The Reality of the Higher Worlds
GA 79
1 December 1921, Oslo
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Die Wirklichkeit der höheren Welten
5. Die Weltentwickelung im Lichte der Anthroposophie
5. Die Weltentwickelung im Lichte der Anthroposophie
[ 1 ] Es dürfte aus den Betrachtungen, die ich mir erlaubte, vor Ihnen hier anzustellen, hervorgegangen sein, daß es sich vor allen Dingen zum Behufe wirklicher übersinnlicher Erkenntnisse darum handelt, gewissermaßen zu trennen durch Übungen‚ wie ich sie charakterisiert habe, die beiden Seiten der menschlichen Natur, die man gewöhnlich ungenau bezeichnet als menschliches Inneres und menschliches Äußeres. Es darf vielleicht darauf hingewiesen werden, daß ja der Mensch im gewöhnlichen Bewußtwerden, wenn er von Äußerem und Innerem spricht, eine genaue Trennung nicht vornimmt. Und die Art und Weise, wie zu charakterisieren war jenes Heraustreten des gefühls- und willensmäßigen Wesens des Menschen im Schlafzustande, und wie weiter zu charakterisieren war das Bewußtwerden im übersinnlichen Erkennen außerhalb des menschlichen Leibes, das wird zeigen, daß gerade in diesem übersinnlichen Erkennen eine genaue Trennung desjenigen zu erlangen ist, was man eigentlich im gewöhnlichen Bewußtsein nur ahnend als das Äußere und das Innere des Menschen bezeichnet. Ich möchte sagen, durch diese Trennung wird das Innere des Menschen zum Äußeren, und was der Mensch sonst als sein Äußeres anspricht, das wird zum Inneren.
[ 1 ] Es dürfte aus den Betrachtungen, die ich mir erlaubte, vor Ihnen hier anzustellen, hervorgegangen sein, daß es sich vor allen Dingen zum Behufe wirklicher übersinnlicher Erkenntnisse darum handelt, gewissermaßen zu trennen durch Übungen‚ wie ich sie charakterisiert habe, die beiden Seiten der menschlichen Natur, die man gewöhnlich ungenau bezeichnet als menschliches Inneres und menschliches Äußeres. Es darf vielleicht darauf hingewiesen werden, daß ja der Mensch im gewöhnlichen Bewußtwerden, wenn er von Äußerem und Innerem spricht, eine genaue Trennung nicht vornimmt. Und die Art und Weise, wie zu charakterisieren war jenes Heraustreten des gefühls- und willensmäßigen Wesens des Menschen im Schlafzustande, und wie weiter zu charakterisieren war das Bewußtwerden im übersinnlichen Erkennen außerhalb des menschlichen Leibes, das wird zeigen, daß gerade in diesem übersinnlichen Erkennen eine genaue Trennung desjenigen zu erlangen ist, was man eigentlich im gewöhnlichen Bewußtsein nur ahnend als das Äußere und das Innere des Menschen bezeichnet. Ich möchte sagen, durch diese Trennung wird das Innere des Menschen zum Äußeren, und was der Mensch sonst als sein Äußeres anspricht, das wird zum Inneren.
[ 2 ] Was geschieht denn da eigentlich? Das willens- und gefühlsmäßige Wesen des Menschen tritt im Schlafzustande aus dem heraus, was genannt worden ist der physische Leib des Menschen und der Bildekräfteleib oder Ätherleib des Menschen, und dieses gefühls-willensmäßige Wesen des Menschen sieht zurück wie auf ein Objekt auf den physischen Leib und den Ätherleib. Wir haben gezeigt, daß bei diesem Zurückschauen uns das gesamte Gewebe des Denkens ja nun auch außerhalb des menschlichen Inneren erscheint. Was uns im gewöhnlichen Bewußtsein als unsere Gedankenwelt erfüllt, in der sich die Außenwelt spiegelt, das geht ja nicht im Einschlafen mit dem eigentlichen Inneren des Menschen, das bleibt zurück als die eigentlichen Kräfte des Ätherleibes beim physischen Leib. Und wir haben auf diese Weise es begreiflich finden können — weil der Mensch ja den gewöhnlichen Wachzustand, wie man leicht durch Selbstbeobachtung sich überzeugen kann, durch seine Gedankenwelt hat —, daß im wachen Zustande der Mensch sich gerade dessen nicht bewußt sein kann, was nun als für das gewöhnliche Bewußtsein eben Unbewußtes im Schlafe heraustritt.
[ 2 ] Was geschieht denn da eigentlich? Das willens- und gefühlsmäßige Wesen des Menschen tritt im Schlafzustande aus dem heraus, was genannt worden ist der physische Leib des Menschen und der Bildekräfteleib oder Ätherleib des Menschen, und dieses gefühls-willensmäßige Wesen des Menschen sieht zurück wie auf ein Objekt auf den physischen Leib und den Ätherleib. Wir haben gezeigt, daß bei diesem Zurückschauen uns das gesamte Gewebe des Denkens ja nun auch außerhalb des menschlichen Inneren erscheint. Was uns im gewöhnlichen Bewußtsein als unsere Gedankenwelt erfüllt, in der sich die Außenwelt spiegelt, das geht ja nicht im Einschlafen mit dem eigentlichen Inneren des Menschen, das bleibt zurück als die eigentlichen Kräfte des Ätherleibes beim physischen Leib. Und wir haben auf diese Weise es begreiflich finden können — weil der Mensch ja den gewöhnlichen Wachzustand, wie man leicht durch Selbstbeobachtung sich überzeugen kann, durch seine Gedankenwelt hat —, daß im wachen Zustande der Mensch sich gerade dessen nicht bewußt sein kann, was nun als für das gewöhnliche Bewußtsein eben Unbewußtes im Schlafe heraustritt.
[ 3 ] Es ist ein dumpfes, dämmerhaftes Sein in jenem Menschenwesen, das mit dem Einschlafen aus dem physischen Leib und Ätherleib herausgeht, und man lernt dieses menschliche Innere erst kennen, wenn es durch die übersinnliche Erkenntnis, ich möchte sagen, durchleuchtet und durchwärmt wird, wenn man sich in diesem Inneren ebenso bewußt wird, wie man sich sonst im physischen Leib bewußt ist. Man lernt aber auch erkennen, warum man im gewöhnlichen Schlaf unbewußt dahinlebt. Die Bewußtheit tritt eben auf, wenn man beim Aufwachen untertaucht in den physischen und in den ätherischen Leib. Und durch das Untertauchen in den physischen Leib bedient man sich seiner Sinne, die einen mit der Außenwelt in Verbindung bringen. Die Folge davon ist, daß die sinnliche Welt erwacht und man dadurch in dieser sinnlichen Welt bewußt wird.
[ 3 ] Es ist ein dumpfes, dämmerhaftes Sein in jenem Menschenwesen, das mit dem Einschlafen aus dem physischen Leib und Ätherleib herausgeht, und man lernt dieses menschliche Innere erst kennen, wenn es durch die übersinnliche Erkenntnis, ich möchte sagen, durchleuchtet und durchwärmt wird, wenn man sich in diesem Inneren ebenso bewußt wird, wie man sich sonst im physischen Leib bewußt ist. Man lernt aber auch erkennen, warum man im gewöhnlichen Schlaf unbewußt dahinlebt. Die Bewußtheit tritt eben auf, wenn man beim Aufwachen untertaucht in den physischen und in den ätherischen Leib. Und durch das Untertauchen in den physischen Leib bedient man sich seiner Sinne, die einen mit der Außenwelt in Verbindung bringen. Die Folge davon ist, daß die sinnliche Welt erwacht und man dadurch in dieser sinnlichen Welt bewußt wird.
[ 4 ] Ebenso taucht man unter in seinen Äther- oder Lebensleib, das heißt in seine Gedankenwelt, und man wird sich bewußt in Gedanken. Das gewöhnliche Bewußtsein beruht also darauf, daß man sich der Werkzeuge seines physischen Leibes bedient, und daß man sich, ich möchte sagen, des Bildekräftegewebes des ätherischen Leibes bedient. Im gewöhnlichen Leben ist dieses wirkliche Innere des Menschen, das aus Gefühl und Wille gewoben ist, nicht imstande, zu einem Bewußtsein zu kommen, weil es keine Organe hat. Indem man diejenigen denkerischen und Willensübungen macht, von denen ich gesprochen habe, stattet man das Seelische selber mit Organen aus. Dieses Seelische, das zuerst unbestimmt im gewöhnlichen Bewußtsein ist, das wird plastisch gestaltet, so wie sonst unser physischer Leib und unser Ätherleib zu den Sinnen, zu den Denkorganen plastisch gestaltet wird. Es wird also das eigentliche seelisch-geistige Wesen des Menschen plastisch gestaltet. Und in demselben Maße, in dem es plastisch gestaltet wird, indem es gewissermaßen geistig-seelische Sinnesorgane — wenn ich mich des paradoxen Ausdruckes bedienen darf — bekommt, taucht die geistig-seelische Welt um dieses menschliche Innere auf. Was also sonst im dumpfen, dämmerhaften Zustande ist und deshalb erst eine Welt, nämlich die Sinneswelt, wahrnehmen kann, wenn es sich der physischen und der ätherischen Organe bedient, das gewinnt Plastik, kommt in Beziehung zu der Welt, von der wir sonst auch immer umgeben sind, ohne daß wir es wissen, und in der wir ja lebten, bevor wir durch die Geburt oder Empfängnis auf die vorgestern hier beschriebene Art in das physische Wesen eingezogen sind, in der wir auch wiederum leben — denn wir erkennen sie dann als zu uns gehörig und nicht begrenzt durch Geburt und Tod —, wenn wir durch die Pforte des Todes treten. Indem man die seelisch-geistige Welt betritt, macht man aber eine bestimmte Erfahrung: Es ist so, daß man nicht in derselben abstrakt-theoretischen Weise in diese Geisteswelt einziehen kann, mit der man leben kann in der sinnlichen und in der Verstandes- oder Gedankenwelt. In der sinnlichen und in der Verstandeswelt, da bedienen wir uns der Gedanken, Ideen, welche uns eigentlich als solche, ich möchte sagen, kalt lassen. Jeder Mensch, der nur ein wenig Selbstbeobachtung hat, weiß ja, daß, wenn er sich in das Gebiet des reinen Gedankens erhebt, wenn er sich der äußeren Sinneswelt hingibt, ohne besondere Interessen, ohne ein besonderes Zusammengewachsensein mit irgend etwas, ihn eigentlich sowohl die äußere Sinneswelt als auch die Ideenwelt kalt läßt. Man muß nur im einzelnen an besonderen Beispielen aus dem Leben kennen lernen, wie dies der Fall ist. Man muß einmal vergleichen, mit wie anderen inneren Erlebnissen zum Beispiel der Mensch gewöhnlich seine Heimat betrachtet, als irgendeine ihm gleichgültige fremde Gegend. Man wird dann sehen, wie der Mensch durch besondere Verhältnisse sein Gefühl und seinen Willen — die eben immer erst beim Aufwachen untertauchen in die physische Welt und von dorther die Verbindung mit der Sinneswelt und der Verstandeswelt bekommen — heranziehen muß, um ein lebendiges Interesse an der Umwelt zu haben. Daß wir an gewissen Menschen, die uns in der physischen Welt entgegentreten, unser Gefühl entzünden in Liebe, vielleicht auch unseren Haß entzünden, daß wir geneigt sind, aus Mitgefühl für sie irgendwelche Taten zu tun: das alles fordert erst, daß wir unsere Empfindungen, unsere Gefühle, alles, was unser Inneres ist, heranerziehen zu dem, was uns da in der äußeren physischen Welt entgegentritt. Und wie sehr weiß ja der Mensch, wie sein inneres Leben erkaltet, wenn er sich in die Gebiete erhebt, die man gewöhnlich die Gebiete des blassen, trockenen Gedankens, des theoretischen Studiums nennt.
[ 4 ] Ebenso taucht man unter in seinen Äther- oder Lebensleib, das heißt in seine Gedankenwelt, und man wird sich bewußt in Gedanken. Das gewöhnliche Bewußtsein beruht also darauf, daß man sich der Werkzeuge seines physischen Leibes bedient, und daß man sich, ich möchte sagen, des Bildekräftegewebes des ätherischen Leibes bedient. Im gewöhnlichen Leben ist dieses wirkliche Innere des Menschen, das aus Gefühl und Wille gewoben ist, nicht imstande, zu einem Bewußtsein zu kommen, weil es keine Organe hat. Indem man diejenigen denkerischen und Willensübungen macht, von denen ich gesprochen habe, stattet man das Seelische selber mit Organen aus. Dieses Seelische, das zuerst unbestimmt im gewöhnlichen Bewußtsein ist, das wird plastisch gestaltet, so wie sonst unser physischer Leib und unser Ätherleib zu den Sinnen, zu den Denkorganen plastisch gestaltet wird. Es wird also das eigentliche seelisch-geistige Wesen des Menschen plastisch gestaltet. Und in demselben Maße, in dem es plastisch gestaltet wird, indem es gewissermaßen geistig-seelische Sinnesorgane — wenn ich mich des paradoxen Ausdruckes bedienen darf — bekommt, taucht die geistig-seelische Welt um dieses menschliche Innere auf. Was also sonst im dumpfen, dämmerhaften Zustande ist und deshalb erst eine Welt, nämlich die Sinneswelt, wahrnehmen kann, wenn es sich der physischen und der ätherischen Organe bedient, das gewinnt Plastik, kommt in Beziehung zu der Welt, von der wir sonst auch immer umgeben sind, ohne daß wir es wissen, und in der wir ja lebten, bevor wir durch die Geburt oder Empfängnis auf die vorgestern hier beschriebene Art in das physische Wesen eingezogen sind, in der wir auch wiederum leben — denn wir erkennen sie dann als zu uns gehörig und nicht begrenzt durch Geburt und Tod —, wenn wir durch die Pforte des Todes treten. Indem man die seelisch-geistige Welt betritt, macht man aber eine bestimmte Erfahrung: Es ist so, daß man nicht in derselben abstrakt-theoretischen Weise in diese Geisteswelt einziehen kann, mit der man leben kann in der sinnlichen und in der Verstandes- oder Gedankenwelt. In der sinnlichen und in der Verstandeswelt, da bedienen wir uns der Gedanken, Ideen, welche uns eigentlich als solche, ich möchte sagen, kalt lassen. Jeder Mensch, der nur ein wenig Selbstbeobachtung hat, weiß ja, daß, wenn er sich in das Gebiet des reinen Gedankens erhebt, wenn er sich der äußeren Sinneswelt hingibt, ohne besondere Interessen, ohne ein besonderes Zusammengewachsensein mit irgend etwas, ihn eigentlich sowohl die äußere Sinneswelt als auch die Ideenwelt kalt läßt. Man muß nur im einzelnen an besonderen Beispielen aus dem Leben kennen lernen, wie dies der Fall ist. Man muß einmal vergleichen, mit wie anderen inneren Erlebnissen zum Beispiel der Mensch gewöhnlich seine Heimat betrachtet, als irgendeine ihm gleichgültige fremde Gegend. Man wird dann sehen, wie der Mensch durch besondere Verhältnisse sein Gefühl und seinen Willen — die eben immer erst beim Aufwachen untertauchen in die physische Welt und von dorther die Verbindung mit der Sinneswelt und der Verstandeswelt bekommen — heranziehen muß, um ein lebendiges Interesse an der Umwelt zu haben. Daß wir an gewissen Menschen, die uns in der physischen Welt entgegentreten, unser Gefühl entzünden in Liebe, vielleicht auch unseren Haß entzünden, daß wir geneigt sind, aus Mitgefühl für sie irgendwelche Taten zu tun: das alles fordert erst, daß wir unsere Empfindungen, unsere Gefühle, alles, was unser Inneres ist, heranerziehen zu dem, was uns da in der äußeren physischen Welt entgegentritt. Und wie sehr weiß ja der Mensch, wie sein inneres Leben erkaltet, wenn er sich in die Gebiete erhebt, die man gewöhnlich die Gebiete des blassen, trockenen Gedankens, des theoretischen Studiums nennt.
