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Ways to a Knowledge of the
Eternal Forces of the Human Soul
GA 70b

26 November 1915, Stuttgart

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2. Die ewigen Kräfte der Menschenseele vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft

2. Die ewigen Kräfte der Menschenseele vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft

Sehr verehrte Anwesende!

Sehr verehrte Anwesende!

[ 1 ] In unserer unmittelbaren Gegenwart dürfte ja der Gegenstand der heutigen Betrachtung der Menschenseele ganz besonderes naheliegen. In einer Zeit, in welcher die wesentlichen Vorgänge so große Rätselfragen zugleich mit allem Schmerzlichen und zugleich mit allem Erhebenden aufwerfen, in einer solchen Zeit stellt sich das Rätsel der menschlichen Seele und die Frage nach etwa in ihr vorhandenen ewigen Kräften vor diese Seele mit besonderer Kraft. Wenn auch diese Rätselfrage, die den Gegenstand der heutigen Betrachtung bildet, selbstverständlich immer eine solche ist, die das menschliche Denken, das menschliche Empfinden im tiefsten Sinne beschäftigen muss. Es ist von mir durch viele Jahre hindurch gerade auch über die Frage, die den heutigen Betrachtungen zugrunde liegt, von den verschiedenen Gesichtspunkten, die alle innerhalb der Geisteswissenschaft — über deren Natur und Charakter ich ja auch so oft habe sprechen dürfen gelegen sind, es ist von verschiedenen Gesichtspunkten aus gesprochen worden. Und von einem besonderen Gesichtspunkte aus sei heute dieses Thema wiederum behandelt. Mancherlei von dem, sehr verehrte Anwesende, was diejenigen verehrten Zuhörer, die schon öfter an diesen Vorträgen teilgenommen haben, schon gehört haben, wird heute wiederum innerhalb eines gewissen Zusammenhanges erscheinen, aber ich werde versuchen, mancherlei im Laufe der Jahre schon Berührtes von einem anderen Gesichtspunkte aus zu behandeln.

[ 1 ] In unserer unmittelbaren Gegenwart dürfte ja der Gegenstand der heutigen Betrachtung der Menschenseele ganz besonderes naheliegen. In einer Zeit, in welcher die wesentlichen Vorgänge so große Rätselfragen zugleich mit allem Schmerzlichen und zugleich mit allem Erhebenden aufwerfen, in einer solchen Zeit stellt sich das Rätsel der menschlichen Seele und die Frage nach etwa in ihr vorhandenen ewigen Kräften vor diese Seele mit besonderer Kraft. Wenn auch diese Rätselfrage, die den Gegenstand der heutigen Betrachtung bildet, selbstverständlich immer eine solche ist, die das menschliche Denken, das menschliche Empfinden im tiefsten Sinne beschäftigen muss. Es ist von mir durch viele Jahre hindurch gerade auch über die Frage, die den heutigen Betrachtungen zugrunde liegt, von den verschiedenen Gesichtspunkten, die alle innerhalb der Geisteswissenschaft — über deren Natur und Charakter ich ja auch so oft habe sprechen dürfen gelegen sind, es ist von verschiedenen Gesichtspunkten aus gesprochen worden. Und von einem besonderen Gesichtspunkte aus sei heute dieses Thema wiederum behandelt. Mancherlei von dem, sehr verehrte Anwesende, was diejenigen verehrten Zuhörer, die schon öfter an diesen Vorträgen teilgenommen haben, schon gehört haben, wird heute wiederum innerhalb eines gewissen Zusammenhanges erscheinen, aber ich werde versuchen, mancherlei im Laufe der Jahre schon Berührtes von einem anderen Gesichtspunkte aus zu behandeln.

[ 2 ] Wenn die Frage auftaucht nach demjenigen, was in der Menschenseele etwa durch Geburt und Tod als über das Zeitliche Hinausliegendes, als ewige Kräfte liegt, dann denkt der Mensch eben gewöhnlich, dass dieses Ewige in der menschlichen Seele erforscht werden müsse auf Grundlage desjenigen, was der Mensch vorfindet, wenn er sein Seelisches oder den seelischen Verlauf der Menschenvorgänge überhaupt in der Welt betrachtet. Gegen eine solche Betrachtung, wenn sie zu dem Resultat kommt, dass sich innerhalb des menschlichen gewöhnlichen Seelenlebens — des menschlichen Denkens, Fühlens und Wollens, wie sie sich in der Zeit äußern —, etwas Ewiges ausdrückt, gegen diese Betrachtung wendet sich ja, wie hinlänglich bekannt ist, die mehr oder weniger grob materialistische oder positivistische oder sich naturwissenschaftlich-streng dünkende Betrachtungsweise. Auch das ist hier schon öfter betont worden, dass Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, durchaus nicht irgendeine Gegnerschaft gegenüber den großen Errungenschaften der heutigen naturwissenschaftlichen Weltanschauung entfalten will. Im Gegenteil, dass sie will gerade voll anerkennen das tief Berechtigte der naturwissenschaftlichen Weltanschauung, dass sie sein will gerade eine Fortsetzung naturwissenschaftlicher Gesinnung, naturwissenschaftlicher Anschauungsweise, über das Sinnliche hinaus in das Geistige hinein. Wenn man sich wendet an dasjenige, was sich in der Menschenseele im Alltag entfaltet, als der Inhalt des Denkens, als Inhalt des Fühlens, als die Impulse seines Wollens, dann wird verhältnismäßig die naturwissenschaftliche Denkweise es leicht haben, gegen allerlei, was da vorgebracht wird von einer mehr oder weniger spirituell gerichteten Seelenwissenschaft —, sie wird es leicht haben Einwendungen zu machen. Und umgekehrt nimmt es diese oder jene Weltanschauung, die sich auch geisteswissenschaftlich dünkt, gerade mit den naturwissenschaftlichen Einwänden viel zu leicht. Man muss sich das immer wiederum gegenwärtig halten, dass die naturwissenschaftlichen Einwände, die überhaupt gegen ein abgesondert im Menschen liegendes Seelenwesen sprechen — gegen ein Seelenwesen, das vorhanden war, bevor der Mensch durch die Geburt — oder sagen wir die Empfängnis — in das sinnliche Dasein getreten ist, das vorhanden bleibt, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes getreten ist —, diese Einwände gegen die Annahme eines solchen Seelenwesens, die heute vom naturwissenschaftlichen Standpunkte aus, der sich zu einer Weltanschauung entwickeln will, gemacht werden, sie sind eben durchaus nicht leicht zu nehmen. Denn wenn man einfach mit den gewöhnlichen Mitteln des heutigen Denkens und Forschens urteilschließend dazu kommt, ein Ewiges anzuerkennen aus diesen oder jenen Eigentümlichkeiten des Seelenlebens heraus, so werden immer verfangen für den, der sich eingelebt hat, eingewöhnt hat in naturwissenschaftliches Denken — und ich sage ausdrücklich, in berechtigter Weise verfangen werden für einen solchen die Einwände, die man etwa macht so, dass man sagt: Ja, da behaupten gewisse spirituell gerichtete Denker, dass ein besonderes Seelenwesen, das abgesondert zu denken sei vom Physisch-Leiblichen im Menschen, vorhanden sei. Und doch zeigt die ganze Betrachtung, der Verlauf des menschlichen Lebens, wie eng verbunden die Seelenerscheinungen sind mit dem leiblichen Leben. Man kann verfolgen, wie unter der Entwicklung der leiblichen Vorgänge vom zarten Kindesalter an sich auch entwickeln die geistig-seelischen Vorgänge in demselben Maße, als das Leibliche sich umwandelt, umformt, und — wie man oftmals auch sagt vollkommener wird, obzwar dieses ein [bloß] relativer Begriff ist; so sieht man, wie mit alledem auch die Kräfte des Vorstellens, die Kräfte der Erinnerung, das Zweckerfüllte, das Sinnerfüllte voll sich ausbilden. Und wenn man sieht, dass parallel einer gewissen Erscheinungsreihe ein anderes sich entwickelt, sodass immer klarer und deutlicher auch erscheint, wie die erstere Erscheinungsreihe — in diesem Zusammenhange die sinnlich-physische — da sein muss als eine Grundlage für die andere, für die zweite Erscheinungsreihe, für die geistig-seelische, so ist man berechtigt — ich möchte sagen —, so wie das Licht der Flamme notwendig gebunden zu denken an die Kerze, so ist man berechtigt zu denken die seelisch-geistigen Erscheinungen als abhängig von den physisch-leiblichen. Und wenn man dann noch sieht, wie mit der Verletzung des Physisch-Leiblichen in dieser oder jener Form gewisse Seelen-, gewisse Geisteskräfte einfach ausgeschaltet werden, wenn man geradezu klinisch verfolgen kann, wie Erkrankungen dieser oder jener Leibesorgane, des Nervensystems, des Gehirns ausschalten gewisse seelische Vorgänge, dann ist man berechtigt, davon zu sprechen, wie abhängig ist als Funktion, wie man sagt, als Ergebnis, das Seelisch-Geistige von dem Physisch-Leiblichen. Ich kann nur andeuten die ganze Richtung des Denkens, das hiermit genommen wird, die Richtung der Einwände, die gegen eine leicht geschürzte Seelenlehre erhoben werden können. Und es muss gegenüber den großen, gewaltigen, einschneidenden, Menschenfortschritt bringenden Ergebnissen der Naturwissenschaft voll auf solche Einwände hingehorcht werden. Ja, man kann noch mehr sagen. Diese Einwände, die sich natürlich ins Zahlreiche vermehren ließen, diese Einwände, wenn man auf sie eingeht, das heißt, wenn man wirklich lernt naturwissenschaftlich zu denken, sie schaffen vieles aus dem Felde, was in hergebrachter Art für die Selbstständigkeit der seelisch-geistigen Erscheinungen und für die Annahme eines besonderen Seelenwesens, aus den Gründen heraus, die man so oftmals hat, vorgebracht wird.

[ 2 ] Wenn die Frage auftaucht nach demjenigen, was in der Menschenseele etwa durch Geburt und Tod als über das Zeitliche Hinausliegendes, als ewige Kräfte liegt, dann denkt der Mensch eben gewöhnlich, dass dieses Ewige in der menschlichen Seele erforscht werden müsse auf Grundlage desjenigen, was der Mensch vorfindet, wenn er sein Seelisches oder den seelischen Verlauf der Menschenvorgänge überhaupt in der Welt betrachtet. Gegen eine solche Betrachtung, wenn sie zu dem Resultat kommt, dass sich innerhalb des menschlichen gewöhnlichen Seelenlebens — des menschlichen Denkens, Fühlens und Wollens, wie sie sich in der Zeit äußern —, etwas Ewiges ausdrückt, gegen diese Betrachtung wendet sich ja, wie hinlänglich bekannt ist, die mehr oder weniger grob materialistische oder positivistische oder sich naturwissenschaftlich-streng dünkende Betrachtungsweise. Auch das ist hier schon öfter betont worden, dass Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, durchaus nicht irgendeine Gegnerschaft gegenüber den großen Errungenschaften der heutigen naturwissenschaftlichen Weltanschauung entfalten will. Im Gegenteil, dass sie will gerade voll anerkennen das tief Berechtigte der naturwissenschaftlichen Weltanschauung, dass sie sein will gerade eine Fortsetzung naturwissenschaftlicher Gesinnung, naturwissenschaftlicher Anschauungsweise, über das Sinnliche hinaus in das Geistige hinein. Wenn man sich wendet an dasjenige, was sich in der Menschenseele im Alltag entfaltet, als der Inhalt des Denkens, als Inhalt des Fühlens, als die Impulse seines Wollens, dann wird verhältnismäßig die naturwissenschaftliche Denkweise es leicht haben, gegen allerlei, was da vorgebracht wird von einer mehr oder weniger spirituell gerichteten Seelenwissenschaft —, sie wird es leicht haben Einwendungen zu machen. Und umgekehrt nimmt es diese oder jene Weltanschauung, die sich auch geisteswissenschaftlich dünkt, gerade mit den naturwissenschaftlichen Einwänden viel zu leicht. Man muss sich das immer wiederum gegenwärtig halten, dass die naturwissenschaftlichen Einwände, die überhaupt gegen ein abgesondert im Menschen liegendes Seelenwesen sprechen — gegen ein Seelenwesen, das vorhanden war, bevor der Mensch durch die Geburt — oder sagen wir die Empfängnis — in das sinnliche Dasein getreten ist, das vorhanden bleibt, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes getreten ist —, diese Einwände gegen die Annahme eines solchen Seelenwesens, die heute vom naturwissenschaftlichen Standpunkte aus, der sich zu einer Weltanschauung entwickeln will, gemacht werden, sie sind eben durchaus nicht leicht zu nehmen. Denn wenn man einfach mit den gewöhnlichen Mitteln des heutigen Denkens und Forschens urteilschließend dazu kommt, ein Ewiges anzuerkennen aus diesen oder jenen Eigentümlichkeiten des Seelenlebens heraus, so werden immer verfangen für den, der sich eingelebt hat, eingewöhnt hat in naturwissenschaftliches Denken — und ich sage ausdrücklich, in berechtigter Weise verfangen werden für einen solchen die Einwände, die man etwa macht so, dass man sagt: Ja, da behaupten gewisse spirituell gerichtete Denker, dass ein besonderes Seelenwesen, das abgesondert zu denken sei vom Physisch-Leiblichen im Menschen, vorhanden sei. Und doch zeigt die ganze Betrachtung, der Verlauf des menschlichen Lebens, wie eng verbunden die Seelenerscheinungen sind mit dem leiblichen Leben. Man kann verfolgen, wie unter der Entwicklung der leiblichen Vorgänge vom zarten Kindesalter an sich auch entwickeln die geistig-seelischen Vorgänge in demselben Maße, als das Leibliche sich umwandelt, umformt, und — wie man oftmals auch sagt vollkommener wird, obzwar dieses ein [bloß] relativer Begriff ist; so sieht man, wie mit alledem auch die Kräfte des Vorstellens, die Kräfte der Erinnerung, das Zweckerfüllte, das Sinnerfüllte voll sich ausbilden. Und wenn man sieht, dass parallel einer gewissen Erscheinungsreihe ein anderes sich entwickelt, sodass immer klarer und deutlicher auch erscheint, wie die erstere Erscheinungsreihe — in diesem Zusammenhange die sinnlich-physische — da sein muss als eine Grundlage für die andere, für die zweite Erscheinungsreihe, für die geistig-seelische, so ist man berechtigt — ich möchte sagen —, so wie das Licht der Flamme notwendig gebunden zu denken an die Kerze, so ist man berechtigt zu denken die seelisch-geistigen Erscheinungen als abhängig von den physisch-leiblichen. Und wenn man dann noch sieht, wie mit der Verletzung des Physisch-Leiblichen in dieser oder jener Form gewisse Seelen-, gewisse Geisteskräfte einfach ausgeschaltet werden, wenn man geradezu klinisch verfolgen kann, wie Erkrankungen dieser oder jener Leibesorgane, des Nervensystems, des Gehirns ausschalten gewisse seelische Vorgänge, dann ist man berechtigt, davon zu sprechen, wie abhängig ist als Funktion, wie man sagt, als Ergebnis, das Seelisch-Geistige von dem Physisch-Leiblichen. Ich kann nur andeuten die ganze Richtung des Denkens, das hiermit genommen wird, die Richtung der Einwände, die gegen eine leicht geschürzte Seelenlehre erhoben werden können. Und es muss gegenüber den großen, gewaltigen, einschneidenden, Menschenfortschritt bringenden Ergebnissen der Naturwissenschaft voll auf solche Einwände hingehorcht werden. Ja, man kann noch mehr sagen. Diese Einwände, die sich natürlich ins Zahlreiche vermehren ließen, diese Einwände, wenn man auf sie eingeht, das heißt, wenn man wirklich lernt naturwissenschaftlich zu denken, sie schaffen vieles aus dem Felde, was in hergebrachter Art für die Selbstständigkeit der seelisch-geistigen Erscheinungen und für die Annahme eines besonderen Seelenwesens, aus den Gründen heraus, die man so oftmals hat, vorgebracht wird.

[ 3 ] Nun, Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, steht eben durchaus nicht auf einem solchen Gesichtspunkt, von dem aus der Naturwissenschaft in irgendeiner Weise widersprochen werden muss. Und sie geht, wie wir gleich sehen werden, in ganz anderer Weise vor, als vieles, was in der althergebrachten Weise auch von der gangbaren Seelenlehre vertreten wird. Geisteswissenschaft gibt in einer gewissen Weise der Naturwissenschaft völlig recht, wenn die Naturwissenschaft vorbringt alles das, was sie durch sorgfältige Beobachtung vorzubringen hat darüber, dass das Denken, das Fühlen, das Wollen, so wie sie sich im menschlichen Innern zu Offenbarung bringen, zwischen Geburt und Tod abhängig sind von der leiblichen Organisation, von alledem, was sich innerhalb dieser leiblichen Organisation entwickelt.

[ 3 ] Nun, Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, steht eben durchaus nicht auf einem solchen Gesichtspunkt, von dem aus der Naturwissenschaft in irgendeiner Weise widersprochen werden muss. Und sie geht, wie wir gleich sehen werden, in ganz anderer Weise vor, als vieles, was in der althergebrachten Weise auch von der gangbaren Seelenlehre vertreten wird. Geisteswissenschaft gibt in einer gewissen Weise der Naturwissenschaft völlig recht, wenn die Naturwissenschaft vorbringt alles das, was sie durch sorgfältige Beobachtung vorzubringen hat darüber, dass das Denken, das Fühlen, das Wollen, so wie sie sich im menschlichen Innern zu Offenbarung bringen, zwischen Geburt und Tod abhängig sind von der leiblichen Organisation, von alledem, was sich innerhalb dieser leiblichen Organisation entwickelt.

[ 4 ] Geisteswissenschaft wird keinem der Einwände, keiner der Schlussfolgerungen, die von dieser Seite gebracht werden gegen manches, was von dem Standpunkte einer gangbaren Seelenlehre vorgebracht wird, direkt unmittelbar gegenübertreten. Denn Geisteswissenschaft kann zu dem, was in positivem Sinne von der Naturwissenschaft vorgebracht wird, «Ja sagen. Sie, diese Geisteswissenschaft, steht auf dem Standpunkte, dass alles das, was anschaulich wird von menschlichen Seelenkräften innerhalb des gewöhnlichen Lebens, in der Tat gebunden ist — so wie die Naturwissenschaft es denkt, und wie sie es immer klarer denken wird, wenn sie sich weiterentwickelt —, dass alles dasjenige, was im zeitlichen Verlaufe des Seelenlebens zwischen Geburt und Tod sich abwickelt, steht in einem solchen Zusammenhang mit dem Leiblichen, wie es die Naturwissenschaft zunächst denkt, wenn sie sich zur Weltanschauung gestaltet. Und mit denjenigen Mitteln des Denkens, Fühlens und Wollens, mit den Mitteln der Seelenentfaltung, welche auch die der gewöhnlichen Psychologie oder Seelenwissenschaft sind, kommt man nicht heran an dasjenige, was zugrunde liegt als Ewiges dem Zeitlichen des menschlichen Seelenlebens. Das Zeitliche des menschlichen Seelenlebens ist gebunden auch für die Geisteswissenschaft an die physische Organisation. Wie der Ton, wenn er physisch hörbar sein soll, an das Instrument gebunden ist und sonst eben nicht in die physisch hörbare Welt gebracht werden kann, so ist das Seelenleben, das man zunächst kennt, das Seelenleben, das in unserem physischen Leben vorhanden ist, dieses Seelenleben ist gebunden an das leibliche Instrument und hängt auch in seinen Eigenschaften, in seinem gesunden und kranken Verlauf von diesem leiblichen Instrument ab.

