The Reality of the Higher Worlds
GA 79
29 November 1921, Oslo
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Foundations of Anthroposophy, tr. Tapp
4. Der Mensch im Lichte der Anthroposophie
Man in the Light of Anthroposophy
[ 1 ] Den heutigen Vortrag dürfte ich wohl kaum in der Form halten, wie ich es vorhabe, wenn nicht der gestrige vorangegangen wäre. Nicht nur aus dem Grunde, weil dieser Vortrag eine Fortsetzung des gestrigen sein soll, sondern auch aus dem anderen Grunde, weil das, was aus anthroposophischer Erkenntnis heraus über den eigentlichen Wesenskern des Menschen zu sagen ist, zunächst für die äußere Erfahrung so paradox klingt, daß es schon notwendig ist, die gesicherte Grundlage zu kennen, auf der solche Erkenntnisse aufgebaut sind. Und ich glaube bemerklich gemacht zu haben, daß sowohl nach der einen Seite, nach der Seite des kritischen Geistes, wie auch nach der Seite der gewissenhaften Forschung Anthroposophie es durchaus aufnehmen kann mit allem, was die neuere Zeit gewöhnt worden ist, für wissenschaftliche Methodik und wissenschaftliche Gesinnung zu halten.
[ 1 ] Had I not spoken to you yesterday, I could not give you to-day's lecture in the form in which I intend to give it. This is not only because this lecture is to be a continuation of yesterday's lecture, but because the facts concerning man's true being which are accessible to anthroposophical research at first appear so paradoxical that it is necessary to know the sure foundation upon which such truths are based. I think that I explained to you sufficiently clearly that both in the direction of a critical attitude and in that of a conscientious form of investigation, Anthroposophy is well able to compete with everything which modern people are accustomed to consider as a scientific method and a scientific mentality.
[ 2 ] Was den Gegenstand des heutigen Vortrags bildet, ist eben der eigentliche menschliche Wesenskern, der ja auch gestaltend, dirigierend dem äußeren physischen Menschen zugrunde liegt. Der physische Mensch gehört, wie gerade Geisteswissenschaft zeigen kann, mehr als man gewöhnlich annimmt, der Weltentwickelung als solcher an und wird mehr der Gegenstand des nächsten Vortrags im Zusammenhange eben mit der ganzen Weltenentwickelung sein müssen. Auch in bezug auf das eigentliche Wesen des Menschen denkt man heute anders in ernsten Kreisen, auch ernsten wissenschaftlichen Kreisen, als es noch vor einigen Jahrzehnten in der Hochblüte des Materialismus gerade bei den aufgeklärtesten Menschen üblich war. Aber was als Anthroposophie in diesem Vortrage vor Sie hintritt, wird vielleicht stärker als von manchen anderen Seiten gerade von denen zurückgewiesen, die nun auf ihre Art, ich möchte sagen, mit Festhaltung des mehr materialistischen Geistes der Wissenschaft herantreten möchten an das geistig-seelische Element im Menschen. Wir sehen, wie heute die Menschen sich zu interessieren beginnen, die eigentlichen Gründe herauszufinden, warum der Mensch in gewisse abnorme Seelenzustände kommen kann, in denen er Halluzinatorisches, Illusionäres erlebt, in denen er der Suggestion und Autosuggestion zugänglich ist. Für diese abnormen Seelenerscheinungen interessiert man sich aus dem Grunde heute ganz besonders, weil sie ja — ohne daß die in der Seele schlummernden Kräfte, von deren Entwickelung ich gesprochen habe, wirklich entfaltet werden — so, wie man ein äußeres Experiment vollbringt, der Untersuchung unterzogen werden können. Man geht einfach heran an solche Persönlichkeiten, welche in dieser Weise ein abnormes Geistesleben haben, und untersucht die Erscheinungen, wie man im Laboratorium oder im physikalischen Kabinett gewöhnt ist, Versuche zu machen. Diese Persönlichkeiten und manche, die auch nicht den entsprechenden abnormen Seelenzuständen unterliegen, haben sehr häufig den Glauben, daß man gerade durch solche abnorme Seelenzustände, durch visionäres Schauen, durch halluzinatorische Erfahrung irgendwelche Mittel in die Hand bekommen könne, tiefer in die wahre Wesenheit des Menschen einzudringen. Ja, es wird sogar geglaubt, daß man in solchen Zuständen eine Art Offenbarung aus wirklichen geistigen Welten erhalten könne. Wir werden, wenn wir heute vom anthroposophischen Standpunkte aus das menschliche Wesen untersuchen, gerade in der Lage sein, wiederum eine Art Licht zurückzuwerfen auf die Bedeutung dieser abnormen Seelenzustände. Aus der Kritik, die ich gestern gegeben habe, werden Sie von vornherein überzeugt sein können, daß auch diesen Erscheinungen gegenüber anthroposophische Geistesforschung im vollsten Sinne des Wortes kritisch ist.
[ 2 ] The subject of to-day's lecture is man's true being which, lying at the foundation of his external physical being, forms and guides it. Spiritual science above all can show that man's physical being belongs more than one generally thinks to the development of the world as such, and this connection with the whole evolution of the world will form the subject of my next lecture. Earnest-minded people, and also earnest scientists have now a different view of man's true being than a few decades ago, at the height of materialism. But the anthroposophical facts which will now be set forth will perhaps be rejected most strongly of all by those who seek to approach the element of soul and spirit in man by adhering, as it were, to the more materialistic aspect of science. We can see that people now begin to take an interest in the causes which produce certain abnormal soul-conditions in man which subject him to hallucinations and delusions, to suggestion and auto-suggestion. People are now specially interested in these abnormal psychic phenomena, because they can be investigated in the same way in which physical experiments are carried on, without the unfolding of the soul's dormant forces, concerning which I spoke in my last lecture. People with an abnormal spiritual life are simply approached experimentally, and the phenomena are investigated in the same way in which one makes experiments in a laboratory. Such people, and many who are not a prey of abnormal soul-conditions, frequently believe that unusual psychic conditions, visions or hallucinations, constitute some means of penetrating more deeply into man's true being; they even think that in these abnormal conditions a kind of revelation from the real spiritual worlds can be received. Now that man's true being can be investigated in the light of Anthroposophy, it is possible to throw light upon the real meaning of these abnormal psychic conditions. Yesterday's critical examination of certain facts may have convinced you from the very outset that anthroposophical spiritual research can confront even such abnormal phenomena with a strictly critical attitude.
[ 3 ] Eine andere Art von Erscheinung tritt dann auf, wenn gewisse Gedanken von Persönlichkeiten zweifellos unter nicht gewöhnlichen Raumes- und Zeitbedingungen erfahren werden können. Man spricht über diese Fälle ja heute auch schon in ganz ernsten wissenschaftlichen Kreisen. Eine solche Erscheinung ist die Telepathie. Da spricht man davon, daß ohne die gewöhnliche sinnliche Vermittlung die Menschen in gewissen Seelenzuständen für Gedankliches, vielleicht sogar für Gedankliches, das in der Entfernung sich abspielt, eine gewisse Wahrnehmung entfalten zu können. Man spricht von Telekinese, das heißt von gewissen Kräften, die von den Menschen ausgehen können, und die ohne die physische Vermittlung des Menschen, gewissermaßen bloß durch Einwirkung in die Ferne, sich äußern, sich offenbaren, so daß es dann scheint, als ob der Mensch einen Willen entfalten könne ohne die Vermittlung seiner Gliedmaßen, in die Entfernung hin. Ja, man hat auch heute schon in wissenschaftlicher Beziehung Versuche angestellt mit wissenschaftlicher Methodik, welche man einreiht in das Kapitel der Teleplastik, wo an dem Menschen oder in der Nähe des Menschen materienartige Gebilde, Phantome erscheinen, denen man deutlich ansieht, daß sie meinetwillen aus feiner Materie bestehen, aus Ätherischem bestehen, daß ihnen aber plastisch, als eine plastische Gestaltungskraft das eingegliedert ist, was in dem menschlichen Gedanken wurzelt, was in den menschlichen Gedanken vorhanden ist.
[ 3 ] Another kind of phenomenon confronts us when it is possible to perceive certain thoughts of certain people under conditions of time and of space which must undoubtedly be designated as abnormal. These cases are now being discussed quite seriously by modern scientists. Telepathy is a phenomenon of this kind. During certain psychic conditions, thoughts can be perceived through telepathy without the ordinary instrument of the senses; indeed these thoughts can even be perceived at a distance. One also speaks of telekinesis, or of certain forces proceeding from the human being which manifest themselves simply through influences at a distance, without the physical intermediary of the human being, so that it appears as if it were possible to unfold will-power and to transmit it into space without the medium of the body. In scientific circles experiments have already been made with the application of scientific methods, experiments falling under the category of teleplastic, in which phantoms and apparently physical forms appear in connection with a person, or in his close proximity. It is clearly evident that these forms consist of a fine substance, of an etheric substance, and' that plastically they are permeated by something rooted as plastic force in human thinking, by something existing inhuman thought.
[ 4 ] Man spricht also von Telepathie, Telekinese, man spricht von Teleplastik. Anthroposophische Geisteswissenschaft muß gegenüber diesen Erscheinungen wiederum die kritische Frage aufwerfen: Rühren diese Erscheinungen wirklich her von dem, wovon gestern gesagt worden ist, daß es im Einschlafen als Gefühls-Willenswesen aus dem physischen und dem Äther- oder Bildekräfteleib des Menschen heraustritt und außerhalb verharrt vom Einschlafen bis zum Aufwachen? Hat man es in dem, was sich als Telepathie im Menschen äußert, als Telekinese, als Teleplastik, hat man es da mit einer Wirkung des ewigen Geistig-Seelischen, dessen, was wir als Gefühls- und Willenswesen kennen gelernt haben, zu tun oder hat man es vielleicht nur mit dem zu tun, was zurückgelassen wird im Bette, wenn der Mensch schläft, was also besteht aus dem physischen Leib und dem ätherischen oder Bildekräfteleib? Wenn man es nur mit dem letzteren zu tun hat, dann mögen diese Erscheinungen einem noch so wunderbar vorkommen, sie mögen noch so absonderlich sein, sie gehören dann zu dem, was mit dem Tode des Menschen verschwindet. Denn mit dem Tode des Menschen verschwindet das, was beim Einschlafen zurückbleibt. Das, was das eigentlich unsterbliche, ewige Wesen des Menschen ist, was im Einschlafen sich herauszieht aus dem physischen und dem Bildekräfteleib, das ist in der Regel dann, wenn diese Erscheinungen der Telepathie, der Teleplastik, der Telekinese auftreten, auch irgendwie unter hypnotischem Einfluß oder dergleichen aus dem physischen und dem Ätherleib heraus entfernt. So daß man sagen muß: Diese sogenannten wunderbaren Erscheinungen können auf nichts hindeuten, was mit dem ewigen Wesenskern des Menschen zusammenhängt. Wenn sie auch noch so wunderbar sind, sie sind gebunden an das, was im Tode sich loslöst und dem Elemente der Erde sich verbindet. Sie können dann nur hinweisen auf eine Welt, die ebenfalls dem Menschen entschwindet, wenn er durch die Pforte des Todes geht. Diesen kritischen Einwand muß also gegenüber einzelnen, heute vielfach schon anerkannten Erscheinungen, anthroposophische Geisteswissenschaft ebenso machen, wie gegenüber denjenigen Erscheinungen, die ich Ihnen gestern erzählt habe, und es wird darauf ankommen, was Anthroposophie zu diesen Erscheinungen zu sagen hat, nachdem sie ihrerseits ihre Forschungen angestellt hat über das, was der wahrhaft ewige Wesenskern des Menschen ist.
[ 4 ] We therefore speak of telepathy, telekinesis and teleplastic. When anthroposophical spiritual science confronts these phenomena, it must again raise the critical question: Do these phenomena proceed from that part of the human being which, as explained yesterday, abandons the physical and the etheric body of man, at the moment of falling asleep, that sentient and volitional being which remains outside the body from the moment of falling asleep to the moment of waking up? Are the phenomena known as telepathy, telekinesis and teleplastic an activity of man's eternal soul-spiritual essence, of that part which we learned to know as his feeling and volitional being, or are they perhaps simply an activity of that part which remains behind on the bed during sleep, consisting solely of the physical and of the etheric body, or the body of formative forces? If these phenomena are merely activities of the latter, they belong to that part which vanishes when we die, no matter how wonderful and extraordinary they may appear to us. For when we die, the part which remains behind on the bed during sleep, vanishes. What constitutes man's immortal, eternal being, that which abandons the physical and etheric body during sleep, as a rule also abandons the physical body when we are under some hypnotic influence, in the phenomena of telepathy, telekinesis and teleplastic. We must therefore say: These so-called wonderful phenomena cannot point to anything connected with man's eternal being; no matter how abnormal they are, they are connected with that part of his being which separates from him when he dies and which connects itself with the element of the earth. In that case they are only able to indicate a world which vanishes when the human being passes through the portal of death. The spiritual science of Anthroposophy must therefore raise this critical objection in regard to certain phenomena which are widely recognised to-day, in the same way in which such objections had to be raised in regard to the phenomena described yesterday. It will be essential to know what Anthroposophy has to say concerning such phenomena, on the foundation of its investigations connected with man's true immortal essence.
[ 5 ] Nun darf ich vielleicht wiederum darauf aufmerksam machen, daß ja durch jene gedanklichen, meditativen und durch jene Willensübungen, von denen ich gestern und in meinen früheren hiesigen Vorträgen gesprochen habe, ein Zustand herbeigeführt wird im Menschen, und zwar gerade im Gefühls- und Willenswesen des Menschen, der auf der einen Seite dem Schlafzustande ähnlich ist, sich aber doch wiederum von diesem radikal unterscheidet.
[ 5 ] Perhaps I may once more draw attention to the fact that through the exercises of meditation, through the exercises of thought and of the will mentioned yesterday and in other lectures which were given here, a condition can be created, particularly in regard to man's feeling and volitional part, which resembles the sleeping state, although it is radically different from sleep.
