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World-Riddles and Theosophy
GA 54

9 November 1905, Berlin

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World-Riddles and Theosophy, tr. SOL
  1. Die Welträtsel und die Anthroposophie

6. Die Grundbegriffe der Theosophie Menschenrassen

6. The Basic Concepts of Theosophy: Human Races

[ 1 ] Oftmals ist es gesagt worden, daß des Menschen bestes und wichtigstes Studium der Mensch selbst sei, und daß auch des Menschen größtes Rätsel der Mensch selbst sei. Angesichts gewisser Tatsachen muß betont werden, daß dieses Rätsel dem Menschen wiederum in den mannigfaltigsten Gestalten entgegentritt. Wie vervielfältigt erscheint uns das Menschenrätsel und es blickt uns von allen Seiten an. Eine solche Vervielfältigung des Menschenrätsels sind zweifellos die mannigfaltigen Gestaltungen des Menschen, die wir die Rassen der Menschen nennen. Die Naturwissenschaft und die Geisteswissenschaft haben sich nun immer bemüht, Licht in diese Mannigfaltigkeit des menschlichen Daseins, in diese verschiedenen Formen des Menschen hineinzubringen. Eine Fülle von Fragen geht uns dabei auf. Wir tragen in uns das Bewußtsein, daß in allen Menschen eine einheitliche Natur und Wesenheit liegt. Wie verhält sich nun aber diese einheitliche Natur und Wesenheit zu den mannigfaltigsten Gestaltungen und Physiognomien, die uns in den Rassen entgegentreten? Insbesondere tritt uns diese Frage nahe, wenn wir sehen, wie verschieden veranlagt, wie verschieden begabt die einzelnen Menschenrassen sind. Auf den Stufen dessen, was wir die höchste Kultur nennen, steht die eine, auf der primitivsten, untergeordneten Kulturstufe, scheinbar für unsere Betrachtung, die andere. Das alles läßt es uns merkwürdig erscheinen, daß der Mensch, der doch eine einheitliche Natur hat, in so verschiedener und auch unvollkommener Gestalt erscheinen kann. Man empfindet es oft als eine Ungerechtigkeit der Natur, daß sie den einen zu einem Dasein in einer tief untenstehenden Menschenrasse verurteilt und den andern zu einer scheinbar vollkommenen Rasse heraufhebt.

[ 1 ] It has often been said that man’s best and most important subject of study is man himself, and that man’s greatest mystery is also man himself. In light of certain facts, it must be emphasized that this mystery confronts man in the most diverse forms. How multifaceted the mystery of humanity appears to us, and how it gazes at us from all sides. One such manifestation of the mystery of humanity is undoubtedly the manifold forms of human beings, which we call the races of humanity. The natural sciences and the humanities have always strived to shed light on this diversity of human existence, on these various forms of humanity. A wealth of questions arises in this context. We carry within us the awareness that a unified nature and essence lies within all human beings. But how does this unified nature and essence relate to the most diverse forms and physiognomies that we encounter in the races? This question is particularly close to our hearts when we see how differently predisposed and how differently gifted the individual human races are. One stands at the highest level of what we call culture, while the other—at least from our perspective—seems to be at the most primitive, subordinate level of culture. All of this makes it seem strange to us that human beings, who after all share a unified nature, can appear in such diverse and even imperfect forms. It is often perceived as an injustice of nature that it condemns some to an existence within a human race far below and elevates others to a seemingly perfect race.

[ 2 ] Licht in dieses Dunkel hineinzubringen, ein wenig dieses Rätsel aufzuhellen, scheint die geisteswissenschaftliche Weltanschauung mehr als irgendeine andere geeignet zu sein. Denn diese geisteswissenschaftliche Weltanschauung spricht nicht in demselben Sinne von dem einheitlichen Menschen wie die andern Weltanschauungen. Sie hat von ihm einen von dem der Philosophen, Religionen und so weiter verschiedenen Begriff, sie spricht von einem Immer-Wiederkehren der Menschenseele. Sie sagt uns, daß die Seele, die in dem heutigen menschlichen Individuum lebt, bereits oft auf dieser Erde war und noch oftmals wiederkehren wird. Und wenn wir die Sache noch näher betrachten, dann sehen wir, daß die Seelen der Menschen durch die verschiedenen Rassen hindurchschreiten. So kommt uns schon Sinn und Vernunft in die Mannigfaltigkeit der Rassen. So sehen wir, wie nicht der eine verurteilt ist, bloß in einer primitiven Rasse zu leben und der andere auf den hochentwickelten Stufen des Rassendaseins zu sein. Ein jeder von uns geht durch die verschiedensten Stufen der Rassen hindurch und der Durchgang bedeutet für die einzelne Seele gerade eine Fortentwickelung. Derjenige, der heute als Angehöriger der europäischen Menschenrasse erscheint, hat in früherer Zeit andere Menschenrassen durchlaufen und wird in späterer Zeit andere durchlaufen als unsere. Es erscheinen uns die Rassen wie Lehrstufen, und es kommen Zusammenhang und Zweck in diese Mannigfaltigkeit hinein.

[ 2 ] The spiritual-scientific worldview seems better suited than any other to shed light on this darkness and to unravel this mystery a little. For this spiritual-scientific worldview does not speak of the unified human being in the same sense as other worldviews. It has a concept of the human being that differs from that of philosophers, religions, and so on; it speaks of the eternal return of the human soul. It tells us that the soul living in today’s human individual has already been on this Earth many times and will return many times more. And if we examine the matter more closely, we see that human souls pass through the various races. Thus, meaning and reason are already present in the diversity of the races. Thus, we see that one person is not condemned to live solely in a primitive race, while another is destined to be on the highly developed stages of racial existence. Each of us passes through the most diverse stages of the races, and for the individual soul, this passage signifies precisely further development. The person who appears today as a member of the European race has, in earlier times, passed through other human races and will, in later times, pass through races other than our own. The races appear to us as stages of learning, and coherence and purpose emerge within this diversity.

[ 3 ] Wollen wir aber diesen Sinn ganz gründlich einsehen, dann müssen wir allerdings auf das, was der Entwickelung der verschiedenen Rassen zugrunde liegt, tiefer eingehen. Derjenige, der sich über die bloß sinnliche Anschauung in die unsichtbare, übersinnliche Welt hinauferhebt und diese Frage von solchen Gebieten aus zu beantworten sucht, der kann hier wirklich zu einer befriedigenden Lösung des Rätsels kommen. Die gewöhnliche Naturwissenschaft, die sich auf die sinnliche Beobachtung in dieser Frage beschränken muß, hat in diese Fälle, die uns da in bezug auf die Menschheitstypen gegeben sind, nur einen leitenden Faden hineinzubringen vermocht. Die Naturwissenschaft führt uns zurück bis zu den unvollkommenen Stufen des Menschendaseins, wie sie es im Sinne der heutigen darwinistischen Anschauungsweise vermag. Sie verfolgt den Menschen in die früheren Epochen der Erdenentwickelung zurück. Sie zeigt uns, wie der Mensch in den früheren Zeiten Stadien durchgemacht hat, in denen er seine Bedürfnisse mit einfachen, untergeordneten Werkzeugen befriedigte, in denen er nur geringe Arbeit leisten konnte. Und in noch frühere Zeiten will uns die Naturwissenschaft zurückführen, in denen der Mensch sich herausentwickelt hat aus der Tierheit. Wir werden erst zu der Behauptung geführt, daß wir naturwissenschaftlich die frühesten Entwickelungsstadien des Menschen wahrscheinlich nicht mehr nachweisen können, vermutlich weil die Gebiete der Erde, auf denen sich der Mensch von heute damals entwickelt hat, von den Fluten des Ozeans bedeckt sind. Nur auf ein Gebiet weist uns die Naturwissenschaft immer wieder hin. Das ist das Gebiet im Süden von Asien, im Osten von Afrika und hinunter nach Australien. Ernst Haeckel vermutet, daß dort ein uralter, untergegangener Kontinent zu suchen ist und daß sich die Zwischenstufen zwischen Tier und Mensch dort einmal entwickelt haben. Er nennt diesen Kontinent Lemurien.

[ 3 ] But if we are to fully grasp this meaning, we must certainly delve more deeply into what underlies the development of the various races. Those who rise above mere sensory perception into the invisible, supersensory world and seek to answer this question from such realms can truly arrive at a satisfactory solution to the mystery. Conventional natural science, which must limit itself to sensory observation in this matter, has been able to provide only a guiding thread in these cases concerning the types of humanity presented to us. Natural science takes us back to the imperfect stages of human existence, as it is able to do in the sense of today’s Darwinian perspective. It traces humanity back to the earlier epochs of Earth’s development. It shows us how, in earlier times, humanity passed through stages in which it satisfied its needs with simple, rudimentary tools, and in which it was capable of performing only minimal labor. And natural science seeks to take us back to even earlier times, when humankind evolved from the animal kingdom. We are led to the conclusion that, from a scientific standpoint, we can probably no longer verify the earliest stages of human evolution—presumably because the regions of the Earth where modern humans once evolved are now covered by the ocean’s waters. There is only one region to which science repeatedly points us: the region south of Asia, east of Africa, and down to Australia. Ernst Haeckel speculates that an ancient, sunken continent is to be found there and that the intermediate stages between animals and humans once developed there. He calls this continent Lemuria.

