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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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Recognizing the Supernatural in our Time
and its Significance for Modern Life
GA 55

13 December 1906, Berlin

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5. Wie Begreift Man Krankheit und Tod?

5. Illness and Death

[ 1 ] Heute haben wir es mit einem Thema zu tun, das zweifellos jedem Menschen nahegeht, denn die beiden Worte «Krankheit und Tod» drücken etwas aus, was sich in jedes Leben hineinstellt, oftmals wie ein unerbetener Gast, oft aber auch als etwas Quälendes, Beengendes, Furchtmachendes. Ja, der Tod stellt sich als die größte Rätselfrage ins Dasein hinein, so daß, wenn jemand die Frage nach dem W :sen des Todes gelöst hat, für ihn dann wohl auch die Frage nach dem Wesen des Lebens gelöst ist. Oft hört man sagen: Der Tod bildet ein Rätsel, noch keiner hat es gelöst, und auch keiner wird es je lösen. — Die Menschen, die dergleichen aussprechen, ahnen gar nicht, welche Unbescheidenheit in diesen Worten liegt, sie ahnen gar nicht, daß es eine Lösung solcher Rätselfragen gibt und daß sie es nur nicht verstehen. Heute, wo wir es mit einem so umfassend wichtigen Ding zu tun haben, bitte ich Sie, ganz besonders darauf zu achten, daß es sich um nichts anderes handeln kann, als um eine Beantwortung der gestellten Frage: Wie begreift man Krankheit und Tod? Wir können uns daher nicht auf spezielle Fragen über Krankheiten und Gesundheit einlassen, sondern müssen uns im wesentlichen an die Frage halten: Wie erlangt man ein Verständnis für diese zwei wichtigen Fragen unseres Daseins?

[ 1 ] Today's subject must obviously concern everyone, for illness and death enters the lives of all; usually it is unbidden and often in a way that is upsetting and even frightening. Death is indeed life's greatest riddle, so much so that the individual who could solve it would have solved also the other great riddle, that of life itself. It is said that death is a riddle that no one ever has, or ever will solve. People who speak like that have no notion of the arrogance the words imply, nor of the fact that a solution to the riddle does exist, but a solution they fail to understand. As we are dealing with a far-reaching and important subject, I ask you to bear especially in mind that all we can do is to attempt to answer the specific question, How can illness and death be understood? It is not possible to go into special cases of illness and health; we must confine ourselves to the question of how understanding can be reached concerning these two most important riddles of existence.

[ 2 ] Die bekannteste Antwort auf die Frage nach dem Wesen des Todes, die Jahrhunderte hindurch geltend war, heute aber für den weitaus größten Teil der Gebildeten der Menschheit ihren Wert eingebüßt hat, liegt vor in den Worten des Paulus: «Denn der Tod ist der Sünde Sold.» Wie gesagt, viele Jahrhunderte hindurch war dieses Wort eine Art Lösung des Rätsels des Todes. Heute wird derjenige, der im modernen Sinne denkt, mit einer solchen Antwort überhaupt nichts anfangen können, denn daß die Sünde etwas völlig Moralisches, etwas rein im Wesen des menschlichen Verhaltens Liegendes, die Ursache einer physischen Tatsache, wie der Tod es ist, sein könnte oder irgendwie mit dem Wesen der Krankheit zusammenhängen sollte, das ist für einen heutigen Denker ganz unerfindlich.

[ 2 ] The well-known words of Saint Paul: “The wages of sin are death,” were for centuries regarded as an answer, a solution to the question concerning death. Nowadays these words have lost their meaning for most educated people. Modern people are unable to see how sin, which belongs to the sphere of morality and is connected with human behavior, can have anything to do with a physical fact such as death. Nor do we see any connection with illness.

[ 3 ] Es wird uns vielleicht noch nützlich sein, wenn wir auch darauf hinweisen, daß unsere Gegenwart nicht einmal mehr den Wortlaut des Satzes: «Denn der Tod ist der Sünde Sold» versteht. Denn unter «Sünde» verstanden Paulus und die, welche zu seiner Zeit lebten, ganz und gar nicht das, was man heute im philiströsen Sinne darunter versteht. Nicht eine Verfehlung im gewöhnlichen Sinne ist hier mit Sünde gemeint, auch nicht eine Verfehlung radikaler Art, sondern unter Sünde wird da verstanden, was aus Selbstsucht und Egoismus hervorgeht. Alles, was Selbstsucht und Egoismus zum Antriebe des Handelns hat — im Gegensatz zu dem, was sachlichen, objektiven Impulsen entspringt —, ist Sünde. Der Egoismus, das selbstische Handeln, aber setzt voraus, daß der Mensch selbständig, ich-bewußt geworden ist. Das muß man erkennen, wenn man sich ganz und gar auf die Denkweise eines solchen Geistes wie Paulus einläßt.

[ 3 ] Furthermore, the word “sin” is today used in a narrower, more materialistic sense. At the time of Saint Paul, the word was not taken to refer to ordinary failings or shortcomings, nor to anything extreme. The word sin was regarded as being connected with actions done for egoistic or selfish reasons, in contrast to impartial, objective actions. Here we must bear in mind that egoism and selfishness indicate that a person's “I” has reached a stage of independence and self-consciousness. These are aspects that must be taken into account if we are to understand the mind of a spirit such as that of Saint Paul.

[ 4 ] Wer nicht an der Oberfläche des Verständnisses der alt- und neutestamentlichen Urkunden bleibt, sondern wirklich in ihren Geist eindringt, der weiß, daß eine ganz bestimmte, man möchte sagen naturphilosophische Denkweise die Unterströmung dieser alt- und neutestamentlichen Denkweise bildet. Diese Unterströmung ist etwa die folgende: Alles, was an Lebensschöpfung in der Welt vorhanden ist, richtet sich nach einem ganz bestimmten Ziel hin. Die niederen Wesen sind noch neutral gegen Lust und Leid, Freude und Schmerz. Wir finden dann, wie sich das Leben steigert und etwas damit verbunden wird. Derjenige, dem schaudert, wenn man von Zielstrebigkeit spricht, der möge bedenken, daß hier nicht eine Theorie gedacht ist, sondern daß es sich hier um eine reine Tatsache handelt: das ganze Reich der Lebewesen bis zum Menschen hinauf nähert sich einer bestimmten Tatsache, die sich darin zeigt, daß an der Spitze der Lebewesen ein persönliches Bewußtsein möglich ist.

[ 4 ] Those who wish to reach a deeper understanding of the Old and New Testaments, who strive to grasp their deeper aspects, will be aware of a definite, one might say instinctive, philosophic current that runs through these records. It can be summed up by saying: All living creatures, in all realms of nature, strive towards a particular goal. Those belonging to lower species are still indifferent to pleasure and pain, joy and sorrow, but we find that as life reaches higher levels things change. Those who shudder at the idea of teleology must realize that we are dealing with facts, not putting forward a theory. Every living being, at all levels including that of human beings, strives towards a specific target, a summit for all living creatures: the attainment of individual consciousness.

