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The Human Soul, Fate and Death
GA 70a

2 December 1914, Munich

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Menschenseele, Schicksal und Tod
  1. The Human Soul, Fate and Death, tr. SOL

2. Die Menschenseele, das Schicksal und der Tod vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft

2. Die Menschenseele, das Schicksal und der Tod vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft

[ 1 ] Sehr verehrte Anwesende! Wenn gewiss zu jeder Zeit die großen Rätselfragen, die sich auf Schicksal und Tod beziehen, die Menschen zu Betrachtungen anregen müssen, so ist dies in unseren schicksalsschweren Tagen doch ganz besonders der Fall, wo die Frage nach dem Schicksal und das Rätsel des Todes unmittelbar oder mittelbar in so unzähligen Seelen durch die unmittelbaren Ereignisse des Tages erweckt werden. Nun habe ich oftmals darauf aufmerksam gemacht in den Vorträgen, die ich vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft hier halten durfte, wie die Fragen, wie diejenigen nach dem Schicksal und nach dem Wesen des Todes in unserer Zeit nach allen Anzeichen dieser unserer Zeit aus einer alten Betrachtungs- und Empfindungsweise allmählich übergehen müssen in eine wirkliche wissenschaftliche Betrachtungs- und Anschauungsweise.

[ 1 ] Sehr verehrte Anwesende! Wenn gewiss zu jeder Zeit die großen Rätselfragen, die sich auf Schicksal und Tod beziehen, die Menschen zu Betrachtungen anregen müssen, so ist dies in unseren schicksalsschweren Tagen doch ganz besonders der Fall, wo die Frage nach dem Schicksal und das Rätsel des Todes unmittelbar oder mittelbar in so unzähligen Seelen durch die unmittelbaren Ereignisse des Tages erweckt werden. Nun habe ich oftmals darauf aufmerksam gemacht in den Vorträgen, die ich vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft hier halten durfte, wie die Fragen, wie diejenigen nach dem Schicksal und nach dem Wesen des Todes in unserer Zeit nach allen Anzeichen dieser unserer Zeit aus einer alten Betrachtungs- und Empfindungsweise allmählich übergehen müssen in eine wirkliche wissenschaftliche Betrachtungs- und Anschauungsweise.

[ 2 ] So wie vor zwei, drei Jahrhunderten über die Menschheitsentwicklung eine Welle hinzog, welche die neuere naturwissenschaftliche Anschauung brachte, so gewahren wir, wie es in den Impulsen der Zeit in der Gegenwart liegt, dass Geisteswissenschaft, Wissenschaft über die Fragen des geistigen Lebens, von unserer Zeit an in die Kulturentwicklung der Menschheit einzieht. Nun muss aber betont werden, dass allerdings gerade dann, wenn geistige Fragen, geistige Rätsel in ein wissenschaftliches Licht gerückt werden sollen, das wissenschaftliche Forschen, das wissenschaftliche Arbeiten einen ganz anderen Charakter in gewissem Sinne annehmen muss als dieses wissenschaftliche Arbeiten, dieses wissenschaftliche Forschen für das äußere Naturleben und für die äußeren Naturtatsachen.

[ 2 ] So wie vor zwei, drei Jahrhunderten über die Menschheitsentwicklung eine Welle hinzog, welche die neuere naturwissenschaftliche Anschauung brachte, so gewahren wir, wie es in den Impulsen der Zeit in der Gegenwart liegt, dass Geisteswissenschaft, Wissenschaft über die Fragen des geistigen Lebens, von unserer Zeit an in die Kulturentwicklung der Menschheit einzieht. Nun muss aber betont werden, dass allerdings gerade dann, wenn geistige Fragen, geistige Rätsel in ein wissenschaftliches Licht gerückt werden sollen, das wissenschaftliche Forschen, das wissenschaftliche Arbeiten einen ganz anderen Charakter in gewissem Sinne annehmen muss als dieses wissenschaftliche Arbeiten, dieses wissenschaftliche Forschen für das äußere Naturleben und für die äußeren Naturtatsachen.

[ 3 ] Und das ist es, sehr verehrte Anwesende, was in so vielen Kreisen, man kann sagen, allgemein heute noch die herbsten Vorurteile wachruft gegen das, was Geisteswissenschaft zu sagen hat. Nicht nur, dass die allgemeinen Vorurteile vorliegen, die sich gegen jede neue Kulturströmung geltend machen, die sich geltend gemacht haben ja auch in weitesten Kreisen als die Morgenröte der neuen Naturwissenschaft aufleuchtete, sondern es liegt noch etwas ganz Besonderes vor, dass in einem viel höheren Grade die Menschheit wird umlernen müssen in Bezug auf Geisteswissenschaft, wie sie das hat müssen in Bezug auf Naturwissenschaft. Und lag der Menschheit auch noch vor wenigen Jahrhunderten ganz fern, entgegen allem Sinnenscheine annehmen zu sollen, [nicht] dass die Erde stillstehe [und] dass die Sonne nicht stillstehe; sondern [dass] die Sonne stillstehe und die Erde sich um sie bewege, so liegt es noch ferner im Grunde genommen dieser Menschenseele, nach ihrem heutigen Entwicklungsgang anzunehmen, dass das Leben des Geistes, die Ergebnisse der Geisteswissenschaft im eminentesten Sinne im Grunde widersprechen müssen alledem, was der äußere Sinnenschein darbietet, und dass schon die ganze Art des Forschens über geistige Gebiete eine andere Form annehmen muss als die äußere naturwissenschaftliche Forschung.

[ 3 ] Und das ist es, sehr verehrte Anwesende, was in so vielen Kreisen, man kann sagen, allgemein heute noch die herbsten Vorurteile wachruft gegen das, was Geisteswissenschaft zu sagen hat. Nicht nur, dass die allgemeinen Vorurteile vorliegen, die sich gegen jede neue Kulturströmung geltend machen, die sich geltend gemacht haben ja auch in weitesten Kreisen als die Morgenröte der neuen Naturwissenschaft aufleuchtete, sondern es liegt noch etwas ganz Besonderes vor, dass in einem viel höheren Grade die Menschheit wird umlernen müssen in Bezug auf Geisteswissenschaft, wie sie das hat müssen in Bezug auf Naturwissenschaft. Und lag der Menschheit auch noch vor wenigen Jahrhunderten ganz fern, entgegen allem Sinnenscheine annehmen zu sollen, [nicht] dass die Erde stillstehe [und] dass die Sonne nicht stillstehe; sondern [dass] die Sonne stillstehe und die Erde sich um sie bewege, so liegt es noch ferner im Grunde genommen dieser Menschenseele, nach ihrem heutigen Entwicklungsgang anzunehmen, dass das Leben des Geistes, die Ergebnisse der Geisteswissenschaft im eminentesten Sinne im Grunde widersprechen müssen alledem, was der äußere Sinnenschein darbietet, und dass schon die ganze Art des Forschens über geistige Gebiete eine andere Form annehmen muss als die äußere naturwissenschaftliche Forschung.

[ 4 ] Versuchen wir einmal, den elementarsten, primitivsten Charakter des äußeren naturwissenschaftlichen Forschens und Anschauens uns vor die Seele zu rücken! Er besteht ja darin, dass der Mensch zunächst seine Sinne und auch seinen Verstand, insofern dieser an das Gehirn gebunden ist, auf die Außenwelt hinrichtet, die Eindrücke der Außenwelt empfängt und sich Ideen, Gedanken, Begriffe über diese Außenwelt bildet. In diesen Ideen, Gedanken, Begriffen, die er sich bildet, hat er dann das in sich zu erleben, was man gewöhnlich die Naturgesetze nennt. Auf zweierlei darf hingewiesen werden bei diesem äußeren Forschen, wenn man den Unterschied dieses Forschens hervorheben will von dem, was Geisteswissenschaft will.

[ 4 ] Versuchen wir einmal, den elementarsten, primitivsten Charakter des äußeren naturwissenschaftlichen Forschens und Anschauens uns vor die Seele zu rücken! Er besteht ja darin, dass der Mensch zunächst seine Sinne und auch seinen Verstand, insofern dieser an das Gehirn gebunden ist, auf die Außenwelt hinrichtet, die Eindrücke der Außenwelt empfängt und sich Ideen, Gedanken, Begriffe über diese Außenwelt bildet. In diesen Ideen, Gedanken, Begriffen, die er sich bildet, hat er dann das in sich zu erleben, was man gewöhnlich die Naturgesetze nennt. Auf zweierlei darf hingewiesen werden bei diesem äußeren Forschen, wenn man den Unterschied dieses Forschens hervorheben will von dem, was Geisteswissenschaft will.

[ 5 ] Auf der einen Seite kann man sagen: Diesem Forschen liegt vor, äußerlich vor ihm ausgebreitet, das, was in Wirklichkeit ist; und von dieser äußeren Wirklichkeit schreitet fort der menschliche Geist, schreitet fort die menschliche Seelenanschauung zu dem, was sie haben will, zu dem, was sie erreichen will, sodass Wissenschaft dieser äußeren Natur gewissermaßen eine Konsequenz, eine Folge des Erlebens der äußeren realen Wirklichkeit auf diesem Gebiete ist. Das andere, das sich jedem aufdrängt, der ein wenig das Verhalten der Seele zu diesem äußeren Forschen ins Auge fasst, das ist, dass wir in diesem Forschen, in diesem Fortschreiten von dem Anschauen der Außenwelt zu den Begriffen, Vorstellungen, Ideen, die wir uns machen, gleichsam von dem vollsaftig Wirklichen, von der inhaltsvollen Realität fortschreiten zu demjenigen, was dann in unseren Gedanken, Vorstellungen, Begriffen gewissermaßen ätherisch, dünn ist gegenüber dem Vollsaftigen der äußeren Wirklichkeit. Wir fühlen es: Stehen wir mit unseren Sinnen der Wirklichkeit gegenüber, so stehen wir im vollen Leben darinnen. Indem wir uns das Wissen, die Erkenntnis über die äußere Wirklichkeit bilden, entfernen wir uns von dieser vollsaftigen Wirklichkeit. Oftmals ist es betont worden: Wir gehen zu einer Art grauen inneren Erlebens fort, zu einem dünnen «Ätherischen».

[ 5 ] Auf der einen Seite kann man sagen: Diesem Forschen liegt vor, äußerlich vor ihm ausgebreitet, das, was in Wirklichkeit ist; und von dieser äußeren Wirklichkeit schreitet fort der menschliche Geist, schreitet fort die menschliche Seelenanschauung zu dem, was sie haben will, zu dem, was sie erreichen will, sodass Wissenschaft dieser äußeren Natur gewissermaßen eine Konsequenz, eine Folge des Erlebens der äußeren realen Wirklichkeit auf diesem Gebiete ist. Das andere, das sich jedem aufdrängt, der ein wenig das Verhalten der Seele zu diesem äußeren Forschen ins Auge fasst, das ist, dass wir in diesem Forschen, in diesem Fortschreiten von dem Anschauen der Außenwelt zu den Begriffen, Vorstellungen, Ideen, die wir uns machen, gleichsam von dem vollsaftig Wirklichen, von der inhaltsvollen Realität fortschreiten zu demjenigen, was dann in unseren Gedanken, Vorstellungen, Begriffen gewissermaßen ätherisch, dünn ist gegenüber dem Vollsaftigen der äußeren Wirklichkeit. Wir fühlen es: Stehen wir mit unseren Sinnen der Wirklichkeit gegenüber, so stehen wir im vollen Leben darinnen. Indem wir uns das Wissen, die Erkenntnis über die äußere Wirklichkeit bilden, entfernen wir uns von dieser vollsaftigen Wirklichkeit. Oftmals ist es betont worden: Wir gehen zu einer Art grauen inneren Erlebens fort, zu einem dünnen «Ätherischen».

[ 6 ] Nun muss der Geistesforscher den gerade umgekehrten Weg machen, den der Forscher in der äußeren Natur in der charakterisierten Weise zu machen hat. Der Forscher über die äußere Natur hat diese Natur vorliegend und er gelangt zuletzt zu dem, was den Inhalt seines Wissens, seiner Wissenschaft bildet, was in seiner Seele lebt. Der Geistesforscher muss ausgehen von dem, was in der Seele lebt, und alles das, was man Wissen, Wissenschaft, inneres Vorstellen, inneres Erleben in Gedanken und Begriffen nennen kann, was Resultat, Konsequenz der äußeren Forschung ist, das ist Vorbereitung für den Geistesforscher. Der Geistesforscher kann nicht von etwas ausgehen, was ihm äußerlich gegeben ist, er muss vom inneren, kraftvollen Erleben ausgehen, und das, was sonst Inhalt der Wissenschaft ist, das ist nur Vorbereitung auf dasjenige, was der Geistesforscher in seiner Seele lebendig machen kann, wenn er den Blick abwendet, die Aufmerksamkeit abwendet von allen äußeren Sinnesanschauungen, von alldem, was der Verstand unter dem Einfluss der äußeren Wirklichkeit denken kann.

[ 6 ] Nun muss der Geistesforscher den gerade umgekehrten Weg machen, den der Forscher in der äußeren Natur in der charakterisierten Weise zu machen hat. Der Forscher über die äußere Natur hat diese Natur vorliegend und er gelangt zuletzt zu dem, was den Inhalt seines Wissens, seiner Wissenschaft bildet, was in seiner Seele lebt. Der Geistesforscher muss ausgehen von dem, was in der Seele lebt, und alles das, was man Wissen, Wissenschaft, inneres Vorstellen, inneres Erleben in Gedanken und Begriffen nennen kann, was Resultat, Konsequenz der äußeren Forschung ist, das ist Vorbereitung für den Geistesforscher. Der Geistesforscher kann nicht von etwas ausgehen, was ihm äußerlich gegeben ist, er muss vom inneren, kraftvollen Erleben ausgehen, und das, was sonst Inhalt der Wissenschaft ist, das ist nur Vorbereitung auf dasjenige, was der Geistesforscher in seiner Seele lebendig machen kann, wenn er den Blick abwendet, die Aufmerksamkeit abwendet von allen äußeren Sinnesanschauungen, von alldem, was der Verstand unter dem Einfluss der äußeren Wirklichkeit denken kann.

[ 7 ] Was der Geistesforscher hier erlebt unter dem Ausschluss der äußeren Wirklichkeit, wenn er nur rein auf innere Gedanken und Vorstellungserlebnisse den Seelenblick lenkt, wenn er die Aufmerksamkeit nun ganz auf das Innere wendet, in dem liegt seine Vorbereitung für sein Forschen. Was da in seinem Inneren vorgeht, um das handelt es sich. Was da in seinem Inneren vorgeht, dieser Umfang der inneren Erlebnisse, man kann das alles charakterisieren, indem man sagt: Der Weg des Geistesforschers geht durch die Gedankenkonzentration. Aber unter dieser Gedankenkonzentration muss man sich etwas vorstellen, was allerdings gegenüber dem, was man im gewöhnlichen Leben konzentriertes Denken nennt, große Unterschiede aufweist. Nicht als ob es etwas anderes wäre, es ist im Grunde genommen nur eine Steigerung desjenigen, was wir sonst auch im äußeren Leben Aufmerksamkeit nennen; aber es ist eine unbegrenzte Steigerung dieser Aufmerksamkeit.

[ 7 ] Was der Geistesforscher hier erlebt unter dem Ausschluss der äußeren Wirklichkeit, wenn er nur rein auf innere Gedanken und Vorstellungserlebnisse den Seelenblick lenkt, wenn er die Aufmerksamkeit nun ganz auf das Innere wendet, in dem liegt seine Vorbereitung für sein Forschen. Was da in seinem Inneren vorgeht, um das handelt es sich. Was da in seinem Inneren vorgeht, dieser Umfang der inneren Erlebnisse, man kann das alles charakterisieren, indem man sagt: Der Weg des Geistesforschers geht durch die Gedankenkonzentration. Aber unter dieser Gedankenkonzentration muss man sich etwas vorstellen, was allerdings gegenüber dem, was man im gewöhnlichen Leben konzentriertes Denken nennt, große Unterschiede aufweist. Nicht als ob es etwas anderes wäre, es ist im Grunde genommen nur eine Steigerung desjenigen, was wir sonst auch im äußeren Leben Aufmerksamkeit nennen; aber es ist eine unbegrenzte Steigerung dieser Aufmerksamkeit.