[ 6 ] Ich habe gestern dargestellt, wie innerlich lebendig durchleuchtet, durchkraftet das sonst bewußtlose, gleichsam abgelähmte Gefühls- und Willenswesen des Menschen wird, wie also der Mensch Zustände dadurch behufs anthroposophischer Forschung herbeiführen kann, wodurch er ebenso mit seinem Gefühls- und Willenswesen außerhalb des physischen Leibes ist, wie er es im Schlafe ist. Aber er ist dann nicht in einer dunklen, finsteren Welt, in einer Welt, die für ihn Bewußtlosigkeit bedingt, er ist in einer Welt geistiger Umgebung. Und für ihn wird vor allen Dingen das erste Objekt, auf das er zurückblicken kann, sein eigener physischer Leib und sein eigener Bildekräfteleib, jener Bildekräfteleib, der aus Gedanken, die man aber als Kräfte wahrnimmt, die Welt zurückspiegelt zu dem Wesenskern des Menschen, der aus diesem physischen und Bildekräfteleib herausgetreten ist. Die Gedankenwelt, die man früher mit sich verbunden hatte, sie wird gewissermaßen von dem zurückgebliebenen physischen Leib zurückgespiegelt, und man erlangt ein Bild der Welt jetzt nicht dadurch, daß sich bloß in den Sinnesorganen, wie etwa im Auge, die äußere Welt spiegelt und so die physische Welt bewußt erfahren wird, sondern man erlangt ein Bild der geistigen Grundlage der Welt dadurch, daß gewissermaßen der ganze menschliche Organismus zu einer Art von einzigem, totalem Sinnesorgan wird, das aber jetzt, wie ein anderes Objekt, außerhalb des Menschen ist.
[ 6 ] Yesterday I described to you how the sentient and volitional being in man, which is ordinarily unconscious and as it were lifeless, can be filled with inner life, with light and power, so that it is possible to create a condition in which man's feeling and volitional parts are outside the physical body as is the case during sleep, and in which these independent soul-spiritual parts can be used for anthroposophical research. In that case we no longer live in a dark world which renders us unconscious, but we are instead surrounded by a spiritual world, where the first object upon which we can look back is our physical body and our body of formative forces. This body of formative forces supplies to the inner soul-spiritual being, which has abandoned the physical and etheric body, a mirrored reflection of the world, in the form of thoughts which are now perceived as forces. Our thought-world, which was formerly connected with us, is now thrown back to us as mirrored reflections by the physical body which we left behind, so that we obtain an image of the world not because we obtain pictures of the external world through our sensory organs, for instance through the eye, which transmits us conscious experiences of the physical world, but because we now gain an image of the world's spiritual foundation through the fact that the human organism becomes as it were a sensory organ, which is now outside the human being, like any other object.
[ 7 ] Dieses außerhalb des Menschen befindliche Wesen, das lernt der Mensch allmählich kennen, wenn er immer weiter und weiter in anthroposophischer Forschung vorrückt, innerlich immer kräftiger und kräftiger wird. Ich habe schon gesagt: Von allem, was der Mensch erleben kann als Visionär, als jemand, der halluziniert, als jemand, der überhaupt in abnormen Seelenzuständen ist, unterscheidet sich dieser Zustand, in den sich der anthroposophische Geistesforscher bringt, dadurch, daß er immer die Möglichkeit hat, sein gesundes, besonnenes Bewußtsein neben dem Schauen der höheren Welt zu behalten. Es tritt wirklich für den Menschen nun etwas ein, das man nennen kann ein Hin- und Herpendeln, ein Hin- und Herschwingen zwischen dem Schauen der geistigen Welt und dem Schauen der physischen Welt. Das heißt, der Mensch kann abwechselnd außer seinem physischen Leibe sein und in der Weise beobachten, wie ich es eben gesagt habe; er kann aber auch wiederum ın ihm zu voller Bewußtheit, zum gewöhnlichen Denken, Fühlen und Wollen zurückkehren und das Erlebte beurteilen mit dem gewöhnlichen Denken, Fühlen und Wollen, mit der gewöhnlichen gesunden Besonnenheit, mit der er sonst das äußere Sinnenleben und das gewöhnliche Leben überhaupt beurteilt. So daß der Mensch völlig kritisch, mit derjenigen Kritik, die er sich nur heranerzogen hat im Leben, dem gegenüberstehen kann, was er in dieser Weise erforscht, was vor ihm als ein höheres Erlebnis der Seele auftritt.
[ 7 ] Through gradual progress in anthroposophical research, and by growing inwardly stronger and stronger, we can learn to know this being which is outside. I already explained to you that this condition in which an anthroposophical investigator lives, differs from everything which people experience in a visionary form, through hallucinations or through other psychic conditions. A spiritual investigator is always able to maintain a controlled, sound state of consciousness while investigating the higher world. He is in a condition which can really be designated as swinging to and fro from the perception of the spiritual world to that of the physical world. In other words, he can alternately live outside his physical body and his sensory perceptions, as already described, and return to his full consciousness, to his ordinary capacity of thinking, feeling and willing, so that he can judge his super-sensible experiences with his everyday thinking, feeling and willing, with his normal, cool-headed common sense, with the capacities with which he ordinarily judges life in general. The results of spiritual-scientific investigations can therefore be judged quite critically; a strictly critical attitude can be adopted towards the higher experiences which confront the soul of a spiritual-scientific investigator.
[ 8 ] Dieses Abwechseln zwischen den Zuständen, das ist bei abnormen Seelenzuständen nicht vorhanden. Der Visionär, der Halluzinant hat nicht die Möglichkeit, durch seinen gesunden besonnenen Willen willkürlich wiederum zurückzukehren, wann er eben es für richtig hält, zu seiner gewöhnlichen Besonnenheit, das heißt in seinen gewöhnlichen Körper. Es ist etwas Unwillkürliches, etwas Unterbewußtes, was ihn in diesen abnormen Zuständen zum Halluzinieren, zur Vision bringt, und gerade diese Kritiklosigkeit gegenüber den abnormen Zuständen ist es, auf die immer wieder und wieder hingewiesen werden muß, wenn das, was anthroposophische Geistesforschung hervorbringt, nun auch zusammengeworfen wird mit dem, was eben dem Halluzinatorischen, dem visionären Wesen angehört.
[ 8 ] In abnormal soul-conditions we do not have this alternating from one state of consciousness to another. People who have visions or hallucinations cannot return at will, when they consider it best, to their ordinary, calm state of mind, through an effort of the will; that is to say, they cannot return at will into their physical body. They are led into such abnormal conditions by an involuntary sub-conscious element which produces hallucinations and visions, and the total absence of criticism in regard to their abnormal conditions is a fact which must be indicated over and over again, whenever the results of anthroposophical, spiritual-scientific research are brought into connection with things which have a visionary or hallucinatory character.
[ 9 ] Indem man aber auf diese Weise hin- und herschwingt zwischen dem übersinnlichen Schauen und dem gewöhnlichen Bewußtseinszustande, gelangt man immer mehr und mehr dazu, mit den Kräften, die man im Gefühls- und Willenswesen sich ausgebildet hat, zurückzuschauen auf das, was als physischer Leib und als Ätherleib oder Bildekräfteleib objektiv nunmehr außer dem geistig-seelischen Wesenskern des Menschen ist. Und man lernt, indem man sich emporgerungen hat zum imaginativen Bewußtsein, nun wirklich das, was man so vor sich hat, als ein Bild einer anderen Welt kennen. Und das ist das Wichtige, daß man durch imaginatives und durch inspiriertes Erkennen, wie ich es beschrieben habe in den letzten Tagen, beurteilen lernt, was das eigentlich ist, was man da nunmehr von außen als physischen und Bildekräfteleib ansieht. Es ist so, wenn ich mich eines Vergleiches bedienen darf, wie wenn jemand ein Bild zunächst vor sich hat und durch Kenntnis der Perspektive aus diesem Bilde heraus die entsprechende Wirklichkeit, die es abbilden soll, kennenlernt. Nur daß dasjenige, was man auf diese Weise aus einem gewöhnlichen Bilde als die entsprechende Wirklichkeit kennenlernt, eben doch nur ein inneres seelisches Erlebnis ist, währenddem die Perspektive, zu der sich bei fortschreitender Geistesforschung dieser objektive physische Leib, dieser objektive Bildekräfteleib erweitert, doch ein Tatsachenerlebnis ist. Man lernt nämlich erkennen, daß in diesem physischen Leib und in diesem Bildekräfteleib dasjenige enthalten ist, und zwar im Abbilde enthalten ist, was der Mensch war, bevor er durch die Geburt oder sagen wir durch die Empfängnis in die physische Welt heruntergestiegen ist. Es löst sich los gewissermaßen aus demjenigen, was man vor sich hat, das, was die Perspektive zurück in die geistig-seelische Welt hineingibt, die man durchgemacht hat, bevor man durch Konzeption und Geburt sich vereinigt hat mit der physischen Materie, die man durch Eltern und Voreltern, durch die physischen Vererbungsströmungen auf der Erde empfangen hat. Und aufgeschlossen wird für die Anschauung das, was die geistig-seelische Umgebung des Menschen war, bevor er in das Erdendasein heruntergestiegen ist, aufgeschlossen wird diejenige Welt, in der die Kräfte sind, die der Mensch eingegliedert hat in die physische Form, die ihm von Eltern und Voreltern übergeben worden ist.
[ 9 ] By swinging to and fro from a higher state of consciousness to the ordinary way of seeing things and to ordinary consciousness, we more and more attain the capacity to look back upon our physical and etheric bodies, which now exist objectively outside our soul-spiritual kernel; we look back upon the physical and etheric bodies with forces developed in the sentient and volitional part of our being. By ascending to the imaginative state of consciousness, we now really learn to know what we have before us as a picture of another world. The important point to be borne in mind is that through the imaginative and inspirational knowledge described in my last lectures, we really learn to form a judgment upon the physical body and the body of formative forces, which we now see from outside. To use a comparison, it is as if we first had before us a picture and were to learn the corresponding reality which it represents by gaining a knowledge of the laws of perspective. But the reality which we gather from an ordinary picture is, after all, only an inner soul-experience, whereas the larger perspective in which we objectively look upon the physical body and the body of formative forces, is a real experience of facts. For we learn to know that the physical body and the body of formative forces contain, in an image, what we ourselves were, before descending into the physical world through birth or conception. In this perspective, something frees itself from what we thus see before us and leads us back into the spiritual world through which we passed before we united ourselves through birth or conception with the physical substance given to us by our parents and ancestors, and transmitted by the physical stream of heredity here on earth. We can survey the soul-spiritual world which surrounds us before we came down into an earthly existence; it is the world which contains the forces that became united with our physical form, transmitted by our parents and forefathers.
[ 10 ] Man lernt sich jetzt kennen im präexistenten Zustande, und das Eigentümliche, das da auftritt, das ist, daß man tatsächlich in diesem Tableau, das die präexistente Wesenheit des Menschen darstellt, die Welt im Grunde umgekehrt sieht im Verhältnis zu einer physischen Perspektive. Im Verhältnis zu einer physischen Perspektive ist es so, daß man die nächsten Gegenstände deutlich sieht, und daß eben in demselben Maße, in dem die Gegenstände weiter entfernt liegen, die Dinge ungenauer werden. Es liegt das wiederum im Wesen des perspektivischen Schauens in der Raumeswelt. In derjenigen Perspektive, die einem jetzt aufsteigt aus dem zurückgebliebenen Menschenwesen, in der ist es umgekehrt. Was nahe ist dem physischen Erdenleben, das steht nahe auch dem gegenwärtigen Erleben, und der Mensch kennt ja sein Inneres im physischen Erdenleben nicht. Es ist sein physisches Erdenleben etwas, das ihm seinen ewigen Wesenskern verdunkelt. Dieses Nächste, das wird nun nicht am frühesten geistig sichtbar, wenn man also in die präexistente Welt hineinschaut, sondern es wird zuerst das Fernere sichtbar. Und wenn man aufgestiegen ist durch die drei Stufen, die man durch Übungen als höhere Erkenntnisstufen in sich ausbilden kann in dem Sinne, wie ich es in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben habe, so gelangt man tatsächlich durch Imagination, Inspiration und Intuition dazu, ein geschlossenes, geistig-seelisches Weltenbild zu erhalten, das einen zurückführt bis zu einem vorigen Erdenleben.
[ 10 ] We now learn to know ourselves in our pre-existence, in our pre-natal condition, and the characteristic fact which rises up before us is that in this picture representing man's pre-existent being we actually see the world reversed, in comparison with a physical perspective. In a physical perspective we see the nearest objects most clearly of all, and the further off they lie, the more they grow indistinct; this characterises the perspective of the spatial world. But matters appear reversed in the perspective which now rises up out of the human being that remained behind. The things most closely related with our physical life on earth are those which are most familiar to our present experience; in reality we do not know our own inner being during our physical life on earth. Our physical life on earth is something which darkens our eternal being, our innermost kernel. But when we look into the pre-existent world, the things which we perceive spiritually first of all are not those which are most familiar to us in earthly life, not the closest, nearest things, but we first perceive the more distant things. If we have ascended through the three stages which can be developed through exercises as higher stages of knowledge, in accordance with descriptions contained in my book Knowledge of the Higher Worlds, then Imagination, Inspiration and Intuition really enable us to obtain a complete soul-spiritual picture of the universe, leading us back to a past life on earth.
[ 11 ] Wie eine physische Perspektive begrenzt ist in der Ferne, so ist durch ein zurückliegendes Erdenleben, das sich einem durch Intuition erschließt, dasjenige begrenzt, was man als das Bild der Welt bekommt, die man im präexistenten Zustand durchlebt hat. Es ist weder irgend etwas Phantastisches, noch irgend etwas logisch Erschlossenes, wenn in anthroposophischer Geisteswissenschaft gesprochen wird von den wiederholten Erdenleben, sondern es ist etwas durch Erkenntnis Errungenes, etwas, was sich dem wirklichen geistigen Schauen darstellt. Dieses geistige Schauen muß allerdings erst aus den Tiefen des seelischen Wesens hervorgeholt werden. Man erlangt dann eine positive Erkenntnis davon, daß in dem physischen Leib des Menschen und in dem ätherischen oder Bildekräfteleib des Menschen sich eingestaltet, eingebildet haben diejenigen Wesenskräfte, die im Menschen waren in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.
