The Essence of Anthroposophy
within the World Of Sense, Soul And Spirit
GA 68b
30 November 1906, Cologne
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Der Kreislauf des Menschen
42. Blut ist ein Ganz besondrer Saft
42. Blut ist ein Ganz besondrer Saft
[ 1 ] Sie wissen: Der Spruch, der dem Vortrag als Leitmotiv dient, findet sich in Goethes «Faust». Dieses, sein größtes Werk, hat so viele Erklärungen hervorgerufen, dass man davon allein eine Bibliothek anlegen könnte. Über diesen von Mephistopheles ausgesprochenen Satz findet man mitunter recht eigentümliche Erklärungen. Es ist nicht möglich, sie hier alle zu besprechen, nur auf Professor Minor möchte ich hinweisen, der einen dreibändigen FaustKommentar geschrieben hat. Er gibt folgende Erklärung: Mephistopheles sagt spöttisch: «Blut ist ein ganz besonderer Saft», denn er mag das Blut nicht leiden und verlangt darum eine Unterschrift, die mit Blut geschrieben sein soll.
[ 1 ] Sie wissen: Der Spruch, der dem Vortrag als Leitmotiv dient, findet sich in Goethes «Faust». Dieses, sein größtes Werk, hat so viele Erklärungen hervorgerufen, dass man davon allein eine Bibliothek anlegen könnte. Über diesen von Mephistopheles ausgesprochenen Satz findet man mitunter recht eigentümliche Erklärungen. Es ist nicht möglich, sie hier alle zu besprechen, nur auf Professor Minor möchte ich hinweisen, der einen dreibändigen FaustKommentar geschrieben hat. Er gibt folgende Erklärung: Mephistopheles sagt spöttisch: «Blut ist ein ganz besonderer Saft», denn er mag das Blut nicht leiden und verlangt darum eine Unterschrift, die mit Blut geschrieben sein soll.
[ 2 ] Faust soll einen Vertrag eingehen mit dem Sendboten der Hölle; dieses Motiv, wie der Stoff der Faust-Dichtung überhaupt, hat Goethe der deutschen Sagendichtung entnommen. Dass Faust, der Repräsentant der zum Höchsten strebenden Menschheit, seine Seele mit Blut verschreiben soll, ist schon in den ältesten Faustbüchern - schon um das sechzehnte Jahrhundert — bekannt. Er muss seine Hand aufritzen, die Feder in das Blut tauchen, seinen Namen schreiben, und da sollen in dem geronnenen Blute die Worte erschienen sein: «Mensch, entrinne» — und trotzdem sollte das Blut etwas sein, was Mephisto nicht hätte leiden können? Es muss ihm doch vielmehr etwas ganz Wertvolles sein; das ist Goethes Meinung dieser Stelle seiner großen Dichtung. Vom Standpunkt der Geistesforschung können wir der Bedeutung des Blutes für das Leben näherkommen, indem wir uns mit der Frage beschäftigen: Was ist eigentlich dieses Blut? — Diese Frage soll nicht naturwissenschaftlich behandelt werden; vom Standpunkt der Geisteswissenschaft können wir tiefer hineinschauen in das Wesen des Menschen. Wir sehen für die ganze geschichtliche Entwicklung des Menschen die Unterströmung dieses Spruches, sodass wir die Frage wenigstens in einer gewissen Richtung beantworten können. Dabei wollen wir ausgehen von einem Spruch, der von einem alten Lehrer der ägyptischen Geheimschulen, dem Hermes Trismegistos, stammt:
[ 2 ] Faust soll einen Vertrag eingehen mit dem Sendboten der Hölle; dieses Motiv, wie der Stoff der Faust-Dichtung überhaupt, hat Goethe der deutschen Sagendichtung entnommen. Dass Faust, der Repräsentant der zum Höchsten strebenden Menschheit, seine Seele mit Blut verschreiben soll, ist schon in den ältesten Faustbüchern - schon um das sechzehnte Jahrhundert — bekannt. Er muss seine Hand aufritzen, die Feder in das Blut tauchen, seinen Namen schreiben, und da sollen in dem geronnenen Blute die Worte erschienen sein: «Mensch, entrinne» — und trotzdem sollte das Blut etwas sein, was Mephisto nicht hätte leiden können? Es muss ihm doch vielmehr etwas ganz Wertvolles sein; das ist Goethes Meinung dieser Stelle seiner großen Dichtung. Vom Standpunkt der Geistesforschung können wir der Bedeutung des Blutes für das Leben näherkommen, indem wir uns mit der Frage beschäftigen: Was ist eigentlich dieses Blut? — Diese Frage soll nicht naturwissenschaftlich behandelt werden; vom Standpunkt der Geisteswissenschaft können wir tiefer hineinschauen in das Wesen des Menschen. Wir sehen für die ganze geschichtliche Entwicklung des Menschen die Unterströmung dieses Spruches, sodass wir die Frage wenigstens in einer gewissen Richtung beantworten können. Dabei wollen wir ausgehen von einem Spruch, der von einem alten Lehrer der ägyptischen Geheimschulen, dem Hermes Trismegistos, stammt:
Es ist unten alles wie oben!
Es ist unten alles wie oben!
[ 3 ] «Oben» bedeutet die geistige, «unten» die physische Welt; alles Geistige ist für den Mystiker das «Obere» im Sinne der hermetischen Theosophie.
