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Appendix to the Public Lectures
GA 85

3 June 1912, Oslo

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Nachträge zur Abteilung öffentliche Vorträge
  1. Appendix to the Public Lectures, tr. SOL

13. Tod und Unsterblichkeit

13. Tod und Unsterblichkeit

[ 1 ] Der Gegenstand der heutigen Betrachtung ist ein solcher, von dem man zweifellos sagen kann, dass er im allertiefsten Sinne das Menschenherz bewegt und dass er Fragen in sich enthält, deren Beantwortung so ziemlich alle Menschen wie ein tiefstes Lebensbedürfnis empfinden.

[ 1 ] Der Gegenstand der heutigen Betrachtung ist ein solcher, von dem man zweifellos sagen kann, dass er im allertiefsten Sinne das Menschenherz bewegt und dass er Fragen in sich enthält, deren Beantwortung so ziemlich alle Menschen wie ein tiefstes Lebensbedürfnis empfinden.

[ 2 ] Nun könnten ja gewiss viele Gründe angeführt werden, welche in der einen oder anderen Seele ein Bedürfnis hervorrufen, die Fragen zu beantworten, die sich knüpfen an die Gedanken von Tod und Unsterblichkeit. Man wird gewiss unter den entsprechenden Seelenbedürfnissen solche finden, die man einer wissenschaftlichen Betrachtung gegenüber für nicht haltbar findet. Zwei Grundempfindungen der menschlichen Seele aber sind es, [durch] die – abgesehen von aller Todesfurcht, abgesehen von aller aus diesen oder jenen egoistischen Gefühlen heraus entspringenden Sehnsucht nach Unsterblichkeit, abgesehen von aller Anstrengung –, [durch] die im Menschenherzen [das Bedürfnis] hervorgerufen wird, eine Antwort zu finden auf die bange Frage nach dem Tod und der Unsterblichkeit. Die beiden Bedürfnisse können wir etwa so charakterisieren.

[ 2 ] Nun könnten ja gewiss viele Gründe angeführt werden, welche in der einen oder anderen Seele ein Bedürfnis hervorrufen, die Fragen zu beantworten, die sich knüpfen an die Gedanken von Tod und Unsterblichkeit. Man wird gewiss unter den entsprechenden Seelenbedürfnissen solche finden, die man einer wissenschaftlichen Betrachtung gegenüber für nicht haltbar findet. Zwei Grundempfindungen der menschlichen Seele aber sind es, [durch] die – abgesehen von aller Todesfurcht, abgesehen von aller aus diesen oder jenen egoistischen Gefühlen heraus entspringenden Sehnsucht nach Unsterblichkeit, abgesehen von aller Anstrengung –, [durch] die im Menschenherzen [das Bedürfnis] hervorgerufen wird, eine Antwort zu finden auf die bange Frage nach dem Tod und der Unsterblichkeit. Die beiden Bedürfnisse können wir etwa so charakterisieren.

[ 3 ] Wir finden im Leben, dass der eine Mensch in das Leben hineingesetzt ist, sagen wir in solche Verhältnisse, dass kaum recht eine sorgende Hand, eine sorgende Seele an seiner Wiege stehen kann, um ihn zu warten und zu bereiten für das Leben, sodass er seine Fähigkeiten entwickeln und ein nützliches Glied in der menschlichen Gesellschaft werden kann. Man kann sagen, oftmals sieht man einem solchen Menschen vorausgezeichnet ein herbes, bittres Lebenslos. Bei [einem] anderen Menschen bemerkt man, wie die Bedingungen von seiner Geburt ab ihm vorzeichnen ein Lebenslos, das man ein glückliches nennt, [man sieht], wie sorgende Hände und sorgende Seelen dafür tätig sind, dass er seine Kräfte entwickeln kann, dass er nützlich werden kann für sich und seine Mitmenschen. Kurz, es türmt sich da auf die bedeutungsvolle Frage nach dem so unbegreiflich scheinenden menschlichen Schicksal.

[ 3 ] Wir finden im Leben, dass der eine Mensch in das Leben hineingesetzt ist, sagen wir in solche Verhältnisse, dass kaum recht eine sorgende Hand, eine sorgende Seele an seiner Wiege stehen kann, um ihn zu warten und zu bereiten für das Leben, sodass er seine Fähigkeiten entwickeln und ein nützliches Glied in der menschlichen Gesellschaft werden kann. Man kann sagen, oftmals sieht man einem solchen Menschen vorausgezeichnet ein herbes, bittres Lebenslos. Bei [einem] anderen Menschen bemerkt man, wie die Bedingungen von seiner Geburt ab ihm vorzeichnen ein Lebenslos, das man ein glückliches nennt, [man sieht], wie sorgende Hände und sorgende Seelen dafür tätig sind, dass er seine Kräfte entwickeln kann, dass er nützlich werden kann für sich und seine Mitmenschen. Kurz, es türmt sich da auf die bedeutungsvolle Frage nach dem so unbegreiflich scheinenden menschlichen Schicksal.

[ 4 ] Wer gewohnt ist, im Sinne wissenschaftlicher Weltanschauungen nach den Ursachen der Erscheinungen zu fragen, [nach den Ursachen] der Tatsachen, die uns umgeben, der wird nicht nur fragen nach den Ursachen, den Gründen der Erscheinungen gegenüber den äußeren sinnlichen Rätseln, sondern auch forschen nach den Gründen des rätselvollen Schicksalsloses des einzelnen Menschen. Das ist das eine, das, abgesehen von aller Todesfurcht und aller Sehnsucht nach Unsterblichkeit uns die Frage, die den Gegenstand der heutigen Betrachtung bildet, aufwirft.

[ 4 ] Wer gewohnt ist, im Sinne wissenschaftlicher Weltanschauungen nach den Ursachen der Erscheinungen zu fragen, [nach den Ursachen] der Tatsachen, die uns umgeben, der wird nicht nur fragen nach den Ursachen, den Gründen der Erscheinungen gegenüber den äußeren sinnlichen Rätseln, sondern auch forschen nach den Gründen des rätselvollen Schicksalsloses des einzelnen Menschen. Das ist das eine, das, abgesehen von aller Todesfurcht und aller Sehnsucht nach Unsterblichkeit uns die Frage, die den Gegenstand der heutigen Betrachtung bildet, aufwirft.

[ 5 ] Das andere aber ist das, was wir bei Betrachtung unseres Lebensganges finden, wie wir immer erfahren werden in einer ganz eigentümlichen Art. Wir unternehmen dieses oder jenes im Leben. Wir vollziehen dieses oder jenes, nachdem wir die Taten, die Handlungen getan haben. Da sprießt uns auf in unserer Seele der Gedanke, wie wir sie hätten besser machen können. Jeder Mensch weiß eigentlich, wie er reifer wird an seinen Fehlern, an seinen Irrtümern, und wie wenig es im Verlaufe unseres Lebens möglich ist, jene Reife anzuwenden, die wir uns erworben haben in unseren Handlungen, in unseren Taten, in unserem ganzen Leben, weil in derselben Weise die Handlungen, die wir schon getan haben und die uns reif gemacht haben, nicht wiederkehren. So werden wir reifer und reifer im Leben und fragen: Was soll diese Reife, die naturgemäß am stärksten auftritt, am innerlichsten, am gesättigtsten auftritt gegen das Ende des Lebens, wenn es etwa verschwinden sollte ins wesenlose Nichts, wenn wir durch die Pforte des Todes schreiten? Das ist die andere Sehnsucht: zu wissen, wohin die Kräfte, die wir uns im Leben erworben haben, kommen.

[ 5 ] Das andere aber ist das, was wir bei Betrachtung unseres Lebensganges finden, wie wir immer erfahren werden in einer ganz eigentümlichen Art. Wir unternehmen dieses oder jenes im Leben. Wir vollziehen dieses oder jenes, nachdem wir die Taten, die Handlungen getan haben. Da sprießt uns auf in unserer Seele der Gedanke, wie wir sie hätten besser machen können. Jeder Mensch weiß eigentlich, wie er reifer wird an seinen Fehlern, an seinen Irrtümern, und wie wenig es im Verlaufe unseres Lebens möglich ist, jene Reife anzuwenden, die wir uns erworben haben in unseren Handlungen, in unseren Taten, in unserem ganzen Leben, weil in derselben Weise die Handlungen, die wir schon getan haben und die uns reif gemacht haben, nicht wiederkehren. So werden wir reifer und reifer im Leben und fragen: Was soll diese Reife, die naturgemäß am stärksten auftritt, am innerlichsten, am gesättigtsten auftritt gegen das Ende des Lebens, wenn es etwa verschwinden sollte ins wesenlose Nichts, wenn wir durch die Pforte des Todes schreiten? Das ist die andere Sehnsucht: zu wissen, wohin die Kräfte, die wir uns im Leben erworben haben, kommen.

[ 6 ] Der Physiker lässt nicht gelten, dass irgendwelche Kraft, die er da oder dort bemerkt hat, ins wesenlose Nichts verschwindet. Er redet aber von Verwandlung, von der Erhaltung der Kraft. Er macht darauf aufmerksam, dass, schon wenn wir mit einem Finger über eine Tischplatte streichen, der Druck als Kraft nicht verloren geht, sondern als Wärme wieder erscheint. So macht er darauf aufmerksam, dass nicht ein Verschwinden, sondern eine Verwandlung von Kräften da ist.

[ 6 ] Der Physiker lässt nicht gelten, dass irgendwelche Kraft, die er da oder dort bemerkt hat, ins wesenlose Nichts verschwindet. Er redet aber von Verwandlung, von der Erhaltung der Kraft. Er macht darauf aufmerksam, dass, schon wenn wir mit einem Finger über eine Tischplatte streichen, der Druck als Kraft nicht verloren geht, sondern als Wärme wieder erscheint. So macht er darauf aufmerksam, dass nicht ein Verschwinden, sondern eine Verwandlung von Kräften da ist.

[ 7 ] Das, was erwähnt worden ist als zweite wichtige Lebenstatsache, türmt sich vielleicht nicht immer so auf vor unsere Seele, dass unser Verstand, unser Intellekt in ganz bestimmter Weise die entsprechende Frage nach dem Tode und der Unsterblichkeit aufwirft. Aber die Fragen, die so von unserem Verstande aufgeworfen werden, sind auch gar nicht immer die wichtigsten. Diejenigen Fragen sind die wichtigsten, welche in den Tiefen, in den verborgenen Seiten unseres Seelenlebens vor sich gehen und sich als Gefühle und Empfindungen an die Oberfläche drängen, die unserm ganzen lebendigen Habitus die Haltung, die Stimmung geben. Wie wir glücklich oder unglücklich sein können, wie wir mutig durch das Leben gehen können oder unter Depressionen leiden können, kurz, wie wir unser Leben führen, das ist zumeist der Ausdruck dessen, dass der Verstand sich nicht die Fragen aufwirft, dass aber die Seele die Notwendigkeit empfindet, Klarheit und Deutlichkeit zu haben über die Antwort, welche diese Frage erheischt.

[ 7 ] Das, was erwähnt worden ist als zweite wichtige Lebenstatsache, türmt sich vielleicht nicht immer so auf vor unsere Seele, dass unser Verstand, unser Intellekt in ganz bestimmter Weise die entsprechende Frage nach dem Tode und der Unsterblichkeit aufwirft. Aber die Fragen, die so von unserem Verstande aufgeworfen werden, sind auch gar nicht immer die wichtigsten. Diejenigen Fragen sind die wichtigsten, welche in den Tiefen, in den verborgenen Seiten unseres Seelenlebens vor sich gehen und sich als Gefühle und Empfindungen an die Oberfläche drängen, die unserm ganzen lebendigen Habitus die Haltung, die Stimmung geben. Wie wir glücklich oder unglücklich sein können, wie wir mutig durch das Leben gehen können oder unter Depressionen leiden können, kurz, wie wir unser Leben führen, das ist zumeist der Ausdruck dessen, dass der Verstand sich nicht die Fragen aufwirft, dass aber die Seele die Notwendigkeit empfindet, Klarheit und Deutlichkeit zu haben über die Antwort, welche diese Frage erheischt.

[ 8 ] Wenn man nun so, wie dies am heutigen Abend geschehen soll, versucht, diese Frage zu beantworten, nämlich im Sinne der sogenannten Geisteswissenschaft, oder wie man gewohnt worden ist in einigen Kreisen zu sagen, im Sinne der Theosophie, so begegnet man starken Widerständen im Kreise des heutigen Geisteslebens, und gar mancher, der in diesem Sinne zuerst die entsprechenden Betrachtungen über diese Frage vernimmt, wird das Gefühl haben, als stünde er nicht einer ernsten Lebens- und wissenschaftlichen Betrachtung gegenüber, sondern einer Phantasterei und Träumerei, einer ganz unwissenschaftlichen Sache.

[ 8 ] Wenn man nun so, wie dies am heutigen Abend geschehen soll, versucht, diese Frage zu beantworten, nämlich im Sinne der sogenannten Geisteswissenschaft, oder wie man gewohnt worden ist in einigen Kreisen zu sagen, im Sinne der Theosophie, so begegnet man starken Widerständen im Kreise des heutigen Geisteslebens, und gar mancher, der in diesem Sinne zuerst die entsprechenden Betrachtungen über diese Frage vernimmt, wird das Gefühl haben, als stünde er nicht einer ernsten Lebens- und wissenschaftlichen Betrachtung gegenüber, sondern einer Phantasterei und Träumerei, einer ganz unwissenschaftlichen Sache.

[ 9 ] Unter denjenigen, die voll verstehen können – das sage ich gleich im Voraus –, wenn man aus dem Bewusstsein des Geisteslebens der Gegenwart heraus alles dasjenige, was am heutigen Tage zu sagen sein wird, mit der herbsten Gegnerschaft belegt, wenn man es träumerisch und phantastisch findet, muss ich durchaus selber sein, denn der Geisteswissenschaftler, der solche Betrachtungen anstellt, ist sich klar darüber, wie viel scheinbare und durchaus beachtenswerte Gründe zu finden sind im Geistesleben der Gegenwart, um Gegnerschaft, Ablehnung, Ironie vielleicht, sogar Hohn und Spott gegen dasjenige geltend zu machen, was da zu sagen ist.

[ 9 ] Unter denjenigen, die voll verstehen können – das sage ich gleich im Voraus –, wenn man aus dem Bewusstsein des Geisteslebens der Gegenwart heraus alles dasjenige, was am heutigen Tage zu sagen sein wird, mit der herbsten Gegnerschaft belegt, wenn man es träumerisch und phantastisch findet, muss ich durchaus selber sein, denn der Geisteswissenschaftler, der solche Betrachtungen anstellt, ist sich klar darüber, wie viel scheinbare und durchaus beachtenswerte Gründe zu finden sind im Geistesleben der Gegenwart, um Gegnerschaft, Ablehnung, Ironie vielleicht, sogar Hohn und Spott gegen dasjenige geltend zu machen, was da zu sagen ist.