[ 11 ] Even as a physical perspective is limited in the distance, so the image which we obtain of a world in which we lived in a pre-existent condition is limited by a past earthly life which opens out to us through intuition. The spiritual science of Anthroposophy does not speak of anything fantastic nor of some logical inference when it speaks of the repeated lives on earth, for this knowledge is gained through cognition, it is a fact which presents itself to the real spiritual vision. But this spiritual vision, this spiritual perception, must first be drawn out of the depths of the soul. We then obtain a positive knowledge of the fact that man's physical body, man's etheric body or the body of formative forces, plastically contain those essential forces which lived in the human being during the time between death and a new birth.
[ 12 ] Das erklärt mit, daß man sich hereinentwickelt hat aus einer geistigen Welt in die physische. Und in den physischen Leib, den man an sich gewissermaßen als Werkzeug, nicht bloß als Umhüllung trägt, und in den Bildekräfteleib, der die lebendigen Kräfte enthält, die den Organen, dem Stoffwechsel, dem Wachstum zugrunde liegen, in diesen physischen Leib und Ätherleib, der dann für das geistige Schauen als Objektivität vor uns erscheint, ist hineingebildet der Wesenskern der Seele, wie er sich seit dem letzten Tode bis zu dieser Geburt durch eine geistig-seelische Welt hindurch entwickelt hat. Man lernt das, was der Mensch zurückläßt, wenn er sich als Gefühls-Willenswesen herausbegibt aus seinem physischen und Ätherleib, gewissermaßen als das letzte kennen, zu dem sich der Mensch sehnend aus der geistigen Welt hingeneigt hat, nachdem er gewissermaßen in der geistigen Welt alt geworden und der geistigen Welt abgestorben ist in dem Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt. So wie der Mensch seinen physischen Leib welk werden findet in einem gewissen Alter, wenn er dem Alterstode entgegengeht, so findet der Mensch in der geistigen Welt dasjenige geistig-seelische Wesen, in dem er sich dann befindet, abwelkend.
[ 12 ] This also explains that we have developed out of a spiritual world into the physical world. Within the physical body, which man carries not merely as a covering but as a kind of instrument, and within the etheric body, containing the living forces which lie at the foundation of the organs, of metabolism and growth, within these bodies which appear objectively before us in spiritual vision, lives the soul's inner kernel, which is plastically moulded into them, the soul's essential being, as it has developed in a soul-spiritual world since the last death until the last birth. When we abandon the physical and etheric body with our sentient-volitional being, we learn to know what we thus leave behind us, as the last thing, as it were, to which we longingly turned on growing old, so to speak, in the spiritual world; the last thing to which we turned in our existence between death and a new birth before “dying” in the spiritual world. Even as we perceive that our physical body begins to fade at a certain age, on approaching death through old age, so we perceive that our soul-spiritual being begins to fade in the spiritual world in which we then live.
[ 13 ] Dieses Abwelken gibt sich kund in der Sehnsucht nach der physischen Welt, nach leiblich-physischer Verkörperung. Und so ist das, was im physischen Leib des Menschen lebt, was im Ätherleib lebt, gewissermaßen die letzte Phase des Lebens oben in der geistigen Welt. Wir lassen unsere Vergangenheit zurück, wenn wir im Schlafe als Gefühls-Willenswesen aus unserem physischen Leib heraustreten. Und was nehmen wir dann mit? Indem wir uns klar werden, daß wir unsere Vergangenheit zurücklassen, werden wir uns auch klar, daß das, was wir vom Einschlafen bis zum Aufwachen für das gewöhnliche Bewußtsein bewußtlos erleben, dasjenige im Menschen ist, was nun durch die Pforte des Todes geht, und neuerdings in eine geistig-seelische Welt sich hineinbegibt. Der Teil der menschlichen Wesenheit, der nicht im physischen Leib und im Ätherleib untertauchen konnte, der gewissermaßen übrigbleibt, der geht jede Nacht beim Einschlafen heraus und geht als Gefühls- und Willenswesen nun auch wiederum durch die Pforte des Todes. So wird die Ewigkeit dem Menschen verbürgt durch diese wirkliche Anschauung.
[ 13 ] This fading away of our soul-spiritual being reveals itself in our longing for the physical world, for a corporeal physical incarnation. Consequently that part which lives in our physical and etheric body constitutes, as it were, the last phase of our existence above in the spiritual world. During our sleep, when we go out of our physical body as sentient-volitional beings, we leave behind our past. What do we then take with us? If we realise the fact that we leave behind our past, we can also realise the fact that what is ordinarily an unconscious experience from the moment of falling asleep to the moment of waking up, is that part of man's being which passes through the portal of death and re-enters a soul-spiritual world. That part of man's being which could not dive down into the physical and etheric body, which remained behind, as it were, that part goes out every night when we fall asleep, and it also passes again as a being of feeling and will, through the portal of death. Thus eternity becomes guaranteed to man through this real perception.
[ 14 ] Und sehen wir jetzt auf das zurück, was von einer gewissen, im Äußerlichen gebliebenen Wissenschaft heute unbegreiflicherweise angestrebt wird für die Erkenntnis durch die Untersuchung von Erscheinungen wie Telepathie, Teleplastik, Telekinese, dann sieht man, daß diese Erscheinungen tatsächlich gebunden sind an das, was des Menschen Vergangenheit darstellt, was mit seinem Tode zugrunde geht, was also nicht etwas darstellen kann von der wirklichen übersinnlichen Welt, sondern nur von den Kräften, die in dieser sinnlichen Erdenwelt mit dem Menschen verbunden sind.
[ 14 ] And if we now look back to what is striven for without any understanding by a certain modern scientific direction which clings to external, superficial facts in order to investigate phenomena such as telepathy, teleplastic and telekinesis, we see that these phenomena are really connected with man's past, with the part which perishes when he dies, with something which cannot constitute anything pertaining to the real super-sensible world, but only to forces which are connected with the human being in the physical realm of the earth.
[ 15 ] Stellen wir uns einmal das lebendig vor, was aus unserer präexistenten Wesenheit durch die Konzeption und Geburt heruntersteigt zur physischen Verkörperung, so werden wir es ja begreiflich finden, daß das nun in sich aufnimmt, in seine Gestaltung einbezieht diejenigen Kräfte und Materien, welche durch die Vererbungsströmung übergeben werden, aber auch jene, die aufgenommen werden im Laufe des Lebens mit den Nahrungsmitteln, mit der Atmung, mit alledem, was der Mensch von der äußeren Welt empfängt. Denn der Mensch ist in seiner vollen Innerlichkeit doch nur in dem Wesen, das aus dem präexistenten Dasein heruntergeht zur physischen Verkörperung. Er gliedert sich ein, er umhüllt sich mit physischer Materie schon im Mutterleibe, dann später durch Atmung, durch Nahrungsaufnahme und so weiter.
[ 15 ] If we vividly imagine that part of our pre-existent being which descends into a physical embodiment through conception and birth, we can understand that in its development it absorbs the forces and substances transmitted by the hereditary stream; it also takes in forces during the course of earthly existence which are absorbed through the process of nutrition and breathing and through everything which the human being receives from the external world. The human being only exists as a full reality in that being that descends into physical embodiment from a pre-existent, pre-natal life. Within the mother's body it already enters into and envelops itself with physical matter and later on draws in substance through breathing, nutrition, and so forth.
[ 16 ] Was der Mensch sich da eingliedert, das kommt in ein Verhältnis zu dem eigentlichen Wesen des Menschen nur im Normalzustande, durch jene Vermittlung, welche der physische Leib und der Ätherleib mit dem Gefühls-Willenswesen des Menschen im Wachzustand haben. Da ist ein normaler Zusammenhang zwischen dem Gefühls-Willenswesen des Menschen und seiner an den Bildekräfteleib, wie wir gesehen haben, gebundenen Gedankenkraft, wie auch mit dem physischen Leib vorhanden.
[ 16 ] Only when the human being is awake, only during this normal condition of life, the part which man thus incorporates into himself enters into connection with his true being, with his sentient and volitional being, through the physical and etheric bodies. When the human being is awake, there exists a normal connection between his sentient-volitional being and his thinking capacity, which is bound up, as we already have seen, with the etheric body and with the physical body.
[ 17 ] Nehmen wir nun an, durch das Versetzen des Menschen in einen hypnotischen Zustand wird das Gefühls- und Willenswesen aus dem physischen und dem Ätherleib herausgeholt. Wir haben dann den Menschen, den hypnotisierten Menschen vor uns als einen bloßen Bildekräfteleib und physischen Leib mit all demjenigen, was er nun an physischen Stoffen und an physischen Kräften von der irdischen Außenwelt aufgenommen hat. Diese physischen Stoffe haben nun allerlei Wechselverhältnisse mit der Umgebung; die tragen sie in den Menschen hinein. Was aus diesen Stoffen selber wirken kann, das tritt in die Erscheinung, wenn das GefühlsWillenswesen aus dem physischen Leib und aus dem Ätherleib heraus ist. Wir haben es also eigentlich — das zeigt anthroposophische Forschung — nicht mit irgend etwas zu tun, was zum ewigen Wesenskern des Menschen gehört, sondern was in diesen ewigen Wesenskern, aber in der Vergangenheit, eingegliedert wird aus der äußeren Welt. Dasselbe kann eintreten, wenn der Mensch irgendwelchen krankhaften Zuständen unterliegt. Im normalen Zustande empfindet der Mensch irgendein krankes Organ durch Schmerz, durch Übelsein oder dergleichen. Das ist dann der Fall, wenn in der richtigen Weise verbunden ist das Gefühls-Willenswesen mit dem physischen Leib und dem Ätherleib. Wenn aber irgendwie der physische Leib des Menschen oder auch der ätherische Leib durch Krankheit weitgehend deformiert ist, so taucht nun durch die Erkrankung irgendeines Organs, irgendeines inneren Gliedes das Geistig-Seelische, das Gefühls-Willenswesen des Menschen tiefer hinein in die animalische, in die physische Natur, als das im normalen Bewußtsein der Fall ist, wo wie spiegelnd zurückgeworfen werden nur die Erinnerungen. Der Mensch taucht bei gesunden Organen nur bis zu einem gewissen Grade unter in seinen physischen Leib. Sind aber die Organe irgendwie krank — oftmals nur bei einem kranken Organ —, so taucht der Mensch mit seinem geistig-seelischen Wesen nicht bloß, wenn die Erkrankung die entsprechende Form annimmt, bis zur Schmerzempfindung unter, sondern er taucht tiefer unter. Er verbindet sich mit seinem geistig-seelischen Wesen mit dem Organismus. Während der Mensch sonst nur seinen Sinnen nach und seinem Nervensystem nach mit seinem Gefühls-Willenswesen verbunden ist, wird er nun mit den niederen animalischen Organen und mit den vegetativen Organen verbunden und gelangt dadurch zu den unfreien Zuständen des Halluzinierens, des visionären Erlebens. Man sieht, daß das Halluzinieren, das visionäre Erleben ebenso wie die anderen Zustände durchaus an den physischen und an den ätherischen Leib des Menschen gebunden sind, daß sie also nur Erlebnisse darstellen können, die mit dem Tod des Menschen verschwinden, die nicht aufklären können über die übersinnliche Welt, in der sich der Mensch befindet zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Allerdings ist das eine richtig und durch Untersuchungen gesichert, daß es auch möglich ist, daß der Mensch Gedankenhaftes von einer gewissen Bedeutung im medialen, im mediumistischen Zustande wahrnimmt, so daß man manchmal erstaunt sein kann darüber, welche dem Menschen im gewöhnlichen Bewußtsein unmöglichen, genialischen Gedanken aus der Trance, also auch aus einer Art hypnotischem Zustand heraus kommen.
[ 17 ] Let us now suppose that in a hypnotic condition man's sentient and volitional being is drawn out of the physical and the etheric body. The hypnotised man whom we then have before us, consists merely of the body of formative forces and of the physical body, with all the physical substances and forces which he has absorbed from the external physical world. There are many reciprocal relationships between these substances and forces and the environing world, and all this enters the human being. When the sentient, volitional part of man is outside the physical and etheric body, it is possible to observe the influence of these physical substances. Through anthroposophical investigation, we discover that this does not pertain to man's immortal essence, to man's inner kernel, but that it is something which pertains to the external world and which unites with his immortal part, something which became incorporated into it in the past. The same thing can appear if the person succumbs to some kind of illness. In a normal condition, a diseased organ can be felt through pain, sickness, and so forth. This is the case when the volitional-sentient being is rightly connected with the physical and etheric body. But if the physical or even the etheric body is somehow deformed by illness, then through the disease of some organ, some inner member of the soul and spirit, the sentient-volitional being in man dives down more deeply into his animal-physical nature than is the case in a normal state of consciousness, when the memories are only thrown back like mirrored reflections. When the physical organs are sound, the human being dives down into his physical body only to a certain degree; but if the organs are diseased, if only one organ is diseased, the soul-spiritual being not only dives down as far as the point where pain arises in the normal course of an illness, but it dives down deeper still. The soul-spiritual being unites with the physical organism. Whereas in the ordinary course of life man's sentient-volitional being is normally connected only with the sensory and with the nervous system, it now becomes connected with the lower animalic organs and with the vegetative organs, so that the involuntary conditions of hallucination and of visionary experience arise. One sees that hallucinations and visionary experiences, as well as other similar conditions, are entirely united with man's physical and etheric bodies, and that therefore, they can only be experiences which vanish when the human being dies and can throw no light whatever upon the super-sensible world in which we live between death and a new birth. There is, however, one phenomenon attested by sound scientific research, namely that in a mediumistic condition it is possible to perceive thoughts of a certain importance, and sometimes one can be amazed at the very clever thoughts voiced by a medium in trance, i.e. by a person who is in a kind of hypnotic state, thoughts which would not be possible to him in a normal state of consciousness.