[ 8 ] Dass man Vorstellungen, die zunächst nichts zu tun zu haben brauchen mit einer äußeren Wirklichkeit, dass man symbolische Vorstellungen, Ideen aufnimmt nur zu dem Zwecke, nicht um diese Ideen als solche ihrem Inhalt nachzudenken, sondern um alle inneren Kräfte der Seele, die sonst über die äußere Wirklichkeit zerstreut werden, zu konzentrieren auf einen inneren Punkt, auf den Punkt, den man mit einer Vorstellung in den Mittelpunkt des Seelenlebens gelenkt hat, darauf kommt es an. Da ist man dann ganz in sich; aber man ist nicht ruhig in sich. Da ist man innerlich tätig erlebend. Wer eine solche innere Gedankenkonzentration genügend lange — genügend lange bedeutet nicht ein paar Stunden, sondern wochen-, jahrelang, in wiederholter innerer Tätigkeit —, wer das genügend lange fortsetzt, der geht einen Weg in seiner Seele, der ihn zuletzt dazu führt, eine Wirklichkeit zu erleben. Wie man im gewöhnlichen Anschauen von der Wirklichkeit ausgeht und zum Seelenerleben fortschreitet, so geht man beim Geistesforschen von den konzentrierten inneren Erlebnissen aus und gelangt zu einer neuen geistigen Wirklichkeit. Diese neue geistige Wirklichkeit kann man nicht innerlich machen. Das, was man innerlich machen kann, ist lediglich Vorbereitung zum geistigen Anschauen. Diese geistige Wirklichkeit, die muss am Ende des Vorbereitungsweges an den Menschen herantreten. Während das Wissen also sonst als Folge erlangt wird des Hinschauens auf die äußere Wirklichkeit, wird bei der Geistesforschung die Wirklichkeit erlangt auf Grundlage des innerlich arbeitenden, des innerlich tätigen Wissens. Niemand kann das, wozu er dann kommt, irgendwie innerlich im Geiste machen. Was er im Geiste tun kann, ist, den Weg gehen, der dahin führt.

[ 8 ] Dass man Vorstellungen, die zunächst nichts zu tun zu haben brauchen mit einer äußeren Wirklichkeit, dass man symbolische Vorstellungen, Ideen aufnimmt nur zu dem Zwecke, nicht um diese Ideen als solche ihrem Inhalt nachzudenken, sondern um alle inneren Kräfte der Seele, die sonst über die äußere Wirklichkeit zerstreut werden, zu konzentrieren auf einen inneren Punkt, auf den Punkt, den man mit einer Vorstellung in den Mittelpunkt des Seelenlebens gelenkt hat, darauf kommt es an. Da ist man dann ganz in sich; aber man ist nicht ruhig in sich. Da ist man innerlich tätig erlebend. Wer eine solche innere Gedankenkonzentration genügend lange — genügend lange bedeutet nicht ein paar Stunden, sondern wochen-, jahrelang, in wiederholter innerer Tätigkeit —, wer das genügend lange fortsetzt, der geht einen Weg in seiner Seele, der ihn zuletzt dazu führt, eine Wirklichkeit zu erleben. Wie man im gewöhnlichen Anschauen von der Wirklichkeit ausgeht und zum Seelenerleben fortschreitet, so geht man beim Geistesforschen von den konzentrierten inneren Erlebnissen aus und gelangt zu einer neuen geistigen Wirklichkeit. Diese neue geistige Wirklichkeit kann man nicht innerlich machen. Das, was man innerlich machen kann, ist lediglich Vorbereitung zum geistigen Anschauen. Diese geistige Wirklichkeit, die muss am Ende des Vorbereitungsweges an den Menschen herantreten. Während das Wissen also sonst als Folge erlangt wird des Hinschauens auf die äußere Wirklichkeit, wird bei der Geistesforschung die Wirklichkeit erlangt auf Grundlage des innerlich arbeitenden, des innerlich tätigen Wissens. Niemand kann das, wozu er dann kommt, irgendwie innerlich im Geiste machen. Was er im Geiste tun kann, ist, den Weg gehen, der dahin führt.

[ 9 ] Das, was ich damit charakterisiere, verspürte zum Beispiel ein solcher Geist wie derjenige, von dem ich gestern gesprochen habe, Johann Gottlieb Fichte, indem, was er schon wissen, erahnen konnte von dem Wissen wirklicher Geisteswissenschaft. Schöne Worte gerade in Bezug darauf hat er gesprochen:

[ 9 ] Das, was ich damit charakterisiere, verspürte zum Beispiel ein solcher Geist wie derjenige, von dem ich gestern gesprochen habe, Johann Gottlieb Fichte, indem, was er schon wissen, erahnen konnte von dem Wissen wirklicher Geisteswissenschaft. Schöne Worte gerade in Bezug darauf hat er gesprochen:

Der natürliche Mensch vermag nicht durch eigene Kraft sich zum Übernatürlichen zu erheben, er muss durch die Kraft des Übernatürlichen selbst dazu erhoben werden.

Der natürliche Mensch vermag nicht durch eigene Kraft sich zum Übernatürlichen zu erheben, er muss durch die Kraft des Übernatürlichen selbst dazu erhoben werden.

[ 10 ] Das heißt, der Mensch muss dem Übernatürlichen entgegengehen, und dieses Übernatürliche muss ihn aufnehmen. Das ist es, um was es sich handelt. Von dem Ätherischen, von dem Dünnen des inneren Seelenerlebens gehen wir aus und hingelangen wir zu dem voll Inhaltlichen der geistigen Wirklichkeit.

[ 10 ] Das heißt, der Mensch muss dem Übernatürlichen entgegengehen, und dieses Übernatürliche muss ihn aufnehmen. Das ist es, um was es sich handelt. Von dem Ätherischen, von dem Dünnen des inneren Seelenerlebens gehen wir aus und hingelangen wir zu dem voll Inhaltlichen der geistigen Wirklichkeit.

[ 11 ] Gewiss, sehr verehrte Anwesende, die Einwände, die aus dem Zeitbewusstsein gemacht werden können gegen ein solches geisteswissenschaftliches Forschen, sind natürlich, sind, ich möchte sagen selbstverständlich; insbesondere der Einwand ist selbstverständlich, der immer wieder und wiederum erhoben werden wird, dass das, was also der Geistesforscher erlebt, ja keinen allgemeinen objektiven Wert haben könne, sondern dass das subjektive Erlebnisse seien, dass der Mensch, wenn er Erkenntnis haben will, im Grunde genommen darauf angewiesen sei, die Grenzen des Erkenntnisvermögens abzustecken und zu gestehen, dass das Übersinnliche beruhe auf subjektiven Erlebnissen. Dieser Einwand ist deshalb so sehr berechtigt, weil er wirklich gilt für den Anfang des Weges, weil wirklich der Anfang des Weges, solange diese Vorbereitung ist, innere Überwindungen, innere Kämpfe, innere Seelentragik in sich schließt, die subjektiv sind, die im Grunde genommen nur denjenigen persönlich angehen, der sie durchmacht. Aber etwas anderes ist das, wo man zuletzt ankommt, was man nicht aus seinem Inneren hervorruft, dem man begegnet, das einen hinnimmt. So wie man auf einen Berg die verschiedensten Wege hinaufgehen kann zum Gipfel, aber auf diesem zuletzt vom Gipfel aus nach allen Seiten sieht, so ist es beim Geistesforscher: Solange der Geistesforscher auf seinem Wege ist, gehen ihn gewissermaßen die Dinge nur persönlich an; dann aber, wenn er der geistigen Wirklichkeit entgegengetreten ist, dann steht er vor einem Objektiven, vor einem Realen, das übersinnlich so voll inhaltlich ist für den Geistesforscher, wie das Sinnliche voll inhaltlich für die äußere Beobachtung ist.

[ 11 ] Gewiss, sehr verehrte Anwesende, die Einwände, die aus dem Zeitbewusstsein gemacht werden können gegen ein solches geisteswissenschaftliches Forschen, sind natürlich, sind, ich möchte sagen selbstverständlich; insbesondere der Einwand ist selbstverständlich, der immer wieder und wiederum erhoben werden wird, dass das, was also der Geistesforscher erlebt, ja keinen allgemeinen objektiven Wert haben könne, sondern dass das subjektive Erlebnisse seien, dass der Mensch, wenn er Erkenntnis haben will, im Grunde genommen darauf angewiesen sei, die Grenzen des Erkenntnisvermögens abzustecken und zu gestehen, dass das Übersinnliche beruhe auf subjektiven Erlebnissen. Dieser Einwand ist deshalb so sehr berechtigt, weil er wirklich gilt für den Anfang des Weges, weil wirklich der Anfang des Weges, solange diese Vorbereitung ist, innere Überwindungen, innere Kämpfe, innere Seelentragik in sich schließt, die subjektiv sind, die im Grunde genommen nur denjenigen persönlich angehen, der sie durchmacht. Aber etwas anderes ist das, wo man zuletzt ankommt, was man nicht aus seinem Inneren hervorruft, dem man begegnet, das einen hinnimmt. So wie man auf einen Berg die verschiedensten Wege hinaufgehen kann zum Gipfel, aber auf diesem zuletzt vom Gipfel aus nach allen Seiten sieht, so ist es beim Geistesforscher: Solange der Geistesforscher auf seinem Wege ist, gehen ihn gewissermaßen die Dinge nur persönlich an; dann aber, wenn er der geistigen Wirklichkeit entgegengetreten ist, dann steht er vor einem Objektiven, vor einem Realen, das übersinnlich so voll inhaltlich ist für den Geistesforscher, wie das Sinnliche voll inhaltlich für die äußere Beobachtung ist.

[ 12 ] Aber nun gibt es eines, das als besonders charakteristisch zu berücksichtigen ist, wenn der Geistesforscher den eben charakterisierten Weg durchmacht. Rufen wir uns noch einmal vor die Seele, worin dieser Weg besteht: Darin besteht er, dass man mit Ablenkung der Aufmerksamkeit von aller äußeren Sinneswelt, mit der gespanntesten, ins Unbegrenzte gesteigerten Aufmerksamkeit nur lebt in Vorstellungen, Begriffen, die die eigene Seele in sich erwecken kann. So lebt man sich hinein in ein allmählich in dieser Art gesteigertes, konzentriertes inneres Leben. Nun ist das Eigenartige: Je mehr es einem gelingt, diese innere Konzentration bis zu einem gewissen Punkt zu treiben, je mehr man dazu gelangt, innere Spannung zu erleben, in der man sich sagt: Du bist jetzt ganz darinnen in dem, was du dir vorgezeichnet hast, du hast vergessen deine ganze Leiblichkeit und Umgebung, du lebst nur in deinen konzentrierten Gedanken, desto mehr merkt man von einer gewissen Stufe an — denn vor dieser wird das innere Gedankenerleben immer stärker und stärker —, merkt man, dass dieses innere Gedankenleben wie in sich selber ein Erlöschen durchmacht, ein immer weniger und weniger Intensives wird. Und ein eigentümliches Erleben tritt auf, das man so beschreiben könnte, dass man sagt: Es ist, wie wenn der Gedanke, auf den man sich konzentriert hat, einen mit allen seinen Seelenkräften mitnähme und sich zerstreute in dem allgemeinen Äther der Welt. Das ist das Ergebnis dieser gespannten, gesteigerten, dieser, man möchte sagen technisch betriebenen inneren Konzentrations- und Aufmerksamkeitssteigerung.

[ 12 ] Aber nun gibt es eines, das als besonders charakteristisch zu berücksichtigen ist, wenn der Geistesforscher den eben charakterisierten Weg durchmacht. Rufen wir uns noch einmal vor die Seele, worin dieser Weg besteht: Darin besteht er, dass man mit Ablenkung der Aufmerksamkeit von aller äußeren Sinneswelt, mit der gespanntesten, ins Unbegrenzte gesteigerten Aufmerksamkeit nur lebt in Vorstellungen, Begriffen, die die eigene Seele in sich erwecken kann. So lebt man sich hinein in ein allmählich in dieser Art gesteigertes, konzentriertes inneres Leben. Nun ist das Eigenartige: Je mehr es einem gelingt, diese innere Konzentration bis zu einem gewissen Punkt zu treiben, je mehr man dazu gelangt, innere Spannung zu erleben, in der man sich sagt: Du bist jetzt ganz darinnen in dem, was du dir vorgezeichnet hast, du hast vergessen deine ganze Leiblichkeit und Umgebung, du lebst nur in deinen konzentrierten Gedanken, desto mehr merkt man von einer gewissen Stufe an — denn vor dieser wird das innere Gedankenerleben immer stärker und stärker —, merkt man, dass dieses innere Gedankenleben wie in sich selber ein Erlöschen durchmacht, ein immer weniger und weniger Intensives wird. Und ein eigentümliches Erleben tritt auf, das man so beschreiben könnte, dass man sagt: Es ist, wie wenn der Gedanke, auf den man sich konzentriert hat, einen mit allen seinen Seelenkräften mitnähme und sich zerstreute in dem allgemeinen Äther der Welt. Das ist das Ergebnis dieser gespannten, gesteigerten, dieser, man möchte sagen technisch betriebenen inneren Konzentrations- und Aufmerksamkeitssteigerung.

[ 13 ] Man kann das so ausdrücken, wenn man ein Bild gebrauchen will, dass man sagt: So weit muss die innere Gedankenkonzentration betrieben werden zum Behufe der Geistesforschung, dass der Gedanke erst stärker und stärker wird und dann, indem er sein Leben also in der Seele entfaltet, sich so weit steigert, dass er erstirbt und man mit ihm selber gewissermaßen seelisch fühlend dahinstirbt. Der Gedanke muss in der Seele erst ersterben — so könnte man es aussprechen —, wenn er den Menschen in die geistige Welt tragen soll.

[ 13 ] Man kann das so ausdrücken, wenn man ein Bild gebrauchen will, dass man sagt: So weit muss die innere Gedankenkonzentration betrieben werden zum Behufe der Geistesforschung, dass der Gedanke erst stärker und stärker wird und dann, indem er sein Leben also in der Seele entfaltet, sich so weit steigert, dass er erstirbt und man mit ihm selber gewissermaßen seelisch fühlend dahinstirbt. Der Gedanke muss in der Seele erst ersterben — so könnte man es aussprechen —, wenn er den Menschen in die geistige Welt tragen soll.

[ 14 ] Gelangt man so zu einer gewissen Stufe geistesforscherischer Tätigkeit, dann hat man gleichsam das erreicht, was man nennen könnte: ein inneres geistiges Fühlen und Tasten in der Welt. Das weiß der Geistesforscher in diesem Moment, wo der Gedanke anfängt zu ersterben, dass er nunmehr eintritt in eine Sphäre des Erlebens, des innerlich starken Erlebens, wo der Gedanke aufhört, wo aber die Lebenskräfte in sich gespannt erlebt werden. Das weiß der Geistesforscher, dass er in diesem Moment mit dem, was er innerlich erlebt, nicht innerhalb seines Gehirnwerkzeuges steht; das weiß er durch das unmittelbare Erlebnis. Er weiß: Du erlebst dich jetzt außerhalb deines Leibes. Und in diesem Erleben, das ein gespanntes wird, stirbt gewissermaßen das Bewusstsein. Und in diesem Ersterben tritt eine innere Erfahrung auf, eine innere Erfahrung, die außerordentlich bedeutsam ist, die erschütternd ist, wenn sie zum ersten Mal erlebt wird. Die Erfahrung, die da auftritt, das ist diese, dass man ein Gefühl bekommt: Das Hineinleben in die geistige Welt ist etwas ganz anderes als das in die äußere physische Welt.

[ 14 ] Gelangt man so zu einer gewissen Stufe geistesforscherischer Tätigkeit, dann hat man gleichsam das erreicht, was man nennen könnte: ein inneres geistiges Fühlen und Tasten in der Welt. Das weiß der Geistesforscher in diesem Moment, wo der Gedanke anfängt zu ersterben, dass er nunmehr eintritt in eine Sphäre des Erlebens, des innerlich starken Erlebens, wo der Gedanke aufhört, wo aber die Lebenskräfte in sich gespannt erlebt werden. Das weiß der Geistesforscher, dass er in diesem Moment mit dem, was er innerlich erlebt, nicht innerhalb seines Gehirnwerkzeuges steht; das weiß er durch das unmittelbare Erlebnis. Er weiß: Du erlebst dich jetzt außerhalb deines Leibes. Und in diesem Erleben, das ein gespanntes wird, stirbt gewissermaßen das Bewusstsein. Und in diesem Ersterben tritt eine innere Erfahrung auf, eine innere Erfahrung, die außerordentlich bedeutsam ist, die erschütternd ist, wenn sie zum ersten Mal erlebt wird. Die Erfahrung, die da auftritt, das ist diese, dass man ein Gefühl bekommt: Das Hineinleben in die geistige Welt ist etwas ganz anderes als das in die äußere physische Welt.