[ 10 ] Der Grund, dass das so ist in unserer Gegenwart, liegt in gewisser Beziehung darin, dass, wenn man im Sinne der Geisteswissenschaft oder Theosophie über die Fragen des Lebens und vor allen Dingen über die Fragen nach «Tod und Unsterblichkeit» spricht, man in einer ähnlichen Lage ist wie die Bekenner der neueren Naturwissenschaft in derjenigen Zeit, in welcher sich diese neue Naturwissenschaft zuerst geltend gemacht hat. Das war im Beginne unseres neuzeitlichen Geisteslebens vor etwa dreihundert bis vierhundert Jahren. In Bezug auf die Geisteswissenschaft machen wir heute dasselbe Stadium durch, das durchgemacht worden ist, als Giordano Bruno, Kepler und Galilei eine ganz neue naturwissenschaftliche Betrachtung in das Leben einzuführen hatten. Worinnen hat nun das Wesentliche gelegen, das dazumal für die Naturwissenschaft geltend gemacht worden ist? Dasselbe, was vom Standpunkte der heutigen Geistesbildung eingewendet wird gegenüber der Theosophie oder Geisteswissenschaft, wurde durchaus auch eingewendet gegen die neuen Erkenntnisse und Ideale der Naturwissenschaft.

[ 10 ] Der Grund, dass das so ist in unserer Gegenwart, liegt in gewisser Beziehung darin, dass, wenn man im Sinne der Geisteswissenschaft oder Theosophie über die Fragen des Lebens und vor allen Dingen über die Fragen nach «Tod und Unsterblichkeit» spricht, man in einer ähnlichen Lage ist wie die Bekenner der neueren Naturwissenschaft in derjenigen Zeit, in welcher sich diese neue Naturwissenschaft zuerst geltend gemacht hat. Das war im Beginne unseres neuzeitlichen Geisteslebens vor etwa dreihundert bis vierhundert Jahren. In Bezug auf die Geisteswissenschaft machen wir heute dasselbe Stadium durch, das durchgemacht worden ist, als Giordano Bruno, Kepler und Galilei eine ganz neue naturwissenschaftliche Betrachtung in das Leben einzuführen hatten. Worinnen hat nun das Wesentliche gelegen, das dazumal für die Naturwissenschaft geltend gemacht worden ist? Dasselbe, was vom Standpunkte der heutigen Geistesbildung eingewendet wird gegenüber der Theosophie oder Geisteswissenschaft, wurde durchaus auch eingewendet gegen die neuen Erkenntnisse und Ideale der Naturwissenschaft.

[ 11 ] Man wird heute sagen: Alles, was du uns heute da erzählst, widerspricht den Angaben der sorgfältigen Wissenschaft, welche sich auf die Erfahrung, die genaue Erforschung der äußeren Tatsachen stützt. Nun ja, so sprachen auch diejenigen, welche im Beginne der neueren Zeit gegen die neue Naturwissenschaft sprachen. Nach äußeren Tatsachen hatte man seine Urteile gebildet dazumal, als die Leute der Anschauung waren, dass die Erde stille stehe im Weltenraume, dass der ganze Sternenhimmel sich herumbewege, dass der Raum abgegrenzt sei oben, wie sie dazumal sagten, durch die achte Sphäre, die man sich vorstellte als das blaue Himmelsgewölbe, das dann in das geistige Leben hineinführte. Das bot der äußere Sinnenschein, das bot die äußere Anschauung. Giordano Bruno und diejenigen, welche sich zu ihm bekannten, rechneten dasjenige, was in Stolz und Größe die äußere Naturwissenschaft heute ausmacht und das sie betrachtet als äußeren Sinnenschein, zum inneren Erfassen, indem sie sagten, dass sie lediglich mit innerem Erfassen der Dinge eine Weltanschauung hinstellten, die widerspräche allem, was der äußere Sinnenschein darzubieten hatte.

[ 11 ] Man wird heute sagen: Alles, was du uns heute da erzählst, widerspricht den Angaben der sorgfältigen Wissenschaft, welche sich auf die Erfahrung, die genaue Erforschung der äußeren Tatsachen stützt. Nun ja, so sprachen auch diejenigen, welche im Beginne der neueren Zeit gegen die neue Naturwissenschaft sprachen. Nach äußeren Tatsachen hatte man seine Urteile gebildet dazumal, als die Leute der Anschauung waren, dass die Erde stille stehe im Weltenraume, dass der ganze Sternenhimmel sich herumbewege, dass der Raum abgegrenzt sei oben, wie sie dazumal sagten, durch die achte Sphäre, die man sich vorstellte als das blaue Himmelsgewölbe, das dann in das geistige Leben hineinführte. Das bot der äußere Sinnenschein, das bot die äußere Anschauung. Giordano Bruno und diejenigen, welche sich zu ihm bekannten, rechneten dasjenige, was in Stolz und Größe die äußere Naturwissenschaft heute ausmacht und das sie betrachtet als äußeren Sinnenschein, zum inneren Erfassen, indem sie sagten, dass sie lediglich mit innerem Erfassen der Dinge eine Weltanschauung hinstellten, die widerspräche allem, was der äußere Sinnenschein darzubieten hatte.

[ 12 ] Dass die Sonne im Mittelpunkte des Weltenraumes für das irdische Planetensystem steht, dass die Erde sich um die Sonne bewege mit den andern Planeten, dass da, wo der Blick sich hinausrichtet in den Weltenraum, eine Grenze gegeben wäre, nur durch die Begrenztheit des menschliches Blickes so erscheint, während der Raum in die Unendlichkeit geht; dieses Fundament der naturwissenschaftlichen Anschauung wurde aus der Energie des Geisteslebens, aus der Nichtberücksichtigung des Sinnenscheins gegeben. Vorstellen muss man sich, was das in jener Zeit bedeutete, dass man sich denkt Giordano Bruno hinausblickend in Weltenweiten, sagend, dass da keine Grenzen seien, wo Sinneserfahrung diese Grenzen zu sehen glaubt, dass das Vorhandensein von Grenzen nur von der Begrenztheit der sinnlichen Anschauung abhängt, wenn der Mensch eine Hohlkugel als achte Sphäre wahrzunehmen meint. Über die Unendlichkeit des Raumes erweiterte, wie eine Ahnung oder besser gesagt, wie ein wissenschaftliches Ideal, Giordano Bruno das ganze menschliche Denken. Was dazumal eingeleitet worden ist, brachte hervor in seinem Fortgange die großen Errungenschaften der äußeren Naturwissenschaft, welche die Geisteswissenschaft gerade so anerkennt und hochstellt und verteidigt – wenn wir auch heute nicht Gelegenheit und nicht Zeit dazu haben –, wie nur irgendein Naturforscher es zu tun vermag.

[ 12 ] Dass die Sonne im Mittelpunkte des Weltenraumes für das irdische Planetensystem steht, dass die Erde sich um die Sonne bewege mit den andern Planeten, dass da, wo der Blick sich hinausrichtet in den Weltenraum, eine Grenze gegeben wäre, nur durch die Begrenztheit des menschliches Blickes so erscheint, während der Raum in die Unendlichkeit geht; dieses Fundament der naturwissenschaftlichen Anschauung wurde aus der Energie des Geisteslebens, aus der Nichtberücksichtigung des Sinnenscheins gegeben. Vorstellen muss man sich, was das in jener Zeit bedeutete, dass man sich denkt Giordano Bruno hinausblickend in Weltenweiten, sagend, dass da keine Grenzen seien, wo Sinneserfahrung diese Grenzen zu sehen glaubt, dass das Vorhandensein von Grenzen nur von der Begrenztheit der sinnlichen Anschauung abhängt, wenn der Mensch eine Hohlkugel als achte Sphäre wahrzunehmen meint. Über die Unendlichkeit des Raumes erweiterte, wie eine Ahnung oder besser gesagt, wie ein wissenschaftliches Ideal, Giordano Bruno das ganze menschliche Denken. Was dazumal eingeleitet worden ist, brachte hervor in seinem Fortgange die großen Errungenschaften der äußeren Naturwissenschaft, welche die Geisteswissenschaft gerade so anerkennt und hochstellt und verteidigt – wenn wir auch heute nicht Gelegenheit und nicht Zeit dazu haben –, wie nur irgendein Naturforscher es zu tun vermag.

[ 13 ] In ähnlicher Weise ist der Geistesforscher genötigt, hinzuweisen auf zwei Rätsel des menschlichen Lebens, die nur durch die Beschränktheit des menschlichen Anschauungsvermögens Grenzen sind, die wir hinwegräumen müssen, wie Giordano Bruno es getan hat, um den Weltenraum freizubekommen. Diese Grenzen sind die Geburt, die Empfängnis des Menschen und der Tod; und wie dazumal bei der Naturwissenschaft durch innere Energie des Geistes erweitert werden musste der Blick in die Unendlichkeit des Raumes dadurch, dass hinweggeräumt werden mussten die Grenzen, die sich die menschliche Anschauung selber zieht, so müssen hinweggeräumt werden gleichsam die Grenzen des seelischen Firmamentes, die da heißen Geburt und Tod, durch die neue Geisteswissenschaft oder Theosophie, die aus der inneren Energie des Geisteslebens heraus – gerade so wie die damalige Naturwissenschaft – zu erweitern hat die Erkenntnisse der menschlichen Seele über die Geburt und rückwärts über die Pforte des Todes hinaus in den unbeschränkten Raum, oder mit andern Worten: in die Unendlichkeit der Zeit.

[ 13 ] In ähnlicher Weise ist der Geistesforscher genötigt, hinzuweisen auf zwei Rätsel des menschlichen Lebens, die nur durch die Beschränktheit des menschlichen Anschauungsvermögens Grenzen sind, die wir hinwegräumen müssen, wie Giordano Bruno es getan hat, um den Weltenraum freizubekommen. Diese Grenzen sind die Geburt, die Empfängnis des Menschen und der Tod; und wie dazumal bei der Naturwissenschaft durch innere Energie des Geistes erweitert werden musste der Blick in die Unendlichkeit des Raumes dadurch, dass hinweggeräumt werden mussten die Grenzen, die sich die menschliche Anschauung selber zieht, so müssen hinweggeräumt werden gleichsam die Grenzen des seelischen Firmamentes, die da heißen Geburt und Tod, durch die neue Geisteswissenschaft oder Theosophie, die aus der inneren Energie des Geisteslebens heraus – gerade so wie die damalige Naturwissenschaft – zu erweitern hat die Erkenntnisse der menschlichen Seele über die Geburt und rückwärts über die Pforte des Todes hinaus in den unbeschränkten Raum, oder mit andern Worten: in die Unendlichkeit der Zeit.

[ 14 ] Da in Bezug auf die Anschauungen der Seele im heutigen Geistesleben eben dieselben Vorurteile herrschen, die geherrscht haben zur Zeit des Aufblühens der neueren Naturwissenschaft auf dem Gebiete der äußeren Sinneswahrnehmung, so ergibt sich auch selbstverständlich, wie [es] sich damals ergeben hat als Ketzergericht, in der Gegenwart dasjenige, was sich in Ironie, Hohn, Ablehnung und Gegnerschaft in Reden von Phantastik und Träumerei kleiden muss. Nun frägt es sich aber: Auf welche Weise werden die Mittel des inneren Geisteslebens gewonnen, um hinauszuschauen über die von den Menschen selbst gezogenen Grenzen der Geburt und Empfängnis und des Todes? Gerade so wie die äußere Naturwissenschaft und ganz in ihrem Sinne und mit ihren Methoden geht die Geisteswissenschaft auf diesem Gebiete vor. Auch sie stützt sich in gewisser Weise auf die Ergebnisse einer geordneten, methodischen Beobachtung und auf das geistige Experiment, auf den geistigen Versuch, wenn auch dieser geistige Versuch anders aussieht, als man ihn sich in der Gegenwart noch gern vorstellt. Denn wir werden sehen: Ähnlich ist dieser geistige Versuch den Versuchen nicht, die man zum Zwecke äußerer Naturerkenntnisse in den Laboratorien, Kliniken oder sonstigen wissenschaftlichen Anstalten macht.

[ 14 ] Da in Bezug auf die Anschauungen der Seele im heutigen Geistesleben eben dieselben Vorurteile herrschen, die geherrscht haben zur Zeit des Aufblühens der neueren Naturwissenschaft auf dem Gebiete der äußeren Sinneswahrnehmung, so ergibt sich auch selbstverständlich, wie [es] sich damals ergeben hat als Ketzergericht, in der Gegenwart dasjenige, was sich in Ironie, Hohn, Ablehnung und Gegnerschaft in Reden von Phantastik und Träumerei kleiden muss. Nun frägt es sich aber: Auf welche Weise werden die Mittel des inneren Geisteslebens gewonnen, um hinauszuschauen über die von den Menschen selbst gezogenen Grenzen der Geburt und Empfängnis und des Todes? Gerade so wie die äußere Naturwissenschaft und ganz in ihrem Sinne und mit ihren Methoden geht die Geisteswissenschaft auf diesem Gebiete vor. Auch sie stützt sich in gewisser Weise auf die Ergebnisse einer geordneten, methodischen Beobachtung und auf das geistige Experiment, auf den geistigen Versuch, wenn auch dieser geistige Versuch anders aussieht, als man ihn sich in der Gegenwart noch gern vorstellt. Denn wir werden sehen: Ähnlich ist dieser geistige Versuch den Versuchen nicht, die man zum Zwecke äußerer Naturerkenntnisse in den Laboratorien, Kliniken oder sonstigen wissenschaftlichen Anstalten macht.

[ 15 ] Wie aber bei so vielen Dingen, [so] ist es auch hier nötig, zunächst aufmerksam zu machen auf dasjenige, was hervorruft in unserer Seele jene Beschränkung, jene Einengung, durch welche man innerhalb der gewöhnlichen Erfahrung eingegrenzt denkt das Leben zwischen Geburt und Tod, und da müssen wir sagen: Wissen wir denn nicht, dass Zorn, Hass und eine jegliche Art von Leidenschaft, die der menschlichen Entwicklung wahre Feinde sind, eine richtige, ruhige, objektive Betrachtung der Ereignisse, die uns umgeben, zu gewinnen unmöglich machen? Wollen wir über irgendetwas ein sicheres, gutes Urteil haben, dann darf sich uns vor der Seele nicht ausbreiten das, was wir nennen können den Nebel der Leidenschaften, der Sympathien und Antipathien.

[ 15 ] Wie aber bei so vielen Dingen, [so] ist es auch hier nötig, zunächst aufmerksam zu machen auf dasjenige, was hervorruft in unserer Seele jene Beschränkung, jene Einengung, durch welche man innerhalb der gewöhnlichen Erfahrung eingegrenzt denkt das Leben zwischen Geburt und Tod, und da müssen wir sagen: Wissen wir denn nicht, dass Zorn, Hass und eine jegliche Art von Leidenschaft, die der menschlichen Entwicklung wahre Feinde sind, eine richtige, ruhige, objektive Betrachtung der Ereignisse, die uns umgeben, zu gewinnen unmöglich machen? Wollen wir über irgendetwas ein sicheres, gutes Urteil haben, dann darf sich uns vor der Seele nicht ausbreiten das, was wir nennen können den Nebel der Leidenschaften, der Sympathien und Antipathien.

[ 16 ] Wer aber wollte nicht zugeben, dass unserm Schicksal gegenüber, unserem Lebenslos gegenüber in jeder Stunde innerhalb unseres Seelenlebens gerade Sympathie und Antipathie wirksam sind? Sind wir jemals in der Lage, dasjenige wirklich zu beobachten, was uns eigentlich zusammenhält mit dem Schicksal, das im Beginne der heutigen Betrachtung charakterisiert worden ist, bei dem einen als gutes, glückliches Lebenslos, bei dem anderen als schmerzvolles auftritt? Nein, wir sind nie in einer solchen Seelenverfassung, dass wir unserm Schicksal ohne Leidenschaft, ohne Sympathie oder Antipathie gegenüberstehen. Dasjenige, was uns trifft im Leben, ist so, dass wir uns entweder durch dasselbe glücklich schätzen oder dass wir es ablehnen. Derjenige, der gewohnt ist, in einer einigermaßen sachgemäßen Weise das Leben zu betrachten, der wird sich klar darüber sein, dass nichts die Menschen trifft, das sie nicht begehrt haben mit dem Gefühle: Du willst das – oder abgelehnt haben mit dem Gefühle: Das ist dir zuwider. So können wir sagen: Schon die gewöhnliche Lebensbeobachtung lehrt uns, dass wir gar nicht so ohne Weiteres zu einer Aufklärung, zu einer wirklichen urteilsmäßigen Aufklärung kommen können über unser Schicksal, da wir es niemals leidenschaftslos ansehen.

