What was the Purpose of the Goetheanum and of Anthroposophy?
GA 84
21 April 1923, Dornach
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The Spiritual Development of Man, tr. Unknown
5. Die Physische Welt und die moralisch-geistigen Impulse vier Stufen des inneren Erlebens
The Physical World and the Moral-Spiritual Impulses
[ 1 ] Wir haben in den letzten Betrachtungen uns damit beschäftigt, wie dem Menschenwesen außer dem physischen Leib der ätherische und der astralische Leib innewohnt. Und wir haben auch darauf hingewiesen, wie der ätherische oder Bildekräfteleib erfaßt werden kann, wenn der Mensch sich bewußt wird des inneren Lebens des Denkens. Wenn der Mensch sich so dieser inneren Lebendigkeit des Denkens bewußt wird, daß er in diesem Denken leben kann, auch wenn er nicht von äußeren Sinneswahrnehmungen beeindruckt wird, und wenn dieses Denken nicht dadurch angeregt wird, daß es die äußeren Sinneswahrnehmungen kombiniert, sondern der Mensch sich aufrafft, aus der reinen inneren Kraft, ohne die Anregung, die das Denken sonst hat durch die äußeren Sinneswahrnehmungen, ein eigenes, in ihm bestehendes Weben und Wellen des Denkens zu erleben, dann kann dieser Bildekräfteleib erfaßt werden. Dieses Erleben des Denkens ist zu gleicher Zeit das Erleben der ätherischen Welt. Und ich habe ja gestern ausgeführt, wie dann, wenn man durch ein solches inneres Aufraffen und Denken, das eigentlich gar nicht so schwer zu erreichen ist, sich in seinem zweiten Menschen fühlt, man erlebt, daß man in diesem zweiten Menschen eine Art von Zeitleib hat, etwas, was nicht so in Ruhe im Raume abgeschlossen ist, wie der physische Leib, sondern etwas, das fortwährend fluktuiert, das fortwährend in Bewegung ist, das nur für einen Augenblick räumlich angeschaut werden kann, und auch da kaum in Konturen bestehend. Aber dieser Zeitleib, der enthüllt sich selber in seinem Erleben als das Lebenstableau, das uns Menschen unsere ganze bisherige Erdenlaufbahn als eine Einheit vor das Seelenauge stellt.
[ 1 ] When I last spoke to you, it was to show how, besides the physical body, man has an etheric and an astral body. And it was further pointed out how the etheric body, or the body of formative forces can be experienced when a man becomes aware of the inner life of thinking. Man can have this experience if he becomes conscious of this inner life of thought. When he becomes so vividly conscious of this that he can live in this activity of thinking even when it is free from impressions arising out of external sense-perceptions and is not engaged in co-ordinating those perceptions but is free from all outside influences—when he rises by sheer inner strength to full awareness of a weaving, surging life of thought in himself, then this body of formative forces can be experienced. This experience of thinking is at the same time experience of the etheric world. And I have already explained how, by rousing oneself inwardly and achieving this kind of thinking—which is by no means so difficult—one feels oneself living in one's Second Man and experiencing this Second Man as a kind of time-body, as something not at rest in a confined space like the physical body, but always in a state of flux and movement, something that can be observed in space only for a fleeting moment and even then hardly in defined outline. But this time-body reveals itself to human experience as the life-tableau which places before the eye of soul the entire course of earthly life hitherto in one comprehensive vision.
[ 2 ] Nun ist es im Grunde genommen ein recht seelisch-geistiger Vorgang, in dem man da lebt, wenn man so durch innere Erfassung des Denkens in das Ätherleben des Universums sich hinein begibt. Man fühlt in diesem imaginativen Weben und Leben der Seele, das zum Erleben des Ätherischen wird, nicht jene innere Schattenhaftigkeit, die das Seelenleben des gewöhnlichen Bewußtseins hat, man fühlt nicht mehr das Traumhafte, das das Seelenleben des gewöhnlichen Bewußtseins hat. Man fühlt sich auch nicht mehr so abgeschlossen von der Welt, wie im physischen Leib, wo man sich in seiner Haut abgeschlossen fühlt. Man fühlt die äußere Welt in sich einströmen, das eigene Wesen in die Welt ausströmen. Man fühlt sich als ein bewegtes, und mit der Welt sich bewegendes Glied des ganzen ätherischen Universums. Aber immerhin, das, was man da erlebt, hat gerade etwas von einem stark bangemachenden Unwirklichen. Während sich der Mensch durch Gewöhnung in seinem physischen Leib feststehend auf der Erde fühlt, empfindet er in dem Erleben im Ätherischen eine gewisse Unsicherheit seines eigenen Daseins. Er fühlt sich hinausgehoben über die physische Welt und noch nicht fest begründet in der geistigen Welt.
[ 2 ] It is in fact a spiritual experience for the human soul when through this inner awareness of thinking a man enters into the etheric life of the universe. In this imaginative weaving and quickened life of the soul, which becomes experience of the etheric, one does not feel that shadowy, inner dimness which characterises the ordinary, dreamlike consciousness of the soul. Nor does one feel so separated from the world as one does in the physical body, isolated within the skin. One feels the outer world streaming into one, and one's own being streaming out into the world. One feels a member of the whole etheric universe, caught up in a world of movement. At the same time, however, all this is a rather disquieting experience, as of something unreal. Whereas in his physical body man is accustomed to feel himself standing firmly on the earth, in this etheric experience he feels a certain insecurity in regard to his own existence. He has the feeling of being lifted out of the physical world while riot yet firmly established in the spiritual world.
[ 3 ] Dieses Fest-begründet-Sein in der geistigen Welt tritt aber ein, wenn von dem strebenden Menschen das erreicht wird, was ich gestern hier genannt habe: das tiefe Schweigen der Seele. Der Mensch muß dahin kommen, diejenige Kraft, die er sonst braucht als eine modifizierte Atemkraft, in Gemäßheit dessen, was ich in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben habe, nicht dazu zu verwenden, um im Atmungsprozeß die äußeren Worte der äußeren Sprache erstehen zu lassen, sondern er muß das, was in Worten überfließen will, zurückhalten. Aber er muß dennoch innerlich jene Tätigkeit entfalten, die sonst in die Worte ausfließt, er muß die innerlichen Anstrengungen machen, wie sonst zum Lautreden, und dadurch muß er zum innerlichen Schweigen gelangen. Und wenn die Seele nicht nur bis zum Schweigen gleich Null kommt, sondern noch unter das Schweigen gleich Null hinuntergeht zu dem negativen Schweigen, zu dem, was unter das Niveau des Schweigens im Erleben hinuntersinkt, wenn wir uns gleichsam nicht selbst übertönen in unserem Geistigsein durch die Kräfte, die in den Atem hineinwollen, indem gesprochen wird, und wir dennoch innerlich den Impuls zum Sprechen entwickeln, aber das Sprechen zurückhalten, bevor es den Kehlkopf ergreifen will, wenn wir das Sprechen also zurückhalten und dennoch innerlich die Sprachfähigkeit entwickeln, so gelangen wir nicht bloß zu einer innerlichen Stille, sondern zu etwas, was eben das tiefe Schweigen der Seele ist. Zu diesem tiefen Schweigen der Seele gelangen wir, das sich zu der Entfaltung der Sprache, der Worte, die äußerlich in der physischen Welt ertönen, nicht nur so verhält, wie die Null, sondern wie die negative Größe. Dann tönt aus diesem tiefen Schweigen heraus das, was uns die geistige Welt, was uns, um ein altes Wort zu gebrauchen, der Logos aus dem Universum herein offenbaren will. Dann sprechen nicht wir, dann sind wir das Instrument geworden, durch das der Logos hier spricht. Und dann werden wir gewahr unseren eigenen astralischen Leib in uns und jene astralische Welt, von der ich gestern gesprochen habe. Diese astralische Welt ist eine wesentlich andere, als die Welt, die man durch die Sinne und den kombinierenden Verstand im gewöhnlichen Bewußtsein erlebt.