[ 4 ] Geisteswissenschaft wird keinem der Einwände, keiner der Schlussfolgerungen, die von dieser Seite gebracht werden gegen manches, was von dem Standpunkte einer gangbaren Seelenlehre vorgebracht wird, direkt unmittelbar gegenübertreten. Denn Geisteswissenschaft kann zu dem, was in positivem Sinne von der Naturwissenschaft vorgebracht wird, «Ja sagen. Sie, diese Geisteswissenschaft, steht auf dem Standpunkte, dass alles das, was anschaulich wird von menschlichen Seelenkräften innerhalb des gewöhnlichen Lebens, in der Tat gebunden ist — so wie die Naturwissenschaft es denkt, und wie sie es immer klarer denken wird, wenn sie sich weiterentwickelt —, dass alles dasjenige, was im zeitlichen Verlaufe des Seelenlebens zwischen Geburt und Tod sich abwickelt, steht in einem solchen Zusammenhang mit dem Leiblichen, wie es die Naturwissenschaft zunächst denkt, wenn sie sich zur Weltanschauung gestaltet. Und mit denjenigen Mitteln des Denkens, Fühlens und Wollens, mit den Mitteln der Seelenentfaltung, welche auch die der gewöhnlichen Psychologie oder Seelenwissenschaft sind, kommt man nicht heran an dasjenige, was zugrunde liegt als Ewiges dem Zeitlichen des menschlichen Seelenlebens. Das Zeitliche des menschlichen Seelenlebens ist gebunden auch für die Geisteswissenschaft an die physische Organisation. Wie der Ton, wenn er physisch hörbar sein soll, an das Instrument gebunden ist und sonst eben nicht in die physisch hörbare Welt gebracht werden kann, so ist das Seelenleben, das man zunächst kennt, das Seelenleben, das in unserem physischen Leben vorhanden ist, dieses Seelenleben ist gebunden an das leibliche Instrument und hängt auch in seinen Eigenschaften, in seinem gesunden und kranken Verlauf von diesem leiblichen Instrument ab.

[ 5 ] Aber Geisteswissenschaft zeigt — und hier wird sie auf einem höheren, einem geistigen Gebiete etwas Ähnliches, wie die Naturwissenschaft geworden ist unter dem Einfluss der neueren Forschungsrichtungen auf dem sinnlichen Gebiete, sie wird eine geistige Experimentierkunst, nur dass dasjenige, womit man experimentiert, das eigene Seelenleben ist, und —, dass man nicht mit Experimenten äußerlich hantiert, nicht äußerliche Verrichtungen vollbringt, sondern dass dasjenige, womit man experimentiert, das Seelenleben selber ist. Und die Vorgänge, die im Experiment zutage treten, sind intime, innere, seelische Vorgänge, seelische Vorgänge, die alle einen gemeinsamen Charakter haben; den gemeinsamen Charakter, dass sie hinausführen, im Forschen hinausführen über dasjenige, was den Verlauf des alltäglichen Seelenlebens darstellt. Behält man das Denken, das Fühlen, das Wollen in den Grenzen, in denen man sie braucht für das äußere physische Leben, dann kann man mit diesem Denken, Fühlen und Wollen allmählich in jene Regionen dringen, in denen das Ewige der Menschenseele zur Offenbarung kommt. Die Kräfte, die wir im gewöhnlichen Leben haben, müssen — ich möchte den Ausdruck gebrauchen — innerlich erkraftet werden, innerlich anders gemacht werden, entwickelt werden zu etwas anderem als zu dem, das sie im alltäglichen Leben sind, um, wenn sie etwas anderes geworden sind, wenn sie in einer anderen Metamorphose, als sie im alltäglichen Leben sind, in der Seele auftreten, um dann einzutreten in diejenigen Gebiete des Daseins, in denen sich das, was in der menschlichen Seele als Ewiges zugrunde liegt, enthüllen kann.

[ 5 ] Aber Geisteswissenschaft zeigt — und hier wird sie auf einem höheren, einem geistigen Gebiete etwas Ähnliches, wie die Naturwissenschaft geworden ist unter dem Einfluss der neueren Forschungsrichtungen auf dem sinnlichen Gebiete, sie wird eine geistige Experimentierkunst, nur dass dasjenige, womit man experimentiert, das eigene Seelenleben ist, und —, dass man nicht mit Experimenten äußerlich hantiert, nicht äußerliche Verrichtungen vollbringt, sondern dass dasjenige, womit man experimentiert, das Seelenleben selber ist. Und die Vorgänge, die im Experiment zutage treten, sind intime, innere, seelische Vorgänge, seelische Vorgänge, die alle einen gemeinsamen Charakter haben; den gemeinsamen Charakter, dass sie hinausführen, im Forschen hinausführen über dasjenige, was den Verlauf des alltäglichen Seelenlebens darstellt. Behält man das Denken, das Fühlen, das Wollen in den Grenzen, in denen man sie braucht für das äußere physische Leben, dann kann man mit diesem Denken, Fühlen und Wollen allmählich in jene Regionen dringen, in denen das Ewige der Menschenseele zur Offenbarung kommt. Die Kräfte, die wir im gewöhnlichen Leben haben, müssen — ich möchte den Ausdruck gebrauchen — innerlich erkraftet werden, innerlich anders gemacht werden, entwickelt werden zu etwas anderem als zu dem, das sie im alltäglichen Leben sind, um, wenn sie etwas anderes geworden sind, wenn sie in einer anderen Metamorphose, als sie im alltäglichen Leben sind, in der Seele auftreten, um dann einzutreten in diejenigen Gebiete des Daseins, in denen sich das, was in der menschlichen Seele als Ewiges zugrunde liegt, enthüllen kann.

[ 6 ] Da kann man zunächst betrachten eine der Grundkräfte unseres Seelenlebens, das Denken selber. Dieses Denken, das uns für das alltägliche, für das physische Leben dient, ist entwicklungsfähig. Es kann entwickelt werden. Gerade so, wie man unter gewisse Bedingungen die Naturkräfte bringt, damit sie im Experiment enthüllen die Geheimnisse der Natur oder die Naturgeserzlichkeiten, so kann man das Denken in gewisse Bedingungen bringen, wo es etwas anderes enthüllt und offenbart, als es eben in seiner — ich möchte sagen — uns von selbst gegebenen Form enthüllen kann. Dazu ist es notwendig, dass vor allen Dingen dieses Denken gegenwärtig gemacht wird in unserem Seelenleben in einer stärkeren, einer intensiveren Weise, als das für das alltägliche Leben gut und notwendig und nützlich ist.

[ 6 ] Da kann man zunächst betrachten eine der Grundkräfte unseres Seelenlebens, das Denken selber. Dieses Denken, das uns für das alltägliche, für das physische Leben dient, ist entwicklungsfähig. Es kann entwickelt werden. Gerade so, wie man unter gewisse Bedingungen die Naturkräfte bringt, damit sie im Experiment enthüllen die Geheimnisse der Natur oder die Naturgeserzlichkeiten, so kann man das Denken in gewisse Bedingungen bringen, wo es etwas anderes enthüllt und offenbart, als es eben in seiner — ich möchte sagen — uns von selbst gegebenen Form enthüllen kann. Dazu ist es notwendig, dass vor allen Dingen dieses Denken gegenwärtig gemacht wird in unserem Seelenleben in einer stärkeren, einer intensiveren Weise, als das für das alltägliche Leben gut und notwendig und nützlich ist.

[ 7 ] Ich habe ja öfter hier schon gesagt, dass man jene intime innere Verrichtung in der Geisteswissenschaft «Meditieren» nennt — es ist ein technischer Ausdruck, wie ein anderer Ausdruck. Jene intime innere Verrichtung, die das Denken mit sich selber vornehmen muss, damit es gleichsam über sich selbst hinausführt; dass ein Gedanke in einer solchen Weise anwesend werde in der Seele, wie er sonst nicht anwesend ist, das muss der Geistesforscher erstreben. Und es kommt nicht darauf an, dass der Gedanke als solcher mit seinem Inhalt anwesend ist, sondern dass der Gedanke — ich will zum Beispiel sagen ein bestimmter Gedanke — länger gehalten wird, als wir sonst gewöhnt sind. Gedanken in unserer Seele zu halten, damit der Mensch gewahr werde an dem Halten dieses Gedankens, welche innere Verrichtung notwendig ist, um, wenn ich so sagen darf, denkend zu sein. Darauf kommt es an: im Denken anders zu verharren, anders denkend zu sein, als man das sonst im alltäglichen Leben und [auch] im gewöhnlichen wissenschaftlichen Leben ist. Wenn man einen Gedanken — und es kommt gar nicht darauf an, ob dieser Gedanke etwas äußerlich Wirkliches abspiegelt oder nicht —, wenn man einen Gedanken in den Mittelpunkt des Seelenlebens stellt, wenn man sich in die Lage versetzt, alle Kraft des Seelenlebens auf diesen Gedanken zu konzentrieren, in diesem Gedanken zu versammeln, und diesen Gedanken nunmehr hält, beibehält, und dadurch die Möglichkeit entfaltet — und diese Möglichkeit kann durch allmähliche Übungen angeeignet werden —, gleichsam zu sehen, wie es verrichtet wird, einen Gedanken zu halten, zu verharren in der Denkkraft, dann erlebt man — so sonderbar das zunächst für das äußere physische Leben, für das gewohnte Tagesleben erscheint, und für das gewöhnliche wissenschaftliche Leben —, so erlebt man mit diesem Denken etwas Besonderes.

[ 7 ] Ich habe ja öfter hier schon gesagt, dass man jene intime innere Verrichtung in der Geisteswissenschaft «Meditieren» nennt — es ist ein technischer Ausdruck, wie ein anderer Ausdruck. Jene intime innere Verrichtung, die das Denken mit sich selber vornehmen muss, damit es gleichsam über sich selbst hinausführt; dass ein Gedanke in einer solchen Weise anwesend werde in der Seele, wie er sonst nicht anwesend ist, das muss der Geistesforscher erstreben. Und es kommt nicht darauf an, dass der Gedanke als solcher mit seinem Inhalt anwesend ist, sondern dass der Gedanke — ich will zum Beispiel sagen ein bestimmter Gedanke — länger gehalten wird, als wir sonst gewöhnt sind. Gedanken in unserer Seele zu halten, damit der Mensch gewahr werde an dem Halten dieses Gedankens, welche innere Verrichtung notwendig ist, um, wenn ich so sagen darf, denkend zu sein. Darauf kommt es an: im Denken anders zu verharren, anders denkend zu sein, als man das sonst im alltäglichen Leben und [auch] im gewöhnlichen wissenschaftlichen Leben ist. Wenn man einen Gedanken — und es kommt gar nicht darauf an, ob dieser Gedanke etwas äußerlich Wirkliches abspiegelt oder nicht —, wenn man einen Gedanken in den Mittelpunkt des Seelenlebens stellt, wenn man sich in die Lage versetzt, alle Kraft des Seelenlebens auf diesen Gedanken zu konzentrieren, in diesem Gedanken zu versammeln, und diesen Gedanken nunmehr hält, beibehält, und dadurch die Möglichkeit entfaltet — und diese Möglichkeit kann durch allmähliche Übungen angeeignet werden —, gleichsam zu sehen, wie es verrichtet wird, einen Gedanken zu halten, zu verharren in der Denkkraft, dann erlebt man — so sonderbar das zunächst für das äußere physische Leben, für das gewohnte Tagesleben erscheint, und für das gewöhnliche wissenschaftliche Leben —, so erlebt man mit diesem Denken etwas Besonderes.

[ 8 ] Es handelt sich dabei darum, dass es gut ist bei einem solchen inneren Vorgange einen Gedanken zu verwenden, den man nicht hervorholt in beliebiger Weise aus seinem übrigen Gedankeninhalt. Denn wenn man einfach einen solchen Gedanken heraufholt, dann stellt sich die Möglichkeit ein, dass allerlei, was in der Seele mit diesem Gedanken verknüpft ist, mit diesem Gedanken heraufkommt. Und man kann sich dann irgendeiner Illusion, irgendwelchen Täuschungen hingeben und etwas Besonderes erleben, während nur unterbewusste, unklare Gefühls- oder Empfindungsimpulse sich angliedern an solches Denken. Besser ist es, wenn man einen Gedanken, den man irgendwoher, ich will sagen, durch irgendeinen Rat oder auf irgendeine andere Weise eben aus dem, was die Geisteswissenschaft zutage fördert, bekommt, einen Gedanken, den man nicht sonst mit seinem Seelenleben verknüpft hat, den man also in seiner Einfachheit überschaut, bei dem nicht das oder jenes an ihm hängen kann, das uns täuscht —, wenn man einen solchen Gedanken in den Mittelpunkt seines Seelenlebens stellt, und dieses immer wieder und wiederum wiederholt: Es dauert gewiss nicht kurze Zeit, es dauert Monate, oft Jahre, bis man nur die einfachsten Beobachtungen auf diesem Gebiet macht. Aber es kann auch sehr schnell gehen, das ist ganz und gar abhängig von der Möglichkeit der Hingebung, die man in einem solchen innerlichen Prozess entfalten kann. Wenn man da nun dieses besondere Verhalten der Seele wirklich, innerlich erfühlen, innerlich erleben kann, dann ist dieses Erleben dasjenige, was einen auf den Weg bringt, das Denken weiterzubringen, die Kraft, die sich sonst im Denken erlebt, weiterzubringen, als sie im alltäglichen Leben oder im gewöhnlichen wissenschaftlichen Leben ist. Welche besonderen Hilfsmittel vorhanden sind, um eine solche innere Übung in der richtigen Weise auszuführen, das ist ja beschrieben in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und in anderen Büchern, die sich an dieses eben genannte anschließen. Das Prinzipielle, das Wesentliche besteht eben darin, dass die innere Seelentätigkeit in eine Richtung gebracht wird, die ihr sonst ungewohnt ist, die aber gerade dahin geht, sich darauf zu konzentrieren: die Kraft innerlich gewahr zu werden, zu erleben, die dem Denken zugrunde liegt.

[ 8 ] Es handelt sich dabei darum, dass es gut ist bei einem solchen inneren Vorgange einen Gedanken zu verwenden, den man nicht hervorholt in beliebiger Weise aus seinem übrigen Gedankeninhalt. Denn wenn man einfach einen solchen Gedanken heraufholt, dann stellt sich die Möglichkeit ein, dass allerlei, was in der Seele mit diesem Gedanken verknüpft ist, mit diesem Gedanken heraufkommt. Und man kann sich dann irgendeiner Illusion, irgendwelchen Täuschungen hingeben und etwas Besonderes erleben, während nur unterbewusste, unklare Gefühls- oder Empfindungsimpulse sich angliedern an solches Denken. Besser ist es, wenn man einen Gedanken, den man irgendwoher, ich will sagen, durch irgendeinen Rat oder auf irgendeine andere Weise eben aus dem, was die Geisteswissenschaft zutage fördert, bekommt, einen Gedanken, den man nicht sonst mit seinem Seelenleben verknüpft hat, den man also in seiner Einfachheit überschaut, bei dem nicht das oder jenes an ihm hängen kann, das uns täuscht —, wenn man einen solchen Gedanken in den Mittelpunkt seines Seelenlebens stellt, und dieses immer wieder und wiederum wiederholt: Es dauert gewiss nicht kurze Zeit, es dauert Monate, oft Jahre, bis man nur die einfachsten Beobachtungen auf diesem Gebiet macht. Aber es kann auch sehr schnell gehen, das ist ganz und gar abhängig von der Möglichkeit der Hingebung, die man in einem solchen innerlichen Prozess entfalten kann. Wenn man da nun dieses besondere Verhalten der Seele wirklich, innerlich erfühlen, innerlich erleben kann, dann ist dieses Erleben dasjenige, was einen auf den Weg bringt, das Denken weiterzubringen, die Kraft, die sich sonst im Denken erlebt, weiterzubringen, als sie im alltäglichen Leben oder im gewöhnlichen wissenschaftlichen Leben ist. Welche besonderen Hilfsmittel vorhanden sind, um eine solche innere Übung in der richtigen Weise auszuführen, das ist ja beschrieben in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» und in anderen Büchern, die sich an dieses eben genannte anschließen. Das Prinzipielle, das Wesentliche besteht eben darin, dass die innere Seelentätigkeit in eine Richtung gebracht wird, die ihr sonst ungewohnt ist, die aber gerade dahin geht, sich darauf zu konzentrieren: die Kraft innerlich gewahr zu werden, zu erleben, die dem Denken zugrunde liegt.

[ 9 ] Wenn man eine solche Übung, die ich eben immer nur prinzipiell andeuten kann, immer wieder und wiederum ausführt, dann kommt man allerdings dahin, zu erleben, dass in [unserem Seelenleben] verborgene Kräfte anwesend sind, Kräfte, die allerdings immerfort tätig sind, die aber nicht im alltäglichen Leben und in der gewöhnlichen Wissenschaft zum Bewusstsein gebracht werden. Man erzeugt nicht etwa etwas Neues, wenn man sich so verhält, wie es angedeutet worden ist, aber man bringt zum Bewusstsein, was immer vorhanden ist. Alles hängt davon ab, dass man die innere Sammlung, die innere Ruhe, die Hingebung an ein ruhevolles, gesammeltes Geistesleben findet, um jene innerliche Selbstbeobachtung zu entfalten, dass der angedeutete Vorgang, das Erleben der wirksamen Denkungskräfte, wirklich etwas ist. Dann allerdings, wenn man es dahin gebracht hat, zu erfassen, dass sich da etwas offenbart, was man vorher nicht gekannt hat, und wenn man diese Bekanntschaft mit einem vorher Unbekannten immer fort und fort steigert, dann stellen sich im Gefolge davon die bedeutungsvollsten inneren Vorgänge des menschlichen Seelenlebens ein. Dann erlebt man Vorgänge, die einem innerlich Lichter aufhellen, von denen man vorher ebenso wenig eine Ahnung hatte, wie derjenige, der niemals erfahren hat, dass durch besondere Vorgänge des physikalischen Laboratoriums Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zersetzt werden kann — ebenso wenig wie der eine Ahnung hat, was im Wasser steckt. Da sind es äußere Vorgänge des physikalischen Laboratoriums; im anderen Falle, im Seelenleben, sind es innere Anstrengungen, innere Kräfteentfaltungen, die Unbekanntes — ich möchte sagen — aus den dunklen Tiefen des Daseins heraufholen. Dasjenige, was da heraufgeholt wird, das bringt zum Bewusstsein etwas, was diejenigen, die versuchten, den Weg zum Geistigen zu finden, immer eigentlich gekannt haben. Der Weg in die geistigen Welten, er wurde ja, je nachdem die menschlichen Kräfte im Entwicklungsgang der Menschheit wirkten, immer gesucht. Er wurde in den verschiedenen Zeitaltern anders gefunden, als er heute gefunden werden muss. Wie man die Natur in älteren Zeiten anders angesehen hat, und heute unter den Einflüssen der neueren naturwissenschaftlichen Denkungsweise anders ansehen muss als früher, so ist auch der Weg in die geistigen Welten anders heute; und von dem Weg, der heute nach dem Entwicklungspunkte, den die Menschheit erlangt hat, eingeschlagen werden kann, von dem soll insbesondere hier die Rede sein. Aber auf allen Wegen, die eingeschlagen worden sind, tritt uns immer wieder eines entgegen: Dass zunächst da wie ein Wort erscheint, wie ein abstraktes Wort, das man da oder dort auffangen kann, wenn von Mysterienwesen, von den Offenbarungen über die unbekannten Welten, über die verborgenen Welten die Rede ist. Es ist das Wort, dass derjenige, welcher die Kräfte, die als Geistiges dem Menschenwesen zugrunde liegen, wirklich erforschen will, auf seinem Forschungswege herankommen muss an «die Pforte des Todes»; dass er dem Erlebnis des Todes nahekommen muss auf dem Wege, wenn er weiterverfolgt wird, den ich angedeutet habe.

