Ways to a Knowledge of the
Eternal Forces of the Human Soul
GA 70b
14 March 1916, Stuttgart
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Wege zur Erkenntnis der ewigen Kräfte der Menschenseele
15. Wie werden die ewigen Kräfte der Menschenseele erforscht?
15. Wie werden die ewigen Kräfte der Menschenseele erforscht?
Sehr verehrte Anwesende!
Sehr verehrte Anwesende!
[ 1 ] Wenn irgendeine Weltanschauung sich geltend macht — sei es eine mehr materialistisch-intellektualistische oder eine idealistisch-spirituelle, spiritualistische —, so kann man sagen, dass eine solche Weltanschauung an der entsprechend entgegengesetzten — oder auch bloß mehr oder weniger von ihr abgewendeten — Seite einen Gegner hat, [dass sie] bekämpft wird von jener Seite. Von der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung, wie ich sie nun schon seit Jahren hier von diesem Orte aus entwickeln durfte, kann man aber sagen, dass sie mehr oder weniger von allen diesen — heute mehr der idealistisch-spirituellen Richtung zugeneigten oder der materialistisch-realistischen Richtung zuneigenden Weltanschauung —, bekämpft wird. Dass sie im Grunde genommen von allen Seiten heute nur erst noch Gegner hat, das beruht ja zum größten Teil wirklich heute noch darauf, dass gerade die wesentlichsten Grundeigenschaften dieser geisteswissenschaftlichen Weltanschauung missverstanden und dann beurteilt oder verurteilt werden, bevor man sie eigentlich kennengelernt hat.
[ 1 ] Wenn irgendeine Weltanschauung sich geltend macht — sei es eine mehr materialistisch-intellektualistische oder eine idealistisch-spirituelle, spiritualistische —, so kann man sagen, dass eine solche Weltanschauung an der entsprechend entgegengesetzten — oder auch bloß mehr oder weniger von ihr abgewendeten — Seite einen Gegner hat, [dass sie] bekämpft wird von jener Seite. Von der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung, wie ich sie nun schon seit Jahren hier von diesem Orte aus entwickeln durfte, kann man aber sagen, dass sie mehr oder weniger von allen diesen — heute mehr der idealistisch-spirituellen Richtung zugeneigten oder der materialistisch-realistischen Richtung zuneigenden Weltanschauung —, bekämpft wird. Dass sie im Grunde genommen von allen Seiten heute nur erst noch Gegner hat, das beruht ja zum größten Teil wirklich heute noch darauf, dass gerade die wesentlichsten Grundeigenschaften dieser geisteswissenschaftlichen Weltanschauung missverstanden und dann beurteilt oder verurteilt werden, bevor man sie eigentlich kennengelernt hat.
[ 2 ] Missverstanden wird diese geisteswissenschaftliche Weltanschauung nicht nur wegen desjenigen, was sie behauptet, sondern vor allen Dingen von vielen Seiten wegen gewisser Erdichtungen, die man über sie macht, wegen gewisser falscher Vorstellungen, die man sich von ihr bildet. Ich habe es ja schon oftmals hervorgehoben hier, und ich werde Sie bitten müssen, in manchen Kleinigkeiten auch heute wiederum Dinge sagen zu dürfen, welche ja schon gesagt worden sind, die aber notwendig sind zur Anknüpfung, damit neue Gesichtspunkte entwickelt werden können.
[ 2 ] Missverstanden wird diese geisteswissenschaftliche Weltanschauung nicht nur wegen desjenigen, was sie behauptet, sondern vor allen Dingen von vielen Seiten wegen gewisser Erdichtungen, die man über sie macht, wegen gewisser falscher Vorstellungen, die man sich von ihr bildet. Ich habe es ja schon oftmals hervorgehoben hier, und ich werde Sie bitten müssen, in manchen Kleinigkeiten auch heute wiederum Dinge sagen zu dürfen, welche ja schon gesagt worden sind, die aber notwendig sind zur Anknüpfung, damit neue Gesichtspunkte entwickelt werden können.
[ 3 ] So ist vielfach die Meinung verbreitet, Geisteswissenschaft wolle nicht stehen auf dem Standpunkt der festbegründeten, in den letzten Jahrhunderten von Triumph zu Triumph geeilten naturwissenschaftlichen Erkenntnis. Aber dies ist eben durchaus ein Irrtum! Durchaus steht nämlich Geisteswissenschaft, da wo sie aus ihren wahren Grundlagen heraus vertreten wird, ganz und gar auf dem Standpunkt, der da sagt: Alles dasjenige, was die naturwissenschaftliche Welterkenntnis uns gebracht hat, muss heute als ein erster Ausgangspunkt für jegliche, also auch für die geisteswissenschaftliche Weltanschauung selbst betrachtet werden.
[ 3 ] So ist vielfach die Meinung verbreitet, Geisteswissenschaft wolle nicht stehen auf dem Standpunkt der festbegründeten, in den letzten Jahrhunderten von Triumph zu Triumph geeilten naturwissenschaftlichen Erkenntnis. Aber dies ist eben durchaus ein Irrtum! Durchaus steht nämlich Geisteswissenschaft, da wo sie aus ihren wahren Grundlagen heraus vertreten wird, ganz und gar auf dem Standpunkt, der da sagt: Alles dasjenige, was die naturwissenschaftliche Welterkenntnis uns gebracht hat, muss heute als ein erster Ausgangspunkt für jegliche, also auch für die geisteswissenschaftliche Weltanschauung selbst betrachtet werden.
[ 4 ] Ich habe es oftmals hier gesagt, dass ich kein Wort hier sprechen würde von dem hier gemeinten, geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus, wenn ich mir nicht bewusst wäre, dass keiner naturwissenschaftlich berechtigten Wahrheit durch die Geisteswissenschaft widersprochen werde.
[ 4 ] Ich habe es oftmals hier gesagt, dass ich kein Wort hier sprechen würde von dem hier gemeinten, geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus, wenn ich mir nicht bewusst wäre, dass keiner naturwissenschaftlich berechtigten Wahrheit durch die Geisteswissenschaft widersprochen werde.
[ 5 ] Da sind zunächst zwei Dinge hervorzuheben, wenn man von der Gegnerschaft derjenigen sprechen will, die da sagen: Wir stehen auf dem festen Boden der Naturwissenschaft, und wir müssen dieses dilettantische Hereinreden von einem maßgeblichen, geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus bekämpfen. Da kommen vor allen Dingen die zwei Dinge in Betracht, dass erstens solche Menschen entweder stehen können auf dem Boden, von dem aus sie sagen: Alles dasjenige, was Gegenstand einer wissenschaftlichen Betrachtung sein kann und was berücksichtigt werden darf, wenn ein wissenschaftliches Weltbild aufgebaut werden wird, das ist die naturwissenschaftliche Erfahrung, das ist dasjenige, was die Naturwissenschaft gebracht hat.
[ 5 ] Da sind zunächst zwei Dinge hervorzuheben, wenn man von der Gegnerschaft derjenigen sprechen will, die da sagen: Wir stehen auf dem festen Boden der Naturwissenschaft, und wir müssen dieses dilettantische Hereinreden von einem maßgeblichen, geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus bekämpfen. Da kommen vor allen Dingen die zwei Dinge in Betracht, dass erstens solche Menschen entweder stehen können auf dem Boden, von dem aus sie sagen: Alles dasjenige, was Gegenstand einer wissenschaftlichen Betrachtung sein kann und was berücksichtigt werden darf, wenn ein wissenschaftliches Weltbild aufgebaut werden wird, das ist die naturwissenschaftliche Erfahrung, das ist dasjenige, was die Naturwissenschaft gebracht hat.
[ 6 ] Eine andere Richtung, welche von ihrem Standpunkte aus auftritt und gegnerisch ist gegen diese geisteswissenschaftliche Richtung, das ist die, welche sagt: Gewiss, man kann ja zugeben, dass hinter den Tatsachen, welche die naturwissenschaftliche Erkenntnis für die Sinneswelt feststellt, noch andere, geistige Tatsachen oder auch geistige Wesenheiten zu suchen seien; aber das menschliche Erkenntnisvermögen ist schon einmal nicht dazu veranlagt, irgendetwas von dieser, hinter der Sinneswelt verborgenen Daseinswelt zu erkennen.
[ 6 ] Eine andere Richtung, welche von ihrem Standpunkte aus auftritt und gegnerisch ist gegen diese geisteswissenschaftliche Richtung, das ist die, welche sagt: Gewiss, man kann ja zugeben, dass hinter den Tatsachen, welche die naturwissenschaftliche Erkenntnis für die Sinneswelt feststellt, noch andere, geistige Tatsachen oder auch geistige Wesenheiten zu suchen seien; aber das menschliche Erkenntnisvermögen ist schon einmal nicht dazu veranlagt, irgendetwas von dieser, hinter der Sinneswelt verborgenen Daseinswelt zu erkennen.
[ 7 ] Und von diesen zwei Gesichtspunkten aus wird dann Geisteswissenschaft bekämpft, so als ob sie von ihrer Seite aus selber irgendwie gegnerisch auftreten würde, auftreten würde gegen diese beiden Anschauungen, insoferne diese beiden Anschauungen positiv sind. Das tut sie nämlich gar nicht! Dass sie das ganz und gar nicht tut, das wird aus einzelnen Betrachtungen dieses Abends entnommen werden können.
[ 7 ] Und von diesen zwei Gesichtspunkten aus wird dann Geisteswissenschaft bekämpft, so als ob sie von ihrer Seite aus selber irgendwie gegnerisch auftreten würde, auftreten würde gegen diese beiden Anschauungen, insoferne diese beiden Anschauungen positiv sind. Das tut sie nämlich gar nicht! Dass sie das ganz und gar nicht tut, das wird aus einzelnen Betrachtungen dieses Abends entnommen werden können.
[ 8 ] Auf der anderen Seite allerdings hat Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, auch einen Gegner, einen Gegner, der oftmals sich nicht als ihren Gegner gibt, der aber doch vielleicht in vieler Beziehung sogar ein ebenso ehrlicher Gegner ist wie der eben angedeutete. Und dieser andere Gegner der Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, das ist dasjenige, was an Vorstellungen, an Phantastereien in einer großen Summe von unklaren Köpfen unter allerlei mystischen Namen, zuweilen auch unter allerlei mystischem Schwindel in die Welt gesetzt wird. Auf dieser Seite, sehr verehrte Anwesende, gibt es ja vor allen Dingen die Menschen, welche bauen dürfen auf solche Zuhörer und Bekenner, die in blindem Glauben alles dasjenige annehmen, was irgendwie über die geistige Welt geschwatzt wird, und die es umso williger annehmen, wenn solches Geschwätz auftritt, meistens selbstverständlich in dilettantischer Weise auftritt, mit Aburteilung gegenüber der strengen Wissenschaft, die oftmals umso hochnäsiger auftritt, je weniger der Betreffende Ablehner von dieser strengen Wissenschaft in seine Seele selber aufgenommen hat.
[ 8 ] Auf der anderen Seite allerdings hat Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, auch einen Gegner, einen Gegner, der oftmals sich nicht als ihren Gegner gibt, der aber doch vielleicht in vieler Beziehung sogar ein ebenso ehrlicher Gegner ist wie der eben angedeutete. Und dieser andere Gegner der Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, das ist dasjenige, was an Vorstellungen, an Phantastereien in einer großen Summe von unklaren Köpfen unter allerlei mystischen Namen, zuweilen auch unter allerlei mystischem Schwindel in die Welt gesetzt wird. Auf dieser Seite, sehr verehrte Anwesende, gibt es ja vor allen Dingen die Menschen, welche bauen dürfen auf solche Zuhörer und Bekenner, die in blindem Glauben alles dasjenige annehmen, was irgendwie über die geistige Welt geschwatzt wird, und die es umso williger annehmen, wenn solches Geschwätz auftritt, meistens selbstverständlich in dilettantischer Weise auftritt, mit Aburteilung gegenüber der strengen Wissenschaft, die oftmals umso hochnäsiger auftritt, je weniger der Betreffende Ablehner von dieser strengen Wissenschaft in seine Seele selber aufgenommen hat.
[ 9 ] Dazu kommen dann diejenigen, welche allerlei aus der geistigen Welt stammen sollende Behauptungen aufstellen, und die damit ganz andere Zwecke verfolgen, indem sie die Leute erst durch allerlei Behauptungen aus der geistigen Welt benebeln wollen, damit sie sie dann als Werkzeuge für irgendwelche Zwecke gebrauchen können.
[ 9 ] Dazu kommen dann diejenigen, welche allerlei aus der geistigen Welt stammen sollende Behauptungen aufstellen, und die damit ganz andere Zwecke verfolgen, indem sie die Leute erst durch allerlei Behauptungen aus der geistigen Welt benebeln wollen, damit sie sie dann als Werkzeuge für irgendwelche Zwecke gebrauchen können.
[ 10 ] Vielleicht wird es möglich sein, wenn es die Zeit gestattet, am Schlusse des Vortrags gerade auch über diese Art von Gegnerschaft gegenüber der Geisteswissenschaft zu sprechen. Denn ungefährlich ist diese Gegnerschaft aus dem Grunde nicht, weil Menschen, die es oftmals recht, recht ehrlich meinen mit ihrem wissenschaftlichen Streben, entweder nicht die Gelegenheit oder auch nicht die Fähigkeit haben, auf das Geisteswissenschaftliche einzugehen, und die daher zusammenwerfen wahre Geisteswissenschaft mit dergleichen nebelhaft mystischen Schwärmereien, abergläubischen Vorstellungen, Wahngebilden solch doppelsinniger Köpfe.
[ 10 ] Vielleicht wird es möglich sein, wenn es die Zeit gestattet, am Schlusse des Vortrags gerade auch über diese Art von Gegnerschaft gegenüber der Geisteswissenschaft zu sprechen. Denn ungefährlich ist diese Gegnerschaft aus dem Grunde nicht, weil Menschen, die es oftmals recht, recht ehrlich meinen mit ihrem wissenschaftlichen Streben, entweder nicht die Gelegenheit oder auch nicht die Fähigkeit haben, auf das Geisteswissenschaftliche einzugehen, und die daher zusammenwerfen wahre Geisteswissenschaft mit dergleichen nebelhaft mystischen Schwärmereien, abergläubischen Vorstellungen, Wahngebilden solch doppelsinniger Köpfe.
[ 11 ] Es kann noch die Frage aufgeworfen werden, warum Geisteswissenschaft gerade bekämpft wird von der mehr oder weniger materialistisch gefärbten Weltanschauung, die ja auch glaubt, auf dem festen Boden der Naturwissenschaft zu stehen.
[ 11 ] Es kann noch die Frage aufgeworfen werden, warum Geisteswissenschaft gerade bekämpft wird von der mehr oder weniger materialistisch gefärbten Weltanschauung, die ja auch glaubt, auf dem festen Boden der Naturwissenschaft zu stehen.
[ 12 ] Dies, sehr verehrte Anwesende, ist etwas, was in der Tat ernsthaftig erwogen werden muss, erwogen werden muss aus einem ganz bestimmten Grunde. Von dieser Seite, von der mehr oder weniger materialistisch gefärbten Weltanschauung, die da glaubt, auf dem festen Boden der Naturwissenschaft zu stehen, von dieser Seite wird immer wieder und wiederum betont werden ja, wie Geisteswissenschaft allerlei Dinge behaupte, die man nicht einsehen könne; während die materialistisch gefärbte Weltanschauung dasjenige doch nur sage, was sozusagen überall beobachtet werden kann, was jeder einsehen kann.
[ 12 ] Dies, sehr verehrte Anwesende, ist etwas, was in der Tat ernsthaftig erwogen werden muss, erwogen werden muss aus einem ganz bestimmten Grunde. Von dieser Seite, von der mehr oder weniger materialistisch gefärbten Weltanschauung, die da glaubt, auf dem festen Boden der Naturwissenschaft zu stehen, von dieser Seite wird immer wieder und wiederum betont werden ja, wie Geisteswissenschaft allerlei Dinge behaupte, die man nicht einsehen könne; während die materialistisch gefärbte Weltanschauung dasjenige doch nur sage, was sozusagen überall beobachtet werden kann, was jeder einsehen kann.
[ 13 ] Geisteswissenschaft will dies letztere aber durchaus nicht in Abrede stellen; und deshalb ist es ihr so schwer, gerade gegen diesen Einwand durchzudringen. Materialistisch gefärbte Weltanschauung, wie diejenige zum Beispiel, die ich gestern als die von de La Mettrie vertretene in seinem «Der Mensch eine Maschine» angeführt habe, solche materialistischen Weltanschauungen können ungemein leicht sich verständlich machen. Es ist alles bei ihnen ungemein einleuchtend, handgreiflich, klar. Daher finden sie so willige Bekenner gerade in unserer Zeit. Und dann verbreiten solche Weltanschauungen oftmals die Meinung, als ob ihre klaren Anschauungen von der Geisteswissenschaft geleugnet werden.
[ 13 ] Geisteswissenschaft will dies letztere aber durchaus nicht in Abrede stellen; und deshalb ist es ihr so schwer, gerade gegen diesen Einwand durchzudringen. Materialistisch gefärbte Weltanschauung, wie diejenige zum Beispiel, die ich gestern als die von de La Mettrie vertretene in seinem «Der Mensch eine Maschine» angeführt habe, solche materialistischen Weltanschauungen können ungemein leicht sich verständlich machen. Es ist alles bei ihnen ungemein einleuchtend, handgreiflich, klar. Daher finden sie so willige Bekenner gerade in unserer Zeit. Und dann verbreiten solche Weltanschauungen oftmals die Meinung, als ob ihre klaren Anschauungen von der Geisteswissenschaft geleugnet werden.
[ 14 ] Wie de La Mettrie geradezu als der Vater des neueren materialistisch gefärbten Positivismus bezeichnet werden kann, wie soll Geisteswissenschaft so etwas würdigen wie das, was de La Mettrie in seinem Buche «Der Mensch eine Maschine» sagt, um zu beweisen, wie alles Seelische von Materiellem abhängig ist, wie alles Seelische bedingt ist durch Materielles? Da sagt de La Mettrie:
[ 14 ] Wie de La Mettrie geradezu als der Vater des neueren materialistisch gefärbten Positivismus bezeichnet werden kann, wie soll Geisteswissenschaft so etwas würdigen wie das, was de La Mettrie in seinem Buche «Der Mensch eine Maschine» sagt, um zu beweisen, wie alles Seelische von Materiellem abhängig ist, wie alles Seelische bedingt ist durch Materielles? Da sagt de La Mettrie:
«Welche Macht übt eine Mahlzeit auf uns? Die Freude erwacht in einem traurigen Herzen; sie geht in die Seele der Tischgenossen über und wird durch jene reizenden Gesänge ausgedrückt, in denen sich der Franzose auszeichnet.»
«Welche Macht übt eine Mahlzeit auf uns? Die Freude erwacht in einem traurigen Herzen; sie geht in die Seele der Tischgenossen über und wird durch jene reizenden Gesänge ausgedrückt, in denen sich der Franzose auszeichnet.»
[ 15 ] Niemandem, der auf dem Boden einer geisteswissenschaftlichen Weltanschauung steht, wird etwa einfallen, eine solche handgreifliche Wahrheit, wie sie da ausgesprochen wird, irgendwie zu bezweifeln. Und ob eine solche handgreifliche Wahrheit in grobklotziger Weise ausgesprochen wird, wie hier, oder ob sie in etwas feinerer Weise ausgesprochen wird, darauf kommt es zuletzt nicht an!
[ 15 ] Niemandem, der auf dem Boden einer geisteswissenschaftlichen Weltanschauung steht, wird etwa einfallen, eine solche handgreifliche Wahrheit, wie sie da ausgesprochen wird, irgendwie zu bezweifeln. Und ob eine solche handgreifliche Wahrheit in grobklotziger Weise ausgesprochen wird, wie hier, oder ob sie in etwas feinerer Weise ausgesprochen wird, darauf kommt es zuletzt nicht an!
[ 16 ] Dieser selbe de La Mettrie sagt zum Beispiel: Der Mensch ist in seinen seelischen Eigenschaften, in alle dem, was er seelisch offenbart der Außenwelt, so abhängig von dem Mechanismus seines Leibes, dass man sagen kann: Wenn nur irgendeine Kleinigkeit im Gehirn des Erasmus oder des Fontenelle — eine Kleinigkeit, die man nicht einmal anatomisch nachweisen kann —, anders gewesen wäre, so hätten Erasmus und Fontenelle statt Genies zu Tröpfen werden können!
[ 16 ] Dieser selbe de La Mettrie sagt zum Beispiel: Der Mensch ist in seinen seelischen Eigenschaften, in alle dem, was er seelisch offenbart der Außenwelt, so abhängig von dem Mechanismus seines Leibes, dass man sagen kann: Wenn nur irgendeine Kleinigkeit im Gehirn des Erasmus oder des Fontenelle — eine Kleinigkeit, die man nicht einmal anatomisch nachweisen kann —, anders gewesen wäre, so hätten Erasmus und Fontenelle statt Genies zu Tröpfen werden können!
[ 17 ] Diese Dinge führt man immer an; sodass sie so wirken sollen, als ob man damit irgendwie Geisteswissenschaft aus dem Felde schlagen könnte! Geisteswissenschaft wird das ohne Weiteres zugeben; nur wird sie selbstverständlich solch eine grobe und die etwas feinere Wahrheit auf demselben Brett liegend betrachten müssen, wie wenn man zum Beispiel sagt: Es hätte ja noch viel schlimmer kommen können; nehmen wir einmal an, der Erasmus, derjenige, der der Erasmus hätte werden sollen, wäre als fünfjähriger Knabe von einem Banditen erschlagen worden, dann hätte sich selbstverständlich seine Seele noch weniger entwickeln können, als wenn nur ein Rädchen in seinem Gehirn nicht richtig gewesen wäre! Oder es wäre gar, bevor er geboren worden wäre, seine Mutter von einem Banditen erschlagen worden!
[ 17 ] Diese Dinge führt man immer an; sodass sie so wirken sollen, als ob man damit irgendwie Geisteswissenschaft aus dem Felde schlagen könnte! Geisteswissenschaft wird das ohne Weiteres zugeben; nur wird sie selbstverständlich solch eine grobe und die etwas feinere Wahrheit auf demselben Brett liegend betrachten müssen, wie wenn man zum Beispiel sagt: Es hätte ja noch viel schlimmer kommen können; nehmen wir einmal an, der Erasmus, derjenige, der der Erasmus hätte werden sollen, wäre als fünfjähriger Knabe von einem Banditen erschlagen worden, dann hätte sich selbstverständlich seine Seele noch weniger entwickeln können, als wenn nur ein Rädchen in seinem Gehirn nicht richtig gewesen wäre! Oder es wäre gar, bevor er geboren worden wäre, seine Mutter von einem Banditen erschlagen worden!
