The Essence of Anthroposophy
within the World Of Sense, Soul And Spirit
GA 68b
14 October 1905, Hamburg
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Der Kreislauf des Menschen
28. Ursprung und Wesen des Menschen
28. Ursprung und Wesen des Menschen
[ 1 ] Wie der Mensch lebt, befriedigt oder unbefriedigt, das hängt von dem Grade des Verständnisses ab, das er über sein eigenes Wesen hat. Der Mensch des Mittelalters empfand beim Aufblick zu dem Sternenhimmel — voll Bewunderung für dessen Größe und Schönheit — Trost und Hoffnung, denn der Mensch des Mittelalters fühlte sich als einen Teil des Alls, als einen Teil des Geistes, der die Welt durchflutet. Er erkannte seinen Ursprung und sein Ziel, das ihn in den Schoß der Gottheit zurückführen würde.
[ 1 ] Wie der Mensch lebt, befriedigt oder unbefriedigt, das hängt von dem Grade des Verständnisses ab, das er über sein eigenes Wesen hat. Der Mensch des Mittelalters empfand beim Aufblick zu dem Sternenhimmel — voll Bewunderung für dessen Größe und Schönheit — Trost und Hoffnung, denn der Mensch des Mittelalters fühlte sich als einen Teil des Alls, als einen Teil des Geistes, der die Welt durchflutet. Er erkannte seinen Ursprung und sein Ziel, das ihn in den Schoß der Gottheit zurückführen würde.
[ 2 ] Der Mensch von heute fühlt sich dem gewaltigen Weltengebäude, der Unendlichkeit des Alls gegenüber so klein, so winzig, dass er meint, er müsse wie ein Staubkorn zerstieben. Gewiss, der Mensch ist winzig dem All gegenüber, und doch, eins ist größer als alles Geschaffene, das ist das Seelische, das Geistige im Menschen. Das höchste Göttliche, zu dem sein Lauf ihn zurückführt, lebt in ihm selbst. Diese Erkenntnis, dieser Glaube wurde dem Menschen des Mittelalters von niemandem geraubt.
[ 2 ] Der Mensch von heute fühlt sich dem gewaltigen Weltengebäude, der Unendlichkeit des Alls gegenüber so klein, so winzig, dass er meint, er müsse wie ein Staubkorn zerstieben. Gewiss, der Mensch ist winzig dem All gegenüber, und doch, eins ist größer als alles Geschaffene, das ist das Seelische, das Geistige im Menschen. Das höchste Göttliche, zu dem sein Lauf ihn zurückführt, lebt in ihm selbst. Diese Erkenntnis, dieser Glaube wurde dem Menschen des Mittelalters von niemandem geraubt.
[ 3 ] Das hat sich nun in unserer Zeit wesentlich geändert. Populäre Schriften werden nicht müde, die Kleinheit des Menschen zu betonen. Wie die Erde im All nur wie ein Sandkörnchen erscheint, so der Mensch auf der Erde wieder nur ein Sandkorn, das vergeht. So hebt die Jetztzeit die Kleinheit, das Mittelalter die Größe des Menschen hervor. Da ist es schwer für den heutigen Menschen, sich zurechtzufinden zwischen diesen Betrachtungen der Kleinheit und der Größe des Menschen. Schiller, in dem mehr theosophische Denkweise war, als die meisten ahnen, sagt:
[ 3 ] Das hat sich nun in unserer Zeit wesentlich geändert. Populäre Schriften werden nicht müde, die Kleinheit des Menschen zu betonen. Wie die Erde im All nur wie ein Sandkörnchen erscheint, so der Mensch auf der Erde wieder nur ein Sandkorn, das vergeht. So hebt die Jetztzeit die Kleinheit, das Mittelalter die Größe des Menschen hervor. Da ist es schwer für den heutigen Menschen, sich zurechtzufinden zwischen diesen Betrachtungen der Kleinheit und der Größe des Menschen. Schiller, in dem mehr theosophische Denkweise war, als die meisten ahnen, sagt:
Ihr Astronomen, schwatzt nicht von Nebelflecken und
Sonnen, im Raum wohnet der Erhabene nicht.
Ihr Astronomen, schwatzt nicht von Nebelflecken und
Sonnen, im Raum wohnet der Erhabene nicht.
[ 4 ] In diese Wirrsal bringt die Theosophie neues Licht; sie erschließt uns Tiefen, die neuen Aufschluss geben über das Wesen des Menschen. Die theosophische Weltanschauung ist nicht etwa reaktionär; sie weiß und erkennt durchaus, dass die materielle Weltanschauung notwendig war, denn sie führte zur Erkenntnis der äußeren Welt. Doch die Folge davon war, dass das tiefere Wissen über den Menschen vernachlässigt wurde. Die materielle Anschauung hat den Erdball erobert. Jetzt gilt es, die vertiefte Erkenntnis des Seelischen und Geistigen zu gewinnen, und diese können uns die Lehren der Theosophie verschaffen.
[ 4 ] In diese Wirrsal bringt die Theosophie neues Licht; sie erschließt uns Tiefen, die neuen Aufschluss geben über das Wesen des Menschen. Die theosophische Weltanschauung ist nicht etwa reaktionär; sie weiß und erkennt durchaus, dass die materielle Weltanschauung notwendig war, denn sie führte zur Erkenntnis der äußeren Welt. Doch die Folge davon war, dass das tiefere Wissen über den Menschen vernachlässigt wurde. Die materielle Anschauung hat den Erdball erobert. Jetzt gilt es, die vertiefte Erkenntnis des Seelischen und Geistigen zu gewinnen, und diese können uns die Lehren der Theosophie verschaffen.
[ 5 ] Auf welche Weise lässt sich das Wesen des Menschen ergründen? Die heutige Wissenschaft sucht den Menschen, wie alles andere, zu erkennen durch Zergliederung. Mit den äußeren Sinnen sucht sie Aufschluss zu erhalten über das Wesen des Menschen. Der Wert dieser so erlangten Wissenschaft soll durchaus nicht herabgesetzt werden, aber es gibt noch eine andere Art der Forschung.
[ 5 ] Auf welche Weise lässt sich das Wesen des Menschen ergründen? Die heutige Wissenschaft sucht den Menschen, wie alles andere, zu erkennen durch Zergliederung. Mit den äußeren Sinnen sucht sie Aufschluss zu erhalten über das Wesen des Menschen. Der Wert dieser so erlangten Wissenschaft soll durchaus nicht herabgesetzt werden, aber es gibt noch eine andere Art der Forschung.
[ 6 ] Sie finden in alten mystischen — dies Wort hat für viele freilich einen unangenehmen Klang — Schriften Beschreibungen von dem inneren Wesen, vom Geiste des Menschen. Sie sagen, dass der Mensch innere Organe besitzt, mit denen er eine ganz andere Art der Forschung betreiben kann als diejenige, die mit den äußeren Sinnen betrieben wird. Das Resultat dieser Untersuchungen mit den inneren, feineren Sinnen ist nun durchaus nicht grundverschieden von der materialistischen Untersuchung; es gibt nur weitere, tiefere Aufschlüsse als die äußerliche Untersuchungsmethode.