[ 9 ] Wenn man eine solche Übung, die ich eben immer nur prinzipiell andeuten kann, immer wieder und wiederum ausführt, dann kommt man allerdings dahin, zu erleben, dass in [unserem Seelenleben] verborgene Kräfte anwesend sind, Kräfte, die allerdings immerfort tätig sind, die aber nicht im alltäglichen Leben und in der gewöhnlichen Wissenschaft zum Bewusstsein gebracht werden. Man erzeugt nicht etwa etwas Neues, wenn man sich so verhält, wie es angedeutet worden ist, aber man bringt zum Bewusstsein, was immer vorhanden ist. Alles hängt davon ab, dass man die innere Sammlung, die innere Ruhe, die Hingebung an ein ruhevolles, gesammeltes Geistesleben findet, um jene innerliche Selbstbeobachtung zu entfalten, dass der angedeutete Vorgang, das Erleben der wirksamen Denkungskräfte, wirklich etwas ist. Dann allerdings, wenn man es dahin gebracht hat, zu erfassen, dass sich da etwas offenbart, was man vorher nicht gekannt hat, und wenn man diese Bekanntschaft mit einem vorher Unbekannten immer fort und fort steigert, dann stellen sich im Gefolge davon die bedeutungsvollsten inneren Vorgänge des menschlichen Seelenlebens ein. Dann erlebt man Vorgänge, die einem innerlich Lichter aufhellen, von denen man vorher ebenso wenig eine Ahnung hatte, wie derjenige, der niemals erfahren hat, dass durch besondere Vorgänge des physikalischen Laboratoriums Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zersetzt werden kann — ebenso wenig wie der eine Ahnung hat, was im Wasser steckt. Da sind es äußere Vorgänge des physikalischen Laboratoriums; im anderen Falle, im Seelenleben, sind es innere Anstrengungen, innere Kräfteentfaltungen, die Unbekanntes — ich möchte sagen — aus den dunklen Tiefen des Daseins heraufholen. Dasjenige, was da heraufgeholt wird, das bringt zum Bewusstsein etwas, was diejenigen, die versuchten, den Weg zum Geistigen zu finden, immer eigentlich gekannt haben. Der Weg in die geistigen Welten, er wurde ja, je nachdem die menschlichen Kräfte im Entwicklungsgang der Menschheit wirkten, immer gesucht. Er wurde in den verschiedenen Zeitaltern anders gefunden, als er heute gefunden werden muss. Wie man die Natur in älteren Zeiten anders angesehen hat, und heute unter den Einflüssen der neueren naturwissenschaftlichen Denkungsweise anders ansehen muss als früher, so ist auch der Weg in die geistigen Welten anders heute; und von dem Weg, der heute nach dem Entwicklungspunkte, den die Menschheit erlangt hat, eingeschlagen werden kann, von dem soll insbesondere hier die Rede sein. Aber auf allen Wegen, die eingeschlagen worden sind, tritt uns immer wieder eines entgegen: Dass zunächst da wie ein Wort erscheint, wie ein abstraktes Wort, das man da oder dort auffangen kann, wenn von Mysterienwesen, von den Offenbarungen über die unbekannten Welten, über die verborgenen Welten die Rede ist. Es ist das Wort, dass derjenige, welcher die Kräfte, die als Geistiges dem Menschenwesen zugrunde liegen, wirklich erforschen will, auf seinem Forschungswege herankommen muss an «die Pforte des Todes»; dass er dem Erlebnis des Todes nahekommen muss auf dem Wege, wenn er weiterverfolgt wird, den ich angedeutet habe.

[ 10 ] So einfach er scheint: Das Wesentliche liegt eben nicht in dem, was man als einfach schildern kann, sondern in der Mühe, die man sich gibt, um nach der Richtung die Seele zu betätigen immer wieder und wiederum, wie es angeführt worden ist. Dasjenige, wozu man auf diesem Wege kommt, ist allerdings etwas, was einem Verständnis bringt über das uralte Wort: Auf dem Forschungswege nach den geistigen Untergründen der Seele kommt man an die Pforte, an die Schwelle des Todes heran.

[ 10 ] So einfach er scheint: Das Wesentliche liegt eben nicht in dem, was man als einfach schildern kann, sondern in der Mühe, die man sich gibt, um nach der Richtung die Seele zu betätigen immer wieder und wiederum, wie es angeführt worden ist. Dasjenige, wozu man auf diesem Wege kommt, ist allerdings etwas, was einem Verständnis bringt über das uralte Wort: Auf dem Forschungswege nach den geistigen Untergründen der Seele kommt man an die Pforte, an die Schwelle des Todes heran.

[ 11 ] Ich will nun einfach schildern, wohin der angedeutete Weg führt. Es ist zunächst ein Zusammenfassen aller Seelenkräfte, und dasjenige, was da zusammengefasst ist, ist die ganz besonders konzentrierte Kraft des Denkens. Man erlebt allmählich dieses Zusammenfassen des seelischen Lebens. Dadurch, dass man also das seelische Leben zusammenfasst, kommt man immer tiefer und tiefer in eine Erkenntnis der eigentlichen menschlichen Natur hinein. Allerdings in eine Erkenntnis, die jetzt gar nicht so sehr durch Begriffe vermittelt wird, sondern die dadurch vermittelt wird, dass man erlebt, wie dieses sich anstrengende, sich erkraftende Denken einen in eine Seelenverfassung, in eine Seelenstimmung bringt, wodurch man in das seelische Erleben herein etwas bringt, was einen, ich möchte so sagen, dem, was als Mensch in der Welt steht, besonders nahebringt. Lernt man nämlich das Denken auf seinem Wege also kennen, dann tritt einem zunächst im Seelenleben ein, indem man — ich möchte sagen — wie von außen herein sich mit dem, was menschliche Leibesorganisation ist, verbunden fühlt, man lernt auf diesem Wege, indem man herangeführt wird durch die angedeutete innere Seelenarbeit, herangeführt wird auf eine neue Art an den Menschen, man lernt in dem Menschen etwas kennen, was man vorher nicht gekannt hat. Man lernt in dem Menschen kennen, in lebendiger Weise kennen, so wunderbar das klingt, dasjenige, was mit dem Menschen hier im Erdenleben verbunden ist zwischen Geburt und Tod, und was immer die Summe jener Kräftegestaltungen darstellt, die wir in uns tragen, und die, indem sie im Menschen immer leben, dasjenige, was menschliche Organisation ist, abnützen und schließlich den Tod herbeiführen.

[ 11 ] Ich will nun einfach schildern, wohin der angedeutete Weg führt. Es ist zunächst ein Zusammenfassen aller Seelenkräfte, und dasjenige, was da zusammengefasst ist, ist die ganz besonders konzentrierte Kraft des Denkens. Man erlebt allmählich dieses Zusammenfassen des seelischen Lebens. Dadurch, dass man also das seelische Leben zusammenfasst, kommt man immer tiefer und tiefer in eine Erkenntnis der eigentlichen menschlichen Natur hinein. Allerdings in eine Erkenntnis, die jetzt gar nicht so sehr durch Begriffe vermittelt wird, sondern die dadurch vermittelt wird, dass man erlebt, wie dieses sich anstrengende, sich erkraftende Denken einen in eine Seelenverfassung, in eine Seelenstimmung bringt, wodurch man in das seelische Erleben herein etwas bringt, was einen, ich möchte so sagen, dem, was als Mensch in der Welt steht, besonders nahebringt. Lernt man nämlich das Denken auf seinem Wege also kennen, dann tritt einem zunächst im Seelenleben ein, indem man — ich möchte sagen — wie von außen herein sich mit dem, was menschliche Leibesorganisation ist, verbunden fühlt, man lernt auf diesem Wege, indem man herangeführt wird durch die angedeutete innere Seelenarbeit, herangeführt wird auf eine neue Art an den Menschen, man lernt in dem Menschen etwas kennen, was man vorher nicht gekannt hat. Man lernt in dem Menschen kennen, in lebendiger Weise kennen, so wunderbar das klingt, dasjenige, was mit dem Menschen hier im Erdenleben verbunden ist zwischen Geburt und Tod, und was immer die Summe jener Kräftegestaltungen darstellt, die wir in uns tragen, und die, indem sie im Menschen immer leben, dasjenige, was menschliche Organisation ist, abnützen und schließlich den Tod herbeiführen.

[ 12 ] Lebendiges Erfahren [davon] ist es, zu dem man da kommt, dass der Mensch, wie er hier auf der Erde leben muss, in sich immer eine Summe von Kräften, eine Kräfteorganisation, eine Kräftegestaltung in sich trägt, die sich während des Lebens modifiziert, die aber immer darauf hinausläuft eigentlich, den äußeren physischen Organismus zu verbrauchen. Und im Grunde ist es ein erschütterndes, ein von innerlicher Tragik erfülltes Erlebnis, zu dem man da kommt. Man lernt etwas wie einen zweiten Menschen in sich kennen, einen geistigen Menschen im physischen Menschen. Aber dieser geistige Mensch ist derjenige, der den physischen Menschen fortwährend verbraucht. Und jetzt lernt man kennen — so wie man in einem physikalischen Experiment kennenlernt das Auftreten irgendeines Stoffes, irgendeines Elementes, die nur zum Vorschein kommen können durch das Experiment —, so lernt man jetzt kennen, was eigentlich die Kraft in einem ist, die Tätigkeit in einem ist, die sich als Denken, und alles, was mit dem Denken im physischen Leben hier zusammenhängt, entfaltet.

[ 12 ] Lebendiges Erfahren [davon] ist es, zu dem man da kommt, dass der Mensch, wie er hier auf der Erde leben muss, in sich immer eine Summe von Kräften, eine Kräfteorganisation, eine Kräftegestaltung in sich trägt, die sich während des Lebens modifiziert, die aber immer darauf hinausläuft eigentlich, den äußeren physischen Organismus zu verbrauchen. Und im Grunde ist es ein erschütterndes, ein von innerlicher Tragik erfülltes Erlebnis, zu dem man da kommt. Man lernt etwas wie einen zweiten Menschen in sich kennen, einen geistigen Menschen im physischen Menschen. Aber dieser geistige Mensch ist derjenige, der den physischen Menschen fortwährend verbraucht. Und jetzt lernt man kennen — so wie man in einem physikalischen Experiment kennenlernt das Auftreten irgendeines Stoffes, irgendeines Elementes, die nur zum Vorschein kommen können durch das Experiment —, so lernt man jetzt kennen, was eigentlich die Kraft in einem ist, die Tätigkeit in einem ist, die sich als Denken, und alles, was mit dem Denken im physischen Leben hier zusammenhängt, entfaltet.

[ 13 ] Wenn man dieses Denken in der geschilderten Weise bis zu seinem äußersten Punkte getrieben hat, dann lernt man erkennen, wovon dieses Denken als Denken abhängt; es hängt davon ab, dass innerhalb des Kräftekomplexes, der uns aufbraucht als physischen Menschen, uns verzehrt als physischen Menschen, solche Kräfte liegen, welche dem Denken zugrunde liegen. Und man lernt das große Wort begreifen: Das Denken hängt ab von denjenigen Kräften, welche allmählich den Menschen aufzehren und sogar über ihn den Tod bringen. Eine enge Verbindung zwischen dem Denken — wir gehen ja aus von dem gewöhnlichen, alltäglichen Denken, wir treiben es nur sozusagen bis zu einem äußersten Punkte —, eine innige Verbindung zwischen diesem Denken und den zerstörenden, den aufzehrenden Kräften des Menschen lernen wir kennen. Wir machen die Entdeckung von der Verwandtschaft des Todes mit dem Höchsten, was wir zunächst in der physischen Welt hier entfalten, mit dem Denken. Deshalb ist dieses Erlebnis so erschütternd. Wir können gar nicht anders, als gerade vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft aus im lebendigen inneren Erleben der Naturwissenschaft ganz recht zu geben.

[ 13 ] Wenn man dieses Denken in der geschilderten Weise bis zu seinem äußersten Punkte getrieben hat, dann lernt man erkennen, wovon dieses Denken als Denken abhängt; es hängt davon ab, dass innerhalb des Kräftekomplexes, der uns aufbraucht als physischen Menschen, uns verzehrt als physischen Menschen, solche Kräfte liegen, welche dem Denken zugrunde liegen. Und man lernt das große Wort begreifen: Das Denken hängt ab von denjenigen Kräften, welche allmählich den Menschen aufzehren und sogar über ihn den Tod bringen. Eine enge Verbindung zwischen dem Denken — wir gehen ja aus von dem gewöhnlichen, alltäglichen Denken, wir treiben es nur sozusagen bis zu einem äußersten Punkte —, eine innige Verbindung zwischen diesem Denken und den zerstörenden, den aufzehrenden Kräften des Menschen lernen wir kennen. Wir machen die Entdeckung von der Verwandtschaft des Todes mit dem Höchsten, was wir zunächst in der physischen Welt hier entfalten, mit dem Denken. Deshalb ist dieses Erlebnis so erschütternd. Wir können gar nicht anders, als gerade vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft aus im lebendigen inneren Erleben der Naturwissenschaft ganz recht zu geben.

[ 14 ] In dem lebendigen inneren Erleben erfahren wir, dass wir eigentlich deshalb denken können, weil wir [die] Sterbekräfte zu einem besonderen Punkt der Entwicklung, über die übrige Lebewelt hinaus, gebracht haben. Das aber erzeugt in dem Geistesforscher eine besondere innere Stimmung. Das erzeugt in ihm alles dasjenige, was hervorgeht aus der inneren Erfahrung: Mit deinem Denken, so wie du cs hier in der physisch-sinnlichen Welt entfalten kannst, mit diesem Denken bist du gebunden an den physischen Leib. So lange dieser physische Leib es erträgt, dass er aufgebraucht werden kann, von gewissen Gestaltungskräften aufgebraucht werden kann, so lange kannst du dein Denken entfalten!

[ 14 ] In dem lebendigen inneren Erleben erfahren wir, dass wir eigentlich deshalb denken können, weil wir [die] Sterbekräfte zu einem besonderen Punkt der Entwicklung, über die übrige Lebewelt hinaus, gebracht haben. Das aber erzeugt in dem Geistesforscher eine besondere innere Stimmung. Das erzeugt in ihm alles dasjenige, was hervorgeht aus der inneren Erfahrung: Mit deinem Denken, so wie du cs hier in der physisch-sinnlichen Welt entfalten kannst, mit diesem Denken bist du gebunden an den physischen Leib. So lange dieser physische Leib es erträgt, dass er aufgebraucht werden kann, von gewissen Gestaltungskräften aufgebraucht werden kann, so lange kannst du dein Denken entfalten!

[ 15 ] Dann aber, wenn man dieses Erlebnis gehabt hat, dann zeigt sich zugleich, dass allerdings in dem Menschen ein zweiter Mensch ist, ein Mensch, der hier im physischen Dasein die äußere Menschennatur aufbraucht, aber der ein vollständiges Wesen ist; einen zweiten Menschen eben im Menschen, der so, wie er in unserem physischen Dasein lebt, dadurch lebt, dass er sich eben dem Aufzehren, dem Aufbrauchen der physischen Organisation widmet. Man erzeugt nicht durch das Denken dasjenige, was man hier erlebt, man lernt es beobachten. Man kommt sozusagen auf etwas, wovon man in dem Moment, wo man darauf kommt, eben bemerkt, dass es immer da ist im Menschen. Man kommt auf so etwas; man entdeckt diesen inneren Menschen im Menschen. Man entdeckt aber auch, dass dieser Mensch nichts zu tun hat mit der besonderen äußeren Leibesorganisation, sondern dass er sich innerhalb dieser betätigt. Dasjenige, was der Leibesorganisation zugrunde liegt, ja auch, was aufzehrende Kräfte in ihr sind — das, sehr verehrte Anwesende, das kann man nur entdecken dadurch, dass man das gewöhnliche Seelenleben über sich selbst hinaustreibt. So entdeckt man einen zweiten Menschen im Menschen, der allerdings zunächst die Eigentümlichkeit hat, dass er das gewöhnliche physische Leben aufzehrt. Aber er verrichtet gerade in diesem Aufzehren diejenige Tätigkeit, die uns in diesem gewöhnlichen Leben als die denkerische Tätigkeit aus dem Innern heraus sich bildet.

[ 15 ] Dann aber, wenn man dieses Erlebnis gehabt hat, dann zeigt sich zugleich, dass allerdings in dem Menschen ein zweiter Mensch ist, ein Mensch, der hier im physischen Dasein die äußere Menschennatur aufbraucht, aber der ein vollständiges Wesen ist; einen zweiten Menschen eben im Menschen, der so, wie er in unserem physischen Dasein lebt, dadurch lebt, dass er sich eben dem Aufzehren, dem Aufbrauchen der physischen Organisation widmet. Man erzeugt nicht durch das Denken dasjenige, was man hier erlebt, man lernt es beobachten. Man kommt sozusagen auf etwas, wovon man in dem Moment, wo man darauf kommt, eben bemerkt, dass es immer da ist im Menschen. Man kommt auf so etwas; man entdeckt diesen inneren Menschen im Menschen. Man entdeckt aber auch, dass dieser Mensch nichts zu tun hat mit der besonderen äußeren Leibesorganisation, sondern dass er sich innerhalb dieser betätigt. Dasjenige, was der Leibesorganisation zugrunde liegt, ja auch, was aufzehrende Kräfte in ihr sind — das, sehr verehrte Anwesende, das kann man nur entdecken dadurch, dass man das gewöhnliche Seelenleben über sich selbst hinaustreibt. So entdeckt man einen zweiten Menschen im Menschen, der allerdings zunächst die Eigentümlichkeit hat, dass er das gewöhnliche physische Leben aufzehrt. Aber er verrichtet gerade in diesem Aufzehren diejenige Tätigkeit, die uns in diesem gewöhnlichen Leben als die denkerische Tätigkeit aus dem Innern heraus sich bildet.

[ 16 ] Man merkt aber auch, und das kann nur Ergebnis der Beobachtung sein, der Beobachtung, die man auf diese Weise erlangt, wie es beschrieben worden ist, man merkt aber auch, dass dasjenige, was also nach und nach im physischen Leben verzehrt die physische Menschenorganisation, dass das sie auch aufgebaut hat. An dasjenige im menschlichen Seelenleben, welches durch die Geburt oder die Empfängnis gegangen ist, um sich mit der physischen Leibesorganisation zu umkleiden, kommt man nur durch die Erfahrung. Und man erlangt, wenn man die Erfahrung so weit getrieben hat, als es jetzt skizzenhaft angedeutet worden ist, in der Tat einen Einblick in die Menschennatur, insoweit, als man sich sagen kann: Du hast entdeckt in dir dasjenige, was verzehrend dein Denken hervorleuchten lässt während des Lebens zwischen Geburt und Tod, was dich aber auch hereingetragen hat in dieses Leibesleben; was dir, bevor du zum Denken gekommen bist, deinen denkerischen physischen Organismus aufgebaut hat.

[ 16 ] Man merkt aber auch, und das kann nur Ergebnis der Beobachtung sein, der Beobachtung, die man auf diese Weise erlangt, wie es beschrieben worden ist, man merkt aber auch, dass dasjenige, was also nach und nach im physischen Leben verzehrt die physische Menschenorganisation, dass das sie auch aufgebaut hat. An dasjenige im menschlichen Seelenleben, welches durch die Geburt oder die Empfängnis gegangen ist, um sich mit der physischen Leibesorganisation zu umkleiden, kommt man nur durch die Erfahrung. Und man erlangt, wenn man die Erfahrung so weit getrieben hat, als es jetzt skizzenhaft angedeutet worden ist, in der Tat einen Einblick in die Menschennatur, insoweit, als man sich sagen kann: Du hast entdeckt in dir dasjenige, was verzehrend dein Denken hervorleuchten lässt während des Lebens zwischen Geburt und Tod, was dich aber auch hereingetragen hat in dieses Leibesleben; was dir, bevor du zum Denken gekommen bist, deinen denkerischen physischen Organismus aufgebaut hat.

[ 17 ] Man verbraucht während des physischen Lebens immer Denkkraft, und man entdeckt, dass diese Kraft vorhanden war, bevor das Denken seine ersten Gedanken erhellen ließ; dass sich diese Kraft verwandelt hat in diejenige Kraft, die das Denken hervorbringt. Bevor sie aber sich verwandelt hat, war sie da, denn nichts in unserer Welt entsteht einfach, sondern es verwandelt sich. Dasjenige, was dem Denken zugrunde liegt, bevor das Denken sich entzündet hat, es hat aufgebaut erst den Organismus, der eben im Denken sich äußert, den es im Denken wiederum abträgt.

[ 17 ] Man verbraucht während des physischen Lebens immer Denkkraft, und man entdeckt, dass diese Kraft vorhanden war, bevor das Denken seine ersten Gedanken erhellen ließ; dass sich diese Kraft verwandelt hat in diejenige Kraft, die das Denken hervorbringt. Bevor sie aber sich verwandelt hat, war sie da, denn nichts in unserer Welt entsteht einfach, sondern es verwandelt sich. Dasjenige, was dem Denken zugrunde liegt, bevor das Denken sich entzündet hat, es hat aufgebaut erst den Organismus, der eben im Denken sich äußert, den es im Denken wiederum abträgt.