[ 4 ] Allerdings, in demselben Sinne, in dem Haeckel von diesem Kontinent und seinen Bewohnern spricht, in diesem Sinne, also von lediglich affenähnlichen Menschen als den Vorfahren der heutigen Menschen, kann die Geisteswissenschaft, und zwar aus ihren Erfahrungen, nicht über diese Angelegenheit sprechen. Ich habe zu zeigen versucht, daß es andere Methoden und Mittel gibt, über die Vorzeiten etwas zu erfahren, als die sind, auf welche. sich die Naturwissenschaft verlassen muß, andere als die Erforschung der Resultate, die in der Erde zurückgelassen worden sind. Sie finden in meiner Darstellung der Menschheitsgeschichte, in den Aufsätzen «Aus der Akasha-Chronik», aus der inneren, mystischen Erfahrung heraus alles, was in den sogenannten Geheimschulen über des Menschen Herkunft und seine Gliederung in verschiedene Rassen von jeher gelehrt worden ist. Physische Aufzeichnung und sinnliche Erfahrung kann uns nicht in die Zeiten hinaufführen, die uns wirklich das Maßgebende über diese Frage lehren können. Die übersinnliche Erfahrung allein kann uns das lehren. Nur einen spärlichen Begriff von dieser übersinnlichen Erfahrung kann ich heute geben, und nur ein Vergleich soll uns dahin führen, wo das hergenommen ist, was wir heute im wesentlichen besprechen wollen.

[ 4 ] However, in the same sense that Haeckel speaks of this continent and its inhabitants—that is, in the sense of merely ape-like humans as the ancestors of modern humans—spiritual science, based on its own experiences, cannot speak on this matter. I have attempted to show that there are other methods and means of learning about the past than those on which the natural sciences must rely—other than the study of the remains left behind in the earth. In my account of human history, in the essays “From the Akashic Records,” you will find, drawn from inner, mystical experience, everything that has been taught since time immemorial in the so-called secret schools regarding the origin of humankind and its division into different races. Physical records and sensory experience cannot take us back to the times that can truly provide the decisive answers to this question. Only supersensible experience can teach us this. Today I can offer only a faint glimpse of this supersensible experience, and only a comparison can lead us to the source of what we essentially wish to discuss today.

[ 5 ] Sie wissen alle, wenn ich hier spreche, so wird mein Wort fortgetragen von den Wellenbewegungen, die in der Luft hier angeregt werden. Die schwingende Luft trägt meine Worte durch die Gehörorgane in Ihre Seele hinein. Während ich hier spreche, ist dieser ganze Luftraum ausgefüllt mit Schallwellen. Denken Sie sich, diese Schallwellen könnten durch irgendein Mittel fixiert werden, es könnte in jedem Augenblick ein Abdruck dessen entstehen, was hier gesprochen wird, es könnte der rasche Fortgang der Schallwellen, die hier im Raume durcheinandergehen, festgehalten werden, dann würden Sie eine Aufzeichnung haben von alledem, was hier gesprochen wird. Ebenso wie das Wort, das ich hier spreche, einen Eindruck macht auf das Medium, auf das Mittel um uns herum, so machen es auch die andern Außerungen der Menschennatur, allerdings nicht auf die Luft, welche in bezug auf viele andere und feinere Materien und Stoffe schon etwas grob ist, denn es gibt viel feinere Stoffe, als die Luft ist. Ich weise nur auf den Äther hin, obwohl unsere Betrachtung damit nichts zu tun hat. Aber ich meine eigentlich die feinste Materie, die Akasha-Materie, in der sich nicht nur die gesprochenen Worte abdrücken, sondern alle Gedanken, Gefühle und Willensimpulse des Menschen. Diese Akasha-Materie mit ihren Eindrücken bildet wirklich einen Phonographen in ausgebreitetem Maße. Und während diese Schallwellen hier in der Luft fortwährend vergehen, nur so lange dauern bis der Schall gehört ist, bleiben die Eindrücke, welche die menschlichen Leistungen bis zu den Gedanken hinauf in diese sogenannte AkashaMaterie machen, immer bestehen. Derjenige, welcher sich hinaufentwickelt, um in dieser Akasha-Materie zu lesen, der kann die Aufzeichnungen verfolgen, welche eingetragen sind seit Urzeiten. Und aus dieser Kunde heraus, aus diesen höheren geistigen Erfahrungen stammen die Angaben, welche die Geisteswissenschaft über die menschliche EntwickeJlung durch die verschiedenen Rassen hindurch macht. Da werden wir zurückgeführt nicht allein zu den Menschen, welche uns die Naturwissenschaft und Archäologie aufzeichnet, wenn sie in den Höhlen Frankreichs oder andern Höhlen der Erde Überreste von Menschen findet, die primitive Werkzeuge und Waffen gehabt haben, Menschen mit weit zurückliegenden Stirnen, die also auch nur eine unentwikkelte Denknatur haben konnten, Menschen, die weit abstanden von dem, was wir heute Kulturmenschen nennen. Alle diese Forschungen führen uns nicht zurück zu denjenigen Gestaltungen der Menschheit, die uns die geisteswissenschaftliche Weltanschauung kennen lehrt, wenn auch die heutigen Naturforscher meinen, daß sie uns zehn bis fünfzehn Jahrtausende, vielleicht noch weiter zurückführen. Alle jene Menschen- und Rassenformen, die der Naturforscher in der Erde finden kann, weisen wieder zurück auf ganz anders gestaltete Menschenphysiognomien, auf Rassen, welche auf einem ganz andern Erdgebiet gelebt haben, auf der Atlantis, die sich ausgedehnt hat zwischen Europa, Afrika und Amerika. Auch der Naturwissenschaft ist der Gedanke nicht mehr fremd, daß der Atlantische Ozean einstmals Land war. Die Ähnlichkeit der Fauna, des Tierreiches und der verschiedenen Bodenbildungen, auch gewisse Verwandtschaften in den Sprachen, alle diese Dinge weisen selbst den Naturforscher darauf hin, daß wir es zu tun haben mit einer großen Erdsenkung, mit einer Überflutung eines weiten Landgebietes, die in sehr frühen Zeiten unserer Entwickelung stattgefunden hat. Nach dem, was Plato erzählt von der Insel Poseidonis, die noch von ihm als eine Insel im Ozean angeführt wird, war das der letzte Rest einer vergangenen Welt. Das lehrt uns auch die geisteswissenschaftliche Anschauung.

[ 5 ] You all know that when I speak here, my words are carried by the wave motions that are set in motion in the air here. The vibrating air carries my words through your ears and into your souls. As I speak here, this entire space is filled with sound waves. Imagine if these sound waves could be recorded by some means; if at any moment a record could be made of what is being spoken here; if the rapid progression of the sound waves crisscrossing this room could be captured—then you would have a record of everything that is being spoken here. Just as the word I am speaking here makes an impression on the medium—the substance surrounding us—so do the other expressions of human nature; though not on the air, which is already somewhat coarse compared to many other, finer substances, for there are substances much finer than air. I am merely referring to the ether, although our discussion has nothing to do with it. But what I actually mean is the finest substance, the Akashic substance, in which not only spoken words are imprinted, but all human thoughts, feelings, and impulses of will. This Akashic substance, with its impressions, truly forms a phonograph on a vast scale. And while these sound waves here in the air constantly fade away—lasting only as long as the sound is heard—the impressions that human activities, right up to our thoughts, make in this so-called Akashic matter remain forever. Those who develop themselves to the point of being able to read this Akashic matter can trace the records that have been inscribed there since time immemorial. And from this knowledge, from these higher spiritual experiences, come the insights that spiritual science provides regarding human evolution through the various races. There we are led back not only to the people whom natural science and archaeology document—when they find, in the caves of France or other caves around the world, the remains of people who possessed primitive tools and weapons, people with receding foreheads who could therefore have had only an undeveloped thinking nature, people who were far removed from what we today call civilized human beings. All this research does not lead us back to those forms of humanity that the spiritual-scientific worldview teaches us about, even though today’s natural scientists believe that they take us back ten to fifteen millennia, perhaps even further. All those human and racial forms that natural scientists can find in the earth point back to human physiognomies of a completely different kind, to races that lived in an entirely different region of the earth—in Atlantis, which stretched between Europe, Africa, and America. Even to the natural sciences, the idea that the Atlantic Ocean was once land is no longer foreign. The similarity of the fauna, the animal kingdom, and the various soil formations, as well as certain linguistic affinities—all these things point even to the natural scientist that we are dealing with a major subsidence of the earth, with the flooding of a vast land area, which took place in the very early stages of our evolution. According to what Plato recounts about the island of Poseidonis—which he still describes as an island in the ocean—this was the last remnant of a bygone world. This is also what the spiritual-scientific perspective teaches us.