[ 3 ] But that sense of being firmly rooted in the spiritual world is experienced when by earnest striving man attains what I have called the “deep silence of the soul.” As regards the force which normally serves him as modified breathing-power, man must learn not to spend this power in the breathing-process for forming words of vocal speech but, as indicated in “Knowledge of Higher Worlds and its Attainment,” to hold back what wants to pour itself into words. At the same time, however, he must strive inwardly to maintain that activity which otherwise finds its outlet in the spoken word. This is how he must achieve the inner silence. And when the soul does not stop at point ‘nought’ of this silence, but descends still more deeply into the negative region of silence, to the level below experienced silence, when by the strength of the spirit we hold in check the forces which want to press on into our breathing and our speech, and when at the same time we inwardly foster the impulse to speak but hold back the words before they take possession of the larynx—to put it differently, if we practise silence while developing the inner potentiality of speech—then we not only gain an inner stillness but the deep silence of the soul. In its relationship to speech, to the spoken word Which sounds in the outer, physical world, this deep silence corresponds not merely to the degree of ‘nought,’ but to the negative potency. Then out of this deep silence there sounds what the spiritual world has to say to us, what—to use an ancient word—the Logos wants to reveal from out [of] the universe. Then we no longer speak, but have become the instrument through which the Logos speaks. And then we become aware of our own astral body within us and of the astral world of which I have spoken. This astral world is very different from the world which ordinary consciousness experiences through the senses and the reasoning intellect.
[ 4 ] In dieser Welt der Sinne und des kombinierenden Verstandes im gewöhnlichen Bewußtsein nehmen wir in derber Dichtigkeit die stofflichen Dinge und stofflichen Vorgänge wahr, welche den Raum erfüllen, welche, wenn ich mich zwar ungenau, aber populär ausdrücken will, auf unsere Sinne drücken, so daß wir sie eben sinnlich wahrnehmen können. Wenn wir auf der einen Seite gewissermaßen stehen haben für unser Erleben durch die Sinne und durch den kombinierenden Verstand die derb stofflichen Dinge und Vorgänge der Außenwelt, dann stehen auf der andern Seite die unwirklichen Gedanken, die unwirklichen Empfindungen, wie wir sagen, jene unwirklichen Gedanken und unwirklichen Empfindungen, über die zu allen Zeiten philosophierende Menschen gestritten haben, wie sie sich zu der Wirklichkeit verhalten. Der Mensch, der nur des gewöhnlichen Bewußtseins sich bedient, möchte sozusagen immer, wenn vor seiner Seele bloß Gedanken und Empfindungen auftauchen, irgendwo in der stofflichen Welt mit seinen Händen anfassen, um sich des realen Daseins zu versichern.
[ 4 ] In this world of the senses and reasoning intellect we perceive in ordinary consciousness the material objects and processes in their gross density, filling space, and—to use a popular if not quite accurate figure of speech—pressing in upon our senses, so that we may have sense-perception. While on the one side our senses and the reasonings of our intellect present to us the objects and processes of the external world in their gross substantiality, we have on the other side what are called the unreal thoughts and unreal feelings, those thoughts and feelings about which, as regards their relationship to reality, philosophers have argued through the ages. Whenever thoughts and feelings alone rise up in the soul, a man who depends entirely upon his ordinary consciousness has the desire to stretch out his hands, as it were, to take hold of something substantial in the material world, to make sure of the reality of existence.
[ 5 ] So steht also auf der andern Seite das Dasein in den Gedanken und Empfindungen, das nicht sogleich als ein reales wirkt, und aus diesen Gedanken und Empfindungen heraus kommt ja für den Menschen, gewissermaßen herausflutend, die moralische Welt, die Welt der moralischen Impulse. Wenn der Mensch die Welt in ihrer Zweiheit so anschaut — einmal das derb Materiell-Konkrete, was für ihn zunächst das Wirkliche ist, dann die in ihrer Wirklichkeit zweifelhaften Gedanken und Empfindungen, welche die moralischen Impulse enthalten —, so hat es für ihn etwas, man möchte sagen, Bedrückendes, wenn er nun hinschaut und naturwissenschaftlich bewiesen findet, daß durch die Erhaltung von Materie und Kraft das äußerlich Wirkliche eine gewisse Ewigkeit hat, daß aber das, was sich als moralische Weltordnung heraushebt aus den bloßen Gedanken und Empfindungen, dann vernichtet wird innerhalb eines gewissen großen Friedhofes im materiellen Dasein, der ja aus der hypothetischen Verfolgung der Naturerscheinungen unbedingt hervorgeht. Es steht vor dem gewöhnlichen Bewußtsein eben als eine Zweiheit da die materielle Welt auf der einen Seite, die moralisch-geistige Welt auf der andern Seite, und der Mensch steht innerhalb dieser Welt, oder eigentlich dieser zwei Welten, die so wenig miteinander zu tun haben. Er steht darinnen, er ist mit der einen Seite seines Wesens übergeben der materiellen Welt, in welcher seine Ernährungsvorgänge vor sich gehen, in welcher aus den Ernährungsvorgängen heraus sich seine Triebe erheben, in welcher seine Sinne Eindrücke empfangen, in welcher sein Verstand die Sinneseindrücke kombiniert. Der Mensch wird sich bewußt, daß er dieser materiellen Welt angehört, er wird sich aber auch bewußt, daß seine Menschenwürde nur erfüllt ist, wenn für ihn eine reale Bedeutung hat, was an moralisch-geistigen Impulsen ihm aus den in bezug auf ihre Wirklichkeit strittigen Gedanken und Empfindungen erfließt.
[ 5 ] Thus on the other side of existence, in our thoughts and feelings, we lead a life which is not immediately felt as real; yet out of these thoughts and emotions emerges man's moral world, the world of moral impulses. To regard the world like this, in its duality—on the one hand all that is grossly material and concrete and, to begin with, represents reality, and on the other, the less real thoughts and feelings which contain the moral impulses—this has something depressing about it for one who, confronted by science's assertion of the conservation of matter and energy, finds a kind of eternity being attributed to what is externally real, while that which arises out of thoughts and feelings as the moral World-Order appears to be doomed to perish in a vast graveyard of material existence—a conception to which the hypothetical conclusions drawn from the phenomena of nature must inescapably lead. Thus ordinary consciousness is faced with this duality: on the one hand the material world, on the other the moral-spiritual world, and man lives in this world, or rather in both the worlds which have so little to do with one another. With one side of his being man is given over to the material world in which the nutritive processes operate and in which, from these processes, his desires rise up where his senses receive impressions and his intellect co-ordinates these impressions. He is conscious of belonging to this material world, but he is also conscious of the fact that his dignity as a human being can only be maintained if the moral-spiritual impulses which flow from the thoughts and feelings, whose reality is in dispute, have real meaning for him.
[ 6 ] Da tritt an den Menschen des gewöhnlichen Bewußtseins die Forderung heran, den physischen Körper, durch den er in die physische Welt eingegliedert ist, zu erfüllen mit dem, dessen Wirklichkeit ihm zweifelhaft erscheinen muß. Er sieht, wie in der äußeren Natur nirgends zur Herrschaft gelangt, was in den Impulsen des Moralisch-Geistigen gegeben ist. Da sieht er die Steine, die nach ehernen Gesetzen ihre Vorgänge bewirken, da fließt in dieses Geschehen innerhalb der mineralischen Welt nichts von den moralisch-geistigen Impulsen hinein. Da sieht er die Pflanzenwelt in ihrer sanften Stille, er sieht sie zu ihrem blühenden Dasein aufgerufen durch das neutrale Sonnenlicht und die neutrale Sonnenwärme, und er wird auch da nicht gewahr, wie die moralischen Impulse irgendwie hineinströmen sollen in die weckende Wärme der Sonne, in das weckende Licht der Sonne, das die Pflanzendecke der Erde zur Entfaltung bringt.