[ 18 ] Und so blicken wir hin über Geburt oder Empfängnis hinaus in dasjenige, was hereingetreten ist in die physische Welt aus einer geistigen Welt. Aber indem wir es erforschen, ist — ich möchte sagen — an dieses innere Experiment das gebunden, was unter dem Eindruck jener Seelengesinnung steht, die hervorgeht aus der Erfahrung: Solange du zwischen Geburt und Tod stehst, bist du mit deinem Denken daran gebunden, dass dieser zweite Mensch in deiner physischen Organisation drinnen seine Tätigkeit verrichtet. Du hängst mit ihm zusammen.

[ 18 ] Und so blicken wir hin über Geburt oder Empfängnis hinaus in dasjenige, was hereingetreten ist in die physische Welt aus einer geistigen Welt. Aber indem wir es erforschen, ist — ich möchte sagen — an dieses innere Experiment das gebunden, was unter dem Eindruck jener Seelengesinnung steht, die hervorgeht aus der Erfahrung: Solange du zwischen Geburt und Tod stehst, bist du mit deinem Denken daran gebunden, dass dieser zweite Mensch in deiner physischen Organisation drinnen seine Tätigkeit verrichtet. Du hängst mit ihm zusammen.

[ 19 ] Und das Erschütternde, das man hat, ist noch das, dass, wenn man das innere Experiment nun von dieser Seite kennenlernt, wie es eben geschildert worden ist, dass man nun keinen Ausblick hat: Wohin kommt nun diese Kraft, wenn sie das Leibliche aufgezehrt hat? Man kann sie sich zunächst nur vorstellen in Verbindung mit dem Leiblichen. Man weiß nur, dass es allerdings die Kraft ist, die den Menschen auch hereingetragen hat in die sinnliche Welt, in das sinnliche Dasein; aber wie sie wiederum, wenn der Mensch an den Tod kommt, in die geistige Welt hinaus kommen soll, wiederum in die geistige Welt eintreten soll, davon kann man nun noch keine Erfahrung haben. Man kann auf die angedeutete Weise begreifen, wie — ich möchte sagen — der Entwicklungsweg aus dem Geistigen herausgegangen ist, um diesen Menschen aufzubauen, und ihn dahin zu bringen, dass das Aufgebaute wieder abgetragen wird, und in diesem Abtragen die herrliche Eigenschaft des menschlichen Denkens erscheint. Man muss dasjenige, was Meditation, was innere Konzentration genannt werden kann, nun noch in einer ganz anderen Weise entfalten, wenn man weiterkommen will. Es ist ja hervorgehoben worden, dass die inneren Seelenverrichtungen vorzugsweise gebracht worden sind zu einer besonderen Entfaltung, zu einer besonderen Entwicklung des Denkens, durch dieses erste Experiment, das ich angedeutet habe.

[ 19 ] Und das Erschütternde, das man hat, ist noch das, dass, wenn man das innere Experiment nun von dieser Seite kennenlernt, wie es eben geschildert worden ist, dass man nun keinen Ausblick hat: Wohin kommt nun diese Kraft, wenn sie das Leibliche aufgezehrt hat? Man kann sie sich zunächst nur vorstellen in Verbindung mit dem Leiblichen. Man weiß nur, dass es allerdings die Kraft ist, die den Menschen auch hereingetragen hat in die sinnliche Welt, in das sinnliche Dasein; aber wie sie wiederum, wenn der Mensch an den Tod kommt, in die geistige Welt hinaus kommen soll, wiederum in die geistige Welt eintreten soll, davon kann man nun noch keine Erfahrung haben. Man kann auf die angedeutete Weise begreifen, wie — ich möchte sagen — der Entwicklungsweg aus dem Geistigen herausgegangen ist, um diesen Menschen aufzubauen, und ihn dahin zu bringen, dass das Aufgebaute wieder abgetragen wird, und in diesem Abtragen die herrliche Eigenschaft des menschlichen Denkens erscheint. Man muss dasjenige, was Meditation, was innere Konzentration genannt werden kann, nun noch in einer ganz anderen Weise entfalten, wenn man weiterkommen will. Es ist ja hervorgehoben worden, dass die inneren Seelenverrichtungen vorzugsweise gebracht worden sind zu einer besonderen Entfaltung, zu einer besonderen Entwicklung des Denkens, durch dieses erste Experiment, das ich angedeutet habe.

[ 20 ] Man kann aber auch zu einer besonderen Entfaltung bringen das Seelenleben, zu einer Entfaltung, die über das Alltägliche und das bloß wissenschaftliche Leben hinausführt, indem man nun nicht das Denken, sondern den Willen entfaltet, den Willen, der zugrunde liegt demjenigen, wodurch wir tätig durch das Leben gehen. Dieser Wille, wir sprechen von ihm im alltäglichen Leben, im gewöhnlichen wissenschaftlichen Denken. Aber indem wir so von ihm sprechen, umfassen wir keineswegs alles dasjenige, was in ihm liegt. Geradeso, wie das Denken die verborgene Seite hat, die ich eben geschildert habe, die zu einem solchen Endpunkte führt, wie ich es angedeutet habe, so hat auch der Wille eine verborgene Seite, nur stellt sich diese ganz anders heraus. Um das kennenzulernen, was dem Willen zugrunde liegt, genügt es nicht, bloß den Willen so zu entfalten, wie er uns begleitet im Leben, wenn wir tätig sind; man muss gewissermaßen die Möglichkeit in sich entfalten, nicht nur zu tun, nicht nur tätig zu sein, sondern mit einem viel höheren Anteil des Seelenlebens tätig zu sein, als man es im alltäglichen Leben gewohnt ist. Man muss seinen Willen mehr innerlich verbinden können mit dem, was Willensimpuls ist, als man das im alltäglichen Leben gewöhnlich tut. Man kann sich angewöhnen diese innerliche Willenskonzentration jetzt, im Gegensatz zu der früheren Gedankenkonzentration, in Zusammenziehung des Willenslebens, wenn man sich Momente schafft, Augenblicke schafft — sie brauchen wahrlich nicht lang zu sein, sie müssen aber immer wieder und wieder wiederholt werden, wenn die Verrichtung Früchte tragen soll —, wenn man sich Augenblicke schafft, in denen man aus der äußeren Welt sich zurückzieht, und innerlich Umschau hält über die Welt seiner Wünsche, über die Welt seiner Begehrungen, über die Willensimpulse, die man entfalten kann, über jene Willensimpulse, die man mit den großen Zielen der Menschheit so zusammenbringt, dass sie in der Seele aufleuchten, wenn einem die Ideale der Menschheit aufleuchten — kurz, wenn man sich mit dem Willen innerlich so befassen kann, dass man diesen Willen stärker in das Feld der Aufmerksamkeit hereinrücken kann, als man es kann, wenn man diese Aufmerksamkeit lenkt auf die äußere Gestalt, die man der Welt gibt. Dadurch, dass man diese oder jene Willensimpulse hinausströmen lässt in dasjenige, was man verrichtet, wenn man nachdenkt zum Beispiel so, dass man sich sagt: «Das hast du getan» und dann versucht, sich wieder zu vergegenwärtigen den Willensimpuls, der darin gesteckt hat. Wenn man in einer Rückschau auf die Lebenstaten die Aufmerksamkeit darauf verwendet, wie der Willensimpuls [eingeflossen] ist, wenn man schaut, wie man gewollt hat, wie man die Willensrichtung gelenkt hat, kurz, wenn man intim wird mit den Wollenskräften.

[ 20 ] Man kann aber auch zu einer besonderen Entfaltung bringen das Seelenleben, zu einer Entfaltung, die über das Alltägliche und das bloß wissenschaftliche Leben hinausführt, indem man nun nicht das Denken, sondern den Willen entfaltet, den Willen, der zugrunde liegt demjenigen, wodurch wir tätig durch das Leben gehen. Dieser Wille, wir sprechen von ihm im alltäglichen Leben, im gewöhnlichen wissenschaftlichen Denken. Aber indem wir so von ihm sprechen, umfassen wir keineswegs alles dasjenige, was in ihm liegt. Geradeso, wie das Denken die verborgene Seite hat, die ich eben geschildert habe, die zu einem solchen Endpunkte führt, wie ich es angedeutet habe, so hat auch der Wille eine verborgene Seite, nur stellt sich diese ganz anders heraus. Um das kennenzulernen, was dem Willen zugrunde liegt, genügt es nicht, bloß den Willen so zu entfalten, wie er uns begleitet im Leben, wenn wir tätig sind; man muss gewissermaßen die Möglichkeit in sich entfalten, nicht nur zu tun, nicht nur tätig zu sein, sondern mit einem viel höheren Anteil des Seelenlebens tätig zu sein, als man es im alltäglichen Leben gewohnt ist. Man muss seinen Willen mehr innerlich verbinden können mit dem, was Willensimpuls ist, als man das im alltäglichen Leben gewöhnlich tut. Man kann sich angewöhnen diese innerliche Willenskonzentration jetzt, im Gegensatz zu der früheren Gedankenkonzentration, in Zusammenziehung des Willenslebens, wenn man sich Momente schafft, Augenblicke schafft — sie brauchen wahrlich nicht lang zu sein, sie müssen aber immer wieder und wieder wiederholt werden, wenn die Verrichtung Früchte tragen soll —, wenn man sich Augenblicke schafft, in denen man aus der äußeren Welt sich zurückzieht, und innerlich Umschau hält über die Welt seiner Wünsche, über die Welt seiner Begehrungen, über die Willensimpulse, die man entfalten kann, über jene Willensimpulse, die man mit den großen Zielen der Menschheit so zusammenbringt, dass sie in der Seele aufleuchten, wenn einem die Ideale der Menschheit aufleuchten — kurz, wenn man sich mit dem Willen innerlich so befassen kann, dass man diesen Willen stärker in das Feld der Aufmerksamkeit hereinrücken kann, als man es kann, wenn man diese Aufmerksamkeit lenkt auf die äußere Gestalt, die man der Welt gibt. Dadurch, dass man diese oder jene Willensimpulse hinausströmen lässt in dasjenige, was man verrichtet, wenn man nachdenkt zum Beispiel so, dass man sich sagt: «Das hast du getan» und dann versucht, sich wieder zu vergegenwärtigen den Willensimpuls, der darin gesteckt hat. Wenn man in einer Rückschau auf die Lebenstaten die Aufmerksamkeit darauf verwendet, wie der Willensimpuls [eingeflossen] ist, wenn man schaut, wie man gewollt hat, wie man die Willensrichtung gelenkt hat, kurz, wenn man intim wird mit den Wollenskräften.

[ 21 ] Ich sage wiederum etwas, was in seiner Charakteristik durchaus einfach erscheint: Aber alle Frucht der Verrichtungen hängt davon ab, dass die menschliche Seelenorganisation immer wieder und wiederum in eine solche Betätigung, in ein solches Erleben geführt wird, wie es eben angedeutet wurde, als eine Willenskonzentration, sodass man in der Tat das erlebt, was auf diesem Wege eben erlebt werden kann: dass man gewissermaßen eine Neugeburt in sich erlebt; dass man sich durchsetzt, durchkraftet fühlt mit dem, was einem früher mit Bezug auf die Aufmerksamkeit entgeht, mit einem neuen Menschen; wiederum mit einem neuen Menschen, aber jetzt mit einem Menschen, der einen wie ein innerlicher Willensmensch durchlebt.

[ 21 ] Ich sage wiederum etwas, was in seiner Charakteristik durchaus einfach erscheint: Aber alle Frucht der Verrichtungen hängt davon ab, dass die menschliche Seelenorganisation immer wieder und wiederum in eine solche Betätigung, in ein solches Erleben geführt wird, wie es eben angedeutet wurde, als eine Willenskonzentration, sodass man in der Tat das erlebt, was auf diesem Wege eben erlebt werden kann: dass man gewissermaßen eine Neugeburt in sich erlebt; dass man sich durchsetzt, durchkraftet fühlt mit dem, was einem früher mit Bezug auf die Aufmerksamkeit entgeht, mit einem neuen Menschen; wiederum mit einem neuen Menschen, aber jetzt mit einem Menschen, der einen wie ein innerlicher Willensmensch durchlebt.

[ 22 ] Das ist aber noch nicht die wichtige Entdeckung. Dieses innerliche Sich-Durchwärmen, Sich-Durchleuchten, dieses innerliche Sich-Durchkraften mit den Willensimpulsen, mit denen man vertraut geworden ist, mit dem, was Wille sein kann im Menschen, was als Wille hineinpulst in unsere Handlungen, dieses innerliche Verwobensein, dieses innerliche Vertrautwerden, das führt endlich zu einer Entfaltung des Willens, sodass man daran die Entdeckung macht: In diesem Willen ruht etwas, was wie ein Keim, wie ein Same in ihm ist, was immer da ist, was da ist, indem man im alltäglichen Leben handelt, aber was einem entgeht, worauf man keine Aufmerksamkeit richtet, was unbewusst bleibt. Aber es ist darin als ein lebendiges, aber als ein solches, das wiederum eine ganz besondere Seelenstimmung hervorrufen muss, weil es eben wiederum eine Art erschütterndes Erlebnis ist. Hat man kennengelernt auf dem Wege der besonderen Entfaltung des Denkens, die ich charakterisiert habe, in der Art, wie ich es charakterisiert habe, das Todeserlebnis im lebendigen Vorstellen, im lebendigen Erleben — indem man also den Willen entfaltet, lernt man erkennen etwas anderes: Man lernt erkennen in lebendiger Anschauung das Wesen des menschlichen Leides, das Wesen des Schmerzes. Denn man lebt sich in der Tat in das Wesen des Schmerzes hinein; in das Wesen jenes Schmerzes, der eine unmittelbar bis zum lebendigen Erleben gesteigerte Entbehrung ist. Denn dasjenige, was man wie einen Keim, wie einen Samen, aus dem Willen heraus — indem man es also erlebt hat —, sich gebären weiß, das erweist sich als dasjenige, was in einem zuerst — so, wie man ist als Mensch in dem gegenwärtigen Leben — keinen Ort, keine Stelle hat.

[ 22 ] Das ist aber noch nicht die wichtige Entdeckung. Dieses innerliche Sich-Durchwärmen, Sich-Durchleuchten, dieses innerliche Sich-Durchkraften mit den Willensimpulsen, mit denen man vertraut geworden ist, mit dem, was Wille sein kann im Menschen, was als Wille hineinpulst in unsere Handlungen, dieses innerliche Verwobensein, dieses innerliche Vertrautwerden, das führt endlich zu einer Entfaltung des Willens, sodass man daran die Entdeckung macht: In diesem Willen ruht etwas, was wie ein Keim, wie ein Same in ihm ist, was immer da ist, was da ist, indem man im alltäglichen Leben handelt, aber was einem entgeht, worauf man keine Aufmerksamkeit richtet, was unbewusst bleibt. Aber es ist darin als ein lebendiges, aber als ein solches, das wiederum eine ganz besondere Seelenstimmung hervorrufen muss, weil es eben wiederum eine Art erschütterndes Erlebnis ist. Hat man kennengelernt auf dem Wege der besonderen Entfaltung des Denkens, die ich charakterisiert habe, in der Art, wie ich es charakterisiert habe, das Todeserlebnis im lebendigen Vorstellen, im lebendigen Erleben — indem man also den Willen entfaltet, lernt man erkennen etwas anderes: Man lernt erkennen in lebendiger Anschauung das Wesen des menschlichen Leides, das Wesen des Schmerzes. Denn man lebt sich in der Tat in das Wesen des Schmerzes hinein; in das Wesen jenes Schmerzes, der eine unmittelbar bis zum lebendigen Erleben gesteigerte Entbehrung ist. Denn dasjenige, was man wie einen Keim, wie einen Samen, aus dem Willen heraus — indem man es also erlebt hat —, sich gebären weiß, das erweist sich als dasjenige, was in einem zuerst — so, wie man ist als Mensch in dem gegenwärtigen Leben — keinen Ort, keine Stelle hat.

[ 23 ] Man bekommt das Erlebnis, das sich herausstellt, wenn man sich gesagt hat — und man muss sich dies sagen, denn es drängt sich einem dieses Sagen auf —, dann spürt man: Da bist du mit deiner physischen Organisation, mit demjenigen, was du mit Menschen überhaupt erleben kannst, da stehst du in diesem Leben. Dasjenige, was du da erlebtest durch das, was du bist, indem du ein Wollensmensch bist, das erzeugt in dir einen Willenskeim, einen inneren, jetzt umgestalteten neuen Menschen. Aber dieser Mensch, er ist unangemessen dem, was du nun gegenwärtig bist. Er ist so unangemessen, dass er — indem du seiner gewahr wirst —, etwas darstellt, wie ein eindringendes Messer in die Haut.

[ 23 ] Man bekommt das Erlebnis, das sich herausstellt, wenn man sich gesagt hat — und man muss sich dies sagen, denn es drängt sich einem dieses Sagen auf —, dann spürt man: Da bist du mit deiner physischen Organisation, mit demjenigen, was du mit Menschen überhaupt erleben kannst, da stehst du in diesem Leben. Dasjenige, was du da erlebtest durch das, was du bist, indem du ein Wollensmensch bist, das erzeugt in dir einen Willenskeim, einen inneren, jetzt umgestalteten neuen Menschen. Aber dieser Mensch, er ist unangemessen dem, was du nun gegenwärtig bist. Er ist so unangemessen, dass er — indem du seiner gewahr wirst —, etwas darstellt, wie ein eindringendes Messer in die Haut.

[ 24 ] Das ist natürlich, weil es ins Physische übersetzt ist, nur symbolisch gemeint. Aber man lernt kennen, wie das Leid verursacht wird dadurch, dass sich etwas, was zu einem inneren Wesen gehört, in Widerspruch versetzt mit der äußeren Ausgestaltung seines Wesens, mit dem, was im Äußeren geschieht. Man sieht, dasjenige, was man hier im Leben ausführen kann, das ist im Grunde unangemessen dem, was sich da im Inneren als Willenssame entwickelt.

[ 24 ] Das ist natürlich, weil es ins Physische übersetzt ist, nur symbolisch gemeint. Aber man lernt kennen, wie das Leid verursacht wird dadurch, dass sich etwas, was zu einem inneren Wesen gehört, in Widerspruch versetzt mit der äußeren Ausgestaltung seines Wesens, mit dem, was im Äußeren geschieht. Man sieht, dasjenige, was man hier im Leben ausführen kann, das ist im Grunde unangemessen dem, was sich da im Inneren als Willenssame entwickelt.

[ 25 ] Wie irgendetwas, was den Leib zerstört — ich möchte sagen — unangemessen ist der menschlichen Organisation, so ist unangemessen der menschlichen Organisation auch dasjenige, was sich jetzt als Willenskeim — man kann zunächst keinen besseren Namen finden —, als Willenssame entwickelt; was ja immer da ist, als unbewusster Schmerz auf dem Untergrunde der Seele.

[ 25 ] Wie irgendetwas, was den Leib zerstört — ich möchte sagen — unangemessen ist der menschlichen Organisation, so ist unangemessen der menschlichen Organisation auch dasjenige, was sich jetzt als Willenskeim — man kann zunächst keinen besseren Namen finden —, als Willenssame entwickelt; was ja immer da ist, als unbewusster Schmerz auf dem Untergrunde der Seele.

[ 26 ] Aber es wird zum erschütternden Erlebnis, wenn man diese Schmerzfähigkeit, diese Schmerzmöglichkeit des Menschen entdeckt. Denn aller besondere Schmerz, alles besondere Leid, ist gleicher Art mit diesem Leid, das man also entdeckt.

[ 26 ] Aber es wird zum erschütternden Erlebnis, wenn man diese Schmerzfähigkeit, diese Schmerzmöglichkeit des Menschen entdeckt. Denn aller besondere Schmerz, alles besondere Leid, ist gleicher Art mit diesem Leid, das man also entdeckt.

[ 27 ] Geistesforschung ist eben durchaus nicht etwas, was in einer so abstrakt gleichmäßigen Weise verläuft wie die äußere Forschung, sondern es ist etwas, was mit den nach den Tiefen des Lebens gehenden menschlichen Empfindungen und inneren Erfahrungen zusammenhängt.

[ 27 ] Geistesforschung ist eben durchaus nicht etwas, was in einer so abstrakt gleichmäßigen Weise verläuft wie die äußere Forschung, sondern es ist etwas, was mit den nach den Tiefen des Lebens gehenden menschlichen Empfindungen und inneren Erfahrungen zusammenhängt.