[ 3 ] «Oben» bedeutet die geistige, «unten» die physische Welt; alles Geistige ist für den Mystiker das «Obere» im Sinne der hermetischen Theosophie.
[ 4 ] Am Menschen sehen wir zuerst seine äußere, physische Erscheinung, seinen Leib; aber wir ahnen nicht nur, sondern wissen, dass ein geistiges Innere in diesem Leibe waltet. Wir sehen durch das Physische das Geistige sich offenbaren; im Physischen zeigt sich, was den Menschen im Grunde seiner Seele bewegt. Wir sehen im Lächeln seine Freude, in den Tränen sein Leid. Das ganze Physische ist ein Zeugnis des Geistigen. Der Geist hat dem Körper aufgebaut: eine liebliche Erscheinung als das Bild einer lieblichen Seele; eine brutale physische Erscheinung, aufgebaut von einem brutalen Geiste. Das SeelischGeistige bezeichnen wir als das «Obere», das Physische ist das «Untere». Plato sprach vom «Oben» als vom Urbilde der Dinge. Alles, was uns umgibt, ist das Abbild eines Geistigen. Die Welt der Urbilder ist das «Obere». Wie der Schatten an der Wand vom Gegenstande, so ist das Untere das getreue Abbild des Oberen. Wer mit geistigem Auge die Welt betrachtet, sieht nicht nur das Materielle, er erblickt in der menschlichen Gestalt nicht nur Auge und Ohr, Körper und Glieder, er vermutet auch eine Seele dahinter.
[ 4 ] Am Menschen sehen wir zuerst seine äußere, physische Erscheinung, seinen Leib; aber wir ahnen nicht nur, sondern wissen, dass ein geistiges Innere in diesem Leibe waltet. Wir sehen durch das Physische das Geistige sich offenbaren; im Physischen zeigt sich, was den Menschen im Grunde seiner Seele bewegt. Wir sehen im Lächeln seine Freude, in den Tränen sein Leid. Das ganze Physische ist ein Zeugnis des Geistigen. Der Geist hat dem Körper aufgebaut: eine liebliche Erscheinung als das Bild einer lieblichen Seele; eine brutale physische Erscheinung, aufgebaut von einem brutalen Geiste. Das SeelischGeistige bezeichnen wir als das «Obere», das Physische ist das «Untere». Plato sprach vom «Oben» als vom Urbilde der Dinge. Alles, was uns umgibt, ist das Abbild eines Geistigen. Die Welt der Urbilder ist das «Obere». Wie der Schatten an der Wand vom Gegenstande, so ist das Untere das getreue Abbild des Oberen. Wer mit geistigem Auge die Welt betrachtet, sieht nicht nur das Materielle, er erblickt in der menschlichen Gestalt nicht nur Auge und Ohr, Körper und Glieder, er vermutet auch eine Seele dahinter.
[ 5 ] Die Summe aller physischen Erscheinungen in der Natur: Wälder, Felder, Pflanzen, Mineralien, ja, die Himmels- und Weltenkörper sind der Wesensausdruck einer geistigen Welt. Jedes Mal, wenn wir im Untern etwas sehen, können wir schließen, dass im Obern etwas Entsprechendes ist. Das Untere lernt der Mensch kennen in seiner alltäglichen Erfahrung; das untersucht der Wissenschaftler mit Instrumenten. Der Geistesforscher zeigt uns die Urbilder - das Obere. Wir werden die Dinge verstehen, wenn wir für jedes Untere das Obere erkennen.
[ 5 ] Die Summe aller physischen Erscheinungen in der Natur: Wälder, Felder, Pflanzen, Mineralien, ja, die Himmels- und Weltenkörper sind der Wesensausdruck einer geistigen Welt. Jedes Mal, wenn wir im Untern etwas sehen, können wir schließen, dass im Obern etwas Entsprechendes ist. Das Untere lernt der Mensch kennen in seiner alltäglichen Erfahrung; das untersucht der Wissenschaftler mit Instrumenten. Der Geistesforscher zeigt uns die Urbilder - das Obere. Wir werden die Dinge verstehen, wenn wir für jedes Untere das Obere erkennen.
[ 6 ] So werden wir auch den Menschen erkennen, wenn wir, nachdem wir das Blut mit dem Nervensystem und dem Herzen betrachtet haben, danach forschen, was in ihnen waltet, was ihnen im Obern entspricht, wenn wir fragen: Was ist der Geist des Blutes?
[ 6 ] So werden wir auch den Menschen erkennen, wenn wir, nachdem wir das Blut mit dem Nervensystem und dem Herzen betrachtet haben, danach forschen, was in ihnen waltet, was ihnen im Obern entspricht, wenn wir fragen: Was ist der Geist des Blutes?
[ 7 ] So wollen wir den Menschen verstehen lernen, indem wir betrachten, was in der geistigen Welt das Urbild des Blutes ist. Dazu müssen wir miteinander den Weg der Entwicklung des Menschen gehen.
[ 7 ] So wollen wir den Menschen verstehen lernen, indem wir betrachten, was in der geistigen Welt das Urbild des Blutes ist. Dazu müssen wir miteinander den Weg der Entwicklung des Menschen gehen.
