The Reality of the Higher Worlds
GA 79
29 November 1921, Oslo
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Die Wirklichkeit der höheren Welten
4. Der Mensch im Lichte der Anthroposophie
4. Der Mensch im Lichte der Anthroposophie
[ 1 ] Den heutigen Vortrag dürfte ich wohl kaum in der Form halten, wie ich es vorhabe, wenn nicht der gestrige vorangegangen wäre. Nicht nur aus dem Grunde, weil dieser Vortrag eine Fortsetzung des gestrigen sein soll, sondern auch aus dem anderen Grunde, weil das, was aus anthroposophischer Erkenntnis heraus über den eigentlichen Wesenskern des Menschen zu sagen ist, zunächst für die äußere Erfahrung so paradox klingt, daß es schon notwendig ist, die gesicherte Grundlage zu kennen, auf der solche Erkenntnisse aufgebaut sind. Und ich glaube bemerklich gemacht zu haben, daß sowohl nach der einen Seite, nach der Seite des kritischen Geistes, wie auch nach der Seite der gewissenhaften Forschung Anthroposophie es durchaus aufnehmen kann mit allem, was die neuere Zeit gewöhnt worden ist, für wissenschaftliche Methodik und wissenschaftliche Gesinnung zu halten.
[ 1 ] Den heutigen Vortrag dürfte ich wohl kaum in der Form halten, wie ich es vorhabe, wenn nicht der gestrige vorangegangen wäre. Nicht nur aus dem Grunde, weil dieser Vortrag eine Fortsetzung des gestrigen sein soll, sondern auch aus dem anderen Grunde, weil das, was aus anthroposophischer Erkenntnis heraus über den eigentlichen Wesenskern des Menschen zu sagen ist, zunächst für die äußere Erfahrung so paradox klingt, daß es schon notwendig ist, die gesicherte Grundlage zu kennen, auf der solche Erkenntnisse aufgebaut sind. Und ich glaube bemerklich gemacht zu haben, daß sowohl nach der einen Seite, nach der Seite des kritischen Geistes, wie auch nach der Seite der gewissenhaften Forschung Anthroposophie es durchaus aufnehmen kann mit allem, was die neuere Zeit gewöhnt worden ist, für wissenschaftliche Methodik und wissenschaftliche Gesinnung zu halten.
[ 2 ] Was den Gegenstand des heutigen Vortrags bildet, ist eben der eigentliche menschliche Wesenskern, der ja auch gestaltend, dirigierend dem äußeren physischen Menschen zugrunde liegt. Der physische Mensch gehört, wie gerade Geisteswissenschaft zeigen kann, mehr als man gewöhnlich annimmt, der Weltentwickelung als solcher an und wird mehr der Gegenstand des nächsten Vortrags im Zusammenhange eben mit der ganzen Weltenentwickelung sein müssen. Auch in bezug auf das eigentliche Wesen des Menschen denkt man heute anders in ernsten Kreisen, auch ernsten wissenschaftlichen Kreisen, als es noch vor einigen Jahrzehnten in der Hochblüte des Materialismus gerade bei den aufgeklärtesten Menschen üblich war. Aber was als Anthroposophie in diesem Vortrage vor Sie hintritt, wird vielleicht stärker als von manchen anderen Seiten gerade von denen zurückgewiesen, die nun auf ihre Art, ich möchte sagen, mit Festhaltung des mehr materialistischen Geistes der Wissenschaft herantreten möchten an das geistig-seelische Element im Menschen. Wir sehen, wie heute die Menschen sich zu interessieren beginnen, die eigentlichen Gründe herauszufinden, warum der Mensch in gewisse abnorme Seelenzustände kommen kann, in denen er Halluzinatorisches, Illusionäres erlebt, in denen er der Suggestion und Autosuggestion zugänglich ist. Für diese abnormen Seelenerscheinungen interessiert man sich aus dem Grunde heute ganz besonders, weil sie ja — ohne daß die in der Seele schlummernden Kräfte, von deren Entwickelung ich gesprochen habe, wirklich entfaltet werden — so, wie man ein äußeres Experiment vollbringt, der Untersuchung unterzogen werden können. Man geht einfach heran an solche Persönlichkeiten, welche in dieser Weise ein abnormes Geistesleben haben, und untersucht die Erscheinungen, wie man im Laboratorium oder im physikalischen Kabinett gewöhnt ist, Versuche zu machen. Diese Persönlichkeiten und manche, die auch nicht den entsprechenden abnormen Seelenzuständen unterliegen, haben sehr häufig den Glauben, daß man gerade durch solche abnorme Seelenzustände, durch visionäres Schauen, durch halluzinatorische Erfahrung irgendwelche Mittel in die Hand bekommen könne, tiefer in die wahre Wesenheit des Menschen einzudringen. Ja, es wird sogar geglaubt, daß man in solchen Zuständen eine Art Offenbarung aus wirklichen geistigen Welten erhalten könne. Wir werden, wenn wir heute vom anthroposophischen Standpunkte aus das menschliche Wesen untersuchen, gerade in der Lage sein, wiederum eine Art Licht zurückzuwerfen auf die Bedeutung dieser abnormen Seelenzustände. Aus der Kritik, die ich gestern gegeben habe, werden Sie von vornherein überzeugt sein können, daß auch diesen Erscheinungen gegenüber anthroposophische Geistesforschung im vollsten Sinne des Wortes kritisch ist.
[ 2 ] Was den Gegenstand des heutigen Vortrags bildet, ist eben der eigentliche menschliche Wesenskern, der ja auch gestaltend, dirigierend dem äußeren physischen Menschen zugrunde liegt. Der physische Mensch gehört, wie gerade Geisteswissenschaft zeigen kann, mehr als man gewöhnlich annimmt, der Weltentwickelung als solcher an und wird mehr der Gegenstand des nächsten Vortrags im Zusammenhange eben mit der ganzen Weltenentwickelung sein müssen. Auch in bezug auf das eigentliche Wesen des Menschen denkt man heute anders in ernsten Kreisen, auch ernsten wissenschaftlichen Kreisen, als es noch vor einigen Jahrzehnten in der Hochblüte des Materialismus gerade bei den aufgeklärtesten Menschen üblich war. Aber was als Anthroposophie in diesem Vortrage vor Sie hintritt, wird vielleicht stärker als von manchen anderen Seiten gerade von denen zurückgewiesen, die nun auf ihre Art, ich möchte sagen, mit Festhaltung des mehr materialistischen Geistes der Wissenschaft herantreten möchten an das geistig-seelische Element im Menschen. Wir sehen, wie heute die Menschen sich zu interessieren beginnen, die eigentlichen Gründe herauszufinden, warum der Mensch in gewisse abnorme Seelenzustände kommen kann, in denen er Halluzinatorisches, Illusionäres erlebt, in denen er der Suggestion und Autosuggestion zugänglich ist. Für diese abnormen Seelenerscheinungen interessiert man sich aus dem Grunde heute ganz besonders, weil sie ja — ohne daß die in der Seele schlummernden Kräfte, von deren Entwickelung ich gesprochen habe, wirklich entfaltet werden — so, wie man ein äußeres Experiment vollbringt, der Untersuchung unterzogen werden können. Man geht einfach heran an solche Persönlichkeiten, welche in dieser Weise ein abnormes Geistesleben haben, und untersucht die Erscheinungen, wie man im Laboratorium oder im physikalischen Kabinett gewöhnt ist, Versuche zu machen. Diese Persönlichkeiten und manche, die auch nicht den entsprechenden abnormen Seelenzuständen unterliegen, haben sehr häufig den Glauben, daß man gerade durch solche abnorme Seelenzustände, durch visionäres Schauen, durch halluzinatorische Erfahrung irgendwelche Mittel in die Hand bekommen könne, tiefer in die wahre Wesenheit des Menschen einzudringen. Ja, es wird sogar geglaubt, daß man in solchen Zuständen eine Art Offenbarung aus wirklichen geistigen Welten erhalten könne. Wir werden, wenn wir heute vom anthroposophischen Standpunkte aus das menschliche Wesen untersuchen, gerade in der Lage sein, wiederum eine Art Licht zurückzuwerfen auf die Bedeutung dieser abnormen Seelenzustände. Aus der Kritik, die ich gestern gegeben habe, werden Sie von vornherein überzeugt sein können, daß auch diesen Erscheinungen gegenüber anthroposophische Geistesforschung im vollsten Sinne des Wortes kritisch ist.
[ 3 ] Eine andere Art von Erscheinung tritt dann auf, wenn gewisse Gedanken von Persönlichkeiten zweifellos unter nicht gewöhnlichen Raumes- und Zeitbedingungen erfahren werden können. Man spricht über diese Fälle ja heute auch schon in ganz ernsten wissenschaftlichen Kreisen. Eine solche Erscheinung ist die Telepathie. Da spricht man davon, daß ohne die gewöhnliche sinnliche Vermittlung die Menschen in gewissen Seelenzuständen für Gedankliches, vielleicht sogar für Gedankliches, das in der Entfernung sich abspielt, eine gewisse Wahrnehmung entfalten zu können. Man spricht von Telekinese, das heißt von gewissen Kräften, die von den Menschen ausgehen können, und die ohne die physische Vermittlung des Menschen, gewissermaßen bloß durch Einwirkung in die Ferne, sich äußern, sich offenbaren, so daß es dann scheint, als ob der Mensch einen Willen entfalten könne ohne die Vermittlung seiner Gliedmaßen, in die Entfernung hin. Ja, man hat auch heute schon in wissenschaftlicher Beziehung Versuche angestellt mit wissenschaftlicher Methodik, welche man einreiht in das Kapitel der Teleplastik, wo an dem Menschen oder in der Nähe des Menschen materienartige Gebilde, Phantome erscheinen, denen man deutlich ansieht, daß sie meinetwillen aus feiner Materie bestehen, aus Ätherischem bestehen, daß ihnen aber plastisch, als eine plastische Gestaltungskraft das eingegliedert ist, was in dem menschlichen Gedanken wurzelt, was in den menschlichen Gedanken vorhanden ist.
[ 3 ] Eine andere Art von Erscheinung tritt dann auf, wenn gewisse Gedanken von Persönlichkeiten zweifellos unter nicht gewöhnlichen Raumes- und Zeitbedingungen erfahren werden können. Man spricht über diese Fälle ja heute auch schon in ganz ernsten wissenschaftlichen Kreisen. Eine solche Erscheinung ist die Telepathie. Da spricht man davon, daß ohne die gewöhnliche sinnliche Vermittlung die Menschen in gewissen Seelenzuständen für Gedankliches, vielleicht sogar für Gedankliches, das in der Entfernung sich abspielt, eine gewisse Wahrnehmung entfalten zu können. Man spricht von Telekinese, das heißt von gewissen Kräften, die von den Menschen ausgehen können, und die ohne die physische Vermittlung des Menschen, gewissermaßen bloß durch Einwirkung in die Ferne, sich äußern, sich offenbaren, so daß es dann scheint, als ob der Mensch einen Willen entfalten könne ohne die Vermittlung seiner Gliedmaßen, in die Entfernung hin. Ja, man hat auch heute schon in wissenschaftlicher Beziehung Versuche angestellt mit wissenschaftlicher Methodik, welche man einreiht in das Kapitel der Teleplastik, wo an dem Menschen oder in der Nähe des Menschen materienartige Gebilde, Phantome erscheinen, denen man deutlich ansieht, daß sie meinetwillen aus feiner Materie bestehen, aus Ätherischem bestehen, daß ihnen aber plastisch, als eine plastische Gestaltungskraft das eingegliedert ist, was in dem menschlichen Gedanken wurzelt, was in den menschlichen Gedanken vorhanden ist.
[ 4 ] Man spricht also von Telepathie, Telekinese, man spricht von Teleplastik. Anthroposophische Geisteswissenschaft muß gegenüber diesen Erscheinungen wiederum die kritische Frage aufwerfen: Rühren diese Erscheinungen wirklich her von dem, wovon gestern gesagt worden ist, daß es im Einschlafen als Gefühls-Willenswesen aus dem physischen und dem Äther- oder Bildekräfteleib des Menschen heraustritt und außerhalb verharrt vom Einschlafen bis zum Aufwachen? Hat man es in dem, was sich als Telepathie im Menschen äußert, als Telekinese, als Teleplastik, hat man es da mit einer Wirkung des ewigen Geistig-Seelischen, dessen, was wir als Gefühls- und Willenswesen kennen gelernt haben, zu tun oder hat man es vielleicht nur mit dem zu tun, was zurückgelassen wird im Bette, wenn der Mensch schläft, was also besteht aus dem physischen Leib und dem ätherischen oder Bildekräfteleib? Wenn man es nur mit dem letzteren zu tun hat, dann mögen diese Erscheinungen einem noch so wunderbar vorkommen, sie mögen noch so absonderlich sein, sie gehören dann zu dem, was mit dem Tode des Menschen verschwindet. Denn mit dem Tode des Menschen verschwindet das, was beim Einschlafen zurückbleibt. Das, was das eigentlich unsterbliche, ewige Wesen des Menschen ist, was im Einschlafen sich herauszieht aus dem physischen und dem Bildekräfteleib, das ist in der Regel dann, wenn diese Erscheinungen der Telepathie, der Teleplastik, der Telekinese auftreten, auch irgendwie unter hypnotischem Einfluß oder dergleichen aus dem physischen und dem Ätherleib heraus entfernt. So daß man sagen muß: Diese sogenannten wunderbaren Erscheinungen können auf nichts hindeuten, was mit dem ewigen Wesenskern des Menschen zusammenhängt. Wenn sie auch noch so wunderbar sind, sie sind gebunden an das, was im Tode sich loslöst und dem Elemente der Erde sich verbindet. Sie können dann nur hinweisen auf eine Welt, die ebenfalls dem Menschen entschwindet, wenn er durch die Pforte des Todes geht. Diesen kritischen Einwand muß also gegenüber einzelnen, heute vielfach schon anerkannten Erscheinungen, anthroposophische Geisteswissenschaft ebenso machen, wie gegenüber denjenigen Erscheinungen, die ich Ihnen gestern erzählt habe, und es wird darauf ankommen, was Anthroposophie zu diesen Erscheinungen zu sagen hat, nachdem sie ihrerseits ihre Forschungen angestellt hat über das, was der wahrhaft ewige Wesenskern des Menschen ist.
[ 4 ] Man spricht also von Telepathie, Telekinese, man spricht von Teleplastik. Anthroposophische Geisteswissenschaft muß gegenüber diesen Erscheinungen wiederum die kritische Frage aufwerfen: Rühren diese Erscheinungen wirklich her von dem, wovon gestern gesagt worden ist, daß es im Einschlafen als Gefühls-Willenswesen aus dem physischen und dem Äther- oder Bildekräfteleib des Menschen heraustritt und außerhalb verharrt vom Einschlafen bis zum Aufwachen? Hat man es in dem, was sich als Telepathie im Menschen äußert, als Telekinese, als Teleplastik, hat man es da mit einer Wirkung des ewigen Geistig-Seelischen, dessen, was wir als Gefühls- und Willenswesen kennen gelernt haben, zu tun oder hat man es vielleicht nur mit dem zu tun, was zurückgelassen wird im Bette, wenn der Mensch schläft, was also besteht aus dem physischen Leib und dem ätherischen oder Bildekräfteleib? Wenn man es nur mit dem letzteren zu tun hat, dann mögen diese Erscheinungen einem noch so wunderbar vorkommen, sie mögen noch so absonderlich sein, sie gehören dann zu dem, was mit dem Tode des Menschen verschwindet. Denn mit dem Tode des Menschen verschwindet das, was beim Einschlafen zurückbleibt. Das, was das eigentlich unsterbliche, ewige Wesen des Menschen ist, was im Einschlafen sich herauszieht aus dem physischen und dem Bildekräfteleib, das ist in der Regel dann, wenn diese Erscheinungen der Telepathie, der Teleplastik, der Telekinese auftreten, auch irgendwie unter hypnotischem Einfluß oder dergleichen aus dem physischen und dem Ätherleib heraus entfernt. So daß man sagen muß: Diese sogenannten wunderbaren Erscheinungen können auf nichts hindeuten, was mit dem ewigen Wesenskern des Menschen zusammenhängt. Wenn sie auch noch so wunderbar sind, sie sind gebunden an das, was im Tode sich loslöst und dem Elemente der Erde sich verbindet. Sie können dann nur hinweisen auf eine Welt, die ebenfalls dem Menschen entschwindet, wenn er durch die Pforte des Todes geht. Diesen kritischen Einwand muß also gegenüber einzelnen, heute vielfach schon anerkannten Erscheinungen, anthroposophische Geisteswissenschaft ebenso machen, wie gegenüber denjenigen Erscheinungen, die ich Ihnen gestern erzählt habe, und es wird darauf ankommen, was Anthroposophie zu diesen Erscheinungen zu sagen hat, nachdem sie ihrerseits ihre Forschungen angestellt hat über das, was der wahrhaft ewige Wesenskern des Menschen ist.
[ 5 ] Nun darf ich vielleicht wiederum darauf aufmerksam machen, daß ja durch jene gedanklichen, meditativen und durch jene Willensübungen, von denen ich gestern und in meinen früheren hiesigen Vorträgen gesprochen habe, ein Zustand herbeigeführt wird im Menschen, und zwar gerade im Gefühls- und Willenswesen des Menschen, der auf der einen Seite dem Schlafzustande ähnlich ist, sich aber doch wiederum von diesem radikal unterscheidet.
[ 5 ] Nun darf ich vielleicht wiederum darauf aufmerksam machen, daß ja durch jene gedanklichen, meditativen und durch jene Willensübungen, von denen ich gestern und in meinen früheren hiesigen Vorträgen gesprochen habe, ein Zustand herbeigeführt wird im Menschen, und zwar gerade im Gefühls- und Willenswesen des Menschen, der auf der einen Seite dem Schlafzustande ähnlich ist, sich aber doch wiederum von diesem radikal unterscheidet.