[ 5 ] Es muß erst das, was vom Einschlafen bis zum Aufwachen im dumpfen, dämmerhaften Zustand verweilt, sich gewissermaßen durch das innerliche Miterleben während des Tagwachens zusammenbinden mit dem Gedanken und mit den Sinneserlebnissen, damit die ganze Mannigfaltigkeit der Interessen für die äußere Welt entstehe. Und so erkennen wir ja, wie erst im Leben selbst Gefühl und Wille engagiert werden an der Sinneswelt und an der Gedankenwelt. Im vollsten Sinne des Wortes aber erfahren wir das erst, wenn wir nun durch übersinnliche Erkenntnisse, frei vom physischen Leib und frei vom ätherischen Leib, uns außerhalb derselben erleben in dem gefühls- und willensmäßigen Wesen des Menschen. Und da zeigt sich, daß man anfangen muß, ganz anders zu reden über die Welt, als man im gewöhnlichen Leben, im gewöhnlichen Bewußtsein redet. Man muß anfangen, das, was man sonst in der Wissenschaft gewöhnt ist, mit trockenen Ideen, mit Naturgesetzen, die uns theoretisch wohl interessieren, aber innerlich doch teilnahmslos lassen, darzustellen, zu durchdringen mit gewissen Wortnuancen, die in anderer Weise charakterisieren, als man die äußere Welt im gewöhnlichen Leben zu charakterisieren versucht ist. Durch diese übersinnliche Erkenntnis wird das innere Erleben wesentlich intensiver. Man lebt mehr als sonst die äußere Welt mit. Man ist gar nicht imstande, im Erkennen teilnahmslos und kalt sich den inneren Ideen hinzugeben. Freilich ist man dadurch ausgesetzt dem Vorwurf, daß eine gewisse innere Wärme, daß das Gefühl erwacht, und daß man dadurch, daß der subjektive Sinn erwacht, die Objektivität fälschen würde. Allein diesen Vorwurf erheben nur diejenigen, die die Verhältnisse nicht kennen.
[ 5 ] Es muß erst das, was vom Einschlafen bis zum Aufwachen im dumpfen, dämmerhaften Zustand verweilt, sich gewissermaßen durch das innerliche Miterleben während des Tagwachens zusammenbinden mit dem Gedanken und mit den Sinneserlebnissen, damit die ganze Mannigfaltigkeit der Interessen für die äußere Welt entstehe. Und so erkennen wir ja, wie erst im Leben selbst Gefühl und Wille engagiert werden an der Sinneswelt und an der Gedankenwelt. Im vollsten Sinne des Wortes aber erfahren wir das erst, wenn wir nun durch übersinnliche Erkenntnisse, frei vom physischen Leib und frei vom ätherischen Leib, uns außerhalb derselben erleben in dem gefühls- und willensmäßigen Wesen des Menschen. Und da zeigt sich, daß man anfangen muß, ganz anders zu reden über die Welt, als man im gewöhnlichen Leben, im gewöhnlichen Bewußtsein redet. Man muß anfangen, das, was man sonst in der Wissenschaft gewöhnt ist, mit trockenen Ideen, mit Naturgesetzen, die uns theoretisch wohl interessieren, aber innerlich doch teilnahmslos lassen, darzustellen, zu durchdringen mit gewissen Wortnuancen, die in anderer Weise charakterisieren, als man die äußere Welt im gewöhnlichen Leben zu charakterisieren versucht ist. Durch diese übersinnliche Erkenntnis wird das innere Erleben wesentlich intensiver. Man lebt mehr als sonst die äußere Welt mit. Man ist gar nicht imstande, im Erkennen teilnahmslos und kalt sich den inneren Ideen hinzugeben. Freilich ist man dadurch ausgesetzt dem Vorwurf, daß eine gewisse innere Wärme, daß das Gefühl erwacht, und daß man dadurch, daß der subjektive Sinn erwacht, die Objektivität fälschen würde. Allein diesen Vorwurf erheben nur diejenigen, die die Verhältnisse nicht kennen.
[ 6 ] Was man in der übersinnlichen Erkenntnis schaut, das macht, daß man anders spricht von den übersinnlichen Erkenntnisobjekten. Anders werden diese nicht, weniger objektiv werden diese nicht, denn sie sind eben objektiv. Und wenn ich ein kunstvoll gemaltes Bild ansehe, so wird das dadurch nicht anders, daß ich voll Feuer und Enthusiasmus vor ihm stehe. Aber ich müßte ein kalter Nüchternling sein, wenn ich mit Kunstverständnis etwa vor einer Raffaelschen Madonna oder vor einem Leonardo-Bild kalt und nüchtern stehen würde. Ebenso ist es, wenn in der übersinnlichen Erkenntnis die geistigen Welten auftauchen. Was sie enthalten, das wird nicht anders dadurch, daß man mit stärkerem inneren Anteil mit diesen Welten verbunden sein muß, als man gewöhnlich in der äußeren Welt mit seinen Objekten verbunden ist. Daher wird manches eben anders gesprochen sein, was aus der Erkenntnis dieser höheren Welten heraus gesprochen ist, als man im gewöhnlichen Leben zu hören gewöhnt ist. Aber weniger objektiv wird dadurch diese Welt nicht. Man könnte im Gegenteil sagen: Das Subjektive, das da jetzt herausdringt aus dem physischen und aus dem ätherischen Leib, das wird selbst in seinem ganzen Erleben objektiver, selbstloser. Und so ist dasjenige, was man zuerst erlebt, indem man aus dem physischen Leib heraustritt und sich in seinem eigentlichen Inneren nun bewußt erlebt — während man sich sonst immer unbewußt erlebt —, ein Gefühl absoluter Einsamkeit. Man hat niemals sonst im gewöhnlichen Bewußtsein dieses Erlebnis, daß man — was es auch sonst in der Welt von ihm geben mag, indem man nur in diesem Inneren verweilt — einsam ist, daß man ganz und gar auf sich angewiesen ist mit alledem, was nunmehr seelischer und geistiger Inhalt sein soll.
[ 6 ] Was man in der übersinnlichen Erkenntnis schaut, das macht, daß man anders spricht von den übersinnlichen Erkenntnisobjekten. Anders werden diese nicht, weniger objektiv werden diese nicht, denn sie sind eben objektiv. Und wenn ich ein kunstvoll gemaltes Bild ansehe, so wird das dadurch nicht anders, daß ich voll Feuer und Enthusiasmus vor ihm stehe. Aber ich müßte ein kalter Nüchternling sein, wenn ich mit Kunstverständnis etwa vor einer Raffaelschen Madonna oder vor einem Leonardo-Bild kalt und nüchtern stehen würde. Ebenso ist es, wenn in der übersinnlichen Erkenntnis die geistigen Welten auftauchen. Was sie enthalten, das wird nicht anders dadurch, daß man mit stärkerem inneren Anteil mit diesen Welten verbunden sein muß, als man gewöhnlich in der äußeren Welt mit seinen Objekten verbunden ist. Daher wird manches eben anders gesprochen sein, was aus der Erkenntnis dieser höheren Welten heraus gesprochen ist, als man im gewöhnlichen Leben zu hören gewöhnt ist. Aber weniger objektiv wird dadurch diese Welt nicht. Man könnte im Gegenteil sagen: Das Subjektive, das da jetzt herausdringt aus dem physischen und aus dem ätherischen Leib, das wird selbst in seinem ganzen Erleben objektiver, selbstloser. Und so ist dasjenige, was man zuerst erlebt, indem man aus dem physischen Leib heraustritt und sich in seinem eigentlichen Inneren nun bewußt erlebt — während man sich sonst immer unbewußt erlebt —, ein Gefühl absoluter Einsamkeit. Man hat niemals sonst im gewöhnlichen Bewußtsein dieses Erlebnis, daß man — was es auch sonst in der Welt von ihm geben mag, indem man nur in diesem Inneren verweilt — einsam ist, daß man ganz und gar auf sich angewiesen ist mit alledem, was nunmehr seelischer und geistiger Inhalt sein soll.
[ 7 ] Das, was nur im Abglanz — und da manchmal schon schmerzlich genug für manche Menschen — in der physischen Welt als das Gefühl der Einsamkeit auftritt, das steigert sich in unermeßlicher Art, wenn man in dieser Weise eintritt in die übersinnliche Welt. Aber dann schaut man ja zurück zu dem, was sich als die geistige Umgebung im Spiegel des physischen und des ätherischen Leibes zeigt, die man zurückgelassen hat. Da wird man eben gewahr des völligen Einsamkeitsgefühls, durch das man einzig und allein sein Ich aufrechterhalten kann in dieser Welt. Man würde sonst in dieser Welt des Geistes zerfließen, wenn man nicht gerade so, wie man hier sein Ich-Gefühl durch seinen Leib, durch sein Leibesempfinden hat, in der geistigen Welt dieses Ich-Gefühl nicht durch die Einsamkeit erleben würde. Dieser Einsamkeit dankt man die Aufrechterhaltung des Ich in der geistigen Welt. Dann lernt man erkennen diese geistige Welt als dasjenige, was einen umgibt. Aber man weiß, daß man sie nur kennenlernen kann — wie man in der sinnlichen Welt durch die Augen sieht — durch das innere seelisch-geistige Auge. So ist es ja auch, wenn der Mensch — wie ich in weiterer Ausführung dasjenige, was ich gestern gesagt habe, hier darstellen will — durch des Todes Pforte seinen physischen Leib und seinen Ätherleib verläßt. Es ist wahr, daß dann der physische Leib den Elementen der Erde übergeben wird, daß der ätherische Leib, wie ich es dargestellt habe, zerfließt im allgemeinen Weltenäther. Dasjenige aber, was der Mensch erkennen gelernt hat als seine physische Welt, das heißt, fühlend, wollend erkennen gelernt hat, worinnen er sich erlebt hat in dem gewöhnlichen Bewußtsein zwischen der Geburt und dem Tode, das bleibt dem Menschen. Der stofferfüllte physische Leib, der ätherdurchdrungene Bildekräfteleib, die werden mit dem Tode abgelegt, aber dasjenige, was der Mensch darinnen erfahren hat, das bleibt wie ein weiteres Spiegelndes vorhanden. Man sieht von der geistigen Welt zurück durch den Tod, durch den man hindurchgegangen ist, in das letzte Erdenleben. Und gerade dadurch, daß man nach dem Tode wie einen festen Widerstand, an dem sich alles spiegelt, dieses letzte Erdenleben vor sich hat, dadurch spiegelt sich auch jetzt beim ganzen Durchgang durch die geistig-seelische Welt zwischen dem Tode und neuer Geburt alles dasjenige, was einen umgibt. Und man sieht nun aus dem, was man auf diese Weise erlebt, alles in einem intensiveren Leben auftauchen, als man es hier in der physischen Welt kennengelernt hat. Und als geistig-seelische Wesenheit sieht man zunächst alles dasjenige, zu dem man durch sein Schicksal, durch sein Karma eine gewisse Verbindung eingegangen ist, in dieser Welt. Die Menschen, die man liebgewonnen hat, sie tauchen als Seelen auf. Was man mit ihnen erlebt hat, tritt einem vor das übersinnliche Schauen.
[ 7 ] Das, was nur im Abglanz — und da manchmal schon schmerzlich genug für manche Menschen — in der physischen Welt als das Gefühl der Einsamkeit auftritt, das steigert sich in unermeßlicher Art, wenn man in dieser Weise eintritt in die übersinnliche Welt. Aber dann schaut man ja zurück zu dem, was sich als die geistige Umgebung im Spiegel des physischen und des ätherischen Leibes zeigt, die man zurückgelassen hat. Da wird man eben gewahr des völligen Einsamkeitsgefühls, durch das man einzig und allein sein Ich aufrechterhalten kann in dieser Welt. Man würde sonst in dieser Welt des Geistes zerfließen, wenn man nicht gerade so, wie man hier sein Ich-Gefühl durch seinen Leib, durch sein Leibesempfinden hat, in der geistigen Welt dieses Ich-Gefühl nicht durch die Einsamkeit erleben würde. Dieser Einsamkeit dankt man die Aufrechterhaltung des Ich in der geistigen Welt. Dann lernt man erkennen diese geistige Welt als dasjenige, was einen umgibt. Aber man weiß, daß man sie nur kennenlernen kann — wie man in der sinnlichen Welt durch die Augen sieht — durch das innere seelisch-geistige Auge. So ist es ja auch, wenn der Mensch — wie ich in weiterer Ausführung dasjenige, was ich gestern gesagt habe, hier darstellen will — durch des Todes Pforte seinen physischen Leib und seinen Ätherleib verläßt. Es ist wahr, daß dann der physische Leib den Elementen der Erde übergeben wird, daß der ätherische Leib, wie ich es dargestellt habe, zerfließt im allgemeinen Weltenäther. Dasjenige aber, was der Mensch erkennen gelernt hat als seine physische Welt, das heißt, fühlend, wollend erkennen gelernt hat, worinnen er sich erlebt hat in dem gewöhnlichen Bewußtsein zwischen der Geburt und dem Tode, das bleibt dem Menschen. Der stofferfüllte physische Leib, der ätherdurchdrungene Bildekräfteleib, die werden mit dem Tode abgelegt, aber dasjenige, was der Mensch darinnen erfahren hat, das bleibt wie ein weiteres Spiegelndes vorhanden. Man sieht von der geistigen Welt zurück durch den Tod, durch den man hindurchgegangen ist, in das letzte Erdenleben. Und gerade dadurch, daß man nach dem Tode wie einen festen Widerstand, an dem sich alles spiegelt, dieses letzte Erdenleben vor sich hat, dadurch spiegelt sich auch jetzt beim ganzen Durchgang durch die geistig-seelische Welt zwischen dem Tode und neuer Geburt alles dasjenige, was einen umgibt. Und man sieht nun aus dem, was man auf diese Weise erlebt, alles in einem intensiveren Leben auftauchen, als man es hier in der physischen Welt kennengelernt hat. Und als geistig-seelische Wesenheit sieht man zunächst alles dasjenige, zu dem man durch sein Schicksal, durch sein Karma eine gewisse Verbindung eingegangen ist, in dieser Welt. Die Menschen, die man liebgewonnen hat, sie tauchen als Seelen auf. Was man mit ihnen erlebt hat, tritt einem vor das übersinnliche Schauen.
[ 8 ] Wer geistige, übersinnliche Erkenntnisse erwirbt, erwirbt sich das Bildschauen davon eben schon hier in der physischen Welt durch alles das, was ich geschildert habe. Derjenige, der in der gewöhnlichen Weise durch des Todes Pforte geht, hat diese Anschauung auch, obwohl etwas verändert gegenüber dem hiesigen Schauen. Aus dem, was sich als das Abgelegte, Hüllenhafte des physischen Leibes und des ätherischen Leibes zeigt, taucht alles das auf, mit dem wir im Erdenleben schicksalsmäßig oder sonst verbunden waren. Solange diejenigen, die wir zurückgelassen haben, noch hier auf der Erde sind, ist die Verbindung mit ihnen eine schwierigere. Aber dann, wenn sie nachgekommen sind, im freien geistig-seelischen Leben, taucht auf das Zusammensein mit alledem, was man als Menschenwesen um sich herum mit sich in Verbindung gebracht hat. Daß — wenn ich es jetzt ausdrücken will mit den Worten des gewöhnlich sehenden Bewußtseins — die Menschen, insofern sie sich als zusammengehörig erwiesen haben hier in dieser physischen Welt, sich in der geistig-seelischen Welt, nachdem sie durch des Todes Pforte gegangen sind, wiederfinden, das ist für das übersinnliche Erkennen kein Glaube, der in dunkler Ahnung angenommen wird, sondern das ist eine ebensolche Gewißheit, wie die Ergebnisse der Physik oder der Chemie Gewißheiten sind. Und das ist schon dasjenige, was anthroposophische Geisteswissenschaft zu dem hinzuzufügen vermag, was der Mensch heute in seiner Zivilisation hat. Der Mensch hat heute sich angewöhnt, in einer bestimmten Weise Gewißheit zu erlangen dadurch, daß immer mehr und mehr das wissenschaftliche Bewußtsein populär wird. Er strebt danach, nicht mehr in Form von alten Ahnungen, wie es die Glaubensbekenntnisse traditionell überliefert haben, etwas zu erfahren über die übersinnlichen Welten; er hat sich nunmehr gewöhnt und erzogen zu derjenigen Gewißheit, die die äußere Welt bieten kann. Anthroposophische Geisteswissenschaft will den Weg eröffnen zu dem, was jenseits von Geburt und Tod liegt und dafür dieselbe Art von Gewißheit bieten. Das kann sie tatsächlich. Allein diejenigen, die den Weg, den ich geschildert habe, in die geistigen Welten hinein machen, die können das Wissen fortsetzen, das wir in Physik und Chemie gewonnen haben, bis hinaus in die Welten, die wir betreten, wenn wir durch des Todes Pforte gehen.