[ 6 ] And in his ordinary consciousness man here finds himself faced with the problem of imbuing his physical body, through which he is membered into the physical world, with qualities which for him must contain the element of unreality. In external nature he can discover nothing that is governed by the principle of moral-spiritual impulses. There he sees the stones subject to inexorable laws, containing nothing of moral-spiritual impulses. He observes the plants in their gentle tranquillity, how in unfolding their blossoms they respond to the neutral light and warmth of the sun, and here again he can find no trace of moral impulses entering into the sun's warmth and light as they awaken the plants to life.
[ 7 ] Und endlich, er sieht hin auf das dritte Reich des Natürlichen, auf die Tierheit, mit der er seiner physischen Organisation nach selber so viel gemein hat, und er muß sich sagen: In der Tierheit ist das Moralische in solche Formen hineingegangen, daß es nicht mehr als Moralisches erscheint. Da übt das Raubtier die Grausamkeit, ohne daß man ein Recht hat, das als Grausamkeit auch im moralischen Sinne zu bezeichnen, weil das Tier hinuntergegangen ist unter dasjenige Niveau, wo der moralische Impuls als ein moralisch-geistiger Impuls bezeichnet werden darf. Und dann schaut der Mensch wohl auf seine eigene physisch-materielle Natur hin und findet, daß er mit einem Teil seines Wesens ebenso hinuntergegangen ist. Dennoch steht vor ihm die Forderung, wenn er seine volle Menschenwürde erfüllen will, in diese heruntergesunkene Wesenheit, in sich selber einzuführen die moralischen Impulse. Da gibt es innerhalb des gewöhnlichen Bewußtseins keine Möglichkeit, einen harmonischen Einklang, ein Ineinanderschlagen der physisch-materiellen Impulse und der geistig-moralischen Impulse zu erkennen. Da fallen das Geistige und das Stoffliche auseinander. Und der Mensch blickt hin auf seinen vor ihm stehenden Erdenlauf bis zum Tode und sagt sich, er werde bis zum Tode in bezug auf sein eigenes Wesen in diesem Zwiespalte leben, daß er auf der einen Seite seine physisch-materielle Organisation hat, für welche die Forderung besteht, einzuführen die moralisch-geistigen Impulse, und auf der andern Seite ihm die Natur zeigt, daß überall die moralisch-geistigen Impulse in den unmittelbaren Naturgesetzen nicht zur Wirksamkeit gelangen können. In diesen Dualismus sieht er sich hineinversetzt bis zu seinem Tode.
[ 7 ] And finally, looking at the third kingdom of nature, the animal world with which, in respect of his physical organisation, man himself has so much in common, he must admit that in the animal the moral functions have developed forms to which the designation ‘moral’ cannot be applied. The beast of prey is cruel but this cruelty cannot be judged by moral standards, because the animal has descended below the level on which the moral impulses could with any justification be regarded as a moral-spiritual Impulse. And then man may well look at his own physical-material nature and find that with part of his being he too has followed the descent. Nevertheless, what is demanded of man, if his dignity as a human being is to be fully maintained, is that he himself must Implant the moral impulses into this sunken part of his being. It is beyond ordinary consciousness to conceive a harmonious concord, a spontaneous merging of the physical-material impulses, and the spiritual-moral impulses. Here spirit and matter fall asunder. And man, contemplating the course of earthly life before him up to the time of his death, feels that as long as he lives, his own being will be involved in this conflict where, on the one side his physical-material organisation calls for the introduction of the moral-spiritual impulses, while on the other side, nature shows him that nowhere in the laws of nature as such can moral-spiritual impulses take effect. Until the time of his death man finds himself in this dual position.
[ 8 ] Dann aber, wenn der Mensch in der Weise, wie ich es beschrieben habe, aus dem tiefen Schweigen seiner Seele herauftönen vernimmt seinen astralischen Leib und diejenige Welt, der er angehört durch seinen astralischen Leib, dann tritt vor seinem Seelenerleben eine Welt auf, die er hier mit dem gewöhnlichen Bewußtsein nicht haben kann, eine Welt, die er aber hier mit seinem gewöhnlichen Bewußtsein ersehnt, wenn er die Dualität von PhysischMateriellem und Geistig-Moralischem vor sich hat. Dann gewinnt er den Ausblick in eine Welt, die nicht unwirklich ist, die ihm geradeso wirklich erscheint, wie ihm die derb-materiell konkrete Welt des Physisch-Sinnlichen wirklich erscheint, aber auch eine Welt, die überall da, wo Vorgänge stattfinden, einlaufen läßt in die physisch-materiellen Impulse die moralisch-geistigen Impulse. Da schaut der Mensch in eine Welt hinein, in der es auf einer höheren Stufe so ist, als wenn in dieser Erdenwelt dann, wenn chemische Prozesse vor sich gehen, in das chemische Verbinden und Zersetzen einlaufen würden moralische Impulse. Es schaut der Mensch in eine Welt hinein, in der es so etwas nicht gibt, daß sich Wasserstoff und Sauerstoff nur nach gleichgültigen neutralen Naturgesetzen verbinden, sondern in der sich Wasserstoff und Sauerstoff so verbinden, daß sie moralischen Impulsen folgen in ihrer Verbindung. Da gibt es keine Vorgänge, die nicht zu gleicher Zeit einen moralisch-geistigen Sinn haben.
[ 8 ] But then, when out of the deep silence of his soul, as I have described it, man's astral body and the world to which he belongs through his astral body begin to sound, there emerges from the depths of his soul a world the experience of which his ordinary consciousness denies him, but for which that same consciousness makes him long for when he feels the duality of the physical-material and the spiritual-moral. Then he p3rcelves a world which is not unreal, a world which he experiences as being quite as real as the dense, material, concrete world of the senses, yet a world which, wherever its processes are in operation, lets the moral-spiritual impulses flow into the physical-material impulses. Here, on a higher level, man beholds a world which, compared with this earthly world, functions as if in the latter moral impulses were to enter into its binding and dissolving chemical processes. Man looks into a world in which there is no such thing as hydrogen and oxygen combining in accordance with neutral laws of nature bat in which hydrogen and oxygen combine by following moral impulses. Nothing happens there that has not at the same time a moral-spiritual meaning.
[ 9 ] Jetzt aber kommt der Mensch darauf: Die Welt, in der das dort gesteigerte Materielle und das zu wirklicher schöpferischer Macht gelangte Moralisch-Geistige sich innerlich durchdringen, betrittst du, wenn du durch die Pforte des Todes gegangen bist. Aus dieser Welt bist du heruntergestiegen in die physische Erdenwelt, als du vom vorirdischen Leben in das irdische heruntergestiegen bist. Da lernt der Mensch wissen, daß nur diese physische Erdenwelt die Welt des Dualismus, die Welt der Zweiheit ist, wo sich Natur und Geist gegenüberstehen, wie wenn sie durch einen Abgrund getrennt wären, wo das eine nicht in das andere hinein kann. Da lernt der Mensch aber auch kennen, wie er versetzt werden mußte in diese physische Erdenwelt, damit er erleben kann, wie der Geist in dieser physischen Erdenwelt an die Materie nicht herankann, so daß er, dieser Mensch, das alleinige Wesen innerhalb dieser physischen Erdenwelt ist, das nun aus seiner eigenen Freiheit, aus seinem eigensten innersten individuellen Impulse diese Verbindung bewirken kann.
[ 9 ] But now man realises that yonder world, in which the enhanced material element and the now powerfully creative moral-spiritual element interpenetrates, is the world which he will enter when he has passed through the gate of death; that it is the world from which he descended into the physical world, from his pre-earthly into his earthly life. It becomes clear to him that it is only this earthly physical world, the world of dualism, of opposites, in which nature and spirit face each other as if separated by an abyss, so that neither can reach the other. But what man also learns to understand is that he had to be placed into this physical world in order that he may experience how in this earthly physical world the spirit cannot really touch matter and that he himself, the earthly man, is the only being in the physical, earthly world who, of his own free will and acting on his own inmost, individual impulses, can establish this connection between spirit and matter.