[ 18 ] Spricht das aber gegen das eben Gesagte? Es spricht nicht dagegen, aus dem Grunde, weil nicht nur der physische Leib gewissermaßen in den Raum hinein ohne physische Vermittlung in der angeführten Weise wirken kann, sondern auch der Bildekräfteleib. Nun kommt es aber vor, daß sogar ganz normale Menschen, aber namentlich solche Menschen, welche gewisse geniale Anlagen haben, etwas in sich an Gedanken, an Phantasiebildern erzeugen, das nicht im Bildekräfteleib sich erschöpft, sondern das, weil es über das normale Leben des Menschen hinausgeht, auch über den Menschen hinaus, gewissermaßen über seine Haut hinaus in dem allgemeinen Weltenäther wirkt, den wir in dem nächsten Vortrag kennenlernen werden.
[ 18 ] Does this fact contradict the explanations given above? It does not contradict them, because not only the physical body, but also the etheric body can exercise an influence in space, without the medium of the physical body. Even quite normal people, particularly those who have a spark of genius in them, may produce thoughts and phantasies which are not limited to the body of formative forces, and because these transcend normal life and even the human being himself, they go out, as it were, into the universal cosmic ether, which we shall learn to know in our next lecture.
[ 19 ] Man kann schon davon sprechen, daß in dem allgemeinen Weltenäther das fortschwingt, was zum Beispiel als künstlerische Gedanken über das normale Menschenleben hinaus in einem — wenn ich mich des Ausdrucks bedienen darf — übermenschlichen Erleben und Gestalten vorkommt. Es gibt solche herumschwirrenden Gedanken. Und gerade wer sich durch Meditation, durch diejenigen Willensübungen, von denen ich gestern und am vorhergehenden Tage gesprochen habe, dazu vorbereitet hat, der weiß, daß der Mensch nicht nur das in der Welt bewirkt, was er durch seine physischen Leistungen bewirkt. Er weiß, daß die Gedanken, die nicht notwendig sind zu der Aufrechterhaltung des individuellen Lebens — dazu sind Gedanken notwendig, die sich dann zu Wachstumskräften umbilden —, sich dem allgemeinen Weltenäther mitteilen. Und wenn dann der Ätherleib des Menschen in einer Art pathologischen Zustands ist, wenn er deformiert ist oder durch den Trancezustand mediumistisch wird, dann kann allerdings das, was in den normalen Zustand des Menschen nicht hereindringt, die herumschwirrende Gedankenwelt, gerade in den entgeisteten und in den entseelten Menschen, der sich als ein Medium kundgibt, hereindringen. Und wenn nun zum Beispiel ein Mensch, der gestorben ist, durch irgend etwas solche Gedanken dem allgemeinen Weltenäther mitgeteilt hat, und diese durch ein Medium zum Vorschein kommen, so kann man dann glauben, daß man wirklich die Gedanken, die gegenwärtigen Gedanken des Toten vernähme, während man im Grunde genommen nur den Nachklang der Gedanken vernimmt, die der Lebende noch vor seinem Tode ausgestrahlt hat.
[ 19 ] We can really say that the artistic thoughts which transcend normal life continue to swing in the universal cosmic ether, thoughts which appear—if I may use this expression—in superhuman artistic creations and experiences. These thoughts whirr about in the cosmic ether. People who prepare themselves through exercises of the will and meditation described yesterday, know that man does not only produce things physically, by physical deeds. They know that thoughts which are not required for the maintenance of individual life (individual life requires thinking forces which change into forces of growth) are imparted to the universal cosmic ether. When the etheric body is in some pathological condition, when it is deformed or when it becomes mediumistic through trance, then the thoughts which whirr about in the cosmic ether and which do not enter our normal consciousness, can penetrate into a person deprived of his soul-spiritual part and manifesting as a medium. And when, for instance, the thoughts of a dead person imparted to the universal ether manifest themselves through a medium, it is possible to believe that one is really perceiving the thoughts, the present thoughts of the departed soul, whereas in reality one only perceives the echo of thoughts rayed out before death, when that person was still living on the earth.
[ 20 ] Das ist es, was sich eine gesunde geisteswissenschaftliche Kritik immer vorhalten muß: ob man es zu tun hat mit Gedankennachklängen, oder ob man tatsächlich dadurch, daß wirklich übersinnliche Kräfte entwickelt werden, in die übersinnliche Welt eindringt, welcher der Mensch nach seinem Tode und vor seiner Geburt angehört. Hat man es zu tun mit Telepathie, so ist das nichts anderes als eine ätherische Vermittlung der Gedanken bei Ausschaltung der Sinne. Hat man es zu tun mit Telekinese, so werden gewisse, durch die Nahrung, durch die sonstige physische Materie in dem veränderten physischen Leib entstehende Kräfte angeregt, durch den Raum hindurch ohne physische Vermittlung zu wirken. Der Mensch besteht ja nur zu etwa zehn Prozent aus festen Teilen, er ist zu neunzig Prozent Flüssigkeitssäule, er ist aber auch aus feineren Materien bestehend, bis zu den Äthermaterien hin. Und mit denjenigen Materien, die er in einer gewissen Weise ausstrahlt, kann er, gerade wenn er in einer gewissen Weise, wie ich es angedeutet habe, durch krankhafte Organe, durch pathologische Zustände, mit seinem Geistig-Seelischen zu tief in sein Animalisches untertaucht, seine Gedanken mitgeben den Ausstrahlungen. Dann entsteht auch die Teleplastik. Er kann dann formen, was er an feiner Materialität ausstrahlt, und dieses durch den Gedanken Geformte kann auch lichtvoll durchglänzt sein. Es entstehen plastische Formen, wie sie eben, ohne daß man dabei an Schwindel oder an Täuschung zu denken braucht, in den immer wissenschaftlich gehaltenen Werken von Schrenck-Notzing und ähnlichen dargestellt sind. Aber man hat es da nie mit etwas anderem zu tun als mit Wirkungen des im Tode untergehenden Teiles der menschlichen Wesenheit. Man hat es mit nichts zu tun, was in die wirklich übersinnliche Welt hineinführt. In diese wirkliche übersinnliche Welt wird man hineingeführt, wenn man durch die ganz systematische Ausbildung der normalen Seelenfähigkeiten und unter Aufrechterhaltung des gewöhnlichen Bewußtseins in dieser Weise zu einer Beobachtung außerhalb seines Leibes mit seinem Gefühls-Willenswesen kommt, und dadurch an seiner Vergangenheit im physischen und im ätherischen Leibe dasjenige überblickt, was man herübergestrahlt hat aus einer geistigen Welt, und was gestaltend eingreift in die physische und die ätherische Materie. Und da man das Weiterliegende, ich möchte sagen, zunächst genau sieht, und allmählich erst dasjenige, was näher liegt, so sieht man da hinein bis zu der Grenze, bis zu demjenigen Punkt, wo der Tod des vorangegangenen Lebens liegt. Daher kann man auch so, wie ich es in meiner «Theosophie» getan habe, das, was der Mensch nach dem Tode erlebt, beschreiben aus dieser Beobachtung des präexistenten Lebens heraus. Man beschreibt dann wirklich eine Perspektive, ich möchte sagen, in umgekehrter Richtung, wie man sie vor sich hat. Und es ist also alles das, was ich über die Zustände des Menschen nach dem Tode beschrieben habe, durchaus auf Grundlage derjenigen Schauungen beschrieben, welche in der Weise erlangt werden, wie ich es gestern und auch heute wiederum geschildert habe.
[ 20 ] This is what should always be borne in mind, through a sound, critical, spiritual-scientific attitude. We should be aware whether we merely confront thought-echoes, or whether the development of super-sensible forces really enables us to penetrate into the super-sensible world to which we belong after death and before birth. Telepathy is merely an etheric transmission of thoughts with the exclusion of the senses. In telekinesis certain forces producing changes in the physical body through nutrition or through other physical substances, are stimulated to action in space without a physical intermediary. The human being only consists of about 10 per cent of solid substance; he is a liquid column in regard to the remaining 90 per cent. But he also consists of finer materials, extending to the etheric. In a pathological condition, when an organ is diseased, so that the soul-spiritual part dives down too deeply into the animalic part, it is possible to impart thoughts with the aid of these finer substances which are rayed out in a certain way. Teleplastic also arises in this way. In teleplastic the fine substantiality which is rayed out can be given form, and these forms moulded by thought may even be filled with light and radiance. Plastic forms arise, such as those described in the books of Schrenk-Notzing and of others. These works are always on a scientific level, and preclude any idea of swindle or fraud. But in all these cases we simply have to do with activities proceeding from that part of man's being which perishes when he dies. They do not supply us with anything which can lead us into the real super-sensible world. We penetrate into the real super-sensible world when we are able to observe things outside the body with the aid of our sentient-volitional being, through a systematic training and intensification of our normal soul-capacities and by maintaining our normal state of consciousness. In that case we can survey the past which appears in the physical and in the etheric body, the past which we rayed out from a spiritual world and which plastically moulded our physical and etheric substances. And since we first perceive most clearly of all, so to speak, the things which lie further off, and only gradually the things in closer proximity, we are able to see as far as the point of our death in a preceding life. As described in my Theosophy this perception of our pre-existent, pre-natal life, enables us to give a description of man's experiences after death. We then describe things, as it were, from a reversed perspective. And thus all the descriptions which I have given you on man's conditions and experiences after death, are based upon that spiritual perception which can be attained in the manner I described yesterday and again to-day.
[ 21 ] Man kann sagen: Nichts kann der Mensch von den höheren Welten erfahren, als das, was er sich zunächst herangebildet hat im ernsten Erkenntnisringen. Man muß durch Gedankenerkraftung, wie ich sie gestern charakterisiert habe, die Möglichkeit herbeiführen, im bewußten Zustande außerhalb seines Leibes zu treten, und dann auf das Leibliche hinzuschauen. Das kann man nur eben durch diese Gedankenerkraftung erlangen. Aber man muß nun unterscheiden lernen: Was man vom vorhergehenden Leben hat, das hat man durch Anschauung. Dasjenige, was man künftig sein wird, man hat es durch inneres Erlebnis. Daher kann — so spärlich diese inneren Erlebnisse sind gegenüber dem, was man als ein mächtiges übersinnliches Tableau aus dem präexistenten Leben vor sich hat — das präexistente Leben wirklich Inhalt einer ausgebildeten Wissenschaft sein. Das aber, was der Mensch über die Zukunft erfährt, wird sehr stark davon abhängen, wie er sich innerlich in seinem ewigen gefühls- und willensmäßigen Wesen außerhalb seines Leibes erkraften kann. Und auch dieses Gefühls- und Willenswesen können Sie schon in seiner Entwickelung durch das physische ErdenJeben und in seinem Entgegenreifen zu einem höheren Zustande nach dem Tode beobachten. Wenn man die Beobachtung so anstellt, daß man das, was sonst bewußtlos im Einschlafen aus dem menschlichen Leibe sich herauszieht, in einem mehr jugendlichen Daseinszustande und dann in einem mehr älteren Daseinszustande beobachtet, so bietet es Unterschiede dar. Was sich als Gefühls- und Willenswesen beim jüngeren Menschen aus dem physischen Leibe schlafend herauszieht, das enthält mehr das Gedankenhafte. Es zeigt sich, daß in ihm unbewußt nachschwingt, was der Mensch als Gedankenhaftes in sich birgt. Wenn der Mensch älter wird, dann trägt er durch die Pforte des Schlafes nicht mehr so sehr das Gedankenhafte hinaus aus dem physischen Leibe, sondern dann trägt er mehr das, was in den Kräften seines Charakters, in den Kräften seiner ausgebildeten Willensimpulse liegt, durch die Schlafenspforte in die äußere Welt hinaus. Daher kann man sagen: Von einem mehr Gedankeninhalt-tragenden Wesen entwickelt man sich im Geistig-Seelischen durch das Erdenleben hindurch zu einem solchen Wesen, welches mehr im Geistig-Seelischen das Nachklingen der Charakterbeschaffenheit des Menschen zeigt. Man geht eigentlich im wesentlichen durch die Pforte des Schlafes nicht mit seinen Gedanken. Die Gedanken läßt man im Einschlafen zurück, sie erglänzen am physischen Leibe. Die Gedanken, von denen man beseelt war im Erdenleben zwischen Geburt und Tod, die läßt man auch da zurück. Man lernt sie als die äußere Gedankenkraft der Welt erkennen; man lernt sie später als eine Außenwelt kennen nach dem Tode. Man geht durch die Pforte des Schlafes vorzugsweise mit dem hindurch, was der Charakter des Menschen geworden ist, was die innerliche moralische Bildung geworden ist. Und jede Phase, die man nun wirklich richtig interpretieren will in jener Perspektive in das präexistente Leben, man muß sie sich erringen für die Erkenntnis durch die Ausbildung von normalen Seelenkräften.
[ 21 ] One can say that it is impossible to gain any direct experience of the higher worlds unless we first acquire it through an earnest striving after knowledge. Through the strengthening of thought, as described yesterday, we must create the possibility of being outside the body in a fully conscious state and of looking back upon it. This can only be attained by intensifying our thinking power. But we must also learn to make distinctions. Everything which comes from a preceding life lies open to our perception, but everything which pertains to the future is only accessible to inner experience. These inner experiences are meagre in comparison with the mighty super-sensible tableau of pre-existent life which confronts us, for our prenatal existence can really form the content of a fully developed science. But anything which we can gather concerning the future will very much depend upon the inner strengthening of our sentient-volitional being, when it is outside the body. This sentient-volitional being can also be observed in its course of development during the physical life on earth, as it gradually matures for a higher state of existence after death. Differences become evident, if we first observe that part of man which ordinarily abandons him unconsciously during sleep, in a more youthful stage of life and then observe it in a maturer stage. The sentient-volitional being which abandons the body of a younger person during sleep, is more filled with a reflective, thoughtful element. We observe that it unconsciously reverberates the thoughts which the human being harbours. When a person grows older, he no longer carries out of his physical body so many thoughts when crossing the portal of sleep, but he takes out with his sentient-volitional being into the external world, forces of character, forces contained in his developed impulses of the will. We can therefore say: During our earthly life, we gradually change from a being in whom thoughts are the predominant element, into a being who manifests in his soul-spiritual part more the echo of forces which constitute his character. Essentially speaking, we do not pass through the portal of sleep with our thoughts, for we leave them behind when we fall asleep and they shine forth through the physical body. We leave behind the thoughts which animated us during our earthly life from birth to death. We learn to look upon them as external thought-forces of the world; later on, after death, we learn to know them as an external world. We pass through the portal of sleep with these forces which have formed our character, which constitute our inner moral development. If we wish to interpret rightly every phase in the perspective which appears to us in the world of our pre-existent life, we must first gain this capacity through the development of our normal soul-forces.