[ 8 ] Welches ist für die Geisteswissenschaft das Wesen des Menschen? Das Obere lernen wir kennen durch das Bindeglied, indem wir ausgehen vom Leibe. Für den Materialismus ist dieses alles. Knochen, Verdauungs- und Atmungsorgane, Nerven, Fortpflanzungs- und Blutsystem machen den physischen Leib aus. Was wir so am Menschen kennen, besteht durchaus aus denselben Stoffen, welche die draußen in der Natur befindlichen Dinge ausmachen. In der ganzen Welt umher, schon in den Mineralien, ist dieselbe Materie.
[ 8 ] Welches ist für die Geisteswissenschaft das Wesen des Menschen? Das Obere lernen wir kennen durch das Bindeglied, indem wir ausgehen vom Leibe. Für den Materialismus ist dieses alles. Knochen, Verdauungs- und Atmungsorgane, Nerven, Fortpflanzungs- und Blutsystem machen den physischen Leib aus. Was wir so am Menschen kennen, besteht durchaus aus denselben Stoffen, welche die draußen in der Natur befindlichen Dinge ausmachen. In der ganzen Welt umher, schon in den Mineralien, ist dieselbe Materie.
[ 9 ] Die Theosophie oder Geisteswissenschaft unterscheidet außer dem Leibe, den wir mit der ganzen leblosen Natur gemein haben, zunächst einen Äther- oder Lebensleib, versteht dabei aber etwas anderes als der Physiker unter Äther. Während bisher die Wissenschaft nur Physisches annahm, ist auch sie in letzter Zeit mehr zu Anerkennung einer Art Lebensprinzip gekommen. Aber während sie nur durch Logik und Gedankenschluss zur Erkenntnis gelangt, hat der Theosoph solche gewonnen dadurch, dass er Fähigkeiten in sich ausbildete, die in jedem schlummern und die Goethe die geistigen Ohren und Augen nennt. Einen so Entwickelten nennen wir einen «Erweckten», das heißt die geistige Welt geht ihm auf.
[ 9 ] Die Theosophie oder Geisteswissenschaft unterscheidet außer dem Leibe, den wir mit der ganzen leblosen Natur gemein haben, zunächst einen Äther- oder Lebensleib, versteht dabei aber etwas anderes als der Physiker unter Äther. Während bisher die Wissenschaft nur Physisches annahm, ist auch sie in letzter Zeit mehr zu Anerkennung einer Art Lebensprinzip gekommen. Aber während sie nur durch Logik und Gedankenschluss zur Erkenntnis gelangt, hat der Theosoph solche gewonnen dadurch, dass er Fähigkeiten in sich ausbildete, die in jedem schlummern und die Goethe die geistigen Ohren und Augen nennt. Einen so Entwickelten nennen wir einen «Erweckten», das heißt die geistige Welt geht ihm auf.
[ 10 ] So viele Organe der Mensch hat, so viele Welten lassen sich ihm erschließen. Durch Selbstentwicklung, durch Selbstvervollkommnung kann er zur höheren Entwicklung gelangen. Dann kann er den Ätherleib sehen, der als ganz feiner Leib dem physischen zugrunde liegt. Alles, was im Menschen lebt, geht aus vom Ätherleibe. Ihn haben die Pflanzen mit uns gemein; wie die Farbe zur Blume, so gehört der Ätherleib zum physischen Leib für den, der ihn sehen kann. Viele sagen, es sei unbescheiden, so etwas zu behaupten, und meinen, das könne niemand wissen. Es ist aber viel unbescheidener, dieses zu sagen, denn wer die Sache nicht gesehen hat, kann nicht entscheiden, sondern der, welcher sieht. Niemand kann mehr sagen als: Ich weiß es nicht —, so wenig ein Blinder behaupten kann, es gebe keine Farben, weil er sie nicht sieht.
[ 10 ] So viele Organe der Mensch hat, so viele Welten lassen sich ihm erschließen. Durch Selbstentwicklung, durch Selbstvervollkommnung kann er zur höheren Entwicklung gelangen. Dann kann er den Ätherleib sehen, der als ganz feiner Leib dem physischen zugrunde liegt. Alles, was im Menschen lebt, geht aus vom Ätherleibe. Ihn haben die Pflanzen mit uns gemein; wie die Farbe zur Blume, so gehört der Ätherleib zum physischen Leib für den, der ihn sehen kann. Viele sagen, es sei unbescheiden, so etwas zu behaupten, und meinen, das könne niemand wissen. Es ist aber viel unbescheidener, dieses zu sagen, denn wer die Sache nicht gesehen hat, kann nicht entscheiden, sondern der, welcher sieht. Niemand kann mehr sagen als: Ich weiß es nicht —, so wenig ein Blinder behaupten kann, es gebe keine Farben, weil er sie nicht sieht.
[ 11 ] Das dritte Glied der menschlichen Wesenheit ergibt sich, wenn man den Träger aufsucht für alles, was man nennt: Begierde, Lust, Leidenschaft, Schmerz. Nicht nur Blut und Nervensystem sind im Menschen, sondern ebenso wirklich jene Erscheinungen. Ihren Träger nennen wir «Astralleib». Wir haben ihn gemein mit der ganzen Tierwelt. Das aber, was den Menschen zur Krone der ganzen Schöpfung macht, wodurch er über die Tierwelt hinauswächst; was er für sich allein hat, ist das vierte Glied, der Ichleib. Dadurch unterscheidet er sich von allen Wesen außer ihm; aus diesem heraus entwickelt er sich weiter und weiter hinauf. Das erkennen wir beim Vergleich eines unkultivierten Menschen mit dem Kulturmenschen. — Beispiel von Darwin und dem Menschenfresser. — Das Ich, das schon in ihm ist, hat noch nicht am Astralleibe gearbeitet.