[ 18 ] All die Dinge, welche von jener Seite vorgebracht werden, sind durchaus nicht zu bekämpfen; sie zeichnen sich sogar dadurch aus, dass sie ganz selbstverständlich sind, sodass es aber trotzdem eine Kleinheit bleiben kann, sie immer wieder und wiederum anzuführen und den Glauben zu erwecken, als ob nun der Geisteswissenschafter so töricht wäre, dass er solche «handgreiflichen» Dinge nicht zugeben könne.
[ 18 ] All die Dinge, welche von jener Seite vorgebracht werden, sind durchaus nicht zu bekämpfen; sie zeichnen sich sogar dadurch aus, dass sie ganz selbstverständlich sind, sodass es aber trotzdem eine Kleinheit bleiben kann, sie immer wieder und wiederum anzuführen und den Glauben zu erwecken, als ob nun der Geisteswissenschafter so töricht wäre, dass er solche «handgreiflichen» Dinge nicht zugeben könne.
[ 19 ] Aber der Geisteswissenschafter, er weiß, sehr verehrte Anwesende, dass — [wie] ebenso wahr solche Behauptungen sind, [wie] ebenso gut begründet sie sind —, dass sie auf der anderen Seite wiederum ebenso gut anfechtbar sind, selbstverständlich! — Weil dasjenige, was man mit Bezug auf die äußere Welt sagen kann, kombinieren kann, mit dem Verstande kombinieren kann, auf der anderen Seite total falsch sein kann! Ich habe schon öfter auch hier dasjenige ausgeführt, was der mir unvergessliche Vincenz Knauer gegen den Materialismus gesagt hat. Er sagte: Man mache einmal die Probe und sperre einen Wolf ein, sperre ihn ab. Nachdem man dann sicher sein kann, dass alles, [was er an Materie gehabt hat, reine Wolfsmaterie war], füttere [man] ihn ab mit lauter Lammfleisch. — Man wird sich überzeugen, dass, trotzdem er seinen Körper neu aufgebaut haben wird aus lauter Lammesfleisch, man wird sich überzeugen, dass, trotzdem er seinen Körper neu aufgebaut haben wird aus lauter Lammesfleisch, trotzdem aus dem Wolf kein Lamm geworden ist!
[ 19 ] Aber der Geisteswissenschafter, er weiß, sehr verehrte Anwesende, dass — [wie] ebenso wahr solche Behauptungen sind, [wie] ebenso gut begründet sie sind —, dass sie auf der anderen Seite wiederum ebenso gut anfechtbar sind, selbstverständlich! — Weil dasjenige, was man mit Bezug auf die äußere Welt sagen kann, kombinieren kann, mit dem Verstande kombinieren kann, auf der anderen Seite total falsch sein kann! Ich habe schon öfter auch hier dasjenige ausgeführt, was der mir unvergessliche Vincenz Knauer gegen den Materialismus gesagt hat. Er sagte: Man mache einmal die Probe und sperre einen Wolf ein, sperre ihn ab. Nachdem man dann sicher sein kann, dass alles, [was er an Materie gehabt hat, reine Wolfsmaterie war], füttere [man] ihn ab mit lauter Lammfleisch. — Man wird sich überzeugen, dass, trotzdem er seinen Körper neu aufgebaut haben wird aus lauter Lammesfleisch, man wird sich überzeugen, dass, trotzdem er seinen Körper neu aufgebaut haben wird aus lauter Lammesfleisch, trotzdem aus dem Wolf kein Lamm geworden ist!
[ 20 ] Da handelt es sich darum, dass es gewiss sehr richtig ist, was de La Mettrie über den Einfluss einer Mahlzeit auf die Seele sagt; ganz richtig ist das. Aber Behauptungen, die die Tragkraft haben sollen für eine Weltanschauung, bei denen ist durchaus das der Fall, dass sie allmählich übergehen in andere, ja sogar in ihr Gegenteil; und dass, von der anderen Seite angesehen, ihr Gegenteil ebenso gut behauptet werden kann.
[ 20 ] Da handelt es sich darum, dass es gewiss sehr richtig ist, was de La Mettrie über den Einfluss einer Mahlzeit auf die Seele sagt; ganz richtig ist das. Aber Behauptungen, die die Tragkraft haben sollen für eine Weltanschauung, bei denen ist durchaus das der Fall, dass sie allmählich übergehen in andere, ja sogar in ihr Gegenteil; und dass, von der anderen Seite angesehen, ihr Gegenteil ebenso gut behauptet werden kann.
[ 21 ] Das musste ich voraussetzen, gerade heute, wo es sich darum handeln wird, einzugehen, von einem gewissen Gesichtspunkte aus wiederum einzugehen auf den Weg, den die geisteswissenschaftliche Forschung nimmt. Dieser Weg, er ist zunächst dadurch charakterisiert, dass er im Grunde genommen in seinem weiteren Verfolge gerade den Geisteswissenschafter darauf führt, gewisse naturwissenschaftliche Erkenntnisse noch mehr zu bekräftigen, als sie heute schon der Naturforscher selber bekräftigen kann.
[ 21 ] Das musste ich voraussetzen, gerade heute, wo es sich darum handeln wird, einzugehen, von einem gewissen Gesichtspunkte aus wiederum einzugehen auf den Weg, den die geisteswissenschaftliche Forschung nimmt. Dieser Weg, er ist zunächst dadurch charakterisiert, dass er im Grunde genommen in seinem weiteren Verfolge gerade den Geisteswissenschafter darauf führt, gewisse naturwissenschaftliche Erkenntnisse noch mehr zu bekräftigen, als sie heute schon der Naturforscher selber bekräftigen kann.
[ 22 ] Nun habe ich schon öfter hier auseinandergesetzt, dass der Weg den die Geistesforschung zu nehmen hat, ein durchaus innerlicher ist; dass diese Geisteswissenschaft zwar so wissenschaftlich sein will, so streng wissenschaftlich wie jede Naturwissenschaft; dass aber der Weg, den sie nehmen muss, weil sie nicht auf die Sinneswelt geht, sondern eben auf das Geistige, dass dieser Weg ein rein innerlicher sein muss. Ich werde heute nicht auf die genauere Charakteristik dieses innerlichen Weges eingehen; ich habe das öfter hier getan, es kann ja nicht alles immer wiederholt werden. Ich muss da verweisen auf dasjenige, was in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» steht, wo genauer beschrieben wird, was die Seele mit sich selber auszuführen hat, wenn sie den Weg gehen will, der gewisse in ihr schlummernde Kräfte erweckt, was Geistesaugen und Geistesohren — um diese Goethe’schen Ausdrücke zu gebrauchen — genannt werden kann. Es wird dort beschrieben, welche Entwicklung die Seele nehmen muss, um solche Geistesaugen und Geistesohren zu bekommen, um dadurch ebenso hineinsehen zu können in eine geistige Welt, wie die Sinne hineinsehen können in die sinnliche Welt.
[ 22 ] Nun habe ich schon öfter hier auseinandergesetzt, dass der Weg den die Geistesforschung zu nehmen hat, ein durchaus innerlicher ist; dass diese Geisteswissenschaft zwar so wissenschaftlich sein will, so streng wissenschaftlich wie jede Naturwissenschaft; dass aber der Weg, den sie nehmen muss, weil sie nicht auf die Sinneswelt geht, sondern eben auf das Geistige, dass dieser Weg ein rein innerlicher sein muss. Ich werde heute nicht auf die genauere Charakteristik dieses innerlichen Weges eingehen; ich habe das öfter hier getan, es kann ja nicht alles immer wiederholt werden. Ich muss da verweisen auf dasjenige, was in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» steht, wo genauer beschrieben wird, was die Seele mit sich selber auszuführen hat, wenn sie den Weg gehen will, der gewisse in ihr schlummernde Kräfte erweckt, was Geistesaugen und Geistesohren — um diese Goethe’schen Ausdrücke zu gebrauchen — genannt werden kann. Es wird dort beschrieben, welche Entwicklung die Seele nehmen muss, um solche Geistesaugen und Geistesohren zu bekommen, um dadurch ebenso hineinsehen zu können in eine geistige Welt, wie die Sinne hineinsehen können in die sinnliche Welt.
[ 23 ] Wenn aber alles dasjenige, was da geraten wird der Seele, um den Weg zu finden, der eben angedeutet worden ist, wenn das kommen wird, dann wird man finden, dass das Wesentliche darinnen besteht, dass das Denken zunächst, das Vorstellen, in einer anderen Weise behandelt wird, als dieses Denken, dieses Vorstellen im gewöhnlichen Leben behandelt wird. Im gewöhnlichen Leben macht sich der Mensch Vorstellungen von der äußeren Welt, und er ist darauf bedacht — und muss darauf bedacht sein, denn nur dadurch kann er fest drinnen stehen in der äußeren Welt und im praktischen Leben —, er ist darauf bedacht und muss darauf bedacht sein, in seinen Vorstellungen Abbilder zu haben von dem, was draußen als Wirklichkeit ist, innerlich erweckte Bilder.
[ 23 ] Wenn aber alles dasjenige, was da geraten wird der Seele, um den Weg zu finden, der eben angedeutet worden ist, wenn das kommen wird, dann wird man finden, dass das Wesentliche darinnen besteht, dass das Denken zunächst, das Vorstellen, in einer anderen Weise behandelt wird, als dieses Denken, dieses Vorstellen im gewöhnlichen Leben behandelt wird. Im gewöhnlichen Leben macht sich der Mensch Vorstellungen von der äußeren Welt, und er ist darauf bedacht — und muss darauf bedacht sein, denn nur dadurch kann er fest drinnen stehen in der äußeren Welt und im praktischen Leben —, er ist darauf bedacht und muss darauf bedacht sein, in seinen Vorstellungen Abbilder zu haben von dem, was draußen als Wirklichkeit ist, innerlich erweckte Bilder.
[ 24 ] Aber noch etwas anderes ist notwendig. Die Vorstellungen müssen nicht nur in uns gebildet werden, sondern diese Vorstellungen, die der Mensch als Abbilder der Wirklichkeit in seiner Umgebung macht, die müssen — wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, der allerdings die Tatsache nicht genau anzeigt, aber durch den wir uns verständigen können —, diese Vorstellungen müssen haften bleiben im inneren Leben des Menschen: Gedächtnis, Erinnerung muss vorhanden sein. Würden die Vorstellungen nicht haften bleiben, würde dasjenige, was wir vorstellen, so vorübergehen, dass nichts zurückbliebe [in Form von Erinnerungen], so würden wir unsere fortlaufende Ichvorstellung nicht haben, die uns von der Zeit, bis zu der wir uns zurückerinnern können, bis zum Tode begleiten muss und die ungestört bleiben muss. Diese Ich-Vorstellung haben wir nur, können sie nur mit uns mittragen, wenn die Vorstellungen, die wir uns bilden, nicht bloß augenblickliche, gegenwärtige Erlebnisse sind, sondern wenn sie haften bleiben im inneren Leben, wenn sie wiederum aus diesem inneren Leben hervorgeholt werden können.
[ 24 ] Aber noch etwas anderes ist notwendig. Die Vorstellungen müssen nicht nur in uns gebildet werden, sondern diese Vorstellungen, die der Mensch als Abbilder der Wirklichkeit in seiner Umgebung macht, die müssen — wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, der allerdings die Tatsache nicht genau anzeigt, aber durch den wir uns verständigen können —, diese Vorstellungen müssen haften bleiben im inneren Leben des Menschen: Gedächtnis, Erinnerung muss vorhanden sein. Würden die Vorstellungen nicht haften bleiben, würde dasjenige, was wir vorstellen, so vorübergehen, dass nichts zurückbliebe [in Form von Erinnerungen], so würden wir unsere fortlaufende Ichvorstellung nicht haben, die uns von der Zeit, bis zu der wir uns zurückerinnern können, bis zum Tode begleiten muss und die ungestört bleiben muss. Diese Ich-Vorstellung haben wir nur, können sie nur mit uns mittragen, wenn die Vorstellungen, die wir uns bilden, nicht bloß augenblickliche, gegenwärtige Erlebnisse sind, sondern wenn sie haften bleiben im inneren Leben, wenn sie wiederum aus diesem inneren Leben hervorgeholt werden können.
[ 25 ] Nun besteht das Wesentliche der ersten inneren Vornahme, der ersten inneren Tätigkeit, die der Geistesforscher mit seiner eigenen Seele vorzunehmen hat, die besteht darinnen, dass dieses Vorstellen, das durchaus richtig ist für das gewöhnliche äußere Leben, dass dieses Vorstellen abgeändert werde, dass es in einer ganz anderen Weise auftritt in der Seele, als es im gewöhnlichen Leben auftritt. Um also wirklich das Geistige zu erkennen, muss etwas mit der Seele vorgehen, was das Vorstellungsleben ganz anders einrichtet, als es im gewöhnlichen Leben ist.
[ 25 ] Nun besteht das Wesentliche der ersten inneren Vornahme, der ersten inneren Tätigkeit, die der Geistesforscher mit seiner eigenen Seele vorzunehmen hat, die besteht darinnen, dass dieses Vorstellen, das durchaus richtig ist für das gewöhnliche äußere Leben, dass dieses Vorstellen abgeändert werde, dass es in einer ganz anderen Weise auftritt in der Seele, als es im gewöhnlichen Leben auftritt. Um also wirklich das Geistige zu erkennen, muss etwas mit der Seele vorgehen, was das Vorstellungsleben ganz anders einrichtet, als es im gewöhnlichen Leben ist.
[ 26 ] Nun habe ich öfter hervorgehoben, dass es sich darum handelt bei dem, was der Geistesforscher, um seinen Weg in die geistige Welt hinein zu finden, mit sich vorzunehmen hat, dass es sich darum handelt, gewisse Gedanken — auf deren äußeren Wirklichkeitswert es nicht ankommt zunächst, sie können namentlich bildhafte Gedanken, sinnbildliche Gedanken sein — in seiner Seele gegenwärtig zu machen. Man nennt das «Meditieren»; die ganze Tätigkeit der Seele konzentrieren auf einen willkürlich in die Seele gestellten Gedankeninhalt, den man überschauen kann, bei dem also nicht unterbewusst gefühlsmäßige, unbewusst gefühlsmäßige Triebkräfte mitspielen können, sondern einen Inhalt, den man überschauen kann, den man durchsichtig klar vor die Seele stellt, der wird in den Mittelpunkt des Bewusstseins gestellt, in den Mittelpunkt des Denkens gerückt.
[ 26 ] Nun habe ich öfter hervorgehoben, dass es sich darum handelt bei dem, was der Geistesforscher, um seinen Weg in die geistige Welt hinein zu finden, mit sich vorzunehmen hat, dass es sich darum handelt, gewisse Gedanken — auf deren äußeren Wirklichkeitswert es nicht ankommt zunächst, sie können namentlich bildhafte Gedanken, sinnbildliche Gedanken sein — in seiner Seele gegenwärtig zu machen. Man nennt das «Meditieren»; die ganze Tätigkeit der Seele konzentrieren auf einen willkürlich in die Seele gestellten Gedankeninhalt, den man überschauen kann, bei dem also nicht unterbewusst gefühlsmäßige, unbewusst gefühlsmäßige Triebkräfte mitspielen können, sondern einen Inhalt, den man überschauen kann, den man durchsichtig klar vor die Seele stellt, der wird in den Mittelpunkt des Bewusstseins gestellt, in den Mittelpunkt des Denkens gerückt.
[ 27 ] Und das Denken muss dann — es ist das ein langer Übungsweg, der durchgemacht werden muss, der oftmals jahrelang dauern kann —, das Denken muss immer wieder darauf zurückkommen, diesen Inhalt in den Mittelpunkt des Bewusstseins zu stellen. Dadurch wird das ganze Seclenleben zusammengedrängt — gewiss, es darf nur kurze Zeit dauern, Minuten etwa während des Tages —, dadurch wird das ganze Seelenleben zusammengedrängt auf diesen Inhalt. Und dadurch kommt dieses Seelenleben nach und nach — ich beschreibe dasjenige, was wirklich die Geistesforschung durchzumachen hat —, nach und nach dazu, zu trennen zwei Dinge, die im gewöhnlichen Vorstellen immer verknüpft sind: nämlich, die innere Tätigkeit des Denkens, des Vorstellens, abzutrennen von dem Inhalt. Man muss abtrennen dasjenige, sehr verehrte Anwesende, was man da macht, indem man denkt, indem man vorstellt — diese innere Tätigkeit des Denkens, die muss man ganz abtrennen von dem Inhalt. Sodass, wenn man also einen solchen Inhalt in den Mittelpunkt seines Seelenlebens stellt, man allmählich gewahr wird: Es kommt nicht auf diesen Inhalt an; diesen Inhalt habe ich bloß hereingelegt, damit ich die innere Tätigkeit des Denkens daran ausüben kann.
[ 27 ] Und das Denken muss dann — es ist das ein langer Übungsweg, der durchgemacht werden muss, der oftmals jahrelang dauern kann —, das Denken muss immer wieder darauf zurückkommen, diesen Inhalt in den Mittelpunkt des Bewusstseins zu stellen. Dadurch wird das ganze Seclenleben zusammengedrängt — gewiss, es darf nur kurze Zeit dauern, Minuten etwa während des Tages —, dadurch wird das ganze Seelenleben zusammengedrängt auf diesen Inhalt. Und dadurch kommt dieses Seelenleben nach und nach — ich beschreibe dasjenige, was wirklich die Geistesforschung durchzumachen hat —, nach und nach dazu, zu trennen zwei Dinge, die im gewöhnlichen Vorstellen immer verknüpft sind: nämlich, die innere Tätigkeit des Denkens, des Vorstellens, abzutrennen von dem Inhalt. Man muss abtrennen dasjenige, sehr verehrte Anwesende, was man da macht, indem man denkt, indem man vorstellt — diese innere Tätigkeit des Denkens, die muss man ganz abtrennen von dem Inhalt. Sodass, wenn man also einen solchen Inhalt in den Mittelpunkt seines Seelenlebens stellt, man allmählich gewahr wird: Es kommt nicht auf diesen Inhalt an; diesen Inhalt habe ich bloß hereingelegt, damit ich die innere Tätigkeit des Denkens daran ausüben kann.
[ 28 ] Und dann erlebe ich innerlich, jetzt nicht einen bestimmten Gedanken, jetzt nicht einen bestimmten Inhalt, sondern die innere Tätigkeit des Denkens. Das ist weniger dasjenige, was man sonst Denken nennt, sondern das ist dasjenige, was sonst beim Denken immer unbewusst bleibt, das ist eine gewisse, im sonstigen Denken und Vorstellen geübte Willenstätigkeit, eine feine Willenstätigkeit. Das beachtet man gar nicht im gewöhnlichen Leben, im gewöhnlichen Vorstellen, wenn man denkt. Das beachtet man gar nicht, dass man ja eigentlich immer seinen Willen braucht, wenn man denkt, wenn man vorstellt; das beachtet man nicht. Das erlebt man aber jetzt, dass man da eine feine innere Willenstätigkeit ausübt. Die Seele wird gewahr gewisse Kräfte in sich, die sie sonst auch immer übt im gewöhnlichen Leben, auf die sie aber das Bewusstsein nicht hinrichtet, die unbewusst bleiben. Sodass aller Inhalt der Meditation herausfallen kann aus dem Vorstellen, und nur dieses Sich-innerlichBewegen im Denken, im Vorstellen, gewissermaßen innerlich ergriffen wird. Und darauf kommt es an. Denn auf fortgesetztes Üben in dieser Richtung knüpfen sich nun ganz bestimmte Erlebnisse an, die man im Fortgang seines Suchens nach der geistigen Welt hat. Gewisse Erlebnisse knüpfen sich daran, wenn man dazu gekommen ist, wirklich abzutrennen den Inhalt, und erleben zu können das bloße innere Tun, die Tätigkeit im Denken, im Vorstellen. Dann hat man zunächst so ein innerliches Gefühl, als ob man jetzt in irgendeinem ganz unbestimmten Erleben drinnen stünde. Es ist wichtig — ich möchte sagen — diese feinen Einzelheiten durchaus ins Auge zu fassen, wenn man von wahrer geisteswissenschaftlicher Forschung etwas wissen will.
[ 28 ] Und dann erlebe ich innerlich, jetzt nicht einen bestimmten Gedanken, jetzt nicht einen bestimmten Inhalt, sondern die innere Tätigkeit des Denkens. Das ist weniger dasjenige, was man sonst Denken nennt, sondern das ist dasjenige, was sonst beim Denken immer unbewusst bleibt, das ist eine gewisse, im sonstigen Denken und Vorstellen geübte Willenstätigkeit, eine feine Willenstätigkeit. Das beachtet man gar nicht im gewöhnlichen Leben, im gewöhnlichen Vorstellen, wenn man denkt. Das beachtet man gar nicht, dass man ja eigentlich immer seinen Willen braucht, wenn man denkt, wenn man vorstellt; das beachtet man nicht. Das erlebt man aber jetzt, dass man da eine feine innere Willenstätigkeit ausübt. Die Seele wird gewahr gewisse Kräfte in sich, die sie sonst auch immer übt im gewöhnlichen Leben, auf die sie aber das Bewusstsein nicht hinrichtet, die unbewusst bleiben. Sodass aller Inhalt der Meditation herausfallen kann aus dem Vorstellen, und nur dieses Sich-innerlichBewegen im Denken, im Vorstellen, gewissermaßen innerlich ergriffen wird. Und darauf kommt es an. Denn auf fortgesetztes Üben in dieser Richtung knüpfen sich nun ganz bestimmte Erlebnisse an, die man im Fortgang seines Suchens nach der geistigen Welt hat. Gewisse Erlebnisse knüpfen sich daran, wenn man dazu gekommen ist, wirklich abzutrennen den Inhalt, und erleben zu können das bloße innere Tun, die Tätigkeit im Denken, im Vorstellen. Dann hat man zunächst so ein innerliches Gefühl, als ob man jetzt in irgendeinem ganz unbestimmten Erleben drinnen stünde. Es ist wichtig — ich möchte sagen — diese feinen Einzelheiten durchaus ins Auge zu fassen, wenn man von wahrer geisteswissenschaftlicher Forschung etwas wissen will.