[ 6 ] Wenn wir zurückgehen auf die Bewohner, die in Atlantis gelebt haben, dann zeigt sich uns etwas ganz anderes als heute. Wir lernen ein Geschlecht kennen, in dem die bedeutendsten Fähigkeiten, die den heutigen Kulturmenschen zu dem machen, was den Kulturmenschen ausmacht, noch nicht vorhanden waren. Das atlantische Geschlecht hat diese Fähigkeiten, die Fähigkeit zu kombinieren, zu rechnen, noch nicht gehabt, auch die Denkfähigkeit nicht. Was die Menschen damals gehabt haben, war das Gedächtnis und die Sprache. Diese hat sich in ihnen erst ausgebildet. Dafür haben sie aber andere Fähigkeiten gehabt. Ein Fortschritt in den menschlichen Fähigkeiten findet nur dadurch statt, daß gewisse sogenannte höhere Grade des Menschendaseins mit dem Zurücktreten früherer Stufen der Entwickelung erkauft werden. Geradeso wie der Mensch heute gegenüber gewissen Tieren nur eine sehr geringe Fähigkeit der Geruchsorgane hat, während die Tiere die höheren Sinne, namentlich das Gehirn weniger ausgebildet haben, dafür aber die niedrigeren Fähigkeiten zu großer Vollendung bringen, so ist es auch hier auf diesen höheren Stufen der Menschheit. Der Atlantier hatte ein fast allwissendes Gedächtnis. Sein Wissen beruhte überhaupt auf dem Gedächtnis. Es gab für ihn nicht, was wir Gesetz, was wir Regel nennen. Er rechnete nicht so, daß er ein Einmaleins kannte; das kannte er gewiß nicht. Bei ihm war das Gedächtnis die Grundlage für sein ganzes Denken, Er wußte, wenn er zweimal fünf Bohnen zusammengelegt hatte, daß das ein Häufchen von so und so viel war. Da rechnete er nicht, sondern bewahrte das für die gedächtnismäßige Anschauung auf. Ebenso war seine Sprache eine ganz andere als die unsrige. Ich werde im Laufe des Vortrages auf diese Erscheinung noch etwas zurückkommen. Da der Atlantier nur diese Fähigkeiten ausgebildet hatte, so gehörte zu ihm notwendig eine gewisse hellseherische Gabe, welche zurücktrat, als sich unser waches Tagesbewußtsein, unser Verstandesbewußtsein, unser rechnerisches, logisches Bewußtsein, unser Kulturbewußtsein entwickelte. Der Atlantier war in ganz anderem Sinne imstande, aus seiner Natur heraus durch die besondere magische Kraft seines Willens auf das Wachstum der Pflanzen zu wirken. Ohne sinnliche Vermittlung vermochte der Atlantier gewisse magische Wirkungen auszuführen. Das alles hing auch zusammen mit einer ganz andern Art des Körperbaues, vor allen Dingen mit einem wesentlichen Zurücktreten der Stirn und mit einer mangelhaften Ausbildung des Vorderhirns. Dagegen waren andere Teile des Gehirns anders ausgebildet als beim heutigen Kulturmenschen. Dies machte es für ihn möglich, daß er sich seiner großen Gedächtnisfähigkeiten bedienen konnte.

[ 6 ] If we look back at the people who lived in Atlantis, we see something quite different from what we see today. We encounter a people in whom the most significant abilities—those that make today’s civilized human beings what they are—were not yet present. The Atlantean people did not yet possess these abilities—the ability to combine, to calculate—nor did they possess the capacity for thought. What people had back then was memory and language. These were only just beginning to develop within them. In return, however, they possessed other abilities. Progress in human abilities occurs only by sacrificing certain so-called higher stages of human existence in exchange for the retreat of earlier stages of development. Just as humans today have only a very limited sense of smell compared to certain animals—while animals have less developed higher senses, particularly the brain, but in return bring their lower abilities to a high degree of perfection—so it is here as well at these higher stages of humanity. The Atlantean possessed an almost omniscient memory. His knowledge was based entirely on memory. For them, there was no such thing as what we call a law or a rule. They did not calculate by knowing their times tables; they certainly did not know those. For them, memory was the foundation of all their thinking. They knew that if they had put two sets of five beans together, that amounted to a pile of such-and-such a quantity. He did not calculate in that way, but rather retained this information for mental visualization. Likewise, his language was entirely different from ours. I will return to this phenomenon later in the lecture. Since the Atlantean had developed only these abilities, he necessarily possessed a certain clairvoyant gift, which receded as our alert daytime consciousness, our intellectual consciousness, our calculative, logical consciousness, and our cultural consciousness developed. The Atlantean was capable, in a completely different sense, of influencing plant growth through the special magical power of his will, arising from his very nature. Without sensory mediation, the Atlantean was able to perform certain magical effects. All of this was also connected to a completely different physical constitution, above all to a significant receding of the forehead and an underdeveloped forebrain. In contrast, other parts of the brain were developed differently than in modern civilized humans. This made it possible for them to make use of their great memory capacities.

[ 7 ] Wenn wir solch einen Atlantier nach den Aufzeichnungen der Akasha-Chronik beobachten, dann finden wir, daß zu gleicher Zeit die Helligkeit unseres gegenwärtigen Bewußtseins noch nicht erreicht war. Es war noch ein Traumbewußtsein. Es war heller als dieses, aber es hatte noch nicht jene lichte Klarheit des Verstandes, die unser heutiges Bewußtsein hat. Es war mehr ein Hinbrüten und Hinträumen. Und das, was in ihm wirkte, war auch nicht so, daß er in jedem Augenblicke sich selbst als den Herrn dessen ansehen konnte, was er bewirkte, sondern es war so, daß das alles, was in ihm war, wie eine Art Inspiration, wie eine Art Eingebung war. Er fühlte sich mit andern Mächten zusammenhängend, wie mit einem ihn durchflutenden Geist. Der Geist war für ihn etwas viel Konkreteres, er war dasjenige, was im Winde, was in den Wolken war, was in den Pflanzen aufwuchs. Der Geist war etwas, das man spüren konnte, wenn man die Hände durch die Luft zog, wenn die Bäume rauschten. Das war die Sprache der Natur. Die Selbständigkeit des Atlantiers war auch nicht so groß wie die der heutigen Menschen,

[ 7 ] When we observe such an Atlantean according to the records of the Akashic Records, we find that at that time, the clarity of our present consciousness had not yet been attained. It was still a dream-like state of consciousness. It was brighter than that, but it did not yet possess the luminous clarity of the intellect that our present-day consciousness possesses. It was more a state of brooding and daydreaming. And what was at work within him was not such that he could regard himself at every moment as the master of what he was bringing about; rather, everything within him was like a kind of inspiration, a kind of intuition. He felt connected to other forces, as if a spirit were flowing through him. For him, the spirit was something much more concrete; it was what was in the wind, what was in the clouds, what grew in the plants. The spirit was something one could sense when one moved one’s hands through the air, when the trees rustled. That was the language of nature. The independence of the Atlantean was also not as great as that of people today,

[ 8 ] Wenn wir weiter zurückblicken, dann kommen wir zu den Vorfahren dieser Bevölkerung, zu jenen Menschen, die auf einem Weltteil gelebt haben, den sowohl die Naturwissenschaft wie auch die Geisteswissenschaft kennt: in Lemurien, dem Erdteil zwischen Asien, Australien und Afrika. Nur muß die Geisteswissenschaft das Aussehen, die Gestalt jener Menschen ganz anders schildern, als die Naturforscher von heute das tun. Außerlich ist die Schilderung der Gestalt dieser Menschen, die der Geistesforscher gibt, nicht so verschieden von der, die der Naturforscher vermutet. Aber geistig ist sie ganz anders. Der Lemurier war in höherem Grade noch als der Atlantier ein hellsehender Mensch. Er war mit einer riesigen Kraft des Willens begabt, er war ein Mensch, bei dem noch nicht Sprache und Gedächtnis ausgebildet waren. Erst im späteren Lemurien fing die Sprache an. Der Lemurier konnte aber die Pflanzen wachsen machen, er konnte dem Winde gebieten, er konnte Naturkräfte wie mit Zauber aus der Erde hervorholen, kurz, den heutigen Vorstellungen gegenüber grenzt das, was der Lemurier konnte, ans Wunderbare. Aber das alles war in einem völlig dumpfen Bewußtsein, in einem tieferen Traumschlaf, als er bei dem Atlantier vorhanden war. Ganz geleitet von höheren Einflüssen, von höheren geistigen Wesenheiten, war dieser Lemurier ein abhängiges Geschöpf in den Händen höherer Mächte, die ihm die Impulse zu seinen Willensentschlüssen, zu allem was er tat, gaben.

[ 8 ] If we look further back, we come to the ancestors of this population—those people who lived on a continent known to both the natural sciences and the spiritual sciences: in Lemuria, the continent between Asia, Australia, and Africa. However, spiritual science must describe the appearance and form of those people quite differently than today’s natural scientists do. Outwardly, the spiritual scientist’s description of these people’s form is not so different from what the natural scientist assumes. But spiritually, it is quite different. The Lemurian was, to an even greater degree than the Atlantean, a clairvoyant being. He was endowed with immense willpower; he was a human being in whom language and memory had not yet developed. It was not until later in Lemuria that language began to emerge. The Lemurian, however, could make plants grow; he could command the wind; he could draw natural forces from the earth as if by magic; in short, compared to today’s conceptions, what the Lemurian could do borders on the miraculous. But all of this took place within a completely dulled state of consciousness, in a deeper dream-like slumber than that experienced by the Atlantean. Entirely guided by higher influences, by higher spiritual beings, this Lemurian was a dependent creature in the hands of higher powers, which provided him with the impulses for his decisions of will and for everything he did.