[ 11 ] Das dritte Glied der menschlichen Wesenheit ergibt sich, wenn man den Träger aufsucht für alles, was man nennt: Begierde, Lust, Leidenschaft, Schmerz. Nicht nur Blut und Nervensystem sind im Menschen, sondern ebenso wirklich jene Erscheinungen. Ihren Träger nennen wir «Astralleib». Wir haben ihn gemein mit der ganzen Tierwelt. Das aber, was den Menschen zur Krone der ganzen Schöpfung macht, wodurch er über die Tierwelt hinauswächst; was er für sich allein hat, ist das vierte Glied, der Ichleib. Dadurch unterscheidet er sich von allen Wesen außer ihm; aus diesem heraus entwickelt er sich weiter und weiter hinauf. Das erkennen wir beim Vergleich eines unkultivierten Menschen mit dem Kulturmenschen. — Beispiel von Darwin und dem Menschenfresser. — Das Ich, das schon in ihm ist, hat noch nicht am Astralleibe gearbeitet.
[ 12 ] Wir unterscheiden daher gewöhnlich zwei Teile am Astralleibe: den einen Teil, den der Mensch mitbekommt, und den andern, den er hineingearbeitet hat. Der durch das Ich umgestaltete astralische Leib ist das Geistselbst oder Manas.
[ 12 ] Wir unterscheiden daher gewöhnlich zwei Teile am Astralleibe: den einen Teil, den der Mensch mitbekommt, und den andern, den er hineingearbeitet hat. Der durch das Ich umgestaltete astralische Leib ist das Geistselbst oder Manas.
[ 13 ] Auch an unserem Ätherleibe können wir arbeiten; viele Grundsätze und moralische Ideen, welche noch im Astralleibe wurzeln, reichen auch als Mächte in das Ätherreich, zum Beispiel die Kunst. Was der Mensch vom Kunstwerk in sich aufnimmt, wirkt in den Ätherleib hinein; ebenso, was durch die Religion bewirkt wird. So unterscheiden wir auch an ihm zwei Teile: den mitbekommenen und den hineingearbeiteten Lebensgeist. Diesen nennen wir Budhi. Ein Chela erlangt die Fähigkeit, immer mehr hineinzuarbeiten; die geistige Schulung ist ein Ausarbeiten des Ätherleibes. Endlich kann auch eine solche Ausarbeitung des physischen Leibes stattfinden durch besondere geistige Fähigkeiten. Der Theosoph nennt den vergeistigten Teil, durch den der Mensch in Beziehung zum ganzen Kosmos steht, «Atman» oder eigentlicher Geist des Menschen. So unterscheiden wir im Wesen des Menschen ein Siebenfaches. Diese Arten seines Wesens sind nicht als gesonderte Teile aufzufassen, vielmehr als sieben Stufen, Grade seines Wesens, wie die Töne der Skala oder die Farben des Regenbogens. Die drei letzten Stufen: Manas, Budhi, Atma machen das Urbild des Menschen aus — das Obere.
[ 13 ] Auch an unserem Ätherleibe können wir arbeiten; viele Grundsätze und moralische Ideen, welche noch im Astralleibe wurzeln, reichen auch als Mächte in das Ätherreich, zum Beispiel die Kunst. Was der Mensch vom Kunstwerk in sich aufnimmt, wirkt in den Ätherleib hinein; ebenso, was durch die Religion bewirkt wird. So unterscheiden wir auch an ihm zwei Teile: den mitbekommenen und den hineingearbeiteten Lebensgeist. Diesen nennen wir Budhi. Ein Chela erlangt die Fähigkeit, immer mehr hineinzuarbeiten; die geistige Schulung ist ein Ausarbeiten des Ätherleibes. Endlich kann auch eine solche Ausarbeitung des physischen Leibes stattfinden durch besondere geistige Fähigkeiten. Der Theosoph nennt den vergeistigten Teil, durch den der Mensch in Beziehung zum ganzen Kosmos steht, «Atman» oder eigentlicher Geist des Menschen. So unterscheiden wir im Wesen des Menschen ein Siebenfaches. Diese Arten seines Wesens sind nicht als gesonderte Teile aufzufassen, vielmehr als sieben Stufen, Grade seines Wesens, wie die Töne der Skala oder die Farben des Regenbogens. Die drei letzten Stufen: Manas, Budhi, Atma machen das Urbild des Menschen aus — das Obere.
