the physical world. One that makes a person immediately clairvoyant in the higher realms of existence. For many people, this path may hold greater appeal than the one mentioned earlier. Yet, given our present circumstances, only the path of ascent from the physical world should be chosen. It requires the observer to make the necessary sacrifices so that he may first survey the physical world and gather certain insights—and, above all, experiences—there. Nevertheless, it is by far the most appropriate path for our current cultural conditions. The other path presupposes the prior acquisition of soul qualities that are extremely difficult to attain within present-day living conditions. Even though such soul qualities are emphasized time and again with the utmost clarity and precision in relevant writings—to the extent that one must acquire such qualities (e.g., selflessness, devoted love, etc.) if one does not wish to set out for the higher worlds from the firm ground of the physical world, most people still have no even remotely adequate conception of this. And if someone were then awakened in the higher worlds without the necessary degree of the corresponding qualities of the soul, unspeakable misery would be the result. Now, one must not believe that by leaving the physical world and its experiences, one could dispense with the described qualities of the soul. To believe such a thing would also be a grave error. But such a departure allows one to acquire these qualities of the soul to the extent and, above all, in the form that is possible under our present living conditions.

[ 8 ] Und noch etwas kommt dabei in Betracht. Geht man in der angedeuteten Art von der physischen Welt aus, so bleibt man auch trotz seines Aufsteigens in die höheren Welten in einem lebendigen Zusammenhange mit dieser physischen Welt. Man wahrt sich das volle Verständnis für alles, was in ihr vorgeht, und die volle Tatkraft, in ihr zu wirken. Ja, dieses Verständnis und diese Tatkraft wachsen in der förderlichsten Art gerade durch die Erkenntnis der höheren Welten. In jedem Gebiete des Lebens, und wenn es auch noch so prosaisch-praktisch erscheint, wird der Kenner der höheren Welten förderlicher, besser wirken als der Nichtkenner, wenn sich der erstere nur den lebensvollen Zusammenhang mit der physischen Welt bewahrt hat.

[ 8 ] And there is something else to consider here. If one proceeds from the physical world in the manner suggested, one remains in a living connection with this physical world even while ascending into the higher worlds. One retains a full understanding of everything that takes place within it, as well as the full energy to act within it. Indeed, this understanding and this energy grow in the most beneficial way precisely through the knowledge of the higher worlds. In every area of life—no matter how mundane or practical it may seem—the one who knows the higher worlds will act more effectively and for the greater good than the one who does not, provided the former has maintained a vital connection with the physical world.

[ 9 ] Wer aber, ohne von der physischen Welt auszugehen, in den höheren Gebieten des Daseins erweckt wird, der wird allerdings nur zu leicht dem Leben entfremdet; er wird zum Einsiedler, der seiner Mitwelt ohne Verständnis und Anteil gegenübersteht. Ja, es tritt bei unvollständig in dieser Art Ausgebildeten — allerdings nicht bei vollkommen Entwickelten — sogar oft ein, daß sie mit einer gewissen Geringschätzung auf die Erlebnisse der physischen Welt herabsehen, daß sie sich zu vornehm für diese fühlen usw. Statt daß sich ihr Anteil an der Welt erhöhte, werden solche in sich verhärtete, im geistigen Sinne selbstsüchtige Naturen. Die Verführung zu alledem ist nämlich wahrlich nicht gering. Und diejenigen, welche den Aufstieg in die höheren Welten erstreben, sollten wohl gerade darauf achten.

[ 9 ] But anyone who is awakened to the higher realms of existence without having started from the physical world is, admittedly, all too easily alienated from life; he becomes a hermit who faces the world around him without understanding or concern. Indeed, it often happens among those who have been developed only incompletely in this way—though not among those who are fully developed—that they look down with a certain disdain upon the experiences of the physical world, that they feel too refined for it, and so on. Instead of their connection to the world deepening, such individuals become hardened, spiritually selfish beings. For the temptation to all of this is truly not insignificant. And those who strive for ascent into the higher worlds should pay particular attention to this.

[ 10 ] Von der Inspiration kann der geistige Beobachter zur Intuition aufsteigen. In der Ausdrucksart der Geheimwissenschaft bedeutet dieses Wort in vieler Beziehung das genaue Gegenteil von dem, wofür man es im gewöhnlichen Leben oft anwendet. In letzterem spricht man von Intuition, wenn man einen dunkel als wahr gefühlten Einfall im Auge hat, dem an sich die klare, begriffliche Feststellung noch fehlt. Man sieht darinnen mehr eine Vorstufe der Erkenntnis denn eine solche selbst. Solch ein entsprechender «Einfall» mag — nach dieser Begriffsbestimmung — eine große Wahrheit wie in einem Blitzlicht erleuchten; als Erkenntnis kann er erst gelten, wenn er durch begriffliche Urteile begründet wird. Bisweilen bezeichnet man auch als Intuition etwas, was man als Wahrheit «fühlt», wovon man ganz überzeugt ist, was man aber durch Verstandesurteile nicht belasten will. Menschen, an welche die geheimwissenschaftlichen Erkenntnisse herankommen, sagen gar oft: Das war mir «intuitiv» schon immer klar. Von all dem muß ganz abgesehen werden, wenn man den Ausdruck «Intuition» in seiner hier gemeinten wahren Bedeutung ins Auge fassen will. Intuition ist, in dieser Anwendung, nicht eine Erkenntnis, die an Klarheit hinter der Verstandeserkenntnis zurückbleibt, sondern welche diese weit überragt.