[ 6 ] Sie finden in alten mystischen — dies Wort hat für viele freilich einen unangenehmen Klang — Schriften Beschreibungen von dem inneren Wesen, vom Geiste des Menschen. Sie sagen, dass der Mensch innere Organe besitzt, mit denen er eine ganz andere Art der Forschung betreiben kann als diejenige, die mit den äußeren Sinnen betrieben wird. Das Resultat dieser Untersuchungen mit den inneren, feineren Sinnen ist nun durchaus nicht grundverschieden von der materialistischen Untersuchung; es gibt nur weitere, tiefere Aufschlüsse als die äußerliche Untersuchungsmethode.
[ 7 ] Diese geistige Weisheit hat nun verschiedene Namen. Der Name «Theosophie» ist nur einer unter vielen. Paulus hat ihn zuerst gebraucht. Diese Weisheit ist uralt, sie ist nichts Neues; nur wird sie den Menschen heute in einer Weise gebracht wie noch nie zuvor. Die höhere — oder tiefere - Erkenntnis war früher das Eigentum von Geheimschulen. Das Wort darf nicht missverstanden werden. Die Lehren sind Geheimnisse nur in dem Sinne wie zum Beispiel für einen einfachen Bauern die Mathematik ein Geheimnis ist. Sie bleibt ihm ein Geheimnis, bis er sie gelernt hat. Jeder kann sie lernen, der dazu bereit ist. Im Laufe der Jahrtausende haben viele die Weisheit erlernt. Es wurden früher größere Anforderungen an den Schüler gestellt. Heute wird in den Schulen hauptsächlich verstandesmäßig gelehrt und der Verstand der Schüler ausgebildet. In den Weisheitsschulen handelt es sich darum, den ganzen Menschen mit allen seinen Gemüts- und Seelenkräften zu entwickeln. Und ehe der Schüler in die tieferen Lehren der Weisheit eingeführt wurde, musste er gewisse Proben ablegen.
[ 7 ] Diese geistige Weisheit hat nun verschiedene Namen. Der Name «Theosophie» ist nur einer unter vielen. Paulus hat ihn zuerst gebraucht. Diese Weisheit ist uralt, sie ist nichts Neues; nur wird sie den Menschen heute in einer Weise gebracht wie noch nie zuvor. Die höhere — oder tiefere - Erkenntnis war früher das Eigentum von Geheimschulen. Das Wort darf nicht missverstanden werden. Die Lehren sind Geheimnisse nur in dem Sinne wie zum Beispiel für einen einfachen Bauern die Mathematik ein Geheimnis ist. Sie bleibt ihm ein Geheimnis, bis er sie gelernt hat. Jeder kann sie lernen, der dazu bereit ist. Im Laufe der Jahrtausende haben viele die Weisheit erlernt. Es wurden früher größere Anforderungen an den Schüler gestellt. Heute wird in den Schulen hauptsächlich verstandesmäßig gelehrt und der Verstand der Schüler ausgebildet. In den Weisheitsschulen handelt es sich darum, den ganzen Menschen mit allen seinen Gemüts- und Seelenkräften zu entwickeln. Und ehe der Schüler in die tieferen Lehren der Weisheit eingeführt wurde, musste er gewisse Proben ablegen.
[ 8 ] Mancher, der die pythagoräische Geheimschule liest, wird sie vielleicht recht einfach finden. Den rechten Sinn wird nur der erkennen, der sich in dieselbe Seelenverfassung versetzt, in der die Leute sich damals befanden. Der wird den Wert erkennen.
[ 8 ] Mancher, der die pythagoräische Geheimschule liest, wird sie vielleicht recht einfach finden. Den rechten Sinn wird nur der erkennen, der sich in dieselbe Seelenverfassung versetzt, in der die Leute sich damals befanden. Der wird den Wert erkennen.
[ 9 ] Wir können uns das an einem Kunstwerk klarmachen. Zwei Menschen stehen vor einem Gemälde von Raffael. Der eine sieht nur die Farben auf der Leinwand und geht ganz unberührt an dem Kunstwerk vorüber. Dem andern, einem Kunstkenner mit seinem Verständnis, erschließen sich Wunder von seelischen und geistigen Welten, die den anderen ganz unberührt ließen. Diese verschiedene Auffassung des Kunstwerkes hängt von der verschiedenen Entwicklung der inneren Kräfte ab. Bei dem einen war nur der Verstand entwickelt, bei dem anderen hatten Seele und Geist eine Entwicklung erfahren, die die richtige Stimmung erzeugte, um das Kunstwerk zu verstehen und zu genießen.
[ 9 ] Wir können uns das an einem Kunstwerk klarmachen. Zwei Menschen stehen vor einem Gemälde von Raffael. Der eine sieht nur die Farben auf der Leinwand und geht ganz unberührt an dem Kunstwerk vorüber. Dem andern, einem Kunstkenner mit seinem Verständnis, erschließen sich Wunder von seelischen und geistigen Welten, die den anderen ganz unberührt ließen. Diese verschiedene Auffassung des Kunstwerkes hängt von der verschiedenen Entwicklung der inneren Kräfte ab. Bei dem einen war nur der Verstand entwickelt, bei dem anderen hatten Seele und Geist eine Entwicklung erfahren, die die richtige Stimmung erzeugte, um das Kunstwerk zu verstehen und zu genießen.
[ 10 ] Wer ein Leben im Geiste führen will, dem muss eines klar bewusst sein: Dass Gedanken und Gefühle wirkliche Dinge sind. Nicht der erfasst die Bücher, der sie mit dem Verstande allein liest, sondern der, der sie mit dem Geist erfasst. Ebenso wirklich wie ein Ziegelstein, der vom Dache fällt, einen Menschen tötet, ebenso wirklich verletzt ein Hassgefühl die Seele dessen, auf den es gerichtet ist. Die Seele wird durch den Hass ebenso verletzt wie der Leib durch den Ziegelstein. Die Lehre von dem Unsichtbaren kann nur von dem begriffen werden, der sich stets klarmacht, dass das Unsichtbare viel wirklicher ist als das Sichtbare.
[ 10 ] Wer ein Leben im Geiste führen will, dem muss eines klar bewusst sein: Dass Gedanken und Gefühle wirkliche Dinge sind. Nicht der erfasst die Bücher, der sie mit dem Verstande allein liest, sondern der, der sie mit dem Geist erfasst. Ebenso wirklich wie ein Ziegelstein, der vom Dache fällt, einen Menschen tötet, ebenso wirklich verletzt ein Hassgefühl die Seele dessen, auf den es gerichtet ist. Die Seele wird durch den Hass ebenso verletzt wie der Leib durch den Ziegelstein. Die Lehre von dem Unsichtbaren kann nur von dem begriffen werden, der sich stets klarmacht, dass das Unsichtbare viel wirklicher ist als das Sichtbare.