[ 15 ] Und hier ist es, wo man betonen muss, dass über die geistige Welt es deshalb so schwierig ist richtige Begriffe zu verbreiten, weil die meisten Menschen nach dem gegenwärtig üblichen Vorstellen eigentlich notwendigerweise sich diese Welt anders vorstellen müssen, als sie ist. Während man der physisch-sinnlichen Welt so gegenübersteht, dass man sagen kann: Da draußen ist sie, man schaut sie an, man nimmt sie auf durch seine Sinne und den Verstand, ist es mit der geistigen Welt und allem, was solcher Art ist, so, dass es vor einem steht, gleichsam alles Denken versinkt und etwas anderes auftritt. Das tritt auf, dass man sich selber wie hingenommen fühlt von einer Welt, dass man sich selber gegenüber dieser Welt so erfühlt, wie sich die Pflanze, der Stein draußen erfühlen müssten in dem Moment, wo sie erkennen könnten: Du wirst jetzt aufgenommen von einem Wissen, von einem Vorstellen eines Menschen. Wie die Gedanken etwa, die von der Außenwelt einströmen, sich hingenommen fühlten von uns, so fühlt sich derjenige, der wirklich geistesforscherisch mit seinem ganzen Wesen — indem er das Vorstellen in sich ersterben fühlt — aufgeht in dem Neuen, hingenommen von einer Welt. Das ist es, worauf es ankommt.

[ 15 ] Und hier ist es, wo man betonen muss, dass über die geistige Welt es deshalb so schwierig ist richtige Begriffe zu verbreiten, weil die meisten Menschen nach dem gegenwärtig üblichen Vorstellen eigentlich notwendigerweise sich diese Welt anders vorstellen müssen, als sie ist. Während man der physisch-sinnlichen Welt so gegenübersteht, dass man sagen kann: Da draußen ist sie, man schaut sie an, man nimmt sie auf durch seine Sinne und den Verstand, ist es mit der geistigen Welt und allem, was solcher Art ist, so, dass es vor einem steht, gleichsam alles Denken versinkt und etwas anderes auftritt. Das tritt auf, dass man sich selber wie hingenommen fühlt von einer Welt, dass man sich selber gegenüber dieser Welt so erfühlt, wie sich die Pflanze, der Stein draußen erfühlen müssten in dem Moment, wo sie erkennen könnten: Du wirst jetzt aufgenommen von einem Wissen, von einem Vorstellen eines Menschen. Wie die Gedanken etwa, die von der Außenwelt einströmen, sich hingenommen fühlten von uns, so fühlt sich derjenige, der wirklich geistesforscherisch mit seinem ganzen Wesen — indem er das Vorstellen in sich ersterben fühlt — aufgeht in dem Neuen, hingenommen von einer Welt. Das ist es, worauf es ankommt.

[ 16 ] Wie wir unsere Gedanken erfassen und sie hinnehmen und sie dann in uns sind, so erleben wir gleichsam das Schicksal von Gedanken. Wir werden selber Gedanken, können wir sagen, und fühlen, wie wenn wir ein Gedanke wäre und von übersinnlichen Wesenheiten erfasst würden, wie sonst unsere Gedanken von uns erfasst werden und wie wenn wir nun ruhten in diesen übersinnlichen Wesenheiten. Wir sind darinnen in diesen Wesenheiten. Da gewahren wir, wenn wir auf diese Stufe kommen, dass eine unsichtbare Welt über uns ist, aber dass wir sie nicht so erleben können, wie es sich manche vorstellen; sondern so muss sie erlebt werden, dass alles [Gedankenmäßige] aufhört und wir erlebend eingehen in eine übersinnliche Welt. Einen Moment ist es so, wie es etwa bei einem Menschen wäre, der stärker und stärker sein Gesicht und Gehör anstrengte, und mit verstärktem Gesicht und Gehör er blind und taub würde. So wird man gleichsam blind und taub für das Gedankenvorstellen, weil man fühlt: Du bist jetzt hingenommen von der geistigen Welt. Nicht: man erlebt, sondern man fühlt, man wird erlebt. Es muss immer und immer wieder betont werden: Das Hinaufdringen in die geistige Welt hat einen entgegengesetzten Charakter als das Hineindringen in die äußere, sinnliche Welt.

[ 16 ] Wie wir unsere Gedanken erfassen und sie hinnehmen und sie dann in uns sind, so erleben wir gleichsam das Schicksal von Gedanken. Wir werden selber Gedanken, können wir sagen, und fühlen, wie wenn wir ein Gedanke wäre und von übersinnlichen Wesenheiten erfasst würden, wie sonst unsere Gedanken von uns erfasst werden und wie wenn wir nun ruhten in diesen übersinnlichen Wesenheiten. Wir sind darinnen in diesen Wesenheiten. Da gewahren wir, wenn wir auf diese Stufe kommen, dass eine unsichtbare Welt über uns ist, aber dass wir sie nicht so erleben können, wie es sich manche vorstellen; sondern so muss sie erlebt werden, dass alles [Gedankenmäßige] aufhört und wir erlebend eingehen in eine übersinnliche Welt. Einen Moment ist es so, wie es etwa bei einem Menschen wäre, der stärker und stärker sein Gesicht und Gehör anstrengte, und mit verstärktem Gesicht und Gehör er blind und taub würde. So wird man gleichsam blind und taub für das Gedankenvorstellen, weil man fühlt: Du bist jetzt hingenommen von der geistigen Welt. Nicht: man erlebt, sondern man fühlt, man wird erlebt. Es muss immer und immer wieder betont werden: Das Hinaufdringen in die geistige Welt hat einen entgegengesetzten Charakter als das Hineindringen in die äußere, sinnliche Welt.

[ 17 ] Nicht um ein Eindringen in eine gespenstige Welt, sondern um ein Erleben in einem anderen Sinne, als das gewöhnliche Erleben ist, um das handelt es sich. So ist man drinnen, — das ist alles, was man auf dieser Stufe nun weiß —, so ist man drinnen in einer geistigen Welt. So weiß man: Über dieser sinnlichen Welt schweben gleichsam geistige Wesenheiten, und du kannst von ihnen aufgenommen werden, wie dein Gedanke von dir aufgenommen wird. Aber man fühlt sich wie blind und taub, denn erstorben ist das Denken, das Wissen. Die gewöhnliche Wissenschaft muss erst ersterben, bevor man eindringen kann in die geistige Welt. Man fühlt sich wie blind und taub, aber tastend in der geistigen Welt. Die Lebenskräfte, die man in sich erfühlt, sind angespannt, und man fühlt sich tastend.

[ 17 ] Nicht um ein Eindringen in eine gespenstige Welt, sondern um ein Erleben in einem anderen Sinne, als das gewöhnliche Erleben ist, um das handelt es sich. So ist man drinnen, — das ist alles, was man auf dieser Stufe nun weiß —, so ist man drinnen in einer geistigen Welt. So weiß man: Über dieser sinnlichen Welt schweben gleichsam geistige Wesenheiten, und du kannst von ihnen aufgenommen werden, wie dein Gedanke von dir aufgenommen wird. Aber man fühlt sich wie blind und taub, denn erstorben ist das Denken, das Wissen. Die gewöhnliche Wissenschaft muss erst ersterben, bevor man eindringen kann in die geistige Welt. Man fühlt sich wie blind und taub, aber tastend in der geistigen Welt. Die Lebenskräfte, die man in sich erfühlt, sind angespannt, und man fühlt sich tastend.

[ 18 ] Man weiß aber, was es heißt, außerhalb seines Leibes zu sein. Damit, dass man das weiß, tritt eine Veränderung im ganzen menschlichen Erleben ein. Und diese Veränderung kann am besten charakterisiert werden, indem man auf etwas aufmerksam macht, auf das von diesem Orte aus schon oftmals hingewiesen worden ist, auf das wechselnde Bewusstseinserleben des Menschen — für jeden normalen Menschen wohl innerhalb 24 Stunden —, auf das wechselnde Bewusstseinserleben von Schlafen und Wachen. Indem der Geistesforscher das durchmacht, was geschildert worden ist, lernt er erkennen durch unmittelbares inneres Erleben, dass des Menschen eigentliche, innere Wesenheit über allem Leiblichen erlebt werden kann in sich, und er lernt erkennen — dadurch, dass er, wenn er diese Kraft, die damit angedeutet ist, in sich erlebt hat —, er lernt erkennen, dass er die Erlebnisse, die sonst im Schlaf vollständig unbewusst bleiben, die unbewusst in der menschlichen Seele erlebt werden, dass er diese durchleben kann mit der Kraft, die er sich also errungen hat.

[ 18 ] Man weiß aber, was es heißt, außerhalb seines Leibes zu sein. Damit, dass man das weiß, tritt eine Veränderung im ganzen menschlichen Erleben ein. Und diese Veränderung kann am besten charakterisiert werden, indem man auf etwas aufmerksam macht, auf das von diesem Orte aus schon oftmals hingewiesen worden ist, auf das wechselnde Bewusstseinserleben des Menschen — für jeden normalen Menschen wohl innerhalb 24 Stunden —, auf das wechselnde Bewusstseinserleben von Schlafen und Wachen. Indem der Geistesforscher das durchmacht, was geschildert worden ist, lernt er erkennen durch unmittelbares inneres Erleben, dass des Menschen eigentliche, innere Wesenheit über allem Leiblichen erlebt werden kann in sich, und er lernt erkennen — dadurch, dass er, wenn er diese Kraft, die damit angedeutet ist, in sich erlebt hat —, er lernt erkennen, dass er die Erlebnisse, die sonst im Schlaf vollständig unbewusst bleiben, die unbewusst in der menschlichen Seele erlebt werden, dass er diese durchleben kann mit der Kraft, die er sich also errungen hat.

[ 19 ] Nicht als ob der Geistesforscher den Schlaf nicht bräuchte, er braucht ihn; er kann aber künstlich herbeiführen Zustände, in denen er in die Lage kommt, so zu erleben, wie sonst der Mensch nur erlebt vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Denn der Geistesforscher weiß, indem er also erlebt: Du bist außerhalb deines Leibes, du entwickelst eine Tätigkeit, die nicht angewiesen ist auf Gehirn und Nervensystem, gelangt er dazu, auch zu erfassen durch wirkliche Erfahrung, was da durchgemacht wird vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Er gelangt dazu, zu erkennen, dass da in der Tat des Menschen eigentliche, geistig-seelische Wesenheit außerhalb des Leibes ist, dass beim Einschlafen der Mensch mit seiner geistig-seelischen Wesenheit seinen Leib verlässt und beim Aufwachen die geistig-seelische Wesenheit wiederum in den Leib untertaucht.

[ 19 ] Nicht als ob der Geistesforscher den Schlaf nicht bräuchte, er braucht ihn; er kann aber künstlich herbeiführen Zustände, in denen er in die Lage kommt, so zu erleben, wie sonst der Mensch nur erlebt vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Denn der Geistesforscher weiß, indem er also erlebt: Du bist außerhalb deines Leibes, du entwickelst eine Tätigkeit, die nicht angewiesen ist auf Gehirn und Nervensystem, gelangt er dazu, auch zu erfassen durch wirkliche Erfahrung, was da durchgemacht wird vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Er gelangt dazu, zu erkennen, dass da in der Tat des Menschen eigentliche, geistig-seelische Wesenheit außerhalb des Leibes ist, dass beim Einschlafen der Mensch mit seiner geistig-seelischen Wesenheit seinen Leib verlässt und beim Aufwachen die geistig-seelische Wesenheit wiederum in den Leib untertaucht.

[ 20 ] Aber nun kann der Geistesforscher, indem er gewissermaßen erfahrend erkennt, was da eigentlich außerhalb des Leibes ist im Schlafe, er kann auch aus diesem durchleuchteten Geistig-Seelischen, aus diesem gleichsam vor den Geistesaugen offenliegenden Geistig-Seelischen, er kann erkennen, warum die Seele vom Einschlafen bis zum Aufwachen unbewusst ist, warum sich Finsternis und Dunkelheit um sie ausbreitet. Es lebt dann von diesem Einschlafen bis zum Aufwachen in der Seele, etwas, wie gesagt, was wahrnehmbar wird für den Geistesforscher und was man nennen kann die in dem ganzen physischen Erleben zwischen Geburt und Tod immer in der Seele vorhandene Begierde, in den physischen Leib unterzutauchen. Dieses Begierdeleben, das erfüllt immer die Seele im gewöhnlichen Erleben zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen. Immer will die Seele — und durchfühlt sich mit diesem Willen — zurück in ihren Leib, und dieses Erleben, dieses Entwickeln dieser Begierde trübt dasjenige, was sonst im geistig-seelischen Erleben zwischen Einschlafen und Aufwachen da ist. Und erst wenn die Seele untertaucht in den physischen Leib, wenn diese Begierde erfüllt ist, dann kann sie ihre übersinnliche Tätigkeit entfalten und dann regt sie den physischen Leib an, dass der ihr wird zum Spiegel des äußerlichen Darlebens.

[ 20 ] Aber nun kann der Geistesforscher, indem er gewissermaßen erfahrend erkennt, was da eigentlich außerhalb des Leibes ist im Schlafe, er kann auch aus diesem durchleuchteten Geistig-Seelischen, aus diesem gleichsam vor den Geistesaugen offenliegenden Geistig-Seelischen, er kann erkennen, warum die Seele vom Einschlafen bis zum Aufwachen unbewusst ist, warum sich Finsternis und Dunkelheit um sie ausbreitet. Es lebt dann von diesem Einschlafen bis zum Aufwachen in der Seele, etwas, wie gesagt, was wahrnehmbar wird für den Geistesforscher und was man nennen kann die in dem ganzen physischen Erleben zwischen Geburt und Tod immer in der Seele vorhandene Begierde, in den physischen Leib unterzutauchen. Dieses Begierdeleben, das erfüllt immer die Seele im gewöhnlichen Erleben zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen. Immer will die Seele — und durchfühlt sich mit diesem Willen — zurück in ihren Leib, und dieses Erleben, dieses Entwickeln dieser Begierde trübt dasjenige, was sonst im geistig-seelischen Erleben zwischen Einschlafen und Aufwachen da ist. Und erst wenn die Seele untertaucht in den physischen Leib, wenn diese Begierde erfüllt ist, dann kann sie ihre übersinnliche Tätigkeit entfalten und dann regt sie den physischen Leib an, dass der ihr wird zum Spiegel des äußerlichen Darlebens.

[ 21 ] Indem nun der Geistesforscher also erkennen lernt, was eigentlich in der Seele, in der leibfreien Seele, erlebt werden kann, nimmt er also unmittelbar wahr das, was sonst im Schlafe auslöscht. Er aber ist mit der Kraft, die er sich errungen hat, in der Lage zu durchhellen, zu durchklären das Geistig-Seelische von seinem Inhalt. Wenn der Mensch dieses Durchhellen und Durchklären aber bewirken will, so muss noch etwas anderes beim Geistesforscher eintreten, was das charakterisiert. Denn wir haben gesehen: Im Grunde genommen schwindet die Intensität des Denkens hinunter, im Grunde genommen fühlt sich der Mensch gedanklich blind und taub und nur wie tastend in der geistigen Welt. Das, was hinzutreten muss, damit er wiederum in ein geistiges Schauen und Hören übergehen kann, das liegt nun auf einem anderen Gebiete. Da muss etwas entwickelt werden, das ist das zweite Element der Geistesforschung, das sonst im Leben gleichsam schläft. Und um sich klarzumachen, was da entwickelt werden muss, kann man auf Folgendes den geistigen Blick richten.

[ 21 ] Indem nun der Geistesforscher also erkennen lernt, was eigentlich in der Seele, in der leibfreien Seele, erlebt werden kann, nimmt er also unmittelbar wahr das, was sonst im Schlafe auslöscht. Er aber ist mit der Kraft, die er sich errungen hat, in der Lage zu durchhellen, zu durchklären das Geistig-Seelische von seinem Inhalt. Wenn der Mensch dieses Durchhellen und Durchklären aber bewirken will, so muss noch etwas anderes beim Geistesforscher eintreten, was das charakterisiert. Denn wir haben gesehen: Im Grunde genommen schwindet die Intensität des Denkens hinunter, im Grunde genommen fühlt sich der Mensch gedanklich blind und taub und nur wie tastend in der geistigen Welt. Das, was hinzutreten muss, damit er wiederum in ein geistiges Schauen und Hören übergehen kann, das liegt nun auf einem anderen Gebiete. Da muss etwas entwickelt werden, das ist das zweite Element der Geistesforschung, das sonst im Leben gleichsam schläft. Und um sich klarzumachen, was da entwickelt werden muss, kann man auf Folgendes den geistigen Blick richten.

