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Appendix to the Public Lectures
GA 85

9 October 1913, Bergen

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Nachträge zur Abteilung öffentliche Vorträge
  1. Appendix to the Public Lectures, tr. SOL

16. Die Rätsel des Lebens

16. Die Rätsel des Lebens

[ 1 ] Sehr verehrte Anwesende! Dass ich die Betrachtungen nicht in der Sprache des Landes [halten kann, bedaure ich sehr]; das ist mir eben nicht möglich, aber die Freunde, bei denen ich privat einige Vorträge zu halten habe, waren der Ansicht, dass ich den Vortrag in der deutschen Sprache halten dürfe.

[ 1 ] Sehr verehrte Anwesende! Dass ich die Betrachtungen nicht in der Sprache des Landes [halten kann, bedaure ich sehr]; das ist mir eben nicht möglich, aber die Freunde, bei denen ich privat einige Vorträge zu halten habe, waren der Ansicht, dass ich den Vortrag in der deutschen Sprache halten dürfe.

[ 2 ] Die Rätsel des Lebens! Die Art und Weise, wie die Betrachtung [dieser Rätsel] geschehen soll, ist verhältnismäßig noch jung. [Sie ist bis jetzt wohl außer dem] Kreis anthroposophischer Freunde hier in der Stadt [noch unbekannt]. Unbekannt und verhältnismäßig unbeliebt auch ist dasjenige noch, was ich zu sagen habe. … Wie vieles, vieles entgegnet werden kann gegen dasjenige, was ich zu sagen habe, [ist mir bewusst.] … In einer [so] kurzen Zeit kann ich nur Andeutungen über die wichtigen Fragen geben, und von dem Gesichtspunkte auch bitte ich, den Vortrag aufzunehmen. …

[ 2 ] Die Rätsel des Lebens! Die Art und Weise, wie die Betrachtung [dieser Rätsel] geschehen soll, ist verhältnismäßig noch jung. [Sie ist bis jetzt wohl außer dem] Kreis anthroposophischer Freunde hier in der Stadt [noch unbekannt]. Unbekannt und verhältnismäßig unbeliebt auch ist dasjenige noch, was ich zu sagen habe. … Wie vieles, vieles entgegnet werden kann gegen dasjenige, was ich zu sagen habe, [ist mir bewusst.] … In einer [so] kurzen Zeit kann ich nur Andeutungen über die wichtigen Fragen geben, und von dem Gesichtspunkte auch bitte ich, den Vortrag aufzunehmen. …

[ 3 ] Dass es im Leben Rätselfragen über Rätselfragen gibt, das empfindet ja jede Seele bei einigem Nachdenken … Die wichtigsten Rätselfragen des Lebens sind diejenigen, die uns im Leben täglich, ja stündlich entgegentreten. Mit einer Annäherung an die wichtigsten Rätsel, die, wenn sie [eine] Beantwortung [finden], auch die anderen beantworten, [möchte ich beginnen.] … Zwei sind der wichtigsten Lebensrätsel: … Das eine heißt «Tod» … Es fühlt die Menschenseele, dass, wenn darüber der Schleier etwas gelüftet werden kann, … es schließen die Menschen daran das Wort «Unsterblichkeit». Es steht damit alles Bedeutendste – alles [Wichtige] … [vor] unserer Seele.

[ 3 ] Dass es im Leben Rätselfragen über Rätselfragen gibt, das empfindet ja jede Seele bei einigem Nachdenken … Die wichtigsten Rätselfragen des Lebens sind diejenigen, die uns im Leben täglich, ja stündlich entgegentreten. Mit einer Annäherung an die wichtigsten Rätsel, die, wenn sie [eine] Beantwortung [finden], auch die anderen beantworten, [möchte ich beginnen.] … Zwei sind der wichtigsten Lebensrätsel: … Das eine heißt «Tod» … Es fühlt die Menschenseele, dass, wenn darüber der Schleier etwas gelüftet werden kann, … es schließen die Menschen daran das Wort «Unsterblichkeit». Es steht damit alles Bedeutendste – alles [Wichtige] … [vor] unserer Seele.