[ 11 ] Es ist auch wertlos, nur in Büchern zu lesen; auf das Leben kommt es an, auf das Leben im Geist. Der ganze Mensch muss sich vertiefen in die Lehren, nicht nur sein Verstand. Dies muss vorausgeschickt werden, um das Verständnis dessen, was gesagt werden soll, zu ermöglichen. Es genügt nicht, zu den theosophischen Lehren Ja zu sagen; der Mensch muss sich umwandeln, wenn er zur Erkenntnis kommen will.
[ 11 ] Es ist auch wertlos, nur in Büchern zu lesen; auf das Leben kommt es an, auf das Leben im Geist. Der ganze Mensch muss sich vertiefen in die Lehren, nicht nur sein Verstand. Dies muss vorausgeschickt werden, um das Verständnis dessen, was gesagt werden soll, zu ermöglichen. Es genügt nicht, zu den theosophischen Lehren Ja zu sagen; der Mensch muss sich umwandeln, wenn er zur Erkenntnis kommen will.
[ 12 ] Klar zutage liegt, dass der Mensch ein Teil der äußeren Welt ist. Von der Frau geboren, erscheint er auf der Erde; die äußeren Wissenschaften, Chemie, Anatomie und so weiter zeigen, dass dieselben Kräfte, dieselben Stoffe den menschlichen Leib bilden, wie sich diese in den übrigen Dingen der Welt befinden. Der Mensch ist also erstens ein physisches Wesen. So weit belehrt uns die äußere Wissenschaft. Darüber hinaus kann sie nichts erforschen; nur das, was stirbt, kann sie erforschen; über das, was unsterblich ist, gibt uns die Theosophie Auskunft. Das ist ein einfacher Gedanke. Wie der Mensch, der äußere Mensch durch Anschauen mit den äußeren Sinnen erfasst wird, so kann der geistige Mensch durch die inneren Sinne erfasst werden.
[ 12 ] Klar zutage liegt, dass der Mensch ein Teil der äußeren Welt ist. Von der Frau geboren, erscheint er auf der Erde; die äußeren Wissenschaften, Chemie, Anatomie und so weiter zeigen, dass dieselben Kräfte, dieselben Stoffe den menschlichen Leib bilden, wie sich diese in den übrigen Dingen der Welt befinden. Der Mensch ist also erstens ein physisches Wesen. So weit belehrt uns die äußere Wissenschaft. Darüber hinaus kann sie nichts erforschen; nur das, was stirbt, kann sie erforschen; über das, was unsterblich ist, gibt uns die Theosophie Auskunft. Das ist ein einfacher Gedanke. Wie der Mensch, der äußere Mensch durch Anschauen mit den äußeren Sinnen erfasst wird, so kann der geistige Mensch durch die inneren Sinne erfasst werden.
[ 13 ] Was damit gemeint ist, ist nicht schwer zu verstehen. Sehen Sie diese meine Hände. Es ist denkbar, dass ein geschickter Künstler eine ebensolche Hand künstlich nachbildete, sodass sie äußerlich nicht von der meinen zu unterscheiden wäre; äußerlich, wollen wir annehmen, wäre kein Unterschied zu erkennen; und doch gibt es ein Wort, was den ungeheuren Unterschied zwischen der künstlichen und der natürlichen Hand zeigt. Die künstliche Hand bleibt, wie sie ist, unverändert; sie kann allein für sich bestehen. Haut man aber die natürliche Hand ab, so verdorrt sie oder verwest. Das eine Wort heißt Leben. Darüber belehrt uns die Wissenschaft nicht.
[ 13 ] Was damit gemeint ist, ist nicht schwer zu verstehen. Sehen Sie diese meine Hände. Es ist denkbar, dass ein geschickter Künstler eine ebensolche Hand künstlich nachbildete, sodass sie äußerlich nicht von der meinen zu unterscheiden wäre; äußerlich, wollen wir annehmen, wäre kein Unterschied zu erkennen; und doch gibt es ein Wort, was den ungeheuren Unterschied zwischen der künstlichen und der natürlichen Hand zeigt. Die künstliche Hand bleibt, wie sie ist, unverändert; sie kann allein für sich bestehen. Haut man aber die natürliche Hand ab, so verdorrt sie oder verwest. Das eine Wort heißt Leben. Darüber belehrt uns die Wissenschaft nicht.
[ 14 ] Mein ganzer Leib ist vom Leben durchflutet. Der Mensch hat nicht nur den physischen Leib, sondern auch zweitens einen Ätherleib — ich bitte die Gelehrten, sich nicht an diesem Ausdruck zu stoßen. Jedes lebende Wesen hat einen Ätherleib, der macht, dass das Wesen lebt. Mit den äußeren Sinnen ist er nicht wahrnehmbar. Doch gibt es eine Möglichkeit, ihn zu sehen wie den physischen. Es gibt eine Methode, die ermöglicht, das Leben zu sehen, nicht nur Farben zu sehen und Töne zu hören.
[ 14 ] Mein ganzer Leib ist vom Leben durchflutet. Der Mensch hat nicht nur den physischen Leib, sondern auch zweitens einen Ätherleib — ich bitte die Gelehrten, sich nicht an diesem Ausdruck zu stoßen. Jedes lebende Wesen hat einen Ätherleib, der macht, dass das Wesen lebt. Mit den äußeren Sinnen ist er nicht wahrnehmbar. Doch gibt es eine Möglichkeit, ihn zu sehen wie den physischen. Es gibt eine Methode, die ermöglicht, das Leben zu sehen, nicht nur Farben zu sehen und Töne zu hören.
[ 15 ] Ein Arzt, mit dem ich über diese Sache sprach, meinte: Das ist ja ganz natürlich, dass die Hand verdorrt, wenn sie abgehauen ist; das Blut fließt dann nicht mehr durch sie hindurch. Ganz recht, aber wozu braucht sie das Blut? Wozu braucht sie das Unsichtbare? Um zu sein, was sie ist!
[ 15 ] Ein Arzt, mit dem ich über diese Sache sprach, meinte: Das ist ja ganz natürlich, dass die Hand verdorrt, wenn sie abgehauen ist; das Blut fließt dann nicht mehr durch sie hindurch. Ganz recht, aber wozu braucht sie das Blut? Wozu braucht sie das Unsichtbare? Um zu sein, was sie ist!
[ 16 ] Mit dem Tode zerfällt der physische Leib und der Ätherleib zerstiebt; er gibt seine Bestandteile dem Lebensäther zurück, der die Welt durchflutet.
[ 16 ] Mit dem Tode zerfällt der physische Leib und der Ätherleib zerstiebt; er gibt seine Bestandteile dem Lebensäther zurück, der die Welt durchflutet.