[ 10 ] Würde in dieser physischen Welt irgendwo an einer Stelle ein moralisch-geistiger Impuls in einen chemischen Prozeß, in ein Pflanzenwachstum, in ein tierisches Triebleben durch objektive Gesetze hineinfließen, dann würde, weil der Mensch eine Zusammenfassung ist alles dessen, was im Kosmos ist, der Mensch innerlich niemals haben zur Freiheit kommen können, zu dem selbsteigenen Verbinden des Geistigen mit dem Materiellen.
[ 10 ] If, under objective laws, anywhere in this physical world a moral-spiritual impulse could enter into a chemical process, into plant-growth or into sentient animal life, then it would have become impossible for man, as a combination of all that is in the cosmos, ever to gain his inner freedom and the ability to unite of his own free will the spiritual with the material.
[ 11 ] Nun aber stehen im menschlichen Erdenleben zwei Zustände einander entgegen: Der Zustand des Wachens vom Aufwachen bis zum Einschlafen, der Zustand des Schlafens vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Während des Zustandes des Wachens lebt der Mensch durchaus in derjenigen Welt, wo sich Geist und Materie streng gegenüberstehen, wo der Geist nicht herankann an die Materie, um sie zu durchsetzen, wo die Materie ohnmächtig ist, sich zum Geistigen in ihren Vorgängen zu erheben. Dann aber, wenn der Mensch eingedrungen ist in jene Welt, von der ich gesagt habe, daß sie herauftöne aus dem tiefen Schweigen der Seele, dann erblickt der Mensch jene Tätigkeit, der er sich hingibt zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, der Tätigkeit seines astralischen Leibes. Und dann weiß er, daß er das Erdenleben mit jedem Einschlafen verläßt und mit jedem Aufwachen wieder zurückkommt. Dann weiß er, daß er in diesen schlafenden Unterbrechungen des Erdenlebens in jener Welt lebt, in der er zunächst vorbereiten kann die Verbindung des Geistes mit der Materie. Aber in alledem, was da in den Schlafzuständen zwischen der Geburt und dem Tode in einem dünnen ätherisch-astralischen Elemente gewoben wird, so daß es wiederum eintritt beim Aufwachen in die Dualität zwischen Geist und Materie als das, was der Mensch lebt und webt in allen den Lebensperioden, die er schlafend zwischen der Geburt und dem Tode durchmacht: In alledem lebt dasjenige, was dann, wenn der Mensch sein Wesen durch die Pforte des Todes trägt, eintritt in jene Welt, in der es das nicht gibt, daß die Materie ohnmächtig ist, sich mit ihren Prozessen zur Geistigkeit zu erheben, daß der Geist nicht an die Materie herankommen kann. Sondern der Mensch tritt da mit alledem, was er sich im Schlaf gewoben hat, in diejenige Welt ein, in der alles der Materie Ähnliche sich zu geistigen Vorgängen erhebt, in der der Geist fortwährend in die Materie eingreift. Und er sieht, daß die Dualität zwischen Geist und Materie nur in der Welt vorhanden ist, die er episodisch durchmacht zwischen der Geburt und dem Tode. Er weiß ferner, daß er da in eine ganz andere Welt eintritt, die ihm nur wie im Spiegelbild, wie in einer Fata Morgana erscheint zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, wo er sich vorbereitet für die Realität dieser Welt.
[ 11 ] In man's earthly life, however, there are two states of consciousness: there is the waking state from the time of awaking until falling asleep, and the sleeping state from the time of falling asleep until waking. During his waking hours man lives entirely in the world where spirit and matter are complete opposites, where spirit cannot touch matter and permeate it, and matter is powerless to raise its processes to the spiritual. But when man has penetrated into that world of which I said that it sounds out of the soul's deep silence, then he perceives that activity which he pursues during sleep, the activity of his astral body. And then he knows that every time he falls asleep he leaves behind the life which belongs to the earth and returns to it on waking, that during the time when sleep interrupts his waking life he lives in that world in which he can begin to prepare for the union of spirit and matter. But in all that is woven during sleep between birth and death in a fine etheric-astral element, so that on waking it enters again into the duality between spirit and matter as that which man experiences and weaves during all the periods of his life passed during sleep between birth and death—in all this there lives what man carries with his being through the gate of death into yonder world where the possibility of matter being powerless to lift its processes to spirituality, or of the spirit being precluded from reaching matter does not arise. With all that he has woven during his sleep, man now enters that world in which the functions of everything akin to matter rise to a spiritual level, while the spirit continually manifests in matter. And man perceives that the duality between spirit and matter exists only in that world in which he lives episodically between birth and death. Furthermore he knows that here he enters an entirely different world which, between falling asleep and waking, appears to him only as a reflection in a mirror, as Fata Morgana, where he prepares himself for the reality of that world.
[ 12 ] Aber wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist, tritt er in diese Welt wirklich ein, und er webt nun weiter an dem Leben, das er durchgemacht hat zwischen der Geburt und dem Tode. Aber er webt jetzt so weiter, daß nicht auf der einen Seite der materiefreie Geist steht, der gewärtig sein muß, daß er einmal verschwindet in seinen geistig-moralischen Impulsen, wenn die Erde zum Beispiel beim Wärmetod angekommen sein wird. Der Mensch tritt in eine Welt ein, wo das, was ihm zwischen dem Einschlafen und Aufwachen wie im Bilde, wie in einer geistig-seelischen Fata Morgana erschienen ist, in einer realen Welt drinnensteht, in der es keine Dualität zwischen Geist und Materie gibt, in der die geistige Substantialität fortwährend die materielle Substantialität, die materienähnliche Substantialität durchdringt, in der es keine bloßen Naturgesetze gibt, sondern in der die Naturgesetze nur die untersten geistigen Gesetze sind, in der es keine bloß abstrakten geistigen Geistgesetze gibt, sondern in der die unteren Geistesprozesse, Geistesgesetze schon hinüberspielen in die dort befindlichen, materienähnlichen Prozesse. In diese Welt tritt der Mensch ein, um nun durchzumachen, was zwischen dem Tod und einer zukünftigen Geburt liegt.
[ 12 ] But when he has passed through the gate of death he actually enters that world and there continues with the weaving of the pattern traced by the life he led between birth and death. But now ha weaves in such a way that he has not, on the one side, spirit free of matter, destined at some time to disappear in respect of its spiritual-moral impulses, for instance when the earth reaches the state of entropy (Wärmetod). He enters a world where that which between falling asleep and waking had appeared to him in images, as it were, in a Fata Morgana of soul-and-spirit, is now part of a real world, in which there is no duality between spirit and matter, in which spiritual substantiality perpetually penetrates the substantiality that has a resemblance to the material; where the laws of nature do net operate by themselves but merely form the lowest grade of the spiritual laws; where there are not mere abstract laws of the spirit-realm, but where the processes and laws of the lower spiritual grades already play into the processes—which are like material processes—operating at that level. Into this world man enters, to start on his way along the path between death and a future birth.
