Where and how can one find the Spirit?
GA 57
18 February 1909, Berlin
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Wo und wie findet man den Geist?
11. Die unsichtbaren Glieder der Menschennatur und das praktische Leben
11. Die unsichtbaren Glieder der Menschennatur und das praktische Leben
[ 1 ] Wenn von der praktischen Bedeutung des Unsichtbaren, besonders des Unsichtbaren in des Menschen eigenem Wesen die Rede sein soll, so darf vielleicht durch einen Vergleich veranschaulicht werden, was gemeint ist. Praktisch sind diejenigen Menschen zu nennen, welche ihren Blick, ihre Anschauung auf die übersinnliche Anschauung des Daseins lenken, und unpraktisch diejenigen, die beim bloß Äußerlichen stehenbleiben wollen, beim bloßen Physischen. Ist der eigentlich der wahre Praktiker, der vor sich liegen hat ein zu einem Magneten zugerichtetes, hufeisenförmiges Eisen,und der dann diesesDing verwendet zu irgend etwas, wozu es ihm brauchbar erscheint nach dem äußeren Augenschein? Oder ist ein solcher Mensch nicht im wahren Sinn des Wortes unpraktisch zu nennen, und praktisch allein der, der sich sagt: In diesem Stück Eisen ruht etwas, was mir eine viel höhere, edlere Anwendung möglich macht, als der bloße Sinnenschein vermuten läßt. — Das ist freilich nur ein Vergleich, denn wir dürfen die höheren Kräfte, von denen heute die Rede sein soll, nicht mit irgendeiner Naturkraft vergleichen. Aber praktisch ist nur der, welcher die inneren Kräfte aus den Dingen heraussucht und die Dinge nach ihren wahren Werten gebrauchen kann. Gegenüber denen, die von einem gewissen praktischen Sinne sich leiten lassen, könnte man J. G. Fichtes Wort von der praktischen Bedeutung der Ideale anführen. Fichte versuchte, die Bestimmung des Menschen an hohen Idealen zu erläutern. In der Einleitung zu den Vorlesungen über «Die Bestimmung des Gelehrten» verwahrt er sich von vornherein dagegen, als ob jemand, der von solchen hohen idealistischen Standpunkten aus spricht, nicht wüßte, was dagegen eingewandt werden kann, nämlich, daß Ideale nicht unmittelbar im praktischen Leben dargestellt werden können. Das wissen die, welche diese Ideale aufstellen, vielleicht besser als die Gegner. «Wir behaupten nur, daß nach ihnen die Wirklichkeit beurteilt, und von denen, die dazu Kraft in sich fühlen, modifiziert werden müsse. Gesetzt, sie könnten auch davon sich nicht überzeugen, so verlieren sie dabei, nachdem sie einmal sind, was sie sind, sehr wenig; und die Menschheit verliert nichts dabei. Es wird dadurch bloß das klar, daß nur auf sie nicht im Plane der Veredlung der Menschheit gerechnet ist. Diese wird ihren Weg ohne Zweifel fortsetzen; über jene wolle die gütige Natur walten und ihnen zu rechter Zeit Regen und Sonnenschein, zuträgliche Nahrung und ungestörter Umlauf der Säfte und dabei — kluge Gedanken verleihen!»
[ 1 ] Wenn von der praktischen Bedeutung des Unsichtbaren, besonders des Unsichtbaren in des Menschen eigenem Wesen die Rede sein soll, so darf vielleicht durch einen Vergleich veranschaulicht werden, was gemeint ist. Praktisch sind diejenigen Menschen zu nennen, welche ihren Blick, ihre Anschauung auf die übersinnliche Anschauung des Daseins lenken, und unpraktisch diejenigen, die beim bloß Äußerlichen stehenbleiben wollen, beim bloßen Physischen. Ist der eigentlich der wahre Praktiker, der vor sich liegen hat ein zu einem Magneten zugerichtetes, hufeisenförmiges Eisen,und der dann diesesDing verwendet zu irgend etwas, wozu es ihm brauchbar erscheint nach dem äußeren Augenschein? Oder ist ein solcher Mensch nicht im wahren Sinn des Wortes unpraktisch zu nennen, und praktisch allein der, der sich sagt: In diesem Stück Eisen ruht etwas, was mir eine viel höhere, edlere Anwendung möglich macht, als der bloße Sinnenschein vermuten läßt. — Das ist freilich nur ein Vergleich, denn wir dürfen die höheren Kräfte, von denen heute die Rede sein soll, nicht mit irgendeiner Naturkraft vergleichen. Aber praktisch ist nur der, welcher die inneren Kräfte aus den Dingen heraussucht und die Dinge nach ihren wahren Werten gebrauchen kann. Gegenüber denen, die von einem gewissen praktischen Sinne sich leiten lassen, könnte man J. G. Fichtes Wort von der praktischen Bedeutung der Ideale anführen. Fichte versuchte, die Bestimmung des Menschen an hohen Idealen zu erläutern. In der Einleitung zu den Vorlesungen über «Die Bestimmung des Gelehrten» verwahrt er sich von vornherein dagegen, als ob jemand, der von solchen hohen idealistischen Standpunkten aus spricht, nicht wüßte, was dagegen eingewandt werden kann, nämlich, daß Ideale nicht unmittelbar im praktischen Leben dargestellt werden können. Das wissen die, welche diese Ideale aufstellen, vielleicht besser als die Gegner. «Wir behaupten nur, daß nach ihnen die Wirklichkeit beurteilt, und von denen, die dazu Kraft in sich fühlen, modifiziert werden müsse. Gesetzt, sie könnten auch davon sich nicht überzeugen, so verlieren sie dabei, nachdem sie einmal sind, was sie sind, sehr wenig; und die Menschheit verliert nichts dabei. Es wird dadurch bloß das klar, daß nur auf sie nicht im Plane der Veredlung der Menschheit gerechnet ist. Diese wird ihren Weg ohne Zweifel fortsetzen; über jene wolle die gütige Natur walten und ihnen zu rechter Zeit Regen und Sonnenschein, zuträgliche Nahrung und ungestörter Umlauf der Säfte und dabei — kluge Gedanken verleihen!»
[ 2 ] Hierauf kann besonders heute hingedeutet werden. Wir wollen uns kurz die unsichtbaren Glieder der Menschennatur vor die Seele führen. Geisteswissenschaft spricht von diesen unsichtbaren Gliedern der Menschennatur, aber nicht als von etwas, was wie ein Anhängsel des Sichtbaren da wäre, sondern sie spricht gerade von dem Geistigen als von dem Schöpferischen des Sichtbaren. Ein fast auf der Hand liegendes Beispiel ist folgendes: Jeder, auch einer, der nicht hineinblicken kann in die Werkstätte des geistigen Lebens, sollte sich immer wieder vor Augen führen, damit er lernt zu glauben, daß das Übersinnliche der Grund des Sinnlichen ist, die Schamgefühle und die Furchtgefühle. Was sind sie? Zweifellos für den, der nicht vertrackt denkt, seelische Erlebnisse, Irgend etwas, müssen wir sagen, ist da, was uns bedroht; die Seele fühlt sich bedroht. Das kommt zum Ausdruck in Angst- und Furchtgefühlen. Gewiß könnten wir mancherlei physische Vermittlungen anführen. Das wäre selbstverständlich leicht, und der moderne Forscher würde kaum etwas anführen können, was der Geisteswissenschaftler nicht auch wüßte. Aber das, worauf es ankommt, ist, daß das Blut zurückgedrängt wird von der Oberfläche des Leibes dem Mittelpunkt zu.