[ 17 ] Wir kommen nun zu dem dritten Glied der menschlichen Natur. Denken Sie sich einen Menschen, wie er vor Ihnen steht; Sie können ihn sehen, betasten. Sie erkennen seine Schwere und beobachten sein Leben. Aber nur die Stofflichkeit kann die Hand betasten. Doch es lebt noch anderes in ihm: Lust und Schmerz, Leidenschaften und Begierden, Triebe und Neigungen, was keine Hand betasten, kein sinnliches Auge sehen kann. Alles dieses ist aber für den Menschen eine Wirklichkeit, wenn sie auch mit keinem physischen Auge oder anderen Sinne wahrgenommen werden kann. Den Teil des Menschen, der die Triebe, Begierden, Leidenschaften und so weiter umfasst, nennt man drittens den Astralleib.
[ 17 ] Wir kommen nun zu dem dritten Glied der menschlichen Natur. Denken Sie sich einen Menschen, wie er vor Ihnen steht; Sie können ihn sehen, betasten. Sie erkennen seine Schwere und beobachten sein Leben. Aber nur die Stofflichkeit kann die Hand betasten. Doch es lebt noch anderes in ihm: Lust und Schmerz, Leidenschaften und Begierden, Triebe und Neigungen, was keine Hand betasten, kein sinnliches Auge sehen kann. Alles dieses ist aber für den Menschen eine Wirklichkeit, wenn sie auch mit keinem physischen Auge oder anderen Sinne wahrgenommen werden kann. Den Teil des Menschen, der die Triebe, Begierden, Leidenschaften und so weiter umfasst, nennt man drittens den Astralleib.
[ 18 ] Wer seelische Augen entwickelt hat, wer sehend geworden ist, kann auch diesen Leib wahrnehmen. Man nennt ihn auch Aura. Diesen Astralleib hat der Mensch mit allen Tieren gemeinsam. Aber darüber hinaus, wozu es kein Tier bringt, besitzt der Mensch etwas, was ihn erst zum Menschen macht. Das Wort «Ich» drückt es aus. In diesem Wort liegt ein ganz gewaltiger Unterschied von allen anderen Namen. «Ich», ein gewaltiges, großes Wort. Tisch, Stuhl, Hund, Löwe kann jeder sagen, «Ich» kann jeder nur von sich selbst sagen, kein anderer Mensch kann zu Ihnen «Ich» sagen, nur Sie selbst können es sich beilegen. Ich bin ich, jeder andere ist «Du». Man muss sich in diesen Gedanken vertiefen, um ihn zu verstehen.
[ 18 ] Wer seelische Augen entwickelt hat, wer sehend geworden ist, kann auch diesen Leib wahrnehmen. Man nennt ihn auch Aura. Diesen Astralleib hat der Mensch mit allen Tieren gemeinsam. Aber darüber hinaus, wozu es kein Tier bringt, besitzt der Mensch etwas, was ihn erst zum Menschen macht. Das Wort «Ich» drückt es aus. In diesem Wort liegt ein ganz gewaltiger Unterschied von allen anderen Namen. «Ich», ein gewaltiges, großes Wort. Tisch, Stuhl, Hund, Löwe kann jeder sagen, «Ich» kann jeder nur von sich selbst sagen, kein anderer Mensch kann zu Ihnen «Ich» sagen, nur Sie selbst können es sich beilegen. Ich bin ich, jeder andere ist «Du». Man muss sich in diesen Gedanken vertiefen, um ihn zu verstehen.
[ 19 ] Die Religionen sind alle auf die Weisheit gegründet; auch die jüdische Religion; die Juden wussten und kannten den Gott, das Ich im Innern des Menschen, den verborgenen Gott, dessen Name für das Volk unaussprechlich war. Nur der Hohepriester durfte ihn einmal des Jahres vor dem Volk aussprechen: Jeoah — nur ein Hauch erscholl aus seinem Munde, und dann durchzuckte in wellenförmiger Bewegung der göttliche Funke die Herzen der Gemeinde. Und dieses Ich ist das vierte Glied im menschlichen Wesen.
[ 19 ] Die Religionen sind alle auf die Weisheit gegründet; auch die jüdische Religion; die Juden wussten und kannten den Gott, das Ich im Innern des Menschen, den verborgenen Gott, dessen Name für das Volk unaussprechlich war. Nur der Hohepriester durfte ihn einmal des Jahres vor dem Volk aussprechen: Jeoah — nur ein Hauch erscholl aus seinem Munde, und dann durchzuckte in wellenförmiger Bewegung der göttliche Funke die Herzen der Gemeinde. Und dieses Ich ist das vierte Glied im menschlichen Wesen.
[ 20 ] Alles, was der Mensch tut und treibt, trägt zur Entwicklung dieses Ich bei. In der Urzeit konnte der Mensch noch nicht «Ich» sagen. Er war noch halb Tier. Triebe, Begierden, Instinkte sind die treibenden Kräfte zur Entwicklung des Tieres, durch das Ich werden diese Triebe veredelt; das Ich arbeitet in den Astralleib hinein. So verändert, veredelt der Mensch seine tierischen Triebe. Ärger und Wut verwandeln sich in ruhige Überlegung; Hass und Rachegefühle verwandeln sich in Liebe, indem das Ich hineinarbeitet in seine Seele. Das Wilde wird gesittet, aus Instinkten werden Ideale, aus Trieben Pflichten, aus Selbstsucht Aufopferung. Diese Umänderung des Astralleibes erzeugt das Wachsen des «Manas». Was der Mensch so selbst erzeugt hat, ist bleibend. Das ist der Punkt, wo die Unvergänglichkeit anhebt. Jede Ursache, die wir in das Manas hineinbauen, bleibt, und die Wirkungen erscheinen in den nächsten Wiederverkörperungen.
[ 20 ] Alles, was der Mensch tut und treibt, trägt zur Entwicklung dieses Ich bei. In der Urzeit konnte der Mensch noch nicht «Ich» sagen. Er war noch halb Tier. Triebe, Begierden, Instinkte sind die treibenden Kräfte zur Entwicklung des Tieres, durch das Ich werden diese Triebe veredelt; das Ich arbeitet in den Astralleib hinein. So verändert, veredelt der Mensch seine tierischen Triebe. Ärger und Wut verwandeln sich in ruhige Überlegung; Hass und Rachegefühle verwandeln sich in Liebe, indem das Ich hineinarbeitet in seine Seele. Das Wilde wird gesittet, aus Instinkten werden Ideale, aus Trieben Pflichten, aus Selbstsucht Aufopferung. Diese Umänderung des Astralleibes erzeugt das Wachsen des «Manas». Was der Mensch so selbst erzeugt hat, ist bleibend. Das ist der Punkt, wo die Unvergänglichkeit anhebt. Jede Ursache, die wir in das Manas hineinbauen, bleibt, und die Wirkungen erscheinen in den nächsten Wiederverkörperungen.