[ 9 ] So haben wir drei aufeinanderfolgende Entwickelungsformen unseres Geschlechts. Dieser Lemurier entwickelte sich heraus aus dem noch nicht menschlichen Genossen der Ichthyosaurier, Plesiosaurier und so weiter. Das sind jene fabelhaften Tiere, die noch vor unseren Säugetieren da waren und die durch die großen, gewaltigen Naturrevolutionen in diesen Kontinenten zugrunde gegangen sind. Alles das, was als vulkanische Bildungen aus dem Ozean herausragt, sind Überreste jener alten lemurischen Zeit. Und auch jene primitiven Bauten von kolossaler Größe und so merkwürdiger Form, wie sie sich auf der Osterinsel finden, sind Überreste der Zyklopenbauten, die hereinragen in unsere Zeit wie ein Denkmal an jene Menschen, die so ganz anders in ihrer Seele lebten als wir.

[ 9 ] Thus, we have three successive forms of evolution within our species. This Lemurian evolved from the pre-human ancestors of the ichthyosaurs, plesiosaurs, and so on. These are the fabulous animals that existed even before our mammals and that perished as a result of the great, violent natural upheavals on these continents. Everything that rises out of the ocean as volcanic formations are remnants of that ancient Lemurian era. And even those primitive structures of colossal size and such peculiar shape, as found on Easter Island, are remnants of the Cyclopean structures that reach into our time like a monument to those people who lived so differently in their souls than we do.

[ 10 ] Nur mit ein paar Worten soll hingedeutet werden auf das Verhältnis, in dem der Mensch zu den verschiedenen Tierformen steht. Der Naturforscher von heute, an materialistische Vorstellungsweisen gewöhnt, nimmt an, daß der Mensch sich aus niederen Tierformen entwickelt hat. Das kann der Geistesforscher nicht. Er nimmt an, daß dem Materiellen das Geistige vorangegangen ist, daß in dem Geistigen der Urgrund des Außeren, des Materiellen liegt, daß des Menschen äußerer Leib Ausdruck von des Menschen Seele sei. Das, was der Geistesforscher als Astralkörper schildert, war viel früher ausgebildet als des Menschen physischer Leib. Dieser Astralleib hat eine Verdichtung durchgemacht und bildet so den Ätherleib, und erst dieses Ätherleibes Verdichtung bildet den physischen Leib. Das Dichtere hat sich erst später gebildet. Das Dünnere, das Astrale namentlich, war in viel früheren Zeiten vorhanden. So zeigt uns die Geisteswissenschaft, daß nicht aus zufälliger Zusammenballung physischer Materie ein Wesen entstanden ist, welches solche Triebe, Leidenschaften und Instinkte hat wie der Mensch, sondern daß diese Triebe und Leidenschaften in einer ihnen zukommenden Materie das Ursprüngliche sind. Diese Materie hat nicht die Leidenschaft geschaffen, sondern die früheren Leidenschaften haben die Formen der Physiognomie geschaffen. So geht der Mensch durch einen Verdichtungsprozeß hindurch. Und in der Tat, wenn wir zurückgehen auf jene Lemurier, so sehen wir, daß ihr Leib immer dünner und dünner wird, bis wir zu Menschen zurückkommen, welche ihrer physischen Materie nach gewissen Tieren, die heute eine gallertartige Materie haben, sehr ähnlich sind. Wenn wir noch weiter zurückgingen, so würden wir uralte Menschenvorfahren finden, in einer Materie ausgebildet, welche nicht mit dem gewöhnlichen physischen Auge gesehen werden kann: den Äthermenschen. Doch auf diese urälteste Zeit will ich heute nicht zurückgehen.

[ 10 ] Just a few words are needed to hint at the relationship between human beings and the various forms of animals. Today’s natural scientist, accustomed to materialistic ways of thinking, assumes that human beings evolved from lower animal forms. The spiritual researcher cannot accept this. He assumes that the spiritual preceded the material, that the spiritual is the source of the external, material world, and that the human physical body is an expression of the human soul. What the spiritual researcher describes as the astral body was formed much earlier than the human physical body. This astral body underwent a process of densification, thereby forming the etheric body, and it is only the densification of this etheric body that forms the physical body. The denser form developed only later. The more subtle form—the astral, to be precise—existed in much earlier times. Thus, spiritual science shows us that a being possessing such drives, passions, and instincts as those of a human being did not arise from a random aggregation of physical matter, but rather that these drives and passions are the original elements within a matter suited to them. This matter did not create the passion; rather, the earlier passions created the forms of physiognomy. Thus, human beings undergo a process of densification. And indeed, if we go back to those Lemurians, we see that their bodies become thinner and thinner until we arrive at human beings who, in terms of their physical matter, are very similar to certain animals that today possess a gelatinous substance. If we were to go back even further, we would find ancient human ancestors, formed of a substance that cannot be seen with the ordinary physical eye: the etheric human. But I do not wish to go back to that most ancient time today.

[ 11 ] Wir wollen unsere Betrachtungen bei denjenigen Menschen anfangen, die nach und nach in einer solchen fleischlichen Hülle zu erscheinen beginnen, wie der gegenwärtige Mensch sie trägt, obwohl die Hülle des Menschen, der Lemurien und Atlantis bewohnt hat, ganz verschieden war von unserer Art des Muskel- und Knochenbaues. Das alles war viel weicher, biegsamer und schmiegsamer, und fügte sich den Anforderungen jener dumpfen, traumhaften Seelenkräfte, wie ich es Ihnen geschildert habe. Gerade dadurch, daß des Menschen physische Materie dichter und dichter wird, wird auf der andern Seite der Pol zur physischen Materie geschaffen, der das Werkzeug der Verstandeskraft ist. Mit der Ausbildung des Gehirns ist gleichzeitig eine Verdichtung der übrigen Organe des Menschen gegeben. So wächst das Gehirn zum Werkzeug des Verstandes, des Geistes heran. Und wenn wir die drei Stufen zusammennehmen, so haben wir sie im Kulturmenschen. Zuerst haben wir den lemurischen Menschen, tranceartig ist sein Bewußtsein, dann haben wir den atlantischen Menschen, der Gedächtnis und Sprache ausbildet, und dann den eigentlichen Kulturmenschen, den Menschen unserer Zeit.

[ 11 ] Let us begin our reflections with those human beings who are gradually beginning to appear in a physical form such as that of present-day humans, even though the physical form of the human beings who inhabited Lemuria and Atlantis was quite different from our own muscular and skeletal structure. All of that was much softer, more flexible, and more pliable, and adapted to the demands of those dull, dreamlike soul forces, as I have described to you. Precisely because human physical matter becomes denser and denser, the opposite pole to physical matter is created—the instrument of intellectual power. The development of the brain is accompanied by a densification of the rest of the human organs. Thus the brain develops into the instrument of the intellect, of the spirit. And when we consider these three stages together, we find them all in the civilized human being. First we have the Lemurian human, whose consciousness is trance-like; then we have the Atlantean human, who develops memory and language; and finally the true civilized human, the human being of our time.

[ 12 ] Wenn wir die heutigen Menschen betrachten, dann haben sie sich, so wie sie sind, herausentwickelt aus diesen früheren Stufen des Daseins. Nicht immer verschwindet sogleich, wenn das Höhere erscheint, dasjenige, was primitiv ist. Es erhält sich vorerst und verändert sich in mannigfaltiger Weise. So daß wir sagen können: Ein Teil der früheren atlantischen Bevölkerung ist herübergewandert von Atlantis nach Europa und weiter nach Asien und hat Kolonien gebildet, ein Teil ist zurückgeblieben, so daß wir jetzt die mannigfaltigsten Stufen nebeneinander haben. Jeder fortschreitende Teil läßt gleichsam die Stufen der Entwickelung wie eine Erinnerung zurück, In ähnlicher Weise stellt sich dies auch beim Menschen dar. Er ist es, der die verschiedensten Formen der Tiere aus sich herausgebildet hat. Ebenso wie die Menschheit niedere Rassen zurückläßt, so läßt der Mensch auf noch früheren Stufen gewisse Tierformen zurück, die wie äußere Ausprägungen des festgehaltenen Gedächtnisses seines früheren Daseins sind. Wenn wir die Tiere betrachten, so können wir sagen, daß sie die Stufen unserer eigenen Entwickelung, von den niederen Tierformen bis zu den Formen unserer Rasse, darstellen. Aber so haben unsere eigenen Formen nicht ausgeschaut wie dasjenige, was da zurückgeblieben ist. Damals waren die Verhältnisse noch anders. Man stellt sich gewöhnlich gar nicht vor, wie unendlich groß die Veränderungen sind, die sich auf der Erde vollzogen haben. In der alten Atlantis gab es noch nicht eine Verteilung von Regen und Sonnenschein, von Luft und Wasser wie heute. Da war eine ganz andere, von Wasser gesättigte Luft da. Regen gab es damals noch nicht. Mythen und Sagen halten diese Dinge in anschaulicher Weise fest. Daher sprechen die nordischen Sagen auch von «Nifelheim», «Nebelheim». Dem liegt eine wirkliche Tatsache zugrunde. Unsere Vorfahren waren anders gestaltet wie wir heute, und die, welche sie zurückgelassen haben, kamen in Verhältnisse, die sie nicht vertrugen. Sie mußten sich daher herunterentwickeln, sie kamen in Dekadenz, sie degenerierten.