[ 10 ] From inspiration, the spiritual observer can ascend to intuition. In the terminology of esoteric science, this word means, in many respects, the exact opposite of what it is often used to mean in everyday life. In the latter, one speaks of intuition when referring to a hunch that is vaguely felt to be true, but which as yet lacks a clear, conceptual formulation. It is seen more as a preliminary stage of knowledge than as knowledge itself. Such an “insight”—according to this definition—may illuminate a great truth as if by a flash of lightning; it can only be regarded as knowledge once it is substantiated by conceptual judgments. Sometimes, however, the term “intuition” is also used to describe something one “feels” to be true—something of which one is entirely convinced, but which one does not wish to substantiate with rational judgments. People who come into contact with esoteric knowledge often say: “That has always been clear to me ‘intuitively.’” All of this must be set entirely aside if one wishes to consider the term “intuition” in its true meaning as intended here. In this context, intuition is not a form of knowledge that falls short of intellectual knowledge in clarity, but rather one that far surpasses it.

[ 11 ] In der Inspiration sprechen die Erlebnisse der höheren Welten ihre Bedeutung aus. Der Beobachter lebt in den Eigenschaften und Taten der Wesen dieser höheren Welten. Wenn er, wie oben charakterisiert worden ist, mit seinem Ich einer Linienführung oder einer Gestaltform folgt, so weiß er doch, daß er nicht innerhalb des Wesens selbst ist, sondern innerhalb dessen Eigenschaften und Verrichtungen. Schon in der imaginativen Erkenntnis erlebt er es ja, daß er sich z.B. nicht außerhalb, sondern innerhalb der Farbenbilder fühlt; aber er weiß auch ebenso genau, daß diese Farbenbilder nicht in sich selbständige Wesen, sondern Eigenschaften solcher Wesen sind. In der Inspiration wird er sich bewußt, daß er eins wird mit den Taten solcher Wesen, mit den Offenbarungen ihres Willens; erst in der Intuition verschmilzt er mit Wesen, die in sich geschlossen sind, selbst. Im richtigen Sinne kann das nur geschehen, wenn diese Verschmelzung nicht unter Auslöschung, sondern unter völliger Aufrechterhaltung seiner eigenen Wesenheit der Fall ist. Alles «Sich-Verlieren» an ein fremdes Wesen ist vom Übel. Daher kann nur ein Ich, das in sich bis zu einem hohen Grade gefestigt ist, in ein anderes Wesen ohne Schaden untertauchen. — Man hat erst dann etwas intuitiv erfaßt, wenn man diesem «Etwas» gegenüber zu der Empfindung gekommen ist: es äußert sich in ihm ein Wesen, das von derselben Art und inneren Geschlossenheit wie das eigene Ich ist. Wer einen Stein mit den Sinnen betrachtet und ihn nach seinen Eigenheiten mit dem Verstände — und den gewöhnlichen wissenschaftlichen Hilfsmitteln — zu begreifen sucht, der lernt nur die Außenseite des Steines kennen. Als geistiger Beobachter schreitet er zu der imaginativen und inspirierten Erkenntnis vor. Lebt er innerhalb der letzteren, so kann er zu einer weiteren Empfindung kommen. Diese Empfindung möchte man durch einen Vergleich in der folgenden Art charakterisieren. Man stelle sich vor, man sehe einen Menschen auf der Straße. Er macht zunächst auf den Beobachter einen flüchtigen Eindruck. Später lernt man ihn näher kennen; und es kommt der Augenblick, in dem man mit ihm so befreundet wird, daß sich Seele der Seele aufschließt. Mit dem Erlebnis, das man durchmacht, wenn so die Hüllen der Seelen fallen und Ich dem Ich gegenübersteht, ist dasjenige zu vergleichen, wenn dem geistigen Beobachter der Stein nur wie eine äußere Offenbarung erscheint und er vorschreitet zu etwas, zu dem der Stein gehört, wie der Fingernagel zum menschlichen Leibe gehört, und das sich auslebt als ein «Ich», wie das eigene Ich eines ist.