[ 2 ] Hierauf kann besonders heute hingedeutet werden. Wir wollen uns kurz die unsichtbaren Glieder der Menschennatur vor die Seele führen. Geisteswissenschaft spricht von diesen unsichtbaren Gliedern der Menschennatur, aber nicht als von etwas, was wie ein Anhängsel des Sichtbaren da wäre, sondern sie spricht gerade von dem Geistigen als von dem Schöpferischen des Sichtbaren. Ein fast auf der Hand liegendes Beispiel ist folgendes: Jeder, auch einer, der nicht hineinblicken kann in die Werkstätte des geistigen Lebens, sollte sich immer wieder vor Augen führen, damit er lernt zu glauben, daß das Übersinnliche der Grund des Sinnlichen ist, die Schamgefühle und die Furchtgefühle. Was sind sie? Zweifellos für den, der nicht vertrackt denkt, seelische Erlebnisse, Irgend etwas, müssen wir sagen, ist da, was uns bedroht; die Seele fühlt sich bedroht. Das kommt zum Ausdruck in Angst- und Furchtgefühlen. Gewiß könnten wir mancherlei physische Vermittlungen anführen. Das wäre selbstverständlich leicht, und der moderne Forscher würde kaum etwas anführen können, was der Geisteswissenschaftler nicht auch wüßte. Aber das, worauf es ankommt, ist, daß das Blut zurückgedrängt wird von der Oberfläche des Leibes dem Mittelpunkt zu.
[ 3 ] Wir haben also einen materiellen Vorgang als Folge eines seelischen. Dasselbe ist der Fall beim Schamgefühl. Wir haben da wieder eine Umlagerung des Blutes, eine Änderung der Zirkulation unter Einwirkung eines Geistigen. Das, was man hier im kleinen sieht und was man im größeren Maßstabe beobachten kann, wenn infolge eines traurigen Ereignisses Tränen aus den Augen fließen, zeigt, daß das Seelische Ursache sein kann für körperliche Vorgänge. Freilich gibt es heute unter dem Einfluß unserer nicht offensichtlichen, sondern geheimen materialistischen Denkweise Leute, die auch hier materialistische Anschauungen geltend machen. Ich habe auch hier schon den Ausspruch einer gewissen Weltanschauung angeführt: Man weint nicht, weil man traurig ist, sondern man ist traurig, weil man weint. Dieser Ausspruch ist eigentlich ausgegangen von jemand, der idealistisch dachte, aber er ist verkehrt gedeutet worden. Das sind ausgewachsene materialistische Denkungsweisen. Wer sich aus der materialistischen Grundlage unserer Zeit ein Stück gesunden Denkens gerettet hat, der wird in solchen offensichtlichen Zusammenhängen zwischen physischen Tatsachen und geistig-seelischen Tatsachen etwas sehen, was ihn allmählich dazu bringen kann, zu verstehen, daß die Geisteswissenschaft von ihrem Standpunkt aus sagen muß: Alles, alles Materielle hat geistigen Ursprung.
[ 3 ] Wir haben also einen materiellen Vorgang als Folge eines seelischen. Dasselbe ist der Fall beim Schamgefühl. Wir haben da wieder eine Umlagerung des Blutes, eine Änderung der Zirkulation unter Einwirkung eines Geistigen. Das, was man hier im kleinen sieht und was man im größeren Maßstabe beobachten kann, wenn infolge eines traurigen Ereignisses Tränen aus den Augen fließen, zeigt, daß das Seelische Ursache sein kann für körperliche Vorgänge. Freilich gibt es heute unter dem Einfluß unserer nicht offensichtlichen, sondern geheimen materialistischen Denkweise Leute, die auch hier materialistische Anschauungen geltend machen. Ich habe auch hier schon den Ausspruch einer gewissen Weltanschauung angeführt: Man weint nicht, weil man traurig ist, sondern man ist traurig, weil man weint. Dieser Ausspruch ist eigentlich ausgegangen von jemand, der idealistisch dachte, aber er ist verkehrt gedeutet worden. Das sind ausgewachsene materialistische Denkungsweisen. Wer sich aus der materialistischen Grundlage unserer Zeit ein Stück gesunden Denkens gerettet hat, der wird in solchen offensichtlichen Zusammenhängen zwischen physischen Tatsachen und geistig-seelischen Tatsachen etwas sehen, was ihn allmählich dazu bringen kann, zu verstehen, daß die Geisteswissenschaft von ihrem Standpunkt aus sagen muß: Alles, alles Materielle hat geistigen Ursprung.
[ 4 ] So liegt dem, was wir am Menschen sehen, was wir an ihm mit Händen greifen können, etwas Geistiges zugrunde, etwas Seelisches, in dem wir nicht etwa einen Einfluß des Physischen zu sehen haben, sondern gerade den Urgrund des Physischen. Physischen Leib nennen wir das am Menschen, was er gemeinsam hat mit allen ihn umgebenden Wesen, was er mit der mineralischen Welt gemeinsam hat. Dem physischen Leib des Menschen liegt als nächstes, überphysisches, übersinnliches Glied der Menschennatur zugrunde der Äther- oder Lebensleib. Er ist dasjenige, was während der ganzen Zeit des Lebens den physischen Leib des Menschen hindert, ein Leichnam zu sein, ihn hindert, allein den Gesetzen des Physischen zu folgen. Einen solchen ÄÄtherleib haben auch Pflanzen und Tiere, einen Ätherleib, der für den, der bloß philosophisch denkt, erschlossen werden kann durch das Denken, der aber für den Hellsehenden ein Wirkliches ist wie das Physische auch. Spirituelle Denkweise wehrt sich gerne dagegen, den Menschenleib als eine Maschine aufzufassen, braucht sich aber gar nicht dagegen zu wehren, wenn man nicht ein «innerer Wagenschieber des Denkens» ist. Man kann durchaus sagen, der Menschenleib ist ein komplizierter Mechanismus, wenn man Physisches und Chemisches mit in das Mechanistische hineinbeziehen will. Aber wie hinter jeder Maschine ein Erbauer und Erhalter stehen muß, so auch hier, und das ist der Äther- oder Lebensleib, der ein treuer Kämpfer ist gegen den Verfall. Erst im Tode trennt er sich vom physischen Leibe, und dann folgt der physische Leib als Leichnam seinen physischen Gesetzen. Aber dann ist er eben auch Leichnam. Der Ätherleib ist eine sicherere Realität als der bloße physische Leib.
[ 4 ] So liegt dem, was wir am Menschen sehen, was wir an ihm mit Händen greifen können, etwas Geistiges zugrunde, etwas Seelisches, in dem wir nicht etwa einen Einfluß des Physischen zu sehen haben, sondern gerade den Urgrund des Physischen. Physischen Leib nennen wir das am Menschen, was er gemeinsam hat mit allen ihn umgebenden Wesen, was er mit der mineralischen Welt gemeinsam hat. Dem physischen Leib des Menschen liegt als nächstes, überphysisches, übersinnliches Glied der Menschennatur zugrunde der Äther- oder Lebensleib. Er ist dasjenige, was während der ganzen Zeit des Lebens den physischen Leib des Menschen hindert, ein Leichnam zu sein, ihn hindert, allein den Gesetzen des Physischen zu folgen. Einen solchen ÄÄtherleib haben auch Pflanzen und Tiere, einen Ätherleib, der für den, der bloß philosophisch denkt, erschlossen werden kann durch das Denken, der aber für den Hellsehenden ein Wirkliches ist wie das Physische auch. Spirituelle Denkweise wehrt sich gerne dagegen, den Menschenleib als eine Maschine aufzufassen, braucht sich aber gar nicht dagegen zu wehren, wenn man nicht ein «innerer Wagenschieber des Denkens» ist. Man kann durchaus sagen, der Menschenleib ist ein komplizierter Mechanismus, wenn man Physisches und Chemisches mit in das Mechanistische hineinbeziehen will. Aber wie hinter jeder Maschine ein Erbauer und Erhalter stehen muß, so auch hier, und das ist der Äther- oder Lebensleib, der ein treuer Kämpfer ist gegen den Verfall. Erst im Tode trennt er sich vom physischen Leibe, und dann folgt der physische Leib als Leichnam seinen physischen Gesetzen. Aber dann ist er eben auch Leichnam. Der Ätherleib ist eine sicherere Realität als der bloße physische Leib.