[ 6 ] Ich habe gestern dargestellt, wie innerlich lebendig durchleuchtet, durchkraftet das sonst bewußtlose, gleichsam abgelähmte Gefühls- und Willenswesen des Menschen wird, wie also der Mensch Zustände dadurch behufs anthroposophischer Forschung herbeiführen kann, wodurch er ebenso mit seinem Gefühls- und Willenswesen außerhalb des physischen Leibes ist, wie er es im Schlafe ist. Aber er ist dann nicht in einer dunklen, finsteren Welt, in einer Welt, die für ihn Bewußtlosigkeit bedingt, er ist in einer Welt geistiger Umgebung. Und für ihn wird vor allen Dingen das erste Objekt, auf das er zurückblicken kann, sein eigener physischer Leib und sein eigener Bildekräfteleib, jener Bildekräfteleib, der aus Gedanken, die man aber als Kräfte wahrnimmt, die Welt zurückspiegelt zu dem Wesenskern des Menschen, der aus diesem physischen und Bildekräfteleib herausgetreten ist. Die Gedankenwelt, die man früher mit sich verbunden hatte, sie wird gewissermaßen von dem zurückgebliebenen physischen Leib zurückgespiegelt, und man erlangt ein Bild der Welt jetzt nicht dadurch, daß sich bloß in den Sinnesorganen, wie etwa im Auge, die äußere Welt spiegelt und so die physische Welt bewußt erfahren wird, sondern man erlangt ein Bild der geistigen Grundlage der Welt dadurch, daß gewissermaßen der ganze menschliche Organismus zu einer Art von einzigem, totalem Sinnesorgan wird, das aber jetzt, wie ein anderes Objekt, außerhalb des Menschen ist.
[ 6 ] Ich habe gestern dargestellt, wie innerlich lebendig durchleuchtet, durchkraftet das sonst bewußtlose, gleichsam abgelähmte Gefühls- und Willenswesen des Menschen wird, wie also der Mensch Zustände dadurch behufs anthroposophischer Forschung herbeiführen kann, wodurch er ebenso mit seinem Gefühls- und Willenswesen außerhalb des physischen Leibes ist, wie er es im Schlafe ist. Aber er ist dann nicht in einer dunklen, finsteren Welt, in einer Welt, die für ihn Bewußtlosigkeit bedingt, er ist in einer Welt geistiger Umgebung. Und für ihn wird vor allen Dingen das erste Objekt, auf das er zurückblicken kann, sein eigener physischer Leib und sein eigener Bildekräfteleib, jener Bildekräfteleib, der aus Gedanken, die man aber als Kräfte wahrnimmt, die Welt zurückspiegelt zu dem Wesenskern des Menschen, der aus diesem physischen und Bildekräfteleib herausgetreten ist. Die Gedankenwelt, die man früher mit sich verbunden hatte, sie wird gewissermaßen von dem zurückgebliebenen physischen Leib zurückgespiegelt, und man erlangt ein Bild der Welt jetzt nicht dadurch, daß sich bloß in den Sinnesorganen, wie etwa im Auge, die äußere Welt spiegelt und so die physische Welt bewußt erfahren wird, sondern man erlangt ein Bild der geistigen Grundlage der Welt dadurch, daß gewissermaßen der ganze menschliche Organismus zu einer Art von einzigem, totalem Sinnesorgan wird, das aber jetzt, wie ein anderes Objekt, außerhalb des Menschen ist.
[ 7 ] Dieses außerhalb des Menschen befindliche Wesen, das lernt der Mensch allmählich kennen, wenn er immer weiter und weiter in anthroposophischer Forschung vorrückt, innerlich immer kräftiger und kräftiger wird. Ich habe schon gesagt: Von allem, was der Mensch erleben kann als Visionär, als jemand, der halluziniert, als jemand, der überhaupt in abnormen Seelenzuständen ist, unterscheidet sich dieser Zustand, in den sich der anthroposophische Geistesforscher bringt, dadurch, daß er immer die Möglichkeit hat, sein gesundes, besonnenes Bewußtsein neben dem Schauen der höheren Welt zu behalten. Es tritt wirklich für den Menschen nun etwas ein, das man nennen kann ein Hin- und Herpendeln, ein Hin- und Herschwingen zwischen dem Schauen der geistigen Welt und dem Schauen der physischen Welt. Das heißt, der Mensch kann abwechselnd außer seinem physischen Leibe sein und in der Weise beobachten, wie ich es eben gesagt habe; er kann aber auch wiederum ın ihm zu voller Bewußtheit, zum gewöhnlichen Denken, Fühlen und Wollen zurückkehren und das Erlebte beurteilen mit dem gewöhnlichen Denken, Fühlen und Wollen, mit der gewöhnlichen gesunden Besonnenheit, mit der er sonst das äußere Sinnenleben und das gewöhnliche Leben überhaupt beurteilt. So daß der Mensch völlig kritisch, mit derjenigen Kritik, die er sich nur heranerzogen hat im Leben, dem gegenüberstehen kann, was er in dieser Weise erforscht, was vor ihm als ein höheres Erlebnis der Seele auftritt.
[ 7 ] Dieses außerhalb des Menschen befindliche Wesen, das lernt der Mensch allmählich kennen, wenn er immer weiter und weiter in anthroposophischer Forschung vorrückt, innerlich immer kräftiger und kräftiger wird. Ich habe schon gesagt: Von allem, was der Mensch erleben kann als Visionär, als jemand, der halluziniert, als jemand, der überhaupt in abnormen Seelenzuständen ist, unterscheidet sich dieser Zustand, in den sich der anthroposophische Geistesforscher bringt, dadurch, daß er immer die Möglichkeit hat, sein gesundes, besonnenes Bewußtsein neben dem Schauen der höheren Welt zu behalten. Es tritt wirklich für den Menschen nun etwas ein, das man nennen kann ein Hin- und Herpendeln, ein Hin- und Herschwingen zwischen dem Schauen der geistigen Welt und dem Schauen der physischen Welt. Das heißt, der Mensch kann abwechselnd außer seinem physischen Leibe sein und in der Weise beobachten, wie ich es eben gesagt habe; er kann aber auch wiederum ın ihm zu voller Bewußtheit, zum gewöhnlichen Denken, Fühlen und Wollen zurückkehren und das Erlebte beurteilen mit dem gewöhnlichen Denken, Fühlen und Wollen, mit der gewöhnlichen gesunden Besonnenheit, mit der er sonst das äußere Sinnenleben und das gewöhnliche Leben überhaupt beurteilt. So daß der Mensch völlig kritisch, mit derjenigen Kritik, die er sich nur heranerzogen hat im Leben, dem gegenüberstehen kann, was er in dieser Weise erforscht, was vor ihm als ein höheres Erlebnis der Seele auftritt.
[ 8 ] Dieses Abwechseln zwischen den Zuständen, das ist bei abnormen Seelenzuständen nicht vorhanden. Der Visionär, der Halluzinant hat nicht die Möglichkeit, durch seinen gesunden besonnenen Willen willkürlich wiederum zurückzukehren, wann er eben es für richtig hält, zu seiner gewöhnlichen Besonnenheit, das heißt in seinen gewöhnlichen Körper. Es ist etwas Unwillkürliches, etwas Unterbewußtes, was ihn in diesen abnormen Zuständen zum Halluzinieren, zur Vision bringt, und gerade diese Kritiklosigkeit gegenüber den abnormen Zuständen ist es, auf die immer wieder und wieder hingewiesen werden muß, wenn das, was anthroposophische Geistesforschung hervorbringt, nun auch zusammengeworfen wird mit dem, was eben dem Halluzinatorischen, dem visionären Wesen angehört.
[ 8 ] Dieses Abwechseln zwischen den Zuständen, das ist bei abnormen Seelenzuständen nicht vorhanden. Der Visionär, der Halluzinant hat nicht die Möglichkeit, durch seinen gesunden besonnenen Willen willkürlich wiederum zurückzukehren, wann er eben es für richtig hält, zu seiner gewöhnlichen Besonnenheit, das heißt in seinen gewöhnlichen Körper. Es ist etwas Unwillkürliches, etwas Unterbewußtes, was ihn in diesen abnormen Zuständen zum Halluzinieren, zur Vision bringt, und gerade diese Kritiklosigkeit gegenüber den abnormen Zuständen ist es, auf die immer wieder und wieder hingewiesen werden muß, wenn das, was anthroposophische Geistesforschung hervorbringt, nun auch zusammengeworfen wird mit dem, was eben dem Halluzinatorischen, dem visionären Wesen angehört.
[ 9 ] Indem man aber auf diese Weise hin- und herschwingt zwischen dem übersinnlichen Schauen und dem gewöhnlichen Bewußtseinszustande, gelangt man immer mehr und mehr dazu, mit den Kräften, die man im Gefühls- und Willenswesen sich ausgebildet hat, zurückzuschauen auf das, was als physischer Leib und als Ätherleib oder Bildekräfteleib objektiv nunmehr außer dem geistig-seelischen Wesenskern des Menschen ist. Und man lernt, indem man sich emporgerungen hat zum imaginativen Bewußtsein, nun wirklich das, was man so vor sich hat, als ein Bild einer anderen Welt kennen. Und das ist das Wichtige, daß man durch imaginatives und durch inspiriertes Erkennen, wie ich es beschrieben habe in den letzten Tagen, beurteilen lernt, was das eigentlich ist, was man da nunmehr von außen als physischen und Bildekräfteleib ansieht. Es ist so, wenn ich mich eines Vergleiches bedienen darf, wie wenn jemand ein Bild zunächst vor sich hat und durch Kenntnis der Perspektive aus diesem Bilde heraus die entsprechende Wirklichkeit, die es abbilden soll, kennenlernt. Nur daß dasjenige, was man auf diese Weise aus einem gewöhnlichen Bilde als die entsprechende Wirklichkeit kennenlernt, eben doch nur ein inneres seelisches Erlebnis ist, währenddem die Perspektive, zu der sich bei fortschreitender Geistesforschung dieser objektive physische Leib, dieser objektive Bildekräfteleib erweitert, doch ein Tatsachenerlebnis ist. Man lernt nämlich erkennen, daß in diesem physischen Leib und in diesem Bildekräfteleib dasjenige enthalten ist, und zwar im Abbilde enthalten ist, was der Mensch war, bevor er durch die Geburt oder sagen wir durch die Empfängnis in die physische Welt heruntergestiegen ist. Es löst sich los gewissermaßen aus demjenigen, was man vor sich hat, das, was die Perspektive zurück in die geistig-seelische Welt hineingibt, die man durchgemacht hat, bevor man durch Konzeption und Geburt sich vereinigt hat mit der physischen Materie, die man durch Eltern und Voreltern, durch die physischen Vererbungsströmungen auf der Erde empfangen hat. Und aufgeschlossen wird für die Anschauung das, was die geistig-seelische Umgebung des Menschen war, bevor er in das Erdendasein heruntergestiegen ist, aufgeschlossen wird diejenige Welt, in der die Kräfte sind, die der Mensch eingegliedert hat in die physische Form, die ihm von Eltern und Voreltern übergeben worden ist.
[ 9 ] Indem man aber auf diese Weise hin- und herschwingt zwischen dem übersinnlichen Schauen und dem gewöhnlichen Bewußtseinszustande, gelangt man immer mehr und mehr dazu, mit den Kräften, die man im Gefühls- und Willenswesen sich ausgebildet hat, zurückzuschauen auf das, was als physischer Leib und als Ätherleib oder Bildekräfteleib objektiv nunmehr außer dem geistig-seelischen Wesenskern des Menschen ist. Und man lernt, indem man sich emporgerungen hat zum imaginativen Bewußtsein, nun wirklich das, was man so vor sich hat, als ein Bild einer anderen Welt kennen. Und das ist das Wichtige, daß man durch imaginatives und durch inspiriertes Erkennen, wie ich es beschrieben habe in den letzten Tagen, beurteilen lernt, was das eigentlich ist, was man da nunmehr von außen als physischen und Bildekräfteleib ansieht. Es ist so, wenn ich mich eines Vergleiches bedienen darf, wie wenn jemand ein Bild zunächst vor sich hat und durch Kenntnis der Perspektive aus diesem Bilde heraus die entsprechende Wirklichkeit, die es abbilden soll, kennenlernt. Nur daß dasjenige, was man auf diese Weise aus einem gewöhnlichen Bilde als die entsprechende Wirklichkeit kennenlernt, eben doch nur ein inneres seelisches Erlebnis ist, währenddem die Perspektive, zu der sich bei fortschreitender Geistesforschung dieser objektive physische Leib, dieser objektive Bildekräfteleib erweitert, doch ein Tatsachenerlebnis ist. Man lernt nämlich erkennen, daß in diesem physischen Leib und in diesem Bildekräfteleib dasjenige enthalten ist, und zwar im Abbilde enthalten ist, was der Mensch war, bevor er durch die Geburt oder sagen wir durch die Empfängnis in die physische Welt heruntergestiegen ist. Es löst sich los gewissermaßen aus demjenigen, was man vor sich hat, das, was die Perspektive zurück in die geistig-seelische Welt hineingibt, die man durchgemacht hat, bevor man durch Konzeption und Geburt sich vereinigt hat mit der physischen Materie, die man durch Eltern und Voreltern, durch die physischen Vererbungsströmungen auf der Erde empfangen hat. Und aufgeschlossen wird für die Anschauung das, was die geistig-seelische Umgebung des Menschen war, bevor er in das Erdendasein heruntergestiegen ist, aufgeschlossen wird diejenige Welt, in der die Kräfte sind, die der Mensch eingegliedert hat in die physische Form, die ihm von Eltern und Voreltern übergeben worden ist.
[ 10 ] Man lernt sich jetzt kennen im präexistenten Zustande, und das Eigentümliche, das da auftritt, das ist, daß man tatsächlich in diesem Tableau, das die präexistente Wesenheit des Menschen darstellt, die Welt im Grunde umgekehrt sieht im Verhältnis zu einer physischen Perspektive. Im Verhältnis zu einer physischen Perspektive ist es so, daß man die nächsten Gegenstände deutlich sieht, und daß eben in demselben Maße, in dem die Gegenstände weiter entfernt liegen, die Dinge ungenauer werden. Es liegt das wiederum im Wesen des perspektivischen Schauens in der Raumeswelt. In derjenigen Perspektive, die einem jetzt aufsteigt aus dem zurückgebliebenen Menschenwesen, in der ist es umgekehrt. Was nahe ist dem physischen Erdenleben, das steht nahe auch dem gegenwärtigen Erleben, und der Mensch kennt ja sein Inneres im physischen Erdenleben nicht. Es ist sein physisches Erdenleben etwas, das ihm seinen ewigen Wesenskern verdunkelt. Dieses Nächste, das wird nun nicht am frühesten geistig sichtbar, wenn man also in die präexistente Welt hineinschaut, sondern es wird zuerst das Fernere sichtbar. Und wenn man aufgestiegen ist durch die drei Stufen, die man durch Übungen als höhere Erkenntnisstufen in sich ausbilden kann in dem Sinne, wie ich es in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben habe, so gelangt man tatsächlich durch Imagination, Inspiration und Intuition dazu, ein geschlossenes, geistig-seelisches Weltenbild zu erhalten, das einen zurückführt bis zu einem vorigen Erdenleben.
[ 10 ] Man lernt sich jetzt kennen im präexistenten Zustande, und das Eigentümliche, das da auftritt, das ist, daß man tatsächlich in diesem Tableau, das die präexistente Wesenheit des Menschen darstellt, die Welt im Grunde umgekehrt sieht im Verhältnis zu einer physischen Perspektive. Im Verhältnis zu einer physischen Perspektive ist es so, daß man die nächsten Gegenstände deutlich sieht, und daß eben in demselben Maße, in dem die Gegenstände weiter entfernt liegen, die Dinge ungenauer werden. Es liegt das wiederum im Wesen des perspektivischen Schauens in der Raumeswelt. In derjenigen Perspektive, die einem jetzt aufsteigt aus dem zurückgebliebenen Menschenwesen, in der ist es umgekehrt. Was nahe ist dem physischen Erdenleben, das steht nahe auch dem gegenwärtigen Erleben, und der Mensch kennt ja sein Inneres im physischen Erdenleben nicht. Es ist sein physisches Erdenleben etwas, das ihm seinen ewigen Wesenskern verdunkelt. Dieses Nächste, das wird nun nicht am frühesten geistig sichtbar, wenn man also in die präexistente Welt hineinschaut, sondern es wird zuerst das Fernere sichtbar. Und wenn man aufgestiegen ist durch die drei Stufen, die man durch Übungen als höhere Erkenntnisstufen in sich ausbilden kann in dem Sinne, wie ich es in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben habe, so gelangt man tatsächlich durch Imagination, Inspiration und Intuition dazu, ein geschlossenes, geistig-seelisches Weltenbild zu erhalten, das einen zurückführt bis zu einem vorigen Erdenleben.
[ 11 ] Wie eine physische Perspektive begrenzt ist in der Ferne, so ist durch ein zurückliegendes Erdenleben, das sich einem durch Intuition erschließt, dasjenige begrenzt, was man als das Bild der Welt bekommt, die man im präexistenten Zustand durchlebt hat. Es ist weder irgend etwas Phantastisches, noch irgend etwas logisch Erschlossenes, wenn in anthroposophischer Geisteswissenschaft gesprochen wird von den wiederholten Erdenleben, sondern es ist etwas durch Erkenntnis Errungenes, etwas, was sich dem wirklichen geistigen Schauen darstellt. Dieses geistige Schauen muß allerdings erst aus den Tiefen des seelischen Wesens hervorgeholt werden. Man erlangt dann eine positive Erkenntnis davon, daß in dem physischen Leib des Menschen und in dem ätherischen oder Bildekräfteleib des Menschen sich eingestaltet, eingebildet haben diejenigen Wesenskräfte, die im Menschen waren in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.