[ 22 ] Man betrachte einmal das, was man gewöhnlich Schicksal nennt. Dieses Schicksal, wie stehen wir in seinem Strom darinnen? Wir stehen so darinnen, dass — nun, wie wir eben oftmals sagen — wie als Zufall die Ereignisse des Schicksals an uns herantreten und von uns erlebt werden. Wir fühlen uns getrennt in unserer Innerlichkeit von dem, was uns da als Erlebnisse vom Schicksal zufällt. Gegenüber diesen Schicksalserlebnissen muss, um das zweite Element zu erfüllen, der Geistesforscher eine ganz andere Stelle einnehmen als der gewöhnliche Mensch eben einnimmt. Um das zu verstehen, sehe man einmal zurück auf das, was man etwa in der Jugend erlebt hat an diesen und jenen Wechselfällen des Schicksals, und man betrachte sich heute, betrachte das, was man in Bezug auf sein eigentliches Ich eigentlich ist. Man kann sich klarmachen, dass man das, was man ist, nicht wäre, bis in die Einzelheiten hinein nicht wäre, wenn man nicht diesen oder jenen Schicksalsschlag im Guten oder Bösen schon in diesem gewöhnlichen Leben erlebt hätte. Dass man in einem gewissen Augenblick dieses oder jenes so ‚oder so anfasst, sich so oder so dazu verhält, das hängt davon ab, dass man dieses oder jenes in seinem Schicksal erlebt hat. Wenn man nur wirklich unbefangen nachfragt: Was ist man denn eigentlich? Dann muss man sich sagen: Man ist das Ergebnis dieses seines Schicksals. Der Inhalt der Seele, das, was man kann oder wollen kann, ist das Ergebnis des Schicksals.

[ 22 ] Man betrachte einmal das, was man gewöhnlich Schicksal nennt. Dieses Schicksal, wie stehen wir in seinem Strom darinnen? Wir stehen so darinnen, dass — nun, wie wir eben oftmals sagen — wie als Zufall die Ereignisse des Schicksals an uns herantreten und von uns erlebt werden. Wir fühlen uns getrennt in unserer Innerlichkeit von dem, was uns da als Erlebnisse vom Schicksal zufällt. Gegenüber diesen Schicksalserlebnissen muss, um das zweite Element zu erfüllen, der Geistesforscher eine ganz andere Stelle einnehmen als der gewöhnliche Mensch eben einnimmt. Um das zu verstehen, sehe man einmal zurück auf das, was man etwa in der Jugend erlebt hat an diesen und jenen Wechselfällen des Schicksals, und man betrachte sich heute, betrachte das, was man in Bezug auf sein eigentliches Ich eigentlich ist. Man kann sich klarmachen, dass man das, was man ist, nicht wäre, bis in die Einzelheiten hinein nicht wäre, wenn man nicht diesen oder jenen Schicksalsschlag im Guten oder Bösen schon in diesem gewöhnlichen Leben erlebt hätte. Dass man in einem gewissen Augenblick dieses oder jenes so ‚oder so anfasst, sich so oder so dazu verhält, das hängt davon ab, dass man dieses oder jenes in seinem Schicksal erlebt hat. Wenn man nur wirklich unbefangen nachfragt: Was ist man denn eigentlich? Dann muss man sich sagen: Man ist das Ergebnis dieses seines Schicksals. Der Inhalt der Seele, das, was man kann oder wollen kann, ist das Ergebnis des Schicksals.

[ 23 ] Man kann nun das, was in diesen Gedanken liegt, gewissermaßen zu einer anderen Seelenübung verwenden. Die erste Seelenübung hat uns stark gemacht im konzentrierten Denken, die zweite ist eine solche, die sich auf das fühlende Wollen, auf die inneren Seelenimpulse bezieht, auf das, was man eigentlich als ein Ich ist. Und man kann das, was als solche zweite Übung der Geistesforscher durchmachen muss, zunächst nennen die Meditation über die Wechselfälle, nun, sagen wir zunächst des eigenen Schicksals. Nicht theoretisch, sondern im wirklichen inneren Erleben sich klarmachen, wie man eigentlich das, was man jetzt ist, aus sich gemacht hat, dadurch, dass man dieses oder jenes durchgemacht hat, da wächst man hinein in sein Schicksal, wächst man zusammen mit ihm. Man wächst aus seinem gewöhnlichen Ich, das an Zufall glaubt, heraus, man verwebt sich mit dem Strom des Schicksals, entfremdet sich gleichsam seinem eigenen Inneren, geht in das Schicksal auf und weiß sich fortströmend mit dem Schicksal.

[ 23 ] Man kann nun das, was in diesen Gedanken liegt, gewissermaßen zu einer anderen Seelenübung verwenden. Die erste Seelenübung hat uns stark gemacht im konzentrierten Denken, die zweite ist eine solche, die sich auf das fühlende Wollen, auf die inneren Seelenimpulse bezieht, auf das, was man eigentlich als ein Ich ist. Und man kann das, was als solche zweite Übung der Geistesforscher durchmachen muss, zunächst nennen die Meditation über die Wechselfälle, nun, sagen wir zunächst des eigenen Schicksals. Nicht theoretisch, sondern im wirklichen inneren Erleben sich klarmachen, wie man eigentlich das, was man jetzt ist, aus sich gemacht hat, dadurch, dass man dieses oder jenes durchgemacht hat, da wächst man hinein in sein Schicksal, wächst man zusammen mit ihm. Man wächst aus seinem gewöhnlichen Ich, das an Zufall glaubt, heraus, man verwebt sich mit dem Strom des Schicksals, entfremdet sich gleichsam seinem eigenen Inneren, geht in das Schicksal auf und weiß sich fortströmend mit dem Schicksal.

[ 24 ] Wenn diese innere Meditation Früchte trägt, dann tritt in dem Gemüt des Geistesforschers etwas ganz Besonderes ein. Der Geistesforscher kann nämlich bemerken, wenn er diesen Weg durchgemacht hat des konzentrierten Denkens, durchgemacht hat das Ersterben des Denkens, das Erfühlen in höheren übersinnlichen Wesenheiten — die ihn gleichsam aufnehmen, wie wir einen Gedanken —, wenn der Geistesforscher das alles durchgemacht hat, dann erlebt er in sich oder beobachtet vielmehr in sich, dass er erlebt etwas wie einen innerlichen Protest, wie eine innerliche Opposition gegen das, was er selber also mit seinem ganzen geistesforscherischen Weg getan hat. Und dieser Protest kann so ausgedrückt werden, dass man sagt: Der Geistesforscher kommt durch sein konzentriertes Denken an einem Punkt an, wo er sich fühlt, dass er sich wie aufgelöst hat mit seinem Seelenleben. Und er sträubt sich gegen dieses Auflösen. Dieser innerliche Protest, der wiederum ein erschütterndes Erlebnis ist, er mildert sich, er hört auf, er wird überwunden, wenn jene Übung gemacht wird mit dem Ergreifen des Schicksals, wenn man in das Schicksal sich einlebt. Und kann man sagen, dass der Gedanke erstirbt im konzentrierten Denken, wenn er seine höchste Energie erreicht hat, so kann man sagen: Man nimmt wahr, indem man in den Schicksalsstrom einzieht, man nimmt wahr, wie der Wille selber, der sonst im Innern des Menschen ist, ergriffen wird vom Schicksalsstrom. Während wir sonst die Außenwelt des Schicksals sehen wie etwas uns Gegenüberstehendes und unseren Willen im Innern, so erleben wir in dem, was uns als Schicksal trifft, unseren eigenen Willen, lernen wir das in unserem Willen sehen, wodurch wir uns selber im Leben formen. Unser Wille wird auferweckt und ergießt sich über unser ganzes Schicksal nach und nach. Wenn man eine solche Übung längere Zeit durchgemacht hat, dann erlebt man das im vollsten Umfang, was das zweite Element der geistesforscherischen Entwicklung ist. Das zweite Element ist die Auferweckung des schlafenden Willens in unserem Schicksal. Wir wachen selber auf außerhalb [von] uns in dem Strome unseres Schicksals, wir gehen ein mit dem, was wir sind, in das, was wir sonst das Äußerliche nennen.

[ 24 ] Wenn diese innere Meditation Früchte trägt, dann tritt in dem Gemüt des Geistesforschers etwas ganz Besonderes ein. Der Geistesforscher kann nämlich bemerken, wenn er diesen Weg durchgemacht hat des konzentrierten Denkens, durchgemacht hat das Ersterben des Denkens, das Erfühlen in höheren übersinnlichen Wesenheiten — die ihn gleichsam aufnehmen, wie wir einen Gedanken —, wenn der Geistesforscher das alles durchgemacht hat, dann erlebt er in sich oder beobachtet vielmehr in sich, dass er erlebt etwas wie einen innerlichen Protest, wie eine innerliche Opposition gegen das, was er selber also mit seinem ganzen geistesforscherischen Weg getan hat. Und dieser Protest kann so ausgedrückt werden, dass man sagt: Der Geistesforscher kommt durch sein konzentriertes Denken an einem Punkt an, wo er sich fühlt, dass er sich wie aufgelöst hat mit seinem Seelenleben. Und er sträubt sich gegen dieses Auflösen. Dieser innerliche Protest, der wiederum ein erschütterndes Erlebnis ist, er mildert sich, er hört auf, er wird überwunden, wenn jene Übung gemacht wird mit dem Ergreifen des Schicksals, wenn man in das Schicksal sich einlebt. Und kann man sagen, dass der Gedanke erstirbt im konzentrierten Denken, wenn er seine höchste Energie erreicht hat, so kann man sagen: Man nimmt wahr, indem man in den Schicksalsstrom einzieht, man nimmt wahr, wie der Wille selber, der sonst im Innern des Menschen ist, ergriffen wird vom Schicksalsstrom. Während wir sonst die Außenwelt des Schicksals sehen wie etwas uns Gegenüberstehendes und unseren Willen im Innern, so erleben wir in dem, was uns als Schicksal trifft, unseren eigenen Willen, lernen wir das in unserem Willen sehen, wodurch wir uns selber im Leben formen. Unser Wille wird auferweckt und ergießt sich über unser ganzes Schicksal nach und nach. Wenn man eine solche Übung längere Zeit durchgemacht hat, dann erlebt man das im vollsten Umfang, was das zweite Element der geistesforscherischen Entwicklung ist. Das zweite Element ist die Auferweckung des schlafenden Willens in unserem Schicksal. Wir wachen selber auf außerhalb [von] uns in dem Strome unseres Schicksals, wir gehen ein mit dem, was wir sind, in das, was wir sonst das Äußerliche nennen.

[ 25 ] Indem wir so außer uns hinausgehen, erwachsen uns neue Seelenkräfte. Dies kann man so charakterisieren, dass man sagt: Während wir uns früher durch konzentriertes Denken das Gedankenleben ersterbend machten und uns dann blind und taub im geistigen Leben fühlten und nur tastend uns aufgenommen fühlten im Schweben übersinnlicher Welten, beginnen wir nun als ein Selbst in diesen Welten drinnen zu leben, beginnen wir ein kräftiges, ein höheres Bewusstsein in höheren Wesenheiten zu empfinden. Wir fühlen uns nun nicht bloß aufgenommen wie ein Gedanke sich in uns aufgenommen fühlte, der in uns bewusstlos bleibt, sondern wir gehen in eine Welt, in übersinnliche Wesenheiten, werden wie deren Gedanken, aber so, dass wir in ihnen lebendige Gedankenwesen sind, Selbstbewusstsein in ihnen entwickeln.

[ 25 ] Indem wir so außer uns hinausgehen, erwachsen uns neue Seelenkräfte. Dies kann man so charakterisieren, dass man sagt: Während wir uns früher durch konzentriertes Denken das Gedankenleben ersterbend machten und uns dann blind und taub im geistigen Leben fühlten und nur tastend uns aufgenommen fühlten im Schweben übersinnlicher Welten, beginnen wir nun als ein Selbst in diesen Welten drinnen zu leben, beginnen wir ein kräftiges, ein höheres Bewusstsein in höheren Wesenheiten zu empfinden. Wir fühlen uns nun nicht bloß aufgenommen wie ein Gedanke sich in uns aufgenommen fühlte, der in uns bewusstlos bleibt, sondern wir gehen in eine Welt, in übersinnliche Wesenheiten, werden wie deren Gedanken, aber so, dass wir in ihnen lebendige Gedankenwesen sind, Selbstbewusstsein in ihnen entwickeln.

[ 26 ] Und mit diesem höheren Bewusstsein tritt etwas ein, was nun genannt werden darf eine Erweiterung einer Seelenkraft, die im gewöhnlichen Leben auch schon vorhanden ist, die aber im gewöhnlichen Leben sich nur erstreckt über die gewöhnlichen Erlebnisse der Erinnerung. Wir erinnern uns an das, was wir von einem gewissen Zeitpunkt aus nach unserer Geburt im gewöhnlichen Leben erfahren haben; wir können diese Erlebnisse in unserer Seele wieder heraufrufen, wir können uns auch sagen: Könnten wir uns nicht erinnern, so wären wir nicht, was wir sind. Unserer Erinnerung verdanken wir, was wir uns erscheinen. Wir müssen zurückblicken können auf unser Leben. Diese Fähigkeit, zurückblicken zu können auf unser Leben, die wird erweitert, die wird gesteigert durch die angeführte Meditation über das Schicksal, die aber so weit getrieben werden muss, dass wir wirklich so, wie wir sonst im Leibe fühlen, wir uns in den Taten unseres Schicksals fühlen. Dann erwächst uns außerhalb unseres Leibes eine neue Seelenkraft, die hinter unsere Geburt zurückgeht. Wir fassen jetzt, wie wir durch die Erinnerung die Ereignisse seit einem gewissen Punkte nach der Geburt ins Auge fassen, Ereignisse ins Auge, die vor der Geburt liegen, die wir durchlebt haben in einem geistigen Leben, das unserer Geburt vorangegangen ist, und wir wissen, dass, wie wir uns machen zu dem, was wir sind im gewöhnlichen Leben, durch das, was wir schon in diesem Leben durchgemacht haben, dass wir uns durch jene vorgeburtlichen Erlebnisse zu dem ganzen Schicksalsmenschen und Temperamentsmenschen, der wir sind, aus der geistigen Welt heraus gemacht haben.

[ 26 ] Und mit diesem höheren Bewusstsein tritt etwas ein, was nun genannt werden darf eine Erweiterung einer Seelenkraft, die im gewöhnlichen Leben auch schon vorhanden ist, die aber im gewöhnlichen Leben sich nur erstreckt über die gewöhnlichen Erlebnisse der Erinnerung. Wir erinnern uns an das, was wir von einem gewissen Zeitpunkt aus nach unserer Geburt im gewöhnlichen Leben erfahren haben; wir können diese Erlebnisse in unserer Seele wieder heraufrufen, wir können uns auch sagen: Könnten wir uns nicht erinnern, so wären wir nicht, was wir sind. Unserer Erinnerung verdanken wir, was wir uns erscheinen. Wir müssen zurückblicken können auf unser Leben. Diese Fähigkeit, zurückblicken zu können auf unser Leben, die wird erweitert, die wird gesteigert durch die angeführte Meditation über das Schicksal, die aber so weit getrieben werden muss, dass wir wirklich so, wie wir sonst im Leibe fühlen, wir uns in den Taten unseres Schicksals fühlen. Dann erwächst uns außerhalb unseres Leibes eine neue Seelenkraft, die hinter unsere Geburt zurückgeht. Wir fassen jetzt, wie wir durch die Erinnerung die Ereignisse seit einem gewissen Punkte nach der Geburt ins Auge fassen, Ereignisse ins Auge, die vor der Geburt liegen, die wir durchlebt haben in einem geistigen Leben, das unserer Geburt vorangegangen ist, und wir wissen, dass, wie wir uns machen zu dem, was wir sind im gewöhnlichen Leben, durch das, was wir schon in diesem Leben durchgemacht haben, dass wir uns durch jene vorgeburtlichen Erlebnisse zu dem ganzen Schicksalsmenschen und Temperamentsmenschen, der wir sind, aus der geistigen Welt heraus gemacht haben.