[ 5 ] Es schaute der Eingeweihte des Alten und Neuen Testamentes hinunter ins Reich der Tiere und sah, wie alles dahin strebt, daß einmal eine freie Persönlichkeit zustande kommen kann, die aus sich selbst heraus die Antriebe und Impulse zum Handeln haben kann, und wie mit dem Wesen einer solchen Persönlichkeit das verbunden ist, was man die Möglichkeit einer egoistischen, selbstsüchtigen Handlung nennt. Nun aber würde ein Denker wie Paulus sagen: Wenn in einem Leibe eine solche Persönlichkeit wohnt, die egoistisch zu handeln imstande ist, so muß dieser Leib sterblich sein. In einem unsterblichen Leibe würde niemals eine Seele mit Selbständigkeit, Selbstbewußtsein und folglich auch mit Egoismus wohnen können. Daher gehören zusammen: ein sterblicher Leib und eine Seele mit Persönlichkeitsbewußtsein und die einseitige Ausbildung der Persönlichkeit zu Handlungsimpulsen. Das heißt die Bibel «Sünde», und so definiert Paulus: «Der Tod ist der Sünde Sold». Da sehen Sie allerdings, daß wir diesen, wie jeden anderen Ausspruch der Bibel modifizieren müssen, weil sie im Laufe der Jahrhunderte ganz in ihr Gegenteil umgekehrt worden sind. Modifiziert man sie, nicht indem man sie umdeutet, sondern indem man sich klarmacht, daß man den gegenwärtigen Sinn, den die Theologie gibt, in den ursprünglichen verwandelt, so sieht man daraus, daß man es oftmals mit einer sehr tiefen Auffassung der Sache zu tun hatte, die dem gar nicht so fernsteht, was man heute wieder begreifen kann. Dies zur notwendigen Richtigstellung.

[ 5 ] The initiates from whom the Old and New Testaments originated looked down to the animal kingdom and saw how all striving is directed towards the eventual attainment of an independent personality endowed with its own inclinations, and its own impulses to action. They also saw that to the independent personality belonged the possibility of egoistic selfish behavior. A thinker like Paul would say: “If a personality capable of egoistic deeds dwells in a body, then that body is of necessity mortal. A soul possessing independence, self-consciousness, and consequently egoism would never be able to inhabit an immortal body.” The two go together: self-conscious personality with one-sidedly developed impulses, and a mortal body. This is what in the Bible is termed “sin,” and what Paul defines as: “The wages of sin are death.” You will realize that not only this, but also other sayings in the Bible must be modified to be understood. In the course of centuries their meaning has changed, sometimes to the opposite. However, the modification must not alter the original meaning; we must endeavor to transform the meaning given by modern theology into the original one. It will then be discovered that often the issue concerned is not only far more profound than thought at first sight, but also can be readily understood even today. This explanation is necessary in order to see things in the right perspective.

[ 6 ] Aber es haben sich ja die Denker, die Weltanschauungsforscher aller Zeiten mit der Frage nach dem Rätsel des Todes beschäftigt, und wir finden diese Frage seit Jahrtausenden scheinbar in der mannigfaltigsten Weise beantwortet. Wir können uns hier nicht mit einer geschichtlichen Betrachtung einer solchen Lösung befassen, daher sei nur auf zwei Denker hingewiesen, damit Sie sehen, wie selbst der Gegenwart recht nahestehende Denker nichts Erhebliches zu dieser Frage beizubringen wissen.

[ 6 ] Throughout the ages, thinkers searching for a world conception have concerned themselves with the riddle of death—a riddle to which during thousands of years the most varied solutions have been offered. We cannot go into a historical survey of these solutions; it must suffice to mention just two philosophers, in order to show that contemporary thinkers have nothing substantial to contribute to the issue either.

[ 7 ] Der eine ist Schopenhauer. Sie kennen ja alle seine pessimistische Art zu denken, und wer einmal den Satz durchgegangen ist: «Das Leben ist eine mißliche Sache, und ich habe mir vorgenommen, das meinige damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken» — der wird begreifen, daß Schopenhauer kaum zu einer anderen Lösung gekommen ist als zu der: Eigentlich tröstet der Tod über das Leben und das Leben über den Tod; das Leben ist eine fatale Sache, und man könnte es nicht ertragen, wenn man nicht wüßte, daß der Tod es schließen würde; und wenn man die Furcht vor dem Tode hat, dann braucht man sich nur einmal klarzumachen, daß das Leben nicht besser sei und daß durch den Tod nichts weiter beschlossen ist. Das ist seine pessimistische Art zu denken, die nur einmal darüber hinausführt, wo er den Erdgeist sagen läßt: Ihr wollt, daß immer neues Leben entsteht, da muß ich Platz haben. Also sieht Schopenhauer in einer gewissen Beziehung in der Tatsache, daß das Leben sich fortpflanzt, immer neues Leben gebiert, die Notwendigkeit, daß das Alte sterben müsse, damit für das Neue Raum sei. Sonst weiß auch Schopenhauer gar nichts Erhebliches vorzubringen; denn alles, was er sonst sagt, atmet in diesen zwei Worten.

[ 7 ] Take for example a thinker like Schopenhauer. Those who have read this sentence will be acquainted with his pessimistic outlook: “Life is a disagreeable affair; I shall spend mine pondering it.” And they will realize that he could not arrive at any other conclusion than: “Basically death is the consolation for life, and life the consolation for death; for life is miserable; it can be endured only because of the knowledge that death puts an end to it. On the other hand, if one fears death, it is a consolation to know that life is no better, that nothing is lost by dying.” That is Schopenhauer's pessimistic view. He makes the Earth-Spirit say: “If new life is continuously to arise, then I need space.” At least Schopenhauer was aware that, as life forever brings forth new life, the old must die to provide new space. But as you can see, he provides nothing of significance to the problem of death; what he says elsewhere on the subject only reflects the same view.

[ 8 ] Der andere ist Eduard von Hartmann. Er hat sich noch in seinem letzten Buche mit dem Rätsel des Todes beschäftigt. Er sagt da: Wenn wir uns das zunächst höchste Lebewesen betrachten, so finden wir, daß der Mensch, nachdem wieder ein oder zwei neue Generationen heraufgezogen sind, die Welt nicht mehr versteht. Wenn der Mensch alt geworden ist, kann er die Jugend nicht mehr fassen, daher ist es notwendig, daß das Alte absterbe und Neues wieder hervorkomme. — Sie sehen jedenfalls auf diese Fragen auch keine Antwort, die uns mit wirklichem Verständnis dem Rätsel des Todes näherbringen könnte.

[ 8 ] In his last book Eduard von Hartmann concerns himself with the riddle of death. He says: “When we consider the most highly evolved being, man, we find that after one or two generations he no longer understands the world. Once a person is old he no longer understands the young. That is why the old must die and the new continuously arrive.” Thus, here again, nothing is said that throws light on the riddle of death.