[ 11 ] Wie eine physische Perspektive begrenzt ist in der Ferne, so ist durch ein zurückliegendes Erdenleben, das sich einem durch Intuition erschließt, dasjenige begrenzt, was man als das Bild der Welt bekommt, die man im präexistenten Zustand durchlebt hat. Es ist weder irgend etwas Phantastisches, noch irgend etwas logisch Erschlossenes, wenn in anthroposophischer Geisteswissenschaft gesprochen wird von den wiederholten Erdenleben, sondern es ist etwas durch Erkenntnis Errungenes, etwas, was sich dem wirklichen geistigen Schauen darstellt. Dieses geistige Schauen muß allerdings erst aus den Tiefen des seelischen Wesens hervorgeholt werden. Man erlangt dann eine positive Erkenntnis davon, daß in dem physischen Leib des Menschen und in dem ätherischen oder Bildekräfteleib des Menschen sich eingestaltet, eingebildet haben diejenigen Wesenskräfte, die im Menschen waren in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.
[ 12 ] Das erklärt mit, daß man sich hereinentwickelt hat aus einer geistigen Welt in die physische. Und in den physischen Leib, den man an sich gewissermaßen als Werkzeug, nicht bloß als Umhüllung trägt, und in den Bildekräfteleib, der die lebendigen Kräfte enthält, die den Organen, dem Stoffwechsel, dem Wachstum zugrunde liegen, in diesen physischen Leib und Ätherleib, der dann für das geistige Schauen als Objektivität vor uns erscheint, ist hineingebildet der Wesenskern der Seele, wie er sich seit dem letzten Tode bis zu dieser Geburt durch eine geistig-seelische Welt hindurch entwickelt hat. Man lernt das, was der Mensch zurückläßt, wenn er sich als Gefühls-Willenswesen herausbegibt aus seinem physischen und Ätherleib, gewissermaßen als das letzte kennen, zu dem sich der Mensch sehnend aus der geistigen Welt hingeneigt hat, nachdem er gewissermaßen in der geistigen Welt alt geworden und der geistigen Welt abgestorben ist in dem Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt. So wie der Mensch seinen physischen Leib welk werden findet in einem gewissen Alter, wenn er dem Alterstode entgegengeht, so findet der Mensch in der geistigen Welt dasjenige geistig-seelische Wesen, in dem er sich dann befindet, abwelkend.
[ 12 ] Das erklärt mit, daß man sich hereinentwickelt hat aus einer geistigen Welt in die physische. Und in den physischen Leib, den man an sich gewissermaßen als Werkzeug, nicht bloß als Umhüllung trägt, und in den Bildekräfteleib, der die lebendigen Kräfte enthält, die den Organen, dem Stoffwechsel, dem Wachstum zugrunde liegen, in diesen physischen Leib und Ätherleib, der dann für das geistige Schauen als Objektivität vor uns erscheint, ist hineingebildet der Wesenskern der Seele, wie er sich seit dem letzten Tode bis zu dieser Geburt durch eine geistig-seelische Welt hindurch entwickelt hat. Man lernt das, was der Mensch zurückläßt, wenn er sich als Gefühls-Willenswesen herausbegibt aus seinem physischen und Ätherleib, gewissermaßen als das letzte kennen, zu dem sich der Mensch sehnend aus der geistigen Welt hingeneigt hat, nachdem er gewissermaßen in der geistigen Welt alt geworden und der geistigen Welt abgestorben ist in dem Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt. So wie der Mensch seinen physischen Leib welk werden findet in einem gewissen Alter, wenn er dem Alterstode entgegengeht, so findet der Mensch in der geistigen Welt dasjenige geistig-seelische Wesen, in dem er sich dann befindet, abwelkend.
[ 13 ] Dieses Abwelken gibt sich kund in der Sehnsucht nach der physischen Welt, nach leiblich-physischer Verkörperung. Und so ist das, was im physischen Leib des Menschen lebt, was im Ätherleib lebt, gewissermaßen die letzte Phase des Lebens oben in der geistigen Welt. Wir lassen unsere Vergangenheit zurück, wenn wir im Schlafe als Gefühls-Willenswesen aus unserem physischen Leib heraustreten. Und was nehmen wir dann mit? Indem wir uns klar werden, daß wir unsere Vergangenheit zurücklassen, werden wir uns auch klar, daß das, was wir vom Einschlafen bis zum Aufwachen für das gewöhnliche Bewußtsein bewußtlos erleben, dasjenige im Menschen ist, was nun durch die Pforte des Todes geht, und neuerdings in eine geistig-seelische Welt sich hineinbegibt. Der Teil der menschlichen Wesenheit, der nicht im physischen Leib und im Ätherleib untertauchen konnte, der gewissermaßen übrigbleibt, der geht jede Nacht beim Einschlafen heraus und geht als Gefühls- und Willenswesen nun auch wiederum durch die Pforte des Todes. So wird die Ewigkeit dem Menschen verbürgt durch diese wirkliche Anschauung.
[ 13 ] Dieses Abwelken gibt sich kund in der Sehnsucht nach der physischen Welt, nach leiblich-physischer Verkörperung. Und so ist das, was im physischen Leib des Menschen lebt, was im Ätherleib lebt, gewissermaßen die letzte Phase des Lebens oben in der geistigen Welt. Wir lassen unsere Vergangenheit zurück, wenn wir im Schlafe als Gefühls-Willenswesen aus unserem physischen Leib heraustreten. Und was nehmen wir dann mit? Indem wir uns klar werden, daß wir unsere Vergangenheit zurücklassen, werden wir uns auch klar, daß das, was wir vom Einschlafen bis zum Aufwachen für das gewöhnliche Bewußtsein bewußtlos erleben, dasjenige im Menschen ist, was nun durch die Pforte des Todes geht, und neuerdings in eine geistig-seelische Welt sich hineinbegibt. Der Teil der menschlichen Wesenheit, der nicht im physischen Leib und im Ätherleib untertauchen konnte, der gewissermaßen übrigbleibt, der geht jede Nacht beim Einschlafen heraus und geht als Gefühls- und Willenswesen nun auch wiederum durch die Pforte des Todes. So wird die Ewigkeit dem Menschen verbürgt durch diese wirkliche Anschauung.
[ 14 ] Und sehen wir jetzt auf das zurück, was von einer gewissen, im Äußerlichen gebliebenen Wissenschaft heute unbegreiflicherweise angestrebt wird für die Erkenntnis durch die Untersuchung von Erscheinungen wie Telepathie, Teleplastik, Telekinese, dann sieht man, daß diese Erscheinungen tatsächlich gebunden sind an das, was des Menschen Vergangenheit darstellt, was mit seinem Tode zugrunde geht, was also nicht etwas darstellen kann von der wirklichen übersinnlichen Welt, sondern nur von den Kräften, die in dieser sinnlichen Erdenwelt mit dem Menschen verbunden sind.
[ 14 ] Und sehen wir jetzt auf das zurück, was von einer gewissen, im Äußerlichen gebliebenen Wissenschaft heute unbegreiflicherweise angestrebt wird für die Erkenntnis durch die Untersuchung von Erscheinungen wie Telepathie, Teleplastik, Telekinese, dann sieht man, daß diese Erscheinungen tatsächlich gebunden sind an das, was des Menschen Vergangenheit darstellt, was mit seinem Tode zugrunde geht, was also nicht etwas darstellen kann von der wirklichen übersinnlichen Welt, sondern nur von den Kräften, die in dieser sinnlichen Erdenwelt mit dem Menschen verbunden sind.
[ 15 ] Stellen wir uns einmal das lebendig vor, was aus unserer präexistenten Wesenheit durch die Konzeption und Geburt heruntersteigt zur physischen Verkörperung, so werden wir es ja begreiflich finden, daß das nun in sich aufnimmt, in seine Gestaltung einbezieht diejenigen Kräfte und Materien, welche durch die Vererbungsströmung übergeben werden, aber auch jene, die aufgenommen werden im Laufe des Lebens mit den Nahrungsmitteln, mit der Atmung, mit alledem, was der Mensch von der äußeren Welt empfängt. Denn der Mensch ist in seiner vollen Innerlichkeit doch nur in dem Wesen, das aus dem präexistenten Dasein heruntergeht zur physischen Verkörperung. Er gliedert sich ein, er umhüllt sich mit physischer Materie schon im Mutterleibe, dann später durch Atmung, durch Nahrungsaufnahme und so weiter.
[ 15 ] Stellen wir uns einmal das lebendig vor, was aus unserer präexistenten Wesenheit durch die Konzeption und Geburt heruntersteigt zur physischen Verkörperung, so werden wir es ja begreiflich finden, daß das nun in sich aufnimmt, in seine Gestaltung einbezieht diejenigen Kräfte und Materien, welche durch die Vererbungsströmung übergeben werden, aber auch jene, die aufgenommen werden im Laufe des Lebens mit den Nahrungsmitteln, mit der Atmung, mit alledem, was der Mensch von der äußeren Welt empfängt. Denn der Mensch ist in seiner vollen Innerlichkeit doch nur in dem Wesen, das aus dem präexistenten Dasein heruntergeht zur physischen Verkörperung. Er gliedert sich ein, er umhüllt sich mit physischer Materie schon im Mutterleibe, dann später durch Atmung, durch Nahrungsaufnahme und so weiter.
[ 16 ] Was der Mensch sich da eingliedert, das kommt in ein Verhältnis zu dem eigentlichen Wesen des Menschen nur im Normalzustande, durch jene Vermittlung, welche der physische Leib und der Ätherleib mit dem Gefühls-Willenswesen des Menschen im Wachzustand haben. Da ist ein normaler Zusammenhang zwischen dem Gefühls-Willenswesen des Menschen und seiner an den Bildekräfteleib, wie wir gesehen haben, gebundenen Gedankenkraft, wie auch mit dem physischen Leib vorhanden.
[ 16 ] Was der Mensch sich da eingliedert, das kommt in ein Verhältnis zu dem eigentlichen Wesen des Menschen nur im Normalzustande, durch jene Vermittlung, welche der physische Leib und der Ätherleib mit dem Gefühls-Willenswesen des Menschen im Wachzustand haben. Da ist ein normaler Zusammenhang zwischen dem Gefühls-Willenswesen des Menschen und seiner an den Bildekräfteleib, wie wir gesehen haben, gebundenen Gedankenkraft, wie auch mit dem physischen Leib vorhanden.
[ 17 ] Nehmen wir nun an, durch das Versetzen des Menschen in einen hypnotischen Zustand wird das Gefühls- und Willenswesen aus dem physischen und dem Ätherleib herausgeholt. Wir haben dann den Menschen, den hypnotisierten Menschen vor uns als einen bloßen Bildekräfteleib und physischen Leib mit all demjenigen, was er nun an physischen Stoffen und an physischen Kräften von der irdischen Außenwelt aufgenommen hat. Diese physischen Stoffe haben nun allerlei Wechselverhältnisse mit der Umgebung; die tragen sie in den Menschen hinein. Was aus diesen Stoffen selber wirken kann, das tritt in die Erscheinung, wenn das GefühlsWillenswesen aus dem physischen Leib und aus dem Ätherleib heraus ist. Wir haben es also eigentlich — das zeigt anthroposophische Forschung — nicht mit irgend etwas zu tun, was zum ewigen Wesenskern des Menschen gehört, sondern was in diesen ewigen Wesenskern, aber in der Vergangenheit, eingegliedert wird aus der äußeren Welt. Dasselbe kann eintreten, wenn der Mensch irgendwelchen krankhaften Zuständen unterliegt. Im normalen Zustande empfindet der Mensch irgendein krankes Organ durch Schmerz, durch Übelsein oder dergleichen. Das ist dann der Fall, wenn in der richtigen Weise verbunden ist das Gefühls-Willenswesen mit dem physischen Leib und dem Ätherleib. Wenn aber irgendwie der physische Leib des Menschen oder auch der ätherische Leib durch Krankheit weitgehend deformiert ist, so taucht nun durch die Erkrankung irgendeines Organs, irgendeines inneren Gliedes das Geistig-Seelische, das Gefühls-Willenswesen des Menschen tiefer hinein in die animalische, in die physische Natur, als das im normalen Bewußtsein der Fall ist, wo wie spiegelnd zurückgeworfen werden nur die Erinnerungen. Der Mensch taucht bei gesunden Organen nur bis zu einem gewissen Grade unter in seinen physischen Leib. Sind aber die Organe irgendwie krank — oftmals nur bei einem kranken Organ —, so taucht der Mensch mit seinem geistig-seelischen Wesen nicht bloß, wenn die Erkrankung die entsprechende Form annimmt, bis zur Schmerzempfindung unter, sondern er taucht tiefer unter. Er verbindet sich mit seinem geistig-seelischen Wesen mit dem Organismus. Während der Mensch sonst nur seinen Sinnen nach und seinem Nervensystem nach mit seinem Gefühls-Willenswesen verbunden ist, wird er nun mit den niederen animalischen Organen und mit den vegetativen Organen verbunden und gelangt dadurch zu den unfreien Zuständen des Halluzinierens, des visionären Erlebens. Man sieht, daß das Halluzinieren, das visionäre Erleben ebenso wie die anderen Zustände durchaus an den physischen und an den ätherischen Leib des Menschen gebunden sind, daß sie also nur Erlebnisse darstellen können, die mit dem Tod des Menschen verschwinden, die nicht aufklären können über die übersinnliche Welt, in der sich der Mensch befindet zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Allerdings ist das eine richtig und durch Untersuchungen gesichert, daß es auch möglich ist, daß der Mensch Gedankenhaftes von einer gewissen Bedeutung im medialen, im mediumistischen Zustande wahrnimmt, so daß man manchmal erstaunt sein kann darüber, welche dem Menschen im gewöhnlichen Bewußtsein unmöglichen, genialischen Gedanken aus der Trance, also auch aus einer Art hypnotischem Zustand heraus kommen.
[ 17 ] Nehmen wir nun an, durch das Versetzen des Menschen in einen hypnotischen Zustand wird das Gefühls- und Willenswesen aus dem physischen und dem Ätherleib herausgeholt. Wir haben dann den Menschen, den hypnotisierten Menschen vor uns als einen bloßen Bildekräfteleib und physischen Leib mit all demjenigen, was er nun an physischen Stoffen und an physischen Kräften von der irdischen Außenwelt aufgenommen hat. Diese physischen Stoffe haben nun allerlei Wechselverhältnisse mit der Umgebung; die tragen sie in den Menschen hinein. Was aus diesen Stoffen selber wirken kann, das tritt in die Erscheinung, wenn das GefühlsWillenswesen aus dem physischen Leib und aus dem Ätherleib heraus ist. Wir haben es also eigentlich — das zeigt anthroposophische Forschung — nicht mit irgend etwas zu tun, was zum ewigen Wesenskern des Menschen gehört, sondern was in diesen ewigen Wesenskern, aber in der Vergangenheit, eingegliedert wird aus der äußeren Welt. Dasselbe kann eintreten, wenn der Mensch irgendwelchen krankhaften Zuständen unterliegt. Im normalen Zustande empfindet der Mensch irgendein krankes Organ durch Schmerz, durch Übelsein oder dergleichen. Das ist dann der Fall, wenn in der richtigen Weise verbunden ist das Gefühls-Willenswesen mit dem physischen Leib und dem Ätherleib. Wenn aber irgendwie der physische Leib des Menschen oder auch der ätherische Leib durch Krankheit weitgehend deformiert ist, so taucht nun durch die Erkrankung irgendeines Organs, irgendeines inneren Gliedes das Geistig-Seelische, das Gefühls-Willenswesen des Menschen tiefer hinein in die animalische, in die physische Natur, als das im normalen Bewußtsein der Fall ist, wo wie spiegelnd zurückgeworfen werden nur die Erinnerungen. Der Mensch taucht bei gesunden Organen nur bis zu einem gewissen Grade unter in seinen physischen Leib. Sind aber die Organe irgendwie krank — oftmals nur bei einem kranken Organ —, so taucht der Mensch mit seinem geistig-seelischen Wesen nicht bloß, wenn die Erkrankung die entsprechende Form annimmt, bis zur Schmerzempfindung unter, sondern er taucht tiefer unter. Er verbindet sich mit seinem geistig-seelischen Wesen mit dem Organismus. Während der Mensch sonst nur seinen Sinnen nach und seinem Nervensystem nach mit seinem Gefühls-Willenswesen verbunden ist, wird er nun mit den niederen animalischen Organen und mit den vegetativen Organen verbunden und gelangt dadurch zu den unfreien Zuständen des Halluzinierens, des visionären Erlebens. Man sieht, daß das Halluzinieren, das visionäre Erleben ebenso wie die anderen Zustände durchaus an den physischen und an den ätherischen Leib des Menschen gebunden sind, daß sie also nur Erlebnisse darstellen können, die mit dem Tod des Menschen verschwinden, die nicht aufklären können über die übersinnliche Welt, in der sich der Mensch befindet zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Allerdings ist das eine richtig und durch Untersuchungen gesichert, daß es auch möglich ist, daß der Mensch Gedankenhaftes von einer gewissen Bedeutung im medialen, im mediumistischen Zustande wahrnimmt, so daß man manchmal erstaunt sein kann darüber, welche dem Menschen im gewöhnlichen Bewußtsein unmöglichen, genialischen Gedanken aus der Trance, also auch aus einer Art hypnotischem Zustand heraus kommen.