[ 29 ] Dasjenige, was sonst das Ruhen des Denkens in dem Vorstellen ist, das kann unter dem Einfluss solcher Übungen zunächst aufhören, wenn das Ziel erreicht werden soll, und muss eigentlich für gewisse Erfahrungen aufhören, wenn das Ziel erreicht werden soll. Man kommt in ein innerliches Erleben, in ein innerliches Sich-Bewegen hinein. Man fühlt sich nicht äußerlich jetzt — nur der Vergleich knüpft an Äußerliches an —, man fühlt sich wie seelisch im Finstern überall umhertastend; man fühlt sich ganz aufgehend in der inneren Vorstellungs- und Denktätigkeit, die man ergriffen hat. Durch inneres Erleben macht man jetzt eine gewisse Erfahrung; und die besteht darinnen, dass man sich sagt: Also, du hast es jetzt erreicht, dass du nur in der Denktätigkeit, in der Vorstellungstätigkeit lebst. Man macht zunächst die Erfahrung, dass mit Bezug auf diese innerlichen Erlebnisse in der Denktätigkeit, in der Vorstellungstätigkeit dasjenige nicht mehr da ist, was sonst Erinnerungskraft, was sonst Gedächtnis ist. Das ist nicht mehr da. Man merkt, dass man in eine ganze andere innere Strömung hineingekommen ist, dass man dasjenige, was man jetzt erlebt als Denktätigkeit, dass man das nicht so erlebt, als wenn man sich an irgendetwas erinnert oder wenn man sonst mit Anlehnung an äußere Gegenstände oder Tatsachen denkt; sondern man merkt, dass man jetzt Denktätigkeit entwickelt, so wie man entwickelt Willenstätigkeit, ich will sagen, aus der Gewohnheit heraus — nicht ein Denken, sondern ein innerliches Sichbetätigen aus einer gewissen feinen Gewohnheit heraus, das ist dasjenige, was man jetzt innerlich erlebt. Und nur einen Wert, eine Bedeutung hat dieses innerliche Erleben in dem Augenblicke — eine Bedeutung [hat] dieses Erleben der inneren Tätigkeit in dem Augenblicke, wo man es erlebt. Es ist zwar auch ein grober Vergleich, aber ich kann doch den Vergleich gebrauchen: Das, was man so erlebt, indem man jetzt von den Gedanken getrennt hat die innere Denktätigkeit, das gehört so dem augenblicklichen Erleben an, ja, wie das Essen und Trinken. Es ist ein grober Vergleich, aber es ist ein Vergleich, der alles veranschaulicht, was ich sagen will. Nicht wahr, wir können nicht, wenn wir gestern gegessen haben, das gestrige Essen oder gestrige Trinken heute wiederum zur Ernährung des Körpers verwenden, sondern wir müssen heute wiederum essen und trinken. Essen und Trinken haben nur diese augenblickliche, diese gegenwärtige Bedeutung. Wir können nicht sagen: Wir essen heute; und morgen, wenn wir diese Tätigkeit ausüben, wodurch wir uns [...] erinnern an unser heutiges Essen und Trinken, dadurch auch uns ernähren. Das ist eine Tätigkeit — das Essen und Trinken —, das immer wiederholt werden muss.
[ 29 ] Dasjenige, was sonst das Ruhen des Denkens in dem Vorstellen ist, das kann unter dem Einfluss solcher Übungen zunächst aufhören, wenn das Ziel erreicht werden soll, und muss eigentlich für gewisse Erfahrungen aufhören, wenn das Ziel erreicht werden soll. Man kommt in ein innerliches Erleben, in ein innerliches Sich-Bewegen hinein. Man fühlt sich nicht äußerlich jetzt — nur der Vergleich knüpft an Äußerliches an —, man fühlt sich wie seelisch im Finstern überall umhertastend; man fühlt sich ganz aufgehend in der inneren Vorstellungs- und Denktätigkeit, die man ergriffen hat. Durch inneres Erleben macht man jetzt eine gewisse Erfahrung; und die besteht darinnen, dass man sich sagt: Also, du hast es jetzt erreicht, dass du nur in der Denktätigkeit, in der Vorstellungstätigkeit lebst. Man macht zunächst die Erfahrung, dass mit Bezug auf diese innerlichen Erlebnisse in der Denktätigkeit, in der Vorstellungstätigkeit dasjenige nicht mehr da ist, was sonst Erinnerungskraft, was sonst Gedächtnis ist. Das ist nicht mehr da. Man merkt, dass man in eine ganze andere innere Strömung hineingekommen ist, dass man dasjenige, was man jetzt erlebt als Denktätigkeit, dass man das nicht so erlebt, als wenn man sich an irgendetwas erinnert oder wenn man sonst mit Anlehnung an äußere Gegenstände oder Tatsachen denkt; sondern man merkt, dass man jetzt Denktätigkeit entwickelt, so wie man entwickelt Willenstätigkeit, ich will sagen, aus der Gewohnheit heraus — nicht ein Denken, sondern ein innerliches Sichbetätigen aus einer gewissen feinen Gewohnheit heraus, das ist dasjenige, was man jetzt innerlich erlebt. Und nur einen Wert, eine Bedeutung hat dieses innerliche Erleben in dem Augenblicke — eine Bedeutung [hat] dieses Erleben der inneren Tätigkeit in dem Augenblicke, wo man es erlebt. Es ist zwar auch ein grober Vergleich, aber ich kann doch den Vergleich gebrauchen: Das, was man so erlebt, indem man jetzt von den Gedanken getrennt hat die innere Denktätigkeit, das gehört so dem augenblicklichen Erleben an, ja, wie das Essen und Trinken. Es ist ein grober Vergleich, aber es ist ein Vergleich, der alles veranschaulicht, was ich sagen will. Nicht wahr, wir können nicht, wenn wir gestern gegessen haben, das gestrige Essen oder gestrige Trinken heute wiederum zur Ernährung des Körpers verwenden, sondern wir müssen heute wiederum essen und trinken. Essen und Trinken haben nur diese augenblickliche, diese gegenwärtige Bedeutung. Wir können nicht sagen: Wir essen heute; und morgen, wenn wir diese Tätigkeit ausüben, wodurch wir uns [...] erinnern an unser heutiges Essen und Trinken, dadurch auch uns ernähren. Das ist eine Tätigkeit — das Essen und Trinken —, das immer wiederholt werden muss.
[ 30 ] Und so ist diese innere Vorstellungstätigkeit etwas, diese innere Vorstellungsbetätigung jetzt etwas, was nicht einen Wert hat für eine spätere Zeit, sondern immer von Neuem aus dem Erleben hervorgerufen werde muss. Man muss sich die innerliche Fähigkeit erwerben, nicht etwa das, was man einmal geistig auf diese Weise erlebt hat, sich zu merken, damit man sich daran erinnern könne; sondern damit man es immer wieder und wieder aus einer jetzt inneren, feineren Gewohnheit heraus erleben kann. Sodass man merkt, dass das, was man jetzt entwickelt hat, als Vorstellung wirklich so verfließt zunächst wie Träume. Wie die Träume hinhuschen, so huscht dieses wirkliche Ertasten, geistig-seelische Ertasten hin, das ja in einer unabänderlichen Beweglichkeit ist, wie ich angedeutet habe.
[ 30 ] Und so ist diese innere Vorstellungstätigkeit etwas, diese innere Vorstellungsbetätigung jetzt etwas, was nicht einen Wert hat für eine spätere Zeit, sondern immer von Neuem aus dem Erleben hervorgerufen werde muss. Man muss sich die innerliche Fähigkeit erwerben, nicht etwa das, was man einmal geistig auf diese Weise erlebt hat, sich zu merken, damit man sich daran erinnern könne; sondern damit man es immer wieder und wieder aus einer jetzt inneren, feineren Gewohnheit heraus erleben kann. Sodass man merkt, dass das, was man jetzt entwickelt hat, als Vorstellung wirklich so verfließt zunächst wie Träume. Wie die Träume hinhuschen, so huscht dieses wirkliche Ertasten, geistig-seelische Ertasten hin, das ja in einer unabänderlichen Beweglichkeit ist, wie ich angedeutet habe.
[ 31 ] Was merkt man also eigentlich nun in diesem Moment, sehr verehrte Anwesende? Da merkt man das, was nun auch — wie manches, was ich gelegentlich des geistigen Erkenntnisweges auch schon angeführt habe — erschütternd auf die Seele wirken kann: Man merkt, was es eigentlich für eine Bewandtnis hat mit dem, was wir Gedächtnis nennen, mit dem, was wir Erinnerungskraft nennen. Diese Erinnerungskraft können wir zunächst für das geistige Erkennen gar nicht gebrauchen. Von dieser Erinnerungskraft müssen wir uns gerade trennen, wenn wir geistig erkennen wollen. Und man erkennt nun klar, ganz klar, dass dasjenige Denken, das erinnert werden kann — und das ist alles alltägliche Denken und muss alles alltägliche Denken sein; wenn es nicht mehr das alltägliche Denken ist, so ist man nicht mehr geistig gesund —, man erkennt, dass dasjenige Denken, das in die Erinnerung übergehen kann, unmittelbar an die Körperlichkeit gebunden ist, [man erkennt], dass der physische Leib wirklich wie eine Maschine, wenn auch wie eine feinere Maschine, [beiträgt] dasjenige, was zunächst im alltäglichen Leben so gedacht wird, dass es Erinnerung hervorrufen kann.
[ 31 ] Was merkt man also eigentlich nun in diesem Moment, sehr verehrte Anwesende? Da merkt man das, was nun auch — wie manches, was ich gelegentlich des geistigen Erkenntnisweges auch schon angeführt habe — erschütternd auf die Seele wirken kann: Man merkt, was es eigentlich für eine Bewandtnis hat mit dem, was wir Gedächtnis nennen, mit dem, was wir Erinnerungskraft nennen. Diese Erinnerungskraft können wir zunächst für das geistige Erkennen gar nicht gebrauchen. Von dieser Erinnerungskraft müssen wir uns gerade trennen, wenn wir geistig erkennen wollen. Und man erkennt nun klar, ganz klar, dass dasjenige Denken, das erinnert werden kann — und das ist alles alltägliche Denken und muss alles alltägliche Denken sein; wenn es nicht mehr das alltägliche Denken ist, so ist man nicht mehr geistig gesund —, man erkennt, dass dasjenige Denken, das in die Erinnerung übergehen kann, unmittelbar an die Körperlichkeit gebunden ist, [man erkennt], dass der physische Leib wirklich wie eine Maschine, wenn auch wie eine feinere Maschine, [beiträgt] dasjenige, was zunächst im alltäglichen Leben so gedacht wird, dass es Erinnerung hervorrufen kann.
[ 32 ] Sehen Sie, verehrte Anwesende, der Geistesforscher kommt durch ein Erlebnis gerade zu einer Bekräftigung der trivialen Wahrheit, die der Materialismus als die seine in Anspruch nimmt, dass dasjenige Denken, welches im Alltag entwickelt wird, durchaus bedingt ist durch die Leiblichkeit. Nicht bedingt durch die Leiblichkeit ist nur das, was wir jetzt abgeschält haben, die innere Tätigkeit. [Nicht das Denken, die Denktätigkeit ist bedingt von der Leiblichkeit, sondern der Inhalt des Gedankens ist ganz abhängig von der Leiblichkeit.] Der Inhalt des Gedankens ist ganz abhängig von der Leiblichkeit.
[ 32 ] Sehen Sie, verehrte Anwesende, der Geistesforscher kommt durch ein Erlebnis gerade zu einer Bekräftigung der trivialen Wahrheit, die der Materialismus als die seine in Anspruch nimmt, dass dasjenige Denken, welches im Alltag entwickelt wird, durchaus bedingt ist durch die Leiblichkeit. Nicht bedingt durch die Leiblichkeit ist nur das, was wir jetzt abgeschält haben, die innere Tätigkeit. [Nicht das Denken, die Denktätigkeit ist bedingt von der Leiblichkeit, sondern der Inhalt des Gedankens ist ganz abhängig von der Leiblichkeit.] Der Inhalt des Gedankens ist ganz abhängig von der Leiblichkeit.
[ 33 ] Und wenn da kommen irgendwelche geisteswissenschaftliche Dilettanten, auch philosophisch nuancierte — sagen wir — Fachkenner und sagen: Ja, aber der Gedanke hat doch eine innere Eigenschaft, aus der man erkennt, dass er nicht in der Leiblichkeit aufgehen kann, das er etwas anderes ist als die Leiblichkeit, da wird man mit der vielleicht nicht heute schon bestehenden Wissenschaft — aber mit dem Ideal der Wissenschaft, das sich schon einmal erfüllen wird, der Geisteswissenschaft — sagen: Es gibt gewisse Materien, wenn man sie dem Lichte aussetzt, so nehmen sie gewissermaßen das Licht auf und strahlen es dann noch eine Zeit lang von sich aus. Wird man nun diese Ausstrahlungen als irgendetwas betrachten, was nicht in der Materie begründet ist? Ebenso wenig sollte man, wenn die Außenwelt, die physisch-sinnliche Außenwelt auf den Menschen einen Eindruck macht, [wenn die Außenwelt] innerlich Gedanken erzeugt und diese Gedanken nur festgehalten werden während der Zeit unseres Lebens, wenn sie gleichsam fluoreszieren heraus aus der Leiblichkeit, ebenso wenig sollte man diese als irgenderwas Geistig-allein-Bedingtes betrachten, als irgendetwas, was eine Bedeutung haben könne für ewige Kräfte der menschlichen Seele. Es sind Erscheinungen, die auftreten an der leiblichen Materie des Menschen. Ebenso wie die Elektrizität auftritt an der Materie. Nicht in dem Leugnen dieser berechtigten naturwissenschaftlichen Anschauung, sondern in dem richtigen Verstehen liegt dasjenige, was die Geisteswissenschaft dabei zu tun hat.
[ 33 ] Und wenn da kommen irgendwelche geisteswissenschaftliche Dilettanten, auch philosophisch nuancierte — sagen wir — Fachkenner und sagen: Ja, aber der Gedanke hat doch eine innere Eigenschaft, aus der man erkennt, dass er nicht in der Leiblichkeit aufgehen kann, das er etwas anderes ist als die Leiblichkeit, da wird man mit der vielleicht nicht heute schon bestehenden Wissenschaft — aber mit dem Ideal der Wissenschaft, das sich schon einmal erfüllen wird, der Geisteswissenschaft — sagen: Es gibt gewisse Materien, wenn man sie dem Lichte aussetzt, so nehmen sie gewissermaßen das Licht auf und strahlen es dann noch eine Zeit lang von sich aus. Wird man nun diese Ausstrahlungen als irgendetwas betrachten, was nicht in der Materie begründet ist? Ebenso wenig sollte man, wenn die Außenwelt, die physisch-sinnliche Außenwelt auf den Menschen einen Eindruck macht, [wenn die Außenwelt] innerlich Gedanken erzeugt und diese Gedanken nur festgehalten werden während der Zeit unseres Lebens, wenn sie gleichsam fluoreszieren heraus aus der Leiblichkeit, ebenso wenig sollte man diese als irgenderwas Geistig-allein-Bedingtes betrachten, als irgendetwas, was eine Bedeutung haben könne für ewige Kräfte der menschlichen Seele. Es sind Erscheinungen, die auftreten an der leiblichen Materie des Menschen. Ebenso wie die Elektrizität auftritt an der Materie. Nicht in dem Leugnen dieser berechtigten naturwissenschaftlichen Anschauung, sondern in dem richtigen Verstehen liegt dasjenige, was die Geisteswissenschaft dabei zu tun hat.
[ 34 ] Sodass alle philosophische Rederei, welche auf Grundlage einer Betrachtung der Gedanken, wie sie einmal sind, niemals irgendetwas wird aussagen können über die ewigen Kräfte der Menschenseele. Denn geradeso wie ein Fluoreszieren der Materie, wenn man sie als Materie wegnimmt, selbstverständlich das bedingt, dass auch das Fluoreszieren aufhört, so kann derjenige, der auf naturwissenschaftlichem Boden steht, nicht anders, als der Wahrheit gemäß zu behaupten: Wenn der Körper zerfällt, zerfällt auch seine Grundlage, die er gibt für das Erscheinen der Gedanken aus der Leiblichkeit heraus.
[ 34 ] Sodass alle philosophische Rederei, welche auf Grundlage einer Betrachtung der Gedanken, wie sie einmal sind, niemals irgendetwas wird aussagen können über die ewigen Kräfte der Menschenseele. Denn geradeso wie ein Fluoreszieren der Materie, wenn man sie als Materie wegnimmt, selbstverständlich das bedingt, dass auch das Fluoreszieren aufhört, so kann derjenige, der auf naturwissenschaftlichem Boden steht, nicht anders, als der Wahrheit gemäß zu behaupten: Wenn der Körper zerfällt, zerfällt auch seine Grundlage, die er gibt für das Erscheinen der Gedanken aus der Leiblichkeit heraus.
[ 35 ] Nur das unmittelbare Beweisen, das dadurch entsteht, dass die sonst unbewusst bleibende Denktätigkeit, Vorstellungstätigkeit, sich von den Gedanken selber abgesondert hat, sich innerlich erfasst hat, das gibt zunächst das höhere Bewusstsein, dass man nunmehr lebt in etwas, was wirklich außerhalb der Leiblichkeit ist. Mit den Gedanken des Alltags lebt man nicht außerhalb der Leiblichkeit. Mit dem Ergreifen derjenigen Tätigkeit, die man auf die geschilderte Weise abgesondert hat von dem Inhalte der Gedanken, weiß man, dass man — indem man sie erlebt, weiß man es —, dass man mit etwas in einer Sphäre lebt, die jetzt außerhalb der Leiblichkeit ist.
[ 35 ] Nur das unmittelbare Beweisen, das dadurch entsteht, dass die sonst unbewusst bleibende Denktätigkeit, Vorstellungstätigkeit, sich von den Gedanken selber abgesondert hat, sich innerlich erfasst hat, das gibt zunächst das höhere Bewusstsein, dass man nunmehr lebt in etwas, was wirklich außerhalb der Leiblichkeit ist. Mit den Gedanken des Alltags lebt man nicht außerhalb der Leiblichkeit. Mit dem Ergreifen derjenigen Tätigkeit, die man auf die geschilderte Weise abgesondert hat von dem Inhalte der Gedanken, weiß man, dass man — indem man sie erlebt, weiß man es —, dass man mit etwas in einer Sphäre lebt, die jetzt außerhalb der Leiblichkeit ist.
[ 36 ] So kann man niemals, sehr verehrte Anwesende, aus dem, was der Mensch schon zunächst bewusst übt in Bezug auf die physische Umwelt und in Bezug auf sein äußeres Leben, die ewigen Kräfte der Menschenseele erforschen; sondern notwendig ist dazu, dass von dem, was der Mensch in sich erlebt im gewöhnlichen physischen Leben, erst abgesondert wird dasjenige, was auf die geschilderte Art innerlich ergriffen werden kann. Aber es genügt nicht, dass der Mensch den soeben geschilderten Weg durchmacht; denn er würde dadurch niemals zu etwas anderem kommen als dazu, in einem gewissermaßen ewigen Weggehen sich zu erfühlen wie in einem Seelendunkel. Das genügt also nicht.
[ 36 ] So kann man niemals, sehr verehrte Anwesende, aus dem, was der Mensch schon zunächst bewusst übt in Bezug auf die physische Umwelt und in Bezug auf sein äußeres Leben, die ewigen Kräfte der Menschenseele erforschen; sondern notwendig ist dazu, dass von dem, was der Mensch in sich erlebt im gewöhnlichen physischen Leben, erst abgesondert wird dasjenige, was auf die geschilderte Art innerlich ergriffen werden kann. Aber es genügt nicht, dass der Mensch den soeben geschilderten Weg durchmacht; denn er würde dadurch niemals zu etwas anderem kommen als dazu, in einem gewissermaßen ewigen Weggehen sich zu erfühlen wie in einem Seelendunkel. Das genügt also nicht.
[ 37 ] Was hat denn der Mensch eigentlich auf diese Weise erreicht? Er hat im Grunde genommen den Inhalt des Denkens, die Gedanken, die Vorstellungen selber abgeworfen, und hat erkannt, dass diese Vorstellungen, diese Gedanken an das Leibliche gebunden sind, und dass nur die Tätigkeit des Vorstellens, die Tätigkeit des Denkens, nicht an dieses Leibliche gebunden ist.
[ 37 ] Was hat denn der Mensch eigentlich auf diese Weise erreicht? Er hat im Grunde genommen den Inhalt des Denkens, die Gedanken, die Vorstellungen selber abgeworfen, und hat erkannt, dass diese Vorstellungen, diese Gedanken an das Leibliche gebunden sind, und dass nur die Tätigkeit des Vorstellens, die Tätigkeit des Denkens, nicht an dieses Leibliche gebunden ist.
[ 38 ] Es müssen nun deshalb parallel gehen — die Übungen, die inneren Übungen, die ich genannt habe, um die Seele in der richtigen Weise zu schulen, dürfen nicht bloß für sich befolgt werden —, sondern es müssen ihnen parallel gehen andere Übungen. Die Übungen, die ich eben charakterisiert habe, sind eigentlich [dazu da], um auszubilden, zu entwickeln das Gedankenleben, das Vorstellungsleben. Man trennt die Willenstätigkeit im Vorstellen von dem Inhalte des Vorstellungslebens. Parallel gehen müssen diesen Übungen andere Übungen, die sich nun weniger auf das Gedankenleben beziehen als auf das Willensleben. Und schon, indem man die Meditationen übt — und meistens genügt das sogar; das Genauere können Sie, wie gesagt, in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» nachlesen —, schon indem man die Meditationen übt, indem man diese tägliche Konzentration des Denkens ausführt, die ja eine innere Willenstätigkeit ist— feine Willenstätigkeit —, übt man den Willen in der Weise, wie er sonst im gewöhnlichen Leben nicht angewendet wird. Man tut das ja im gewöhnlichen Leben nicht, dass man so nur aus sich heraus einen ursprünglichen Willensentschluss fasst. Also da schon übt man eine Willenstätigkeit, die gewissermaßen nicht so dunkel sich entwickelt wie die Impulse, die sonst aus unserem Begehren, aus unseren Wünschen, meinetwillen auch aus allerlei Idealen hervorgehen; sondern man übt eine Willenstätigkeit, zu der man sich unmittelbar selber erst rüsten muss, die aus unmittelbarstem, innerem Entschluss hervorgehen muss.
[ 38 ] Es müssen nun deshalb parallel gehen — die Übungen, die inneren Übungen, die ich genannt habe, um die Seele in der richtigen Weise zu schulen, dürfen nicht bloß für sich befolgt werden —, sondern es müssen ihnen parallel gehen andere Übungen. Die Übungen, die ich eben charakterisiert habe, sind eigentlich [dazu da], um auszubilden, zu entwickeln das Gedankenleben, das Vorstellungsleben. Man trennt die Willenstätigkeit im Vorstellen von dem Inhalte des Vorstellungslebens. Parallel gehen müssen diesen Übungen andere Übungen, die sich nun weniger auf das Gedankenleben beziehen als auf das Willensleben. Und schon, indem man die Meditationen übt — und meistens genügt das sogar; das Genauere können Sie, wie gesagt, in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» nachlesen —, schon indem man die Meditationen übt, indem man diese tägliche Konzentration des Denkens ausführt, die ja eine innere Willenstätigkeit ist— feine Willenstätigkeit —, übt man den Willen in der Weise, wie er sonst im gewöhnlichen Leben nicht angewendet wird. Man tut das ja im gewöhnlichen Leben nicht, dass man so nur aus sich heraus einen ursprünglichen Willensentschluss fasst. Also da schon übt man eine Willenstätigkeit, die gewissermaßen nicht so dunkel sich entwickelt wie die Impulse, die sonst aus unserem Begehren, aus unseren Wünschen, meinetwillen auch aus allerlei Idealen hervorgehen; sondern man übt eine Willenstätigkeit, zu der man sich unmittelbar selber erst rüsten muss, die aus unmittelbarstem, innerem Entschluss hervorgehen muss.