[ 21 ] Kleine Kinder zeigen zumeist im Anfang Ähnlichkeit mit ihren Eltern, und die Naturforscher schreiben alle ihre Eigenschaften ihrer Abstammung zu. Bis zu einem gewissen Grade mögen sie recht haben. Raffael erschien auch als Kind seiner Eltern, viele seiner Eigenschaften, seine Erscheinung lassen sich aus der Art seiner Vorfahren erklären. Wie nun aber? Plötzlich lebt in ihm etwas auf, sein Genie, das ihm weder vom Vater noch von der Mutter angeerbt ist. Da sagt man sich: Das muss entweder gar keine Ursache haben oder eine andere als die Abstammung. — Oft auch sieht man unter den Kindern einer Familie eine große Verschiedenheit. Woher kommt das? Diese Verschiedenheit hat ihren Grund darin, dass das Individuum dazu in früheren Leben den Grund gelegt hat. Ich verdanke mein Wesen nicht nur der Ähnlichkeit mit meinen Eltern. Vor Jahrtausenden vielleicht habe ich selbst dazu den Grund gelegt. Die Verschiedenheiten in den menschlichen Naturen erklären sich somit durch die Reinkarnation, durch die wiederholten Erdenleben, indem das jeweilige Erdenleben das zur Erscheinung bringt, wozu der Mensch in früheren Verkörperungen den Grund gelegt hat.
[ 21 ] Kleine Kinder zeigen zumeist im Anfang Ähnlichkeit mit ihren Eltern, und die Naturforscher schreiben alle ihre Eigenschaften ihrer Abstammung zu. Bis zu einem gewissen Grade mögen sie recht haben. Raffael erschien auch als Kind seiner Eltern, viele seiner Eigenschaften, seine Erscheinung lassen sich aus der Art seiner Vorfahren erklären. Wie nun aber? Plötzlich lebt in ihm etwas auf, sein Genie, das ihm weder vom Vater noch von der Mutter angeerbt ist. Da sagt man sich: Das muss entweder gar keine Ursache haben oder eine andere als die Abstammung. — Oft auch sieht man unter den Kindern einer Familie eine große Verschiedenheit. Woher kommt das? Diese Verschiedenheit hat ihren Grund darin, dass das Individuum dazu in früheren Leben den Grund gelegt hat. Ich verdanke mein Wesen nicht nur der Ähnlichkeit mit meinen Eltern. Vor Jahrtausenden vielleicht habe ich selbst dazu den Grund gelegt. Die Verschiedenheiten in den menschlichen Naturen erklären sich somit durch die Reinkarnation, durch die wiederholten Erdenleben, indem das jeweilige Erdenleben das zur Erscheinung bringt, wozu der Mensch in früheren Verkörperungen den Grund gelegt hat.
[ 22 ] Was war es, was den alten ägyptischen Sklaven seine harte Arbeit, den Frondienst, mit Ergebenheit, ja zum Teil mit Freudigkeit tun ließ? Es war die ihm bekannte Tatsache, dass in der nächsten Verkörperung das Blatt sich wenden würde, dass der still ergebene Geknechtete dann vielleicht herrschen würde und der grausame Unterdrücker geknechtet werden würde; denn so wirkt das Gesetz der Vergeltung, das Karma. Der Mensch des Westens hat keine Ahnung davon, welch ein Gefühl der Glückseligkeit durch dieses [Gesetz] entsteht, wie es fröhliche Gelassenheit erzeugt. «Gott lässt sich nicht spotten; was der Mensch säet, das wird er ernten.» (Gal 6,7) Reinkarnation und Karma, das sind die großen Tatsachen, die den Menschen befähigen und antreiben, in seinen Astralleib hineinzuarbeiten, ihn zu veredeln.
[ 22 ] Was war es, was den alten ägyptischen Sklaven seine harte Arbeit, den Frondienst, mit Ergebenheit, ja zum Teil mit Freudigkeit tun ließ? Es war die ihm bekannte Tatsache, dass in der nächsten Verkörperung das Blatt sich wenden würde, dass der still ergebene Geknechtete dann vielleicht herrschen würde und der grausame Unterdrücker geknechtet werden würde; denn so wirkt das Gesetz der Vergeltung, das Karma. Der Mensch des Westens hat keine Ahnung davon, welch ein Gefühl der Glückseligkeit durch dieses [Gesetz] entsteht, wie es fröhliche Gelassenheit erzeugt. «Gott lässt sich nicht spotten; was der Mensch säet, das wird er ernten.» (Gal 6,7) Reinkarnation und Karma, das sind die großen Tatsachen, die den Menschen befähigen und antreiben, in seinen Astralleib hineinzuarbeiten, ihn zu veredeln.
[ 23 ] Hat der Mensch das bis zu einem gewissen Grade fertiggebracht, dann hat er Katharsis durchgemacht. Darauf wird ihm in den Geheimschulen gelehrt, wie er nicht allein seinen Astralleib, sondern auch seinen Ätherleib ausbilden kann. Wenn ihm das gelungen ist, wenn der Ätherleib ganz umgestaltet und besser, vollkommen gestaltet ist, so löst er sich nicht mehr auf. Er wird unsterblich. Das ist die Auferstehung zum Leben, das heißt: Christus in uns erwecken.
[ 23 ] Hat der Mensch das bis zu einem gewissen Grade fertiggebracht, dann hat er Katharsis durchgemacht. Darauf wird ihm in den Geheimschulen gelehrt, wie er nicht allein seinen Astralleib, sondern auch seinen Ätherleib ausbilden kann. Wenn ihm das gelungen ist, wenn der Ätherleib ganz umgestaltet und besser, vollkommen gestaltet ist, so löst er sich nicht mehr auf. Er wird unsterblich. Das ist die Auferstehung zum Leben, das heißt: Christus in uns erwecken.
[ 24 ] Wenn der Mensch nun wiederkehrt, so bringt er außer dem Astralleib und dem Ätherleib den sechsten Teil des menschlichen Wesens mit, die Budhi.
[ 24 ] Wenn der Mensch nun wiederkehrt, so bringt er außer dem Astralleib und dem Ätherleib den sechsten Teil des menschlichen Wesens mit, die Budhi.
[ 25 ] Was drüber hinaus oder noch tiefer verborgen in ihm schlummert, ist — siebtens — Atma. Über dieses ist in der Kürze kaum etwas zu sagen.
[ 25 ] Was drüber hinaus oder noch tiefer verborgen in ihm schlummert, ist — siebtens — Atma. Über dieses ist in der Kürze kaum etwas zu sagen.
[ 26 ] Wenn diese höheren Grundteile entwickelt sind, ist es möglich, Herr über den ganzen Leib zu werden.
[ 26 ] Wenn diese höheren Grundteile entwickelt sind, ist es möglich, Herr über den ganzen Leib zu werden.
[ 27 ] Erst nun, nachdem wir die Grundteile oder Körper des Menschen kennengelernt haben, können wir uns klar werden über das Woher.
[ 27 ] Erst nun, nachdem wir die Grundteile oder Körper des Menschen kennengelernt haben, können wir uns klar werden über das Woher.