[ 13 ] Mit dieser Welt macht sich der Mensch bekannt, indem er aus dem tiefen Schweigen der Seele heraus hört, wie der Geist, der universelle Logos — aber in seinen Individualitäten — zu ihm spricht; nicht in einer physisch hörbaren Sprache zu ihm spricht, sondern in einer Sprache, die nicht nur unhörbar, sondern weniger als unhörbar ist, und die eben deshalb gerade wiederum geistig wahrnehmbar ist. Und indem er das innere Wort gewinnt, das nicht äußeres Wort wird, und dennoch jene Kraft innerlich aufwendet, die sonst nur durch Vermittlung des Atems im äußeren Worte sich offenbart, arbeitet sich der Mensch durch, jene Welt kennenzulernen, aus der er heruntergestiegen ist als aus einer geistigen Welt, aber als einer solchen, bei deren Wirklichkeit nicht der geringste Zweifel mehr sein kann, daß der Mensch aus ihr heruntergestiegen ist zum physischen Erdendasein und zu ihr hinaufsteigen wird, nachdem er die Pforte des Todes durchschritten hat. In dieser Welt ist aller Geist zu gleicher Zeit so wirksam, wie hier auf der Erde das Materielle wirksam ist. In dieser Welt ist alles Materielle so weit hinaufgehoben, daß es nicht durch seine Derbheit, durch seine Dichtigkeit den Einflüssen der moralisch-geistigen Impulse Widerstand entgegensetzt.
[ 13 ] In this world man finds his way when he listens to what sounds from the depths of the soul's deep silence and apprehends what the spirit, the universal but individualised Logos speaks to him, not in a physically audible language, but in a language that is not only inaudible but even less than inaudible and, for that very reason, spiritually apprehensible. Thus man advances as he gains the inner word which does not become the external spoken word and yet inwardly applies the power which otherwise manifests itself only through the process of breathing, in the spoken word.—Thus man gradually develops his perceptive faculty for that world from which he descended, a spiritual world so intensely real as to leave not the slightest doubt that it is the world from which he descended to his physical, earthly existence and to which he will ascend again when he passes through the gate of death. In that world, all the spiritual forces are as simultaneously active as are the material processes on the earth. Everything material is here so far elevated as to prevent grossness and density from offering resistance to the moral-spiritual impulses.
[ 14 ] Wenn man hineingelangen will in die ätherisch-imaginative Welt, da muß man gewissermaßen hinter das Denken, hinter das abstrakte tote Denken gelangen, zu dem innerlich lebendigen Denken. Wenn man hineingelangen will in die Welt des tiefen Schweigens, das heißt in die Welt, wo alles materienähnliche Wirken geistig, und alles geistige Leben in der Materie schöpferisch ist, so muß man nicht nur hinter das gewöhnliche tote Denken zum lebendigen Denken kommen, sondern hinter die hörbare Sprachfähigkeit zu der hinter ihr liegenden unhörbaren Sprachfähigkeit, die nicht Lautheit ist, die tiefes Schweigen ist, aus der nicht hörbare Worte, sondern der aus der Stille, gerade durch die verstärkte Stille wirkende Logos spricht.
[ 14 ] To find one's way into the etheric-imaginative world, one has to get behind the ordinary ways of thinking, the abstract, dead thinking, as it were, to the inner, living thinking. If one is to enter into the world of the deep silence where everything akin to matter becomes spiritual and all spiritual life becomes creative in matter, it is necessary not only to develop the faculty of living thinking behind the ordinary dead thinking, but to be able to pass behind the faculty of audible speech to the apprehension of the faculty of inaudible speech beyond, which is not audible sound but deep silence, from which no audible words resound.
[ 15 ] Will man aber noch weiter gelangen, dann muß man nicht nur aufsteigen von dem lebendigen Denken, was verhältnismäßig nur ein bildhafter Prozeß ist, zu demjenigen, was, wie ich sagen möchte, durch die Welt webt und fluter, was aber im Weben und Fluten aus dem tiefen Schweigen heraus spricht, so daß man sich darinnen fühlt als in etwas, was eben die Welt durchströmt und in dem man selber strömt mit dem Hören, mit seinem dritten Menschenwesen, sondern wenn man noch weiter gelangen will, muß man sich erheben zu einem anderen Prozesse, zu einem noch anderen Vorgange im Innern.
[ 15 ] It is here that through the medium of profoundest silence the Logos speaks. But if one wants to advance still further, it is not enough to rise from living thinking which, comparatively speaking, is only a process of forming images, to that which weaves and flows through the world but in its weaving and flowing speaks out of the deep silence, so that one feels caught up in the stream of this weaving world of flowing harmonies with one's Third Man—to progress even further one must lift oneself to yet another inner process.
[ 16 ] Man lebt in dem lebendigen Denken für das Ätherische. Man lebt in dem nicht von uns in Bewegung gesetzten, sondern durch den Logos erleuchteten Prozeß, der sonst nur in der physischen Luft beim Sprechen lebt, auf der zweiten Stufe. Auf der dritten Stufe muß man etwas erkennen, was das Gegenbild eines Zerstörungsprozesses im physischen Leben der Erde ist. Da muß man jetzt nicht nur durch eine Steigerung des Denkens, durch eine in die Stille hinein erfolgende Steigerung des Sprachvermögens, sondern da muß man durch eine Verinnerlichung desjenigen, was vorgeht, wenn wir als Menschen hier auf der Erde etwas tun, zu der dritten Stufe gelangen. Man muß sich nur klar sein darüber, daß mit «Tun» dabei nicht bloß gemeint ist das äußere physische Tun. Wir tun auch etwas, wenn wir bloß innerlich in Gedanken arbeiten, denn auch da entfaltet sich der Wille. Alles das, wodurch der Mensch sich zur Aktivität aufrafft, sei es ein innerlicher, sei es ein äußerer Prozeß, verfließt im Tun und nicht im bloßen Leiden. Aber jedesmal, wenn ein solches Tun erfolgt, selbst wenn es nur erfolgt im Denken, das eine Initiative hat für Aktivität, erfolgt in ihm ein physischer Prozeß. So wie im physischen Denken ein Gehirnprozeß erfolgt, wie im physischen Sprechen ein modifizierter Atmungsprozeß erfolgt, so erfolgt bei einer solchen in die Tat, in die Handlung überfließenden Willensinitiative ein innerlicher Prozeß, ein Prozeß, den wir vergleichen können mit jener Vernichtung materiellen Wesens, die wir in allen Verbrennungsprozessen gewahr werden. Sehen wir, wie eine Flamme die Kerzensubstanz zerstört, so sehen wir — ich will jetzt nicht auf irgendwelche feinere chemische Position eingehen, sondern eben nur in populärer Weise auseinandersetzen, was als sinnlich-physischer Vorgang angeschaut werden kann und soll —, wir sehen da, ganz gleichgültig, ob das sich metamorphosiert und in anderes, mehr Unsichtbares hineinverschwindet, wie die Flamme, wie das Verbrennen die Konstitution des Materiellen vernichtet.
[ 16 ] In living thinking one is active in the Etheric. At the second stage we live in a process not initiated by us but illumined by the Logos, a process which otherwise manifests only in the physical air through the spoken word. At the third stage one must become aware of a process which corresponds to what in the physical life of the earth is a process of destruction. What is needed to reach the third stage is not only intensified thinking and an intensified faculty of speech projected into the stillness, but an inwardness of purpose in our activities as human beings on the earth. Only one must bear in mind that ‘activity’ is not to be understood as applying merely to external physical action. We are also active when occupied only mentally in thoughts, for there too the will operates. Every motive by which man rouses himself to activity, be it an inner or external process, finds its outlet in action and not in mere passive endurance. But every time action takes place, even if only in thinking that contains the initiative for action, a physical process takes place. Just as physical thinking gives rise to a process in the brain, and physical speech a modified breathing-process, so in the action prompted by the initiative of the will-forces we have to do with an inner process, a process which can be likened to that destruction of material substances which we observe in all processes of combustion. When we observe how a flame destroys the substance of a candle, we see—I need not here deal with any specific chemical aspect but I only wish to show what the senses can and must observe as a physical occurrence—we see how, irrespective of any metamorphosis end disappearance into something less visible, the flame, the process of combustion, destroys the constituent parts of the material.