[ 5 ] Verfolgen wir den Menschen nun weiter, so kommen wir zu einem anderen Gliede seiner Wesenheit, das jeder Mensch sich schon klarmachen könnte, wenn er sich sagte: Vor mir steht ein Mensch, physischer Leib und Ätherleib. Wäre nun in diesem Menschen nichts anderes enthalten, als was von außen gesehen werden kann, was die Physiologie und so weiter unserschließt? Oh, es ist noch etwas anderes da, etwas ganz anderes: die Summe von Gefühlen, Empfindungen, Begierden und Wünschen, Schmerzen und Leiden, Trieben und Leidenschaften. Alles dies macht den astralischen Leib aus. Nun könnte man sagen: Man kann sich doch nicht denken, daß diese Dinge eine abgeschlossene Realität bilden. Aber der Geisteswissenschaftler kann das feststellen durch die Gabe des Hellsehens. Es ist da der Astralleib ebenso, wie das Physische da ist. Aber der gesunde Menschenverstand könnte sich auch so schon sagen, daß so etwas wie ein astralischer Leib da sein muß. Warum könnte man sich das sagen? Ich will Ihnen ein Beispiel geben, wo sozusagen mit Händen zu greifen ist, wie der astralische Leib eigentlich arbeitet. Es gibt Menschen, die sagen: Wenn der Mensch die physische Welt betritt, so ist er noch nicht so ausgebildet wie später. Die äußere Wissenschaft kann feststellen, daß zwar die Sinne und die dazugehörenden Nervenorgane im Gehirn vorhanden sind, daß aber alles das, was die einzelnen Sinnesorgane im Gehirn verbindet, sich verhältnismäßig erst spät ausbildet. Man kann förmlich verfolgen, wie sich die Verbindungsstränge von der Gehörs- zur Gesichtssphäre erst ausbilden, die Nervenbahnen, die den Menschen erst zum Denker machen. Also — schließt der Materialist — sieht man, wie die inneren Teile sich allmählich entwickeln und dann erst im Menschen aufblitzen lassen die Welt von Empfindungen, Vorstellungen, Leiden, Freuden, Gedankenkomplexe und so weiter.—Stellen wir einmal vor unser Nachdenken hin diesen Gang der Entwickelung des menschlichen Gehirns. Die komplizierten Gedankengänge, welche die Welträtsel lösen, werden allmählich ausgebildet. Stellen wir das vor unser Nachdenken hin. Sind wir imstande, das, was sich da herausbildet, einen bloßen Mechanismus zu nennen, der sich selber aufbaut? Man kann ebenso den Wunderbau bewundern, wie bei einer Uhr. Aber der wäre ein Tor, der glauben wollte, die Uhr sei von selbst geworden. Wer etwas kann, kann auch nur wieder ausbilden, was er kann. Einer, der die Sekunden, Minuten, die Gesetze der Uhr in sich gehabt hat, der hat sie erst zusammengefügt; einer hat vorausgedacht, was wir zuletzt nachdenken. Ist nichts da, was diese Verbindungsfäden im Gehirn so zusammenfügt, daß Sie zuletzt ein Denker werden? Ich meine, ein gesundes Denken müßte einsehen, daß für das, was da sich ausbildet, ein Baumeister da sein muß, der die Fäden zusammenfügt, damit Sie dann ein Denker werden können. Wir sind nur uns und unserm gesunden Menschenverstand treu, wenn wir sagen, ein astralischer Leib muß aufgebaut haben das physische Gehirn. In den ersten Wochen und Monaten und Jahren desKindes baut der astralische Leib erst das Werkzeug auf, das imstande ist, später die Welträtsel zu lösen. Wer das nicht glaubt, handelt ebenso wie der, der eine Maschine gebrauchen will, aber leugnet, daß ein Konstrukteur da war, der sie gebaut hat. Es wird schon die Zeit kommen, wo wiederum gesundes Urteilen in den Menschen waltet, wo sie sich sagen, daß zuerst der geistige Baumeister da sein muß, wenn etwas werden soll. Vor des Menschen Geburt ist er schon da, dieser Baumeister. Das dritte Glied des Menschen ist dieser astralische Leib, das, was wieder dem Materiellen zugrunde liegt.
[ 5 ] Verfolgen wir den Menschen nun weiter, so kommen wir zu einem anderen Gliede seiner Wesenheit, das jeder Mensch sich schon klarmachen könnte, wenn er sich sagte: Vor mir steht ein Mensch, physischer Leib und Ätherleib. Wäre nun in diesem Menschen nichts anderes enthalten, als was von außen gesehen werden kann, was die Physiologie und so weiter unserschließt? Oh, es ist noch etwas anderes da, etwas ganz anderes: die Summe von Gefühlen, Empfindungen, Begierden und Wünschen, Schmerzen und Leiden, Trieben und Leidenschaften. Alles dies macht den astralischen Leib aus. Nun könnte man sagen: Man kann sich doch nicht denken, daß diese Dinge eine abgeschlossene Realität bilden. Aber der Geisteswissenschaftler kann das feststellen durch die Gabe des Hellsehens. Es ist da der Astralleib ebenso, wie das Physische da ist. Aber der gesunde Menschenverstand könnte sich auch so schon sagen, daß so etwas wie ein astralischer Leib da sein muß. Warum könnte man sich das sagen? Ich will Ihnen ein Beispiel geben, wo sozusagen mit Händen zu greifen ist, wie der astralische Leib eigentlich arbeitet. Es gibt Menschen, die sagen: Wenn der Mensch die physische Welt betritt, so ist er noch nicht so ausgebildet wie später. Die äußere Wissenschaft kann feststellen, daß zwar die Sinne und die dazugehörenden Nervenorgane im Gehirn vorhanden sind, daß aber alles das, was die einzelnen Sinnesorgane im Gehirn verbindet, sich verhältnismäßig erst spät ausbildet. Man kann förmlich verfolgen, wie sich die Verbindungsstränge von der Gehörs- zur Gesichtssphäre erst ausbilden, die Nervenbahnen, die den Menschen erst zum Denker machen. Also — schließt der Materialist — sieht man, wie die inneren Teile sich allmählich entwickeln und dann erst im Menschen aufblitzen lassen die Welt von Empfindungen, Vorstellungen, Leiden, Freuden, Gedankenkomplexe und so weiter.—Stellen wir einmal vor unser Nachdenken hin diesen Gang der Entwickelung des menschlichen Gehirns. Die komplizierten Gedankengänge, welche die Welträtsel lösen, werden allmählich ausgebildet. Stellen wir das vor unser Nachdenken hin. Sind wir imstande, das, was sich da herausbildet, einen bloßen Mechanismus zu nennen, der sich selber aufbaut? Man kann ebenso den Wunderbau bewundern, wie bei einer Uhr. Aber der wäre ein Tor, der glauben wollte, die Uhr sei von selbst geworden. Wer etwas kann, kann auch nur wieder ausbilden, was er kann. Einer, der die Sekunden, Minuten, die Gesetze der Uhr in sich gehabt hat, der hat sie erst zusammengefügt; einer hat vorausgedacht, was wir zuletzt nachdenken. Ist nichts da, was diese Verbindungsfäden im Gehirn so zusammenfügt, daß Sie zuletzt ein Denker werden? Ich meine, ein gesundes Denken müßte einsehen, daß für das, was da sich ausbildet, ein Baumeister da sein muß, der die Fäden zusammenfügt, damit Sie dann ein Denker werden können. Wir sind nur uns und unserm gesunden Menschenverstand treu, wenn wir sagen, ein astralischer Leib muß aufgebaut haben das physische Gehirn. In den ersten Wochen und Monaten und Jahren desKindes baut der astralische Leib erst das Werkzeug auf, das imstande ist, später die Welträtsel zu lösen. Wer das nicht glaubt, handelt ebenso wie der, der eine Maschine gebrauchen will, aber leugnet, daß ein Konstrukteur da war, der sie gebaut hat. Es wird schon die Zeit kommen, wo wiederum gesundes Urteilen in den Menschen waltet, wo sie sich sagen, daß zuerst der geistige Baumeister da sein muß, wenn etwas werden soll. Vor des Menschen Geburt ist er schon da, dieser Baumeister. Das dritte Glied des Menschen ist dieser astralische Leib, das, was wieder dem Materiellen zugrunde liegt.