[ 39 ] Das ist aber nicht das Wichtige; sondern das Wichtige ist das, dass diese Willenstätigkeit nunmehr mit einem ganz anderen Ziel eigentlich geübt wird als die Willenstätigkeiten des gewöhnlichen Lebens. Die Willenstätigkeiten des gewöhnlichen Lebens werden so ausgeübt, dass man diese oder jene äußere Handlung bewirkt, dass das oder jenes geschieht. Nicht wahr, wenn man etwas will, so soll dies oder jenes geschehen. Aber äußerlich soll gar nichts geschehen, wenn man bloß das Denken in der geschilderten Weise in eine bestimmte Richtung, in eine bestimmte Konzentration bringen will. Aber innerlich geschieht etwas; innerlich geschieht etwas ganz Wesentliches. Innerlich geschieht, dass durch einen solchen Willensentschluss, dass das Ich des Menschen selber, sein innerstes Seelenwesen weiterkommt, dass das sich entwickelt, was sonst immer gewissermaßen der Mittelpunkt alles Wollens ist, wovon alles Wollen ausgeht, von dem Ich, das wird jetzt selber zum Gegenstand des Wollens gemacht. Sonst will das Ich dies oder jenes; jetzt will man mit dem Willen das Ich umgestalten, das Ich zu etwas anderem machen: Das Ich wird Gegenstand, Ziel des Willens. Und das ist es, worauf es ankommt.
[ 39 ] Das ist aber nicht das Wichtige; sondern das Wichtige ist das, dass diese Willenstätigkeit nunmehr mit einem ganz anderen Ziel eigentlich geübt wird als die Willenstätigkeiten des gewöhnlichen Lebens. Die Willenstätigkeiten des gewöhnlichen Lebens werden so ausgeübt, dass man diese oder jene äußere Handlung bewirkt, dass das oder jenes geschieht. Nicht wahr, wenn man etwas will, so soll dies oder jenes geschehen. Aber äußerlich soll gar nichts geschehen, wenn man bloß das Denken in der geschilderten Weise in eine bestimmte Richtung, in eine bestimmte Konzentration bringen will. Aber innerlich geschieht etwas; innerlich geschieht etwas ganz Wesentliches. Innerlich geschieht, dass durch einen solchen Willensentschluss, dass das Ich des Menschen selber, sein innerstes Seelenwesen weiterkommt, dass das sich entwickelt, was sonst immer gewissermaßen der Mittelpunkt alles Wollens ist, wovon alles Wollen ausgeht, von dem Ich, das wird jetzt selber zum Gegenstand des Wollens gemacht. Sonst will das Ich dies oder jenes; jetzt will man mit dem Willen das Ich umgestalten, das Ich zu etwas anderem machen: Das Ich wird Gegenstand, Ziel des Willens. Und das ist es, worauf es ankommt.
[ 40 ] Man kann diese Übungen noch steigern, wirksamer machen, wenn man nun von dieser eben charakterisierten Zielsetzung ausgeht geradezu, wenn man sich sagt: Das Wollen des gewöhnlichen Lebens verläuft so, dass man seine Wünsche befriedigt, dass man vielleicht auch gewissen, sehr berechtigten Idealen des äußeren Lebens nachgeht; aber ich will jetzt einmal auch neben alle dem — selbstverständlich darf der Geistesforscher aus all den berechtigten Ansprüchen und Forderungen des Lebens nicht heraustreten, sonst wird er ein Querkopf und kein Geistesforscher; aber ich will mir einmal, so kann man sagen — auch noch Dinge vornehmen, welche nicht auf Äußeres gehen, nicht auf Verwirklichung dieser oder jener Wünsche oder Ideale, sondern welche geradezu darauf ausgehen, mein eigenes Inneres in die Hand zu nehmen, mein eigenes Inneres so zu entwickeln, wie es sich sonst nicht entwickeln würde, wenn ich es nicht in die Hand nehmen würde. Wie zum Beispiel geradezu, nachdem ich eingesehen habe, dass ich unter gewissen Verhältnissen dies oder jenes wünschen würde: Ich will mir überlegen, einmal diesen Wünschen nicht nachzugehen, sondern mein Ich zu bändigen und es gerade in eine andere Wunschrichtung zu lenken und so weiter, und so weiter. Kurz: [Es geht darum,] ein inneres Wollen [zu] entwickeln, welches jetzt nicht vom Ich ausgeht, sondern das gerade auf das Ich, auf die Entwicklung, auf die Entfaltung des Ich, auf das Vorwärtsschreiten des Ichs vielleicht hingerichtet ist.
[ 40 ] Man kann diese Übungen noch steigern, wirksamer machen, wenn man nun von dieser eben charakterisierten Zielsetzung ausgeht geradezu, wenn man sich sagt: Das Wollen des gewöhnlichen Lebens verläuft so, dass man seine Wünsche befriedigt, dass man vielleicht auch gewissen, sehr berechtigten Idealen des äußeren Lebens nachgeht; aber ich will jetzt einmal auch neben alle dem — selbstverständlich darf der Geistesforscher aus all den berechtigten Ansprüchen und Forderungen des Lebens nicht heraustreten, sonst wird er ein Querkopf und kein Geistesforscher; aber ich will mir einmal, so kann man sagen — auch noch Dinge vornehmen, welche nicht auf Äußeres gehen, nicht auf Verwirklichung dieser oder jener Wünsche oder Ideale, sondern welche geradezu darauf ausgehen, mein eigenes Inneres in die Hand zu nehmen, mein eigenes Inneres so zu entwickeln, wie es sich sonst nicht entwickeln würde, wenn ich es nicht in die Hand nehmen würde. Wie zum Beispiel geradezu, nachdem ich eingesehen habe, dass ich unter gewissen Verhältnissen dies oder jenes wünschen würde: Ich will mir überlegen, einmal diesen Wünschen nicht nachzugehen, sondern mein Ich zu bändigen und es gerade in eine andere Wunschrichtung zu lenken und so weiter, und so weiter. Kurz: [Es geht darum,] ein inneres Wollen [zu] entwickeln, welches jetzt nicht vom Ich ausgeht, sondern das gerade auf das Ich, auf die Entwicklung, auf die Entfaltung des Ich, auf das Vorwärtsschreiten des Ichs vielleicht hingerichtet ist.
[ 41 ] Da wird ein Wille entwickelt, der nach der entgegengesetzten Richtung läuft wie der gewöhnliche Wille, ein Wille, der nach dem Ich hin läuft; während der gewöhnliche Wille vom Ich aus läuft. Wenn man so wiederum das Üben fortsetzt, wird man nach einer angemessenen Zeit — die bei dem einen länger, bei dem anderen kürzer sein kann, bei manchen wochenlang, je nach der Anlage, bei manchem jahrelang dauern kann —, dann wird man bemerken, dass so, wie man durch die angeführte Behandlung des Denklebens die Willenstätigkeit im Denken entdeckt hat, dass man jetzt merkwürdigerweise im Willen entdeckt ein verborgenes Bewusstsein, ein wirkliches, richtiges verborgenes Bewusstsein. Das ist nicht bloß bildlich gesprochen, sondern das ist der Wirklichkeit entsprechend gesprochen: Man entdeckt ein verborgenes Bewusstsein, einen fortwährenden Zuschauer zu dem, was eigentlich sonst sich als Willenstätigkeit entwickelt. Man entdeckt wirklich jetzt, dass in dem Selbst ein höheres Selbst lebt, ein reales höheres Selbst; nicht bloß so, wie man oftmals in bildlicher Weise von einem höheren Selbst spricht, sondern ein reales Wesen lebt da in dem Willen. Das entdeckt man dadurch, dass man durch die entgegengesetzte Willensrichtung zusammenstößt mit dem Ich, und nun das Ich einem im Grunde genommen so objektiv wird, so gegenständlich wird, so außer einem ist, wie es sonst immer innerhalb von einem ist.
[ 41 ] Da wird ein Wille entwickelt, der nach der entgegengesetzten Richtung läuft wie der gewöhnliche Wille, ein Wille, der nach dem Ich hin läuft; während der gewöhnliche Wille vom Ich aus läuft. Wenn man so wiederum das Üben fortsetzt, wird man nach einer angemessenen Zeit — die bei dem einen länger, bei dem anderen kürzer sein kann, bei manchen wochenlang, je nach der Anlage, bei manchem jahrelang dauern kann —, dann wird man bemerken, dass so, wie man durch die angeführte Behandlung des Denklebens die Willenstätigkeit im Denken entdeckt hat, dass man jetzt merkwürdigerweise im Willen entdeckt ein verborgenes Bewusstsein, ein wirkliches, richtiges verborgenes Bewusstsein. Das ist nicht bloß bildlich gesprochen, sondern das ist der Wirklichkeit entsprechend gesprochen: Man entdeckt ein verborgenes Bewusstsein, einen fortwährenden Zuschauer zu dem, was eigentlich sonst sich als Willenstätigkeit entwickelt. Man entdeckt wirklich jetzt, dass in dem Selbst ein höheres Selbst lebt, ein reales höheres Selbst; nicht bloß so, wie man oftmals in bildlicher Weise von einem höheren Selbst spricht, sondern ein reales Wesen lebt da in dem Willen. Das entdeckt man dadurch, dass man durch die entgegengesetzte Willensrichtung zusammenstößt mit dem Ich, und nun das Ich einem im Grunde genommen so objektiv wird, so gegenständlich wird, so außer einem ist, wie es sonst immer innerhalb von einem ist.
[ 42 ] Also das Zweite, das parallel gehen muss mit der Entwicklung des Denklebens, und das ebenso das Bewusstsein, das umfassendere Denken im Willen entdecken muss — wie man durch das Vorhergehende den Willen im Denken entdeckt hat —, das ist eben eine innere Willensübung.
[ 42 ] Also das Zweite, das parallel gehen muss mit der Entwicklung des Denklebens, und das ebenso das Bewusstsein, das umfassendere Denken im Willen entdecken muss — wie man durch das Vorhergehende den Willen im Denken entdeckt hat —, das ist eben eine innere Willensübung.
[ 43 ] Beide Übungen müssen einander parallel gehen. Und wenn man dieses, was da in der Seele auftritt- wenn man davon spricht, erscheint es dem, der damit nicht bekannt ist, und der durchaus bei dem selbstverständlich einleuchtenden Walten der mehr materialistisch gefärbten Weltanschauung verbleiben [will], als eine große Torheit —, aber es ist eben vorhanden das, was man als einen inneren Zuschauer bezeichnen kann. Und das, was man so als einen inneren Zuschauer bezeichnet, was ja aus dem Willen heraus spricht, wenn man ihn in entsprechender Weise behandelt — was Sie genauer in dem genannten Buche nachlesen können —, das ist jetzt in der Lage, die Dunkelheit, von der ich früher gesprochen habe, dieses Seelendunkel aufzuhellen, richtig aufzuhellen. Und es streben gleichsam zusammen zwei innere Erlebnisse: Das erste ist dieses tastende Erleben in dem Beweglichen; und das andere ist mit dem höheren Bewusstsein, das man in sich jetzt ausgebildet hat, das Überschauen desjenigen, was zunächst dunkel war. Man beleuchtet sich selbst dasjenige, was zuerst in dem Dunklen war.
[ 43 ] Beide Übungen müssen einander parallel gehen. Und wenn man dieses, was da in der Seele auftritt- wenn man davon spricht, erscheint es dem, der damit nicht bekannt ist, und der durchaus bei dem selbstverständlich einleuchtenden Walten der mehr materialistisch gefärbten Weltanschauung verbleiben [will], als eine große Torheit —, aber es ist eben vorhanden das, was man als einen inneren Zuschauer bezeichnen kann. Und das, was man so als einen inneren Zuschauer bezeichnet, was ja aus dem Willen heraus spricht, wenn man ihn in entsprechender Weise behandelt — was Sie genauer in dem genannten Buche nachlesen können —, das ist jetzt in der Lage, die Dunkelheit, von der ich früher gesprochen habe, dieses Seelendunkel aufzuhellen, richtig aufzuhellen. Und es streben gleichsam zusammen zwei innere Erlebnisse: Das erste ist dieses tastende Erleben in dem Beweglichen; und das andere ist mit dem höheren Bewusstsein, das man in sich jetzt ausgebildet hat, das Überschauen desjenigen, was zunächst dunkel war. Man beleuchtet sich selbst dasjenige, was zuerst in dem Dunklen war.
[ 44 ] Und jetzt erkennt man, dass die Widerlegung des Materialismus auf einem ganz anderen Gebiete liegt, als wo man sie gewöhnlich sucht! Dasjenige, was de La Mettrie sagt, dass irgendein kleines Rädchen, das die Anatomie gar nicht erforschen kann, vielleicht nur etwas hätte anders sein können bei Erasmus, und Erasmus wäre statt eines Genies ein Tor geworden — das ist ganz richtig, so richtig, dass es ganz selbstverständlich ist. Aber darinnen liegt es nicht; sondern darinnen liegt es, dass diejenige innere, feinere Gliederung seines Organismus, die Erasmus zu Erasmus machte, zu dem Genie machte, dass diese unter dem Einflusse des Seelisch-Geistigen schon entstanden ist, gemacht worden ist!
[ 44 ] Und jetzt erkennt man, dass die Widerlegung des Materialismus auf einem ganz anderen Gebiete liegt, als wo man sie gewöhnlich sucht! Dasjenige, was de La Mettrie sagt, dass irgendein kleines Rädchen, das die Anatomie gar nicht erforschen kann, vielleicht nur etwas hätte anders sein können bei Erasmus, und Erasmus wäre statt eines Genies ein Tor geworden — das ist ganz richtig, so richtig, dass es ganz selbstverständlich ist. Aber darinnen liegt es nicht; sondern darinnen liegt es, dass diejenige innere, feinere Gliederung seines Organismus, die Erasmus zu Erasmus machte, zu dem Genie machte, dass diese unter dem Einflusse des Seelisch-Geistigen schon entstanden ist, gemacht worden ist!
[ 45 ] Sodass wir allerdings in unserem Leib zunächst etwas wie eine Maschine an uns tragen, aber diese Maschine ist von dem Seelisch-Geistigen gemacht worden, unter dem Einflusse dieses Seelisch-Geistigen gemacht worden, das ebenso aus der geistigen Welt hervorkommt und sich mit dem verbindet, was von Vater und Mutter ererbt wird, wie das eben vorhanden ist, was von Vater und Mutter ererbt ist. Diejenigen «Rädchen» in dem Erasmus, die ihn wahrhaftig befähigten, aus seiner Körperlichkeit heraus, gerade das, was seine genialen Gedanken und seine genialen Schöpfungen waren, zu machen, die Gliederung, die da in ihm war, diese Rädchen, die wurden zuerst von seiner seelisch-geistigen Individualität, die aus der geistigen Welt sich zu seinem Physisch-Geborenen herabgesenkt hatte, die wurden da heraus zuerst gemacht, da heraus zuerst gegliedert!
[ 45 ] Sodass wir allerdings in unserem Leib zunächst etwas wie eine Maschine an uns tragen, aber diese Maschine ist von dem Seelisch-Geistigen gemacht worden, unter dem Einflusse dieses Seelisch-Geistigen gemacht worden, das ebenso aus der geistigen Welt hervorkommt und sich mit dem verbindet, was von Vater und Mutter ererbt wird, wie das eben vorhanden ist, was von Vater und Mutter ererbt ist. Diejenigen «Rädchen» in dem Erasmus, die ihn wahrhaftig befähigten, aus seiner Körperlichkeit heraus, gerade das, was seine genialen Gedanken und seine genialen Schöpfungen waren, zu machen, die Gliederung, die da in ihm war, diese Rädchen, die wurden zuerst von seiner seelisch-geistigen Individualität, die aus der geistigen Welt sich zu seinem Physisch-Geborenen herabgesenkt hatte, die wurden da heraus zuerst gemacht, da heraus zuerst gegliedert!
[ 46 ] Sucht man das Seelische, das eigentlich tiefer Seelische des Menschen, neben dem Leiblichen, während unseres Leibeslebens, so geht man eben ganz fehl! Man geht so sehr fehl, dass der Geistesforscher selber einzuwenden hat: Ja, das, was sich da während deines leiblichen Lebens zum Beispiel als deine Gedankenwelt entwickelt, das ist ganz abhängig von deiner Leiblichkeit. Und dann merkt man gerade als Geistesforscher sehr stark den Materialismus, insofern er berechtigt ist. Aber dasjenige, was unser materieller Leib ist, das ist mit aus Geisteskraft heraus geschaffen!
[ 46 ] Sucht man das Seelische, das eigentlich tiefer Seelische des Menschen, neben dem Leiblichen, während unseres Leibeslebens, so geht man eben ganz fehl! Man geht so sehr fehl, dass der Geistesforscher selber einzuwenden hat: Ja, das, was sich da während deines leiblichen Lebens zum Beispiel als deine Gedankenwelt entwickelt, das ist ganz abhängig von deiner Leiblichkeit. Und dann merkt man gerade als Geistesforscher sehr stark den Materialismus, insofern er berechtigt ist. Aber dasjenige, was unser materieller Leib ist, das ist mit aus Geisteskraft heraus geschaffen!
[ 47 ] Mit demjenigen, sehr verehrte Anwesende, verbindet man sich, was vorangegangen ist unserem physischen Dasein und was vorhanden sein wird, nachdem unser physisches Dasein zerfallen sein wird, mit dem verbindet man sich durch den geistesforscherischen Weg. Und ebenso wahr, wie in dem Moment, wo Wärme, die ich in die Dampfmaschine hineinheize, sich umwandelt in Fortbewegungskraft, wie dann die Wärme, die sich umwandelt in Fortbewegungskraft, nicht mehr als Wärme vorhanden ist, sondern eben als Fortbewegungskraft vorhanden ist, ebenso wahr ist es, dass die Kraft, die wir als seelisch-geistige haben, bevor wir das physische Dasein angenommen haben, dass diese sich gerade umwandelt, indem sie den Körper durchgliedert, [indem sie] körperlich wird. Und solange wir körperlich sind, geht sie unter im Körperlichen, und kann nur auf die Weise wiedergewonnen werden, dass durch geistiges Forschen sich zeigt, dass das Geistig-Seelische abgetrennt wird auf die geschilderte Weise vom Körperlichen und als solches Geistig-Seelisches neben dem Körperlichen sich lebend weiß. Überzeugen kann man sich, dass von uns ein Geistig-Seelisches da war, bevor dieses sich in das Körperliche umgewandelt hat —, dass es seelisch-geistig da sein wird, wenn wir durch die Pforte des Todes gegangen sein werden.
[ 47 ] Mit demjenigen, sehr verehrte Anwesende, verbindet man sich, was vorangegangen ist unserem physischen Dasein und was vorhanden sein wird, nachdem unser physisches Dasein zerfallen sein wird, mit dem verbindet man sich durch den geistesforscherischen Weg. Und ebenso wahr, wie in dem Moment, wo Wärme, die ich in die Dampfmaschine hineinheize, sich umwandelt in Fortbewegungskraft, wie dann die Wärme, die sich umwandelt in Fortbewegungskraft, nicht mehr als Wärme vorhanden ist, sondern eben als Fortbewegungskraft vorhanden ist, ebenso wahr ist es, dass die Kraft, die wir als seelisch-geistige haben, bevor wir das physische Dasein angenommen haben, dass diese sich gerade umwandelt, indem sie den Körper durchgliedert, [indem sie] körperlich wird. Und solange wir körperlich sind, geht sie unter im Körperlichen, und kann nur auf die Weise wiedergewonnen werden, dass durch geistiges Forschen sich zeigt, dass das Geistig-Seelische abgetrennt wird auf die geschilderte Weise vom Körperlichen und als solches Geistig-Seelisches neben dem Körperlichen sich lebend weiß. Überzeugen kann man sich, dass von uns ein Geistig-Seelisches da war, bevor dieses sich in das Körperliche umgewandelt hat —, dass es seelisch-geistig da sein wird, wenn wir durch die Pforte des Todes gegangen sein werden.
[ 48 ] Aber plumpster Spiritualismus, einseitiger Spiritualismus ist es, wenn man glaubt, dass man auf der einen Seite die Materie hat des Leibes und auf der anderen Seite das Geistige, und dass die zwei so wie zwei gute Kameraden zwischen Geburt und Tod nebeneinandergehen.
[ 48 ] Aber plumpster Spiritualismus, einseitiger Spiritualismus ist es, wenn man glaubt, dass man auf der einen Seite die Materie hat des Leibes und auf der anderen Seite das Geistige, und dass die zwei so wie zwei gute Kameraden zwischen Geburt und Tod nebeneinandergehen.
[ 49 ] Der reale Vorgang ist ein viel anderer, der reale Vorgang ist der, dass tatsächlich dieser Wunderbau des menschlichen Organismus mitbewirkt wird aus dem Geiste heraus, aus dem Geiste heraus gegliedert wird. Und wenn er gegliedert ist, dann kann er als Leib sich entfalten. Denn wie er sich eben dann — ich möchte sagen — durch eine höhere Fluoreszierung während des gewöhnlichen äußeren physischen Lebens entwickelt, so werden durch Geistesforschung die ewigen Kräfte der Menschenseele wirklich erst entdeckt. Man kann nicht philosophisch an den Menschen herangehen und kann sagen: Wir weisen auf das, was da herangewachsen ist im Menschen an Gedanken und so weiter, und zeigen, dass diese Gedanken unvergänglich sind. — Jeder Schlaf zeigt, dass sie ausgelöscht werden können. Und warum sollten sie nicht wie im Schlafe ausgelöscht werden können für alle, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht? Auf diese Weise kann man niemals einen Beweis für die ewigen Kräfte der Menschenseele entwickeln. Aber wenn man einen Beweis entwickeln will, gewinnen will, dann muss man ihn auf dem Wege der Geistesforschung gewinnen, indem man von den Gedanken den Willen abtrennt, und diesen von den Gedanken abgetrennten Willen verbindet, mit den Gedanken verbindet, die wie ein höheres Bewusstsein aus der Entwicklung des Willens herausspringen. Da hat man dasjenige, was durch Geburten und Tode geht.