[ 18 ] Spricht das aber gegen das eben Gesagte? Es spricht nicht dagegen, aus dem Grunde, weil nicht nur der physische Leib gewissermaßen in den Raum hinein ohne physische Vermittlung in der angeführten Weise wirken kann, sondern auch der Bildekräfteleib. Nun kommt es aber vor, daß sogar ganz normale Menschen, aber namentlich solche Menschen, welche gewisse geniale Anlagen haben, etwas in sich an Gedanken, an Phantasiebildern erzeugen, das nicht im Bildekräfteleib sich erschöpft, sondern das, weil es über das normale Leben des Menschen hinausgeht, auch über den Menschen hinaus, gewissermaßen über seine Haut hinaus in dem allgemeinen Weltenäther wirkt, den wir in dem nächsten Vortrag kennenlernen werden.
[ 18 ] Spricht das aber gegen das eben Gesagte? Es spricht nicht dagegen, aus dem Grunde, weil nicht nur der physische Leib gewissermaßen in den Raum hinein ohne physische Vermittlung in der angeführten Weise wirken kann, sondern auch der Bildekräfteleib. Nun kommt es aber vor, daß sogar ganz normale Menschen, aber namentlich solche Menschen, welche gewisse geniale Anlagen haben, etwas in sich an Gedanken, an Phantasiebildern erzeugen, das nicht im Bildekräfteleib sich erschöpft, sondern das, weil es über das normale Leben des Menschen hinausgeht, auch über den Menschen hinaus, gewissermaßen über seine Haut hinaus in dem allgemeinen Weltenäther wirkt, den wir in dem nächsten Vortrag kennenlernen werden.
[ 19 ] Man kann schon davon sprechen, daß in dem allgemeinen Weltenäther das fortschwingt, was zum Beispiel als künstlerische Gedanken über das normale Menschenleben hinaus in einem — wenn ich mich des Ausdrucks bedienen darf — übermenschlichen Erleben und Gestalten vorkommt. Es gibt solche herumschwirrenden Gedanken. Und gerade wer sich durch Meditation, durch diejenigen Willensübungen, von denen ich gestern und am vorhergehenden Tage gesprochen habe, dazu vorbereitet hat, der weiß, daß der Mensch nicht nur das in der Welt bewirkt, was er durch seine physischen Leistungen bewirkt. Er weiß, daß die Gedanken, die nicht notwendig sind zu der Aufrechterhaltung des individuellen Lebens — dazu sind Gedanken notwendig, die sich dann zu Wachstumskräften umbilden —, sich dem allgemeinen Weltenäther mitteilen. Und wenn dann der Ätherleib des Menschen in einer Art pathologischen Zustands ist, wenn er deformiert ist oder durch den Trancezustand mediumistisch wird, dann kann allerdings das, was in den normalen Zustand des Menschen nicht hereindringt, die herumschwirrende Gedankenwelt, gerade in den entgeisteten und in den entseelten Menschen, der sich als ein Medium kundgibt, hereindringen. Und wenn nun zum Beispiel ein Mensch, der gestorben ist, durch irgend etwas solche Gedanken dem allgemeinen Weltenäther mitgeteilt hat, und diese durch ein Medium zum Vorschein kommen, so kann man dann glauben, daß man wirklich die Gedanken, die gegenwärtigen Gedanken des Toten vernähme, während man im Grunde genommen nur den Nachklang der Gedanken vernimmt, die der Lebende noch vor seinem Tode ausgestrahlt hat.
[ 19 ] Man kann schon davon sprechen, daß in dem allgemeinen Weltenäther das fortschwingt, was zum Beispiel als künstlerische Gedanken über das normale Menschenleben hinaus in einem — wenn ich mich des Ausdrucks bedienen darf — übermenschlichen Erleben und Gestalten vorkommt. Es gibt solche herumschwirrenden Gedanken. Und gerade wer sich durch Meditation, durch diejenigen Willensübungen, von denen ich gestern und am vorhergehenden Tage gesprochen habe, dazu vorbereitet hat, der weiß, daß der Mensch nicht nur das in der Welt bewirkt, was er durch seine physischen Leistungen bewirkt. Er weiß, daß die Gedanken, die nicht notwendig sind zu der Aufrechterhaltung des individuellen Lebens — dazu sind Gedanken notwendig, die sich dann zu Wachstumskräften umbilden —, sich dem allgemeinen Weltenäther mitteilen. Und wenn dann der Ätherleib des Menschen in einer Art pathologischen Zustands ist, wenn er deformiert ist oder durch den Trancezustand mediumistisch wird, dann kann allerdings das, was in den normalen Zustand des Menschen nicht hereindringt, die herumschwirrende Gedankenwelt, gerade in den entgeisteten und in den entseelten Menschen, der sich als ein Medium kundgibt, hereindringen. Und wenn nun zum Beispiel ein Mensch, der gestorben ist, durch irgend etwas solche Gedanken dem allgemeinen Weltenäther mitgeteilt hat, und diese durch ein Medium zum Vorschein kommen, so kann man dann glauben, daß man wirklich die Gedanken, die gegenwärtigen Gedanken des Toten vernähme, während man im Grunde genommen nur den Nachklang der Gedanken vernimmt, die der Lebende noch vor seinem Tode ausgestrahlt hat.
[ 20 ] Das ist es, was sich eine gesunde geisteswissenschaftliche Kritik immer vorhalten muß: ob man es zu tun hat mit Gedankennachklängen, oder ob man tatsächlich dadurch, daß wirklich übersinnliche Kräfte entwickelt werden, in die übersinnliche Welt eindringt, welcher der Mensch nach seinem Tode und vor seiner Geburt angehört. Hat man es zu tun mit Telepathie, so ist das nichts anderes als eine ätherische Vermittlung der Gedanken bei Ausschaltung der Sinne. Hat man es zu tun mit Telekinese, so werden gewisse, durch die Nahrung, durch die sonstige physische Materie in dem veränderten physischen Leib entstehende Kräfte angeregt, durch den Raum hindurch ohne physische Vermittlung zu wirken. Der Mensch besteht ja nur zu etwa zehn Prozent aus festen Teilen, er ist zu neunzig Prozent Flüssigkeitssäule, er ist aber auch aus feineren Materien bestehend, bis zu den Äthermaterien hin. Und mit denjenigen Materien, die er in einer gewissen Weise ausstrahlt, kann er, gerade wenn er in einer gewissen Weise, wie ich es angedeutet habe, durch krankhafte Organe, durch pathologische Zustände, mit seinem Geistig-Seelischen zu tief in sein Animalisches untertaucht, seine Gedanken mitgeben den Ausstrahlungen. Dann entsteht auch die Teleplastik. Er kann dann formen, was er an feiner Materialität ausstrahlt, und dieses durch den Gedanken Geformte kann auch lichtvoll durchglänzt sein. Es entstehen plastische Formen, wie sie eben, ohne daß man dabei an Schwindel oder an Täuschung zu denken braucht, in den immer wissenschaftlich gehaltenen Werken von Schrenck-Notzing und ähnlichen dargestellt sind. Aber man hat es da nie mit etwas anderem zu tun als mit Wirkungen des im Tode untergehenden Teiles der menschlichen Wesenheit. Man hat es mit nichts zu tun, was in die wirklich übersinnliche Welt hineinführt. In diese wirkliche übersinnliche Welt wird man hineingeführt, wenn man durch die ganz systematische Ausbildung der normalen Seelenfähigkeiten und unter Aufrechterhaltung des gewöhnlichen Bewußtseins in dieser Weise zu einer Beobachtung außerhalb seines Leibes mit seinem Gefühls-Willenswesen kommt, und dadurch an seiner Vergangenheit im physischen und im ätherischen Leibe dasjenige überblickt, was man herübergestrahlt hat aus einer geistigen Welt, und was gestaltend eingreift in die physische und die ätherische Materie. Und da man das Weiterliegende, ich möchte sagen, zunächst genau sieht, und allmählich erst dasjenige, was näher liegt, so sieht man da hinein bis zu der Grenze, bis zu demjenigen Punkt, wo der Tod des vorangegangenen Lebens liegt. Daher kann man auch so, wie ich es in meiner «Theosophie» getan habe, das, was der Mensch nach dem Tode erlebt, beschreiben aus dieser Beobachtung des präexistenten Lebens heraus. Man beschreibt dann wirklich eine Perspektive, ich möchte sagen, in umgekehrter Richtung, wie man sie vor sich hat. Und es ist also alles das, was ich über die Zustände des Menschen nach dem Tode beschrieben habe, durchaus auf Grundlage derjenigen Schauungen beschrieben, welche in der Weise erlangt werden, wie ich es gestern und auch heute wiederum geschildert habe.
[ 20 ] Das ist es, was sich eine gesunde geisteswissenschaftliche Kritik immer vorhalten muß: ob man es zu tun hat mit Gedankennachklängen, oder ob man tatsächlich dadurch, daß wirklich übersinnliche Kräfte entwickelt werden, in die übersinnliche Welt eindringt, welcher der Mensch nach seinem Tode und vor seiner Geburt angehört. Hat man es zu tun mit Telepathie, so ist das nichts anderes als eine ätherische Vermittlung der Gedanken bei Ausschaltung der Sinne. Hat man es zu tun mit Telekinese, so werden gewisse, durch die Nahrung, durch die sonstige physische Materie in dem veränderten physischen Leib entstehende Kräfte angeregt, durch den Raum hindurch ohne physische Vermittlung zu wirken. Der Mensch besteht ja nur zu etwa zehn Prozent aus festen Teilen, er ist zu neunzig Prozent Flüssigkeitssäule, er ist aber auch aus feineren Materien bestehend, bis zu den Äthermaterien hin. Und mit denjenigen Materien, die er in einer gewissen Weise ausstrahlt, kann er, gerade wenn er in einer gewissen Weise, wie ich es angedeutet habe, durch krankhafte Organe, durch pathologische Zustände, mit seinem Geistig-Seelischen zu tief in sein Animalisches untertaucht, seine Gedanken mitgeben den Ausstrahlungen. Dann entsteht auch die Teleplastik. Er kann dann formen, was er an feiner Materialität ausstrahlt, und dieses durch den Gedanken Geformte kann auch lichtvoll durchglänzt sein. Es entstehen plastische Formen, wie sie eben, ohne daß man dabei an Schwindel oder an Täuschung zu denken braucht, in den immer wissenschaftlich gehaltenen Werken von Schrenck-Notzing und ähnlichen dargestellt sind. Aber man hat es da nie mit etwas anderem zu tun als mit Wirkungen des im Tode untergehenden Teiles der menschlichen Wesenheit. Man hat es mit nichts zu tun, was in die wirklich übersinnliche Welt hineinführt. In diese wirkliche übersinnliche Welt wird man hineingeführt, wenn man durch die ganz systematische Ausbildung der normalen Seelenfähigkeiten und unter Aufrechterhaltung des gewöhnlichen Bewußtseins in dieser Weise zu einer Beobachtung außerhalb seines Leibes mit seinem Gefühls-Willenswesen kommt, und dadurch an seiner Vergangenheit im physischen und im ätherischen Leibe dasjenige überblickt, was man herübergestrahlt hat aus einer geistigen Welt, und was gestaltend eingreift in die physische und die ätherische Materie. Und da man das Weiterliegende, ich möchte sagen, zunächst genau sieht, und allmählich erst dasjenige, was näher liegt, so sieht man da hinein bis zu der Grenze, bis zu demjenigen Punkt, wo der Tod des vorangegangenen Lebens liegt. Daher kann man auch so, wie ich es in meiner «Theosophie» getan habe, das, was der Mensch nach dem Tode erlebt, beschreiben aus dieser Beobachtung des präexistenten Lebens heraus. Man beschreibt dann wirklich eine Perspektive, ich möchte sagen, in umgekehrter Richtung, wie man sie vor sich hat. Und es ist also alles das, was ich über die Zustände des Menschen nach dem Tode beschrieben habe, durchaus auf Grundlage derjenigen Schauungen beschrieben, welche in der Weise erlangt werden, wie ich es gestern und auch heute wiederum geschildert habe.
[ 21 ] Man kann sagen: Nichts kann der Mensch von den höheren Welten erfahren, als das, was er sich zunächst herangebildet hat im ernsten Erkenntnisringen. Man muß durch Gedankenerkraftung, wie ich sie gestern charakterisiert habe, die Möglichkeit herbeiführen, im bewußten Zustande außerhalb seines Leibes zu treten, und dann auf das Leibliche hinzuschauen. Das kann man nur eben durch diese Gedankenerkraftung erlangen. Aber man muß nun unterscheiden lernen: Was man vom vorhergehenden Leben hat, das hat man durch Anschauung. Dasjenige, was man künftig sein wird, man hat es durch inneres Erlebnis. Daher kann — so spärlich diese inneren Erlebnisse sind gegenüber dem, was man als ein mächtiges übersinnliches Tableau aus dem präexistenten Leben vor sich hat — das präexistente Leben wirklich Inhalt einer ausgebildeten Wissenschaft sein. Das aber, was der Mensch über die Zukunft erfährt, wird sehr stark davon abhängen, wie er sich innerlich in seinem ewigen gefühls- und willensmäßigen Wesen außerhalb seines Leibes erkraften kann. Und auch dieses Gefühls- und Willenswesen können Sie schon in seiner Entwickelung durch das physische ErdenJeben und in seinem Entgegenreifen zu einem höheren Zustande nach dem Tode beobachten. Wenn man die Beobachtung so anstellt, daß man das, was sonst bewußtlos im Einschlafen aus dem menschlichen Leibe sich herauszieht, in einem mehr jugendlichen Daseinszustande und dann in einem mehr älteren Daseinszustande beobachtet, so bietet es Unterschiede dar. Was sich als Gefühls- und Willenswesen beim jüngeren Menschen aus dem physischen Leibe schlafend herauszieht, das enthält mehr das Gedankenhafte. Es zeigt sich, daß in ihm unbewußt nachschwingt, was der Mensch als Gedankenhaftes in sich birgt. Wenn der Mensch älter wird, dann trägt er durch die Pforte des Schlafes nicht mehr so sehr das Gedankenhafte hinaus aus dem physischen Leibe, sondern dann trägt er mehr das, was in den Kräften seines Charakters, in den Kräften seiner ausgebildeten Willensimpulse liegt, durch die Schlafenspforte in die äußere Welt hinaus. Daher kann man sagen: Von einem mehr Gedankeninhalt-tragenden Wesen entwickelt man sich im Geistig-Seelischen durch das Erdenleben hindurch zu einem solchen Wesen, welches mehr im Geistig-Seelischen das Nachklingen der Charakterbeschaffenheit des Menschen zeigt. Man geht eigentlich im wesentlichen durch die Pforte des Schlafes nicht mit seinen Gedanken. Die Gedanken läßt man im Einschlafen zurück, sie erglänzen am physischen Leibe. Die Gedanken, von denen man beseelt war im Erdenleben zwischen Geburt und Tod, die läßt man auch da zurück. Man lernt sie als die äußere Gedankenkraft der Welt erkennen; man lernt sie später als eine Außenwelt kennen nach dem Tode. Man geht durch die Pforte des Schlafes vorzugsweise mit dem hindurch, was der Charakter des Menschen geworden ist, was die innerliche moralische Bildung geworden ist. Und jede Phase, die man nun wirklich richtig interpretieren will in jener Perspektive in das präexistente Leben, man muß sie sich erringen für die Erkenntnis durch die Ausbildung von normalen Seelenkräften.
[ 21 ] Man kann sagen: Nichts kann der Mensch von den höheren Welten erfahren, als das, was er sich zunächst herangebildet hat im ernsten Erkenntnisringen. Man muß durch Gedankenerkraftung, wie ich sie gestern charakterisiert habe, die Möglichkeit herbeiführen, im bewußten Zustande außerhalb seines Leibes zu treten, und dann auf das Leibliche hinzuschauen. Das kann man nur eben durch diese Gedankenerkraftung erlangen. Aber man muß nun unterscheiden lernen: Was man vom vorhergehenden Leben hat, das hat man durch Anschauung. Dasjenige, was man künftig sein wird, man hat es durch inneres Erlebnis. Daher kann — so spärlich diese inneren Erlebnisse sind gegenüber dem, was man als ein mächtiges übersinnliches Tableau aus dem präexistenten Leben vor sich hat — das präexistente Leben wirklich Inhalt einer ausgebildeten Wissenschaft sein. Das aber, was der Mensch über die Zukunft erfährt, wird sehr stark davon abhängen, wie er sich innerlich in seinem ewigen gefühls- und willensmäßigen Wesen außerhalb seines Leibes erkraften kann. Und auch dieses Gefühls- und Willenswesen können Sie schon in seiner Entwickelung durch das physische ErdenJeben und in seinem Entgegenreifen zu einem höheren Zustande nach dem Tode beobachten. Wenn man die Beobachtung so anstellt, daß man das, was sonst bewußtlos im Einschlafen aus dem menschlichen Leibe sich herauszieht, in einem mehr jugendlichen Daseinszustande und dann in einem mehr älteren Daseinszustande beobachtet, so bietet es Unterschiede dar. Was sich als Gefühls- und Willenswesen beim jüngeren Menschen aus dem physischen Leibe schlafend herauszieht, das enthält mehr das Gedankenhafte. Es zeigt sich, daß in ihm unbewußt nachschwingt, was der Mensch als Gedankenhaftes in sich birgt. Wenn der Mensch älter wird, dann trägt er durch die Pforte des Schlafes nicht mehr so sehr das Gedankenhafte hinaus aus dem physischen Leibe, sondern dann trägt er mehr das, was in den Kräften seines Charakters, in den Kräften seiner ausgebildeten Willensimpulse liegt, durch die Schlafenspforte in die äußere Welt hinaus. Daher kann man sagen: Von einem mehr Gedankeninhalt-tragenden Wesen entwickelt man sich im Geistig-Seelischen durch das Erdenleben hindurch zu einem solchen Wesen, welches mehr im Geistig-Seelischen das Nachklingen der Charakterbeschaffenheit des Menschen zeigt. Man geht eigentlich im wesentlichen durch die Pforte des Schlafes nicht mit seinen Gedanken. Die Gedanken läßt man im Einschlafen zurück, sie erglänzen am physischen Leibe. Die Gedanken, von denen man beseelt war im Erdenleben zwischen Geburt und Tod, die läßt man auch da zurück. Man lernt sie als die äußere Gedankenkraft der Welt erkennen; man lernt sie später als eine Außenwelt kennen nach dem Tode. Man geht durch die Pforte des Schlafes vorzugsweise mit dem hindurch, was der Charakter des Menschen geworden ist, was die innerliche moralische Bildung geworden ist. Und jede Phase, die man nun wirklich richtig interpretieren will in jener Perspektive in das präexistente Leben, man muß sie sich erringen für die Erkenntnis durch die Ausbildung von normalen Seelenkräften.