[ 22 ] Ich habe es Ihnen schon in dem verflossenen Vortrage dargestellt: Wenn der Mensch das Denken, das Gedankenleben so erkraftet durch Meditation, Konzentration dieses Gedankenlebens, daß er in Gedanken leben kann, wie sonst nur in sinnlichen Bildern, daß das innere Gedankenleben so kräftig, so lebendig, so intensiv wird, wie sonst nur das Seelenleben ist, wenn es an die Sinneseindrücke hingegeben wird, dann kommt der Mensch zum imaginativen Erkennen. Und durch dieses bis zur Bildhaftigkeit erkraftete innere Gedankenleben bekommt der Mensch vor sich jetzt nicht das Erinnerungstableau über das eben verflossene, bis zu diesem Erlebnispunkte reichende Erdenleben, sondern er überschaut, was alles an diesem physischen Erdenorganismus der Bildekräfteleib organisiert hat. Er schaut in einem mächtigen Tableau als erste übersinnliche Erfahrung auf sein eigenes, eben bis zu diesem Lebenspunkte vorgedrungenes Erdenleben bis zur Kindheit zurück.
[ 22 ] In the previous lecture, I have already described to you that when a person intensifies his life of thought through meditation and concentration, so that he can live in thoughts in the same way in which he ordinarily lives in sensory impressions, in an inner life of thoughts as powerful, living and intensive as the life of the soul when it surrenders to sensory impressions, then he attains to imaginative knowledge. This inner thought-life intensified to the stage of imaginative consciousness, now enables him to confront not only the memory tableau of his past earthly life up to the present moment, but he surveys everything pertaining to his physical earthly organism, shaped and moulded by the body of formative forces. His first super-sensible experience is to look back from the present moment upon his whole earthly life, as far as childhood, in the form of a mighty tableau.
[ 23 ] Ich erwähnte schon in den vergangenen Vorträgen, daß dieses Tableau, das der Mensch erlebt, in etwas demjenigen gleicht, von dem heute auch schon durchaus ernste Naturforscher sprechen, weil es genügend untersucht ist, daß dies auftritt, wenn der Mensch einer Todesgefahr nahe ist, der er sehr schwer entrinnt. Wenn der Mensch zum Beispiel dem Ertrinken nahe ist, erlebt er in einem großen Tableau eben auch das, was da der ätherische, zeitliche Bildekräfteleib ist: er wird überschaut. Dasselbe wird überschaut im übersinnlichen Erkennen, und dasselbe stellt sich dar im ersten Erlebnis nach dem Tode durch die richtige Ausdeutung der Perspektive, die ich Ihnen geschildert habe von dem präexistenten Leben. Man erkennt da: Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes tritt, vernimmt er für eine sehr kurze Zeit, die nach Tagen nur datiert — etwa so lange, als der Mensch es vermöge seiner Organisation aushalten kann, ohne Schlaf zu bleiben durch mehrere Tage —, eine Art Tableau, das ihn sein letztes Erdenleben wie in einem Gedankengewebe, das aber bildhaft ist, überschauen läßt. Man bekommt eine solche Überschau über das Erdenleben durch eine kurze Zeit hindurch, wenn man durch die Pforte des Todes getreten ist. Ich möchte sagen: Ohne Gefühls- und Willensanteil, rein in einer Art von passiver Überschau hat man dieses Erdenleben vor sich, und auf die Weise, wie ich es geschildert habe, lernt man diesen ersten Zustand nach dem Tode kennen. Man muß ihn erst kennenlernen durch übersinnliche Erkenntnis, durch Meditation und Konzentration und so weiter. Will man aber richtig ausdeuten, was sich an dieses Tableau vom vergangenen Erdenleben in dem Leben nach dem Tode anschließt, so bedarf man noch einer anderen Art von Übung.
[ 23 ] I already mentioned in my last lectures that the tableau which can thus be experienced, resembles in some points a fact which even serious scientists discuss to-day, for it is sufficiently attested that such a picture arises when a person is in mortal danger, with hardly any hope of escape. A drowning person, for instance, may experience in a great tableau that which constitutes the etheric time-body of formative forces; he looks upon this body. Supersensible knowledge enables us to obtain this same survey, which constitutes the first experience after death through the right interpretation of the perspective described to you of our pre-existent, pre-natal life. Then we recognise the fact that when the human being passes through the portal of death, he perceives for a short time, lasting only a few days (approximately as long as a person is able, in accordance with his organisation, to do without sleep for a few days) a kind of tableau, giving him a survey of his past earthly life in a kind of thought-web, but consisting of pictures. We obtain, for a short time, this survey of our earthly life, when we pass through the portal of death. I might say, that we face our earthly life without the participation of our feelings and of our will, purely in a kind of passive survey; after death, we learn to know this first condition as I have described it. We must first gain this experience through super-sensible knowledge, through meditation and concentration, etc. But we require another kind of training if we wish to interpret rightly in this tableau the connection between our past earthly life and the life after death.
[ 24 ] Der Mensch überläßt sich gewöhnlich im Erdenleben und auch in der gewöhnlichen Wissenschaft, mit seinen Gedanken, mit seinem Empfinden, auch mit seinen Gefühls- und Willensimpulsen passiv der äußeren Welt. Er schreitet mit der äußeren Welt vorwärts. Das Gestern erlebt er, und daran anschließend eben in der späteren Zeit das Heute, und in einer wieder späteren Zeit das Morgen. Und was der Mensch als die inneren Gedanken-, Gefühls- und Willensspiegelungen entwickelt im seelischen Leben, das schließt sich auch als fortlaufendes natürliches Erleben an den äußeren Zeitverlauf an. Dadurch hat man, ich möchte sagen, eine gewisse Unterstützung für das gewöhnliche Denken, das gewöhnliche Empfinden auch. Aber man kann nicht bis zu dem Grade, den man für die übersinnliche Forschung braucht, das Denken des Menschen erkraften, wenn man sich nur in dieser Weise passiv dem äußeren Zeitverlauf hingibt. Man muß noch andere Übungen machen: Man muß versuchen, wenn ich es so ausdrücken darf, rückwärts zu denken. Das heißt, man kann ja, wenn der Tag vorübergegangen ist, sich — nicht in Gedanken, auch nicht mit einer Kritik, sondern in Bildern, wie wenn man wiedersehen würde, was man im Tagesverlauf gesehen hat — wie in der Phantasie das an seiner Seele vorüberziehen lassen, aber vom Abend zum Morgen, in umgekehrter Folge. Man muß sich eine gewisse Praxis in solchen rückwärts-bildlichen Vorstellungen aneignen. Denn es ist verhältnismäßig leicht, größere Partien rückwärts vorzustellen, aber man muß dazu lange, wirklich, ich möchte sagen, atomistisch kleine Partien von rückwärts nach vorne vorstellen, wirklich umgekehrt vorstellen den Lebensverlauf des Tages. Man kann dann zu anderen Übungen vorrücken, sich vielleicht unterstützen dadurch, daß man, sagen wir, ein Drama vom fünften Akt rückwärts bis zum ersten Akt aufdröselt, daß man Melodien von rückwärts nach vorne innerlich durchempfindet, gewissermaßen geistig-seelisch hört. Und man kann dann dazu kommen, die Erinnerungen des Lebens — das ist jetzt etwas anderes als das geschilderte Tableau — so aufzufassen, daß man wirklich sein Leben vom gegenwärtigen Zeitpunkt, indem man heraufholt aus dem Gedächtnisse, was man durchgemacht hat, in umgekehrter Weise und bildhaft-imaginativ vor die Seele hinzaubert. Indem man solche Übungen macht, reißt man das Denken los von dem äußeren Zeitverlaufe. Die Gewohnheit, die man sich tief eingewurzelt hat, mit dem Denken, mit dem Empfinden, mit dem Fühlen dem äußeren Zeitverlaufe zu folgen, diese Gewohnheit muß überwunden werden. Und durch das kraftvolle Rückwärtsdenken wird man in die Lage versetzt, einer viel größeren, stärkeren Denkkraft sich zu bedienen, als man sie zu dem bloß passiven Denken braucht. Gerade durch dieses Rückwärtsdenken wird die Denkkraft wesentlich verstärkt.
[ 24 ] In our earthly life, and even in ordinary science, we generally surrender ourselves passively to the external world with our thoughts, feelings and will-impulses. We keep pace with the external world. We experience the Yesterday, then in connection with it the To-day, and a little later, the To-morrow. And the inner reflections of our thoughts, feelings and will-impulses, developed within the soul, are connected with the external course of time, as a continued natural experience. This, as it were, gives our ordinary thinking and feeling a kind of support, but man's thinking cannot reach the required degree of intensification, enabling it to make super-sensible investigations, if it passively submits to the external course of time. Other exercises are now needed; we must try—if I may use this expression—to think backwards. When the day is over, we should pass in review all that we have seen during the day, but we should not do this in the form of thoughts, nor critically, but in the form of pictures; we should, as it were, see everything once more, in the same way in which we see things through our phantasy but from evening to morning in reversed sequence. We should acquire a certain practice in this thinking backwards in the form of pictures. It is relatively easy to think backwards larger portions of the day, but in order to have a reversed picture of the day's course, atomistically small portions must also be surveyed backwards, and this must be practised for a long time. We can then advance to other exercises; for instance, we can seek help by trying to experience a drama backwards, from the Fifth Act back to the First, try experiencing melodies inwardly, by hearing, as it were, soul-spiritually. We can thus attain the capacity of looking upon our life's memories (this is something different from the life-tableau described above) by conjuring them up before our soul backwards, in the form of imaginative pictures, so that our whole life stands before us, from the present moment back into the past. By making such exercises, we emancipate our thinking from the external course of time. The deeply rooted habit of following the course of time with our thinking and feeling must be overcome. By forcefully thinking backwards we are gradually enabled to make use of a far greater and stronger capacity of thinking than that employed for a merely passive thinking. Our thinking power can be essentially strengthened just by this way of thinking backwards.
[ 25 ] Und da entdeckt man dann etwas, was ja gewiß für das gewöhnliche Bewußtsein, das gewöhnliche Erkennen sich paradox anhört. Aber geradeso, wie man mit den im Zeitlauf verfließenden Vorstellungen die sinnliche Welt schaut, so schaut man allmählich die geistige Welt, wenn man sein Denken auf diese Weise losgerissen hat von der Gebundenheit an den äußeren Zeitlauf. Und man erlangt dadurch eine weitere Fähigkeit. Die gibt einem da die Möglichkeit, das weitere Erleben zu beobachten, und aus der Perspektive heraus, die ich geschildert habe, richtig zu deuten, was sich an das Lebenstableau anschließt, welches man durch einige Tage hindurch nach dem Tode erlebt. Man schaut jetzt, wie der Mensch nach seinem Lebenstableau, nun rückwärtslaufend in seinem Erleben, das Leben noch einmal in sehr realer Bildlichkeit durchmacht. Der Mensch durchlebt gewissermaßen die Seelenwelt vor der Geisteswelt. Und zwar schneller, als er hier zwischen Geburt und Tod gelebt hat, lebt er sich zurück nach dem Tode bis zu der Geburt. Er durchläuft dieses Leben rückwärts. Die Möglichkeit, das zu durchschauen, erwirbt man sich durch die angedeuteten Übungen des Rückwärtsdenkens. Und jetzt bekommt man eine Anschauung davon, wie der Mensch in diesem rückwärtslaufenden Seelenleben nach dem Tode alles das erlebt, was er hier im Erdenleben im physischen Leibe durchgemacht hat. Nur erlebt er es jetzt seelisch, und er kann alles das schauen, durch das er seinen Fortschritt moralisch beeinträchtigt hat. Er kann gerade bei diesen rückwärtslaufenden Zeiten eine Revue halten über das, was er, jetzt von einem höheren Gesichtspunkte aus, anders wünschen muß für sein Leben. Er kann sehen, wie er sich durch moralische Defekte zurückgehalten hat in seiner Vollkommenheit. Da er aber alles das jetzt lebendig erlebt, bleibt es nicht beim Gedanken. In dem seelischen Leben, das in dieser Weise rückwärts verläuft, ich möchte sagen, im Seelenleben rückwärts sich entwickelt, bleibt der Gedanke eben nicht abstrakt, denn die abstrakten Gedanken sind zurückgelassen worden im Tode, er entwikkelt sich als Gedankenkraft. Und er entwickelt sich als der Impuls, in einem nächsten Erdenleben in irgendeiner Weise wieder gutzumachen, in irgendeiner Weise die entgegengesetzten Tatsachen zu erleben von denjenigen, die gewissermaßen jetzt vor die Seele treten. Es entwickelt sich in der Seele etwas, was dann im nächsten Erdenleben auftritt als die unterbewußten Sehnsuchten, im Leben sich dem oder jenem zu nähern. Es entwickelt sich gerade bei diesem Rückwärtsleben für alles, was man im Erdenleben durchgemacht hat, die Sehnsucht, eine sich im nächsten Erdenleben anschließende andere Tatsache, die diese ausgleicht, zu erleben. Und so erlebt man in diesem Rückwärts-sich-Entwickeln die Keimanlage zu dem, was man unbewußt durch die nächste Geburt bringt, und was etwa in der folgenden Weise geschildert werden kann.