[ 27 ] Wir erweitern mit anderen Worten durch die Meditation über das Schicksal unsere Seelenkraft in die Kraft der Erinnerung an ein Leben, das wir außerhalb des Leibes erlebt haben. Und mit diesem Erleben, das wir außerhalb des Leibes erlebt haben, erwerben wir uns zu gleicher Zeit die Einsicht in die ganze Natur dieses Lebens außerhalb des Leibes, das wir vor der Geburt durchgemacht haben. Es gehört einfach zu den Erfahrungen, die diese erweiterte Erinnerung macht, dass sie durchschaut, warum sie dieses Erdendasein durch die Geburt aufgesucht hat. Sie hat es aufgesucht, weil sie dieses Seelenleben angliedern muss als eine Wirkung früherer Erdenerlebnisse an diese, und es ergibt sich als unmittelbare innere Erfahrung, die von dem gekennzeichneten Punkt der Entwicklung an ebenso erlebt ist wie für den Sinnesmenschen die Farbe, es ergibt sich das, was man nennen kann: die Erkenntnis von den wiederholten Erdenleben, jene Erkenntnis von dem vollständigen Leben des Menschen, die ihn so dargestellt werden lässt, dass er durchmacht wiederholte Erdenleben und zwischen Tod und neuer Geburt immer wieder und wiederum Leben in der geistigen Welt, in denen verarbeitet wird dasjenige, was auf der Erde erlebt wird.

[ 27 ] Wir erweitern mit anderen Worten durch die Meditation über das Schicksal unsere Seelenkraft in die Kraft der Erinnerung an ein Leben, das wir außerhalb des Leibes erlebt haben. Und mit diesem Erleben, das wir außerhalb des Leibes erlebt haben, erwerben wir uns zu gleicher Zeit die Einsicht in die ganze Natur dieses Lebens außerhalb des Leibes, das wir vor der Geburt durchgemacht haben. Es gehört einfach zu den Erfahrungen, die diese erweiterte Erinnerung macht, dass sie durchschaut, warum sie dieses Erdendasein durch die Geburt aufgesucht hat. Sie hat es aufgesucht, weil sie dieses Seelenleben angliedern muss als eine Wirkung früherer Erdenerlebnisse an diese, und es ergibt sich als unmittelbare innere Erfahrung, die von dem gekennzeichneten Punkt der Entwicklung an ebenso erlebt ist wie für den Sinnesmenschen die Farbe, es ergibt sich das, was man nennen kann: die Erkenntnis von den wiederholten Erdenleben, jene Erkenntnis von dem vollständigen Leben des Menschen, die ihn so dargestellt werden lässt, dass er durchmacht wiederholte Erdenleben und zwischen Tod und neuer Geburt immer wieder und wiederum Leben in der geistigen Welt, in denen verarbeitet wird dasjenige, was auf der Erde erlebt wird.

[ 28 ] Man kann nicht sagen, dass dieses geistige Erleben, von dem hier gesprochen ist, diese geistige Wissenschaft, nicht immer gerade in besten Geistern der Menschheitsentwicklung schon geschlummert hätte; unsere Zeit scheint nur dazu berufen zu sein, das, was in den besten Geistern geschlummert hat, zu einem wirklichen Wissen herauszuheben. Man kann, wenn man ein ganz aufgeklärter Mensch sein will, auf einen Menschen wie Lessing hinblicken, ihn bewundern und sagen: Nun ja, er hat außerordentlich Großes geschaffen, aber da hat er auch noch am Ende seines Lebens wie sein geistiges Testament «Die Erziehung des Menschengeschlechts» geschrieben, und in dieser «Erziehung des Menschengeschlechts» hat er auch von sich aus als Hypothese vertreten, dass der Mensch nicht nur einmal auf der physischen Erde lebt, sondern in wiederholten Erdenleben dieses Leben durchläuft. Da ist [er] eben alt geworden, kann man sagen, da ist er schon schwach geworden. Gewiss, man kann sich sehr aufgeklärt fühlen in einer solchen Beurteilung; aber so natürlich solch eine Beurteilung für unsere Zeit noch sein mag, sie ist gegenüber dem Fortschritt der Menschheit doch nicht anders als jenes Urteil, das man vor Kopernikus gehabt hat: die Erde stehe still, die Sonne bewege sich um sie und müsse sich bewegen, und das man als Vorurteil entgegengebracht hat dem Kopernikus.

[ 28 ] Man kann nicht sagen, dass dieses geistige Erleben, von dem hier gesprochen ist, diese geistige Wissenschaft, nicht immer gerade in besten Geistern der Menschheitsentwicklung schon geschlummert hätte; unsere Zeit scheint nur dazu berufen zu sein, das, was in den besten Geistern geschlummert hat, zu einem wirklichen Wissen herauszuheben. Man kann, wenn man ein ganz aufgeklärter Mensch sein will, auf einen Menschen wie Lessing hinblicken, ihn bewundern und sagen: Nun ja, er hat außerordentlich Großes geschaffen, aber da hat er auch noch am Ende seines Lebens wie sein geistiges Testament «Die Erziehung des Menschengeschlechts» geschrieben, und in dieser «Erziehung des Menschengeschlechts» hat er auch von sich aus als Hypothese vertreten, dass der Mensch nicht nur einmal auf der physischen Erde lebt, sondern in wiederholten Erdenleben dieses Leben durchläuft. Da ist [er] eben alt geworden, kann man sagen, da ist er schon schwach geworden. Gewiss, man kann sich sehr aufgeklärt fühlen in einer solchen Beurteilung; aber so natürlich solch eine Beurteilung für unsere Zeit noch sein mag, sie ist gegenüber dem Fortschritt der Menschheit doch nicht anders als jenes Urteil, das man vor Kopernikus gehabt hat: die Erde stehe still, die Sonne bewege sich um sie und müsse sich bewegen, und das man als Vorurteil entgegengebracht hat dem Kopernikus.

[ 29 ] Nicht anders als dieses Vorurteil, das lange, lange geschlummert hat in den Menschen, ist das Vorurteil, das gegen die wiederholten Erdenleben heute geltend gemacht wird. Und ebenso, wie besiegt hat der naturwissenschaftliche Fortschritt alle Vorurteile gegen denselben, wird besiegen der geisteswissenschaftliche Fortschritt alle Vorurteile, die sich dagegen geltend machen. Recht wird man Lessing geben mit seinem Werk, wenn er sagt: Sollte denn diese Hypothese von den wiederholten Erdenleben — für die Geisteswissenschaft ist sie keine Hypothese mehr, sondern etwas in dem Sinne der heutigen Auseinandersetzungen Erlebbares, aber Lessing spricht sie noch als Hypothese an —, sollte sie deshalb, weil man sie findet im Grunde der Erkenntnisse der ältesten der Urvölker, weil sie dem menschlichen Verstand aufgegangen ist, bevor er durch die Sophisterei der Schule verdüstert und zerstreut worden ist, sollte sie deshalb weniger wertvoll sein als eine andere? Man wird erkennen, dass das, was Lessing gesagt hat — wirklich das, was ich gestern tapfere [Wissenschaft] genannt habe —, dass sich das wirklich zum Range echter Wissenschaft wird erheben lassen.

[ 29 ] Nicht anders als dieses Vorurteil, das lange, lange geschlummert hat in den Menschen, ist das Vorurteil, das gegen die wiederholten Erdenleben heute geltend gemacht wird. Und ebenso, wie besiegt hat der naturwissenschaftliche Fortschritt alle Vorurteile gegen denselben, wird besiegen der geisteswissenschaftliche Fortschritt alle Vorurteile, die sich dagegen geltend machen. Recht wird man Lessing geben mit seinem Werk, wenn er sagt: Sollte denn diese Hypothese von den wiederholten Erdenleben — für die Geisteswissenschaft ist sie keine Hypothese mehr, sondern etwas in dem Sinne der heutigen Auseinandersetzungen Erlebbares, aber Lessing spricht sie noch als Hypothese an —, sollte sie deshalb, weil man sie findet im Grunde der Erkenntnisse der ältesten der Urvölker, weil sie dem menschlichen Verstand aufgegangen ist, bevor er durch die Sophisterei der Schule verdüstert und zerstreut worden ist, sollte sie deshalb weniger wertvoll sein als eine andere? Man wird erkennen, dass das, was Lessing gesagt hat — wirklich das, was ich gestern tapfere [Wissenschaft] genannt habe —, dass sich das wirklich zum Range echter Wissenschaft wird erheben lassen.

[ 30 ] Dann wenn das, was hier angedeutet worden ist, wirklich von den Menschen erfasst werden wird, dann werden die Menschen über die Schicksalsfrage anders denken als heute, dann werden sie das, was das Schicksal bringt, als mit ihrem Wesen innig verwandt nehmen, dann werden sie wissen, dass sie durch das Schicksal als bewusste Wesen in die höhere geistige Welt hineingestellt sind. Mit dem Schicksal werden die Menschen in ihrer ganzen Weltanschauung — man kann so sagen — zusammenwachsen; das Schicksal wird als etwas angesehen werden, was dazu da ist, dem Menschen ein höheres Selbst zu leihen, wie uns unser Leib das gewöhnliche Selbst des Alltags, das wir brauchen, um Persönlichkeit zu sein, verleiht.

[ 30 ] Dann wenn das, was hier angedeutet worden ist, wirklich von den Menschen erfasst werden wird, dann werden die Menschen über die Schicksalsfrage anders denken als heute, dann werden sie das, was das Schicksal bringt, als mit ihrem Wesen innig verwandt nehmen, dann werden sie wissen, dass sie durch das Schicksal als bewusste Wesen in die höhere geistige Welt hineingestellt sind. Mit dem Schicksal werden die Menschen in ihrer ganzen Weltanschauung — man kann so sagen — zusammenwachsen; das Schicksal wird als etwas angesehen werden, was dazu da ist, dem Menschen ein höheres Selbst zu leihen, wie uns unser Leib das gewöhnliche Selbst des Alltags, das wir brauchen, um Persönlichkeit zu sein, verleiht.

[ 31 ] Und dann, wenn der Mensch also mit seinem Schicksal zusammenwächst, dann wird ihm auch nach und nach nicht mehr unbegreiflich erscheinen das, was die Geisteswissenschaft über den Tod und seine Rätsel zu sagen hat. Man hat nicht umsonst — ich habe es schon öfters hier erwähnt — das Erlebnis, bei dem der Geistesforscher anlangt, wenn er auf der einen Seite ergreift das konzentrierte Denken und es ersterben fühlt und wenn er auf der andern Seite das Aufwachen desjenigen findet, was sonst als wirklich nur im Menschen lebt in dem ganzen Schicksalsstrom — man hat das Erlebnis, das er da durchmacht, nicht umsonst genannt in den wahren mystischen Weltanschauungen: das Herankommen an die Pforte des Todes.

[ 31 ] Und dann, wenn der Mensch also mit seinem Schicksal zusammenwächst, dann wird ihm auch nach und nach nicht mehr unbegreiflich erscheinen das, was die Geisteswissenschaft über den Tod und seine Rätsel zu sagen hat. Man hat nicht umsonst — ich habe es schon öfters hier erwähnt — das Erlebnis, bei dem der Geistesforscher anlangt, wenn er auf der einen Seite ergreift das konzentrierte Denken und es ersterben fühlt und wenn er auf der andern Seite das Aufwachen desjenigen findet, was sonst als wirklich nur im Menschen lebt in dem ganzen Schicksalsstrom — man hat das Erlebnis, das er da durchmacht, nicht umsonst genannt in den wahren mystischen Weltanschauungen: das Herankommen an die Pforte des Todes.

[ 32 ] Denn in der Tat ist das, was der Geistesforscher also erlebt, wenn auch nicht als unmittelbare Wirklichkeit, so doch im Bilde, das Erfahren des Todes. Wenn der Geistesforscher sich, indem er durch seine zwei elementaren Vorbereitungserlebnisse dazukommt, das Geistig-Seelische in sich zu durchklären, zu durchleuchten, erlebt so, dass er sich sagen muss: Du hast dein Leibliches verlassen, du schaust auf dieses Leibliche, du weißt, was es heißt, außerhalb des Leibes zu leben. Was da nur im Bilde erlebt wird vom Geistesforscher, wenn er an die Pforte des Todes erkennend herantritt, das wird eben von jedem Menschen erlebt, wenn er durch die Pforte des Todes geht, dann nimmt sich der Leib gleichsam hinweg von dem Geistig-Seelischen; und durch dieses Erlebnis wird ausgelöscht das, was sonst immer im Geistig-Seelischen vorhanden ist.

[ 32 ] Denn in der Tat ist das, was der Geistesforscher also erlebt, wenn auch nicht als unmittelbare Wirklichkeit, so doch im Bilde, das Erfahren des Todes. Wenn der Geistesforscher sich, indem er durch seine zwei elementaren Vorbereitungserlebnisse dazukommt, das Geistig-Seelische in sich zu durchklären, zu durchleuchten, erlebt so, dass er sich sagen muss: Du hast dein Leibliches verlassen, du schaust auf dieses Leibliche, du weißt, was es heißt, außerhalb des Leibes zu leben. Was da nur im Bilde erlebt wird vom Geistesforscher, wenn er an die Pforte des Todes erkennend herantritt, das wird eben von jedem Menschen erlebt, wenn er durch die Pforte des Todes geht, dann nimmt sich der Leib gleichsam hinweg von dem Geistig-Seelischen; und durch dieses Erlebnis wird ausgelöscht das, was sonst immer im Geistig-Seelischen vorhanden ist.

[ 33 ] Denn der Geistesforscher erkennt: Wenn der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen außerhalb seines Leibes ist, so lebt in ihm die Begierde nach seinem Leibe. Er erkennt zugleich, indem er in dem angedeuteten Sinne an die Pforte des Todes herantritt, wie durch das wirkliche Erleben beim Durchschreiten der Todespforte, wie durch dieses wirkliche Erlebnis des Todes, durch diese Auflösung, durch dieses Hingenommen-Werden des Leibes ausgetilgt wird in der Seele nach und nach diese Begierde nach dem Leibe. Und indem sie ausgelöscht wird, ist es so, wie wenn ein den Leib durchsetzender Nebel aus dem Leibe heraustreten würde und es hell würde. Der Mensch wird wirklich aufgenommen in die Sphäre der Wesenheiten, die sonst übersinnlich und unsichtbar sind; der Mensch wird hingenommen wie die Gedanken vom Menschen, und Sterben heißt hingenommen werden von den geistigen Wesenheiten.

[ 33 ] Denn der Geistesforscher erkennt: Wenn der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen außerhalb seines Leibes ist, so lebt in ihm die Begierde nach seinem Leibe. Er erkennt zugleich, indem er in dem angedeuteten Sinne an die Pforte des Todes herantritt, wie durch das wirkliche Erleben beim Durchschreiten der Todespforte, wie durch dieses wirkliche Erlebnis des Todes, durch diese Auflösung, durch dieses Hingenommen-Werden des Leibes ausgetilgt wird in der Seele nach und nach diese Begierde nach dem Leibe. Und indem sie ausgelöscht wird, ist es so, wie wenn ein den Leib durchsetzender Nebel aus dem Leibe heraustreten würde und es hell würde. Der Mensch wird wirklich aufgenommen in die Sphäre der Wesenheiten, die sonst übersinnlich und unsichtbar sind; der Mensch wird hingenommen wie die Gedanken vom Menschen, und Sterben heißt hingenommen werden von den geistigen Wesenheiten.

[ 34 ] Aber dieser Moment des Todes, in dem er so erlebt wird, dass der Mensch zurückschaut auf das Weggenommen-Werden des Leibes, das ist ein Erlebnis, das eine Konsequenz hat. So wie der Geistesforscher erlebt dadurch, dass er in sein Schicksal hineinwächst, eine Erweiterung seiner Erinnerung, erlebt der Mensch im Allgemeinen, wenn er durch die Pforte des Todes geht, eine Erweiterung seiner Erinnerung, indem er zurückblickt auf sein im Leibe durchgemachtes Leben. Das, was sich darbietet im Moment des Todes, ist auslösend für gewisse Seelenkräfte, die in ihm ausgelöst werden, wenn er hingenommen wird von den höheren ihn erfassenden Wesenheiten.