[ 4 ] Ein anderes Rätsel ist des Menschen Schicksal. Es tritt ein Mensch in die Geburt, umgeben von sorgenden Händen, mit Anlagen und Talenten, und man hat den Eindruck, dass die Talente und Anlagen sich ausbilden können. … Der andere tritt so ins Leben, dass man sehen kann, dass er für das Leben wenig leisten wird. Beiden gegenüber fragen sich die Menschen: Warum? Seit Menschenseelen denken können, sind versucht worden Antworten [in] mannigfaltiger Weise auf die Schicksals-, auf die Todesfragen …

[ 4 ] Ein anderes Rätsel ist des Menschen Schicksal. Es tritt ein Mensch in die Geburt, umgeben von sorgenden Händen, mit Anlagen und Talenten, und man hat den Eindruck, dass die Talente und Anlagen sich ausbilden können. … Der andere tritt so ins Leben, dass man sehen kann, dass er für das Leben wenig leisten wird. Beiden gegenüber fragen sich die Menschen: Warum? Seit Menschenseelen denken können, sind versucht worden Antworten [in] mannigfaltiger Weise auf die Schicksals-, auf die Todesfragen …

[ 5 ] Eine bis zu drei Jahrhunderte währende naturwissenschaftliche Bildung [hat Folgendes mit sich gebracht]. Was die Geisteswissenschaft heute zu geben hat, wird noch nicht verstanden, weil man sie [für] in Gegnerschaft [stehend] hält zu der Naturwissenschaft. – Man kann das auch glauben, wenn man das hört, was ich heute sagen werde, aber nicht bei tieferer Einsicht. – Der Geistesforscher fühlt, dass auch die Seelenfragen eine neue Antwort erheischen durch die Naturwissenschaft. Er wird merken, dass der Mensch durch die Naturwissenschaft die Rätsel zu höheren, zu größeren [Rätseln] gemacht hat. – [Ebenso verhält es sich mit der Religion.] Was [einst] beseligender Glaube war, [wird durch Naturwissenschaft ebenso zum Rätsel].

[ 5 ] Eine bis zu drei Jahrhunderte währende naturwissenschaftliche Bildung [hat Folgendes mit sich gebracht]. Was die Geisteswissenschaft heute zu geben hat, wird noch nicht verstanden, weil man sie [für] in Gegnerschaft [stehend] hält zu der Naturwissenschaft. – Man kann das auch glauben, wenn man das hört, was ich heute sagen werde, aber nicht bei tieferer Einsicht. – Der Geistesforscher fühlt, dass auch die Seelenfragen eine neue Antwort erheischen durch die Naturwissenschaft. Er wird merken, dass der Mensch durch die Naturwissenschaft die Rätsel zu höheren, zu größeren [Rätseln] gemacht hat. – [Ebenso verhält es sich mit der Religion.] Was [einst] beseligender Glaube war, [wird durch Naturwissenschaft ebenso zum Rätsel].

[ 6 ] Vergleichen möchte ich das, was Naturwissenschaft gebracht hat, vergleichen möchte ich [es] mit den Früchten, die wir gebrauchen zur Aussaat. [Die meisten Früchte bauen wir zum Verzehr an.] Aber einzelne von unseren Früchten müssen wir ganz anders brauchen als die Früchte, die wir zum Essen brauchen; wir müssen sie hegen und pflegen zur Aussaat. – Manche der [geistig-seelischen] Früchte, die gehegt und gepflegt werden, [dienen] als Aussaat eines neuen Seelenlebens.

[ 6 ] Vergleichen möchte ich das, was Naturwissenschaft gebracht hat, vergleichen möchte ich [es] mit den Früchten, die wir gebrauchen zur Aussaat. [Die meisten Früchte bauen wir zum Verzehr an.] Aber einzelne von unseren Früchten müssen wir ganz anders brauchen als die Früchte, die wir zum Essen brauchen; wir müssen sie hegen und pflegen zur Aussaat. – Manche der [geistig-seelischen] Früchte, die gehegt und gepflegt werden, [dienen] als Aussaat eines neuen Seelenlebens.

[ 7 ] Mit keinen der genannten Anschauungen soll die Geisteswissenschaft in Gegensatz kommen – … [Es ist wie mit der] kopernikanischen Weltanschauung: [Die Leute] glaubten, ihr Ende müsse kommen, wenn sie das zugäben, [dass nicht die Sonne sich um die Erde dreht, sondern die Erde um die Sonne] … Wenn dasjenige, was hier zu sagen ist, [ähnlich aufgefasst wird], hat man [es] mit anderen Strömungen verwechselt. [Aber religiöse Menschen werden sich mit der neuen Lehre versöhnen, so wie sie mit der Lehre des Kopernikus gemacht haben.] … Wie sich in der Gegenwart die Geistesforschung hinstellt: … [Wir wollen es am Beispiel einer Pflanze zeigen.] Wenn wir eine Pflanze [vor uns] hinstellen und betrachten, was ihren Anfang mit ihrem Ende zusammenbringt, [dann können wir sagen]: … Wir sahen ihr Wachsen, ihr Gedeihen, wie daraus im nächsten Jahr eine neue Pflanze hervorgeht. Wir begreifen den Anfang im Hinsehen auf das Ende. … In ähnlicher Weise versucht sich der Geistesforscher beim Menschen. Er muss da aber nicht im Äußeren der Menschen seine Forschung suchen, sondern er muss im Inneren sein Forschen suchen … Hier begegnet er Missverständnissen.