[ 14 ] Nicht vom Anfange an hat der Mensch diese sieben Glieder gehabt, erst nach und nach sind sie mit dem physischen Leib herangebildet worden; im Urzustande finden sich nun erst die Anlagen zu diesem physischen Leibe. Der Mensch ist ein Abbild des ganzen Kosmos. Cuvier, der bedeutende Naturforscher, sagt: Für den, der tierische Anatomie studiert, ist das kleinste Glied ein Bild des ganzen Körpers. Aus der eigentümlichen Form eines Knochens kann er auf die Gestalt des ganzen Körpers schließen. In jedem Einzelnen ist ein Bild des ganzen Universums. Wenn ein Wesen, das dieses zu durchschauen vermag, von einer anderen Welt auf die unsrige käme und sähe nur einen Bergkristall, so könnte es daraus schließen, wie die ganze Welt sein müsste. Ein jedes, welches das Äußere verinnerlichen kann, wird zum Spiegel des ganzen Universums. Der physische Körper des Menschen ist an sich noch nicht als Spiegel des Universums anzusehen, er wird erst durch den Ätherleib verinnerlicht, die Verinnerlichung schreitet weiter durch den Ätherleib. Beim Tier spiegelt sich das äußere Leben wider im inneren Bewusstsein. Bei der Pflanze haben wir noch kein Bewusstsein. Bewusstsein beruht nicht auf äußerem Reiz, sondern ist da, wo sich der äußere Reiz innerlich spiegelt: beim Tier.
[ 14 ] Nicht vom Anfange an hat der Mensch diese sieben Glieder gehabt, erst nach und nach sind sie mit dem physischen Leib herangebildet worden; im Urzustande finden sich nun erst die Anlagen zu diesem physischen Leibe. Der Mensch ist ein Abbild des ganzen Kosmos. Cuvier, der bedeutende Naturforscher, sagt: Für den, der tierische Anatomie studiert, ist das kleinste Glied ein Bild des ganzen Körpers. Aus der eigentümlichen Form eines Knochens kann er auf die Gestalt des ganzen Körpers schließen. In jedem Einzelnen ist ein Bild des ganzen Universums. Wenn ein Wesen, das dieses zu durchschauen vermag, von einer anderen Welt auf die unsrige käme und sähe nur einen Bergkristall, so könnte es daraus schließen, wie die ganze Welt sein müsste. Ein jedes, welches das Äußere verinnerlichen kann, wird zum Spiegel des ganzen Universums. Der physische Körper des Menschen ist an sich noch nicht als Spiegel des Universums anzusehen, er wird erst durch den Ätherleib verinnerlicht, die Verinnerlichung schreitet weiter durch den Ätherleib. Beim Tier spiegelt sich das äußere Leben wider im inneren Bewusstsein. Bei der Pflanze haben wir noch kein Bewusstsein. Bewusstsein beruht nicht auf äußerem Reiz, sondern ist da, wo sich der äußere Reiz innerlich spiegelt: beim Tier.
[ 15 ] Dieses Bewusstsein prägt sich aus beim Menschen in der ersten Anlage seines Nervensystems. Dieses Nervensystem ist das sogenannte sympathische oder Verdauungssystem, Solarplexus, an den Seiten des Rückenmarks entspringend — es ist ein Bewusstseinsorgan. Um den Menschen in dem Stadium als Wesen mit nur diesem Bewusstseinssystem zu beobachten, braucht es einer Schulung, wie sie der Hindu in der Yoga-Schulung empfängt. Da sieht der Mensch, wenn das Gehirn- und Rückenmarksystem in ihm nicht wirksam sind, in sich aufleuchten eine unbekannte Welt, ein Bewusstsein, das einst das seinige war: dumpf und dämmerhaft, eine Art Allwissenheit. In diesem Bewusstsein spiegelt sich das ganze Universum; es ist abhängig von der Beschaffenheit des Universums. Alles, was von diesem hineinleuchtet, kann es wiedergeben, aber es kann nichts selbst geben.
[ 15 ] Dieses Bewusstsein prägt sich aus beim Menschen in der ersten Anlage seines Nervensystems. Dieses Nervensystem ist das sogenannte sympathische oder Verdauungssystem, Solarplexus, an den Seiten des Rückenmarks entspringend — es ist ein Bewusstseinsorgan. Um den Menschen in dem Stadium als Wesen mit nur diesem Bewusstseinssystem zu beobachten, braucht es einer Schulung, wie sie der Hindu in der Yoga-Schulung empfängt. Da sieht der Mensch, wenn das Gehirn- und Rückenmarksystem in ihm nicht wirksam sind, in sich aufleuchten eine unbekannte Welt, ein Bewusstsein, das einst das seinige war: dumpf und dämmerhaft, eine Art Allwissenheit. In diesem Bewusstsein spiegelt sich das ganze Universum; es ist abhängig von der Beschaffenheit des Universums. Alles, was von diesem hineinleuchtet, kann es wiedergeben, aber es kann nichts selbst geben.