[ 28 ] Woher der Mensch stammt, darüber kann die Naturwissenschaft keine Auskunft geben. Sie hat es nur mit den sinnenfälligen Erscheinungsformen zu tun. Der Ursprung des Menschen kann nur auf okkultem, auf übersinnlichem Wege wahrgenommen werden, durch die Organe der feineren Leiber.
[ 28 ] Woher der Mensch stammt, darüber kann die Naturwissenschaft keine Auskunft geben. Sie hat es nur mit den sinnenfälligen Erscheinungsformen zu tun. Der Ursprung des Menschen kann nur auf okkultem, auf übersinnlichem Wege wahrgenommen werden, durch die Organe der feineren Leiber.
[ 29 ] Was wird uns durch diese offenbart? Wenn wir eine Million Jahre zurückschauen, was gewahren wir da? Etwas ganz anderes als jetzt. Wo jetzt Deutschland liegt, herrschte damals tropisches Klima; Riesentiere, Giraffen, Elefanten durchzogen die Sümpfe. Von dieser Zeit sind kaum noch Spuren vorhanden; die theosophische Weisheit kann sie aber verfolgen, immer weiter zurück durch die Veränderungen, die die Eiszeit hervorgebracht, zurück auf immer einfachere und einfachere Zustände. Der Mensch, der vor Tausenden Jahrhunderten lebte, hat ganz anders ausgesehen als jetzt. Aus der Zeit sind auch kaum Überreste vorhanden. Die Stirn lag weit zurück, das Vorderhirn fehlte tatsächlich. Er besaß noch keine Intelligenz, keinen Verstand.
[ 29 ] Was wird uns durch diese offenbart? Wenn wir eine Million Jahre zurückschauen, was gewahren wir da? Etwas ganz anderes als jetzt. Wo jetzt Deutschland liegt, herrschte damals tropisches Klima; Riesentiere, Giraffen, Elefanten durchzogen die Sümpfe. Von dieser Zeit sind kaum noch Spuren vorhanden; die theosophische Weisheit kann sie aber verfolgen, immer weiter zurück durch die Veränderungen, die die Eiszeit hervorgebracht, zurück auf immer einfachere und einfachere Zustände. Der Mensch, der vor Tausenden Jahrhunderten lebte, hat ganz anders ausgesehen als jetzt. Aus der Zeit sind auch kaum Überreste vorhanden. Die Stirn lag weit zurück, das Vorderhirn fehlte tatsächlich. Er besaß noch keine Intelligenz, keinen Verstand.
[ 30 ] Die materialistische Wissenschaft sagt, der Mensch habe sich hinaufentwickelt. In seinem Kindesalter, in der Steinzeit, sei er mehr dem Tier ähnlich gewesen und erst allmählich habe er sich zum heutigen Menschen entwickelt. Nur ein Unterschied springt gleich ins Auge zwischen Tier und Mensch. Wenn das Tier zur Welt kommt, so ist es fertig, zum Beispiel das Hühnchen; wenn es aus dem Ei schlüpft, kann es sofort fressen und so weiter; es wächst wohl, aber es verändert sich weiter nicht. Das Kind macht große Wandlungen durch, ehe es das Mannesalter erreicht.
[ 30 ] Die materialistische Wissenschaft sagt, der Mensch habe sich hinaufentwickelt. In seinem Kindesalter, in der Steinzeit, sei er mehr dem Tier ähnlich gewesen und erst allmählich habe er sich zum heutigen Menschen entwickelt. Nur ein Unterschied springt gleich ins Auge zwischen Tier und Mensch. Wenn das Tier zur Welt kommt, so ist es fertig, zum Beispiel das Hühnchen; wenn es aus dem Ei schlüpft, kann es sofort fressen und so weiter; es wächst wohl, aber es verändert sich weiter nicht. Das Kind macht große Wandlungen durch, ehe es das Mannesalter erreicht.
[ 31 ] Das Gleichnis vom Kindesalter des Menschen gilt auch für die theosophische Wissenschaft, und wir ständen darnach jetzt im Jünglingsalter. Die Naturwissenschaft verfolgt den Menschen bis zu seinem Kindesalter zurück, wo er dem Tier ähnlich war; darüber hinaus kann sie nicht. Die theosophische Wissenschaft geht darüber hinaus; sie fragt nach Vater und Mutter. Warum wird aus dem einen Kind desselben Elternpaares ein Taugenichts, aus dem anderen ein intelligentes Wesen? Warum sind aus dem tierartigen Wesen einesteils Tiere entstanden, die sich nicht weiter verwandeln, andrerseits Menschen mit unbegrenzter Entwicklungsfähigkeit? Hierauf hat die Naturwissenschaft keine Antwort. Ohne das Elternpaar wäre das Kind nicht da; weiter kommt der Naturforscher nicht, denn er kann nicht weiter gehen als seine Sinne reichen, und dagegen ist auch nichts einzuwenden.
[ 31 ] Das Gleichnis vom Kindesalter des Menschen gilt auch für die theosophische Wissenschaft, und wir ständen darnach jetzt im Jünglingsalter. Die Naturwissenschaft verfolgt den Menschen bis zu seinem Kindesalter zurück, wo er dem Tier ähnlich war; darüber hinaus kann sie nicht. Die theosophische Wissenschaft geht darüber hinaus; sie fragt nach Vater und Mutter. Warum wird aus dem einen Kind desselben Elternpaares ein Taugenichts, aus dem anderen ein intelligentes Wesen? Warum sind aus dem tierartigen Wesen einesteils Tiere entstanden, die sich nicht weiter verwandeln, andrerseits Menschen mit unbegrenzter Entwicklungsfähigkeit? Hierauf hat die Naturwissenschaft keine Antwort. Ohne das Elternpaar wäre das Kind nicht da; weiter kommt der Naturforscher nicht, denn er kann nicht weiter gehen als seine Sinne reichen, und dagegen ist auch nichts einzuwenden.
[ 32 ] Gewöhnlich schließt man von dem Kinde auf die Eltern. Bei der geistigen Anschauung gestaltet sich die Forschung nach dem Ursprung des Menschen ganz anders. Bei der Frage nach den Eltern muss sehr bedächtig vorgegangen werden. Wenn wir den menschenähnlichen Affen betrachten, dürfen wir in ihm den primitiven Menschen sehen? Hier ist zweierlei möglich: Der Mensch hat sich aus dem menschenähnlichen Affen entwickelt, so schloss man seinerzeit, dann verwarf die Wissenschaft diese Hypothese und sagte sich, bei der noch immer zu großen Verschiedenheit beider wäre eher anzunehmen, dass ein Wesen existiert haben müsse, von dem sowohl der menschenähnliche Affe, wie der Gibbon, abstamme, wie auch der sich weiterentwickelnde Mensch. Da hätten wir den Vater des Taugenichts und des guten, edlen Sohnes. Aber dieses Wesen war nirgends aufzufinden, und so versetzten die Naturforscher diesen Urmenschen ins Meer.