[ 7 ] Mit keinen der genannten Anschauungen soll die Geisteswissenschaft in Gegensatz kommen – … [Es ist wie mit der] kopernikanischen Weltanschauung: [Die Leute] glaubten, ihr Ende müsse kommen, wenn sie das zugäben, [dass nicht die Sonne sich um die Erde dreht, sondern die Erde um die Sonne] … Wenn dasjenige, was hier zu sagen ist, [ähnlich aufgefasst wird], hat man [es] mit anderen Strömungen verwechselt. [Aber religiöse Menschen werden sich mit der neuen Lehre versöhnen, so wie sie mit der Lehre des Kopernikus gemacht haben.] … Wie sich in der Gegenwart die Geistesforschung hinstellt: … [Wir wollen es am Beispiel einer Pflanze zeigen.] Wenn wir eine Pflanze [vor uns] hinstellen und betrachten, was ihren Anfang mit ihrem Ende zusammenbringt, [dann können wir sagen]: … Wir sahen ihr Wachsen, ihr Gedeihen, wie daraus im nächsten Jahr eine neue Pflanze hervorgeht. Wir begreifen den Anfang im Hinsehen auf das Ende. … In ähnlicher Weise versucht sich der Geistesforscher beim Menschen. Er muss da aber nicht im Äußeren der Menschen seine Forschung suchen, sondern er muss im Inneren sein Forschen suchen … Hier begegnet er Missverständnissen.

[ 8 ] Lodge, der berühmte Physiker, … [und andere,] welche mit ähnlichen Forschungen suchen … wie Forscher der – der Sterne … Bei einigen ist man schon zu [Befragungen] gekommen. – Ich brauche nur auf das ominöse Wort «Spiritismus» hin[zu]weisen. Objektiv [fest]halten [will man das Geistige]. Es zeigt, wie die Menschen das Ewige in dem Zeitlichen suchen. Geistes- und Seelenexperimente. [Der Spiritismus zeigt den Drang, die ewige Welt des Geistes zu erforschen, aber er macht es durch äußere Experimente, darum irrt er.] … Dasjenige [aber], was Geisteswissenschaft anerkennt, verläuft in einem Experimente, das rein geistig-seelisch ist. Man kommt zu der viel besprochenen Frage: Was ist die Seele, was ist der Geist? …

[ 8 ] Lodge, der berühmte Physiker, … [und andere,] welche mit ähnlichen Forschungen suchen … wie Forscher der – der Sterne … Bei einigen ist man schon zu [Befragungen] gekommen. – Ich brauche nur auf das ominöse Wort «Spiritismus» hin[zu]weisen. Objektiv [fest]halten [will man das Geistige]. Es zeigt, wie die Menschen das Ewige in dem Zeitlichen suchen. Geistes- und Seelenexperimente. [Der Spiritismus zeigt den Drang, die ewige Welt des Geistes zu erforschen, aber er macht es durch äußere Experimente, darum irrt er.] … Dasjenige [aber], was Geisteswissenschaft anerkennt, verläuft in einem Experimente, das rein geistig-seelisch ist. Man kommt zu der viel besprochenen Frage: Was ist die Seele, was ist der Geist? …

[ 9 ] [Das Ergebnis der Geisteswissenschaft ist, dass das Menschenleben nicht von Geburt und Tod eingeschlossen ist; in diesem physischen Leben sammeln sich und wirken weitreichende Kräfte. Die Seele sprengt im Tode die Schranken des physischen Lebens, sie erlangt ein geistiges Leben. Dies ist die Lösung der großen Rätsel Tod, Unsterblichkeit, Schicksal. Durch ihre Lösung fällt Licht auf das ganze Menschenleben. In jeder Seele liegt diesen Rätseln gegenüber verborgen ein: Warum?]

[ 9 ] [Das Ergebnis der Geisteswissenschaft ist, dass das Menschenleben nicht von Geburt und Tod eingeschlossen ist; in diesem physischen Leben sammeln sich und wirken weitreichende Kräfte. Die Seele sprengt im Tode die Schranken des physischen Lebens, sie erlangt ein geistiges Leben. Dies ist die Lösung der großen Rätsel Tod, Unsterblichkeit, Schicksal. Durch ihre Lösung fällt Licht auf das ganze Menschenleben. In jeder Seele liegt diesen Rätseln gegenüber verborgen ein: Warum?]