[ 12 ] When we look at people today, we see that they have evolved into their present form from these earlier stages of existence. When something higher appears, what is primitive does not always disappear immediately. It persists for the time being and undergoes various changes. So we can say: A portion of the earlier Atlantean population migrated from Atlantis to Europe and on to Asia, forming colonies, while another portion remained behind, so that we now have the most diverse stages existing side by side. Each advancing portion leaves behind, as it were, the stages of development as a kind of memory. This is similarly the case with human beings. It is humanity that has brought forth the most diverse forms of animals from within itself. Just as humanity leaves behind lower races, so too does the human being, at even earlier stages, leave behind certain animal forms that are like outward expressions of the retained memory of its former existence. When we observe animals, we can say that they represent the stages of our own evolution, from the lower animal forms up to the forms of our own species. But our own forms did not look like what has been left behind. Conditions were different back then. People usually do not even imagine how infinitely great the changes are that have taken place on Earth. In ancient Atlantis, there was not yet the distribution of rain and sunshine, of air and water, as we have today. There was a completely different kind of air, saturated with water. Rain did not yet exist at that time. Myths and legends vividly record these things. That is why the Norse sagas also speak of “Nifelheim,” “the Land of Mist.” This is based on a real fact. Our ancestors were physically different from us today, and those who remained behind found themselves in conditions they could not endure. They were therefore forced to regress; they fell into decadence; they degenerated.

[ 13 ] Die physischen Verhältnisse unserer heutigen Erde machen es möglich, daß der Verstand sich zu einer bestimmten Bildungsstufe der Wesen entwickelt. Hätte sich die Erde von den ganz andern Verhältnissen von Atlantis nicht zu unserem Vorteil zu Regen und Sonnenschein entwickelt, so hätte der Mensch niemals sich hinaufentwickeln können zu der Stufe, auf der wir uns heute befinden. Wir sehen, daß nur die fortschreitende Rasse sich in der entsprechenden Weise hinaufentwickeln kann. Was aber die frühere Form beibehält und wie ein Erinnerungszeichen davon ist, das kommt herunter, weil es sich in die späteren Verhältnisse nicht fügt. Wenn wir zurückgehen in die früheren Zeiten, dann begreifen wir, daß das, was wir früher waren, ganz anders war als die Tiere, die wir heute sehen. Diese haben sich verändert infolge der ganz veränderten Verhältnisse. Wir haben auch in den untergeordneten Rassen Stufen früheren Menschendaseins zu erkennen, die eigentlich ihrer Beschaffenheit nach an andere irdische Verhältnisse angepaßt waren.

[ 13 ] The physical conditions of our Earth today make it possible for the intellect to develop to a certain level of evolution in human beings. Had the Earth not evolved—from the entirely different conditions of Atlantis—to our present state of rain and sunshine, humankind would never have been able to evolve to the level at which we find ourselves today. We see that only the progressive race can evolve upward in the corresponding manner. But that which retains the earlier form—and serves as a memento of it—declines, because it does not adapt to the later conditions. If we go back to earlier times, we realize that what we used to be was quite different from the animals we see today. These have changed as a result of the completely altered conditions. We can also recognize, in the lower races, stages of earlier human existence that were, by their very nature, adapted to different earthly conditions.

[ 14 ] Die Sache wird viel verständlicher, wenn wir so in sie hineinblicken. Da werden wir begreifen, daß die indianische Bevölkerung Amerikas, die uns so rätselhaft erscheint mit ihren sozialen Gliederungen und ihren eigentümlichen Instinkten, ganz anders sein muß. Wieder anders ist die afrikanische, die äthiopische, die Negerrasse. Da sind Instinkte, welche sich an das niedere Menschliche anknüpfen. Und bei den Malayen finden wir ein gewisses traumhaftes Element. Innerhalb der mongolischen Bevölkerung sind diejenigen Eigenschaften vorhanden, welche sich auf eine besondere Energie des Blutes begründen, auch gewisse geistige Eigenschaften, die in ganz charakteristischer Weise ausgebildet sind. Daher wird die mongolische Rasse es immer ablehnen, eine pantheistische Anschauung anzunehmen. Ihre Religion ist ein Dämonenglaube, ein Totenkult. Die Bevölkerung, die man die kaukasische Rasse nennt, stellt die eigentliche Kulturrasse dar, welche berufen ist, durch die Ausbildung des logischen Denkens Werkzeuge zu schaffen für eine Bearbeitung der Natur durch den bloßen Verstand des Menschen, welcher nicht mehr die magischen Kräfte handhaben kann, sondern sich auf das Mechanische verlassen muß. Alles, was der Mensch in den Zeiten der alten AtJantis in dieser Weise hatte, ging verloren, und deshalb verfertigte er Werkzeuge, weil er nicht mehr so wirken konnte; daher brauchte er Werkzeuge für die mechanische Wirkung.

[ 14 ] The matter becomes much clearer when we examine it in this way. Then we will understand that the Native American population, which seems so enigmatic to us with its social structures and peculiar instincts, must be quite different. The African, the Ethiopian, and the Negro races are yet another matter. There are instincts that are linked to the lower aspects of humanity. And among the Malays, we find a certain dreamlike element. Within the Mongolian population, there are characteristics rooted in a particular vitality of the blood, as well as certain mental qualities that are developed in a very distinctive way. For this reason, the Mongolian race will always refuse to adopt a pantheistic worldview. Their religion is a belief in demons, a cult of the dead. The population known as the Caucasian race represents the true cultural race, which is called upon, through the development of logical thinking, to create tools for working with nature by means of human reason alone—a reason that can no longer wield magical powers but must rely on the mechanical. Everything that humanity possessed in this way during the times of ancient Atlantis was lost, and that is why it manufactured tools—because it could no longer act in that manner; hence, it needed tools for mechanical action.

[ 15 ] Die Naturforschung hat in der mannigfaltigsten Weise versucht, die verschiedenen Rassen einzuteilen. Sie hat sie nach der Bildung des Schädels einzuteilen versucht in solche, die einen schmalen und nach hinten langen Schädel haben, in solche, die einen kurzen und breiten Schädel haben, und in solche, welche zwischen den beiden stehen. Man teilte die Menschen auch nach der Hautfarbe ein, in schwarze: Neger, Athiopier; in gelbbraune, die Malayen und Mongolen; und in weiße, die Kaukasier. Diese Einteilung ist mehr nach äußeren Merkmalen gemacht und gibt gewisse Unterschiede, ist aber nicht erschöpfend. In der neueren Zeit hat man die Sprache zugrunde gelegt. Wenn Sie aber geisteswissenschaftlich die Vergangenheit betrachten, so werden Sie zu ganz andern Anschauungen kommen. Sie werden finden, daß unsere weiße Kulturmenschheit dadurch entstanden ist, daß gewisse Teile sich von den Atlantiern absonderten und hier unter andern klimatischen Verhältnissen sich höherentwikkelten. Gewisse Teile der atlantischen Bevölkerung sind zurückgeblieben eben auf den früheren Stufen, so daß wir in der Bevölkerung Asiens und Amerikas Überreste von den verschiedenen atlantischen Rassen zu sehen haben. Aber sie haben sich verändert, weichen von der ursprünglichen atlantischen Bevölkerung ab.

[ 15 ] Natural science has attempted in a wide variety of ways to classify the different races. It has sought to classify them according to skull shape into those with a narrow skull that is long toward the back, those with a short and broad skull, and those that fall between the two. People were also classified according to skin color: black—Negroes and Ethiopians; yellow-brown—the Malays and Mongols; and white—the Caucasians. This classification is based primarily on external characteristics and reveals certain differences, but it is not exhaustive. In more recent times, language has been used as the basis for classification. However, if you examine the past from a spiritual-scientific perspective, you will arrive at entirely different conclusions. You will find that our white, civilized humanity arose because certain groups separated from the Atlanteans and, under different climatic conditions here, developed to a higher level. Certain segments of the Atlantean population remained at earlier stages of development, so that we can see remnants of the various Atlantean races among the populations of Asia and the Americas. But they have changed and differ from the original Atlantean population.

[ 16 ] Wir unterscheiden innerhalb der atlantischen Bevölkerung sieben Menschenrassen. Von diesen sieben Menschenrassen sind fünf in einer aufsteigenden Form der Entwickelung. Ich will hier nur erwähnen, daß die chinesische Bevölkerung in ihrer Hauptmasse in gewisser Beziehung eine Nachkommenschaft darstellt, die der vierten von den sieben Menschenrassen der atlantischen Bevölkerung entspricht, und daß die mongolische Rasse Asiens eine Nachkommenschaft von der siebenten Unterrasse dieser atlantischen Bevölkerung darstellt. Nach und nach entwickelten sich Gedächtnis und Sprache. Erst in der dritten Unterrasse, in den Urtolteken, kommt die Sprache mit Deutlichkeit heraus. Da kommt auch eine auf das Gedächtnis gestützte Kultur heraus. Die fünfte Unterrasse, die wir die Ursemiten nennen und die ihren Hauptsitz in dem heutigen Irland hatten, bildete die erste Keimanlage für unsere gegenwärtige kaukasische oder, wie wir sie auch in der Geisteswissenschaft nennen, arische Menschenrasse. Von dieser, der heutigen jüdischen Bevölkerung sehr unähnlichen, aber wegen gewisser Vorgänge mit Recht semitisch genannten Unterrasse zog ein Teil nach Asien hinüber und bildete die Verstandeskultur aus, welche sich dann über das heutige Europa, das südliche Asien und über die Bevölkerung des nördlichen Afrika verbreitete. Dagegen ist um dieses Zentrum herum ein Gürtel von Menschheitsbevölkerung, der in der mannigfaltigsten Weise in seinen Charaktereigenschaften noch Überreste trägt von Bewohnern aus früheren Zeiten, Überreste der Atlantier. Alle diese Bewohner haben Nachkommen zurückgelassen, und so können wir uns vorstellen, daß der Zug, von dem ich eben gesprochen habe, hinüberflutete nach Asien, dort zusammenstieß mit einer Bevölkerung, die von Atlantis und vielleicht von Lemurien übriggeblieben ist, und dann das bildete, was wir heute die malayischen Rassen nennen. Bei ihnen ist ein schläfriges Wesen und eine Frühreife in bezug auf Leidenschaften und Geschlechtsreife wahrzunehmen. So bildete sich aus einem auserlesenen Zweige der atlantischen Bevölkerung, mit Vermischung der alten Bevölkerungsreste, die Menschenrasse heraus, welche wir die indisch-arische Rasse nennen. Sie verband ein gewisses traumhaftes, hellseherisches Wesen mit einer eigentümlich ausgebildeten, verstandesmäßig ausgebildeten Weltanschauung. In keiner Weltanschauung waren vielleicht die hellseherische Anschauung gewisser tieferer Kräfte der Natur und ein System des Denkens von einer solch architektonischen Geschlossenheit und durchdringenden Schärfe so miteinander verbunden.