[ 16 ] Wer aber wollte nicht zugeben, dass unserm Schicksal gegenüber, unserem Lebenslos gegenüber in jeder Stunde innerhalb unseres Seelenlebens gerade Sympathie und Antipathie wirksam sind? Sind wir jemals in der Lage, dasjenige wirklich zu beobachten, was uns eigentlich zusammenhält mit dem Schicksal, das im Beginne der heutigen Betrachtung charakterisiert worden ist, bei dem einen als gutes, glückliches Lebenslos, bei dem anderen als schmerzvolles auftritt? Nein, wir sind nie in einer solchen Seelenverfassung, dass wir unserm Schicksal ohne Leidenschaft, ohne Sympathie oder Antipathie gegenüberstehen. Dasjenige, was uns trifft im Leben, ist so, dass wir uns entweder durch dasselbe glücklich schätzen oder dass wir es ablehnen. Derjenige, der gewohnt ist, in einer einigermaßen sachgemäßen Weise das Leben zu betrachten, der wird sich klar darüber sein, dass nichts die Menschen trifft, das sie nicht begehrt haben mit dem Gefühle: Du willst das – oder abgelehnt haben mit dem Gefühle: Das ist dir zuwider. So können wir sagen: Schon die gewöhnliche Lebensbeobachtung lehrt uns, dass wir gar nicht so ohne Weiteres zu einer Aufklärung, zu einer wirklichen urteilsmäßigen Aufklärung kommen können über unser Schicksal, da wir es niemals leidenschaftslos ansehen.

[ 17 ] Es wird daher selbstverständlich sein, dass derjenige, der Aufschluss gewinnen will über den wahren Kern, über die Bedeutung des menschlichen Schicksals, an sich selber die Forderung stellt: In sich zu überwinden jegliche Sympathie mit irgendetwas, das wir innerhalb unseres Lebensloses glücklich nennen, jegliche Antipathie gegenüber den schmerzvollen Ereignissen. Wohl gemerkt, es ist nicht die Rede davon, dass das etwa notwendig sei für das gewöhnliche alltägliche Leben. Da ist es sogar ganz gut und richtig, wie wir unsere Sympathien und Antipathien der Außenwelt und unserem Schicksal gegenüberstellen. Aber zu dem Zwecke, kennenzulernen das Wesen des Schicksals, ist es nötig, ganz besondere Bedingungen herbeizuführen, wie man auch Naturkräfte nur kennenlernt, wenn man ganz besondere Bedingungen herbeiführt.

[ 17 ] Es wird daher selbstverständlich sein, dass derjenige, der Aufschluss gewinnen will über den wahren Kern, über die Bedeutung des menschlichen Schicksals, an sich selber die Forderung stellt: In sich zu überwinden jegliche Sympathie mit irgendetwas, das wir innerhalb unseres Lebensloses glücklich nennen, jegliche Antipathie gegenüber den schmerzvollen Ereignissen. Wohl gemerkt, es ist nicht die Rede davon, dass das etwa notwendig sei für das gewöhnliche alltägliche Leben. Da ist es sogar ganz gut und richtig, wie wir unsere Sympathien und Antipathien der Außenwelt und unserem Schicksal gegenüberstellen. Aber zu dem Zwecke, kennenzulernen das Wesen des Schicksals, ist es nötig, ganz besondere Bedingungen herbeizuführen, wie man auch Naturkräfte nur kennenlernt, wenn man ganz besondere Bedingungen herbeiführt.

[ 18 ] Nun ist es keineswegs leicht, dasjenige wirklich zu überwinden, was wir Sympathie und Antipathie mit unserem Schicksal nennen. Es gehört zu dem Allerschwierigsten des Lebens. In Bezug auf die äußerlichen, oberflächlichen Schicksalsschläge können wir ja in gewisser Beziehung leicht dazu kommen; aber gegenüber dem, was uns stündlich, [was uns] täglich, von Augenblick zu Augenblick trifft, dafür sorgt schon die Verbindung unseres Seelischen mit unserem Leiblichen, mit allem, was wir durch unser Seelisches nicht kontrollieren können, mit unserem Leiblichen, mit allem, was aus dem dumpfen Leben des Unbewussten in uns wirkt, mit allen Sympathien und Antipathien, dass wir nicht imstande sind, sie völlig zu überwinden.

[ 18 ] Nun ist es keineswegs leicht, dasjenige wirklich zu überwinden, was wir Sympathie und Antipathie mit unserem Schicksal nennen. Es gehört zu dem Allerschwierigsten des Lebens. In Bezug auf die äußerlichen, oberflächlichen Schicksalsschläge können wir ja in gewisser Beziehung leicht dazu kommen; aber gegenüber dem, was uns stündlich, [was uns] täglich, von Augenblick zu Augenblick trifft, dafür sorgt schon die Verbindung unseres Seelischen mit unserem Leiblichen, mit allem, was wir durch unser Seelisches nicht kontrollieren können, mit unserem Leiblichen, mit allem, was aus dem dumpfen Leben des Unbewussten in uns wirkt, mit allen Sympathien und Antipathien, dass wir nicht imstande sind, sie völlig zu überwinden.

[ 19 ] Sympathie und Antipathie überwinden können wir nur dann, wenn der Mensch dazu gelangt, nicht nur den Entschluss zu fassen, ein gelassener Mensch zu werden, nicht nur in tiefer Selbstbetrachtung und Selbstsucht die Forderung stellt, gelassen zu sein, sondern wenn er immer wieder ganz entsprechende Übungen seines Seelenlebens vornimmt in regelmäßiger geistiger Schulung, wie Sie sie beschrieben finden können in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Nur wenn der Mensch immer wieder und wieder an sich arbeitet, solche gleichmäßige Seelenstimmung seines Lebens erzeugen zu können, in denen völlige Sympathieund Antipathielosigkeit mit dem Schicksal vorhanden sind, da kommt dann über den Menschen eine Erkenntnis, die sich hineinspielt in das Leben, die so an uns herantritt, dass wir sagen: Wir schreiten über die äußeren Erscheinungen des Lebens hinweg. Das Innere unseres geistig-seelischen Wesenskernes zu charakterisieren, dazu ist nötig die Erfahrung, die der Mensch durch die nötige geistige Schulung erhalten kann dadurch, dass er eine ganz bestimmte Anschauung bekommt über seinen Lebensverlauf.

[ 19 ] Sympathie und Antipathie überwinden können wir nur dann, wenn der Mensch dazu gelangt, nicht nur den Entschluss zu fassen, ein gelassener Mensch zu werden, nicht nur in tiefer Selbstbetrachtung und Selbstsucht die Forderung stellt, gelassen zu sein, sondern wenn er immer wieder ganz entsprechende Übungen seines Seelenlebens vornimmt in regelmäßiger geistiger Schulung, wie Sie sie beschrieben finden können in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Nur wenn der Mensch immer wieder und wieder an sich arbeitet, solche gleichmäßige Seelenstimmung seines Lebens erzeugen zu können, in denen völlige Sympathieund Antipathielosigkeit mit dem Schicksal vorhanden sind, da kommt dann über den Menschen eine Erkenntnis, die sich hineinspielt in das Leben, die so an uns herantritt, dass wir sagen: Wir schreiten über die äußeren Erscheinungen des Lebens hinweg. Das Innere unseres geistig-seelischen Wesenskernes zu charakterisieren, dazu ist nötig die Erfahrung, die der Mensch durch die nötige geistige Schulung erhalten kann dadurch, dass er eine ganz bestimmte Anschauung bekommt über seinen Lebensverlauf.

[ 20 ] Solange man die charakterisierten Übungen nicht gemacht hat, blickt man in sein Leben zurück und erinnert sich, wenn auch vielleicht lückenhaft, an das, was man vor Wochen, Monaten, Jahren, ja vor Jahrzehnten erlebt hat. Dann aber kommt ein Moment in der Kindheit, hinter den die Erinnerung nicht weiter zurückgeht. Wir wissen, dass dasjenige, was vor diesem Momente liegt, von uns nur gewusst werden kann, wenn uns ältere Geschwister oder die Eltern im Verlaufe des Lebens davon Mitteilung gemacht haben. Aber das normale Bewusstsein geht nur bis zu einem bestimmten Punkte in der Kindheitsentwicklung zurück. Man muss sich aber sagen: Indem sich inneres Erlebnis an inneres Erlebnis in der Lebensrückschau anreiht, ist es selbstverständlich, dass jener Moment, wo unser Bewusstsein, unser Ichbewusstsein auftritt, nicht zugleich die Geburt unseres Ich ist, jenes geistig-seelischen Kernes, welcher unser Seelenleben nuanciert, der unserem Seelenleben den Charakter gibt. Gehen wir zurück, so lehrt eine unbefangene Betrachtung des Lebens, das nur so verfließen kann, wie es verfließt, dass alle Auffassungen, die wir haben, nur möglich sind, wenn wir voraussetzen, dass der geistigseelische Wesenskern des Kindes selber arbeitet an seinem äußeren Organismus.

[ 20 ] Solange man die charakterisierten Übungen nicht gemacht hat, blickt man in sein Leben zurück und erinnert sich, wenn auch vielleicht lückenhaft, an das, was man vor Wochen, Monaten, Jahren, ja vor Jahrzehnten erlebt hat. Dann aber kommt ein Moment in der Kindheit, hinter den die Erinnerung nicht weiter zurückgeht. Wir wissen, dass dasjenige, was vor diesem Momente liegt, von uns nur gewusst werden kann, wenn uns ältere Geschwister oder die Eltern im Verlaufe des Lebens davon Mitteilung gemacht haben. Aber das normale Bewusstsein geht nur bis zu einem bestimmten Punkte in der Kindheitsentwicklung zurück. Man muss sich aber sagen: Indem sich inneres Erlebnis an inneres Erlebnis in der Lebensrückschau anreiht, ist es selbstverständlich, dass jener Moment, wo unser Bewusstsein, unser Ichbewusstsein auftritt, nicht zugleich die Geburt unseres Ich ist, jenes geistig-seelischen Kernes, welcher unser Seelenleben nuanciert, der unserem Seelenleben den Charakter gibt. Gehen wir zurück, so lehrt eine unbefangene Betrachtung des Lebens, das nur so verfließen kann, wie es verfließt, dass alle Auffassungen, die wir haben, nur möglich sind, wenn wir voraussetzen, dass der geistigseelische Wesenskern des Kindes selber arbeitet an seinem äußeren Organismus.

[ 21 ] Und wie zeigt sich diese Arbeit an dem äußeren Organismus? Es weiß die äußere Naturwissenschaft, wie wenig plastisch gebildet in den ersten Lebenstagen, Lebenswochen und Lebensjahren der menschliche Organismus und namentlich das Gehirn ist. Wenn wir dieses Gehirn verfolgen in seinem Werden, wie es sich anpasst an die Lebenserscheinungen, so finden wir, dass wir es selber sind, die da arbeiten an der äußerlichen körperlichen Organisation, und wenn wir uns die geschilderte Sympathie und Antipathie durch die geistigen Übungen abgewöhnt haben, wenn wir zu einer gewissen Gelassenheit gekommen sind, dann begreifen wir, lernen [zu] begreifen, wie zusammenhängt mit dem verborgenen Ich unseres Wesens, mit unserem geistig-seelischen Wesenskern dasjenige, was da arbeitet sowohl an unserer körperlichen Organisation, bevor wir sie noch gebaut, wie auch mit unserem Schicksal, wie wir – mit anderen Worten – wollen. Wenn wir auf ein Wollen, auf eine Kraft unseres geistig-seelischen Wesenskerns zurückgehen, die nicht durch Sympathie und Antipathie in unser Bewusstsein fällt, dann merken wir, dass unser Ich, unser geistig-seelischer Wesenskern nicht nur mitkonfiguriert das Gehirn, das er selber aufbaut, sondern dass er selbst es ist, der sich in das Leben hineinstellt, der sich sein Schicksal hervorruft.

[ 21 ] Und wie zeigt sich diese Arbeit an dem äußeren Organismus? Es weiß die äußere Naturwissenschaft, wie wenig plastisch gebildet in den ersten Lebenstagen, Lebenswochen und Lebensjahren der menschliche Organismus und namentlich das Gehirn ist. Wenn wir dieses Gehirn verfolgen in seinem Werden, wie es sich anpasst an die Lebenserscheinungen, so finden wir, dass wir es selber sind, die da arbeiten an der äußerlichen körperlichen Organisation, und wenn wir uns die geschilderte Sympathie und Antipathie durch die geistigen Übungen abgewöhnt haben, wenn wir zu einer gewissen Gelassenheit gekommen sind, dann begreifen wir, lernen [zu] begreifen, wie zusammenhängt mit dem verborgenen Ich unseres Wesens, mit unserem geistig-seelischen Wesenskern dasjenige, was da arbeitet sowohl an unserer körperlichen Organisation, bevor wir sie noch gebaut, wie auch mit unserem Schicksal, wie wir – mit anderen Worten – wollen. Wenn wir auf ein Wollen, auf eine Kraft unseres geistig-seelischen Wesenskerns zurückgehen, die nicht durch Sympathie und Antipathie in unser Bewusstsein fällt, dann merken wir, dass unser Ich, unser geistig-seelischer Wesenskern nicht nur mitkonfiguriert das Gehirn, das er selber aufbaut, sondern dass er selbst es ist, der sich in das Leben hineinstellt, der sich sein Schicksal hervorruft.

[ 22 ] Man muss erst lernen, durch den geschilderten seelischen Vorgang den Willen zu verbinden mit dem Schicksal, dann wird der Wille so, dass er begreift: Du bist es selbst, der dich hineingestellt hat ins Leben. Wenn wir in solcher Weise schon das äußerliche Leben beobachten, dann kommen wir entgegen der geisteswissenschaftlichen Forschung, welche sagt, dass es nur einer ungenauen Beobachtung entspringt, wenn wir sagen, dass dasjenige, was im Menschenleben auftritt, was uns an Fähigkeiten, Talenten, moralischen Qualitäten aus einem Menschenleben herausquillt, dem Zufall zuzuschreiben sei. Wenn wir das Kind beobachten von Geburt an, wie es Tag für Tag geschickter wird, wenn wir beobachten, was da herausquillt, so finden wir, dass es auch nur einer ungenauen Beobachtung entspringt, wenn wir den Zusammenhang mit dem Schicksal beobachten, wenn wir sagen, das, was im Leben so auftritt, sei von den Eltern oder Voreltern vererbt. Deshalb muss die Geisteswissenschaft darauf hinweisen, dass es auf eine ungenaue Beobachtung zurückzuführen ist, wenn man glaubt, dass ein Menschenwesen allein durch die vererbten Eigenschaften der Eltern oder Großeltern bewirkt wird.