[ 10 ] Wenn man sich darauf verlässt, [diese Lösung] zu erfahren … [und] nur wenn man dieses anerkennt, kommt man zu einer Anschauung; zu neuer Erfahrung dringt man erst vor, zu diesen Fragen. So erfährt man, dass sie – [die Seele] – mit dem Entstehen, mit dem Vergehen nichts zu tun [hat]. Wenn wir richten den Blick bei einer Pflanze auf ihr Wachstum, wie sie eine neue Pflanze bildet – … [eben]so richtet der Geistesforscher seinen seelischen Blick auf den Verlauf des Menschenlebens, und er sieht, wie im Stoff die geistigen Kräfte wirken, wie sie im Geistigen schon vor der Geburt da sind. … Wie dann das Menschenleben verläuft und seine geistigen Kräfte sich konzentrieren nach dem Tode hin, wie bei der Pflanze – so konzentrieren wir Keimeskräfte, die bleiben nach der Pforte des Todes. … [Nachdem die Seele] verlebt [hat eine Zeit] im rein geistigen Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, … [kehrt sie wieder].

[ 10 ] Wenn man sich darauf verlässt, [diese Lösung] zu erfahren … [und] nur wenn man dieses anerkennt, kommt man zu einer Anschauung; zu neuer Erfahrung dringt man erst vor, zu diesen Fragen. So erfährt man, dass sie – [die Seele] – mit dem Entstehen, mit dem Vergehen nichts zu tun [hat]. Wenn wir richten den Blick bei einer Pflanze auf ihr Wachstum, wie sie eine neue Pflanze bildet – … [eben]so richtet der Geistesforscher seinen seelischen Blick auf den Verlauf des Menschenlebens, und er sieht, wie im Stoff die geistigen Kräfte wirken, wie sie im Geistigen schon vor der Geburt da sind. … Wie dann das Menschenleben verläuft und seine geistigen Kräfte sich konzentrieren nach dem Tode hin, wie bei der Pflanze – so konzentrieren wir Keimeskräfte, die bleiben nach der Pforte des Todes. … [Nachdem die Seele] verlebt [hat eine Zeit] im rein geistigen Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, … [kehrt sie wieder].

[ 11 ] Wenn wir das Rätsel des Kindes betrachten und was sich im heranwachsenden Kinde von innen nach außen erarbeitet – [erkennen wir], was die ungeschickten Glieder geschickt macht. … [Darin zeigt sich: Es] hat sich im geistigen Leben zum Kerne umgebildet. Im Geistigen sammelt es die Keimeskräfte, und wenn für es die Zeit der Reife gekommen ist, zieht es (sich) hin zu Vater und Mutter – zum Geborenwerden. Wenn wir den Mensch befragt [haben], so sagen wir uns: Dasjenige, was sich in uns als Kern gestaltet hat, ist uns geblieben aus einem früheren Leben. … [Und wenn das Leben dem Ende zugeht], wenn die Haut [sich] runzelt, die Haare sich bleichen, so sehen wir nicht nur das Altern, sondern das Sich-Konzentrieren des Geistigen, das weiter wirkt durch die Pforte des Lebens zu einem neuen Leben.

[ 11 ] Wenn wir das Rätsel des Kindes betrachten und was sich im heranwachsenden Kinde von innen nach außen erarbeitet – [erkennen wir], was die ungeschickten Glieder geschickt macht. … [Darin zeigt sich: Es] hat sich im geistigen Leben zum Kerne umgebildet. Im Geistigen sammelt es die Keimeskräfte, und wenn für es die Zeit der Reife gekommen ist, zieht es (sich) hin zu Vater und Mutter – zum Geborenwerden. Wenn wir den Mensch befragt [haben], so sagen wir uns: Dasjenige, was sich in uns als Kern gestaltet hat, ist uns geblieben aus einem früheren Leben. … [Und wenn das Leben dem Ende zugeht], wenn die Haut [sich] runzelt, die Haare sich bleichen, so sehen wir nicht nur das Altern, sondern das Sich-Konzentrieren des Geistigen, das weiter wirkt durch die Pforte des Lebens zu einem neuen Leben.