[ 9 ] So wollen wir einmal in die heutigen, gegenwärtigen Weltanschauungen hineinstellen, was die sogenannte Geisteswissenschaft, dieman heute auch Anthroposophie nennt, über die Ursachen von Tod und Krankheit zu sagen hat. Wir wollen uns aber dabei eines klarmachen: der Geisteswissenschaft geht es nicht so gut wie den anderen Wissenschaften, daß sie in einer bestimmten Weise über alles sprechen kann. Der heutige Naturforscher würde es nicht begreifen, daß man, wenn man über Krankheit und Tod spricht, trennen muß zwischen Tier und Mensch, daß man aber gerade, wenn man die Frage des heutigen Vortrages begreifen will, sich wird auf die Erscheinungen beim Menschen beschränken müssen. Da die Wesen nicht nur das abstrakte «Gleiche» miteinander haben, sondern auch jedes sein Wesentliches und seine Eigenart hat, so wird nur einiges von dem, was heute gesagt wird, auch auf die Tierwelt anzuwenden sein, vielleicht auch auf die Pflanzen; im wesentlichen aber wird über den Menschen gesprochen werden, und die anderen Dinge werden nur herangezogen werden, wenn sie etwas erklären sollen.

[ 9 ] Anthroposophy, or spiritual science, would wish to contribute to present-day world views what it has to say about the cause of illness and death. However, it must first be made clear that, unlike other sciences, spiritual science cannot speak in such an easy manner; it cannot treat every subject alike. Today's natural scientists do not understand that when illness and death are considered, a distinction must be made between humans and animals. In fact, if today's lecture is to be comprehensible, we must restrict it to that which applies to humans. Few of the things said today will apply to either the animal or vegetable kingdom. This is because the beings of the various kingdoms do not have certain abstract similarities; each kingdom has its own specific characteristic. In the main we shall speak only of human beings; anything else will be brought up merely for the sake of clarification.

[ 10 ] Wenn wir Tod und Krankheit beim Menschen erfassen wollen, müssen wir vor allen Dingen darauf sehen, daß der Mensch im Sinne der Geisteswissenschaft ein höchst kompliziertes Wesen ist und daß wir den Menschen seinem Wesen nach aus den folgenden vier Gliedern heraus begreifen müssen: erstens haben wir den äußerlich sichtbaren physischen Körper, als zweites den Äther- oder Lebensleib, sodann den Astralleib, und als viertes das Ich des Menschen oder den Mittelpunkt seines Wesens. Dann müssen wir uns klar sein, daß im physischen Leibe dieselben Kräfte und Stoffe vorhanden sind wie in der physischen Welt draußen und daß in dem Ätherleib das liegt, was diese Stoffe zum Leben aufruft, und daß der Mensch seinen Ätherleib mit der ganzen Pflanzenwelt gemeinschaftlich hat. Der Astralleib, den der Mensch mit den Tieren gemein hat, ist der Träger des ganzen Gefühlslebens, von Begierden, Lust und Unlust, Freude und Schmerz. Das Ich hat der Mensch ganz für sich allein, das macht ihn zur Krone der Erdenschöpfung.

[ 10 ] For an understanding of illness and death in relation to human beings, it is important to bear in mind that, as spiritual science explains, a person is an extremely complex being. An individual's nature can only be understood on the basis of these following four members: first, the externally visible, physical body; second, the ether or life body; third, the astral body; and fourth, the “I,” or the center of the being. We must recognize that the forces and substances of the physical body are the same as those found in the physical world outside, and further that the ether body, which we have in common with the vegetable kingdom, contains the forces that call the physical substances to life. The astral body, which we have in common with the animal kingdom, is the bearer of the life of feelings, craving, pleasure and pain, joys and sorrows. The “I” makes human beings the crown of creation, for that an individual alone possesses.

[ 11 ] Wenn wir den Menschen als physischen Organismus vor uns haben, dann müssen wir uns klarmachen, daß innerhalb dieses physischen Organismus die drei anderen Glieder als Bildner und Architekten arbeiten. Das physische Prinzip arbeitet nur teilweise am physischen Organismus des Menschen, in einem anderen Teil ist im wesentlichen der Ätherleib tätig, wieder in einem anderen der Astralleib, und wiederum in einem anderen Teil des Menschen ist das Ich tätig. Der Mensch besteht für die Geisteswissenschaft physisch erst einmal aus Knochen, Muskeln, denjenigen Organen, die den Menschen stützen, ihn zu einem festen, auf der Erde gehenden Gebilde machen; diese allein rechnet man im strengsten Sinn der Geisteswissenschaft zu dem durch das physische Prinzip zustande gekommenen Teil der Organe. Dazu kommen noch die eigentlichen Sinnesorgane; dabei haben wir es mit physikalischen Apparaten zu tun; beim Auge mit einer Art camera obscura, beim Ohr mit einem sehr komplizierten Musikinstrument. Es kommt nun darauf an, woraus diese Organe gebaut sind. Sie sind von dem ersten Prinzip gebaut. Dagegen sind alle Organe, die mit Wachstum, Fortpflanzung, Verdauung und anderem zusammenhängen, nicht bloß im Sinne des physischen Prinzips gebaut, sondern im Sinne des Äther- oder Lebensleibes, der ja auch die physischen Organe durchdringt. Nur der gesetzmäßige Aufbau wird vom physischen Prinzip besorgt, der Vorgang von Verdauung, Fortpflanzung und Wachstum dagegen wird vom Ätherprinzip besorgt. Der Astralleib ist der Schöpfer des ganzen Nervensystems, bis hinauf zum Gehirn und zu den Strängen, die in Form von Sinnesnervensträngen zum Gehirn gehen. Das Ich endlich ist der Architekt des Blutkreislaufes. Wenn wir also in echt geisteswissenschaftlichem Sinne einen menschlichen Organismus vor uns haben, so sind wir uns klar, daß diese vier Glieder — auch im äußerlich wahrnehmbaren Organismus — eigentlich wie vier ganz voneinander verschiedene Wesenheiten im Menschen verschmelzen und miteinander wirksam gemacht worden sind. Diese Glieder, die den menschlichen Organismus zusammensetzen, sind von ganz verschiedenem Werte, und wir werden ihre Bedeutung für den Menschen begreifen, wenn wir erforschen, wie die Entwicklung des Menschen mit diesen einzelnen Gliedern zusammenhängt.

[ 11 ] When we consider a person's physical organism, we must be aware of the fact that within it the other three members are at work; they are the architects and contain the formative forces. The physical principle works on the physical organism, but only up to a point; in certain areas it is mainly the ether body that is at work, in others the astral body, and in yet others the “I.” From the viewpoint of spiritual science, the physical human being proper consists of bones and muscles, that is, of those organs that support and make him a firm structure so that he can walk about on the earth. It is, strictly speaking, only these organs that come into being wholly through the physical principle. However, to them must be added the organs that are comparable to physical instruments—the senses. The eye functions like a camera obscura, the ear like a complex musical instrument. What is significant is that these organs are built up by the first principle, whereas all the organs connected with growth, propagation and digestion are built not only by the physical principle, but also by the ether or life body. Only the organs built according to physical laws are sustained by the physical principle; the processes of digestion, propagation and growth are sustained by the etheric principle. The astral body is the creator of the whole nervous system, right up to the brain, and also of the spinal cord and nerve fibers. Finally, the "I" is the architect of the blood circulation. In contemplating the human organism from the spiritual-scientific viewpoint, you will realize that the four members are in reality four entities that are completely different from one another. These entities have merged, and work together within human beings right down into the externally visible aspect of a person's organism. The four members of a person's being have different values. We shall understand their significance when we investigate how human development is dependent upon each of them.