[ 28 ] Die Natur des Leides also, man lernt sie kennen auf diese Weise. Und man lernt also kennen nebeneinander dasjenige, was todbringend im Menschen ist, und als Todbringendes die herrlichsten Kräfte des Denkens entfaltet; man lernt dasjenige im Menschen kennen, was auf dem Untergrund seiner Seele als Leid liegt, und was in den Kräften des Willens lebt; man lernt erkennen, dass dieser Wille nicht da wäre, wenn nicht unbewusster Schmerz auf dem Grunde der Seele läge. Aber man lernt auch erkennen, indem man gewissermaßen diese beiden Pole sonst unbewussten Seelenlebens vor sein Bewusstsein gerückt hat, man lernt erkennen, wie sie zusammengehören. Und man lernt in ihrem Anblick — und man kann es nur durch die geistige Erfahrung, man kann es nur durch Anblicken, durch die geistigen Erfahrungen erkennen lernen —, man lernt erkennen, wie das eine von dem andern ergriffen werden muss, damit dasjenige, was hier im physischen Leben des Menschen getrennt sein muss, damit [der Mensch] dieses physische Leben zwischen Geburt und Tod entfalten kann wie das, was hier getrennt sein muss, gegenseitig sich befruchten muss, zusammenkommen muss, damit der Mensch durch die Pforte des Todes schreiten kann und wiederum in ein geistiges Leben nach dem Tode eintreten kann. Denn dasjenige, was man erkennen lernt auf diese Weise, das ist, dass erlöst werden kann aus der physischen Leibesorganisation dasjenige, was wir als diesen zweiten Menschen, der den Tod in sich enthält, kennengelernt haben.

[ 28 ] Die Natur des Leides also, man lernt sie kennen auf diese Weise. Und man lernt also kennen nebeneinander dasjenige, was todbringend im Menschen ist, und als Todbringendes die herrlichsten Kräfte des Denkens entfaltet; man lernt dasjenige im Menschen kennen, was auf dem Untergrund seiner Seele als Leid liegt, und was in den Kräften des Willens lebt; man lernt erkennen, dass dieser Wille nicht da wäre, wenn nicht unbewusster Schmerz auf dem Grunde der Seele läge. Aber man lernt auch erkennen, indem man gewissermaßen diese beiden Pole sonst unbewussten Seelenlebens vor sein Bewusstsein gerückt hat, man lernt erkennen, wie sie zusammengehören. Und man lernt in ihrem Anblick — und man kann es nur durch die geistige Erfahrung, man kann es nur durch Anblicken, durch die geistigen Erfahrungen erkennen lernen —, man lernt erkennen, wie das eine von dem andern ergriffen werden muss, damit dasjenige, was hier im physischen Leben des Menschen getrennt sein muss, damit [der Mensch] dieses physische Leben zwischen Geburt und Tod entfalten kann wie das, was hier getrennt sein muss, gegenseitig sich befruchten muss, zusammenkommen muss, damit der Mensch durch die Pforte des Todes schreiten kann und wiederum in ein geistiges Leben nach dem Tode eintreten kann. Denn dasjenige, was man erkennen lernt auf diese Weise, das ist, dass erlöst werden kann aus der physischen Leibesorganisation dasjenige, was wir als diesen zweiten Menschen, der den Tod in sich enthält, kennengelernt haben.

[ 29 ] Das, was erlösend wirken kann auf diesen zweiten Menschen, das ist der Willenssame. Und indem der erstere, der Mensch, der dem Tode sich vereinigt hat, sodass der Tod langsam das Leben aufzehrt —, indem dieser entbunden wird des physischen Leibes, wenn ihm der physische Leib nicht mehr dient, dann ist der Moment gekommen, wo der Willenssame ergreifen kann diesen Menschen, und wo entfaltet wird dasjenige, was sonst nur todtragend ist, zu neuem Leben, das jetzt in die geistige Welt eintritt, und das hineinträgt alles dasjenige in diese geistige Welt, was der Mensch entwickelt hat als Willensimpuls, was er in sich zum Leben gebracht hat dadurch, dass er ein sinnlich wollendes Wesen ist. Und auch dasjenige, was wir als ein intimstes Seelenleben entwickeln, es hängt ja auch mit dem Wollen zusammen. Das Wollen strahlt aus in das ganze Seelenleben. Dasjenige, was wir durch dieses unterbewusste Samenwesen des Willens entfalten, das ergreift unseren Bildemenschen, der uns hineingetragen hat in das physische Dasein, und trägt ihn wieder hinaus, sodass der Mensch jetzt zwischen Tod und neuer Geburt durch die geistige Welt gehen kann. Denn dasjenige Leben, das nun nach dem Tode beginnt, es beginnt gerade in der umgekehrten Weise, wie das physische Leben hier beginnt.

[ 29 ] Das, was erlösend wirken kann auf diesen zweiten Menschen, das ist der Willenssame. Und indem der erstere, der Mensch, der dem Tode sich vereinigt hat, sodass der Tod langsam das Leben aufzehrt —, indem dieser entbunden wird des physischen Leibes, wenn ihm der physische Leib nicht mehr dient, dann ist der Moment gekommen, wo der Willenssame ergreifen kann diesen Menschen, und wo entfaltet wird dasjenige, was sonst nur todtragend ist, zu neuem Leben, das jetzt in die geistige Welt eintritt, und das hineinträgt alles dasjenige in diese geistige Welt, was der Mensch entwickelt hat als Willensimpuls, was er in sich zum Leben gebracht hat dadurch, dass er ein sinnlich wollendes Wesen ist. Und auch dasjenige, was wir als ein intimstes Seelenleben entwickeln, es hängt ja auch mit dem Wollen zusammen. Das Wollen strahlt aus in das ganze Seelenleben. Dasjenige, was wir durch dieses unterbewusste Samenwesen des Willens entfalten, das ergreift unseren Bildemenschen, der uns hineingetragen hat in das physische Dasein, und trägt ihn wieder hinaus, sodass der Mensch jetzt zwischen Tod und neuer Geburt durch die geistige Welt gehen kann. Denn dasjenige Leben, das nun nach dem Tode beginnt, es beginnt gerade in der umgekehrten Weise, wie das physische Leben hier beginnt.

[ 30 ] Die Elemente kann man kennenlernen durch die Geisteswissenschaft, aus denen sich dieses Leben zusammensetzt. Aber versuchen Sie zu erblicken dasjenige, was charakterisiert werden könnte als der Inhalt dieses Lebewesens, das hinausgeht in die geistige Welt durch die Pforte des Todes, was ist es? Es ist dasjenige, was man erlebt, wenn man das Denken zum äußersten Extrem gebracht hat, was einem — ich möchte sagen — als das alleräußerste Ende der Denkperspektive, der Gedankenperspektive vor die Seele tritt.

[ 30 ] Die Elemente kann man kennenlernen durch die Geisteswissenschaft, aus denen sich dieses Leben zusammensetzt. Aber versuchen Sie zu erblicken dasjenige, was charakterisiert werden könnte als der Inhalt dieses Lebewesens, das hinausgeht in die geistige Welt durch die Pforte des Todes, was ist es? Es ist dasjenige, was man erlebt, wenn man das Denken zum äußersten Extrem gebracht hat, was einem — ich möchte sagen — als das alleräußerste Ende der Denkperspektive, der Gedankenperspektive vor die Seele tritt.

[ 31 ] Und mit diesem vereinigt sich das Willenselement, dasjenige, was nur in einer anderen Bewusstseinsform dasjenige ist, was wir durch den Tod tragen. Und wenn wir nun vergleichen dasjenige, was wir durch den Tod tragen, was zunächst Bewusstseinsinhalt ist, mit demjenigen, was wir in unserem menschlichen Leben zwischen Geburt und Tod entwickeln, so ist es ja so, dass wir im gewöhnlichen Leben entwickeln zunächst die äußere physische Gestaltung; aus der dringt erst das Bewusstsein heraus. Geisteswissenschaft hat uns aber, wie angedeutet worden ist, gezeigt, dass diese physische Leibesorganisation erst aufgebaut worden ist.

[ 31 ] Und mit diesem vereinigt sich das Willenselement, dasjenige, was nur in einer anderen Bewusstseinsform dasjenige ist, was wir durch den Tod tragen. Und wenn wir nun vergleichen dasjenige, was wir durch den Tod tragen, was zunächst Bewusstseinsinhalt ist, mit demjenigen, was wir in unserem menschlichen Leben zwischen Geburt und Tod entwickeln, so ist es ja so, dass wir im gewöhnlichen Leben entwickeln zunächst die äußere physische Gestaltung; aus der dringt erst das Bewusstsein heraus. Geisteswissenschaft hat uns aber, wie angedeutet worden ist, gezeigt, dass diese physische Leibesorganisation erst aufgebaut worden ist.

[ 32 ] Wir verfolgen also durch Geburt oder Empfängnis und den Tod dasjenige, was die ewigen Kräfte der Menschennatur sind, die durch die Ausbildung, durch die Höhersteigerung des Bewusstseins in das Forschungsfeld hereingebracht werden müssen. Nun machen wir es wirklich in dieser Geisteswissenschaft gerade so, wie es sinngemäß derjenige macht, der den ganzen Umfang des Pflanzenlebens kennenlernen will. Was tut der? Er sieht, wie sich entfaltet dieses Pflanzenleben in der Blüte, in der Frucht, in dem Samen. Er verfolgt dann, wie aus diesem selben Samen, der am Gipfelpunkte der Pflanze sich entwickelt, ersteht [wiederum ein Anfang], [wie] sich wiederum der Anfang entwickelt, und er sieht, dass das Ende und der Anfang der Same ist.

[ 32 ] Wir verfolgen also durch Geburt oder Empfängnis und den Tod dasjenige, was die ewigen Kräfte der Menschennatur sind, die durch die Ausbildung, durch die Höhersteigerung des Bewusstseins in das Forschungsfeld hereingebracht werden müssen. Nun machen wir es wirklich in dieser Geisteswissenschaft gerade so, wie es sinngemäß derjenige macht, der den ganzen Umfang des Pflanzenlebens kennenlernen will. Was tut der? Er sieht, wie sich entfaltet dieses Pflanzenleben in der Blüte, in der Frucht, in dem Samen. Er verfolgt dann, wie aus diesem selben Samen, der am Gipfelpunkte der Pflanze sich entwickelt, ersteht [wiederum ein Anfang], [wie] sich wiederum der Anfang entwickelt, und er sieht, dass das Ende und der Anfang der Same ist.

[ 33 ] So erblicken wir, indem wir dasjenige aus dem Bewusstsein herausholen, was durch die Pforte des Todes geht, was die Frucht dieses Erdenlebens ist, das erblicken wir in einem solchen Zusammenhang mit dem, was als Same, als Anfang, dem Erdenleben zugrunde liegt. Und wir erblicken, indem wir hinausgehen sehen durch die Pforte des Todes — ich möchte sagen — den Samen zu einem neuen Leben, [wir erblicken] diesen Samen ebenso aufgehen in dem Leben, das hier auf der Erde beginnt. Damit aber entwickelt sich der Ausblick auf die wiederholten Erdenleben.

[ 33 ] So erblicken wir, indem wir dasjenige aus dem Bewusstsein herausholen, was durch die Pforte des Todes geht, was die Frucht dieses Erdenlebens ist, das erblicken wir in einem solchen Zusammenhang mit dem, was als Same, als Anfang, dem Erdenleben zugrunde liegt. Und wir erblicken, indem wir hinausgehen sehen durch die Pforte des Todes — ich möchte sagen — den Samen zu einem neuen Leben, [wir erblicken] diesen Samen ebenso aufgehen in dem Leben, das hier auf der Erde beginnt. Damit aber entwickelt sich der Ausblick auf die wiederholten Erdenleben.

[ 34 ] Das, was den Menschen heute so grotesk erscheint, was aber im Aufgange des neueren Geisteslebens gerade aus der deutschen Kultur heraus Lessing in einer so wunderbaren Weise gefühlt hat, die Anschauung von den wiederholten Erdenleben, die als reife Frucht aus Lessings geistigem Leben am Ende in seinem literarischen Testament über «Die Erziehung des Menschengeschlechtes» erscheint, das zum wissenschaftlichen Ergebnis zu machen, das ist Aufgabe und Möglichkeit der Geisteswissenschaft, indem die Geisteswissenschaft erfasst dasjenige, was als Ewiges in der Menschennatur wirkt.

[ 34 ] Das, was den Menschen heute so grotesk erscheint, was aber im Aufgange des neueren Geisteslebens gerade aus der deutschen Kultur heraus Lessing in einer so wunderbaren Weise gefühlt hat, die Anschauung von den wiederholten Erdenleben, die als reife Frucht aus Lessings geistigem Leben am Ende in seinem literarischen Testament über «Die Erziehung des Menschengeschlechtes» erscheint, das zum wissenschaftlichen Ergebnis zu machen, das ist Aufgabe und Möglichkeit der Geisteswissenschaft, indem die Geisteswissenschaft erfasst dasjenige, was als Ewiges in der Menschennatur wirkt.

[ 35 ] Und so kann man sagen, dass dasjenige, was als Ewiges erfasst [werden kann,] recht unähnlich ist selbst sehr, sehr scharfsinnigen philosophischen Begriffen, durch die man bisher das Ewige in der Menschennatur hat erfassen wollen. Der Fehler, der auf diesem Gebiete gemacht wurde, sehr verehrte Anwesende, und der sozusagen diese Seelenkunde wie sie war, aussetzte allen Anfechtungen der zu so hoher Vollkommenheit gekommenen Naturwissenschaft, der Fehler, der gemacht worden war, er war der, dass man immerzu dachte, man müsse irgendetwas, was mehr oder weniger feiner substanziell — wenn auch nur als verfeinerte Materie, als verfeinerte Substanz —, aber als ein im äußeren Leben zu Erfahrenseiendes, dem Seelenleben zugrunde legen. Dass man das Seelenleben suchte in einem stationär Seienden, an dem gleichsam die Seelenerscheinungen haften, das machte den Fehler. Denn dasjenige, was man also im Seelenleben voraussetzt als eine solche Seelensubstanz, das kann man in Wirklichkeit nicht finden; von dem lösen einem die Ergebnisse der Naturwissenschaft los die Seelenerscheinungen. Man muss vielmehr in diesen Seelenerscheinungen selber leben und dasjenige, was man dann findet, ist ein rein Geistiges, enthaltend die ewigen Kräfte der Menschenseele. Ein rein geistiges Leben, das nur im Bewusstsein der Menschenseele erfasst werden kann. Gerade wenn man sich so recht — ich möchte sagen — in die einfachsten Vorstellungen der Naturwissenschaft hineingewöhnt, dann sieht man das, was ja heute freilich von den wenigsten erst gesehen werden kann: Die volle Übereinstimmung gerade bedeutungsvoller naturwissenschaftlicher Begriffe mit einem solchen Forschen auf dem geistig-seelischen Gebiete.

[ 35 ] Und so kann man sagen, dass dasjenige, was als Ewiges erfasst [werden kann,] recht unähnlich ist selbst sehr, sehr scharfsinnigen philosophischen Begriffen, durch die man bisher das Ewige in der Menschennatur hat erfassen wollen. Der Fehler, der auf diesem Gebiete gemacht wurde, sehr verehrte Anwesende, und der sozusagen diese Seelenkunde wie sie war, aussetzte allen Anfechtungen der zu so hoher Vollkommenheit gekommenen Naturwissenschaft, der Fehler, der gemacht worden war, er war der, dass man immerzu dachte, man müsse irgendetwas, was mehr oder weniger feiner substanziell — wenn auch nur als verfeinerte Materie, als verfeinerte Substanz —, aber als ein im äußeren Leben zu Erfahrenseiendes, dem Seelenleben zugrunde legen. Dass man das Seelenleben suchte in einem stationär Seienden, an dem gleichsam die Seelenerscheinungen haften, das machte den Fehler. Denn dasjenige, was man also im Seelenleben voraussetzt als eine solche Seelensubstanz, das kann man in Wirklichkeit nicht finden; von dem lösen einem die Ergebnisse der Naturwissenschaft los die Seelenerscheinungen. Man muss vielmehr in diesen Seelenerscheinungen selber leben und dasjenige, was man dann findet, ist ein rein Geistiges, enthaltend die ewigen Kräfte der Menschenseele. Ein rein geistiges Leben, das nur im Bewusstsein der Menschenseele erfasst werden kann. Gerade wenn man sich so recht — ich möchte sagen — in die einfachsten Vorstellungen der Naturwissenschaft hineingewöhnt, dann sieht man das, was ja heute freilich von den wenigsten erst gesehen werden kann: Die volle Übereinstimmung gerade bedeutungsvoller naturwissenschaftlicher Begriffe mit einem solchen Forschen auf dem geistig-seelischen Gebiete.

[ 36 ] Vielleicht wissen Sie, sehr verehrte Anwesende, wie der ganze Bewegungszustand, die Kraft und die Richtung übergehen von einer Billardkugel auf die andere. Dadurch kann man ja gerade die Bewegung und die Richtung der beiden Billardkugeln dirigieren, dass man weiß, in welcher Weise derselbe Zustand, der in der einen ist, in die zweite übergeht. Man würde einen Fehler machen, der da natürlich grob zutage tritt, wenn man sich vorstellen würde, dass irgendetwas, was in der einen Billardkugel drinnen ist, hinüberspringen würde in die zweite. Nichts Materielles, nichts Substanzielles geht hinüber, aber dennoch ist der Zustand, der hinübergeht, der ist gegeben durch den Zustand der ersten Kugel. Es ist etwas, was ganz und gar nicht zusammenhängt mit dem, was mit der ersten Kugel unmittelbar sinnlich geschieht.

[ 36 ] Vielleicht wissen Sie, sehr verehrte Anwesende, wie der ganze Bewegungszustand, die Kraft und die Richtung übergehen von einer Billardkugel auf die andere. Dadurch kann man ja gerade die Bewegung und die Richtung der beiden Billardkugeln dirigieren, dass man weiß, in welcher Weise derselbe Zustand, der in der einen ist, in die zweite übergeht. Man würde einen Fehler machen, der da natürlich grob zutage tritt, wenn man sich vorstellen würde, dass irgendetwas, was in der einen Billardkugel drinnen ist, hinüberspringen würde in die zweite. Nichts Materielles, nichts Substanzielles geht hinüber, aber dennoch ist der Zustand, der hinübergeht, der ist gegeben durch den Zustand der ersten Kugel. Es ist etwas, was ganz und gar nicht zusammenhängt mit dem, was mit der ersten Kugel unmittelbar sinnlich geschieht.

[ 37 ] So muss man loslösen alles das, was man als die ewigen Kräfte der Menschenseele denkt, von dem, was man irgendwie substanziell vorstellen kann, was man irgendwie auch vorstellen kann als im gewöhnlichen Denken, Fühlen und Wollen beschlossen. Man muss es rein im Bewusstsein entwickeln. Denn das, was gerade hinausgetragen wird in die geistigen Welten, es ist das Bewusstsein; denn es sind ja lauter Bewusstseinselemente. Und dasjenige, was ein gewöhnlicher Pantheismus zum Beispiel nicht begreifen kann, das ist das, dass durch die Pforte des Todes gerade das schreitet, dem das Bewusstsein eigentümlich ist. Und wie also — dieser Gedanke könnte nun allerdings im weitesten Umfange ausgeführt werden, denn die Geisteswissenschaft ist imstande, mit ihren Mitteln, wie ich das schon öfter angedeutet habe, wie es in späteren Vorträgen aber geschehen kann, um auch weiter zu verfolgen das Reich der übersinnlichen Welten, um im Einzelnen zu zeigen —, wie nun diese Menschenseele zwischen dem Tode und einer neuen Geburt wiederum diejenigen Kräfte ausbildet: So wie eben der Same sich ausbildet und die Kräfte der neuen Pflanze entfaltet, so entfaltet sie beim Durchgange durch die rein geistige Welt zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige, was nun wiederum eine menschliche Organisation — entsprechend den Kräften der früheren menschlichen Organisation des früheren Erdenlebens — in einem neuen Erdenleben entfaltet.