[ 12 ] [Das sind scheinbar] Behauptungen, die unsinnig erscheinen können dem Menschen, der steht im jetzigen Bildungsleben. … [Aber sie ergeben sich der Geisteswissenschaft durch die] Steigerung des Seelenlebens. – Indem ich mich verständlich machen will, möchte ich ein Drittes erwähnen. – Im Leben nehmen wir das als nicht so rätselhaft hin, das Gewöhnte. – Der Tod, das Schicksal; es ist uns ungewohnt, was das Schicksal bringt. – Das Rätsel von Wachen und Schlafen. … Wie das Rätsel [von Leben und Tod] ist [Wachen und Schlafen]. Wachen [und Schlafen], das vergleicht man mit dem [Leben und dem] Tode. Wir müssen uns begnügen, nur andeutungsweise zu [er]arbeiten wegen der kurzen Zeit, was das Rätsel des Schlafes ist, wie wir die Finsternis fühlen und bewusstlos werden. … [Wir wissen], dass die Triebe einst ersterben können und dazu auch [das Bewusstsein], wenn Finsternis sich über die Seele breitet. [Aber im Schlafe hält ja das Leben nicht an.] – Die Geistesforschung zeigt, dass es wichtig [und richtig] ist, dass die Seele und das Geistige während des Schlafs den Körper verlassen. Sie kommt zu dem Resultat der Unabhängigkeit der Seele vom Körper. – Das, was der Schlaf beim Menschen erreicht, sucht der Geistesforscher durch Arbeit zu erreichen. Der Geistesforscher muss bewusst leben lernen in dem, was der Mensch im Schlaf unbewusst tut. Einfache Dinge sind es, die ich aufzuzählen habe. … [Man kann wohl sagen]: Das mag ein anderer glauben, dass man auf die Art in die geistige Welt hineinkommt, und doch ist es wahr: Meditation … Konzentration … [Kontemplation], [das ist der Weg]. Was der Geistesforscher [damit] anstrebt, ist, seinen Willen so zu beeinflussen, dass er das, was der Mensch unwillkürlich tut, willkürlich tut. Ebenso muss [er] jedem Eindruck der Sinnorgane Einhalt gebieten können. Wie man eine solche Hingabe und Stärkung des Willens erreicht – Sie finden es in meinem Buche: «Wie erlangt man …»; dass man sich [zum Beispiel] gewissen sinnbildlichen Vorstellungen hingibt. Alles, was wir im gewöhnlichen Leben erleben, das führt uns nicht zur Geistesforschung. Es führt das uns dazu, dass man sein Leben [durch sorgfältige Übung der Geisteskräfte] verwandelt. Man bildet sich eine Vorstellung, man soll eine Vorstellung, die man vollständig überschauen kann, in das Blickfeld stellen. Wer zum Beispiel sich das Licht vorstellt und dabei meditiert «Im Lichte lebet Weisheit», so, damit sie – [die Vorstellung] – nicht uns meistert, sondern dass wir sie meistern. Geduld gehört dazu, langes Festhalten der Vorstellung – und dann gar nichts denken. Wenn in entsagungsvollem innerem Leben es geübt wird, dass man die Denkkraft loslöst von allem Geschehenen, und [der Mensch] nur in der Denkkraft lebt, dann macht er etwas wie geistige Chemie. [So, wie] Wasser aus Wasserstoff und Sauerstoff [besteht, besteht der Mensch aus Leiblichem und Geistig-Seelischem]. Er löst dann das Geistig-Seelische heraus. – Wenn man sich hinauslebt, dann weiß man, dass man das nicht nur [allein] hervorgebracht hat – man weiß, dass der Geist dem Körper erst das Leben gegeben hat, dass der Geist sich loslöst vom Leben, um den Leib zu benutzen wieder beim Erwachen. Es kann sein, dass wir ohne Gefühl diese geistige Chemie machen. Man wird im Moment des Einschlafens bemerken können, dass zuweilen sich wie ein Nebel ausbreitet, wie die Glieder schwer werden, dann kommt etwas wie ein Ruck, der einen durchlebt wie ein Gefühl innerer Seligkeit über das, was man moralisch Gutes getan [hat]. Das Gefühl kann bei dem Geistesforscher herausgehen wie der Gedanke beim Einschlafen. Er fühlt, wie er den Leib und alle Verrichtungen des Leibes sich selbst überlässt. Er fühlt sein inneres Erleben außerhalb seines Leibes. Herztätigkeit. Der Mensch schaut zurück und schaut, das war [ich] … [Ich möchte auf ein] Erlebnis hinweisen, das sich auf hundertfache Weise ereignen kann. Es ist das Wesentliche, was der Mensch erlebt, erschütternd bei dem Ereignis – mitten am Tage oder auch im Schlaf. Es kommt wenig auf die [Situation] an. [Man kann es in die Worte fassen]: «Es ist, als wenn der Blitz in meinem Leibe eingeschlagen hat.» – Dann hat man erlebt [die] Selbstständigkeit des Leibes … Man weiß von diesem Momente an, was die Geistesforscher damit gemeint haben, wenn sie sagen, man tritt heran an die Pforte des Todes. Das, was in einem lebt, hat man kennengelernt – die Seele. Indem der Forscher die Seele vor sich hinstellt, zeigt die Seele die Kraft, dass sie nicht zugrunde gehen kann.