[ 32 ] Gewöhnlich schließt man von dem Kinde auf die Eltern. Bei der geistigen Anschauung gestaltet sich die Forschung nach dem Ursprung des Menschen ganz anders. Bei der Frage nach den Eltern muss sehr bedächtig vorgegangen werden. Wenn wir den menschenähnlichen Affen betrachten, dürfen wir in ihm den primitiven Menschen sehen? Hier ist zweierlei möglich: Der Mensch hat sich aus dem menschenähnlichen Affen entwickelt, so schloss man seinerzeit, dann verwarf die Wissenschaft diese Hypothese und sagte sich, bei der noch immer zu großen Verschiedenheit beider wäre eher anzunehmen, dass ein Wesen existiert haben müsse, von dem sowohl der menschenähnliche Affe, wie der Gibbon, abstamme, wie auch der sich weiterentwickelnde Mensch. Da hätten wir den Vater des Taugenichts und des guten, edlen Sohnes. Aber dieses Wesen war nirgends aufzufinden, und so versetzten die Naturforscher diesen Urmenschen ins Meer.
[ 33 ] Die theosophische Forschung verweist tatsächlich auf ein Gebiet, welches heute vom Meere bedeckt ist.
[ 33 ] Die theosophische Forschung verweist tatsächlich auf ein Gebiet, welches heute vom Meere bedeckt ist.
[ 34 ] Wie werden nun solche Forschungen angestellt? Wie kann man diese Art Forschung erlernen? Heute lehrt man die Jugend in die äußere Welt hineinsehen. Der Mensch gilt für gelehrt, der viel gelernt, in sich aufgenommen hat.
[ 34 ] Wie werden nun solche Forschungen angestellt? Wie kann man diese Art Forschung erlernen? Heute lehrt man die Jugend in die äußere Welt hineinsehen. Der Mensch gilt für gelehrt, der viel gelernt, in sich aufgenommen hat.
[ 35 ] Eine andere Lehrmethode wurde in den alten Schulen eingeschlagen, die die Erlangung der Erkenntnis der verborgenen Kräfte zum Ziele hatten. Kam ein Schüler und begehrte zu lernen, so gab ihm der Lehrer einen Satz, der Kraft für die Seele enthielt, und dann schickte er ihn fort. Diesen Satz musste der Schüler in der Stille stundenlang täglich in sich wiederholen, ihn in seiner Seele leben lassen. Solche Sätze finden wir zum Beispiel in dem kleinen Buch «Licht auf dem Weg», niedergeschrieben von Mabel Collins. Monatelang setzte der Schüler diese Übung fort, bis er den ewigen Inhalt des Satzes in sich erlebt hatte. Auf diese Weise ging die Unterweisung weiter, bis die innere Sonne im Herzen erstrahlte, die nicht nur die eigene Seele durchleuchtet, sondern auch Lichtstrahlen aussendet zu den anderen Seelen und auch diese beleuchtet. Dieses Licht, diese Sonne erhellt nun nicht nur das Leben, die Seele des jetzt lebenden Menschen, sondern der geübte Schüler lernt es, seine Strahlen gleich wie einen Scheinwerfer auf die früheste Vergangenheit zurückZuwerfen.
[ 35 ] Eine andere Lehrmethode wurde in den alten Schulen eingeschlagen, die die Erlangung der Erkenntnis der verborgenen Kräfte zum Ziele hatten. Kam ein Schüler und begehrte zu lernen, so gab ihm der Lehrer einen Satz, der Kraft für die Seele enthielt, und dann schickte er ihn fort. Diesen Satz musste der Schüler in der Stille stundenlang täglich in sich wiederholen, ihn in seiner Seele leben lassen. Solche Sätze finden wir zum Beispiel in dem kleinen Buch «Licht auf dem Weg», niedergeschrieben von Mabel Collins. Monatelang setzte der Schüler diese Übung fort, bis er den ewigen Inhalt des Satzes in sich erlebt hatte. Auf diese Weise ging die Unterweisung weiter, bis die innere Sonne im Herzen erstrahlte, die nicht nur die eigene Seele durchleuchtet, sondern auch Lichtstrahlen aussendet zu den anderen Seelen und auch diese beleuchtet. Dieses Licht, diese Sonne erhellt nun nicht nur das Leben, die Seele des jetzt lebenden Menschen, sondern der geübte Schüler lernt es, seine Strahlen gleich wie einen Scheinwerfer auf die früheste Vergangenheit zurückZuwerfen.
[ 36 ] Über die Art dieser Forschung kann man Näheres erfahren in meinem «Luzifer» Nr. 14-18 in dem Aufsatz «Akasha-Chronik». Es gibt somit dreierlei Chroniken: Die Akasha-Chronik, die geschriebene Bücherchronik, die wir seit circa 6000 Jahren besitzen, und die Chronik der Natur. Wo jetzt das atlantische Meer flutet, lag vor langer, langer Zeit der Erdteil Atlantis. Unsere dort lebenden Vorfahren hatten noch keinen Verstand entwickelt. Andere Kräfte, die jetzt abgestumpft sind im Menschen, konnten sie benutzen. Wie wir jetzt imstande sind, aus der Kohle eine Kraft zu entwickeln, eine treibende Kraft, oder besser gesagt, wie die Kohle in treibende Kraft umgesetzt wird, so verstanden die damals lebenden Menschen, die Samenkraft, das heißt die Kraft, die im Samenkorn liegt, die es befähigt, durch die Schale hindurch den Keim zu treiben, zu benutzen und sie in eine vorwärts treibende Kraft umzusetzen. Die Willenskräfte waren stark entwickelt. Wovon rührte das her? Das Ich, das jetzt Besitz ergriffen hat vom physischen Gehirn, konnte in diesem damals noch nicht wirken, denn ein Gehirn gab es noch nicht. Es wirkte vielmehr damals im Ätherleib, ebenso kraft- und machtvoll im Ätherleib, wie jetzt im physischen Gehirn. Der Ätherleib war befruchtet mit dem göttlichen Ich.
[ 36 ] Über die Art dieser Forschung kann man Näheres erfahren in meinem «Luzifer» Nr. 14-18 in dem Aufsatz «Akasha-Chronik». Es gibt somit dreierlei Chroniken: Die Akasha-Chronik, die geschriebene Bücherchronik, die wir seit circa 6000 Jahren besitzen, und die Chronik der Natur. Wo jetzt das atlantische Meer flutet, lag vor langer, langer Zeit der Erdteil Atlantis. Unsere dort lebenden Vorfahren hatten noch keinen Verstand entwickelt. Andere Kräfte, die jetzt abgestumpft sind im Menschen, konnten sie benutzen. Wie wir jetzt imstande sind, aus der Kohle eine Kraft zu entwickeln, eine treibende Kraft, oder besser gesagt, wie die Kohle in treibende Kraft umgesetzt wird, so verstanden die damals lebenden Menschen, die Samenkraft, das heißt die Kraft, die im Samenkorn liegt, die es befähigt, durch die Schale hindurch den Keim zu treiben, zu benutzen und sie in eine vorwärts treibende Kraft umzusetzen. Die Willenskräfte waren stark entwickelt. Wovon rührte das her? Das Ich, das jetzt Besitz ergriffen hat vom physischen Gehirn, konnte in diesem damals noch nicht wirken, denn ein Gehirn gab es noch nicht. Es wirkte vielmehr damals im Ätherleib, ebenso kraft- und machtvoll im Ätherleib, wie jetzt im physischen Gehirn. Der Ätherleib war befruchtet mit dem göttlichen Ich.