[ 25 ] And we then discover something which undoubtedly seems paradoxical to the normal consciousness and to the ordinary understanding. But in the same way in which one looks upon the physical world with conceptions flowing in the stream of time, so one gradually comes to look upon the spiritual world, when one's thinking has been emancipated from its connection with the external course of time. This produces a further capacity which enables one to observe the new experiences and to interpret rightly, from the perspective already described, the things connected with the life-tableau which one sees for a few days after death. After this life-tableau, we can see how man once more passes through his life, by living through it backwards in very real and vivid pictures. Man experiences, as it were, the soul-world before experiencing the spirit world. He lives backwards through life, from his death to his birth, but more quickly than during his earthly existence from birth to death. He lives through this life backwards. The capacity to perceive this is acquired by the already mentioned exercises of thinking backwards. And now we gain a conception of how after death man experiences in this reversed course of soul-life everything that he experienced here on earth in his physical body. But he now experiences all these things with his soul, and he can see everything that harmed his progress morally. By this very living backwards through time, he can now survey from a higher standpoint what he would like to change in life. For he can see how certain moral defects handicapped his development towards perfection. But since he now experiences all this in a living way, it does not remain in the realm of thought. In this reversed course of soul-life—I might say, in this soul-life which he develops backwards, thought does not remain abstract, for abstract thoughts were left behind with death; thought now develops as a thinking force. It becomes an impulse which leads the human being to make amends during his next earthly life, in some way to experience facts which are opposite to those which now come before his soul. In the soul there develops something which in the next life appears in the form of subconscious longings to approach this or that experience in life. In this living backwards through our past life, we develop the desire to experience in our next earthly life events or facts which counterbalance those which we have gone through in the past. And so this reversed course of development contains the seed of something which we unconsciously bring with us when we are born again, something which can be described somewhat in the following way.
[ 26 ] Dem alltäglichen Bewußtsein entzieht sich gewöhnlich dieses, was aber doch im Menschen lebt. Aber man beobachte, selbst nur mit dem gesunden Menschenverstande, etwas, was allerdings dann übersinnliche Forschung zur Gewißheit bringt: wie man an irgendeine wichtige, entscheidende Lebenstatsache herankommt.
[ 26 ] This is generally not accessible to the ordinary consciousness; nevertheless it lives in man. But observe merely with your plain common sense something which super-sensible research establishes as a fact—namely, how we approach some decisive fact in life.
[ 27 ] Nehmen wir einmal an, in einem Erdenleben treten wir im dreißigsten, fünfunddreißigsten Jahr vor einen anderen Erdenmenschen, in dem wir — ich will eben ein durchaus entscheidendes Ereignis nennen — einen Lebensgefährten finden, mit dem wir das weitere Leben durchmessen wollen, und wir finden, daß die Seelen zusammenstimmen. Der äußere materialistisch denkende Mensch nennt das einen Zufall. Tiefere Geister — es gibt deren genügend, und man kann sie geschichtlich nachweisen — haben aber auch ein bißchen nachgedacht darüber: Wenn man jetzt von diesem Ereignisse, das so entscheidend ist, ım Leben zurückschaut zu dem, was vorher und wieder vorher, und weiter vorher war, dann nimmt sich unsere Lebensführung, die zu diesem Ereignisse hintendierte, sehr planmäßig aus. Und wir finden manchmal das, was wir so im Leben erfahren als eine Tatsache, die nun eingreift in unser Leben, wie den organischen Abschluß dessen, was wie ein Plan sich ausnimmt. Wenn man einen solchen Plan zunächst hypothetisch konstruiert hat, und dann das hypothetisch Konstruierte, bis zur Geburt hin Konstruierte, durchschaut mit dem, was Entwickelung übersinnlicher Erkenntniskräfte durch Meditation, Rückwärtsdenken, Willensentwickelung, wie ich sie geschildert habe, ist, dann kommt man allerdings dazu, sich zu sagen: Das, was du dir da hypothetisch konstruiert hast, mag manchmal wirklich nur ein Phantasiebild sein, ist es aber nicht immer. Es zeigt sich vielmehr gerade für entscheidende Tatsachen im Leben manchmal von größter Bedeutung, daß der Mensch eine unterbewußte Sehnsucht seit der Geburt in sich trägt, und daß aus dieser Sehnsucht, die er sich vielleicht in entsprechenden Lebensepochen ganz verschieden auslegt, er den ersten Schritt, den zweiten Schritt macht, alle Schritte, die ihn zuletzt zu dem Ereignis hinführen, das er keimhaft in jenem Rückwärtsleben nach dem Tode sich eingebildet hat, und das uns jetzt als unbestimmte Sehnsucht durch das neue Erdenleben trägt, so daß wir uns dadurch auf unbewußte Weise unser Schicksal selber machen. Wir gelangen auf diese Weise dazu, zu erkennen, was wir im Erdenleben als Schicksal finden, oder wie es in der alten instinktiven Hellseherweisheit des Orients genannt worden ist: Karma. Dieses Schicksal, von dem unser ganzes Glück und Unglück, unsere Lust und unser Leid im Leben abhängen, wir lernen es erkennen dadurch, daß wir die aufeinanderfolgenden Erdenleben erblicken.
[ 27 ] Let us suppose that during one of our earthly lives we meet another human being in our 30th or 35th year (I will take a decisive event) and that he becomes our life-companion with whom we wish to share our further destiny in life, that we discover that our souls harmonise. An ordinary materialistic person will say that this was pure chance. Deeper minds—there are many, and they can be traced in history—have however reflected a little over this problem: If we now look back in life from this decisive event, if we survey what preceded it, what came before that, and still further back ... we find that the course of our life tending towards this event followed a definite plan. Sometimes we discover that an event which we thus experience in our life, a fact having such an incisive influence upon our life, appears like the organic conclusion of a well defined plan. If we have first constructed such a plan hypothetically and lead it back as far as our birth, and if we then survey it with the aid of cognitive forces developed through meditation, retrospective thinking, will-exercises, we must really say to ourselves: This hypothetical plan which you constructed, may sometimes appear like a mere phantasy, but it is not always so. Precisely for decisive facts in life, it often reveals itself as of greatest importance that the human being carries within him from his birth a subconscious longing, and that guided by this longing, which he perhaps interprets quite differently in the various epochs of his life, he makes the first step, the second step and all the steps which finally lead him to the event which he formed as a seed during his retrospective experience after death and which carries him through his new earthly life as an undefined longing. We thus shape our destiny ourselves in an unconscious way. This enables us to recognise what we encounter during our earthly existence, this destiny or Karma, as it was designated in the ancient, instinctive, clairvoyant wisdom of the Orient. This destiny, on which our happiness and unhappiness, our joy and pain in life depends, we can learn to recognise by looking upon the sequence of our earthly lives.
[ 28 ] Da wird natürlich der Mensch dann sehr bald geneigt sein, zu sagen: Ja, was ist denn dann mit der Freiheit? Dann wird ja der Mensch schicksalsmäßig gelenkt und geleitet! Wie ist es denn da mit der menschlichen Freiheit? — Ja, zu dieser Lösung der Schicksalsfrage kommt der Mensch eigentlich nur, wenn er ernst gerungen hat mit dem Freiheitsproblem. Und ich darf an dieser Stelle, weil es gewiß eine objektive Bedeutung hat, ein Persönliches wiederum einfügen. Ich habe im Beginn der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts meine «Philosophie der Freiheit» geschrieben. Diese «Philosophie der Freiheit», sie hatte sich die Aufgabe gesetzt, gerade das Erlebnis, die Tatsache der Freiheit sicherzustellen. Ich versuchte aus dem, was der Mensch in sich erlebt, das Freiheitsbewußtsein als ein absolut Sicheres zu kennzeichnen. Und so ist das, was ich später versucht habe darzustellen, als die teilweise Lösung der Schicksalsfrage, wie ich sie jetzt skizziert habe, durchaus von mir in Harmonie gedacht worden mit demjenigen, was ich dargestellt habe als die menschliche Freiheit. Wer dieses Buch, meine «Philosophie der Freiheit» studiert, wird allerdings finden, daß ich genötigt war, nicht von einer Freiheit des Willens zunächst zu sprechen, sondern von der Freiheit dessen, was im Gedanken, und zwar in dem sinnlichkeitsfreien Gedanken, im reinen Gedanken, erlebt wird, in demjenigen Gedanken aber, der in der menschlichen Seele bewußt als ein sittliches, als ein moralisches Ideal auftaucht, und der diejenige Stärke erlangt, die auf den Willen des Menschen motivierend wirken kann. Wir können von Freiheit des Menschen sprechen, wenn wir von jenen Handlungen des Menschen sprechen, die aus seinem freien Denken heraus gestaltet werden, wo der Mensch durch eine moralische Selbsterziehung dazu kommt, daß ihn die Instinkte, die Triebe, die Emotionen, sein Temperament nicht beeinflussen zu einer Handlung, sondern allein die hingebungsvolle Liebe zu einer Handlung. In dieser hingebungsvollen Liebe zu einer Handlung kann sich entwickeln, was aus der idealen Stärke des reinen sittlichen Gedankens hervorgeht. Das ist eine wirkliche freie Handlung.
[ 28 ] A man will naturally very soon be inclined to say: How do matters then stand in regard to freedom,?—For if man is guided by destiny, how do matters stand in regard to human freedom?—Indeed, a solution of the question of destiny can only be gained by striving earnestly with the problem of freedom. At this point allow me to insert something personal, for it undoubtedly has an objective significance. In the early nineties of the past century I wrote my Philosophy of Spiritual Activity. The task of this book was to establish the experience, the fact of freedom. From man's own inner experiences I sought to characterise the consciousness of freedom as an absolute certainty. And the subsequent explanations which I have tried to give as a partial solution of the problem of destiny, such as the sketch which I gave you now, I consider to be in entire harmony with the descriptions of human freedom. Those who study my book Philosophy of Spiritual Activity will find however that I was obliged to renounce speaking of freedom of the human will at first, and to speak instead of a freedom experienced in thought, in pure thinking emancipated from the senses. In thoughts which consciously arise in the human soul as an ethical, moral ideal, in thoughts which have the strength to influence the human will and to lead it to action, in such thoughts there is freedom. We can speak of human freedom when we speak of human actions shaped by man's own free thinking, when he reaches the point, through a moral self-training, of not allowing his actions to be influenced by instincts, passions, emotions or by his temperament, but only by the devoted love for an action. In this devoted love for an action, can develop something which proceeds from the ideal strength of pure ethical thinking. This is a really free action.
[ 29 ] Nun kommt man gerade durch Geisteswissenschaft darauf, daß das Denken als solches, dieses Denken, welches dem sittlichen freien Handeln zugrunde liegt, im Schlafzustande zurückbleibt in dem spiegelnden physischen Leib, daß das also etwas ist, was der Mensch erlebt zwischen der Geburt und dem Tode, was das Erdenleben allein schon durch diese Eingliederung des Freiheitsimpulses wertvoll macht, wenn es sonst nicht unendlich wertvoll wäre. Wir werden darüber im nächsten Vortrage zu sprechen haben. Frei wird der Mensch in dem einen physischen Erdenleben, wo er den Gedanken als solchen entwickelt, wo der Gedanke seine plastizierende Kraft verliert, die er noch in dem Ätherleib hat, und wo er als reiner Gedanke in dem im Leben befindlichen Bewußtsein entwickelt ist. Ich war daher genötigt, etwas sehr Gewagtes in dieser «Philosophie der Freiheit» dazumal im Beginn der neunziger Jahre darzustellen. Ich hatte die moralischen Impulse als sittliche Ideale darzustellen und mußte sagen: die kommen dem Menschen nicht aus der physischen Welt, die kommen dem Menschen nicht aus der Natur, die kommen dem Menschen durch eine Intuition. Und ich sprach dazumal von «moralischer Phantasie». Und warum das? Ich sagte dazumal in meiner «Philosophie der Freiheit»: Aus der Geisteswelt heraus strömen in den Menschen, aber zunächst nur als Bilder, diese sittlichen Motive ein. Er empfängt sie als Intuition aus der geistigen Welt.
[ 29 ] Spiritual science now enables us to discover that during sleep thinking as such, the thinking which lies at the foundation of free ethical actions, remains behind in the mirroring physical body. It is thus something that man experiences between birth and death. Even if human life were not of immense value also from other aspects, the inclusion of the impulse of freedom in our experiences between birth and death renders our life on earth valuable in itself. In our physical existence on earth we attain freedom by developing thought as such, when thought loses the plastic force which it still has within the etheric body and is developed as pure thinking in the consciousness which we have in ordinary life. In the early nineties of the past century I was therefore obliged to set forth a very daring thought in my Philosophy of Spiritual Activity. I had to speak of moral impulses in the form of ethical ideas and had to explain that these do not come to us from Nature, but through intuition. At that time I spoke of “moral phantasy.” Why?—In my Philosophy of Spiritual Activity I explained that these ethical motives stream into man from the spiritual world, but at first in the form of pictures. He receives them from the spiritual world as intuition.