[ 12 ] [Das sind scheinbar] Behauptungen, die unsinnig erscheinen können dem Menschen, der steht im jetzigen Bildungsleben. … [Aber sie ergeben sich der Geisteswissenschaft durch die] Steigerung des Seelenlebens. – Indem ich mich verständlich machen will, möchte ich ein Drittes erwähnen. – Im Leben nehmen wir das als nicht so rätselhaft hin, das Gewöhnte. – Der Tod, das Schicksal; es ist uns ungewohnt, was das Schicksal bringt. – Das Rätsel von Wachen und Schlafen. … Wie das Rätsel [von Leben und Tod] ist [Wachen und Schlafen]. Wachen [und Schlafen], das vergleicht man mit dem [Leben und dem] Tode. Wir müssen uns begnügen, nur andeutungsweise zu [er]arbeiten wegen der kurzen Zeit, was das Rätsel des Schlafes ist, wie wir die Finsternis fühlen und bewusstlos werden. … [Wir wissen], dass die Triebe einst ersterben können und dazu auch [das Bewusstsein], wenn Finsternis sich über die Seele breitet. [Aber im Schlafe hält ja das Leben nicht an.] – Die Geistesforschung zeigt, dass es wichtig [und richtig] ist, dass die Seele und das Geistige während des Schlafs den Körper verlassen. Sie kommt zu dem Resultat der Unabhängigkeit der Seele vom Körper. – Das, was der Schlaf beim Menschen erreicht, sucht der Geistesforscher durch Arbeit zu erreichen. Der Geistesforscher muss bewusst leben lernen in dem, was der Mensch im Schlaf unbewusst tut. Einfache Dinge sind es, die ich aufzuzählen habe. … [Man kann wohl sagen]: Das mag ein anderer glauben, dass man auf die Art in die geistige Welt hineinkommt, und doch ist es wahr: Meditation … Konzentration … [Kontemplation], [das ist der Weg]. Was der Geistesforscher [damit] anstrebt, ist, seinen Willen so zu beeinflussen, dass er das, was der Mensch unwillkürlich tut, willkürlich tut. Ebenso muss [er] jedem Eindruck der Sinnorgane Einhalt gebieten können. Wie man eine solche Hingabe und Stärkung des Willens erreicht – Sie finden es in meinem Buche: «Wie erlangt man …»; dass man sich [zum Beispiel] gewissen sinnbildlichen Vorstellungen hingibt. Alles, was wir im gewöhnlichen Leben erleben, das führt uns nicht zur Geistesforschung. Es führt das uns dazu, dass man sein Leben [durch sorgfältige Übung der Geisteskräfte] verwandelt. Man bildet sich eine Vorstellung, man soll eine Vorstellung, die man vollständig überschauen kann, in das Blickfeld stellen. Wer zum Beispiel sich das Licht vorstellt und dabei meditiert «Im Lichte lebet Weisheit», so, damit sie – [die Vorstellung] – nicht uns meistert, sondern dass wir sie meistern. Geduld gehört dazu, langes Festhalten der Vorstellung – und dann gar nichts denken. Wenn in entsagungsvollem innerem Leben es geübt wird, dass man die Denkkraft loslöst von allem Geschehenen, und [der Mensch] nur in der Denkkraft lebt, dann macht er etwas wie geistige Chemie. [So, wie] Wasser aus Wasserstoff und Sauerstoff [besteht, besteht der Mensch aus Leiblichem und Geistig-Seelischem]. Er löst dann das Geistig-Seelische heraus. – Wenn man sich hinauslebt, dann weiß man, dass man das nicht nur [allein] hervorgebracht hat – man weiß, dass der Geist dem Körper erst das Leben gegeben hat, dass der Geist sich loslöst vom Leben, um den Leib zu benutzen wieder beim Erwachen. Es kann sein, dass wir ohne Gefühl diese geistige Chemie machen. Man wird im Moment des Einschlafens bemerken können, dass zuweilen sich wie ein Nebel ausbreitet, wie die Glieder schwer werden, dann kommt etwas wie ein Ruck, der einen durchlebt wie ein Gefühl innerer Seligkeit über das, was man moralisch Gutes getan [hat]. Das Gefühl kann bei dem Geistesforscher herausgehen wie der Gedanke beim Einschlafen. Er fühlt, wie er den Leib und alle Verrichtungen des Leibes sich selbst überlässt. Er fühlt sein inneres Erleben außerhalb seines Leibes. Herztätigkeit. Der Mensch schaut zurück und schaut, das war [ich] … [Ich möchte auf ein] Erlebnis hinweisen, das sich auf hundertfache Weise ereignen kann. Es ist das Wesentliche, was der Mensch erlebt, erschütternd bei dem Ereignis – mitten am Tage oder auch im Schlaf. Es kommt wenig auf die [Situation] an. [Man kann es in die Worte fassen]: «Es ist, als wenn der Blitz in meinem Leibe eingeschlagen hat.» – Dann hat man erlebt [die] Selbstständigkeit des Leibes … Man weiß von diesem Momente an, was die Geistesforscher damit gemeint haben, wenn sie sagen, man tritt heran an die Pforte des Todes. Das, was in einem lebt, hat man kennengelernt – die Seele. Indem der Forscher die Seele vor sich hinstellt, zeigt die Seele die Kraft, dass sie nicht zugrunde gehen kann.