[ 8 ] Wer geistige, übersinnliche Erkenntnisse erwirbt, erwirbt sich das Bildschauen davon eben schon hier in der physischen Welt durch alles das, was ich geschildert habe. Derjenige, der in der gewöhnlichen Weise durch des Todes Pforte geht, hat diese Anschauung auch, obwohl etwas verändert gegenüber dem hiesigen Schauen. Aus dem, was sich als das Abgelegte, Hüllenhafte des physischen Leibes und des ätherischen Leibes zeigt, taucht alles das auf, mit dem wir im Erdenleben schicksalsmäßig oder sonst verbunden waren. Solange diejenigen, die wir zurückgelassen haben, noch hier auf der Erde sind, ist die Verbindung mit ihnen eine schwierigere. Aber dann, wenn sie nachgekommen sind, im freien geistig-seelischen Leben, taucht auf das Zusammensein mit alledem, was man als Menschenwesen um sich herum mit sich in Verbindung gebracht hat. Daß — wenn ich es jetzt ausdrücken will mit den Worten des gewöhnlich sehenden Bewußtseins — die Menschen, insofern sie sich als zusammengehörig erwiesen haben hier in dieser physischen Welt, sich in der geistig-seelischen Welt, nachdem sie durch des Todes Pforte gegangen sind, wiederfinden, das ist für das übersinnliche Erkennen kein Glaube, der in dunkler Ahnung angenommen wird, sondern das ist eine ebensolche Gewißheit, wie die Ergebnisse der Physik oder der Chemie Gewißheiten sind. Und das ist schon dasjenige, was anthroposophische Geisteswissenschaft zu dem hinzuzufügen vermag, was der Mensch heute in seiner Zivilisation hat. Der Mensch hat heute sich angewöhnt, in einer bestimmten Weise Gewißheit zu erlangen dadurch, daß immer mehr und mehr das wissenschaftliche Bewußtsein populär wird. Er strebt danach, nicht mehr in Form von alten Ahnungen, wie es die Glaubensbekenntnisse traditionell überliefert haben, etwas zu erfahren über die übersinnlichen Welten; er hat sich nunmehr gewöhnt und erzogen zu derjenigen Gewißheit, die die äußere Welt bieten kann. Anthroposophische Geisteswissenschaft will den Weg eröffnen zu dem, was jenseits von Geburt und Tod liegt und dafür dieselbe Art von Gewißheit bieten. Das kann sie tatsächlich. Allein diejenigen, die den Weg, den ich geschildert habe, in die geistigen Welten hinein machen, die können das Wissen fortsetzen, das wir in Physik und Chemie gewonnen haben, bis hinaus in die Welten, die wir betreten, wenn wir durch des Todes Pforte gehen.
[ 9 ] Allerdings nicht alles erscheint uns in dieser Weise, wenn wir in der übersinnlichen Erkenntnis zurückblicken von außerhalb des Leibes nach diesem Leibe zurück. Und etwas tritt da ganz besonders rätselhaft auf. Das, was da rätselhaft auftritt, kann am besten zeigen, daß anthroposophische Geisteswissenschaft nicht etwa die Dinge, die sie in ihre Erkenntnis hereinnimmt, in nüchternen, trockenen Rationalismus übersetzt. Sie bringt den Menschen zum Schauen, oder indem sie ihre Erkenntnisse mitteilt, spricht sie von etwas, was geschaut werden kann. Aber die volle Ehrfurcht vor dem, was die Welt an Geheimnissen enthält, was die Welt eben an Ehrfurchtwerten enthält, die geht einem nicht verloren, indem man schauend vor das hingeführt wird, was sonst höchstens dem unbestimmten Ahnen aufgeht. Und das Rätselvolle, das ich meine, das einem da erscheint, ist, daß man jetzt kennenlernt, welches das Verhältnis des Menschen zur Erde ist, namentlich welches das Verhältnis des Menschen zur physischen mineralischen Erde ist.
[ 9 ] Allerdings nicht alles erscheint uns in dieser Weise, wenn wir in der übersinnlichen Erkenntnis zurückblicken von außerhalb des Leibes nach diesem Leibe zurück. Und etwas tritt da ganz besonders rätselhaft auf. Das, was da rätselhaft auftritt, kann am besten zeigen, daß anthroposophische Geisteswissenschaft nicht etwa die Dinge, die sie in ihre Erkenntnis hereinnimmt, in nüchternen, trockenen Rationalismus übersetzt. Sie bringt den Menschen zum Schauen, oder indem sie ihre Erkenntnisse mitteilt, spricht sie von etwas, was geschaut werden kann. Aber die volle Ehrfurcht vor dem, was die Welt an Geheimnissen enthält, was die Welt eben an Ehrfurchtwerten enthält, die geht einem nicht verloren, indem man schauend vor das hingeführt wird, was sonst höchstens dem unbestimmten Ahnen aufgeht. Und das Rätselvolle, das ich meine, das einem da erscheint, ist, daß man jetzt kennenlernt, welches das Verhältnis des Menschen zur Erde ist, namentlich welches das Verhältnis des Menschen zur physischen mineralischen Erde ist.
[ 10 ] Ich habe ja gerade von den verschiedensten Gesichtspunkten aus dargestellt, wie, an den physischen Leib gebunden, unser Gedankengewebe zurückbleibt, und man kann außer dem, was ich jetzt geschildert habe, was sich spiegelt und was uns in erkenntnismäßiger Weise zum ewigen Wesenskern des Menschen führt, auch dasjenige erkennen, was die Natur des Spiegels selber ist, den man da vor sich hat. Ich möchte sagen: So wie man in der physischen Welt einen Spiegel vor sich hat und im Spiegel die Welt, die vor einem ist, mit einem selbst erscheint, so erscheint einem die geistige Welt im übersinnlichen Erkennen durch diesen Spiegel. Aber gerade so, wie man den Spiegel mit seinem Belag nun auch betasten kann, wie man ihn untersuchen kann in seiner Wesenheit, so kann man auch diesen Spiegel des Übersinnlichen, nämlich unseren physischen und unseren Ätherleib untersuchen, wenn man mit seinem eigentlichen geistig-seelischen Wesen außerhalb desselben gedrungen ist.
[ 10 ] Ich habe ja gerade von den verschiedensten Gesichtspunkten aus dargestellt, wie, an den physischen Leib gebunden, unser Gedankengewebe zurückbleibt, und man kann außer dem, was ich jetzt geschildert habe, was sich spiegelt und was uns in erkenntnismäßiger Weise zum ewigen Wesenskern des Menschen führt, auch dasjenige erkennen, was die Natur des Spiegels selber ist, den man da vor sich hat. Ich möchte sagen: So wie man in der physischen Welt einen Spiegel vor sich hat und im Spiegel die Welt, die vor einem ist, mit einem selbst erscheint, so erscheint einem die geistige Welt im übersinnlichen Erkennen durch diesen Spiegel. Aber gerade so, wie man den Spiegel mit seinem Belag nun auch betasten kann, wie man ihn untersuchen kann in seiner Wesenheit, so kann man auch diesen Spiegel des Übersinnlichen, nämlich unseren physischen und unseren Ätherleib untersuchen, wenn man mit seinem eigentlichen geistig-seelischen Wesen außerhalb desselben gedrungen ist.
[ 11 ] Und da zeigt sich, daß ja der Mensch während seines Erdenlebens fortwährend aus der Außenwelt zu seinem Wachstum, zu seinem ganzen Leben, die Stoffe dieser Außenwelt aufnimmt. Wir nehmen allerdings Stoffe aus dem tierischen, aus dem pflanzlichen Reiche auf, aber in allen diesen Stoffen, die wir aus dem tierischen, aus dem pflanzlichen Reiche aufnehmen, sind ja durchaus auch die mineralischen Substanzen enthalten. In den Pflanzen sind die mineralischen Substanzen enthalten, denn die Pflanze baut sich aus den Mineralsubstanzen auf. Indem wir zum Beispiel Pflanzennahrung zu uns nehmen, bauen wir dann unseren eigenen Leib aus mineralischen Substanzen auf. Und hier zeigt sich, indem wir nun zurückblicken auf unseren physischen Leib von außerhalb, welches eigentlich die Bedeutung ist dieser mineralischen Stoffe, die wir aufnehmen. Denn was man durch das gewöhnliche Bewußtsein gar nicht einmal leicht ahnen kann, das zeigt sich jetzt der Anschauung: wie das Denken waltet. Wir haben ja das Denken zurückgelassen. Die Gedanken glimmen, möchte ich sagen, weiter, leuchten weiter im physischen Leibe, den wir anhaben. Also wir können die Wirkung der Gedanken im physischen Leibe nun von außerhalb wie ein Objektives sehen. Und wir sehen, daß die Wirkung der Gedanken auf den physischen Leib des Menschen die ist, daß die physischen Substanzen aufgelöst werden, eigentlich in einem gewissen Sinne in nichts zerfallen. Ich weiß, daß ich scheinbar jetzt gegen das Gesetz von der Erhaltung der Kraft spreche, allein die Zeit reicht nicht aus, um dasjenige auch hier jetzt erörtern zu können, was zeigt, daß meine Angaben in voller Harmonie mit diesem Gesetz stehen. Ich muß mich in Anbetracht der Natur der Sache etwas populär ausdrücken. Es kann aber verständlich sein, daß eigentlich das, was in den Menschen als rein Mineralisches eingegliedert wird, was er als rein Mineralisches in sich trägt, daß das in ihm sein muß, weil es aufgelöst werden muß durch die Gedanken. Die Gedanken könnten nicht da sein — denn das ist ihre Lebensbedingung —, wenn sie nicht mineralische, irdische Substanzen — wie man in früheren, mehr ahnungsvollen Geisteswissenschaften auch sagt — auflösen würden. Dieses Auflösen, gewissermaßen dieses Fällen physischer Substanzen, das ist das, was die physische Vermittlung des Denkens ist.
[ 11 ] Und da zeigt sich, daß ja der Mensch während seines Erdenlebens fortwährend aus der Außenwelt zu seinem Wachstum, zu seinem ganzen Leben, die Stoffe dieser Außenwelt aufnimmt. Wir nehmen allerdings Stoffe aus dem tierischen, aus dem pflanzlichen Reiche auf, aber in allen diesen Stoffen, die wir aus dem tierischen, aus dem pflanzlichen Reiche aufnehmen, sind ja durchaus auch die mineralischen Substanzen enthalten. In den Pflanzen sind die mineralischen Substanzen enthalten, denn die Pflanze baut sich aus den Mineralsubstanzen auf. Indem wir zum Beispiel Pflanzennahrung zu uns nehmen, bauen wir dann unseren eigenen Leib aus mineralischen Substanzen auf. Und hier zeigt sich, indem wir nun zurückblicken auf unseren physischen Leib von außerhalb, welches eigentlich die Bedeutung ist dieser mineralischen Stoffe, die wir aufnehmen. Denn was man durch das gewöhnliche Bewußtsein gar nicht einmal leicht ahnen kann, das zeigt sich jetzt der Anschauung: wie das Denken waltet. Wir haben ja das Denken zurückgelassen. Die Gedanken glimmen, möchte ich sagen, weiter, leuchten weiter im physischen Leibe, den wir anhaben. Also wir können die Wirkung der Gedanken im physischen Leibe nun von außerhalb wie ein Objektives sehen. Und wir sehen, daß die Wirkung der Gedanken auf den physischen Leib des Menschen die ist, daß die physischen Substanzen aufgelöst werden, eigentlich in einem gewissen Sinne in nichts zerfallen. Ich weiß, daß ich scheinbar jetzt gegen das Gesetz von der Erhaltung der Kraft spreche, allein die Zeit reicht nicht aus, um dasjenige auch hier jetzt erörtern zu können, was zeigt, daß meine Angaben in voller Harmonie mit diesem Gesetz stehen. Ich muß mich in Anbetracht der Natur der Sache etwas populär ausdrücken. Es kann aber verständlich sein, daß eigentlich das, was in den Menschen als rein Mineralisches eingegliedert wird, was er als rein Mineralisches in sich trägt, daß das in ihm sein muß, weil es aufgelöst werden muß durch die Gedanken. Die Gedanken könnten nicht da sein — denn das ist ihre Lebensbedingung —, wenn sie nicht mineralische, irdische Substanzen — wie man in früheren, mehr ahnungsvollen Geisteswissenschaften auch sagt — auflösen würden. Dieses Auflösen, gewissermaßen dieses Fällen physischer Substanzen, das ist das, was die physische Vermittlung des Denkens ist.
[ 12 ] Man lernt jetzt erkennen, indem man mit seinem gefühls- und willensmäßigen Menschen, also mit dem eigenen menschlichen Inneren in seinem physischen und in seinem ätherischen Leibe ist, und durchdrungen ist von dem Denken, daß dieses Denken dann abläuft dadurch, daß fortwährend mineralische, physische Substanz vernichtet wird. Man lernt jetzt erkennen, wie eigentlich unser gewöhnliches Bewußtsein verläuft. Es verläuft nicht in der Weise, daß die Wachstumskräfte, die sich im sonstigen Organismus mit Hilfe der Nahrungsaufnahme entwickeln, in uns walten. In demselben Sinne, in dem die Wachstumskräfte rege werden in uns, wird ja gerade das Denken abgedämpft. Im Aufwachen muß das Denken, ich möchte sagen, freie Berätigung darin erlangen, die physische Materie aufzulösen, auszuscheiden aus dem physischen Leib. Und das Nervensystem des Menschen ist für anthroposophische Geisteswissenschaft gerade dasjenige Organ, welches durch den ganzen Körper hindurch die Abscheidung des Mineralisch-Physischen vermittelt. Und in dieser Abscheidung des Mineralisch-Physischen entwickelt sich auch gerade eben dasjenige Denken, das wir sonst gewöhnlich durch die Welt tragen.
[ 12 ] Man lernt jetzt erkennen, indem man mit seinem gefühls- und willensmäßigen Menschen, also mit dem eigenen menschlichen Inneren in seinem physischen und in seinem ätherischen Leibe ist, und durchdrungen ist von dem Denken, daß dieses Denken dann abläuft dadurch, daß fortwährend mineralische, physische Substanz vernichtet wird. Man lernt jetzt erkennen, wie eigentlich unser gewöhnliches Bewußtsein verläuft. Es verläuft nicht in der Weise, daß die Wachstumskräfte, die sich im sonstigen Organismus mit Hilfe der Nahrungsaufnahme entwickeln, in uns walten. In demselben Sinne, in dem die Wachstumskräfte rege werden in uns, wird ja gerade das Denken abgedämpft. Im Aufwachen muß das Denken, ich möchte sagen, freie Berätigung darin erlangen, die physische Materie aufzulösen, auszuscheiden aus dem physischen Leib. Und das Nervensystem des Menschen ist für anthroposophische Geisteswissenschaft gerade dasjenige Organ, welches durch den ganzen Körper hindurch die Abscheidung des Mineralisch-Physischen vermittelt. Und in dieser Abscheidung des Mineralisch-Physischen entwickelt sich auch gerade eben dasjenige Denken, das wir sonst gewöhnlich durch die Welt tragen.
[ 13 ] Sie sehen also, daß man durch anthroposophische Geisteswissenschaft nicht allein das Ewige kennenlernt, sondern daß man auch die Art und Weise kennenlernt, wie dieses Ewige des Menschen in dem physischen Leibe wirkt, wie also zum Beispiel das Denken nur dadurch da sein kann, daß der Mensch immer weiter und weiter das Mineralische, das heißt das Tote, in sich entwickelt. Und so können wir sagen: Wenn wir in dieser Weise den Menschen kennenlernen, dann lernen wir den Tod auch noch auf eine andere Weise kennen, als ich es schon geschildert habe. Der Tod tritt uns sonst als der Abschluß des Lebens, als ein Moment des Lebens, als ein einmaliges Erlebnis entgegen. Wenn man in dieser Weise den physischen und den ätherischen Leib des Menschen, ich möchte sagen, durchleuchtet, dann lernt man den langsam verlaufenden Tod, das heißt das Abscheiden von mineralisch-physischer Substanz — und das Sterben ist ja nichts anderes, als daß man die mineralisch-physische Substanz auf einmal abscheidet —, man lernt das fortwährend dauernde Abscheiden eines Leichnamhaften in uns kennen. Man lernt erkennen, daß man eigentlich von der Geburt an partiell immer stirbt, und nur dann, wenn wir mit dem ganzen Leib dasselbe machen, was wir sonst nur durch das Nervensystem in einem kleinen Teil des Leibes machen durch das ganze Leben hindurch, dann sterben wir.