[ 49 ] Der reale Vorgang ist ein viel anderer, der reale Vorgang ist der, dass tatsächlich dieser Wunderbau des menschlichen Organismus mitbewirkt wird aus dem Geiste heraus, aus dem Geiste heraus gegliedert wird. Und wenn er gegliedert ist, dann kann er als Leib sich entfalten. Denn wie er sich eben dann — ich möchte sagen — durch eine höhere Fluoreszierung während des gewöhnlichen äußeren physischen Lebens entwickelt, so werden durch Geistesforschung die ewigen Kräfte der Menschenseele wirklich erst entdeckt. Man kann nicht philosophisch an den Menschen herangehen und kann sagen: Wir weisen auf das, was da herangewachsen ist im Menschen an Gedanken und so weiter, und zeigen, dass diese Gedanken unvergänglich sind. — Jeder Schlaf zeigt, dass sie ausgelöscht werden können. Und warum sollten sie nicht wie im Schlafe ausgelöscht werden können für alle, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht? Auf diese Weise kann man niemals einen Beweis für die ewigen Kräfte der Menschenseele entwickeln. Aber wenn man einen Beweis entwickeln will, gewinnen will, dann muss man ihn auf dem Wege der Geistesforschung gewinnen, indem man von den Gedanken den Willen abtrennt, und diesen von den Gedanken abgetrennten Willen verbindet, mit den Gedanken verbindet, die wie ein höheres Bewusstsein aus der Entwicklung des Willens herausspringen. Da hat man dasjenige, was durch Geburten und Tode geht.
[ 50 ] Nun weiß ich, sehr verehrte Anwesende, dass es unzählige Einwände gibt gegen dasjenige, was ich eben gesagt habe, wie es überhaupt unzählige Einwände gegen die Geistesforschung gibt. Und diese Einwände sind innerlich so selbstverständlich, ja auch so scheinbar logisch, dass sie einleuchten müssen. Und so könnte zum Beispiel jemand auch den Einwand machen und die Meinung haben: Der Geistesforscher redet wiederum etwas recht Törichtes; da sagt er, dass Geistig-Seelisches mitwirken müsse, wenn der Mensch physisch ins Dasein tritt. Als ob man nicht durch die äußere Wissenschaft wüsste, wie der Mensch physisch ins Dasein tritt! Das geschieht ganz von selbst; dazu ist ja nicht eine geistige Tätigkeit aus geistigen Welten heraus notwendig, das geschieht ganz von selbst; das weist die Naturwissenschaft in der Generationenlehre, in der Embryologie und so weiter ganz genau nach!
[ 50 ] Nun weiß ich, sehr verehrte Anwesende, dass es unzählige Einwände gibt gegen dasjenige, was ich eben gesagt habe, wie es überhaupt unzählige Einwände gegen die Geistesforschung gibt. Und diese Einwände sind innerlich so selbstverständlich, ja auch so scheinbar logisch, dass sie einleuchten müssen. Und so könnte zum Beispiel jemand auch den Einwand machen und die Meinung haben: Der Geistesforscher redet wiederum etwas recht Törichtes; da sagt er, dass Geistig-Seelisches mitwirken müsse, wenn der Mensch physisch ins Dasein tritt. Als ob man nicht durch die äußere Wissenschaft wüsste, wie der Mensch physisch ins Dasein tritt! Das geschieht ganz von selbst; dazu ist ja nicht eine geistige Tätigkeit aus geistigen Welten heraus notwendig, das geschieht ganz von selbst; das weist die Naturwissenschaft in der Generationenlehre, in der Embryologie und so weiter ganz genau nach!
[ 51 ] Ich werde einen Vergleich gebrauchen jetzt, einen Vergleich, der ja wiederum durch selbstverständliche Einwände entkräftet werden kann. Aber wer nachdenken will über diesen Vergleich, wird ihn schon so finden, dass er die Kraft hat, den rein materialistischen Einwand zu beseitigen, auf den hier angespielt wird.
[ 51 ] Ich werde einen Vergleich gebrauchen jetzt, einen Vergleich, der ja wiederum durch selbstverständliche Einwände entkräftet werden kann. Aber wer nachdenken will über diesen Vergleich, wird ihn schon so finden, dass er die Kraft hat, den rein materialistischen Einwand zu beseitigen, auf den hier angespielt wird.
[ 52 ] Nehmen wir einmal an, es gäbe Wesen, welche nichts verstehen können, ja vielleicht nicht einmal etwas sehen können — natürlich ist es eine Hypothese, aber eine Hypothese, die man immerhin aufstellen kann —, die nichts sehen könnten davon, wie Uhren gemacht werden. Nehmen wir an, es gäbe solche Wesen, die gingen hier in Stuttgart herum, die nichts davon wahrnehmen könnten, wie Uhren gemacht werden. Alle Tätigkeit des Uhrenmachens, die geht an ihnen vorbei; die sehen sie nicht. Aber die Uhren sehen sie; die werden von ihnen gesehen. Sie gehen in einen Uhrmacherladen hinein, sehen da nicht, wie die Uhren gemacht werden, aber die fertigen Uhren, die sehen sie, die entstandenen Uhren sehen sie. Da werden sie die Vorstellung bekommen, weil sie das Entstehen der Uhren nicht sehen können, dass die Uhren von selber entstehen! Dass sie sich so von außen fügen werden durch eine innere Anziehung ihrer einzelnen Teile und so weiter. — Sie würden so reden, diese Wesen, wie ungefähr die Menschen, wenn sie sagen: Das, was am Menschen entsteht in der fortlaufenden Generationenfolge, das entsteht ganz von selbst! — Weil nämlich nicht gesehen wird dasjenige, was in der Täuigkeit, die sich hier in der physischen Welt abspielt, die geistigen Kräfte, die aus der geistigen Welt herauskommen, mitwirken. Und in diesen geistigen Kräften liegt dasjenige, was wir an uns entdecken durch die eben besprochenen Wege der Geistesforschung.
[ 52 ] Nehmen wir einmal an, es gäbe Wesen, welche nichts verstehen können, ja vielleicht nicht einmal etwas sehen können — natürlich ist es eine Hypothese, aber eine Hypothese, die man immerhin aufstellen kann —, die nichts sehen könnten davon, wie Uhren gemacht werden. Nehmen wir an, es gäbe solche Wesen, die gingen hier in Stuttgart herum, die nichts davon wahrnehmen könnten, wie Uhren gemacht werden. Alle Tätigkeit des Uhrenmachens, die geht an ihnen vorbei; die sehen sie nicht. Aber die Uhren sehen sie; die werden von ihnen gesehen. Sie gehen in einen Uhrmacherladen hinein, sehen da nicht, wie die Uhren gemacht werden, aber die fertigen Uhren, die sehen sie, die entstandenen Uhren sehen sie. Da werden sie die Vorstellung bekommen, weil sie das Entstehen der Uhren nicht sehen können, dass die Uhren von selber entstehen! Dass sie sich so von außen fügen werden durch eine innere Anziehung ihrer einzelnen Teile und so weiter. — Sie würden so reden, diese Wesen, wie ungefähr die Menschen, wenn sie sagen: Das, was am Menschen entsteht in der fortlaufenden Generationenfolge, das entsteht ganz von selbst! — Weil nämlich nicht gesehen wird dasjenige, was in der Täuigkeit, die sich hier in der physischen Welt abspielt, die geistigen Kräfte, die aus der geistigen Welt herauskommen, mitwirken. Und in diesen geistigen Kräften liegt dasjenige, was wir an uns entdecken durch die eben besprochenen Wege der Geistesforschung.
[ 53 ] Da kommen wir so zu einem geistigen Anschauen, dass jener geistig-seelische, ewige Wesenskern des Menschen vor unserer Seele steht, von dem wir wissen: Er neigt sich aus einem geistigen Dasein herunter und verbindet sich als ein Drittes mit demjenigen, was der Mensch materiell von Vater und Mutter ererbt. Und da weiß man auch, was dasjenige ist, was durch die Pforte des Todes geht, um wiederum in einer geistigen Welt zu leben.
[ 53 ] Da kommen wir so zu einem geistigen Anschauen, dass jener geistig-seelische, ewige Wesenskern des Menschen vor unserer Seele steht, von dem wir wissen: Er neigt sich aus einem geistigen Dasein herunter und verbindet sich als ein Drittes mit demjenigen, was der Mensch materiell von Vater und Mutter ererbt. Und da weiß man auch, was dasjenige ist, was durch die Pforte des Todes geht, um wiederum in einer geistigen Welt zu leben.
[ 54 ] Und da ergeben sich nunmehr für den Geistesforscher Möglichkeiten, von einer Gliederung des Menschen zu sprechen, gerade so, wie er das eben tut. Sehen Sie, sehr verehrte Anwesende, wenn so der Geistesforscher zunächst kommt und sagt: Dieser Mensch, der ist nicht bloß aus dem physischen Leib bestehend, den Augen sehen können, den die gewöhnliche Wissenschaft beschreibt, erklärt — alles dasjenige, was die gewöhnliche Wissenschaft zu sagen hat, wird ihr ohne Weiteres von der Geistesforschung zugegeben —, wenn also der Geistesforscher sagt: Dieser Mensch trägt auch noch einen ätherischen Leib an sich — auf den Ausdruck kommt es nicht an, man könnte ihn auch anders nennen, man braucht sich nicht zu stoßen an diesem Ausdruck «ätherischer Leib», ätherisch ist ja ganz anders gemeint als der gewöhnliche Äther in der Physik —, wenn einfach dies angeführt wird wie ein Beispiel — wenn man sagt: Da lebt eben ein feinerer Leib in dem gröberen Leib drinnen und man dadurch die Vorstellung erweckt: Nun, der gröbere Leib ist eben grob, und da lebt ein etwas feinerer Leib drinnen, dem ist ein feinerer ätherischer Leib also eingewoben, und dieser feinere, eingewobene, das ist eben der ätherische Leib —, so hat man allerdings auch etwas wovon man vielleicht sagen könnte: Das ist Unsinn. Aber auf diesem Standpunkte steht der Geistesforscher nicht; der Geistesforscher steht auf dem Standpunkte, dass eben das Vorstellen, das Denken in verschiedener Weise umgewandelt werden kann, dass das Denken so wird, dass die Kraft der Erinnerung herausgewoben wird aus dem Denken; [dass] das Denken so entwickelt wird, [dass] das Vorstellen so wird, dass es nicht nur augenblicklich erlebt wird, wie sonst das grobe Essen und Trinken. Und indem man so lebt und webt in diesem Denken, das jetzt nicht zur Erinnerung führt unmittelbar, sondern das immer neu erzeugt werden muss, lebt man in etwas anderem als im physischen [Leibe]; man lebt im ätherischen Leibe. Da wird auf den Ätherleib als auf ein Erlebnis hingewiesen. Da wird hingezeigt darauf, was er ist. Und geisteswissenschaftliche Wahrheiten findet man nicht so, dass man einfach physische Tatsachen in feinerer Ausgestaltung zeigte, wie es der Spiritismus tun will — diesem Korrumpieren einer wahren Geisteswissenschaft —, sondern indem man dasjenige, was geistige Welt ist, in inneren Erlebnissen aufzeigt, die aber auch innerlich erlebt sein wollen.
[ 54 ] Und da ergeben sich nunmehr für den Geistesforscher Möglichkeiten, von einer Gliederung des Menschen zu sprechen, gerade so, wie er das eben tut. Sehen Sie, sehr verehrte Anwesende, wenn so der Geistesforscher zunächst kommt und sagt: Dieser Mensch, der ist nicht bloß aus dem physischen Leib bestehend, den Augen sehen können, den die gewöhnliche Wissenschaft beschreibt, erklärt — alles dasjenige, was die gewöhnliche Wissenschaft zu sagen hat, wird ihr ohne Weiteres von der Geistesforschung zugegeben —, wenn also der Geistesforscher sagt: Dieser Mensch trägt auch noch einen ätherischen Leib an sich — auf den Ausdruck kommt es nicht an, man könnte ihn auch anders nennen, man braucht sich nicht zu stoßen an diesem Ausdruck «ätherischer Leib», ätherisch ist ja ganz anders gemeint als der gewöhnliche Äther in der Physik —, wenn einfach dies angeführt wird wie ein Beispiel — wenn man sagt: Da lebt eben ein feinerer Leib in dem gröberen Leib drinnen und man dadurch die Vorstellung erweckt: Nun, der gröbere Leib ist eben grob, und da lebt ein etwas feinerer Leib drinnen, dem ist ein feinerer ätherischer Leib also eingewoben, und dieser feinere, eingewobene, das ist eben der ätherische Leib —, so hat man allerdings auch etwas wovon man vielleicht sagen könnte: Das ist Unsinn. Aber auf diesem Standpunkte steht der Geistesforscher nicht; der Geistesforscher steht auf dem Standpunkte, dass eben das Vorstellen, das Denken in verschiedener Weise umgewandelt werden kann, dass das Denken so wird, dass die Kraft der Erinnerung herausgewoben wird aus dem Denken; [dass] das Denken so entwickelt wird, [dass] das Vorstellen so wird, dass es nicht nur augenblicklich erlebt wird, wie sonst das grobe Essen und Trinken. Und indem man so lebt und webt in diesem Denken, das jetzt nicht zur Erinnerung führt unmittelbar, sondern das immer neu erzeugt werden muss, lebt man in etwas anderem als im physischen [Leibe]; man lebt im ätherischen Leibe. Da wird auf den Ätherleib als auf ein Erlebnis hingewiesen. Da wird hingezeigt darauf, was er ist. Und geisteswissenschaftliche Wahrheiten findet man nicht so, dass man einfach physische Tatsachen in feinerer Ausgestaltung zeigte, wie es der Spiritismus tun will — diesem Korrumpieren einer wahren Geisteswissenschaft —, sondern indem man dasjenige, was geistige Welt ist, in inneren Erlebnissen aufzeigt, die aber auch innerlich erlebt sein wollen.
[ 55 ] Und dann, wenn der Geistesforscher nun auch noch davon spricht, dass außer diesem ätherischen Leib ein sogenannter «Astralleib» vorhanden ist — nun, dann kommen schon ganz die Einwände von allem Hohn beflügelt nur so hergeflogen von allen Seiten. Da kann man — wie schon alle die schönen Redensarten heißen —, da kann man sagen: Geistesforschung strebt am Menschen an, dass er sich «astralisiere» — und so weiter und so weiter.
[ 55 ] Und dann, wenn der Geistesforscher nun auch noch davon spricht, dass außer diesem ätherischen Leib ein sogenannter «Astralleib» vorhanden ist — nun, dann kommen schon ganz die Einwände von allem Hohn beflügelt nur so hergeflogen von allen Seiten. Da kann man — wie schon alle die schönen Redensarten heißen —, da kann man sagen: Geistesforschung strebt am Menschen an, dass er sich «astralisiere» — und so weiter und so weiter.
[ 56 ] Die Leute, die so reden, merken gar nicht, wie mit einer Verurteilung der törichtesten Art, [mit der] oftmals vom astralischen Leib gesprochen wird, gerade der Geistesforscher recht einverstanden ist: Aber ich habe ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass, indem der Mensch seinen Willen also entwickelt, wie ich es auseinandergesetzt habe, dass er dann in sich ein umfassenderes Bewusstsein entdeckt, ein Bewusstsein, welches beleuchten kann das, was zuerst im ätherischen Leib erlebt wird, Seelendunkel uns liefert; und dieses Bewusstsein, das als eine Wirklichkeit ausgewiesen wird, das ist nun das, was als «astralischer Leib» bildhaft genannt wird, das sind die inneren Wirklichkeiten, aber Wirklichkeiten, die im inneren Erleben errungen werden!
[ 56 ] Die Leute, die so reden, merken gar nicht, wie mit einer Verurteilung der törichtesten Art, [mit der] oftmals vom astralischen Leib gesprochen wird, gerade der Geistesforscher recht einverstanden ist: Aber ich habe ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass, indem der Mensch seinen Willen also entwickelt, wie ich es auseinandergesetzt habe, dass er dann in sich ein umfassenderes Bewusstsein entdeckt, ein Bewusstsein, welches beleuchten kann das, was zuerst im ätherischen Leib erlebt wird, Seelendunkel uns liefert; und dieses Bewusstsein, das als eine Wirklichkeit ausgewiesen wird, das ist nun das, was als «astralischer Leib» bildhaft genannt wird, das sind die inneren Wirklichkeiten, aber Wirklichkeiten, die im inneren Erleben errungen werden!
[ 57 ] Die Welt ist allerdings bequem und möchte die geistige Welt auch so vor sich haben, wie man die materielle Welt vor sich hat; die nennt man «Geister-Materie», damit man sie sehen kann mit physischen Augen. Man kann sich dann allerdings ersparen, die geistigen Augen zu gebrauchen! Aber diese Geister sind gemeiniglich etwas ganz anderes als wirkliche Geister, selbst wenn, wie in der überwiegenden Anzahl, in der Mehr-Zahl der Fälle nicht bloßer Schwindel vorliegt. Gerade das hat Geisteswissenschaft notwendig, abzuschütteln dasjenige, was sich in scharlatanhafter Weise an sie heranmacht; denn sie beruht auf streng innerem Erleben. Und in diesem streng inneren Erleben wird zunächst erreicht das, dass der Mensch das Erlebnis hat, herauszuheben in einem anderen Bewusstsein und in einem anderen Erleben in einer Tatsachenwelt, dieses Seelentum herauszuheben aus seiner gewöhnlichen Leiblichkeit, und in dem zu leben, was seine ewigen Kräfte sind.
[ 57 ] Die Welt ist allerdings bequem und möchte die geistige Welt auch so vor sich haben, wie man die materielle Welt vor sich hat; die nennt man «Geister-Materie», damit man sie sehen kann mit physischen Augen. Man kann sich dann allerdings ersparen, die geistigen Augen zu gebrauchen! Aber diese Geister sind gemeiniglich etwas ganz anderes als wirkliche Geister, selbst wenn, wie in der überwiegenden Anzahl, in der Mehr-Zahl der Fälle nicht bloßer Schwindel vorliegt. Gerade das hat Geisteswissenschaft notwendig, abzuschütteln dasjenige, was sich in scharlatanhafter Weise an sie heranmacht; denn sie beruht auf streng innerem Erleben. Und in diesem streng inneren Erleben wird zunächst erreicht das, dass der Mensch das Erlebnis hat, herauszuheben in einem anderen Bewusstsein und in einem anderen Erleben in einer Tatsachenwelt, dieses Seelentum herauszuheben aus seiner gewöhnlichen Leiblichkeit, und in dem zu leben, was seine ewigen Kräfte sind.
[ 58 ] Wenn er dann in dem lebt, was seine ewigen Kräfte sind, dann wird er dadurch, dass er gewahr wird, was eigentlich seinen Leib aufbaut — oder sagen wir «mit auferbaut», damit es nicht missverstanden werden kann —, dann wird er auch gewahr werden, dass dieses ganze Leben zerfällt in Leben, die im Leibe verbracht werden zwischen Geburt — oder sagen wir Empfängnis — und Tod hier auf Erden, und solchen Leben, die zwischen dem Tod und einer neuen Geburt [in einer geistigen Welt] verbracht werden.
[ 58 ] Wenn er dann in dem lebt, was seine ewigen Kräfte sind, dann wird er dadurch, dass er gewahr wird, was eigentlich seinen Leib aufbaut — oder sagen wir «mit auferbaut», damit es nicht missverstanden werden kann —, dann wird er auch gewahr werden, dass dieses ganze Leben zerfällt in Leben, die im Leibe verbracht werden zwischen Geburt — oder sagen wir Empfängnis — und Tod hier auf Erden, und solchen Leben, die zwischen dem Tod und einer neuen Geburt [in einer geistigen Welt] verbracht werden.
[ 59 ] In demjenigen, was der Mensch erlebt, wenn er das angedeutete Bewusstsein aus seinem Willen hervordringen fühlt, in dem erlebt er nämlich etwas ganz Besonderes. Soll ich es charakterisieren, was er da erlebt, so muss ich es ja als ein Bewusstsein aufzeigen. Und darauf kommt es im Wesentlichen an — nicht dass man darauf zeigt, dass da ist irgendetwas Nebulöses, Monadenhaftes — oder wie man es ja nennen will — enthalten sei im Menschen, sondern ein gewisses Bewusstsein ist das. Ich habe es ja auch als Bewusstsein beschrieben; ich kann es infolgedessen charakterisieren.
[ 59 ] In demjenigen, was der Mensch erlebt, wenn er das angedeutete Bewusstsein aus seinem Willen hervordringen fühlt, in dem erlebt er nämlich etwas ganz Besonderes. Soll ich es charakterisieren, was er da erlebt, so muss ich es ja als ein Bewusstsein aufzeigen. Und darauf kommt es im Wesentlichen an — nicht dass man darauf zeigt, dass da ist irgendetwas Nebulöses, Monadenhaftes — oder wie man es ja nennen will — enthalten sei im Menschen, sondern ein gewisses Bewusstsein ist das. Ich habe es ja auch als Bewusstsein beschrieben; ich kann es infolgedessen charakterisieren.
[ 60 ] Wenn wir äußere materielle Vorgänge überblicken, so gibt es in diesen materiellen Vorgängen die Möglichkeit, wie Sie alle wissen, dass man aus gewissen Konstellationen von Sonne und Mond heute voraussagen kann, dass nach einer gewissen Zeit eine Mondenfinsternis oder eine Sonnenfinsternis eintreten wird. Das heißt: In dem gegenwärtigen Ereignis liegt die Erkenntnis schon des zukünftigen Ereignisses. Da hat man es mit einer äußeren Erkenntnis zu tun, die in Begriffen lebt, in Begriffen, die den Gesetzen der Natur entsprechen. Da sieht man in dem gegenwärtigen Ereignis ein Zukünftiges.
[ 60 ] Wenn wir äußere materielle Vorgänge überblicken, so gibt es in diesen materiellen Vorgängen die Möglichkeit, wie Sie alle wissen, dass man aus gewissen Konstellationen von Sonne und Mond heute voraussagen kann, dass nach einer gewissen Zeit eine Mondenfinsternis oder eine Sonnenfinsternis eintreten wird. Das heißt: In dem gegenwärtigen Ereignis liegt die Erkenntnis schon des zukünftigen Ereignisses. Da hat man es mit einer äußeren Erkenntnis zu tun, die in Begriffen lebt, in Begriffen, die den Gesetzen der Natur entsprechen. Da sieht man in dem gegenwärtigen Ereignis ein Zukünftiges.