[ 13 ] Die Sprachkraft … [also] was uns die Organe schafft, mit denen wir sprechen – man kann loslösen diese Kraft. … Wenn [man durch Schweigsamkeit] diese innere Verrichtung prüfen kann, wie die Gebärde und die Geste – wenn man loslöst die Kraft des Sprechens und alles behält, was die Sprache hervorbringt, [dann erreicht man eine weitere Stufe der Geistesforschung]. Die Wissenschaft hat nachgewiesen, dass der Mensch nicht sprachlos denkt. [Wir] erleben das dann außerhalb unseres Leibes. Wer das innerlich erlebt, [der erfährt, wie sich sein Bewusstsein auf frühere Erdenleben erweitert]. … Stück für Stück wird durch geistige Chemie dasjenige losgebrannt, was von Leben zu Leben geht. Dasjenige, was der Mensch in seinen Träumen erlebt, hängt zusammen mit seinem Begierdeleben.

[ 13 ] Die Sprachkraft … [also] was uns die Organe schafft, mit denen wir sprechen – man kann loslösen diese Kraft. … Wenn [man durch Schweigsamkeit] diese innere Verrichtung prüfen kann, wie die Gebärde und die Geste – wenn man loslöst die Kraft des Sprechens und alles behält, was die Sprache hervorbringt, [dann erreicht man eine weitere Stufe der Geistesforschung]. Die Wissenschaft hat nachgewiesen, dass der Mensch nicht sprachlos denkt. [Wir] erleben das dann außerhalb unseres Leibes. Wer das innerlich erlebt, [der erfährt, wie sich sein Bewusstsein auf frühere Erdenleben erweitert]. … Stück für Stück wird durch geistige Chemie dasjenige losgebrannt, was von Leben zu Leben geht. Dasjenige, was der Mensch in seinen Träumen erlebt, hängt zusammen mit seinem Begierdeleben.

[ 14 ] Zum Beispiel: Im Leben begegnet uns das Schicksal. Das Schicksal bringt uns Dinge, unter denen wir hart leiden; [dringen] wir aber in unser Schicksal von einem rein geistigen Standpunkt, dann sehen wir andres. Wir sehen, dass das vorgeburtliche Wünsche waren, die uns das Schicksal bringt. Wir bereiten unser Schicksal vor, indem wir uns sagen, unsere Seele musste dieses Schwere erleben. – Wir sind die Schmiede unseres eigenen Lebens. Irgendeine Geschicklichkeit ist in unserem vorigen Leben noch nicht entwickelt worden; bilden wir unsere Seele heran, dass sie das im neuen Leben dann nachholen kann … Es verwandelt sich das Bewusstsein einer unmoralischen Handlung (sie) in den Trieb, sie auszugleichen.

[ 14 ] Zum Beispiel: Im Leben begegnet uns das Schicksal. Das Schicksal bringt uns Dinge, unter denen wir hart leiden; [dringen] wir aber in unser Schicksal von einem rein geistigen Standpunkt, dann sehen wir andres. Wir sehen, dass das vorgeburtliche Wünsche waren, die uns das Schicksal bringt. Wir bereiten unser Schicksal vor, indem wir uns sagen, unsere Seele musste dieses Schwere erleben. – Wir sind die Schmiede unseres eigenen Lebens. Irgendeine Geschicklichkeit ist in unserem vorigen Leben noch nicht entwickelt worden; bilden wir unsere Seele heran, dass sie das im neuen Leben dann nachholen kann … Es verwandelt sich das Bewusstsein einer unmoralischen Handlung (sie) in den Trieb, sie auszugleichen.