[ 22 ] Man muss erst lernen, durch den geschilderten seelischen Vorgang den Willen zu verbinden mit dem Schicksal, dann wird der Wille so, dass er begreift: Du bist es selbst, der dich hineingestellt hat ins Leben. Wenn wir in solcher Weise schon das äußerliche Leben beobachten, dann kommen wir entgegen der geisteswissenschaftlichen Forschung, welche sagt, dass es nur einer ungenauen Beobachtung entspringt, wenn wir sagen, dass dasjenige, was im Menschenleben auftritt, was uns an Fähigkeiten, Talenten, moralischen Qualitäten aus einem Menschenleben herausquillt, dem Zufall zuzuschreiben sei. Wenn wir das Kind beobachten von Geburt an, wie es Tag für Tag geschickter wird, wenn wir beobachten, was da herausquillt, so finden wir, dass es auch nur einer ungenauen Beobachtung entspringt, wenn wir den Zusammenhang mit dem Schicksal beobachten, wenn wir sagen, das, was im Leben so auftritt, sei von den Eltern oder Voreltern vererbt. Deshalb muss die Geisteswissenschaft darauf hinweisen, dass es auf eine ungenaue Beobachtung zurückzuführen ist, wenn man glaubt, dass ein Menschenwesen allein durch die vererbten Eigenschaften der Eltern oder Großeltern bewirkt wird.

[ 23 ] Es ist das eine ebenso ungenaue Beobachtung, wie man sie vor der naturwissenschaftlichen Ära angewendet hat, wo man – es war noch im siebzehnten Jahrhundert – der Meinung war, dass auf Flussschlamm, aus toter, lebloser Materie, ohne dass Lebenskeime in diese Materie hineingelegt wären, nicht nur ganz niedere Tiere, sondern sogar Regenwürmer und Fische sich entwickelten. Es war Francesco Redi, der, weil er dies [bestritten und das Gegenteil] behauptet hatte, nur schwer dem Schicksal des Giordano Bruno entgangen war. Es ist also eine ungenaue Beobachtung, wenn man glaubt, dass aus der leblosen Materie das Leben herausquillt. Francesco Redi zeigte, dass die Wesen nur dann ihre Entstehung finden, wenn das Leben die Materie an sich zieht und sie den Gesetzen gemäß formt.

[ 23 ] Es ist das eine ebenso ungenaue Beobachtung, wie man sie vor der naturwissenschaftlichen Ära angewendet hat, wo man – es war noch im siebzehnten Jahrhundert – der Meinung war, dass auf Flussschlamm, aus toter, lebloser Materie, ohne dass Lebenskeime in diese Materie hineingelegt wären, nicht nur ganz niedere Tiere, sondern sogar Regenwürmer und Fische sich entwickelten. Es war Francesco Redi, der, weil er dies [bestritten und das Gegenteil] behauptet hatte, nur schwer dem Schicksal des Giordano Bruno entgangen war. Es ist also eine ungenaue Beobachtung, wenn man glaubt, dass aus der leblosen Materie das Leben herausquillt. Francesco Redi zeigte, dass die Wesen nur dann ihre Entstehung finden, wenn das Leben die Materie an sich zieht und sie den Gesetzen gemäß formt.

[ 24 ] Das, was Naturwissenschaft damals getan hat, tut die Geisteswissenschaft in unseren Tagen, indem sie zeigt, dass es auf ungenauer Beobachtung beruht, wenn dasjenige, was als geistig-seelischer Wesenskern des Menschen, als Intellektualität, als moralische Eigenschaften, als Schicksalsfügung hervortritt, zurückgeführt wird auf Eigenschaften von Eltern oder Großeltern. Die Geisteswissenschaft zeigt vielmehr, dass dieser Geisteskern zurückführt auf einen anderen Geisteskern. Wie Francesco Redi gezeigt hat, dass Leben auf Leben zurückführt, so hat die Theosophie zu zeigen, dass das Geistig-Seelische auf Geistig-Seelisches zurückgeht, das heißt, dass das Geistig-Seelische früher mit Geistig-Seelischem verbunden war. Daher kann man nicht von einem Gattungskeime reden, sondern muss von einem persönlichen Lebenskerne sprechen, der nicht nur ein, sondern viele vorherige Leben bezeichnet, sodass die Geisteswissenschaft das gegenwärtige Leben zurückzuführen hat auf die anderen Erdenleben, in denen der Mensch aus dem geistigen Leben schon die Eigenschaften aufgenommen hat, seine Talente und Kräfte entwickelte, durch die er sein Schicksal sich selber formte.

[ 24 ] Das, was Naturwissenschaft damals getan hat, tut die Geisteswissenschaft in unseren Tagen, indem sie zeigt, dass es auf ungenauer Beobachtung beruht, wenn dasjenige, was als geistig-seelischer Wesenskern des Menschen, als Intellektualität, als moralische Eigenschaften, als Schicksalsfügung hervortritt, zurückgeführt wird auf Eigenschaften von Eltern oder Großeltern. Die Geisteswissenschaft zeigt vielmehr, dass dieser Geisteskern zurückführt auf einen anderen Geisteskern. Wie Francesco Redi gezeigt hat, dass Leben auf Leben zurückführt, so hat die Theosophie zu zeigen, dass das Geistig-Seelische auf Geistig-Seelisches zurückgeht, das heißt, dass das Geistig-Seelische früher mit Geistig-Seelischem verbunden war. Daher kann man nicht von einem Gattungskeime reden, sondern muss von einem persönlichen Lebenskerne sprechen, der nicht nur ein, sondern viele vorherige Leben bezeichnet, sodass die Geisteswissenschaft das gegenwärtige Leben zurückzuführen hat auf die anderen Erdenleben, in denen der Mensch aus dem geistigen Leben schon die Eigenschaften aufgenommen hat, seine Talente und Kräfte entwickelte, durch die er sein Schicksal sich selber formte.

[ 25 ] Hier kommen wir zu der Frage nach den wiederholten Erdenleben, das heißt zu der Tatsache – die durch die Geisteswissenschaft erforscht werden kann –, dass dasjenige, was als geistig-seelischer Kern in uns lebt, schon viele Male auf der Erde da war und noch viele Male auf die Erde wieder zurückkehren wird, und dass dieser geistigseelische Wesenskern die von Eltern und Großeltern vererbten Eigenschaften ebenso um sich herum zusammenfasst, mit sich vereinigt wie die Keime, die Francesco Redi geschildert hat, es tun. Wie die Naturwissenschaft der Gegenwart diese Anschauung mit sich vereinigt und sich danach gestaltet hat, so hat die Geisteswissenschaft eine Anschauung, die vollständig im Sinne der Naturwissenschaft ist, nur dass sie nicht arbeitet mit der Materie, sondern mit dem Inhalte, der dem Geistig-Seelischen entspricht.

[ 25 ] Hier kommen wir zu der Frage nach den wiederholten Erdenleben, das heißt zu der Tatsache – die durch die Geisteswissenschaft erforscht werden kann –, dass dasjenige, was als geistig-seelischer Kern in uns lebt, schon viele Male auf der Erde da war und noch viele Male auf die Erde wieder zurückkehren wird, und dass dieser geistigseelische Wesenskern die von Eltern und Großeltern vererbten Eigenschaften ebenso um sich herum zusammenfasst, mit sich vereinigt wie die Keime, die Francesco Redi geschildert hat, es tun. Wie die Naturwissenschaft der Gegenwart diese Anschauung mit sich vereinigt und sich danach gestaltet hat, so hat die Geisteswissenschaft eine Anschauung, die vollständig im Sinne der Naturwissenschaft ist, nur dass sie nicht arbeitet mit der Materie, sondern mit dem Inhalte, der dem Geistig-Seelischen entspricht.

[ 26 ] Wie wir schauen auf frühere Leben hin, so schauen wir auch auf zukünftige, indem wir erkennen, dass wir sie selber zusammenfügen, dass die Art und Weise, wie wir das Leben ausgestalten können, wiederum erscheint als unser Schicksal. Wie in derselben Weise unsere subjektiven Sympathien und Antipathien sich vorlagern vor unser Schicksal, so lagern sich vor alle Gefühle und Egoismen, alle Gefühle dessen, was in unserer Vergangenheit in unserer zeitlichen Persönlichkeit sich angeheftet hat. Sie lagern sich vor, wenn das, was geschildert worden ist, immer reifer und reifer wird. Wenn wir unseren eigenen Ich-Kern wirklich untersuchen wollen, so brauchen wir nur uns die vielen Iche vorzuhalten, die uns zeigen, wie dasjenige, was der eigene Geisteskern ist, das er im gewöhnlichen Bewusstsein hat, aufsprießt in einer gewissen Zeit und wieder vergeht mit dem Tode. Das stellt sich ihm dar, wenn er die Außenwelt beobachtet, und das gewöhnliche Leben ist fast nur zusammengesetzt aus solchen Beobachtungen der Außenwelt.

[ 26 ] Wie wir schauen auf frühere Leben hin, so schauen wir auch auf zukünftige, indem wir erkennen, dass wir sie selber zusammenfügen, dass die Art und Weise, wie wir das Leben ausgestalten können, wiederum erscheint als unser Schicksal. Wie in derselben Weise unsere subjektiven Sympathien und Antipathien sich vorlagern vor unser Schicksal, so lagern sich vor alle Gefühle und Egoismen, alle Gefühle dessen, was in unserer Vergangenheit in unserer zeitlichen Persönlichkeit sich angeheftet hat. Sie lagern sich vor, wenn das, was geschildert worden ist, immer reifer und reifer wird. Wenn wir unseren eigenen Ich-Kern wirklich untersuchen wollen, so brauchen wir nur uns die vielen Iche vorzuhalten, die uns zeigen, wie dasjenige, was der eigene Geisteskern ist, das er im gewöhnlichen Bewusstsein hat, aufsprießt in einer gewissen Zeit und wieder vergeht mit dem Tode. Das stellt sich ihm dar, wenn er die Außenwelt beobachtet, und das gewöhnliche Leben ist fast nur zusammengesetzt aus solchen Beobachtungen der Außenwelt.

[ 27 ] Nehmen wir an, um einen eklatanten Fall zu haben, wir beobachten einen wunderbaren Sonnenaufgang. Wir sind hingegeben mit allem, was wir sind, mit unserem Gefühl, mit unserem Ich, diesem wunderbaren Schauspiel und vermischen in unserem Bewusstsein dasjenige, was uns da entgegenkommt, mit dem, was wir selber sind und in uns haben. Ebenso ist es auch für das äußere Leben, nur müssen wir für die geistig-seelische Forschung den geistig-seelischen Wesenskern heraustrennen aus dem Leben. Wenn wir die moralischen Erlebnisse heraustrennen, mitempfinden Schmerzen und Leiden eines anderen, wir werden unser Mitleid am meisten entfalten, wenn wir uns nicht trennen von den äußeren Verhältnissen. Das also, was wir sind, fällt zusammen mit dem, was seelisches Erlebnis ist, und wenn wir uns nun nicht loslösen in neuer Erfahrung, so haben wir ein Hindernis, diesen geistig-seelischen Wesenskern zu erkennen.

[ 27 ] Nehmen wir an, um einen eklatanten Fall zu haben, wir beobachten einen wunderbaren Sonnenaufgang. Wir sind hingegeben mit allem, was wir sind, mit unserem Gefühl, mit unserem Ich, diesem wunderbaren Schauspiel und vermischen in unserem Bewusstsein dasjenige, was uns da entgegenkommt, mit dem, was wir selber sind und in uns haben. Ebenso ist es auch für das äußere Leben, nur müssen wir für die geistig-seelische Forschung den geistig-seelischen Wesenskern heraustrennen aus dem Leben. Wenn wir die moralischen Erlebnisse heraustrennen, mitempfinden Schmerzen und Leiden eines anderen, wir werden unser Mitleid am meisten entfalten, wenn wir uns nicht trennen von den äußeren Verhältnissen. Das also, was wir sind, fällt zusammen mit dem, was seelisches Erlebnis ist, und wenn wir uns nun nicht loslösen in neuer Erfahrung, so haben wir ein Hindernis, diesen geistig-seelischen Wesenskern zu erkennen.

[ 28 ] Es gibt einen Fall, der jedem bekannt ist, wo der Mensch sich trennt von den äußeren Erlebnissen. Aber dieser Fall kann für das gewöhnliche Bewusstsein nicht objektiv genau betrachtet werden. Das ist der Fall, die Tatsache, die der Mensch jeden Tag erlebt, indem er von seinem Wachzustande in seinen Schlafzustand übergeht. Es sollte eigentlich niemand – denn es ist geradezu selbstverständlich, dass es niemand tut – glauben, dass während des wachen Tagesbewusstseins auf- und abflutet alles dasjenige, was unsere Vorstellungen ergibt, unsere Triebe, Begierden und Leidenschaften, und auch das, was unsere Ideale ausmacht, kurz, alles, was unser Bewusstsein erfüllt, beim Einschlafen verschwindet und neu ersteht beim Aufwachen. Das wäre einfach ein logischer Fehler, der gemacht würde von dem, der das glaubt. Jeder Mensch muss vielmehr zugeben, dass dasjenige, was im Seelenleben vorgeht, vorhanden bleibt auch im Schlafe, vorhanden ist auch vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Aber es ist so vorhanden, wie es eben vorhanden sein muss, wenn die Bedingungen des Schlafes eintreten. Welches sind nun diese Bedingungen?

[ 28 ] Es gibt einen Fall, der jedem bekannt ist, wo der Mensch sich trennt von den äußeren Erlebnissen. Aber dieser Fall kann für das gewöhnliche Bewusstsein nicht objektiv genau betrachtet werden. Das ist der Fall, die Tatsache, die der Mensch jeden Tag erlebt, indem er von seinem Wachzustande in seinen Schlafzustand übergeht. Es sollte eigentlich niemand – denn es ist geradezu selbstverständlich, dass es niemand tut – glauben, dass während des wachen Tagesbewusstseins auf- und abflutet alles dasjenige, was unsere Vorstellungen ergibt, unsere Triebe, Begierden und Leidenschaften, und auch das, was unsere Ideale ausmacht, kurz, alles, was unser Bewusstsein erfüllt, beim Einschlafen verschwindet und neu ersteht beim Aufwachen. Das wäre einfach ein logischer Fehler, der gemacht würde von dem, der das glaubt. Jeder Mensch muss vielmehr zugeben, dass dasjenige, was im Seelenleben vorgeht, vorhanden bleibt auch im Schlafe, vorhanden ist auch vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Aber es ist so vorhanden, wie es eben vorhanden sein muss, wenn die Bedingungen des Schlafes eintreten. Welches sind nun diese Bedingungen?

[ 29 ] Es sind diejenigen Bedingungen, dass der Mensch verliert durch den Zustand des Schlafes, der nicht weiter geschildert werden soll, die Gewalt über seine Sinne, die Möglichkeit, aufzunehmen die Erlebnisse der Außenwelt durch seine Sinneswerkzeuge, die Möglichkeit, seine Muskeln zu dirigieren und so weiter. Der Zusammenhang mit dem eigenen Leibe und auch der mit der Außenwelt durch die Sinne geht verloren. Es breitet sich aus in dem Menschen vom Einschlafen bis zum Aufwachen die Nacht der Bewusstlosigkeit. So gibt es für den Menschen jeden Tag einen Zustand, in dem sein geistig-seelischer Kern lebt unabhängig von der materiellen Außenwelt, unabhängig von dem eigenen Leibe. Aber der Mensch kann es nicht beobachten, weil sein Bewusstsein in dem Augenblicke erlischt, wo dieses innere Leben sich zurückzieht von dem Zusammenhang mit der Leiblichkeit. Selbstverständlich kann der Einwand, der leicht geschürzt ist, gemacht werden, dass es mit den Bewusstseinserscheinungen, mit dem, was als Leidenschaft, als Trieb und Begierde auf- und abflutet, seine ganz besondere Bewandtnis habe und dass uns das Wiederkehren dieses Seelenlebens am Morgen in irgendeiner Weise ein Beweis sein könne, dass es vorhanden war auch während des Schlafens, während der Leib eine Tätigkeit ausführt, die sich nicht bis zur vollständigen Bewusstlosigkeit steigert.