[ 16 ] We distinguish seven human races within the Atlantic population. Of these seven human races, five are in an ascending stage of development. I will merely mention here that the Chinese population, for the most part, represents in a certain sense a descendant group corresponding to the fourth of the seven human races of the Atlantic population, and that the Mongolian race of Asia represents a descendant group of the seventh subrace of this Atlantic population. Gradually, memory and language developed. It was not until the third subrace, the Proto-Toltecs, that language emerged clearly. A culture based on memory also emerged at that time. The fifth subrace, which we call the Proto-Semites and which had its main center in what is now Ireland, formed the first seed for our present-day Caucasian—or, as we also call it in spiritual science, Aryan—human race. From this subrace—which bears little resemblance to today’s Jewish population but is rightly called Semitic due to certain historical events—a portion migrated to Asia and developed the culture of the intellect, which then spread across present-day Europe, southern Asia, and the population of northern Africa. In contrast, surrounding this center is a belt of human populations whose character traits still bear, in the most varied ways, remnants of inhabitants from earlier times—remnants of the Atlanteans. All these inhabitants left descendants behind, and so we can imagine that the wave I have just spoken of flowed over into Asia, where it encountered a population that had remained from Atlantis and perhaps from Lemuria, and then formed what we today call the Malay races. In them, one can perceive a sleepy disposition and an early maturity with regard to passions and sexual maturity. Thus, from a select branch of the Atlantean population, mixed with the remnants of the older populations, the human race emerged that we call the Indo-Aryan race. It combined a certain dreamlike, clairvoyant nature with a uniquely developed, intellectually structured worldview. Perhaps in no other worldview were the clairvoyant perception of certain deeper forces of nature and a system of thought characterized by such architectural coherence and penetrating acuity so closely intertwined.

[ 17 ] In ganz andern Gestaltungen finden wir gegen Vorderasien hin andere, neue Bevölkerungsgliederungen. Ferner ist natürlich — die geisteswissenschaftliche Weltanschauung kann dies nachweisen — ein Zug der Atlantier herübergegangen nach Amerika. Da waren noch Reste von Lemuriern und auch von Atlantiern, die sich gemischt haben, teils im Blute, teils in den Lebensgütern und Lebensgewohnheiten. Das tritt dann als indianische Bevölkerung später den europäischen Einwanderern gegenüber. Da stießen zwei grundverschiedene Menschheitsentwickelungen zusammen. Was in den alten Zeiten lebte, ein ganz anderes seelisches Element, etwas Hellseherisches, etwas von dem die ganze Welt durchflutenden Geist, das lebte noch in dieser indianischen Bevölkerung nach. Es ist uns eine Rede erhalten, welche ein Indianerhäuptling hielt beim Zusammenstoßen der Indianer und der Europäer. Er hat da das gebrochene Wort der Europäer gestraft. Man hatte nämlich der indianischen Bevölkerung versprochen, nachdem man ihnen die Wohnsitze genommen hatte, ihnen andere Sitze zu geben. Er sprach etwa das Folgende: O ihr Bleichgesichter, ihr versteht nicht dasjenige, was der große Geist uns lehrt. Das kommt davon her, daß ihr Bleichgesichter alles das, was die Götter sagen, aus Büchern lest, daß ihr euch von den Buchstaben in den Büchern sagen laßt, was wahr ist. Ihr habt uns versprochen, daß ihr uns wieder Ländereien geben werdet, aber ihr habt das Versprechen nicht gehalten, weil euer Gott euch nicht die Wahrheit und das Wort halten lehrt. Wir kennen einen Gott, der in den Wolken, in den Wellen, in dem Säuseln der Blätter, in Blitz und Donner zu uns spricht. Und der Gott des roten Mannes, der hält Wort. Der Gott weiß, daß er dem Stamm treu sein muß. — Das war eine große, eine gewaltige Sprache. Der große Geist war ein Überrest einer menschlichen Anschauung, die aus einem traumhaften Bewußtsein herausgekommen ist, aus Inspirationen von höheren Gewalten. Daher aber war sie zu gleicher Zeit näher dem Göttlichen, den Quellen des Göttlichen.

[ 17 ] Toward the Near East, we find other, new demographic patterns in entirely different forms. Furthermore, of course—as the spiritual-scientific worldview can demonstrate—a strand of the Atlanteans migrated to America. There were still remnants of the Lemurians and also of the Atlanteans, who had intermingled, partly through bloodlines and partly through their way of life and customs. This population, later known as the Native Americans, then encountered the European immigrants. There, two fundamentally different lines of human development collided. What had lived in ancient times—a completely different spiritual element, something clairvoyant, something of the spirit that permeates the entire world—still lived on in this Native American population. A speech has been preserved to us that an Indian chief delivered at the time of the clash between the Indians and the Europeans. In it, he rebuked the Europeans for breaking their word. For the Indian population had been promised, after their homes had been taken from them, that they would be given other places to live. He spoke something to the following effect: “O you Palefaces, you do not understand what the Great Spirit teaches us. This is because you Palefaces read everything the gods say from books, and let the letters in the books tell you what is true. You promised us that you would give us land again, but you did not keep your promise because your God does not teach you to tell the truth and keep your word. We know a God who speaks to us in the clouds, in the waves, in the rustling of the leaves, in lightning and thunder. And the God of the Red Man keeps his word. That God knows He must be faithful to the tribe. — That was a great, a mighty language. The Great Spirit was a remnant of a human conception that arose from a dreamlike consciousness, from inspirations from higher powers. But for that very reason, it was at the same time closer to the divine, to the sources of the divine.

[ 18 ] Etwas AÄhnliches lehren uns die Sprachen. Wenn wir die verschiedenen Menschenrassen vergleichen, so finden wir in den Sprachen dieses äußeren Völkergürtels einen ganz andern Bau. Wir finden den alten atlantischen Bau in den mongolischen Sprachen, und in den Negersprachen finden wir in dem Bau der Sprachen selbst etwas ausgedrückt von der Anschauungsweise des atlantischen Ursprungs. Gewisse Sprachen Afrikas legen den wesentlichen Wert auf die Substantive, und sie drücken das, was durch Flexionen bei uns ausgedrückt wird, durch Vorwörter aus. Daraus ist zu sehen, daß sie aus einem vorzüglich wirkenden Gedächtnis entsprungen sind. Die mongolischen Sprachen zeigen, daß sie zu einer Zeit entsprungen sind, in der das Gedächtnis nicht mehr in der Weise funktionierte, wie das früher der Fall war. Da sind nämlich die Zeitwörter mehr ausgebildet, welche schon nach dem Verstande hinschillern. Der Atlantier redete eigentlich gar nicht von dem Gedächtnis. Alles war ihm gegenwärtig. Erst wenn man anfängt zu vergessen, dann bildet sich das Zeitwort in der Sprache aus. Ich möchte sagen, daß ein grandioses Denkmal von der Mitte der atlantischen Kultur zurückgeblieben ist, und das ist die chinesische Sprache. Diese Sprache hat etwas rein Zusammensetzendes und zu gleicher Zeit etwas Ursprüngliches, wo in dem Laute selbst etwas Inneres, Seelisches und ein gewisses Verhältnis zur Außenwelt ausgedrückt wird. Wenn wir gewisse Bevölkerungsteile im Zusammenhang damit studierten, so könnten wir dies ganz und gar begreifen.

[ 18 ] Languages teach us something similar. When we compare the various human races, we find a completely different structure in the languages of this outer belt of peoples. We find the ancient Atlantean structure in the Mongolian languages, and in the Negro languages we find, in the structure of the languages themselves, something that reflects the worldview of Atlantean origin. Certain African languages place primary emphasis on nouns, and they express what we convey through inflections by means of prepositions. From this it can be seen that they arose from a memory that functioned exceptionally well. The Mongolian languages show that they arose at a time when memory no longer functioned as it had in the past. For in these languages, the verbs are more highly developed, already reflecting the intellect. The Atlantean, in fact, did not speak of memory at all. Everything was present to him. It is only when one begins to forget that the verb develops in language. I would say that a magnificent monument from the height of Atlantean culture has been left behind, and that is the Chinese language. This language has something purely synthetic and, at the same time, something original, in which the sound itself expresses something inner, spiritual, and a certain relationship to the outside world. If we were to study certain segments of the population in this context, we could understand this completely.