[ 6 ] Das vierte Glied des Menschen ist das Ich, das, was ihn zur Krone der Schöpfung macht. Den physischen Leib hat der Mensch gemeinsam mit allen Mineralien, den Ätherleib mit allen Pflanzen, den Astralleib mit den Tieren. Durch das Ich erhebt er sich über die drei Naturreiche. Deshalb haben alle Religionen wohl ihr Augenmerk darauf gerichtet, daß es in den Sprachen, in der deutschen Sprache zum Beispiel, einen Namen nur gibt, der sich von allen andern unterscheidet. Eines gibt es, was nie von außen genannt werden kann: das ist das, was in uns als unser Innerstes ist. Kein Name kann von außen an uns herandringen, wenn er uns selber bedeutet. Deshalb war in der althebräischen Religion das «Ich» der unaussprechliche Name, der für alle andern unaussprechlich war.
[ 6 ] Das vierte Glied des Menschen ist das Ich, das, was ihn zur Krone der Schöpfung macht. Den physischen Leib hat der Mensch gemeinsam mit allen Mineralien, den Ätherleib mit allen Pflanzen, den Astralleib mit den Tieren. Durch das Ich erhebt er sich über die drei Naturreiche. Deshalb haben alle Religionen wohl ihr Augenmerk darauf gerichtet, daß es in den Sprachen, in der deutschen Sprache zum Beispiel, einen Namen nur gibt, der sich von allen andern unterscheidet. Eines gibt es, was nie von außen genannt werden kann: das ist das, was in uns als unser Innerstes ist. Kein Name kann von außen an uns herandringen, wenn er uns selber bedeutet. Deshalb war in der althebräischen Religion das «Ich» der unaussprechliche Name, der für alle andern unaussprechlich war.
[ 7 ] Das sind die vier niederen Glieder der Menschennatur, von denen nur eines sichtbar ist. Die drei anderen sind etwas Wirkliches, Reales, ja, die Urgründe für das Reale. Jedes Glied ist Grundwesenheit und Ursache in seinem ganzen Wesen für den nächst niedereren Leib; der Ich-Träger für den Astralleib, der Astralleiib für den Ätherleib, der Ätherleib für den physischen Leib. Alles das, was die eigentlichen Ich-Erlebnisse sind, was der Mensch dadurch erlebt, daß er ein selbstbewußtes Wesen ist, alles das drückt sich ab im astralischen Leib. Hier prägen sich alle Ich-Erlebnisse aus. Dadurch entsteht alles dasjenige, was im Menschen vorübergehendes Vorstellen, Urteilen und Fühlen ist. Was im astralischen Leibe lebt, drückt sich aus, prägt sich ab im ätherischen oder Lebensleib, und dadurch wird es zu einem Dauernden, zu einem solchen, das nicht vorübergehend ist, sondern das sich in einem gewissen Sinne erhält. Nehmen wir an, wir fällen ein vorübergehendes Urteil; über dieses oder jenes bilden wir eine Vorstellung. Bilden wir eine Vorstellung wieder und immer wieder, so wird sie einegewohnte Vorstellung. Dadurch, daß sie eine gewohnte Vorstellung wird, prägt sie sich in den ätherischen Leib hinein. Was im Gedächtnis lebt, was wir uns merken von Tag zu Tag, lebt in unserem Äther- oder Lebensleib. Daß wir einmal ein Klavierstück spielen, liegt in unserem astralischen Leibe; daß wir die Fähigkeit, die Gewohnheit des Spielens erwerben, liegt im Ätherleibe. Alle Gewohnheiten sind im Ätherleibe oder Lebensleibe. Wenn wir ein sittliches Urteil fällen, so ist das wieder eine Tat des astralischen Leibes. Wenn sich uns eine gewisse Richtung des Urteilens durch wiederholtes Urteilen einprägt, so wird das sittliche Urteil zu einem dauernden, zum Gewissen. Das sittliche Urteil ist ein Erlebnis des astralischen Leibes, das Gewissen ist ein Erlebnis des Äther- oder Lebensleibes. So sehen wir, wie durch die Wechselwirkung der höheren Glieder mit den niedern Gliedern das ganze Menschenleben sich von innen nach außen aufbaut.
[ 7 ] Das sind die vier niederen Glieder der Menschennatur, von denen nur eines sichtbar ist. Die drei anderen sind etwas Wirkliches, Reales, ja, die Urgründe für das Reale. Jedes Glied ist Grundwesenheit und Ursache in seinem ganzen Wesen für den nächst niedereren Leib; der Ich-Träger für den Astralleib, der Astralleiib für den Ätherleib, der Ätherleib für den physischen Leib. Alles das, was die eigentlichen Ich-Erlebnisse sind, was der Mensch dadurch erlebt, daß er ein selbstbewußtes Wesen ist, alles das drückt sich ab im astralischen Leib. Hier prägen sich alle Ich-Erlebnisse aus. Dadurch entsteht alles dasjenige, was im Menschen vorübergehendes Vorstellen, Urteilen und Fühlen ist. Was im astralischen Leibe lebt, drückt sich aus, prägt sich ab im ätherischen oder Lebensleib, und dadurch wird es zu einem Dauernden, zu einem solchen, das nicht vorübergehend ist, sondern das sich in einem gewissen Sinne erhält. Nehmen wir an, wir fällen ein vorübergehendes Urteil; über dieses oder jenes bilden wir eine Vorstellung. Bilden wir eine Vorstellung wieder und immer wieder, so wird sie einegewohnte Vorstellung. Dadurch, daß sie eine gewohnte Vorstellung wird, prägt sie sich in den ätherischen Leib hinein. Was im Gedächtnis lebt, was wir uns merken von Tag zu Tag, lebt in unserem Äther- oder Lebensleib. Daß wir einmal ein Klavierstück spielen, liegt in unserem astralischen Leibe; daß wir die Fähigkeit, die Gewohnheit des Spielens erwerben, liegt im Ätherleibe. Alle Gewohnheiten sind im Ätherleibe oder Lebensleibe. Wenn wir ein sittliches Urteil fällen, so ist das wieder eine Tat des astralischen Leibes. Wenn sich uns eine gewisse Richtung des Urteilens durch wiederholtes Urteilen einprägt, so wird das sittliche Urteil zu einem dauernden, zum Gewissen. Das sittliche Urteil ist ein Erlebnis des astralischen Leibes, das Gewissen ist ein Erlebnis des Äther- oder Lebensleibes. So sehen wir, wie durch die Wechselwirkung der höheren Glieder mit den niedern Gliedern das ganze Menschenleben sich von innen nach außen aufbaut.