[ 61 ] Indem die Seele jenes Bewusstsein entwickelt aus dem Willen heraus, vom dem ich gesprochen habe, erlebt sie in der Tat im gegenwärtigen physischen Leib dasjenige, was notwendig zu einem nächsten Erdenleben führen muss. So wahr wird das erlebt, was zum nächsten Erdenleben führen muss, wie in der gegenwärtigen Sonnenund Mondenkonstellation die Zukunft vorausgesehen werden kann. [Wie die Zukunft vorausgeschen werden kann], so wird vorausgelebt dasjenige, was zum nächsten Erdenleben führen muss. Und so wird erlebt dasjenige, was durch die Pforte des Todes geht, dann in der geistigen Welt eine Zeit lang lebt, und dann wiederum zu einem neuen Erdenleben kommen muss. Erlebt wird das.
[ 61 ] Indem die Seele jenes Bewusstsein entwickelt aus dem Willen heraus, vom dem ich gesprochen habe, erlebt sie in der Tat im gegenwärtigen physischen Leib dasjenige, was notwendig zu einem nächsten Erdenleben führen muss. So wahr wird das erlebt, was zum nächsten Erdenleben führen muss, wie in der gegenwärtigen Sonnenund Mondenkonstellation die Zukunft vorausgesehen werden kann. [Wie die Zukunft vorausgeschen werden kann], so wird vorausgelebt dasjenige, was zum nächsten Erdenleben führen muss. Und so wird erlebt dasjenige, was durch die Pforte des Todes geht, dann in der geistigen Welt eine Zeit lang lebt, und dann wiederum zu einem neuen Erdenleben kommen muss. Erlebt wird das.
[ 62 ] Und das muss überhaupt als Charakteristisches gesagt werden: Die Erkenntnisse der Geisteswissenschaft sind nicht so angedeutete Erkenntnisse bloß, sondern innerlich erlebte Erkenntnisse. Das bloße begriffliche innerliche Betätigen verwandelt sich in ein Erleben. Und erlebt werden die Dinge.
[ 62 ] Und das muss überhaupt als Charakteristisches gesagt werden: Die Erkenntnisse der Geisteswissenschaft sind nicht so angedeutete Erkenntnisse bloß, sondern innerlich erlebte Erkenntnisse. Das bloße begriffliche innerliche Betätigen verwandelt sich in ein Erleben. Und erlebt werden die Dinge.
[ 63 ] Es ist etwas Wichtiges dabei, sehr verchrte Anwesende, wenn wir betonen, dass dasjenige, was gewissermaßen von der Erinnerung losgelöstes Vorstellungsleben ist, dass das nur für den Augenblick eine Bedeutung hat, dass es immer wieder und wieder erlebt werden muss, wenn es richtig da sein soll.
[ 63 ] Es ist etwas Wichtiges dabei, sehr verchrte Anwesende, wenn wir betonen, dass dasjenige, was gewissermaßen von der Erinnerung losgelöstes Vorstellungsleben ist, dass das nur für den Augenblick eine Bedeutung hat, dass es immer wieder und wieder erlebt werden muss, wenn es richtig da sein soll.
[ 64 ] So ist es überhaupt gegenüber der geistigen Welt. Die geistige Welt muss immer von Neuem erlebt werden. Und wenn jemand aus der geistigen Welt heraus sprechen will, die Tatsachen der geistigen Welt charakterisieren will, so kann er sich im Grunde genommen nicht aus dem Gedächtnisse das immer aufbewahren und dann hersagen, sondern er muss im Grunde genommen dasjenige, was er zu sagen hat, wenn es wirklich unmittelbar aus der geistigen Welt heraus tönen soll, muss er es in dem Augenblick als das eigene Erlebnis immer wieder und wiederum geben, muss es in diesem Augenblick aus seinem Innersten herausholen.
[ 64 ] So ist es überhaupt gegenüber der geistigen Welt. Die geistige Welt muss immer von Neuem erlebt werden. Und wenn jemand aus der geistigen Welt heraus sprechen will, die Tatsachen der geistigen Welt charakterisieren will, so kann er sich im Grunde genommen nicht aus dem Gedächtnisse das immer aufbewahren und dann hersagen, sondern er muss im Grunde genommen dasjenige, was er zu sagen hat, wenn es wirklich unmittelbar aus der geistigen Welt heraus tönen soll, muss er es in dem Augenblick als das eigene Erlebnis immer wieder und wiederum geben, muss es in diesem Augenblick aus seinem Innersten herausholen.
[ 65 ] Daher wird dasjenige, was von der geistigen Welt zu sprechen ist, einen etwas anderen Charakter tragen müssen als dasjenige, was in der äußeren Wissenschaft aus dem bloßen Gedächtnis heraus gesprochen wird. Dasjenige, was aus der geistigen Welt heraus gesprochen wird, wird unmittelbar zusammenhängen mit dem gegenwärtigen Hineinschauen in die geistige Welt, damit aus der geistigen Welt heraus geschildert werden kann. Dadurch aber, sehr verehrte Anwesende, wird man auch davor geschützt, in gewissermaßen eine Abirrung der geisteswissenschaftlichen Forschung zu verfallen, dass man sich bloß an das hält, was jetzt gesagt worden ist.
[ 65 ] Daher wird dasjenige, was von der geistigen Welt zu sprechen ist, einen etwas anderen Charakter tragen müssen als dasjenige, was in der äußeren Wissenschaft aus dem bloßen Gedächtnis heraus gesprochen wird. Dasjenige, was aus der geistigen Welt heraus gesprochen wird, wird unmittelbar zusammenhängen mit dem gegenwärtigen Hineinschauen in die geistige Welt, damit aus der geistigen Welt heraus geschildert werden kann. Dadurch aber, sehr verehrte Anwesende, wird man auch davor geschützt, in gewissermaßen eine Abirrung der geisteswissenschaftlichen Forschung zu verfallen, dass man sich bloß an das hält, was jetzt gesagt worden ist.
[ 66 ] Derjenige, der auf materialistischem Boden steht, auf dem selbstverständlichen materialistischen Boden — ich muss das immer wieder und wieder betonen —, der wird sagen: Nun ja, was da der Geistesforscher durch seine besondere Entwicklung des Denkens in sich entfaltet haben will, was ist es denn anders, als was wir alle kennen in der Psychologie als Halluzinationen, Visionen und so weiter und so weiter? Was ist es denn anderes? Es ist ein Hinein-sich-Reiten in ein ungesundes Seelenleben das, was als geistesforscherischer Weg angedeutet wird!
[ 66 ] Derjenige, der auf materialistischem Boden steht, auf dem selbstverständlichen materialistischen Boden — ich muss das immer wieder und wieder betonen —, der wird sagen: Nun ja, was da der Geistesforscher durch seine besondere Entwicklung des Denkens in sich entfaltet haben will, was ist es denn anders, als was wir alle kennen in der Psychologie als Halluzinationen, Visionen und so weiter und so weiter? Was ist es denn anderes? Es ist ein Hinein-sich-Reiten in ein ungesundes Seelenleben das, was als geistesforscherischer Weg angedeutet wird!
[ 67 ] Es ist wiederum ein Einwand, der ebenso töricht ist, wie er selbstverständlich und einleuchtend ist; einleuchtend für jeden, der auf dem Boden einer materialistischen Ausdeutung der psychiatrischen Erscheinungen steht, selbstverständlich. Nur dadurch nämlich, dass man immer wiederum von Neuem erlebt, weiß man nämlich eigentlich, dass man mit der geistigen Welt in Berührung steht; denn zu beweisen gibt es nichts. Zu beweisen ist es nicht möglich, dass irgendetwas eine Realität ist. Diejenigen Menschen, die da glauben, man könne beweisen, dass irgendetwas eine Wirklichkeit ist — ich habe auch darauf schon öfter hier aufmerksam gemacht —, die verstehen gar nichts von dem Begriff der Wirklichkeit. Man kann nicht beweisen, dass ein Walfisch eine Wirklichkeit ist, wenn man ihn nicht in der äußeren Welt aufzeigen kann in seinem Dasein. Die Wirklichkeit kann nur erlebt werden, nicht bewiesen werden. Aber im unmittelbaren Zusammensein mit der Wirklichkeit, da ergibt sich lebendig dasjenige, was wir nötig haben, um etwas als Wirklichkeit aufzuzeigen. Und so muss es in dem unmittelbaren Zusammensein mit der geistigen Welt immer von Neuem erlebt werden, was geistige Welt ist; sonst kann man sich natürlich allen möglichen Phantastereien hingeben.
[ 67 ] Es ist wiederum ein Einwand, der ebenso töricht ist, wie er selbstverständlich und einleuchtend ist; einleuchtend für jeden, der auf dem Boden einer materialistischen Ausdeutung der psychiatrischen Erscheinungen steht, selbstverständlich. Nur dadurch nämlich, dass man immer wiederum von Neuem erlebt, weiß man nämlich eigentlich, dass man mit der geistigen Welt in Berührung steht; denn zu beweisen gibt es nichts. Zu beweisen ist es nicht möglich, dass irgendetwas eine Realität ist. Diejenigen Menschen, die da glauben, man könne beweisen, dass irgendetwas eine Wirklichkeit ist — ich habe auch darauf schon öfter hier aufmerksam gemacht —, die verstehen gar nichts von dem Begriff der Wirklichkeit. Man kann nicht beweisen, dass ein Walfisch eine Wirklichkeit ist, wenn man ihn nicht in der äußeren Welt aufzeigen kann in seinem Dasein. Die Wirklichkeit kann nur erlebt werden, nicht bewiesen werden. Aber im unmittelbaren Zusammensein mit der Wirklichkeit, da ergibt sich lebendig dasjenige, was wir nötig haben, um etwas als Wirklichkeit aufzuzeigen. Und so muss es in dem unmittelbaren Zusammensein mit der geistigen Welt immer von Neuem erlebt werden, was geistige Welt ist; sonst kann man sich natürlich allen möglichen Phantastereien hingeben.
[ 68 ] Dieses Verhältnis der Logik zur Wirklichkeit, das hat sogar dem Kant einen Streich gespielt, einen Diskussionsstreit gebracht. Kant suchte den sogenannten Gottesbeweis aus der Welt zu schaffen, indem er zustimmte, dass begriffliche hundert gewöhnliche Taler, hundert bloß gedachte Taler genau so viel enthalten wie hundert wirkliche Taler — und keinen Pfennig weniger. Selbstverständlich begrifflich enthalten hundert gedachte Taler genauso viel wie hundert wirkliche Taler. Aber der Wirklichkeit gegenüber, die man eben nicht in Begriffen, sondern im Erleben erreicht, bedeuten doch hundert wirkliche Taler gerade um hundert Taler mehr als hundert bloß gedachte! Davon kann sich jeder überzeugen durch das Leben!
[ 68 ] Dieses Verhältnis der Logik zur Wirklichkeit, das hat sogar dem Kant einen Streich gespielt, einen Diskussionsstreit gebracht. Kant suchte den sogenannten Gottesbeweis aus der Welt zu schaffen, indem er zustimmte, dass begriffliche hundert gewöhnliche Taler, hundert bloß gedachte Taler genau so viel enthalten wie hundert wirkliche Taler — und keinen Pfennig weniger. Selbstverständlich begrifflich enthalten hundert gedachte Taler genauso viel wie hundert wirkliche Taler. Aber der Wirklichkeit gegenüber, die man eben nicht in Begriffen, sondern im Erleben erreicht, bedeuten doch hundert wirkliche Taler gerade um hundert Taler mehr als hundert bloß gedachte! Davon kann sich jeder überzeugen durch das Leben!
[ 69 ] Nun kann sehr leicht ein Irrtum entstehen, indem man sagt: Ja, aber, hat nun dieses gewöhnliche Bewusstsein, das an unsere physische Leiblichkeit also gebunden ist, wie die heutigen Ausführungen hinlänglich gezeigt haben, hat denn da dieses Bewusstsein, das in die geistige Welt hineinführt, gar keinen Bezug? — Man kann einen solchen Bezug schon haben — und muss ihn sogar haben, und es ist wichtig, dass man ihn hat. Es ist eine ganz wichtige Sache, dass, indem der Mensch dieses höhere Bewusstsein entfaltet, dass er immerzu daneben seinen ganz gewöhnlichen vernünftigen Menschen hat, dass er weiß: Wie er sonst auf äußere Gegenstände sieht, die vor ihm sind, und die er sich weder einbilden noch absuggerieren kann, dass er so auf seinen ganz gewöhnlichen Menschen sieht, wie er in der physisch-sinnlichen Welt herinnen steht; und während man in der geistigen Welt verweilt, darf in keinem Augenblicke das eintreten, dass man verlöre das Hinblicken auf den ganz gewöhnlichen physischen Menschen mit seinem Erinnerungen erzeugenden Denken, mit seinem Willen, der aus Wünschen, Idealen und so weiter entspringt. Das ist das Charakteristische. Und wer dies versteht, der wird sogleich das wirklich Törichte der materialistischen psychiatrischen Einwände verstehen, die von einem «ungesunden Seelenleben» sprechen in Bezug auf das geistesforscherische Bestreben.
[ 69 ] Nun kann sehr leicht ein Irrtum entstehen, indem man sagt: Ja, aber, hat nun dieses gewöhnliche Bewusstsein, das an unsere physische Leiblichkeit also gebunden ist, wie die heutigen Ausführungen hinlänglich gezeigt haben, hat denn da dieses Bewusstsein, das in die geistige Welt hineinführt, gar keinen Bezug? — Man kann einen solchen Bezug schon haben — und muss ihn sogar haben, und es ist wichtig, dass man ihn hat. Es ist eine ganz wichtige Sache, dass, indem der Mensch dieses höhere Bewusstsein entfaltet, dass er immerzu daneben seinen ganz gewöhnlichen vernünftigen Menschen hat, dass er weiß: Wie er sonst auf äußere Gegenstände sieht, die vor ihm sind, und die er sich weder einbilden noch absuggerieren kann, dass er so auf seinen ganz gewöhnlichen Menschen sieht, wie er in der physisch-sinnlichen Welt herinnen steht; und während man in der geistigen Welt verweilt, darf in keinem Augenblicke das eintreten, dass man verlöre das Hinblicken auf den ganz gewöhnlichen physischen Menschen mit seinem Erinnerungen erzeugenden Denken, mit seinem Willen, der aus Wünschen, Idealen und so weiter entspringt. Das ist das Charakteristische. Und wer dies versteht, der wird sogleich das wirklich Törichte der materialistischen psychiatrischen Einwände verstehen, die von einem «ungesunden Seelenleben» sprechen in Bezug auf das geistesforscherische Bestreben.
[ 70 ] Was geschieht denn, wenn man in ein ungesundes Seelenleben hineinkommt, in ein abnormes Seelenleben, in ein krankhaftes Bewusstsein? Da entwickelt sich aus dem vielleicht vorher gesunden — ich sage «vielleicht» gesunden Bewusstsein, wenn es nur nicht ganz gesunde, sondern vielleicht gewisse Anlagen hat, die gerade entwickeln das krankhafte, abnorme Bewusstsein —, dann werden sie krankhaft und können nicht mehr das gesunde Seelenleben entwickeln, nicht das eine entwickeln aus dem andern. Denn, um es trivial zu sagen: Man kann nicht zugleich ein Narr und gesund sein, sonst wäre man ja kein Narr mehr! Dasjenige aber, was wirklich notwendig ist zum richtigen Geistesforschen, das ist dieses, dass der Mensch gewissermaßen sich wirklich als eine Zweiheit weiß, und dass er in seinen vollständig vernünftigen, gesunden, mit den physischen Wirklichkeitsverhältnissen ausgestatteten Menschen in aller Lebenspraxis, wie sie sonst war, hineingearbeitet hat, sodass dann, wenn er sich in das andere Bewusstsein hineinversetzt, das in die geistige Welt hineinschauen kann, nicht auseinander entwickeln sich diese beiden Bewusstseine, sondern das eine muss sich neben das andere hinstellen. Und das ist das Wesentliche, das immer mehr eingeworfen werden muss, wenn man in dilettantischer Weise zusammenstellen will dasjenige, in das sich der Geistesforscher hineinlebt mit irgendeiner Form des ungesunden Bewusstseins: Es ist gerade das allergesundeste Bewusstsein, weil der Geistesforscher nicht nur lebt in seinem sonstigen, gesunden Menschen, sondern weil er ihn außerdem noch überschaut, auf ihn herabschaut oder in ihn hineinschaut, wenn wir wollen.
[ 70 ] Was geschieht denn, wenn man in ein ungesundes Seelenleben hineinkommt, in ein abnormes Seelenleben, in ein krankhaftes Bewusstsein? Da entwickelt sich aus dem vielleicht vorher gesunden — ich sage «vielleicht» gesunden Bewusstsein, wenn es nur nicht ganz gesunde, sondern vielleicht gewisse Anlagen hat, die gerade entwickeln das krankhafte, abnorme Bewusstsein —, dann werden sie krankhaft und können nicht mehr das gesunde Seelenleben entwickeln, nicht das eine entwickeln aus dem andern. Denn, um es trivial zu sagen: Man kann nicht zugleich ein Narr und gesund sein, sonst wäre man ja kein Narr mehr! Dasjenige aber, was wirklich notwendig ist zum richtigen Geistesforschen, das ist dieses, dass der Mensch gewissermaßen sich wirklich als eine Zweiheit weiß, und dass er in seinen vollständig vernünftigen, gesunden, mit den physischen Wirklichkeitsverhältnissen ausgestatteten Menschen in aller Lebenspraxis, wie sie sonst war, hineingearbeitet hat, sodass dann, wenn er sich in das andere Bewusstsein hineinversetzt, das in die geistige Welt hineinschauen kann, nicht auseinander entwickeln sich diese beiden Bewusstseine, sondern das eine muss sich neben das andere hinstellen. Und das ist das Wesentliche, das immer mehr eingeworfen werden muss, wenn man in dilettantischer Weise zusammenstellen will dasjenige, in das sich der Geistesforscher hineinlebt mit irgendeiner Form des ungesunden Bewusstseins: Es ist gerade das allergesundeste Bewusstsein, weil der Geistesforscher nicht nur lebt in seinem sonstigen, gesunden Menschen, sondern weil er ihn außerdem noch überschaut, auf ihn herabschaut oder in ihn hineinschaut, wenn wir wollen.
[ 71 ] Nun ergibt sich daraus selbstverständlich, sehr verehrte Anwesende, von selber, dass, indem man beginnt ein Geistesforscher zu sein, man vorher nicht ein Querkopf oder so etwas dergleichen ist. Denn sonst kann man janur auf den Querkopf schauen, und man darf nicht verlangen, dass irgendein anderer Ausgangspunkt der rechte ist für die Geistesforschung, als derjenige von im wirklichen Leben drinnen stehenden Menschen, der sein gesundes Urteil hat für alle Dinge des unmittelbaren, praktischen Lebens, der auch den entsprechenden Wahrheitssinn hat für alle Dinge des praktischen Lebens. Nichts ist ungesunder als irgendwie ein nur Angehaucht-Sein in Bezug auf Unwahrhaftigkeit oder Lügenhaftigkeit und dergleichen, wenn es sich um die Entwicklung eines geistigen Schauens handelt.
[ 71 ] Nun ergibt sich daraus selbstverständlich, sehr verehrte Anwesende, von selber, dass, indem man beginnt ein Geistesforscher zu sein, man vorher nicht ein Querkopf oder so etwas dergleichen ist. Denn sonst kann man janur auf den Querkopf schauen, und man darf nicht verlangen, dass irgendein anderer Ausgangspunkt der rechte ist für die Geistesforschung, als derjenige von im wirklichen Leben drinnen stehenden Menschen, der sein gesundes Urteil hat für alle Dinge des unmittelbaren, praktischen Lebens, der auch den entsprechenden Wahrheitssinn hat für alle Dinge des praktischen Lebens. Nichts ist ungesunder als irgendwie ein nur Angehaucht-Sein in Bezug auf Unwahrhaftigkeit oder Lügenhaftigkeit und dergleichen, wenn es sich um die Entwicklung eines geistigen Schauens handelt.
[ 72 ] Man muss sogar sagen: Dasjenige, was auf den zwei Wegen, die angedeutet worden sind, erreicht wird, das wird ja gerade erreicht, indem man aufsucht, was unabhängig von der Körperlichkeit ist, was nicht mithilfe der Körperlichkeit erreicht wird. Man macht sich ja gerade frei von der Körperlichkeit. Daher werden alle die Dinge, die an die Körperlichkeit gebunden sind — und das sind Visionen, Halluzinationen, die sind nicht aus dem Geiste stammend, so wie sie im gewöhnlichen, trivialen abergläubischen, mystischen Sinne aufgefasst werden —, sodass diese gar nichts zu tun haben mit wahrer Geistesforschung, denn die hängen von der Körperlichkeit ab. Und sie liegen nicht etwa auf einem geistigeren Gebiete, als dasjenige Gebiet ist, in dem wir stehen, wenn wir in der physischen Welt drinnenstehen; sondern sie liegen auf einem materielleren Gebiete, als dasjenige Gebiet ist, in dem wir stehen, wenn wir in der physischen Welt drinnenstehen. Man kann ein Visionär sein, weil man mit weniger Werkzeugen an seiner Leiblichkeit arbeitet, als man im gewöhnlichen, äußeren physischen Leben arbeitet. Da arbeitet man mit dem gesamten gesunden Leib und schaut in die gewöhnliche Wirklichkeit hinein.
[ 72 ] Man muss sogar sagen: Dasjenige, was auf den zwei Wegen, die angedeutet worden sind, erreicht wird, das wird ja gerade erreicht, indem man aufsucht, was unabhängig von der Körperlichkeit ist, was nicht mithilfe der Körperlichkeit erreicht wird. Man macht sich ja gerade frei von der Körperlichkeit. Daher werden alle die Dinge, die an die Körperlichkeit gebunden sind — und das sind Visionen, Halluzinationen, die sind nicht aus dem Geiste stammend, so wie sie im gewöhnlichen, trivialen abergläubischen, mystischen Sinne aufgefasst werden —, sodass diese gar nichts zu tun haben mit wahrer Geistesforschung, denn die hängen von der Körperlichkeit ab. Und sie liegen nicht etwa auf einem geistigeren Gebiete, als dasjenige Gebiet ist, in dem wir stehen, wenn wir in der physischen Welt drinnenstehen; sondern sie liegen auf einem materielleren Gebiete, als dasjenige Gebiet ist, in dem wir stehen, wenn wir in der physischen Welt drinnenstehen. Man kann ein Visionär sein, weil man mit weniger Werkzeugen an seiner Leiblichkeit arbeitet, als man im gewöhnlichen, äußeren physischen Leben arbeitet. Da arbeitet man mit dem gesamten gesunden Leib und schaut in die gewöhnliche Wirklichkeit hinein.