[ 22 ] Ich habe es Ihnen schon in dem verflossenen Vortrage dargestellt: Wenn der Mensch das Denken, das Gedankenleben so erkraftet durch Meditation, Konzentration dieses Gedankenlebens, daß er in Gedanken leben kann, wie sonst nur in sinnlichen Bildern, daß das innere Gedankenleben so kräftig, so lebendig, so intensiv wird, wie sonst nur das Seelenleben ist, wenn es an die Sinneseindrücke hingegeben wird, dann kommt der Mensch zum imaginativen Erkennen. Und durch dieses bis zur Bildhaftigkeit erkraftete innere Gedankenleben bekommt der Mensch vor sich jetzt nicht das Erinnerungstableau über das eben verflossene, bis zu diesem Erlebnispunkte reichende Erdenleben, sondern er überschaut, was alles an diesem physischen Erdenorganismus der Bildekräfteleib organisiert hat. Er schaut in einem mächtigen Tableau als erste übersinnliche Erfahrung auf sein eigenes, eben bis zu diesem Lebenspunkte vorgedrungenes Erdenleben bis zur Kindheit zurück.
[ 22 ] Ich habe es Ihnen schon in dem verflossenen Vortrage dargestellt: Wenn der Mensch das Denken, das Gedankenleben so erkraftet durch Meditation, Konzentration dieses Gedankenlebens, daß er in Gedanken leben kann, wie sonst nur in sinnlichen Bildern, daß das innere Gedankenleben so kräftig, so lebendig, so intensiv wird, wie sonst nur das Seelenleben ist, wenn es an die Sinneseindrücke hingegeben wird, dann kommt der Mensch zum imaginativen Erkennen. Und durch dieses bis zur Bildhaftigkeit erkraftete innere Gedankenleben bekommt der Mensch vor sich jetzt nicht das Erinnerungstableau über das eben verflossene, bis zu diesem Erlebnispunkte reichende Erdenleben, sondern er überschaut, was alles an diesem physischen Erdenorganismus der Bildekräfteleib organisiert hat. Er schaut in einem mächtigen Tableau als erste übersinnliche Erfahrung auf sein eigenes, eben bis zu diesem Lebenspunkte vorgedrungenes Erdenleben bis zur Kindheit zurück.
[ 23 ] Ich erwähnte schon in den vergangenen Vorträgen, daß dieses Tableau, das der Mensch erlebt, in etwas demjenigen gleicht, von dem heute auch schon durchaus ernste Naturforscher sprechen, weil es genügend untersucht ist, daß dies auftritt, wenn der Mensch einer Todesgefahr nahe ist, der er sehr schwer entrinnt. Wenn der Mensch zum Beispiel dem Ertrinken nahe ist, erlebt er in einem großen Tableau eben auch das, was da der ätherische, zeitliche Bildekräfteleib ist: er wird überschaut. Dasselbe wird überschaut im übersinnlichen Erkennen, und dasselbe stellt sich dar im ersten Erlebnis nach dem Tode durch die richtige Ausdeutung der Perspektive, die ich Ihnen geschildert habe von dem präexistenten Leben. Man erkennt da: Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes tritt, vernimmt er für eine sehr kurze Zeit, die nach Tagen nur datiert — etwa so lange, als der Mensch es vermöge seiner Organisation aushalten kann, ohne Schlaf zu bleiben durch mehrere Tage —, eine Art Tableau, das ihn sein letztes Erdenleben wie in einem Gedankengewebe, das aber bildhaft ist, überschauen läßt. Man bekommt eine solche Überschau über das Erdenleben durch eine kurze Zeit hindurch, wenn man durch die Pforte des Todes getreten ist. Ich möchte sagen: Ohne Gefühls- und Willensanteil, rein in einer Art von passiver Überschau hat man dieses Erdenleben vor sich, und auf die Weise, wie ich es geschildert habe, lernt man diesen ersten Zustand nach dem Tode kennen. Man muß ihn erst kennenlernen durch übersinnliche Erkenntnis, durch Meditation und Konzentration und so weiter. Will man aber richtig ausdeuten, was sich an dieses Tableau vom vergangenen Erdenleben in dem Leben nach dem Tode anschließt, so bedarf man noch einer anderen Art von Übung.
[ 23 ] Ich erwähnte schon in den vergangenen Vorträgen, daß dieses Tableau, das der Mensch erlebt, in etwas demjenigen gleicht, von dem heute auch schon durchaus ernste Naturforscher sprechen, weil es genügend untersucht ist, daß dies auftritt, wenn der Mensch einer Todesgefahr nahe ist, der er sehr schwer entrinnt. Wenn der Mensch zum Beispiel dem Ertrinken nahe ist, erlebt er in einem großen Tableau eben auch das, was da der ätherische, zeitliche Bildekräfteleib ist: er wird überschaut. Dasselbe wird überschaut im übersinnlichen Erkennen, und dasselbe stellt sich dar im ersten Erlebnis nach dem Tode durch die richtige Ausdeutung der Perspektive, die ich Ihnen geschildert habe von dem präexistenten Leben. Man erkennt da: Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes tritt, vernimmt er für eine sehr kurze Zeit, die nach Tagen nur datiert — etwa so lange, als der Mensch es vermöge seiner Organisation aushalten kann, ohne Schlaf zu bleiben durch mehrere Tage —, eine Art Tableau, das ihn sein letztes Erdenleben wie in einem Gedankengewebe, das aber bildhaft ist, überschauen läßt. Man bekommt eine solche Überschau über das Erdenleben durch eine kurze Zeit hindurch, wenn man durch die Pforte des Todes getreten ist. Ich möchte sagen: Ohne Gefühls- und Willensanteil, rein in einer Art von passiver Überschau hat man dieses Erdenleben vor sich, und auf die Weise, wie ich es geschildert habe, lernt man diesen ersten Zustand nach dem Tode kennen. Man muß ihn erst kennenlernen durch übersinnliche Erkenntnis, durch Meditation und Konzentration und so weiter. Will man aber richtig ausdeuten, was sich an dieses Tableau vom vergangenen Erdenleben in dem Leben nach dem Tode anschließt, so bedarf man noch einer anderen Art von Übung.
[ 24 ] Der Mensch überläßt sich gewöhnlich im Erdenleben und auch in der gewöhnlichen Wissenschaft, mit seinen Gedanken, mit seinem Empfinden, auch mit seinen Gefühls- und Willensimpulsen passiv der äußeren Welt. Er schreitet mit der äußeren Welt vorwärts. Das Gestern erlebt er, und daran anschließend eben in der späteren Zeit das Heute, und in einer wieder späteren Zeit das Morgen. Und was der Mensch als die inneren Gedanken-, Gefühls- und Willensspiegelungen entwickelt im seelischen Leben, das schließt sich auch als fortlaufendes natürliches Erleben an den äußeren Zeitverlauf an. Dadurch hat man, ich möchte sagen, eine gewisse Unterstützung für das gewöhnliche Denken, das gewöhnliche Empfinden auch. Aber man kann nicht bis zu dem Grade, den man für die übersinnliche Forschung braucht, das Denken des Menschen erkraften, wenn man sich nur in dieser Weise passiv dem äußeren Zeitverlauf hingibt. Man muß noch andere Übungen machen: Man muß versuchen, wenn ich es so ausdrücken darf, rückwärts zu denken. Das heißt, man kann ja, wenn der Tag vorübergegangen ist, sich — nicht in Gedanken, auch nicht mit einer Kritik, sondern in Bildern, wie wenn man wiedersehen würde, was man im Tagesverlauf gesehen hat — wie in der Phantasie das an seiner Seele vorüberziehen lassen, aber vom Abend zum Morgen, in umgekehrter Folge. Man muß sich eine gewisse Praxis in solchen rückwärts-bildlichen Vorstellungen aneignen. Denn es ist verhältnismäßig leicht, größere Partien rückwärts vorzustellen, aber man muß dazu lange, wirklich, ich möchte sagen, atomistisch kleine Partien von rückwärts nach vorne vorstellen, wirklich umgekehrt vorstellen den Lebensverlauf des Tages. Man kann dann zu anderen Übungen vorrücken, sich vielleicht unterstützen dadurch, daß man, sagen wir, ein Drama vom fünften Akt rückwärts bis zum ersten Akt aufdröselt, daß man Melodien von rückwärts nach vorne innerlich durchempfindet, gewissermaßen geistig-seelisch hört. Und man kann dann dazu kommen, die Erinnerungen des Lebens — das ist jetzt etwas anderes als das geschilderte Tableau — so aufzufassen, daß man wirklich sein Leben vom gegenwärtigen Zeitpunkt, indem man heraufholt aus dem Gedächtnisse, was man durchgemacht hat, in umgekehrter Weise und bildhaft-imaginativ vor die Seele hinzaubert. Indem man solche Übungen macht, reißt man das Denken los von dem äußeren Zeitverlaufe. Die Gewohnheit, die man sich tief eingewurzelt hat, mit dem Denken, mit dem Empfinden, mit dem Fühlen dem äußeren Zeitverlaufe zu folgen, diese Gewohnheit muß überwunden werden. Und durch das kraftvolle Rückwärtsdenken wird man in die Lage versetzt, einer viel größeren, stärkeren Denkkraft sich zu bedienen, als man sie zu dem bloß passiven Denken braucht. Gerade durch dieses Rückwärtsdenken wird die Denkkraft wesentlich verstärkt.
[ 24 ] Der Mensch überläßt sich gewöhnlich im Erdenleben und auch in der gewöhnlichen Wissenschaft, mit seinen Gedanken, mit seinem Empfinden, auch mit seinen Gefühls- und Willensimpulsen passiv der äußeren Welt. Er schreitet mit der äußeren Welt vorwärts. Das Gestern erlebt er, und daran anschließend eben in der späteren Zeit das Heute, und in einer wieder späteren Zeit das Morgen. Und was der Mensch als die inneren Gedanken-, Gefühls- und Willensspiegelungen entwickelt im seelischen Leben, das schließt sich auch als fortlaufendes natürliches Erleben an den äußeren Zeitverlauf an. Dadurch hat man, ich möchte sagen, eine gewisse Unterstützung für das gewöhnliche Denken, das gewöhnliche Empfinden auch. Aber man kann nicht bis zu dem Grade, den man für die übersinnliche Forschung braucht, das Denken des Menschen erkraften, wenn man sich nur in dieser Weise passiv dem äußeren Zeitverlauf hingibt. Man muß noch andere Übungen machen: Man muß versuchen, wenn ich es so ausdrücken darf, rückwärts zu denken. Das heißt, man kann ja, wenn der Tag vorübergegangen ist, sich — nicht in Gedanken, auch nicht mit einer Kritik, sondern in Bildern, wie wenn man wiedersehen würde, was man im Tagesverlauf gesehen hat — wie in der Phantasie das an seiner Seele vorüberziehen lassen, aber vom Abend zum Morgen, in umgekehrter Folge. Man muß sich eine gewisse Praxis in solchen rückwärts-bildlichen Vorstellungen aneignen. Denn es ist verhältnismäßig leicht, größere Partien rückwärts vorzustellen, aber man muß dazu lange, wirklich, ich möchte sagen, atomistisch kleine Partien von rückwärts nach vorne vorstellen, wirklich umgekehrt vorstellen den Lebensverlauf des Tages. Man kann dann zu anderen Übungen vorrücken, sich vielleicht unterstützen dadurch, daß man, sagen wir, ein Drama vom fünften Akt rückwärts bis zum ersten Akt aufdröselt, daß man Melodien von rückwärts nach vorne innerlich durchempfindet, gewissermaßen geistig-seelisch hört. Und man kann dann dazu kommen, die Erinnerungen des Lebens — das ist jetzt etwas anderes als das geschilderte Tableau — so aufzufassen, daß man wirklich sein Leben vom gegenwärtigen Zeitpunkt, indem man heraufholt aus dem Gedächtnisse, was man durchgemacht hat, in umgekehrter Weise und bildhaft-imaginativ vor die Seele hinzaubert. Indem man solche Übungen macht, reißt man das Denken los von dem äußeren Zeitverlaufe. Die Gewohnheit, die man sich tief eingewurzelt hat, mit dem Denken, mit dem Empfinden, mit dem Fühlen dem äußeren Zeitverlaufe zu folgen, diese Gewohnheit muß überwunden werden. Und durch das kraftvolle Rückwärtsdenken wird man in die Lage versetzt, einer viel größeren, stärkeren Denkkraft sich zu bedienen, als man sie zu dem bloß passiven Denken braucht. Gerade durch dieses Rückwärtsdenken wird die Denkkraft wesentlich verstärkt.
[ 25 ] Und da entdeckt man dann etwas, was ja gewiß für das gewöhnliche Bewußtsein, das gewöhnliche Erkennen sich paradox anhört. Aber geradeso, wie man mit den im Zeitlauf verfließenden Vorstellungen die sinnliche Welt schaut, so schaut man allmählich die geistige Welt, wenn man sein Denken auf diese Weise losgerissen hat von der Gebundenheit an den äußeren Zeitlauf. Und man erlangt dadurch eine weitere Fähigkeit. Die gibt einem da die Möglichkeit, das weitere Erleben zu beobachten, und aus der Perspektive heraus, die ich geschildert habe, richtig zu deuten, was sich an das Lebenstableau anschließt, welches man durch einige Tage hindurch nach dem Tode erlebt. Man schaut jetzt, wie der Mensch nach seinem Lebenstableau, nun rückwärtslaufend in seinem Erleben, das Leben noch einmal in sehr realer Bildlichkeit durchmacht. Der Mensch durchlebt gewissermaßen die Seelenwelt vor der Geisteswelt. Und zwar schneller, als er hier zwischen Geburt und Tod gelebt hat, lebt er sich zurück nach dem Tode bis zu der Geburt. Er durchläuft dieses Leben rückwärts. Die Möglichkeit, das zu durchschauen, erwirbt man sich durch die angedeuteten Übungen des Rückwärtsdenkens. Und jetzt bekommt man eine Anschauung davon, wie der Mensch in diesem rückwärtslaufenden Seelenleben nach dem Tode alles das erlebt, was er hier im Erdenleben im physischen Leibe durchgemacht hat. Nur erlebt er es jetzt seelisch, und er kann alles das schauen, durch das er seinen Fortschritt moralisch beeinträchtigt hat. Er kann gerade bei diesen rückwärtslaufenden Zeiten eine Revue halten über das, was er, jetzt von einem höheren Gesichtspunkte aus, anders wünschen muß für sein Leben. Er kann sehen, wie er sich durch moralische Defekte zurückgehalten hat in seiner Vollkommenheit. Da er aber alles das jetzt lebendig erlebt, bleibt es nicht beim Gedanken. In dem seelischen Leben, das in dieser Weise rückwärts verläuft, ich möchte sagen, im Seelenleben rückwärts sich entwickelt, bleibt der Gedanke eben nicht abstrakt, denn die abstrakten Gedanken sind zurückgelassen worden im Tode, er entwikkelt sich als Gedankenkraft. Und er entwickelt sich als der Impuls, in einem nächsten Erdenleben in irgendeiner Weise wieder gutzumachen, in irgendeiner Weise die entgegengesetzten Tatsachen zu erleben von denjenigen, die gewissermaßen jetzt vor die Seele treten. Es entwickelt sich in der Seele etwas, was dann im nächsten Erdenleben auftritt als die unterbewußten Sehnsuchten, im Leben sich dem oder jenem zu nähern. Es entwickelt sich gerade bei diesem Rückwärtsleben für alles, was man im Erdenleben durchgemacht hat, die Sehnsucht, eine sich im nächsten Erdenleben anschließende andere Tatsache, die diese ausgleicht, zu erleben. Und so erlebt man in diesem Rückwärts-sich-Entwickeln die Keimanlage zu dem, was man unbewußt durch die nächste Geburt bringt, und was etwa in der folgenden Weise geschildert werden kann.