[ 17 ] Solche Prozesse, wo etwas erfaßt wird von etwas Ähnlichem, wie von der Flamme die Kerzensubstanz, solche Vorgänge sind es immer, wenn Willensinitiativen in uns vor sich gehen, jene dunklen Prozesse des Willens, die der Mensch sonst im gewöhnlichen Bewußtsein verschläft, zu denen er nicht hinuntersieht. Er weiß nichts davon, was geschieht zwischen der Absicht, die er für die Handlung einer Handbewegung hat, und dem Heben der Hand. Er weiß nicht, wie die Absicht, die im Gedanken lebt, hineinschießt in die Muskeln und dann die Hand zum Heben bringt. Er sieht erst wiederum die Entfaltung in der sich bewegenden Hand. Aber was dazwischen liegt, ist ein verbrennungsähnlicher Prozeß. Nur haben wir innerhalb des menschlichen Organismus nicht die Möglichkeit, so zu sprechen, wenn wir durch ein höheres Geistiges diesen Verbrennungsprozeß anschauen, der der materielle Prozeß ist für die menschliche Willensentfaltung. Wenn wir diesen Verbrennungsprozeß verfolgen, haben wir nicht die Möglichkeit, da festzustellen, daß nur Materie umgewandelt wird, sondern es kommt dabei auf die Vernichtung derjenigen Prozesse an, die erst angefacht werden, indem der Mensch sich der gewöhnlichen Ernährung unterzieht. Alle diejenigen physischen verbrennungsähnlichen Prozesse, welche sich abspielen als die Grundlage der Willensentfaltungen, alle diese Prozesse, die eben, wie gesagt, verbrennungsähnlich sind, spielen sich ab zwischen der Fortsetzung des Ernährungsvorganges und der Blutbildung.
[ 17 ] Such processes as that in which the flame consumes the candle-substance occur wherever initiatives of will are astir within us. In his ordinary consciousness man ‘sleeps through’ these obscure processes of the will, as it were; they remain below the range of his cognition. He does not know what happens between the intention of lifting a hand and the actual movement of the hand. He does not know how the intention, which lives in his thoughts, shoots into his muscles and then effects the lifting of the hand. It is only the actual movement of the hand which the eye then sees. What lies between is a process similar to that of combustion. Within the human organism we are, however, incapable of such observations, whereas on a higher spiritual level we discern this process of combustion, which is the material process for the unfolding of the human will. When we follow this process of combustion we can find no indication that only matter is being changed, what happens is the elimination of the processes which go out from the ordinary nutritive functions in the human body. All those physical processes which are similar to combustion and form the basis for the unfolding of the will, take place between the continuing action of the nutritive functions and blood formation.
[ 18 ] Wo wir das Blut sich bilden sehen, sehen wir in diese verbrennungsähnlichen Prozesse hinein. Da sehen wir aber auch hinein, wie innerhalb dieser verbrennungsähnlichen Prozesse der menschliche Wille sprüht und kraftet. Wir sehen in einen absteigenden materiellen Prozeß hinein. Da sehen wir, zunächst populär gesprochen, wie Materie verschwindet. Aber da können wir etwas Ähnliches gewahr werden, wie wir es bei einer sorgfältigen Meditation gewahr werden, wenn wir von dem äußerlich angeregten Denken übergehen zu dem innerlich bewegten Denken. Wir haben dann im innerlich bewegten Denken etwas, was wir eben erst durch unsere eigene Aktivität gewahr werden. Wir haben in dem tiefen Schweigen der Seele etwas, was hinter unserem physischen Atmungsprozeß steckt und aus der geistig-seelischen Welt hereintönt in dem entgegengesetzt Negativen als der aus dem Schweigen heraustönende Logos.
[ 18 ] There, where we see the blood forming, we gain an insight into these combustion-like processes. But within these processes we also find the surging will-forces in action. We witness a receding material process. To use a popular phrase, we see matter disappearing. But here we can become aware of something similar to what we experience in meditation, when we pass from thinking that is externally stimulated to inwardly quickened thinking; then, in this inwardly quickened thinking, we have something of which we become aware entirely through our own activity.—In the deep silence of the soul we have something which lies behind our physical breathing-process and which, coming out of the negative from the opposite direction, sounds forth from the spiritual World-Soul as the voice of the Logos sounding out of the silence.
[ 19 ] Wir kommen aber auch hinter diejenigen Prozesse, die als Verbrennungsprozesse in unserem Organismus wirken, wenn wir dasjenige schauen können, was in unserem Organismus dahinter ist, wenn wir schauen können, wie eben in dem Zerstören, in dem Entwickeln der Verbrennungen in unserem Organismus der Weltenwille wirkt: So wie die Kraft des Logos hinter der Atmungskraft des äußerlich hörbaren Wortes, so sprüht hinter dieser Verbrennungskraft, die fortwährend an unserem Organismus wirkt, die schöpferische Kraft des Weltenwillens, der in uns hereinwirkt. Lernen wir im modifizierten Atem (rot), der aus unserem Kehlkopf zum äußerlich hörbaren Worte sich entwickelt, das dahinterliegende Geistige (hellblau, weiß) kennen, das aus dem tiefen Schweigen heraus in entgegengesetzter Richtung der physischen Worte kommt, so aber, daß wir es nicht herauslassen dürfen über den Kehlkopf, lernen wir dieses Geistige kennen, das uns gegenwärtig macht die schweigsame, aber deshalb doch deutlich sprechende Stimme des Weltenlogos, so nehmen wir wahr in all den verbrennungsähnlichen Prozessen (rot, siehe Zeichnung Seite 127), die wir schauen können innerhalb unseres Organismus, den in ihnen flutenden und wellenden Weltenwillen (gelblich), an dem wir selber teilnehmen; nicht den Schopenhauerschen ge‘dankenlosen Willen, sondern einen überall vom Geiste sprühenden und durchsetzten Willen.
[ 19 ] But we also gain an insight into those processes which work as combustion in our organism when we can discern what lies behind them, when in the destructive processes, in the generating of combustion in our organism we can behold the cosmic Will at work; as the power of the Logos stands behind the breathing engendered by the externally audible spoken word, so the creative power of the cosmic Will holds sway behind the forces of combustion ever active in our organism. As we apprehend what spiritually underlies the modified breathing as it develops from the larynx into the spoken word, as we apprehend that voice of the spirit which rises out of the deep silence from the opposite direction to that of spoken words, but has to be arrested before it reaches the larynx—as we have this spiritual experience which brings us into the presence of the silent but all the more distinctive voice of the World-Logos—so in all the combustion-like processes which we can observe within our organism, we discern the cosmic Will as it flows and weaves within them, and in which we ourselves participate—not unthinking will as imagined by Schopenhauer, but a will quickened and permeated by the spirit.


[ 20 ] Wir fühlen einen vierten Menschen nun in uns. Wir fühlen überall da, wo im physischen Organismus Verbrennungsprozesse, Prozesse des Abbaues walten, schöpferische Prozesse. Wir fühlen uns in der schöpferischen Welt drinnen. Und in dieser schöpferischen Welt werden wir nun gewahr alles das, was in uns selber schöpferisch ist.
[ 20 ] Now we feel a Fourth Man within us. Wherever in our physical organism combustion and the destructive processes take place, we feel creative processes. We experience ourselves within the creative world and in this creative world we become aware of all that is creative in ourselves.