[ 16 ] Wenn die Seele anfängt, das Ich sich einzugliedern in den dreigliedrigen Leib, so gliedert sie sich’s ein in das Rückenmark. Erst mit diesem tritt die Möglichkeit ein, dass sich ein inneres Leben entwickelt; erst mit diesem ist der Mensch imstande, auf Angriffe zu reagieren ... [Lücke]
[ 16 ] Wenn die Seele anfängt, das Ich sich einzugliedern in den dreigliedrigen Leib, so gliedert sie sich’s ein in das Rückenmark. Erst mit diesem tritt die Möglichkeit ein, dass sich ein inneres Leben entwickelt; erst mit diesem ist der Mensch imstande, auf Angriffe zu reagieren ... [Lücke]
[ 17 ] In keinem physischen Leibe könnte Selbstbewusstsein seinen Sitz ergreifen ohne das Blutsystem. Das Blutsystem, in welchem sich innere Wärme entwickeln kann, das rote, warme Menschenblut muss da sein, damit das Ich sich offenbaren kann. Das Blut ist der Träger des Selbstbewusstseins in einer Wesenheit. Daher: Haben Sie den Weg zu seinem Blute gefunden, so haben Sie auch den Weg zu seinem Selbst gefunden; was auf das Blut wirkt, wirkt auf das Selbst. Nicht das Ich ist oder schafft sich das Blut; das tut der Astralleib. Erst wenn der Astralleib das Blut geschaffen hat, ist das Ich imstande, darin zu wohnen. Man kann von einem Menschen Wissen erhalten, mancherlei erfahren, ebenso kann man einen anderen belehren und ihm Mitteilungen machen; aber Zugang zur besonderen Individualität eines Menschen hat man erst dann, wenn sein Blut affiziert, in schnellere oder langsamere Bewegung versetzt ist. Der besondere Saft vermittelt den Zugang zum Ich. Gewalt über das Blut macht zum Herrn des Menschen.
[ 17 ] In keinem physischen Leibe könnte Selbstbewusstsein seinen Sitz ergreifen ohne das Blutsystem. Das Blutsystem, in welchem sich innere Wärme entwickeln kann, das rote, warme Menschenblut muss da sein, damit das Ich sich offenbaren kann. Das Blut ist der Träger des Selbstbewusstseins in einer Wesenheit. Daher: Haben Sie den Weg zu seinem Blute gefunden, so haben Sie auch den Weg zu seinem Selbst gefunden; was auf das Blut wirkt, wirkt auf das Selbst. Nicht das Ich ist oder schafft sich das Blut; das tut der Astralleib. Erst wenn der Astralleib das Blut geschaffen hat, ist das Ich imstande, darin zu wohnen. Man kann von einem Menschen Wissen erhalten, mancherlei erfahren, ebenso kann man einen anderen belehren und ihm Mitteilungen machen; aber Zugang zur besonderen Individualität eines Menschen hat man erst dann, wenn sein Blut affiziert, in schnellere oder langsamere Bewegung versetzt ist. Der besondere Saft vermittelt den Zugang zum Ich. Gewalt über das Blut macht zum Herrn des Menschen.
[ 18 ] Wie wird auf das Blut gewirkt? Ich möchte hinweisen auf ein Gespräch von zwei bekannten Männern: Anzengruber, dem dramatischen Dichter, und Rosegger, dem Schilderer des österreichischen Bauernlebens. Anzengruber hat sein ganzes Leben in der Stadt zugebracht - und doch, mit welcher Genialität hat er Bauerngestalten auf die Bühne gebracht! Zu ihm sagte Rosegger: Es wäre für dich doch vielleicht besser, wenn du die Bauern studieren wolltest. - Darauf Anzengruber: Das würde ich nicht können; ich vermag das nicht durch Beobachtung, ich hab’s im Blut. Meine Ahnen waren Bauern, und wenn ich mich mir selbst überlasse, dann macht sich das von selbst.
[ 18 ] Wie wird auf das Blut gewirkt? Ich möchte hinweisen auf ein Gespräch von zwei bekannten Männern: Anzengruber, dem dramatischen Dichter, und Rosegger, dem Schilderer des österreichischen Bauernlebens. Anzengruber hat sein ganzes Leben in der Stadt zugebracht - und doch, mit welcher Genialität hat er Bauerngestalten auf die Bühne gebracht! Zu ihm sagte Rosegger: Es wäre für dich doch vielleicht besser, wenn du die Bauern studieren wolltest. - Darauf Anzengruber: Das würde ich nicht können; ich vermag das nicht durch Beobachtung, ich hab’s im Blut. Meine Ahnen waren Bauern, und wenn ich mich mir selbst überlasse, dann macht sich das von selbst.
[ 19 ] Darin liegt eine tiefe Wahrheit, und um sie zu erforschen, müssen wir das Wesen der Blutsverwandtschaft betrachten. Man spricht von Blutsverwandtschaft, es geht aber in Wirklichkeit kein Tropfen vom Blute des Vaters in das des Sohnes über. Ganz andere Organe sind verwandt wie das Blutsystem. Dieses bildet sich am spätesten aus im Embryo. Wenn ein ähnlicher Organismus von einem anderen abstammt, drückt sich Ähnliches im Blute ab. Nicht das Blut ist verwandt, sondern das, was sich im Blute abdrückt, es bewegt, erwärmt oder kältet. Die Verwandtschaft liegt in dem seelischen, das dem Physischen zugrunde liegt.
[ 19 ] Darin liegt eine tiefe Wahrheit, und um sie zu erforschen, müssen wir das Wesen der Blutsverwandtschaft betrachten. Man spricht von Blutsverwandtschaft, es geht aber in Wirklichkeit kein Tropfen vom Blute des Vaters in das des Sohnes über. Ganz andere Organe sind verwandt wie das Blutsystem. Dieses bildet sich am spätesten aus im Embryo. Wenn ein ähnlicher Organismus von einem anderen abstammt, drückt sich Ähnliches im Blute ab. Nicht das Blut ist verwandt, sondern das, was sich im Blute abdrückt, es bewegt, erwärmt oder kältet. Die Verwandtschaft liegt in dem seelischen, das dem Physischen zugrunde liegt.