[ 34 ] Aber dieser Moment des Todes, in dem er so erlebt wird, dass der Mensch zurückschaut auf das Weggenommen-Werden des Leibes, das ist ein Erlebnis, das eine Konsequenz hat. So wie der Geistesforscher erlebt dadurch, dass er in sein Schicksal hineinwächst, eine Erweiterung seiner Erinnerung, erlebt der Mensch im Allgemeinen, wenn er durch die Pforte des Todes geht, eine Erweiterung seiner Erinnerung, indem er zurückblickt auf sein im Leibe durchgemachtes Leben. Das, was sich darbietet im Moment des Todes, ist auslösend für gewisse Seelenkräfte, die in ihm ausgelöst werden, wenn er hingenommen wird von den höheren ihn erfassenden Wesenheiten.

[ 35 ] Und jetzt tritt etwas Besonderes ein. Um das einzusehen, müssen wir auf etwas aufmerksam machen. Wodurch haben wir denn im gewöhnlichen Leben dieses unser Selbstbewusstsein, diese Art des Bewusstseins, wodurch wir uns als Ich ansprechen? Vom Einschlafen bis zum Aufwachen sprechen wir uns nicht als Ich an; wir müssen untertauchen in unseren Raumesleib, um uns als Ich anzusprechen. Im Grunde genommen ist es so, dass wir jeden Morgen, wenn wir untertauchen in unseren Leib und unsere Augen, Ohren und anderen Sinne gebrauchen, erst gewahr werden: Wir sind ein Ich. In unserem Raumesleib erlangen wir unser Selbstbewusstsein. Der Geistesforscher kann das in sich selbst konstatieren, indem er außerhalb seines Leibes all den Kampf durchzumachen hat, um abzutöten und hinzudämpfen die Begierde nach dem Leibe; er weiß, was er anwenden muss an höheren Erinnerungskräften, um ein Selbst zu sein, wie er mit seinem Schicksal zusammenwachsen muss. Das, was er also erlebt, wird sonst erlebt durch den Anblick des Leibesverlassens.

[ 35 ] Und jetzt tritt etwas Besonderes ein. Um das einzusehen, müssen wir auf etwas aufmerksam machen. Wodurch haben wir denn im gewöhnlichen Leben dieses unser Selbstbewusstsein, diese Art des Bewusstseins, wodurch wir uns als Ich ansprechen? Vom Einschlafen bis zum Aufwachen sprechen wir uns nicht als Ich an; wir müssen untertauchen in unseren Raumesleib, um uns als Ich anzusprechen. Im Grunde genommen ist es so, dass wir jeden Morgen, wenn wir untertauchen in unseren Leib und unsere Augen, Ohren und anderen Sinne gebrauchen, erst gewahr werden: Wir sind ein Ich. In unserem Raumesleib erlangen wir unser Selbstbewusstsein. Der Geistesforscher kann das in sich selbst konstatieren, indem er außerhalb seines Leibes all den Kampf durchzumachen hat, um abzutöten und hinzudämpfen die Begierde nach dem Leibe; er weiß, was er anwenden muss an höheren Erinnerungskräften, um ein Selbst zu sein, wie er mit seinem Schicksal zusammenwachsen muss. Das, was er also erlebt, wird sonst erlebt durch den Anblick des Leibesverlassens.

[ 36 ] Und eine andere Kraft tritt auf: Wir können nicht mehr in einen Leib eintreten. Das, was aber jetzt eintritt, ist die Erinnerung, dass wir im Leibe waren. Das ist das Bedeutsame. Wir würden in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt nicht zu einem Ich[-Bewusstsein] kommen, wenn wir gleichsam Gedanken der höheren Wesenheiten bloß wären; nur dadurch, dass wir immer zurückschauen können in unser vergangenes Erdenleben, dass wir statt des Raumesleibes im gewöhnlichen Leben nach dem Tode einen Zeitenleib haben, dadurch haben wir Selbstbewusstsein. In immerwährendem Zurückschauen auf das Zeitenleben erinnern wir uns an dieses Zeitenleben und entzünden dadurch unser Selbstbewusstsein. Während unser Selbstbewusstsein entzündet wird im gewöhnlichen Leben durch den Raumesleib, wird es entzündet nach dem Tode durch das, was wir die gesteigerte Erinnerung nennen an das, was wir in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode waren. Statt des Raumes tritt die Zeit ein für die geschilderten Verhältnisse nach dem Tode. So sehen wir, wie der Tod seinem Wesen nach eine weckende Kraft hat für des Menschen übersinnliche Wesenheit, wie das, was wir im Tode erleben, uns die Fähigkeit verleiht, nach dem Tode Selbstbewusstsein zu entwickeln. Wie der Gedanke in uns erstirbt, und unser Selbst entzündet werden muss durch das Aufgehen im Schicksal, so wird der Mensch nach dem Tode sein Selbstbewusstsein entzünden durch das Zurückblicken auf sein Erdenleben.

[ 36 ] Und eine andere Kraft tritt auf: Wir können nicht mehr in einen Leib eintreten. Das, was aber jetzt eintritt, ist die Erinnerung, dass wir im Leibe waren. Das ist das Bedeutsame. Wir würden in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt nicht zu einem Ich[-Bewusstsein] kommen, wenn wir gleichsam Gedanken der höheren Wesenheiten bloß wären; nur dadurch, dass wir immer zurückschauen können in unser vergangenes Erdenleben, dass wir statt des Raumesleibes im gewöhnlichen Leben nach dem Tode einen Zeitenleib haben, dadurch haben wir Selbstbewusstsein. In immerwährendem Zurückschauen auf das Zeitenleben erinnern wir uns an dieses Zeitenleben und entzünden dadurch unser Selbstbewusstsein. Während unser Selbstbewusstsein entzündet wird im gewöhnlichen Leben durch den Raumesleib, wird es entzündet nach dem Tode durch das, was wir die gesteigerte Erinnerung nennen an das, was wir in der Zeit zwischen der Geburt und dem Tode waren. Statt des Raumes tritt die Zeit ein für die geschilderten Verhältnisse nach dem Tode. So sehen wir, wie der Tod seinem Wesen nach eine weckende Kraft hat für des Menschen übersinnliche Wesenheit, wie das, was wir im Tode erleben, uns die Fähigkeit verleiht, nach dem Tode Selbstbewusstsein zu entwickeln. Wie der Gedanke in uns erstirbt, und unser Selbst entzündet werden muss durch das Aufgehen im Schicksal, so wird der Mensch nach dem Tode sein Selbstbewusstsein entzünden durch das Zurückblicken auf sein Erdenleben.

[ 37 ] So erhalten wir eine sehr reale Vorstellung von dem, was man sonst im Menschen seelisch-geistiges Inneres nennt, so kommen wir zu einem Erfühlen des lebendigen, seelisch-geistigen Wesenskerns des Menschen, desjenigen Wesenskerns, den schon Johann Gottlieb Fichte, soweit er das in seiner Zeit konnte, so erfühlte, wie [ich das gestern von ihm mitgeteilt habe]. Zu der gestrigen Stelle sei heute die andere gefügt, wo er in seiner Schrift über die Bestimmung des Gelehrten davon spricht, wie die Seele sich erfühlt, wenn sie ihre geistig-seelische Wesenheit, begründet im ewigen Übersinnlichen, wirklich zu erfassen vermag. Da sagt Fichte: «Und wenn ihr alle, Felsen und Berge, die ihr aufgetürmt seid, auf mich herunterstürzt ...» /Lücke im Text].

[ 37 ] So erhalten wir eine sehr reale Vorstellung von dem, was man sonst im Menschen seelisch-geistiges Inneres nennt, so kommen wir zu einem Erfühlen des lebendigen, seelisch-geistigen Wesenskerns des Menschen, desjenigen Wesenskerns, den schon Johann Gottlieb Fichte, soweit er das in seiner Zeit konnte, so erfühlte, wie [ich das gestern von ihm mitgeteilt habe]. Zu der gestrigen Stelle sei heute die andere gefügt, wo er in seiner Schrift über die Bestimmung des Gelehrten davon spricht, wie die Seele sich erfühlt, wenn sie ihre geistig-seelische Wesenheit, begründet im ewigen Übersinnlichen, wirklich zu erfassen vermag. Da sagt Fichte: «Und wenn ihr alle, Felsen und Berge, die ihr aufgetürmt seid, auf mich herunterstürzt ...» /Lücke im Text].

[ 38 ] Das, was also von besten Geistern erfühlt ist, das zum Range des wissenschaftlichen Erkennens zu erheben, hat die Geisteswissenschaft zur Aufgabe. Nun kann man sagen: Gewiss, es kann in unserer Zeit noch nicht jeder solche Erlebnisse durchmachen, welche ihn zum unmittelbaren Erfassen der geistigen Welt führen, wie geschildert. Aber das ist durchaus nicht nötig. Diese inneren Erlebnisse sind notwendig, damit das, was über die geistige Welt zu sagen ist, heraufgeholt wird aus dem Abgrund, in dem es sonst versenkt ist. Zum Heraufholen sind diese Kräfte nötig; wenn aber das, was also über den Zusammenhang des menschlichen Schicksals und des Todes gesagt ist, in Ideen geformt ist, hineingebracht ist in die Sprache der menschlichen Vorstellungen, dann brauchen diese Seelenerlebnisse nicht gemacht zu werden, sondern man sieht ungefähr das, was so zutage gebracht worden ist durch den Geistesforscher, so durch die innere Fähigkeit zur Wahrheit als richtig ein, wie man einsicht die mathematischen Urteile, wenn sie durch jemand formuliert an uns herantreten. Denn das muss immer wieder und wiederum gesagt werden: Zwar ist jeder Mensch, ausnahmslos jeder Mensch dazu berufen, wenn er das in sich durchmachen will, was heute geschildert worden ist, die geistige Welt unmittelbar anzuschauen, das menschliche Wesen in seiner Ewigkeit zu erkennen, aber es braucht nicht jeder Mensch. Jeder Mensch aber kann, wenn er sich nur nicht selber Hindernisse und Vorurteile in den Weg wirft, das, was die Geistesforschung sagt, wirklich erkennen und richtig einsehen. Dem widerspricht nicht, dass heute noch die Mehrzahl der Menschen von den Ergebnissen der Geistesforschung sagt: Das ist eitel Phantasterei, der reine Blödsinn, das sind Hirngespinste von einigen Denkern, das widerspricht dem nicht. Der Mensch entscheidet nicht nach Gründen in Wirklichkeit, beweist in Wirklichkeit nicht, sondern der Mensch entscheidet nach Denkgewohnheit. Und die heutigen Denkgewohnheiten sind das Ergebnis jenes Denkens, jenes Vorstellens, das gerade den Beruf hatte, in die äußere, sinnliche Wirklichkeit einzudringen, das sich daran gewöhnte, an dieser äußeren Sinnlichkeit zu haften.

[ 38 ] Das, was also von besten Geistern erfühlt ist, das zum Range des wissenschaftlichen Erkennens zu erheben, hat die Geisteswissenschaft zur Aufgabe. Nun kann man sagen: Gewiss, es kann in unserer Zeit noch nicht jeder solche Erlebnisse durchmachen, welche ihn zum unmittelbaren Erfassen der geistigen Welt führen, wie geschildert. Aber das ist durchaus nicht nötig. Diese inneren Erlebnisse sind notwendig, damit das, was über die geistige Welt zu sagen ist, heraufgeholt wird aus dem Abgrund, in dem es sonst versenkt ist. Zum Heraufholen sind diese Kräfte nötig; wenn aber das, was also über den Zusammenhang des menschlichen Schicksals und des Todes gesagt ist, in Ideen geformt ist, hineingebracht ist in die Sprache der menschlichen Vorstellungen, dann brauchen diese Seelenerlebnisse nicht gemacht zu werden, sondern man sieht ungefähr das, was so zutage gebracht worden ist durch den Geistesforscher, so durch die innere Fähigkeit zur Wahrheit als richtig ein, wie man einsicht die mathematischen Urteile, wenn sie durch jemand formuliert an uns herantreten. Denn das muss immer wieder und wiederum gesagt werden: Zwar ist jeder Mensch, ausnahmslos jeder Mensch dazu berufen, wenn er das in sich durchmachen will, was heute geschildert worden ist, die geistige Welt unmittelbar anzuschauen, das menschliche Wesen in seiner Ewigkeit zu erkennen, aber es braucht nicht jeder Mensch. Jeder Mensch aber kann, wenn er sich nur nicht selber Hindernisse und Vorurteile in den Weg wirft, das, was die Geistesforschung sagt, wirklich erkennen und richtig einsehen. Dem widerspricht nicht, dass heute noch die Mehrzahl der Menschen von den Ergebnissen der Geistesforschung sagt: Das ist eitel Phantasterei, der reine Blödsinn, das sind Hirngespinste von einigen Denkern, das widerspricht dem nicht. Der Mensch entscheidet nicht nach Gründen in Wirklichkeit, beweist in Wirklichkeit nicht, sondern der Mensch entscheidet nach Denkgewohnheit. Und die heutigen Denkgewohnheiten sind das Ergebnis jenes Denkens, jenes Vorstellens, das gerade den Beruf hatte, in die äußere, sinnliche Wirklichkeit einzudringen, das sich daran gewöhnte, an dieser äußeren Sinnlichkeit zu haften.

[ 39 ] Es ist heute natürlich, dass die Mehrzahl der Menschen, gerade indem sie sich aufgeschwungen hat zu diesem naturgemäßen Denken, gar nicht herankann an das Entwicklungsgesetz. Aber so naturgemäß das ist, so liegt doch die Zeit vor, in der der Bogen des materialistischen Denkens auf der einen Seite so sehr gespannt ist, dass er auf der andern reißen muss. Und überall sind die Zeichen vorhanden, dass die Menschheit darangeht, so wie sie sich enthusiastisch dem naturwissenschaftlichen Denken zugewendet hat, zu ergreifen das geisteswissenschaftliche Denken. Heute hat man noch alle möglichen so und so gearteten Einwände gegen dieses geisteswissenschaftliche Denken; allein auch darüber haben, ich möchte sagen die besten Geister der Menschheitsentwicklung das richtige Gefühl gehabt. Und Johann Gottlieb Fichte wiederum, den ich gestern wie einen vorbildlichen Führergenius darzustellen versuchte, er hat, soweit er es in seiner Zeit konnte, einen Einwand, den man so leicht macht gegen das Darstellen und Betrachten der geistigen Welt, mit folgenden Worten widerlegt. Er sagt: «Die Lehre von einem durchaus nicht willkürlich angenommenen Geist, in dessen höherer Kraft wir alle leben, welchen unverständige Menschen sattsam geschlagen zu haben glauben, wenn sie sie Mystizismus nennen, dieses ist keineswegs Schwärmerei; denn sie geht auf das Gründliche, und zwar auf den intimsten Geist, welcher alles Handeln beleben soll. Schwärmerei würde sie werden nur dadurch, wenn dem Hervorgehen hinzugefügt würde, dass diese Ansicht aus einem geheimnisvollen Licht quelle, welches nur wenigen Auserwählten erteilt sei. In welchem Vorgehen der eigentliche Mystizismus besteht. Wenn dieses Vorgeben Hochmut auf sinnliche [Lücke im Text].»

[ 39 ] Es ist heute natürlich, dass die Mehrzahl der Menschen, gerade indem sie sich aufgeschwungen hat zu diesem naturgemäßen Denken, gar nicht herankann an das Entwicklungsgesetz. Aber so naturgemäß das ist, so liegt doch die Zeit vor, in der der Bogen des materialistischen Denkens auf der einen Seite so sehr gespannt ist, dass er auf der andern reißen muss. Und überall sind die Zeichen vorhanden, dass die Menschheit darangeht, so wie sie sich enthusiastisch dem naturwissenschaftlichen Denken zugewendet hat, zu ergreifen das geisteswissenschaftliche Denken. Heute hat man noch alle möglichen so und so gearteten Einwände gegen dieses geisteswissenschaftliche Denken; allein auch darüber haben, ich möchte sagen die besten Geister der Menschheitsentwicklung das richtige Gefühl gehabt. Und Johann Gottlieb Fichte wiederum, den ich gestern wie einen vorbildlichen Führergenius darzustellen versuchte, er hat, soweit er es in seiner Zeit konnte, einen Einwand, den man so leicht macht gegen das Darstellen und Betrachten der geistigen Welt, mit folgenden Worten widerlegt. Er sagt: «Die Lehre von einem durchaus nicht willkürlich angenommenen Geist, in dessen höherer Kraft wir alle leben, welchen unverständige Menschen sattsam geschlagen zu haben glauben, wenn sie sie Mystizismus nennen, dieses ist keineswegs Schwärmerei; denn sie geht auf das Gründliche, und zwar auf den intimsten Geist, welcher alles Handeln beleben soll. Schwärmerei würde sie werden nur dadurch, wenn dem Hervorgehen hinzugefügt würde, dass diese Ansicht aus einem geheimnisvollen Licht quelle, welches nur wenigen Auserwählten erteilt sei. In welchem Vorgehen der eigentliche Mystizismus besteht. Wenn dieses Vorgeben Hochmut auf sinnliche [Lücke im Text].»