[ 12 ] Heute sei mehr vom physiologischen Gesichtspunkt aus besprochen, was man die Arbeit des physischen Prinzips im menschlichen Organismus nennt. Das wird geleistet in der Epoche von der Geburt bis zum Zahnwechsel. Da arbeitet das physische Prinzip am physischen Leibe so, wie die Kräfte und Stoffe des mütterlichen Organismus am Kindeskeim arbeiten, bevor das Kind geboren ist. Vom siebenten Jahre bis zur Geschlechtsreife arbeitet am physischen Leibe hauptsächlich das Ätherprinzip, und von der Geschlechtsreife an arbeiten die Kräfte, die innerhalb des Astralleibes verankert sind. So daß wir uns die Entwicklung des Menschen recht vorstellen, wenn wir uns denken, daß der Mensch bis zur Geburt vom Leibe der Mutter umschlossen ist. Mit der Geburt drängt er gleichsam den mütterlichen Leib zurück, seine Sinne werden frei, und nun ist es möglich, daß die äußere Welt anfängt, auf den menschlichen Organismus einzuwirken. Da stößt der Mensch auch eine Hülle von sich, und derjenige erst begreift richtig die Entwicklung des Menschen, der begreift, daß zwar nicht im physischen, aber im geistigen Leben etwas Ähnliches in der Zeit des Zahnwechsels vor sich geht. Um das siebente Jahr herum wird der Mensch richtig ein zweites Mal geboren. Da wird nämlich sein Ätherleib zur freien Tätigkeit geboren, wie sein physischer Leib zur Zeit der Geburt. So wie physisch der Mutterleib an dem Menschenkeim in der Zeit vor der Geburt arbeitet, so arbeiten geistige Kräfte des Weltenäthers bis zum Zahnwechsel an dem AÄtherleib des Menschen, und sie werden um das siebente Jahr herum ebenso zurückgedrängt wie der Mutterleib bei der physischen Geburt. Bis zum siebenten Jahre liegt der Ätherleib wie latent im physischen Leibe. Wie bei einem in Brand gesetzten Zündholz ist es mit dem Ätherleib um die Zeit des Zahnwechsels herum. Er ist im physischen Leibe darinnen gebunden und kommt nun heraus zur eigenen, freien, selbständigen Tätigkeit. Und das Zeichen, wodurch sich diese freie Tätigkeit des Ätherleibes ankündigt, ist gerade der Zahnwechsel. Der Zahnwechsel hat für den, der tiefer in die Natur des Menschen hineinschaut, eine ganz bedeutsame Stellung. Haben wir einen Menschen bis zum siebenten Jahr vor uns, so arbeitet das physische Prinzip frei im physischen Leib; aber gebunden und aus den geistigen Hüllen noch nicht herausgeboren ist das Äther- und das astrale Prinzip.

[ 12 ] Today we shall speak, mainly from the physiological viewpoint, about the work the physical principle accomplishes on a person's organism between birth and the change of teeth. During this period, the physical principle works on the physical body, just as before birth the forces and substances of the maternal organism work on the embryo. From the age of seven till puberty it is mainly the etheric principle that works on the physical body; after puberty it is mainly the forces of the astral body that are at work. Thus, we must think of the human embryo being enveloped by the maternal body up to the moment of birth; at that point the maternal body is, as it were, pushed aside; the senses are freed; the outer world begins to influence the human organism. Then at the age of seven another enveloping sheath is pushed aside. The development of an individual's being can only be understood when we recognize that at the change of teeth something happens spiritually that is similar to what happens physically at birth. The human being is truly born a second time about the seventh year, for the ether body is born and can begin to work independently, just as was the case with the physical body at its birth. The maternal body acts physically on the embryo before birth; up to the change of teeth the spiritual forces of the ether world act on the human ether body. At about the seventh year they are pushed aside, as was the maternal body at physical birth. Up to the seventh year the ether body remains latent within the physical body. At the time of the change of teeth the situation in regard to the ether body is comparable to a piece of wood being ignited. Up till then it was tied to the physical body; now it is freed and can act independently. The ether body's release is announced by the change of teeth. Those with deeper insight into human development recognize that the change of teeth is a significant event. Up to the age of seven the physical principle is at work unfettered, while the etheric and astral principles are still latent, that is, not yet born from their spiritual sheaths.

[ 13 ] Wenn wir den Menschen bis zum siebenten Jahr betrachten, so enthält er eine ganze Summe von Vererbungstatsachen, die er nicht mit seinem eigenen Prinzip erbaut hat, sondern die er von den Vorfahren ererbt erhalten hat. Dazu gehört das, was man die Milchzähne nennt. Erst die Zähne, die nach dem Zahnwechsel kommen, sind im Kinde die eigene Schöpfung des Prinzips, das als physisches dazu veranlagt ist, die feste Stütze zu bilden. Was in den Zähnen zum Ausdruck kommt, schafft bis zum Zahnwechsel im Innern, und es bildet am Ende seiner Wirksamkeit gleichsam den Schlußpunkt und bringt den härtesten Teil des Stützorganes in den Zähnen hervor, weil es noch den Äther- oder Lebensleib als Wachstumsträger in sich gebunden hält.

[ 13 ] Up to the age of seven the human being displays a number of inherited factors. These are not built up by his own principles, but are derived from ancestors. The milk teeth belong to this category. Only the second teeth are produced by the child's own physical principle, whose particular task is to build up what constitutes the body's firm support. Before the physical principle produces the second teeth, which are the hardest part of the body's supporting structure and the culmination of its work—it works within the bodily nature, while the ether body, the principle of growth, is still latent.

[ 14 ] Nachdem dieses Prinzip abgestoßen ist, wird der Ätherleib frei und schafft jetzt an den physischen Organen bis zur Geschlechtsreife, und dann wird ebenso eine Hülle, die äußere astrale Hülle, weggedrängt wie bei der Geburt die Mutterhülle. Astralisch wird der Mensch bei der Geschlechtsreife zum dritten Male geboren. Und die wirkenden Kräfte, die im Ätherleib gebunden waren, machen jetzt für ihre Schöpfungsart im Menschen den Schlußpunkt, indem sie die Fähigkeit der Geschlechtsreife, der Fortpflanzung, und ihre Organe erzeugen. So wie das physische Prinzip im siebenten Jahre durch die Zähne den Schlußpunkt macht, indem es die letzten harten Organe schafft, und wodurch der ÄtherJeib, das Wachstumsprinzip, frei wird, so schafft das astrale Prinzip in dem Moment, wo es frei wird, die stärkste Konzentration der Triebe und Begierden, der Lebensäußerung, insofern wir es mit der physischen Natur zu tun haben. Wie Sie das physische Prinzip wie konzentriert in den Zähnen haben, so das Wachstumsprinzip in der Geschlechtsreife. Da ist der Astralleib, die Umhüllung des Ich frei, und das Ich arbeitet nun am Astralleib.