[ 13 ] Sie sehen also, daß man durch anthroposophische Geisteswissenschaft nicht allein das Ewige kennenlernt, sondern daß man auch die Art und Weise kennenlernt, wie dieses Ewige des Menschen in dem physischen Leibe wirkt, wie also zum Beispiel das Denken nur dadurch da sein kann, daß der Mensch immer weiter und weiter das Mineralische, das heißt das Tote, in sich entwickelt. Und so können wir sagen: Wenn wir in dieser Weise den Menschen kennenlernen, dann lernen wir den Tod auch noch auf eine andere Weise kennen, als ich es schon geschildert habe. Der Tod tritt uns sonst als der Abschluß des Lebens, als ein Moment des Lebens, als ein einmaliges Erlebnis entgegen. Wenn man in dieser Weise den physischen und den ätherischen Leib des Menschen, ich möchte sagen, durchleuchtet, dann lernt man den langsam verlaufenden Tod, das heißt das Abscheiden von mineralisch-physischer Substanz — und das Sterben ist ja nichts anderes, als daß man die mineralisch-physische Substanz auf einmal abscheidet —, man lernt das fortwährend dauernde Abscheiden eines Leichnamhaften in uns kennen. Man lernt erkennen, daß man eigentlich von der Geburt an partiell immer stirbt, und nur dann, wenn wir mit dem ganzen Leib dasselbe machen, was wir sonst nur durch das Nervensystem in einem kleinen Teil des Leibes machen durch das ganze Leben hindurch, dann sterben wir.
[ 14 ] Man lernt also den Moment des Todes anschauen, indem man ihn im Kleinen durchschaut in der Arbeit des Denkens im menschlichen Organismus. Und der Mensch kann die ganze Zeit, die er durchmacht nach dem Tode, deshalb auf seinen physischen Leib zurückblicken, weil folgendes da ist. Denken Sie doch nur, wenn im gewöhnlichen Leben irgendein Gedanke in Ihnen aufhellt, aufleuchtet, dann ist immer das zugrunde liegend im physischen Leibe, daß ja, wie in einer Salzlösung, wenn sie gefällt wird, die physische Materie sich abscheidet, in Ihnen physische Materie sich abscheidet. Das Aufleuchten des Gedankens verdanken Sie gewissermaßen dieser Trübe, dieser Abscheidung von physischer, von mineralischer Substanz. Indem Sie den physischen Leib verlassen, summiert sich für den ganzen Leib in einer verhältnismäßig kurzen Zeit dasjenige, was Sie in fortwährendem Gedankenleben haben. Sie haben also das vor sich, daß Sie im Tode wie auf einmal aufleuchten sehen, was durch Ihr ganzes Erdenleben von der Geburt bis zum Tode langsam geglommen, geleuchtet hat.
[ 14 ] Man lernt also den Moment des Todes anschauen, indem man ihn im Kleinen durchschaut in der Arbeit des Denkens im menschlichen Organismus. Und der Mensch kann die ganze Zeit, die er durchmacht nach dem Tode, deshalb auf seinen physischen Leib zurückblicken, weil folgendes da ist. Denken Sie doch nur, wenn im gewöhnlichen Leben irgendein Gedanke in Ihnen aufhellt, aufleuchtet, dann ist immer das zugrunde liegend im physischen Leibe, daß ja, wie in einer Salzlösung, wenn sie gefällt wird, die physische Materie sich abscheidet, in Ihnen physische Materie sich abscheidet. Das Aufleuchten des Gedankens verdanken Sie gewissermaßen dieser Trübe, dieser Abscheidung von physischer, von mineralischer Substanz. Indem Sie den physischen Leib verlassen, summiert sich für den ganzen Leib in einer verhältnismäßig kurzen Zeit dasjenige, was Sie in fortwährendem Gedankenleben haben. Sie haben also das vor sich, daß Sie im Tode wie auf einmal aufleuchten sehen, was durch Ihr ganzes Erdenleben von der Geburt bis zum Tode langsam geglommen, geleuchtet hat.
[ 15 ] Und durch diesen mächtigen Eindruck, in dem das Gedankenleben wie ein mächtiger Blitz die Seele überstrahlt, bekommt der Mensch die Erinnerung an sein physisches Erdenleben. Der physische Leib kann nur ganz abfallen; der Ätherleib kann sich ganz auflösen im allgemeinen Weltenäther. Dadurch, daß man diesen mächtigen, einmaligen Gedankeneindruck bekommen hat — für Mathematiker möchte ich sagen: dieses Gedankenintegral, gegenüber den Gedankendifferentialen, von der Geburt bis zum Tode —, dadurch hat man nun, wenn man auch das Physische, das Ätherische abgeworfen hat, in der ganzen Zeit nach dem Tode dieses physische Erdenleben jederzeit wie ein Spiegelndes vor sich, durch das sich alles das zeigt, was man jetzt erlebt, wenn nach und nach heraufkommen die menschlichen Wesen, mit denen man schicksalsmäßig in Liebe oder in Haß verbunden ist, wenn auftauchen jene geistigen Wesen, die in der Geisteswelt vorhanden sind und die nicht auf die Erde heruntersteigen, in deren Gemeinschaft man jetzt auch eintritt. Der Geistesforscher darf das ruhig sagen, denn er weiß, daß er nicht aus irgendwelchen Wahngebilden heraus redet, sondern er weiß, daß sich diese Dinge dem übersinnlichen Schauen als ebensolche Realitäten ergeben, wenn dieses übersinnliche Schauen eben eintritt durch das Organ des physischen und Ätherleibes, die jetzt draußen sind, er weiß, daß diese Dinge geschaut werden, wie sonst geschaut werden durch die physischen Augen die physischen Farben, durch die physischen Ohren die physischen Töne.
[ 15 ] Und durch diesen mächtigen Eindruck, in dem das Gedankenleben wie ein mächtiger Blitz die Seele überstrahlt, bekommt der Mensch die Erinnerung an sein physisches Erdenleben. Der physische Leib kann nur ganz abfallen; der Ätherleib kann sich ganz auflösen im allgemeinen Weltenäther. Dadurch, daß man diesen mächtigen, einmaligen Gedankeneindruck bekommen hat — für Mathematiker möchte ich sagen: dieses Gedankenintegral, gegenüber den Gedankendifferentialen, von der Geburt bis zum Tode —, dadurch hat man nun, wenn man auch das Physische, das Ätherische abgeworfen hat, in der ganzen Zeit nach dem Tode dieses physische Erdenleben jederzeit wie ein Spiegelndes vor sich, durch das sich alles das zeigt, was man jetzt erlebt, wenn nach und nach heraufkommen die menschlichen Wesen, mit denen man schicksalsmäßig in Liebe oder in Haß verbunden ist, wenn auftauchen jene geistigen Wesen, die in der Geisteswelt vorhanden sind und die nicht auf die Erde heruntersteigen, in deren Gemeinschaft man jetzt auch eintritt. Der Geistesforscher darf das ruhig sagen, denn er weiß, daß er nicht aus irgendwelchen Wahngebilden heraus redet, sondern er weiß, daß sich diese Dinge dem übersinnlichen Schauen als ebensolche Realitäten ergeben, wenn dieses übersinnliche Schauen eben eintritt durch das Organ des physischen und Ätherleibes, die jetzt draußen sind, er weiß, daß diese Dinge geschaut werden, wie sonst geschaut werden durch die physischen Augen die physischen Farben, durch die physischen Ohren die physischen Töne.
[ 16 ] So also gliedert sich Menschheitsentwickelung der Weltentwickelung ein. Wenn man die Weltentwickelung betrachtet, sagen wir zum Beispiel das mineralische Erdenleben, dann begreift man, warum die mineralischen Erdengesetze da sind. Sie sind da, damit sie auch in uns sein können, und das Denken ist daher an die Erde gebunden. Aber indem man sieht, wie die Geschöpfe, die ihr Denken mit der Erde verbunden haben, aus dem heraustreten, was das Denken hervorruft, lernt man auch erkennen, wie der Mensch sich in seiner eigentlichen Wesenheit über das bloß Irdische erhebt. Das ist es, was Weltentwickelung an die Menschheitsentwikkelung anknüpft, sie mit ihr verbindet. Man lernt den Menschen erkennen, und man lernt dadurch auch die Welt erkennen. Lernt man den physischen Leib des Menschen erkennen, wie er durch das Denken mineralisiert wird, so lernt man von dem physischen Leib des Menschen aus auch die tote, mineralisierte Erde kennen. Dadurch ist die Grundlage geschaffen für die Erkenntnis der Weltentwickelung auch ihrer geistigen Seite nach.
[ 16 ] So also gliedert sich Menschheitsentwickelung der Weltentwickelung ein. Wenn man die Weltentwickelung betrachtet, sagen wir zum Beispiel das mineralische Erdenleben, dann begreift man, warum die mineralischen Erdengesetze da sind. Sie sind da, damit sie auch in uns sein können, und das Denken ist daher an die Erde gebunden. Aber indem man sieht, wie die Geschöpfe, die ihr Denken mit der Erde verbunden haben, aus dem heraustreten, was das Denken hervorruft, lernt man auch erkennen, wie der Mensch sich in seiner eigentlichen Wesenheit über das bloß Irdische erhebt. Das ist es, was Weltentwickelung an die Menschheitsentwikkelung anknüpft, sie mit ihr verbindet. Man lernt den Menschen erkennen, und man lernt dadurch auch die Welt erkennen. Lernt man den physischen Leib des Menschen erkennen, wie er durch das Denken mineralisiert wird, so lernt man von dem physischen Leib des Menschen aus auch die tote, mineralisierte Erde kennen. Dadurch ist die Grundlage geschaffen für die Erkenntnis der Weltentwickelung auch ihrer geistigen Seite nach.
[ 17 ] Wenn man in dieser Weise das menschliche Innere kennenlernt, dann ist es mit der Weltentwickelung so, wie es mit den gewöhnlichen irdischen Erlebnissen ist, die man seit seiner Geburt durchgemacht hat. Wenn Sie jetzt aus Ihren möglichen Gedächtnisschätzen heraus irgend etwas holen, was Sie als ein Erlebnis vor zehn Jahren durchgemacht haben, so tritt ein Vergangenes, das Sie erlebt haben, im Bilde vor Ihrer Seele auf. Sie wissen genau aus den Lebenszusammenhängen, daß das im Bilde auftritt. Aber das Bild schafft Ihnen eine Erkenntnis dessen, was objektiv vor zehn Jahren da war. Wodurch? Weil Vorgänge im Organismus zurückgeblieben sind, die Ihnen jetzt das Bild heraufrufen. In Ihrem Organismus sind Vorgänge zurückgeblieben, die rufen in Ihnen das Bild hervor, und dadurch können Sie aus dem Bilde dasjenige vor sich wiederum — wie ich es hier einmal genannt habe — konstruieren, was Sie vor zehn Jahren erlebt haben. Aber durch die übersinnliche Erkenntnis kommt man ja tiefer in das menschliche Innere hinein. Man lernt zum Beispiel erkennen, wie während des Denkens der physische Leib sich mineralisiert, ebenso wie man ein Erlebnis, das man gehabt hat seit der Geburt, erkennen lernt durch das, was man in sich selber trägt, durch die Spuren, die es in einem zurückgelassen hat.
[ 17 ] Wenn man in dieser Weise das menschliche Innere kennenlernt, dann ist es mit der Weltentwickelung so, wie es mit den gewöhnlichen irdischen Erlebnissen ist, die man seit seiner Geburt durchgemacht hat. Wenn Sie jetzt aus Ihren möglichen Gedächtnisschätzen heraus irgend etwas holen, was Sie als ein Erlebnis vor zehn Jahren durchgemacht haben, so tritt ein Vergangenes, das Sie erlebt haben, im Bilde vor Ihrer Seele auf. Sie wissen genau aus den Lebenszusammenhängen, daß das im Bilde auftritt. Aber das Bild schafft Ihnen eine Erkenntnis dessen, was objektiv vor zehn Jahren da war. Wodurch? Weil Vorgänge im Organismus zurückgeblieben sind, die Ihnen jetzt das Bild heraufrufen. In Ihrem Organismus sind Vorgänge zurückgeblieben, die rufen in Ihnen das Bild hervor, und dadurch können Sie aus dem Bilde dasjenige vor sich wiederum — wie ich es hier einmal genannt habe — konstruieren, was Sie vor zehn Jahren erlebt haben. Aber durch die übersinnliche Erkenntnis kommt man ja tiefer in das menschliche Innere hinein. Man lernt zum Beispiel erkennen, wie während des Denkens der physische Leib sich mineralisiert, ebenso wie man ein Erlebnis, das man gehabt hat seit der Geburt, erkennen lernt durch das, was man in sich selber trägt, durch die Spuren, die es in einem zurückgelassen hat.
[ 18 ] Ebenso erkennt man die Entwickelung der Erde aus der Entwickelung des Menschen. Aus dem, was das Mineralische im Menschen tut, lernt man die Aufgabe des Mineralreichs in der Erdenentwickelung kennen. Und lernt man in derselben Weise erkennen, wie ich es Ihnen jetzt dargestellt habe — ich kann es nur erwähnen, die einzelne Darstellung würde zu weit führen —, wie das Pflanzenreich mit dem Menschen verbunden ist, wie das Tierreich mit dem Menschen verbunden ist — denn auch das kann man kennenlernen —, dann kann man vom Menschen aus die Weltentwickelung kennenlernen. Und innerhalb dieser Weltentwickelung ergibt sich dann etwas, was nun wiederum so wichtig ist für den, der sich für die heutige Zivilisation interessiert, wie das wichtig ist, was ich für die eigentliche Erkenntnis des menschlichen Wesens, des ewigen Wesenskernes des Menschen erwähnt habe.
[ 18 ] Ebenso erkennt man die Entwickelung der Erde aus der Entwickelung des Menschen. Aus dem, was das Mineralische im Menschen tut, lernt man die Aufgabe des Mineralreichs in der Erdenentwickelung kennen. Und lernt man in derselben Weise erkennen, wie ich es Ihnen jetzt dargestellt habe — ich kann es nur erwähnen, die einzelne Darstellung würde zu weit führen —, wie das Pflanzenreich mit dem Menschen verbunden ist, wie das Tierreich mit dem Menschen verbunden ist — denn auch das kann man kennenlernen —, dann kann man vom Menschen aus die Weltentwickelung kennenlernen. Und innerhalb dieser Weltentwickelung ergibt sich dann etwas, was nun wiederum so wichtig ist für den, der sich für die heutige Zivilisation interessiert, wie das wichtig ist, was ich für die eigentliche Erkenntnis des menschlichen Wesens, des ewigen Wesenskernes des Menschen erwähnt habe.
[ 19 ] Wir haben ja erlebt in der neueren Zivilisation, daß es gelungen ist, wenigstens bis zu einem gewissen Grade — wenn die betreffenden Theorien, oder wie manche meinen, Hypothesen auch noch manches Unklare, Ergänzungsbedürftige, Modifikationsbedürftige enthalten —, den Menschen in seinem Verhältnis zur Weltentwickelung so zu betrachten, daß wir ihn anschließen an die Entwickelung der Tiere. Wir verfolgen das, was sich von den einfachsten organischen Wesen herauf entwickelt bis zu den höheren Tieren, dann weiter, und wir gelangen dann dazu, den Menschen an die Spitze der tierischen Entwickelung zu stellen. Der eine tut es so, der andere so, der eine in einer mehr idealistischen, der andere mehr in einer materialistischen Andeutung der darwinistischen Evolutionslehre, aber methodisch wird heute kaum jemand leugnen, daß wir — was übrigens seit längerer Zeit gepflogen worden ist —, wenn wir seiner physischen Natur nach den Menschen nach naturwissenschaftlicher Methode kennenlernen wollen, ihn anreihen müssen an die Tierreihe. Wir müssen untersuchen, wie sein Haupt, sein Kopf umgestaltet ist gegenüber den Köpfen der verschiedenen Tierarten, wir müssen seine Gliedmaßen untersuchen und so weiter. Wir bekommen dadurch dasjenige, was man vergleichende Anatomie, vergleichende Morphologie, vergleichende Physiologie nennt, und wir bekommen dann auch Vorstellungen über die Art und Weise, wie sich im Verlauf der Weltentwickelung der Mensch seiner physischen Gestalt nach aus den niederen Wesen heraus gebildet hat. Aber wir bleiben dabei immer im Gebiete des Physischen. Man nimmt heute dem anthroposophischen Geistesforscher übel, daß er von der geistigen Welt in der Weise spricht, wie ich es mir erlaubt habe, in diesem Vortrage zu tun. Man sieht das von vielen Seiten als eine Phantasterei an; wenn auch manche glauben, daß es eine gutgemeinte Phantasterei ist, sie sehen es als eine Phantasterei an.