[ 40 ] Wie gesagt: Fichte hatte noch nicht Geisteswissenschaft, aber er hatte die Keime, und indem diese Keime zur Entwicklung gebracht werden, entsteht — eben durch eine Wissenschaft, die nicht appelliert an die bloß passive äußere Beobachtung, sondern an die innerlich tätigen Seelenkräfte, durch eine Wissenschaft, die erlebte Wissenschaft sein will —, entsteht Geisteswissenschaft. Dasjenige aber, was diese Geisteswissenschaft der Menschheit bringen will, das soll auch für der Menschen Zukunft und Fortschritt eine reale Kraft sein, eine wirklich reale Kraft. Schicksal und Tod, sie werden sich durch die Geisteswissenschaft ins Leben hineinstellen als zu dem gesamten Erleben des Menschen gehörig. Wie wir ansehen die Vorgänge der äußeren Natur und erblicken, wie auf dem höchsten Gipfel dieser Vorgänge sich das heranbildet, was Menschengestalt und Menschenwesen in dieser äußeren Natur ist, so wird die Menschheit allmählich gerade durch Geisteswissenschaft einsehen, dass das, was der Mensch in seinem innersten, geistig-seelischen Wesenskern ist, was er in dem ist, wodurch er mit dem Ewigen zusammenhängt, dass das ruht in den Kräften, die uns sonst äußerlich unverständlich im Schicksal und im Rätsel des Todes entgegentreten.

[ 40 ] Wie gesagt: Fichte hatte noch nicht Geisteswissenschaft, aber er hatte die Keime, und indem diese Keime zur Entwicklung gebracht werden, entsteht — eben durch eine Wissenschaft, die nicht appelliert an die bloß passive äußere Beobachtung, sondern an die innerlich tätigen Seelenkräfte, durch eine Wissenschaft, die erlebte Wissenschaft sein will —, entsteht Geisteswissenschaft. Dasjenige aber, was diese Geisteswissenschaft der Menschheit bringen will, das soll auch für der Menschen Zukunft und Fortschritt eine reale Kraft sein, eine wirklich reale Kraft. Schicksal und Tod, sie werden sich durch die Geisteswissenschaft ins Leben hineinstellen als zu dem gesamten Erleben des Menschen gehörig. Wie wir ansehen die Vorgänge der äußeren Natur und erblicken, wie auf dem höchsten Gipfel dieser Vorgänge sich das heranbildet, was Menschengestalt und Menschenwesen in dieser äußeren Natur ist, so wird die Menschheit allmählich gerade durch Geisteswissenschaft einsehen, dass das, was der Mensch in seinem innersten, geistig-seelischen Wesenskern ist, was er in dem ist, wodurch er mit dem Ewigen zusammenhängt, dass das ruht in den Kräften, die uns sonst äußerlich unverständlich im Schicksal und im Rätsel des Todes entgegentreten.

[ 41 ] Und man blickt dann auf diesen geistig-seelischen Wesenskern des Menschen als auf ein Reales; man erblickt das äußere Leben nicht als die Ursache, sondern als das Geschöpf dieses realen geistig-seelischen Wesenskerns im Innern des Menschen. Man blickt hin, wie das, was den Menschen mit dem Ewigen verbindet, sein körperlich Äußerliches bildet, alles das formt, was man im äußeren Leben erblickt. Und dann stellen sich auch jene Rätsel des Lebens, die sonst so schwierig auflösbar sind, durch die Geisteswissenschaft nicht wie Rätsel hin, sondern wie etwas, was das Leben trägt, was Kraft gibt in den beseligenden Momenten des Lebens, aber auch Trost gibt in den herben Momenten des Lebens. Daher, weil das so ist, möchte ich in diesem Augenblick nicht zurückschrecken davor, gewissenmaßen ein spezielles Ergebnis der Geistesforschung anzugeben, das uns jetzt besonders interessieren darf.

[ 41 ] Und man blickt dann auf diesen geistig-seelischen Wesenskern des Menschen als auf ein Reales; man erblickt das äußere Leben nicht als die Ursache, sondern als das Geschöpf dieses realen geistig-seelischen Wesenskerns im Innern des Menschen. Man blickt hin, wie das, was den Menschen mit dem Ewigen verbindet, sein körperlich Äußerliches bildet, alles das formt, was man im äußeren Leben erblickt. Und dann stellen sich auch jene Rätsel des Lebens, die sonst so schwierig auflösbar sind, durch die Geisteswissenschaft nicht wie Rätsel hin, sondern wie etwas, was das Leben trägt, was Kraft gibt in den beseligenden Momenten des Lebens, aber auch Trost gibt in den herben Momenten des Lebens. Daher, weil das so ist, möchte ich in diesem Augenblick nicht zurückschrecken davor, gewissenmaßen ein spezielles Ergebnis der Geistesforschung anzugeben, das uns jetzt besonders interessieren darf.

[ 42 ] Wir sehen Menschen und Menschen hinsterben in der Blüte ihres Daseins; wir sehen, wie der äußere Leib sich von dem Menschen loslöst — heute zusammengedrängt in einem kurzen Zeitpunkt —, wie der äußere Leib sich loslöst von der Seele, von der wir voraussetzen müssen, dass sie sonst noch Jahre Kraft gehabt hätte zu durchsetzen dieses physische Leben. Und indem wir hinblicken auf das, als was uns durch diese geisteswissenschaftliche Darstellung der menschliche Wesenskern entgegengetreten ist, sagen wir uns: Wie verhält es sich für einen Menschen, der in der Blüte der Jahre seinen physischen Leib ablegt, also in der geistigen Welt, wo das Selbsterlebnis durch die Erinnerung zustande kommt? Der Eintritt für einen menschlichen Wesenskern, der noch die Kraft gehabt hätte, für viele Jahre das physische Leben zu durchdringen, was bedeutet dieses frühe Sterben? Wie stellt sich da das Schicksal ein? Ich glaube, dass wir am besten zurechtkommen, wenn wir vergleichen den also für sein Vaterland sich Opfernden — was die Zeitereignisse fordern —, wenn wir den seinen Leib Hinopfernden vergleichen mit einem Asketen, der auch das Leibliche in gewisser Weise opfert.

[ 42 ] Wir sehen Menschen und Menschen hinsterben in der Blüte ihres Daseins; wir sehen, wie der äußere Leib sich von dem Menschen loslöst — heute zusammengedrängt in einem kurzen Zeitpunkt —, wie der äußere Leib sich loslöst von der Seele, von der wir voraussetzen müssen, dass sie sonst noch Jahre Kraft gehabt hätte zu durchsetzen dieses physische Leben. Und indem wir hinblicken auf das, als was uns durch diese geisteswissenschaftliche Darstellung der menschliche Wesenskern entgegengetreten ist, sagen wir uns: Wie verhält es sich für einen Menschen, der in der Blüte der Jahre seinen physischen Leib ablegt, also in der geistigen Welt, wo das Selbsterlebnis durch die Erinnerung zustande kommt? Der Eintritt für einen menschlichen Wesenskern, der noch die Kraft gehabt hätte, für viele Jahre das physische Leben zu durchdringen, was bedeutet dieses frühe Sterben? Wie stellt sich da das Schicksal ein? Ich glaube, dass wir am besten zurechtkommen, wenn wir vergleichen den also für sein Vaterland sich Opfernden — was die Zeitereignisse fordern —, wenn wir den seinen Leib Hinopfernden vergleichen mit einem Asketen, der auch das Leibliche in gewisser Weise opfert.

[ 43 ] Ich habe oftmals hier darauf aufmerksam gemacht, dass Geisteswissenschaft, wenn sie richtig verstanden wird, nicht eine Feindin des Lebens ist, nicht vom Leben hinwegführt, sondern gerade dadurch, dass sie die volle Wirklichkeit ergreift, lebensfördernd ist, dass der Geistesforscher gerade dadurch, dass er auf die geistige Welt hinweist, sagen will: In diesen geistigen Quellen liegen Kräfte, die das Leben reicher machen, als es ohne diese Kräfte und ohne Hinlenkung der Gedanken an sie wäre. Die Geistesforschung führt nicht den Menschen dazu, das Leibesleben zu verachten, aber es zu durchgeistigen, den Leib zu beherrschen. Damit ist sie aber durchaus auch in der Lage, das Schiefe einer falschen Asketik anzudeuten, jener Asketik, die da glaubt in das Geistige sich hinaufzuleben durch eine von gewissen Kräften des Geistig-Seelischen ausgehende Ertötung, Erlähmung des Leibes. Gewiss, man erlangt allerlei dadurch, dass man also den Leib ertötet oder erlähmt, wie ja alles, was als Tatsache in der Welt geschieht, Konsequenz hat. Man erlangt allerlei; was erlangt man durch solche Asketik? Das wirklich geistige Erleben sucht hinaufzudringen in die geistigen Welten; falsche Asketik verarmt das Leben, indem sie nur zur Entfaltung bringt, was schon im geistig-seelischen Wesenskern vorhanden ist, weil sie nicht zu neuen Kräften hinaufsteigt, sondern durch schon vorhandene Kräfte das Leibliche ertötet und erlähmt. Was erlangt man dadurch? Dadurch erlangt man eine gewisse Verstärkung innerer Kräfte, die Möglichkeit, den seelisch-geistigen Wesenskern reicher, inhaltsvoller zu erleben. Aber man erlangt das ja im Leibe und durch den Leib, wenn man es auch erlangt dadurch, dass man den Leib ertötet und erlähmt, aber eben durch Überwindung dieser Leibeskräfte im Leibe. Dadurch aber stellt sich die Sache so, dass das, was der im gewissen Sinne falsche Asket erlangt, sich bezieht auf sein persönliches, individuelles Leben, dass er, wenn er durch die Pforte des Todes geht, dann im gewissen Sinne einen stärkeren seelisch-geistigen Wesenskern hat, dass er alle die Kräfte, die er sich angeeignet hat, dazu verwendet, um in persönlich individueller Weise immerfort hinzublicken auf das, was sein Erdenleben war. Ein verstärktes Selbstbewusstsein für seine eigene Persönlichkeit erwirbt er, gleichsam einen übersinnlichen Egoismus züchtet er durch seinen Asketismus.

[ 43 ] Ich habe oftmals hier darauf aufmerksam gemacht, dass Geisteswissenschaft, wenn sie richtig verstanden wird, nicht eine Feindin des Lebens ist, nicht vom Leben hinwegführt, sondern gerade dadurch, dass sie die volle Wirklichkeit ergreift, lebensfördernd ist, dass der Geistesforscher gerade dadurch, dass er auf die geistige Welt hinweist, sagen will: In diesen geistigen Quellen liegen Kräfte, die das Leben reicher machen, als es ohne diese Kräfte und ohne Hinlenkung der Gedanken an sie wäre. Die Geistesforschung führt nicht den Menschen dazu, das Leibesleben zu verachten, aber es zu durchgeistigen, den Leib zu beherrschen. Damit ist sie aber durchaus auch in der Lage, das Schiefe einer falschen Asketik anzudeuten, jener Asketik, die da glaubt in das Geistige sich hinaufzuleben durch eine von gewissen Kräften des Geistig-Seelischen ausgehende Ertötung, Erlähmung des Leibes. Gewiss, man erlangt allerlei dadurch, dass man also den Leib ertötet oder erlähmt, wie ja alles, was als Tatsache in der Welt geschieht, Konsequenz hat. Man erlangt allerlei; was erlangt man durch solche Asketik? Das wirklich geistige Erleben sucht hinaufzudringen in die geistigen Welten; falsche Asketik verarmt das Leben, indem sie nur zur Entfaltung bringt, was schon im geistig-seelischen Wesenskern vorhanden ist, weil sie nicht zu neuen Kräften hinaufsteigt, sondern durch schon vorhandene Kräfte das Leibliche ertötet und erlähmt. Was erlangt man dadurch? Dadurch erlangt man eine gewisse Verstärkung innerer Kräfte, die Möglichkeit, den seelisch-geistigen Wesenskern reicher, inhaltsvoller zu erleben. Aber man erlangt das ja im Leibe und durch den Leib, wenn man es auch erlangt dadurch, dass man den Leib ertötet und erlähmt, aber eben durch Überwindung dieser Leibeskräfte im Leibe. Dadurch aber stellt sich die Sache so, dass das, was der im gewissen Sinne falsche Asket erlangt, sich bezieht auf sein persönliches, individuelles Leben, dass er, wenn er durch die Pforte des Todes geht, dann im gewissen Sinne einen stärkeren seelisch-geistigen Wesenskern hat, dass er alle die Kräfte, die er sich angeeignet hat, dazu verwendet, um in persönlich individueller Weise immerfort hinzublicken auf das, was sein Erdenleben war. Ein verstärktes Selbstbewusstsein für seine eigene Persönlichkeit erwirbt er, gleichsam einen übersinnlichen Egoismus züchtet er durch seinen Asketismus.

[ 44 ] Betrachten wir dagegen — ich kann nicht anders sagen als, ich möchte ganz ohne Sympathie und Antipathie auf die objektiven Ergebnisse der Geistesforschung aufmerksam machen —, betrachten wir denjenigen, der kein Asket ist, der aber seinen Leib opfert, opfert für sein Land und Volk, opfert in der Blüte der Jugend und in sich trägt in die geistige Welt einen geistig-seelischen Wesenskern, der noch lange leben könnte im Leibe; er erlebt durch all die Verhältnisse, unter denen sich sein Tod abspielt, namentlich durch die Verhältnisse, durch die sein Tod zu einem bewussten Tod des Opfers wird, eine Verstärkung auch dieser innerlichen Kräfte, die zum Selbstbewusstsein hinführen; aber jetzt wird dieses, was an Kräften verstärkt wird, nach dem Tode nicht eine Verstärkung im Zurückblicken auf den eigenen Leib, nicht eine Verstärkung des persönlichen Selbstbewusstseins bloß, sondern eine Verstärkung der Kräfte, die weniger hinneigen zu der Gebundenheit an das Leibesleben; gleichsam abgelenkt werden die verstärkten Kräfte vom Leibesleben. Das Selbstbewusstsein, das beim Asketen mehr in Bezug auf das Übersinnlich-Egoistische verstärkt wird, wird bei dem sich auf dem Kampffeld für eine große Sache Hinopfernden so verstärkt, dass die Willensimpulse, die strömenden Gefühlsimpulse verstärkt werden. Alles, was weniger selbstisch ist, wird verstärkt. Und so kommt es, dass diejenigen Kräfte, die ein solcher durchbringt durch die Pforte des Todes, das Selbstlose in [ihm verstärkt haben, und diese bleiben] bei der Volksgemeinschaft, für die der Betreffende sich geopfert hat, oder bei der Sache, für die der Betreffende sich geopfert hat. Der Asket gibt im Grunde genommen das, was er an verstärkten Kräften erlangt, für sich selber aus; der sich in der Blüte der Jugend auf dem Kampffeld oder sonst für die große Sache Opfernde, der gibt das, was ihm das Schicksal abfordert, für ein allgemein Menschliches hin, für eine Menschengemeinschaft hin.