[ 73 ] Die gewöhnlichen Visionen sind nur eine Art von Nachbild, sind Nachbilder desjenigen, was man auch mit Augen sehen kann; nur dass sie herausgepresst werden aus der Leiblichkeit. Sie beruhen darauf, dass gewisse Teile unseres Organismus nicht in Wirksamkeit treten, und andere allein dann in Wirksamkeit treten können; sodass wir zur Untersinnlichkeit, nicht zur Übersinnlichkeit in diesem Falle getrieben werden, dass wir weniger Wirklichkeit sehen, als wir mit dem gewöhnlichen, gesunden Sinnen sehen.
[ 73 ] Die gewöhnlichen Visionen sind nur eine Art von Nachbild, sind Nachbilder desjenigen, was man auch mit Augen sehen kann; nur dass sie herausgepresst werden aus der Leiblichkeit. Sie beruhen darauf, dass gewisse Teile unseres Organismus nicht in Wirksamkeit treten, und andere allein dann in Wirksamkeit treten können; sodass wir zur Untersinnlichkeit, nicht zur Übersinnlichkeit in diesem Falle getrieben werden, dass wir weniger Wirklichkeit sehen, als wir mit dem gewöhnlichen, gesunden Sinnen sehen.
[ 74 ] Geisteswissenschaft ist nicht geeignet, wenn sie in ihrer wahren Grundlage aufgefasst wird, irgendeinen Aberglauben zu bekräftigen. Im Gegenteil, sie ist gerade dasjenige, was jede Art von Aberglauben, von querköpfigem Mystischem ausschalten wird, weil sie ein anderes Seelenleben, nicht aus einem Kranken heraus, sondern aus einem Gesunden heraus entwickeln will, und weil sie ablehnen will alles dasjenige, was mit den krankhaften Visionen und Halluzinationen zu tun hat, die gerade doch zu dem führen müssen, ausgerottet zu werden mit Stumpf und Stiel, damit jenes wirkliche Hellsehen eintreten kann, das in die geistigen Welten führt, von denen allein sich die Geisteswissenschaft getragen fühlen kann!
[ 74 ] Geisteswissenschaft ist nicht geeignet, wenn sie in ihrer wahren Grundlage aufgefasst wird, irgendeinen Aberglauben zu bekräftigen. Im Gegenteil, sie ist gerade dasjenige, was jede Art von Aberglauben, von querköpfigem Mystischem ausschalten wird, weil sie ein anderes Seelenleben, nicht aus einem Kranken heraus, sondern aus einem Gesunden heraus entwickeln will, und weil sie ablehnen will alles dasjenige, was mit den krankhaften Visionen und Halluzinationen zu tun hat, die gerade doch zu dem führen müssen, ausgerottet zu werden mit Stumpf und Stiel, damit jenes wirkliche Hellsehen eintreten kann, das in die geistigen Welten führt, von denen allein sich die Geisteswissenschaft getragen fühlen kann!
[ 75 ] Auf die Weise, sehr verehrte Anwesende, wie es geschildert worden ist, entdeckt der Mensch die ewigen Kräfte der Menschenseele, entdeckt er dasjenige, was durch Geburten und Tode geht, gelangt er zu einer Gewissheit der ewigen Bedeutung des Menschen.
[ 75 ] Auf die Weise, sehr verehrte Anwesende, wie es geschildert worden ist, entdeckt der Mensch die ewigen Kräfte der Menschenseele, entdeckt er dasjenige, was durch Geburten und Tode geht, gelangt er zu einer Gewissheit der ewigen Bedeutung des Menschen.
[ 76 ] Und das ist Aufgabe der Geisteswissenschaft, dass sie in einer wissenschaftlichen Weise zu dem hinzu, was die Wissenschaft über die äußere Natur so Herrliches hervorgebracht hat, dies in Bezug auf die geistige Welt der geistigen Menschheitsentwicklung einzuverleiben hat. Das ist die Aufgabe der Geisteswissenschaft.
[ 76 ] Und das ist Aufgabe der Geisteswissenschaft, dass sie in einer wissenschaftlichen Weise zu dem hinzu, was die Wissenschaft über die äußere Natur so Herrliches hervorgebracht hat, dies in Bezug auf die geistige Welt der geistigen Menschheitsentwicklung einzuverleiben hat. Das ist die Aufgabe der Geisteswissenschaft.
[ 77 ] Die Naturwissenschaft musste seit — ich möchte sagen — einigen Jahrhunderten die Menschheit erziehen zu einem Wirklichkeitssinn, wie er früher nicht vorhanden war. Dann konnte die Zeit kommen — und sie ist jetzt gekommen —, wo in derselben Strenge der Entwicklung innerer Seelenkräfte der Mensch auch über die geistige Welt sprechen kann. Und wenn auch heute all die Gründe, die schon angedeutet worden sind gegen diese Geisteswissenschaft noch eingewendet werden — diese Geisteswissenschaft wird sich geradeso einleben in den geistigen Entwicklungsgang der Menschheit, wie sich die Naturwissenschaft eingelebt hat. Was heute naturwissenschaftlich selbstverständlich ist, das wurde vor verhältnismäßig kurzer Zeit noch bekämpft, in der schlimmsten Weise bekämpft. Dasjenige, was heute an der Geisteswissenschaft bekämpft wird, es wird eine Selbstverständlichkeit werden wie gewisse naturwissenschaftliche Errungenschaften. Aber dann wird auch eine Zeit kommen, wo man einsehen wird, dass ebenso wenig, wie jeder ein Astronom sein muss, um dasjenige, was die Astronomie der allgemeinen Bildung zu geben hat, um das der Welt zu vermitteln — ebenso wenig braucht jeder unmittelbar ein Geistesforscher zu sein. Bis zu einem gewissen Grade kann es heute jeder werden, gerade aus meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» ist das zu entnehmen. Aber es ist nicht einmal notwendig. Es ist ebenso wenig notwendig, wie es notwendig ist, um ein Buch zu verstehen, die Gabe zu haben, dieses Buch selber zu schreiben. Wenn durch den oder jenen Geistesforscher die Wahrheiten über die geistige Welt aus dieser geistigen Welt hervorgebracht worden sind, so genügt das gewöhnliche menschliche Begreifen, um das einzusehen, was der Geistesforscher sagt — nicht, es bloß zu glauben, sondern es wirklich einzuschen und es als ein Seelengut zu haben. Sodass man selbst in einer so schweren Zeit, wie die jetzige ist, wo Hunderte und Aberhunderte von Tode uns täglich umgeben, umso mehr das Bewusstsein entwickeln kann von der ewigen Bedeutung der Menschenseele und den unvergänglichen ewigen Kräften, die der Menschenseele zugrunde liegen.
[ 77 ] Die Naturwissenschaft musste seit — ich möchte sagen — einigen Jahrhunderten die Menschheit erziehen zu einem Wirklichkeitssinn, wie er früher nicht vorhanden war. Dann konnte die Zeit kommen — und sie ist jetzt gekommen —, wo in derselben Strenge der Entwicklung innerer Seelenkräfte der Mensch auch über die geistige Welt sprechen kann. Und wenn auch heute all die Gründe, die schon angedeutet worden sind gegen diese Geisteswissenschaft noch eingewendet werden — diese Geisteswissenschaft wird sich geradeso einleben in den geistigen Entwicklungsgang der Menschheit, wie sich die Naturwissenschaft eingelebt hat. Was heute naturwissenschaftlich selbstverständlich ist, das wurde vor verhältnismäßig kurzer Zeit noch bekämpft, in der schlimmsten Weise bekämpft. Dasjenige, was heute an der Geisteswissenschaft bekämpft wird, es wird eine Selbstverständlichkeit werden wie gewisse naturwissenschaftliche Errungenschaften. Aber dann wird auch eine Zeit kommen, wo man einsehen wird, dass ebenso wenig, wie jeder ein Astronom sein muss, um dasjenige, was die Astronomie der allgemeinen Bildung zu geben hat, um das der Welt zu vermitteln — ebenso wenig braucht jeder unmittelbar ein Geistesforscher zu sein. Bis zu einem gewissen Grade kann es heute jeder werden, gerade aus meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» ist das zu entnehmen. Aber es ist nicht einmal notwendig. Es ist ebenso wenig notwendig, wie es notwendig ist, um ein Buch zu verstehen, die Gabe zu haben, dieses Buch selber zu schreiben. Wenn durch den oder jenen Geistesforscher die Wahrheiten über die geistige Welt aus dieser geistigen Welt hervorgebracht worden sind, so genügt das gewöhnliche menschliche Begreifen, um das einzusehen, was der Geistesforscher sagt — nicht, es bloß zu glauben, sondern es wirklich einzuschen und es als ein Seelengut zu haben. Sodass man selbst in einer so schweren Zeit, wie die jetzige ist, wo Hunderte und Aberhunderte von Tode uns täglich umgeben, umso mehr das Bewusstsein entwickeln kann von der ewigen Bedeutung der Menschenseele und den unvergänglichen ewigen Kräften, die der Menschenseele zugrunde liegen.
[ 78 ] Ich will nicht sagen, sehr verehrte Anwesende, dass unsere Zeit — diese Zeit, die so schicksaltragend ist —, mehr als eine andere Zeit geeignet ist, gerade diese Wahrheiten von den unsterblichen Kräften der Menschenseele zu begreifen; aber dasjenige, was um uns herum geschieht und wovon wir gestern gesprochen haben, das kann doch ein Merkzeichen sein, den Menschen hinzuweisen darauf, dass nachgedacht werden müsse über dasjenige, was so hundertfältig täglich gerade in unserer Zeit um uns geschieht. Als Merkzeichen wenigstens, wenn auch nicht geradezu als eine Erweiterung des Verständnisses, kann unsere schicksalschwere Zeit für diese geisteswissenschaftlichen Wahrheiten dienen.
[ 78 ] Ich will nicht sagen, sehr verehrte Anwesende, dass unsere Zeit — diese Zeit, die so schicksaltragend ist —, mehr als eine andere Zeit geeignet ist, gerade diese Wahrheiten von den unsterblichen Kräften der Menschenseele zu begreifen; aber dasjenige, was um uns herum geschieht und wovon wir gestern gesprochen haben, das kann doch ein Merkzeichen sein, den Menschen hinzuweisen darauf, dass nachgedacht werden müsse über dasjenige, was so hundertfältig täglich gerade in unserer Zeit um uns geschieht. Als Merkzeichen wenigstens, wenn auch nicht geradezu als eine Erweiterung des Verständnisses, kann unsere schicksalschwere Zeit für diese geisteswissenschaftlichen Wahrheiten dienen.
[ 79 ] Der Geistesforscher muss sprechen, wenn er also, wie ich es angedeutet habe, hineinschaut in die geistige Welt, von einer wirklichen, konkreten geistigen Welt; nicht von jener schon gestern angedeuteten geistig-nebulosen Welt, von der der Pantheismus spricht, der sagt: Geist, Geist ist hinter allem! Geist, Geist und immer wieder Geist. — Die abstrakte Philosophie spricht davon. Das ist geradeso, wie wenn man immer nur «Natur, Natur, Natur!» sagen würde und nicht «Lilien», «Tulpen» und so weiter. Der Geistesforscher spricht von konkreten geistigen Tatsachen und Wesenheiten, mit denen das Geistesleben so in Beziehung steht, wie unser Körper durch seine Sinne mit der äußeren Sinnenwelt in Beziehung steht.
[ 79 ] Der Geistesforscher muss sprechen, wenn er also, wie ich es angedeutet habe, hineinschaut in die geistige Welt, von einer wirklichen, konkreten geistigen Welt; nicht von jener schon gestern angedeuteten geistig-nebulosen Welt, von der der Pantheismus spricht, der sagt: Geist, Geist ist hinter allem! Geist, Geist und immer wieder Geist. — Die abstrakte Philosophie spricht davon. Das ist geradeso, wie wenn man immer nur «Natur, Natur, Natur!» sagen würde und nicht «Lilien», «Tulpen» und so weiter. Der Geistesforscher spricht von konkreten geistigen Tatsachen und Wesenheiten, mit denen das Geistesleben so in Beziehung steht, wie unser Körper durch seine Sinne mit der äußeren Sinnenwelt in Beziehung steht.
[ 80 ] Allerdings, wenn man auf dieses Gebiet kommt, dann erheben sich alle diejenigen, die vor lauter Gescheitheit in unserer Zeit aus den selbstverständlichen Wahrheiten, die der Geistesforscher durchaus nicht leugnet, schon bis zur Torheit gescheit geworden sind. Aber auch die Zeit wird kommen, wo man es einsehen wird, dass ebenso, wie es heute noch Leute geben kann, die nicht gelernt haben, dass es Luft gibt in der /Lücke in der Mitschrift] Wenn der Raum leer ist, ist die Luft nicht da. Wie es eine Selbstverständlichkeit ist für den, der etwas gelernt hat in diesen Dingen, dass die Luft da ist, dass sie sogar unerlässlich ist für das Leben, so wird man einsehen, dass es unerlässlich ist für das seelisch-geistige Leben, dass unerlässlich ist dasjenige, was immerzu zuströmt, wie die Luft unserer Lunge zuströmt — zuströmt aus der seelisch-geistigen Welt, die uns umgibt und in der wir drinnen leben, wie der Körper in der physisch-sinnlichen Welt lebt. Es wird eine Zeit kommen, wo man von dieser Welt, in der wir eben seelisch-geistig wurzeln, so sprechen wird wie die Sinne sprechen von der Sinnenwelt. Da muss allerdings noch manche Besserung eintreten — auch in Bezug auf den Betrieb der Geisteswissenschaft selber. Man kann heute durchaus noch begreifen, dass strenge Wissenschafter — und derjenige, der in der Wissenschaft drinnensteht und diese Wissenschaft schätzt und achtet, der wird ihnen durchaus beistimmen —, dass strenge Wissenschafter so sagen: Nun ja, sehen wir uns die Leute an, die da reden von einer geistigen Welt! Wir brauchen nur ein bisschen zuzusehen, so sehen wir, dass irgendeine Schwärmerei, ein krankhaftes Bewusstsein das alles zustande bringt. Und wenn man sieht, wie äußerlich sich diese Geisteswissenschaft manchmal gebärdet — nun ja, dann haben wir genug!
[ 80 ] Allerdings, wenn man auf dieses Gebiet kommt, dann erheben sich alle diejenigen, die vor lauter Gescheitheit in unserer Zeit aus den selbstverständlichen Wahrheiten, die der Geistesforscher durchaus nicht leugnet, schon bis zur Torheit gescheit geworden sind. Aber auch die Zeit wird kommen, wo man es einsehen wird, dass ebenso, wie es heute noch Leute geben kann, die nicht gelernt haben, dass es Luft gibt in der /Lücke in der Mitschrift] Wenn der Raum leer ist, ist die Luft nicht da. Wie es eine Selbstverständlichkeit ist für den, der etwas gelernt hat in diesen Dingen, dass die Luft da ist, dass sie sogar unerlässlich ist für das Leben, so wird man einsehen, dass es unerlässlich ist für das seelisch-geistige Leben, dass unerlässlich ist dasjenige, was immerzu zuströmt, wie die Luft unserer Lunge zuströmt — zuströmt aus der seelisch-geistigen Welt, die uns umgibt und in der wir drinnen leben, wie der Körper in der physisch-sinnlichen Welt lebt. Es wird eine Zeit kommen, wo man von dieser Welt, in der wir eben seelisch-geistig wurzeln, so sprechen wird wie die Sinne sprechen von der Sinnenwelt. Da muss allerdings noch manche Besserung eintreten — auch in Bezug auf den Betrieb der Geisteswissenschaft selber. Man kann heute durchaus noch begreifen, dass strenge Wissenschafter — und derjenige, der in der Wissenschaft drinnensteht und diese Wissenschaft schätzt und achtet, der wird ihnen durchaus beistimmen —, dass strenge Wissenschafter so sagen: Nun ja, sehen wir uns die Leute an, die da reden von einer geistigen Welt! Wir brauchen nur ein bisschen zuzusehen, so sehen wir, dass irgendeine Schwärmerei, ein krankhaftes Bewusstsein das alles zustande bringt. Und wenn man sieht, wie äußerlich sich diese Geisteswissenschaft manchmal gebärdet — nun ja, dann haben wir genug!
[ 81 ] Man kann denen durchaus zustimmen, die aus der Schätzung und aus einer Betätigung der wahrhaftig hoch zu achtenden, streng naturwissenschaftlichen Methode solch ein Urteil fällen; denn das schadet, wie ich schon angedeutet habe, der Geisteswissenschaft ganz besonders, dass sie zu leicht heute noch mit allen möglichen dilettantischen und phantastischen Träumereien und Schwärmereien, schwärmerischem Zeug, zusammengeworfen werden kann mit diesem schwindelhaften Zeug. So wahr es ist auf der einen Seite, dass es den Weg gibt in die geistige Welt hinein, um zu begreifen, um sich zu überzeugen von der ewigen Natur der Menschenseele, von deren ewigem Leben, so wahr ist es auch auf der andern Seite, dass gerade diese Geisteswissenschaft, die durchaus nicht krankhaftes Hellsehen erzeugt, dass diese Geisteswissenschaft ablehnen muss die Gemeinschaft mit alledem, was in scharlatanhafter, in verdrehter mystischer Weise sich auch als Offenbarung der geistigen Welt geltend machen will!
[ 81 ] Man kann denen durchaus zustimmen, die aus der Schätzung und aus einer Betätigung der wahrhaftig hoch zu achtenden, streng naturwissenschaftlichen Methode solch ein Urteil fällen; denn das schadet, wie ich schon angedeutet habe, der Geisteswissenschaft ganz besonders, dass sie zu leicht heute noch mit allen möglichen dilettantischen und phantastischen Träumereien und Schwärmereien, schwärmerischem Zeug, zusammengeworfen werden kann mit diesem schwindelhaften Zeug. So wahr es ist auf der einen Seite, dass es den Weg gibt in die geistige Welt hinein, um zu begreifen, um sich zu überzeugen von der ewigen Natur der Menschenseele, von deren ewigem Leben, so wahr ist es auch auf der andern Seite, dass gerade diese Geisteswissenschaft, die durchaus nicht krankhaftes Hellsehen erzeugt, dass diese Geisteswissenschaft ablehnen muss die Gemeinschaft mit alledem, was in scharlatanhafter, in verdrehter mystischer Weise sich auch als Offenbarung der geistigen Welt geltend machen will!
[ 82 ] In unserer ernsten Zeit ist es vielleicht gerade notwendig, dass am Schlusse auch noch auf solche Dinge genauer hingewiesen wird, sehr verehrte Anwesende, damit man nicht in weiteren Kreisen glaubt, man dürfe ohne weiteres Geisteswissenschaft, weil sie sich nicht wehrt, mit allem möglichen konfusen Zeug, ja mit Schlimmerem als konfusem Zeug, zusammenwerfen. Und daher lassen Sie mich, weil das schon einmal in den Kreisen der materialistischen Denker besprochen worden ist, lassen Sie mich zum Schlusse eine Tatsache, die ich nur als Tatsache anführen will, lassen Sie mich eine Tatsache anführen, aus einem Grund, der gleich ersichtlich sein wird.
[ 82 ] In unserer ernsten Zeit ist es vielleicht gerade notwendig, dass am Schlusse auch noch auf solche Dinge genauer hingewiesen wird, sehr verehrte Anwesende, damit man nicht in weiteren Kreisen glaubt, man dürfe ohne weiteres Geisteswissenschaft, weil sie sich nicht wehrt, mit allem möglichen konfusen Zeug, ja mit Schlimmerem als konfusem Zeug, zusammenwerfen. Und daher lassen Sie mich, weil das schon einmal in den Kreisen der materialistischen Denker besprochen worden ist, lassen Sie mich zum Schlusse eine Tatsache, die ich nur als Tatsache anführen will, lassen Sie mich eine Tatsache anführen, aus einem Grund, der gleich ersichtlich sein wird.
[ 83 ] Man konnte im Jahre 1912 in einem Jahrbuch, das für 1913 herausgegeben worden ist, herausgegeben worden ist von einer Persönlichkeit, die in weiten Kreisen als eine besondere Prophetin verehrt wird, die vieles aus der geistigen Welt heraus zu sagen hat, wie manche glauben, man konnte in einem Jahrbuch lesen, das 1912 für 1913 erschienen ist, man konnte da lesen — nehmen Sie genau den Zeitpunkt —, man konnte da lesen mit Bezug auf Österreich: Derjenige, welcher heute noch glaubt, regieren zu können, wird nicht regieren. Dagegen wird ein junger Mann regieren, der noch nicht regieren sollte. Und dieselbe Behauptung in ähnlicher Weise ist dann 1913 in demselben Jahrbuch für 1914 wieder erschienen, wiederholt worden. Und dann trat, wie wir ja wissen, im Juni 1914 jenes Attentat ein auf den österreichischen Erzherzog Franz Ferdinand. Ich will nur die Tatsachen zusammenstellen. Selbstverständlich, dass jeder gesund Denkende an etwas anderes denkt, als dass jene Persönlichkeit, um die es sich da handelt, und die eine durch manche andere Dinge höchst zweifelhafte Persönlichkeit ist, prophetisch das vorausgesehen habe!
[ 83 ] Man konnte im Jahre 1912 in einem Jahrbuch, das für 1913 herausgegeben worden ist, herausgegeben worden ist von einer Persönlichkeit, die in weiten Kreisen als eine besondere Prophetin verehrt wird, die vieles aus der geistigen Welt heraus zu sagen hat, wie manche glauben, man konnte in einem Jahrbuch lesen, das 1912 für 1913 erschienen ist, man konnte da lesen — nehmen Sie genau den Zeitpunkt —, man konnte da lesen mit Bezug auf Österreich: Derjenige, welcher heute noch glaubt, regieren zu können, wird nicht regieren. Dagegen wird ein junger Mann regieren, der noch nicht regieren sollte. Und dieselbe Behauptung in ähnlicher Weise ist dann 1913 in demselben Jahrbuch für 1914 wieder erschienen, wiederholt worden. Und dann trat, wie wir ja wissen, im Juni 1914 jenes Attentat ein auf den österreichischen Erzherzog Franz Ferdinand. Ich will nur die Tatsachen zusammenstellen. Selbstverständlich, dass jeder gesund Denkende an etwas anderes denkt, als dass jene Persönlichkeit, um die es sich da handelt, und die eine durch manche andere Dinge höchst zweifelhafte Persönlichkeit ist, prophetisch das vorausgesehen habe!
[ 84 ] Das wird aber noch klarer, wenn man die folgende Entdeckung dann macht — wie gesagt, diese Dinge sind auch auf materialistischem Gebiet in gesunder Weise besprochen worden, und Geisteswissenschaft hat alle Ursache, zu zeigen, auf welcher Seite sie in Bezug auf derlei Dinge steht —, noch klarer wird die Sache, wenn man bedenkt, dass schon 1913 in einer Pariser Zeitung — «Paris-Midi» — der Wunsch ausgesprochen worden ist, das Attentat von Sarajevo zu begehen; dass in dieser selben Zeitung auch ausgesprochen worden ist, gelegentlich der Einführung der dreijährigen Dienstzeit in Frankreich, dass wenn es irgendwie in Frankreich zu einer Mobilisierung kommen würde, so würde Jaures in den ersten Tagen der Mobilisierung getötet werden!