[ 25 ] Und da entdeckt man dann etwas, was ja gewiß für das gewöhnliche Bewußtsein, das gewöhnliche Erkennen sich paradox anhört. Aber geradeso, wie man mit den im Zeitlauf verfließenden Vorstellungen die sinnliche Welt schaut, so schaut man allmählich die geistige Welt, wenn man sein Denken auf diese Weise losgerissen hat von der Gebundenheit an den äußeren Zeitlauf. Und man erlangt dadurch eine weitere Fähigkeit. Die gibt einem da die Möglichkeit, das weitere Erleben zu beobachten, und aus der Perspektive heraus, die ich geschildert habe, richtig zu deuten, was sich an das Lebenstableau anschließt, welches man durch einige Tage hindurch nach dem Tode erlebt. Man schaut jetzt, wie der Mensch nach seinem Lebenstableau, nun rückwärtslaufend in seinem Erleben, das Leben noch einmal in sehr realer Bildlichkeit durchmacht. Der Mensch durchlebt gewissermaßen die Seelenwelt vor der Geisteswelt. Und zwar schneller, als er hier zwischen Geburt und Tod gelebt hat, lebt er sich zurück nach dem Tode bis zu der Geburt. Er durchläuft dieses Leben rückwärts. Die Möglichkeit, das zu durchschauen, erwirbt man sich durch die angedeuteten Übungen des Rückwärtsdenkens. Und jetzt bekommt man eine Anschauung davon, wie der Mensch in diesem rückwärtslaufenden Seelenleben nach dem Tode alles das erlebt, was er hier im Erdenleben im physischen Leibe durchgemacht hat. Nur erlebt er es jetzt seelisch, und er kann alles das schauen, durch das er seinen Fortschritt moralisch beeinträchtigt hat. Er kann gerade bei diesen rückwärtslaufenden Zeiten eine Revue halten über das, was er, jetzt von einem höheren Gesichtspunkte aus, anders wünschen muß für sein Leben. Er kann sehen, wie er sich durch moralische Defekte zurückgehalten hat in seiner Vollkommenheit. Da er aber alles das jetzt lebendig erlebt, bleibt es nicht beim Gedanken. In dem seelischen Leben, das in dieser Weise rückwärts verläuft, ich möchte sagen, im Seelenleben rückwärts sich entwickelt, bleibt der Gedanke eben nicht abstrakt, denn die abstrakten Gedanken sind zurückgelassen worden im Tode, er entwikkelt sich als Gedankenkraft. Und er entwickelt sich als der Impuls, in einem nächsten Erdenleben in irgendeiner Weise wieder gutzumachen, in irgendeiner Weise die entgegengesetzten Tatsachen zu erleben von denjenigen, die gewissermaßen jetzt vor die Seele treten. Es entwickelt sich in der Seele etwas, was dann im nächsten Erdenleben auftritt als die unterbewußten Sehnsuchten, im Leben sich dem oder jenem zu nähern. Es entwickelt sich gerade bei diesem Rückwärtsleben für alles, was man im Erdenleben durchgemacht hat, die Sehnsucht, eine sich im nächsten Erdenleben anschließende andere Tatsache, die diese ausgleicht, zu erleben. Und so erlebt man in diesem Rückwärts-sich-Entwickeln die Keimanlage zu dem, was man unbewußt durch die nächste Geburt bringt, und was etwa in der folgenden Weise geschildert werden kann.
[ 26 ] Dem alltäglichen Bewußtsein entzieht sich gewöhnlich dieses, was aber doch im Menschen lebt. Aber man beobachte, selbst nur mit dem gesunden Menschenverstande, etwas, was allerdings dann übersinnliche Forschung zur Gewißheit bringt: wie man an irgendeine wichtige, entscheidende Lebenstatsache herankommt.
[ 26 ] Dem alltäglichen Bewußtsein entzieht sich gewöhnlich dieses, was aber doch im Menschen lebt. Aber man beobachte, selbst nur mit dem gesunden Menschenverstande, etwas, was allerdings dann übersinnliche Forschung zur Gewißheit bringt: wie man an irgendeine wichtige, entscheidende Lebenstatsache herankommt.
[ 27 ] Nehmen wir einmal an, in einem Erdenleben treten wir im dreißigsten, fünfunddreißigsten Jahr vor einen anderen Erdenmenschen, in dem wir — ich will eben ein durchaus entscheidendes Ereignis nennen — einen Lebensgefährten finden, mit dem wir das weitere Leben durchmessen wollen, und wir finden, daß die Seelen zusammenstimmen. Der äußere materialistisch denkende Mensch nennt das einen Zufall. Tiefere Geister — es gibt deren genügend, und man kann sie geschichtlich nachweisen — haben aber auch ein bißchen nachgedacht darüber: Wenn man jetzt von diesem Ereignisse, das so entscheidend ist, ım Leben zurückschaut zu dem, was vorher und wieder vorher, und weiter vorher war, dann nimmt sich unsere Lebensführung, die zu diesem Ereignisse hintendierte, sehr planmäßig aus. Und wir finden manchmal das, was wir so im Leben erfahren als eine Tatsache, die nun eingreift in unser Leben, wie den organischen Abschluß dessen, was wie ein Plan sich ausnimmt. Wenn man einen solchen Plan zunächst hypothetisch konstruiert hat, und dann das hypothetisch Konstruierte, bis zur Geburt hin Konstruierte, durchschaut mit dem, was Entwickelung übersinnlicher Erkenntniskräfte durch Meditation, Rückwärtsdenken, Willensentwickelung, wie ich sie geschildert habe, ist, dann kommt man allerdings dazu, sich zu sagen: Das, was du dir da hypothetisch konstruiert hast, mag manchmal wirklich nur ein Phantasiebild sein, ist es aber nicht immer. Es zeigt sich vielmehr gerade für entscheidende Tatsachen im Leben manchmal von größter Bedeutung, daß der Mensch eine unterbewußte Sehnsucht seit der Geburt in sich trägt, und daß aus dieser Sehnsucht, die er sich vielleicht in entsprechenden Lebensepochen ganz verschieden auslegt, er den ersten Schritt, den zweiten Schritt macht, alle Schritte, die ihn zuletzt zu dem Ereignis hinführen, das er keimhaft in jenem Rückwärtsleben nach dem Tode sich eingebildet hat, und das uns jetzt als unbestimmte Sehnsucht durch das neue Erdenleben trägt, so daß wir uns dadurch auf unbewußte Weise unser Schicksal selber machen. Wir gelangen auf diese Weise dazu, zu erkennen, was wir im Erdenleben als Schicksal finden, oder wie es in der alten instinktiven Hellseherweisheit des Orients genannt worden ist: Karma. Dieses Schicksal, von dem unser ganzes Glück und Unglück, unsere Lust und unser Leid im Leben abhängen, wir lernen es erkennen dadurch, daß wir die aufeinanderfolgenden Erdenleben erblicken.
[ 27 ] Nehmen wir einmal an, in einem Erdenleben treten wir im dreißigsten, fünfunddreißigsten Jahr vor einen anderen Erdenmenschen, in dem wir — ich will eben ein durchaus entscheidendes Ereignis nennen — einen Lebensgefährten finden, mit dem wir das weitere Leben durchmessen wollen, und wir finden, daß die Seelen zusammenstimmen. Der äußere materialistisch denkende Mensch nennt das einen Zufall. Tiefere Geister — es gibt deren genügend, und man kann sie geschichtlich nachweisen — haben aber auch ein bißchen nachgedacht darüber: Wenn man jetzt von diesem Ereignisse, das so entscheidend ist, ım Leben zurückschaut zu dem, was vorher und wieder vorher, und weiter vorher war, dann nimmt sich unsere Lebensführung, die zu diesem Ereignisse hintendierte, sehr planmäßig aus. Und wir finden manchmal das, was wir so im Leben erfahren als eine Tatsache, die nun eingreift in unser Leben, wie den organischen Abschluß dessen, was wie ein Plan sich ausnimmt. Wenn man einen solchen Plan zunächst hypothetisch konstruiert hat, und dann das hypothetisch Konstruierte, bis zur Geburt hin Konstruierte, durchschaut mit dem, was Entwickelung übersinnlicher Erkenntniskräfte durch Meditation, Rückwärtsdenken, Willensentwickelung, wie ich sie geschildert habe, ist, dann kommt man allerdings dazu, sich zu sagen: Das, was du dir da hypothetisch konstruiert hast, mag manchmal wirklich nur ein Phantasiebild sein, ist es aber nicht immer. Es zeigt sich vielmehr gerade für entscheidende Tatsachen im Leben manchmal von größter Bedeutung, daß der Mensch eine unterbewußte Sehnsucht seit der Geburt in sich trägt, und daß aus dieser Sehnsucht, die er sich vielleicht in entsprechenden Lebensepochen ganz verschieden auslegt, er den ersten Schritt, den zweiten Schritt macht, alle Schritte, die ihn zuletzt zu dem Ereignis hinführen, das er keimhaft in jenem Rückwärtsleben nach dem Tode sich eingebildet hat, und das uns jetzt als unbestimmte Sehnsucht durch das neue Erdenleben trägt, so daß wir uns dadurch auf unbewußte Weise unser Schicksal selber machen. Wir gelangen auf diese Weise dazu, zu erkennen, was wir im Erdenleben als Schicksal finden, oder wie es in der alten instinktiven Hellseherweisheit des Orients genannt worden ist: Karma. Dieses Schicksal, von dem unser ganzes Glück und Unglück, unsere Lust und unser Leid im Leben abhängen, wir lernen es erkennen dadurch, daß wir die aufeinanderfolgenden Erdenleben erblicken.
[ 28 ] Da wird natürlich der Mensch dann sehr bald geneigt sein, zu sagen: Ja, was ist denn dann mit der Freiheit? Dann wird ja der Mensch schicksalsmäßig gelenkt und geleitet! Wie ist es denn da mit der menschlichen Freiheit? — Ja, zu dieser Lösung der Schicksalsfrage kommt der Mensch eigentlich nur, wenn er ernst gerungen hat mit dem Freiheitsproblem. Und ich darf an dieser Stelle, weil es gewiß eine objektive Bedeutung hat, ein Persönliches wiederum einfügen. Ich habe im Beginn der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts meine «Philosophie der Freiheit» geschrieben. Diese «Philosophie der Freiheit», sie hatte sich die Aufgabe gesetzt, gerade das Erlebnis, die Tatsache der Freiheit sicherzustellen. Ich versuchte aus dem, was der Mensch in sich erlebt, das Freiheitsbewußtsein als ein absolut Sicheres zu kennzeichnen. Und so ist das, was ich später versucht habe darzustellen, als die teilweise Lösung der Schicksalsfrage, wie ich sie jetzt skizziert habe, durchaus von mir in Harmonie gedacht worden mit demjenigen, was ich dargestellt habe als die menschliche Freiheit. Wer dieses Buch, meine «Philosophie der Freiheit» studiert, wird allerdings finden, daß ich genötigt war, nicht von einer Freiheit des Willens zunächst zu sprechen, sondern von der Freiheit dessen, was im Gedanken, und zwar in dem sinnlichkeitsfreien Gedanken, im reinen Gedanken, erlebt wird, in demjenigen Gedanken aber, der in der menschlichen Seele bewußt als ein sittliches, als ein moralisches Ideal auftaucht, und der diejenige Stärke erlangt, die auf den Willen des Menschen motivierend wirken kann. Wir können von Freiheit des Menschen sprechen, wenn wir von jenen Handlungen des Menschen sprechen, die aus seinem freien Denken heraus gestaltet werden, wo der Mensch durch eine moralische Selbsterziehung dazu kommt, daß ihn die Instinkte, die Triebe, die Emotionen, sein Temperament nicht beeinflussen zu einer Handlung, sondern allein die hingebungsvolle Liebe zu einer Handlung. In dieser hingebungsvollen Liebe zu einer Handlung kann sich entwickeln, was aus der idealen Stärke des reinen sittlichen Gedankens hervorgeht. Das ist eine wirkliche freie Handlung.
[ 28 ] Da wird natürlich der Mensch dann sehr bald geneigt sein, zu sagen: Ja, was ist denn dann mit der Freiheit? Dann wird ja der Mensch schicksalsmäßig gelenkt und geleitet! Wie ist es denn da mit der menschlichen Freiheit? — Ja, zu dieser Lösung der Schicksalsfrage kommt der Mensch eigentlich nur, wenn er ernst gerungen hat mit dem Freiheitsproblem. Und ich darf an dieser Stelle, weil es gewiß eine objektive Bedeutung hat, ein Persönliches wiederum einfügen. Ich habe im Beginn der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts meine «Philosophie der Freiheit» geschrieben. Diese «Philosophie der Freiheit», sie hatte sich die Aufgabe gesetzt, gerade das Erlebnis, die Tatsache der Freiheit sicherzustellen. Ich versuchte aus dem, was der Mensch in sich erlebt, das Freiheitsbewußtsein als ein absolut Sicheres zu kennzeichnen. Und so ist das, was ich später versucht habe darzustellen, als die teilweise Lösung der Schicksalsfrage, wie ich sie jetzt skizziert habe, durchaus von mir in Harmonie gedacht worden mit demjenigen, was ich dargestellt habe als die menschliche Freiheit. Wer dieses Buch, meine «Philosophie der Freiheit» studiert, wird allerdings finden, daß ich genötigt war, nicht von einer Freiheit des Willens zunächst zu sprechen, sondern von der Freiheit dessen, was im Gedanken, und zwar in dem sinnlichkeitsfreien Gedanken, im reinen Gedanken, erlebt wird, in demjenigen Gedanken aber, der in der menschlichen Seele bewußt als ein sittliches, als ein moralisches Ideal auftaucht, und der diejenige Stärke erlangt, die auf den Willen des Menschen motivierend wirken kann. Wir können von Freiheit des Menschen sprechen, wenn wir von jenen Handlungen des Menschen sprechen, die aus seinem freien Denken heraus gestaltet werden, wo der Mensch durch eine moralische Selbsterziehung dazu kommt, daß ihn die Instinkte, die Triebe, die Emotionen, sein Temperament nicht beeinflussen zu einer Handlung, sondern allein die hingebungsvolle Liebe zu einer Handlung. In dieser hingebungsvollen Liebe zu einer Handlung kann sich entwickeln, was aus der idealen Stärke des reinen sittlichen Gedankens hervorgeht. Das ist eine wirkliche freie Handlung.
[ 29 ] Nun kommt man gerade durch Geisteswissenschaft darauf, daß das Denken als solches, dieses Denken, welches dem sittlichen freien Handeln zugrunde liegt, im Schlafzustande zurückbleibt in dem spiegelnden physischen Leib, daß das also etwas ist, was der Mensch erlebt zwischen der Geburt und dem Tode, was das Erdenleben allein schon durch diese Eingliederung des Freiheitsimpulses wertvoll macht, wenn es sonst nicht unendlich wertvoll wäre. Wir werden darüber im nächsten Vortrage zu sprechen haben. Frei wird der Mensch in dem einen physischen Erdenleben, wo er den Gedanken als solchen entwickelt, wo der Gedanke seine plastizierende Kraft verliert, die er noch in dem Ätherleib hat, und wo er als reiner Gedanke in dem im Leben befindlichen Bewußtsein entwickelt ist. Ich war daher genötigt, etwas sehr Gewagtes in dieser «Philosophie der Freiheit» dazumal im Beginn der neunziger Jahre darzustellen. Ich hatte die moralischen Impulse als sittliche Ideale darzustellen und mußte sagen: die kommen dem Menschen nicht aus der physischen Welt, die kommen dem Menschen nicht aus der Natur, die kommen dem Menschen durch eine Intuition. Und ich sprach dazumal von «moralischer Phantasie». Und warum das? Ich sagte dazumal in meiner «Philosophie der Freiheit»: Aus der Geisteswelt heraus strömen in den Menschen, aber zunächst nur als Bilder, diese sittlichen Motive ein. Er empfängt sie als Intuition aus der geistigen Welt.
[ 29 ] Nun kommt man gerade durch Geisteswissenschaft darauf, daß das Denken als solches, dieses Denken, welches dem sittlichen freien Handeln zugrunde liegt, im Schlafzustande zurückbleibt in dem spiegelnden physischen Leib, daß das also etwas ist, was der Mensch erlebt zwischen der Geburt und dem Tode, was das Erdenleben allein schon durch diese Eingliederung des Freiheitsimpulses wertvoll macht, wenn es sonst nicht unendlich wertvoll wäre. Wir werden darüber im nächsten Vortrage zu sprechen haben. Frei wird der Mensch in dem einen physischen Erdenleben, wo er den Gedanken als solchen entwickelt, wo der Gedanke seine plastizierende Kraft verliert, die er noch in dem Ätherleib hat, und wo er als reiner Gedanke in dem im Leben befindlichen Bewußtsein entwickelt ist. Ich war daher genötigt, etwas sehr Gewagtes in dieser «Philosophie der Freiheit» dazumal im Beginn der neunziger Jahre darzustellen. Ich hatte die moralischen Impulse als sittliche Ideale darzustellen und mußte sagen: die kommen dem Menschen nicht aus der physischen Welt, die kommen dem Menschen nicht aus der Natur, die kommen dem Menschen durch eine Intuition. Und ich sprach dazumal von «moralischer Phantasie». Und warum das? Ich sagte dazumal in meiner «Philosophie der Freiheit»: Aus der Geisteswelt heraus strömen in den Menschen, aber zunächst nur als Bilder, diese sittlichen Motive ein. Er empfängt sie als Intuition aus der geistigen Welt.