[ 8 ] Insofern der Mensch ein bloßes Naturwesen ist, hat er den Äther- oder Lebensleib zunächst gemeinsam mit den Pflanzen. Was in den Pflanzen die Säfte auf- und niedersteigen läßt, was bewirkt, daß sie sich ernähren, sich fortpflanzen, das bewirkt beim Menschen dasselbe. Aber diesem Äther- oder Lebensleib wird von oben herunter eingeprägt, was wir Gewohnheit, Übung oder was wir Gewissen nennen. So wird den Menschen von oben eingeprägt, was ein Seelisch-Geistiges ist. Die Erlebnisse der höheren Glieder übertragen sich immer mehr und mehr auf die unteren Glieder. Da sehen wir, wie wichtig es ist für den Menschen, daß er eine Ahnung davon habe, daß die höheren Glieder hineinwirken müssen in die dichteren Glieder. Es ist so in des Menschen Hand gestellt, in gesunder, praktischer Weise hineinzuwirken in die niedern Glieder.
[ 8 ] Insofern der Mensch ein bloßes Naturwesen ist, hat er den Äther- oder Lebensleib zunächst gemeinsam mit den Pflanzen. Was in den Pflanzen die Säfte auf- und niedersteigen läßt, was bewirkt, daß sie sich ernähren, sich fortpflanzen, das bewirkt beim Menschen dasselbe. Aber diesem Äther- oder Lebensleib wird von oben herunter eingeprägt, was wir Gewohnheit, Übung oder was wir Gewissen nennen. So wird den Menschen von oben eingeprägt, was ein Seelisch-Geistiges ist. Die Erlebnisse der höheren Glieder übertragen sich immer mehr und mehr auf die unteren Glieder. Da sehen wir, wie wichtig es ist für den Menschen, daß er eine Ahnung davon habe, daß die höheren Glieder hineinwirken müssen in die dichteren Glieder. Es ist so in des Menschen Hand gestellt, in gesunder, praktischer Weise hineinzuwirken in die niedern Glieder.
[ 9 ] Der Mensch kann das, was ihm von der Natur gegeben ist, wieder verderben. Wie bei der Pflanze nur Mißwuchs entstehen könnte, wenn der Äther- oder Lebensleib das, was vorgeht, nicht regeln würde, so entsteht beim Menschen ein innerer Mißwuchs, wenn er in unrichtiger Weise von innen aus, vom Ich aus auf die niedern Glieder wirkt. Der astralische Leib muß in gesunder Weise von den Erlebnissen des Ichs durchdrungen werden. Wer nicht zugeben will, daß beim Aufbau des Gehirnes beim Kinde ein astralischer Leib arbeitet, der wird sich auch nicht bewußt werden, wie wichtig es ist, daß das Ich richtig auf den astralischen Leib einwirkt. Wer das aber einsieht, wird sich sagen: Du kannst da fortwirken, wo die Natur aufgehört hat. Wenn du die ganze Skala der Empfindungen in gesunder Weise ablaufen läßt, so wirkt dies weiter auf deinen physischen Leib, auf dein Gehirn, und so baust du dir selbst deinen physischen Leib während deines ganzen Lebens auf.
[ 9 ] Der Mensch kann das, was ihm von der Natur gegeben ist, wieder verderben. Wie bei der Pflanze nur Mißwuchs entstehen könnte, wenn der Äther- oder Lebensleib das, was vorgeht, nicht regeln würde, so entsteht beim Menschen ein innerer Mißwuchs, wenn er in unrichtiger Weise von innen aus, vom Ich aus auf die niedern Glieder wirkt. Der astralische Leib muß in gesunder Weise von den Erlebnissen des Ichs durchdrungen werden. Wer nicht zugeben will, daß beim Aufbau des Gehirnes beim Kinde ein astralischer Leib arbeitet, der wird sich auch nicht bewußt werden, wie wichtig es ist, daß das Ich richtig auf den astralischen Leib einwirkt. Wer das aber einsieht, wird sich sagen: Du kannst da fortwirken, wo die Natur aufgehört hat. Wenn du die ganze Skala der Empfindungen in gesunder Weise ablaufen läßt, so wirkt dies weiter auf deinen physischen Leib, auf dein Gehirn, und so baust du dir selbst deinen physischen Leib während deines ganzen Lebens auf.
[ 10 ] Wie viele Menschen laufen heute herum mit dem, was man Schreibkrampf nennt! Der ganze Wunderbau des menschlichen Leibes ist in wunderbarer Weise konstruiert. Der Mensch paßt seine Hand durch alles, was er tut, der Welt draußen an. Dieses Zusammenwirken der Hand mit dem Außeren löst sich in gewisser Weise von ihm los, wenn er nicht imstande ist, seine Hand zu durchglühen, zu durchkraften mit seinem inneren Leben. Es ist das ein ähnlicher Vorgang, wie wenn einer sich künstliche Zähne einsetzen läßt. Das ist das Wesentliche, daß wir alles das, was wir als unser Eigenes erhalten können, durchglüht und durchkraftet haben von unserm Ich. Zittrige Hände bekommen Sie nur, wenn in gewissem Grade die Hände sich loslösen von den übrigen Kräften. Das sind Dinge, die in einer gar nicht so fernen Zukunft in intensivstem Maße wieder werden berücksichtigt werden, und dann wird man einsehen, was es heißt, den Menschen wieder in seinem Geiste zu ergreifen.
[ 10 ] Wie viele Menschen laufen heute herum mit dem, was man Schreibkrampf nennt! Der ganze Wunderbau des menschlichen Leibes ist in wunderbarer Weise konstruiert. Der Mensch paßt seine Hand durch alles, was er tut, der Welt draußen an. Dieses Zusammenwirken der Hand mit dem Außeren löst sich in gewisser Weise von ihm los, wenn er nicht imstande ist, seine Hand zu durchglühen, zu durchkraften mit seinem inneren Leben. Es ist das ein ähnlicher Vorgang, wie wenn einer sich künstliche Zähne einsetzen läßt. Das ist das Wesentliche, daß wir alles das, was wir als unser Eigenes erhalten können, durchglüht und durchkraftet haben von unserm Ich. Zittrige Hände bekommen Sie nur, wenn in gewissem Grade die Hände sich loslösen von den übrigen Kräften. Das sind Dinge, die in einer gar nicht so fernen Zukunft in intensivstem Maße wieder werden berücksichtigt werden, und dann wird man einsehen, was es heißt, den Menschen wieder in seinem Geiste zu ergreifen.