[ 29 ] Es sind diejenigen Bedingungen, dass der Mensch verliert durch den Zustand des Schlafes, der nicht weiter geschildert werden soll, die Gewalt über seine Sinne, die Möglichkeit, aufzunehmen die Erlebnisse der Außenwelt durch seine Sinneswerkzeuge, die Möglichkeit, seine Muskeln zu dirigieren und so weiter. Der Zusammenhang mit dem eigenen Leibe und auch der mit der Außenwelt durch die Sinne geht verloren. Es breitet sich aus in dem Menschen vom Einschlafen bis zum Aufwachen die Nacht der Bewusstlosigkeit. So gibt es für den Menschen jeden Tag einen Zustand, in dem sein geistig-seelischer Kern lebt unabhängig von der materiellen Außenwelt, unabhängig von dem eigenen Leibe. Aber der Mensch kann es nicht beobachten, weil sein Bewusstsein in dem Augenblicke erlischt, wo dieses innere Leben sich zurückzieht von dem Zusammenhang mit der Leiblichkeit. Selbstverständlich kann der Einwand, der leicht geschürzt ist, gemacht werden, dass es mit den Bewusstseinserscheinungen, mit dem, was als Leidenschaft, als Trieb und Begierde auf- und abflutet, seine ganz besondere Bewandtnis habe und dass uns das Wiederkehren dieses Seelenlebens am Morgen in irgendeiner Weise ein Beweis sein könne, dass es vorhanden war auch während des Schlafens, während der Leib eine Tätigkeit ausführt, die sich nicht bis zur vollständigen Bewusstlosigkeit steigert.

[ 30 ] Man braucht nur die Logik anzulegen, und man wird bald sehen, wie wenig der Einwand stichhaltig ist. Was wir am Morgen empfinden, wenn wir aufwachen, das ist etwas, mit dem wir in einer anderen Weise Bekanntschaft machen als mit irgendeiner anderen Beobachtung. Wenn wir einen Tisch beim Einschlafen beobachtet haben und ihn beobachten wieder beim Aufwachen, so sehen wir ihn und wissen, dass er während der Nacht gedauert hat. Es ist kein Unterschied zwischen dem Tisch am Abend und dem Wiedererkennen des Tisches in der eigenen Wesenheit. Beim Einschlafen und Aufwachen nun entzieht sich – [respektive] verbindet sich – dieser geistig-seelische Wesenskern dem Bewusstsein. Nur manchmal flutet er sozusagen in die sonstige Finsternis des Nachtbewusstseins herauf, und wir wissen alle, dass dieses Herauffluten die Traumwelt darstellt. Wir wollen nicht in sehr ausgedehntem Maß eintreten in die Charakteristik der Traumeswelt, denn sobald dieses Thema angeschlagen wird, erinnert sich jeder gleich – und das ist begreiflich, wenn man bedenkt, wie der Mensch mystisch schwärmerisch wird, wenn er über den Traum spricht, und welcher Aberglaube, welches unwissenschaftliche Gebaren [festgestellt] worden ist da, wo über den Traum gesprochen wurde –, aber wenn man, von allem Aberglauben, aller Träumerei selber abgesehen, den Traum beobachtet, für das menschliche Leben namentlich dann beobachtet, wenn er charakteristisch auftritt, dann ist er doch schon in gewisser Weise etwas, was uns die Beobachtung unseres geistig-seelischen Wesenskerns möglich macht, der nicht erlischt im Schlaf, der sich als dauernd [er]weist, dem wir gegenübertreten können.

[ 30 ] Man braucht nur die Logik anzulegen, und man wird bald sehen, wie wenig der Einwand stichhaltig ist. Was wir am Morgen empfinden, wenn wir aufwachen, das ist etwas, mit dem wir in einer anderen Weise Bekanntschaft machen als mit irgendeiner anderen Beobachtung. Wenn wir einen Tisch beim Einschlafen beobachtet haben und ihn beobachten wieder beim Aufwachen, so sehen wir ihn und wissen, dass er während der Nacht gedauert hat. Es ist kein Unterschied zwischen dem Tisch am Abend und dem Wiedererkennen des Tisches in der eigenen Wesenheit. Beim Einschlafen und Aufwachen nun entzieht sich – [respektive] verbindet sich – dieser geistig-seelische Wesenskern dem Bewusstsein. Nur manchmal flutet er sozusagen in die sonstige Finsternis des Nachtbewusstseins herauf, und wir wissen alle, dass dieses Herauffluten die Traumwelt darstellt. Wir wollen nicht in sehr ausgedehntem Maß eintreten in die Charakteristik der Traumeswelt, denn sobald dieses Thema angeschlagen wird, erinnert sich jeder gleich – und das ist begreiflich, wenn man bedenkt, wie der Mensch mystisch schwärmerisch wird, wenn er über den Traum spricht, und welcher Aberglaube, welches unwissenschaftliche Gebaren [festgestellt] worden ist da, wo über den Traum gesprochen wurde –, aber wenn man, von allem Aberglauben, aller Träumerei selber abgesehen, den Traum beobachtet, für das menschliche Leben namentlich dann beobachtet, wenn er charakteristisch auftritt, dann ist er doch schon in gewisser Weise etwas, was uns die Beobachtung unseres geistig-seelischen Wesenskerns möglich macht, der nicht erlischt im Schlaf, der sich als dauernd [er]weist, dem wir gegenübertreten können.

[ 31 ] Es ist allerdings eine Bedingung zu erfüllen, wenn der Mensch ohne besonderes Experiment des Seelenlebens durch Beobachten der Momente des Einschlafens [und] Aufwachens dazu kommen will, etwas zu erfahren von der Welt, indem er sich [in sie] hineinbewegt während des Schlafs [unleserlich], die eine ganz andere ist als die Welt des Wachens. Die eine Welt ist die, der unser geistigseelischer Wesenskern angehört und besonderen Kräften unterliegt […] [unleserliche Stelle] und in der er eine lange Zeit durchlebt zwischen Tod und neuer Geburt. Allerdings gehören ganz besondere Bedingungen dazu, das Einschlafen und Aufwachen in den träumerischen Zuständen zu beobachten, [so]dass es einen wissenschaftlich haltbaren Inhalt liefert. Da muss der Mensch, wie er sich auch die Wissenschaft zu einem Instrument machen muss, einen Zustand herbeiführen, der so charakterisiert werden muss: Es darf die Ermüdung nicht über ein gewisses Maß hinausgehen. Es muss die Ermüdung so sein, dass der Mensch schläfrig [genug] ist, [um] im Schlaf Ruhe zu finden, dass er aber noch erhaschen kann mit diesem von der Ermüdung übrig gebliebenen Rest des Bewusstseins das, was als ein reales Seelenwesen aus dem Leben herausschlüpft und nun bis zum Aufwachen in einer geistigen Welt bleibt.

[ 31 ] Es ist allerdings eine Bedingung zu erfüllen, wenn der Mensch ohne besonderes Experiment des Seelenlebens durch Beobachten der Momente des Einschlafens [und] Aufwachens dazu kommen will, etwas zu erfahren von der Welt, indem er sich [in sie] hineinbewegt während des Schlafs [unleserlich], die eine ganz andere ist als die Welt des Wachens. Die eine Welt ist die, der unser geistigseelischer Wesenskern angehört und besonderen Kräften unterliegt […] [unleserliche Stelle] und in der er eine lange Zeit durchlebt zwischen Tod und neuer Geburt. Allerdings gehören ganz besondere Bedingungen dazu, das Einschlafen und Aufwachen in den träumerischen Zuständen zu beobachten, [so]dass es einen wissenschaftlich haltbaren Inhalt liefert. Da muss der Mensch, wie er sich auch die Wissenschaft zu einem Instrument machen muss, einen Zustand herbeiführen, der so charakterisiert werden muss: Es darf die Ermüdung nicht über ein gewisses Maß hinausgehen. Es muss die Ermüdung so sein, dass der Mensch schläfrig [genug] ist, [um] im Schlaf Ruhe zu finden, dass er aber noch erhaschen kann mit diesem von der Ermüdung übrig gebliebenen Rest des Bewusstseins das, was als ein reales Seelenwesen aus dem Leben herausschlüpft und nun bis zum Aufwachen in einer geistigen Welt bleibt.

[ 32 ] Das ist keine Phantasterei, sondern ein seelisches Experiment, das jederzeit angestellt werden kann, wenn der Mensch die Bedingungen dazu herstellt, nämlich einen solchen Grad von Ermüdung in sich leben [zu] lassen, wie charakterisiert; dann stellt sich dem, der durch das allmähliche Müdewerden der Sinne und der übrigen Glieder des Leibes [sich darauf vorbereitet], eine geistige Welt und eine Fülle von Erlebnissen [vor die Seele], [die] objektiv vor ihm auftritt; dann aber weiß er auch, dass er webt jetzt in einer Welt, die er mit dem Gefühl zu erfassen hat. Der, welcher diesen Zustand zu erfassen hat, weiß, dass er mit seiner Seele eintritt in ein Erleben, welches in einer Klarheit und Deutlichkeit des Vorstellens, die keine äußere Gestalt hat, verläuft und das namentlich sich erstreckt über alles dasjenige, was der Mensch an moralischen Vorzügen und Fehlern in seiner Seele hat. (Und) ein jeder, der diese Beobachtung macht in dem geschilderten Zustand, weiß, dass er da lebt herausgezogen aus dem Leibe in einem rein geistig-seelischen Erleben und dass er nicht durch eine Willkür, sondern durch das, was er da erfährt, das Gefühl hat: Ach, wenn dieser Augenblick nur bliebe! Denn dieser Augenblick ist nichts, was mit irgendeinem äußeren Leben zusammenhängt.

[ 32 ] Das ist keine Phantasterei, sondern ein seelisches Experiment, das jederzeit angestellt werden kann, wenn der Mensch die Bedingungen dazu herstellt, nämlich einen solchen Grad von Ermüdung in sich leben [zu] lassen, wie charakterisiert; dann stellt sich dem, der durch das allmähliche Müdewerden der Sinne und der übrigen Glieder des Leibes [sich darauf vorbereitet], eine geistige Welt und eine Fülle von Erlebnissen [vor die Seele], [die] objektiv vor ihm auftritt; dann aber weiß er auch, dass er webt jetzt in einer Welt, die er mit dem Gefühl zu erfassen hat. Der, welcher diesen Zustand zu erfassen hat, weiß, dass er mit seiner Seele eintritt in ein Erleben, welches in einer Klarheit und Deutlichkeit des Vorstellens, die keine äußere Gestalt hat, verläuft und das namentlich sich erstreckt über alles dasjenige, was der Mensch an moralischen Vorzügen und Fehlern in seiner Seele hat. (Und) ein jeder, der diese Beobachtung macht in dem geschilderten Zustand, weiß, dass er da lebt herausgezogen aus dem Leibe in einem rein geistig-seelischen Erleben und dass er nicht durch eine Willkür, sondern durch das, was er da erfährt, das Gefühl hat: Ach, wenn dieser Augenblick nur bliebe! Denn dieser Augenblick ist nichts, was mit irgendeinem äußeren Leben zusammenhängt.

[ 33 ] Denn erfolgt etwas, was man mit einem [unleserlich] empfinden wird, so erfolgt das, was uns zeigt, dass wir mit unserem geistig-seelischen Wesenskern uns herausheben aus dem physischen Leibe und dass (dann) unsere Seele nur nicht Energie genug hat, um das wahrzunehmen, [um] während des Einschlafens und Aufwachens diesen Vorgang zu beobachten. [Das] erreicht der Mensch nur, wenn er sich durch geistige Schulung vorbereitet, sodass er eine innere Vorliebe, eine Hingabe an das geistige Erlebnis [unleserlich] bekommt. Wenn man sagen kann: Der Mensch hat nicht ein intellektuelles, sondern ein Herzensverhältnis zu geistig-seelischen Erlebnissen, dann kann der Moment des Aufwachens so sein, dass wir, wie es sonst beim Aufwachen ist, überwältigt werden von einem Bild der Außenwelt und wir keine Zeit haben beim Aufwachen, die geistige Welt zu beobachten. Beobachten wir aber die genannten Bedingungen, dann kann es sein, dass zwischen dem Schlaf und der Wiedererinnerung an das äußere Leben, dem Wieder-Erkennen seiner Wesenheit, dass eintritt der entgegengesetzte Zustand; dann tritt ein das Wahrnehmen der Begierde, das Wahrnehmen des Gefühls: Dein physisches Leben zieht dich an, du musst hinein.

[ 33 ] Denn erfolgt etwas, was man mit einem [unleserlich] empfinden wird, so erfolgt das, was uns zeigt, dass wir mit unserem geistig-seelischen Wesenskern uns herausheben aus dem physischen Leibe und dass (dann) unsere Seele nur nicht Energie genug hat, um das wahrzunehmen, [um] während des Einschlafens und Aufwachens diesen Vorgang zu beobachten. [Das] erreicht der Mensch nur, wenn er sich durch geistige Schulung vorbereitet, sodass er eine innere Vorliebe, eine Hingabe an das geistige Erlebnis [unleserlich] bekommt. Wenn man sagen kann: Der Mensch hat nicht ein intellektuelles, sondern ein Herzensverhältnis zu geistig-seelischen Erlebnissen, dann kann der Moment des Aufwachens so sein, dass wir, wie es sonst beim Aufwachen ist, überwältigt werden von einem Bild der Außenwelt und wir keine Zeit haben beim Aufwachen, die geistige Welt zu beobachten. Beobachten wir aber die genannten Bedingungen, dann kann es sein, dass zwischen dem Schlaf und der Wiedererinnerung an das äußere Leben, dem Wieder-Erkennen seiner Wesenheit, dass eintritt der entgegengesetzte Zustand; dann tritt ein das Wahrnehmen der Begierde, das Wahrnehmen des Gefühls: Dein physisches Leben zieht dich an, du musst hinein.

[ 34 ] Das ist allerdings nur der Anfang einer Erkenntnis des geistig-seelischen Wesenskerns. Will man weiter beobachten, dann bedarf es des geistig-seelischen Experiments. Dasjenige, was als Instrument dienen kann, kann nichts anderes sein als die menschliche Seele selber. Durch nichts anderes dringen wir in die ([unleserlich]) Tiefen des Geistig-Seelischen als durch [die] menschliche Seele selber, und damit das ein Instrument wird für geistigseelisches Wahrnehmen, das hängt nicht davon ab, dass ([unleserlich]) Vorgänge [unleserliche Stelle] stattfinden, sondern es hängt beim seelischen Untersuchen davon ab, dass seelische Vorgänge, geistige Vorgänge in der Seele erlebt werden, um die Seele zu etwas anderem zu machen, als das physische, das gewöhnliche Bewusstsein ist. Diese geistigen Vorgänge können hier nur kurz charakterisiert werden. Aber die Sinne zeigen, wohin die geistigen Vorgänge führen. Eine Schilderung davon finden Sie in dem Buch «Wie erlangt man Erkenntnisse [der] höheren Welten?», wo dargelegt ist, wie der Mensch seine Seele zu einem Instrument der geistigen Beobachtung machen kann, das hauptsächlich gegeben ist in dem, was man nennt Konzentration, Meditation und auch Kontemplation des inneren Seelenlebens.