[ 15 ] Wer wirklich in der Seele ein früheres Erdenleben durchschaut, der ist gewissenhaft. Wenn man in ein solches Leben zurückschaut: In seinem 40. Lebensjahr lernt man erkennen, was man gebrauchen kann, kann aber die Erkenntnis nicht mehr gebrauchen. Am wenigsten kann man das Erkennen zum Renommieren gebrauchen. Man hat bei einem gewinnreichen Leben oft sehr gesündigt gegen Fähigkeiten, die man schon gehabt hat.

[ 15 ] Wer wirklich in der Seele ein früheres Erdenleben durchschaut, der ist gewissenhaft. Wenn man in ein solches Leben zurückschaut: In seinem 40. Lebensjahr lernt man erkennen, was man gebrauchen kann, kann aber die Erkenntnis nicht mehr gebrauchen. Am wenigsten kann man das Erkennen zum Renommieren gebrauchen. Man hat bei einem gewinnreichen Leben oft sehr gesündigt gegen Fähigkeiten, die man schon gehabt hat.

[ 16 ] Nicht gleichsam wie in einer unendlichen Linie scheint uns die Ewigkeit, sondern indem sich Leben an Leben reiht. … Wenn uns Unglück trifft, so sagen wir uns als Beantwortung der Frage [nach dem Warum]: Wir haben Unglück gesucht während des Todes und einer neuen Geburt. [Den] Tod des Vaters empfindet der Sohn jung als Unglück, aber im Alter betrachtet er das von einem anderen Gesichtspunkt und sagt: Gott sei Dank – sonst wäre ich nicht der Charakter geworden, [der ich jetzt bin]. … Geisteswissenschaft löst uns diese Rätsel, indem sie uns gibt wie ein Lebenselixier … Wir werden heranleben im Leben. Die Begriffe, die uns die Geisteswissenschaft gibt, sie werden in uns lebendig. Unsterblichkeit wird uns gegeben nicht nur als Theorie, sondern als Lebenselixier. … Der Schmerz kann noch von der Warte des geistigen Anschauens zur inneren Kraft, zur inneren Beseligung werden. Geisteswissenschaft führt allmählich zum Erleben des Geistig-Seelischen. [Das Leben wird Vorbereitung zu neuem Leben. Zusammenfassend können wir sagen]:

[ 16 ] Nicht gleichsam wie in einer unendlichen Linie scheint uns die Ewigkeit, sondern indem sich Leben an Leben reiht. … Wenn uns Unglück trifft, so sagen wir uns als Beantwortung der Frage [nach dem Warum]: Wir haben Unglück gesucht während des Todes und einer neuen Geburt. [Den] Tod des Vaters empfindet der Sohn jung als Unglück, aber im Alter betrachtet er das von einem anderen Gesichtspunkt und sagt: Gott sei Dank – sonst wäre ich nicht der Charakter geworden, [der ich jetzt bin]. … Geisteswissenschaft löst uns diese Rätsel, indem sie uns gibt wie ein Lebenselixier … Wir werden heranleben im Leben. Die Begriffe, die uns die Geisteswissenschaft gibt, sie werden in uns lebendig. Unsterblichkeit wird uns gegeben nicht nur als Theorie, sondern als Lebenselixier. … Der Schmerz kann noch von der Warte des geistigen Anschauens zur inneren Kraft, zur inneren Beseligung werden. Geisteswissenschaft führt allmählich zum Erleben des Geistig-Seelischen. [Das Leben wird Vorbereitung zu neuem Leben. Zusammenfassend können wir sagen]:

Es sprechen zu den Menschensinnen
Die Dinge in den Raumesweiten
[Sie wandeln sich im Zeitenlauf.
Erlebend dringt die Menschenseele
Durch Raumesweiten unbegrenzt,
und unbeirrt von Zeitenlauf
Ins Reich der Ewigkeiten ein.]

Es sprechen zu den Menschensinnen
Die Dinge in den Raumesweiten
[Sie wandeln sich im Zeitenlauf.
Erlebend dringt die Menschenseele
Durch Raumesweiten unbegrenzt,
und unbeirrt von Zeitenlauf
Ins Reich der Ewigkeiten ein.]