[ 11 ] Ich will das an einem Beispiele klarmachen. Bleiben wir auf unserem Gebiete! Es wird sich zeigen, wie dasjenige, was im Geiste sich abspielt, tatsächlich den Menschen ergreift und ihn geeignet oder ungeeignet macht für dasLeben, praktisch oder unpraktisch. Nehmen wir einen Menschen, der dadurch unpraktisch ist für das Leben, daß er unter gewissen Furchtgefühlen leidet, so daß dadurch Nervosität entsteht. Dieses Wort läßt schon die ganze Summe von Unpraxis anklingen. Jeder Mensch, der sich in irgendeiner Beziehung nicht vollständig in der Hand hat, wird als nervös charakterisiert, oder man gebraucht das Schlagwort von der erblichen Belastung, wenn irgend etwas fehlt, beziehungsweise etwas vorliegt, was den Menschen unpraktisch macht fürs praktische Leben. Alle diese Dinge rühren nicht etwa her aus einer sorgfältigen Beobachtung der wirklichen Tatsachen, sondern weil man unter der Einwirkung materialistischer Denkungsweise keinen Sinn dafür hat, das Geistige, das Feinere, zu verfolgen. Es ist wichtig, zu verfolgen, ob in den ersten Zeiten des Lebens, wo in so intensiver Weise vom Unsichtbaren her am Sichtbaren gearbeitet wird, ob da alles richtig verläuft und nicht gestört wird. Was hier versäumt wird, das kann später nicht wieder gut gemacht werden. Wenn irgend etwas nicht fein genug ausziseliert ist, so entstehen im ganzen Leben die mannigfaltigsten Unstimmigkeiten. Der Mensch, der nicht imstande ist, im astralischen Leib harmonisierende Erlebnisse auf- und abwogen zu lassen, wird sich immer in gewisser Weise fürs Leben untauglich machen. Statt bei Angstund Furchtgefühlen nach erblicher Belastung zu forschen, sollten wir lieber suchen, wie sich durch dieses oder jenes Erlebnis etwas ausgebildet hat, was verhärtend, verholzend wirkt auf den physischen Leib. Es könnte zum Beispiel sein, braucht aber nicht immer so zu sein, daß ein gut Teil dessen, was man Platzfurcht nennt, unter Umständen durch eine ganz bestimmte Art der kindlichen Erziehung in den Menschen eingeimpft worden ist. Und er kommt nicht los von diesem Übel, weil ihm später die Mittel fehlen, das wieder um und um zu rühren. Denken wir uns einmal Kinder, die eigentlich das ganze Jahr hindurch alle Festlichkeiten nur dadurch erkennen, daß sie mit Geschenken überhäuft werden! Sie bekommen mehr, als sie zerstören können. Dieses unverdiente Zufließen von Gaben legt gewisse Strebenskräfte, die gesundes Selbstgefühl erzeugen würden, lahm. So etwas kann schlummern in der Zeit im Menschen, wo die äußere Ausbildung den Menschen erfüllt, oder ein neuer Beruf ihn ganz in Anspruch nimmt; aber das tritt einmal auf in der Form der Platzfurcht.
[ 11 ] Ich will das an einem Beispiele klarmachen. Bleiben wir auf unserem Gebiete! Es wird sich zeigen, wie dasjenige, was im Geiste sich abspielt, tatsächlich den Menschen ergreift und ihn geeignet oder ungeeignet macht für dasLeben, praktisch oder unpraktisch. Nehmen wir einen Menschen, der dadurch unpraktisch ist für das Leben, daß er unter gewissen Furchtgefühlen leidet, so daß dadurch Nervosität entsteht. Dieses Wort läßt schon die ganze Summe von Unpraxis anklingen. Jeder Mensch, der sich in irgendeiner Beziehung nicht vollständig in der Hand hat, wird als nervös charakterisiert, oder man gebraucht das Schlagwort von der erblichen Belastung, wenn irgend etwas fehlt, beziehungsweise etwas vorliegt, was den Menschen unpraktisch macht fürs praktische Leben. Alle diese Dinge rühren nicht etwa her aus einer sorgfältigen Beobachtung der wirklichen Tatsachen, sondern weil man unter der Einwirkung materialistischer Denkungsweise keinen Sinn dafür hat, das Geistige, das Feinere, zu verfolgen. Es ist wichtig, zu verfolgen, ob in den ersten Zeiten des Lebens, wo in so intensiver Weise vom Unsichtbaren her am Sichtbaren gearbeitet wird, ob da alles richtig verläuft und nicht gestört wird. Was hier versäumt wird, das kann später nicht wieder gut gemacht werden. Wenn irgend etwas nicht fein genug ausziseliert ist, so entstehen im ganzen Leben die mannigfaltigsten Unstimmigkeiten. Der Mensch, der nicht imstande ist, im astralischen Leib harmonisierende Erlebnisse auf- und abwogen zu lassen, wird sich immer in gewisser Weise fürs Leben untauglich machen. Statt bei Angstund Furchtgefühlen nach erblicher Belastung zu forschen, sollten wir lieber suchen, wie sich durch dieses oder jenes Erlebnis etwas ausgebildet hat, was verhärtend, verholzend wirkt auf den physischen Leib. Es könnte zum Beispiel sein, braucht aber nicht immer so zu sein, daß ein gut Teil dessen, was man Platzfurcht nennt, unter Umständen durch eine ganz bestimmte Art der kindlichen Erziehung in den Menschen eingeimpft worden ist. Und er kommt nicht los von diesem Übel, weil ihm später die Mittel fehlen, das wieder um und um zu rühren. Denken wir uns einmal Kinder, die eigentlich das ganze Jahr hindurch alle Festlichkeiten nur dadurch erkennen, daß sie mit Geschenken überhäuft werden! Sie bekommen mehr, als sie zerstören können. Dieses unverdiente Zufließen von Gaben legt gewisse Strebenskräfte, die gesundes Selbstgefühl erzeugen würden, lahm. So etwas kann schlummern in der Zeit im Menschen, wo die äußere Ausbildung den Menschen erfüllt, oder ein neuer Beruf ihn ganz in Anspruch nimmt; aber das tritt einmal auf in der Form der Platzfurcht.
[ 12 ] Das kann man nicht einsehen, wenn man nicht versteht, was es bedeutet, wie der astralische Leib sich nach und nach umsetzt in das, was der Mensch in seinem physischen, wahrnehmbaren Verhalten ist. Oder wir können finden, wenn bei einem Menschen irgendwie ganz bestimmte Zustände der Untauglichkeit auftreten, daß in seiner Seele irgend etwas ist, was auf seiner Seele lastet. Er kann es nicht sagen, nicht gestehen und meint, es verheimlichen zu müssen. Dadurch, daß der Mensch den Weg nicht findet zu dem Wort, ergreift es die niedern Glieder und wirkt so fort. Wie wohltätig wirkt es auf den Menschen, wenn er so etwas beichten kann! Dann hat er das Gefühl, jetzt liegt es nicht mehr als Stein in deiner Seele, und dieses Gefühl der Erleichterung wirkt gesundend. Die Beichte ist in dieser Beziehung ein wichtiges Arzneimittel. Das haben die Religionsgemeinschaften gewußt. Da sehen wir, wie das unsichtbare Innere des Menschen sozusagen auf das Sichtbare wirkt, und sogar gewisse vernünftige Mediziner sehen schon ein, daß man Untauglichkeiten für das praktische Leben nicht wohl heilen kann durch Kaltwasserkuren, sondern so, daß man eine Art Beichte einleiten muß, etwas loslösen muß vom Menschen, wenn Heilung eintreten soll.