[ 19 ] Wir haben ja erlebt in der neueren Zivilisation, daß es gelungen ist, wenigstens bis zu einem gewissen Grade — wenn die betreffenden Theorien, oder wie manche meinen, Hypothesen auch noch manches Unklare, Ergänzungsbedürftige, Modifikationsbedürftige enthalten —, den Menschen in seinem Verhältnis zur Weltentwickelung so zu betrachten, daß wir ihn anschließen an die Entwickelung der Tiere. Wir verfolgen das, was sich von den einfachsten organischen Wesen herauf entwickelt bis zu den höheren Tieren, dann weiter, und wir gelangen dann dazu, den Menschen an die Spitze der tierischen Entwickelung zu stellen. Der eine tut es so, der andere so, der eine in einer mehr idealistischen, der andere mehr in einer materialistischen Andeutung der darwinistischen Evolutionslehre, aber methodisch wird heute kaum jemand leugnen, daß wir — was übrigens seit längerer Zeit gepflogen worden ist —, wenn wir seiner physischen Natur nach den Menschen nach naturwissenschaftlicher Methode kennenlernen wollen, ihn anreihen müssen an die Tierreihe. Wir müssen untersuchen, wie sein Haupt, sein Kopf umgestaltet ist gegenüber den Köpfen der verschiedenen Tierarten, wir müssen seine Gliedmaßen untersuchen und so weiter. Wir bekommen dadurch dasjenige, was man vergleichende Anatomie, vergleichende Morphologie, vergleichende Physiologie nennt, und wir bekommen dann auch Vorstellungen über die Art und Weise, wie sich im Verlauf der Weltentwickelung der Mensch seiner physischen Gestalt nach aus den niederen Wesen heraus gebildet hat. Aber wir bleiben dabei immer im Gebiete des Physischen. Man nimmt heute dem anthroposophischen Geistesforscher übel, daß er von der geistigen Welt in der Weise spricht, wie ich es mir erlaubt habe, in diesem Vortrage zu tun. Man sieht das von vielen Seiten als eine Phantasterei an; wenn auch manche glauben, daß es eine gutgemeinte Phantasterei ist, sie sehen es als eine Phantasterei an.
[ 20 ] Wer sich nur ein wenig bekanntmacht mit dem, was ich geschildert habe, wer es nur überhaupt vornimmt, der wird sehen, daß die Vorbereitungen dazu ebenso ernst sind, wie zum Beispiel die Vorbereitungen zum Betreiben der Mathematik, daß daher gar keine Rede davon sein kann, daß man hineinsegelt in irgendein phantastisches Gebiet. Wie aber einem auf der einen Seite übelgenommen wird, daß man von der geistigen Welt als einer realen, anschaubaren Welt spricht, so wird einem auf der anderen Seite übelgenommen, daß man in bezug auf die physische Entwickelung des Menschen sich eigentlich im vollen Sinne des Wortes zu denjenigen bekennt, die in darwinistischer Weise, in ganz disziplinierter Naturwissenschaft die Tierreihe bis herauf zum Menschen verfolgen. Es darf eben durchaus nicht in das, was physisch betrachtet wird, hineinspekuliert werden und allerlei im Physischen schon gesucht werden, wie es heute schon wieder der Neo-Vitalismus tut. Der spekuliert tief hinein; der alte Vitalismus hat es auch getan. Indem man die physische Welt betrachtet, muß man beim Physischen stehen bleiben.
[ 20 ] Wer sich nur ein wenig bekanntmacht mit dem, was ich geschildert habe, wer es nur überhaupt vornimmt, der wird sehen, daß die Vorbereitungen dazu ebenso ernst sind, wie zum Beispiel die Vorbereitungen zum Betreiben der Mathematik, daß daher gar keine Rede davon sein kann, daß man hineinsegelt in irgendein phantastisches Gebiet. Wie aber einem auf der einen Seite übelgenommen wird, daß man von der geistigen Welt als einer realen, anschaubaren Welt spricht, so wird einem auf der anderen Seite übelgenommen, daß man in bezug auf die physische Entwickelung des Menschen sich eigentlich im vollen Sinne des Wortes zu denjenigen bekennt, die in darwinistischer Weise, in ganz disziplinierter Naturwissenschaft die Tierreihe bis herauf zum Menschen verfolgen. Es darf eben durchaus nicht in das, was physisch betrachtet wird, hineinspekuliert werden und allerlei im Physischen schon gesucht werden, wie es heute schon wieder der Neo-Vitalismus tut. Der spekuliert tief hinein; der alte Vitalismus hat es auch getan. Indem man die physische Welt betrachtet, muß man beim Physischen stehen bleiben.
[ 21 ] Deshalb betrachtet es der anthroposophische Geistesforscher, der es auf der einen Seite wagt, in gewisser Weise über die Verhältnisse nach dem Tode und vor der Geburt zu sprechen, wie ich es hier getan habe, nicht als Vorwurf, beziehungsweise er erträgt den Vorwurf leicht, wenn man ihm dann sagt, daß, wenn er die physische Welt beschreibt, er dieses ganz im Sinne eines heutigen Naturforschers tue. Er träumt nichts hinein in dasjenige, was die physische Welt ist. Man mag ihn dann, wenn er die physische Welt beschreibt, selber meintwillen einen Materialisten nennen, er nimmt diesen Vorwurf hin, weil er in strengster Weise sondern will die geistige Welt, die nur durch geistige Methode betrachtet werden kann, und die physisch-sinnliche Welt, die mit den ordentlichen, disziplinierten Methoden der heutigen Naturwissenschaft betrachtet werden will. Wenn man daher dem anthroposophischen Geistesforscher sehr häufig diejenigen Anhänger zum Vowurfe macht, die nicht gerade aus einer sehr tiefen Naturwissenschaft heraus manchmal diese Naturwissenschaft abkanzeln, und die in einem gewissen hochmütigen Empfinden ihrer geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse glauben, dann auch in negativer Weise über das mitsprechen zu können, was Wissenschaftlichkeit ist, dann muß der ernste Geistesforscher wirklich das selber als etwas ganz Schmerzliches empfinden, daß leider manche, die sich auch Anhänger nennen, in dieser laienhaften, dilettantischen Weise verfahren. Es liegt aber nicht in der Natur anthroposophischer Geistesforschung. In der Natur anthroposophischer Geistesforschung liegt es eben, so streng wissenschaftlich in der äußeren Sinneswelt zu verfahren, wie man verfährt in der geistigen Welt selbst und umgekehrt.
[ 21 ] Deshalb betrachtet es der anthroposophische Geistesforscher, der es auf der einen Seite wagt, in gewisser Weise über die Verhältnisse nach dem Tode und vor der Geburt zu sprechen, wie ich es hier getan habe, nicht als Vorwurf, beziehungsweise er erträgt den Vorwurf leicht, wenn man ihm dann sagt, daß, wenn er die physische Welt beschreibt, er dieses ganz im Sinne eines heutigen Naturforschers tue. Er träumt nichts hinein in dasjenige, was die physische Welt ist. Man mag ihn dann, wenn er die physische Welt beschreibt, selber meintwillen einen Materialisten nennen, er nimmt diesen Vorwurf hin, weil er in strengster Weise sondern will die geistige Welt, die nur durch geistige Methode betrachtet werden kann, und die physisch-sinnliche Welt, die mit den ordentlichen, disziplinierten Methoden der heutigen Naturwissenschaft betrachtet werden will. Wenn man daher dem anthroposophischen Geistesforscher sehr häufig diejenigen Anhänger zum Vowurfe macht, die nicht gerade aus einer sehr tiefen Naturwissenschaft heraus manchmal diese Naturwissenschaft abkanzeln, und die in einem gewissen hochmütigen Empfinden ihrer geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse glauben, dann auch in negativer Weise über das mitsprechen zu können, was Wissenschaftlichkeit ist, dann muß der ernste Geistesforscher wirklich das selber als etwas ganz Schmerzliches empfinden, daß leider manche, die sich auch Anhänger nennen, in dieser laienhaften, dilettantischen Weise verfahren. Es liegt aber nicht in der Natur anthroposophischer Geistesforschung. In der Natur anthroposophischer Geistesforschung liegt es eben, so streng wissenschaftlich in der äußeren Sinneswelt zu verfahren, wie man verfährt in der geistigen Welt selbst und umgekehrt.
[ 22 ] Dann aber allerdings, wenn diese Voraussetzung gemacht wird, dann steht zwar der anthroposophische Geistesforscher in bezug auf die Anschauung der Weltentwickelung äußerlich ganz auf dem Boden strengster naturwissenschaftlicher Betrachtungsweise, aber er richtet zu gleicher Zeit den Blick auf die geistig-seelische Welt. Und so wie er weiß, daß — indem der Mensch als Einzelwesen embryonal in dieser physischen Welt entsteht — dies nicht bloß ein physischer Vorgang ist, sondern daß sich ein Geistig-Seelisches vereinigt mit dem menschlichen Embryo, mit dem Menschenkeim, so weiß er auch, daß in der gesamten Weltentwickelung, obzwar sie sich für den physischen Leib als Sinnesteppich ausbreitet, obwohl sie sich in ihren Naturgesetzen für das Gedankengewebe, das heißt für den ätherischen Leib, eben in der Kausalität zeigt, in den Naturgesetzen zeigt, daß diese physische Welt überall in ihrer Entwickelung durchsetzt und geleitet ist von geistigen Kräften, die ihre Führung haben durch geistige Wesenheiten, die ja auf diese Weise erkannt werden, wie ich das geschildert habe. So weiß also der anthroposophische Forscher, daß er gerade dann, wenn er im Sinne echtester Wissenschaft die äußere physische Welt betrachtet, an die richtige Grenze gelangt, wo er dann anfangen darf mit seiner Geistesforschung.
[ 22 ] Dann aber allerdings, wenn diese Voraussetzung gemacht wird, dann steht zwar der anthroposophische Geistesforscher in bezug auf die Anschauung der Weltentwickelung äußerlich ganz auf dem Boden strengster naturwissenschaftlicher Betrachtungsweise, aber er richtet zu gleicher Zeit den Blick auf die geistig-seelische Welt. Und so wie er weiß, daß — indem der Mensch als Einzelwesen embryonal in dieser physischen Welt entsteht — dies nicht bloß ein physischer Vorgang ist, sondern daß sich ein Geistig-Seelisches vereinigt mit dem menschlichen Embryo, mit dem Menschenkeim, so weiß er auch, daß in der gesamten Weltentwickelung, obzwar sie sich für den physischen Leib als Sinnesteppich ausbreitet, obwohl sie sich in ihren Naturgesetzen für das Gedankengewebe, das heißt für den ätherischen Leib, eben in der Kausalität zeigt, in den Naturgesetzen zeigt, daß diese physische Welt überall in ihrer Entwickelung durchsetzt und geleitet ist von geistigen Kräften, die ihre Führung haben durch geistige Wesenheiten, die ja auf diese Weise erkannt werden, wie ich das geschildert habe. So weiß also der anthroposophische Forscher, daß er gerade dann, wenn er im Sinne echtester Wissenschaft die äußere physische Welt betrachtet, an die richtige Grenze gelangt, wo er dann anfangen darf mit seiner Geistesforschung.
[ 23 ] Wenn man nun ganz gewissenhaft verfolgt hat, wie etwa Darwin selbst oder andere Darwinianer oder Haeckel die Tierreihe verfolgen bis herauf zum Menschen, und wenn man auf das wissenschaftlich Berechtigte dieser Weltentwikkelung des Menschen eingegangen ist, dann kann man, gerade wenn man sich in richtiger Weise naturwissenschaftlich an die Grenze gestellt hat, an dieser Grenze geisteswissenschaftlich die Sache weiterführen. Und da kommt man darauf, indem man sich durchdringt für die übersinnliche Erkenntnis mit einem Anschauen der Form, daß man jetzt erst lernen kann die ganze Bedeutung der Formen, wie sie uns entgegentreten im Menschenreich auf der einen Seite, im Tierreich auf der anderen Seite. Man kommt darauf, die ganze Bedeutung der Formen kennenzulernen. Jetzt sieht man, ausgerüstet mit dem, was eine übersinnliche Forschung gibt, wie das Tier — wenigstens für die meisten Tiere ist das der Fall, und die Ausnahmen werden schon erklärlich — mit seinen vier Gliedmaßen auf der Erde steht, wie das Rückgrat horizontal, parallel der Erdoberfläche gelagert ist, wie sich an diesem Rückgrat in einer ganz anderen Lage, als der Mensch seinen Kopf trägt, dieser Kopf beim Tier ausbildet. Man lernt die ganze Gestalt des Tieres, ich möchte sagen, innerlich als Kräftewirkung und auch im Verhältnis zum ganzen Kosmos kennen. Und man lernt damit die Art und Weise vergleichen, wie umgestaltet, metamorphosiert in seiner Gestalt der Mensch erscheint, der nun nur auf den zwei Gliedmaßen steht, der, ich möchte sagen, im rechten Winkel gegen das tierische Rückgrat, sein menschliches Rückgrat senkrecht auf die Erdoberfläche aufstellt, und der sein Haupt gemäß dieser Lage zum Rückgrat nun ausbildet. Man lernt, indem man sich hineinversetzt in die innere Kunst des Naturschaffens, indem man in die kosmische Kunst eindringt, die menschliche Gestalt unterscheiden von der Tiergestalt. Und man dringt in die Weltentwickelung ein, indem man aufsteigt von dem, was sonst abstrakte, konstruktive Gedanken sind, zu den Gedanken, die innerlich leben, die sich künstlerisch im Geiste gestalten.
[ 23 ] Wenn man nun ganz gewissenhaft verfolgt hat, wie etwa Darwin selbst oder andere Darwinianer oder Haeckel die Tierreihe verfolgen bis herauf zum Menschen, und wenn man auf das wissenschaftlich Berechtigte dieser Weltentwikkelung des Menschen eingegangen ist, dann kann man, gerade wenn man sich in richtiger Weise naturwissenschaftlich an die Grenze gestellt hat, an dieser Grenze geisteswissenschaftlich die Sache weiterführen. Und da kommt man darauf, indem man sich durchdringt für die übersinnliche Erkenntnis mit einem Anschauen der Form, daß man jetzt erst lernen kann die ganze Bedeutung der Formen, wie sie uns entgegentreten im Menschenreich auf der einen Seite, im Tierreich auf der anderen Seite. Man kommt darauf, die ganze Bedeutung der Formen kennenzulernen. Jetzt sieht man, ausgerüstet mit dem, was eine übersinnliche Forschung gibt, wie das Tier — wenigstens für die meisten Tiere ist das der Fall, und die Ausnahmen werden schon erklärlich — mit seinen vier Gliedmaßen auf der Erde steht, wie das Rückgrat horizontal, parallel der Erdoberfläche gelagert ist, wie sich an diesem Rückgrat in einer ganz anderen Lage, als der Mensch seinen Kopf trägt, dieser Kopf beim Tier ausbildet. Man lernt die ganze Gestalt des Tieres, ich möchte sagen, innerlich als Kräftewirkung und auch im Verhältnis zum ganzen Kosmos kennen. Und man lernt damit die Art und Weise vergleichen, wie umgestaltet, metamorphosiert in seiner Gestalt der Mensch erscheint, der nun nur auf den zwei Gliedmaßen steht, der, ich möchte sagen, im rechten Winkel gegen das tierische Rückgrat, sein menschliches Rückgrat senkrecht auf die Erdoberfläche aufstellt, und der sein Haupt gemäß dieser Lage zum Rückgrat nun ausbildet. Man lernt, indem man sich hineinversetzt in die innere Kunst des Naturschaffens, indem man in die kosmische Kunst eindringt, die menschliche Gestalt unterscheiden von der Tiergestalt. Und man dringt in die Weltentwickelung ein, indem man aufsteigt von dem, was sonst abstrakte, konstruktive Gedanken sind, zu den Gedanken, die innerlich leben, die sich künstlerisch im Geiste gestalten.