[ 20 ] Bei jedem Volke finden wir in alten Zeiten die NahEhe; kleine Stammesverbände heiraten in der Verwandtschaft. Es war ein Verbrechen, wenn aus dem Stamme, aus der Blutsverwandtschaft herausgeheiratet wurde. Die ganze Menschheit hat sich daraus hervorgearbeitet.
[ 20 ] Bei jedem Volke finden wir in alten Zeiten die NahEhe; kleine Stammesverbände heiraten in der Verwandtschaft. Es war ein Verbrechen, wenn aus dem Stamme, aus der Blutsverwandtschaft herausgeheiratet wurde. Die ganze Menschheit hat sich daraus hervorgearbeitet.
[ 21 ] Aus der Nah-Ehe entwickelte sich später die FernEhe. Tacitus zum Beispiel lässt in der «Germania» hindurchschimmern, wie aus der Nah-Ehe die Fern-Ehe herausgebildet wurde. In dem Moment, wo dies geschieht, zeigt sich eine ganz besondere Erscheinung: das somnambule Hellsehen. 1000 und 900 vor Christus ist zum Beispiel bei den alten Griechen das alte Hellsehen vorhanden; alle Sagen haben aus diesem Zustande ihren Ursprung genommen. Das Hellsehen hört auf, wenn die Fern-Ehe eintritt. Wo Form sich mit fremder Form mischt, drückt sich etwas im Blute ab, was nicht dem gemeinsamen Stamm angehört. Dieser Vorgang war bei allen Völkern eine Wandlung zur Verstandesanschauung. Vormals war bei einem alten Hellseher der Vorgang ein ähnlicher wie heute beim Medium. Diesen Zustand in unserer Zeit zurückzurufen, wäre ein Anachronismus, wie es früher der natürliche Zustand war; jedes Kind nahm nicht von außen in sich auf, sondern fühlte in sich das Verwandte mit seinem Stamme. Als das fremde Blut hinzukam, wuchs der Mensch heraus aus seinem Stamme. Während früher das, was in den Generationen war, im Blute sich abdrückte, drückte später sich das ab, was die äußeren Sinne vermittelten. Als letzter Rest, wenn auch nicht ganz wie beim alten Hellseher, ist es bei Anzengruber der Fall, er fühlt in sich nicht nur, was er selbst als Mensch, als einzelne Person empfindet, sondern er fühlt auch nach, was der Vater erlebt hat. Daher die Verehrung der Urahnen, weil und wo man den unmittelbaren Einfluss derselben noch fühlte.
[ 21 ] Aus der Nah-Ehe entwickelte sich später die FernEhe. Tacitus zum Beispiel lässt in der «Germania» hindurchschimmern, wie aus der Nah-Ehe die Fern-Ehe herausgebildet wurde. In dem Moment, wo dies geschieht, zeigt sich eine ganz besondere Erscheinung: das somnambule Hellsehen. 1000 und 900 vor Christus ist zum Beispiel bei den alten Griechen das alte Hellsehen vorhanden; alle Sagen haben aus diesem Zustande ihren Ursprung genommen. Das Hellsehen hört auf, wenn die Fern-Ehe eintritt. Wo Form sich mit fremder Form mischt, drückt sich etwas im Blute ab, was nicht dem gemeinsamen Stamm angehört. Dieser Vorgang war bei allen Völkern eine Wandlung zur Verstandesanschauung. Vormals war bei einem alten Hellseher der Vorgang ein ähnlicher wie heute beim Medium. Diesen Zustand in unserer Zeit zurückzurufen, wäre ein Anachronismus, wie es früher der natürliche Zustand war; jedes Kind nahm nicht von außen in sich auf, sondern fühlte in sich das Verwandte mit seinem Stamme. Als das fremde Blut hinzukam, wuchs der Mensch heraus aus seinem Stamme. Während früher das, was in den Generationen war, im Blute sich abdrückte, drückte später sich das ab, was die äußeren Sinne vermittelten. Als letzter Rest, wenn auch nicht ganz wie beim alten Hellseher, ist es bei Anzengruber der Fall, er fühlt in sich nicht nur, was er selbst als Mensch, als einzelne Person empfindet, sondern er fühlt auch nach, was der Vater erlebt hat. Daher die Verehrung der Urahnen, weil und wo man den unmittelbaren Einfluss derselben noch fühlte.
[ 22 ] So gab es früher ein inneres Wissen, das die alten Weisen von innen ausströmen, das ausgeht von Systemen, die unterhalb des Blutes leben, ein Wissen vom ganzen Universum; das Wissen, das von innen einströmt anstelle dessen, was später im Menschenleben von außen Gewalt über sein Blut gewann. Jetzt hat das von außen Einströmende Gewalt über sein Blut.
[ 22 ] So gab es früher ein inneres Wissen, das die alten Weisen von innen ausströmen, das ausgeht von Systemen, die unterhalb des Blutes leben, ein Wissen vom ganzen Universum; das Wissen, das von innen einströmt anstelle dessen, was später im Menschenleben von außen Gewalt über sein Blut gewann. Jetzt hat das von außen Einströmende Gewalt über sein Blut.