[ 14 ] Once the physical principle has finished its work, the ether body is freed and works on the physical organs up to puberty. At this time another covering, the external astral sheath, is thrust aside as was the maternal body at physical birth. Thus, at puberty the human being is born for the third time when the astral body is freed. At this stage the forces of the ether body culminate their creative activity by producing sexual maturity in the organs connected with propagation. In the seventh year the physical principle culminates its activity by producing the teeth as the last hard structure, and in the ether body the principle of growth is freed. Correspondingly, the moment the astral principle is freed, it produces the greatest concentration of urges and cravings, that is, expression of life insofar as it is bound up with the physical nature. As the physical principle is concentrated in the formation of the second teeth, so is the principle of growth concentrated in bringing about sexual maturity. This sets free the astral body, the sheath of the “I,” which then begins its work on the astral body.

[ 15 ] Der europäische Kulturmensch folgt nicht bloß seinen Trieben und Begierden; er hat sie geläutert und umgewandelt in moralische Empfindungen und ethische Ideale. Vergleichen wir nun einen Wilden mit einem europäischen Durchschnittsmenschen oder gar mit einem Schiller oder Franz von Assisi, so können wir sagen, daß diese ihre Triebe vom Ich aus umgestaltet, geläutert haben. So können wir uns sagen, daß dieser Astralleib stets zwei Teile enthält: einen, der aus der ursprünglichen Anlage herrührt, und einen, den das Ich selbst geboren hat. Nun verstehen wir die Arbeit des Ich nur dann, wenn wir uns klarmachen, daß der Mensch einer Wiederverkörperung — wiederholten Erdenleben — unterliegt; daß der Mensch, wenn er geboren wird, gleichsam in vier voneinander geteilten Leibern sich die Früchte und Ergebnisse früherer Erdenleben mitbringt, die als ein Maß für die Energie und Kraft seines Lebens da sind. Der eine Mensch wird geboren, weil er es früher dazu gebracht hat, mit viel Lebensenergie, mit starken Kräften seinen Astralleib umzugestalten. Der andere wird darin bald erlahmen. Wenn man hellsehend untersuchen kann, wie das Ich beginnt, an dem Astralleibe frei zu arbeiten, die Begierden, Triebe und Leidenschaften vom Ich aus zu beherrschen, dann könnte man, wenn man das Maß von Energie, das das Ich sich mitgebracht hat, anzugeben vermag, sagen: dieses Maß ist so groß, daß das Ich so und so lange an seiner Umgestaltung an sich arbeiten wird und nicht mehr. Und nach der Zeit der Geschlechtsreife gibt es für jeden Menschen ein solches Maß, durch das man messen kann und angeben könnte, bis wann er alles aus seinem Astralkörper herausgearbeitet hat nach den ihm in diesem Leben zugeteilten Pfunden. Was der Mensch so in seinem Gemüt an Lebenskräften umzugestalten und zu läutern vermag, erhält sich selbst. Solange dieses Maß ausreicht, lebt er auf Kosten des sich selbst erhaltenden Astralleibes. Ist er erschöpft, findet er keinen Mut mehr, neue Triebe umzugestalten, kurz, keine Energie, an sich zu arbeiten, dann reißt der Lebensfaden ab, — und er muß nach einem Maße, das jedem Menschen zuerteilt ist, einmal abreißen. Dann ist die Zeit gekommen, wo der Astralleib seine Kräfte von dem Prinzip des menschlichen Lebens nehmen muß, das ihm zunächst liegt, vom Ätherleib. Und jetzt kommt die Zeit, wo der Astralleib auf Kosten der im AÄtherleib aufgespeicherten Kraft lebt; der Ausdruck dafür ist für den Menschen da, wenn sein Gedächtnis, seine produktive Einbildungskraft allmählich schwindet.

[ 15 ] A cultivated person does not follow his urges and passions blindly; he has purified and transformed them into moral feelings and ethical ideals. When we compare a person with a savage, we realize that a Johann von Schiller,1Friedrich von Schiller (1759–1805), a leading figure in German literature, was a playwright, poet, and essayist. a Francis of Assisi or indeed the average civilized person has purified and transformed, through his “I,” these urges and cravings.2Francis of Assisi, Saint (c. 1181–1226) was an Italian Roman Catholic mystic and founder of the Franciscan Order of Monks. Consequently the astral body consists of two parts, one that contains the original tendencies and another created by the “I.” We can only understand the work of the “I” on the basis of reincarnation; we must recognize that we are subject to repeated lives on earth, which means that when we are born we bring with ourselves the fruits, the outcome of earlier lives. These fruits are contained in four separate bodies as the measure of energy and forces available to a person in life. Thanks to what a person has attained already, one person will be born with strong energy and forces with which to work on the astral body, while another will soon exhaust what is available to him. By investigating clairvoyantly how the “I” spontaneously begins to work on the astral body, controlling urges and cravings, and by estimating the measure of energy the “I” has brought with it, it is possible to say for how long the “I” will be able to carry out its work. After puberty, every human being has available a measure of energy according to which one can estimate when he will have transformed in his astral body all that is possible for him in this life. The life force a person manages to purify and transform in his inner nature sustains itself. As long as it lasts, a person exists at the expense of what is self-sustaining in the astral body. Once it is exhausted, an individual loses the inclination to transform his cravings further; in short, a person lacks the energy to work on the self. This is when the thread of life begins to wear out, as of necessity it must in proportion to the measure allotted each human being. It is the time when the astral body must derive its forces from the principle of life that is nearest, that is, from the ether body. The astral body now lives at the expense of the forces stored in the ether body. This comes to expression as a gradual loss of memory and creative imagination.

[ 16 ] Wir haben öfter hier gehört, daß der Ätherleib der Träger der produktiven Phantasie und des Gedächtnisses ist, dessen, was man Lebenshoffnung und Lebensmut nennt. Diese Gefühle, wenn sie zu seinem bleibenden Element werden, haften an dem Ätherleib. Sie werden jetzt von dem Astralleib herausgesogen; und nachdem der Astralleib so auf Kosten des Ätherleibes gelebt und alles, was dieser herzugeben hatte, ausgesogen hat, beginnt die Zeit, wo die schöpferischen Kräfte des physischen Leibes vom Astralleib aufgezehrt werden. Und sind diese herausgezehrt, dann schwindet die Lebenskraft des physischen Leibes, der Körper verhärtet sich, der Puls wird langsamer. Da zehrt der Astralleib zuletzt auch noch am physischen Leibe und nimmt ihm die Kraft weg. Und hat er die aufgezehrt, dann ist keine Möglichkeit mehr, daß aus dem physischen Prinzip heraus der physische Leib erhalten werden kann.

[ 16 ] That the ether body is the bearer of creative imagination and memory, and also of everything that can be termed fortitude and confidence in life, has often been explained. When these things attain a permanent character, they become a feature of the ether body. But they are drawn out by the astral body now that it exists at the expense of the ether body. When everything the ether body can give is exhausted, the astral body begins to consume the creative forces of the physical body. When these are used up, the life of the physical body dwindles, the body hardens, and the pulse slows down. Thus, at the end, the astral body lives at the expense of the physical body, depriving it of its forces. It can no longer be maintained by the physical principle.