[ 34 ] Das ist allerdings nur der Anfang einer Erkenntnis des geistig-seelischen Wesenskerns. Will man weiter beobachten, dann bedarf es des geistig-seelischen Experiments. Dasjenige, was als Instrument dienen kann, kann nichts anderes sein als die menschliche Seele selber. Durch nichts anderes dringen wir in die ([unleserlich]) Tiefen des Geistig-Seelischen als durch [die] menschliche Seele selber, und damit das ein Instrument wird für geistigseelisches Wahrnehmen, das hängt nicht davon ab, dass ([unleserlich]) Vorgänge [unleserliche Stelle] stattfinden, sondern es hängt beim seelischen Untersuchen davon ab, dass seelische Vorgänge, geistige Vorgänge in der Seele erlebt werden, um die Seele zu etwas anderem zu machen, als das physische, das gewöhnliche Bewusstsein ist. Diese geistigen Vorgänge können hier nur kurz charakterisiert werden. Aber die Sinne zeigen, wohin die geistigen Vorgänge führen. Eine Schilderung davon finden Sie in dem Buch «Wie erlangt man Erkenntnisse [der] höheren Welten?», wo dargelegt ist, wie der Mensch seine Seele zu einem Instrument der geistigen Beobachtung machen kann, das hauptsächlich gegeben ist in dem, was man nennt Konzentration, Meditation und auch Kontemplation des inneren Seelenlebens.

[ 35 ] Ich bitte Sie, damit keine anderen Begriffe zu verbinden als die, welche jetzt gebraucht werden, denn es kann sonst geschehen, dass man die neue Geisteswissenschaft ganz missversteht. Wenn man nicht genau auf dieselbe eingeht und [darauf] sieht, wie sie [scheinbar] schlecht [abschreibt] aus augenscheinlicher Quelle, auch wo sie schildert die wiederholten Erdenleben, dann kann man dazu kommen, zu glauben, dass sie buddhistische oder sonstige religiöse Wahrheiten aufwärmen will. Das ist nicht der Fall. Ebenso wenig wie der, welcher heute Mathematik treibt, den Euklid oder einen anderen Mathematiker als Vertreter [der mathematischen Wahrheit] braucht, ebenso wenig braucht man heute irgendeinen Buddhismus oder eine sonstige altreligiöse Form. Nicht ein Aufwärmen von religiösen Bekenntnissen, die uns fern liegen, sondern ein unmittelbares Erleben dessen, was uns die Geisteswissenschaft zu geben hat, liegt hier vor. Daher darf man auch nicht mit Mystischem verwechseln das, was jetzt gesagt wird von wahrem Hellseherischem, das nicht verwechselt werden darf mit ganz einer anderen, wahn[haften] Form des Hellsehens. Das, was der Mensch zu [be]wirken hat in seiner Seele, ist, dass er etwas [unleserlich] lässt in seiner Seele, was auf der einen Seite ähnlich ist jenem Zustande des Schlafs und auf der anderen Seite radikal verschieden von demselben ist. Ähnlich dem Schlaf ist dasjenige, was als geisteswissenschaftliche Schulung, als Schulung zu wirklichem Hellsehertum aufzutreten hat, ebenso [unleserlich] [ist] es, wie der Mensch [im Schlafe] seine Sinne verschließt gegenüber der Außenwelt, nur dass er das, was er da unwillkürlich tut, in der geistigen Schulung willkürlich herbeiführt. Durch starken Willensentschluss muss herbeigeführt werden der Zustand, in dem wir durch keine Sinne mehr wahrnehmen, aber erhalten muss bleiben dabei der Zustand des Bewusstseins. Nicht verloren darf es werden, nicht versinken darf es, dieses Bewusstsein, in der Bewusstlosigkeit des Schlafes. Dann müssen wir, wenn es uns gelungen ist, durch solchen starken Willensentschluss (den man lernen kann, wie das genannte Buch zeigt) eintreten lassen ganz bestimmte Vorstellungen, die uns nicht von außen gegeben sind, sondern von uns selber hervorgerufen werden, (die wir uns selber machen). Am besten [geeignet] sind dazu solche Vorstellungen, welche gar nicht einer äußeren Tatsache entsprechen, mit anderen Worten, am besten [geeignet] sind dazu symbolische Vorstellungen, Sinnbilder.

[ 35 ] Ich bitte Sie, damit keine anderen Begriffe zu verbinden als die, welche jetzt gebraucht werden, denn es kann sonst geschehen, dass man die neue Geisteswissenschaft ganz missversteht. Wenn man nicht genau auf dieselbe eingeht und [darauf] sieht, wie sie [scheinbar] schlecht [abschreibt] aus augenscheinlicher Quelle, auch wo sie schildert die wiederholten Erdenleben, dann kann man dazu kommen, zu glauben, dass sie buddhistische oder sonstige religiöse Wahrheiten aufwärmen will. Das ist nicht der Fall. Ebenso wenig wie der, welcher heute Mathematik treibt, den Euklid oder einen anderen Mathematiker als Vertreter [der mathematischen Wahrheit] braucht, ebenso wenig braucht man heute irgendeinen Buddhismus oder eine sonstige altreligiöse Form. Nicht ein Aufwärmen von religiösen Bekenntnissen, die uns fern liegen, sondern ein unmittelbares Erleben dessen, was uns die Geisteswissenschaft zu geben hat, liegt hier vor. Daher darf man auch nicht mit Mystischem verwechseln das, was jetzt gesagt wird von wahrem Hellseherischem, das nicht verwechselt werden darf mit ganz einer anderen, wahn[haften] Form des Hellsehens. Das, was der Mensch zu [be]wirken hat in seiner Seele, ist, dass er etwas [unleserlich] lässt in seiner Seele, was auf der einen Seite ähnlich ist jenem Zustande des Schlafs und auf der anderen Seite radikal verschieden von demselben ist. Ähnlich dem Schlaf ist dasjenige, was als geisteswissenschaftliche Schulung, als Schulung zu wirklichem Hellsehertum aufzutreten hat, ebenso [unleserlich] [ist] es, wie der Mensch [im Schlafe] seine Sinne verschließt gegenüber der Außenwelt, nur dass er das, was er da unwillkürlich tut, in der geistigen Schulung willkürlich herbeiführt. Durch starken Willensentschluss muss herbeigeführt werden der Zustand, in dem wir durch keine Sinne mehr wahrnehmen, aber erhalten muss bleiben dabei der Zustand des Bewusstseins. Nicht verloren darf es werden, nicht versinken darf es, dieses Bewusstsein, in der Bewusstlosigkeit des Schlafes. Dann müssen wir, wenn es uns gelungen ist, durch solchen starken Willensentschluss (den man lernen kann, wie das genannte Buch zeigt) eintreten lassen ganz bestimmte Vorstellungen, die uns nicht von außen gegeben sind, sondern von uns selber hervorgerufen werden, (die wir uns selber machen). Am besten [geeignet] sind dazu solche Vorstellungen, welche gar nicht einer äußeren Tatsache entsprechen, mit anderen Worten, am besten [geeignet] sind dazu symbolische Vorstellungen, Sinnbilder.

[ 36 ] Es kann natürlich hier jemand einwenden: Wenn du in Sinnbildern lebst, dann drückst du keine äußeren Wahrheiten aus. Es soll das auch nicht sein, denn wir wollen kennenlernen den geistig-seelischen Wesenskern. So geht es [vor sich]: Wir bilden uns ein Symbol. Es genügt nicht, dass ein Symbol einige Male wiederholt wird, es muss hundert und aberhundert Male in treuer Meditation wiederholt werden, bevor eine Wirkung eintritt. Ein solches Seelenbild kann in folgender Weise entstehen. Wir stellen uns vor, wir haben zwei Gläser, das eine voll, das andere mit etwas Wasser gefüllt. Wir schütten das Wasser des einen in das Glas des anderen hinein. Wir müssen uns daraus die Vorstellung bilden, dass das volle Glas immer leerer wird durch das Ausschenken. Aber jetzt müssen wir uns noch eine andere Vorstellung bilden, die nicht im gewöhnlichen Sinne wahr, sondern sinnbildlich, symbolisch ist. Wir stellen uns [etwas] vor, das uns in einer durchsichtigen, deutlichen Vorstellung das Wesen eines Vorgangs abbildet, [welcher] in seinem eigenen Seelenleben niemals mit seinem Seelenwesen durchdrungen werden kann. Wir stellen uns vor das Wesen jener Liebe, die von Seele zu Seele wirkt. Die [Liebe] gibt; und wir stellen uns das Wesen der Liebe so vor, dass wir uns denken: Wir schütten in das volle Glas noch mehr und schütten mehr und mehr hinein. Es wird immer mehr, sodass es immer mehr überfüllt ist, es entspricht keiner Wirklichkeit, wohl aber dem Wesen der Liebe, denn der Mensch wird durch das, was er gibt in der Liebe, nicht ärmer, sondern immer voller und reicher. Wir haben etwas, was einen reichen, umfassenden Inhalt hat, durch eine im äußeren Sinne, [auf der Verstandesebene] unwahre Vorstellung, aber eine sinnbildliche Vorstellung, vor dasselbe [innere Auge] geführt, welche entspricht dem Vorgang oder einer Eigenschaft des Vorgangs, die wir im Auge haben. So haben wir [eine] sinnbildliche Vorstellung des Ausgießens von Wasser, so, wie das Glas immer voller und voller wird, eine Vorstellung, die nicht der sinnlichen Wahrnehmung entspricht, aber doch sehr richtig ist.

[ 36 ] Es kann natürlich hier jemand einwenden: Wenn du in Sinnbildern lebst, dann drückst du keine äußeren Wahrheiten aus. Es soll das auch nicht sein, denn wir wollen kennenlernen den geistig-seelischen Wesenskern. So geht es [vor sich]: Wir bilden uns ein Symbol. Es genügt nicht, dass ein Symbol einige Male wiederholt wird, es muss hundert und aberhundert Male in treuer Meditation wiederholt werden, bevor eine Wirkung eintritt. Ein solches Seelenbild kann in folgender Weise entstehen. Wir stellen uns vor, wir haben zwei Gläser, das eine voll, das andere mit etwas Wasser gefüllt. Wir schütten das Wasser des einen in das Glas des anderen hinein. Wir müssen uns daraus die Vorstellung bilden, dass das volle Glas immer leerer wird durch das Ausschenken. Aber jetzt müssen wir uns noch eine andere Vorstellung bilden, die nicht im gewöhnlichen Sinne wahr, sondern sinnbildlich, symbolisch ist. Wir stellen uns [etwas] vor, das uns in einer durchsichtigen, deutlichen Vorstellung das Wesen eines Vorgangs abbildet, [welcher] in seinem eigenen Seelenleben niemals mit seinem Seelenwesen durchdrungen werden kann. Wir stellen uns vor das Wesen jener Liebe, die von Seele zu Seele wirkt. Die [Liebe] gibt; und wir stellen uns das Wesen der Liebe so vor, dass wir uns denken: Wir schütten in das volle Glas noch mehr und schütten mehr und mehr hinein. Es wird immer mehr, sodass es immer mehr überfüllt ist, es entspricht keiner Wirklichkeit, wohl aber dem Wesen der Liebe, denn der Mensch wird durch das, was er gibt in der Liebe, nicht ärmer, sondern immer voller und reicher. Wir haben etwas, was einen reichen, umfassenden Inhalt hat, durch eine im äußeren Sinne, [auf der Verstandesebene] unwahre Vorstellung, aber eine sinnbildliche Vorstellung, vor dasselbe [innere Auge] geführt, welche entspricht dem Vorgang oder einer Eigenschaft des Vorgangs, die wir im Auge haben. So haben wir [eine] sinnbildliche Vorstellung des Ausgießens von Wasser, so, wie das Glas immer voller und voller wird, eine Vorstellung, die nicht der sinnlichen Wahrnehmung entspricht, aber doch sehr richtig ist.

[ 37 ] Wer nicht solche geistig-seelischen Experimente macht, der kommt nicht zu einer geistig-seelischen Erkenntnis des Wesenskerns. Wer aber das Experiment mit solchen Vorstellungen macht und ins Auge fasst, innerlich sich [so] durchdringt mit ihr, sodass er alle Seelenkräfte auf sie konzentriert, der wird merken, dass etwas ganz anders wird. Nur [unleserlich] [Lücke].

[ 37 ] Wer nicht solche geistig-seelischen Experimente macht, der kommt nicht zu einer geistig-seelischen Erkenntnis des Wesenskerns. Wer aber das Experiment mit solchen Vorstellungen macht und ins Auge fasst, innerlich sich [so] durchdringt mit ihr, sodass er alle Seelenkräfte auf sie konzentriert, der wird merken, dass etwas ganz anders wird. Nur [unleserlich] [Lücke].

[ 38 ] Wenn jemand einen glänzenden Punkt beobachtet, [wenn sich] einer nur auf den Glanzpunkt konzentriert, wird seine ganze Seelen[wesen]heit auf diesen Punkt zusammengezogen und er kommt in [einen] ganz bestimmten Zustand. Geisteswissenschaft schließt dieses aber aus. Da wird zu willkürlich die Seelenkraft zusammengezogen. Wenn wir aber durch [die] in uns gebildeten rein geistigen Vorstellungen [uns] in solchen Inhalten zusammenziehen, so finden wir, dass davon etwas ausstrahlt und reicher und reicher unsere ganze Seele erfüllt, und dass wir beginnen, jetzt zu bemerken – in einem ganz anderen Sinn als das durch Beobachten des Einschlafens und Aufwachens [der Fall war] –, hingeführt [zu] werden [zu dem], was es heißt, unabhängig von seiner Leiblichkeit zu existieren.

[ 38 ] Wenn jemand einen glänzenden Punkt beobachtet, [wenn sich] einer nur auf den Glanzpunkt konzentriert, wird seine ganze Seelen[wesen]heit auf diesen Punkt zusammengezogen und er kommt in [einen] ganz bestimmten Zustand. Geisteswissenschaft schließt dieses aber aus. Da wird zu willkürlich die Seelenkraft zusammengezogen. Wenn wir aber durch [die] in uns gebildeten rein geistigen Vorstellungen [uns] in solchen Inhalten zusammenziehen, so finden wir, dass davon etwas ausstrahlt und reicher und reicher unsere ganze Seele erfüllt, und dass wir beginnen, jetzt zu bemerken – in einem ganz anderen Sinn als das durch Beobachten des Einschlafens und Aufwachens [der Fall war] –, hingeführt [zu] werden [zu dem], was es heißt, unabhängig von seiner Leiblichkeit zu existieren.

[ 39 ] Es soll nicht behauptet werden, dass nur derjenige dies begreifen kann, der dieses Experiment selber macht. Es verhält sich damit wie mit naturwissenschaftlichen Experimenten, nämlich so, dass [das] hinterher, mit den gewöhnlichen Verstandeskräften angesehen werden kann, [eben]so, wie [durch] die Naturwissenschaft die Erkenntnis angesehen [unleserlich] kann, was [Lücke]. Die Experimente der Geisteswissenschaft tun es nicht aus Begierde heraus, sondern um Aufschluss über [die] geistige Welt zu holen; wenn sie, [die Aufschlüsse], gewonnen werden [unleserlich], dann können sie geordnet werden in Begriffs- und Verstandes-Ebene.