[ 12 ] Das kann man nicht einsehen, wenn man nicht versteht, was es bedeutet, wie der astralische Leib sich nach und nach umsetzt in das, was der Mensch in seinem physischen, wahrnehmbaren Verhalten ist. Oder wir können finden, wenn bei einem Menschen irgendwie ganz bestimmte Zustände der Untauglichkeit auftreten, daß in seiner Seele irgend etwas ist, was auf seiner Seele lastet. Er kann es nicht sagen, nicht gestehen und meint, es verheimlichen zu müssen. Dadurch, daß der Mensch den Weg nicht findet zu dem Wort, ergreift es die niedern Glieder und wirkt so fort. Wie wohltätig wirkt es auf den Menschen, wenn er so etwas beichten kann! Dann hat er das Gefühl, jetzt liegt es nicht mehr als Stein in deiner Seele, und dieses Gefühl der Erleichterung wirkt gesundend. Die Beichte ist in dieser Beziehung ein wichtiges Arzneimittel. Das haben die Religionsgemeinschaften gewußt. Da sehen wir, wie das unsichtbare Innere des Menschen sozusagen auf das Sichtbare wirkt, und sogar gewisse vernünftige Mediziner sehen schon ein, daß man Untauglichkeiten für das praktische Leben nicht wohl heilen kann durch Kaltwasserkuren, sondern so, daß man eine Art Beichte einleiten muß, etwas loslösen muß vom Menschen, wenn Heilung eintreten soll.
[ 13 ] Nun wollen wir einmal die Kehrseite betrachten. Es gibt heute vernünftige Mediziner, die sich sagen, man müsse sich an die Seele des Menschen wenden, wenn man wissen wolle, wie der Mensch in gewisser Beziehung untauglich wird. Diese Mediziner wissen, daß Freude und Lust Heilmittel sind, daß sie gesundend wirken, daß sie das, was verholzt und verknöchert ist, wieder aufweichen, wieder in unsere Gewalt bringen. Aber das ist nicht genug, gerade so wenig, wie es genügt, wenn jemand sagt, das verborgene Geheimnis muß losgelöst werden von der Seele des Menschen. Sie wissen nicht, daß alles, was ein Erlebnis des Innern ist, doch seine große Bedeutung hat, wenn es auch verkehrt auftritt. Sollen wir alles Geheimnisvolle in der Menschennatur aufheben, weil es bei manchen Menschen verkehrt wirkt? Sollen wir etwa, wie es da und dort gefordert wird, die Ärzte zu Beichtvätern machen? Es kann auch unendlich gesundend für die Seele sein, wenn sie in der Lage ist, den Schleier des Geheimnisses über manche Dinge zu ziehen. Ein persischer Spruch sagt: Die Zeit, die man zum schweigenden Nachdenken verwendet, bevor man etwas sagt, die erspart man in bezug auf die Zeit der Reue über das, was man unbedacht gesagt hat! Goethe hat nicht umsonst das Wort vom «offenbaren Geheimnis» gesprochen. In allem Sinnlichen, das uns umgibt, können wir etwas sehen an Geheimnisvollem, etwas, das so tief in den Dingen liegt, daß man es nicht aussprechen kann, das aber auch so von Seele zu Seele flutet. Und Gesundheit breitet sich aus, wenn der Mensch so das Geheimnis des Lebens fühlen kann.
[ 13 ] Nun wollen wir einmal die Kehrseite betrachten. Es gibt heute vernünftige Mediziner, die sich sagen, man müsse sich an die Seele des Menschen wenden, wenn man wissen wolle, wie der Mensch in gewisser Beziehung untauglich wird. Diese Mediziner wissen, daß Freude und Lust Heilmittel sind, daß sie gesundend wirken, daß sie das, was verholzt und verknöchert ist, wieder aufweichen, wieder in unsere Gewalt bringen. Aber das ist nicht genug, gerade so wenig, wie es genügt, wenn jemand sagt, das verborgene Geheimnis muß losgelöst werden von der Seele des Menschen. Sie wissen nicht, daß alles, was ein Erlebnis des Innern ist, doch seine große Bedeutung hat, wenn es auch verkehrt auftritt. Sollen wir alles Geheimnisvolle in der Menschennatur aufheben, weil es bei manchen Menschen verkehrt wirkt? Sollen wir etwa, wie es da und dort gefordert wird, die Ärzte zu Beichtvätern machen? Es kann auch unendlich gesundend für die Seele sein, wenn sie in der Lage ist, den Schleier des Geheimnisses über manche Dinge zu ziehen. Ein persischer Spruch sagt: Die Zeit, die man zum schweigenden Nachdenken verwendet, bevor man etwas sagt, die erspart man in bezug auf die Zeit der Reue über das, was man unbedacht gesagt hat! Goethe hat nicht umsonst das Wort vom «offenbaren Geheimnis» gesprochen. In allem Sinnlichen, das uns umgibt, können wir etwas sehen an Geheimnisvollem, etwas, das so tief in den Dingen liegt, daß man es nicht aussprechen kann, das aber auch so von Seele zu Seele flutet. Und Gesundheit breitet sich aus, wenn der Mensch so das Geheimnis des Lebens fühlen kann.
[ 14 ] Dieses Geheimnis des Lebens wird besonders durch Geisteswissenschaft gepflegt. Allerdings macht sie es den Menschen nicht so leicht, an die Dinge heranzukommen. Es ist nicht so bequem, an sie heranzukommen. Die Geisteswissenschaft kann nur anregen, nur sagen, das und jenes ist da. Dann muß der Mensch an sich selbst herantreten und muß mitarbeiten. Unbequem mag es sein, aber unendlich gesund ist es. Dadurch wird das innerste Glied der menschlichen Wesenheit angeregt; Geisteswissenschaft wirkt unmittelbar auf das Ich. Wenn wir von der Planetenentwickelung hören, wenn uns erzählt wird, was die unsichtbaren Glieder der Menschennatur sind, was von Leben zu Leben geht mit dem Menschen — durch alles das wird unmittelbar an das Ich appelliert. Alle diese großen Ideen, alle diese weltumfassenden Ideen bleiben nicht trockene Ideen und Abstraktionen. Wärme und Seligkeit strahlt von ihnen aus, Wärme und Seligkeit durchstrahlt und durchwogt den astralischen Leib des Menschen. Zufriedenheit und Seligkeit geht hervor aus dem, was die Geisteswissenschaft bietet. Und das, was den Menschen so als Wärme, als Feuer durchwebt und durchglüht, das geht weiter in seinen Lebensleib. Alles, was Kräfte des Ätherleibes sind, wird durchzogen von den Kräften der Geisteswissenschaft selber, und der Ätherleib überträgt die Kräfte wiederum auf den physischen Leib, überträgt sie als Geschicklichkeit, so, daß zum Beispiel die Hand geschickt und praktisch wird, wenn die großen, erhabenen Ideen der Geisteswissenschaft sich bis in den physischen Leib hinein ergießen.