[ 17 ] Soll der Astralleib es dahin bringen, daß er frei werden und zu dem Leben und der Arbeit des Ich geboren werden soll, dann ist es notwendig, daß in der zweiten Hälfte des Lebens der freigewordene Astralleib, wenn das Maß der Arbeit erschöpft ist, seine Hüllen geradeso wie sie gebildet worden sind, selber wieder aufzehrt. So ist das individuelle Leben vom Ich heraus geschaffen.

[ 17 ] If the astral body is to become free so that it can emerge and participate in the life and work of the “I,” it must, when its allotted task is over in the later part of life, necessarily consume the sheaths it built up. Thus, is individual life created out of the “I.”

[ 18 ] Zum Gleichnis diene Folgendes: Denken Sie sich ein Stück Holz, das Sie anzünden. Wäre es nicht so, wie es ist, so würden Sie es nicht anzünden können. Die Flamme quillt aus dem Holz hervor, aber sie zehrt es zu gleicher Zeit auf. Das ist das Wesen der Flamme, daß sie aus dem Holz heraus frei wird und den eigenen Mutterboden aufzehrt. So wird der Astralleib dreifach herausgeboren, so zehrt er, wie die Flamme das Holz, seine eigene Grundlage auf; und darin besteht die Möglichkeit, daß das individuelle Leben da sein kann, weil es seine Grundlage wieder aufzehrt. Der Tod ist ihm die Wurzel des Lebens, und es könnte gar kein bewußt individuelles Leben geben, wenn es nicht den Tod gäbe. Wir verstehen und begreifen den Tod allein, indem wir seinen Ursprung zu erkennen suchen, und daher begreifen wir das Leben, indem wir sein Verhältnis zum Tod erkennen. In ähnlicher Weise lernen wir das Wesen der Krankheit begreifen, und dies wird uns noch mehr das Wesen des Todes klarmachen. Jede Krankheit stellt sich wie eine Zerstörerin des Lebens dar. Was ist Krankheit?

[ 18 ] What takes place can be compared with what happens when a piece of wood is set alight. Wood could not give birth to fire if it were differently constituted. A flame leaps from the wood, consuming it. The nature of the flame is to free itself and in so doing consume the foundation that gave it existence. The astral body is born three times in this way, each time consuming its own foundation as the flame consumes the wood. What gives individual life the possibility of existence is the fact that it absorbs its own foundation. The root of individual life is death; no individual conscious life could exist if there were no death. Death can only be understood by seeking and recognizing its origin; and life by recognizing its relation to death. The origin of illness can be discovered through a similar approach, which will also throw more light an that of death. Every illness destroys life to some degree. But what exactly is illness?

[ 19 ] Um ihr Wesen zu verstehen, müssen wir den Menschen im Zusammenhang mit der Natur betrachten. Machen wir uns klar, was denn geschieht, wenn der Mensch als lebendiges Wesen der übrigen Natur gegenübersteht. Mit jedem Luftzug, mit jedem Ton, mit der Nahrung, mit dem Licht, die er in sich aufnimmt, tritt der Mensch in ein Wechselverhältnis mit der ihn umgebenden Natur. Wenn Sie die Sache genau betrachten, so werden Sie auch ohne Okkultismus darauf kommen, daß die Dinge draußen die eigentlichen Bildner und Öffner der physischen Organe sind. Wenn gewisse Tiere in finstere Höhlen einwandern, dann werden ihre Augen mit der Zeit rückgebildet. Wo kein Licht mehr ist, können nicht mehr lichtempfängliche Augen sein; umgekehrt, nur wo Licht ist, können lichtempfindliche Augen sich bilden. Deshalb sagt Goethe, das Auge wird vom Licht für das Licht gebildet. Natürlich wird im Sinne dessen, was die eigentlichen inneren Architekten genannt werden, der physische Leib aufgebaut. Der Mensch ist ein physisches Wesen, und die äußeren Dinge sind dasjenige, woraus im Einklang mit den inneren Bildnern der ganze Mensch aufgebaut wird. Dann wird das Verhältnis einzelner Kräfte und Stoffe zum Menschen ein ganz anderes Bild ergeben. Diejenigen, die hier den tiefen Blick des wahren Mystikers gehabt haben, werden uns hier besonders viel sagen können. Für Paracelsus ist die ganze äußere Welt ein fächerartig auseinandergelegter menschlicher Organismus, und der Mensch ist wie ein Extrakt der ganzen äußeren Welt. Wenn wir eine Pflanze sehen, können wir im Sinne des Paracelsus sagen: In dieser Pflanze ist ein gesetzmäßiger Zusammenhang, und es gibt etwas im Menschen, was im gesunden oder kranken Organismus dieser Pflanze entspricht. Daher nennt Paracelsus zum Beispiel einen Cholerakranken einen «Arsenikus», und das Arsenik ist ihm ein Heilmittel für Cholera. So besteht eine Beziehung zwischen jedem Organ des Menschen und dem, was in der Natur um ihn herum ist. Man bräuchte nur eine Essenz der Natur zu nehmen und sie menschenähnlich formen, dann hätte man den Menschen. In der ganzen Natur sind die einzelnen Buchstaben ausgebreitet, nimmt man sie zusammen, dann hat man den Menschen. Da bekommen Sie eine Ahnung, wie die ganze übrige Natur auf den Menschen wirkt, und daß der Mensch berufen ist, aus der ganzen übrigen Natur seine Wesenheit zusammenzusetzen. Alles, was in uns ist, ist im Grunde genommen in uns hineingezogen aus der äußeren Natur, aufgenommen worden in den Lebensprozeß. Wenn wir dieses Geheimnis von der Verlebendigung äußerer Kräfte und Stoffe verstehen, dann werden wir das Wesen einer Krankheit begreifen können.

[ 19 ] To understand illness we must look at the way human beings are related to the surrounding world of nature. Let us look at what takes place between a person as a living being and the rest of the natural world. With every breath, sound, light, and morsel of food that a person absorbs, he enters into a reciprocal relationship with nature. If you look at the matter more closely, you will realize, even without spiritual sight, that what exists in the outer world actually builds up the physical organs and causes the senses to function. When certain animals wandered into caves and stayed there, their eyes in time atrophied. The eye, a sense predisposed to light, cannot exist without light; conversely, only where there is light can this sense develop. Hence Goethe could say that the eye is created by the light, for the light. Naturally, the physical body is built up according to what might be designated as the inner architect, but the external substances are the material this architect uses. Once this is fully recognized, we see the various forces and substances in a different light in relation to human beings. The genuine mystic, with his deeper insight, can tell us much in this respect. Paracelsus, [ Paracelsus (1493–1541) was a Swiss alchemist and physician. ] for example, saw the whole external world as an extended human organism, and a person's being as an extract of that world. According to Paracelsus, one can say, when looking at a plant: This plant is composed according to certain laws; in a person's healthy or sick organism something exists to which the plant corresponds. Thus, Paracelsus calls a patient suffering from cholera an “arsenicus,” because he saw arsenic as the remedy for cholera. There exists in nature something that relates to every human organ. If we could extract an essence of the whole natural world and give it human form, the result would be a human being. The letters that spell MAN are, as it were, spread throughout the whole of nature. This indicates how nature acts upon a human being and why he must construct his being from the materials of nature. Basically, everything absorbed by our life processes to build up the organism originated in external nature. When we understand the secret of how the external forces and substances are called to life, we shall also understand illness.