[ 37 ] So muss man loslösen alles das, was man als die ewigen Kräfte der Menschenseele denkt, von dem, was man irgendwie substanziell vorstellen kann, was man irgendwie auch vorstellen kann als im gewöhnlichen Denken, Fühlen und Wollen beschlossen. Man muss es rein im Bewusstsein entwickeln. Denn das, was gerade hinausgetragen wird in die geistigen Welten, es ist das Bewusstsein; denn es sind ja lauter Bewusstseinselemente. Und dasjenige, was ein gewöhnlicher Pantheismus zum Beispiel nicht begreifen kann, das ist das, dass durch die Pforte des Todes gerade das schreitet, dem das Bewusstsein eigentümlich ist. Und wie also — dieser Gedanke könnte nun allerdings im weitesten Umfange ausgeführt werden, denn die Geisteswissenschaft ist imstande, mit ihren Mitteln, wie ich das schon öfter angedeutet habe, wie es in späteren Vorträgen aber geschehen kann, um auch weiter zu verfolgen das Reich der übersinnlichen Welten, um im Einzelnen zu zeigen —, wie nun diese Menschenseele zwischen dem Tode und einer neuen Geburt wiederum diejenigen Kräfte ausbildet: So wie eben der Same sich ausbildet und die Kräfte der neuen Pflanze entfaltet, so entfaltet sie beim Durchgange durch die rein geistige Welt zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige, was nun wiederum eine menschliche Organisation — entsprechend den Kräften der früheren menschlichen Organisation des früheren Erdenlebens — in einem neuen Erdenleben entfaltet.

[ 38 ] Man blickt hinaus über das einzelne Erdenleben auf die sich wiederholenden Erdenleben. Und durch das, was als inneres Seelenexperiment geschildert worden ist, durch das überträgt sich wirklich streng — der naturwissenschaftlichen Gesinnung und der naturwissenschaftlichen Denkungsweise entsprechend — auf die geistige Seite des menschlichen Lebens.

[ 38 ] Man blickt hinaus über das einzelne Erdenleben auf die sich wiederholenden Erdenleben. Und durch das, was als inneres Seelenexperiment geschildert worden ist, durch das überträgt sich wirklich streng — der naturwissenschaftlichen Gesinnung und der naturwissenschaftlichen Denkungsweise entsprechend — auf die geistige Seite des menschlichen Lebens.

[ 39 ] So ungewohnt die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Denkungsart vor verhältnismäßig kurzer Zeit den Menschen waren, sodass sich alles dasjenige, was eingewöhnt war an alten Vorstellungen, dagegen gesträubt hat —, so ungewohnt diese Vorstellungen waren, so ungewohnt sind selbstverständlich dem Denken der Gegenwart die Ergebnisse der Geisteswissenschaft. Aber derjenige, der die Entwicklung der Wahrheit durch die Menschheitsentwicklung verfolgt und der kennenlernt die Gesetze der Entwicklung der Wahrheit, der kann sich mit dem Bewusstsein durchdringen, dass ebenso, wie sich gegen alle Gegnerschaft die naturwissenschaftliche Denkungsweise durchgearbeitet hat, gegen Vorurteile und gegen alle Gegnerschaft auch die Geisteswissenschaft sich durcharbeiten wird.

[ 39 ] So ungewohnt die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Denkungsart vor verhältnismäßig kurzer Zeit den Menschen waren, sodass sich alles dasjenige, was eingewöhnt war an alten Vorstellungen, dagegen gesträubt hat —, so ungewohnt diese Vorstellungen waren, so ungewohnt sind selbstverständlich dem Denken der Gegenwart die Ergebnisse der Geisteswissenschaft. Aber derjenige, der die Entwicklung der Wahrheit durch die Menschheitsentwicklung verfolgt und der kennenlernt die Gesetze der Entwicklung der Wahrheit, der kann sich mit dem Bewusstsein durchdringen, dass ebenso, wie sich gegen alle Gegnerschaft die naturwissenschaftliche Denkungsweise durchgearbeitet hat, gegen Vorurteile und gegen alle Gegnerschaft auch die Geisteswissenschaft sich durcharbeiten wird.

[ 40 ] Gewiss muss sie dem, der da glaubt, streng auf dem Boden der Naturwissenschaft zu stehen —, gewiss muss ihm die geisteswissenschaftliche Weltanschauung, wie sie heute so oftmals erscheint, viel paradoxer erscheinen als der Kopernikanismus den Menschen erschienen ist, welche in ihrer früheren Vorstellungsart die Erde im Mittelpunkt des Weltalls und dieses Weltall oben von dem blauen Himmelsgewölbe begrenzt geglaubt haben. Schon öfter habe ich es ausgesprochen hier. Aber über dasjenige, über das diese Menschen hinausgekommen waren: zu glauben, dass die Himmelswelt in der sie leben, oben vom blauen Firmament begrenzt ist —, wie diese Menschen hinausgekommen waren und wie sie sich überzeugt haben, dass dieses blaue Firmament eigentlich gar keine Grenze ist, dass die räumliche Welt unendlich ist, dass Welten über Welten eingebettet sind in den Raum; wie sie kennengelernt haben, dass dieses blaue Firmament das Erzeugnis des eigenen Vorstellens ist, das nur bis dahin reicht —, so werden die Menschen lernen, dass dasjenige, was sich im Seelenleben zwischen Geburt und Tod darstellt, wirklich auch nur dadurch begrenzt ist zwischen Geburt und Tod, weil zunächst das menschliche Vorstellen sich selber einschränkt. Ein solches geistiges Firmament ist da, aber es ist eigentlich ein Nichts. Jenseits von Geburt und Tod liegen die Kräfte der Menschenseele in die Zeitenunendlichkeit eingebettet. Und so wie Welten nach Welten im Raum zu beobachten sind, so sind Menschenleben nach Menschenleben, die zusammengehören, die sich auseinanderentwickeln, in der Unendlichkeit der Zeitenfolge zu beobachten.

[ 40 ] Gewiss muss sie dem, der da glaubt, streng auf dem Boden der Naturwissenschaft zu stehen —, gewiss muss ihm die geisteswissenschaftliche Weltanschauung, wie sie heute so oftmals erscheint, viel paradoxer erscheinen als der Kopernikanismus den Menschen erschienen ist, welche in ihrer früheren Vorstellungsart die Erde im Mittelpunkt des Weltalls und dieses Weltall oben von dem blauen Himmelsgewölbe begrenzt geglaubt haben. Schon öfter habe ich es ausgesprochen hier. Aber über dasjenige, über das diese Menschen hinausgekommen waren: zu glauben, dass die Himmelswelt in der sie leben, oben vom blauen Firmament begrenzt ist —, wie diese Menschen hinausgekommen waren und wie sie sich überzeugt haben, dass dieses blaue Firmament eigentlich gar keine Grenze ist, dass die räumliche Welt unendlich ist, dass Welten über Welten eingebettet sind in den Raum; wie sie kennengelernt haben, dass dieses blaue Firmament das Erzeugnis des eigenen Vorstellens ist, das nur bis dahin reicht —, so werden die Menschen lernen, dass dasjenige, was sich im Seelenleben zwischen Geburt und Tod darstellt, wirklich auch nur dadurch begrenzt ist zwischen Geburt und Tod, weil zunächst das menschliche Vorstellen sich selber einschränkt. Ein solches geistiges Firmament ist da, aber es ist eigentlich ein Nichts. Jenseits von Geburt und Tod liegen die Kräfte der Menschenseele in die Zeitenunendlichkeit eingebettet. Und so wie Welten nach Welten im Raum zu beobachten sind, so sind Menschenleben nach Menschenleben, die zusammengehören, die sich auseinanderentwickeln, in der Unendlichkeit der Zeitenfolge zu beobachten.

[ 41 ] Dabei kann natürlich derjenige, der also durch das, was er als Ergebnisse der Geisteswissenschaft erkennt, der von diesen Ergebnissen der Geistesforschung in ihrer Wahrheit durchdrungen ist — er kann sehr wohl verstehen, wie heute sich noch Gegnerschaft entwickeln muss gegen diese Geisteswissenschaft. Besser als andere, die nicht auf dem Boden des Geistesforschers stehen, kann der Geistesforscher verstehen, wenn der oder jener, nachdem er vielleicht zum ersten Mal oder überhaupt anfänglich dasjenige, was so grotesk, vielleicht so närrisch, so phantastisch erscheint —, wenn er das gehört hat, wenn er nachher sagt: Es ist wirklich sonderbar, welche grotesken Träumereien, welche Sumpfblüten der menschlichen Phantasie heute in unserer sogenannten fortschrittlichen Kultur auftauchen! Solche Gegnerschaft kann man ganz gut begreifen, wie man begreifen konnte alles dasjenige, was sich gegen Galilei, gegen Kopernikus und ihre Weltanschauung erhoben hat. — Womit selbstverständlich durchaus nicht irgendein historischer Vergleich auch nur andeutungsweise gemeint ist.

[ 41 ] Dabei kann natürlich derjenige, der also durch das, was er als Ergebnisse der Geisteswissenschaft erkennt, der von diesen Ergebnissen der Geistesforschung in ihrer Wahrheit durchdrungen ist — er kann sehr wohl verstehen, wie heute sich noch Gegnerschaft entwickeln muss gegen diese Geisteswissenschaft. Besser als andere, die nicht auf dem Boden des Geistesforschers stehen, kann der Geistesforscher verstehen, wenn der oder jener, nachdem er vielleicht zum ersten Mal oder überhaupt anfänglich dasjenige, was so grotesk, vielleicht so närrisch, so phantastisch erscheint —, wenn er das gehört hat, wenn er nachher sagt: Es ist wirklich sonderbar, welche grotesken Träumereien, welche Sumpfblüten der menschlichen Phantasie heute in unserer sogenannten fortschrittlichen Kultur auftauchen! Solche Gegnerschaft kann man ganz gut begreifen, wie man begreifen konnte alles dasjenige, was sich gegen Galilei, gegen Kopernikus und ihre Weltanschauung erhoben hat. — Womit selbstverständlich durchaus nicht irgendein historischer Vergleich auch nur andeutungsweise gemeint ist.

[ 42 ] Aber nicht nur das, was eben angeführt worden ist, sondern auch manches andere stellt sich in den Horizont des menschlichen Bewusstseins herein, sodass dasjenige, was sonst wie unerklärliche Lebensrätsel an unsere Seele heranschlägt, dadurch erklärlich wird.

[ 42 ] Aber nicht nur das, was eben angeführt worden ist, sondern auch manches andere stellt sich in den Horizont des menschlichen Bewusstseins herein, sodass dasjenige, was sonst wie unerklärliche Lebensrätsel an unsere Seele heranschlägt, dadurch erklärlich wird.

[ 43 ] Sehen wir doch, wie uns die Geistesforschung zu diesen konkreten Resultaten führt, dass im Menschen ein zweiter Mensch ist, der gleichsam der Todträger ist, mit dem sich vereinigt der Willenssame, damit ein Lebendiges im Geistigen entsteht, das durch die Pforte des Todes getragen wird. Sehen wir dieses, dann können wir mit einem solchen Ergebnis auch — ich möchte sagen — an abnorme Lebensrätsel herantreten.

[ 43 ] Sehen wir doch, wie uns die Geistesforschung zu diesen konkreten Resultaten führt, dass im Menschen ein zweiter Mensch ist, der gleichsam der Todträger ist, mit dem sich vereinigt der Willenssame, damit ein Lebendiges im Geistigen entsteht, das durch die Pforte des Todes getragen wird. Sehen wir dieses, dann können wir mit einem solchen Ergebnis auch — ich möchte sagen — an abnorme Lebensrätsel herantreten.

[ 44 ] Und man muss schon heute, wenn man geisteswissenschaftliche Resultate vorbringt, nicht zurückschrecken davor, etwas vorzubringen, was dem einen oder anderen als recht wild-phantastisch erscheinen könnte, wenn es einem auch völlig ernst ist mit solchen Forschungsergebnissen.

[ 44 ] Und man muss schon heute, wenn man geisteswissenschaftliche Resultate vorbringt, nicht zurückschrecken davor, etwas vorzubringen, was dem einen oder anderen als recht wild-phantastisch erscheinen könnte, wenn es einem auch völlig ernst ist mit solchen Forschungsergebnissen.

[ 45 ] Es endet ja das menschliche Leben nicht nur dadurch, dass dieser innere Mensch, den ich geschildert habe, nach und nach das Leben aufzehrt, damit er sich mit dem Willenssamen verbindet, durch die Pforte des Todes geht, um in einer geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt die Vorbereitungen für ein neues Leben zu treffen. Wir sehen ja hundertfältig, tausendfältig solche Tode jetzt in unserer Gegenwart um uns herum sich ereignen, welche gewaltsam von außen, indem der Mensch einem großen, sinnvollen Zusammenhange Opfer bringt —, welche gewaltsam von außen das Leben des Menschen endigen. Dann sehen wir, dass dasjenige, was da als ein gestaltender Zusammenhang, wie ein zweiter Mensch — der aber sozusagen mit dem Belebtsein aussetzt zwischen Geburt und Tod, damit er sich gerade erst im Augenblick des Todes lebendig machen kann durch den Willenssamen —, wie dieser zweite Mensch, bevor sein Lebenskreis auf der Erde vollendet ist, bevor er all dasjenige denkend aus sich herausgebracht hat, was er als Denken in der heute angedeuteten Weise entfalten kann, dass dieser zweite Mensch sich trennt von dem physischen Leibe.

[ 45 ] Es endet ja das menschliche Leben nicht nur dadurch, dass dieser innere Mensch, den ich geschildert habe, nach und nach das Leben aufzehrt, damit er sich mit dem Willenssamen verbindet, durch die Pforte des Todes geht, um in einer geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt die Vorbereitungen für ein neues Leben zu treffen. Wir sehen ja hundertfältig, tausendfältig solche Tode jetzt in unserer Gegenwart um uns herum sich ereignen, welche gewaltsam von außen, indem der Mensch einem großen, sinnvollen Zusammenhange Opfer bringt —, welche gewaltsam von außen das Leben des Menschen endigen. Dann sehen wir, dass dasjenige, was da als ein gestaltender Zusammenhang, wie ein zweiter Mensch — der aber sozusagen mit dem Belebtsein aussetzt zwischen Geburt und Tod, damit er sich gerade erst im Augenblick des Todes lebendig machen kann durch den Willenssamen —, wie dieser zweite Mensch, bevor sein Lebenskreis auf der Erde vollendet ist, bevor er all dasjenige denkend aus sich herausgebracht hat, was er als Denken in der heute angedeuteten Weise entfalten kann, dass dieser zweite Mensch sich trennt von dem physischen Leibe.

[ 46 ] Dann haben wir das Bemerkenswerte vor uns, dass die äußere physische Organisation durch eine [Gewehr-] Kugel oder dergleichen von außen — das darf selbstverständlich nicht durch eignen Entschluss entstehen —, dass die physische Organisation von außen, das heißt, durch äußere physische Zusammenhänge vor der Zeit weggerissen wird, wie das mit so vielen blühenden Menschenleben in unserer Gegenwart geschieht. Dass also die äußere physische Organisation weggenommen wird von dem zweiten Menschen, dass sich mit diesem zweiten Menschen, mit dem Todesmenschen, verbindet das Belebende. Wir sehen mit anderen Worten dasjenige, was die Anlage gehabt hat im physischen Leben, sich als weiteres Denken auszuleben, frühzeitig in die geistige Welt eintreten. Aber in der geistigen Welt ist es ebenso wie in der physischen Welt. Wie man es weiß für die physische Welt, seit man das Gesetz von der Erhaltung der Kraft kennengelernt hat, wie Wärme aus Arbeit entsteht, wie Arbeit sich in Wärme verwandelt, wie alles sich eben verwandelt, nichts im eigentlichen Sinne in der Sinneswelt entsteht, sondern alles sich umwandelt —, so ist es nun in der geistigen Welt. Dasjenige was vorhanden war an Kräften, sodass sich diese Kräfte noch lange hätten ausleben können, das bleibt vorhanden, aber es wandelt sich um. Und nun entsteht — wie gesagt, ich sage es noch einmal: Mag es [auch] recht paradox, recht sonderbar, recht wild-phantastisch anmuten, aber es ist ein ehrliches Erzeugnis derjenigen Denkungsweise, die sich auf dem Boden entwickelt, den ich heute wiederum mit ein paar Strichen von einem gewissen Gesichtspunkte aus zu charakterisieren versuchte — für denjenigen, der ehrlich forscht auf diesem Gebiet, für den stellen sich hin neben die Tode, die frühzeitig auf diese Weise entstehen, andere Erscheinungen im menschlichen Leben.

[ 46 ] Dann haben wir das Bemerkenswerte vor uns, dass die äußere physische Organisation durch eine [Gewehr-] Kugel oder dergleichen von außen — das darf selbstverständlich nicht durch eignen Entschluss entstehen —, dass die physische Organisation von außen, das heißt, durch äußere physische Zusammenhänge vor der Zeit weggerissen wird, wie das mit so vielen blühenden Menschenleben in unserer Gegenwart geschieht. Dass also die äußere physische Organisation weggenommen wird von dem zweiten Menschen, dass sich mit diesem zweiten Menschen, mit dem Todesmenschen, verbindet das Belebende. Wir sehen mit anderen Worten dasjenige, was die Anlage gehabt hat im physischen Leben, sich als weiteres Denken auszuleben, frühzeitig in die geistige Welt eintreten. Aber in der geistigen Welt ist es ebenso wie in der physischen Welt. Wie man es weiß für die physische Welt, seit man das Gesetz von der Erhaltung der Kraft kennengelernt hat, wie Wärme aus Arbeit entsteht, wie Arbeit sich in Wärme verwandelt, wie alles sich eben verwandelt, nichts im eigentlichen Sinne in der Sinneswelt entsteht, sondern alles sich umwandelt —, so ist es nun in der geistigen Welt. Dasjenige was vorhanden war an Kräften, sodass sich diese Kräfte noch lange hätten ausleben können, das bleibt vorhanden, aber es wandelt sich um. Und nun entsteht — wie gesagt, ich sage es noch einmal: Mag es [auch] recht paradox, recht sonderbar, recht wild-phantastisch anmuten, aber es ist ein ehrliches Erzeugnis derjenigen Denkungsweise, die sich auf dem Boden entwickelt, den ich heute wiederum mit ein paar Strichen von einem gewissen Gesichtspunkte aus zu charakterisieren versuchte — für denjenigen, der ehrlich forscht auf diesem Gebiet, für den stellen sich hin neben die Tode, die frühzeitig auf diese Weise entstehen, andere Erscheinungen im menschlichen Leben.

[ 47 ] Ist es denn wunderbar, sehr verehrte Anwesende, dass durch die Art von Forschung, wie sie hier charakterisiert worden ist auch wiederum am heutigen Abend, dass durch diese Art von Forschung eben ein Zusammenhang geschaffen wird für unser Anschauen, für unser Bewusstsein, zwischen der sich ausbreitenden physischen und der geistigen Welt? Und ist es denn nicht für jedes einigermaßen vernünftige Denken und Fühlen klar, dass in unsere physische Welt fortwährend geistige Elemente hereingehen, dass diese geistigen Elemente das physische Leben tragen und beleben? Auf einem besonderen Gebiet sehen wir in — ich möchte sagen — für den Menschenfortschritt wohltätiger Weise Geistiges hineinragen in die physische Menschheitsentwicklung.

[ 47 ] Ist es denn wunderbar, sehr verehrte Anwesende, dass durch die Art von Forschung, wie sie hier charakterisiert worden ist auch wiederum am heutigen Abend, dass durch diese Art von Forschung eben ein Zusammenhang geschaffen wird für unser Anschauen, für unser Bewusstsein, zwischen der sich ausbreitenden physischen und der geistigen Welt? Und ist es denn nicht für jedes einigermaßen vernünftige Denken und Fühlen klar, dass in unsere physische Welt fortwährend geistige Elemente hereingehen, dass diese geistigen Elemente das physische Leben tragen und beleben? Auf einem besonderen Gebiet sehen wir in — ich möchte sagen — für den Menschenfortschritt wohltätiger Weise Geistiges hineinragen in die physische Menschheitsentwicklung.