[ 39 ] Es soll nicht behauptet werden, dass nur derjenige dies begreifen kann, der dieses Experiment selber macht. Es verhält sich damit wie mit naturwissenschaftlichen Experimenten, nämlich so, dass [das] hinterher, mit den gewöhnlichen Verstandeskräften angesehen werden kann, [eben]so, wie [durch] die Naturwissenschaft die Erkenntnis angesehen [unleserlich] kann, was [Lücke]. Die Experimente der Geisteswissenschaft tun es nicht aus Begierde heraus, sondern um Aufschluss über [die] geistige Welt zu holen; wenn sie, [die Aufschlüsse], gewonnen werden [unleserlich], dann können sie geordnet werden in Begriffs- und Verstandes-Ebene.

[ 40 ] Eine Eigentümlichkeit, die höchst charakteristisch ist, macht sich dann aber auch geltend, nämlich dass der Mensch einen bestimmten Sinn verbindet, [dass er] ganz genau weiß, was es heißt [unleserlich] in einem geistigseelisch[en Sein zu leben], unabhängig von der Leiblichkeit, er weiß das jetzt, es ist jetzt nicht Theorie, nicht Philosophie. Es ist nicht [nur] das, was uns entgegentritt, was uns so eigenartig entgegentritt, dass wir fühlen unser sonstiges Leben, wie wir es sonst haben, [sondern auch, was uns entgegentritt] wie ein Widerstand, dass wir fühlen, wir leben zwar in [der] geistigen Welt, aber sind unvermögend, das, was wir erleben, auszudrücken in den Vorstellungen und Begriffen, die wir sonst haben, weil wir diese Vorstellungen, die Begriffe, die wir sonst haben, durch das Instrument [unleserlich] des Gehirns ausdrücken. Jetzt [er]leben wir aber hellseherisch unser Gehirn und [unseren] Leib. Wir haben jetzt das geistige Leben. Wir müssen aber abwarten, indem wir treulich unsere Übungen fortsetzen und abwarten. Und wenn wir sie fortsetzen, gelangen wir dazu, geradezu zu fühlen, wie uns unser eigenes Gehirn Widerstand entgegensetzt. Wir werden unser Gehirn so fühlen, wie es fühlen würde das Kind in den Zeiten, wo sein Bewusstsein noch nicht erwacht ist, wo es das Gehirn noch plastisch formt. Aber das Kind hat noch nicht das Bewusstsein. Daher fühlt es nicht die Materie, die es hindert. Der hellseherisch Ausgebildete aber fühlt das. Und da fühlt er, wie [sich] hineinarbeitet neue plastische Gestaltung.

[ 40 ] Eine Eigentümlichkeit, die höchst charakteristisch ist, macht sich dann aber auch geltend, nämlich dass der Mensch einen bestimmten Sinn verbindet, [dass er] ganz genau weiß, was es heißt [unleserlich] in einem geistigseelisch[en Sein zu leben], unabhängig von der Leiblichkeit, er weiß das jetzt, es ist jetzt nicht Theorie, nicht Philosophie. Es ist nicht [nur] das, was uns entgegentritt, was uns so eigenartig entgegentritt, dass wir fühlen unser sonstiges Leben, wie wir es sonst haben, [sondern auch, was uns entgegentritt] wie ein Widerstand, dass wir fühlen, wir leben zwar in [der] geistigen Welt, aber sind unvermögend, das, was wir erleben, auszudrücken in den Vorstellungen und Begriffen, die wir sonst haben, weil wir diese Vorstellungen, die Begriffe, die wir sonst haben, durch das Instrument [unleserlich] des Gehirns ausdrücken. Jetzt [er]leben wir aber hellseherisch unser Gehirn und [unseren] Leib. Wir haben jetzt das geistige Leben. Wir müssen aber abwarten, indem wir treulich unsere Übungen fortsetzen und abwarten. Und wenn wir sie fortsetzen, gelangen wir dazu, geradezu zu fühlen, wie uns unser eigenes Gehirn Widerstand entgegensetzt. Wir werden unser Gehirn so fühlen, wie es fühlen würde das Kind in den Zeiten, wo sein Bewusstsein noch nicht erwacht ist, wo es das Gehirn noch plastisch formt. Aber das Kind hat noch nicht das Bewusstsein. Daher fühlt es nicht die Materie, die es hindert. Der hellseherisch Ausgebildete aber fühlt das. Und da fühlt er, wie [sich] hineinarbeitet neue plastische Gestaltung.

[ 41 ] Wenn Sie allerdings der Vor[kommnisse] mit äußerer Forschung [bei]kommen wollten – die würde[n] nichts finden. Sie sind zu [be]fangen. Aber sehr wohl [sind die Vorgänge] vorhanden für den, der mit Konzentration und Meditation geistig-seelisch arbeitet. Der fühlt so, dass er weiß, wie sich der Wesenskern hereinarbeitet ins Leibliche, weiß, wie nicht das Leibliche Ursache ist, sondern die geistig-seelische Arbeit. Dann tritt der Moment ein, wo das Gehirn so weit ist, dass er ausdrücken kann, was er erlebt hat. Und jetzt entsteht erst die äußere Darstellung der Geisteswissenschaft. Da tritt sie auf, dass sie in ähnlichen Ideen ausgesprochen wird wie im äußeren Leben. Wir arbeiten, wenn sie ausgesprochen werden, in Begriffen.

[ 41 ] Wenn Sie allerdings der Vor[kommnisse] mit äußerer Forschung [bei]kommen wollten – die würde[n] nichts finden. Sie sind zu [be]fangen. Aber sehr wohl [sind die Vorgänge] vorhanden für den, der mit Konzentration und Meditation geistig-seelisch arbeitet. Der fühlt so, dass er weiß, wie sich der Wesenskern hereinarbeitet ins Leibliche, weiß, wie nicht das Leibliche Ursache ist, sondern die geistig-seelische Arbeit. Dann tritt der Moment ein, wo das Gehirn so weit ist, dass er ausdrücken kann, was er erlebt hat. Und jetzt entsteht erst die äußere Darstellung der Geisteswissenschaft. Da tritt sie auf, dass sie in ähnlichen Ideen ausgesprochen wird wie im äußeren Leben. Wir arbeiten, wenn sie ausgesprochen werden, in Begriffen.

[ 42 ] Jetzt wissen wir, dass unsere gesamte Leiblichkeit aus der Geistigkeit aufgebaut [ist]. Man erkennt die Beziehung der Geistigkeit zur Leiblichkeit, man erkennt die Arbeit des Geistig-Seelischen im Leiblichen, man erkennt, dass dasjenige, was man sich erarbeitet, in dem ganzen übrigen Leib einen Widerstand hat. Da tritt jetzt sogar etwas ein, was wie schwerster Widerstand im Leben auftritt: Es tritt nämlich dasjenige ein, was sozusagen denen, die nicht mit den richtigen Gefühlen und Empfindungen an die Hellsichtigkeit herangehen, einen seligen, wohligen Zustand bereitet, was aber der wahre Geistesforscher abweisen muss so, wie es zunächst auftritt.

[ 42 ] Jetzt wissen wir, dass unsere gesamte Leiblichkeit aus der Geistigkeit aufgebaut [ist]. Man erkennt die Beziehung der Geistigkeit zur Leiblichkeit, man erkennt die Arbeit des Geistig-Seelischen im Leiblichen, man erkennt, dass dasjenige, was man sich erarbeitet, in dem ganzen übrigen Leib einen Widerstand hat. Da tritt jetzt sogar etwas ein, was wie schwerster Widerstand im Leben auftritt: Es tritt nämlich dasjenige ein, was sozusagen denen, die nicht mit den richtigen Gefühlen und Empfindungen an die Hellsichtigkeit herangehen, einen seligen, wohligen Zustand bereitet, was aber der wahre Geistesforscher abweisen muss so, wie es zunächst auftritt.

[ 43 ] Während wir als gewöhnliche Menschen die geistige Welt in Form von Empfindungen und Gedanken, mit denen wir uns [unleserlich], vor uns haben, tritt uns, wenn wir in das geistig-seelische Leben eingedrungen sind, diese Welt in Form von Visionen, Halluzinationen und in Form von allerlei Gesichten entgegen. Der gewöhnliche Hellseher, der nicht zur geistigen Forschung vordringen will, bleibt dabei stehen; derjenige aber, der Geistesforscher sein will, muss sich klar sein, dass in diesen niederen Tatsachen nichts anderes gegeben ist als Abbilder der äußeren Persönlichkeit, wie sie sonst in den zeitlichen Erscheinungen auftreten, und dass erst durchdrungen werden müssen diese Visionen und durchdrungen werden muss, innerlich hellseherisch, der geistig-seelische Wesenskern.

[ 43 ] Während wir als gewöhnliche Menschen die geistige Welt in Form von Empfindungen und Gedanken, mit denen wir uns [unleserlich], vor uns haben, tritt uns, wenn wir in das geistig-seelische Leben eingedrungen sind, diese Welt in Form von Visionen, Halluzinationen und in Form von allerlei Gesichten entgegen. Der gewöhnliche Hellseher, der nicht zur geistigen Forschung vordringen will, bleibt dabei stehen; derjenige aber, der Geistesforscher sein will, muss sich klar sein, dass in diesen niederen Tatsachen nichts anderes gegeben ist als Abbilder der äußeren Persönlichkeit, wie sie sonst in den zeitlichen Erscheinungen auftreten, und dass erst durchdrungen werden müssen diese Visionen und durchdrungen werden muss, innerlich hellseherisch, der geistig-seelische Wesenskern.

[ 44 ] So kann man sagen, dass wahrhaftes Hellsehen gerade in dem gewöhnlichen Hellsehen einen Widerstand hat, dass das gewöhnliche Hellsehen erst überwunden werden muss und dass daher wirkliche Geisteswissenschaft nicht verwechselt werden sollte mit jedem möglichen Aberglauben und allen möglichen visionären Zuständen, die dadurch erreicht werden, dass dem Menschen durch irgendwelche Übungen seine eigenen Zustände objektiv werden. Vielmehr weiß der Hellseher, dass die Visionen nur allein geistig-seelisch sind, und er kommt erst später dazu, in den geistig-seelischen Wesenskern einzudringen.

[ 44 ] So kann man sagen, dass wahrhaftes Hellsehen gerade in dem gewöhnlichen Hellsehen einen Widerstand hat, dass das gewöhnliche Hellsehen erst überwunden werden muss und dass daher wirkliche Geisteswissenschaft nicht verwechselt werden sollte mit jedem möglichen Aberglauben und allen möglichen visionären Zuständen, die dadurch erreicht werden, dass dem Menschen durch irgendwelche Übungen seine eigenen Zustände objektiv werden. Vielmehr weiß der Hellseher, dass die Visionen nur allein geistig-seelisch sind, und er kommt erst später dazu, in den geistig-seelischen Wesenskern einzudringen.

[ 45 ] Damit habe ich Ihnen geschildert, was in einer so kurzen Zeit alles geschildert werden kann, einen Weg, durch den er – [der Mensch] – vordringen kann zu einem geistig-seelischen Wesenskern, durch den man begreifen kann, wie er in einem Leib [unleserlich]. Dann gibt es kein Entrinnen mehr, sich klar zu sein, dass nicht die äußeren materiellen Vorgänge, die außerhalb der geistigen Vorgänge sind, sondern dass vom ersten Augenblick an das Geistige aus der geistigen Welt heraus arbeitet, um diesen Leib in die äußere Welt hineinzustellen. Und dass dann, wenn dieses ganze Leben hindurch der geistigseelische Wesenskern gearbeitet hat, verbunden werden muss dasjenige, was uns entgegentritt, wenn wir zur Pforte des Todes hinkommen, mit dem Anfang des Lebens, wie wir es in der Naturwissenschaft auch machen. Wir verstehen das pflanzliche Leben, wenn wir dasjenige, was in der Frucht als Keim zum Vorschein kommt, wieder als den Anfang betrachten. So auch, wenn das geistige Leben immer reicher und reicher, immer reifer und reifer wird.

[ 45 ] Damit habe ich Ihnen geschildert, was in einer so kurzen Zeit alles geschildert werden kann, einen Weg, durch den er – [der Mensch] – vordringen kann zu einem geistig-seelischen Wesenskern, durch den man begreifen kann, wie er in einem Leib [unleserlich]. Dann gibt es kein Entrinnen mehr, sich klar zu sein, dass nicht die äußeren materiellen Vorgänge, die außerhalb der geistigen Vorgänge sind, sondern dass vom ersten Augenblick an das Geistige aus der geistigen Welt heraus arbeitet, um diesen Leib in die äußere Welt hineinzustellen. Und dass dann, wenn dieses ganze Leben hindurch der geistigseelische Wesenskern gearbeitet hat, verbunden werden muss dasjenige, was uns entgegentritt, wenn wir zur Pforte des Todes hinkommen, mit dem Anfang des Lebens, wie wir es in der Naturwissenschaft auch machen. Wir verstehen das pflanzliche Leben, wenn wir dasjenige, was in der Frucht als Keim zum Vorschein kommt, wieder als den Anfang betrachten. So auch, wenn das geistige Leben immer reicher und reicher, immer reifer und reifer wird.

[ 46 ] Wenn wir das überblicken, so wie es an sich ist, so finden wir es bereichert, mit Spannkräften ausgestattet, die nicht verschwinden, sondern sich verwandeln, wenn der Leib abfällt. Wie der Keim der Pflanze, wenn er in der Erde zu faulen beginnt, wie der Baum, wenn die äußeren Blätter welken und abfallen, im Frühling wieder sprosst und sprießt, so geht das, was als geistig-seelischer Wesenskern im Menschen lebt, nicht verloren, sondern es tritt ein in die Welt, die das hellseherische Bewusstsein kennt, die unsere Umgebung wird, wenn wir mit hellseherischem Bewusstsein in sie eintreten.

[ 46 ] Wenn wir das überblicken, so wie es an sich ist, so finden wir es bereichert, mit Spannkräften ausgestattet, die nicht verschwinden, sondern sich verwandeln, wenn der Leib abfällt. Wie der Keim der Pflanze, wenn er in der Erde zu faulen beginnt, wie der Baum, wenn die äußeren Blätter welken und abfallen, im Frühling wieder sprosst und sprießt, so geht das, was als geistig-seelischer Wesenskern im Menschen lebt, nicht verloren, sondern es tritt ein in die Welt, die das hellseherische Bewusstsein kennt, die unsere Umgebung wird, wenn wir mit hellseherischem Bewusstsein in sie eintreten.

[ 47 ] Daher kann das hellseherische Bewusstsein auch sprechen von der geistigen Welt, in der wir sind zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und es spricht [davon], dass jenes Leben nicht erstirbt, sondern dass wir einen Widerstand haben in der Leiblichkeit im Leben; so lange wir mit [dem] physischen Leib verbunden sind, haben wir den Widerstand. Wir haben aber keinen Widerstand von Leiblichkeit, wenn wir vom physischen Leib getrennt sind. Daher blickt Geisteswissenschaft [darauf], wenn sie hinblickt bis zur Pforte des Todes, wenn die Spannkräfte so arbeiten, dass sie sich vorbereiten, um wieder aufbauen zu können einen neuen Leib, neues Schicksal, neues Leben.