[ 14 ] Dieses Geheimnis des Lebens wird besonders durch Geisteswissenschaft gepflegt. Allerdings macht sie es den Menschen nicht so leicht, an die Dinge heranzukommen. Es ist nicht so bequem, an sie heranzukommen. Die Geisteswissenschaft kann nur anregen, nur sagen, das und jenes ist da. Dann muß der Mensch an sich selbst herantreten und muß mitarbeiten. Unbequem mag es sein, aber unendlich gesund ist es. Dadurch wird das innerste Glied der menschlichen Wesenheit angeregt; Geisteswissenschaft wirkt unmittelbar auf das Ich. Wenn wir von der Planetenentwickelung hören, wenn uns erzählt wird, was die unsichtbaren Glieder der Menschennatur sind, was von Leben zu Leben geht mit dem Menschen — durch alles das wird unmittelbar an das Ich appelliert. Alle diese großen Ideen, alle diese weltumfassenden Ideen bleiben nicht trockene Ideen und Abstraktionen. Wärme und Seligkeit strahlt von ihnen aus, Wärme und Seligkeit durchstrahlt und durchwogt den astralischen Leib des Menschen. Zufriedenheit und Seligkeit geht hervor aus dem, was die Geisteswissenschaft bietet. Und das, was den Menschen so als Wärme, als Feuer durchwebt und durchglüht, das geht weiter in seinen Lebensleib. Alles, was Kräfte des Ätherleibes sind, wird durchzogen von den Kräften der Geisteswissenschaft selber, und der Ätherleib überträgt die Kräfte wiederum auf den physischen Leib, überträgt sie als Geschicklichkeit, so, daß zum Beispiel die Hand geschickt und praktisch wird, wenn die großen, erhabenen Ideen der Geisteswissenschaft sich bis in den physischen Leib hinein ergießen.
[ 15 ] Geisteswissenschaft macht das Gehirn zu einem schmiegsamen, biegsamen Werkzeuge, so daß es von den Vorurteilen loskommen kann. Geisteswissenschaft wirkt mit starker Kraft herunter bis in den physischen Leib des Menschen. Bis zu den praktischen Handgriffen hin kann der Mensch eingetaucht werden in Geisteswissenschaft. Ich will Ihnen dafür ein Beispiel geben. Es ist gewiß nützlich, wenn man dem Kinde heute das Turnen möglich macht. Es ist das eine außerordentlich gesunde Übung, wenn sie richtig betrieben wird. Schon in dem Vortrage über Erziehung habe ich darauf aufmerksam gemacht, daß es wichtig ist, sich dabei bewußt zu bleiben, daß der Mensch nicht nur ein physischer Apparat ist, sondern von höheren Gliedern durchgeistigt ist. Man soll sich ganz hineinversetzen können in den Turnenden, um jede Regung des ätherischen und astralischen Leibes mitzufühlen. Einen Turnlehrer kannte ich, der war ein großer Theoretiker. Er kannte den physischen Leib des Menschen ganz genau. Er hatte auch theoretischen Turnunterricht zu geben. Darauf kommt es nicht an, daß man das Physische genau kennt, sondern darauf, daß er bei jeder Übung eine Erhöhung des inneren Behagens erlebt. Man soll zweckvoll erleben, was die einzelne Übung sein soll. Wer ein lebendiges Gefühl, nicht nur eine abstrakte Vorstellung des physischen Leibes hat, der weiß, daß man ein lebendiges Gefühl haben kann für alles das, was das Kind erlebt, zum Beispiel beim Hinaufklettern einer Leiter. Es ist ein Turnen denkbar, das so harmonisch wirkt im Zusammenwirken von ätherischem und physischem Leib, daß der beste Grund gelegt wird für ein gutes Gedächtnis im späteren Alter. Auch das, was sichtbar vorgeht, wird nur dann richtig verstanden, wenn es aus der Geisteswissenschaft heraus verstanden wird. Wir hätten im Turnen das beste Mittel gegen das schwindende Gedächtnis im Alter, wenn man den Turnunterricht aus der Geisteswissenschaft heraus würde betreiben wollen.
[ 15 ] Geisteswissenschaft macht das Gehirn zu einem schmiegsamen, biegsamen Werkzeuge, so daß es von den Vorurteilen loskommen kann. Geisteswissenschaft wirkt mit starker Kraft herunter bis in den physischen Leib des Menschen. Bis zu den praktischen Handgriffen hin kann der Mensch eingetaucht werden in Geisteswissenschaft. Ich will Ihnen dafür ein Beispiel geben. Es ist gewiß nützlich, wenn man dem Kinde heute das Turnen möglich macht. Es ist das eine außerordentlich gesunde Übung, wenn sie richtig betrieben wird. Schon in dem Vortrage über Erziehung habe ich darauf aufmerksam gemacht, daß es wichtig ist, sich dabei bewußt zu bleiben, daß der Mensch nicht nur ein physischer Apparat ist, sondern von höheren Gliedern durchgeistigt ist. Man soll sich ganz hineinversetzen können in den Turnenden, um jede Regung des ätherischen und astralischen Leibes mitzufühlen. Einen Turnlehrer kannte ich, der war ein großer Theoretiker. Er kannte den physischen Leib des Menschen ganz genau. Er hatte auch theoretischen Turnunterricht zu geben. Darauf kommt es nicht an, daß man das Physische genau kennt, sondern darauf, daß er bei jeder Übung eine Erhöhung des inneren Behagens erlebt. Man soll zweckvoll erleben, was die einzelne Übung sein soll. Wer ein lebendiges Gefühl, nicht nur eine abstrakte Vorstellung des physischen Leibes hat, der weiß, daß man ein lebendiges Gefühl haben kann für alles das, was das Kind erlebt, zum Beispiel beim Hinaufklettern einer Leiter. Es ist ein Turnen denkbar, das so harmonisch wirkt im Zusammenwirken von ätherischem und physischem Leib, daß der beste Grund gelegt wird für ein gutes Gedächtnis im späteren Alter. Auch das, was sichtbar vorgeht, wird nur dann richtig verstanden, wenn es aus der Geisteswissenschaft heraus verstanden wird. Wir hätten im Turnen das beste Mittel gegen das schwindende Gedächtnis im Alter, wenn man den Turnunterricht aus der Geisteswissenschaft heraus würde betreiben wollen.
[ 16 ] Geisteswissenschaft ist keine Theorie, nichts Dogmatisches, sondern etwas, das dem Leben Lebendiges mitteilt. Man wird einst einsehen, daß nur durch Geisteswissenschaft der Mensch ein wahrer Lebenspraktiker werden kann. Nur der ist ein Lebenspraktiker, der dieses Leben handhaben kann, der nicht sein Sklave ist. Der Mensch soll durch seine unsichtbaren Glieder immer Herr bleiben seiner äußeren Natur. Nur dadurch wird der Mensch Praktiker bis ins letzte Glied seines Lebens hinein, daß er immer Führer ist des Leiblichen. Derjenige Mensch ist ein Lebenspraktiker, der also aus einem wahren Verständnis seiner Glieder heraus verstehen kann, was Fichte gesagt hat, was aber so oft falsch verstanden wird. Das wird des Menschen Ideal sein, wenn er von seinem Unsichtbaren wieder das Sichtbare lenken wird: «Der Mensch kann, was er soll; und wenn er sagt: Ich kann nicht, so will er nicht.»
[ 16 ] Geisteswissenschaft ist keine Theorie, nichts Dogmatisches, sondern etwas, das dem Leben Lebendiges mitteilt. Man wird einst einsehen, daß nur durch Geisteswissenschaft der Mensch ein wahrer Lebenspraktiker werden kann. Nur der ist ein Lebenspraktiker, der dieses Leben handhaben kann, der nicht sein Sklave ist. Der Mensch soll durch seine unsichtbaren Glieder immer Herr bleiben seiner äußeren Natur. Nur dadurch wird der Mensch Praktiker bis ins letzte Glied seines Lebens hinein, daß er immer Führer ist des Leiblichen. Derjenige Mensch ist ein Lebenspraktiker, der also aus einem wahren Verständnis seiner Glieder heraus verstehen kann, was Fichte gesagt hat, was aber so oft falsch verstanden wird. Das wird des Menschen Ideal sein, wenn er von seinem Unsichtbaren wieder das Sichtbare lenken wird: «Der Mensch kann, was er soll; und wenn er sagt: Ich kann nicht, so will er nicht.»