[ 19 ] Unsere Rasse aber können wir verstehen, wenn wir sie in den zwei Strömungen verfolgen, die wir deutlich nachweisen können. Da haben wir zunächst jene Strömung, die sich vom Westen, vielleicht von dem heutigen England hinwegbewegt hat nach Asien hinüber. Sie hat vielleicht Veranlassung gegeben zur indischen, zur vor der asiatisch-semitischen, zur indo-afrikanisch-semitischen wie auch zur arabisch-chaldäischen Rasse. Dann müssen wir uns aber noch einen andern Strom denken, der nicht so weit gekommen ist, der vielleicht nur bis Irland oder Holland gekommen ist, oder auch in das Gebiet, das von den Vorfahren der alten Perser bewohnt worden ist. Da haben wir einen Gürtel von verwandter Erdbevölkerung durch das Gebiet der Perser über das Schwarze Meer nach Europa.

[ 19 ] We can, however, understand our race if we trace it through the two currents that we can clearly identify. First, there is the current that moved from the West—perhaps from what is now England—across to Asia. It may have given rise to the Indian race, the pre-Asian-Semitic race, the Indo-African-Semitic race, and the Arab-Chaldean race. But then we must also consider another current that did not travel as far—one that perhaps reached only as far as Ireland or Holland, or even into the region inhabited by the ancestors of the ancient Persians. Here we have a belt of related populations stretching through the Persian region, across the Black Sea, and into Europe.

[ 20 ] Es ist also so, daß wir zwei Zonen der Menschheitsbevölkerung nachweisen können. Die eine geht von Indien herüber und umfaßt die südlichen Halbinseln Europas, die andere umfaßt die nördlich gelegenen Zonen mit verschiedenen Abstufungen. Wir haben da die arische und die verschiedenen semitischen Abstufungen in Asien und Afrika; dann in Griechenland und Italien die griechisch-lateinische Bevölkerung. Aber diese müssen wir uns schon wieder so vorstellen, daß sie entstanden ist durch die Vermischung mit dem nördlichen Völkergürtel, der auch die persische Bevölkerung umfassen würde und alles das, aus dem sich wie aus Untergründen herausentwickelt hat im Westen die slawische und die germanische Bevölkerung, und die, welche mehr oder weniger allen zugrunde liegt, die uralte keltische Bevölkerung. Wir können uns vorstellen, daß wir eine alte keltische Bevölkerung im Westen Europas hatten. Das ist der am weitesten westlich liegende Teil des Völkerstromes, während die persische Bevölkerung den am weitesten nach Osten gegangenen Teil des Völkerstromes darstellt. Dazwischen stehen dann die slawischen und die germanischen Völker; mit dem südlichen Gürtel vermischt, bildeten diese die griechisch-lateinische Rasse. Selbst in den Sprachen läßt sich nachweisen, daß eine Verwandtschaft der Bevölkerung besteht, welche sich am stärksten ausdrückt in der tiefen Verwandtschaft der Sprachen im nördlichen Völkergürtel. Wir haben da Sprachen, die ganz verschieden sind von dem, was die Eigenheit der semitisch-ägyptischen Kultur ausmacht. Wir finden in der semitisch-ägyptischen Kultur im Sprachenbau klar ausgesprochen den Ausdruck dessen, was sich in der fünften Unterrasse der Atlantis als ursemitische Kultur herausgebildet hat, Sie ist charakterisiert durch das erste Aufleuchten des Verstandes in der Menschheitsentwickelung. Hier bildete sich zuerst die Logik und der Verstand heraus. Das traumhaft hellseherische Element von früher vermischte sich in der verschiedensten Weise und es bildeten sich die verschiedenen Religionen aus. Die semitische Sprache trägt aber nicht den Charakter des Atomistischen, wie wir es bei den Chinesen sehen, sondern den Charakter des Analytischen. Dagegen haben die kaukasischen Sprachen einen synthetischen Charakter.

[ 20 ] It is therefore the case that we can identify two zones of human population. One extends from India and encompasses the southern peninsulas of Europe; the other encompasses the northern zones, with various gradations. We have the Aryan and the various Semitic subgroups in Asia and Africa; then, in Greece and Italy, the Greco-Latin population. But we must again conceive of these as having arisen through intermingling with the northern belt of peoples, which would also include the Persian population and all that from which—as if emerging from the depths—the Slavic and Germanic populations developed in the West, along with the ancient Celtic population, which more or less underlies them all. We can imagine that we had an ancient Celtic population in Western Europe. This is the westernmost part of the stream of peoples, while the Persian population represents the part of the stream that extended farthest to the east. In between lie the Slavic and Germanic peoples; intermingled with the southern belt, these formed the Greco-Latin race. Even in the languages, it can be demonstrated that a kinship exists among the populations, which is most strongly expressed in the deep kinship of the languages in the northern belt of peoples. There we find languages that are quite different from what constitutes the distinctive character of Semitic-Egyptian culture. In the Semitic-Egyptian culture, we find, clearly expressed in the structure of the languages, the manifestation of what emerged in the fifth subrace of Atlantis as the proto-Semitic culture. It is characterized by the first dawn of intellect in human evolution. It was here that logic and intellect first took shape. The dreamlike, clairvoyant element of earlier times blended in a wide variety of ways, giving rise to the various religions. The Semitic language, however, does not bear the character of atomism, as we see among the Chinese, but rather that of analysis. In contrast, the Caucasian languages have a synthetic character.

[ 21 ] Wir unterscheiden fünf Menschheitsglieder oder Rassen. Ob das Wort mit Recht oder Unrecht gebraucht wird, mag dahingestellt sein. Die erste Rasse sind die alten Indo-Arier mit ihrem wunderbaren seherischen Denken. Sie hatten eine Kultur, die der vedischen Kultur vorangegangen ist, weshalb es auch von ihr keine Aufzeichnungen gibt. Das, was in den Veden steht, sind nur Nachklänge von der uralten seherischen, indischen Kultur. Dann kommt als zweite Rasse die alte persische Kultur, jene Bevölkerung, bei welcher vorzugsweise die Verstandeskraft auf die äußere Arbeit verwendet wird. Das alte Indische hat etwas, was sich von der Welt zurückzieht. In diesem nördlichen Gebiete finden wir Menschen, die die Welt umfassen, die die Welt erobern wollen, die sich auf Werkzeuge und dergleichen einlassen. Daher sehen wir in dieser Kultur, wie sich da das Bewußtsein entwickelt, daß die Menschheit etwas zu erreichen hat, daß es Gutes und Böses gibt. Ormuzd und Ahriman treten hier einander entgegen. Dann kommen wir nach Vorderasien. Da prägt sich eine weitere Rasse aus. Was sich in dem semitischen Sprachenbau ausdrückt, das ist das Kombinatorische, das Rechnerische, das Logisch-Begriffliche. Das tritt uns in der Architektur Ägyptens entgegen, das ist ausgedrückt in den Pyramiden und in den großartigen Gedankengebilden, dann in der wunderbaren Wissenschaft, in der astrologischen Form der Astronomie.

[ 21 ] We distinguish five human groups or races. Whether the term is used correctly or incorrectly is a matter for debate. The first race is that of the ancient Indo-Aryans with their marvelous seeric thinking. They had a culture that preceded the Vedic culture, which is why there are no records of it. What is written in the Vedas are merely echoes of the ancient, seer-like Indian culture. Next comes the ancient Persian culture as the second race—a people whose intellectual powers are primarily directed toward external work. The ancient Indian culture has a quality that withdraws from the world. In this northern region, we find people who embrace the world, who want to conquer the world, who engage with tools and the like. Therefore, we see in this culture how the awareness develops that humanity has something to achieve, that there is good and evil. Ormuzd and Ahriman confront one another here. Then we come to the Near East. There, another race takes shape. What is expressed in the structure of the Semitic languages is the combinatorial, the calculative, the logical-conceptual. This is evident in the architecture of Egypt—expressed in the pyramids and in the magnificent conceptual structures—and then in the marvelous science, in the astrological form of astronomy.

[ 22 ] Nun haben wir drei Rassen. Und jetzt kommen wir nach Europa zu den südlichen Halbinseln. Dort finden wir das, was vom Norden herüberströmt und was sich in alten Kulturvölkern zum Ausdruck bringt. Wir finden, daß sich da etwas herausbildet, was nach innerem Leben sucht. Während der Ägypter äußerlich aufbaut, mit innerer Symbolik, fängt der Grieche an, Denkmäler und Bildhauerkunst zu pflegen, wozu er die Anregung aus den Mysteriendramen schöpft. Die bedeutendste Tat innerhalb dieser vierten Unterrasse oder Kulturperiode ist aber der Aufgang des Christentums. Dieses Christentum in seiner eigenartigen Gestalt aufzufassen, sind die südlichen Rassen nicht imstande. In Griechenland wird es gräzisiert, in Rom romanisiert und zum Staatskirchentum ausgebildet. Dies geschah unter dem allmählichen Heraufkommen der fünften Unterrasse im Mittelalter. Das ist unsere eigene Unterrasse. Es ist die, welche die Aufgabe hatte, die Kultur auf den physischen Plan herunterzutragen. Das zeigt an, daß Sinn und Vernunft in der Aufeinanderfolge der Rassenentwickelung ist.