[ 30 ] Aber man gelangt auf diese Weise, ich möchte sagen, zu dem anderen Pol dessen, was man hier in der physischen Welt erlebt. Sieht man mit gesundem Menschenverstand und mit wissenschaftlicher Schulung in die natürliche Daseinswelt hinaus, dann entdeckt man überall Notwendigkeit. Sieht man hinein in die Welt der moralischen Impulse, dann entdeckt man die Freiheit, aber die Freiheit zunächst im bloßen Gedanken, im reinen Denken, in denkerischer Intuition. Und man weiß zunächst nicht, wie sich Kräfte hineinbegeben in den Willen, denn man sieht diese sittlichen Intuitionen unbewußt. Man hat auf der einen Seite die Natur, der man angehört, indem man handelt, und man hat auf der anderen Seite sein sittliches Erleben, und es entschwindet einem für diese sittlichen Intuitionen, wenn man nichts anderes hat zunächst als die Naturwissenschaft, die Möglichkeit, diesen sittlichen Intuitionen Realität zuzuschreiben, weltschöpferische Kräfte zuzuschreiben. Man erlebt gewissermaßen die Natur in ihrer ganzen derben Dichtigkeit, in ihrer Notwendigkeit. Man erlebt die Freiheit, aber man erlebt sie in den fein gewobenen, bis zur Bildhaftigkeit herabgetriebenen Gedankenimpulsen, von denen man weiß, weil sie eben der Natur nicht angehören können, weil sie sich in freier Tätigkeit erleben, und das habe ich in meiner «Philosophie der Freiheit» angedeutet, daß sie aus der geistigen Welt kommen. Aber es muß sich nun etwas einschieben zwischen diese Intuitionen, die durchaus bildhaft, unreal sind, die nur durch das sittliche Leben real werden, und dem, was man als gegenständliches Erkennen für die Naturordnung hat. Und da schieben sich ein die Imagination und die Inspiration, die auf die Weise entstehen, wie ich das geschildert habe. Und dann wird die Intuition auch etwas anderes. Dann verdichtet sich gewissermaßen das, was einem zuerst nur im reinen Denken entgegengetreten ist, zu einer geistigen Realität. Man lernt in dieser nach der Imagination und Inspiration neu errungenen Intuition jetzt nicht sein gegenwärtiges Ich erkennen, sondern dasjenige Ich, das durch wiederholte Erdenleben hindurchgeht, und das unser Schicksal durch diese wiederholten Erdenleben in der Weise hindurchträgt, wie ich es dargestellt habe. Wir sind unfrei, indem wir die wiederholten Erdenleben durchleben und ein Schicksal dadurch gestaltet haben. Aber wir können stets in dieses Schicksalsgewebe die freien Handlungen einverweben in den einzelnen Erdenleben. Gerade dadurch, daß wir in bildhaften Intuitionen die sittlichen Impulse erleben — nicht als Realitäten, sondern als etwas, zu dem wir uns frei bekennen können —, können wir die Freiheit im einzelnen Erdenleben in das Schicksalsgewebe einverweben. Und so werden wir dadurch, daß wir durch das Schicksal von Erdenleben zu Erdenleben getragen werden, nicht unfreier, als wir etwa werden, wenn wir uns durch ein Schiff von Europa nach Amerika tragen lassen. Da sind wir durch den Entschluß, den wir hier in Europa fassen, allerdings in unserer Zukunft bestimmt. Aber wir sind jederzeit in gewissen Grenzen freie Wesen, und solange wir drüben in Amerika sind, können wir uns frei bewegen. So tragen wir das Schicksal von Erdenleben zu Erdenleben. Aber in die Tatsachenwelt, die wir so in wiederholten Erdenleben erfahren, kann hineingestellt werden, was aus der Freiheit im einzelnen Erdenleben quillt.
[ 30 ] Aber man gelangt auf diese Weise, ich möchte sagen, zu dem anderen Pol dessen, was man hier in der physischen Welt erlebt. Sieht man mit gesundem Menschenverstand und mit wissenschaftlicher Schulung in die natürliche Daseinswelt hinaus, dann entdeckt man überall Notwendigkeit. Sieht man hinein in die Welt der moralischen Impulse, dann entdeckt man die Freiheit, aber die Freiheit zunächst im bloßen Gedanken, im reinen Denken, in denkerischer Intuition. Und man weiß zunächst nicht, wie sich Kräfte hineinbegeben in den Willen, denn man sieht diese sittlichen Intuitionen unbewußt. Man hat auf der einen Seite die Natur, der man angehört, indem man handelt, und man hat auf der anderen Seite sein sittliches Erleben, und es entschwindet einem für diese sittlichen Intuitionen, wenn man nichts anderes hat zunächst als die Naturwissenschaft, die Möglichkeit, diesen sittlichen Intuitionen Realität zuzuschreiben, weltschöpferische Kräfte zuzuschreiben. Man erlebt gewissermaßen die Natur in ihrer ganzen derben Dichtigkeit, in ihrer Notwendigkeit. Man erlebt die Freiheit, aber man erlebt sie in den fein gewobenen, bis zur Bildhaftigkeit herabgetriebenen Gedankenimpulsen, von denen man weiß, weil sie eben der Natur nicht angehören können, weil sie sich in freier Tätigkeit erleben, und das habe ich in meiner «Philosophie der Freiheit» angedeutet, daß sie aus der geistigen Welt kommen. Aber es muß sich nun etwas einschieben zwischen diese Intuitionen, die durchaus bildhaft, unreal sind, die nur durch das sittliche Leben real werden, und dem, was man als gegenständliches Erkennen für die Naturordnung hat. Und da schieben sich ein die Imagination und die Inspiration, die auf die Weise entstehen, wie ich das geschildert habe. Und dann wird die Intuition auch etwas anderes. Dann verdichtet sich gewissermaßen das, was einem zuerst nur im reinen Denken entgegengetreten ist, zu einer geistigen Realität. Man lernt in dieser nach der Imagination und Inspiration neu errungenen Intuition jetzt nicht sein gegenwärtiges Ich erkennen, sondern dasjenige Ich, das durch wiederholte Erdenleben hindurchgeht, und das unser Schicksal durch diese wiederholten Erdenleben in der Weise hindurchträgt, wie ich es dargestellt habe. Wir sind unfrei, indem wir die wiederholten Erdenleben durchleben und ein Schicksal dadurch gestaltet haben. Aber wir können stets in dieses Schicksalsgewebe die freien Handlungen einverweben in den einzelnen Erdenleben. Gerade dadurch, daß wir in bildhaften Intuitionen die sittlichen Impulse erleben — nicht als Realitäten, sondern als etwas, zu dem wir uns frei bekennen können —, können wir die Freiheit im einzelnen Erdenleben in das Schicksalsgewebe einverweben. Und so werden wir dadurch, daß wir durch das Schicksal von Erdenleben zu Erdenleben getragen werden, nicht unfreier, als wir etwa werden, wenn wir uns durch ein Schiff von Europa nach Amerika tragen lassen. Da sind wir durch den Entschluß, den wir hier in Europa fassen, allerdings in unserer Zukunft bestimmt. Aber wir sind jederzeit in gewissen Grenzen freie Wesen, und solange wir drüben in Amerika sind, können wir uns frei bewegen. So tragen wir das Schicksal von Erdenleben zu Erdenleben. Aber in die Tatsachenwelt, die wir so in wiederholten Erdenleben erfahren, kann hineingestellt werden, was aus der Freiheit im einzelnen Erdenleben quillt.
[ 31 ] Und so sieht man gerade, daß derjenige, der mit dem Freiheitsproblem ringt, der das Problem der Freiheit gelöst sieht durch das Anschauen der zunächst nur in moralischer Phantasie erfaßbaren, aber aus der geistigen Welt in die physische Welt des Menschen hereinstrebenden sittlichen Ideen, daß, wer in dieser Weise sich ein Verständnis für die Freiheit erwirbt, gerade dadurch sich vorbereitet hat zum Verständnis für das Schicksalsgemäße, das wie eine Art von Notwendigkeit in das menschliche Leben eingreift.
[ 31 ] Und so sieht man gerade, daß derjenige, der mit dem Freiheitsproblem ringt, der das Problem der Freiheit gelöst sieht durch das Anschauen der zunächst nur in moralischer Phantasie erfaßbaren, aber aus der geistigen Welt in die physische Welt des Menschen hereinstrebenden sittlichen Ideen, daß, wer in dieser Weise sich ein Verständnis für die Freiheit erwirbt, gerade dadurch sich vorbereitet hat zum Verständnis für das Schicksalsgemäße, das wie eine Art von Notwendigkeit in das menschliche Leben eingreift.
[ 32 ] Wenn man zu dieser Intuition vorgedrungen ist, wenn man verstanden hat, Schicksal und Freiheit ineinander zu verweben, und dadurch noch weiter jene Kräfte verstärkt hat, die man sich durch Meditation, Konzentration, Rückwärtsdenken und so weiter erworben hat, dann kann man das, was sich in der Perspektive darbietet, auch anschauen, beziehungsweise weiter deuten. Was sich nun anschließt an dieses Rückwärtsleben, es ist ein Leben in einem rein geistigen Gebiete, in dem man nun entgegenlebt dem folgenden Erdenleben. Und in diesem geistigen Gebiete erlebt man, ich möchte sagen, in umgekehrter Weise wie hier im Erdenleben. Hier im Erdenleben erlebt man so, daß dasjenige, was in uns ist, zunächst nur innerlich in Bildern geschaut werden kann. Man erlebt im gewöhnlichen Bewußtsein nicht das Innere des Menschen, man erlebt aber im Wachbewußtsein die Außenwelt. Gewissermaßen für seinen eigenen Mittelpunkt sieht man im Raumumkreis, in der Raumsphäre, die Außenwelt. Der Mensch ist in sich, die Außenwelt außer ihm. In der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt wird die Anschauung gerade umgekehrt: Der Mensch geht auf in demjenigen, was hier seine Außenwelt war. Er empfindet das, was hier seine Außenwelt war, wie eine Innenwelt. Und das, was ihm hier verschlossen ist, das Innere der Menschennatur, das empfindet er jetzt als die Außenwelt. Der Mensch mit seinem Innern wird für das Leben zwischen dem Tod und neuer Geburt die Welt und die Welt wird Ich. Und indem der Mensch dasjenige erlebt, was nun höher ist als das, was wir hier in der Welt um uns herum haben — denn der Mensch ist die Krone der Schöpfung, er trägt in seinem Innern ein höheres Gebiet als die Umwelt ist —, hat er also eine wertvollere Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in sich. Und was er so erlebt als seine Welt, was aber eigentlich die geheimnisvolle Welt des Menscheninnern ist, das erlebt er schöpferisch. Er erlebt in der geistigen Welt schöpferisch die Kräfte in Gemeinschaft von höheren geistigen Wesenheiten, von denen wir umgeben sind als geistig-seelischer Mensch, so wie wir hier als physischer Mensch umgeben sind von den drei Reichen der Natur, von Tieren, Pflanzen und Mineralien. Man erlebt in Gemeinschaft mit diesen geistigen Wesen die Kräfte, aus denen man nach und nach nicht nur sein Schicksal zimmert, den Keim seines Schicksals, sondern aus denen man in der geistig-seelischen Welt das Vorbild bildet, aber das reale Vorbild, das geist-seelische Wesen, das dann nach einer bestimmten Zeit die Sehnsucht bekommt, das, was es zunächst als Vorbild, aber lebendig, in gedankenkraftmäßiger Weise lebendig ausgebildet hat, wieder zu verkörpern. Weil es zusammenhängen muß nun mit einem physischen Leib, erst in einem physischen Leib wiederum seine Vollendung erhalten kann, bekommt dieses geistig-seelische Wesen den Drang, die Sehnsucht, sich hier auf Erden wiederum zu verkörpern. Aus dem Geiste heraus kommt das, was als unsere vorgeburtliche, oder vor der Konzeption liegende Existenz sich mit dem fleischlichen Leib verbindet. Man wird auch erst eine richtige Vorstellung von der Art und Weise bekommen, wie der Mensch als physisches Wesen hier in die Erde hereingebildet wird — das Genauere darüber werden wir auch noch übermorgen zu besprechen haben —, wenn man einsehen wird, wie dasjenige, was sich im Leibe der Mutter bildet, nur etwas ist, was aus einer höheren Welt aufnimmt das eigentliche Wesen des Menschen.
[ 32 ] Wenn man zu dieser Intuition vorgedrungen ist, wenn man verstanden hat, Schicksal und Freiheit ineinander zu verweben, und dadurch noch weiter jene Kräfte verstärkt hat, die man sich durch Meditation, Konzentration, Rückwärtsdenken und so weiter erworben hat, dann kann man das, was sich in der Perspektive darbietet, auch anschauen, beziehungsweise weiter deuten. Was sich nun anschließt an dieses Rückwärtsleben, es ist ein Leben in einem rein geistigen Gebiete, in dem man nun entgegenlebt dem folgenden Erdenleben. Und in diesem geistigen Gebiete erlebt man, ich möchte sagen, in umgekehrter Weise wie hier im Erdenleben. Hier im Erdenleben erlebt man so, daß dasjenige, was in uns ist, zunächst nur innerlich in Bildern geschaut werden kann. Man erlebt im gewöhnlichen Bewußtsein nicht das Innere des Menschen, man erlebt aber im Wachbewußtsein die Außenwelt. Gewissermaßen für seinen eigenen Mittelpunkt sieht man im Raumumkreis, in der Raumsphäre, die Außenwelt. Der Mensch ist in sich, die Außenwelt außer ihm. In der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt wird die Anschauung gerade umgekehrt: Der Mensch geht auf in demjenigen, was hier seine Außenwelt war. Er empfindet das, was hier seine Außenwelt war, wie eine Innenwelt. Und das, was ihm hier verschlossen ist, das Innere der Menschennatur, das empfindet er jetzt als die Außenwelt. Der Mensch mit seinem Innern wird für das Leben zwischen dem Tod und neuer Geburt die Welt und die Welt wird Ich. Und indem der Mensch dasjenige erlebt, was nun höher ist als das, was wir hier in der Welt um uns herum haben — denn der Mensch ist die Krone der Schöpfung, er trägt in seinem Innern ein höheres Gebiet als die Umwelt ist —, hat er also eine wertvollere Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in sich. Und was er so erlebt als seine Welt, was aber eigentlich die geheimnisvolle Welt des Menscheninnern ist, das erlebt er schöpferisch. Er erlebt in der geistigen Welt schöpferisch die Kräfte in Gemeinschaft von höheren geistigen Wesenheiten, von denen wir umgeben sind als geistig-seelischer Mensch, so wie wir hier als physischer Mensch umgeben sind von den drei Reichen der Natur, von Tieren, Pflanzen und Mineralien. Man erlebt in Gemeinschaft mit diesen geistigen Wesen die Kräfte, aus denen man nach und nach nicht nur sein Schicksal zimmert, den Keim seines Schicksals, sondern aus denen man in der geistig-seelischen Welt das Vorbild bildet, aber das reale Vorbild, das geist-seelische Wesen, das dann nach einer bestimmten Zeit die Sehnsucht bekommt, das, was es zunächst als Vorbild, aber lebendig, in gedankenkraftmäßiger Weise lebendig ausgebildet hat, wieder zu verkörpern. Weil es zusammenhängen muß nun mit einem physischen Leib, erst in einem physischen Leib wiederum seine Vollendung erhalten kann, bekommt dieses geistig-seelische Wesen den Drang, die Sehnsucht, sich hier auf Erden wiederum zu verkörpern. Aus dem Geiste heraus kommt das, was als unsere vorgeburtliche, oder vor der Konzeption liegende Existenz sich mit dem fleischlichen Leib verbindet. Man wird auch erst eine richtige Vorstellung von der Art und Weise bekommen, wie der Mensch als physisches Wesen hier in die Erde hereingebildet wird — das Genauere darüber werden wir auch noch übermorgen zu besprechen haben —, wenn man einsehen wird, wie dasjenige, was sich im Leibe der Mutter bildet, nur etwas ist, was aus einer höheren Welt aufnimmt das eigentliche Wesen des Menschen.
[ 33 ] Die Naturwissenschaft hat einen gewissen Traum, der darinnen besteht, daß man einstmals die Zellen, und wohl auch die vollkommensten Zellen, die Fortpflanzungszellen, die Keimzellen des menschlichen Embryos erforschen können wird in bezug auf ihre komplizierte chemische Verbindung. Mit allerdings ganz anderen Mitteln und aus ganz anderen Gesichtspunkten heraus geht an dasselbe Problem anthroposophische Geisteswissenschaft. Und sie kommt dazu, gewissermaßen die Richtung anzudeuten, in welcher das gesucht werden muß, was sich im Leibe der Mutter als Keimzelle des menschlichen Embryos ausbildet. Da hat man es nicht zu tun mit einer komplizierteren chemischen Verbindung, sondern da hat man es in Wahrheit zu tun mit dem ChaotischWerden der Materie. Nicht eine hochkomplizierte, chemische Verbindung oder eine Gestaltung des Molekularwesens ist es, sondern ein Chaos-Werden, ein chaotisches Durcheinanderwirbeln dessen, was im Kristall, was im chemischen Molekül in einer Gesetzmäßigkeit zueinander gestaltet ist. Es wird Materie in der Keimzelle nicht zu einer weiteren Gesetzmäßigkeit ausgebaut, sondern ins Chaos heruntergedrängt, und aus der entsprechenden Materie, aus der chaotisch werdenden Materie bildet sich dasjenige, was nun aufnehmen kann das sich Heruntersenkende: den aus geistigen Welten kommenden übersinnlichen Menschen. Und nur dann wird man begreifen, was sich als physischer Mensch ausbildet, wenn man physische Forschung heranbringt bis zu dem Punkt, wo man schauen kann, wie der physische Menschenkeim gerade dadurch, daß er die Materie wiederum ins Chaos zurückgeführt hat, fähig wird, den geistig-seelischen Keim, der aus der Präexistenz herunterkommt, nun aufzunehmen. Nur so begreift man, wie sich verbindet durch Konzeption und bis zur Geburt hin das, was aus den geistig-seelischen Welten heruntersteigt, mit dem, was sich entmaterialisiert hat im Keime beim beginnenden Embryowachstum. Jeder, der wirklich sinnvoll die Gestaltung des Embryos betrachtet, der kann schon aus dieser physischen Gestaltung des Embryos herauslesen, was ich Ihnen heute dargestellt habe, während die Embryonalentwickelung immer rätselhaft bleibt, wenn man sie nicht in dieser Weise zu betrachten vermag.