[ 30 ] Aber man gelangt auf diese Weise, ich möchte sagen, zu dem anderen Pol dessen, was man hier in der physischen Welt erlebt. Sieht man mit gesundem Menschenverstand und mit wissenschaftlicher Schulung in die natürliche Daseinswelt hinaus, dann entdeckt man überall Notwendigkeit. Sieht man hinein in die Welt der moralischen Impulse, dann entdeckt man die Freiheit, aber die Freiheit zunächst im bloßen Gedanken, im reinen Denken, in denkerischer Intuition. Und man weiß zunächst nicht, wie sich Kräfte hineinbegeben in den Willen, denn man sieht diese sittlichen Intuitionen unbewußt. Man hat auf der einen Seite die Natur, der man angehört, indem man handelt, und man hat auf der anderen Seite sein sittliches Erleben, und es entschwindet einem für diese sittlichen Intuitionen, wenn man nichts anderes hat zunächst als die Naturwissenschaft, die Möglichkeit, diesen sittlichen Intuitionen Realität zuzuschreiben, weltschöpferische Kräfte zuzuschreiben. Man erlebt gewissermaßen die Natur in ihrer ganzen derben Dichtigkeit, in ihrer Notwendigkeit. Man erlebt die Freiheit, aber man erlebt sie in den fein gewobenen, bis zur Bildhaftigkeit herabgetriebenen Gedankenimpulsen, von denen man weiß, weil sie eben der Natur nicht angehören können, weil sie sich in freier Tätigkeit erleben, und das habe ich in meiner «Philosophie der Freiheit» angedeutet, daß sie aus der geistigen Welt kommen. Aber es muß sich nun etwas einschieben zwischen diese Intuitionen, die durchaus bildhaft, unreal sind, die nur durch das sittliche Leben real werden, und dem, was man als gegenständliches Erkennen für die Naturordnung hat. Und da schieben sich ein die Imagination und die Inspiration, die auf die Weise entstehen, wie ich das geschildert habe. Und dann wird die Intuition auch etwas anderes. Dann verdichtet sich gewissermaßen das, was einem zuerst nur im reinen Denken entgegengetreten ist, zu einer geistigen Realität. Man lernt in dieser nach der Imagination und Inspiration neu errungenen Intuition jetzt nicht sein gegenwärtiges Ich erkennen, sondern dasjenige Ich, das durch wiederholte Erdenleben hindurchgeht, und das unser Schicksal durch diese wiederholten Erdenleben in der Weise hindurchträgt, wie ich es dargestellt habe. Wir sind unfrei, indem wir die wiederholten Erdenleben durchleben und ein Schicksal dadurch gestaltet haben. Aber wir können stets in dieses Schicksalsgewebe die freien Handlungen einverweben in den einzelnen Erdenleben. Gerade dadurch, daß wir in bildhaften Intuitionen die sittlichen Impulse erleben — nicht als Realitäten, sondern als etwas, zu dem wir uns frei bekennen können —, können wir die Freiheit im einzelnen Erdenleben in das Schicksalsgewebe einverweben. Und so werden wir dadurch, daß wir durch das Schicksal von Erdenleben zu Erdenleben getragen werden, nicht unfreier, als wir etwa werden, wenn wir uns durch ein Schiff von Europa nach Amerika tragen lassen. Da sind wir durch den Entschluß, den wir hier in Europa fassen, allerdings in unserer Zukunft bestimmt. Aber wir sind jederzeit in gewissen Grenzen freie Wesen, und solange wir drüben in Amerika sind, können wir uns frei bewegen. So tragen wir das Schicksal von Erdenleben zu Erdenleben. Aber in die Tatsachenwelt, die wir so in wiederholten Erdenleben erfahren, kann hineingestellt werden, was aus der Freiheit im einzelnen Erdenleben quillt.
[ 30 ] But we thus come, as it were, to the other pole of what we experience here, in the physical world. Everywhere in the realm of Nature we discover necessity, if we look out into it with our sound common sense and with a scientific mentality. If we look into the world of moral impulses, then we discover freedom, but to begin with, freedom in the form of mere thought, of pure thinking, in the intuition that lives in the thinking activity. At first we do not know how these moral forces enter the will, for we perceive ethical intuitions unconsciously. So we have on the one hand Nature, to which we belong through our actions, and on the other hand our ethical experience. Through natural science alone, we should lose the possibility to ascribe reality and world-creative forces to these ethical intuitions. We experience Nature as it were, in its whole dense grossness, in its necessity. And then we experience freedom, but we experience it in the finely-woven impulses of thinking which reach the imaginative stage, and since these do not form part of Nature and can be experienced in free activity, we know that they come from the spiritual world, as I have indicated in my Philosophy of Spiritual Activity. But something must now be inserted between these intuitions which are entirely of a picture-nature and unreal and which only acquire reality through ethical life, between these intuitions and the objective cognition of Nature and its laws. It is imagination and inspiration, which arise in the way I have described, that now insert themselves. In that case intuition too undergoes a change. The impulse which first appeared only in pure thinking, becomes as it were condensed into a spiritual reality. In this newly acquired intuition, gained through imagination and inspiration, we do not learn to know our present Ego, but the Ego that passes through repeated lives on earth and that carries our destiny through these repeated earthly lives. In passing through these repeated earthly lives which moulded our destiny, we are not free. Yet we can always insert free actions into this web of destiny during our different lives on earth. Just because the imaginative intuition enables us to experience ethical impulses (not as realities, but as something which we can freely accept), we can weave freedom into the web of destiny during a definite earthly life. The fact that destiny bears us from one earthly life into another, does not render us less free than the fact that a steamer can carry us from Europe to America. Our future is determined by the decision to travel arrived at in Europe; yet within certain limits we are always free, and we can move about freely while we are in America. This is how destiny is borne from one earthly life into another. But to the world of facts which we thus experience during our repeated lives on earth, we can insert what wells up out of freedom during a definite life.
[ 31 ] Und so sieht man gerade, daß derjenige, der mit dem Freiheitsproblem ringt, der das Problem der Freiheit gelöst sieht durch das Anschauen der zunächst nur in moralischer Phantasie erfaßbaren, aber aus der geistigen Welt in die physische Welt des Menschen hereinstrebenden sittlichen Ideen, daß, wer in dieser Weise sich ein Verständnis für die Freiheit erwirbt, gerade dadurch sich vorbereitet hat zum Verständnis für das Schicksalsgemäße, das wie eine Art von Notwendigkeit in das menschliche Leben eingreift.
[ 31 ] And so we see that those who struggle with the problem of freedom and see the solution in the contemplation of ethical ideas which can at first only be grasped through moral phantasy, but which penetrate from the spiritual world into the physical world of man,—we see that those who in this way acquire an understanding for the problem of freedom, have prepared themselves thereby for the comprehension of destiny, which enters human life almost like a necessity.
[ 32 ] Wenn man zu dieser Intuition vorgedrungen ist, wenn man verstanden hat, Schicksal und Freiheit ineinander zu verweben, und dadurch noch weiter jene Kräfte verstärkt hat, die man sich durch Meditation, Konzentration, Rückwärtsdenken und so weiter erworben hat, dann kann man das, was sich in der Perspektive darbietet, auch anschauen, beziehungsweise weiter deuten. Was sich nun anschließt an dieses Rückwärtsleben, es ist ein Leben in einem rein geistigen Gebiete, in dem man nun entgegenlebt dem folgenden Erdenleben. Und in diesem geistigen Gebiete erlebt man, ich möchte sagen, in umgekehrter Weise wie hier im Erdenleben. Hier im Erdenleben erlebt man so, daß dasjenige, was in uns ist, zunächst nur innerlich in Bildern geschaut werden kann. Man erlebt im gewöhnlichen Bewußtsein nicht das Innere des Menschen, man erlebt aber im Wachbewußtsein die Außenwelt. Gewissermaßen für seinen eigenen Mittelpunkt sieht man im Raumumkreis, in der Raumsphäre, die Außenwelt. Der Mensch ist in sich, die Außenwelt außer ihm. In der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt wird die Anschauung gerade umgekehrt: Der Mensch geht auf in demjenigen, was hier seine Außenwelt war. Er empfindet das, was hier seine Außenwelt war, wie eine Innenwelt. Und das, was ihm hier verschlossen ist, das Innere der Menschennatur, das empfindet er jetzt als die Außenwelt. Der Mensch mit seinem Innern wird für das Leben zwischen dem Tod und neuer Geburt die Welt und die Welt wird Ich. Und indem der Mensch dasjenige erlebt, was nun höher ist als das, was wir hier in der Welt um uns herum haben — denn der Mensch ist die Krone der Schöpfung, er trägt in seinem Innern ein höheres Gebiet als die Umwelt ist —, hat er also eine wertvollere Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in sich. Und was er so erlebt als seine Welt, was aber eigentlich die geheimnisvolle Welt des Menscheninnern ist, das erlebt er schöpferisch. Er erlebt in der geistigen Welt schöpferisch die Kräfte in Gemeinschaft von höheren geistigen Wesenheiten, von denen wir umgeben sind als geistig-seelischer Mensch, so wie wir hier als physischer Mensch umgeben sind von den drei Reichen der Natur, von Tieren, Pflanzen und Mineralien. Man erlebt in Gemeinschaft mit diesen geistigen Wesen die Kräfte, aus denen man nach und nach nicht nur sein Schicksal zimmert, den Keim seines Schicksals, sondern aus denen man in der geistig-seelischen Welt das Vorbild bildet, aber das reale Vorbild, das geist-seelische Wesen, das dann nach einer bestimmten Zeit die Sehnsucht bekommt, das, was es zunächst als Vorbild, aber lebendig, in gedankenkraftmäßiger Weise lebendig ausgebildet hat, wieder zu verkörpern. Weil es zusammenhängen muß nun mit einem physischen Leib, erst in einem physischen Leib wiederum seine Vollendung erhalten kann, bekommt dieses geistig-seelische Wesen den Drang, die Sehnsucht, sich hier auf Erden wiederum zu verkörpern. Aus dem Geiste heraus kommt das, was als unsere vorgeburtliche, oder vor der Konzeption liegende Existenz sich mit dem fleischlichen Leib verbindet. Man wird auch erst eine richtige Vorstellung von der Art und Weise bekommen, wie der Mensch als physisches Wesen hier in die Erde hereingebildet wird — das Genauere darüber werden wir auch noch übermorgen zu besprechen haben —, wenn man einsehen wird, wie dasjenige, was sich im Leibe der Mutter bildet, nur etwas ist, was aus einer höheren Welt aufnimmt das eigentliche Wesen des Menschen.
[ 32 ] If we attain this intuition and understand the interweaving of destiny and freedom and thus intensify still further the forces acquired through meditation, concentration, retrospective thought, etc., we are able to contemplate, that is to interpret further the facts which appear to us in the spiritual perspective. What now is attached to this retrospective experience is a life which takes its course in a purely spiritual sphere in which we now live towards a subsequent life on earth. In this spiritual sphere our experience is just the reverse of our experience during our earthly life. Here on earth, our inner experiences can, to begin with, only be perceived inwardly, as pictures. We do not experience our inner being with our ordinary consciousness, for our waking consciousness makes us experience the external world. We look out, as it were, from our own centre into the environing spatial world, into the spatial sphere, the external world. We are within ourselves and the external world is outside. During our existence between death and a new birth this conception is just reversed: We are now centred in a world which constituted our external world here on earth, and the external world on earth now becomes a kind of inner world. The inner world of human nature, which was not accessible to us during our earthly life, can now be experienced as an external world. And during our life between death and a new birth, our inner being becomes the world! And the world becomes our Ego. And inasmuch as we experience something which is now higher than the world which surrounds us here on earth (for man is the crown of creation, he bears within himself a sphere which is higher than the surrounding world), we have within us a more valuable world during our existence between death and a new birth. The world which we thus experience as our own environment, but which is actually the mysterious world of man's inner being, is experienced creatively. In the spiritual world we experience these forces creatively, in common with higher spiritual Beings that surround our soul-spiritual being, in the same way in which the kingdoms of Nature, the plants, the animals and the minerals, surround our physical being on earth. In communion with these spiritual Beings, we experience the forces out of which we gradually mould not only our destiny, the seed of our destiny, but also our prototype in the soul-spiritual world. This is the real prototype, that soul-spiritual being, which after a certain time is filled with the longing to incorporate again, to send down the prototype into a physical body, the prototype which it first shaped in living thoughts in the spiritual world. And since it must become united with a physical body, since it can only reach perfection in a physical body, this soul-spiritual being is filled with the impulse and longing to reincarnate here on earth. Out of the spirit comes that being from an existence lying before birth, or before conception, and unites with the physical body. A true conception of the way in which man develops here on earth as a physical being (more exact details will be given the day after tomorrow) can only be gained if we can grasp the fact that what develops in the mother's body is only something which receives from a higher world the real being of man.
[ 33 ] Die Naturwissenschaft hat einen gewissen Traum, der darinnen besteht, daß man einstmals die Zellen, und wohl auch die vollkommensten Zellen, die Fortpflanzungszellen, die Keimzellen des menschlichen Embryos erforschen können wird in bezug auf ihre komplizierte chemische Verbindung. Mit allerdings ganz anderen Mitteln und aus ganz anderen Gesichtspunkten heraus geht an dasselbe Problem anthroposophische Geisteswissenschaft. Und sie kommt dazu, gewissermaßen die Richtung anzudeuten, in welcher das gesucht werden muß, was sich im Leibe der Mutter als Keimzelle des menschlichen Embryos ausbildet. Da hat man es nicht zu tun mit einer komplizierteren chemischen Verbindung, sondern da hat man es in Wahrheit zu tun mit dem ChaotischWerden der Materie. Nicht eine hochkomplizierte, chemische Verbindung oder eine Gestaltung des Molekularwesens ist es, sondern ein Chaos-Werden, ein chaotisches Durcheinanderwirbeln dessen, was im Kristall, was im chemischen Molekül in einer Gesetzmäßigkeit zueinander gestaltet ist. Es wird Materie in der Keimzelle nicht zu einer weiteren Gesetzmäßigkeit ausgebaut, sondern ins Chaos heruntergedrängt, und aus der entsprechenden Materie, aus der chaotisch werdenden Materie bildet sich dasjenige, was nun aufnehmen kann das sich Heruntersenkende: den aus geistigen Welten kommenden übersinnlichen Menschen. Und nur dann wird man begreifen, was sich als physischer Mensch ausbildet, wenn man physische Forschung heranbringt bis zu dem Punkt, wo man schauen kann, wie der physische Menschenkeim gerade dadurch, daß er die Materie wiederum ins Chaos zurückgeführt hat, fähig wird, den geistig-seelischen Keim, der aus der Präexistenz herunterkommt, nun aufzunehmen. Nur so begreift man, wie sich verbindet durch Konzeption und bis zur Geburt hin das, was aus den geistig-seelischen Welten heruntersteigt, mit dem, was sich entmaterialisiert hat im Keime beim beginnenden Embryowachstum. Jeder, der wirklich sinnvoll die Gestaltung des Embryos betrachtet, der kann schon aus dieser physischen Gestaltung des Embryos herauslesen, was ich Ihnen heute dargestellt habe, während die Embryonalentwickelung immer rätselhaft bleibt, wenn man sie nicht in dieser Weise zu betrachten vermag.