[ 84 ] Das wird aber noch klarer, wenn man die folgende Entdeckung dann macht — wie gesagt, diese Dinge sind auch auf materialistischem Gebiet in gesunder Weise besprochen worden, und Geisteswissenschaft hat alle Ursache, zu zeigen, auf welcher Seite sie in Bezug auf derlei Dinge steht —, noch klarer wird die Sache, wenn man bedenkt, dass schon 1913 in einer Pariser Zeitung — «Paris-Midi» — der Wunsch ausgesprochen worden ist, das Attentat von Sarajevo zu begehen; dass in dieser selben Zeitung auch ausgesprochen worden ist, gelegentlich der Einführung der dreijährigen Dienstzeit in Frankreich, dass wenn es irgendwie in Frankreich zu einer Mobilisierung kommen würde, so würde Jaures in den ersten Tagen der Mobilisierung getötet werden!
[ 85 ] Stellen Sie diese Tatsachen zusammen damit, dass sie prophetisch — scheinbar — den Leuten aufgebunden werden — prophetisch, scheinbar aus geistigen Welten heraus, den Leuten aufgebunden werden, dann haben Sie die Wahl, entweder an etwas zu denken, was ich gar nicht andeuten will — an irgendeine unterirdische Verbindung zwischen dieser scheinbaren Prophetie und dem, was sich dann vollzogen hat — oder daran, dass nun wirklich vorausgesehen worden ist dasjenige, was sich vollzogen hat!
[ 85 ] Stellen Sie diese Tatsachen zusammen damit, dass sie prophetisch — scheinbar — den Leuten aufgebunden werden — prophetisch, scheinbar aus geistigen Welten heraus, den Leuten aufgebunden werden, dann haben Sie die Wahl, entweder an etwas zu denken, was ich gar nicht andeuten will — an irgendeine unterirdische Verbindung zwischen dieser scheinbaren Prophetie und dem, was sich dann vollzogen hat — oder daran, dass nun wirklich vorausgesehen worden ist dasjenige, was sich vollzogen hat!
[ 86 ] Da aber betont Geisteswissenschaft, dass für sie ganz besonders klares, wirklichkeitstaugliches, gesundes Denken am Platze ist und dass sie nicht vermischt sein will mit demjenigen, was sich gerade in unserer Zeit heute solche Leute gern aufbinden lassen, die durch irgendwelche äußeren Beweisgründe das geistige Gebiet sich «beweisen» lassen wollen.
[ 86 ] Da aber betont Geisteswissenschaft, dass für sie ganz besonders klares, wirklichkeitstaugliches, gesundes Denken am Platze ist und dass sie nicht vermischt sein will mit demjenigen, was sich gerade in unserer Zeit heute solche Leute gern aufbinden lassen, die durch irgendwelche äußeren Beweisgründe das geistige Gebiet sich «beweisen» lassen wollen.
[ 87 ] Geradeso wenig wie irgendein Materialist wird der wahre Geistesforscher an die «Prophetie» jener zweifelhaften Persönlichkeit denken, sondern an etwas anderes! Und alle Ursache ist vorhanden, sehr verehrte Anwesende, dass jetzt, wo die Dinge öffentlich besprochen werden, schon einmal darauf hingewiesen wird, dass Geisteswissenschaft abschütteln muss alles dasjenige, was sich nun einmal so gern an ihre Rockschöße knüpft: Alles Scharlatanhafte, Schwindelhafte und alles dasjenige, was spekuliert auf die Leichtgläubigkeit der Menschheit, um gewisse Zwecke zu erreichen, die manchmal auch Verwerflichkeits-Zwecke sein können. [Und auf keinem Gebiete mehr blüht scharlatanhafter Schwindel und Unsinn und Spekulation auf die Torheit und auf den Aberglauben der Menschen als auf dem Gebiet, mit der geisteswissenschaftlichen Richtung und Weltanschauung die Wahrheit über die geistigen Welten anzustreben.]
[ 87 ] Geradeso wenig wie irgendein Materialist wird der wahre Geistesforscher an die «Prophetie» jener zweifelhaften Persönlichkeit denken, sondern an etwas anderes! Und alle Ursache ist vorhanden, sehr verehrte Anwesende, dass jetzt, wo die Dinge öffentlich besprochen werden, schon einmal darauf hingewiesen wird, dass Geisteswissenschaft abschütteln muss alles dasjenige, was sich nun einmal so gern an ihre Rockschöße knüpft: Alles Scharlatanhafte, Schwindelhafte und alles dasjenige, was spekuliert auf die Leichtgläubigkeit der Menschheit, um gewisse Zwecke zu erreichen, die manchmal auch Verwerflichkeits-Zwecke sein können. [Und auf keinem Gebiete mehr blüht scharlatanhafter Schwindel und Unsinn und Spekulation auf die Torheit und auf den Aberglauben der Menschen als auf dem Gebiet, mit der geisteswissenschaftlichen Richtung und Weltanschauung die Wahrheit über die geistigen Welten anzustreben.]
[ 88 ] Dieses ernste Wort ist gerade dann notwendig, wenn man den Wahrheitssinn, der untrennbar ist von geisteswissenschaftlicher Forschung, wenn man den ins rechte Licht setzen will, und wenn man aufmerksam darauf machen will, wie alles Geisteswissenschaftliche ein Innerliches sein müsse, auf Verinnerlichung der menschlichen Natur beruhen müsse, und wie sie sich streng scheidet — wenn auch Geisteswissenschaft von Dingen spricht, die nur aus der geistigen Welt heraus erkannt werden können, auch mit Bezug auf solche Dinge wird sie sich nicht ablehnend verhalten —, aber sie wird sich streng scheiden von alledem, was eben charakterisiert worden ist. Gerade in unserer ernsten Zeit ist das notwendig, weil es auf der anderen Seite notwendig ist, dass Geisteswissenschaft sich dem Entwicklungsgang, dem geistigen Entwicklungsgang einverleibe, wie sich einmal Naturwissenschaft einverleibt hat dem geistigen Entwicklungsgang der Menschheit.
[ 88 ] Dieses ernste Wort ist gerade dann notwendig, wenn man den Wahrheitssinn, der untrennbar ist von geisteswissenschaftlicher Forschung, wenn man den ins rechte Licht setzen will, und wenn man aufmerksam darauf machen will, wie alles Geisteswissenschaftliche ein Innerliches sein müsse, auf Verinnerlichung der menschlichen Natur beruhen müsse, und wie sie sich streng scheidet — wenn auch Geisteswissenschaft von Dingen spricht, die nur aus der geistigen Welt heraus erkannt werden können, auch mit Bezug auf solche Dinge wird sie sich nicht ablehnend verhalten —, aber sie wird sich streng scheiden von alledem, was eben charakterisiert worden ist. Gerade in unserer ernsten Zeit ist das notwendig, weil es auf der anderen Seite notwendig ist, dass Geisteswissenschaft sich dem Entwicklungsgang, dem geistigen Entwicklungsgang einverleibe, wie sich einmal Naturwissenschaft einverleibt hat dem geistigen Entwicklungsgang der Menschheit.
[ 89 ] Das wird sie nur können, wenn man verstehen wird, wie das geisteswissenschaftliche Streben wirklich in dem heute angedeuteten Sinne, so paradox es erscheinen wird — außerhalb des Leibes und nicht durch Leibeskraft gesucht wird. Wenn hingewiesen wird darauf, dass diese vertrackten Geisteswissenschafter doch Vegetarier zum Beispiel sind, so ist das eine Geschmackssache, was mit der Geisteswissenschaft als solcher gar nichts zu tun hat, und wo man sie nicht zusammenwerfen sollte, ebenso wenig, wie man sie zusammenwerfen sollte damit, dass manche, die sich zur geisteswissenschaftlichen Weltanschauungsströmung rechnen, wenn sie Frauen sind, kurze Haare tragen, wenn sie Männer sind, lange Haare, und dass sie diese oder jene Kleider tragen und dergleichen; ebenso wenig kann durch eine falsche Askese, durch irgendeine Kasteiung des Leibes — wenn es auch notwendig ist selbstverständlich, ein gesundes Leben zu entwickeln —, ebenso wenig kann durch eine ungesunde Kasteiung des Leibes die geistige Welt «eressen» werden! Durch Eressen oder dies oder jenes kann man nicht in die geistige Welt hineinkommen, nicht wahr, sondern durch geistig-seelische Kräfte!
[ 89 ] Das wird sie nur können, wenn man verstehen wird, wie das geisteswissenschaftliche Streben wirklich in dem heute angedeuteten Sinne, so paradox es erscheinen wird — außerhalb des Leibes und nicht durch Leibeskraft gesucht wird. Wenn hingewiesen wird darauf, dass diese vertrackten Geisteswissenschafter doch Vegetarier zum Beispiel sind, so ist das eine Geschmackssache, was mit der Geisteswissenschaft als solcher gar nichts zu tun hat, und wo man sie nicht zusammenwerfen sollte, ebenso wenig, wie man sie zusammenwerfen sollte damit, dass manche, die sich zur geisteswissenschaftlichen Weltanschauungsströmung rechnen, wenn sie Frauen sind, kurze Haare tragen, wenn sie Männer sind, lange Haare, und dass sie diese oder jene Kleider tragen und dergleichen; ebenso wenig kann durch eine falsche Askese, durch irgendeine Kasteiung des Leibes — wenn es auch notwendig ist selbstverständlich, ein gesundes Leben zu entwickeln —, ebenso wenig kann durch eine ungesunde Kasteiung des Leibes die geistige Welt «eressen» werden! Durch Eressen oder dies oder jenes kann man nicht in die geistige Welt hineinkommen, nicht wahr, sondern durch geistig-seelische Kräfte!
[ 90 ] Das wollte ich insbesondere beifügen, sehr verehrte Anwesende, dem, was wahre Geistesforschung ist, und was wahre Geistesforschung oftmals gegenüber dem, was sich als solche gebärdet, für Schwierigkeiten hat heute, ihre Stellung in der Welt zu behaupten.
[ 90 ] Das wollte ich insbesondere beifügen, sehr verehrte Anwesende, dem, was wahre Geistesforschung ist, und was wahre Geistesforschung oftmals gegenüber dem, was sich als solche gebärdet, für Schwierigkeiten hat heute, ihre Stellung in der Welt zu behaupten.
[ 91 ] Man kann immer nur handeln, es sagen aus diesem oder jenem Gesichtspunkte heraus. Selbstverständlich wäre vieles zur Bekräftigung desjenigen noch zu sagen, was heute vorgebracht worden ist; ich wollte nur einzelne Gesichtspunkte andeuten — einzelne Gesichtspunkte, die wieder einmal zeigen sollen, wie gut begründet im menschlichen Erleben, und gerade im gesunden menschlichen Erleben die geistesforscherische Richtung ist.
[ 91 ] Man kann immer nur handeln, es sagen aus diesem oder jenem Gesichtspunkte heraus. Selbstverständlich wäre vieles zur Bekräftigung desjenigen noch zu sagen, was heute vorgebracht worden ist; ich wollte nur einzelne Gesichtspunkte andeuten — einzelne Gesichtspunkte, die wieder einmal zeigen sollen, wie gut begründet im menschlichen Erleben, und gerade im gesunden menschlichen Erleben die geistesforscherische Richtung ist.
[ 92 ] Und wenn diese geistesforscherische Richtung, sehr verehrte Anwesende, heute noch von mancher selbstverständlich einleuchtenden Seite her bekämpft wird — die Zeit wird kommen, wo Menschen sich erarbeitet haben werden in genügender Anzahl jene innerliche Tätigkeit, die die geistige Welt zu einer unmittelbaren Erkenntnis macht, und wo sich einverleiben wird dasjenige, was Geisteserkenntnis ist, dem menschlichen Wissen, wie sich die kopernikanische Weltanschauung diesem menschlichen Wissen einverleibt hat.
[ 92 ] Und wenn diese geistesforscherische Richtung, sehr verehrte Anwesende, heute noch von mancher selbstverständlich einleuchtenden Seite her bekämpft wird — die Zeit wird kommen, wo Menschen sich erarbeitet haben werden in genügender Anzahl jene innerliche Tätigkeit, die die geistige Welt zu einer unmittelbaren Erkenntnis macht, und wo sich einverleiben wird dasjenige, was Geisteserkenntnis ist, dem menschlichen Wissen, wie sich die kopernikanische Weltanschauung diesem menschlichen Wissen einverleibt hat.
[ 93 ] Wir haben gesehen gestern, wie verankert ist gerade im mitteleuropäischen Geistesleben dasjenige, was geistesforscherischer Weg ist und wie geradezu ein, wenn auch ein vergessener Ton des deutschen Geisteslebens wie hinstrebt zur wirklichen Erfassung der geistigen Welt. Daher dürfen wir vertrauensvoll gerade auf dasjenige, was gestern als ein verklungener Ton des deutschen Geisteslebens angegeben worden ist, vertrauensvoll auf das hinweisen, das ja doch ein Wirksames ist, wenn es auch heute nicht gesehen wird, was Keim und Wurzel sein wird zu Blüten und Früchten, die sich entwickeln müssen. Aufsteigen wird müssen dasjenige, was wie eine Vorbereitung in Fichte, Schelling und Hegel und den anderen hat, die gestern angeführt worden sind, [dasjenige,] was wie eine Vorbereitung ist zum wirklichen Hineinschreiten in die geistige Welt.
[ 93 ] Wir haben gesehen gestern, wie verankert ist gerade im mitteleuropäischen Geistesleben dasjenige, was geistesforscherischer Weg ist und wie geradezu ein, wenn auch ein vergessener Ton des deutschen Geisteslebens wie hinstrebt zur wirklichen Erfassung der geistigen Welt. Daher dürfen wir vertrauensvoll gerade auf dasjenige, was gestern als ein verklungener Ton des deutschen Geisteslebens angegeben worden ist, vertrauensvoll auf das hinweisen, das ja doch ein Wirksames ist, wenn es auch heute nicht gesehen wird, was Keim und Wurzel sein wird zu Blüten und Früchten, die sich entwickeln müssen. Aufsteigen wird müssen dasjenige, was wie eine Vorbereitung in Fichte, Schelling und Hegel und den anderen hat, die gestern angeführt worden sind, [dasjenige,] was wie eine Vorbereitung ist zum wirklichen Hineinschreiten in die geistige Welt.
[ 94 ] Aber dieses Hineinschreiten wird ebenso wahr kommen, wie wahr die Pflanze — wenn sie nicht gehindert werden kann — Keime und Wurzeln hat auch Blätter und Blüten und Früchte entwickeln wird. Und das Geistige kann im Physischen, wenn es gut begründet ist, nicht Hindernisse finden. Daher können wir mit Vertrauen gerade auf die weitere Entwicklung dessen blicken, was im deutschen Geistesleben veranlagt ist und dürfen das wohl tun — tun als einen besonderen Akt der Selbstbesinnung auf das deutsche Volkstum —, in dieser gegenwärtigen, ernsten weltgeschichtlichen Stunde. Und wir dürfen uns andererseits sagen: Wenn auch turmhoch und noch höher sich alle die Vorurteile ansammeln würden, alle die Vorurteile gegen wahre geisteswissenschaftliche Erkenntnis, wenn die Macht auch noch so groß würde derjenigen, die diese geisteswissenschaftliche Weltanschauung ausschließen oder aus irgendwelchen Gründen nicht aufkommen lassen wollten: Hineinblickend in das, was Geisteswissenschaft ihrem Wesen nach ist, kann man sagen: Wenn Geisteswissenschaft Wahrheit ist, so wird sie die Wege finden, die die Wahrheit immer gefunden hat. Durch Spalten, wie durch Felsenspalten hindurch wird sie sich entwickeln, wie sie sich immer entwickelt hat, auch die geistige Wahrheit, wie sich die Wahrheit immer entwickelt hat. Wenn auch vieles sich auftürmen sollte von Vorurteilen und entgegenstrebenden Mächten, kann derjenige, der aus einer echten menschlichen, aus einer wahrhaft menschlichen Empfindung heraus das Verhältnis zu der Wahrheit und der menschlichen Seele zu prüfen imstande ist, der muss immer wieder und wieder sich sagen: Ihm komme es vor, als ob die menschliche Seele und die Wahrheit wie Schwestern miteinander verbunden wären.
[ 94 ] Aber dieses Hineinschreiten wird ebenso wahr kommen, wie wahr die Pflanze — wenn sie nicht gehindert werden kann — Keime und Wurzeln hat auch Blätter und Blüten und Früchte entwickeln wird. Und das Geistige kann im Physischen, wenn es gut begründet ist, nicht Hindernisse finden. Daher können wir mit Vertrauen gerade auf die weitere Entwicklung dessen blicken, was im deutschen Geistesleben veranlagt ist und dürfen das wohl tun — tun als einen besonderen Akt der Selbstbesinnung auf das deutsche Volkstum —, in dieser gegenwärtigen, ernsten weltgeschichtlichen Stunde. Und wir dürfen uns andererseits sagen: Wenn auch turmhoch und noch höher sich alle die Vorurteile ansammeln würden, alle die Vorurteile gegen wahre geisteswissenschaftliche Erkenntnis, wenn die Macht auch noch so groß würde derjenigen, die diese geisteswissenschaftliche Weltanschauung ausschließen oder aus irgendwelchen Gründen nicht aufkommen lassen wollten: Hineinblickend in das, was Geisteswissenschaft ihrem Wesen nach ist, kann man sagen: Wenn Geisteswissenschaft Wahrheit ist, so wird sie die Wege finden, die die Wahrheit immer gefunden hat. Durch Spalten, wie durch Felsenspalten hindurch wird sie sich entwickeln, wie sie sich immer entwickelt hat, auch die geistige Wahrheit, wie sich die Wahrheit immer entwickelt hat. Wenn auch vieles sich auftürmen sollte von Vorurteilen und entgegenstrebenden Mächten, kann derjenige, der aus einer echten menschlichen, aus einer wahrhaft menschlichen Empfindung heraus das Verhältnis zu der Wahrheit und der menschlichen Seele zu prüfen imstande ist, der muss immer wieder und wieder sich sagen: Ihm komme es vor, als ob die menschliche Seele und die Wahrheit wie Schwestern miteinander verbunden wären.
[ 95 ] Die Wahrheit, sehr verehrte Anwesende, kann man als Feind bekämpfen, sie wird immer wieder Mittel und Wege finden, wenn sie durch das entgegenstehende Vorurteil auch in irgendeiner Zeit wie ausgelöscht wird, sie wird in kommenden Zeiten immer Mittel und Wege wieder finden, um durchzudringen!
[ 95 ] Die Wahrheit, sehr verehrte Anwesende, kann man als Feind bekämpfen, sie wird immer wieder Mittel und Wege finden, wenn sie durch das entgegenstehende Vorurteil auch in irgendeiner Zeit wie ausgelöscht wird, sie wird in kommenden Zeiten immer Mittel und Wege wieder finden, um durchzudringen!
[ 96 ] Diejenigen, welche verspotten und verhöhnen die Geisteswissenschaft, denen darf derjenige, der so über Wahrheit und das Leben denken muss, wie angedeutet, sagen: Welche Mächte auch immer Geisteswissenschaft heute noch unterdrücken wollen: Die Geisteswissenschaft kann auf ihre eigene Kraft bauen. Sie wird sich gegen jede Unterdrückung finden in ihrer eigenen Kraft; denn man kann die Wahrheit unterdrücken, man kann sie aber nicht aus der Welt auslöschen.
[ 96 ] Diejenigen, welche verspotten und verhöhnen die Geisteswissenschaft, denen darf derjenige, der so über Wahrheit und das Leben denken muss, wie angedeutet, sagen: Welche Mächte auch immer Geisteswissenschaft heute noch unterdrücken wollen: Die Geisteswissenschaft kann auf ihre eigene Kraft bauen. Sie wird sich gegen jede Unterdrückung finden in ihrer eigenen Kraft; denn man kann die Wahrheit unterdrücken, man kann sie aber nicht aus der Welt auslöschen.
[ 97 ] Die Wahrheit und die Menschenseele, sie sind Geschwister und gehören zusammen wie Geschwister, Geschwister im Geiste. Und mögen Menschenseelen, die zum Irrtum hinneigen, nicht zur Wahrheit, auch zu der einen oder anderen Zeit mehr oder weniger auseinandergehen: Das wird sich immer wieder und wieder ergeben, dass sie sich in geschwisterlicher Liebe finden werden, und dass sie — lassen Sie mich das als Schlusswort des heutigen Vortrages aussprechen — dass sich diese Geschwister, die Wahrheit und die Menschenseele, in derjenigen geistigen Liebe immer mehr und mehr finden müssen, die sie beide zurückweist auf ihren gemeinsamen Ursprung, in dem ihr Geschwistertum wurzelt. Und dieser Ursprung ist das Licht der Welt, aus dem sie beide her stammen, die geistige Welt, die Ursprungswelt, die geistige Welt, die das väterlich-mütterliche Prinzip für Wahrheit und Seele ist und zu der Wahrheit und Seele immer wieder hinaufstreben werden, sich geschwisterlich umfassen werden, eingedenk ihres gemeinsamen Ursprungs aus dem allumfassenden, die Welt durchwirkenden und durchwebenden Geistigen der Welt, in dem diese Welt ihren wahren, ihren einzig wahren Ursprung hat.
[ 97 ] Die Wahrheit und die Menschenseele, sie sind Geschwister und gehören zusammen wie Geschwister, Geschwister im Geiste. Und mögen Menschenseelen, die zum Irrtum hinneigen, nicht zur Wahrheit, auch zu der einen oder anderen Zeit mehr oder weniger auseinandergehen: Das wird sich immer wieder und wieder ergeben, dass sie sich in geschwisterlicher Liebe finden werden, und dass sie — lassen Sie mich das als Schlusswort des heutigen Vortrages aussprechen — dass sich diese Geschwister, die Wahrheit und die Menschenseele, in derjenigen geistigen Liebe immer mehr und mehr finden müssen, die sie beide zurückweist auf ihren gemeinsamen Ursprung, in dem ihr Geschwistertum wurzelt. Und dieser Ursprung ist das Licht der Welt, aus dem sie beide her stammen, die geistige Welt, die Ursprungswelt, die geistige Welt, die das väterlich-mütterliche Prinzip für Wahrheit und Seele ist und zu der Wahrheit und Seele immer wieder hinaufstreben werden, sich geschwisterlich umfassen werden, eingedenk ihres gemeinsamen Ursprungs aus dem allumfassenden, die Welt durchwirkenden und durchwebenden Geistigen der Welt, in dem diese Welt ihren wahren, ihren einzig wahren Ursprung hat.