[ 24 ] Das ist das Wichtige, daß anthroposophische Geistesforschung in dem Momente, wo sie die Weltentwickelung kennenlernen will, sich umgestaltet von dem abstrakten Erkennen, das sonst mit Recht in der Wissenschaft als das trockene, nüchterne, systematisierende Erkennen, als das kombinierende Erkennen geschildert wird, in ein konkreteres. Nicht für die höhere geistige Welt, in welche die Begriffe so eindringen müssen, wie ich es dargestellt habe, aber für die sinnliche Welt gestaltet sich nun dieses übersinnliche Erkennen noch um in eine Art künstlerischen Erfassens zunächst der Gestaltungen in der Weltentwickelung. Indem man so hinweisen muß, wie sich Wissenschaft in Kunst umgestaltet, wendet einem natürlich wiederum derjenige, der gewohnt ist, nur mit heutigen Begriffen zu denken, ein: Ja, Wissenschaft darf doch keine Kunst werden! — Nun, das kann man ja als menschliche Forderung immer sagen. Man kann sagen: Ich befehle der Weltenlogik, daß sie keine Kunst werden darf, denn wir lernen das Wirkliche nur erkennen, wenn die Gedanken an Gedanken anknüpfen und dann so an das Wirkliche herangehen. — Ja, wenn die Welt so wäre, wie der Mensch es sich einbildet, dann könnte man ablehnen, zur Kunst, zum künstlerischen Erfassen der Gestalten aufzusteigen. Wenn die Welt aber so ist, daß sie sich nur durch künstlerisches Ergreifen fassen läßt, dann muß man eben zum künstlerischen Ergreifen kommen. Und so ist es. Deshalb kamen diejenigen, die es nun mit der Erkenntnis ernst nahmen, indem sie das Organische in der Weltentwikkelung erfassen wollten, in der Tat zu einer inneren Gestaltung des abstrakten, als wissenschaftlich anerkannten Denkens, zum künstlerischen Erfassen der Welt. Und in dem Moment, wo man mit künstlerisch intuitivem Blick nun fortsetzt die gewöhnliche darwinistische Entwickelungslehre, da sieht man, daß der Mensch, als Ganzes erfaßt, nicht einfach so hingestellt werden darf, als wenn es einmal in der Welt zunächst niedere Tiere gegeben hätte, dann sich daraus etwas höhere, dann noch höhere Tiere entwickelt hätten und so fort, und dann wäre der Mensch entstanden.
[ 24 ] Das ist das Wichtige, daß anthroposophische Geistesforschung in dem Momente, wo sie die Weltentwickelung kennenlernen will, sich umgestaltet von dem abstrakten Erkennen, das sonst mit Recht in der Wissenschaft als das trockene, nüchterne, systematisierende Erkennen, als das kombinierende Erkennen geschildert wird, in ein konkreteres. Nicht für die höhere geistige Welt, in welche die Begriffe so eindringen müssen, wie ich es dargestellt habe, aber für die sinnliche Welt gestaltet sich nun dieses übersinnliche Erkennen noch um in eine Art künstlerischen Erfassens zunächst der Gestaltungen in der Weltentwickelung. Indem man so hinweisen muß, wie sich Wissenschaft in Kunst umgestaltet, wendet einem natürlich wiederum derjenige, der gewohnt ist, nur mit heutigen Begriffen zu denken, ein: Ja, Wissenschaft darf doch keine Kunst werden! — Nun, das kann man ja als menschliche Forderung immer sagen. Man kann sagen: Ich befehle der Weltenlogik, daß sie keine Kunst werden darf, denn wir lernen das Wirkliche nur erkennen, wenn die Gedanken an Gedanken anknüpfen und dann so an das Wirkliche herangehen. — Ja, wenn die Welt so wäre, wie der Mensch es sich einbildet, dann könnte man ablehnen, zur Kunst, zum künstlerischen Erfassen der Gestalten aufzusteigen. Wenn die Welt aber so ist, daß sie sich nur durch künstlerisches Ergreifen fassen läßt, dann muß man eben zum künstlerischen Ergreifen kommen. Und so ist es. Deshalb kamen diejenigen, die es nun mit der Erkenntnis ernst nahmen, indem sie das Organische in der Weltentwikkelung erfassen wollten, in der Tat zu einer inneren Gestaltung des abstrakten, als wissenschaftlich anerkannten Denkens, zum künstlerischen Erfassen der Welt. Und in dem Moment, wo man mit künstlerisch intuitivem Blick nun fortsetzt die gewöhnliche darwinistische Entwickelungslehre, da sieht man, daß der Mensch, als Ganzes erfaßt, nicht einfach so hingestellt werden darf, als wenn es einmal in der Welt zunächst niedere Tiere gegeben hätte, dann sich daraus etwas höhere, dann noch höhere Tiere entwickelt hätten und so fort, und dann wäre der Mensch entstanden.
[ 25 ] Eigentlich widerspricht die Embryologie, wenn man sie unbefangen studiert, einem solchen Vorstellen. Aber obwohl die neueren Forscher das biogenetische Grundgesetz aufgestellt haben, und gerade die Embryologie vergleichen mit der Phylogenie, so deuten sie, weil sie nicht zu diesem künstlerischen Begreifen der Weltgestaltung aufsteigen, das, was auch in der menschlichen Embryologie schon äußerlich einem entgegentritt, nicht im richtigen Sinne. Wenn man beim menschlichen Embryo sieht, wie sich, ich möchte sagen, aus zunächst verkümmert auftretenden Organen die Gliedmaßen ansetzen, wie eigentlich alles zuerst Kopf ist, so hat man schon die ersten Elemente zu dem, was dann das von mir gemeinte künstlerische Ergreifen der menschlichen Gestalt vollends zeigt. Man kann nicht den ganzen Menschen anreihen an die Tierreihe. Man kann nicht sagen: Der Mensch, wie er heute vor uns steht, ist ein Abkömmling der ganzen Tierreihe. Nein, das ist er nicht. Gerade derjenige, der mit echtem wissenschaftlichem Gewissen sich ganz vollständig hineinlebt in den wissenschaftlichen Darwinismus, wie er heute die Weltentwickelung darstellt, der wird darauf kommen, daß er im höheren Erkennen gar nicht einfach den ganzen Menschen an das Ende, an die Spitze der Tierreihe hinstellen kann, sondern da muß er das menschliche Haupt als solches, den menschlichen Kopf studieren. Denn dieser menschliche Kopf allein ist der Abkömmling der ganzen Tierreihe. So sonderbar, so paradox das klingt, dasjenige, was man gewöhnlich als das Vollkommenste beim Menschen ansieht, das ist umgestaltet aus der Tierreihe.
[ 25 ] Eigentlich widerspricht die Embryologie, wenn man sie unbefangen studiert, einem solchen Vorstellen. Aber obwohl die neueren Forscher das biogenetische Grundgesetz aufgestellt haben, und gerade die Embryologie vergleichen mit der Phylogenie, so deuten sie, weil sie nicht zu diesem künstlerischen Begreifen der Weltgestaltung aufsteigen, das, was auch in der menschlichen Embryologie schon äußerlich einem entgegentritt, nicht im richtigen Sinne. Wenn man beim menschlichen Embryo sieht, wie sich, ich möchte sagen, aus zunächst verkümmert auftretenden Organen die Gliedmaßen ansetzen, wie eigentlich alles zuerst Kopf ist, so hat man schon die ersten Elemente zu dem, was dann das von mir gemeinte künstlerische Ergreifen der menschlichen Gestalt vollends zeigt. Man kann nicht den ganzen Menschen anreihen an die Tierreihe. Man kann nicht sagen: Der Mensch, wie er heute vor uns steht, ist ein Abkömmling der ganzen Tierreihe. Nein, das ist er nicht. Gerade derjenige, der mit echtem wissenschaftlichem Gewissen sich ganz vollständig hineinlebt in den wissenschaftlichen Darwinismus, wie er heute die Weltentwickelung darstellt, der wird darauf kommen, daß er im höheren Erkennen gar nicht einfach den ganzen Menschen an das Ende, an die Spitze der Tierreihe hinstellen kann, sondern da muß er das menschliche Haupt als solches, den menschlichen Kopf studieren. Denn dieser menschliche Kopf allein ist der Abkömmling der ganzen Tierreihe. So sonderbar, so paradox das klingt, dasjenige, was man gewöhnlich als das Vollkommenste beim Menschen ansieht, das ist umgestaltet aus der Tierreihe.
[ 26 ] Gehen Sie mit diesem Gedanken an ein wirkliches Studium des menschlichen Kopfes. Studieren Sie von da aus, aber mit einem gewissen morphologisch-künstlerischen Sinn, wie die Unterkieferknochen umgewandelte Gließmaßen sind, die Oberkieferknochen umgewandelte Gliedmaßen sind, wie alles im Haupte umgewandelte, erhöhte, gesteigerte Tiergestalt ist, dann werden Sie im Haupte des Menschen, im Kopfe des Menschen erkennen, daß auf höherer Stufe das erscheint, was in den Tieren in der verschiedensten Weise ausgebildet ist. Dann werden Sie auch erkennen, warum das SO 1st. Wenn Sie das Tier ansehen, dann sehen Sie, wie sein Kopf an der einen Seite des Rückgrates hängt, und wie er beim echten Tiere ganz der Schwerkraft unterworfen ist. Sehen Sie sich dagegen in der Stellung des Menschen in dem Kosmos das menschliche Haupt an. Das menschliche Haupt ist auf der vertikal gerichteten Rückgratlinie aufgestellt. Das menschliche Haupt ruht so auf dem übrigen Menschen, daß dieser übrige Mensch gewissermaßen das Haupt davor schützt, bloß der Schwerkraft zu unterliegen. Das menschliche Haupt ist wirklich etwas, das am menschlichen übrigen Organismus als etwas verhältnismäßig Selbständiges angebracht ist. Und man kommt schon dazu, zu begreifen, daß das menschliche Haupt, indem es getragen wird von dem übrigen Organismus, eigentlich dahinfährt, wie derjenige, der eine Kutsche benützt, in der Kutsche dahinfährt. Der übrige Organismus ist es, der das menschliche Haupt durch die Welt trägt. Das menschliche Haupt hat seine umgewandelten Gliedmaßen, die gewissermaßen zusammengeschrumpft sind. Es ist aufgesetzt dem übrigen Organismus. Dieser übrige Organismus verhält sich zum menschlichen Kopfe, wie sich beim Tiere die ganze Erde mit ihrer Schwerkraft zum Tiere verhält. Der Mensch ist seinem eigenen übrigen Organismus so zugegliedert hinsichtlich seines Kopfes, wie das ganze Tier der Erde zugegliedert ist. Man beginnt jetzt aus der Weltentwickelung den Menschen zu verstehen. Und schreitet man fort in einer solchen Erkenntnis der menschlichen Gestalt mit erkenntnismäßigem künstlerischem Sinn, dann kommt man dazu, zu begreifen, wie der menschliche Kopf die Fortsetzung der Tierreihe ist, wie aber der übrige Organismus gewissermaßen erst ein später, ein aus der Erde hinzuerworbenes Glied ist, erst angesetzt ist an den menschlichen Kopf. Und so kommt man dazu, jetzt erst die Menschheitsentwickelung zu begreifen. Wenn wir in frühere, ältere Zeiten zurückgehen, dann dürfen wir in den Menschen in diesen uralten Zeiten nichts anderes suchen als dasjenige, was zugrunde gelegen hat seiner heutigen Kopfbildung. Wir dürfen nicht in diesen alten Zeiten seine Gliedmaßen, seine Brustbildung suchen; die haben sich erst später angesetzt. Aber wenn wir in der Weise, wie ich es geschildert habe vom Menschen aus, so wie wir durch das Gedächtnis ein früheres Erlebnis anschauen, so die Weltentwickelung anschauen, finden wir, daß der Mensch seine Weltentwickelung schon gefunden hat, als zum Beispiel unsere höheren Tiere noch gar nicht da waren. Damals waren allerdings andere Tierformen vorhanden, aus denen sich der menschliche Kopf gebildet hat, aber dasjenige, was die heutigen höheren Tiere sind, das war noch gar nicht da. So daß man sagen kann — nehmen wir jetzt eine spätere Erdenperiode —: Der Mensch hat, indem er sich fortgebildet hat, seinen Kopf herausgebildet aus früheren Tierwesen, indem er beseelt worden ist von seinem Geistigen. Daher konnte er den Kopf steigern gegenüber dem, was er früher war. Dann hat er angesetzt seine Gliedmaßen aus den gesetzmäßigen Kräften der Erde. Die Tiere, die nun nachgekommen sind, konnten sich nur so weit bilden, als der Mensch mit Ausschluß des Kopfes gebildet ist. Sie haben ihre Entwickelung später angefangen, sind daher nicht bis zu der menschlichen Kopfbildung gekommen. Sie bleiben mit der Erde verbunden; der Mensch sondert sich ab von der Erde. Das zeigt, wie es Sinn hat, wenn man sagt: Der Mensch ist so in die Weltentwickelung eingegliedert, daß er zwar mit der Tierreihe verwandt ist, daß er aber durch seine geistige Bildung aus ihr herausgehoben worden ist, daß die Tiere, die erst nachgekommen sind mit ihrer Entwickelung, eben nur so viel noch entwickeln konnten, als der Mensch dann an seinen Gliedmaßen und seinem Rumpf sich entwickelt hat. Der Kopf blieb verkümmert, weil eine längere Entwickelungsreihe, wie sie der Mensch gehabt hat, hätte vorangehen müssen, um so weit zu kommen, daß die Kopfbildung entsteht.