[ 47 ] Daher kann das hellseherische Bewusstsein auch sprechen von der geistigen Welt, in der wir sind zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und es spricht [davon], dass jenes Leben nicht erstirbt, sondern dass wir einen Widerstand haben in der Leiblichkeit im Leben; so lange wir mit [dem] physischen Leib verbunden sind, haben wir den Widerstand. Wir haben aber keinen Widerstand von Leiblichkeit, wenn wir vom physischen Leib getrennt sind. Daher blickt Geisteswissenschaft [darauf], wenn sie hinblickt bis zur Pforte des Todes, wenn die Spannkräfte so arbeiten, dass sie sich vorbereiten, um wieder aufbauen zu können einen neuen Leib, neues Schicksal, neues Leben.

[ 48 ] Damit aber kommen wir zu geisteswissenschaftlichen Wahrheiten, welche nicht nur theoretisch, nicht nur philosophisch [auf]gebaut haben, nicht nur aufklären über den Sinn und den Wert des Lebens, wir erhalten durch Geisteswissenschaft Wahrheiten, welche wie Lebenselixiere in uns wirken, so in uns wirken, dass sie uns Lebensmut, Lebenstatkräfte geben können. Denn wir sehen, dass wir uns bekannt machen mit dem, was uns Geisteswissenschaft gibt, dass wir eingeführt werden in Begriffen in die Geheimnisse des geistig-seelischen Wesenskerns, sehen, dass das, was durch den Tod geht, nichts zu tun hat mit Entstehen und Vergehen, sondern [dass durch dieses] selbst dieses Entstehen und Vergehen bewirkt wurde, dass man [dahin gelangt, in] die Unsterblichkeit zu kommen.

[ 48 ] Damit aber kommen wir zu geisteswissenschaftlichen Wahrheiten, welche nicht nur theoretisch, nicht nur philosophisch [auf]gebaut haben, nicht nur aufklären über den Sinn und den Wert des Lebens, wir erhalten durch Geisteswissenschaft Wahrheiten, welche wie Lebenselixiere in uns wirken, so in uns wirken, dass sie uns Lebensmut, Lebenstatkräfte geben können. Denn wir sehen, dass wir uns bekannt machen mit dem, was uns Geisteswissenschaft gibt, dass wir eingeführt werden in Begriffen in die Geheimnisse des geistig-seelischen Wesenskerns, sehen, dass das, was durch den Tod geht, nichts zu tun hat mit Entstehen und Vergehen, sondern [dass durch dieses] selbst dieses Entstehen und Vergehen bewirkt wurde, dass man [dahin gelangt, in] die Unsterblichkeit zu kommen.

[ 49 ] Nicht durch Spekulieren, sondern durch Erkennen des Wesenskerns, durch Seelenvorgänge gelangt man zur Erkenntnis des Lebens, des Todes und der Unsterblichkeit. Damit wird man aber auch seines eigenen Kerns bewusst, und wenn die Geisteswissenschaft eingedrungen sein wird in das menschliche Leben wie Naturwissenschaft, dann wird diese Geisteswissenschaft nicht nur Theorien für das Leben geben, wie Naturwissenschaft es getan hat, sondern durch Geisteswissenschaft wird umgestaltet, was über das geistige Erkennen und das Leben nach dem Tode erfasst werden [muss, um seiner ganzen Erfassung und seinem Glück nach umzubilden] unser Leben.

[ 49 ] Nicht durch Spekulieren, sondern durch Erkennen des Wesenskerns, durch Seelenvorgänge gelangt man zur Erkenntnis des Lebens, des Todes und der Unsterblichkeit. Damit wird man aber auch seines eigenen Kerns bewusst, und wenn die Geisteswissenschaft eingedrungen sein wird in das menschliche Leben wie Naturwissenschaft, dann wird diese Geisteswissenschaft nicht nur Theorien für das Leben geben, wie Naturwissenschaft es getan hat, sondern durch Geisteswissenschaft wird umgestaltet, was über das geistige Erkennen und das Leben nach dem Tode erfasst werden [muss, um seiner ganzen Erfassung und seinem Glück nach umzubilden] unser Leben.

[ 50 ] Wenn es kommen wird, dass, wie Naturwissenschaft ihren Siegeszug angetreten, die Geisteswissenschaft, trotz Furcht und [unleserlich], auch in diesen antritt die Geisteswissenschaft, dann wird der Mensch einer Zeit entgegengehen, wo er aufmerksam gemacht wird von frühster Jugend an, wo er aufmerksam gemacht wird schon in [der] Jugend auf sein Ewiges in sich, als[o] dass er da, wo die Haut sich runzelt, die Haare sich bleichen, der Körper welk wird, dass in den Zeiten der Mensch fühlen lernt äußerlich dieses Leben, das er aus einem früheren Leben auferbaut hat; das muss von ihm abfallen, dagegen das wird immer stärker und stärker, was die Anwartschaft hat auf spätere Leben und in alle Ewigkeit übergeht. Und er wird dieses in eine Empfindung, [ein] Gefühl und [eine] Stimmung der Seele verwandeln.

[ 50 ] Wenn es kommen wird, dass, wie Naturwissenschaft ihren Siegeszug angetreten, die Geisteswissenschaft, trotz Furcht und [unleserlich], auch in diesen antritt die Geisteswissenschaft, dann wird der Mensch einer Zeit entgegengehen, wo er aufmerksam gemacht wird von frühster Jugend an, wo er aufmerksam gemacht wird schon in [der] Jugend auf sein Ewiges in sich, als[o] dass er da, wo die Haut sich runzelt, die Haare sich bleichen, der Körper welk wird, dass in den Zeiten der Mensch fühlen lernt äußerlich dieses Leben, das er aus einem früheren Leben auferbaut hat; das muss von ihm abfallen, dagegen das wird immer stärker und stärker, was die Anwartschaft hat auf spätere Leben und in alle Ewigkeit übergeht. Und er wird dieses in eine Empfindung, [ein] Gefühl und [eine] Stimmung der Seele verwandeln.

[ 51 ] Anders wird das Alter verfließen, das Bewusstsein, wenn die Haare sich bleichen, der Körper schwach wird, die Haut sich runzelt, dass das, was [den] Körper abwirft, [dass] das geistig immer mächtiger und stärker wird, je mehr es den äußeren Leib zum Welken bringt. Und fühlen wird der Mensch im Ableben, da er durch [die] Pforte des Todes schreiten wird, immer geistiger und geistiger fühlen wird er, nicht bloß Wissen seiner Unsterblichkeit haben. Das wird [eine] Errungenschaft sein, die hineinbegleitet wird durch Geisteswissenschaft. Im Wachen des Lebens empfinden wir und [fühlen] so [etwas] wie [ein] Lebenselixier, nicht wie [bloße] Theorie, [das] sich durch unser seelisches Leben [ergießt und uns be]geistern wird, wie eine Triebkraft, [die] uns [unsere Taten] ausführen [lassen] wird, sodass es uns mutig und arbeitsfreudig und stark ins Leben hineinstellen wird. Das wird [die] moralische Wirkung der Geisteswissenschaft sein, wenn [man] doch wissen wird, durch [Ergebnisse] des hellseherischen Forschens, die uns bekannt machen mit [dem] geistig-seelischen Wesenskern, mit dem man nicht bekannt werden kann, ohne dass man seinem Wesen entsagt. Dann wird der Mensch einsehen, dass er nicht bloß mit seinem Leben verbunden ist, mit [dem] äußeren Leben, sondern verbunden ist im Geiste mit dem Geistig-Seelischen. Und nicht wahrer wird der Einwand, dass der Mensch sich nicht erinnern kann an sein früheres Leben; der Einwand ist nichtig. Denn dann müssen wir uns [immer] erinnern, wo wir abends [einen Gegenstand, beispielsweise] einen Kelch, hingelegt [oder hingestellt] haben, des Abends auf den Tisch, wir wissen davon [nur], wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf gerichtet haben. Wir wissen nicht davon, wenn wir nicht aufmerksam darauf [gewesen sind]. Wenn die Menschen auf den geistig-seelischen Wesenskern aufmerksam sein werden, hinlenken ihre Aufmerksamkeit darauf, dann wird der Zeitpunkt beginnen, wo die Menschen sich auch erinnern an ihr früheres Leben.

[ 51 ] Anders wird das Alter verfließen, das Bewusstsein, wenn die Haare sich bleichen, der Körper schwach wird, die Haut sich runzelt, dass das, was [den] Körper abwirft, [dass] das geistig immer mächtiger und stärker wird, je mehr es den äußeren Leib zum Welken bringt. Und fühlen wird der Mensch im Ableben, da er durch [die] Pforte des Todes schreiten wird, immer geistiger und geistiger fühlen wird er, nicht bloß Wissen seiner Unsterblichkeit haben. Das wird [eine] Errungenschaft sein, die hineinbegleitet wird durch Geisteswissenschaft. Im Wachen des Lebens empfinden wir und [fühlen] so [etwas] wie [ein] Lebenselixier, nicht wie [bloße] Theorie, [das] sich durch unser seelisches Leben [ergießt und uns be]geistern wird, wie eine Triebkraft, [die] uns [unsere Taten] ausführen [lassen] wird, sodass es uns mutig und arbeitsfreudig und stark ins Leben hineinstellen wird. Das wird [die] moralische Wirkung der Geisteswissenschaft sein, wenn [man] doch wissen wird, durch [Ergebnisse] des hellseherischen Forschens, die uns bekannt machen mit [dem] geistig-seelischen Wesenskern, mit dem man nicht bekannt werden kann, ohne dass man seinem Wesen entsagt. Dann wird der Mensch einsehen, dass er nicht bloß mit seinem Leben verbunden ist, mit [dem] äußeren Leben, sondern verbunden ist im Geiste mit dem Geistig-Seelischen. Und nicht wahrer wird der Einwand, dass der Mensch sich nicht erinnern kann an sein früheres Leben; der Einwand ist nichtig. Denn dann müssen wir uns [immer] erinnern, wo wir abends [einen Gegenstand, beispielsweise] einen Kelch, hingelegt [oder hingestellt] haben, des Abends auf den Tisch, wir wissen davon [nur], wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf gerichtet haben. Wir wissen nicht davon, wenn wir nicht aufmerksam darauf [gewesen sind]. Wenn die Menschen auf den geistig-seelischen Wesenskern aufmerksam sein werden, hinlenken ihre Aufmerksamkeit darauf, dann wird der Zeitpunkt beginnen, wo die Menschen sich auch erinnern an ihr früheres Leben.

[ 52 ] Diese Erinnerung muss hervorgerufen werden, ich wage es ruhig auszusprechen, weil jeder, der diese Dinge kennt, selbstverständlich recht geben wird, wie heute schon jeder, der im vorigen Leben [unleserlich] war, die Aufmerksamkeit auf Geisteswissenschaft hinzulenken, die Erkenntnis der früheren Leben nicht als Theorie hat, sondern als eine innerlich erlebte Wahrheit, als Erinnerungswahrheit, als etwas, was er wirklich hat. Besinnung auf frühere Erdenleben ist schon heute möglich, und Bewusstsein, das wird im Geistigen begründet sein, wird eine Folge sein, dass wir erreichen das Eingehen in Geisteswissenschaft. Dann werden wir finden, dass wir uns sagen: Du wirst geboren im Geist, und was deine Seele auslebt und […] [unleserliche Stelle] Du kommst von Gott und gehst zum Geist. – Die Seele fühlt [sich] nicht nur im Raum, die Seele wird sich fühlen in der Unendlichkeit der Zeit. Und wie Naturwissenschaft den Raum unendlich gemacht hat zur Zeit des [Giordano] Bruno, so werden [unleserlich] diejenigen Wege, wenn das Jenseits des Zeitenlebens, die Endpunkte des Lebens, Geburt und Tod [durchdrungen sein werden]. Der Mensch wird sich Wissen angeeignet [haben] der unendlichen Raumeswelt, der unendlichen Zeitenwelt, fühlend als Lebenselixier, als das, was ihm gute Kräfte und Arbeitsfreudigkeit gibt, fühlen wird die Seele so, dass wir zusammenfassen können das, was wir gegeben haben heute, in eine Grundempfindung, zusammenfassen [in die Worte], [die ich] gegeben [habe] in meinem Mysteriendrama. Da habe ich gegeben, wie es möglich ist, diese Seele mit Wärme und Zuversicht zu erfüllen. Ich habe dies zusammengefasst in der [Geistes]wissenschaft, dasjenige, was Geisteswissenschaft unserer Arbeit zu sagen hat.

[ 52 ] Diese Erinnerung muss hervorgerufen werden, ich wage es ruhig auszusprechen, weil jeder, der diese Dinge kennt, selbstverständlich recht geben wird, wie heute schon jeder, der im vorigen Leben [unleserlich] war, die Aufmerksamkeit auf Geisteswissenschaft hinzulenken, die Erkenntnis der früheren Leben nicht als Theorie hat, sondern als eine innerlich erlebte Wahrheit, als Erinnerungswahrheit, als etwas, was er wirklich hat. Besinnung auf frühere Erdenleben ist schon heute möglich, und Bewusstsein, das wird im Geistigen begründet sein, wird eine Folge sein, dass wir erreichen das Eingehen in Geisteswissenschaft. Dann werden wir finden, dass wir uns sagen: Du wirst geboren im Geist, und was deine Seele auslebt und […] [unleserliche Stelle] Du kommst von Gott und gehst zum Geist. – Die Seele fühlt [sich] nicht nur im Raum, die Seele wird sich fühlen in der Unendlichkeit der Zeit. Und wie Naturwissenschaft den Raum unendlich gemacht hat zur Zeit des [Giordano] Bruno, so werden [unleserlich] diejenigen Wege, wenn das Jenseits des Zeitenlebens, die Endpunkte des Lebens, Geburt und Tod [durchdrungen sein werden]. Der Mensch wird sich Wissen angeeignet [haben] der unendlichen Raumeswelt, der unendlichen Zeitenwelt, fühlend als Lebenselixier, als das, was ihm gute Kräfte und Arbeitsfreudigkeit gibt, fühlen wird die Seele so, dass wir zusammenfassen können das, was wir gegeben haben heute, in eine Grundempfindung, zusammenfassen [in die Worte], [die ich] gegeben [habe] in meinem Mysteriendrama. Da habe ich gegeben, wie es möglich ist, diese Seele mit Wärme und Zuversicht zu erfüllen. Ich habe dies zusammengefasst in der [Geistes]wissenschaft, dasjenige, was Geisteswissenschaft unserer Arbeit zu sagen hat.

In deinem Denken,

In deinem Denken,

[ 53 ] – so kann die Seele zu sich selber sagen, wenn sie sich geistig-seelisch erinnert,

[ 53 ] – so kann die Seele zu sich selber sagen, wenn sie sich geistig-seelisch erinnert,

leben Weltgedanken,
In deinem Fühlen leben Weltenkräfte,
In deinem Willen wirken Willensmächte.
Erkenne dich in Weltgedanken,
Erfühle dich in Weltenkräften,
Erschaffe dich aus Willenswesen,
Bei Weltenfernen ende nicht
Durch Denkenstraumesspiel,
Beginne in den Geisteswelten,
Und ende in den eignen Seelentiefen.
Du findest eigene Ziele
Erkennend dich in dir.

leben Weltgedanken,
In deinem Fühlen leben Weltenkräfte,
In deinem Willen wirken Willensmächte.
Erkenne dich in Weltgedanken,
Erfühle dich in Weltenkräften,
Erschaffe dich aus Willenswesen,
Bei Weltenfernen ende nicht
Durch Denkenstraumesspiel,
Beginne in den Geisteswelten,
Und ende in den eignen Seelentiefen.
Du findest eigene Ziele
Erkennend dich in dir.