[ 12 ] Erst in der Intuition ist diejenige Erkenntnisart durch den Menschen erreicht, die ihn ins «Innere» der Wesen führt. Bei Besprechung der Inspiration ist einiges angegeben worden über die Umwandlung, welche die innere Seelenverfassung des geistigen Beobachters erfahren muß, wenn er zu dieser Erkenntnisform gelangen will. Es ist da gesagt worden, daß z.B. ein unrichtiges Urteil nicht bloß zum Verstände sprechen darf, sondern zu der Empfindung, daß es Leid, Schmerz bereiten muß. Und der Beobachter muß solches inneres Erleben systematisch ausbilden. Solange allerdings dieser Schmerz entspringt aus den Sympathien und Antipathien des Ich, aus dessen Parteinahme, so lange kann nicht von einer dadurch zu erlangenden Vorbereitung für die Inspiration gesprochen werden. Solches Berührtwerden des Gemütes ist noch weit, sehr weit von dem inneren Anteil entfernt, den das Ich an der bloßen Wahrheit — als Wahrheitnehmen muß, wenn es die genannten Ziele erreichen will. Es kann gar nicht scharf genug betont werden, daß eigentlich alle Formen des Interesses, die sich im gewöhnlichen Leben als Lust und Leid gegenüber von Wahrheit und Irrtum ausleben, erst schweigen müssen und dann eine ganz andere Interessenart, die ohne alle Selbstsucht ist, eintreten muß, wenn etwas für die Erkenntnis durch Inspiration geschehen soll. Diese eine Eigenschaft des inneren Seelenlebens ist aber eben nur eines unter den Mitteln zur Vorbereitung für die Inspiration. Es gibt eine unbegrenzte Anzahl anderer, die hinzukommen müssen zu der einen. Und je weiter sich der geistige Beobachter in bezug auf das verfeinert, was ihm schon für die Inspiration gedient hat, desto mehr vermag er sich der Intuition zu nähern. Von der gesetzmäßigen Anweisung, welche die Geheimwissenschaft für die Intuition gibt, wird in weiteren Aufsätzen noch die Rede sein.

[ 11 ] In inspiration, the experiences of the higher worlds express their meaning. The observer lives within the qualities and actions of the beings of these higher worlds. When, as described above, he follows a line or a form with his “I,” he nevertheless knows that he is not within the being itself, but within its qualities and activities. Even in imaginative perception, he experiences, for example, that he feels not outside but within the images of color; but he also knows just as clearly that these images of color are not beings in their own right, but qualities of such beings. In inspiration, he becomes aware that he is becoming one with the actions of such beings, with the manifestations of their will; only in intuition does he merge with beings that are self-contained in themselves. In the true sense, this can only happen if this merging takes place not through the obliteration but through the complete preservation of his own being. Any “losing oneself” to a foreign being is harmful. Therefore, only an “I” that is firmly established within itself to a high degree can immerse itself in another being without harm. — One has intuitively grasped something only when, in the face of this “something,” one has come to the realization that a being is expressing itself within it—a being of the same nature and inner self-containedness as one’s own “I.” Anyone who observes a stone with the senses and seeks to understand it according to its characteristics through the intellect—and ordinary scientific methods—comes to know only the outer surface of the stone. As a spiritual observer, one advances to imaginative and inspired insight. If they live within this latter realm, they can arrive at a deeper sensation. One might characterize this sensation through a comparison of the following kind. Imagine seeing a person on the street. At first, they make only a fleeting impression on the observer. Later, one gets to know them better; and the moment comes when one becomes so close to them that soul opens up to soul. The experience one undergoes when the veils of the souls fall away in this way and “I” stands face to face with “I” is comparable to the experience when the stone appears to the spiritual observer merely as an external revelation, and he proceeds toward something to which the stone belongs—just as the fingernail belongs to the human body—and which manifests itself as an “I,” just as one’s own “I” is one.

[ 12 ] It is only through intuition that human beings attain the kind of knowledge that leads them into the “innermost being” of beings. In discussing inspiration, some points have been made regarding the transformation that the spiritual observer’s inner state of mind must undergo if he is to attain this form of knowledge. It has been said there that, for example, an incorrect judgment must not merely speak to the intellect, but must also evoke the feeling that it causes suffering and pain. And the observer must systematically cultivate such inner experience. However, as long as this pain arises from the sympathies and antipathies of the ego, from its taking sides, there can be no talk of a preparation for inspiration being attained through it. Such a stirring of the mind is still far, very far removed from the inner participation that the ego must have in the mere truth—as truth—if it wishes to achieve the aforementioned goals. It cannot be emphasized strongly enough that, in fact, all forms of interest—which in ordinary life manifest as pleasure and pain in relation to truth and error—must first fall silent, and then a completely different kind of interest, one devoid of all self-interest, must take their place if anything is to be achieved in the realm of knowledge through inspiration. This one quality of inner spiritual life, however, is merely one of the means of preparation for inspiration. There are an unlimited number of others that must be added to this one. And the more the spiritual observer refines himself with regard to what has already served him for inspiration, the closer he is able to approach intuition. The systematic guidance that esoteric science provides for intuition will be discussed in further essays.