[ 26 ] Gehen Sie mit diesem Gedanken an ein wirkliches Studium des menschlichen Kopfes. Studieren Sie von da aus, aber mit einem gewissen morphologisch-künstlerischen Sinn, wie die Unterkieferknochen umgewandelte Gließmaßen sind, die Oberkieferknochen umgewandelte Gliedmaßen sind, wie alles im Haupte umgewandelte, erhöhte, gesteigerte Tiergestalt ist, dann werden Sie im Haupte des Menschen, im Kopfe des Menschen erkennen, daß auf höherer Stufe das erscheint, was in den Tieren in der verschiedensten Weise ausgebildet ist. Dann werden Sie auch erkennen, warum das SO 1st. Wenn Sie das Tier ansehen, dann sehen Sie, wie sein Kopf an der einen Seite des Rückgrates hängt, und wie er beim echten Tiere ganz der Schwerkraft unterworfen ist. Sehen Sie sich dagegen in der Stellung des Menschen in dem Kosmos das menschliche Haupt an. Das menschliche Haupt ist auf der vertikal gerichteten Rückgratlinie aufgestellt. Das menschliche Haupt ruht so auf dem übrigen Menschen, daß dieser übrige Mensch gewissermaßen das Haupt davor schützt, bloß der Schwerkraft zu unterliegen. Das menschliche Haupt ist wirklich etwas, das am menschlichen übrigen Organismus als etwas verhältnismäßig Selbständiges angebracht ist. Und man kommt schon dazu, zu begreifen, daß das menschliche Haupt, indem es getragen wird von dem übrigen Organismus, eigentlich dahinfährt, wie derjenige, der eine Kutsche benützt, in der Kutsche dahinfährt. Der übrige Organismus ist es, der das menschliche Haupt durch die Welt trägt. Das menschliche Haupt hat seine umgewandelten Gliedmaßen, die gewissermaßen zusammengeschrumpft sind. Es ist aufgesetzt dem übrigen Organismus. Dieser übrige Organismus verhält sich zum menschlichen Kopfe, wie sich beim Tiere die ganze Erde mit ihrer Schwerkraft zum Tiere verhält. Der Mensch ist seinem eigenen übrigen Organismus so zugegliedert hinsichtlich seines Kopfes, wie das ganze Tier der Erde zugegliedert ist. Man beginnt jetzt aus der Weltentwickelung den Menschen zu verstehen. Und schreitet man fort in einer solchen Erkenntnis der menschlichen Gestalt mit erkenntnismäßigem künstlerischem Sinn, dann kommt man dazu, zu begreifen, wie der menschliche Kopf die Fortsetzung der Tierreihe ist, wie aber der übrige Organismus gewissermaßen erst ein später, ein aus der Erde hinzuerworbenes Glied ist, erst angesetzt ist an den menschlichen Kopf. Und so kommt man dazu, jetzt erst die Menschheitsentwickelung zu begreifen. Wenn wir in frühere, ältere Zeiten zurückgehen, dann dürfen wir in den Menschen in diesen uralten Zeiten nichts anderes suchen als dasjenige, was zugrunde gelegen hat seiner heutigen Kopfbildung. Wir dürfen nicht in diesen alten Zeiten seine Gliedmaßen, seine Brustbildung suchen; die haben sich erst später angesetzt. Aber wenn wir in der Weise, wie ich es geschildert habe vom Menschen aus, so wie wir durch das Gedächtnis ein früheres Erlebnis anschauen, so die Weltentwickelung anschauen, finden wir, daß der Mensch seine Weltentwickelung schon gefunden hat, als zum Beispiel unsere höheren Tiere noch gar nicht da waren. Damals waren allerdings andere Tierformen vorhanden, aus denen sich der menschliche Kopf gebildet hat, aber dasjenige, was die heutigen höheren Tiere sind, das war noch gar nicht da. So daß man sagen kann — nehmen wir jetzt eine spätere Erdenperiode —: Der Mensch hat, indem er sich fortgebildet hat, seinen Kopf herausgebildet aus früheren Tierwesen, indem er beseelt worden ist von seinem Geistigen. Daher konnte er den Kopf steigern gegenüber dem, was er früher war. Dann hat er angesetzt seine Gliedmaßen aus den gesetzmäßigen Kräften der Erde. Die Tiere, die nun nachgekommen sind, konnten sich nur so weit bilden, als der Mensch mit Ausschluß des Kopfes gebildet ist. Sie haben ihre Entwickelung später angefangen, sind daher nicht bis zu der menschlichen Kopfbildung gekommen. Sie bleiben mit der Erde verbunden; der Mensch sondert sich ab von der Erde. Das zeigt, wie es Sinn hat, wenn man sagt: Der Mensch ist so in die Weltentwickelung eingegliedert, daß er zwar mit der Tierreihe verwandt ist, daß er aber durch seine geistige Bildung aus ihr herausgehoben worden ist, daß die Tiere, die erst nachgekommen sind mit ihrer Entwickelung, eben nur so viel noch entwickeln konnten, als der Mensch dann an seinen Gliedmaßen und seinem Rumpf sich entwickelt hat. Der Kopf blieb verkümmert, weil eine längere Entwickelungsreihe, wie sie der Mensch gehabt hat, hätte vorangehen müssen, um so weit zu kommen, daß die Kopfbildung entsteht.
[ 27 ] So wandelt sich um durch künstlerisches Anschauen der Weltentwickelungsgestaltungen die ganz gewissenhaft aufgenommene darwinistische Theorie, soweit sie heute naturwissenschaftlich berechtigt ist. Und der Mensch wird dadurch erkannt als in der Weltentwickelung so enthalten, daß er eine längere Entwickelungsvorzeit hinter sich hat als die Tiere, daß die Tiere dasjenige, was er dem Kopf nur ansetzt, als ihre Hauptgestalt entwickeln. Und in dieser Weise kommt der Mensch dazu, daß, während die Tiere an die Schwerkraft gebunden sind, ihr unterworfen sind, er einen Teil seines Wesens heraushebt aus der Schwerkraft. Alles dasjenige, was unser Kopf mit den Sinnesorganen ist, das ist der Schwerkraft enthoben, das wendet sich daher nicht zu der schweren Materie, zu der ponderablen Materie, das wendet sich nach dem Äther, der eingegliedert ist der Sinneswelt. Das tun vorzugsweise die Sinne. Wenn wir näher darauf eingehen könnten, würde sich das schon zeigen. In dieser Weise ist zum Beispiel auch das menschliche Gehörorgan abhängig von einer ätherischen Struktur, nicht nur von der Luftstruktur.
[ 27 ] So wandelt sich um durch künstlerisches Anschauen der Weltentwickelungsgestaltungen die ganz gewissenhaft aufgenommene darwinistische Theorie, soweit sie heute naturwissenschaftlich berechtigt ist. Und der Mensch wird dadurch erkannt als in der Weltentwickelung so enthalten, daß er eine längere Entwickelungsvorzeit hinter sich hat als die Tiere, daß die Tiere dasjenige, was er dem Kopf nur ansetzt, als ihre Hauptgestalt entwickeln. Und in dieser Weise kommt der Mensch dazu, daß, während die Tiere an die Schwerkraft gebunden sind, ihr unterworfen sind, er einen Teil seines Wesens heraushebt aus der Schwerkraft. Alles dasjenige, was unser Kopf mit den Sinnesorganen ist, das ist der Schwerkraft enthoben, das wendet sich daher nicht zu der schweren Materie, zu der ponderablen Materie, das wendet sich nach dem Äther, der eingegliedert ist der Sinneswelt. Das tun vorzugsweise die Sinne. Wenn wir näher darauf eingehen könnten, würde sich das schon zeigen. In dieser Weise ist zum Beispiel auch das menschliche Gehörorgan abhängig von einer ätherischen Struktur, nicht nur von der Luftstruktur.
[ 28 ] Durch alles das gliedert sich der Mensch nicht nur der schwermateriellen Welt ein, sondern er gliedert sich auch der ätherischen Außenwelt ein. Er nimmt durch die Ätherwelt zum Beispiel dasjenige wahr, was ihm das Licht in der Farbenwelt hervorzaubert, und so weiter. Er erhebt sich aus der schweren Materie zum freien Äther herauf schon durch seine äußere Gestalt, und wir sehen daher in einer anderen Weise in die Weltentwickelung hinein, als das möglich ist, wenn wir nicht durch Naturwissenschaft heraufsteigen zur Geisteswissenschaft.
[ 28 ] Durch alles das gliedert sich der Mensch nicht nur der schwermateriellen Welt ein, sondern er gliedert sich auch der ätherischen Außenwelt ein. Er nimmt durch die Ätherwelt zum Beispiel dasjenige wahr, was ihm das Licht in der Farbenwelt hervorzaubert, und so weiter. Er erhebt sich aus der schweren Materie zum freien Äther herauf schon durch seine äußere Gestalt, und wir sehen daher in einer anderen Weise in die Weltentwickelung hinein, als das möglich ist, wenn wir nicht durch Naturwissenschaft heraufsteigen zur Geisteswissenschaft.
[ 29 ] Aber wir sehen auch, was an dem Menschen das GeistigSeelische tut, sehen, wie wir heraufsteigen müssen bis zum Künstlerischen, wenn wir den Menschen zu begreifen suchen. Aber wir müssen auch noch weiter heraufsteigen; wir müssen zum Beispiel sagen können: Für seine geistig-seelische, gefühlsmäßige, willensmäßige Wesenheit muß man von Einsamkeit und vom Zusammenleben mit anderen sprechen wie von theoretischen Begriffen, wie ich es heute geschildert habe. Man muß heraufsteigen zur moralischen Welt, und kommt zuletzt zur religiösen Welt, Diese Welten gliedern sich zusammen als ein Ganzes.
[ 29 ] Aber wir sehen auch, was an dem Menschen das GeistigSeelische tut, sehen, wie wir heraufsteigen müssen bis zum Künstlerischen, wenn wir den Menschen zu begreifen suchen. Aber wir müssen auch noch weiter heraufsteigen; wir müssen zum Beispiel sagen können: Für seine geistig-seelische, gefühlsmäßige, willensmäßige Wesenheit muß man von Einsamkeit und vom Zusammenleben mit anderen sprechen wie von theoretischen Begriffen, wie ich es heute geschildert habe. Man muß heraufsteigen zur moralischen Welt, und kommt zuletzt zur religiösen Welt, Diese Welten gliedern sich zusammen als ein Ganzes.
[ 30 ] Wenn wir im Sinn der heutigen Zivilisation nach den Gewohnheiten der naturwissenschaftlichen Denkweise den Menschen betrachten, dann finden wir die starre wissenschaftliche Naturnotwendigkeit, welcher der Mensch eingegliedert ist. Wir finden aber auf der anderen Seite, wie der Mensch sich seiner Würde nur bewußt werden kann, wenn er sagen kann: Ich bin wahrhaft Mensch nur, wenn ich in mir die moralisch-religiösen Impulse fühle. — Aber wenn man ehrlich sich auf naturwissenschaftlichen Boden stellt, dann bleiben einem für Erdenanfang und Erdenende lediglich Hypothesen, die uns am Anfange sprechen von dem Kant-Laplaceschen Weltennebel, am Ende vom Wärmetod.
[ 30 ] Wenn wir im Sinn der heutigen Zivilisation nach den Gewohnheiten der naturwissenschaftlichen Denkweise den Menschen betrachten, dann finden wir die starre wissenschaftliche Naturnotwendigkeit, welcher der Mensch eingegliedert ist. Wir finden aber auf der anderen Seite, wie der Mensch sich seiner Würde nur bewußt werden kann, wenn er sagen kann: Ich bin wahrhaft Mensch nur, wenn ich in mir die moralisch-religiösen Impulse fühle. — Aber wenn man ehrlich sich auf naturwissenschaftlichen Boden stellt, dann bleiben einem für Erdenanfang und Erdenende lediglich Hypothesen, die uns am Anfange sprechen von dem Kant-Laplaceschen Weltennebel, am Ende vom Wärmetod.
[ 31 ] Wenn man nun gegenüber dem, was als naturwissenschaftliche Anforderung an uns gestellt wird, nur im Sinne der heutigen Zivilisation dasjenige betrachtet, was sich uns als moralisch-religiöse Welt intuitiv enthüllt — ich habe das getan in meiner «Philosophie der Freiheit» —, wenn man das anschaut, so muß man sagen: Eigentlich täuscht man sich einen Nebel vor. Kann man denn noch glauben, daß, wenn die Erde durch den Wärmetod geht, etwas anderes da sein würde im naturwissenschaftlichen Sinne, als der Tod auch aller Ideale? Da tritt Geisteswissenschaft, Anthroposophie ein und zeigt, wie das Geistig-Seelische eine Realität ist, wie es am Physischen arbeitet, wie es in der menschlichen Gestalt in die Weltentwickelung hinein den Menschen gestellt hat, und daß man zurückschauen muß auf ganz andere animalische Wesen, als die heutigen Tiere es sind, daß man die Methode der heutigen Naturwissenschaft zwar beibehalten kann, aber andere Resultate bekommt. Dadurch gliedert Anthroposophie das Moralische, das Religiöse in die Wissenschaft ein. Dadurch wird Anthroposophie moralisch-religiöse Erkenntnis. Wir blicken nun nicht bloß mehr hin auf den Kant-Laplaceschen Urnebel, wir blicken zugleich hin auf ein ursprünglich Geistiges, aus dem heraus dasjenige, was geistig-seelisch in der Anthroposophie aufgezeigt wird, ebenso sich entwickelt hat, wie sich das Physische aus eben dem physischen Erdenursprung entwickelt hat. Und wir blicken hin zum Erdenende, können zeigen, weil die Entropiegesetze vollberechtigt sind, daß die Erde mit einer Art von Wärmetod enden wird. Aber wir blicken ebenso darauf hin, wie wir hinblicken vom anthroposophischen Gesichtspunkte auf das Ende des einzelnen Menschen. Der Leichnam wird den Elementen übergeben, der Mensch geht in eine geistige Welt ein. So blicken wir auf das Erdenende. Die wissenschaftlichen Resultate beirren uns nicht weiter, denn wir wissen: Alles dasjenige, was an Geistig-Seelischem die Menschen entwickelt haben, es wird, wenn die Erde einmal nicht mehr sein wird, ebenso durch die Todespforte der Erde hinaus zu neuen Weltentwickelungen gehen, wie der Mensch, wenn er durch seinen einzelnen Tod geht, zu neuen Weltentwickelungen geht.
[ 31 ] Wenn man nun gegenüber dem, was als naturwissenschaftliche Anforderung an uns gestellt wird, nur im Sinne der heutigen Zivilisation dasjenige betrachtet, was sich uns als moralisch-religiöse Welt intuitiv enthüllt — ich habe das getan in meiner «Philosophie der Freiheit» —, wenn man das anschaut, so muß man sagen: Eigentlich täuscht man sich einen Nebel vor. Kann man denn noch glauben, daß, wenn die Erde durch den Wärmetod geht, etwas anderes da sein würde im naturwissenschaftlichen Sinne, als der Tod auch aller Ideale? Da tritt Geisteswissenschaft, Anthroposophie ein und zeigt, wie das Geistig-Seelische eine Realität ist, wie es am Physischen arbeitet, wie es in der menschlichen Gestalt in die Weltentwickelung hinein den Menschen gestellt hat, und daß man zurückschauen muß auf ganz andere animalische Wesen, als die heutigen Tiere es sind, daß man die Methode der heutigen Naturwissenschaft zwar beibehalten kann, aber andere Resultate bekommt. Dadurch gliedert Anthroposophie das Moralische, das Religiöse in die Wissenschaft ein. Dadurch wird Anthroposophie moralisch-religiöse Erkenntnis. Wir blicken nun nicht bloß mehr hin auf den Kant-Laplaceschen Urnebel, wir blicken zugleich hin auf ein ursprünglich Geistiges, aus dem heraus dasjenige, was geistig-seelisch in der Anthroposophie aufgezeigt wird, ebenso sich entwickelt hat, wie sich das Physische aus eben dem physischen Erdenursprung entwickelt hat. Und wir blicken hin zum Erdenende, können zeigen, weil die Entropiegesetze vollberechtigt sind, daß die Erde mit einer Art von Wärmetod enden wird. Aber wir blicken ebenso darauf hin, wie wir hinblicken vom anthroposophischen Gesichtspunkte auf das Ende des einzelnen Menschen. Der Leichnam wird den Elementen übergeben, der Mensch geht in eine geistige Welt ein. So blicken wir auf das Erdenende. Die wissenschaftlichen Resultate beirren uns nicht weiter, denn wir wissen: Alles dasjenige, was an Geistig-Seelischem die Menschen entwickelt haben, es wird, wenn die Erde einmal nicht mehr sein wird, ebenso durch die Todespforte der Erde hinaus zu neuen Weltentwickelungen gehen, wie der Mensch, wenn er durch seinen einzelnen Tod geht, zu neuen Weltentwickelungen geht.
[ 32 ] Und indem man die Erde also überblickt, da erst sieht man in die Mitte ihrer Entwickelung das Ereignis von Golgatha gestellt. Da sieht man, wie dieses Ereignis von Golgatha hineingestellt ist in die Mitte der Erdentwickelung, weil vorher nur Kräfte in dieser Erdentwickelung waren, die längst den Menschen zu einer Art Ablähmung seiner Kräfte hätten führen müssen. Man lernt wirklich erkennen — das kann ich hier nur zum Schlusse erwähnen —, daß so wie in der pflanzlichen, wie in der tierischen Befruchtung etwas Besonderes eintritt in dem befruchteten Organismus, so durch außerirdische geistige Welten im Mysterium von Golgatha etwas hereingetragen ist in die Erdentwickelung, das nun weiterlebt, die Seelen begleitet, bis sie am Erdenende zu anderen Verwandlungsformen unseres Erdendaseins sich wandeln. Ich müßte tagelang zu Ihnen sprechen, wenn ich Ihnen den Weg zeigen wollte, der in strenger wissenschaftlicher Gewissenhaftigkeit führt von dem, was ich Ihnen heute dargestellt habe über die Menschheitsentwickelung und Weltentwickelung, zu dem, was dann das Mysterium von Golgatha, was das Auftreten der Christus-Wesenheit im irdischen Zusammenhang ist.