[ 20 ] Wir kommen da auf ein Kapitel, wo es einem heutigen Gebildeten schwer wird zu verstehen, wie viele Begriffe in der Medizin wie eine Art Nebelgebilde wirken. Wie wirkt es heute in den Versammlungen suggestiv, wenn jemand als Naturheilkundiger das Wort «Gift» ausspricht. Was ist ein Gift, und was ist eine unnatürliche Wirkung im menschlichen Organismus? Was Sie auch immer in den menschlichen Organismus einführen, wirkt nach Naturgesetzen. Es ist unerfindlich, wie man davon sprechen kann, daß irgend etwas nicht nach Naturgesetzen im Körper wirken könnte. Und was ist ein Gift? Wasser ist ein starkes Gift, wenn Sie zehn Eimer davon auf einmal vertilgen; und was heute Gift ist, könnte von den wohltätigsten Wirkungen sein, wenn man es in der richtigen Weise dem Körper zuführt. Es kommt immer darauf an, in welcher Quantität und unter welchen Umständen man einen Stoff zu sich nimmt. Es gibt kein Gift an sich.

[ 20 ] Nowadays the educated person finds difficulty in recognizing that many modern ideas concerned with medicine are extremely vague. If someone with knowledge of natural remedies mentions the word "poison," it immediately stirs up all kinds of suppositions. But what is a poison? What is an abnormal effect on the human organism? Whatever is introduced into the human organism acts according to natural laws; that anyone should think it could act otherwise is incomprehensible. But what is a poison? Water, if taken by the bucketful all at once, is a strong poison. What is today looked upon as poison could have most beneficial effects if rightly administered. It always depends on the quantity and the circumstances under which a substance is administered. Nothing, as such, is a poison.

[ 21 ] In Afrika gibt es einen Stamm, der eine bestimmte Hundeart zur Jagd verwendet. Nun gibt es aber dort eine Art von Fliegen, die ein bestimmtes Gift in sich tragen, das die Hunde tötet, wenn sie von den Fliegen gestochen werden. Da haben die Wilden des Sambesiflusses ein Mittel gegen diesen Stich gefunden. Sie führen nämlich die trächtigen Hündinnen gerade in solche Gegenden, wo sehr viele von diesen Tsetsefliegen sind, und lassen die Hündinnen von den Tsetsefliegen stechen. Die Wilden wissen es dann so einzurichten, daß die Hündinnen erst dann sterben, wenn sie geworfen haben. Und nun stellt sich die Tatsache heraus, daß die jungen Hunde jetzt immun sind und zur Jagd verwendet werden können.

[ 21 ] A tribe in Africa uses a certain species of dog for hunting; in the same region there is a fly whose venom is deadly to the dogs they sting. The savages living by the Sambesi River have found a remedy for these stings. They take the bitches in pup to an area where there is an abundance of tsetse flies and let them be bitten. The tribe knows how to arrange matters so that the bitches do not die before the pups arrive. The pups born in this way are immune to the tsetse fly's sting and can be used for hunting.

[ 22 ] Da ist etwas geschehen, was für das Verständnis des Lebens so wichtig ist: Ein Gift ist in einen Lebensprozeß aufgenommen worden im Moment, wo eine absteigende Linie in eine aufsteigende Linie übergeht, so daß das Gift ein zum Organismus gehöriger Stoff wird. Was wir so von der äußeren Natur aufgenommen haben, das macht uns stark und schützt uns gerade.,

[ 22 ] This illustrates an important fact for understanding the element of life. When a poison is taken up into the process of life, just where a descending line passes over into an ascending one, the poison becomes an integral part of the organism. What is absorbed in this way not only strengthens but protects the organism.

[ 23 ] Die Geisteswissenschaft zeigt uns, daß der ganze menschliche Organismus auf diese Weise auferbaut ist; wenn wir so sagen wollen, aus lauter Dingen, die ursprünglich Gifte waren. Für die Nahrungsmittel, die Sie heute genießen, hat man sich die Möglichkeit geholt, sie zu essen, nachdem man sich durch einen ähnlichen Vorgang in der rückläufigen Linie gegen ihre Schädlichkeit immun gemacht hat. Und wir sind um so stärker, je mehr solcher Stoffe wir auf diese Weise uns einverleibt haben. Schwach machen wir uns gegen die äußere Natur, indem wir ihre Stoffe zurückweisen.

[ 23 ] Spiritual investigation shows that such a process is involved in the building up of the human organism. If you like, we might express it by saying that pure substances, which were originally poisonous, form the human organism; today's foodstuff can be absorbed because, through recurrent processes similar to the one described, we have become immune to their harmful effects. The more of such substances we have incorporated, the stronger we are. Rejecting external substances only makes us weak.

[ 24 ] In den Gegenden, wo die Arzneikunde noch auf den Okkultismus aufgebaut ist, wirft der Arzt seine ganze Persönlichkeit in die Schranken. Es gibt Kuren, innerhalb welcher der Arzt sich zum Beispiel Schlangengift einverleibt, dann wird sein Speichel zum Heilmittel gegen solche Schlangenbisse. Er verleibt dem eigenen Organismus das Gift ein, macht sich dadurch zum Träger der heilenden Kräfte, wird stark und macht damit die anderen stark gegen das betreffende Gift.

[ 24 ] In regions where medicine is still based on occult knowledge, the healer even enlists his own body in the quest for remedies. For example, there are cures where he administers to himself the venom of a certain species of snake, in order to make his saliva into a remedy against their bite. He incorporates the poison into his own organism, thus making himself the bearer of healing forces. He becomes strong himself and makes others strong to withstand that particular venom.

[ 25 ] Das Harmloseste, was der Organismus hat, ist auf diese Weise entstanden. Die Einverleibung der äußeren Welten und der Natur braucht der Organismus; aber dabei muß auch die Möglichkeit gegeben werden, daß die Sache wie ein Pendel hinüberschlägt nach der anderen Seite. Immer ist die Möglichkeit gegeben, wenn der Mensch sich solchen Stoffen aussetzt — und dem ist er in jedem Augenblick ausgesetzt —, daß das Mittel in seiner Wirkung sich überschlägt und schädigt, je nachdem, ob der Lebensleib geeignert ist, es aufzunehmen oder nicht. Dadurch wird der Organismus stark gegen das Mittel, wenn er im Augenblick stark genug ist, den Stoff in sich aufzunehmen. Es gibt keine Möglichkeit, der Krankheit zu entkommen, wenn man die Gesundheit haben will. Jede Möglichkeit, sich gegen die äußeren Einflüsse stark zu machen, beruht auf der Möglichkeit, Krankheit zu haben, krank zu sein. So ist die Krankheit die Bedingung der Gesundheit. Das ist ein ganz realer Werdegang. Das ist geradezu die Folgerung und Gabe der Krankheit, daß das Starke vom Menschen erworben werden muß. Was beim Ausschlagen des Pendels überlebt, das hat die Frucht der Immunität aus der Krankheit, — und sogar über den Tod hinaus.