[ 48 ] Wenn wir das Menschenleben so betrachten, wie es von geschichtlicher Epoche zu geschichtlicher Epoche verläuft, da sehen wir, wie dasjenige, wodurch die Menschen schaffen aus ihren Kräften heraus, sich zusammensetzt aus Zweierlei. Die eine Art von Kräften erlangen wir dadurch, dass wir als Kinder erzogen werden, dass unsere Kräfte herangebildet werden, dass wir sie uns nach und nach erwerben; sodass man genau weiß, was man getan hat, entweder was der Erzieher getan hat, oder was man als Selbsterziehung, durch Selbstzucht geleistet hat, um zu dieser oder jener Entfaltung der Seelenkräfte zu kommen.

[ 48 ] Wenn wir das Menschenleben so betrachten, wie es von geschichtlicher Epoche zu geschichtlicher Epoche verläuft, da sehen wir, wie dasjenige, wodurch die Menschen schaffen aus ihren Kräften heraus, sich zusammensetzt aus Zweierlei. Die eine Art von Kräften erlangen wir dadurch, dass wir als Kinder erzogen werden, dass unsere Kräfte herangebildet werden, dass wir sie uns nach und nach erwerben; sodass man genau weiß, was man getan hat, entweder was der Erzieher getan hat, oder was man als Selbsterziehung, durch Selbstzucht geleistet hat, um zu dieser oder jener Entfaltung der Seelenkräfte zu kommen.

[ 49 ] Aber es gibt ein anderes Gebiet von Kräften, denen wir als Menschen /Lücke in der Mitschrift] besonders dankbar, indem wir fühlen, dass hereinragt eine ganz andere Welt in diese Kräfte. Und ich habe, wenn ich von diesen Kräften spreche, nicht bloß im Auge die Kräfte, die bei den großen, gottbegnadeten Genies auftreten, sondern jeder Mensch braucht in der einfachsten Lebenslage etwas von dem — wenn auch nur ein Geringes bei vielen vorhanden ist —, von dem, was wir die genialen, schaffenden Kräfte nennen, diejenigen Kräfte, von denen wir wissen, wir haben sie uns nicht errungen, sondern sie sind uns, wie wir sagen, «durch göttliche Begnadigung eingegossen», sie sind uns «verliehen». Wir haben sie, indem sie innerhalb unserer Anlagen sind, als unser göttliches Erbgut uns durchdringend. Ob wir diese Kräfte aufsuchen bei dem einfachsten Menschen, der sie braucht, ob wir sie zum Heile der Menschheit in den Schöpfungen der großen Genies uns entgegentreten sehen — diese Kräfte sind da. Sie stellen ein Hereinragen geistiger Elemente in das fortlaufende Sinnesleben der Geschichte dar, indem der Wille des Menschen sich so entfaltet im geschichtlichen Leben, wie er wirkt durch die Genies.

[ 49 ] Aber es gibt ein anderes Gebiet von Kräften, denen wir als Menschen /Lücke in der Mitschrift] besonders dankbar, indem wir fühlen, dass hereinragt eine ganz andere Welt in diese Kräfte. Und ich habe, wenn ich von diesen Kräften spreche, nicht bloß im Auge die Kräfte, die bei den großen, gottbegnadeten Genies auftreten, sondern jeder Mensch braucht in der einfachsten Lebenslage etwas von dem — wenn auch nur ein Geringes bei vielen vorhanden ist —, von dem, was wir die genialen, schaffenden Kräfte nennen, diejenigen Kräfte, von denen wir wissen, wir haben sie uns nicht errungen, sondern sie sind uns, wie wir sagen, «durch göttliche Begnadigung eingegossen», sie sind uns «verliehen». Wir haben sie, indem sie innerhalb unserer Anlagen sind, als unser göttliches Erbgut uns durchdringend. Ob wir diese Kräfte aufsuchen bei dem einfachsten Menschen, der sie braucht, ob wir sie zum Heile der Menschheit in den Schöpfungen der großen Genies uns entgegentreten sehen — diese Kräfte sind da. Sie stellen ein Hereinragen geistiger Elemente in das fortlaufende Sinnesleben der Geschichte dar, indem der Wille des Menschen sich so entfaltet im geschichtlichen Leben, wie er wirkt durch die Genies.

[ 50 ] Und indem der Geistesforscher, wenn er seine Seele so entwickelt hat, dass er nun diese Erscheinung, wie die Darlebung der genialen Kräfte, verfolgen kann mit dem geöffneten Geistesauge, das er eben bekommt, wenn er solche verfolgen kann, wie es angedeutet worden ist, dann stellt sich dar ein besonderer Zusammenhang zwischen den genial wirkenden Kräften und den Opfertoden, den Märtyrertoden. So wie man in der erlebten Anschauung im einzelnen menschlichen Seelenleben nebeneinander gestellt findet den Willenssamen, der belebt dasjenige, was als Todesträger in der einzelnen menschlichen physischen Organisation ist, so merkt man, wenn man mit dem Seelenauge hinblickt, das sich geschult hat durch Meditation, wie es beschrieben worden ist, auf den Zusammenhang zwischen dem, was in der Geschichte als geniale Kräfte sich ausleben will — um diesen Ausdruck zu brauchen —, man merkt den Zusammenhang zwischen diesen Kräften, die als genialische auftreten, und demjenigen, was als Opfertode geherrscht hat.

[ 50 ] Und indem der Geistesforscher, wenn er seine Seele so entwickelt hat, dass er nun diese Erscheinung, wie die Darlebung der genialen Kräfte, verfolgen kann mit dem geöffneten Geistesauge, das er eben bekommt, wenn er solche verfolgen kann, wie es angedeutet worden ist, dann stellt sich dar ein besonderer Zusammenhang zwischen den genial wirkenden Kräften und den Opfertoden, den Märtyrertoden. So wie man in der erlebten Anschauung im einzelnen menschlichen Seelenleben nebeneinander gestellt findet den Willenssamen, der belebt dasjenige, was als Todesträger in der einzelnen menschlichen physischen Organisation ist, so merkt man, wenn man mit dem Seelenauge hinblickt, das sich geschult hat durch Meditation, wie es beschrieben worden ist, auf den Zusammenhang zwischen dem, was in der Geschichte als geniale Kräfte sich ausleben will — um diesen Ausdruck zu brauchen —, man merkt den Zusammenhang zwischen diesen Kräften, die als genialische auftreten, und demjenigen, was als Opfertode geherrscht hat.

[ 51 ] So geheimnisvoll, so wunderbar dieser Zusammenhang ist, er ist ein Zusammenhang wie der von Ursache und Wirkung. Man lernt schon einmal das für das heutige menschliche Weltauffassen noch so Ungewohnte, man lernt das, dass man verchrungsvoll auf den göttlichen, weisheitsvollen Zusammenhang auch im geschichtlichen Leben hinblicken kann. Man lernt erkennen, dass Opfertode, Märtyrertode, frühes Hinwelken von menschlichem Leben Ursachen bilden. Hinter den sinnlichen Zusammenhängen und den Verstandeszusammenhängen enthüllt sich das, dass diese Opfertode, diese Märtyrertode, übergehen in die Wirkung derjenigen Fähigkeiten, die sich als geniale Fähigkeiten im Verlaufe der Menschheitsentwicklung ausleben, auf diese Art das Geheimnisvolle allmählich offenbar zu machen.

[ 51 ] So geheimnisvoll, so wunderbar dieser Zusammenhang ist, er ist ein Zusammenhang wie der von Ursache und Wirkung. Man lernt schon einmal das für das heutige menschliche Weltauffassen noch so Ungewohnte, man lernt das, dass man verchrungsvoll auf den göttlichen, weisheitsvollen Zusammenhang auch im geschichtlichen Leben hinblicken kann. Man lernt erkennen, dass Opfertode, Märtyrertode, frühes Hinwelken von menschlichem Leben Ursachen bilden. Hinter den sinnlichen Zusammenhängen und den Verstandeszusammenhängen enthüllt sich das, dass diese Opfertode, diese Märtyrertode, übergehen in die Wirkung derjenigen Fähigkeiten, die sich als geniale Fähigkeiten im Verlaufe der Menschheitsentwicklung ausleben, auf diese Art das Geheimnisvolle allmählich offenbar zu machen.

[ 52 ] Und so, wie man dasjenige, was ja auch in der Natur sich als eine Wirkung von ganz anderer Art darstellt, in seinem Zusammenhang mit der ganz anders ausschenden Ursache erkennt, so lernt man Ursache und Wirkung im einzelnen Menschenleben, insofern es in seinen ewigen Kräften wurzelt und durch Geburt und Tod geht, kennen, aber auch dasjenige, was im geschichtlichen Zusammenhange steht.

[ 52 ] Und so, wie man dasjenige, was ja auch in der Natur sich als eine Wirkung von ganz anderer Art darstellt, in seinem Zusammenhang mit der ganz anders ausschenden Ursache erkennt, so lernt man Ursache und Wirkung im einzelnen Menschenleben, insofern es in seinen ewigen Kräften wurzelt und durch Geburt und Tod geht, kennen, aber auch dasjenige, was im geschichtlichen Zusammenhange steht.

[ 53 ] Und so ist es, dass ein Blick eröffnet wird gerade von der Geisteswissenschaft aus auf die Bedeutung solcher Zeitepochen, wie die unserige ist. Auf eine ganz unbefangene, keineswegs erzwungene Weise, ergibt sich — ich möchte sagen — ein inneres Verständnis für dasjenige, was in solchen Zeitepochen geschieht. Und es ergibt sich ein innerliches Verständnis, warum Ursachen geschaffen werden müssen durch Opfertode für etwas, was im Menschenleben später als Kräfte, die diesem Menschenleben zum Heile und Fortschritt dienen werden, aufgehen wird.

[ 53 ] Und so ist es, dass ein Blick eröffnet wird gerade von der Geisteswissenschaft aus auf die Bedeutung solcher Zeitepochen, wie die unserige ist. Auf eine ganz unbefangene, keineswegs erzwungene Weise, ergibt sich — ich möchte sagen — ein inneres Verständnis für dasjenige, was in solchen Zeitepochen geschieht. Und es ergibt sich ein innerliches Verständnis, warum Ursachen geschaffen werden müssen durch Opfertode für etwas, was im Menschenleben später als Kräfte, die diesem Menschenleben zum Heile und Fortschritt dienen werden, aufgehen wird.

[ 54 ] Wahrhaftig, indem man geisteswissenschaftlich kennenlernt die Zusammenhänge des menschlichen Lebens, breitet sich Verständnis aus über vieles, was sonst unverständlich, schmerzvoll ist. Wie ein unendlich breites Feld von Schmerz und Leiden ist der Untergrund derjenigen Hoffnungen, die heute die mitteleuropäische Bevölkerung durchseelen.

[ 54 ] Wahrhaftig, indem man geisteswissenschaftlich kennenlernt die Zusammenhänge des menschlichen Lebens, breitet sich Verständnis aus über vieles, was sonst unverständlich, schmerzvoll ist. Wie ein unendlich breites Feld von Schmerz und Leiden ist der Untergrund derjenigen Hoffnungen, die heute die mitteleuropäische Bevölkerung durchseelen.

[ 55 ] Nun ist Geisteswissenschaft wahrhaftig nicht geeignet, den Menschen zum stumpfsinnigen Wesen zu machen, indem sie ihn in trivialer Weise über den Schmerz hinwegtrösten will. Wir haben ja gerade gesehen, dass das Leid auf dem Untergrund der Seele erkannt werden muss als eines der Elemente, die den Menschen in das geistige Leben hineingeleiten. Indem der Mensch kennenlernt die ewigen Kräfte der Menschenseele, die er unter allen Umständen durch die Pforte des Todes führt, indem der Mensch sogar kennenlernt die Bedeutung derjenigen Kräfte, die unverbraucht gelassen worden sind im Leben, von Menschen, die durch einen frühen Tod durch die Pforte des Todes gehen, indem er sie sieht in einem großen historischen Zusammenhange so, dass er sich sagen kann: Muss auch hinsterben ein lieber Freund, die weisheitsvolle Führung eines Menschenfortschrittes erfordert das von mir. — Wenn dann sich der Mensch dieses sagt, so erfasst er allerdings dieses Walten der Weisheit in allen Welterscheinungen. Aber geradezu etwa als trivialer Trost, als banaler Trost, darf das nicht genommen werden. Der einzelne Schmerz, den wir empfinden, er ist berechtigt; das einzelne Leid, das unsere Seele durchwebt, es ist berechtigt; wir werden zwar lernen, stark im Leid zu sein, wenn wir den Horizont über diejenige Welt eröffnet erhalten, die uns die Geisteswissenschaft zeigt; stark im Leiden werden wir sein. Wir werden lernen den Sinn des Leides, aber wir werden gerade dadurch nicht in Versuchung kommen, das Leben stumpfer zu machen dadurch, dass wir uns in leichter Weise zu trösten versuchen. Nicht verflacht, sondern gerade vertieft wird alles Freudige, aber auch aller Schmerz im Leben, wenn wir des Lebens Tiefen durch Geisteswissenschaft kennenlernen.

[ 55 ] Nun ist Geisteswissenschaft wahrhaftig nicht geeignet, den Menschen zum stumpfsinnigen Wesen zu machen, indem sie ihn in trivialer Weise über den Schmerz hinwegtrösten will. Wir haben ja gerade gesehen, dass das Leid auf dem Untergrund der Seele erkannt werden muss als eines der Elemente, die den Menschen in das geistige Leben hineingeleiten. Indem der Mensch kennenlernt die ewigen Kräfte der Menschenseele, die er unter allen Umständen durch die Pforte des Todes führt, indem der Mensch sogar kennenlernt die Bedeutung derjenigen Kräfte, die unverbraucht gelassen worden sind im Leben, von Menschen, die durch einen frühen Tod durch die Pforte des Todes gehen, indem er sie sieht in einem großen historischen Zusammenhange so, dass er sich sagen kann: Muss auch hinsterben ein lieber Freund, die weisheitsvolle Führung eines Menschenfortschrittes erfordert das von mir. — Wenn dann sich der Mensch dieses sagt, so erfasst er allerdings dieses Walten der Weisheit in allen Welterscheinungen. Aber geradezu etwa als trivialer Trost, als banaler Trost, darf das nicht genommen werden. Der einzelne Schmerz, den wir empfinden, er ist berechtigt; das einzelne Leid, das unsere Seele durchwebt, es ist berechtigt; wir werden zwar lernen, stark im Leid zu sein, wenn wir den Horizont über diejenige Welt eröffnet erhalten, die uns die Geisteswissenschaft zeigt; stark im Leiden werden wir sein. Wir werden lernen den Sinn des Leides, aber wir werden gerade dadurch nicht in Versuchung kommen, das Leben stumpfer zu machen dadurch, dass wir uns in leichter Weise zu trösten versuchen. Nicht verflacht, sondern gerade vertieft wird alles Freudige, aber auch aller Schmerz im Leben, wenn wir des Lebens Tiefen durch Geisteswissenschaft kennenlernen.

[ 56 ] Ich habe andeuten können nur, wie der Mensch den Weg finden kann, indem er dazu geführt wird, in einer ebenso klaren — man möchte sagen — naturwissenschaftlichen Weise anzuschauen die Vorgänge im geistigen Leben, wie in der heutigen Zeit angeschaut werden die äußeren Naturvorgänge. Und es ist eine ganz andere Anschauungsweise, die sich erst entwickeln muss aus der menschlichen Seele.

[ 56 ] Ich habe andeuten können nur, wie der Mensch den Weg finden kann, indem er dazu geführt wird, in einer ebenso klaren — man möchte sagen — naturwissenschaftlichen Weise anzuschauen die Vorgänge im geistigen Leben, wie in der heutigen Zeit angeschaut werden die äußeren Naturvorgänge. Und es ist eine ganz andere Anschauungsweise, die sich erst entwickeln muss aus der menschlichen Seele.

[ 57 ] Die Besten, die in der Menschheitsentwicklung gelebt haben, sie haben auf diese Anschauungsweise hingedeutet. Unsere Gegenwart ist berufen, die Menschheit auf diese Anschauungsweise aufmerksam zu machen, einzuverleiben die Ergebnisse dieser Anschauungsweise dem Kulturleben. Was Goethe Geistesaugen und Geistesohren genannt hat, und was sich ebenso aus der geistigen Seelenorganisation herausentwickelt wie die physischen Augen und die physischen Ohren aus der Leibesorganisation, das ist gemeint. Es entsteht auf so geistgemäße, so seelengemäße Weise, wie die Leibesorganisation auf naturgemäße Weise entsteht. Und wenn in diesem Zusammenhange davon gesprochen wird, dass die Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen zur Hellsichtigkeit und zur Hellhörigkeit entfaltet werden muss, damit er hineinschauen kann in die geistige Welt, so darf niemals vergessen werden, dass dasjenige, was hier als wahrhaft geisteswissenschaftliche Hellsichtigkeit und Hellhörigkeit gemeint ist, das volle Gegenteil ist von dem, was so häufig als Hellsichtigkeit oder gar Hellhörigkeit bezeichnet wird. Es ist schon das geisteswissenschaftliche Ergebnis geneigt, sehr verehrte Anwesende, bei vielen Menschen herabgesetzt zu werden dadurch, dass von dieser Entwicklung besonderer, in der Seele schlummernder Fähigkeiten gesprochen wird, durch welche erst die ewigen Kräfte der Menschenseele erforscht werden können. Und es ist ja wieder etwas, was Ergebnis der naturwissenschaftlichen Gesinnung ist, dasjenige, was im gewöhnlichen trivialen Sinne Hellsichtigkeit und Hellhörigkeit genannt wird, in das Reich der Halluzinationen, in das Reich der Illusionen zu verweisen, und jedenfalls durch Entfaltung solcher Fähigkeiten, die im gewöhnlichen Leben Hellsichtigkeit, Hellhörigkeit genannt werden, nicht Wege zu suchen, die in die geistige Welt hineinführen. Auch da, möchte ich sagen, steht Geisteswissenschaft völlig auf dem Boden der gesunden naturwissenschaftlichen Forschungsweise, denn diejenigen Fähigkeiten, die sich wirklich als neue Seelenfähigkeiten entfalten auf dem Wege, der heute angedeutet worden ist, und den man, wie gesagt, ausführlich in den genannten Büchern beschrieben finden kann —, diese Fähigkeiten, die sich auf diese Weise entwickeln, sie sind geistige Fähigkeiten; sie sind solche Fähigkeiten, die die Seele gerade entfalter, wenn sie sich unabhängig macht von dem Leibe, wenn sie nicht mehr mithilfe der Leibesorganisation tätig ist. Während dem dasjenige, was im gewöhnlichen Leben auftreten kann, krankhaft, als Halluzination, als Illusion, gerade darin besteht, dass es gleichsam die Karikatur, das Schattenbild ist der wahren Hellsichtigkeit, der wahren Hellhörigkeit. Ja, Geisteswissenschaft führt uns gerade auf den Weg zu erkennen, dass der richtige Weg, die geistigen Welten zu erkennen, der ist, der die Kräfte entfaltet, die das gewöhnliche Hellsehen, das triviale Hellsehen im Menschen bekämpfen können, damit es sich nicht zeige, [damit sich nicht zeige] dasjenige Hellsehen, das man gewöhnlich kennt.