[ 32 ] Und indem man die Erde also überblickt, da erst sieht man in die Mitte ihrer Entwickelung das Ereignis von Golgatha gestellt. Da sieht man, wie dieses Ereignis von Golgatha hineingestellt ist in die Mitte der Erdentwickelung, weil vorher nur Kräfte in dieser Erdentwickelung waren, die längst den Menschen zu einer Art Ablähmung seiner Kräfte hätten führen müssen. Man lernt wirklich erkennen — das kann ich hier nur zum Schlusse erwähnen —, daß so wie in der pflanzlichen, wie in der tierischen Befruchtung etwas Besonderes eintritt in dem befruchteten Organismus, so durch außerirdische geistige Welten im Mysterium von Golgatha etwas hereingetragen ist in die Erdentwickelung, das nun weiterlebt, die Seelen begleitet, bis sie am Erdenende zu anderen Verwandlungsformen unseres Erdendaseins sich wandeln. Ich müßte tagelang zu Ihnen sprechen, wenn ich Ihnen den Weg zeigen wollte, der in strenger wissenschaftlicher Gewissenhaftigkeit führt von dem, was ich Ihnen heute dargestellt habe über die Menschheitsentwickelung und Weltentwickelung, zu dem, was dann das Mysterium von Golgatha, was das Auftreten der Christus-Wesenheit im irdischen Zusammenhang ist.
[ 33 ] Aber manches Wort wird dann aus den Evangelien gerade durch die geisteswissenschaftliche Vertiefung in einer ganz anderen Weise heraufleuchten, als das bisher möglich war für das abendländische Bewußtsein. Denken wir uns einmal nur: Wenn wir uns ganz auf naturwissenschaftlichen Boden stellen, müssen wir hinschauen auf das physische Erdenende. Und derjenige, der dann weiter diesen naturwissenschaftlichen Boden verfolgt, der wird auch verfolgen können, wie das, was schließlich die Erde mit der Sternenwelt umgibt, wie auch das verfällt. Er wird hinschauen auf eine Zukunft, wo diese Erde unten nicht mehr sein wird, wo diese Sterne oben nicht mehr sein werden. Aber die Gewißheit kommt aus dieser Geisteswissenschaft, daß das, was jeden Abend herausgeht aus dem physischen und dem Ätherleib, und des Morgens wieder hineingeht, daß dieses Ewige weiterlebt, geradeso wie es weiterlebt, wenn sein einzelner Leib abfällt. Wenn von allen Menschenseelengeistern die ganze Erde abfällt, dieses Ewige lebt weiter zu neuen planetarischen, zu neuen Weltentwickelungsphasen.
[ 33 ] Aber manches Wort wird dann aus den Evangelien gerade durch die geisteswissenschaftliche Vertiefung in einer ganz anderen Weise heraufleuchten, als das bisher möglich war für das abendländische Bewußtsein. Denken wir uns einmal nur: Wenn wir uns ganz auf naturwissenschaftlichen Boden stellen, müssen wir hinschauen auf das physische Erdenende. Und derjenige, der dann weiter diesen naturwissenschaftlichen Boden verfolgt, der wird auch verfolgen können, wie das, was schließlich die Erde mit der Sternenwelt umgibt, wie auch das verfällt. Er wird hinschauen auf eine Zukunft, wo diese Erde unten nicht mehr sein wird, wo diese Sterne oben nicht mehr sein werden. Aber die Gewißheit kommt aus dieser Geisteswissenschaft, daß das, was jeden Abend herausgeht aus dem physischen und dem Ätherleib, und des Morgens wieder hineingeht, daß dieses Ewige weiterlebt, geradeso wie es weiterlebt, wenn sein einzelner Leib abfällt. Wenn von allen Menschenseelengeistern die ganze Erde abfällt, dieses Ewige lebt weiter zu neuen planetarischen, zu neuen Weltentwickelungsphasen.
[ 34 ] Und jetzt klingt uns in einer ganz wunderbaren Weise aus dem Evangelium entgegen das Christus-Wort: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. — Und es schließt sich an das Pauluswort: Nicht ich, sondern der Christus in mir. — Und wenn das von dem Christen, von demjenigen, der innerlich das Christentum also versteht, wirklich empfunden wird, wenn der Christ sich sagt: Nicht ich, sondern der Christus in mir — und wenn er versteht das Wort des Christus: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte — das heißt dasjenige, was in meinem Ewigen liegt — werden nicht vergehen —, dann leuchtet in merkwürdiger Weise aus diesem Evangelium etwas heraus wie ein allerdings Ehrfurcht hervorzauberndes Wort, das jedoch, wenn man ehrlich ist, nicht so ohne weiteres verstanden werden kann.
[ 34 ] Und jetzt klingt uns in einer ganz wunderbaren Weise aus dem Evangelium entgegen das Christus-Wort: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. — Und es schließt sich an das Pauluswort: Nicht ich, sondern der Christus in mir. — Und wenn das von dem Christen, von demjenigen, der innerlich das Christentum also versteht, wirklich empfunden wird, wenn der Christ sich sagt: Nicht ich, sondern der Christus in mir — und wenn er versteht das Wort des Christus: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte — das heißt dasjenige, was in meinem Ewigen liegt — werden nicht vergehen —, dann leuchtet in merkwürdiger Weise aus diesem Evangelium etwas heraus wie ein allerdings Ehrfurcht hervorzauberndes Wort, das jedoch, wenn man ehrlich ist, nicht so ohne weiteres verstanden werden kann.
[ 35 ] Tritt man mit Geisteswissenschaft, wie sie im anthroposophischen Sinne gemeint ist, heran an diese und viele andere solche Worte, die aus dem Geistesdunkel der Weltentwickelung, der Erden- und Menschheitsentwickelung uns entgegentreten, strahlt ein Licht auf sie. Es ist schon so, als wenn ein Licht strahlte auf ein solches Wort, wie das: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen — wenn wir es hertönen hören aus derjenigen Gegend, in der sich abgespielt hat das Mysterium von Golgatha, durch das die ganze Erdenentwickelung ihren Sinn erst eigentlich bekommen hat.
[ 35 ] Tritt man mit Geisteswissenschaft, wie sie im anthroposophischen Sinne gemeint ist, heran an diese und viele andere solche Worte, die aus dem Geistesdunkel der Weltentwickelung, der Erden- und Menschheitsentwickelung uns entgegentreten, strahlt ein Licht auf sie. Es ist schon so, als wenn ein Licht strahlte auf ein solches Wort, wie das: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen — wenn wir es hertönen hören aus derjenigen Gegend, in der sich abgespielt hat das Mysterium von Golgatha, durch das die ganze Erdenentwickelung ihren Sinn erst eigentlich bekommen hat.
[ 36 ] Und so sehen wir, wie durch Geisteswissenschaft, wie sie als Anthroposophie gemeint ist, erstrebt wird allerdings ein gewissenhaftes Beharren bei den strengen Sinnesmethoden, aber auch ein Fortführen dieser strengen Wissenschaftsmethode bis zu denjenigen Gebieten, in denen uns entgegenstrahlt unser eigenes ewiges Wesen, in denen uns aber auch entgegenstrahlt das geistige Wesen der Weltentwickelung, in denen uns das Licht erscheint, in welchem die WeltentwickeJung selber mit ihren geistigen Kräften und geistigen Wesenheiten in ihrer Geistgöttlichkeit erscheint.
[ 36 ] Und so sehen wir, wie durch Geisteswissenschaft, wie sie als Anthroposophie gemeint ist, erstrebt wird allerdings ein gewissenhaftes Beharren bei den strengen Sinnesmethoden, aber auch ein Fortführen dieser strengen Wissenschaftsmethode bis zu denjenigen Gebieten, in denen uns entgegenstrahlt unser eigenes ewiges Wesen, in denen uns aber auch entgegenstrahlt das geistige Wesen der Weltentwickelung, in denen uns das Licht erscheint, in welchem die WeltentwickeJung selber mit ihren geistigen Kräften und geistigen Wesenheiten in ihrer Geistgöttlichkeit erscheint.
[ 37 ] Lassen Sie mich das zum Schlusse dieser Betrachtungen — daß Sie ihnen Ihr Interesse zugewendet haben, dafür bin ich sehr dankbar — aussprechen, daß geisteswissenschaftliche Anthroposophie voll verstehen kann, wie sich die neuere Menschheit, gerade die wissenschaftlich gewissenhafte neuere Menschheit, daran gewöhnt hat, das für wahr und sicher zu halten, was aus der kausalen, aus der naturwissenschaftlichen Erkenntnis, aus der äußeren Sinnesbeobachtung und aus der verstandesmäßigen Kombination der Sinnesbeobachtungen und des Experimentes erfolgt. Gewißheit hat man daran gelernt. Und indem man zunächst diese Gewißheit an dem gelernt hat, hat man sich hineingelebt in eine gewisse Empfindung überhaupt dem gegenüber, was «gewiß» sein kann. Bisher hat man noch nicht versucht, in derselben Weise zu verfolgen, was übersinnlich ist, wie man verfolgt hat das, was sinnlich ist. Man hat daher diese Gewißheit noch nicht hineingetragen in die übersinnlichen Welten. Man glaubt heute noch, man müsse bei einem bloßen Glauben stehenbleiben den übersinnlichen Welten gegenüber, bei einem ehrfurchtsvollen Ahnen, weil sonst das Geheimnis verlorengehe, weil sonst das Übersinnliche rationalisiert würde. Geisteswissenschaft versucht nicht, das Geheimnis zu rationalisieren, die ehrfürchtige Scheu zu vertreiben, die der Mensch vor den Geheimnissen hat. Sie führt durch Schauen den Menschen vor diese Geheimnisse hin. Sie läßt es Geheimnis sein, aber sie stellt es so in das Gebiet der Weltentwickelung, wie sonst die sinnlichen Dinge im Gebiete der Weltentwickelung stehen.
[ 37 ] Lassen Sie mich das zum Schlusse dieser Betrachtungen — daß Sie ihnen Ihr Interesse zugewendet haben, dafür bin ich sehr dankbar — aussprechen, daß geisteswissenschaftliche Anthroposophie voll verstehen kann, wie sich die neuere Menschheit, gerade die wissenschaftlich gewissenhafte neuere Menschheit, daran gewöhnt hat, das für wahr und sicher zu halten, was aus der kausalen, aus der naturwissenschaftlichen Erkenntnis, aus der äußeren Sinnesbeobachtung und aus der verstandesmäßigen Kombination der Sinnesbeobachtungen und des Experimentes erfolgt. Gewißheit hat man daran gelernt. Und indem man zunächst diese Gewißheit an dem gelernt hat, hat man sich hineingelebt in eine gewisse Empfindung überhaupt dem gegenüber, was «gewiß» sein kann. Bisher hat man noch nicht versucht, in derselben Weise zu verfolgen, was übersinnlich ist, wie man verfolgt hat das, was sinnlich ist. Man hat daher diese Gewißheit noch nicht hineingetragen in die übersinnlichen Welten. Man glaubt heute noch, man müsse bei einem bloßen Glauben stehenbleiben den übersinnlichen Welten gegenüber, bei einem ehrfurchtsvollen Ahnen, weil sonst das Geheimnis verlorengehe, weil sonst das Übersinnliche rationalisiert würde. Geisteswissenschaft versucht nicht, das Geheimnis zu rationalisieren, die ehrfürchtige Scheu zu vertreiben, die der Mensch vor den Geheimnissen hat. Sie führt durch Schauen den Menschen vor diese Geheimnisse hin. Sie läßt es Geheimnis sein, aber sie stellt es so in das Gebiet der Weltentwickelung, wie sonst die sinnlichen Dinge im Gebiete der Weltentwickelung stehen.
[ 38 ] Und wahr muß es sein, daß der Mensch auch Gewißheit braucht für das, was über das bloße Natürliche hinaus liegt. In dem Maße, in dem der Mensch empfinden wird, daß er durch Geisteswissenschaft, wie sie im anthroposophischen Sinne gemeint ist, nicht ein vages, ein dilettantisches, ein verschwommenes Herumreden über die Welten hört, sondern etwas, was durchzogen ist von demselben Geiste, wie er sich in der neueren Wissenschaft äußert, in demselben Maße wird auch die Menschheit fühlen und empfinden, daß die Gewißheit, die wir uns angeeignet haben, die wir gewohnt worden sind aus der sinnlichen Welt zu erhalten, auch hinübergetragen werden kann in die geistigen Welten. Und man wird fühlen: Hätten wir zwar Gewißheit, aber nur für die sinnliche Welt, was hülfe uns diese Gewißheit, wenn die sinnliche Welt vergeht? — Der Mensch braucht ein Ewiges, denn er will selber in einem Ewigen wurzeln. Er kann nicht hingeben, die Gewißheit dafür, daß sie nur für das Vergängliche gelten soll. Er muß auch das Unvergängliche der wirklichen Gewißheit, der Erkenntnisgewißheit erobern.
[ 38 ] Und wahr muß es sein, daß der Mensch auch Gewißheit braucht für das, was über das bloße Natürliche hinaus liegt. In dem Maße, in dem der Mensch empfinden wird, daß er durch Geisteswissenschaft, wie sie im anthroposophischen Sinne gemeint ist, nicht ein vages, ein dilettantisches, ein verschwommenes Herumreden über die Welten hört, sondern etwas, was durchzogen ist von demselben Geiste, wie er sich in der neueren Wissenschaft äußert, in demselben Maße wird auch die Menschheit fühlen und empfinden, daß die Gewißheit, die wir uns angeeignet haben, die wir gewohnt worden sind aus der sinnlichen Welt zu erhalten, auch hinübergetragen werden kann in die geistigen Welten. Und man wird fühlen: Hätten wir zwar Gewißheit, aber nur für die sinnliche Welt, was hülfe uns diese Gewißheit, wenn die sinnliche Welt vergeht? — Der Mensch braucht ein Ewiges, denn er will selber in einem Ewigen wurzeln. Er kann nicht hingeben, die Gewißheit dafür, daß sie nur für das Vergängliche gelten soll. Er muß auch das Unvergängliche der wirklichen Gewißheit, der Erkenntnisgewißheit erobern.
[ 39 ] In allerbescheidenstem Maße — das weiß derjenige, der heute mit anthroposophischer Geisteswissenschaft sich befaßt — will das heute diese anthroposophische Geisteswissenschaft. Sie will, daß der Mensch nicht verliere über der natürlichen Gewißheit ein Wissen von dem Unvergänglichen, über der Gewißheit von dem Vergänglichen die Gewißheit über das Unvergängliche. Gewißheit über das Unvergängliche, damit Gewißheit über die Rätsel der Geburt und des Todes, über das Rätsel der Unsterblichkeit, über die Rätsel der geistigen Weltentwickelungen will Anthroposophie in unsere Zivilisation hereinbringen. Und damit glaubt sie mitarbeiten zu können an dieser Zivilisation. Denn in demselben Maße, in dem der Mensch hier das mutige Anerkennen faßt, daß Gewißheit auch für das Unvergängliche, nicht nur für das Vergängliche erobert werden muß, in demselben Maße wird man sich gewöhnen, Anthroposophie nicht mehr als phantastisch und als das müßige Spiel einzelner hinzustellen, sondern als etwas, was so wie die anderen Wissenschaften sich unserer gesamten Geistkultur, und damit unserer Zivilisation überhaupt, eingliedern muß.
[ 39 ] In allerbescheidenstem Maße — das weiß derjenige, der heute mit anthroposophischer Geisteswissenschaft sich befaßt — will das heute diese anthroposophische Geisteswissenschaft. Sie will, daß der Mensch nicht verliere über der natürlichen Gewißheit ein Wissen von dem Unvergänglichen, über der Gewißheit von dem Vergänglichen die Gewißheit über das Unvergängliche. Gewißheit über das Unvergängliche, damit Gewißheit über die Rätsel der Geburt und des Todes, über das Rätsel der Unsterblichkeit, über die Rätsel der geistigen Weltentwickelungen will Anthroposophie in unsere Zivilisation hereinbringen. Und damit glaubt sie mitarbeiten zu können an dieser Zivilisation. Denn in demselben Maße, in dem der Mensch hier das mutige Anerkennen faßt, daß Gewißheit auch für das Unvergängliche, nicht nur für das Vergängliche erobert werden muß, in demselben Maße wird man sich gewöhnen, Anthroposophie nicht mehr als phantastisch und als das müßige Spiel einzelner hinzustellen, sondern als etwas, was so wie die anderen Wissenschaften sich unserer gesamten Geistkultur, und damit unserer Zivilisation überhaupt, eingliedern muß.