[ 37 ] Da haben wir das Elternpaar des Menschen. Er stammt von dem geistigen Vater und der körperlichen Mutter.
[ 37 ] Da haben wir das Elternpaar des Menschen. Er stammt von dem geistigen Vater und der körperlichen Mutter.
[ 38 ] Wunderschön versinnbildlicht die ägyptische Weisheit diese ewige Wahrheit. Osiris, der Geist, der Vater, Isis, die Materie, die Mutter. Aus diesen beiden wurde Horus, der junge Mensch, geboren. Der physische Leib wurde mit dem Ich begabt. Die nicht befruchteten Wesen entwickelten sich abwärts ins Tierreich, die Ich-befruchteten Urwesen entwickelten sich zu immer höher ausgebildeten Menschen.
[ 38 ] Wunderschön versinnbildlicht die ägyptische Weisheit diese ewige Wahrheit. Osiris, der Geist, der Vater, Isis, die Materie, die Mutter. Aus diesen beiden wurde Horus, der junge Mensch, geboren. Der physische Leib wurde mit dem Ich begabt. Die nicht befruchteten Wesen entwickelten sich abwärts ins Tierreich, die Ich-befruchteten Urwesen entwickelten sich zu immer höher ausgebildeten Menschen.
[ 39 ] Vor der atlantischen Zeit war auch der Ätherkörper noch nicht befruchtet. Nur der Astralleib war Ich-befruchtet.
[ 39 ] Vor der atlantischen Zeit war auch der Ätherkörper noch nicht befruchtet. Nur der Astralleib war Ich-befruchtet.
[ 40 ] Das Land, das von diesen so gearteten Menschen bewohnt wurde, die nur durch ihre Triebe und Leidenschaften beseelt wurden, ist man gewohnt, mit dem Namen Lemurien zu bezeichnen. Die Wissenschaft betrachtet den Lemurier als einen zum Tier heruntergekommenen Menschen; die Entwicklung, die uns der Geist lehrt, betrachtet ihn als ein sich aus dem Tierzustand herausarbeitendes Wesen. Es hat eine Zeit gegeben, wo es noch keine warmblütigen Wesen auf der Erde gab. Erst mit dem Moment, wo der Mensch als Geistwesen auf die Erde herabgestiegen ist, in dem großen Moment, wo der Astralleib mit dem Ich begabt wurde, wurde der Mensch warmblütig. Der göttliche Funke des Geistes, der Vatergeist, vermählte sich mit der Mutter Materie, daraus entstand der Mensch. Die Menschheit besteht aus Geist-Materie. Das Herabsteigen des Manas, der Manasputras, ist das Herabsteigen des menschlichen Ichs.
[ 40 ] Das Land, das von diesen so gearteten Menschen bewohnt wurde, die nur durch ihre Triebe und Leidenschaften beseelt wurden, ist man gewohnt, mit dem Namen Lemurien zu bezeichnen. Die Wissenschaft betrachtet den Lemurier als einen zum Tier heruntergekommenen Menschen; die Entwicklung, die uns der Geist lehrt, betrachtet ihn als ein sich aus dem Tierzustand herausarbeitendes Wesen. Es hat eine Zeit gegeben, wo es noch keine warmblütigen Wesen auf der Erde gab. Erst mit dem Moment, wo der Mensch als Geistwesen auf die Erde herabgestiegen ist, in dem großen Moment, wo der Astralleib mit dem Ich begabt wurde, wurde der Mensch warmblütig. Der göttliche Funke des Geistes, der Vatergeist, vermählte sich mit der Mutter Materie, daraus entstand der Mensch. Die Menschheit besteht aus Geist-Materie. Das Herabsteigen des Manas, der Manasputras, ist das Herabsteigen des menschlichen Ichs.
[ 41 ] Der Ursprung des Menschen aus dem Vatergeist und der Mutter Materie ist der Ausgangspunkt zur Welt- und Gotteserkenntnis.
[ 41 ] Der Ursprung des Menschen aus dem Vatergeist und der Mutter Materie ist der Ausgangspunkt zur Welt- und Gotteserkenntnis.
[ 42 ] Das Wort «Ich» in seinem ganzen Wesen Erkennen ist Erkenntnis des göttlichen Seins. Selbsterkenntnis führt zu Gotteserkenntnis, weil das Ich vom Göttlichen stammt. Die Erkenntnis des göttlichen Wesens des Menschen ist der Schlüssel zur Erkenntnis des Ganzen, auch des physischen Menschen. Der Dichter sagt:
[ 42 ] Das Wort «Ich» in seinem ganzen Wesen Erkennen ist Erkenntnis des göttlichen Seins. Selbsterkenntnis führt zu Gotteserkenntnis, weil das Ich vom Göttlichen stammt. Die Erkenntnis des göttlichen Wesens des Menschen ist der Schlüssel zur Erkenntnis des Ganzen, auch des physischen Menschen. Der Dichter sagt:
Einem gelang es,
Er hob den Schleier von der Göttin Bild zu Sais.
Was sah er? Wunder über Wunder - sich selbst.
Einem gelang es,
Er hob den Schleier von der Göttin Bild zu Sais.
Was sah er? Wunder über Wunder - sich selbst.
[ 43 ] Wenn der Mensch sich selbst findet, so findet er den Gott: durch Selbsterkenntnis zur Gotteserkenntnis!
[ 43 ] Wenn der Mensch sich selbst findet, so findet er den Gott: durch Selbsterkenntnis zur Gotteserkenntnis!
Schlussbemerkung
Schlussbemerkung
[ 44 ] Bis vor kurzer Zeit gab es über diese Dinge keine Bücher; diese göttlichen Weisheitslehren wurden nur mündlich weitergegeben von uralten Zeiten her, von Geschlecht zu Geschlecht überliefert. Jetzt ist die Zeit gekommen, wo der Mensch, der mitten im tätigen Leben steht, diese Dinge erfahren sollte, daher werden sie jetzt elementar veröffentlicht.
[ 44 ] Bis vor kurzer Zeit gab es über diese Dinge keine Bücher; diese göttlichen Weisheitslehren wurden nur mündlich weitergegeben von uralten Zeiten her, von Geschlecht zu Geschlecht überliefert. Jetzt ist die Zeit gekommen, wo der Mensch, der mitten im tätigen Leben steht, diese Dinge erfahren sollte, daher werden sie jetzt elementar veröffentlicht.