[ 57 ] Die Besten, die in der Menschheitsentwicklung gelebt haben, sie haben auf diese Anschauungsweise hingedeutet. Unsere Gegenwart ist berufen, die Menschheit auf diese Anschauungsweise aufmerksam zu machen, einzuverleiben die Ergebnisse dieser Anschauungsweise dem Kulturleben. Was Goethe Geistesaugen und Geistesohren genannt hat, und was sich ebenso aus der geistigen Seelenorganisation herausentwickelt wie die physischen Augen und die physischen Ohren aus der Leibesorganisation, das ist gemeint. Es entsteht auf so geistgemäße, so seelengemäße Weise, wie die Leibesorganisation auf naturgemäße Weise entsteht. Und wenn in diesem Zusammenhange davon gesprochen wird, dass die Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen zur Hellsichtigkeit und zur Hellhörigkeit entfaltet werden muss, damit er hineinschauen kann in die geistige Welt, so darf niemals vergessen werden, dass dasjenige, was hier als wahrhaft geisteswissenschaftliche Hellsichtigkeit und Hellhörigkeit gemeint ist, das volle Gegenteil ist von dem, was so häufig als Hellsichtigkeit oder gar Hellhörigkeit bezeichnet wird. Es ist schon das geisteswissenschaftliche Ergebnis geneigt, sehr verehrte Anwesende, bei vielen Menschen herabgesetzt zu werden dadurch, dass von dieser Entwicklung besonderer, in der Seele schlummernder Fähigkeiten gesprochen wird, durch welche erst die ewigen Kräfte der Menschenseele erforscht werden können. Und es ist ja wieder etwas, was Ergebnis der naturwissenschaftlichen Gesinnung ist, dasjenige, was im gewöhnlichen trivialen Sinne Hellsichtigkeit und Hellhörigkeit genannt wird, in das Reich der Halluzinationen, in das Reich der Illusionen zu verweisen, und jedenfalls durch Entfaltung solcher Fähigkeiten, die im gewöhnlichen Leben Hellsichtigkeit, Hellhörigkeit genannt werden, nicht Wege zu suchen, die in die geistige Welt hineinführen. Auch da, möchte ich sagen, steht Geisteswissenschaft völlig auf dem Boden der gesunden naturwissenschaftlichen Forschungsweise, denn diejenigen Fähigkeiten, die sich wirklich als neue Seelenfähigkeiten entfalten auf dem Wege, der heute angedeutet worden ist, und den man, wie gesagt, ausführlich in den genannten Büchern beschrieben finden kann —, diese Fähigkeiten, die sich auf diese Weise entwickeln, sie sind geistige Fähigkeiten; sie sind solche Fähigkeiten, die die Seele gerade entfalter, wenn sie sich unabhängig macht von dem Leibe, wenn sie nicht mehr mithilfe der Leibesorganisation tätig ist. Während dem dasjenige, was im gewöhnlichen Leben auftreten kann, krankhaft, als Halluzination, als Illusion, gerade darin besteht, dass es gleichsam die Karikatur, das Schattenbild ist der wahren Hellsichtigkeit, der wahren Hellhörigkeit. Ja, Geisteswissenschaft führt uns gerade auf den Weg zu erkennen, dass der richtige Weg, die geistigen Welten zu erkennen, der ist, der die Kräfte entfaltet, die das gewöhnliche Hellsehen, das triviale Hellsehen im Menschen bekämpfen können, damit es sich nicht zeige, [damit sich nicht zeige] dasjenige Hellsehen, das man gewöhnlich kennt.

[ 58 ] Denn dasjenige Hellsehen, von dem heute als dem wahren Hellsehen gesprochen worden ist, man kann es nur kennenlernen auf dem angedeuteten Wege. Dasjenige Hellsehen, was man gewöhnlich kennt, das besteht eben darin, dass dessen Kräfte gerade entwickelt werden innerhalb des Physisch-Leiblichen; dass sie Kräfte sind, die gerade dadurch zum Dasein kommen, dass das Geistige stärker zerstörend auf das Leibliche wirkt als im gewöhnlichen Denken. Das gewöhnliche Denken, das stellt das normale dar: Wie der zweite Mensch zerstörend wirkt und wirken muss, damit das menschliche Leben sich in richtiger Weise entwickeln kann. Die ins Halluzinatorische, ins Illusorische, ins Visionäre gehende Entwicklung des sogenannten Hellsehens, die zeigt die [von mir hier beschriebene] Geisteswissenschaft auf als etwas, was charakterisiert werden muss: Dass dieser zweite Mensch stärkere Zerstörungskräfte entwickelt. Damit aber ist dasjenige, was erfahren werden kann in dieser Karikatur, in diesem Schattenbild des wahren Hellsehens, viel intensiver mit dem zeitlichen Menschen verbunden, als das gewöhnliche Denken, das alltägliche Denken mit diesem Menschen verbunden ist. Gelangt ein Mensch dadurch, dass er zu krankhaften Halluzinationen, zu krankhaften Illusionen kommt, zu irgendwelcher oftmals bewunderten Ausbildung des Seelenlebens, so ist dasjenige, was ihm auf diese Weise in seine Seele hineingebracht werden kann, etwas, was viel vergänglicher ist als die gewöhnlichen, vergänglichen Vorstellungen und Dinge des Lebens. Zu den ewigen Kräften der Menschenseele gelangt man erst, wenn man Denken und Wollen in der angedeuteten Weise zu einer höheren Stufe, zu einem übersinnlichen, nicht zu einem untersinnlichen Punkte entwickelt.

[ 58 ] Denn dasjenige Hellsehen, von dem heute als dem wahren Hellsehen gesprochen worden ist, man kann es nur kennenlernen auf dem angedeuteten Wege. Dasjenige Hellsehen, was man gewöhnlich kennt, das besteht eben darin, dass dessen Kräfte gerade entwickelt werden innerhalb des Physisch-Leiblichen; dass sie Kräfte sind, die gerade dadurch zum Dasein kommen, dass das Geistige stärker zerstörend auf das Leibliche wirkt als im gewöhnlichen Denken. Das gewöhnliche Denken, das stellt das normale dar: Wie der zweite Mensch zerstörend wirkt und wirken muss, damit das menschliche Leben sich in richtiger Weise entwickeln kann. Die ins Halluzinatorische, ins Illusorische, ins Visionäre gehende Entwicklung des sogenannten Hellsehens, die zeigt die [von mir hier beschriebene] Geisteswissenschaft auf als etwas, was charakterisiert werden muss: Dass dieser zweite Mensch stärkere Zerstörungskräfte entwickelt. Damit aber ist dasjenige, was erfahren werden kann in dieser Karikatur, in diesem Schattenbild des wahren Hellsehens, viel intensiver mit dem zeitlichen Menschen verbunden, als das gewöhnliche Denken, das alltägliche Denken mit diesem Menschen verbunden ist. Gelangt ein Mensch dadurch, dass er zu krankhaften Halluzinationen, zu krankhaften Illusionen kommt, zu irgendwelcher oftmals bewunderten Ausbildung des Seelenlebens, so ist dasjenige, was ihm auf diese Weise in seine Seele hineingebracht werden kann, etwas, was viel vergänglicher ist als die gewöhnlichen, vergänglichen Vorstellungen und Dinge des Lebens. Zu den ewigen Kräften der Menschenseele gelangt man erst, wenn man Denken und Wollen in der angedeuteten Weise zu einer höheren Stufe, zu einem übersinnlichen, nicht zu einem untersinnlichen Punkte entwickelt.

[ 59 ] In einem inneren Zusammenhang, sehr verehrte Anwesende, stehen die Ausführungen doch, die ich gestern gemacht habe, mit demjenigen, was ich heute — ohne die Anknüpfung an irgendetwas, was in der Weltanschauungsentwicklung der Zeit hervorgetreten ist, zu wählen —, es [steht] dieses heute Entwickelte dennoch in einem gewissen sachlichen Zusammenhang mit dem gestern Auseinandergesetzten, mit demjenigen, was angeknüpft war an das Weltbild des Deutschen Idealismus. Nicht in einem Zusammenhang, der sich etwa zwangsmäßig logisch ergeben würde, sei jetzt am Schlusse hingewiesen auf das Verhältnis des gestern Betrachteten zu dem heute Betrachteten. Der Zusammenhang liegt vielmehr in den Empfindungen, die uns ja heute in die Seele hineinströmen können. Daher bitte ich Sie um Entschuldigung, wenn der Übergang zu dem Schlusse heute nicht mit strenger Logik gewählt wird, sondern so gewählt wird, dass er aus den Empfindungen heraus, die uns heute, wenn wir eben empfindende Menschen sind, beseligen müssen, [wenn der Übergang zum Schluss] aus diesen Empfindungen heraus gebildet ist.

[ 59 ] In einem inneren Zusammenhang, sehr verehrte Anwesende, stehen die Ausführungen doch, die ich gestern gemacht habe, mit demjenigen, was ich heute — ohne die Anknüpfung an irgendetwas, was in der Weltanschauungsentwicklung der Zeit hervorgetreten ist, zu wählen —, es [steht] dieses heute Entwickelte dennoch in einem gewissen sachlichen Zusammenhang mit dem gestern Auseinandergesetzten, mit demjenigen, was angeknüpft war an das Weltbild des Deutschen Idealismus. Nicht in einem Zusammenhang, der sich etwa zwangsmäßig logisch ergeben würde, sei jetzt am Schlusse hingewiesen auf das Verhältnis des gestern Betrachteten zu dem heute Betrachteten. Der Zusammenhang liegt vielmehr in den Empfindungen, die uns ja heute in die Seele hineinströmen können. Daher bitte ich Sie um Entschuldigung, wenn der Übergang zu dem Schlusse heute nicht mit strenger Logik gewählt wird, sondern so gewählt wird, dass er aus den Empfindungen heraus, die uns heute, wenn wir eben empfindende Menschen sind, beseligen müssen, [wenn der Übergang zum Schluss] aus diesen Empfindungen heraus gebildet ist.

[ 60 ] Wir haben gestern gesehen, wie im Weltbilde des Deutschen Idealismus sich ein Streben äußert, sodass eine der Persönlichkeiten, der nationalste deutsche Philosoph, Johann Gottlieb Fichte, nach starker Entfaltung des Willenselementes sucht, das von Augenblick zu Augenblick fortschreitend das menschliche Ich schafft. Da sehen wir auftreten innerhalb des Gesichtskreises des Weltbildes des Deutschen Idealismus ein Streben, unmittelbar, wie gestern geschildert worden ist, aus der Substanz, aus der geistigen Substanz deutschen Volkswesens heraus; da sehen wir ein Streben, das hinweist auf Meditation des Willens. Weltgeschichtlich ist einmal die Tatsache geworden, dass die Seele einen Weg gehen kann, den wir heute als Meditation des Willens bezeichnet haben.

[ 60 ] Wir haben gestern gesehen, wie im Weltbilde des Deutschen Idealismus sich ein Streben äußert, sodass eine der Persönlichkeiten, der nationalste deutsche Philosoph, Johann Gottlieb Fichte, nach starker Entfaltung des Willenselementes sucht, das von Augenblick zu Augenblick fortschreitend das menschliche Ich schafft. Da sehen wir auftreten innerhalb des Gesichtskreises des Weltbildes des Deutschen Idealismus ein Streben, unmittelbar, wie gestern geschildert worden ist, aus der Substanz, aus der geistigen Substanz deutschen Volkswesens heraus; da sehen wir ein Streben, das hinweist auf Meditation des Willens. Weltgeschichtlich ist einmal die Tatsache geworden, dass die Seele einen Weg gehen kann, den wir heute als Meditation des Willens bezeichnet haben.

[ 61 ] Und sehen wir auf den anderen Pol, auf Hegel, innerhalb des Weltbildes des Deutschen Idealismus, so sehen wir in seinem Denken — das die Logik so weit treibt, dass selbst der Weltengeist, mit dem sich das menschliche Ich vereinigen will, zum reinen Logiker wird —, wir sehen dieses Denken den Weg nehmen, der nur weiter verfolgt zu werden braucht. Und da führt dieses Denken nicht dahin, wo es Hegel an einem bestimmten Punkte seiner Psychologie geführt, sondern es führt in jenes Weben des geistigen Lebens hinein, wozu Hegel noch nicht hingekommen ist, wozu aber sein Streben führt, wenn es mit dieser Energie fortgesetzt wird. Und in einer ähnlichen Weise steht Schelling — steht überhaupt jede Persönlichkeit, die innerhalb des wahren Weltbildes des Deutschen Idealismus sich entfaltet — auch in Ansatzpunkten zu dem, was heute der Geistesforscher betrachten muss als den Weg zur Geisteswissenschaft selber. So stellen sich uns die welthistorischen Ereignisse dar, und unsere Zeit wird es entschuldigen, dass man gerade den Blick auf diese welthistorischen Ereignisse lenkt. Wie man auch im Umfange in der geistigen Weltkultur sich stellen mag, wie man auch suchen mag etwas, was so intensiv darstellt ein Streben, das seine Fortsetzung allein finden kann in der Geistesforschung —, das findet man sonst nicht in so innerlich intensiver Weise wie im Weltbilde gerade des Deutschen Idealismus.

[ 61 ] Und sehen wir auf den anderen Pol, auf Hegel, innerhalb des Weltbildes des Deutschen Idealismus, so sehen wir in seinem Denken — das die Logik so weit treibt, dass selbst der Weltengeist, mit dem sich das menschliche Ich vereinigen will, zum reinen Logiker wird —, wir sehen dieses Denken den Weg nehmen, der nur weiter verfolgt zu werden braucht. Und da führt dieses Denken nicht dahin, wo es Hegel an einem bestimmten Punkte seiner Psychologie geführt, sondern es führt in jenes Weben des geistigen Lebens hinein, wozu Hegel noch nicht hingekommen ist, wozu aber sein Streben führt, wenn es mit dieser Energie fortgesetzt wird. Und in einer ähnlichen Weise steht Schelling — steht überhaupt jede Persönlichkeit, die innerhalb des wahren Weltbildes des Deutschen Idealismus sich entfaltet — auch in Ansatzpunkten zu dem, was heute der Geistesforscher betrachten muss als den Weg zur Geisteswissenschaft selber. So stellen sich uns die welthistorischen Ereignisse dar, und unsere Zeit wird es entschuldigen, dass man gerade den Blick auf diese welthistorischen Ereignisse lenkt. Wie man auch im Umfange in der geistigen Weltkultur sich stellen mag, wie man auch suchen mag etwas, was so intensiv darstellt ein Streben, das seine Fortsetzung allein finden kann in der Geistesforschung —, das findet man sonst nicht in so innerlich intensiver Weise wie im Weltbilde gerade des Deutschen Idealismus.

[ 62 ] Man sieht dasjenige, wonach aus dem Bedürfnis der sich entwickelnden Menschheit heute der Geistesforscher streben muss, man sieht das Aufleuchten wie in einer Art von Morgendämmerung in dem reinen Denken Hegels, in dem starken Willensmeditieren Fichtes, das sogar innerhalb Fichtes selber so weit gekommen ist, dass Fichte einmal spricht von demjenigen Sinn, durch den man die [übersinnlichen] Dinge erforscht, der ebenso wenig anerkannt werden könne — wie Fichte sich ausdrückte vor seinen Zuhörern in seinen letzten Berliner Vorträgen, die er gehalten hat — von dem gewöhnlichen Menschensinn, wie von Blinden der Sinn für die Farbe anerkannt zu werden braucht. Wenn man diesen Gedanken so recht sich hereinleben lässt in die Seele, dann kann man eben zu der weiteren Ausbildung dieses Gedankens kommen, die da besagen mag: Versucht man heute gerade dasjenige als das Element der Geistesforschung, als dasjenige, was einem teuer sein muss, wenn man es einfügen möchte als ein neues Element dem geistigen Menschheitsfortschritt —, versucht man das so recht zu charakterisieren, so findet man es in seiner Notwendigkeit gerechtfertigt, geschichtlich gerechtfertigt, wenn man zurückblickt auf die Entwicklung, die der deutsche Volksgeist genommen hat damals, als — wie gestern angedeutet worden ist — das Weltbild des Deutschen Idealismus am herrlichsten, am höchsten entfaltet worden ist. Wie wenn der deutsche Volksgeist selber durch die gestern charakterisierten Persönlichkeiten in Meditation verfiel, um den ersten Ansatz für etwas zu machen, was zukunftstragend ist, so erscheint einem dasjenige, was auf dem Schauplatz des Deutschen Idealismus geleistet wird. Spricht damit dieser Deutsche Idealismus, spricht damit dieses Meditieren der deutschen Volksseele, des deutschen Volksgeistes nicht so zu uns, dass wir sagen müssen: Es trägt in sich die Kräfte vieler weitgehender Zukunfts-Entfaltungen?

[ 62 ] Man sieht dasjenige, wonach aus dem Bedürfnis der sich entwickelnden Menschheit heute der Geistesforscher streben muss, man sieht das Aufleuchten wie in einer Art von Morgendämmerung in dem reinen Denken Hegels, in dem starken Willensmeditieren Fichtes, das sogar innerhalb Fichtes selber so weit gekommen ist, dass Fichte einmal spricht von demjenigen Sinn, durch den man die [übersinnlichen] Dinge erforscht, der ebenso wenig anerkannt werden könne — wie Fichte sich ausdrückte vor seinen Zuhörern in seinen letzten Berliner Vorträgen, die er gehalten hat — von dem gewöhnlichen Menschensinn, wie von Blinden der Sinn für die Farbe anerkannt zu werden braucht. Wenn man diesen Gedanken so recht sich hereinleben lässt in die Seele, dann kann man eben zu der weiteren Ausbildung dieses Gedankens kommen, die da besagen mag: Versucht man heute gerade dasjenige als das Element der Geistesforschung, als dasjenige, was einem teuer sein muss, wenn man es einfügen möchte als ein neues Element dem geistigen Menschheitsfortschritt —, versucht man das so recht zu charakterisieren, so findet man es in seiner Notwendigkeit gerechtfertigt, geschichtlich gerechtfertigt, wenn man zurückblickt auf die Entwicklung, die der deutsche Volksgeist genommen hat damals, als — wie gestern angedeutet worden ist — das Weltbild des Deutschen Idealismus am herrlichsten, am höchsten entfaltet worden ist. Wie wenn der deutsche Volksgeist selber durch die gestern charakterisierten Persönlichkeiten in Meditation verfiel, um den ersten Ansatz für etwas zu machen, was zukunftstragend ist, so erscheint einem dasjenige, was auf dem Schauplatz des Deutschen Idealismus geleistet wird. Spricht damit dieser Deutsche Idealismus, spricht damit dieses Meditieren der deutschen Volksseele, des deutschen Volksgeistes nicht so zu uns, dass wir sagen müssen: Es trägt in sich die Kräfte vieler weitgehender Zukunfts-Entfaltungen?

[ 63 ] Ist damit, dass der deutsche Volksgeist, die deutsche Volksseele, im Laufe der Zeit solches Meditieren entfaltet hat, solchen Ansatz genommen hat für etwas, was sich als Same für eine Frucht der Zukunft darstellt, ist damit nicht gegenwärtig die Lebensfähigkeit, die Lebenstüchtigkeit, die sittenhafte Kraft des deutschen Volksgeistes, dieser deutschen Volksseele? Sieht man nicht in dem Samen schon keimen dasjenige, was Frucht in der Zukunft sein muss? Darf untergehen durch eine Welt von Feinden dasjenige, was seine Früchte dadurch zeigt, dass es sie eben als Same enthält? Dasjenige, was veranlagt ist, was die Notwendigkeit seiner Entfaltung also in sich selber trägt, das wird sich entfalten, wird sich bilden in der Welt, wenn ihm auch sein Dasein streitig machen möchten die Feinde, die sich wider das erheben.

[ 63 ] Ist damit, dass der deutsche Volksgeist, die deutsche Volksseele, im Laufe der Zeit solches Meditieren entfaltet hat, solchen Ansatz genommen hat für etwas, was sich als Same für eine Frucht der Zukunft darstellt, ist damit nicht gegenwärtig die Lebensfähigkeit, die Lebenstüchtigkeit, die sittenhafte Kraft des deutschen Volksgeistes, dieser deutschen Volksseele? Sieht man nicht in dem Samen schon keimen dasjenige, was Frucht in der Zukunft sein muss? Darf untergehen durch eine Welt von Feinden dasjenige, was seine Früchte dadurch zeigt, dass es sie eben als Same enthält? Dasjenige, was veranlagt ist, was die Notwendigkeit seiner Entfaltung also in sich selber trägt, das wird sich entfalten, wird sich bilden in der Welt, wenn ihm auch sein Dasein streitig machen möchten die Feinde, die sich wider das erheben.

[ 64 ] So fühlt sich der deutsche Volksgeist in jeder fühlenden deutschen Seele verbunden mit den Kräften, die in die Zukunft hineinleben, und so hofft auf seine Entfaltung in der Zukunft, so hofft auf seinen Sieg über alle Gegnerschaft, so lebt voll Zuversicht dieser deutsche Volksgeist in jedem, der dieses empfinden kann, eben in die Zukunft hinüber.

[ 64 ] So fühlt sich der deutsche Volksgeist in jeder fühlenden deutschen Seele verbunden mit den Kräften, die in die Zukunft hineinleben, und so hofft auf seine Entfaltung in der Zukunft, so hofft auf seinen Sieg über alle Gegnerschaft, so lebt voll Zuversicht dieser deutsche Volksgeist in jedem, der dieses empfinden kann, eben in die Zukunft hinüber.