[ 22 ] Now we have three races. And now we come to Europe, to the southern peninsulas. There we find what flows in from the north and what finds expression in ancient civilized peoples. We find that something is taking shape there that seeks an inner life. While the Egyptians build outwardly, using inner symbolism, the Greeks begin to cultivate monuments and sculpture, drawing inspiration for this from the mystery dramas. The most significant event within this fourth sub-race or cultural period, however, is the rise of Christianity. The southern races are unable to grasp this Christianity in its unique form. In Greece, it was Hellenized; in Rome, it was Romanized and developed into a state religion. This occurred during the gradual emergence of the fifth subrace in the Middle Ages. This is our own subrace. It is the one that had the task of bringing culture down to the physical plane. This indicates that there is meaning and reason in the sequence of racial development.

[ 23 ] Auch noch in einem andern Sinne ist Sinn und Vernunft in dieser Rassenentwickelung. Aus drei Gliedern besteht ja der Mensch seiner niederen Natur nach: aus physischem Leib, Ätherleib und Astralleib. Der physische Leib ist das, was wir mit Augen sehen, mit Händen greifen können. Der Astralleib ist der Träger unserer Begierden, Leidenschaften und Instinkte, unserer Gefühle, Lüste, Affekte, von Zorn und Haß. Der AÄtherleib ist der Träger der Lebenskräfte. In diesen lebt das menschliche Ich. Dieses äußert sich in verschiedener Weise.

[ 23 ] There is also meaning and reason in this racial evolution in another sense. After all, human beings, in their lower nature, consist of three parts: the physical body, the etheric body, and the astral body. The physical body is what we can see with our eyes and touch with our hands. The astral body is the vehicle of our desires, passions, and instincts, as well as our feelings, lusts, emotions, anger, and hatred. The etheric body is the vehicle of the life forces. The human “I” lives within these bodies. It expresses itself in various ways.

[ 24 ] Ich will gleich damit beginnen, wie es sich äußert in unserer jetzigen Kulturperiode. Es hat den physischen Körper im eminentesten Sinne ausgebildet, ihn ausziseliert in der wunderbarsten Weise. Der Körper, das Gehirn wurde das Werkzeug für das verstandesmäßige Leben und für die verstandesmäßige Vorstellung. Stufenweise mußte der Körper erobert werden. Wenn Sie zurücksehen könnten, würden Sie finden, daß in der lemurischen Zeit der Körper sich ausnimmt wie ein plumpes riesenmäßiges Gebilde. Der Astralleib kann die Glieder noch nicht bewegen. Ungeschickt waren die Vorfahren der lemurischen Zeit. Das sehen Sie noch nachklingen in der indianischen Bevölkerung Amerikas. Auf der einen Seite kämpfen noch die Instinkte, weil die Menschen noch nicht das Bewußtsein haben, sich von innen zu durchdringen, sie bearbeiten den Körper von außen, sie tätowieren ihn, weil er ihnen noch nicht fertig erscheint. Gehen wir herauf zu den andern Rassen, so finden wir, daß der Mensch sich erst den Ätherleib erobert. Die Lebensfunktionen, die Ernährungsfunktionen werden ausgebildet, so daß der Mensch aus einem unbewußten Wesen ein bewußtes, willkürliches Wesen wird.

[ 24 ] I will begin right away by discussing how this manifests itself in our current cultural period. It has developed the physical body in the most eminent sense, chiseling it out in the most marvelous way. The body and the brain became the tools for intellectual life and for intellectual imagination. The body had to be conquered step by step. If you could look back, you would find that in the Lemurian era, the body resembled a clumsy, gigantic form. The astral body could not yet move the limbs. The ancestors of the Lemurian era were clumsy. You can still see traces of this among the Native American population. On the one hand, instincts still struggle to assert themselves, because people do not yet possess the consciousness to penetrate themselves from within; they work on the body from the outside, tattooing it, because it does not yet seem complete to them. If we move up to the other races, we find that human beings first master the etheric body. The life functions and the functions of nutrition are developed, so that the human being transforms from an unconscious being into a conscious, volitional being.

[ 25 ] Schritt für Schritt tritt der Mensch den Eroberungszug durch seine eigene Wesenheit an. Die lemurische Menschheit bedeutete die Eroberung des Astralleibes, die atlantische Menschheit bedeutete die Eroberung des Lebensleibes, und unsere gegenwärtige Menschheit bedeutet die Eroberung des physischen Leibes. Darauf folgt die Eroberung der geistig-seelischen Kräfte, welche die Aufgabe unserer Zeit ist. So kommt also ein noch höherer Sinn in die Rassenentwickelung hinein und so begreifen wir, daß die RassenentwickeJlung eine Schulung des sich entwickelnden Menschengeistes ist. Wir blicken zurück in Gebiete, wo der Mensch ganz anders gegliedert ist. Unsere Seelen verkörperten sich in der damaligen Zeit und lernten die äußere Welt in den Erscheinungen kennen. Später kamen sie wieder auf die Erde in einer andern Rasse und lernten so auf eine andere Art in die Welt hineinschauen. Und so geht es weiter. Rasse für Rasse macht der Mensch durch. Diejenigen, welche junge Seelen sind, verkörpern sich in denjenigen Rassen, die auf ihrer früheren Rassenstufe zurückgeblieben sind.

[ 25 ] Step by step, humankind embarks on a journey of conquest through its own being. The Lemurian era represented the conquest of the astral body, the Atlantean era represented the conquest of the vital body, and our present era represents the conquest of the physical body. This is followed by the conquest of the spiritual and soul forces, which is the task of our time. Thus, an even higher meaning is introduced into racial evolution, and we come to understand that racial evolution is a training of the evolving human spirit. We look back to eras when human beings were structured quite differently. Our souls incarnated during those times and came to know the outer world through its phenomena. Later, they returned to Earth in a different race and thus learned to view the world in a different way. And so it continues. Humanity passes through race after race. Those who are young souls incarnate in the races that have lagged behind at their earlier racial stage.

[ 26 ] So gliedert sich das, was als Rasse und Seelen um uns herum lebt, in organischer und seelischer Weise ineinander ein. Alles bekommt Sinn, wird durchsichtig, wird erklärlich. Wir rücken immer mehr und mehr der Lösung dieser Rätsel nahe und wir können begreifen, daß wir in der Zukunft durch andere Epochen durchzugehen haben, daß wir andere Wege zu gehen haben, als die Rasse sie machte. Wir müssen uns klar darüber sein, daß Seelen- und Rassenentwickelung unterschiedlich sind. Innerhalb der atlantischen Rasse haben unsere eigenen Seelen gewohnt, welche sich dann heraufentwickelt haben zu einer höherstehenden Menschenrasse. Das gibt uns ein Bild der Entwickelung des Menschen bis zu unserer Zeit. So begreifen wir auch den Grundsatz, den Kern einer allgemeinen Brüderschaft zu begründen ohne Rücksicht auf Rasse, Farbe, Stand und so weiter. Diesen Gedanken werde ich noch besonders ausführen. Ich wollte heute nur zeigen, wie in den verschiedenen Gestalten doch die gleiche Wesenheit ist, und zwar in viel richtigerem Sinne als die Naturwissenschaft es lehrt. Unsere Seele schreitet von Stufe zu Stufe, das heißt von Rasse zu Rasse, und wir lernen die Bedeutung der Menschheit kennen, wenn wir diese Rassen betrachten. Das eine lernen wir immer mehr verstehen, nämlich, wie tief und wahr der Ausspruch ist: «Einem gelang es, er hob den Schleier der Göttin zu Sais. — Aber was sah er? Er sah — Wunder des Wunders — sich selbst!» Uns selbst sehen wir überall und in den mannigfaltigsten Gestalten. — Das ist Selbsterkenntnis! Es bewahrheitet sich auch hier der große Spruch am Tempel der Weisheitsschule der Griechenheit: O Mensch, erkenne dich selbst!

[ 26 ] Thus, what lives around us as race and souls is organically and spiritually interwoven. Everything takes on meaning, becomes transparent, and can be explained. We are drawing ever closer to solving these mysteries, and we can understand that in the future we will have to pass through other epochs, that we will have to follow paths different from those taken by the race. We must be clear that soul development and racial development are distinct. Within the Atlantean race, our own souls dwelt, which then evolved into a higher human race. This gives us a picture of human evolution up to our own time. In this way, we also come to understand the principle of establishing the core of a universal brotherhood, regardless of race, color, social status, and so on. I will elaborate on this idea in more detail later. Today, I simply wanted to show how the same essence exists within the various forms—and in a much truer sense than natural science teaches. Our soul progresses from stage to stage—that is, from race to race—and we come to understand the significance of humanity when we observe these races. There is one thing we come to understand more and more deeply: namely, how profound and true the saying is: “One man succeeded; he lifted the veil of the goddess at Sais. — But what did he see? He saw—miracle of miracles—himself!” We see ourselves everywhere and in the most diverse forms. — That is self-knowledge! Here, too, the great maxim inscribed on the temple of the Greek School of Wisdom is proven true: O man, know thyself!