[ 21 ] Und wenn wir vorher, indem wir unseren eigenen dritten Menschen, den astralischen Menschen, gewahr wurden, eine Welt kennengelernt haben, in der es den Unterschied von Materie und Geist nicht gibt, so lernen wir jetzt eine Welt kennen, in der der Geist nicht nur in allen Vorgängen lebt, sondern in der der Geist in allen Vorgängen das Schöpferische ist, in der es keine materienähnliche Substanz gibt, die nicht aus dem Geiste heraus geformt ist. Und wir lernen in uns selbst dasjenige kennen, was so schöpferischer Art ist, daß innerhalb seines Bereiches kein Materienähnliches ist, das nicht seine Schöpfung wäre, Und wenn wir eben vorher eine Welt kennengelernt haben, in der es die Dualität zwischen Geist und Materie nicht gibt, so lernen wir jetzt eine Welt kennen, in der die moralisch-geistigen Impulse selber das einzig Wirkliche sind. Und indem wir hineinschauen in diese Welt, von der eben der entsprechende Tropfen in uns selber waltet, indem wir hineinschauen in das, was als vierter Mensch unser Anteil an dieser Welt ist, zu der wir jetzt aufgestiegen sind, da lernen wir in diesem vierten Menschen kennen ein Schöpferisches in uns, aber ein solches Schöpferisches, von dem wir uns sagen: Das ist ja nirgends vorhanden hier in dieser Welt der natürlichen Umgebung, wo der Geist nicht an die Materie herankommt, das ist ja nirgends vorhanden zunächst in der Welt, die uns erscheint innerhalb unseres eigenen astralischen Leibes. Aber das macht sich überall geltend, wo noch ein Höheres, ein Wesenhaftes eintritt in diese astralische Welt. So wie der Mensch als physischer Mensch in die für ihn als physischen Menschen durchdringliche Luft eintritt, so werden wir das Astralleben gewahr, eine geistig-seelische Atmosphäre, und innerhalb dieser Atmosphäre herumwandelnde Geistwesen, wie wir hier als physische Menschen in der physischen Luftatmosphäre herumwandeln. Wir schauen hinein jetzt nicht nur in den im allgemeinen sprechenden Logos der astralischen Welt, wir schauen hinein in das, was als Geistwesen sich bewegt und west in dieser astralischen Welt.
[ 21 ] And whereas previously through our Third Man, the astral man, we perceived a world in which there is no distinction between matter and spirit, so now we find a world in which the spirit not only lives in all processes and functions, but is the creative force in a world where nothing in the nature of material substance exists that is not formed out of the realm of the spirit. And likewise do we so experience the creative forces at work in us that within their sphere there is nothing akin to matter that is not their creation. And as we have already become aware of a world without the duality of spirit and matter, so we now learn to know a world in which the moral-spiritual impulses themselves are the only reality. As we look into this world, a drop of which is working individually in ourselves, and as in our Fourth Man we are given our share in this world to which we have ascended, we recognise in this Fourth Man a creative principle within us, but a creative principle of which we must say: it is something that does not exist anywhere in the surrounding world of nature, where the spirit does not reach matter, nor is it, to begin with, to be found anywhere in the world which appears to us within our own astral body. But it does become active wherever something higher, something in the nature of being enters this astral world. Just as man as a physical being moves in the physically penetrable air, so we experience life in the astral, a spiritual atmosphere of soul-life, where spiritual beings move about as we, as physical human beings, move in the physical atmosphere of the air. We now become aware not only of the voice of the Logos resounding through the astral world, but we now behold spiritual beings, moving and weaving in this astral world.
[ 22 ] Und da lernen wir unsere eigene Wesenheit erkennen als diejenige, die jetzt gar nicht da sein kann, die aber durchgegangen ist durch diese ätherische Welt im vorirdischen Dasein, und die in einem vorigen Erdenleben da war. Da werden wir gewahr, wie dem zerstörenden Verbrennungsprozesse die moralischen Impulse aus unserem vorigen, oder aus unseren verschiedenen vorigen Erdenleben innewohnen, wie dieser vierte Mensch in uns lebt, der zu gleicher Zeit der Schöpfer unseres grundlegenden Schicksals ist. Da entdecken wir hinter dem Brand unseres Leibes die schöpferische Macht des Inhaltes unseres vorigen Erdenlebens, das jetzt zu dieser Region hat aufsteigen können, wo es der zerstörenden Macht der Verbrennung als die schöpferische Macht entgegenwirkt, weil es eben nicht gegenwärtiges Dasein ist, sondern Jang vergangenes Erdenleben, das alles abgestreift hat, was mit der Dualität von Geist und Materie zusammenhängt, was durchgegangen ist durch die geistige Welt und in dieser geistigen Welt den Charakter des Geistig-Schöpferischen angenommen hat. Da entdecken wir gerade innerhalb desjenigen, was in den Tiefen unseres sonst so dunklen Willens heraufpulst in unserer Menschenwesenheit, das, was da hereinsprüht, hereinkraftet als etwas, was einmal so war, wie wir jetzt im Erdenleben dastehen, was aber anders geworden ist, indem es erst sich ätherisiert hat, dann in einer astralischen Welt gelebt hat, und in dieser astralischen Welt zu einer dritthöheren Stufe aufgestiegen ist. Und jetzt erscheint es in uns als das, was in unserem nur schattenhaften Ich der Gegenwart als der es erhärtende, mit Realität durchsetzende, schöpferische Kraftwille der vorangegangenen Erdenleben darinnen ist.
[ 22 ] And there we learn to recognise our own being, which cannot now be here, but which, having passed through the etheric world in pre-earthly existence, lived in a former life on earth. Now we perceive how the destroying combustion-process is connected with the moral impulses emanating from our last or several previous lives on earth, how there lives in us this Fourth Man who at the same time is the creator of our destiny. Behind the seething combustion in our body we discover the creative power of the content of our previous life on earth, which has now been able to rise to this region where, as creative force, it counteracts the destructive force of combustion. It can do so because it is not of the nature of present existence but of life on earth long past, which has divested itself of all that is connected with the duality of spirit and matter and having passed through the spiritual world, has there assumed its spiritually creative character. And we discover in the impulses which rise and surge up in our own being out of the depths of our otherwise obscure will-forces, something which once was more or less the equivalent of what now constitutes part of our experience in the present earthly life, but which has undergone changes by first having been etherealised, then having lived in an astral world and finally having risen in this astral world to a thrice higher stage. And this we now find contained in our shadowy ‘I’ of the present as the sustaining reality-bearing force of the creative will-power of our previous earthly lives.
[ 23 ] Da sind wir aufgestiegen von der physischen Wesenheit des Menschen zu seinen drei höheren Wesenheiten: zu der ätherischen Wesenheit oder der Bildekraftwesenheit, zu der astralischen Wesenheit, der eigentlich seelischen Wesenheit, und zu der eigentlichen Ich-Wesenheit, welche das Ergebnis früherer Erdenleben ist, während dasjenige, was als Ich im jetzigen Erdenleben in gleicher Art webt, in uns nur west zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Ich habe Ihnen vorhin beschrieben, wie zwischen dem Einschlafen und Aufwachen der astralische Leib in der Wesenheit der astralischen Welt drinnen webt und west; aber innerhalb dieses astralischen Leibes tragen wir noch an uns, zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, das Ich, so wie ich es geschildert habe. Das ist aber noch nicht fähig, insofern es das Ich der Gegenwart ist, hineinzukraften in den physischen Leib. Denn hier teilt der Mensch das Schicksal der übrigen Natur, die Dualität des Geistes mit der Materie. Hier steht dem Menschen selber gegenüber der in der Materie noch nicht wirksame Geist, die Materie, die ohnmächtig ist und nicht an den Geist herankann.
[ 23 ] Thus we have risen from the physical being of man to his three higher forms, the etheric man containing the formative forces, the astral man, bearing the soul-forces proper, and lastly to the true ‘I’ which is the result of previous earthly lives, while in the present life on earth our ‘I’ weaves in that way only between falling asleep and waking. I have already described to you how during the time between falling asleep and awakening, the astral body weaves and lives within the ocean of the astral world; but, as has also been explained, during that time between falling asleep and waking up we still carry within this astral body, the ‘I.’ But this ‘I’ in as far as it is the ‘I’ of the present, is not yet capable of bringing its forces to bear upon the physical body. For here man shares the fate of the rest of nature, the duality of spirit and matter. Here man himself is faced with the spirit that is not yet active in matter, and matter that is impotent and divorced from the spirit.