[ 33 ] Natural science has a certain ambition and dream, consisting in the hope to discover one day the complicated chemical structure of cells, indeed of the most perfect cells, the reproductive cells, the germ cells of the human embryo. The spiritual science of Anthroposophy approaches this same problem, but with quite different means and from entirely different points of view. And Anthroposophy is able, in a certain way, to point out the direction in which to seek that which develops in the mother's body as germinative cell of the human embryo. Here we do not come across complicated chemical combinations, but in reality with a chaotic state of matter. We do not have before us a highly complicated chemical combination or some molecular structure, but a chaotic condition, a chaotic vortex of the ordered structure which exists in a crystal and in a chemical molecule. In the germinative cell matter is not developed to a further organisation, but it is pushed down into chaos, and from the corresponding substance, from the substance which becomes chaotic, then develops something which can now receive what comes down to it from above; the super-sensible man coming from the spiritual worlds. The development of physical man will only be grasped if physical research is brought to the point of being able to see how the physical human germ by leading matter back to chaos, becomes capable of receiving the soul-spiritual germ which comes down from pre-existence. Only in this way it is possible to understand how the soul-spiritual part descending from the soul-spiritual world becomes united through conception and up to birth with what has de-materialised itself in the germ, in the early embryonic stage. All who carefully study the form and development of the embryo can find, even in its physical development, the confirmation of to-day's description, whereas this embryonic development will always remain a riddle to those who cannot consider it in this way.
[ 34 ] Es muß allerdings, will man das Wesen des Menschen wirklich erkennen, durch übersinnliche Forschung das erhalten werden, was zum Menschen auch gehört. Ich habe zum Beispiel bei früheren Gelegenheiten darauf hingewiesen, wie man in der Wissenschaft der niederen Reiche überall diejenigen Dinge für töricht ansehen würde, die man bei der Erforschung des Menschen als Weisheit ansieht. Man nehme an, sagte ich, daß jemand eine Magnetnadel vor sich hat: Sie weist mit dem einen Ende nach Norden, mit dem anderen nach Süden. Keinem Menschen würde es einfallen zu sagen: Nur in der Magnetnadel, in dem Raum, den die Materie dieser Magnetnadel einschließt, liegen die Kräfte, daß sie da hinweist. — Man sieht die Erde selber als einen großen Magneten an, der auf die einzelne Magnetnadel wirkt, und der diese Richtung bedingt. Man gliedert die einzelne Magnetnadel ein in den ganzen Erdenorganismus. Man geht also aus dem einzelnen Wesen heraus, um das große, umfassende Ganze zu erkennen, auch in seiner Wechselwirkung mit dem einzelnen Wesen zu erkennen. Nur beim Menschen möchte man, indem man mit dem Mikroskop die Entwickelung der Keimzelle verfolgt, allein aus dem, was in der menschlichen Haut eingeschlossen ist, das erkennen, was den Menschen hervorbringt. Niemals wird man — ebensowenig wie die Richtung der Magnetnadel aus ihr selbst zu erklären ist — erfahren können, was im Menschen sich entwickelt, wenn man nicht den Menschen in das Verhältnis zur ganzen Welt bringt, und nicht nur zur Raumeswelt, sondern auch zur Zeitenwelt, wenn man nicht zurückgeht zu dem, was sich einem im übersinnlichen Schauen als das präexistente Wesen des Menschen in der geschilderten Weise enthüllt. Das lernt man so erkennen als dasjenige, was man nun wiederum, wenn der Mensch seinen physischen Leib hier ablegt, in seinem Ätherleib sich auflösen sieht im Weltenäther, und was nun wiederum durch die Pforte des Todes geht, um neuerdings einen solchen Kreislauf anzutreten, aber zur weiteren Ausgleichung der Lebenstatsachen und zu höherer Vervollkommnung.
[ 34 ] To be sure, if we really wish to know man's true being we must receive from super-sensible research what also belongs to man. On earlier occasions, I have, for instance, pointed out that in the science dealing with the lower kingdoms, people would everywhere consider foolish things which are looked upon as wisdom in the investigation of the human being. I already gave you the example of a magnet-needle, with one of its ends pointing North and the other one South. Now it would certainly not enter anyone's mind to say that the forces which it manifests are only contained in the magnet needle, in the space occupied by that needle. One looks upon the earth itself as a great magnet which exercises its influence upon the magnet-needle and which determines its direction. The magnet-needle is included in the structure of the whole earth-organism. In this case one transcends the single thing, in order to recognise the great comprehensive whole and its inter-relation with the single object. Yet in the case of man one seeks to recognise everything pertaining to man by studying the development of the germ cell through the microscope and by contemplating only what is enclosed within the human skin! Just as little as the forces of the magnet can be explained through the magnet, just as little is it possible to know what develops in the human being if one does not bring him in relation with the whole world, not only with the spatial world, but also with the world of time; it is not possible to understand the' human being unless one goes back to his pre-existent, pre-natal being, revealing itself, as described, to super-sensible vision. We learn to know this pre-existent being when man lays aside his physical body here on earth, when we see his etheric body dissolving in the cosmic ether—we see this pre-existent being passing once more through the portal of death in order to begin a new cycle leading to a further adjustment of life's facts and to a higher perfection.
[ 35 ] So stellt sich der Mensch zunächst, wenn man sein Wesen an sich betrachtet, in die Weltentwickelung hinein. Und was dem Menschen nun zukommt, indem er sein geistig-seelisches Wesen herunterträgt, das gehört der Weltentwickelung an, das muß in die Weltentwickelung, die wir übermorgen betrachten wollen, eingegliedert werden. Der Mensch wird erst erklärlich werden, wenn das, was heute ausgeführt worden ist, zu gleicher Zeit eingegliedert wird dem Werden und Wesen und Weben, das heißt der ganzen Entwickelung der Welt. Denn der Mensch kann die Welt nur erkennen, indem er sich erkennt. Und dasjenige, was Welt ist, es spiegelt sich im Erdenleben, der Mensch durchlebt es nach dem Tode und vor der Geburt. Aus ihm entnimmt er die Kräfte, die er selber bei der Geburt oder Empfängnis eingliedert in seinen physischen Leib. Welt und Mensch gehören nicht nur äußerlich, gehören innerlich zusammen. Der Mensch trägt in sich die Welt, die Welt als Totalität bildet des Menschen Wesen. Daher wird die Frage, die hier aufgeworfen worden ist, für heute teilweise beantwortet sein. Sie wird ihre volle Beantwortung, soweit sie heute schon der Wissenschaft möglich ist, im nächsten Vortrag erfahren können.
[ 35 ] This is how man stands within the evolution of the world, if we look upon his essence as such. What we now receive, inasmuch as we bear our soul-spiritual being down to earth, pertains to the evolution of the world and must be included in the cosmic development, as we shall see in the next lecture. The human being will only be understood if what has been explained to-day is at the same time inserted into the being and becoming, that is, into the whole cosmic development. For man can only recognise the world by recognising himself. And what constitutes the universe is reflected in earthly life, and the human being lives through it after death and before birth. From this sphere he takes the forces which he himself incorporates with his physical body at birth or conception. The universe and man belong together not only outwardly, but also inwardly. Man bears the world within himself; the world as a totality forms man's being. The question which we have raised is therefore partially answered to-day; it will be fully answered, to the extent allowed to-day by science, in my next lecture.
[ 36 ] Zum Schlusse möchte ich nur ein paar Worte sagen. Ich möchte, daß wirklich durchschaut werde, wie das, was der Geistesforscher vorbringt, zwar auf der Entwickelung gewisser sonst der Seele unbewußt bleibender Kräfte beruht, daß aber der Geistesforscher vom anthroposophischen Gesichtspunkte aus so vorgeht, daß er in die gewöhnlichen Gedanken, die man sonst in der Wissenschaft hat, das kleidet, was er aus seinem Schauen heraus vorzutragen hat. Überallhin nimmt er seine Gedanken mit. Denn jener Pendelschlag, jenes Schwingen zwischen übersinnlicher und sinnlicher Welt muß ihn fortwährend bei seinem Forschen begleiten. Er muß stets als sein eigener Kritiker neben seinem höheren Wesen, das die übersinnlichen Schauungen hat, stehen. Daher kann auch derjenige, der nicht solche Übungen gemacht hat, wenn er sich nur wirklich unbefangen dem gesunden Menschenverstande hingibt, gedanklich alles nachprüfen, was der Geistesforscher vorbringt. Und es ist eigentlich nicht richtig, daß das, was der Geistesforscher vorbringt, nur geprüft werden könnte wiederum vom Geistesforscher. Man hat sich nur in der heutigen Zeit zu sehr an das an die äußere Materialität, an die äußere Naturfolge gebundene Denken gewöhnt, und man findet dann, daß der Geistesforscher nicht Beweise habe von diesem Denken. Wer aber die ganze Sachlage durchschaut, der durchschaut, welches Verhältnis zwischen dem gewöhnlichen gesunden Menschenverstande und dem methodisch gebildeten Verstande der Wissenschaft, der äußeren Wissenschaft ist. Und wer dann kritisch vorgeht und in seinen Gedanken, aber nur unbefangen genug, alles dasjenige prüft, was der Geistesforscher vorbringt, wird es, auch ohne daß er selbst Schauungen hat, nachprüfen können. Der Geistesforscher bringt alles in der Art vor, daß es auf diese Weise nachgeprüft werden kann. Und wer da sagt, der Geistesforscher erzähle bloß aus seinem Schauen, er gäbe aber nicht die Beweise, der gleicht einem Menschen, der gewöhnt ist, daß alles das, was er auf der Erde findet, auf einem festen Boden stehe, und der dann fragt, wenn man ihm ein Sonnensystem auseinandersetzt: Ja, worauf ruht denn das? — Daß es in sich selber ruht, daß es sich durch seine eigenen Kräfte frei trägt, das gewahrt er vielleicht nicht. Einem solchen Menschen, der fragt: Auf welchem Boden steht denn ein Sonnensystem? — gleicht derjenige, der in gewöhnlicher Weise Beweise verlangt, und solche Beweise meint, die man nur für die äußere Sinnenwelt verlangen kann, wo man ohne Beweise findet, was man eben mit den Sinnen wahrgenommen hat, was durch die Sinne aufweisbar ist.
[ 36 ] In conclusion let me say a few more words. I want it to be really understood that the facts explained by the spiritual-scientific investigator are based upon the development of forces which ordinarily remain unconscious to the soul, but that from the anthroposophical standpoint, the spiritual-scientific investigator proceeds in such a way that he clothes the facts obtained through super-sensible vision in the thoughts which are ordinarily used in science. Everywhere he takes his thoughts with him. For his research-work must always be accompanied by that pendulum swinging from the super-sensible to the physical world. He must always stand as his own critic by the side of his higher being endowed with super-sensible vision. Consequently even those who have not made such exercises can really examine and test with their own thinking all the facts brought forward by the spiritual investigator; they can test them with their own thinking, if only they follow in an unprejudiced way their own sound common sense. It is really not true that only a spiritual investigator could test the facts brought forward by spiritual research. In the present time, we have grown too accustomed to the manner of thinking connected with external matter, with the external sequence of natural facts, and we find that a spiritual investigator cannot supply proofs valid for this' way of thinking. But those who penetrate into all the circumstances, understand the connection existing between the ordinary sound common sense and the methodically developed understanding of science, of external science. And those who think critically, and with sufficient lack of prejudice test all the facts advanced by the spiritual investigator, will be able to do this, even though they themselves are not endowed with super-sensible vision. The spiritual investigator brings forward everything in such a way that it can be tested. Those who say that a spiritual investigator merely relates what he sees through his own super-sensible vision without supplying any proofs, resembles a person who is accustomed to think that everything which he finds on earth stands upon a firm ground, and when someone explains to him a solar system immediately asks: What then does that rest upon? Perhaps he does not perceive that it rests upon itself, that it is freely borne by its own forces. A person who asks for proofs resembles one who asks: On what foundation does a solar system stand then? He resembles such a person if he asks for ordinary proofs and means such proofs as can only be asked for the external sensory world, where it is possible to discover, without any proof, the things which the senses perceive, the existence of which can be proved through the senses.
[ 37 ] Dazu ist aber das Denken des Menschen nicht allein da. Das Denken kann sich auch aufschwingen, nicht bloß das bewiesen zu finden durch den gesunden Menschenverstand, was durch die Sinneserfahrung gestützt ist, sondern dasjenige, was sich gewissermaßen wie ein geistiges Planetensystem innerlich selber trägt. Prüfen Sie in dieser Weise, indem Sie auf anthroposophische Geistesforschung das anwenden, was ein solches sich selbst tragendes, sich selbst beweisendes Denken gibt, dann werden Sie das, was der Geistesforscher vorbringt, innerlich so gesichert finden, auch ohne die sogenannten äußeren Stützen, wie das Planetensystem sich frei im Weltenraume trägt, und nur dasjenige, was irdisch ist und schwer ist, gestützt werden muß. Das aber muß bedacht werden, daß das Denken auch wirklich frei werden muß, zu dem werden muß, was sich innerlich selber tragen kann, wenn man durch den gesunden Menschenverstand bewiesen finden will das, was zu sagen ist von der Geistesforschung aus über das Wesen des Menschen und über das Wesen der Weltentwickelung. Daß von diesem Punkte aus alles bewiesen werden kann, werde ich nun, nach der Auseinandersetzung über das Wesen des Menschen, mir erlauben, übermorgen hier zu entwickeln im nächsten Vortrage über das Wesen der Weltentwickelung.
[ 37 ] But human thinking does not only exist for this purpose; human thinking can also rise to things which are demonstrable not only through sound common sense upon the foundation of sensory experience, but to things which are carried by their own inner forces, like a spiritual planetary system. Try to examine in this way, by applying it to anthroposophical spiritual investigation, the results obtained by such a self-supporting, self-demonstrating thinking; you will then find that the facts advanced by a spiritual investigator are inwardly just as surely founded—even without the so-called external supports—as a planetary system supports itself freely in cosmic space, and that a supporting foundation is only needed by what is terrestrial and heavy. This however must be remembered: that thinking must also become really free, it must become something which can carry itself inwardly, if sound human intelligence is to find a proof for the facts which spiritual research advances in connection with the being of man and the evolution of the world. That from this standpoint it is possible to prove everything, I shall hope to develop in my next lecture on the nature of world evolution, following the explanations now given on the nature of man.