[ 23 ] Die Genesis spricht von 800 und 900 Jahre alt werdenden Menschen. Dies lässt sich auch aus dem vorher Gesagten erklären: Es wurde in den alten Zeiten nicht bloß eine Person mit einem Namen benannt, sondern alles das, was das Ich umfassen kann; einem Menschen, der sich erinnerte, was nicht nur er, sondern was Vater und Großvater erlebten, alles, was sich als gemeinsames Gedächtnis zusammenfassen ließ, umfasste man mit gemeinsamen Namen. Indem das Alter abnimmt wie das Gedächtnis, nämlich alles das, was sich abdrückt im Blute einer Generation, haben wir den Übergang von der Nah-Ehe zur Fern-Ehe.
[ 23 ] Die Genesis spricht von 800 und 900 Jahre alt werdenden Menschen. Dies lässt sich auch aus dem vorher Gesagten erklären: Es wurde in den alten Zeiten nicht bloß eine Person mit einem Namen benannt, sondern alles das, was das Ich umfassen kann; einem Menschen, der sich erinnerte, was nicht nur er, sondern was Vater und Großvater erlebten, alles, was sich als gemeinsames Gedächtnis zusammenfassen ließ, umfasste man mit gemeinsamen Namen. Indem das Alter abnimmt wie das Gedächtnis, nämlich alles das, was sich abdrückt im Blute einer Generation, haben wir den Übergang von der Nah-Ehe zur Fern-Ehe.
[ 24 ] So zeigt sich schon in der Bibel, dass, wer des Menschen Blut hat, hat den Menschen selbst. Im Blute schreibt sich ein, was in den Menschen einwirkt, so viel sich einschreibt, so viel hat den Menschen. Durch solche Kombinationen der Geistesforschung wie hier, durch das Hellsehen, lassen sich die tiefsten Kulturmöglichkeiten erwägen. Unmöglich für die Kultur wäre es, eine ganz fremde auf eine ursprüngliche Kultur zu pfropfen. Viele meinen, gerade dadurch müsse sie sich im Blute abdrücken; das ist aber ein Irrtum.
[ 24 ] So zeigt sich schon in der Bibel, dass, wer des Menschen Blut hat, hat den Menschen selbst. Im Blute schreibt sich ein, was in den Menschen einwirkt, so viel sich einschreibt, so viel hat den Menschen. Durch solche Kombinationen der Geistesforschung wie hier, durch das Hellsehen, lassen sich die tiefsten Kulturmöglichkeiten erwägen. Unmöglich für die Kultur wäre es, eine ganz fremde auf eine ursprüngliche Kultur zu pfropfen. Viele meinen, gerade dadurch müsse sie sich im Blute abdrücken; das ist aber ein Irrtum.
[ 25 ] Wollte man zum Beispiel den Hindus unsere moderne Kultur aufzwingen, so würde man nur die ursprüngliche Kultur auslöschen. Wenn man die Kultur der höheren Völker in die niedere hereinbringen will, muss man die Vorbedingungen kennen; bei den immer größer werdenden Rassenmischungen sollten die zugrunde liegenden Verhältnisse erwogen werden. Hier einzugreifen und zu bewirken, dass ein richtiges System befolgt werde, dazu ist die Theosophie berufen. Wer die Menschen zu höherer Kultur führen will, muss wissen, wie er sich von außen dem Blute der Menschen zu nähern hat. Er kann dem Menschen keine Kultur bringen, wenn nicht dessen Blut reagiert. So kommt für die ganze Kultur die Weisheit des Spruches zum Ausdruck:
[ 25 ] Wollte man zum Beispiel den Hindus unsere moderne Kultur aufzwingen, so würde man nur die ursprüngliche Kultur auslöschen. Wenn man die Kultur der höheren Völker in die niedere hereinbringen will, muss man die Vorbedingungen kennen; bei den immer größer werdenden Rassenmischungen sollten die zugrunde liegenden Verhältnisse erwogen werden. Hier einzugreifen und zu bewirken, dass ein richtiges System befolgt werde, dazu ist die Theosophie berufen. Wer die Menschen zu höherer Kultur führen will, muss wissen, wie er sich von außen dem Blute der Menschen zu nähern hat. Er kann dem Menschen keine Kultur bringen, wenn nicht dessen Blut reagiert. So kommt für die ganze Kultur die Weisheit des Spruches zum Ausdruck:
Blut ist ein ganz besonderer Saft.
Blut ist ein ganz besonderer Saft.
[ 26 ] Was musste Mephistopheles tun, um Faust in seinem tiefsten Innern zu haben? Er musste sein Blut bekommen. Er will sich deshalb seines Blutes bemächtigen, weil er weiß, was auch die alten Sagen immer hervorheben:
[ 26 ] Was musste Mephistopheles tun, um Faust in seinem tiefsten Innern zu haben? Er musste sein Blut bekommen. Er will sich deshalb seines Blutes bemächtigen, weil er weiß, was auch die alten Sagen immer hervorheben:
Hast du sein Blut, so hast du sein Selbst!
Hast du sein Blut, so hast du sein Selbst!
[ 27 ] Die Geistesforschung findet darin die Erkenntnis, dass die Durchdringung dieses Spruches in Kulturstufen der Menschheit hineinleuchtet.
[ 27 ] Die Geistesforschung findet darin die Erkenntnis, dass die Durchdringung dieses Spruches in Kulturstufen der Menschheit hineinleuchtet.