[ 24 ] Was da im Menschen in diesem Kampf zwischen Geist und Materie, der in ihn hereinleuchtet, der da besteht in dem Überwindenwollen des Dualismus von Geist und Materie in der äußeren physischen Erdenwelt, als ein innerer Konflikt hinter den Kulissen seines Daseins sich auch wachend im bloßen Willen abspielt, das spielt sich hinter den Kulissen des Daseins im Schlafe ab zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Das ist für den Menschen zunächst, wie er sich im gewöhnlichen Bewußtsein entfaltet, verdeckt durch den Schlaf. Da aber wird dasjenige im Schlafe verwoben, was nun, wenn es sich wiederum ätherisiert und astralisiert nach dem Tode, eben zu jener schöpferischen Kraft aufsteigt, was aber ein neues Glied hinzugefügt haben wird, wenn die nächste Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt verflossen sein wird, zu dem, was in unserem Willen kraftet aus den lang vergangenen Erdenleben her.
[ 24 ] The outcome of this battle between spirit and matter as kindled by the will to overcome the duality of spirit and matter in the external physical world of the earth, it lights up in man's being—the outcome of this inner conflict which, behind the scenes of man's life continues also during waking hours in the sphere of the will, takes effect behind the scenes of existence during the time between, falling asleep and waking. As long as man has only his ordinary consciousness, this is covered up by sleep. But during this sleep is woven that essence which, when again etherealised and ‘astralised’ after death, attains that creative force which, after having passed through the next period between death and a new birth, will have added a new measure of strength to the power which flows into our will-forces from long past lives on earth.


[ 25 ] Und so können wir hinschauen auf das menschliche Leben. Wir schauen zunächst nicht hinunter in den Willen, wir schauen nicht hinein in den Schlaf. Eine wirkliche Geistesschau aber enthüllt uns, was da eigentlich wirkt als schöpferisches, der Verbrennung entgegengesetztes Prinzip aus lang vergangenen Erdenleben. Und wir werden gewahr, wie durch unseren Willen pulsen, aus moralischen Impulsen unser Schicksal bereitend, die früheren Erdenleben, wie, wenn wir in den Schlaf hineingehen, das, was sonst aus seinen Trieben, Emotionen, aus den bewußten Absichten der menschliche Wille auch im Wachen schlafend vollbringt, wie das zwischen dem Einschlafen und Aufwachen sich webt zu dem Wesen, das dem Menschen in der Gegenwart verhüllt ist durch das Schlafen, das aber in unserem nächsten Erdenleben als wirksamer Wille unser Blut durchpulsend in dem Verbrennungsprozeß des künftigen Leibes sich als das schöpferische Ich entfalten wird — dieses schöpferische Ich, das dann wiederum um dasjenige Glied vermehrt worden sein wird, das wir in diesem Erdenleben zwischen Geburt und Tod entfaltet haben und hinzugefügt haben zu demjenigen, was in der geschilderten Weise aus den früheren Erdenleben zu uns herübergekommen ist.
[ 25 ] And so we can make a study of human life. We do not at first see into the depths of the will; we cannot observe what occurs in sleep. Real spiritual vision, however, reveals to us what is at work there as the creative principle, connected with long past earthly lives, counteracting the process of combustion. And we discover how out of their moral, destiny-building impulses the former lives on earth pulsate through our will. We discern how, while we sleep, all that is performed impulsively, emotionally and intentionally by the human will, remaining dormant even during waking hours, weaves itself during the time between falling asleep and awakening into that being which sleep conceals from modern man, but which, pulsing as active will in our blood in the combustion-process of our future body, will unfold in our next earthly life as the creative ‘I.’ This creative ‘I’ will then again have been increased in strength to the extent of what we have developed in our present life between birth and death as a further addition to that which, as described, has come to us from previous earthly lives.
[ 26 ] In dieser Weise kann hineingeschaut werden in die Konstitution des Menschen aus vier Wesensgliedern. Und indem wir gewahr werden, wie diese vier Wesensglieder im Menschen real sind, blicken wir zu gleicher Zeit hin auf das gesamte menschliche Leben. Es erweitert sich, wie ich gestern gezeigt habe, das, was irdisches Leben ist, zu dem Leben im Weltenäther, der bis zu einer gewissen Kugelschale geht, aber das Kosmisch-Astralische überall zurückstrahlt. Wir leben mit unserem astralischen Leib mit diesem KosmischAstralischen, das für das irdische Beobachten unwahrnehmbar ist. Leben wir uns aber in dieses Kosmisch-Astralische so ein, wie ich es heute geschildert habe, dann tönt dieses Kosmisch-Astralische nicht nur als der Weltenlogos, sondern aus den Worten des Weltenlogos treten an uns heran, wie durch reale Untergründe des geistigen Lebens, die realen Wesenheiten der höheren und niederen Hierarchien, und unter diesen unsere eigene Geistwesenheit aus lang vergangenen Erdenleben.
[ 26 ] In this way we can distinguish the four members of man's constitution, and as we experience the reality of these four members in the human being, we gain at the same time a picture of human life as a whole. As I showed yesterday, the life which is earthly widens out into the life in the universal ether, which reaches to the boundaries of a kind of outer global shell, but radiates back the astral in the cosmos from all sides. With our astral body we live in this astral world which remains hidden from earthly observation; but when, in the way I have described, we have reached the stage where we can experience the astral world, it does not only resound as the World-Logos, but there emerge from the words of the Logos, as from the very foundations of spiritual life, the beings of the higher and lower Hierarchies themselves and among them our own spirit-being from long past earthly lives.
[ 27 ] So erweitert sich, indem wir den Menschen erkennen, zu gleicher Zeit unser geistig-seelisches Erkennen über den Kosmos, über das Universum, nicht nur über den Kosmos als einen physischen, als einen ätherischen, sondern über den Kosmos auch als einen geistig-seelischen. Es erweitert sich die Menschenerkenntnis zur Welterkenntnis. So wie wir im physischen Erdenleben niemals einseitig haben können Einatmung und Ausatmung, wie die Einatmung in stetiger Wechselwirkung mit der Ausatmung uns durchdringen und durchwellen muß, wie wir in der Einatmung und Ausatmung rhythmisch leben, so können wir nicht einseitig auf einer höheren Stufe bloß Menschenerkenntnis oder Welterkenntnis erwerben, sondern Menschenerkenntnis fordert, wie die Einatmung die Ausatmung, die Welterkenntnis, und Welterkenntnis fordert, wie die Ausatmung die Einatmung, Menschenerkenntnis. Systole und Diastole des großen physisch-seelisch-geistigen Weltenlebens ist Welterkenntnis und Menschenerkenntnis, die nicht nebeneinander sein können auf einer höheren Stufe, sondern nur ineinander, auseinander, ineinander, auseinander, in ewig wechselndem Rhythmus einander durchdringend und wirkend, wie das un sterbliche Leben des Kosmos selbst, dem auch der unsterbliche Mensch angehört.
[ 27 ] Thus the knowledge we gain about man at the same time widens our soul's spiritual conception of the Cosmos, of the Universe, not only in the physical and etheric sense, but of the Cosmos as living soul-and-spirit as well. Knowledge of man expands to knowledge of the world. As in our physical life on earth there can never be inhalation alone or exhalation alone, because the alternating in-and-out breathing must penetrate and flow through us—living as we are in, this rhythmic in-and-out breathing, we likewise cannot on a higher level acquire only a one-sided knowledge of man or knowledge of the world. As the inhaling calls for exhaling, knowledge of man demands knowledge of the world; as the exhaling calls for inhaling, knowledge of the world demands knowledge of man. Systole and diastole, contraction and expansion of the great physical-soul-and-spirit life of the world is knowledge of the world and knowledge of man, not side by side, but ever in an eternally changing rhythm, together-apart, together-apart, penetrating each other and functioning like the immortal life of the Cosmos itself, to which immortal man also belongs.