[ 25 ] The organism must necessarily incorporate what is outside in nature. All the harmless substances contained in the body have become so through the process indicated. However, as human beings are continuously exposed to substances that could become harmful, the possibility always exists that their effects go beyond the limit, and danger arises. This will depend upon whether the ether body is capable of absorbing the substance or not. If the organism is strong enough to absorb such a substance immediately, its tolerance greatly increases. We cannot avoid illness if we wish to be healthy. The possibility to gain sufficient strength to withstand harmful influences depends upon our capacity to become ill. Thus, health is conditioned by illness. The outcome, the gift bestowed upon us by illness, is greater strength. When the illness is overcome, the fruit of the experience is immunity to the illness, and this is retained even after death.

[ 26 ] Wer etwas weitergeht, wird gerade daraus eine Art von Verständnis für das Wesen der Krankheit und das Wesen des Todes gewinnen. Wollen wir die Stärke, die Gesundheit, dann müssen wir ihre Vorbedingung, die Krankheit, mit in den Kauf nehmen. Wollen wir stark sein, dann müssen wir uns gegen die Schwäche schützen, indem wir die Schwäche in uns selber aufnehmen und in Stärke verwandeln. Wenn man dies lebendig auffaßt, wird es uns Krankheit und Tod begreiflich machen. Diese Begriffe wird die geisteswissenschaftliche Bewegung der Menschheit bringen. Heute mag das für viele noch etwas sein, was nur zum Verstande spricht. Wenn aber der Verstand die Sache völlig aufgenommen haben wird, dann wird das eine tiefe harmonische Gemütslage im Menschen bewirken, dann wird das Lebensweisheit werden.

[ 26 ] Whoever ponders these things will gain an understanding of illness and death. If we wish to have strength and health, we must accept into the bargain the preliminary condition of illness. To attain strength we must absorb weakness and transform it into strength. If this is grasped in a living way, illness and death become comprehensible. It is this comprehension spiritual science wishes to bring to humanity. Many will see it as something that speaks only to the intellect, but if the intellect has once fully grasped all that is implied, it will bring about an inner mood of deep accord. Comprehension of these things becomes wisdom of life.

[ 27 ] Haben Sie denn noch nicht gehört, daß die anthroposophischen Wahrheiten, die aus dem Okkultismus heraus geschöpft sind, sogar gefährlich werden können? Haben wir nicht zahlreiche Gegner, die behaupten, die Anthroposophie sei ein Gift und schädige den Menschen? Ja, das wissen die Anthroposophen und der Okkultist selber, daß die Anthroposophie auch schädlich wirken kann; sie wissen aber auch, daß sie aufgenommen und einverleibt werden muß, um den Menschen stark zu machen, und daß sie nicht nur etwas ist, worüber man diskutieren kann, sondern etwas, was sich dann im Leben bewährt als ein geistiges Heilmittel.

[ 27 ] You may well have heard it said that anthroposophical truths, derived as they are from spiritual knowledge, can be dangerous! We have plenty of opponents who maintain that anthroposophy is a poison and is harmful. Well, anthroposophists and esotericists themselves know that anthroposophy can be harmful because, in order to make human beings strong, it must be absorbed and digested. Anthroposophy is not something one can argue about; it acts as a spiritual power of healing, and its truths will be confirmed by life itself.

[ 28 ] Und das weiß die Geisteswissenschaft auch, daß das Physische aus dem Geistigen heraus aufgebaut wird. Wirken die geistigen Kräfte auf den Ätherleib, dann wirken sie auch als gesund im Zusammenhang des physischen Leibes. Sind unsere Vorstellungen von der Welt und vom Leben gesund, dann sind diese gesunden Gedanken die kräftigsten Heilmittel, und nur auf schwache Naturen, die durch Materialismus und Naturalismus schwache Naturen geworden sind, wirkt das, was die Anthroposophie als Wahrheit verkündigt, krankmachend. Das müssen sie sich einverleiben, um sich stark zu machen. Erst dann hat die Anthroposophie ihre Aufgabe erfüllt, wenn sie starke Menschen im Leben erzeugt.

[ 28 ] Spiritual science knows that the spirit creates the physical; therefore, when spiritual forces work upon the ether body, they have a health-giving effect also an the physical body. If our concepts and ideas about the world and life are sound, these healthy thoughts will act as a powerful force of healing. Anthroposophical truths can be harmful only to natures made weak by materialism and naturalism; when they can be absorbed and digested they make a person strong. Only when that happens can anthroposophy fulfill its task.

[ 29 ] Unsere Frage nach Leben und Tod hat Goethe so schön gelöst: Alles in der Natur ist Leben; sie hat den Tod nur erfunden, um viel Leben zu haben. Und so könnte man sagen: Sie hat auch neben dem Tod die Krankheit erfunden, um die starke Gesundheit zu erzeugen, und sie hat notwendigerweise der Weisheit scheinbar schädigende Wirkung zugeben müssen, damit diese Weisheit kräftigend und heilend auf die Menschheit wirkt.

[ 29 ] Goethe answered the question concerning life and death beautifully when he said: “Everything in nature is life; she only invented death to have more life.” One could add that, as well as death, nature also invented illness in order to produce strong health. Furthermore, she had to endow wisdom with apparently harmful effects to make it a powerful force of healing.

[ 30 ] Gerade dadurch unterscheidet sich die geisteswissenschaftliche Weltbewegung von den anderen Bewegungen, daß man über sie streiten und diskutieren kann, wenn man von ihr verlangt, sie solle sich logisch beweisen. Nicht etwas, was sich bloß mit logischen Gründen erhärten läßt, soll die Anthroposophie sein, sondern etwas, was die Menschen geistig und auch körperlich gesund macht. Je mehr sie ihre Wirkungen draußen im Leben zeigt, indem sie das Leben so erhöht, daß der Lebensschmerz in Lebensglück verwandelt wird, desto mehr werden lebendige Beweise für sie da sein. Mögen die Leute heute noch so sehr glauben, sie könnten etwas logisch dagegen einwenden: die Geisteswissenschaft.ist etwas, das wie ein scheinbares Gift umgewandelt wird in ein Heilmittel und dann befruchtend wirkt im Leben. Und nicht in der Logik wird sie sich zeigen — sie kann nicht bloß bewiesen werden — sie wird sich bewähren im Leben.

[ 30 ] The anthroposophical world movement differs from other movements that may provide logical proofs to be argued and debated. Anthroposophy does not wish to be something that can be proved simply through logical arguments. It wishes to provide both spiritual and bodily health. Living proof of its truth will be increasingly discovered the more it is seen to enhance life, transforming discontentment into contentment. Spiritual science is like the so-called poison which, when transformed, fructifies life and becomes a source of healing.