[ 44 ] Betrachten wir dagegen — ich kann nicht anders sagen als, ich möchte ganz ohne Sympathie und Antipathie auf die objektiven Ergebnisse der Geistesforschung aufmerksam machen —, betrachten wir denjenigen, der kein Asket ist, der aber seinen Leib opfert, opfert für sein Land und Volk, opfert in der Blüte der Jugend und in sich trägt in die geistige Welt einen geistig-seelischen Wesenskern, der noch lange leben könnte im Leibe; er erlebt durch all die Verhältnisse, unter denen sich sein Tod abspielt, namentlich durch die Verhältnisse, durch die sein Tod zu einem bewussten Tod des Opfers wird, eine Verstärkung auch dieser innerlichen Kräfte, die zum Selbstbewusstsein hinführen; aber jetzt wird dieses, was an Kräften verstärkt wird, nach dem Tode nicht eine Verstärkung im Zurückblicken auf den eigenen Leib, nicht eine Verstärkung des persönlichen Selbstbewusstseins bloß, sondern eine Verstärkung der Kräfte, die weniger hinneigen zu der Gebundenheit an das Leibesleben; gleichsam abgelenkt werden die verstärkten Kräfte vom Leibesleben. Das Selbstbewusstsein, das beim Asketen mehr in Bezug auf das Übersinnlich-Egoistische verstärkt wird, wird bei dem sich auf dem Kampffeld für eine große Sache Hinopfernden so verstärkt, dass die Willensimpulse, die strömenden Gefühlsimpulse verstärkt werden. Alles, was weniger selbstisch ist, wird verstärkt. Und so kommt es, dass diejenigen Kräfte, die ein solcher durchbringt durch die Pforte des Todes, das Selbstlose in [ihm verstärkt haben, und diese bleiben] bei der Volksgemeinschaft, für die der Betreffende sich geopfert hat, oder bei der Sache, für die der Betreffende sich geopfert hat. Der Asket gibt im Grunde genommen das, was er an verstärkten Kräften erlangt, für sich selber aus; der sich in der Blüte der Jugend auf dem Kampffeld oder sonst für die große Sache Opfernde, der gibt das, was ihm das Schicksal abfordert, für ein allgemein Menschliches hin, für eine Menschengemeinschaft hin.

[ 45 ] Das ist auch etwas, was uns in einem konkreten Falle Antworten gibt auf Schicksals- und Todesrätsel, und das wird überhaupt die Geisteswissenschaft bringen, dass sie erzeugen wird in dem Bewusstsein der Menschen eine Weltanschauung, welche sich zurechtfindet mit den Ereignissen, zwischen denen heute die Menschenseele, als aus dunkeln Weltenrätseln ausströmend, wandeln muss. Gewiss, alles das, was der Mensch erfahren kann über das Rätsel des Todes, des Schicksals, er erlebt es ja im Gesamtleben. Alle leben in der geistigen, in der übersinnlichen Welt, wenn sie durch die Pforte des Todes gehen; aber so wie in der Natur draußen alles geschieht und geschehen würde, auch wenn der Mensch nichts davon wüsste, so ist doch für den Menschheitsfortschritt notwendig, dass das, was draußen in der Natur geschieht, hereingenommen wird in die Erkenntnis; denn das bringt den Menschen vorwärts. Vorgänge, objektive Realitäten, Tatsachen sind das alles, was der Geistesforscher erkundet, aber das, was sich also in der geistigen Welt abspielt, es muss Erkenntnis werden. Und wie in einem Moment der Entwicklung die Natur eingetreten ist in den Fortschritt, so muss von unserer Zeit ab Geisteserkenntnis in die Kulturentwicklung eintreten.

[ 45 ] Das ist auch etwas, was uns in einem konkreten Falle Antworten gibt auf Schicksals- und Todesrätsel, und das wird überhaupt die Geisteswissenschaft bringen, dass sie erzeugen wird in dem Bewusstsein der Menschen eine Weltanschauung, welche sich zurechtfindet mit den Ereignissen, zwischen denen heute die Menschenseele, als aus dunkeln Weltenrätseln ausströmend, wandeln muss. Gewiss, alles das, was der Mensch erfahren kann über das Rätsel des Todes, des Schicksals, er erlebt es ja im Gesamtleben. Alle leben in der geistigen, in der übersinnlichen Welt, wenn sie durch die Pforte des Todes gehen; aber so wie in der Natur draußen alles geschieht und geschehen würde, auch wenn der Mensch nichts davon wüsste, so ist doch für den Menschheitsfortschritt notwendig, dass das, was draußen in der Natur geschieht, hereingenommen wird in die Erkenntnis; denn das bringt den Menschen vorwärts. Vorgänge, objektive Realitäten, Tatsachen sind das alles, was der Geistesforscher erkundet, aber das, was sich also in der geistigen Welt abspielt, es muss Erkenntnis werden. Und wie in einem Moment der Entwicklung die Natur eingetreten ist in den Fortschritt, so muss von unserer Zeit ab Geisteserkenntnis in die Kulturentwicklung eintreten.

[ 46 ] Wenn der Mensch aufnimmt in seine Erkenntnis das, was ohne ihn da ist, bringt er sein Geschlecht vorwärts. Da kann man sagen, dass jeder, der eine Empfindung hat für solche Geisteserkenntnis, ganz von selbst das Seinige dazu tun wird, dass gefördert werde der Fortschritt im Sinne dieser Geisteswissenschaft. Ich sagte mit den ersten Worten unserer heutigen Betrachtung, dass ja durch das, was jetzt im Osten und Westen geschieht, uns ganz besonders naheliegen kann, zu fragen nach dem Schicksalsund dem Todesrätsel. Und wenn wir so hinblicken, dass wir eben dies sagen konnten über den Zusammenhang von Schicksal und Tod mit dem Opferleben des SichHinopfernden, dann können wir ja sagen: Wir leben in einer Zeit, in der eine große Anzahl an seelisch-geistigen Wesenskernen, die noch Leben erweckend sein könnten, physisches Leben fördernd sein könnten, hinaufgehen in die geistige Welt. Da werden sie sein.

[ 46 ] Wenn der Mensch aufnimmt in seine Erkenntnis das, was ohne ihn da ist, bringt er sein Geschlecht vorwärts. Da kann man sagen, dass jeder, der eine Empfindung hat für solche Geisteserkenntnis, ganz von selbst das Seinige dazu tun wird, dass gefördert werde der Fortschritt im Sinne dieser Geisteswissenschaft. Ich sagte mit den ersten Worten unserer heutigen Betrachtung, dass ja durch das, was jetzt im Osten und Westen geschieht, uns ganz besonders naheliegen kann, zu fragen nach dem Schicksalsund dem Todesrätsel. Und wenn wir so hinblicken, dass wir eben dies sagen konnten über den Zusammenhang von Schicksal und Tod mit dem Opferleben des SichHinopfernden, dann können wir ja sagen: Wir leben in einer Zeit, in der eine große Anzahl an seelisch-geistigen Wesenskernen, die noch Leben erweckend sein könnten, physisches Leben fördernd sein könnten, hinaufgehen in die geistige Welt. Da werden sie sein.

[ 47 ] Man spricht in der physischen Wissenschaft von einer Erhaltung der Kräfte, davon, dass keine Kraft verloren geht; man wird durch die Geisteswissenschaft immer mehr und mehr auch von einer Erhaltung, von einem Unverlorensein der geistigen Kräfte sprechen. Diese Kräfte sind da, diese Kräfte gehören zu den Weltwirksamkeiten. Nicht nur die Seelen derer, die durch die Todespforte im Opfertode gehen, leben in der übersinnlichen Welt weiter, sondern das lebt weiter als Summe von besonderen Kräften, was an Seelenkernen herausgegangen ist aus den Leibern und was noch hätte leben können in diesen Leibern. Und wenn wir gestern sprachen von dem Fortleben der Führergenien nicht bloß durch die Tradition, sondern im realen Sinn, so als ob diese Führergenien etwas ausströmten bei den Nachkommen ihres Volkes, das in den Reihen dieses Volkes lebt, wenn dieses Volk zu Taten aufgerufen wird, so können wir es auch sagen von all diesen geistig-seelischen Wesenskernen, die das Leben vorzeitig unter den Anforderungen der Zeit vollenden mussten.

[ 47 ] Man spricht in der physischen Wissenschaft von einer Erhaltung der Kräfte, davon, dass keine Kraft verloren geht; man wird durch die Geisteswissenschaft immer mehr und mehr auch von einer Erhaltung, von einem Unverlorensein der geistigen Kräfte sprechen. Diese Kräfte sind da, diese Kräfte gehören zu den Weltwirksamkeiten. Nicht nur die Seelen derer, die durch die Todespforte im Opfertode gehen, leben in der übersinnlichen Welt weiter, sondern das lebt weiter als Summe von besonderen Kräften, was an Seelenkernen herausgegangen ist aus den Leibern und was noch hätte leben können in diesen Leibern. Und wenn wir gestern sprachen von dem Fortleben der Führergenien nicht bloß durch die Tradition, sondern im realen Sinn, so als ob diese Führergenien etwas ausströmten bei den Nachkommen ihres Volkes, das in den Reihen dieses Volkes lebt, wenn dieses Volk zu Taten aufgerufen wird, so können wir es auch sagen von all diesen geistig-seelischen Wesenskernen, die das Leben vorzeitig unter den Anforderungen der Zeit vollenden mussten.

[ 48 ] Erscheint es uns nicht auch sonst so, als ob die Ereignisse der unmittelbaren Gegenwart, als ob dieser furchtbarste Kampf, den die Menschheit erlebt hat, nicht ein Anfang wäre von etwas ganz Neuem? Ich glaube, derjenige, der das, was gegenwärtig geschieht, in seiner Kraft und in seiner Gewalt auf sich wirken fühlt, der wird sich sagen müssen: Es ist die Einleitung von etwas, was als ganz Neues kommen muss, zu dem mitwirken werden in der Zukunft diejenigen, die nicht genötigt waren, Leben und Erfahrung zu verlassen für die physische Welt, die in die Zukunft hineingehen, ohne den Tod und ohne den Schmerz des Verwundetseins erlangt zu haben. Diese Zeit, die da kommen wird, sie wird aber auch im Zeichen stehen von all den Kräften, die in der eben geschilderten Weise in die geistige Welt übergegangen sind. Da wird man sagen müssen: Was da kommen mag, die Kräfte, die unverbraucht aus der physischen Welt in die übersinnliche hinaufgestiegen sind, werden bei den Überlebenden und Nachgeborenen in deren Seelen so sprechen, dass sie wie Aufforderungen dastehen.

[ 48 ] Erscheint es uns nicht auch sonst so, als ob die Ereignisse der unmittelbaren Gegenwart, als ob dieser furchtbarste Kampf, den die Menschheit erlebt hat, nicht ein Anfang wäre von etwas ganz Neuem? Ich glaube, derjenige, der das, was gegenwärtig geschieht, in seiner Kraft und in seiner Gewalt auf sich wirken fühlt, der wird sich sagen müssen: Es ist die Einleitung von etwas, was als ganz Neues kommen muss, zu dem mitwirken werden in der Zukunft diejenigen, die nicht genötigt waren, Leben und Erfahrung zu verlassen für die physische Welt, die in die Zukunft hineingehen, ohne den Tod und ohne den Schmerz des Verwundetseins erlangt zu haben. Diese Zeit, die da kommen wird, sie wird aber auch im Zeichen stehen von all den Kräften, die in der eben geschilderten Weise in die geistige Welt übergegangen sind. Da wird man sagen müssen: Was da kommen mag, die Kräfte, die unverbraucht aus der physischen Welt in die übersinnliche hinaufgestiegen sind, werden bei den Überlebenden und Nachgeborenen in deren Seelen so sprechen, dass sie wie Aufforderungen dastehen.

[ 49 ] In gewissem Sinne wird man sagen müssen: Wer hinaufblickt zu diesen Kräften, wird fordern ein ganz neues Leben, und wer die Zeichen der Zeit, das, was gerade aus den Empfindungen der Geistesforschung über die Zeichen der Zeit gesagt werden kann, wenn man das recht ins Auge fasst, dann wird man sagen: Das, was nach dem allgemeinen Fortgang der Menschheitsentwicklung für die nächste Zukunft gefordert wird von Lebenden und Toten, das ist, dass zu dem Materialistischen, zu der rein naturalistischen Anschauung über die Welt, die lebendige Erfassung des Geistes trete und das Durchsetztsein der Menschentaten mit dem Geiste, und das, was so an unverbrauchten Menschenkernen in die geistige Welt hinaufgeht, verstehen wird diese Kräfte, das, was unten geschieht. Nur wenn dieses, was unten geschieht, die Pflicht fühlt, den Geist zu pflegen, nur das wird verstanden werden von denjenigen, die gewissermaßen das Feld, auf dem die Überlebenden zu wirken haben, neu befruchtet haben mit ihrem Blut, neu belebt haben durch ihren Tod.

[ 49 ] In gewissem Sinne wird man sagen müssen: Wer hinaufblickt zu diesen Kräften, wird fordern ein ganz neues Leben, und wer die Zeichen der Zeit, das, was gerade aus den Empfindungen der Geistesforschung über die Zeichen der Zeit gesagt werden kann, wenn man das recht ins Auge fasst, dann wird man sagen: Das, was nach dem allgemeinen Fortgang der Menschheitsentwicklung für die nächste Zukunft gefordert wird von Lebenden und Toten, das ist, dass zu dem Materialistischen, zu der rein naturalistischen Anschauung über die Welt, die lebendige Erfassung des Geistes trete und das Durchsetztsein der Menschentaten mit dem Geiste, und das, was so an unverbrauchten Menschenkernen in die geistige Welt hinaufgeht, verstehen wird diese Kräfte, das, was unten geschieht. Nur wenn dieses, was unten geschieht, die Pflicht fühlt, den Geist zu pflegen, nur das wird verstanden werden von denjenigen, die gewissermaßen das Feld, auf dem die Überlebenden zu wirken haben, neu befruchtet haben mit ihrem Blut, neu belebt haben durch ihren Tod.

[ 50 ] Und ich meine mehr als ein Bild, wenn ich sage: Geisteswissenschaft wird [in der Zukunft eine Auseinandersetzung sein] mit diesen hingeopferten Kräften, wird als eine Verpflichtung empfunden werden können gegenüber den Opfern, die jetzt gebracht werden und die ja nur einen Sinn haben werden, wenn sie ein neues Zeitalter einleiten. Deshalb ist es, als ob alle diejenigen, die jetzt durch den Opfertod in die andere Welt hinaufgehen, in einer ganz besonderen Form das Wort aussprechen wie eine Mahnung an eine geistige Erweckung der Menschheit, das einmal, vielleicht bei viel geringeren Anlässen, Robert Prutz zu Jacob Grimm gesprochen hat mit Bezug auf [Lücke im Text] Verhältnisse /Lücke im Text] — jetzt ist es, wie wenn es als eine Mahnung erklänge derjenigen Kräfte, die durch den Opfertod verfrüht in die geistige Welt übergegangen sind und zur Pflichterfüllung in Bezug auf geistiges Leben anspornen dürfen, erklingen lassen dürfen [Lücke im Text].

[ 50 ] Und ich meine mehr als ein Bild, wenn ich sage: Geisteswissenschaft wird [in der Zukunft eine Auseinandersetzung sein] mit diesen hingeopferten Kräften, wird als eine Verpflichtung empfunden werden können gegenüber den Opfern, die jetzt gebracht werden und die ja nur einen Sinn haben werden, wenn sie ein neues Zeitalter einleiten. Deshalb ist es, als ob alle diejenigen, die jetzt durch den Opfertod in die andere Welt hinaufgehen, in einer ganz besonderen Form das Wort aussprechen wie eine Mahnung an eine geistige Erweckung der Menschheit, das einmal, vielleicht bei viel geringeren Anlässen, Robert Prutz zu Jacob Grimm gesprochen hat mit Bezug auf [Lücke im Text] Verhältnisse /Lücke im Text] — jetzt ist es, wie wenn es als eine Mahnung erklänge derjenigen Kräfte, die durch den Opfertod verfrüht in die geistige Welt übergegangen sind und zur Pflichterfüllung in Bezug auf geistiges Leben anspornen dürfen, erklingen lassen dürfen [Lücke im Text].

Es gilt dem kommenden Geschlechte,
Es gilt dem künft’gen Morgenrot.
Es gilt der Freiheit und dem Rechte,
Es gilt dem Leben und dem Tod.

Es gilt dem kommenden Geschlechte,
Es gilt dem künft’gen Morgenrot.
Es gilt der Freiheit und dem Rechte,
Es gilt dem Leben und dem Tod.

[ 51 ] Jawohl, was in der Gegenwart durch Geisteswissenschaft errungen werden kann, es gilt dem künftigen Morgenrot, und das, was durch die Geisteswissenschaft erkundet werden kann über das Schicksals- und Todesrätsel, es gilt nicht allein dem sinnlich wahrnehmbaren Leben, es gilt dem Leben und dem Tode und dem Leben, das aus dem Tod hervorgeht, und dem Tod, der selbst lebenserweckend ist.

[ 51 ] Jawohl, was in der Gegenwart durch Geisteswissenschaft errungen werden kann, es gilt dem künftigen Morgenrot, und das, was durch die Geisteswissenschaft erkundet werden kann über das Schicksals- und Todesrätsel, es gilt nicht allein dem sinnlich wahrnehmbaren Leben, es gilt dem Leben und dem Tode und dem Leben, das aus dem Tod hervorgeht, und dem Tod, der selbst lebenserweckend ist.