[ 33 ] Die Naturwissenschaft hat einen gewissen Traum, der darinnen besteht, daß man einstmals die Zellen, und wohl auch die vollkommensten Zellen, die Fortpflanzungszellen, die Keimzellen des menschlichen Embryos erforschen können wird in bezug auf ihre komplizierte chemische Verbindung. Mit allerdings ganz anderen Mitteln und aus ganz anderen Gesichtspunkten heraus geht an dasselbe Problem anthroposophische Geisteswissenschaft. Und sie kommt dazu, gewissermaßen die Richtung anzudeuten, in welcher das gesucht werden muß, was sich im Leibe der Mutter als Keimzelle des menschlichen Embryos ausbildet. Da hat man es nicht zu tun mit einer komplizierteren chemischen Verbindung, sondern da hat man es in Wahrheit zu tun mit dem ChaotischWerden der Materie. Nicht eine hochkomplizierte, chemische Verbindung oder eine Gestaltung des Molekularwesens ist es, sondern ein Chaos-Werden, ein chaotisches Durcheinanderwirbeln dessen, was im Kristall, was im chemischen Molekül in einer Gesetzmäßigkeit zueinander gestaltet ist. Es wird Materie in der Keimzelle nicht zu einer weiteren Gesetzmäßigkeit ausgebaut, sondern ins Chaos heruntergedrängt, und aus der entsprechenden Materie, aus der chaotisch werdenden Materie bildet sich dasjenige, was nun aufnehmen kann das sich Heruntersenkende: den aus geistigen Welten kommenden übersinnlichen Menschen. Und nur dann wird man begreifen, was sich als physischer Mensch ausbildet, wenn man physische Forschung heranbringt bis zu dem Punkt, wo man schauen kann, wie der physische Menschenkeim gerade dadurch, daß er die Materie wiederum ins Chaos zurückgeführt hat, fähig wird, den geistig-seelischen Keim, der aus der Präexistenz herunterkommt, nun aufzunehmen. Nur so begreift man, wie sich verbindet durch Konzeption und bis zur Geburt hin das, was aus den geistig-seelischen Welten heruntersteigt, mit dem, was sich entmaterialisiert hat im Keime beim beginnenden Embryowachstum. Jeder, der wirklich sinnvoll die Gestaltung des Embryos betrachtet, der kann schon aus dieser physischen Gestaltung des Embryos herauslesen, was ich Ihnen heute dargestellt habe, während die Embryonalentwickelung immer rätselhaft bleibt, wenn man sie nicht in dieser Weise zu betrachten vermag.
[ 34 ] Es muß allerdings, will man das Wesen des Menschen wirklich erkennen, durch übersinnliche Forschung das erhalten werden, was zum Menschen auch gehört. Ich habe zum Beispiel bei früheren Gelegenheiten darauf hingewiesen, wie man in der Wissenschaft der niederen Reiche überall diejenigen Dinge für töricht ansehen würde, die man bei der Erforschung des Menschen als Weisheit ansieht. Man nehme an, sagte ich, daß jemand eine Magnetnadel vor sich hat: Sie weist mit dem einen Ende nach Norden, mit dem anderen nach Süden. Keinem Menschen würde es einfallen zu sagen: Nur in der Magnetnadel, in dem Raum, den die Materie dieser Magnetnadel einschließt, liegen die Kräfte, daß sie da hinweist. — Man sieht die Erde selber als einen großen Magneten an, der auf die einzelne Magnetnadel wirkt, und der diese Richtung bedingt. Man gliedert die einzelne Magnetnadel ein in den ganzen Erdenorganismus. Man geht also aus dem einzelnen Wesen heraus, um das große, umfassende Ganze zu erkennen, auch in seiner Wechselwirkung mit dem einzelnen Wesen zu erkennen. Nur beim Menschen möchte man, indem man mit dem Mikroskop die Entwickelung der Keimzelle verfolgt, allein aus dem, was in der menschlichen Haut eingeschlossen ist, das erkennen, was den Menschen hervorbringt. Niemals wird man — ebensowenig wie die Richtung der Magnetnadel aus ihr selbst zu erklären ist — erfahren können, was im Menschen sich entwickelt, wenn man nicht den Menschen in das Verhältnis zur ganzen Welt bringt, und nicht nur zur Raumeswelt, sondern auch zur Zeitenwelt, wenn man nicht zurückgeht zu dem, was sich einem im übersinnlichen Schauen als das präexistente Wesen des Menschen in der geschilderten Weise enthüllt. Das lernt man so erkennen als dasjenige, was man nun wiederum, wenn der Mensch seinen physischen Leib hier ablegt, in seinem Ätherleib sich auflösen sieht im Weltenäther, und was nun wiederum durch die Pforte des Todes geht, um neuerdings einen solchen Kreislauf anzutreten, aber zur weiteren Ausgleichung der Lebenstatsachen und zu höherer Vervollkommnung.
[ 34 ] Es muß allerdings, will man das Wesen des Menschen wirklich erkennen, durch übersinnliche Forschung das erhalten werden, was zum Menschen auch gehört. Ich habe zum Beispiel bei früheren Gelegenheiten darauf hingewiesen, wie man in der Wissenschaft der niederen Reiche überall diejenigen Dinge für töricht ansehen würde, die man bei der Erforschung des Menschen als Weisheit ansieht. Man nehme an, sagte ich, daß jemand eine Magnetnadel vor sich hat: Sie weist mit dem einen Ende nach Norden, mit dem anderen nach Süden. Keinem Menschen würde es einfallen zu sagen: Nur in der Magnetnadel, in dem Raum, den die Materie dieser Magnetnadel einschließt, liegen die Kräfte, daß sie da hinweist. — Man sieht die Erde selber als einen großen Magneten an, der auf die einzelne Magnetnadel wirkt, und der diese Richtung bedingt. Man gliedert die einzelne Magnetnadel ein in den ganzen Erdenorganismus. Man geht also aus dem einzelnen Wesen heraus, um das große, umfassende Ganze zu erkennen, auch in seiner Wechselwirkung mit dem einzelnen Wesen zu erkennen. Nur beim Menschen möchte man, indem man mit dem Mikroskop die Entwickelung der Keimzelle verfolgt, allein aus dem, was in der menschlichen Haut eingeschlossen ist, das erkennen, was den Menschen hervorbringt. Niemals wird man — ebensowenig wie die Richtung der Magnetnadel aus ihr selbst zu erklären ist — erfahren können, was im Menschen sich entwickelt, wenn man nicht den Menschen in das Verhältnis zur ganzen Welt bringt, und nicht nur zur Raumeswelt, sondern auch zur Zeitenwelt, wenn man nicht zurückgeht zu dem, was sich einem im übersinnlichen Schauen als das präexistente Wesen des Menschen in der geschilderten Weise enthüllt. Das lernt man so erkennen als dasjenige, was man nun wiederum, wenn der Mensch seinen physischen Leib hier ablegt, in seinem Ätherleib sich auflösen sieht im Weltenäther, und was nun wiederum durch die Pforte des Todes geht, um neuerdings einen solchen Kreislauf anzutreten, aber zur weiteren Ausgleichung der Lebenstatsachen und zu höherer Vervollkommnung.
[ 35 ] So stellt sich der Mensch zunächst, wenn man sein Wesen an sich betrachtet, in die Weltentwickelung hinein. Und was dem Menschen nun zukommt, indem er sein geistig-seelisches Wesen herunterträgt, das gehört der Weltentwickelung an, das muß in die Weltentwickelung, die wir übermorgen betrachten wollen, eingegliedert werden. Der Mensch wird erst erklärlich werden, wenn das, was heute ausgeführt worden ist, zu gleicher Zeit eingegliedert wird dem Werden und Wesen und Weben, das heißt der ganzen Entwickelung der Welt. Denn der Mensch kann die Welt nur erkennen, indem er sich erkennt. Und dasjenige, was Welt ist, es spiegelt sich im Erdenleben, der Mensch durchlebt es nach dem Tode und vor der Geburt. Aus ihm entnimmt er die Kräfte, die er selber bei der Geburt oder Empfängnis eingliedert in seinen physischen Leib. Welt und Mensch gehören nicht nur äußerlich, gehören innerlich zusammen. Der Mensch trägt in sich die Welt, die Welt als Totalität bildet des Menschen Wesen. Daher wird die Frage, die hier aufgeworfen worden ist, für heute teilweise beantwortet sein. Sie wird ihre volle Beantwortung, soweit sie heute schon der Wissenschaft möglich ist, im nächsten Vortrag erfahren können.
[ 35 ] So stellt sich der Mensch zunächst, wenn man sein Wesen an sich betrachtet, in die Weltentwickelung hinein. Und was dem Menschen nun zukommt, indem er sein geistig-seelisches Wesen herunterträgt, das gehört der Weltentwickelung an, das muß in die Weltentwickelung, die wir übermorgen betrachten wollen, eingegliedert werden. Der Mensch wird erst erklärlich werden, wenn das, was heute ausgeführt worden ist, zu gleicher Zeit eingegliedert wird dem Werden und Wesen und Weben, das heißt der ganzen Entwickelung der Welt. Denn der Mensch kann die Welt nur erkennen, indem er sich erkennt. Und dasjenige, was Welt ist, es spiegelt sich im Erdenleben, der Mensch durchlebt es nach dem Tode und vor der Geburt. Aus ihm entnimmt er die Kräfte, die er selber bei der Geburt oder Empfängnis eingliedert in seinen physischen Leib. Welt und Mensch gehören nicht nur äußerlich, gehören innerlich zusammen. Der Mensch trägt in sich die Welt, die Welt als Totalität bildet des Menschen Wesen. Daher wird die Frage, die hier aufgeworfen worden ist, für heute teilweise beantwortet sein. Sie wird ihre volle Beantwortung, soweit sie heute schon der Wissenschaft möglich ist, im nächsten Vortrag erfahren können.
[ 36 ] Zum Schlusse möchte ich nur ein paar Worte sagen. Ich möchte, daß wirklich durchschaut werde, wie das, was der Geistesforscher vorbringt, zwar auf der Entwickelung gewisser sonst der Seele unbewußt bleibender Kräfte beruht, daß aber der Geistesforscher vom anthroposophischen Gesichtspunkte aus so vorgeht, daß er in die gewöhnlichen Gedanken, die man sonst in der Wissenschaft hat, das kleidet, was er aus seinem Schauen heraus vorzutragen hat. Überallhin nimmt er seine Gedanken mit. Denn jener Pendelschlag, jenes Schwingen zwischen übersinnlicher und sinnlicher Welt muß ihn fortwährend bei seinem Forschen begleiten. Er muß stets als sein eigener Kritiker neben seinem höheren Wesen, das die übersinnlichen Schauungen hat, stehen. Daher kann auch derjenige, der nicht solche Übungen gemacht hat, wenn er sich nur wirklich unbefangen dem gesunden Menschenverstande hingibt, gedanklich alles nachprüfen, was der Geistesforscher vorbringt. Und es ist eigentlich nicht richtig, daß das, was der Geistesforscher vorbringt, nur geprüft werden könnte wiederum vom Geistesforscher. Man hat sich nur in der heutigen Zeit zu sehr an das an die äußere Materialität, an die äußere Naturfolge gebundene Denken gewöhnt, und man findet dann, daß der Geistesforscher nicht Beweise habe von diesem Denken. Wer aber die ganze Sachlage durchschaut, der durchschaut, welches Verhältnis zwischen dem gewöhnlichen gesunden Menschenverstande und dem methodisch gebildeten Verstande der Wissenschaft, der äußeren Wissenschaft ist. Und wer dann kritisch vorgeht und in seinen Gedanken, aber nur unbefangen genug, alles dasjenige prüft, was der Geistesforscher vorbringt, wird es, auch ohne daß er selbst Schauungen hat, nachprüfen können. Der Geistesforscher bringt alles in der Art vor, daß es auf diese Weise nachgeprüft werden kann. Und wer da sagt, der Geistesforscher erzähle bloß aus seinem Schauen, er gäbe aber nicht die Beweise, der gleicht einem Menschen, der gewöhnt ist, daß alles das, was er auf der Erde findet, auf einem festen Boden stehe, und der dann fragt, wenn man ihm ein Sonnensystem auseinandersetzt: Ja, worauf ruht denn das? — Daß es in sich selber ruht, daß es sich durch seine eigenen Kräfte frei trägt, das gewahrt er vielleicht nicht. Einem solchen Menschen, der fragt: Auf welchem Boden steht denn ein Sonnensystem? — gleicht derjenige, der in gewöhnlicher Weise Beweise verlangt, und solche Beweise meint, die man nur für die äußere Sinnenwelt verlangen kann, wo man ohne Beweise findet, was man eben mit den Sinnen wahrgenommen hat, was durch die Sinne aufweisbar ist.
[ 36 ] Zum Schlusse möchte ich nur ein paar Worte sagen. Ich möchte, daß wirklich durchschaut werde, wie das, was der Geistesforscher vorbringt, zwar auf der Entwickelung gewisser sonst der Seele unbewußt bleibender Kräfte beruht, daß aber der Geistesforscher vom anthroposophischen Gesichtspunkte aus so vorgeht, daß er in die gewöhnlichen Gedanken, die man sonst in der Wissenschaft hat, das kleidet, was er aus seinem Schauen heraus vorzutragen hat. Überallhin nimmt er seine Gedanken mit. Denn jener Pendelschlag, jenes Schwingen zwischen übersinnlicher und sinnlicher Welt muß ihn fortwährend bei seinem Forschen begleiten. Er muß stets als sein eigener Kritiker neben seinem höheren Wesen, das die übersinnlichen Schauungen hat, stehen. Daher kann auch derjenige, der nicht solche Übungen gemacht hat, wenn er sich nur wirklich unbefangen dem gesunden Menschenverstande hingibt, gedanklich alles nachprüfen, was der Geistesforscher vorbringt. Und es ist eigentlich nicht richtig, daß das, was der Geistesforscher vorbringt, nur geprüft werden könnte wiederum vom Geistesforscher. Man hat sich nur in der heutigen Zeit zu sehr an das an die äußere Materialität, an die äußere Naturfolge gebundene Denken gewöhnt, und man findet dann, daß der Geistesforscher nicht Beweise habe von diesem Denken. Wer aber die ganze Sachlage durchschaut, der durchschaut, welches Verhältnis zwischen dem gewöhnlichen gesunden Menschenverstande und dem methodisch gebildeten Verstande der Wissenschaft, der äußeren Wissenschaft ist. Und wer dann kritisch vorgeht und in seinen Gedanken, aber nur unbefangen genug, alles dasjenige prüft, was der Geistesforscher vorbringt, wird es, auch ohne daß er selbst Schauungen hat, nachprüfen können. Der Geistesforscher bringt alles in der Art vor, daß es auf diese Weise nachgeprüft werden kann. Und wer da sagt, der Geistesforscher erzähle bloß aus seinem Schauen, er gäbe aber nicht die Beweise, der gleicht einem Menschen, der gewöhnt ist, daß alles das, was er auf der Erde findet, auf einem festen Boden stehe, und der dann fragt, wenn man ihm ein Sonnensystem auseinandersetzt: Ja, worauf ruht denn das? — Daß es in sich selber ruht, daß es sich durch seine eigenen Kräfte frei trägt, das gewahrt er vielleicht nicht. Einem solchen Menschen, der fragt: Auf welchem Boden steht denn ein Sonnensystem? — gleicht derjenige, der in gewöhnlicher Weise Beweise verlangt, und solche Beweise meint, die man nur für die äußere Sinnenwelt verlangen kann, wo man ohne Beweise findet, was man eben mit den Sinnen wahrgenommen hat, was durch die Sinne aufweisbar ist.
[ 37 ] Dazu ist aber das Denken des Menschen nicht allein da. Das Denken kann sich auch aufschwingen, nicht bloß das bewiesen zu finden durch den gesunden Menschenverstand, was durch die Sinneserfahrung gestützt ist, sondern dasjenige, was sich gewissermaßen wie ein geistiges Planetensystem innerlich selber trägt. Prüfen Sie in dieser Weise, indem Sie auf anthroposophische Geistesforschung das anwenden, was ein solches sich selbst tragendes, sich selbst beweisendes Denken gibt, dann werden Sie das, was der Geistesforscher vorbringt, innerlich so gesichert finden, auch ohne die sogenannten äußeren Stützen, wie das Planetensystem sich frei im Weltenraume trägt, und nur dasjenige, was irdisch ist und schwer ist, gestützt werden muß. Das aber muß bedacht werden, daß das Denken auch wirklich frei werden muß, zu dem werden muß, was sich innerlich selber tragen kann, wenn man durch den gesunden Menschenverstand bewiesen finden will das, was zu sagen ist von der Geistesforschung aus über das Wesen des Menschen und über das Wesen der Weltentwickelung. Daß von diesem Punkte aus alles bewiesen werden kann, werde ich nun, nach der Auseinandersetzung über das Wesen des Menschen, mir erlauben, übermorgen hier zu entwickeln im nächsten Vortrage über das Wesen der Weltentwickelung.
[ 37 ] Dazu ist aber das Denken des Menschen nicht allein da. Das Denken kann sich auch aufschwingen, nicht bloß das bewiesen zu finden durch den gesunden Menschenverstand, was durch die Sinneserfahrung gestützt ist, sondern dasjenige, was sich gewissermaßen wie ein geistiges Planetensystem innerlich selber trägt. Prüfen Sie in dieser Weise, indem Sie auf anthroposophische Geistesforschung das anwenden, was ein solches sich selbst tragendes, sich selbst beweisendes Denken gibt, dann werden Sie das, was der Geistesforscher vorbringt, innerlich so gesichert finden, auch ohne die sogenannten äußeren Stützen, wie das Planetensystem sich frei im Weltenraume trägt, und nur dasjenige, was irdisch ist und schwer ist, gestützt werden muß. Das aber muß bedacht werden, daß das Denken auch wirklich frei werden muß, zu dem werden muß, was sich innerlich selber tragen kann, wenn man durch den gesunden Menschenverstand bewiesen finden will das, was zu sagen ist von der Geistesforschung aus über das Wesen des Menschen und über das Wesen der Weltentwickelung. Daß von diesem Punkte aus alles bewiesen werden kann, werde ich nun, nach der Auseinandersetzung über das Wesen des Menschen, mir erlauben, übermorgen hier zu entwickeln im nächsten Vortrage über das Wesen der Weltentwickelung.
